Gwen

Stolen Dance

Trakehner ♂

Tags:
Stolen Dance
Gwen, 1 Aug. 2017
Bracelet, Veija, Rhapsody und 2 anderen gefällt das.
    • Gwen
      Pflegebericht 10.08.2017 - Kurzurlaub in Norwegen

      „Wo geht es diesmal hin?“, hatte mich Ciaran stirnrunzelnd gefragt, als er meine gepackte Tasche im Flur entdeckt hatte. „Norwegen! Und ich würde dich sofort mitnehmen, aber ich brauche jemanden, der hier aufpasst“, hatte ich mich entschuldigt.
      Nun war es bereits 15 Stunden her, dass ich meine Haustür verlassen hatte und in einer Stunde sollte der Flieger in Oslo landen. Stets entspannt flog man mit Air Canada, auch wenn wir es heute dank starken Gewittern mit einigen Turbolenzen zu tun gehabt hatten.
      Immerhin bereute ich es so nicht mehr, doch keines meiner Pferde mit auf den Kurzurlaub genommen zu haben, aber die lange Reise hatte ich ihnen doch lieber erspart. Doch ich flog nicht ohne Grund einmal von Kanada nach Norwegen, absolut nicht, aber wie zu erwarten, hatte mein Grund vier Hufe.
      Vom Flughafen aus ging es für mich nämlich Richtung Tyrifjord, Ziel war die Insel Storøya. Auch diese Fahrt nahm noch einmal einiges an Zeit in Kauf, aber immerhin konnte ich die herrliche Landschaft genießen. Der Bus legte auch ein paar Pausen ein, so dass man sich ein wenig umschauen durfte und es war wirklich erstaunlich.
      Hätte ich nicht bereits in Kanada meine Heimat gefunden, wäre Norwegen wohl eine sehr gute Idee gewesen. Aber da kam es doch gerade recht, wenn große Gestüte etwas weiter weg lagen und man das für eine kleine Weltreise nutzen konnte.
      Nach einer dementsprechend langen Reise kam ich dann auf der Tyrifjord Ranch an. Es handelte sich hierbei um eine Sportpferdezucht mit dem Fokus auf Trakehnern und genau das hatte ich mich förmlich magisch angezogen. Gut, und natürlich die Anzeige aus dem Internet!
      In Empfang nahm mich Nicolaus du Martin, der sichtliches Verständnis für meine lange Reise hatte und mir so erst einmal mein Gästezimmer zeigte, wo ich mein Gepäck ablegen konnte. Außerdem gönnte er mir ein paar Stunden Pause, bevor er mir die Ranch zeigen wollte. Um die Pause war ich auch sehr dankbar, noch dankbarer aber über das Bett, mit welchem ich mich gerade nur zu gern bekannt machte.

