Veija

Stormbringer

* letzte Pflege März 2016

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Stormbringer
Veija, 13 Juli 2015
AliciaFarina und Cascar gefällt das.
    • Veija
      Alter Pflegebericht 1 & Alter Tierarztbericht 1
      6. Dezember 2013 by Ravenna & Eowin(Ta Bericht)
      The Storm will arise!


      Ravenna
      Als ich an diesem Morgen hinaus in den Stall ging – meine übliche Runde um Moon zu begrüßen stand Cayden bereits breit grinsend in der Küche – offensichtlich war er nicht sonderlich sauer, das ich ihm am Abend zuvor unterbrochen hatte. „Kannst du dich noch an den Ausritt erinnern mit Soul Dance?“ Mit einer heißen Tasse Tee setzte ich mich neben ihn, runzelte verwirrt die Stirn – Klar konnte ich das und nickte. „ Du hast erwähnt, du könntest dir eine eigene Zucht vorstellen. Ich habe der letzt eine Anzeige im Internet gesehen, von einem jungen Connemarahengst. Ich habe bereits mit Amy gesprochen…gegen ein paar mehr Pferde hätte sie nichts – dies läge ganz in unserem ermessen. Was meinst du? Wir beide eine kleine Zucht.“ Damit schob er mir das Bild eines wunderschönen Hengstes entgegen…Es war eine wage Idee, aber ich hegte schon länger dieses Wunsch – schon seitdem ich Wish aufgezogen hatte. Erst Recht seitdem ich auf Heartland wohnte und Amy bei der Zucht half. „Einen Versuch ist es wert, oder nicht?“ Cayden bekam ein leuchten in den Augen „Wirklich?!“ Ich schluckte den Tee hinunter den ich soeben getrunken hatte, nickte und schickte ihm ein Lächeln. Zwar hegte ich leichte Zweifel, doch mit Caydens Hilfe konnte es durchaus etwas werden. „Wollen wir ihn uns anschauen fahren? Der Tierarzt wird auch kommen..“ Erneut nickte ich nur…wir beendeten unser gemeinsames Frühstück – gerade als Amy und Ty von oben aus dem Zimmer kamen. Amy fragte Neugierig ob die Überraschung geglückt war – Oh ja das war sie wohl!
      Die Tierärztin die auch Moon einem Gentest unterzogen hatte und ihm gleich die neue Impfung verpasst hatte, begleitete uns auch gleich mit zu Stormbringer - wie Cayden den Hengst getauft hatte.

      Eowin
      „So, wo müssen wir denn dann wegen Stormbringer hin?“, fragte ich Sarah, die mir bereits erzählt hatte, dass der halbwilde Hengst noch nicht bei ihr auf dem Gestüt stand und somit sehnlichst auf ihn wartete.
      Der Hof, wo er derzeit stand, war nicht sehr weit entfernt, also packte ich Sarah in mein Auto und wir machten uns frohen Mutes auf den Weg, auch wenngleich mir etwas mulmig zu Mute war in Anbetracht der Tatsache, dass ein halbwilder Hengst gleich von mir seine erste Impfung bekommen müsste.
      Als wir ankamen, begrüßte uns die Besitzerin des Hofes und führte uns zu dem Junghengst aus Dublin.
      „Hallo Storm“, begrüßte ich den Kleinen, der mich misstrauisch und keck ansah.
      „Können wir den rausholen?“, fragte ich an Sarah gewandt.
      „Eher nicht. Der kennt gar nichts, der hat in seinem Leben noch nie ein Halfter gesehen.“
      Das hatte ich befürchtet.
      Um zumindest etwas Kontrolle über ihn zu haben, legten wir einen Strick um seinen Hals und ich trat sehr langsam und achtsam auf ihn zu, um ihn nicht zu verschrecken.
      „Ganz ruhig süßer, ich tu dir nichts!“, säuselte ich ihm zu.
      Ganz offensichtlich hatte er diesen Umstand schon verstanden – denn anstatt zurückzuweichen, holte er aus und biss mir in den Arm. „Na, ganz so scheu bist du ja doch nicht!“
      Ich krempelte kurz den Ärmel hoch: Seine Zähne zeichneten sich deutlich ab und begann schon jetzt blau und dick zu werden. „Aua…“
      Sarah schaute mich nur entschuldigend an, aber ich zuckte die Schultern. Dies waren Dinge, die nun einmal passierten, wenn man mit Tieren arbeitete.
      „Wir klauen ihm mal lieber die Haare von dem Gentest aus der Mähne“, sagte ich und trat mit der Schere an ihn heran. Offensichtlich war er fest davon überzeugt, dass Haare schneiden weh täte, denn er wehrte sich mit Leibeskräften, biss um sich und trat forsch gegen die Boxenwand.
      „Habt ihr eine Nasenbremse?“
      Ich wollte nicht, dass der Hengst sofort den Tierarzt mit negativen Ereignissen verband, also setzten wir im die Bremse auf, dass er seinen ersten Tierarztbesuch etwas entspannter überleben konnte. Dies funktionierte fabelhaft.
      Ich konnte nun einigermaßen stressfrei einige Haare von seiner Mähne abschneiden und in ein Röhrchen packen.
      Auch die Impfung – Tetanus und Influenza – war schnell gesetzt. Vorsichtig rieb ich über die Einstichstelle, dann konnte Sarah die Nasenbremse lösen.
      Ich fasste ohne hektische Bewegungen in meine Tasche und holte ein Leckerli heraus. „Na, magst du das von mir nehmen?“
      Ohne zu zögern holte sich der Hengst das Leckerli aus meiner Hand, wich dann zurück und kaute genüsslich.
      Na, bestechlich war er also!
      Nun ließen wir ihn in Ruhe. Auch sein Ergebnis des Gentests würde Sarah per Post bekommen.

      Ravenna
      Seinen ersten Tierarztbesuch hatte der junge Apfelschimmel überlebt in den nächsten Tagen würden wir ihm zumindest das Halfter und den Hänger schmackhaft machen müssen, doch hatte ich eine Möglichkeit gefunden zu haben um ihn für ein Training zu faszinieren – Futter. Doch zunächst verabschiedeten wir uns von Maren – ließen den jungen Storm für heute in Frieden und kehrten nach Heartland zurück.

      Am nächsten Tag fuhren wir zusammen mit einem Hänger auf den Hof – dort stellten wir den Hänger neben den an der Box von Storm angrenzenden Paddock. Die Rampe machten wir nach unten, hinein kam ein wenig Stroh. Dies sollte die erste Hürde seines Trainings sein..er hatte Zugang zum Hänger, jeden Morgen und Abend fuhr einer von uns zu ihm – stellte einen Eimer in den Hänger. Zunächst war er nur langsam hinein gegangen, doch der Geruch nach frischem Mash und Müsli trieb ihn näher an den Hänger, bis er endlich am dritten Tag die ersten paar Schritte auf den Hänger setzte. Am fünften Tag siegte dann endlich der Hunger und er trat in den Hänger und verputzte seinen Eimer Futter. Auch in den nächsten Tagen ließ er sich nicht beirren, wartete sogar ab und an im Hänger um seinen Futtereimer zu erhalten. Nach über einer Woche wagte ich das erste Mal in der Tür stehen zu bleiben, setzte mich ein wenig neben ihn. Zunächst ließ er sich davon nicht stören, als ich am nächsten Morgen meine Hand ausstreckte um ihn am Kopf zu berühren hatte der junge Hengst damit kein Problem. Auch Cayden hatte ihn bereits ein wenig berühren können. Am Nachmittag machte ich mich zusammen mit ihm auf zu Stormbringer, bewaffnet mit einem leichten Strick wollten wir daraus das erste Halfter seines Lebens fertigen. Cayden lief langsam auf den Paddock – in Händen einen roten Apfel, er biss davon ab ging schließlich in die Hocke und bot sie Storm dar. Storm kam neugierig aus seiner Box, schließlich kannte er uns bereits, seine Ohren waren aufmerksam nach vorn gerichtet, seine Nüstern bebten beim Geruch des Apfels. Langsam kam er immer näher, schnoberte an Caydens Händen. Dann nahm er sich den Apfel, während Cayden mit der anderen Hand einen weiteren Apfel aus den tiefen seiner Taschen zauberte. Leuchteten die Augen des Hengstes da etwa – ein leichtes schmunzeln konnte ich mir einfach nicht verkneifen. Cayden ließ seine Tasche von den Schultern gleiten und als sich Storm an den Äpfeln gütlich tat legte Cayden ihm einen Strick um den Hals. Storm hielt inne ging aber ein paar Schritte zurück, Cayden ließ sich hierbei den Strick durch die Finger gleiten um keinen Druck auf ihn auszuüben.
      Diese Übung wiederholten wir jeden Tag, manchmal ging ich auch einfach so zum Hof um mich mit einem Buch, dicker Decke und einem Haufen Äpfeln in den Stall zu setzten. Zudem kam Cayden nach etwa zwei Wochen Training auf die Idee Moon mit dem jungen Hengst auf den Paddock zu stellen. So würde die letzte Scheu von Storm abfallen, wenn er sah das ihm von uns und einem Halfter keine Gefhar drohte. Dann endlich nach beinahe drei Wochen gelang es mir ihm den Strick einem Halfter gleich um den Kopf zu legen. Streicheleinheiten – die er mittlerweile bei uns suchte, bekam er dafür ausgiebig. Das er mir jedoch folgte lag nicht daran das ich Druck ausübte auf den Strick – vielmehr lag es an den vielen Leckerlie die Storm im Verlauf der letzten Wochen erhalten hatte. Cayden begann in der vierten Woche damit Storm in den Hänger zu führen.Zunächst klappte dies nicht allzu gut, er lief manchmal einfach wieder rückwärts, doch spätestens als Moon im Hänger stand folgte Storm ohne weitere Probleme….endlich hatten wir ihn soweit!
    • Veija
      Alte Pflegeberichte 2 & 3
      7. Dezember 2013 by Ravenna

      Was zählt wirklich?

      Wie fühlt es sich an, wenn einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird? Noch gestern hatte ich mit Freuden zusammen mit Amy,Ty und Cayden den Einzug neuer Pferde gefeiert - den Einzug in mein eigenes Haus auf Heartland, der neue Stall und die kleinen Offenställe für meine Connemarazucht. Jetzt lag ich auf dem Boden meines geräumigen Bads, der Blick auf kein ziel gerichtet, stählerne Kälte in meinem Herzen. Die Nachricht hatte mich am Abend erreicht Selina eine alte Freundin aus Brandenburg war es schlechter ergangen, obwohl wir kaum Kontakt gehabt hatten seitdem ich hier war, hatte ich mich um sie gesorgt. Nun hatte der Krebs gewonnen - die Tränen in meinem Gesicht waren versiegt ich spürte nur noch eine bleierne Lähme auf meinen Gelenken. Ich wusste mein Leben würde weiter gehen, doch der Tod hatte erneut in mein Leben eingegriffen - einer der Gründe warum ich mein Herz so zusammen hielt. Es war als würde ich Verzweifelt auf dem Boden sitzen die Bruchstücke einzeln zusammen klauben um sie so fest wie möglich an meine Brust zu drücken. Ich wollte keinen an diese Bruchstücke heran lassen, der Grund warum ich Cayden so harsch abgewiesen hatte, doch er schlich sich immer wieder in meine Gedanken....
      Ich zog die Beine enger an meinen Körper - die Zeit hatte keine Bedeutung für mich, doch die Kälte erriff von meinen Gelenken besitz, leichtes frösteln lief über meinen Rücken. Plötzlich hörte ich wie die Tür hinter mir geöffnet wurde - jemand kam herein, sagte jedoch kein einziges Wort. Hände fassten nach meinen Hüften, meinem Nacken zogen mich auf die Arme und in müden Gedanken nahm ich wahr wie mein Kopf an Caydens Brust ruhte als er mich zu meinem Bett trug. Als die Nachricht gekommen war hatte ich duschen wollen, stark sein, doch dann hatten mich die Tränen überrannt - ich war zusammen gebrochen hatte mich dem Schmerz, vorallem aber der Schuld hingegeben die ich in meinem inneren empfand. Als die Tränen versiegt waren hatte ich nicht die Kraft gehabt mich zu erheben, so war ich liegen geblieben...allein mit meinen Ängsten. Cayden legte mich sanft auf die Kissen, legte eine Decke um meinen zarten Körper, doch lief er nicht wieder davon - er legte sich stumm zu mir auf die Decken. Cayden sprach kein Wort die Wärme die von seinem Körper ausging, seine bloße Anwesenheit half mir, wenn auch auf eine Art die mir widerum missfiel. Warum wies ich jemanden der sich offensichtlich so sehr um mich sorgte einfach ab?! Konnte man dies überhaupt verstehen...einerseits gefiel es mir was er tat, wie seine Lippen die meinen liebkost hatten...auf der anderen Seite fühlte ich mich sosehr in meiner Freiheit beschränkt. Mit dem stätigen Atemzügen Caydens neben mir fand auch ich - trotz des hellichten Tages endlich meinen Schlaf.
      Als ich wieder erwachte - war ich wieder allein in meinem Zimmer, draußen war es bereits am dunkel werden, doch leises geklapper drang aus der Küche an meine Ohren. Als ich mich anzog - ich hatte nichts als Unterwäsche an - lief ich anschließend in die Küche, rieb mir etwas über die Augen. Dort war sie - Amy saß am Tisch, stand sofort auf als ich die Küche betrat und nahm mich in die Arme. "Geht es dir besser?" - meine Stimme klang rauh, als sie an dem Kloß in meinem Hals vorbei ran " Das Leben geht weiter - ich muss es akzeptieren. Danke das du für mich da bist." Dann löste ich mich aus der Umarmung, blickte mich um - "Wo ist Cayden?" Amy begann zu Lächeln machte eine unwirsche Handbewegung "Der versorgt die Pferde - er hat sich Sorgen gemacht - wie wir alle!" Ein scheues Lächeln erschien auf meinen Lippen, dann kleidete ich mich erneut an - bereit für die kalte Nacht. Mit meinen Stiefeln an den Füßen, stampfte ich durch den knirschenden Schnee hinüber zu den Ställen. Eine kleine Träne ran erneut meine Wange hinunter, diesmal aus Freude - am Paddock standen drei Pferde, sie alle beobachteten meine Schritte, spielten mit den Ohren und einer davon schenkte mir ein schmetterndes Begrüßungswiehern. Ich begrüßte sie alle, meinen Moon, den Neuzugang Storm und schließlich Wish - der nun wieder bei mir war. Dieser trug eine Decke, denn er hatte die letzten Monate im schönen Australien verbracht und kaum Winterfell. Dann legten sich plötzlich zwei Hände um meine Hüften, zwar erschrack ich, doch mein Körper schrie nicht länger nach einer Flucht. "Danke" wisperte ich, dies waren die einzigen Worte die in den nächsten Minuten fielen - wir standen einfach nur da...beobachteten die Pferde wie sie über die Weide tollten. Mein Kopf ruhte - wie schon einmal an diesem Tag - an Caydens Brust. Wir genossen einfach diesen Augenblick, wenn auch der Schatten des Schmerzens noch in mir nach hallte. Hier und jetzt...fühlte es sich weniger schrecklich an.

      29. Dezember 2013 by Ravenna

      Training ist (fast) alles!
      In den letzten Wochen hatte ich mich ausgiebig mit Scylla beschäftig – sie war in der Dressur außerordentlich begabt, eine solide Grundausbildung hatte sie bereits genossen und nun nutzte ich die Weihnachtszeit um in der Halle mit ihr zu üben. Wir hatten erst eine kleine Ewigkeit benötigt um einander kennenzulernen, ihr schwungvoller Trab war um so vieles anders gewesen als der von Moon oder Varulv. Mit einiger Mühe war es mir gelungen ihr eine konstante Anlehnung nahe zu bringen – oft hatte ich sie longiert um ihr auch an der Longe mit der Hilfe von Ausbindern nahe zu bringen, das dieses etwas Gutes war. Auch Cayden hatte sich in ihren Sattel geschwungen, während ich mich ebenfalls mit Varulv beschäftigt hatte – der Hengst war neu auf meinem Hof und konnte etwas Training auch nicht von der Hand, oder eher dem Huf weisen. Scylla lernte enorm schnell dazu, den einfachen Galoppwechsel bekam sie sogar am schnellsten auf die Reihe, die Schwierigkeiten stellten sich erst ein als es darum ging die verschiedenen Tempowechsel einzubauen. Scylla rannte im Trab oftmals unter dem Sattel fort, dann musste ich mich etwas schwer machen ihr ein wenig an Tempo nehmen, sonst wirkte das Reiten von ihr bald zu hektisch. Unabdingbar klemmte ich mich also dahinter ihr dieses hektische als ein wenig „auszutreiben“ - auch an der Longe. Zusammen mit Cayden longierte ich sie öfter , nahm ihr mit der Stimme stetig Tempo aus der jeweiligen Gangart und alsbald rannte sie weniger unter dem Sattel. An einem Abend unternahm ich einen kleinen Spazierritt zusammen mit Gwen auf Altair und Scylla. Ab und an gingen wir auch gemeinsam auf den Platz, trainierten beide Pferde und quatschten allgemein ein wenig. In letzter Zeit hatte sie sich oft um Minou gekümmert, zudem hatte in meinem Kopf der Plan Gestalt angenommen ihr die junge Stute zu schenken. Die Ritte durch den Schnee taten Scylla mehr als gut, es klärte ihren Kopf machte sie frei für neues. Auf dem Platz arbeitete sie freudiger mit, ließ sich regulieren fort an brachten uns die einzelnen Tempowechsel keine Schwierigkeiten mehr – im Mitteltrab durchquerten wir die Diagonale wechselten in eine 10 Meter Volte um schließlich aus ihr an zu galoppieren. Doch immer wieder sah ich gern wie wir im gestreckten Galopp um die Bahn preschten – am Ende der Arbeit schien dies eine Art der Lösung für sie zu sein…vielleicht so etwas wie eine Belohnung ihrer Arbeit. Mein Herz sprang dabei immer höher, würde sie diese Lebensfreude auch an ihre Fohlen weitergeben können? Für heute stieg ich von ihrem Rücken, sattelte sie mit steifen Fingern an und wärmte mir die Finger noch ein wenig unter ihrer warmen Mähne. Ich zog ihren Duft in mich auf – ehe ich sie zu den anderen auf die Koppel brachte – gemeinsam freuten sie sich über die Rückkehrerin, tollten einander umher, jagten, stoppten und preschten dann wieder los als wären sie des Lebens nimmer satt. Auch den Hengsten stattete ich einen Besuch ab, liebkoste Varulvs Maul, küsste Wish und Moon auf die Nüstern und lockte den noch immer etwas scheuen Storm zu mir. Ich war noch immer am handern mit mir ob ich ihm je einen Sattel auf den Rücken legen wollte, doch gleichermaßen fand ich den Gedanken von ihm durch die Wälder zu reiten mehr als wunderschön. Ich zuckte mit den Schultern, ging hinein ins Haus und stellte fest das es plötzlich so leer hier war. Laura hatte gestern Abend den Flug zurück nach Finnland genommen, also hatte ich hier nicht länger Gesellschaft. Seufzend und mit klammen Fingern setzte ich mich an die Heizung hielt die Finger dagegen – sobald die wieder warm waren würde ich mir einen Tee machen! Da plötzlich klopfte es an der Tür, verdutzt öffnete ich die Tür – sah vor mir Cayden der mir eine Tasse in die Hand gab. Der Duft von Met drang in meine Nase – meine Hände wurden beinahe Augenblicklich etwas wärmer. Oh! Cayden wusste was ich gern Trank! „Dankeschön“ Ich holte ihn herein, gab ihm einen Kuss auf die Wange – für mehr würde später Zeit sein, sonst würde ich ihm die Tasse mit dem Kostbaren Met nur über das T-Shirt schütten. Gemeinsam setzten wir uns auf die Couch, schoben die DVD von „Game of Thrones“ ein und in seinen Armen wich alsbald die Kälte von draußen. So hätte ich Ewig verbringen können…
    • Veija
      Alte Pflegeberichte 4 & 5
      23. Januar 2014 by Sunnyyy

      Training für Stormy

      Als ich die Anzeige las, in der Stormbringers Besitzerin nach einer Person suchte, die ihm das Leben als Reitpferd näher führen sollte, stand für mich bereits außer Frage, ob ich diesen Auftrag annehmen würde. Der junge Hengst war als Halbwilder aufgewachsen und musste somit erst noch Vertrauen, aber auch Respekt gegenüber dem Menschen lernen. Als ich bei ihm ankam, war er sehr neugierig und fand gleich heraus, wie er mir ein Leckerlie aus der Jackentasche entwenden konnte. Ich hatte ja nur immer sehr wenige mit, damit ich die Pferde ab und an für gutes Verhalten belohnen konnte. Als erstes unterhielt ich mich ein wenig mit seiner Besitzerin über ihn. Danach richteten wir seine geräumige Box neu ein indem wir ein paar Strohballen rein legten, eine Wolldecke drüber zogen und ich meine Schlafsachen rein legte. Mit weit geöffneten Nüstern musste Storm das Gebilde erst einmal beschnüffeln. Sein Schweif zuckte unruhig und er scharrte mit dem Huf. Doch bald stellte er fest, dass ihm keine Gefahr drohte und er beruhigte sich wieder. Meine restlichen Sachen stellte ich nun vor die Box und kam erst einmal mit Sarah in ihr Haus, um Abendbrot zu essen. Mit einem prall gefüllten Bauch schleppte ich mich dann wieder zu Storm. Seine Besitzerin hatte mich ordentlich alle möglichen Sachen essen lassen, die es in Amerika nicht gab. Wobei sie munter meine Aussage "Amerika ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten." ignoriert hat. Aber ich fühlte mich hier auf jeden Fall wohl. Nun ging ich in Storms Box und redete ruhig mit ihm. Dann drehte ich mich aber von ihm Weg und legte mich auf mein Strohbett. Es kam mir vor wie in alten Zeiten, wo wir als Kinder immer im Heulager über dem Pferdestall geschlafen haben und uns über die komischen Geräusche der Pferde schlapp gelacht haben. Ich lächelte. Während Storm noch sein Heu weiter fraß, drehte ich mich um und entschwand in das Reich der Träume. Am nächsten Morgen wachte ich viel zu früh auf, da es mir schon wieder zu hell zum Schlafen war und die Spatzen im Gebälk mir mit ihrem tösendem Gezwitscher den Rest gaben. Langsam drehte ich meinen Kopf in Storms Richtung und sah dass er noch lag und schlief. Es freute mich, dass er sich trotz meiner Anwesenheit so sicher fühlte, dass er sich zum Schlafen hingelegt hatte. Ich blieb noch ein wenig unter der kuschelig warmen Decke, ehe ich leise aufstand und mich dem jungen Hengst aus leisen Füßen näherte. Ich flüsterte ihm so ins Ohr, dass nur er mich hören konnte, damit ich die anderen zwar nicht weckte, aber er sich auch nicht für mir erschrak. Müde öffnete er seine Lider ein wenig und schaute mich durch sein tiefbraunes Auge an. Leicht angeschlagen hob er den Kopf und schnaubte mir sanft ins Gesicht. Dann legte er ihn wieder hin und schloss die Augen. Wieder mit ihm redend legte ich vorsichtig meine Hand an seinen Hals. Er zuckte kurz zusammen, blieb aber ruhig. Nun streichelte ich seinen ganzen Körper ab und sicherte mir so zu, dass er auch bei der Arbeit jede Berührung von mir dulden würde. Es störte ihn kein bisschen sodass ich mich nachher zufrieden an ihm lehnte und sogar nochmal kurz ein nickte bis Sarah in den Stall kam. Als sie uns beide dösen sah, meinte sie freundlich: „Na ihr scheint euch ja zu verstehen. Da habe ich wohl wirklich die Richtige gerufen.“ Ich lächelte sie an und betonte, dass es mir schmeicheln würde. Bevor wir nun zum Frühstücken rein gingen, nahm ich mir noch das Halfter, was Sarah schon an Storms Boxentür gehängt hatte. Zuerst streichelte ich ihm am ganzen Gesicht. Dann nahm ich es vorsichtig in die Hand und strich es ihm über. Als ich das Genickstück überstreifen wollte, legte ich meine Hand so hin, dass ich es über sie hinüber hinter seine Ohren gleiten lassen konnte. Er zuckte kurz mit dem Kopf hoch, als es dann auflag, ließ mich das Halfter aber noch schließen. Zufrieden gingen Sarah und ich zum Frühstück. Während wir aßen unterhielten wir uns über Storm und seine Fortschritte, die er bereits gemacht hatte. Wir waren beide gleichermaßen stolz. Nach dem Essen bekamen die Pferde dann Futter und ich bereitete mir erst einmal den RoundPen vor. Als Storm dann fertig war, nahm ich mir seinen Strick und ging in seine Box. Vorsichtig klinkte ich den Strick ein und öffnete die Tür weit genug, dass er ohne irgendwo anzustoßen durch konnte. Ein wenig unsicher trottete der junge Hengst hinter mir her, machte aber keine großen Anstalten. Auf dem Weg zum RoundPen war noch nichts los, da zu dieser Tageszeit noch alle Arbeiten innerhalb des Stalls erledigt wurden. Für heute ließ ich ihn nur ein wenig herumlaufen und wir lernten uns genauer kennen. Es entwickelte sich schnell eine gute Vertrauensbasis. In den folgenden Tagen übten wir dann nochmal richtig das führen und er begriff sehr bald, wie er zu reagieren hatte. Am Ende ließ er sich besser führen als so manches älteres Pferd. Danach zeigte ich ihm das Putzen und brachte ihm bei auch unangebunden zuverlässig am Putzplatz stehen zu bleiben. Zu Anfang wollte er natürlich immer gleich losmarschieren, aber schon bald stand er schön brav still da. Auch beim Putzen merkte er schnell, dass das eigentlich ganz angenehm war. Über die Zeit vertraute Storm mir immer mehr, sodass er jede neue Situation souverän auffasste. Das Longieren gestaltete sie nie als ein Problem und auch auf den Hänger ging er nach einigen Anläufen ohne irgendwelche Hilfsmittel hinein, da seine Neugierde seine Scheu wie immer übertraf. Im Großen und Ganzen war es mehr Spaß als Arbeit Storm das Leben als Reitpferd näher zu führen und ich hätte ihn am liebsten mit heim genommen.

      23. Januar 2014 by Cooper

      Besuch von Pflegerin & Trainerin Cooper

      Am Abend erhielt ich in meinem neu errichteten Pflege und Trainingzentrum einen Anruf. Er war von Sarah, die mich bat ihren Connemarahengst, die Angst vor einzelnen, für Pferde, furchteinflößenden Dingen zu nehmen, also ein Anti-Schrecktraining. Ich fuhr mit mit den angegeben Daten die ich zur Vefügung hatte los. Ich fuhr ein ganzes Stück über die Autobahn bis ich dann endlich zu einem Hof gelangte. Caed Creven, laß ich an der großen Schilderung vor dem Hof. "Ich bin hier richtig" sagte ich leise zu mir selbst und stieg aus. Sofort kam mir eine junge nette Dame entgegen und schüttelte mir mit großer Freude die Hand. "Hallo, ich bin Sarah, wir hatten wegen Stormbringer, den Connemarahengst telefoniert" sagte sie aufgeregt. "Ja, das hatten wir. Du wolltest das ich mit ihm ein Anti-Schrecktraining mache, nicht?" sagte ich. "Ja genau. Er ist ziemlich schreckhaft, er erschrickt sich nicht vor Menschen, sondern vor harmlosen Gegenständen. Er wuchs in auf den Straßen von Dublin auf, ich denke da hat er schlechte Erfahrungen gemacht und somit eine gewisse schreckhaftigkeit entwickelt" sagte sie mir, konzentriert auf die Sachen die ich aus meinem Auto holte. "Ja, ich denke wir bekommen dies heute gehemmt" sagte ich und folgte ihr in die Reithalle, wo Storm schon auf uns wartete. Neugierig schaute er über die Absperrung und schaufte. "Komm her Stormy" rief Sarah ihn zu sich und holte ein paar Leckerlies zur bestechung hinaus. Interessiert schaute er mich von einem Sicherheitsabstand an und zerkaute das Leckerlie. "Na du?, willst du wissen wer ich bin?" frug ich ihn und lud ihn ein meine Hand zu beschnüffeln. Entspannt aber vorsichtig kam er auf mich zu und ich konnte ihn problemlos streicheln und kennenlernen, damit wir im Training ein besseres Verhältniss aufbauen konnten. "Ich habe ein Regenschirm, eine Plastiktüte und eine übergehbare Plastikplane dabei, was meinst du, sollen wir mit dem Regenschirm beginnen?" frug ich Sarah. "Nur los, er gehört dir" sagte sie mit vertrauenswürdig. Ich nahm den Regenschirm und machte ihn von weiter Entfernung von Storm auf und zu. Mit angehender panik in den Augen schaute er zu mir rüber und wurde sichtlich nervös. "Nana, brauchst keinerlei Angst zu haben kleiner" sagte ich, ließ den Regenschirm fallen und beruhigte ihn. Dann, wiederholte ich dies, bis er sich daran nichtmehr stören ließe. "So, es wäre gut wenn du jetz zu ihm gehst und ihn ans Halfter nimmst, ich werde jetz mit dem offenen Regenschirm auf euch beide zugehen. Versuche ihm die Angst zu nehmen, wenn er weg will, dann lass ihn zuerst nicht, wenn er jedoch dauernd versucht sich frei zu bekommen, lässt du ihn los und dann läufst du auf mich zu. So wird er sehen dass der Regenschirm niemanden etwas zu Leide tut" erklärte ich Sarah und wir wendeten diese Trainingseinheit an. Ich lief langsam und gelassen auf Sarah und Storm zu, Sarah beruhigte Storm recht gut und ich konnte so nah an ihn ran dass ich ihn fast berühren konnte. Jedoch riss er sich los und schaute vom weitem zu wie Sarah auf mich zukam. "Na siehst du? ihr passiert auch nichts" sagte ich zu dem Hengst. Er schaute nur etwas verwundert und als wir uns unterhielten kam er langsam auf uns zu und schupperte sogar am Regenschirm der auf den Boden lag. "Unglaublich, wieso?" frug mich Sarah. Ich erklärte ihr, dass wenn man den Pferden vermittelt, dass ihren liebsten Menschen oder Artgenossen bei den Sachen nichts passiert, sie tatsächlich nach einer Weile die Angst verlieren. "Du kannst das auch alleine mit ihm über, dass würde ihm sicherlich gut tun und eure Bindung wird dadurch auch nur Stärker" sagte ich zu Sarah. Ich nahm den zweiten Trainingsgegenstand, eine Plastiktüte. "So, jetz bist du dran" lächelte ich Sarah an und gab ihr die Gerte mit dem Plastikbeutel am Ende. "Es ist im prinzip das gleiche wie eben, versuche ihm erst mit dem Geräusch vertraut zu machen, dann näherst du dich und vermittelst ihm dass der Gegenstand in keinster Weise gefährlich ist" erklärte ich ihr und sie tat genau das was ich gesagt hatte. Storm hatte eine enorme Bindung zu Sarah und er vertraute ihr, dadurch konnte er seine Angst auch eher besiegen, als wenn ich es gemacht hätte. Er ließ sich am Ende der Stunde nichtmehr von der Plastiktüte ärgern. "Super gemacht, ehrlich, tolles Training, hast da echt ein Händchen für" sagte ich zu Sarah. "Oh, vielen dank, es hat mir heute auch sehr geholfen und Storm sicherlich auch. Ich kann jetz auch mit ihm alleine üben, dass finde ich toll" sagte sie mit einem lächeln im Gesicht. "Das war kein Problem, ich komm jederzeit gerne" sagte ich und verabscheidete mich von dem Connemarahengst. Meine Sachen waren alle verstaut und das Geschäftliche war auch schnell geregelt. Ich verabschiedete mich von Sarah mit einem freundlichen Händeschütteln und verließ ihren Hof sehr stolz auf die Arbeit die heute wieder geleistet wurde.
    • Veija
      Alte Trainingsberichte(Einreiten) 1-3
      23. Januar 2014 by Cascar

      Einreiten Teil 1

      Meine Hände waren kalt, als ich auf dem Hof ankam. Voller Energie stellte ich mein Fahrrad ab und machte mich auf die Suche nach Sarah.
      Ich fand sie in der Halle, neben ihr stand ein hübscher Hengst, der mich aus glänzenden, klugen Augen betrachtete.
      Ich lächelte und grüßte erfreut.
      Nachdem ich mich kurz vorgestellt und Sarah mir einiges erzählt hatte, bekam ich die Gelegenheit Stormbringer kennenzulernen.
      Schon in dem Augenblick, als Sarah auf der Tribüne Platz nahm und ich den Strick ergriff wusste ich, dass mir selten ein schlaueres Pferd begegnet war. Die bewusste Art, wie Stormy seine Ohren drehte, sorgfältig abwägte, ob er unter meinem wachsamen Blick einen Schritt nach vorn machen durfte, verblüffte mich. Ich legte den Strick vor Storms Hufen auf den Boden und begann aber trotz allem lächelnd damit, ihm die Nase zu streicheln.
      Meine Hand wanderte über Nacken und Hals, erreichte den Wiederrist und fuhr dann über Rücken und Kruppe zu den Beinen.
      Aus schierer Neugierde, was ich ihm Anschluss tun würde, hielt mein Gegenüber still.
      Ich umrundete das Pferd einmal und nahm dann den Strick auf. Entspannt schwang ich das Seil über den Hals des Hengstes. "Friendly-Game" nannte sich diese Methode. Sie beruhte darauf, dass Stuten, als Geste der Zuneigung und um Ungeziefer zu vertreiben, den Schweif über ihre Fohlen warfen.
      Wie ich es kannte hatte das auch auf Stormbringer eine entspannende, beinahe einschläfernde Wirkung. Ich behielt die Übung gute zehn Minuten bei; bis ich Storms ungeteilte Aufmerksamkeit hatte. Dann redete ich leise mit ihm und stellte mich links neben seinen Kopf. Als ich den Körper anspannte und energisch die Hand nach vorn streckte, zuckte er hoch und sah mich herausfordernd an. Ich schüttelte leicht das Seil und Stormy machte einen zaghaften Schritt nach vorn. Erfreut über sein Entgegenkommen ging ich los; das Pferd neben mir.
      Er war gut auf Menschen geprägt; blieb an meiner Schulter und war aufmerksam bei der Sache - hielt ich an, tat er es auch; lief ich eine Volte, beschleunigte er seine Schritte, um mithalten zu können. Ich war schon beinahe überrascht wie schnell er begriff, als ich ihn sachte rückwärts richtete.
      Er konnte zweifellos gut einschätzen, bei wem es sich lohnte zu rebellieren und bei wem man besser still sein sollte.
      Als nächstes prüfte ich das "Circle-Game". Im Grunde genommen lief das auf longieren hinauf, hatte aber nebenbei viel mit Körpersprache und Dominanz zu tun. Ich stand praktisch in der Mitte des Zirkels, Stormbringer neben mir. Ich drehte mich zu ihm, streckte die Hand mit gesenktem Blick von mir weg und schwang hinter ihm das verbliebene Seilende. Es war eine offene Aufforderung, die Führung an mich abzugeben. Stormy schien zu überlegen, entschied sich aber dafür als ich den Druck verstärkte. Ein wenig unsicher tappte er im Kreis; ich hatte weder eine korrekte Longe, noch eine Peitsche.
      Der Hengst brauchte seine Zeit, um sich auf mich einzulassen. Ich bewerkstelligte alles mit Gewichtsverlagerungen und Aktionen des Stricks. So dauerte es beispielsweise eine Weile, bis Storm meine entspannte Haltung bemerkte und in den Kreis gelaufen kam. Zur Belohnung durfte er pausieren.
      Ich kraulte ihn am Hals und nachdem er meine Taktik durchschaut hatte, machten wir jegliche Übungen auch im Trab und Galopp.
      Ich fand es einzigartig, wie fein er auf Hilfen reagierte und auf seine Menschen achtete.
      Er würde später eine Lebensversicherung auf vier Beinen abgeben; trotz seines Temperaments.
      Der Hengst schwitzte mittlerweile und ich forderte ein letztes Detail ab - das "JoJo-Game". Es bestand daraus, das Pferd rückwärts von mir weg zu schicken und dann mit dem Seil wieder zu mir zu holen.
      So kam es, dass ich vor meinem Freund stand, wieder den Arm ausstreckte und den Körper anspannte. Ich ließ Stormy Zeit über seine Reaktion nachzudenken, bevor ich den Strick leicht bewegte.
      Zufrieden betrachtete ich, wie er zögerlich, prüfend einen Schritt zurückmachte. Ich nahm den Druck weg und ließ ihn den Schritt wieder zu mir kommen.
      Den Rest der Zeit führte ich den Hengst trocken; hin und wieder versuchte er das eindrucksvoller zu gestalten - jetzt, da ich mein Ziel erreicht hatte, schien er meine Entspannung zu nutzen um mir zu zeigen, wie schön er laufen konnte. Ich grinste und gab Stormbringer an Sarah zurück, bedankte mich und verließ für's Erste den Hof.


      Einreiten Teil 2
      Als ich zum zweiten Mal auf Sarahs Hof kam, war es mindestens doppelt so kalt wie am Tag zuvor. Ich rieb mir die Hände und machte mich auf den Weg in die Reithalle.
      Heute gab es nicht nur allerlei Premieren für Stormbringer, sondern auch für mich. Ich hatte noch nie mit einem anderen Trainer zusammengearbeitet. So kam es, dass ich mit Stormy das "Friendly-Game" spielte und Sarah ihn anschließend führte und longierte. Ich versuchte ihr ein wenig Natural Horsemanship beizubringen und wir lachten viel.
      Insgeheim machte ich mir Sorgen, dass das Storms Laune beeinträchtigen könnte, aber der Hengst trabte gut gelaunt Runde um Runde.
      Er schien so selbstsicher, dass ich Sarah und ihn mit mir zur Bande nahm. Dort beruhigte ich ihn gekonnt und forderte meine Freundin auf, den Sattel auf seinen Rücken zu legen.
      Bei nervösen Pferden arbeitete ich eher mit einer schonenden Gewöhnung, aber Stormbringer lernte schnell und während er sich noch über das Ding auf seinem Rücken wunderte, gab ich ihm ein Stück Brot.
      Dann tauschten Sarah und ich die Plätze; sie führte ihn und an jeder Ecke stellte ich den Gurt ein Loch enger. Das Pferd wurde durch Brot abgelenkt und Stormy schien diese Trainingsmethode zu gefallen. Bis er beim letzten Mal nachstellen auf die Idee kam, mein Werk zu betrachten. Schwungvoll drehte er den Kopf nach hinten, roch am Sattel und flehmte. Ich konnte mich nicht beklagen; seine Bindung zu Sarah ermöglichte uns ein schnelles Arbeiten.
      Er verstand unglaublich schnell, worum es ging und war mit Feuereifer bei der Sache. Ich überlegte, mich an diesem Tag schon auf seinen Rücken zu schwingen. Als ich Sarah diese Idee erörterte, schwieg sie kurz und betrachtete Stormy von oben bis unten. "Dann können wir uns morgen gegenseitig auf ihm longieren." Und da war sie einverstanden. Ich freute mich und wir brachten den Hengst anfangs wieder in die Mitte der Halle.
      Sarah hielt die Longe und streichelte den Kopf des Pferdes, während ich meine Reitkappe holte und die Steigbügel einstellte.
      Als ich wieder bei meinen Freunden ankam und Anstalten machte, auf Stormys Rücken zu klettern, tippelte der Hengst etwas zur Seite. Sarah und ich beruhigten ihn und schließlich stand ich wieder an seiner Seite. Als ich mir den Steigbügel angelte, blieb das Pferd nun ruhig und ich atmete bewusst und entspannt. Als ich mich versuchsweise in den Steigbügel stellte, tappte er einen Schritt, blieb aber rasch wieder stehen. Aus Neugierde.
      Ganz vorsichtig beugte ich mich über ihn, fuhr mit der Hand über Wiederrist und Hals. Dann schwang ich schmerzlos das andere Bein herüber. Ich redete auf Stormbringer ein, um ihm zu zeigen, dass ich auf seinem Rücken war. Dann verlagerte ich ruhig und langsam mein Gewicht, angelte mir auch den zweiten Steigbügel.
      Storm drehte seinen Kopf und schielte nervös auf meinen Fuß, doch als ich mich nach unten beugte und ihm Brot gab, bekam der Hengst seine Fassung zurück und lockerte seine Schultern.
      Genüsslich kauend akzeptierte er mich; Sarah stand bei ihm und da auch sie nichts dagegen zu haben schien, was ich hier veranstaltete, war für das Pferd die Sache gegessen.
      Sarah befestigte den Strick fachgemäß am Knotenhalfter und reichte mir die Zügel; dann begann sie einfach damit Stormbringer zu longieren. Der Hengst nahm also keine Kommandos von mir entgegen, sondern kombinierte jetzt schonend Gelerntes und Neues. Immer wieder hielten wir und ich belohnte ihn.
      Nach einer knappen halben Stunde schwang ich mich nach unten und wiederholte, unter Sarah's wachsamen Augen, das "Friendly-Game".
      Währenddessen zuckte Stormy immer wieder zusammen, als würde er träumen.
      Ich erklärte Sarah, dass er für den Rest des Tages auf die Koppel sollte, um dem Gedankensturm in seinem Inneren Freilauf zu lassen.
      Andernfalls würden wir bei der nächsten Einheit ein gewaltiges Problem mit seinem Temperament bekommen.
      Schließlich verabschiedete ich mich dankend und radelte wieder davon.

      25. Januar 2014

      Einreiten Teil 3
      Sarah longierte Stormbringer mit Sattel, als ich in die Halle kam. Sie parierte den Hengst gekonnt durch und begrüßte mich dann. Ich freute mich sie wiederzusehen und mit Eifer stürzten wir uns ins Training. Wie immer startete ich mit dem "Friendly-Game", aber wir verkürzten die Lektion, da Stormy schon warm war.
      Das Pferd hatte sich einwandfrei an den Sattel gewöhnt und als ich Aufstieg, zuckte er nicht mit der Wimper. Wie am Vortag longierte mich Sarah auf ihm und dieses mal trabten wir sogar. Ich ließ die Zügel locker und trieb ihn anfangs nicht. Dann meinte ich, wir könnten jetzt probieren, frei zu reiten. Sarah nahm die Longe ab und ich die Zügel auf. Dann presste ich ihm ganz sacht die Fersen in die Flanken. Stormbringer überlegte kurz, machte dann aber einen Schritt. Ich gab ihm ein Stück Brot und der Herr hatte flott verstanden, worum es mir ging. Brav lief er zur nächsten Ecke und ab hier kannte er unser Spiel. Sobald wir die nächste Ecke wohlbehalten erreichten, bekam er Futter. Stormy fand die Trainingsmethode nach wie vor Klasse und ich begann, ihn auf die Lenkung zu trimmen. Anfangs folgte er meiner Gewichtsverlagerung nicht; teilweise musste ich den Zügel zur Hilfe nehmen. Doch bald lief er eine ordentliche Volte und wieder wartete eine Belohnung.
      Irgendwann trieb ich den Gentleman in den Trab und vor lauter Freude sprang Stormy in den Galopp. Er hatte wunderbare Gänge und ich parierte ihn nicht durch. Endlos und gleichmäßig galoppierten wir Runde um Runde; doch irgendwann nahm ich ihn etwas zurück und machte mich schwer. Es dauerte eine Weile, bis Stormy reagierte, aber schließlich trabten wir. Ich probierte einige Bahnfiguren, aber sie waren oft etwas verschnörkelt. Trotzdem würde Stormbringer hiermit lernen, nicht ständig an der Bande zu laufen. Als wir schließlich wieder standen und ich ihn belohnte, schwitzte und schnaufte der Hengst. Ich lächelte und stieg ab, um ihn zurück zu Sarah zu bringen. Willig schnaubend zockelte Storm neben mir her. Meine Arbeit war getan; alles andere würde Sarah übernehmen. Gemeinsam mit der Zeit.
      Im Nachhinein führten wir unseren Schützling noch gemeinsam trocken und ich half ihr, das Pferd abzusatteln. Dann bedankte ich mich bei Stormy und ihr und radelte schließlich wieder vom Hof.
    • Veija
      Alte Pflegeberichte 6 & 7
      7. Februar 2014 by Ravenna

      Umzug nach Schottland

      Nachdem ich eine Woche auf gepackten Koffern gehockt , mich von allen hier auf Heartland verabschiedet - Jack, dessen Kochkünste ich vermissen würde, Ty der mir in meinem Wissen um Pferde Haltung und Pflege sosehr geholfen hatte und vor allem auch von Amy. An jenem Abend waren sehr viele Tränen gefallen - doch alles in allem hatten sie mir viel Glück gewünscht.
      Nun hockte ich auf diesem Frachtschiff fest - ich hätte mich entscheiden können mit all meinen Pferden zu fliegen, doch wollte ich keinem von ihnen dies antun. Also hatte ich mich nach Schiffreisen nach Schottland erkundigt - durch Zufall hielt einer der Frachter genau im Hafen von Port Appin um dort Medikamente und Lebensmittel abzuliefern. Von dort würden wir per Auto nach Eriska fahren und von dem kleinen Ort aus war es nicht mehr lang bis zu dem Hof den Cayden von seinen Großerltern geerbt hatte. Eine entfernte Cousine – wohnte dort bereits. Nach vielem Mailkontakt hatten wir beide beschlossen gemeinsam auf Caed Crevan eine Zucht für Highlandponys und Connemaras aufzubauen. Genauso wie auch ich hatte sie einige Pferde anderer Rassen, die auf dem Gut jedoch auch ein wunderschönes zu Hause finden würden. Einige meiner Schätze befanden sich nun also bei mir an Bord - darunter Thowra - ein Isländermix aus Vinis Zucht, meine recht neue Stute Willow Maiden, Stormy – denn er vertraute mir von allen am meisten und der frisch kastrierte Araber Golden River. Die anderen waren bereits vor gut einem halben Monat mit Cayden nach Eriska aufgebrochen. Dort in der Nähe gab es einen See – oder vielmehr ein zu großer Teich namens Logan Dubh, dieser befand sich direkt auf dem Gutsgelände und ich hatte schon ein erstes Foto von Cayden erhalten auf dem Moon zu sehen war wie er Knietief im Wasser stand. Da hatte ich erst gemerkt wie sehr ich meine Lieblinge vermisste. Cayden und ich hatten in unserer alten Heimat alle Zelte abgebrochen um einer noch recht ungewissen Zukunft entgegen zu blicken – Cayden hatte Call an ein junges Mädchen verkauft, die mit dem jungen Friesen sicher viel Spaß haben würde. Minou hatte sich gemeinsam mit Gwen auf den Weg nach Kanada begeben, doch hatte ich ein Foto von deren Imbolc-Feier erhalten. Wie es der Zufall so wollte fand dieses keltische Fest genau an meinem Geburtstag statt, dies war mein letzter Tag auf Heartland gewesen…
      Einige Stunden später, zog ich meine Sachen an, torkelte ein wenig über das Deck und hinunter in den Frachtraum um nach den letzten Pferden zu gucken – Thowra hatte leichte Beruhigungstropfen in ihr Futter bekommen, damit die Reise nicht allzu anstrengend für sie wurde. River hatte die Tropfen aufgrund seines Temperamentes erhalten, obwohl er durch die Kastration schon ruhiger geworden war. Eigentlich hatte ich nie vorgehabt zu Kastrieren, sollte er doch mal in eine Zucht gestellt werden, doch eine Hodenentzündung hatte diesen Wünschen einen Riegel vorgestellt – nun gut, dennoch würde ich ihn nicht einfach aufgeben. Von Anfang an stand fest – River kommt mit!
      Auf dem Hof selbst gab es ein kleines Shetlandfohlen, welches dem Großvater gehört hatte. Zusammen mit der anderen Jungstute Striga würden dies Thowras neue Gefährten werden – mal davon abgesehen, das Cayden berichtet hatte Kürbis sei wieder tragend! Also konnten wir uns auf einen tollen Nachwuchs dieses Jahr freuen.
      Nach drei Tagen auf dem Wasser wieder Boden unter den Füßen zu haben war mehr als nur herrlich! Ich musste mich schon zusammen nehmen um nicht auf die Knie zu fallen und den Boden zu küssen. Stattdessen rannte ich Cayden entgegen und küsste ihn mehr als nur einmal auf die Lippen. Während die Männer die einzelnen Boxen aus dem Frachter luden, stellte er mir „Vämp“ vor, wie ihr Spitzname war. Nachdem alle Boxen aus dem Frachter waren, holten wir die erschöpften Pferde heraus, stellten sie in die Hänger auf das ihre Reise bald ein Ende haben würde. Die zweistündige Fahrt über hatte ich mir vorgenommen, alles zu erzählen und erzählt zu bekommen, doch wegen des mangelnden Schlafes razte ich bei dem stetigen Brummen des Motors sofort ein. Erst als wir auf den Parkplatz kamen – zu dieser Zeit war es gerade 3 Uhr morgens, wurde ich kurz wach. Am Rande nahm ich wahr wie die restlichen Pferde in die Boxen gebracht wurden.
      Als ich das nächste Mal wach wurde – in einem Bett – schreckte ich auf, ich benötigte meine Zeit ehe ich wusste wo genau ich war….Eriska…Schottland. Ich schwang die Beine aus dem Bett – die Seite neben mir war leer, dann musste Cayden bereits draußen sein. Als ich ein Blick aus dem Fenster erhaschte hielt ich einen Moment die Luft an – es schien als gehöre ich hierher. „Welcome to Scotland“ murmelte ich vor mir her. Mein Blick war auf die Ovalbahn gerichtet, zwischen der kleinen Baumgruppe hindurch sah ich wie gerade Varulv trainiert wurde.

      25. März 2014 by Ravenna
      Abenteuer Highlands
      Der Morgen begann mit Nebel über den Highlands, wie ich diesen Ausblick aus dem Fenster genoss! Mit einem schnellen Frühstück befanden wir uns nur eine Dreiviertelstunde später auch schon vor unserer extra abgesteckten Weide. Einen Teil der Jungpferdekoppel hatten wir abgezweigt um darauf unsere vier Turteltauben zu platzieren, in einem Teil befanden sich mein Moon und Kürbis auf der anderen Seite Finlay und die Stute dessen Name ich immer wieder vergaß. Natürlich waren die Fohlen mehr als interessiert an dem Geschehen auf ihrer Weide, waren dieser Tage jedoch eher unten am Strand anzutreffen, denn oben auf den Wiesen. Nymeria und Noomie passten zu unserem bedauern unter dem abgesteckten Zaun hindurch, zwar gab es keine Probleme mit den beiden jedoch sollten sich Cayden und Aiden – Kathis Stallpfleger- darum kümmern damit dies nicht mehr geschah. Später am Nachmittag wollte sich eine Freundin auf dem Hof „blicken lassen“ um sich mit der Stute Scylla bekannt zu machen, sie wollte diese eventuell als Reitbeteiligung haben. Zusammen mit Kathi , zwei weiteren Pflegern machten wir uns auf den morgendlichen Rundgang über die Koppeln, durch den Stall und allgemein über den Hof um zu schauen ob überall alles in Ordnung war. Vor etwas mehr als einer Woche war eine Trainerin auf dem Hof gewesen um sich die Fohlen ein wenig vorzunehmen, da der Frühling immer näher rückte waren sie mit der Weide genug ausgelastet. Thowra und Aesi hatten mit ihren knapp zwei Jahren noch Zeit, doch die beiden Shettystuten hatte ich vor demnächst ein wenig intensiver zu arbeiten. Zwar waren auch die beiden erst zwei Jahre alt, sollten jedoch schon etwas mit dem „Einfahren“ konfrontiert werden. Dies bedeutete erstmal die Bodenarbeit im Round Pen, Spaziergänge um sie an die Umgebung zu gewöhnen sowie erste Erfahrungen mit dem Geschirr. Doch zunächst durften sie ihren Sommer auf der weitläufigen Weide genießen, erst im Herbst würde ich diesem Plan folgen.
      Auf dem Rundgang folgten uns Gamhain und Corvus quer über den Hof, der kleine Parson Russel hatte sich schnell mit der Bearded Collie Dame angefreundet, gemeinsam schliefen sie nun in einer der Boxen – vorsichtshalber hatte ich Corvus per Chip „kastrieren“ lassen um keine Welpenüberraschung zu erhalten. Zusammen mit dem Rundgang brachte ich gleich Varulv und Cayden Willow Maiden mit hoch an den Putzplatz. Mit etwas Abstand zueinander banden wir die beiden an, um anschließend ihr Sattelzeug zu holen. Die beiden wollten wir ein wenig auf dem Platz bewegen. Während unseres Gesprächs kam auch Kathi dazu, erzählte das einige ihrer Pferde nun ebenfalls verkauft werden würden, da sie sich ganz auf die Zucht konzentrieren wollte, wenig später stand sie mit ihrer Stute Green Tea ebenfalls neben uns am Anbindeplatz. Einer der Pfleger beschäftigte sich bereits mit dem Isländerhengst Uprising der nun bald eingeritten werden sollte. Die einfachen Dinge des Longierens hatte der nette Hengst bereits begriffen, eine Trense trug er ebenfalls schon. Um ihn nicht zu überfordern wollten wir mit dem Sattel und dem Reitergewicht noch ein wenig warten, doch im Grunde machte sich Uprising besonders gut. Desweiteren gefiel es mir zu sehen wie er und mein Dülmenerhengst Sturmwind einander zu gefallen schienen. Vielleicht lag dies daran, dass beide Hengste erst neu auf dem Hof waren. Nachdem die Pferde alle gesattelt waren machten wir uns zu dritt auf den Weg zum Platz, dort begannen wir zunächst recht unabhängig voneinander unsere Pferde warm zu reiten. Später als wir gemeinsam ritten hatten wir viel zu lachen, korrigierten einander und sprachen über all die möglichen Dinge die noch vor uns lagen oder getan werden mussten. Aiden war noch nicht ganz mit dem Ausmisten der Ställe fertig weswegen sie den Zaun noch nicht erledigt hatten, dafür hatten sie aber Nymeria und Noomie von der Jungpferdeweide geholt. Als Cayden sich nicht sicher war ob er das Tor geschlossen hatte zur Futterkammer gab er Willow einen ordentlichen Stupser in den Bauch, verließ im Galopp den Platz und ich schaute ihm Kopfschüttelt mit einem Lächeln auf dem Gesicht nach. Auch Kathi musste ein wenig lachen, fragte bald darauf ob wir nicht ein paar Cavaletties mit aufbauen wollten. So stieg ich von Varulvs Rücken, stellte die ersten beiden an den Rand und eines etwa in die Mitte des Platzes. Etwa zur selben Zeit kehrte auch Cayden zurück – er hatte das Tor zwar nicht verschlossen, jedoch hatte Aiden daran gedacht und so waren die vorwitzigen Shettys nicht in die Futterkammer gelangt. Somit gesellte sich auch Cayden zu den Sprüngen hinzu. Bald darauf musste ich jedoch schon wieder hinunter vom Pferd, da mein Besuch nun bald auftauchen würde. Während ich nun Varulv also absattelte, ihm einen Eimer hinstellte und derweil bereits Scylla von der Koppel zu holen – dauerte bei der Größe der Wiesen auch „nur“ eine Viertelstunde, der Rückweg konnte zumindest auf dem nackten Rücken der Stute zurück gelegt werden. Dann brachte ich fix den Rapphengst Varulv noch auf die Wiese, dort wurde er bereits von meinem Wish Sehnsüchtig erwartet. Wish hatte heute eine Pause, denn er hatte erst vor zwei Tagen einen langen Ausritt zusammen mit Cayden und mir unternommen. Cayden war dabei meinen neuen alten Hengst Cap geritten, damals hatte ich ihn bereits einmal in meinem Besitz, seit nunmehr vier Tagen stand er wieder bei mir. Cap hatte sich schön in die Hengstgruppe integrieren lassen und zeigte ein vorbildliches Verhalten, sodass auch er heute eine Pause einlegen durfte. Ich wollte sie, falls es die Zeit denn dann noch erlaubte später vielleicht noch ein wenig auf dem Platz laufen lassen, anderseits mangelte es ihnen auf den Wiesen nicht unbedingt an Bewegung, da das Heu oben verfüttert wurde, die Tränke sich jedoch weiter hinten in den Hügeln befand hatten die Hengste immer eine bestimmte Strecke zurück zu legen. Auf dem Rückweg erwartete mich bereits Julie, in der Eigeninitiative hatte sie bereits begonnen Scylla zu putzen. Mit einer Umarmung begrüßten wir uns einander, während ich ihr ein wenig von der jungen Stute erzählte, doch im Grunde sollte es mit Scylla keine weiteren Probleme geben. Erst am Vortag hatte ich mich der jungen Stute beschäftigt, denn bald wollte ich auch erste Springturniere mit Scylla gehen. Vom Longieren kannte die Schimmelstute bereits die Trabstangen, sodass die kleinen Hindernisse für sie keine weiteren Probleme dargestellt hatten. Wir unternahmen nur einen ersten Spaziergang, da sowohl Julie als auch ich nicht viel Zeit hatten. Im Grunde zeigte ich ihr nur wo alles war, hatte ihr gezeigt wie Scylla gern gekrault wurde und wir hatten besprochen was sie alles mit ihr vor hatte. Da ich Julie schon lange kannte, machte ich mir da weniger Sorgen, ihr vertraute ich Scylla nur zu gern an.
      Gegen Abend unternahmen wir dann noch alle einen schönen Ausritt, ich saß dabei auf dem Dülmenerhengst Sturmwind, Cayden hatte sich für Stormwind entschieden. Kathi gesellte sich auf dem Schimmelhengst mit der eigenwilligen Narbe dazu, Gwynnbleid war im Allgemeinen eine imposante Erscheinung. Um Finlay eine Pause zu gönnen von seinen Pflichten entschied Aiden sich für den etwas in die breite gegangenen Highlandhengst. So mit der ganzen „Familie“ in den Sonnenuntergang der Highlands zu reiten hatte etwas unheimlich entspannendes, auch kleine Galoppstrecken bauten wir ein, die Wettrennen die dabei entstanden waren immer mit dem selben Ergebnis – Gwynnbleidd gewann die Sache haushoch. Dahinter tauschten Stormy, Sturm und Finlay öfters die Plätze, nach mehr als drei Stunden – bereits im Dunkeln kamen wir zurück. Kathi und ich sagten den Jungs sie sollten die Pferde uns überlassen, mit wenigen Handgriffen war dieser Teil erledigt, jeder bis auf Finlay erhielt sein Futter. Danach brachten wir alle Hengste wieder auf ihre Wiesen, mit dreckigen Sachen huschten wir an den Jungs vorbei entledigten uns den Reitklamotten, wuschen uns ein wenig ehe wir aus der Küche alle Sachen für den Lagerfeuerabend hervor kramten. Neben ordentlich viel Gemüse, etwas Obst und dem Fleisch für die „Kerle“ hab es auch Marshmalows für uns alle. Aiden hatte aus dem Stall das Radio geholt, steckte den Musikstick hinein…bei den Klängen von Saltatio Mortis im Hintergrund ließen wir einen ereignisreichen Tag auspendeln. Dabei durfte gute Musik, Freunde und ein guter Met natürlich nicht fehlen! Im Flackern des Feuers war meine Zeit auf Heartland beinahe vergessen…hier lag nun mein neues Leben. Nach zwei Monaten hier fühlte ich mich endgültig angekommen.
    • Veija
      Alte Pflegeberichte 8-10
      6. April 2014 by Verp