      Es war schon später Nachmittag, als ich mit hungrigen Magen aufwachte. Aber zuerst machte ich dann doch einen Abstecher ins Bad, immerhin war ich fast 20 Stunden unterwegs gewesen, da waren eine Dusche und neue Sachen wohl doch von Nöten.
      Danach machte ich mich auf den Weg nach unten, wo ich von Charlotte von Eylenstein begrüßt wurde. Sie war mit Nicolaus zusammen und gemeinsam hatten sie sich mit der Tyrifjord Ranch ihren Traum erfüllt und wie man sah, funktionierte es auch wunderbar.
      Während wir gemeinsam aßen, unterhielten wir uns auch ein wenig und tauschten unsere Erfahrungen aus. „Oh, Nico musste vorhin übrigens doch noch einmal aufs Festland, deshalb zeigt Malte dir nachher die Insel und vor allem den Hengst, wegen dem du hier bist“, klärte sie mich auf.
      Ich dankte ihr und meinte, dass das für mich absolut kein Problem wäre. „Für dich bestimmt nicht, nur Nico hat es nicht so recht gepasst“, meinte Charlotte lachend und klärte mich über die kleine Fehde zwischen den beiden Männern auf.
      „So viel zum Thema, das seien immer nur die Frauen“, meinte ich lachend und dankte Charlotte für das Essen, ehe ich mich auf den Weg nach draußen machte. Am Stall traf ich auch direkt auf Malte, der mich sofort anhand des suchenden Blickes erkannte.
      Er hatte zwei Pferde bei sich und drückte mir die Zügel eines Isländers in die Hand. „Zu Pferd ist es angenehmer, die Insel zu erkunden, glaub mir“, meinte er lachend und schwang sich selbst auch auf einen Isländer. „Darf ich vorstellen? Félagi und Óslogi“, meinte er knapp und führte mich dann entlang der Gebäude zu den riesigen Weiden.
      Gefühlt gehörte den Pferden die komplette Insel, dementsprechend lange dauerte es auch, ehe wir dort ankamen, wo die Junghengste standen. Denn da sie am meisten Pferd sein durften und am wenigsten gearbeitet wurden, standen sie am weitesten entfernt.
      Es herrschte eine friedliche Ruhe auf der Insel, aber außer dem Rauschen des Meeres gab es eben auch kaum Quellen, die Lärm hätten verursachen können. „Eine eigene Insel kommt also definitiv auch auf meine Liste von schönen Wohnorten“, meinte ich lachend und schaute mich zufrieden um, es war wirklich herrlich hier.
      Und dann sahen wir auch die ersten Pferde, welche direkt die Köpfe hoben, als sie uns entdeckten. „Du bist wegen Stolen Dance hier, stimmts?“, fragte Malte, wobei es wohl eher eine Feststellung war als eine Frage.
      Ich nickte nur und folgte dann seinem zeigenden Finger, um den Junghengst zu entdecken. Stolen Dance war erst ein Jahr alt, hatte aber einen beträchtlichen Stammbaum und den sah man dem Pferd auch an. Normalerweise wäre er wohl auch hiergeblieben, wenn mir mein guter Ruf nicht so vorauseilen würde.
      Stolen Dance war ein Rappe, wie sein Vater, und hatte die nur dezente Scheckung seiner Mutter mit in die Wiege gelegt bekommen. Besonders die Kombination hatte mich sofort begeistert und natürlich wies er top Ambitionen für den Vielseitigkeitssport auf.
      Da Malte der Trainer der Ranch war und generell über alles sehr gut Bescheid wusste, konnte er mir auch alle Fragen zu Deo Volente und Seattle’s Scarlett beantworten. Ebenso kannte er Stolen Dance in- und auswendig, auch wenn der Junghengst den Großteil seiner Tage hier draußen verbrachte.
      „Aber das tut ihm gut. Er wächst unter Gleichaltrigen auf, wird robust, aber gesund gehalten und ist somit in einer Bestverfassung. Was will man mehr?“, fragte Malte mehr rhetorisch und trotzdem konnte ich ihm grinsend darauf antworten: „Ihn kaufen und mit nach Kanada nehmen!“.

      Der gestrige Tag hatte dann sehr ruhig geendet und trotz zwischenzeitlichem Schlaf war ich dann sehr froh gewesen, als ich ins Bett fallen und schlafen durfte. So hatte ich es heute auch vor um neun einfach nicht aus dem Bett geschafft und selbst danach fühlte ich noch ein wenig sehr den Jetlag.
      Eine heiße Dusche und ein gutes Frühstück halfen mir da schon sehr gut, aber noch besser war die frische Luft und die Pferde. Heute wurde das Geschäftliche vereinbart, weshalb ich mich nach dem Frühstück mit Nico im Büro traf.
      Er hatte bereits alles fertiggemacht und sprach nun mit mir die Unterlagen und Vereinbarungen durch. Am Ende konnte ich guten Gewissens meine Unterschrift drunter setzen und war offiziell die neue Besitzerin von Stolen Dance.
      Direkt mit nach Hause fliegen würde der Kerl jedoch nicht, denn dafür mussten wir noch allerhand klären. Den Großteil davon arbeiteten wir aber schon jetzt ab, so dass von beiden Seiten aus klar war, was erledigt werden musste.
      Während ich also heute Abend den Heimflug antreten würde, würde Stolen Dance einen Monat später folgen, wenn dann alle Kontrollen und Impfungen abgehandelt waren und er guten Gewissens reisen konnte. Auch würde Malte ihn so noch ein wenig auf die doch anstrengende Reise vorbereiten können, so dass es möglichst wenig Stress für den Hengst sein würde.
    • Gwen
      Pflegebericht 29.09.2017 - Der große Umzug