      Tag der offenen Tür

      Bereits um 8 Uhr kamen die ersten Teilnehmer für das kleine Turnier. Vina beeilte sich um die Gäste zubegrüssen. Riley, ihr Schäferhund, tappelt schwanzwedelend hinterher. Occu und Amy bauen neben der Halle bereits die Paddocks auf. Die Hofbesitzerin grüsst sie. Nach einen kleinen Plausch, geht sie wieder rein und holt Unterlagen. Diese bringt sie in den Turm, die Tagesmeldestelle.
      Gegen 9 Uhr kommen auch Jenny und Alicia. Etwas später kommen auch Medy, Soso, Sarah und Wolfszeit. Nach 10:30 Uhr haben alle sich schon an der Meldestelle gemeldet. Noch ist das Turnier nicht. Doch jetzt beginnt die kleine Vorstellung in der Reithalle. Vina hat Þögn schon im Stall fertig gemacht und Fynja Skelfing. Die Musik ertönt, Casper mit Lilabalu. Im Schritt reiten sie ein. Jeweils biegt einen Links und die Andere Rechts ab. Bei E und B bremsen sie und senken die Köpfe. Als es anfängt mit „Light shine into my face.“ Tölten die beiden Frauen los und gehen erst eine Runde ganze Bahn. Vina reiten innen an Fynja vorbei. Anschliessend folgt ein Zirkel. Jeweils auf dem A und C, als sie sich bei X begegen Klatschen sie ein. Weitere Elemente sind Schlangenlinienen und Volten. Auch reiten sie mal nebeneinander her und hintereinander. Am Ende der Kür reiten sie Hand in Hand raus. Das Publikum applaudiert. Es sind ziemlich viele Da. Die Halle hat 350 Sitzplätze und 200 Stehplaätze. Ausserdem ist der VIP Lounge auch die Möglichkeit zu 10 zu sitzen, doch dort muss man zahlen um rein zukommen - auch Heute.
      Weiter im Programm geht es, das die Männer Thor und Fynn die auf dem Hof befindenen Nachzuchten vorzuführen. Darunter sind Tväifari, Sunna, Nökk und viele Mehr. Die Jungpferde sind in Topform und auch schon alle gebrannt. Die einen früher die anderen Später. Wärenddessen bereiten die Frauen schon die Reitplätze vor. Es fehlt nur noch etwas Deko. „Hey. Ich wollte schon lange mal auf euren Hof kommen, da hat sich der Tag der offnen Tür gut gemacht.“, begrüsst Sarah die Beiden. Sie umarmen sich und plaudern etwas. Von weiter hinten kommt auch Amy. Sie begrüsst Vina und Fynja ebenfalls. Nun reden die Frauen. Andere Gäste wollen was fragen, doch das kriegt Fynja und auch Vina nicht mit. Dann klingelt, aber auch schon der Wecker von Vina. Das Westernreiten beginnt in der Reithalle.
      Die ganzen Teilnehmer zeigen was sie können. Es wurden extra deutsche Richter eingefahren. Den ganzen Lärm hält wieder vom Stress her nicht aus und verschwindet erst mal in der Meldestelle, doch auch da ist es nicht ruhiger. Ein paar Menschen wollen Beratungen zu unserer Zucht und vieles mehr. Wenige Fragen werden beantwortet und dann geht es weiter. Fynja hat es auch nicht leichter. Sie steht auf dem Abreiteplatz und verteilt die Positionen. Gleichzeitig macht sie auch die Auswertung der Prüfungen.
      Nach dem Western kommen auch die Dressurprüfungen in dem Viereck. Die Zuschauer gucken sich alles gespannt an. Ab und zu gibt es Pannen, Reiter kommen zu Spät oder verreiten sich. Doch auch Nachnennung gibt es. Unsere helfende Hand,Hayley, ist auch nicht. Gerade jetzt muss sie auf Weltreise sein. Super. Leicht genervt hetzen die Hofbesitzer über das Gelände.
      Bei der Springprüfungen haben sie endlich zwei Helfer gefunden, Medy und Jual. Die beiden Frauen hatten nach gefragt ob sie was tuen können, da haben wir natürlich gleich zugeriffen. Jetzt läuft auch alles besser. Der Stress wurde etwas gelindert.
      Gegen 17 Uhr eröffnet auch das Abend Buffet. Der Sporthof hatte eine Cateringfirma angerniert. Es gibt viel Auswahl. Füre alle ist was bei, es gibt extra Veganer Essen aber auch Vegitaria. Also kann niemand meckert. Aber auch das ganze Essen ist Laktose frei. Viele Gäste sind schon gegangen, aber die Stimmung wird immer besser. Es fliesst der erste Alkohol und auch sonst ist die Menge in guter Stimmung. Es läuft typische Isländische Volksmusik.
      Es ist 19 Uhr und Fynja fällt ein, dass noch Siegerehrung ist. Also macht Fynn eine durchsage und die Truppe geht zur Reithalle. Alle Reiter kommen mit einem Lächeln im Gesicht raus. Jeder hat eine Schleife oder Pokal. Das ist doch tool. Es gab zwar nicht viele Reiter, aber trotzdem. Noch bis in den frühen Morgen wurde gefeiert. Die Teilnehmer und Hofleute wa<ren da. Die letzten Gäste fuhren um 22 Uhr nach Hause. Im grossen und ganzen war es ein erfolgreicher Tag.

      13. Mai 2014 by Ravenna

      Schatten über Caed Crevan
      Meine Finger folgten den seichten Wirbeln, die ich so sehr kannte und dabei rannen mir Tränen die Wangen hinunter. Meine Kehle fühlte sich an wie zugeschnürt von den Stunden des Weinens, es kostete mich meine gesamte Kraft noch auf den Füßen zu bleiben. Mit beiden Händen hielt ich mich an seiner Mähne fest, das Gesicht an seinen Hals gelegt und dabei blieb der Hengst so Bewegungslos als wolle auch er mir Trost spenden. Heute morgen war allgemeiner Tierarztbesuch auf dem Hof gewesen, Maren hatte dabei alle Pferde untersucht – Bucks hatte sie dabei mit einem Blasrohr lahm legen müssen, doch zumindest würde er wohl eines Tages wieder reitbar sein. Draki sah noch immer schlecht aus – schlechtes Fell, er war dünn geworden und schien Schmerzen zu haben. Maren hatte mir dafür eine Packung Schmerztabletten dagelassen, doch der eigentliche Grund wieso ich hier wie ein Häufchen Elend im Stall stand war mein geliebter Moon. Bereits seit einigen Wochen hatte er sich beim reiten unwillig gezeigt, enge Wendungen schienen ihm zu missfallen und so hatte ich Maren ihn ganz besonders untersuchen lassen. Moon besaß „nur“ Arthrose, doch im Grunde war alles was ihn je ausgemacht hatte irgendwie verloren gegangen….nie wieder würden wir an einem Distanzrennen teilnehmen..nicht länger durch die Wälder preschen und genau diesen Erinnerungen trauerte ich nach. Wir würden weiterhin beieinander sein, Spaziergänge sowie kleinere Schrittausritte waren im Grunde sogar genau das richtige. Dennoch hatte mich diese Nachricht allzu sehr getroffen, wütend hatte ich Cayden von mir gewiesen mich zu Moon in den Stall gesellt und ließ erst dort meinen wahren Gefühlen freien Lauf. Nun fühlte ich mich irgendwie einem Fisch in der Wüste gleich…viele Gedanken schossen mir durch den Kopf, doch ein Entschluss stand nun beinahe fest.. Meine Tränen wischte ich mit dem Ärmel meiner Jacke fort, hauchte meinem Hengst einen Kuss auf die Nüstern ehe ich mit wackligen Beinen ins Haus zurück lief. Dort wurde ich von Kathi aufgeschnappt, diese zog mich auf einen Stuhl setzte bestimmt ein Glas Wasser vor meine Nase „Trink!“ ihre Stimme hatte einen klaren Befehlston, der keine Widerrede duldete. Erst als das kühle Nass meine Kehle hinab lief bemerkte ich wie durstig ich tatsächlich war. „Als nächstes schwingst du deinen Arsch unter die Dusche, du hast nasse Sachen, du stinkst nach Pferd und siehst schrecklich aus.“ Erneut dieser Ton, den ich nicht gewohnt war, doch fühlte ich mich noch immer Elend und gehorchte ohne Probleme.
      Eine halbe Stunde später hockte ich etwas besserer Laune mit dem Handtuch in meinen Haaren auf der Couch unseres gemeinsamen Wohnzimmers. Neben mir saß Kathi, auf dem Sessel gegenüber saß Cayden und ich hatte ihnen soeben meine Pläne berichtet – der wie folgt aussah. Wir hatten in den letzten Monaten eine ganze Menge an Pferden aufgekauft..darunter einige der besondere Pflege zuteil werden musste – dabei handelte es sich um Stormy, Sturmwind, Bucks und Draki und nun auch Moon. Deswegen würden wir jene Pferde verkaufen die einen tollen Platz mit exzellenter Förderung verdient hatten. Thowra und Uprising konnte ich nicht abgeben, letzterer war ein Sohn von meinen einstigen Hengst Blettur und ein würdiger Nachfahre. Thowra hatte ich von Lena beinahe geschenkt bekommen, also lag sie mir somit ebenfalls am liebsten. Desweiteren würden einige meiner Connemaras bleiben Varulv, der ein ausgezeichneter Springer war außerdem vom Charakter meinem Hengst Moon sehr ähnlich. Kürbis würde ebenfalls bleiben, denn jetzt brauchte Pumpkin noch ihre Mutter, außerdem hatte ich ihrer alten Besitzerin einen Endplatz bei mir versprochen. Doch die Liebe zu der eigenartigen Connemarastute ging über dieses Versprechen hinaus. Willow ebenfalls bleiben, denn an meiner zweiten schwarzen Perle hing ebenfalls mein Pferd. Mit „nur“ 10 Pferden würden wir mehr Zeit haben um sie alle zu fördern und einzeln je auf sie eingehen zu können. Cayden hatte diesen Gedanken ebenfalls bereits geteilt, doch bisher noch nicht dazu geäußert.Innerhalb einer Woche hatten wir beinahe alle Pferde an verantwortungsvolle Besitzer vergeben…gerade bei Scylla freute es mich besonders, denn die Besitzerin hatte zugesagt sie würde falls die Stute gekört wäre in unsere Zucht kommen. Genauso Moons Sohn Wish würde einen tollen Platz bei Gwen finden – genau jene die damals bei Amy gewesen war und der ich zu Weihnachten Minou gegeben hatte – eine lange Reise nach Kanada würde ihm nun bevor stehen. Noomie und Nymeria würden gemeinsam einen Platz bei einer Shettyzucht finden, die von medy organisiert wurde – in einem Monat konnten sie etwa ausreisen. Meine beiden Islandstuten Aesi und Luna hatten ebenfalls einen gemeinsamen Platz bekommen, mit ihnen dorthin war die kleine Stute Lunara gekommen. Jetzt waren einzig noch River und Cap auf der Suche nach einem tollen Platz, doch bis dahin wurden sie von uns weiter in verschiedene Anzeigen gesetzt.
      Moon wurde jeden Tag von einem von uns beiden bewegt, seine Unwilligkeit blieb vorerst noch bestehen, doch stolperte er weniger und jeden Abend bekommt er die auf Naturbasis gelegenen Medikamente von Maren. Bucks machte bisher keine Sichtbaren Fortschritte, wobei er dennoch zumindest mehr als freudig über die Koppel preschte und dabei sogar schon wieder zu buckeln begann. Es freute mich das es ihm zumindest körperlich wesentlich besser zu gehen schien, doch es würde sicher noch eine ganze Weile dauern ehe sich ihm wieder jemand nähern würde und noch um einiges länger ehe jemand auf seinem Rücken sitzen würde. Das Leben ging weiter, doch die Trauer nach dem alten spülte um mich herum wie die Wellen an die Klippen meines neuen Heims. So saß ich also nun hier auf der Bank nur drei Schritte weiter und die Klippe erstreckte sich unter mir…als ich hinter mir Schritte vernahm. Im Halbdunkeln drehte ich meinen Kopf sah Cayden auf mich zukommen..langsam beinahe zögernd. Ich hatte ihn die letzten Tage beinahe abgewiesen, doch als er sich neben mich auf die Bank saß schenkte er mir unendlichen Trost. Schon allein seine Hand auf meinem Oberschenkel, ließ mich vor Glück erschauern…er schien nicht wütend auf mich, durch seine Hand pulsierte pures Einverständnis in mich hinein. Wie froh ich sein konnte einen solchen Mann an meiner Seite zu wissen…

      5. Juli 2014 by Ravenna

      Vom Regen in die Traufe
      Die Tage strichen schnell dahin, die Autofahrt dauerte nicht allzu lang als ich vor der Haustür meiner Eltern stand – ein paar Pferde standen noch auf den mir einst so bekannten Wiesen. Pferde der Leute aus dem Ort, es tat gut dies alles wieder zu sehen. Meine Mutter fiel mir sofort um den Hals, mein Vater nickte mir bedächtig zu „Schöne Reise gehabt?“ Langsam löste ich mich aus der Umarmung meiner Mutter „Oh ja…ein schönes Training gehabt…und dann in zwei Tagen zu euch gefahren. Nichts auf der Straße gewesen – wenn man mal von den Kolonen der LKWs absieht, aber das hab ich ja früher auch schon geschafft.“ erwiderte ich ihm grinsend. Nach einer ersten Tour über den Hof, ging es in den Garten der da hinter lag – meine Großeltern waren ebenfalls da. Nun tat es mir beinahe Leid seit fast einem Jahr nicht mehr zu Besuch gewesen zu sein…erst auf Heartland und dann der Umzug. Wir hatten einander viel zu erzählen…von den vergangenen Monaten, meinem neuen Beruf und natürlich auch wie die Zukunft aussehen würde. Durch die Blume ließen sie verlauten das sie alle auf eine Hochzeit warteten, doch waren Cayden und ich erst seit Weihnachten ein richtiges Paar – so schnell gingen wir es längst nicht an. Am Abend erhielt ich dann noch einen Anruf von Alicia, sie hatte wieder einen Auftrag für mich. „Oh, das passt ja gerade. Zurzeit bin ich bei meinen Eltern, am Wochenende könnte ich vorbei kommen. Geht das klar?“ Es herrschte eine kurze betretende Stille, ehe sie mit „Okay, ja das bekommen wir hin. Ich muss ja nicht die ganze Zeit dabei sein. Kennst den Dicken ja auch schon ne Weile“. Damit verlängerte sich mein Aufenthalt zwar noch ein wenig hier in Deutschland, doch die lieben Viechers daheim mussten ja irgendwie auch versortg werden. Zunächst fiel ich jedoch vorn über in mein Bett und erst hier wurde mir so richtig bewusste wie einsam es doch war allein in seinem Bett zu liegen. Die Hitze war natürlich ein wenig anstrengen, versursachte mir wieder Kreislaufprobleme, bei uns zu Hause hatte ich damit beinahe keine Probleme. Es wehte immer eine frische Brise, selbst wenn das Thermometer nach weit oben kletterte und es gab nichts besseres als warmen Sommerregen.
      Die Woche flog schnell dahin – wir besuchten den Tierpark in dem ich einst das Geld für meine Fahrerlaubnis besorgt hatte, ich schaute bei meinem ehemaligen Pflegehund vorbei der nun selbst ziemlich alt war. Dennoch sprang er an mir hoch, freute sich über meinen Besuch als gäbe es kein Morgen mehr. Verschiedene Freunde aus alter Zeit wurden abgeklappert und meine alte Schule besucht um zu sehen wer von den Lehrern noch da war. Jetzt jedoch saß ich im Auto Richtung Alicias Hof, der irgendwo bei Paderborn liegen musste. Eine halbe Stunde nachdem mein Navi mich - wie eigentlich immer – in eine falsche Richtung gebracht hatte, kam ich endlich auf den Hof. Alicia hatte ich bereits mitgeteilt ich würde später kommen. Auf dem Hof sah ich direkt in Richtung des Platzes – dort ritt einer der Pfleger – oder war es eine Frau, auf die Entfernung war dies schlecht zu sagen – Give, sodass ich nur noch in den Sattel steigen musste. Ich schüttelte innerlich den Kopf, manche meiner Kunden waren in dieser Hinsicht zwar sehr zuvorkommend, doch machte ich die Pferde oftmals lieber gern selbst zurecht. Nunja..so ging es aber auch einen Zacken schneller, wobei ich ja sowieso die nächsten zwei bis drei Tage hier bleiben würde. Im Gästezimmer zog ich mir fix meine Jeansreithose an, lockeres schwarzes Top und meine grünen Chucks, dann ging es zu meinem nächsten „Patienten“ ich dankte dem Pfleger den ich bereits vom letzten Mal kannte und schwang mich auf ihn hinauf. Erst gewöhnten wir uns wieder aneinander ehe es im Schritt in Richtung der Millitärystrecke ging. Im Grunde gab es kaum etwas neues an der Strecke mit einem Unterschied – Höher und Weiter, sodass ich nun nicht die Probleme haben würde Give noch an neue Dinge zu gewöhnen. Wobei in der Hinsicht der Hengst sogar sehr unkompliziert war, sobald er eines verstanden hatte, man ihm zeigte wer ihr das sagen hatte ging alles gut von der Hand. Zum Üben gab es noch ein paar kleine Sprünge, Trabstangen sowie den Wassergraben, ehe es an die wirklich großen Baumstämme ging. Einer von ihnen besaß eine Dicke von sicher einem Transporterreifen, doch dies sollte uns nicht weiter stören. Ich konzentrierte mich erst einmal auf die Bergauf und ab Sprünge, dabei ging es auf eine Plattform hinauf, wenige Galoppsprünge darauf um auf der anderen Seite wieder hinunter zu gehen. Dann gab es noch welche die erst nach unten gingen über einen schmalen Baumstamm oder ein paar Heuballen ehe es wieder nach oben ging. Dabei ließen wir es langsam angehen, manchmal zeigte sich Give als unwillig, dann gab es gutes Zureden oder einen leichten Klaps mit der Gerte – sollte es gar nicht gehen stieg ich vom Pferd. An diesem Tage hatte der goldene Hengst genug geleistet, bekam sein Fressen eine kühle Dusche und wurde dann von mir in seine Box geleitet.Die nächsten Tage verliefen ähnlich wie auch bereits mein erster – es ging auf den Platz um warm zu werden oder aber eine kurze Runde ins Gelände uns anschließend auf die Strecke. Give lernte die höheren Hindernisse kennen, nahm die weiteren ohne Probleme an. Der Wassergraben stellte beinahe überhaupt gar keine Probleme dar – Give nahm alles an. Die Höhenunterschiede waren ihm ab und an nicht ganz geheuer doch mit weiterer Übung würde er dabei routinierter werden. Am Sonntagabend verabschiedete ich mich also von Alicia um mich auf den Weg zum Flughafen zu machen.
      Im Flug hatte ich wieder mein ein super spannendes Buch welches ich in den Stunden des Fluges nur zu fressen begann – the demon circle war sowieso eine meiner liebsten Bücherreihen momentan! Es dauerte eine halbe Ewigkeit ehe ich meinen Koffer aufgeklaubt hatte, dann mein Handgepäck auch noch im Flieger hatte liegen lassen – also nochmal alles abgeben an der Information, der Dame hinter und schließlich den Ausweis vorzeigen, sodass man auch ja die Person wäre die auf dem Handgepäck verzeichnet wäre. Mit der Dame ging es dann auch wieder zurück. Dort rief ich auch gleich Cayden an, denn ich hatte ihm vergessen zu schreiben wann ich ankommen würde. „Hey, also ich bin wieder in der Heimat – werde hier im Flughafen mich in das Café setzten und einfach warten bis du hier bist?“ *Klar, ich setzt mich jetzt in den Jeep und dann sollte ich in einer Stunde da sein – hast du noch Zeit zum Lesen“ Oh ja er kannte mich sehr wohl! Ich grinste breit auch wenn Cayden dies in diesem Moment nicht sehen konnte… „Ja..habe noch ein paar Seiten vor mir. Ist zu Hause alles in Ordnung?“ Cayden schwieg einen Moment „ Hansi hat einen ziemlichen blauen Fleck von Bucks erhalten, er wollte ihn auch mal probieren aufzuhaltern..erst hat er sich Sturm geholt um Bucks ein wenig anzulocken, doch als der kam und Hans das Halfter anlegen wollte gab es einen gewaltigen Tritt gegen die Schulter – er ist ausgewichen, sodass er nur gestreift wurde aber er belässt es jetzt erstmal bei der Fohlenpflege.“ Das Lächeln wich aus meinem Gesicht…mit dem Hengst hatte ich mir ganz schön was aufgehalst, aber irgendwie liebte ich ihn ja schon. „Dann kann ich ihn ja auch bald bemitleiden“ begann ich herum zu witzeln. Dann legten wir beide auf, ich takelte zum Empfangsbereich um hinaus zu gehen – dort wurde ich noch einmal kontrolliert. Der Mann schaute mich an „Sarah Kyren?“ sagte er in gebrochenen Englisch – auch er schien nicht aus der Gegend zu kommen. „Wir müssen sie leider in den nächsten Flieger zurück nach Deutschland schicken. Ihr Visum ist abgelaufen!“ ….
    • Veija
      Alter Pflegebricht 11
      7. Juli 2014 by Ravenna

      4 Wochen bei Vina

      Langsam zirkelte ich quer durch das Bad, das Handy fest an mein Ohr gedrückt mit der anderen mein Badehandtuch gegen den Körper gepresst. Das nasse Haar klebte in meinem Nacken als ich mit Cayden telefonierte „Ja, das Visum ist beantragt, die meinten aber es könnte einen Monat dauern.“ Ich seufzte leise auf „Ich kann so froh sein, dass ich erstmal bei Vina bleiben durfte, ich werde hier bei ihr ein paar der Pferde trainieren. Desweiteren wird Moon wohl erst einmal eine Weile hier bleiben – in der Ausbildung zum Therapiepferd macht er sich wohl recht gut.“ Auf der anderen Seite wurde es kurz ruhig „Ich wünschte ich könnte jetzt bei dir sein. Aber ich weiß das der Hof ja weiter geleitet werden muss.“ Auch ich verstummte einen Moment lang – jetzt war ich schon zwei Tage hier vermisste meine Pferdebande zu Hause ziemlich arg. „Ja…ich weiß. Nächstes Mal muss ich mit dem Visum besser aufpassen. Aber ich muss jetzt Schluss machen, es gibt gleich Frühstück.“ Nachdem ich aufgelegt hatte trocknete ich mich zu Ende ab, umschlang meine Haare mit einem Handtuch und gesellte mich dann zu Thor, Vina und Georgio. Die drei besprachen gerade wie der tag heute ablaufen würde – „Denk daran Vina, du musst dich noch schonen wegen dem Unfall“ warf ich dabei kritisch ein, sie rollte ein wenig die Augen lächelte dann jedoch „Jaja..immer besorgt. Mit wem möchtest du denn anfangen, wegen dem Training? Als ich mir ein Stück Salat auf mein Käsebrötchen legte dachte ich einen Moment lang nach…Ghosts hatte es mir schon immer angetan, er konnte schon eine ganze Menge was die Dressur anging, weshalb für mich nicht mehr allzu viel zu tun blieb. „Ich werde mit Ghosts anfangen, dann Skymir und mal schauen ob ich dann noch einen von deinen schaffe oder ob ich mich ein wenig mit Braum beschäftige.“ Thor nickte bedächtig „Naja, wenn du mit Ghosts auf den Platz gehst, werde ich dich zusammen mit Marsi begleiten – der kann das auch mal wieder gebrauchen.“. „Dann lass uns mal anfangen?“ Damit erhoben wir uns alle vom Tisch, Riley schoss hinter mir her – die Hündin schien irgendwie einen Narren an mir gefressen zu haben und schlich mir bisher immer hinterher.

      Im Stall suchte ich mir die Sachen des Rappen zusammen, holte ihn aus einem der Stalltrakte – der Weg bis zur Sattelkammer und den Putzplatz an dem ich die Sachen abgestellt hatte waren…um es mit einem Wort zu sagen weit. Ich hatte von Vina deswegen einen Plan bekommen, da ich etwas zu Faul zum laufen war – schwang ich mich auf den schmalen Rücken des Hengstes. Laut hechelnd folgte die etwas ältere Hündin Riley dem schwarzen Pferd – schon jetzt war es beinahe ätzend heiß außerhalb des Schattens. Im entspannten Schritt folgten wir den Wegen, angekommen wurde der Hengst gründlich geputzt, dann gesattelt und nur einige Minuten später befanden wir uns auf dem Platz. Es gab nur wenige Unterschiede zwischen der A und E Dressur – es gab nur verschiedene Tempounterschiede. Vina hatte mir erzählt, dass Ghosts mit dem Trab im Allgemeinen einige Probleme hatte, wie es viele Isländer hatten, also begann ich erst einmal mit einer konstanten Anlehnung gearbeitet wurde auch an der Biegung und Stellung alles zunächst im Schritt. Mit Volten, Zirkeln und Schlangenlinien hielt ich den Hengst unter Beschäftigung, gerade als ich begann mit dem Traben rief eine Stimme „Tür frei Bitte“, ich parierte in den Schritt „Tür ist frei“, damit betrat Thor mit Marsimoto den Platz. Beide Hengste bebrummelten sich gegenseitig als sich unsere Wege kreuzten, Thor machte eine gute Figur auf dem Pferd, dabei fiel mir auf das ich ihn zum ersten mal reiten sah. Danach konzentrierte ich mich wieder auf den Hengst den ich schließlich trainieren sollte. Zum zweiten Mal trabte ich nach einer Runde Tölt auf dem Zirkel an, klappte schon mal besser als zuvor, doch parierte ich wieder durch, denn Ghosts sollte aus dem Schritt antraben. Ich blieb wieder eine Weile im Schritt, töltete auch ein wenig auf der ganzen Bahn um ihn zunächst ein wenig aufzuwärmen. Dann machten wir uns wieder an die Arbeit mit dem Trab – dieses Mal lies ich es nicht zu das er versuchte anzutölten, auf kleinen Volten gelang es mir ihn schließlich immer wieder in den Trab zu bewegen. Auch Thor und Marsi arbeiteten gemeinsam an den verschiedenen Tempowechseln, sodass wir sehr aufeinander aufpassen mussten um nicht einander in die Quere zu geraten. „Das sieht doch schon viel harmonischer aus, Ghosts will ja immer dazu lernen.“ Rief Thor mir einmal zu. Als der Hengst und auch ich durchgeschwitzt waren ging ich vom Platz hinunter, dicht gefolgt von Thor und Marsi – „Sag mal wollen wir noch eine kleine Schrittrunde zur Entspannung drehen?“ Erst wollte ich das Angebot abschlagen, aber eine kleine Ablenkung konnte sicher nicht schaden. „Gern, dann kannst du mir die Gegend zeigen“ Seine gepiercten Lippen verzogen sich zu einem Lächeln. Hintereinander ging es im Schritt in Richtung Gelände, bald wurde der Weg breiter so ritten wir nun neben einander her. Zunächst nur schweigend ehe Thor das Wort ergriff „ Wie ist es in Schottland so?“ Ich sah mich ein wenig um „Gar nicht so anders als hier, klar wir haben immer den Wind in der Nähe da es eben nur eine kleine Insel ist, aber ich bin vollkommen glücklich dort. Gerade die Isländer haben dort wirklich Glück, denn Uprising hat ja eigentlich Ekzem aber wegen dem Wind wird er beinahe unberührt davon. Auch wenn es hier wundervoll ist, die Pferde und mir die Arbeit Spaß macht – ich vermisse meine neue Heimat.“ Seine Hand überbrückte die Distanz zwischen uns und er drückte mir die Schulter sanft „Wenn du die Pferde trainierst wird die Zeit schneller vergehen als du es dir vorstellen kannst“ Ich fand diese Berührung auf eine Art verwirrend, doch so wie ich es komisch fand nahm Thor seine Hand auch schon wieder fort. Wir ritten in einem Bogen um den Hof, kamen aus der anderen Richtung wieder am Putzplatz an, machten beide Hengste fertig ehe wir uns zum Mittagessen wieder im Haupthaus einfanden. Es gab eine leckere Spinatlasagne, ich bekam dieses Mal den Platz genau neben Thor zugewiesen und noch immer war mir die eigenartige Begegnung beim Ausritt in Kopf. Unwillkürlich schüttelte ich meinen Kopf, griff nach einem Stück Brot in der Mitte des Tisches und begann langsam darauf herum zu kauen. Geistesabwesend griff ich nach einer Gabel, beteiligte mich kaum an den Gesprächen bei Tisch – es waren Vina, Georgio, Thor und ein paar Pfleger deren Namen ich nicht kannte mit von der Partie. Mit fahrigen Fingern begann ich zu Essen mir fiel die Gabel aus der Hand, ich wollte noch nach ihr greifen es gelang mir zu meiner eigenen Überraschung auch – und noch jemand anderes…Thor hatte mein Handgelenk gepackt, denn mit ihm hatte ich die widerspenstige Gabel vor dem Sturz den Tisch hinunter gewahren können. Mir war dabei unwohl, ich zog meine Hand hastig weg, die Gabel fiel mit einem klirren auf den Boden. Ich verkniff es mir gleich nach dem Ding zu greifen, denn Thor hatte sich schon die Mühe gemacht dies zu tun. In einem Impuls wollte ich irgendwie sagen das ich bereits einen Freund besaß, doch hielt ich lieber meinen Mund. Ich ignorierte den Blick den Vina und Georgio sich dabei zuwarfen…Das restliche Essen verlief ohne weitere Vorfälle – dann ergriff Vina wieder das Wort „Thor, ich war vorhin bei den Fohlen, eine der Holzlatten ist kaputt, wäre Klasse wenn du dich darum kümmern würdest?“ Thor erhob sich im Gespräch mit einem der anderen Pfleger und Vina stützte ihren Kopf in die Arme und begann breit zu grinsen. „Sarah?“…ich schaute sie über den Tisch hinweg an „Jaa?“ Vina tauschte einen Blick mit Geogio – „Er ist Schwul“ waren die einzigen Worte die ihr in diesem Moment von den Lippen gingen. Ich war…verdattert? Ich schaute in die Richtung in der Thor gerade verschwunden war, dann wieder zum Tisch und zu Vina. „Okay, das ist jetzt überraschend..dann brauch ich mir also gar keine Sorgen machen?“ Vina schüttelte lächelnd den Kopf. „Guuut, dann geh ich jetzt mal mit Skrýmir arbeiten“ ….DAS war peinlich gewesen…Also lief ich in den Stall um mir den Hengst zu holen, der hatte Einzelhaft, denn wenn sich einer „seiner“ Menschen auf die Weide begab schirmte er sie ab gegen die anderen Pferde, zwar kannte er mich nicht, doch war es so auch einfacher für mich – ich musste nicht ewig zur Weide laufen. Skrýmir brummelte mir entgegen, denn eigentlich würde bald die Fütterungszeit anbrechen und er hoffte darauf wohl bereits „Tut mir Leid mein Kleiner, heute heißt es erst die Arbeit dann das Vergnügen. In deinem Falle ist es das wohl dein Fressen.“ Damit holte ich ihn aus der Box, sein Schweif war eingeflochten – eine Maßnahme wegen des enorm langen Schweifhaares, das Vina einfach nicht über das Herz brachte abzuschneiden. Gerade auf einer Körung würde das feine, leicht gewellte Haar die Blicke auf sich ziehen. Wie schon am Vormittag machte ich den Hengst fertig – zog mich jedoch in die etwas kühlere Halle zurück um dort zu reiten, denn sie Sonne brannte schon erbärmlich. Leider hatte sich einer der Reitschüler ähnliches gedacht und er und Little Grey stiefelten quer durch die Halle. Die Stute nahm hin das er kaum eine richtige Hilfe gab, doch einer der Pflege war dabei und korrigierte ihn dabei. Ich schmunzelte, die Stute war wirklich sehr brav – sie war die Mutter von Thowra, also erhoffte ich mir ähnliches von meiner Stute. Ich schwang mich in den Sattel des Hengstes, machte mich in einigen Schrittrunden mit ihm bekannt holte ihn ein wenig an die Hand. Er besaß einen schwungvollen Trab, ich hätte mir vielleicht doch die Stiefeletten statt der Chucks anziehen sollen, denn ich rutschte falls er zu hastig wurde aus den Steigbügeln. Kurzerhand zog ich mir einfach die Schuhe aus, sodass ich wenigstens besser in den Steigbügeln unterwegs war – der Pfleger schaute ein wenig verquer, doch es war ja meine Sache. Skrý besaß von sich aus eine klare Gangtrennung zwischen denen ich mit ihm wechseln konnte wie beinahe bei einem Auto – wow jetzt ließ ich mich schon auf so etwas hinab. Die Tempounterschiede stellten für den jungen Hengst schon ein paar Probleme dar, sobald ich im Schritt begann energischer zu Treiben wollte er gleich in die nächste Gangart. So parierte ich ihn immer wieder durch falls dies passierte, stellte ihn ein wenig mehr an die Hand, da er manchmal dazu neigte im Trab sich hinaus zu hebeln. Der Hengst arbeite wundervoll mit ganz so als wolle er mir unbedingt gefallen. Als ich mit der Galopparbeit anfing, verließ der Schüler auf Grey die Halle, sodass ich nun die ganze Halle nutzen konnte. Die Unterschiede im Galopp lernte der Hengst schnell, wenn man mal davon absah das er sowieso eine ganze Menge bereits konnte – der einfache Galoppwechsel zum Beispiel hatte Vina bereits mit ihm trainiert. Das Verkleinern des Vierecks und dessen Vergrößern waren für ihn nicht weiter schwer, in der 10 Meter Volte war er noch etwas unbalanciert, doch würden wir daran arbeiten. Für heute machte ich dann erstmal Schluss, denn wir waren beide ordentlich am schwitzen. Am Putzplatz spritzte ich dem Hengst noch die Beine ab, auch Riley war wieder mit dabei und schlabberte begeistert Wasser aus dem Schlauch. Von der Hündin begleitet lief ich durch die hübschen Gärten des Geländes, doch die Blumen ließen bereits ihre Köpfe hängen – jemand musste heute noch die Blumen gießen. Also lief ich schneller in Richtung des Haupthauses, betätigte den Hahn und das Wasser verteilte sich in die verschiedenen Wasserschläuche. Aus meiner Tasche sammelte ich mein eBook, setzte mich in den Rasen – Riley als meine Rückenstütze…zwar hatte ich vorgehabt duschen zu gehen, doch so ließ sich der Tag beinahe viel besser ausklingen.Beinahe drei Wochen befand ich mich nun schon auf dem Hof von Vina und Thor, trotzdem kannte ich mich auf dem Gelände noch immer nicht aus – ohne den Plan war ich wohl so gut wie aufgeschmissen. Denn hier stand ich nun, mit der vollkommen verschwitzen, fertigen Pögn und hatte mich verlaufen – vor über einer Viertelstunde hatte ich das zweite Training mit der jungen Stute beendet, wir erarbeiteten ähnlich wie mit Marsimoto ein Niveau A in der Dressur. Pögn stellte sich immer besser dabei an, aufgrund ihres Alters würde auch Vina noch eine Menge Arbeit vor sich haben. Ich konzentrierte mich dabei auf eine konstante Anlehnung, sowie anständige Biegung und Stellung. Bahnfiguren wie die 10 Metervolte bereiteten der jungen Stute keine sonderlichen Schwierigkeiten, die einfache Schlangenlinie hatte sie bereits vorher gekannt. Für den einfachen Galoppwechsel fehlten ihr einfach noch die nötige Versammlung, die aber sicher im Laufe der nächsten Monate und Jahre folgen würde. Vina und auch Thor wollten die Stute nicht überfordern, was ich sehr unterstützte. Heute hatte sie etwas der Übermut gepackt, sie war unaufmerksam gewesen – also war ich nach einem ersten Erfolg in der Bahn noch eine Runde ins Gelände, dabei hatte ich einen der anderen Eingänge zum Hof genommen und fand nun nicht mehr wirklich zum Stall. Ich hatte Thor angerufen, der meinte ich solle an Ort und Stelle bleiben – er würde mich aufgabeln. Als er dann endlich da war führte er gerade Moon am Strick „Ich dachte der bräuchte auch mal wieder ein wenig Bewegung.“ sagte Thor grinsend „Ja, klar…gestern hatte ich ihn als Handpferd mit zum Ausritt und am Nachmittag hat er wieder einen Rotlichttermin gehabt“ Moon ging es hier erheblich besser, die Gegend war einfach mehr Wiese als bei uns auf Eriska – zwar gab es unmengen an Gras, welches jedoch durchsetzt war mit unzähligen kleineren Steinchen. Die anderen Pferde kamen damit klar – Moon nicht wirklich. Hier aber konnte er auch mal über die Wiese rasen mit den anderen zusammen und gerade diese Bewegung tat ihm unheimlich gut. Zwar verlor er die Muskeln die er all die Jahre gehabt hatte, da wir ihn selten ritten, doch wurde er jeden Tag irgendwie bewegt damit die Gelenkschmiere geschmeidig blieb. Dazu hatte mir Maren geraten als sie es festgestellt hatte. Die beiden Pferde beschnupperten sich eingehend Pögn quietschte einmal laut auf, schnappte in Moons Richtung und mein Hengst ließ sie in Ruhe. Nur wenige Minuten Fußweg und wir kamen wieder in einen Bereich der mir bekannt vor kam. „Danke für´s Abholen“ murmelte ich betreten als ich Pögn wieder absattelte und sie in der Nachmittagssonne trocknen ließ während sie genüsslich ihr Müsli vertilgte. Thor winkte ab, gab auch Moon seine Portion an Futter und verschwand bald darauf wieder mit ihm als mein Handy zu klingeln begann Cayden….Mein Herz tat einen Satz „Hey Schatz“ klang seine Stimme am anderen Ende „Hey, wie geht’s dir?“ Es herrschte einen Moment Stille…“Cayden?“ „Mir geht es gut, bin nur etwas erschöpft.“ Ein seufzen an der anderen Leitung „Hans hat es am Bauch erwischt – eine Rippe ist angebrochen und einige geprellt“ mein Gesicht war in diesem Moment sicher aschfahl „Was habt ihr getan?!“ fragte ich verdutz „Wir hatten ein Sommergewitter vor drei Tagen, die Pferde draußen auf den Weiden, als der Strom ausfiel. Als wir sie wieder reinbringen wollten raste Bucks gleich durch den Holzzaun am nördlichen Bereich der Weide. Mit ihm sind auch Stormy und Braum hinaus gelaufen. Am nächsten Tag stand unser Stormy etwas nass und verwirrt am Stall, doch Braum und Bucks wurden nicht gesichtet.“ Wir haben alle Sachen zusammen gepackt, den Zaun repariert und sind dann auf die Suche nach den Hengsten gegangen. Braum ist wieder auf dem Paddock, aber Bucks hat nach Hans ausgetreten. Jetzt ist er erstmal noch im Krankenhaus auf dem Festland, aber Bucks bekommen wir denke ich so schnell nicht wieder.“ Das war erstmal eine Menge zu schlucken, mich ärgerte es zutiefst das ich jetzt nicht da war – mir fehlte die Kontrolle über das ganze Geschehen zu Hause. „Dann lasst ihn am besten da draußen allein, sagt nur Blue und Julie bescheid das sie ihre Stuten besser an den Stall stellen sollen, wir wollen ja keine Unfallfohlen. Legt an einigen Stellen Futter aus – am besten um den Hof herum, sodass er sich daran gewöhnt. Wenn ich wieder da bin werden wir uns irgendwie um ihn kümmern. Bis dahin ist es ja ein Glück nicht mehr lang hin“ Das Gespräch ging nun nicht mehr länger, danach brachte ich Pögn wieder in den Stall um anschließend mit Marsi wieder heraus zu kommen. Auch mit dem Hengst arbeitete ich bereits eine Weile, wobei mir auch Thor unter die Arme dabei griff. Oftmals ritt er sogar den hübschen Fuchsschecken, dann gab ich ihm einige Tipps oder er erklärte mir einige Dinge. So lernten wir beide von einander und ich genoss den Erfahrungsaustausch. Auch heute würde Vina´s Freund Marsi wieder reiten – mir war heute nicht mehr danach.
      Eine gute Stunde später saß ich mit einem Glas Wasser, leichtem Muskelkater im Gras des Platzes und sah dabei zu wie Thor sich mit dem Hengst „abmühte“. Marsi und er verbrachten nun bereits den zweiten Tag im Training damit den einfachen Galoppwechsel zu meistern, der junge Hengst hatte ein paar Probleme damit vom Galopp in den Schritt zu fallen, denn meistens war es eher Trabtölt als der gewünschte Schritt. Nach drei Versuchen gab Thor wieder kurz auf, ging nur in den Schritt um ein paar andere Übungen mit dem Hengst zu vollführen. „Und wenn du es auf der anderen Hand probierst? Das ist immerhin seine bessere Hand, wenn es auf der funktioniert kannst du es auf der anderen machen. Geh vielleicht auch etwas in den leichten Sitz…?“ Thor hielt mit Marsi bei mir an, schüttelte dabei bereits mit dem Kopf „Nein, das würde eher zum Gegenteil führen“ Also machte er weiter mit seiner leichten Schrittarbeit, derweil kaute ich auf meiner Unterlippe herum. Bevor ich aufstand, eine der roten Stangen am Rand des Platzes holen ging. „Wir legen eine Stange in die Diagonale, denke nicht das er im Tölt über die Stange geht, und wenn nicht ist es immerhin einen Versuch wert.“ Thor hielt erneut bei mir an, wartete ab bis ich die Stange platziert hatte „Mal sehen was das wird, Marsi kann die Stangen nicht unbedingt leiden.“ Also begann Thor wieder zu galoppieren, brach auf die Diagonale ab um anschließend vor der Stange durch zu parieren – im Tölt. Marsi riss den Kopf hoch und seine Schritte wurden langsamer der Hengst verfiel in den Schritt, doch vor der Stange stemmte Marsi die Beine in den Sand, stieg vorn nach oben und drehte nach rechts ab. Dafür wurde natürlich nicht gelobt, aber es folgten noch zwei weitere Versuche „Leg den Schenkel nicht allzu weit nach hinten, halt ihn ruhiger.“ riet ich ihm nach dem dritten Mal, dann ließ er ihn angaloppieren auf die Stange zu, parierte den Hengst – zum Schritt – noch in ihm ging er an der Stange vorbei um den Hengst erst danach umzustellen und wieder zu galoppieren. Danach wurde er kräftig gelobt „Machen wir am besten Schluss für heute, es hat ja jetzt geklappt“
      In den nächsten Tagen ritten wir Pögn und Marsi oftmals gemeinsam auf dem Platz, übten klarere Gangübergänge gerade die Jungstute konnte sich so an dem etwas erfahreneren Hengst konzentrieren. Während ich also mit Pögn an Stellung, Biegung und sanften Übergängen pfeilte, stand für Thor und Marsi der einfache Galoppwechsel an der Tagesordnung. Tatsächlich gelang es bereits den Hengst ohne Stange in den Schritt zu parieren, auch wenn die Schrittphase noch ein wenig zu lang war – ein erster Erfolg im Training war erreicht. Die beiden Pferde von Vina würden noch eine kleine Weile an Training ordentlich gebrauchen können, doch ihre ersten Turniere zu Übungszwecken würden sie ohne Probleme bestreiten können.
      Fünf Tage bevor die vier Wochen um waren, bekam ich endlich die errettende Post – ich durfte endlich wieder zurück nach Schottland. Die letzten Tage verbrachte ich zusammen mit Vina, wir ritten aus, waren noch im Kino und erfreuten uns einfach an der Gegenwart des anderen. Zwar war ich unheimlich froh wieder zurück zu kehren, doch ich hatte mich auf dem Hof hier sehr wohl gefühlt. Als ich auf der Fähre an der Reling stand, musste ich innerlich grinsen….Cayden hatte Recht behalten, ich konnte einfach nicht von Vina zurückkehren ohne mit einem Pferd zurück zu kehren….Braum war mit mir auf die Reise gegangen, sowie Little Grey Braums und Thowra´s Mutter, eine Stute die ich schon lange ins Auge geworfen hatte.
    • Veija
      Alte Trainingsberichte 4-6
      30. September 2014 by Ofagwa
      [​IMG] Springstufenerhöhung E auf A


      ".. "Und weeeeiter", mahnte ich den jungen Hengst, welcher mühsam durch den feuchten Sand auf dem Platz galoppierte. Sarah schaute mir aufmerksam zu, als ich den Jungen Hengst auf ein 85 cm hohes Hindernis zulaufen ließ. " Klassse!", sagte ich als Strombringer das Hindernis ohne Probleme übersprang. Nun steuerte ich ihn auf das nächste Hindernis zu, welches nun auch schon in die Klasse E fiel. Auch diesen Sprung nahm der Hengst ohne Probleme. Dann ging es auf das erste kleinere A Hindernis zu. Strombringer spitzte die Ohren, er began im Galopp regelrecht zu springen. Ich gab ihm einen kleinen Schubs mit den Sporen und ließ ihn abspringen. Er sprang schon fast zu hoch so dass noch genug Platz zwischen ihm und der Stange war. " Sehr gut", sagte Sarah von der Seite und ich lobte den kleinen Grauen. Ohne Pause ging es auf einen A Oxer zu, ich wollte es nun einfach mal wagen, Strombringer zog ordentlich an und machte seiner Beseitzerin alle Ehre. Er Sprang gut ab und diesmal hielt er sogar die Höhe gut. Ich gab ihm die Zügel hin und sprang noch einen kleineren E Sprung, damit er wieder was leichteres hatte. " Er hat das sehr gut gemacht, aber wir hören jetzt auf, sonst wird das zu viel", sagte ich und lobte den noch pumpenden Hengst. Ich setzte ihn in bewegung während Sarah hinein kam und neben mir her lief. "Ich würde Morgen wieder genau so viel machen und dann langsam steigern", erzählte ich und Sarah hörte aufmerksam zu. Nach vier bis fünf Runden stieg ich ab und zusammen mit Sarah führten wir den Strombringer zum Stall."

      5. August 2014 by Veija
      [​IMG]
      Stufenerhöhung Western(Reining) LK 5 auf LK 4



      Genervt drehte ich am Radio die Lautstärke hoch, ehe ich weiter mitsummte. Ich hatte mir ein paar Tage freigenommen, weshalb die letzte Zeit im Ausbildungsbetrieb nicht viel passiert war. Doch heute ging es weiter und ich wollte die drei Kunden noch abarbeiten, ehe ich neue Aufträge annehmen wollte. Heute war ich zu Sarah Kyren und ihrem Connemarahengst Stormbringer unterwegs.
      Ein letzter Blick auf das Navi zeigte mir, dass ich gleich da war- und so war es auch. Ich blinkte nach rechts und fuhr auf Sarahs Hof auf, ehe ich mich auf den Parkplatz stellte und mein Auto ausmachte. Ich schnappte mir meinen Helm und die Schutzweste, ehe ich das Auto abschloss und zum Haupthaus ging. Ich klingelte kurz und schon machte sie mir die Tür auf. Ich begrüßte sie kurz und schon gingen wir zu Stormbringer. Mir wurde kurz erklärt wo ich alles finden konnte, und schon machte ich mich an die Arbeit. Ich schnappte mir Storms Halfter und ging ihn auf der Koppel besuchen. Dort musste ich nur einmal rufen und der neugierige Hengst kam angaloppiert, um zu schauen, wer da fremdes am Zaun stand. Ich streichelte ihm kurz über den Kopf und halfterte ihn dann auf, um mit ihm in den Stall zu gehen. Dort band ich ihn an und fing an zu putzen. Er war nicht so sonderlich dreckig, weshalb ich sehr schnell fertig war mit putzen. Ich ging wieder in die Sattelkammer und holte sein Pad und den Westernsattel. Beides fand auf seinem Rücken Platz, ehe ich die Trense und die Bandagen holte. Alles war sehr schnell angelegt, weshalb ich mir kurz noch meinen Helm anzog, ebenso wie meine Schutzweste. Dann löste ich sein Halfter von seinem Hals und wir gingen zur Halle. Dort gurtete ich nochmal nach, ehe ich mich in den Sattel schwang. Ich saß noch nicht richtig da trabte der Hengst schon an. Skeptisch zog ich die Augenbrauen hoch und der Herr durfte braf rückwärts dorthin zurückgehen, wo ich aufgestiegen war. Dann blieben wir ersteinmal stehen. Das war nämlich auch eine Übung im Westernreiten- dass die Pferde einfach stehenblieben, wenn sie keine Befehle bekamen. Bei einigen meiner Pferde konnte ich mittlerweile schon soweit gehen, dass ich sie in die Halle stellte, kurz etwas in den Stall holen ging und sie noch an der selben Stelle auf mich warteten.
      Als Storm nun einige Zeit einfach still gestanden hatte, schnalzte ich einmal und der Hengst trabte wieder an. Erneut nahm ich ihn zurück, jedoch nur soweit, dass er im lockeren Schritt ganze Bahnen ging. Wir wechselten einmal durch die Länge der Bahn, ehe ich nochmals schnalzte und er antrabte. Ich ritt ihn in einen Zirkel und trabte dort einige Male, ehe ich ein paar Achten ritt, damit er auf beiden Händen 'warm' wurde. Dann fing das eigentliche Training erst an. Ich galoppierte ihn an und blieb zunächst auf einem kleinen Zirkel auf der rechten Hand. Diesen kleinen Zirkel galoppierten wir recht langsam. Am Punkt X lenkte ich ihn nach außen und schnalzte, so dass wir die großen Zirkel im schnellen Galopp ritten. Ich hatte schon vermehrt festgestellt, dass Pferde fast keine Probleme hatten, schnelle Galoppwechsel zu machen. Das wurde mir jetzt wieder bestätigt. Am Punkt X gab ich präzise und schnelle Hilfen zum Galoppwechsel, und sofort sprang er um und wir galoppierten auf der linken Hand große, schnelle Zirkel. Wieder am Punkt X nahm ich ihn zurück und wir galoppierten noch ein paar kleine, langsame Zirkel, ehe ich ihn wieder wechseln lies. Zwar sprang er einmal nach, jedoch war das in dieser Klasse noch kein großer Fehler. Würde er weiter in der Reining ausgebildet werden, müsste daran hart gearbeitet werden. Als wir wieder in der Mitte ankamen, stoppte ich ihn. Schnaufend stand er still und blickte stur auf den Boden. Doch wir waren noch nicht fertig. Ich nahm die Zügel nach rechts und streckte das rechte Bein vom Bauch weg. Mit dem linken tippte ich ihn immer wieder mit der Ferse an, bis er anfing sich auf der Hinterhand zu drehen. Er drehte sich nicht direkt auf den Hinterbeinen, sondern ging kleine Kreise. Doch wie gesagt, für diese Klasse reichte schon allein die Tatsache, dass er ein Connemara war aus, damit er nicht so korrekt laufen musste wie ein Westernpferd. Das Selbe machten wir noch auf der anderen Seite. Dann reichte es für diese Trainingseinheit. Wenn Sarah so weitertrainierte, standen dem Hengst alle Türen offen zu Turnieren der Klasse A.
      Ich ritt ihn noch einige Runden trocken, ehe ich abstieg und den Gurt lockerte. Dann brachte ich ihn in den Stall, sattelte ihn ab und brachte ihn zurück auf die Koppel, ehe ich alles wegräumte und erneut zu Sarah ging. Ich berichtete ihr kurz alle Einzelheiten des Trainings, ehe ich mich verabschiedete und ins Auto setzte, um nach Hause zu fahren.

      8. September 2014 by CowgirlUp
      Western(Reining) LK 4 auf LK 3

      Mit meinem Volvo fuhr ich über einen Hügel und erblickte schon von weitem die Stallgebäude und die Koppeln des Gestütes Cead Crevan. Heute durfte ich mit dem Connemara Pony Hengst Stormbringer das Training für die Aufstufung in die Leistungsklasse 3 im Western beginnen. Dies mit Schwerpunkt Reining.
      Nochmal überquerte ich einen Hügel und gelangte zum Hoftor. Es stand offen und so konnte ich einfach hindurch fahren. Nachdem ich einen Parkplatz für meinen Jeep gefunden hatte, klingelte mein Handy. „Schatz<3“ stand drauf. „Ja, Darling?“, nahm ich den Anruf entgegen. „Wo willst du den braunen Kleiderschrank hin? Rechts oder links an die Wand neben der Türe?“ „Ich sollte jetzt eigentlich ein Pferd reiten, können wir das anschauen wenn ich zuhause bin?“ Es war kurz still am anderen Ende. „Oh, na klar du bist ja auf Cead Crevan, tut mir leid Maus“, betretenes Schweigen „meldest du die bevor du abfährst?“ Seufzend versicherte ich ihm, dass ich mich melden werde bevor ich abfuhr.
      Als ich aufgelegt hatte kam schon Ravi auf mich zu und begrüsste mich freudig. Sie zeigte mir sofort ihr Gestüt, ich war nämlich das erste Mal bei ihr. Al erstes zeigte sie mir ihre Stallungen und danach zeigte sie mir ihre Fohlen. Nach dem wir fertig waren mit unserem Rundgang führte sie mich zur Reithalle, den darin stand der graue Connemara Hengst den ich heute reiten sollte.
      Der Hengst stand gelassen neben dem Eingang und wurde von einem jungen Mädchen gehalten. Sie übergab mir die Zügel von Stormbringer und tätschelte dem Hengst die Nase bevor sie sich auf einen Stuhl auf der Tribüne setzte.
      Ich überprüfte die Sattelgurte, zog sie nach und verstellte die Steigbügel auf meine Länge. Danach schwang ich mich in den Sattel. Sein Sattel war ein Reiningsattel, es war ein einfacher Trainingssattel ohne diversen Schnickschnack. Der Hengst trug eine Snaffle Bit so wie vereinbart. Erst im Verlaufe des Trainings sollte der Hengst langsam auf die einhändige Zügelführung heran geführt werden. Alle Beine waren einbandagiert und hinten trug er Skide Boots die in bei den Stopps schützen sollten. Alles war farblich aufeinander abgestimmt, Bad so wie Bandagen waren eisblau gehalten.
      Im Schritt ritt ich ihn ein paar Runden auf beiden Seiten bevor ich die Zügel auf nahm und den Hengst locker vorwärts trabte. Nach dem Aufwärmen parierte ich Stormbringer wieder in den Schritt zurück. Da es sein erstes Training war, verlangte ich noch nicht sehr viel, ich wollte eher eine Standortbestimmung haben um einen Eindruck für den Aufbau des Trainings.
      Ich überprüfte wie willig der Hengst an den seitwärts treibenden Hilfen war. Darum ritt ich mit ihm einige Schenkelweichen im Schritt so wie im Trab. Nach diesen Übungen hielt ich den Hengst an und gab die Hilfen für eine Vorhandwendung. Willig drehte sich der Hengst nach rechts und später auch nach links. Der Turn war schon recht gut aber der Speed fehlte noch. Und der brauchte er, wenn er später in der Reining gehen sollte.
      Nach diesen Übungen liess ich den Hengst aus dem Stand angaloppieren und einige Zirkel auf die rechte Seite drehen. Kurz vor dem Mittelpunkt X, parierte ich ihn in den Trab durch und galoppierte auf der linken Hand frisch an. Auch auf dieser Seite drehten wir einige Zirkel. Ich lenkte den Hengst auf den dritten Hufschlag und holte ihn in den Trab zurück. Immer noch auf der langen Seite stoppte ich den Grauschimmel aus dem Trab heraus zum Stand. Die Hinterhand kam schon gut runter aber er dürfte sich noch etwas runder machen.
      Im Schritt ritt ich ihn trocken. Die ganze Zeit sass das Mädchen, dass mir ihn übergeben hatte, auf der Tribüne und hatte mir wie gebannt zu gesehen. „Möchtest du ihn trocken reiten?“, fragte ich sie. Freudig nickte sie und holte ihren Reithelm.
      Bei X hielt ich den müden Hengst an, stieg ab und machte die Steigbügel kürzer und half dem Mädchen beim Aufsitzen. Nach dem ich ihr etwas zugesehen hatte, um mich davon zu überzeugen das sie sich kannten, verliess ich die Halle um Ravi zu suchen.Ich fand sie in ihrem Büro und berichtete ihr wie das Training mit dem Hengst gelaufen war. Sie war sichtlich erfreut zu hören das alles super lief und wir besprachen das weiter gehen des Trainings und machten einen neuen Termin aus wann ich wieder auf das Gestüt kommen sollte.
      Sie verabschiede mich sehr schnell da ihr Telefon, das auf dem Schreibtisch neben ihrem Laptop lag, zu klingeln begann. Mit einem Nicken verliess ich das Büro und trat auf den Hof. Mittlerweile hatte es zu dämmern begonnen. Auf dem Weg zu meinem silbernen Volvo wählte ich die Nummer von meinem Freund um ihm wie versprochen an zu rufen wenn ich fertig war. Als ich das Telefonat beendet hatte stieg ich in mein Auto und fing mir an die heutigen Erkenntnisse in die Karteikarte des Hengstes ein zu tragen, damit ich mir dies am Abend sparen konnte. Denn heute Abend, war unser erster gemeinsamer Abend im neuen Heim und dieser sollte frei von diversem Bürokramm sein.
      Ich verstaute die Kartei im Ordner und diesen in meine Handtasche. Ausnahmsweise hatte sich mein Schlüssel nicht in den Tiefen meiner Tasche verkrochen und so konnte ich ohne künstliche Verzögerungen vom Hof fahren. Zügig fuhr ich vom Hof und liess das Gestüt und seine Pferde hinter mir und freute mich auf den heutigen Abend.
      Mit meinem Volvo fuhr ich über einen Hügel und erblickte schon von weitem die Stallgebäude und die Koppeln des Gestütes Cead Crevan. Heute durfte ich mit dem Connemara Pony Hengst Stormbringer das Training für die Aufstufung in die Leistungsklasse 3 im Western beginnen. Dies mit Schwerpunkt Reining.
      Nochmal überquerte ich einen Hügel und gelangte zum Hoftor. Es stand offen und so konnte ich einfach hindurch fahren. Nachdem ich einen Parkplatz für meinen Jeep gefunden hatte, klingelte mein Handy. „Schatz<3“ stand drauf. „Ja, Darling?“, nahm ich den Anruf entgegen. „Wo willst du den braunen Kleiderschrank hin? Rechts oder links an die Wand neben der Türe?“ „Ich sollte jetzt eigentlich ein Pferd reiten, können wir das anschauen wenn ich zuhause bin?“ Es war kurz still am anderen Ende. „Oh, na klar du bist ja auf Cead Crevan, tut mir leid Maus“, betretenes Schweigen „meldest du die bevor du abfährst?“ Seufzend versicherte ich ihm, dass ich mich melden werde bevor ich abfuhr.
      Als ich aufgelegt hatte kam schon Ravi auf mich zu und begrüsste mich freudig. Sie zeigte mir sofort ihr Gestüt, ich war nämlich das erste Mal bei ihr. Al erstes zeigte sie mir ihre Stallungen und danach zeigte sie mir ihre Fohlen. Nach dem wir fertig waren mit unserem Rundgang führte sie mich zur Reithalle, den darin stand der graue Connemara Hengst den ich heute reiten sollte.
      Der Hengst stand gelassen neben dem Eingang und wurde von einem jungen Mädchen gehalten. Sie übergab mir die Zügel von Stormbringer und tätschelte dem Hengst die Nase bevor sie sich auf einen Stuhl auf der Tribüne setzte.
      Ich überprüfte die Sattelgurte, zog sie nach und verstellte die Steigbügel auf meine Länge. Danach schwang ich mich in den Sattel. Sein Sattel war ein Reiningsattel, es war ein einfacher Trainingssattel ohne diversen Schnickschnack. Der Hengst trug eine Snaffle Bit so wie vereinbart. Erst im Verlaufe des Trainings sollte der Hengst langsam auf die einhändige Zügelführung heran geführt werden. Alle Beine waren einbandagiert und hinten trug er Skide Boots die in bei den Stopps schützen sollten. Alles war farblich aufeinander abgestimmt, Bad so wie Bandagen waren eisblau gehalten.
      Im Schritt ritt ich ihn ein paar Runden auf beiden Seiten bevor ich die Zügel auf nahm und den Hengst locker vorwärts trabte. Nach dem Aufwärmen parierte ich Stormbringer wieder in den Schritt zurück. Da es sein erstes Training war, verlangte ich noch nicht sehr viel, ich wollte eher eine Standortbestimmung haben um einen Eindruck für den Aufbau des Trainings.
      Ich überprüfte wie willig der Hengst an den seitwärts treibenden Hilfen war. Darum ritt ich mit ihm einige Schenkelweichen im Schritt so wie im Trab. Nach diesen Übungen hielt ich den Hengst an und gab die Hilfen für eine Vorhandwendung. Willig drehte sich der Hengst nach rechts und später auch nach links. Der Turn war schon recht gut aber der Speed fehlte noch. Und der brauchte er, wenn er später in der Reining gehen sollte.
      Nach diesen Übungen liess ich den Hengst aus dem Stand angaloppieren und einige Zirkel auf die rechte Seite drehen. Kurz vor dem Mittelpunkt X, parierte ich ihn in den Trab durch und galoppierte auf der linken Hand frisch an. Auch auf dieser Seite drehten wir einige Zirkel. Ich lenkte den Hengst auf den dritten Hufschlag und holte ihn in den Trab zurück. Immer noch auf der langen Seite stoppte ich den Grauschimmel aus dem Trab heraus zum Stand. Die Hinterhand kam schon gut runter aber er dürfte sich noch etwas runder machen.
      Im Schritt ritt ich ihn trocken. Die ganze Zeit sass das Mädchen, dass mir ihn übergeben hatte, auf der Tribüne und hatte mir wie gebannt zu gesehen. „Möchtest du ihn trocken reiten?“, fragte ich sie. Freudig nickte sie und holte ihren Reithelm.
      Bei X hielt ich den müden Hengst an, stieg ab und machte die Steigbügel kürzer und half dem Mädchen beim Aufsitzen. Nach dem ich ihr etwas zugesehen hatte, um mich davon zu überzeugen das sie sich kannten, verliess ich die Halle um Ravi zu suchen.
      Ich fand sie in ihrem Büro und berichtete ihr wie das Training mit dem Hengst gelaufen war. Sie war sichtlich erfreut zu hören das alles super lief und wir besprachen das weiter gehen des Trainings und machten einen neuen Termin aus wann ich wieder auf das Gestüt kommen sollte.
      Sie verabschiede mich sehr schnell da ihr Telefon, das auf dem Schreibtisch neben ihrem Laptop lag, zu klingeln begann. Mit einem Nicken verliess ich das Büro und trat auf den Hof. Mittlerweile hatte es zu dämmern begonnen. Auf dem Weg zu meinem silbernen Volvo wählte ich die Nummer von meinem Freund um ihm wie versprochen an zu rufen wenn ich fertig war. Als ich das Telefonat beendet hatte stieg ich in mein Auto und fing mir an die heutigen Erkenntnisse in die Karteikarte des Hengstes ein zu tragen, damit ich mir dies am Abend sparen konnte. Denn heute Abend, war unser erster gemeinsamer Abend im neuen Heim und dieser sollte frei von diversem Bürokramm sein.
      Ich verstaute die Kartei im Ordner und diesen in meine Handtasche. Ausnahmsweise hatte sich mein Schlüssel nicht in den Tiefen meiner Tasche verkrochen und so konnte ich ohne künstliche Verzögerungen vom Hof fahren. Zügig fuhr ich vom Hof und liess das Gestüt und seine Pferde hinter mir und freute mich auf den heutigen Abend.
    • Veija
      Alter Pflegebericht 12
      30. August bis 28. September 2014 by Ravenna