      Kanada schenkte uns einen goldenen Herbst, die Sonne schien beinahe täglich und umso schöner sah der bunte Wald um unseren Hof herum aus. Nichtsdestotrotz war heute ein recht stressiger Tag. Unsere zwei Neuankömmlinge sollten kommen. Während sich die Pineforest Stables um die Reise von PFS‘ Disparo de Fiasco kümmerten, holte ich Stolen Dance persönlich in Norwegen ab.
      Beziehungsweise hatte ich das bereits getan und wir waren auf der Heimreise. Malte hatte mich erneut herzlich auf der Ranch empfangen und sich im vergangenen Monat um alle wichtigen Angelegenheiten rund um Dancers Reise gekümmert. Wir mussten ihn nur noch verladen und zum Flughafen fahren.
      In Kanada, genauer gesagt Winnipeg, würden wir parallel zu dem Criollofohlen aus England ankommen. Wenn alles so lief wie geplant, würde bereits Ciaran auf uns warten, so dass wir problemlos beide Hengstfohlen verladen könnten und uns auf den Heimweg machten.
      Letztendlich lief auch alles wirklich problemlos. Die beiden Fohlen bekamen bei der Vet-Kontrolle grünes Licht und wir konnten sie verladen und uns auf den Heimweg machen. Beide Pferde hatten eine lange Reise hinter sich, als wir endlich auf unserem Hof ankamen.
      Wir hatten bereits die Boxen vorbereitet, so dass wir erst Fiasco und dann Dancer in den Stall brachten. Da sie hier komplett neu waren, würden sie den restlichen Tag in der Box bleiben. Die Reise war auch anstrengend genug gewesen.
      Nachdem wir sie von Transportgamaschen und Decken befreit hatten, ließen wir sie erst einmal ein Stündchen in Ruhe und kümmerten uns um die anstehenden Arbeiten. Danach schaute ich bei den beiden nochmal vorbei. Ciaran gesellte sich dazu und wir entschieden, die beiden doch zusammen auf die kleine Weide hinter den Stall zu lassen, damit sie sich die Beine vertreten durften.
      Im Nachhinein war das auch eine gute Entscheidung gewesen, denn nach einem anfänglichen Bekanntmachen, jagten die beiden motiviert im gestreckten Galopp über die Wiese und tobten sich ordentlich aus. Ich beobachtete beide lächelnd und war wirklich mehr als zufrieden.
      Die beiden würden sich definitiv machen und sicherlich ein fester Bestandteil unseres Stalles werden. Ich war sehr gespannt wie sie sich entwickeln würden. Fiasco sah so aus, als würde er doch noch ausschimmeln und Dancer hatte sich in dem letzten Monat, den er in Norwegen verbracht hatte, noch einmal ordentlich gemacht.
      Da sich beide so gut verstanden, würden sie vorerst zusammenstehen, ehe wir sie dann langsam mit Ohnegleichen und Prismatic zusammenlassen würden. Dann hätten sich die vier Jungs untereinander und könnten genug Quatsch zusammen machen.
    • Gwen
      Pflegebericht 24.10.2017 - Dienstag