      Filmdreh Teil 1

      Zu sagen der Hof war gefüllt mit Menschen hätte das ganze noch…untertrieben – es war beinahe überfüllt! Nicht nur die ausgewählten mit ihren Pferden waren angereist, auch die ganzen Schauspieler zusammen mit ihnen LKW´s beladen mit allem möglichen und unmöglichen an Requisiten, Equipment und Kamerakräne. Es gab kaum einen Ort an dem nicht ein Trupp Menschen beisammen stand um etwas aufzubauen. Diese Gelegenheit jedoch hatte ich zugleich ergriffen – genau im Zentrum des Geschehens hatten wir einen Pferch aufbauen lassen, egal wer über den Hof ging, an diesem musste er definitiv vorbei. Mit einigen Mühen hatten wir den leicht sedierten Bucks nun in diesen Pferch gesetzt, sodass er sich an den Lärm und auch das Gewusel an Menschen um sich herum ertragen lernen musste. Während bereits vereinzelt immer wieder die Pferdelosen Szenen gedreht wurden, so beschäftigte ich mich bereits seit mehr als einer Woche mit den Pferden und Darstellern. Wir hatten Salera und ihren Hengst Smaug dazu auserkoren das Schlachtross des Gottes Odin zu spielen in den Phasen in denen der Schauspieler Gregory also nicht am Set war, nutzte er um sich mit dem Hengst bekannt zu machen. Beaufsichtigt wurde er dabei von einem der Trainer, die mit angereist waren, aber auch von Salera selbst die mächtig stolz auf ihren Hengst zu sein schien. Außerdem hatten wir noch sieben andere Darstellerpferde und ihre Besitzer zu uns eingeladen, darunter auch Peeta, den Hengst von Maren den ich erst kürzlich trainiert hatte im Springen. Durch einige Schwierigkeiten mit dem ehemaligen Besitzer, war der Hengst bei ihr in Gefahr, weshalb ich den Regisseur dazu ermutigt hatte den hübschen Braunfalben bei uns mit wirken zu lassen. Neben Peeta waren auch noch zwei andere mir bekannte Pferde gewählt wurden, die knuffige Islandstute Kempa sowie ein Moon Sohn namens Willo´the Wisp. Sogar die Criollostute von unserer Nachberin Flying Rook, war gewählt worden um in dem Film mit wirken zu können. Altair der Hengst von Gwen war mir ebenfalls geläufig gewesen, hatte ihn jedoch noch nicht in Natura gesehen. Aimiliani und Armani jedoch waren, zwei mir vollkommen unbekannte Pferde, die ich erst hier auf dem Hof kennengelernt hatte. Als ich jetzt so über den Hof schlenderte, kam ich mir beinahe vor wie beim Slalom, doch irgendwo genoss ich diesen Trubel auch – seit knapp zwei Tagen war auch Cayden wieder auf dem Hof. Dank der vielen Leute konnte ich ihm leicht aus dem Weg gehen. Auf dem großen Platz des Hofes erwartete mich eine neuerliche Trainingseinheit mit den Schauspielerinnen und den ihnen zugewiesenen Pferden. Jede der neun Frauen sollte eine der Walküren Odins darstellen, die nach einer Schlacht die ehrenvollen Krieger mit nach Walhalla führten. Zwar hatte der Regisseur bei der Auswahl der Frauen darauf geachtet, dass sie einiges an Reiterfahrung mit sich brachten, sodass die Reitdoubles nicht von Nöten sein würden. Damit sie sich jedoch an ihre zugewiesenen Pferde gewöhnen konnten, war hier dasselbe Prozedere wie auch bei Smaug – die Frauen halfen beim Putzen, dem Füttern , erhielten Einweisungen durch die Besitzer und durch mich und auch andere Trainer immer wieder „Reiteinheiten“, sowie Bodenarbeit.
      Nun nach knapp drei Tagen war ich wieder einmal mit dieser Einheit an der Reihe, als ich endlich am Platz ankam begrüßten mich dort neun verschiedene Dreier-Teams, bestehend aus zwei Menschen und deren Pferd. In den Legenden hieß es die Walküren seien auf ihren feingliedrigen Ponys durch Asgard geritten – jene die länger unter Odin gedient hatten, waren im Stande ihre Pferde nur mit ihren Gedanken zu lenken. Selbiges hatte auch Theodor im Sinne gehabt, doch eigneten sich nicht alle der Pferde dafür im Trubel des Geschehens noch ohne Trense kontrollierbar zu sein. Vor allem nicht wenn der Hubschrauber über sie hinweg flog – es würde eine Szene geben in denen die Pferde in vollem Galopp hinter Odins hinterher mussten, das alles konnte schnell in einer Raserei enden. Der Stall jedoch war auch so etwas wie eine Hightech Anlage geworden – jeden Abend alle zwei Stunden starteten Schüsse, Knallwerk, Gewitter und auch der Motorenlärm für etwa eine Viertelstunde, setzte dann wieder aus um anschließend von neuem zu beginnen. Gegen Mitternacht jedoch verstummten die Geräte damit die Tiere eine gewohnte Nachtruhe verbringen konnten. Es war jedoch faszinierend zu beobachten wie bereits nach nur einer Woche alle Pferde sehr gelassen auf diese Methode reagierten. Zu den sowieso heran geschafften Pferden, die in einzelnen Szenen eine besondere Rolle spielen sollte, beherbergte der Hof und auch der unserer Nachbarin Siobhan, knapp 50 bis 60 andere Pferde unterschiedlichster Rasse und Größe. Ein gewaltiger Friesenhengst befand sich darunter, der auserwählt worden war um den Schauspieler der Hrodgar verkörpert zu tragen.
      Meine Teams standen erwartungsvoll vor mir – heute sollten die Pferde erstmals ihre „Rüstungen“ kennenlernen, die im Grunde aus einer Art leichtem Fellsattel bestand, einer breiten Brustplatte die sehr einem normalen Vorderzeug glich und einer wunderbar gearbeiteten Trense. Im Grunde unterschied sich das Equipment nicht groß von dem was die Pferde nicht schon kannten, doch war es gerade für die Schauspieler von Nöten sich daran zu gewöhnen. Auch mich selbst erwartete eine neuerliche Trainingseinheit, denn eines der Teams erwartete auch mich – Stormbringer und Marple Anderson. Zunächst hatte ich es abgelehnt Stormbringer mit in den Film zu nehmen, denn ich hielt ihn für noch nicht geeignet dafür. Hansi und auch Kathrin hatten mich darin bestärkt er sei längst nicht mehr der ängstliche Hengst von vor einem Jahr, also hatte ich mich breit schlagen lassen unter der Voraussetzung eine wirklich erfahrenere Reiterin auf ihn zu lassen. So also hatte man mich mit Marple bekannt gemacht, gegen die ich nach wenigen Gesprächen und gemeinsamen Ausritten nichts mehr einzuwenden hatte. Auch die anderen Teams hatten sich so gefunden. Da Maren auf ihrem Hof zu tun hatte, war Cayden derjenige der Amanda Johannsen den Umgang mit dem braven Hengst zeigte. Amanda würde im Film selbst die Rolle der Brunhild einnehmen, der Walküre die Odin am nächsten stehen würde. Weshalb auch gerade Smaug und Peeta oft zusammen gefüttert wurden, gemeinsam auf dem Paddock waren, da sie auch in den Schlachtszenen Seite an Seite laufen mussten. Altair und Flying Rook waren für die näheren Szenen des Kampfes ausgewählt worden, da sie sich in den Wendungen ohne Trense am besten kontrollieren ließen, die Reiterinnen Melinda Gawron und Judith Carter waren mit der Westernreitweise vertraut. Zusammen mit den anderen Trainern hatten sie bereits das Kämpfen vom Rücken der Pferde aus geübt – gemeinsam, aber auch in der Gruppe der anderen Reiter und Pferde. Für diesen Nachmittag war die Kampfszene angesetzt worden, an anderer Stelle würden auch Stormbringer und Varulv mit ihren Walküren Corinne Witherspoon und natürlich Marple an Odins Seite kämpfen, wenn auch er selbst in der Szene nicht zu sehen sein würde. Ich gesellte mich mit zu meiner Partnerin, die Storm am Knotenhalfter links neben sich fest hielt. „Gestern sind die Sättel für eure Pferde angekommen, ihr hattet bereits die Gelegenheit euch mit ihnen vertraut zu machen. Heute sollen die Pferde selbst sie kennenlernen, da sie wie Sättel von Barefoot keinen Baum besitzen, passen sie beinahe auf jedes Pferd müssen jedoch individuell eingestellt werden. Legt sie ihnen erst einmal an, wenn wir damit fertig sind kommt jeder in die Mitte des Platzes“ Ich wies auf den Mann den ich mit mir gebracht hatte „Mister Burkton hier ist Sattler, wird also einen Blick auf die Pferde werfen um sicher zu stellen das es nirgendwo drückt“ ich überließ Mr. Burkton und Marple die Anpassung des Sattels bei Stormbringer um hinüber zu Smaug und seinem Team zu gehen. „Smaug erhält eine andere Ausrüstung als die anderen, denn als Schlachtpferd Odins, soll er nicht nur durch seine Größe und Auftreten aus der Masse hervor stechen. Da die Lederrüstung jedoch an ihn angepasst werden muss, wird Smaug erst am Nachmittag in die Anprobe müssen. Ich hab ja bereits die letzten Tage mit ihm trainiert, denn in der Dressur hatte er ja noch ein wenig zu hadern, deswegen werde ich auch heute wieder auf ihm „vor reiten“ Gregory wird heute Abend seine erste Szene mit ihm haben und bis dahin soll er sich dann ausruhen können.“ Salera nickte nur, während Gregory ein wenig Enttäuscht daher blickte „ Du musst eh in die Maske um noch rechtzeitig „Odin“ zu werden, außerdem kannst du Smaug sicher nicht in der Dressur trainieren,oder?“ neckte ich den hochgewachsenen Mann vor mir. „Dafür werde ich mit ihm in die Schlacht ziehen können“ sprach er im brüsken Ton, des Gottes den er zu verkörpern hatte. Schüttelnd wandte ich mich den Teams zu, ließ sie anschließend in der Obhut eines anderen Trainers um mich meinem persönlichen Schutzbefohlenen zu kümmern – das Schlachtross. Der Hengst war für seine knapp drei Jahre wirklich sehr gelassen und brav, zeigte jedoch in der reiterlichen Ausbildung einige Lücken – gerade was auch die selbstständige Aufrichtung anbelangte. In der Zeit seit er hier auf dem Hof war hatte er bereits einiges dazu gelernt, das nicht nur in der Dressur durch mich. Zu seinem ohnehin ruhigen Charakter war eine gewisse Routine mit Stress hinzu gekommen, die gerade auf Körungen und Turnieren einmal von Vorteil sein würden. Mit dem Hengst am Zaum suchte ich mir eine der – im Moment – ruhigeren Ecken etwas außerhalb des Hofes um mit Smaug zu üben. In Gedanken zog ich mir Linien, die einen Platz für mich hier auf der Wiese darstellen sollten – da hinten der große Stein, die kleinen Flechten auf der gegenüberliegenden Seite und auch die Formation an Büschen weiter hinten. Die einzelnen Bahnfiguren hatte Smaug ohne weitere Probleme verinnerlicht, seine leichteste Übung war hierbei der einfache Galoppwechsel gewesen. Smaug war unheimlich wissbegierig weshalb das Training mit ihm einfach angenehm war, die konstante Anlehnung stellte ab und an einige kleine Hürden dar, doch alles in allem hatte Smaug eine Menge gelernt. Nach einer knappen halben Stunde des Trainings entledigte ich des Hengsts seines Sattels, legte ihm die gebisslose Trense an um mich mit Hilfe eines Steines auf seinen Rücken zu schwingen. Im Schritt folgten wir einer ganzen Weile, der Grünfläche des Hofes, vorüber an den Leuten die mit all möglichen Dingen beschäftigt war. Sah ich in Richtung der Weiden der Hengste sah ich bereits wie die Szene des Nachmittages vorbereitet wurden, auf dem Platz hinter mir ritten die Schauspieler ihre Pferde mit dem neuen Equipment, die Besitzerinnen der Ponys standen in der Mitte schienen manchmal kleine Anweisungen zu geben, doch konnte ich über die Entfernung nicht viel dazu sagen. Mit den Schenkeln trieb ich Smaug wieder in den Schritt folgte der zertretenen Grasnarbe, fragte mich dann innerlich wann sich das Land von diesem Film wohl erholt haben würde. Jetzt war es nur eine Woche da sie alle hier waren, doch langsam bereute ich es auch beinahe. Als ich den Hof über das Waldstück an der Geländestrecke weitestgehend hinter mir gelassen hatte, ließ ich Smaug die Zügel, trieb meine Schenkel heftiger als beabsichtigt in seine Flanken, sodass er mit einem Satz nach vorn sprang und durch den Wald davon preschte. Meine nun kürzer geschnittenen Haare wirbelten mir um den Kopf, doch bekam ich auch die Enden von Smaug´s wallender Mähne ins Gesicht. Mit der Hand griff ich hinein um irgendwo meinen Halt zu haben, wollte einen Moment einfach die Augen schließen um die Ruhe auch in meinem inneren zu suchen. Bald musste ich den jungen Hengst jedoch in seinem Lauf stoppen, da die Insel hier in beeindruckenden Klippen endete. Dort angekommen ließ ich mich vom Rücken des Hengstes gleiten, denn noch war sein Training für diesen Vormittag nicht ganz beendet. Nach einer Weile des herum Führens damit sich die Atmung beruhigen konnte stoppte ich den Hengst „stellte ihn ab“ und setzte mich zunächst zu seinen Füßen auf den Boden. Sobald er den Kopf senkte um zu fressen tippte ich ihm auf die Nüstern um dieses Verhalten zu „strafen“, sagte desweiteren lautstark „Nein!“. Um die Stufe der Schwierigkeit nun ein wenig zu erhöhen stand ich auf, lief um den jungen Hengst herum – zu aller erst ein wenig langsamer, dann auch immer schneller. Smaug lernte schnell und auch gern – innerhalb einer Woche hatte er dieses „Kunststück“ beinahe zu einer Art Perfektion gebracht. Nur geschah es ab und an dann doch das er den Kopf senkte um zu fressen, dies galt es ihm noch etwas abzugewöhnen. Auch Salera trainierte mit ihm erst auf Kommando sein Müsli zu sich zu nehmen, sodass die Übung des Stehens noch besser funktionierte. Mittlerweile konnte ich auf ihn zu rennen, die Arme lautstark in die Luft werfen oder gar ein Rad um ihn herum schlagen – hatte er das Wort „Steh“ vernommen bewegte sich Smaug nicht von der Stelle. Führend kehrte ich mit ihm zurück zum Hof, das Mittagessen stand an der Tagesordnung – beinahe 150 Leute wurden durch ein wahnsinnig tolles Catering versorgt, sodass ich mir das kochen in den letzten Tagen hatte sparen können. Zusammen mit den Trainern fand ich mich an unserem Tisch ein, wir hatten eine Menge zu besprechen, denn jedes der Darstellerpferde hatte eine ganz spezielle Aufgabe sowie Szene. Für die anstehende am Nachmittag stand nichts im Wege, in drei Tagen jedoch war die Szene mit der verletzten Walküre geplant – Aimiliani ihr Pferd musste dafür lernen „auf die Knie zu fallen“ sobald die Axt aus Schaumstoff sie an der Brust berührte. Danach würde sich die Stute langsam auf die Seite fallen lassen, damit es so aussah als sei sie tödlich verunglückt. Anschließend sollten mehrere Pferde tot auf dem Boden liegen, zwischen ihnen einige andere menschliche Leichen, der Hubschrauber oder aber eine Kameradrohne würde darüber hinweg fliegen um auch diese Szene im Bild zu haben – auch dort musste Aimiliani so tun als wäre sie nicht länger an Leben. „Jasper? Wie macht sich Aimi denn so?“ Jasper war der Trainer der Sammy beim Training mit der Stute zur Seite gestellt worden war. Jasper schluckte hastig an seinem Brot, begann dann zu husten als er sich verschluckt hatte, als er zu sprechen begann klang er beinahe ein wenig heiser. „Die Stute ist wirklich lernwillig! Das Knien stellt bereits keine Probleme mehr dar – sobald sie an der Brsut touchiert wird macht sie einen Kniefall. Das hinlegen stellt dann doch ein paar Probleme dar, aber nicht etwa im Sinne von sie weigert sich, sondern macht sie das einfach zu schnell. Wahrscheinlich muss da dann mit der Zeitlupe am Computer etwas getan werden, wenn wir das nicht hinbekommen wollten. Geht es aber weiterhin so gut voran könnten wir ab nächste Woche das ganze bereits mit einem Reiter probieren. Aber ich hab dich heute mit dem guten Smaug üben sehen, der Gute scheint auch Fortschritte zu machen.“ Ich winkte nur ab, wollte etwas erwidern als sich Kathleen in das Gespräch einzuklinken begann, sie trainierte zusammen mit Gwen Altair und auch Flying Rook, denn beide Pferde hatten eine Szene gemeinsam. „Ich finde es ja Wahnsinn, wie schnell sich Rook und Alatir aneinander gewöhnt haben – in der ersten Zeit hat Alatir doch ein wenig den Hengst heraus hängen lassen. Da hat ihm die Stute gezeigt wo der Haken hängt und et Voila es ging ohne weiteres. An die Kameradrohne über ihren Köpfen haben sie sich beide schnell gewöhnt, Rook hat sie von Anfang an beinahe ignoriert. Mit Halsring mitten unter den anderen Pferden, sowie in den Momenten in denen „die Heere“ aufeinander zu preschen bleiben sie stets gut kontrollierbar. Da wir so rasch voran kamen haben die beiden jetzt sogar gelernt noch besser auf die Stimmen der Reiter zu achten, zwei tolle Pferde Rook und Altair.“ Ich musste lachen, ja der Forrest Hengst machte mächtig was her, hatte durch diverse Turniere und viel Training auch mächtig Erfahrung mit Trubel. Mark´s Stute Rook kannte ich bereits, die der Stute zugeteilte Schauspielerin Judith Carter hatte sogar versucht die Criollostute zu kaufen. Armani und Kempa hatten lernen müssen einen Wagen zu ziehen – sodass sie im Grunde jetzt als beinahe „eingefahren“ eingestuft werden konnten. Der Hengst war erst kürzlich aus weniger guten Verhältnissen gerettet worden, hatte noch ein bisschen wenig auf den Rippen – erhielt hier jedoch eine ordentliche Portion Futter täglich. Durch den Kontakt zu anderen Pferden, den täglichen Weidegang und auch das Training schien das Leuchten in seine Augen zurück zu kehren. An der Seite der jungen Islandstute Kempa war er eher für die ruhigeren Szenen zuständig – wie sie angebunden vor einem der Ratszelte standen, sie zogen den Wagen mit der verletzten Walküre und waren in der Meute der „toten Pferde“ in die auch Aimiliani eingeteilt worden war. Mykene der Trainer von Varulv und auch von Stormbringer in Zusammenarbeit mit Hansi machten gute Fortschritte mit dem Training meiner beiden Hengste, die jedoch nur kleine Nebenrollen in den Kampfszenen bekommen hatten, oder eben die Walküren zu tragen hatten. Irgendwelche besonderen Tricks hatten sie nicht zu lernen, bis auf die Tatsache das auch die beiden ohne Trense geritten wurden. Peeta dagegen erhielt eine Sonderbehandlung, nicht nur da er durch seinen vorherigen Besitzer „bedroht“ war – er sollte das Pferd der Walküre Brunhild werden. Neben dem Training im „stehen bleiben“ erhielt er auch eine angefangene Fahrausbildung „Liliane, wie macht sich denn unser Peeta?“ Die ältere Frau sah von ihrer Suppe auf, legte den Löffel beiseite und rückte ein Stück näher heran um nicht so schreien zu müssen. „Wir haben ihn heute zum ersten Mal einen Autoreifen ziehen lassen – im Grunde wird er wohl nie vor eine Kutsche gespannt sein, aber etwas hinter sich her ziehen ist schon furchteinflößend für ein Pferd. Später soll er ja den toten Hrdodgar an der Reihe der Krieger vorbei ziehen – im Galopp. Davon sind wir noch etwas entfernt, aber auch Amanda die ihn reitet macht ihre Sache wirklich gut. Cayden hat uns heute beim Training unterstützt“ Cayden also…mhm….darauf wusste ich nichts zu sagen, schweigend nahm nun jeder sein Essen zu sich, hing irgendwie seinen eigenen Gedanken nach.
      Die Vorbereitungen für die neue Szene lief auf Hochtouren, die beiden zukünftigen Walküren hockten in der Maske während Gwen und Mark damit beschäftigt waren ihre Pferde zu kleiden. Die neuen Sättel kamen auf den Rücken, eine verzierte Schnur diente als Halsring. An den Vorderbeinen waren kleine „Armbänder“ mit Glöckchen befestigt, die Hinterbeine trugen nichts. Mähne und Schweif der beiden waren auf Hochglanz gestriegelt worden, später jedoch würde man etwas Kunstblut über die Pferde träufeln müssen um die Kriegsszene authentischer wirken zu lassen. Als jeder an seinem rechten Platz war, die Aufgaben verteilt und unnützes Zeug aus dem Weg geräumt worden war – begann der erste Drehtag für die Pferdeszenen. Man sah wie sich Amanda und Judith gegenseitig gelingen in der Schlacht wünschen, auf Pfiff rief Judith Rook herbei stieg in den Sattel um ihren Platz in des Heeres Reihen einzunehmen. Gregory in seiner Rolle als Odin schritt mit seinem Sleipnir die Reihen des Heeres entlang, sprach Worte des Mutes ehe die kämpfenden aufeinander prallten. Nun wurde von zwei Seiten aus gefilmt – Altair und Rook eher von oben, während eine der Kameras mitten im Geschehen stand und somit Stormbringer und Varulv im Blick hatte. Nach nur knapp 10 Minuten war die gesamte Szene im Kasten, denn sobald die Walküren von Feinden aus dem Sattel gerissen wurden, rannten die Pferde im Schlachtgetümmel davon. Ab da begann eine der anderen bereits gedrehten Szenen, die diese Schlacht zeigten. Auf dem Bildschirm wurde sich die Szene angeschaut, Theodor jedoch war noch nicht von den Einstellungen überzeugt, also wurde wieder alles auf Anfang gebracht und von neuem begonnen. Es benötigte drei weitere Wiederholungen bis wirklich jeder mit der Szene zufrieden war. „Tolle Arbeit Leute! Die erste Szene mit den Pferden ist im Kasten!“ rief Theodor lauthals.


      Teil 2
      by BluePearl & Ravenna
      (Ravenna als Sarah BluePearl als Siobhan)

      3 Wochen nach der Geburt von Fionn stand das nächste große Ereignis an: ein Filmfest. Caed Crevan hatte sich zu einem Filmset verwandelt und da wir Nachbarn waren unterstützte ich Sarah und Kathi. Ich hatte ein paar Pferde auf dem Hof aufgenommen. Klar, es war zusätzliche Arbeitet, aber es war alles abgesprochen. Da Eddie ziemliche Probleme nach ihrer Rückkehr hatte, war sie nun umgezogen. Die Tage wollte ich sie noch mal anrufen, denn ich wollte gerne ihre Auszubildende übernehmen, wenn Eddie da nichts gegen hätte und die junge Frau dagegen nichts einzuwenden hatte. Fionn ließ mich nicht wirklich viel schlafen. Daher war ich für jede Stunde dankbar, die er schlief, denn es war Erholung. Heute wollte ich beim Filmset vorbei schauen. Mark verbrachte quasi seine ganze Zeit drüber, da er mit Flying Rook trainierte. Tyson und ich wollten rüber fahren, da sie für eine Szene Rook und noch ein anderes der Pferde brauchten, das bei uns standen. Wir brauchten 7 Minuten bis zum Hof. Ich hatte die Babyschale auf der Rückbank angeschnallt. Da er gerade wach war, nahm ich das Tragetuch und schlang es mir zusammen mit Fionn um. Es war angenehm zu tragen und Fionn mochte es auch. Die Tasche mit den ganzen Babykram ließ ich im Auto. Wenn ich etwas bräuchte, dann wäre ich schnell wieder beim Auto. Ty lud die beiden Pferde aus, während ich die Stangen heraus löste. Dann gingen wir auf die Suche nach Sarah, da wir nicht wussten, wo die Pferde hin sollen.

      Zwischen all dem Chaos, sah ich Siobhan und Ty erst viel zu spät, eilte dann jedoch zu ihnen herüber. Am Halfter führte ich unser Schlachtross - Smaug, mit dem ich gerade vom Platz und einer erneuten Bodenarbeitssession kam. "Hey, da seit ihr ja. Entschuldigt, dass ich erst jetzt komme!" Dem Baby in seiner Hängevorrichtung verschuldete ich kaum eines Blickes - bei einem Wesen dieser Art vollführte mein Herz keinen Sprung. Bei einem Fohlen oder gar einem Welpen sah das schon wieder ganz anders aus - ich "bewunderte" jedoch jede Mutter für ihr Durchhaltevermögen sich solch einen Klotz für vielleicht mehr als 18 Jahre ans Bein zu binden.
      "Ach, mach dir keine Gedanken", sagte ich zu ihr. "Das wir pünktlich sind, ist ja schon ein kleines Weltwunder. Fionn hält uns ganz schön auf trab, auch wenn er gerade seinen ruhigen Moment hat. Wo soll Ty den die Pferde hinbringen", fragte ich sie. Fionn war momentan wirklich sehr ruhig. Vermutlich gab es einfach viel zu sehen.

      Erst nach ihrer Erwähnung schenkte ich dem Baby - Fionn - einen Blick, der Name erinnerte mich an den Hund den ich in meiner Kindheit gekannt hatte. Mit seinem weißen Fell und den Schlappohren hatte er seinem Namen "der Weiße" alle Ehre gemacht. Dem Baby fehlten jedoch jegliche Haare auf dem Kopf, da jedoch auch Siobhan von blonder Haarfarbe war, konnte man auch von ihrem Sohn davon ausgehen. Die noch blass blauen Augen des Kindes blickten noch in keine besondere Richtung, waren mehr geschlossen als geöffnet und sein Gesicht wirkte noch ein wenig aufgebläht - was jedoch auch an dem Umstand liegen konnte das ich Babys immer ulkig aussehend fand. "Naja, in den ersten Wochen wird es wohl nicht besser werden mit dem Geschreie des Kindes" obwohl ich irgendwie versuchte mehr Begeisterung in meine Worte zu legen, missfiel mir dies doch so ziemlich auf ganzer Linie. "Naja, also die Pferde - Rook könnt ihr getrost mit in den Offenstall stellen, die kennen sich ja alle noch aus dem Sommer." Im Sommer hatten einige meiner Stuten bei ihre auf den Weiden gestanden, da diese in der Nähe ihres Hofes waren. So hatten sie zumindest Zugang zu einer Weide gehabt, während Bucks da draußen herum fleuchte. "Sag mal hab ich schon erzählt das wir unseren Ausreißer Bucks endlich wieder gefunden haben?"
      Ich lachte. "Nein. Das wird wohl jetzt erstmal eine Weile lang so gehen. Aber das ist egal. Ich liebe ihn so sehr, dass ich das gerne auf mich nehme. Es muss sich auch erstmal alles einpendeln. Er schmeißt unser ganzes Leben durcheinander. Zum Glück kriegen wir bald Unterstützung. Eddi ist umgezogen und ich wollte ihre Auszubildene zu uns holen. Sonst kann sie ihre Lehre nicht zuende machen, was schade wäre. Ich wollte sie heute noch anrufen, wenn ich Eddei erreicht habe", erzählte ich ihr. Ich war froh, dass Fionn gerade leise war und den ganzen Trubel beobachtete. Er war ein Schatz. Als Sarah sagte, dass Rook in den Offenstall sollte und der Fries ein einen Paddock sollte, ging er los. "Ne. Das hast du mir noch nicht erzählt, aber wir haben uns auch lange nicht gesprochen gehabt. Ich bin momentan nur zu sehr ungewöhnlichen Zeiten zu erreichen. „Wie habt ihr ihn gefunden?“

      Gefunden haben wir ihn gar nicht, sondern eher zusammen getrieben - durch einen Wolfsangriff wurde er verletzt. Die Mutter hat er mit einem gezielten Tritt zur Strecke gebracht, der Vater ist verschwunden. Der Förster hat die drei vier Monate alten Welpen jetzt eingefangen. Ich hab mich jetzt dazu bereit erklärt sie zu mir zu nehmen. Die Mutter war kein reiner Wolf,sodass sie eben nicht unter das Naturschutzgesetz fallen. Sie ihrem Schicksal überlassen kann ich nicht. Ich werde stattdessen verantwortungsvolle Besitzer für sie suchen. So ist es an sich auch einfach besser, durch die Hundezucht meiner Eltern damals bin ich das sogar noch gewohnt ein zu Hause zu finden." Wir schlenderten durch die Menschenmenge hindurch zu den Ställen - dort wartete bereits Gregory um mir Smaug wieder abzunehmen. "Ganz schön viel Trubel haben wir hier auch schon! Gestern wurde die erste Szene gedreht in zwei Tagen steht bereits die neue an. Dieses Mal wird Peeta, der Hengst von Maren, im Mittelpunkt stehen. Rook hat ihre Sache gestern ja bereits wundervoll gemeistert!
      „Da habt ihr ja Glück gehabt, dass er wieder zu euch gekommen ist, wobei bestimmt noch viel Arbeit vor dir liegt, damit er zahmer wird. Gemeinsam werdet ihr das schon schaffen.“, meinte ich zu ihr. „Willst du auch einen Welpen als Hofhund behalten?“ Es kam nicht selten vor, dass Ställe Hofhunde hatten. Ich hatte auch schon ein paar Mal darüber nachgedacht, aber jetzt mit Fionn würde ich einem Welpen nicht gerecht werden. Marie und Mark könnten sich eher um einen Welpen kümmern, sobald die Wohnung fertig war. Sie hatten mir erzählt, dass sie in den letzten Zügen stecken und bald komplett fertig sind. „Das freut mich zu hören. Rook schient sich wohl so gut zu machen, dass die Reiterin sie gerne abkaufen möchte. Solange ich aber kein vergleichbares Pony für meinen kleinen Spatz habe, dass er später reiten kann, werde ich sie nicht aus der Hand geben. Da ich sie vom Tierschutz habe, muss ich mir auch sehr sicher sein, dass ihre neuen Besitzer viel Zeit haben und sich gut um sie kümmern.“

      "Oh ja, ein Pferd gibt man nicht leichtfertig aus der Hand, aber Rook ist auch wirklich einfach ein Spatz.Hätten wir noch Inmate gehabt, das kleine Fohlen wäre der ja beinahe perfekt gewesen, dann wären Pferd und Kind zusammen aufgewachsen!"
      „Das stimmt. Wobei ich gerne eine Welsh D hätte. Ob eine Freundin oder einen Freund für Was immer du tust, weiß ich noch nicht. Ich denke, dass es eher eine Stute werden wird, damit wir züchten können. Genauso habe ich mir das vorgestellt. Dann muss ich wohl bis nächstes Jahr warten, wenn ihr wieder Fohlen habt. Am Anfang kann Fionn noch Tollkirsche reiten, aber für sie wird er wohl schnell zu groß werden, weswegen ich jetzt schon ein bisschen die Augen aufhalte.“

      "Aber ihr habt doch auch noch ein junges Pferd...hier die kleine gepunktete...Kiss of..lalala" dabei fuchtelte ich mit der Hand in der Luft herum in der Hoffnung auf den Namen zu kommen, der mir irgendwie in den Gedanken lag.
      „Du meinst Kiss of Paradise. Ja, die Kleine wird 2 Jahre. Ich möchte einfach ein paar Ponys haben. Zudem weiß ich nicht, wie lange uns noch Bergkristall erhalten bleibt. Er hat ganz schön abgebaut und Eddie konnte nichts festestellen. Körperlich scheint es ihm gut zu gehen, aber irgendwie ist er nicht ganz bei einem. Wir haben mit ihm viel Bodenarbeit gemacht. Er schien ihm dadurch besser zu gehen, aber so ganz gefällt er mir nicht. Vielleicht möchte er sagen, dass er nur noch in Ruhe auf der Weide sein möchte. Ich möchte auch Ronja noch eine Chance nach Tollkirsche anbieten können, denn sie macht sich wirklich gut und ihre Mutter scheint es auch gut zu tun bei uns zu sein.“, erklärte ich ihr. Ich züchtete nicht aktiv und ich wollte meinen Schwerpunkt auch aufs Distanz reiten legen. Tyson hatte daran Gefallen gefunden, wenn er es mal langsamer angehen musste.

      "Mhm...verstehe...schon keine leichte Entscheidung, ja. Ich habe auch zwei junge Pferde, der eine könnte sogar beinahe perfekt sein für den Knirps" damit zeigte ich auch Fionn mit der Hand - erstaunlich wie ruhig er noch immer war." Aber den könnte ich nicht aus der Hand geben, Braum ist wirklich ein Schatz!Außerdem auch kein Welsh" grinste ich breit. "Willst du vielleicht nen Tee,oder so?"
      „Ich werde mich nochmal hinsetzten und einen Plan machen. Fionn soll sein eigenes Pferd kriegen. Das steht schon fest. Und halt das noch ein Welsh D zu uns kommen soll. Aber wann das sein wird steht noch in den Sternen. Ein Tee wäre toll“, antwortete ich ihr. Gemeinsam gingen wir hinüber zum Haus. Fionn hatte wohl genug alles still beobachtet. Jetzt entschied er sich dafür allen zu sagen, dass er da war, indem er anfing zu quäken. „Shhhh mein Kleiner. Ich glaube, der Kleine will auch was trinken. Ich kann ihn doch bei dir in der Küche stillen, oder?“

      Ich breitete die Hand aus "Wie dir beliebt" Noch war ich nicht genervt von dem Geräusch des Babys, denn der Wasserkocher übertönte alles andere. "Ich will Apfel, du auch?" damit dippte ich einen Teebeutel in die Tasse.
      „Ja gerne“, antwortet eich ihr. Ich wickelte das Tuch ab und zog mein Shirt aus. Ich hatte extra einen Stillbh an, sodass der kleine nun trinken konnte. Er war auch sofort wieder leise. „Fionn ist ein wahrer Schatz. An sich ist er sehr ruhig, außer er hat irgendetwas. So wie jetzt“, meinte ich zu ihr.

      Aus dem Winkel meiner Augen beobachtete ich wie sie ihren Sohn stillte, versuchte mich in einer dieser Situationen zu sehen, doch so sehr ich auch versuchte meinen sonst so wachen Geist auf dieses Ereignis zu lenken so trat es nicht ein. "Trotzdem würde ich mir so etwas nicht vorstellen wollen. Gebunden an so ein Kind" Ich schüttelte den Kopf, überlegte ob ich ihr erzählen sollte was ich gegen den Willen Caydens getan hatte...
      „Ich bin sehr glücklich darüber, dass er in mein Leben getreten ist. Er ist an mich und Tyson gebunden, das stimmt, aber das sind meine Pferde auch. Nur Fionn ist was ganz besonderes. Er wird immer bei mir sein, egal was passiert“, antwortete ich. So wortkarg hatte ich sie schon lange nicht erlebt. „Alles okay bei dir? Soll ich vielleicht lieber woanders mit ihm hingehen? Ich kann verstehen, wenn du hier viel zu tun hast und nicht für ein Pläuschchen Zeit hast.“

      Mit der Hand winkte ich ab, trug die beiden Teetassen zum Tisch hinüber, stellte eine vor ihr ab. Setzte mich anschließend auf den Stuhl ihr gegenüber hin, ehe ich einen tiefen Atemzug nahm. "Nein, der Tag ist fast vorrüber, heute hätte ich nichts mehr zu tun.Es ist nur der Umstand meiner momentanen Situation, der an meinen Nerven nagt." Noch hatte ich nicht den Mut ihr wirklich zu sagen, was geschehen war - es nagte nicht an meinen Nerven das ich das Leben in mir zunichte gemacht hatte, es war vielmehr der Schmerz das Cayden sich von mir zu entfernen schien...langsam und doch unaufhaltsam.
      Ich musste Fionn einmal umlegen und dann hatte ich auch eine Hand frei für den Tee.“Was ist den los? Kneifen kannst du jetzt nicht mehr. Erzähl mir was los ist und es wird eine Lösung geben.“ Ich hatte wirklich nicht viel mitbekommen in den letzten Wochen. Meine Welt hatte sich nur um Fionn gedreht. Jetzt wollte ich aber wieder für alle da sein.

      "In den letzten Tagen und Wochen ist ne Menge schief gegangen...als ich derletzt ins Krankenhaus gebracht wurde...stellte sich heraus das ich ein Kind erwarten würde." Ich stockte einen Moment, nahm einen Schluck des noch heißen Apfeltees, zog die Lippen wegen des heißen Getränks das meine Kehle hinab ran ein wenig nach hinten. "Ich habe wirklich versucht mit dem Gedanken zu leben das ein Kind in mir heranwuchs, doch eine Art des Hasses auf dieses Wesen hatte mich ergriffen. Ich wusste ich würde keine Mutter sein, niemals werden - nicht im Hass. Bei einer Untersuchung des Arztes wurde ersichtlich, das durch die Behandlung mit Antibiotika, wegen meiner Eileiterentzündung, das Kind wohl einen Schaden genommen hatte." Wieder nahm ich einen Schluck sah über den Tisch zu Siobhan, mit ihrem Kind in den Armen. Ich freute mich für sie, sie schien in dieser Rolle wahrlich aufzugehen. "Ich habe mich - bereits vorher - dafür entschieden das Kind abzutreiben." Das ich Cayden bei dieser Entscheidung nicht mit einbezogen hatte, verschwieg ich für den Moment, wusste jedoch das Siobhan diesen Umstand bemerken würde.
      Erst wollte ich ihr alles gute wünschen, doch dann erübrigte sich dann. „Mit der Entscheidung bist du aber zufrieden oder bereust du es jetzt? Ich hätte mich nie gegen mein Kind entscheiden können. Es ist ein Teil von mir und selbst, wenn Ty nicht wieder zurückgekommen wäre, hätte ich das druchgezogen. Was sagt Cayden den dazu?“ Soweit ich wusste fand er Kinder toll. Ich verstand auch nicht, wie sie selbst ihr eigenes Kind nicht mögen konnte. „Ist es denn okay für dich, dass ich Fionn mitgebracht habe? Oder kannst du ihn auch nicht..... leiden?“

      Ein zaghaftes Lächeln erschien auf meinen Lippen, im vollen Bewusstsein, das ich die Frage mit Cayden überging. "Er ist wie du bereits gesagt hast an dich gebunden, nicht an mich selbst, ich kann vielleicht mit kleinen Kindern nicht viel anfangen. Mein Herz mag nicht springen bei dem Gedanken an ein Baby, aber im Grunde habe ich nichts gegen ihn." Mein Blick blieb an dem Kind hängen, dessen Kopf ich nur sehen konnte. Dann atmete ich wieder auf "Du fragtest was Caydens Meinung dazu war....er war aufgebracht. Ich habe diese Entscheidung für mich allein getroffen." Ich senkte den Blick, tiefe Traurigkeit überwältigte mich, "Ich war Egoistisch, doch er hätte nicht von mir verlangen dürfen ein Kind zu bekommen das ich nicht bekommen wollte. Doch tut es mir so unendlich weh ihn damit so verletzt zu haben." Noch keinem hatte ich erzählt., das er im unbändigen Zorn die Hand gegen mich erhoben hatte, doch kannte vertraute ich Siobhan. "Cayden hat seiner Wut mir gegenüber Ausdruck verliehen, als er mich schlug - doch einen Moment später umarmte er mich, wir beide weinten. Dann war ich fort zu einem Training, als ich wieder zurück kam war er auf einem Wanderritt in Kanada. Seitdem er wieder zurück ist...wechselten wir kein Wort miteinander." Das ich ihm regelrecht aus dem Weg zu gehen versuchte verschwieg ich ihr jedoch.
      „Das freut mich zu hören. Hörst du mein Kleiner? Sarah hat nichts dagegen, dass du mit mir gekommen bist“, sagte ich zu Fionn und strich ihm über seine Pausbäckchen. Es war gerade nicht der richtige Augenblick um sie zu fragen, ob sie sich nicht dennoch vorstellen könnte Patin zu werden. „Ich kann verstehen, dass Cayden wütend war und wieso er sich verletzt fühlt. Du hast ihm einen Teil von ihm genommen , ja herausgerissen, ohne vorher zu fragen. Auch, wenn sie sonst nicht die gefühlsduseligsten Menschen sind, bei Baby und Kindern kennen sie jede Menge Gefühle. Denk mal daran zurück, wie sehr Ty mich ins Haus einsperren wollte, nur damit dem Kind nichts passiert. So wie ich Cayden kenne, scheint er Kinder zu mögen. Er hatte sich bestimmt vorgestellt, dass ihr eine kleine Familie werdet. Dennoch ist das keine Entschuldigung für seinen Ausraster. Ihr müsst darüber reden, wie ihr eure Zukunft gestalten wollt und vorallem wie es mit dem Thema Kinder aussieht“; riet ich ihr. „Geh ihm nicht aus dem Weg, da es ihn noch mehr verletzt. Versuch ihm zu erklären, wieso du Kinder nicht magst oder warum du keines haben möchtest.“

      Als ich einen weiteren Schluck aus meiner Tasse hatte nehmen wollen bemerkte ich das sie bereits leer gewesen war. "Wir sollten darüber reden, doch jetzt mitten in den Dreharbeiten finden wir kaum freie Momente." Durch den Henkel der Tasse spielte ich an ihre herum, drehte sie durch meine Hände. " Ich könnte ihm jedoch nicht erklären wieso ich Kinder nicht leiden kann....sollte er jedoch Familienwünsche haben, so bin ich nicht diejenige mit denen er sie erfüllen könnte. Durch die späte Erkennung meiner Entzündung verlor ich die Fähigkeit Kinder zu bekommen"
      „Ihr müsst euch die Zeit nehmen. Es ist wichtig, dass ihr euch darüber aussprecht.“ Es war wichtig zu reden. Vorallem, wenn es so wichtige Angelegenheiten sind. „Das tut mir Leid. Davon weiß er auch noch nichts oder? Ich würde dich jetzt nur zu gerne in den Arm nehmen, aber da ist wohl gerade jemand anderes an der Reihe“, sagte ich zu ihr. Fionn trank gierig und ich wusste jetzt schon, dass er gleich einschlafen wird. „Ihr könnt auch noch ein Kind adoptieren, wenn ihr Kinder haben wollte. “

      Erneut winkte ich ab, "Ich bin darüber nicht sonderlich traurig, wenn ich wirklich darüber nachdenke. Aber du hast Recht, wir kommen nicht darüber hinweg miteinander zu reden." Dann hielt ich einen Moment inne im Spiel mit der Tasse. Überdachte ihre Idee mit der Adoption, wenn das Kind bereits älter wäre, so müsste ich keine Mutter im ersten Sinne sein...ein Lehrer um es das Leben zu lehren..."Vielleicht ein älteres Kind...das könnte ich mir sogar vorstellen" dabei zeigte sich zum ersten Mal in den letzten Minuten ein ernst gemeintes Lächeln auf meinen Lippen.
      „Reden müsst ihr auf alle Fälle. Cayden und du müsst herausfinden, was ihr von eurem Leben wollte und ob das zusammen passt. Ignorieren bringt nichts“, meinte ich zu ihr. „Wenn sie älter sind, sind sie auch nicht so schlafraubend. Fionn kann das ganz gut zu den unmöglichsten Zeiten wach zu werden und es alle wissen zu lassen.“ Es würde ihr nicht helfen, wenn sie nicht mit Cayden sprach. Es war besser zu wissen, wie sehr er sich eine Familie wünschte. Wenn er ein Kind wollte und Adoption keine Option für ihn war, standen die beiden vor einem Problem. „Zudem würde man mit einer Adoption einem Kind helfen, denn ich weiß, dass ihr gute Eltern sein würdet.“

      Eine ganze Weile hing ein jeder von uns seinen Gedanken nach, als in das stätige Saugen des Säuglings plötzlich komplette Stille eintrat. Siobhan zog sich langsam wieder an, während das Kind in einer Seelenruhe zu schlafen schien. "Irgendwie werden wir uns zusammen raufen...irgendwie" sprach ich, wurde mir bewusst das ich meine Stimme gesenkt hatte um Fionn in seinem Schlaf nicht zu stören."
      „Ihr werdet das schon schaffen“; sagte ich leise zu ihr, da der Kleine eingeschlafen war. „Jetzt haben wir erstmal etwas Ruhe. Vielleicht 2 Stunden, wenn ich Glück habe. Schnapp dir Cayden heute Abend und dann redet darüber. Tyson habe ich auch erst ignoriert, aber am Ende war es besser zu reden und hätte ich schon früher mit ihm geredet, dann hätten sich einige Dinge von vorn herein geklärt.“

      Ich nickte bedächtig, meine Lippen aufeinander gepresst - Cayden kehrte am Abend nicht in dieses Haus zurück. Er schlief in dem noch nicht ganz fertig gestellten Hotel um "zu arbeiten"...er sprach es nicht aus, doch auch er ging mir aus dem Weg. "Das wird gar nicht so leicht werden.“
      „Du fängst ihn einfach ab, bevor er losfährt. Solltest du das nicht schaffen, dann fährst du ihm halt hinterher. Wir erschaffen jetzt nicht unnötige Hindernisse um sich vor dem Gespräch zu drücken“; meinte ich zu ihr. So leicht würde das nicht werden, aber es musste getan werden. Ohne ein Gespräch würde das hier bald alles eine Eislandschaft sein.

      Mein Kopf bewegte sich von oben nach unten, verursachte ein nicken...."Sollte ich nicht den Mut dazu finden, wird es einfahren....der Hof ist ein Teil meines Lebens, doch sollte es zum Stillstand kommen müsste ich wohl gehen. Das ist das letzte was ich will, sodass ich mich um ein voran kommen kümmern muss."
      „Und was soll ich bloß ohne meine tolle Nachbarn machen? So weit lassen wir es nicht kommen. Vorallem, wenn es sich nur um ein Gespräch handelt. Zur Not fessel ich euch beide an einen Stuhl und ich mache euch erst wieder los, bis ihr euch ausgesprochen habt“; sagte ich zu ihr und lächelte. Manchmal brauchte man einen Stups von einem anderen.

      Jetzt warf ich meinen Kopf in den Nacken, ein herzliches Lachen entrann sich meiner Kehle als ich mir die Szenerie bildlich in meinen Gedanken vorzustellen begann. "Wir können beide sehr stur sein, das ist dir aber schon klar. Es könnten Monate vergehen, wenn wir da sitzen"
      Ich lachte mit ihr.“Du das stört mich nicht. Ich hab ja noch Fionn, der uns alles unterhalten wird, falls ihr es nicht schafft. Und Essen gibt es übrigens auch kein für euch. Dann dauert es vielleicht doch keine Monate.“ Klar war das war nur ein Scherz.

      "Okay...ich kenne meinen Magen, der wird sich ordentlich beschweren, wenn er nichts zu Essen bekommen bekommt. Aber mal im Ernst.....es wird trotzdem nicht leicht werden. Danke für deinen Beistand."
      „Wofür sind Freundinnen den sonst da. Und wehe ich komme morgen wieder und das ist nicht geklärt. Dann schnappt klein Fionn euch beide und hält euch mit seinem atemberaubenden Geschreie so lange fest, bis ihr redet.“ Ja, auch mein Schatz wollte immer pünktlich sein Essen haben.

      Ich nahm die Hände in die Luft, wie um mich zu ergeben. "Oh Götter bewahre"
      "Siehst du mein Engel - du bist jetzt schon ein gefürchteter Krieger", sagte ich leise zu meinem Spatz."Darüber wird dann der nächste Film- Wie Fionn der schreiende Krieger alle zum aufgeben bewegt."

      „Ach ja, dann hat er also einen Kriegsschrei ähnlich dem von Xena?" Ich dachte an die gefürchtete Kriegerprinzessin aus der Serie meiner Kindheiten, reflektierte wie ich einmal werden wollte wie sie. Jetzt musste ich in ihre Haut schlüpfen um den Mut für ein weiteres Gespräch mit Cayden zu bekommen.
      „Also bitte Sarah. Fionn ist doch kein Mädchen. Sein Schrei ist viel männlicher, auch wenn man das Momentan noch nicht hört.“ Schreien konnte er ganz gut. Aber zum Glück tat er es nicht lange. Es gab auch Babys, die einfach grundlos schrieben um Aufmerksamkeit zu bekommen, aber Fionn tat das nicht. Er schaute sich lieber die Welt an.

      "Na dann kann ich ja beruhigt sein, aber" ich warf einen Blick auf die Uhr " ich will noch meinen allabendlichen Gang zu Bucks machen. Entweder du begleitest mich mit zu ihm,oder aber du begleitest Ty nach Hause?"
      „Ich denke, ich sollte mit Ty nach Hause fahren. Sonst sitze ich hier fest und keiner kann schlafen“, meinte ich zu ihr. Langsam stand ich auf und gemeinsam gingen wir nach draußen. Wie ich es mir gedacht hatte, hatten Tyson und Cayden sich verbrüdert und die Zeit zusammen verbracht, während Sarah und ich geklönt hatten.

      Mein Blick richtete sich zuerst auf den Boden als wir nach draußen traten, dann hob ich ihn jedoch in Gedanken bei der Kriegerin die ich immer hatte sein wollen. Mit dem Film war ich diesem Wunsch noch so viel näher gekommen. "Hallo Ty, wir sind dann auch fertig. Frau und Kind sind bei bester Gesundheit, wenn du sie also mitnehmen willst." sagte ich lächeln
      Ty lachte. „Möchtest du keinen Schreihals bei dir beherbergen? Dann nehme ich meine Frau und meinen Sohn mal lieber mit. Nicht, dass sie noch wegen Ruhestörung auf den Scheiterhaufen muss.“ Ich schüttelte lachend den Kopf. „Das laute Organ hat er von dir. Er schläft gerade. Nimmst du ihn mal? Ich kann ihn langsam nicht mehr halten. Mein Arm schläft ein.“ Ty nahm mir das kleine Bündel ab und ich umarmte Sarah. „Denk daran was wir eben besprochen haben. Ich komme morgen wieder.“

      Letzteres sagte sie leise an meine Schulter gesprochen, so hatte selbst ich Probleme sie wirklich zu verstehen, doch wisperte ich ein "Natürlich" zu ihr zurück. Ein Stück folgte ich der Truppe noch, bis ich mich endgültig von ihnen abnabelte um zurück ins Haus zu gehen
      Gemeinsam fuhren wir zurück. Es war ein anstrengender Tag gewesen und morgen würde es nicht viel einfacherer werden. Das wusste ich jetzt schon.Ich würde auf jeden Fall nochmal vorbeikommen um herauszufinden, ob Sarah meinen Rat befolgt hatte. Zuhause angekommen fanden wir eine Notiz von M+M. Sie hatten mit Lovegame und Illumina einen Ausritt gemacht. Ronja war heute wohl auch da gewesen und hatte sich um Tollkirsche gekümmert. Was immer du tust hatten sie freilaufen lassen, genauso wie Bergkristall. Terminator hatte sich an der Longe austoben dürfen. Cry hingegen hatte heute mit Mark an ihrem Springstiel gearbeitet. Kiss of Paradise hatte wohl seit neustem gefallen daran gefunden den Pferden bei der Arbeit zusehen. Tyson ging noch zu Sunnivah und kuschelte mit ihr ,bevor er die Pferde fütterte und zu uns ins Haus kam.