      Draußen war es leicht wolkig und ich wirkte auch nicht besonders motiviert. Stattdessen saß ich in meine Decke gekuschelt am Küchentisch und nippte am Ingwertee. Ich war krank, wer hätte das gedacht. Dabei gab es hier niemanden, der mich hätte anstecken können und als Pferdemensch sollte man dahingehend eigentlich ein gutes Immunsystem haben.
      Aber nein, ich hatte stattdessen einen kratzigen Hals und höllische Rückenschmerzen. Somit hatte ich bereitwillig alle reiterlichen Aufgaben für heute an Ciaran abgegeben und kümmerte mich lieber vom Boden aus um die Pferde. So würde ich hoffentlich morgen wieder auf dem Pferd sitzen können.
      Der Stall war bereits gemacht als ich heraus kam und die Pferde standen schon auf den Weiden. Nur Fagy hatte mir Ciaran direkt im Stall gelassen, weil ich gerne mit der Stute beginnen wollte. Ich holte sie aus der Box und begann sie gründlich zu putzen. Aktuell wurden alle Pferde wieder flauschig und bekamen ihr Winterfell, Fagy war da keine Ausnahme.
      Immerhin war sie relativ sauber, so dass ich schnell fertig war. Danach legte ich ihr den Kappzaum an und schnappte mir noch Handschuhe, Longe und Longierpeitsche, ehe wir in die Halle gingen. Dort führte ich sie zuerst einige Runden warm, ehe ich sie auf den Zirkel schickte und im Schritt um mich herum weiter warmlaufen ließ.
      Dann nahmen wir den Trab dazu und danach den Galopp. Heute arbeiteten wir viel an ihrer Dehnunghaltung einer schönen Stellung und Biegung. Dafür holte ich Fagy vermehrt auf einen kleineren Zirkel und schickte sie wieder hinaus. Damit sie während unserer Übungen den Schub behielt, gingen wir immer mal ganze Bahn.
      Außerdem machten nach jedem Erfolg eine kleine Schrittpause, damit Fagy in Ruhe abkauen und nachdenken konnte. Sie machte auch wirklich schön mit und ich war mehr als zufrieden mit der Warmblutstute.
      Nach der Trainingseinheit ließ ich sie noch ein wenig im Schritt laufen, ehe wir in den Stall gingen, wo sie zur Belohnung ihr Futter bekam und dann auf die Weide durfte. Von der Stutenweide machte ich mich auch direkt auf den Weg zu den Jungpferden, denn der nächste auf meiner Liste war Stolen Dance.
      Der junge Trakehner war noch nicht gar so lange Mitglied unseres Stalles und durfte sich erst einmal in Ruhe eingewöhnen. Außerdem konnte man mit ihm sowieso noch nicht besonders viel machen, da er erst kürzlich abgesetzt worden war.
      Stattdessen übten wir eben ein wenig das Putzen und Anbinden am Putzplatz, ehe er eine Belohnung bekam und direkt danach wieder zurück auf seine Weide durfte. So lange er brav mitmachte, war er auch schnell fertig.
      Bevor es zum Aufwärmen ins Haus ging, holte ich mir noch Ohnezahn von der Weide. Wie es beim ersten eigenen Pferd eben war, erhielt er immer eine Sonderbehandlung. Ich putzte ihn besonders ausgiebig, betüddelte ihn und auch wenn wir heute nur Bodenarbeit machten, war mein Fokus voll bei ihm.
      Wir begannen mit ein paar Aufwärmübungen am Knotenhalfter, ehe wir frei arbeiteten und heute da weitermachten, wo wir das letzte Mal aufgehört hatten: Er sollte um mich herum traben und galoppieren, ohne, dass ich mich bewegte.
      Im Schritt klappte das schon erstaunlich gut, im Trab schaffte er auch bereits gut eine Runde und heute sogar mehr, weshalb wir den Galopp dazu nahmen. Ohnezahn erstaunte mich immer wieder und ich liebte die Boden- und Freiarbeit mit ihm, da fühlte ich mich beinahe am wohlsten und war am glücklichsten.
      Und auch Ohnezahn schien sehr zufrieden. Selbst Ciaran, der eher ein Turnierreiter durch und durch war, schaute uns gerne zu und war regelmäßig begeistert von dieser Arbeit. Heute schafften wir wieder richtig viel und ich war happy, als ich Ohnezahn zurück auf die Weide brachte.
      Aber auch müde und kaputt, die Erkältung war dann doch etwas gemeiner als gedacht. Seufzend verzog ich mich deshalb erst einmal ins Haus, wo ich mich unter eine heiße Dusche stellte, in der Hoffnung, dass meine Rückenmuskeln sich ein wenig entspannen würden.
    • Gwen
      Pflegebericht 30.11.2017 - Welcome back!