      In der sanften Abendbrise schienen sich die Bäume leise zu unterhalten, mein Blick folgte noch einer ganzen Weile dem immer kleiner werdenden Auto, bis ich den Blick schroff abwandte und in Richtung von Bucks Korall lief. Schnaubend stand der Hengst da, brummelte leise als er mich kommen sah – vollzog mein Herz doch einen Sprung bei diesem Ton, so wusste ich doch das es eher dem Apfel in meiner Tasche galt als mir selbst. Jeden Abend führte mich seit knapp 3 Wochen mein Weg zu ihm, ich warf ihm einen Apfel zu, flüsterte ein paar liebevolle Worte ehe ich wieder ging. Manchmal streckte ich den Apfel auf der Handfläche zu ihm hinein, doch noch hatte seine Neugier nicht gesiegt. Theodor hatte eingeworfen, den Hengst ein paar Tage hungern zu lassen, dann mit einem Eimer Müsli hinein zu gehen um ihn zu locken, doch hielt ich von solcherlei Methoden eher weniger. So konnte ich jedoch auch nicht leugnen, dass sie in meinem Hinterkopf verborgen blieb. Zusammen mit den anderen Besprach ich beim Abendessen, die nächste Szene von Peeta die ich den frühen Morgenstunden gedreht werden sollte – wenn der Nebel sich aus Nilfheim erhob. Cayden schien sich besonders mit Gregory sehr gut zu verstehen, die über diverse Techniken des Showkampfes plauderten. Morgen würde ein erster Versuch, einer Szene mit Smaug anstehen, stehen war hierbei sogar das richtige Thema. Odin in diesem Falle verlieh seiner Geliebten Brunhild die Ehre Götter zu töten, am Abend vor der Schlacht unternehmen sie einen gemeinsamen Ritt. Nahe bei den Klippen würden also Peeta und Smaug eng beieinander stehen müssen, während die Schauspieler sich in den Rollen von Odin und Brunhild küssten. Später würde die Szene heraus gearbeitet werden, wenn Brunhild sich ebenfalls auf den Rücken Smaugs schwingt um ihrem Geliebten näher zu sein. Dies war etwas was bisher noch nicht in seinen Übungsstunden gemacht worden war. Das Personal kümmerte sich um den weiteren Abwasch, sodass ich dies nicht kümmern würde. Nach und nach verließen die Gäste des Hofes das große Esszelt um sich in ihre Betten zu verziehen. Das Gewusel auf dem Hof wurde immer weniger, bis schlussendlich nichts mehr davon zu spüren war. Hansi und Aiden hatten sich verzogen, Kathi hatte ich den ganzen Tag noch gar nicht gesehen. Mir gegenüber saß noch Cascar, die Varulv bei den Dreharbeiten mitversorgte und sogar in einer der Reitszenen das Double hatte spielen können. Gwen und Cayden saßen am anderen Ende des Tisches in ein Gespräch vertieft wie es mir schien – die beiden waren zusammen aus Kanada hierher gereist um beim Dreh teilzunehmen, doch nur eine würde wieder gehen. Ich dachte an das Versprechen welches ich Siobhan gegeben hatte, blickte immer wieder zu Cayden hinüber, bis sich wie durch ein Wunder unsere Blicke trafen. Nur mit einem leichten Nicken deutete ich nach draußen, als er seinen Blick abwendete sank ich in mir zusammen, dachte er hatte es nicht gesehen, nicht sehen wollen. Es dauerte nicht lange, da erhob er sich verabschiedete sich von Gwen und verschwand aus der Zeltöffnung – ich meinerseits würgte Cascar ab, wenn dies auch nicht die feine englische Art war und rannte ihm beinahe hinterher. Rannte passte schließlich ganz gut, denn mit dem fortgeschrittenen Abend stolperte ich ihm beinahe in die Arme bei meiner leichten Tollpatschigkeit. Da waren wir also, standen nur wenige Meter von einander entfernt und wussten nichts zu sagen, dabei wusste ich um eine Zeit in der es anders gewesen war…um so vieles anders. Ein Kloß presste mir die Luftröhre zusammen, wütend nahm ich das leise verräterische Kribbeln in meiner Nase wahr…NEIN! Ich wollte jetzt nicht weinen. So sehr ich auch versuchte es durch das Anhalten der Luft zu bewerkstelligen, die Luft entwich mir mit einem lauten Seufzer als erste Tränen meine Augen zum überlaufen brachten. Mit wenigen Schritten hatte ich die Distanz zwischen uns überbrückt, suchte halt in seinen kräftigen Armen wider meines Glaubens erhielt ich diesen.
      Irgendwann als ich wieder zu sprechen vermochte sah ich zu ihm hinauf, wenn auch wenig zu erkennen war – nicht nur wegen des Tränenschleiers vor meinen Augen. „Ich kann das nicht länger ertragen, diese Stille zwischen uns. Ich habe einen Fehler begangen, einen Fehler den ich schon in der Vergangenheit oft begangen habe….ängstigt mich etwas renne ich davor weg, breche die Zelte ab und kehre ihm den Rücken zu.“ Ich tat eine kleine Pause um ihm die Möglichkeit zu geben mir zu antworten, doch er hielt mich nur eng an seine Brust gepresst. „ Cayden, du wusstest ich wollte nie ein Kind, das habe ich ewiglich gepredigt….als es dann geschah…spürte ich mit jedem Tag einen Hass auf dieses Wesen das dort in mir wächst. Ich habe versucht mich damit abzufinden, ich wollte es…für dich, weil du dir so sehr eine Familie gewünscht hast.“ Da streckte er seine Arme von sich aus, die Hände an meinen Schultern, sodass ich von seiner Brust fort gerissen wurde. Mit kratziger Stimme als habe er sie lange nicht benutzt, oder unterdrücke selbst die Tränen antwortete er „Du wolltest wirklich…?“ Ich nickte, war mir nicht sicher ob er es sah, doch würde er die Vibration der Bewegung spüren. „Du hast nie gefragt weist du…ob ich es behalten möchte. Als du mit dem Strampler ankamst wusste ich du wolltest es unbedingt. In meinem Hirn legten sich alle Schalter um, ich selbst spürte mich gefangen…ein wenig meiner Entscheidung beraubt und verletzt, denn du würdest nicht von deinem Gedanken ablassen. Also verrannte ich mich noch mehr in meinem Hass. Wie kann ich Mutter werden, wenn ich von Hass erfüllt bin?“ Noch einmal hielt ich inne, ein wispern nicht lauter als der Windhauch um mich herum kam von Cayden, er räusperte sich um es lauter zu sagen „Es tut mir Leid, wirklich, wir hätten uns mehr absprechen sollen…bei allem, wir haben Fehler gemacht.“ Ich nahm seine Entschuldigung nicht auf, „Als ich dann bei dem Ultraschall war, sagte der Arzt mir das Kind habe durch die späte Erkennung meiner Krankheit einen gewissen Schaden genommen, es würde krank zur Welt kommen, da war für mich klar das ich es gehen lassen würde. Es sollte nicht krank in eine Welt geboren werden in der seine Mutter es hasst, ich weiß ich hätte mit dir reden sollen. Es tut mir ebenfalls Leid, dich nicht einbezogen zu haben“ Wir lösten uns von einander, spazierten ein wenig ohne bestimmtes Ziel über den Hof hinweg sprachen nicht länger über das was geschehen war. Cayden berichtete von seinem aufregenden Ritt durch Kanada, die Gespräche mit Matthew und wie toll sich Willow bei dem Ritt angestellt hatte. Erst spät in der Nacht nach etlichen Stunden der belanglosen Gespräche kehrten wir in unser Haus zurück. Einen Moment blieb ich unschlüssig auf der Treppe stehen die Füße auf der zweiten Treppe fragend meine Hand ausgestreckt. Cayden jedoch fasste mich nicht bei der Hand, stattdessen trafen seine Lippen auf die meinen. In diesem Kuss lag eine Art Hunger der auch in mir zu wachsen begann, erst jetzt wurde ich mir wirklich bewusst wie sehr ich ihn brauchte, wie sehr ich an diesem Mann hing. Als wir küssend auf das Bett nieder gingen, hielt er einen Moment inne – in seinen Augen glitzerte etwas…es schien eine letzte Frage zu geben „Was wäre das Kind geworden?“ sprach seine raue, angespannte Stimme. Schnell huschte mein Blick davon, danach hatte ich nicht gefragt…also schüttelte ich den Kopf „Was hättest du dir gewünscht?“ seine Hand strich mir eine meiner roten Strähnen aus dem Gesicht, küsste meinen Scheitel, meine Nasen und ich hungerte danach das er mir eine Antwort gab um ihn wieder küssen zu können. „ein Mädchen“ waren die letzten Worte, die er sprach ehe wir uns einander zuwandten, nach so vielen Wochen des Zwists zwischen uns.
    • Veija
      Alter Pflegebericht 12 - Fortsetzung
      30. August bis 28. September 2014 by Ravenna und BluePearl
      (Ravenna als Sarah, Ravenna als Cayden , BluePearl als Siobhan)

      Teil 3
      Als ich an diesem Morgen erwachte erkannte ich an den leichten Sonnenstrahlen, die durch das Zimmer schienen das es bereits viel zu spät war. Ich fuhr hoch, blickte mich um nur um von einer starken Hand am Arm zurück unter die wohlige Wärme der Decken gezogen werden. "Es ist viel zu spä..." jeder weitere Prostest wurde sinnlos als meine Lippen in einem Kuss gefangen genommen wurden. Cayden legte die Hand dabei an die Beuge meines Halses,ein Schauer lief mir dabei über den Rücken. Wie sehr ich ihn vermisst hatte war mir erst am Abend bewusst gewesen, da ich einer ertrinkenden gleich an seinen Lippen gehangen hatte.Unwillig entzog ich mich des Kusses "Vor der Szene muss ich noch bei Bucks vorbei schauen! " protestierte ich, das Lachen von Cayden kam zwischen seinen Lippen hervor klang jedoch eher nach dem Schnurren einer Katze. Worte sprach er jedoch nicht, seine Hand löste sich vielmehr von meiner Hüfte ein letzer Kuss auf die Stirn und ich war entlassen. Ihn versuchend nicht anzusehen zog ich mich an,eine schwarze Reithose die schon längst nicht mehr an mir wegzudenken war und mehrere verschiedene Oberschichten.Der Herbst setzte langsam ein,hier in den Highlands blieb man in dieser zeit selten trocken entweder peitschte ein unablässiger Regen zu Boden oder aber die Nebel waren so dicht das man selbst von ihm klamme Kleidung bekam. Auch heute erhob sich ein Dust der von der Sonne in goldenes Licht getaucht wurde, auf das übliche Haare kämen verzichtete ich einfach. Indes hatte auch Cayden sich aus dem Bett erhoben, streckte seinem Körper nach allen Seiten um die Bettschwere los zu werden und nahm dann seinen Platz neben mir am Schrank ein. Während er sich also begann anzuziehen,machte ich mich in unsere kleine Küche im Dachgeschoss. Beim eingießen des Tees legten sich unerwartet Arme um mich,als Cayden mir einen Kuss in den Nacken gab. Das tröstete mich beinahe darüber hinweg das ich mir das heiße Wasser über die Hand geschüttet hatte. Mit wenigen Schritten Cayden auf meinen Fersen huschte ich zum Wasserhahn ein leises "Ah." entrang sich mir als wohlig kaltes Wasser über die leicht verbrannte Haut perlte. "Tut mir Leid" sprach Cayden goß nun selbst Wasser in die Tassen,schob sie zu mir herüber. "Was für Szenen sind denn heute an der Reihe?" fragte er während seine Lippen geschürzt waren um den Tee zu kühlen. "Peeta ist heute gleich zweimal an der Reihe...einmal muss er die *Leiche* über das Schlachtfeld ziehen und anschließend die Szene in der Smaug und er an den Klippen stehen während Brunhild und Odin einander küssen." Aus dem Augenwinkel blickte ich ihn an,lächelte verschmitzt "Für die weitere Szene muss Smaug noch vorbereitet werden...willst du mir dabei helfen?" Offensichtlich kannte er den weiteren Verlauf nicht betrachtete mein Lächeln,zog dabei eine Augenbraue nach oben "Jaaaa?" zog er das Wort unnötig in die Länge. Ich trunk den Rest meines Tees, "Heute um 18 Uhr an den Stallungen" ich zwinkerte ihm zu,schenkte ihm einen Abschiedskuss um dann nach unten in den Flur zu eilen und mich in die Gummistiefel zu quetschen - wie es schien brauchte ich bereits wieder neue. Auf dem Weg quer über den Hof schaute ich suchend in die Runde nach einem bereits bekannten Gesicht,zwar erkannte ich Gregory und auch Judith winkte mir zu,doch war ich auf der Suche nach der großen, pumeligen Gestalt von Theodor selbst. Ihn fand ich schließlich an der Stelle an der sich das "Heer" bereits eingefunden hatte, auffallend schwenkte er die Hände in der Luft,sein rundes Gesicht angelaufen und die wenigen Fusseln seines Hauothaares schwankten hin und her- ganz offensichtlich war er wegen etwas in Rage geraten. "Schafft diesen versoffenen Typen hier her!Gibt ihm meinetwegen eine kalte Dusche um ihn hierher zu befördern!" kamen die Worte an meine Ohren. Fragend kam ich näher, als sein Blick auf mich traf wurde seine Gesichtsfarbe schon ein wenig mehr dem normalen entsprechend."Was ist dir denn unter die Haut geraten?" Offenbar verdrießlich das ich das Thema ansprach wurde er um ein paar Nuancen dunkler "Randall" knurrte er nur "Ein Mann der mit seiner Kamera verwachsen scheint, mein bester Kameramann,der jedoch mehr gefallen am Alkohol gefunden hat.Nur Ärger mit dem Kerl,leider der einzige der den Kran betätigen kann." Theodor rollte die Augen,fixierte irgendwas hinter mir..ich drehte mich halb um. Da kam ein Mann auf uns zu, die kurzen Haare klebten ihm direkt am Kopf,seine Augen waren leicht geschlossen und eine Hand rieb sich den Kopf.Als er jedoch Theodor unter die Augen trat war sein Blick heller und ohne weiteren Kommentar begab er sich zu seinem Equipment. Theodor indes schüttelte nur den Kopf,strich sich durch die nicht vorhandenen Haare und brüllte einige Befehle durch die Gegend.
      Die Pferde wurden noch einmal kontrolliert,in ihre Stellung gebracht bis Theodor nach seiner "Brunhild" auf Peeta rief.An ihrem Gürtel hing bereits die Peitsche mit der sie die Leiche hinter dem Pferd her ziehen würde. Peeta hatte in der vergangenen Woche eine Art Intensivtraining absolviert - das ziehen von Autoreifen war kein Problem mehr.Zusammen mit meiner Stute Willow hatten wir ihn sogar vor eine der Kutschen gespannt und...ganz der brave Hengst klappte auch diese Übung ohne weitere Probleme! "Bist du schon aufgeregt? " flüsterte ich ihm ins Ohr, bei meinen Worten hob er den Kopf blieb ansonsten doch in einer gewissen "Leck mich" Stimmung,die sich alle der Pferde angewöhnt hatten in den vergangenen Wochen...bei der Arbeit waren sie aufmerksam,agil und immer bei der Sache,der Trubel um sie herum ließ sie vollkommen kalt.Waren Stormbringer,Aimiliani und auch Kempa zu Anfang ein wenig aufgeregt,beinahe etwas nervös gewesen standen sie nun mit leicht geschlossenen Augen ,ein Bein entlastet inmitten der Menge auf ihren Einsatz wartend. Gerade das sich mein einst wilder Hengst so gelassen hab,ließ mich auch Hoffnung in Bucks schöpfen. Peetas Zügel wurden mir aus der Hand genommen,unsere Brunhild setzte sich in den Sattel um vor die Kamera zu reiten. Dort angekommen schwang sie sich wieder vom Rücken, bekam ihren Platz zugewiesen während Peeta einfach da stand. Einige wenige Schritt von ihm entfernt befand sich Smaug in voller Montur,mit einem imposanten Wikingerkrieger auf dem Rücken. Leise pfiff ich durch die Zähne, so konnte man sich Odin vorstellen, in Gregorys Hand befand sich ein riesiger Speer...Gumnir...sein Auge wurde durch eine Klappe verdeckt und sein Haar zu einer kunstvollen Frisur verschlungen. Da ging die Szene bereits in die erste Runde, Brunhild band die Peitsche um die Beine der Leiche und pfiff - ein ebenfalls entscheidender Moment für Peeta. Der Hengst hob aufmerksam den Kopf, drehte den Arsch herum und galoppierte auf sie zu,die erste Hürde war genommen. Mit einem Sprung landete Judith im Sattel,"bohrte" Peeta die Haken in den Bauch und dieser Sprang sofort los galoppierte an Smaug und all den anderen vorbei während unsere Brunhild ihren Kriegsschrei zum besten gab.Das Volk der Asen und Wanen begann zu jubeln,die Schwerter klapperten gegen die Schilde und unsere Newcomer unter den Filmpferden Smaug und Peeta schreckten davor nicht zurück. Als die Szene vorüber war begann das knapp 60-köpfige Team zu klatschen und zu jubeln. Theodor wollte noch zwei weitere Male die Szene drehen "Ist immer besser so zum Vergleich!" anschließend war das Team wieder damit beschäftigt die gesamte Kulisse abzubauen,sowie den Greenscreen vor dem Smaug gestanden hatte - später konnten so die vier zusätzlichen Beine angebracht werden. Ich half Gregory noch sich von seiner Rüstung zu befreien,anschließend versorgten wir Smaug ausgiebig."Der hat nachher nochmal Training. " sagte ich.Gregory hing halb über dem Rücken des Hengstes,deutete auf mich und grinste ein wenig...oder was war es? Seine Hand zeigte auf mich "An diesem Morgen wirkst du so...beschwingt? Gehe ich also richtig in der Annahme das du wieder die.die Vorzüge eines Partners genießt. " auch wenn Gregory nicht offen aussprach der Gedanke mit einem Mann - oder eher egal wem - über mein Nachtleben zu reden versetzte mich gleich in einen Zustand der mich erröten ließ. Meine Kehle fabrizierte ein Husten "Wenn du damit meinst wir haben uns ausgesöhnt,ja." damit widmete ich mich einem kleinen Dreckfleck auf der Schulter des Hengstes. Dabei versuchte ich mich einzig darauf zu konzentrieren sah jedoch aus dem Augenwinkel wie Gregory breit lächelte...etwas daran störte mich.Das Lächeln das seine Züge zierte wirkte als wisse er mehr als ich Preis gab? Bei dem Gedanken Cayden hatte....brodelte in mir eine leichte Wut auf. Der Vormittag war noch nicht angebrochen derweil war ich schon wieder wütend, sah jedoch dem Besuch von Siobhan mit einer gewissen Freude entgegen. Also kümmerte ich mich noch darum das Armani und Kempa ihre tägliche Bewegung bekamen.Obwohl ich die ganze Zeit die Augen nach Cayden auf hielt konnte ich ihn nicht finden stattdessen hatte ich abwechselnd Aiden,Kathi und immer wieder Gregory am der Backe,die mich entweder in meiner Arbeit aufhielten oder mir neue auftaten.

      *Zur selben Zeit - Caydens Sicht*
      Womöglich würde sie mir meinen breiten Kopf von den Schultern reißen mir vielleicht erklären wir kannten uns noch nicht lang genug. Mein Entschluss jedoch stand fest - mit Kathi hatte ich darüber ausgiebig diskutiert, schließlich hatte sie in Sachen die den Hof betrafen ebenso ein Mitspracherecht wie auch ich.
      Es hatte mir einen Stich in der Magengegend versetzt als Sarah davon gesprochen hatte der Hof sei kein wirklicher Teil ihres Lebens...stets hatte ich gedacht es sei anders...im Grunde jedoch hatte sie recht. Als meine Freundin hätte sie keinerlei Rechte,würden wir sie ihr nicht gewähren. Also hatte mein Plan nach unserer Versöhnung in der Nacht Gestalt angenommen.So hatte ich Gregory, Aiden und natürlich auch die Herrin des Hauses Kathrin eingeweiht und sie gebeten Sarah beschäftigt zu halten. Jetzt stand ich mit dem Telefon im Stall um Siobhan anzurufen. Ein nervtötend langes Piepen ertönte in meinen Ohren,als endlich Ty abnahm der keinen Hehl aus seinem schottischen Akzent machte der auch in meiner Sprache heimisch war. "Ty.Hier ist Cayden.Ist Siobhan zufällig in der Nähe?" Es ertönte ein Ruf nach seiner Frau, dann raschelte es am anderen Ende der Leitung und schließlich war Siobhan am Hörer " Du würdest mir einen wahnsinnigen Gefallen tun,wenn du Sarah zum Mittagessen bei dir einladen würdest und sie am besten bis zum Nachmittag bei dir fesselst." erklärte ich ihr kurz angebunden.

      „Hey Cayden.“ Ich wollte nicht nachfragen, ob sie sich ausgesöhnt haben, da er vermutlich nicht wusste, dass ich in alles eingeweiht war. „Was hast du den vor Cayden? Ich kann sie zu mir einladen, da ich noch mit ihr über etwas wichtiges sprechen wollte. Zudem brauche ich auch den nächsten Einsatzplan der Pferde, die bei uns stehen und ans Set müssen“, sagte ich zu ihm.

      "Ja klar der Einsatzplan ist sehr wichtig, aber da kann ich nicht sonderlich helfen." Dann schwieg ich eine kleine Weile "Dir ist doch sicher nicht entgangen wie es die letzten Wochen zwischen mir und Sarah gelaufen ist, wir haben uns wieder ausgesöhnt....und naja wenn du sie am Nachmittag nach Hause begleitest wirst du schon sehen" dabei versuchte ich geheimnisvoll zu klingen, was mir jedoch nicht sonderlich gelang...

      „Cayden, ich weiß was los war und das ihr euch versöhnt hat freut mich sehr. Also raus mit der Sprache. Was hast du vor?“ Ich wollte ihn davor bewahren etwas dummes zu tun. Die beiden haben sich gerade erst vertragen und wir haben ja gesehen was passiert, wenn Entscheidungen ohne den anderen getroffen werden. „Am besten sagst du ihr, dass ich angerufen habe und sie sprechen möchte und dann behalte ich sie hier. Genug zu quatschen haben wir definitiv.“

      Ich atmete schwer durch, ich kannte Siobhan noch nicht gut genug um sie einschätzen zu können, war mir jedoch sicher sie würde dicht halten. "Aber, du darfst es ihr nicht verraten...allerdings darfst du mir sagen ob es vielleicht eine Schnapsidee ist." Noch einmal einatmen, ausatmen..."Einen Antrag will ich ihr machen...das sie weiß wohin sie entgültig gehört...in die Highlands, auf den Hof Caed Crevan und ich will das sie weiß was auch immer geschehen mag, sie an meine Seite gehört." Dann verstummte ich, mein Herz schlug mir beinahe bis zum Hals und erwartete die Antwort der Frau am anderen Ende.

      „Ich halte dicht. Darauf kannst du dich verlassen.“ Ich hörte ihm zu und dachte kurz nach. „Ich denke, dass es eine gute Idee ist, aber überrumpel sie nicht. Plan alles in Ruhe. Ich halte dir Sarah so lange fest, bis du alles hast. Wenn du Hilfe brauchst beim Vorbereiten, kann ich dir auch Ty rüber schicken. Denn wird das für Saraha heute ein aufregender Tag. Mit einigen Entscheidungen.“ Schließlich wollte ich sie fragen, ob sie Fionns Patin werden möchte.

      Ein riesiger Stein fiel mir von meinem Herzen "Ich wollte mir eines der Ponys nehmen, Theodor hat mir zugesichert das ich ihm die Rüstung anlegen darf - ich selbst komme in Kriegermontur der Highland´s - Stilecht in Kilt. Ihr erklären wieso ich mich damals für sie entschied, ihr klar machen wie sehr ich sie brauche und sie dann fragen...Ist das vielleicht zu viel,oder sollte ich es weniger "imposant" angehen...das war nur was ich in der Nacht als passend empfand." Als es hinter mir zu klappern begann drehte ich mich halb panisch um sah jedoch nur einen der anderen Trainer hinüber zu Aimilianis Box laufen.

      Es war zu süß wie er sich Gedanken darüber machte, ob das nicht too much wäre. „Ach quatsch. Zeig ihr ruhig, dass du für sie alles tun würdest, damit ihr beiden zusammen bleibt. Ich finde die Idee jedenfalls sehr schön. Hätte mein Zukünftiger nicht die Decke entworfen, hätte er mit so was auch ein Ja aus meinem Mund entlocken können. Ich kann dir nicht sagen, wie sie darauf reagieren wird. Für mich klingt es aber sehr gut geplant und auch romantisch, wenn du dich nicht in der Rüstung verhedderst und vom Pferd fällst. Aber das solltest du wohl hinkriegen“; meinte ich und lachte.

      "Mhm" sagte ich lachend..."Mir ist ja zum Glück nicht Hansi auf die Stirn geschrieben, diese Pflaume ist nen richtiger Tollpatsch wie er im Buche steht. Wenn du der Meinung bist meine Idee sei ausgereift dann kann ich es wohl wagen..ich danke dir!"

      *Sarah´s Sicht*
      "Hey! Rief ich als mir Gregory plötzlich die Zügel von Armani aus der Hand nahm. "Also den Hengst kann ich auch allein in den Stall bringen, also wirklich" doch der hochgewachsene Mann ließ sich nicht beirren "Theodor wollte dich wegen des Trainings von Smaug noch etwas fragen, deswegen werd ich jetzt den kleinen hier weg bringen und du scherst dich zu Theodor.

      Dort angekommen war ich für diesen Tag endgültig aus meiner inneren Wut nicht mehr heraus zu bringen. Theodor hatte nicht mit mir reden wollen - war denn heute alles wie verhext?! Nun sehnte ich beinahe den Besuch von Siobhan herbei, der jedoch noch zwei Stunden auf sich warten lassen würde...

      „Kein Problem. Ich drücke dir die Daumen, aber eine Doppelhochzeit kannst du dir jetzt schon abschminken“, sagte ich und lachte. „Sag Mark, dass er mich anrufen soll, wenn ich Sarah wieder zurück bringen sollen.“ Ich legte auf und räumte noch etwas auf. Ich setzte auch Wasser auf , da wir Tee trinken würden. Ich war froh darüber, dass sie so dicht bei uns wohnten. So konnten wir immer schnell zu dem anderen fahren. Als es an der Tür klingelte, hielt ich gerade Fionn im Arm. Ich ging zur Tür und öffnete sie. „Hey Sarah“, begrüßte ich sie und ließ sie ins Haus kommen. „Lass uns in die Küche gehen.

      Ich war beinahe froh gewesen als mich Siobhan angerufen hatte ob ich nicht bei ihr zu Mittag essen wollte. Das mir ulkige Verhalten der anderen ging mir dermaßen auf die Nerven das ich nur zu gern vorbei fuhr. Irgendwas lag in der Luft. .das spürte ich genau.Nicht genau zu wissen was es war trieb mich beinahe mehr in den Wahnsinn als die anderen die mir kaum von der Stelle wichen. "Kathi...falls du Cayden siehst sag ihm Bescheid das ich bei Siobhan und Ty bin.Am Nachmittag für die neue Szene bin ich wieder zurück" Kathi jedoch winkte ab "Die Pferde bekommen wir auch allein an Ort und Stelle, geh ruhig!"

      Ich hatte mich entschieden etwas einfaches und schnelles zu kochen. Also gab es Frikadellen und Kartoffelbrei. Fionn hatte ich in seine Karre gelegt. Er spielte gerade mit der Spielkette und freute sich über die Geräusche der kleinen Glöckchen. Marie und Ty würden ebenfalls zum Essen kommen und danach weiter arbeiten. Da Meg bald kommen würde mussten wir das Gästehaus herrichten. Wir freuten uns schon sehr auf sie, da sie eine gute Hilfe sein würde. Zudem konnte sie ihre Lehre beenden.

      Bisher hatten wir einander zum Essen nicht beigewohnt, als mir also der Teller mit dem Essen vor die Nase gesetzt wurde blickte ich Lächelnd auf die Frikadelle...eine Erinnerung an mein altes Heim stich mir durch mein ohnehin aufgewühltes Herz. "Siobhan. ..ich glaube einer der Männer freut sich über ein Stück Fleisch mehr...ich bin seit geraumer Zeit schon Vegetarier" Gerade in meiner Erzählung kamen auch Marie und Ty dazu,die beide ein wenig abgekämpft von der Arbeit wirkten. Besonders Ty schien grau unter den Augen die ohnehin leicht gerötet schienen - ein Zeichen für zu wenig Schlaf. Wenn ich mir da jedoch Siobhan ansah,waren beide nicht unbedingt auf der Höhe. Ich deutete in Richtung Kinderwiege "Der Knirps hält euch wohl gut auf Trab,eh?" einen leichten spöttischen Unterton konnte ich nicht vermeiden, tauschen wollte ich nicht unbedingt.

      "Oh entschuldigen. Daran habe ich gar nicht gedacht. Ich kann dir noch Bratkartoffeln mit Rührei machen. Das isst du oder?" Oh man. Wie peinlich. Sie hatte es mal erwähnt aber irgendwie habe ich es vergessen. "Oh ja. Ich wäre dankbar für eine ruhige Nacht." Ty stimmte mir zu. "Er ist das beste was uns beiden passieren konnte, aber ich wünsche mir, dass er bald durchschläft. Es wird immer anstrengender konzentriert zu Arbeiten. Heute morgen habe Tollkirsche die Ration von Illuminata gegeben."

      "Wenn du sogar Probleme mit dem Futter der Pferde hast, kann ich dir auch den kleinen Fehler mit dem Fleish verzeihen" dabei lächelte ich sie froh an, zeigte dabei sogar einmal Zähne. Hier fühlte ich mich irgendwie wohl. Gemeinsam begannen wir mit dem Essen - Siobhan zwang ich dazu sich auf den Hintern zu setzten, denn sie machte sich daran mir extra etwas zu machen. "Jetzt setz dich hin! Das Püree ess ich schon so"

      "Nein nein. Das macht keinen Aufwand. Ich bin ja gleich fertig", sagte ich zu ihr und schlug das Ei in die Pfanne. "So jetzt ist alles fertig und wir können essen", meinte ich und stellte ihr den Teller hin. "Momentan geht alles drunter und drüber, weil Fionn uns die Nächte nicht schlafen lässt. Es ist schon etwas besser geworden, aber nicht viel. "Und genau deswegen ist es wichtig, dass ich den neuen Einsatzplan für die Pferde kriege. Sonst steht du ohne Pferde am Set und das wollen wir alle nicht."

      Innerlich drehte ich leicht die Augen, konnte mir mein Lächeln jedoch auch nicht aus dem Gesicht wischen. Ich mochte diese Familie, die mir immer mehr begann ans Herz zu wachsen, ich schaute quer über den Tisch hinweg in die Richtung in der das Baby jetzt in seeliger Ruhe vor sich hin zu schlafen schien...nur in der Nacht würde er dann seinen Eltern wieder Terror bescheren. "Den Einsatzplan hab ich vorhin bereits geschrieben, wenn mich jemand auf dem Rückweg begleitet kann ich ihn euch gleich in die Hand drücken und die bereits genutzen Pferde - es sind nur zwei - wieder zurück nehmen." erklärte ich zwischen zwei Bissen des Rühreis.

      "Dann begleite ich dich bei der Rückfahrt und Mark kann dann mit dem Anhänger und seinem Auto zurück fahren. Da er dann eh hier her muss, fahre ich dann bei ihm mit", meinte ich zu ihr. "Ja, das wäre super. Wir müssen noch die letzten Tapeten anbringen, damit wir einziehen können", sagte Marie. "Alleine ist es ganz schön schwer diese Bahnen anzubringen. Nächste Woche kommen die Möbel. Bis dahin muss dann auch der letzte Teppich liegen." Es war schön, dass die beiden bald direkt nebenan wohnen würden. Klein FIonn schlief ruhig vor sich hin. Zwischen 3 und 5 Stunden schlief er durch. In der Nacht hieß es dann 1-2 mal aufstehen und stillen. Nach dem Essen wollte ich noch mit Sarah quatschen - schließlich sollte ich sie hier ablenken und ich woltle sie noch fragen, ob sie Patin werden möchte.

      "Scheint ja auch ordentlich voran zu gehen mit eurem Auszug wenn ich das jetzt so mitbekomme!" meinte ich an Marie gewandt, nahm anschließend wieder einen Bissen meines Essens. "Der Tag heute war...komisch. Da hab ich mich gestern wieder mit Cayden zusammen gerauft, wir haben uns ausgesprochen, dann hatte ich mich auf einen gemeinsamen Tag gefreut. Stattdessen bekomm ich ihn gar nicht zu Gesicht, sonder Gregory hängt mir an den Fersen, oder Kathi kam mit ulkigen Aufgaben bei denen ich ihr helfen sollte. Dabei hab ich es heute sogar versäumt Bucks einen Besuch abzustatten."

      "Ach mach dir nichts draus. Vielleicht kommt es dir nur komisch vor, weil du keinen Spießrutenlaufen machst um Cayden aus dem Weg zu gehen. Du hast halt momentan viel zu tun. Es ist nicht einfach mit den ganzen Filmleuten", antwortete ich ihr. "Morgen wird es dir bestimmt anders vorkommen." Marie antwortete ihr:" Ja, wir kommen gut voran. Wird aber auch Zeit, dass wir umziehen. Ich möchte dieses Gefühl von Ankommen haben, wenn ich nach Hause fahre.

      Ich zuckte bei Siobhans Worten lieblos die Schulter, wahrscheinlich hatte sie Recht und ich machte mir zu Unrecht gedanken. Maries Worte versetzen mir noch zusätzlich einen Stoß in die Rippen.Sie wollte ein Gefühl des Ankommens..auch ich sehnte mich danach endlich angekommen zu sein. Meine Arbeit füllte mich aus,die Pferde aber nach trotzdem mehr als neun Monaten hier fühlte ich mich noch nicht ganz heimisch.Was auch daran liegen mochte das ich selbst nicht wirklich zu Caed Crevan gehörte. ..es war schon längst ein Teil meines Herzens,die wahren Erben jedoch waren Kathrin und Cayden. Der Rest....zum Rest gehörte ich,auch wenn mich mit Cayden viel verband so fühlte ich mich ihm manchmal doch so fern. Also nickte ich nur zustimmend, versuchte im Kopf ein anderes Thema zu finden gab den Versuch jedoch wieder auf...ich hatte einfach meine Gedanken woanders.

      Nachdem wir alle aufgegessen hatten, hatte auch Fionn mitbekommen, dass es Essen gab und verlangte nach seinem Mittagessen. Die Küche ließ ich erstmal Küche sein und kümmerte mich um mein Babys. „Dann scheint mein Rat dir wohl doch geholfen zu haben, wenn Cayden und du euch wieder versöhnt habt. So ist es doch viel besser. Manchmal muss man die Menschen zu ihrem Glück zwingen.“ Die Zeit verging und die Küche war wieder sauber, das Kind gewickelt und wir hatten uns ins Wohnzimmer gesetzt. Ich hatte eine Decke auf dem Boden ausgebreitet, wo Fionn drauf krabbelte und saß zu Sarah hoch. „Ich muss jetzt was fragen und egal wie du antwortest, es wird sich nichts ändern. Ty und ich haben uns überlegt, dass du Patin von Fionn werden sollst. Natürlich nur, wenn du das willst.“

      Das Mittagessen ging mit heitern Gesprächen schnell voran,ich dachte nicht länger an vergangenes und beobachtete Siobhan mit ihrem kleinen Sohn,der ab und an mich mit seinen blauen Augen zu fixieren schien.

      Die Frage traf mich unerwartet, es gäbe noch andere Kandidaten -Marie- hätte ich für wahrscheinlich gehalten. Das ich nicht gerührt war konnte ich nicht leugnen, am Rande meiner Augen standen die Tränen derer ich letzte Nacht so viele vergossen hatte. Ich hockte mich mit zu ihr nach unten auf die Decke,faste nach ihren Händen. " Ja!Ich werde es als eine Herausforderung annehmen,dann werd ich soetwas wie seine coole Tante!" woher die plötzliche Euphorie her kam vermochte ich nicht zu sagen.

      Ich war erleichtert, als sie mir sagte, dass sie Patin werden würde. Ich nahm sie in die Arme und lächelte. „Danke Sarah. Ich bin wirklich froh, dass du ja gesagt hast. Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass du ihm so einiges mit auf dem Weg geben kannst, dass ich vielleicht nicht kann.“ Dann musste jetzt nur noch Ty seinen vorgeschlagenen Paten fragen und wir hatten alles für die Taufe fertig- abgesehen von einem Termin und dem ganzen drumherum. Schließlich wollten wir Taufe und Hochzeit verbinden.

      "Dann wird es bald ja eine riesige Feier geben,es ist ja Hochzeit und Taufe zusammen geplant. ..Willst du dann traditionell in Weiß oder?"Ich stellte mich mir selbst kurz in einem weißen, riesigen Rüschenkleid vor und bekam eine Gänsehaut...in Gedanken ein absoluter Graus...aber wem es gefiel. Ich zuckte leicht mit der Schulter.

      „Ja, es wird eine große Feier. Wir feiern beides zusammen, damit nicht alle zweimal anreisen müssen. Und ja, ich möchte in weiß heiraten, aber ich werde nicht komplett traditionell unterwegs sein. Ich möchte beides miteinander verbinden. Ich möchte ein paar Farbakzente und irgendwie eine Korsage und schöne Stickereien oder Spitze. Und auch etwas, dass zeugt, dass ich hier her gehöre. Auf jedenfall möchte ich nicht aussehen wie eine Barbie. Auch sollte das Kleid eher in einer A Linie geschnitten sein. Was war nicht geht sind üppige Unterröcke. Am schlimmsten ist Tüll. Aber ich suche mir mein Kleid noch aus. Erstmal muss der Babyspeck weg. Du hilfst mir dann, okay? Kathi muss auch mitkommen zur Kleideranprobe. Nur ihr beide seit immer hier. Alle anderen kommen erst zur Hochzeit.. Das qualifiziert euch dafür mir bei allen Vorbereitungen zu helfen. “ Ich grinste breit und fing Fionn nebenbei wieder ein, da er von der Decke gekrabbelt war.

      "Wobei soll ich dir helfen, beim Kleid oder dem Babyspeck?" meinte ich leicht "hinterhältig" grinsend - so sehr war sie gar nicht auseinander gegangen, also war auch kaum etwas davon zu sehen. "Aber die Idee es irgendwie zu verbinden finde ich eine feine Sache, es wird sicher nicht einfach, aber du bekommst das sicher hin! Wobei ich dir zustimme...Tüll und Unterröcke fänd ich auch mehr als schrecklich dabei. Mit der Anprobe hast du allerdings meine Kollegin Julie vergessen." erinnerte ich sie an meine Arbeitskollegin, die ebenfalls nicht weit von uns entfernt wohnte.

      „Bei beidem“, meinte ich zu ihr. „Ja stimmt. Oh man. Ich brauche bald ein zweites Gehirn.“ Es war so vieles an das ich denken musste. „Bis wir ein Kleid kaufen wird noch eine Zeit vergehen. Ich denke, das wir den Sommeranfang als Hochzeitstermin nehmen werden. Vielleicht aber auch den Termin, an dem er mich gefragt hat. So genau haben wir noch nichts geplant.“ Oh man. Mein Leben hatte sich komplett verändert, aber ich war froh darüber. „Meg kommt auch bald zu uns und dann wird es zum Glück etwas entspannter werden. Eddie meinte, dass sie wohl sehr fleißig ist.“

      "Meg wird euch sicher eine große Hilfe sein...Weisßt du denn ob mit Eddi´s Umzug alles glatt gelaufen ist? Zumindest war sie so weise es nicht - wie wir mitten im tiefsten Winter zu tun" meinte ich leicht lachend. Fionn kam wieder auf mich zu gekrochen, den Kopf konnte er jedoch noch nicht sonderlich lange oben behalten, also legte er sich wieder hin. Eine höchst Interessante Pose nahm er dabei ein - die Knie leicht unter dem Bauch, die speckigen Ärmchen zu den Seiten ausgestreckt, sodass sein Po wie der einer Ente in die Luft ging - unwillkürlich schoss mir die Melodie von "Alle meine Entlein" durch den Kopf, um diese loszuwerden schüttelte ich etwas den Kopf. Doch ebenso bei dem Gedanken daran, das ich nun bald seine Patin werden würde...eine eigenwillige Vorstellung.

      "Ich habe heute erst mit Eddie telefoniert. Ihr geht es gut und es hat alles gut geklappt. Sie hat auch ein Geschwisterpaar auf der Ranch. Die Stadtmenschen wollen eine geerbte Ranch verkaufen. Da diese aber nicht im besten Zustand ist wohnen sie bei ihr", antwortete ich ihr. Fionn krabbelte weiter und pausierte in einer merkwürdigen Pose. Ich zückte die Kamera und schoss ein Foto.

      "Mit solchen Fotos wirst du später die Wände tapezieren können...gerade jetzt in diesem Zeitalter. Bei uns war das noch was anderes aber heutzutage dokumentiert ja jeder das Leben seines Kindes auf Schritt und Tritt. Manchmal schon...naja schrecklich,oder nicht?

      "Ich halte das alles fest, damit Ty auch was mitbekommt. Zudem sind es später schöne Erinnerungen. Aber die Wände werde ich nicht tapetieren. Ich denke besonders jetzt am Anfang sind Foto wichtig, da er so schnell wächst." Mein kleiner Fratz war schon einige Zentimeter gewachsen.

      "Meine Eltern haben mich damals immer an den Türrahmen gestellt und an jedem Geburtstag einen Strich gemacht, wie viel ich gewachsen bin - als ich älter wurde bin ich zuerst dahin gerannt ehe ich mich meinen Geschenken gewidmet habe. Fand ich eigentlich eine tolle Sache, aber wirklich viele Bilder von mir als Kind gibt es nicht, wir haben damals ein Haus gebaut und da blieb das irgendwie auf der Strecke" ich lächelte dabei, mir war es nie wichtig gewesen. Aber es war schon das Siobhan alles für Ty ersichtlich machen konnte.

      Ich lachte. Ja dir obligatorische Messwand. Ich hatte schon einen Plan."Ich werde eine Holzplatte ins Zimmer hängen, diese schön anstreichen und ihn dann messen. Wenn er zu groß wird kann ich die Platte abnehmen und aufheben."

      "Finde ich auch eine gute Idee, so verunstaltest du zumindest nicht deine Türrahmen und die Holzlatte kann er vielleicht eines Tages für sein eigenes Kind nehmen" Zwar würde dies noch lange dauern, doch so ein bildlicher Vergleich würde sicher interessant werden.

      "Ja genau. Ich freue mich schon darauf den ersten Strich zu setzen", antwortete ich ihr. Mein Engel krabbelte weiter und stieß gegen Sarah. "Anscheinend findet er mich jetzt doof. Wenn du willst, kannst du ihn auf den Arm nehmen. Er kuschelt sich gerne an."

      Ich besah mir die winzige Gestalt zu meinen Knien, atmete einmal tief ein und blickte dann meiner Sache sehr unsicher zu Siobhan auf "Was anderes als Hundewelpen hatte ich noch nicht auf dem Arm, da mach ich doch irgendwas falsch" gestand ich ihr, nicht das ich keine Lust hatte ihn auf den Arm zu nehmen...nein nicht einmal Abscheu verspürte ich dabei. In einer hintersten Ecke meines Verstandes erlaubte ich mir an meine eigene Tochter zu denken, wieso hatte ich ihr solchen Hass entgegen gebracht? Doch im Grunde wusste ich es...dieses Kind hier zu meinen Füßen konnte ich jederzeit wieder abgeben, es war nicht verpflichtend wie es ein eigenes gewesen wäre.

      "Er wird es dir verzeihen", meinte ich zu ihr. Ich half ihr dabei den Kleinen auf den Arm zu nehmen. "So, jetzt liegt er schön in deinen Armen. Mit der einen Hand musst du das Köpfchen festhalten, damit es nicht wegsackt. Wie du sieht kuschelt er sich von selbst so in den Arm hinein, dass du nicht viel verkehrt machen kannst." Ich fand es toll, dass sie sich bemühte mit Fionn klar zu kommen. Wenn sie Patin war, müsste sie auch ab und an vorbeischauen und ihn betüddeln. Es war schön, die beiden so zu sehen, da sie beide nicht unglücklich aussahen. Mit seinen kleinen Händen suchte Fionn seine Milchbar.

      Wie seine kleinen Hände nach der Quelle seiner Nahrung suchten, zog sich in meinem Inneren etwas zusammen, ein selten gekanntes Gefühl stieg in mir auf.....zuletzt hatte ich es verspürt als ich einen unserer Hundewelpen mit der Flasche versorgt hatte. Meine Lippen kräuselten sich leicht nach oben, als ich seinen suchenden Händen mit den meinen Einhalt gebot und der kleine Knirps mich beinahe schockiert zu mustern schien. "Da hat wohl wieder jemand Hunger, oder?" dabei war ich mir gerade nicht so sicher ob ich dabei mit dem Baby in meinem Arm sprach oder aber der Frau vor mir....komisches Gefühl.

      Ich lachte. Fionn und Hunger- das passt immer. "Pass auf. Sonst nimmt er gleich deinen Finger in den Mund, da er denkt, dass der auch Milch geben kann. So hungrig kann er gar nicht sein. Er hat doch eben erst etwas gekriegt. Aber es ist normal, dass er mit seinen Händen das sucht, was er bereits kennt. Bei Ty ist er auch immer auf der Suche."

      "Tja...ich hab eben auch immer Hunger und was ein anständiger Krieger sein will muss eben anständig Essen" Mit meinen Händen hielt ich die seinen gefangen,zog die Augenbrauen nach oben als er leise zu wimmern begann. "Sh,sh who would cry of that?" flüsterte ich in der Sprache die ich in den letzten Wochen so oft mit den Schauspielern sprach.

      Ich schaute den beiden gespannt zu. Sarah kam gut klar mit Fionn und es war rührend zu sehen, wie sie ihm etwas ins Ohr flüsterte. Seine kleinen Patschehände hielt sie fest und er schaute sie mit großen Augen an. "Er isst anständig, darauf kannst du dich verlassen. Ich hab schon Angst, dass ich ihm gar nicht so viel geben kann."

      Wirklich richtig hörte ich Siobhan gar nicht mehr zu, gab die Hände des Kleinen nur nach und nach frei, da seine Hände jedoch noch immer nach etwas zu suchen schienen griff er nach den Lederketten um meinen Hals. Für ein so kleines Wesen bewies er ordentliche Kraft und führte zwischen meinen Brüsten Thor´s Hammer hervor der sich dort wegen der langen Kette oft verhakte. Mit dem Anhänger in den Händen schien er sich zu beruhigen, seine Augenlieder zuckten immer mehr, die Art seine Hände um den Anhänger zu legen wurde langsamer und innerhalb von knapp 10 Minuten die wir im Schweigen verbrachten fand der Knirps in den Schlaf. Flüchtig erhaschten meine Augen die Zeiger der Wanduhr, meine Augen weiteten sich "Verdammt schon 16 Uhr?! Ich sollte wirklich langsam nach Hause!" flüsterte ich um das Baby nicht zu wecken

      "So schnell kommst du jetzt hier aber nicht weg. Ich muss noch die Sachen packen für den kleinen. Halt ihn mal weiter so schön im Arm und ich hole die Tasche von oben runter und hole die Babyschale", meinte ich zu ihr. Verdammt. Ich wusste nicht, ob Cayden schon fertig war mit allem. Ich rief Mark an, dass er Cayden Bescheid geben sollte, dass wir auf den Weg sind. Ich holte die Tasche und die Babyschale und kehrte zu ihr zurück. "Komm. Ich nehme ihn dir wieder ab, damit du Auto fahren kannst. " Vorsichtig legte ich meinen kleinen Spatz in die Babyschale, wo er friedlich weiter schlief. "So, jetzt können wir los."

      Ich wartete geduldig bis Siobhan alle Sachen an sich genommen hatte ehe wir gemeinsam zum Auto stiefelten und ich mich hinter das Auto klemmte. "Dann machen wir uns mal auf den Weg, was?" sagte ich - dieses Mal mit besserer Laune als auf dem Weg hierher.

      "Ja. Ich hab Mark schon Bescheid gegeben, dass er auch gleich fertig ist, wenn wir da sind", meinte ich zu ihr. Ich war schon gespannt, wie sie auf Cayden reagieren würde.

      Der Weg auf der kleinen Landstraße, die mehr einem Schotterweg glich als einer wahrhaftigen Straße - da war ich froh über den Geländewagen, brachte uns schnell an die Einfahrt des Hofes, der kleine Kiesweg der nun zu unserem Haus führte ging entlang der Weiden, ich konnte jedoch keines der Pferde dort ausmachen, die wirklich zum Hofinventar gehörten. Als wir den Filmflächen näher kamen, lag eine ungewohnte Ruhe über dem Gelände...hie und da standen zwar ein paar Leute, das jedoch eine der geplanten Szenen gedreht wurde schien nicht der Fall zu sein. Verwundert brachte ich das Auto am Parkplatz zum stehen, stieg mit Siobhan zusammen aus um zum Haupthaus hinüber zu gehen. Wie schon die gesamten Tage ging einer feiner Nieselregen zu Boden.

      Als wir ankamen stieg ich aus und nahm die Babyschale vom Rücksitz. Der Kleine schlief immer noch sehr ruhig , was wohl auch erstmal so bleiben würde. Wenn er erstmal schlief, dann schlief er auch. Es regnete leicht, sodass wir uns beeilten ins Haupthaus zu gelangen. Ich war gespannt was Cayden so geplant hatte beziehungsweise wie das jetzt alles von statten gehen soll.

      Als wir dann da also zügigen Schrittes den Weg zum Haupthaus hinauf stiefelten erklang plötzlich das sachte Spiel einer Gitarre, verwundert blieb ich stehen blickte mich nach dem Ursprung der Musik um. Bald darauf sah ich ihn - Theodor wie er mit der Gitarre in der Hand im leichten Regen stand, neben ihm Gregory der mit einem Regenschirm ihm Schutz bot. Die Melodie des Liedes war mir nur zu sehr bekannt, doch der Text war ein wenig abgeändert. Statt wie im Original "black is the colour" sang Theodor nun "red". Meine Augenbrauen zogen sich fragend zusammen...es war das Lied das gespielt hatte als Cayden mich zum ersten Mal gefragt hatte ob wir eigentlich wahrhaftig ein Paar waren. Ich drehte mich zu Siobhan um, die nur wissend lächelte und in eine Richtung deutete. Dort - im Licht der Sonne kaum zu sehen nährte sich mir ein Reiter.

      Ich hatte mir einen Schirm organisiert Mark war so nett und hatte sich zu uns gestellt. Als Sarah mich nur ansah, deutete ich auf den Weg vor ihr. Cayden kam langsam angeritten. Ich hoffte so sehr für ihn, dass sie Ja sagen würde. Es würde ansonsten in einem weiterem Streit ausarten. Fionn hatte ich vor mir abgestellt. Unter dem Schirm wurde er nicht nass und die Musik schien ihn auch nicht zu stören.

      Gwynbleidd schritt weit aus, die Brustplatte schien ihn ein wenig zu behindern, doch starrte ich nur auf den Mann der auf seinem Rücken saß. Ein grau, schwarz gemusterter Kilt mit einem Plaid über die Schulter geworfen, ein Breitschwert an der Hüfte und den Haaren zu einer aufwändigen Frisur verflochten sah er aus wie geradewegs aus dem 17. Jahrhundert hierher versetzt. Cayden trug die traditionelle Tracht der Hochlandschotten. Seine Gesichtszüge gaben nicht mehr über seine Gefühle preis wie die Steine zu meinen Füßen. Doch sah ich wie seine Lippen, dem Lied von Theodor folten, wenn auch lautlos. Nach und nach kam er näher, ich spürte gar nicht richtig wie ich langsam in seine Richtung lief, meine Knie weich zu werden schienen. Mein Geist verstand nicht was vor sich ging. Mit einem leichten Ruck am Zügel hieß er den Hengst stehen. Damit alle um uns herum seine folgenden Worte verstanden sprach er in seiner zweiten Muttersprache neben dem Gälischen in seinem harten schottischen Akzent. " So long as my body lives, and yours - we are one flesh, and when my body shall cease, my soul will still be yours, Sarah - I swear by my hope of heaven and gods. I will not be parted from you. So I hope it´s in your inner heart. Will you Sarah Raven Kyren marry me?" Ob es der stetige Regen war der meine Wangen hinab ran, oder doch das Salz meiner Tränen als ich zu ihm hinauf starte wusste ich nicht genau, doch vermochte ich auch nicht den Kiefer zu bewegen, meine Zunge schien an meinem Gaumen zu kleben und mein Atem und Herz begannen einen Reigen zu tanzen. Meine Hände kneteten einander, kratzten an den Nietnägeln und wussten nicht wohin sie sollten. Da streckte er die Hand in meine Richtung aus, seine Augen begannen wie so oft Katzengleich zu schimmern. Ergriff ich diese Hand, würde ich eine McAlistair, ich würde einem Clan angehören, eine Schottin werden bis auf das Blut und vorallem wäre Cayden der Mann an meiner Seite...

      Cayden hatte seine Idee wirklich fabelhaft umgesetzt. Hätte ich nicht schon einen wundervollen Mann an meiner Seite, der mit einen romantischen Antrag gemacht hätte, hätte ich ihn zu Cayden geschickt, damit er mir auch einen so schönen Antrag macht. Sarah schien sprachlos zu sein. Ich war mir eigentlich sicher, dass sie Ja sagen würde. Sie hatte mit Cayden einiges durchgestanden. Jemanden der einen so bedingungslos liebt findet man selten.

      Da ich noch immer nicht imstande war irgendetwas zu sagen, ergriff ich einfach seine Hand, lächelte und nickte. Der Applaus der plötzlich von allen Seiten zu erklingen begann schwall immer lauter an, Gwyn zuckte im ersten Moment zusammen. Ich sah mich um, überall aus ihren Ecken tauchten die Menschen des Filmsets auf, begannen gemeinsam das Lied anzustimmen das Theodor zu Anfang gespielt hatte. Cayden zog mich hinter sich auf den Rücken des Hengstes, drehte sich leicht, sodass wir uns im Jubel der Menge zu Küssen begannen. Die Unebenheiten der vergangenen Wochen schienen von uns gewischt zu sein...ich würde diesen Mann heiraten!

      Ich hatte es doch gewusst! Ich klatschte ebenfalls Beifall und sang mit. Ich freute mich so für Sarah. Jetzt wird sie ihr eigenes Brautkleid finden müssen. Dann können wir gleich zu zweit losziehen. Es war schön, dass die beiden nach dieser holprigen Zeit nun ein Happy End hatten. Sie gehörten einfach zusammen.

      Cayden löste sich bald darauf von mir, zeigte sein breites Lächeln, murmelte irgendetwas unverständliches auf Gaelic was ich nicht verstand und strich mir über die Regennassen Haare. Gemeinsam stiegen wir aus dem Sattel, langsam da sich meine Beine anfühlten wie Butter. Siobhan kam auf mich zu, während Ty Cayden begann auf die Schulter zu klopfen. Die anderen Leute begannen sich nach und nach aufzuteilen nur der innere Kreis meiner Freunde blieb mir erhalten. Siobhan, Ty, sowie auch Kathi,Julie, Aiden und Hansi. "Ihr wusstet alle davon, nicht wahr?" fragte ich beinahe etwas beleidigt in die Runde.

      "Na klar wussten wir Bescheid. Ich musste dich extra lange bei mir festhalten. Hat auch ganz gut geklappt, wie ich finde", meinte ich zu Sarah. Ich nahm sie in den Arm um ihr zur Verlobung zu gratulieren. "Ich hab mich nach dem Mittag vom Hof geschlichen und Cayden geholfen alles her zu richten. Es war eien ganz schöne Arbeit alles so schnell fertig zu machen. Aber wie man sieht hat es sich gelohnt", meinte mein Verlobter. Ich stellte mich zu Ty, der einen Arm um mich legte und mich an sich zog. Wir hielten einander im Arm. Fionn verschlief natürlich alles.

      Nachdem wir uns bei einem Tee im Haus etwas aufgewärmt hatten, ein wenig zusammen gequatscht hatten und die Tage des Drehs reflektiert, sowie den Einsatzplan der Pferde die auf Classical Harmony untergebracht waren übergeben hatten gab Fionn zum ersten Mal wieder einen Ton von sich. "Na dann werden wir auch langsam heim,oder?" fragte Mark an Ty und Siobhan gewandt.

      Ich nickte nur. "Lassen wir den beiden frisch Verlobten noch etwas Zeit für sich. Morgen werden die Pferde nicht gnädiger mit euch sein, wenn sie ihr Futter nicht pünktlich kriegen", meinte ich und lachte. Ty hatte Fionn auf den Arm genommen und schaukelte ihn hin und her. Wir drei verabschiedeten uns von allen und gingen dann zum Auto. Die beiden Pferde waren schnell eingeladen und mit den beiden AUtos fuhren wir heim. Zuhause angekommen luden Mark und Ty die Pferde aus. Den Einsatzplan hatte ich mitgenommen. Während Ty sich um die Pferde kümmerte und Mark rüber zu Marie fuhr, stillte ich Fionn und wickelte ihn dann. Er ließ sich dann auch schnell davon überzeugen, dass schlafen wieder angesagt war. Zusammen mit Ty aß ich zu Abend und ging dann ins Bett. Ty kam heute mit nach oben, da ich ihn bei mir haben wollte. Ich vermisste es neben ihn aufzustehen. Ich konnte aber verstehen, dass er ausgeschlafen sein musste.
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  • Album:
    BRR Gnadenweide
    Hochgeladen von:
    Veija
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    13 Juli 2015
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    by Veija


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    Exterieur
    Name: Stormbringer
    Rufname: Stormi
    Alter: 9 Jahre, 2006
    Geschlecht: Hengst
    Größe: 1,54m
    Rasse: Connemara
    Fellfarbe: Apfelschimmel
    EE aa GG cc dd ww oo toto ss soso rnrn rbrb ff prlprl chch lplp splspl pgpg
    Stormbringer wird durch die dominante Homozygotie des Grey-Gens nur Schimmelfohlen erbringen.
    Darunter liegt die Fellfarbe Rappe zu Grunde; er besitzt keinen sog. „Fuchsfaktor“.

    Abzeichen: v.l. u. h.l. weiße Fessel

    Stammbaum
    von: Empire State of Mind
    von: Empire Freedom
    aus der: Anything Sweet

    aus der: Maera
    von: unbekannt
    aus der: unbekannt

    Charakter:
    Obwohl der junge Hengst auf den Straßen Dublins Aufwuchs ist ihm die Berührung eines Menschen nicht unbekannt - zumindest wenn es um Fressen geht ist Storm immer von der Partie. Dies und seine angeborene Neugierde werden es im weiteren Verlauf seines Lebens von nutzten sein können. Er besticht durch ein moderates, gut händelbares Temperament und auch seine Anlagen im Gangwerk sind nicht zu verpöhnen. Stormbringer schein den Schalk im Nacken sitzten zu haben, eine Intelligenz leuchtet in seinen Augen die ihm als halbwildes Pferd Vorteile einbrachte - ob es Türen sind die geöffnet werden, oder an Leckerlie zu kommen, Storm bringt es fertig.

    Zunächst akzeptierte der Hengst nur Sarah auf seinem Rücken, doch Monate des weiteren Trainings machten aus dem zuerst halbwilden Pferd einen treuen, verlässlichen Freizeitpartner. Zur besonderen Bewährungsprobe wurde dann der Filmdreh auf dem Hof, den er ohne Probleme bewältigte.


    Herdenverhalten
    Stormy ist manchmal ein wenig dominant, spielt sich in der Herde auf um die Aufmerksamkeit aus sich zu ziehen, doch sieht er Gwynnbleidd als leitenden Hengst an ohne ihn in Frage zu stellen. Mit Pacino gibt es ab und an einmal beim Futter Streit, doch zieht Stormbringer dabei oft den kürzeren. Ansonsten ist er in der Gruppe sehr verträglich - besonders mit dem Hengst Sturmwind scheint er sich am besten zu verstehen.


    Weitere Infos
    geht unwillig auf den Hänger
    HS | artig
    Barhufer
    TA | artig
    Showerfahren(Filmdreh)


    Zuchtinfos
    Gekört/Gekrönt: ja
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    [HK 464] Hengste mit hellem Langhaar
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    63.HdM


    Vorgesehen für die Zucht: ja
    Decktaxe: 190 Joellen -> Carenté Pferd
    Nachkommen: Rising of Storm
    Geschwister:
    Besitzer: Veija
    Vorbesitzer: Ravenna
    Gezüchtet bei/Zucht:
    VKR: sweet(verfallen)

    Kaufpreis: Trainingsberichte ♥
    Zu Verkaufen: nein
    Verkaufspreis:

    Qualifikationen:
    Eingeritten: ja
    Eingefahren: nein

    Eignung:
    Englisch [] | Western [x]

    Dressur:
    Galopprennen:
    Springen: A
    Military:
    Fahren:

    Distanz:
    Western:

    Reining: LK 3 | Trail: | Pleasure: LK 4

    am Boden gearbeitet ab 2012
    anlongiert ab 2013
    eingeritten ab 2013
    für Anfänger ungeeignet
    geländesicher

    beherrscht Plié & Hufe geben

    Erfolge:

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    Westerntunier Gestüt "van Ghosts", 1.Platz 179.Distanztunier

    Gesundheit:
    Gesundheitszustand:
    Letzter Besuch:

    Hufschmied
    Letzter Besuch:
    Beschlag:


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