      Altair - Ameya - Ceredwen - Dead Memories - Fagy - Hollybrook’s Arce - Kedves - Nayala - Neelix - Nuriya - Ohnegleichen - Ohnezahn - PFS‘ Disparo de Fiasco - Pinero - Prismatic - Shenandoah - Sinfonie - Snow White Cassedy - Stolen Dance - Tawny Bawny

      Es war ein kalter, bewölkter Novembermorgen. Ich saß in meine Decke gekuschelt auf dem Sofa und trank meinen heißen Tee. Etwas belustigt beobachtete ich das Schauspiel, welches sich draußen im Garten abspielte. Ivy versuchte so leise wie möglich durch den Schnee zu stapfen, um sich an einen Spatzen anzuschleichen. Aber wie zu erwarten misslang ihr Versuch und der kleine Vogel entwischte ihr.
      Der Frust stand meiner grauen Katze sichtlich ins Gesicht geschrieben und sie schlich in Richtung Terrassentür zurück. Seit einigen Tagen schneite es bei uns und inzwischen war alles mit einer weißen Puderschicht bedeckt. Ivy wusste noch nicht so recht, ob sie die neue Wetterlage gut oder schlecht finden sollte.
      Ciaran war wie jeden Morgen um diese Uhrzeit seine Runde laufen und hatte heute auch die beiden Hunde mitgenommen. Dementsprechend konnte ich es mir noch ein wenig mit Ivy auf dem Sofa vor dem Kamin gemütlich machen, bevor der Tag endgültig beginnen würde.
      Momentan fühlte ich mich noch recht gerädert, denn die letzten Wochen hatte ich in Winnipeg bei meiner Familie verbracht. Leider nicht aus Spaß, sondern aus Zwecken des reinen Lernens, denn mein Studium hatte sich der finalen Phase zugeneigt und die Abschlussprüfung hatte angestanden.
      Seit gestern war der Spuk offiziell vorbei und ich hielt nun mein endgültiges Zeugnis in Händen. Gefeiert hatten das meine Familie und Freunde mehr als ich, denn nach den Wochen reinen Paukens und dem beinahe Nervenzusammenbruch vor den großen Prüfungen war ich einfach nur noch ein Wrack gewesen.
      Seit gestern war ich wieder hier und kam so langsam in meinen gewohnten Rhythmus zurück. Ich war mehr als froh, endlich wieder zu Hause sein zu dürfen und dementsprechend genoss ich das. Auch wenn ich Ciaran wirklich dankbar gewesen war, dass er sich in der Zeit komplett um den Hof gekümmert hatte.
      Dank ihm war ich nun offiziell eine Tierheilpraktikerin mit Schwerpunkt auf Pferden. In Verbindung mit meiner Arbeit als Trainerin erschien mir damals dieses Studium die beste Wahl und so erging es mir heute noch. Ich hoffte, dadurch insbesondere den sogenannten Problempferden auch auf anderem Wege helfen zu können.

      Dick eingepackt verließ ich das Haus und machte mich auf den Weg hinüber zu den Stallungen. Es schneite immer noch leise vor sich hin und obwohl es kalt war, freute ich mich über das Knirschen unter meinen Füßen und die Schneeflocken, die sich auf meiner Kleidung sammelten.
      Als ich die Stalltür öffnete, schlug mir der geliebte Geruch von Pferden und Heu entgegen. Ich begrüßte alle mit einem herzlichen und doch ruhigen „Guten Morgen!“ und bekam von hier und da sogar Resonanz. Der eine brummelte mir entgegen, der andere erhob sich vielleicht auch erst aus seinem Strohbett.
      Mein erster Weg führte mich direkt in die Futterkammer, wo ich fünf Futterschüsseln nebeneinander stapelte und begann, das jeweilige Frühstück zusammenzumischen. Dann landeten diese Schüsseln übereinander in der Schubkarre und die nächsten folgten. Für knapp zwanzig Pferde war es so immer ganz gut machbar und irgendwann kannte man den Essensplan seiner Pferde besser als den eigenen.
      Nacheinander bekamen alle Pferde ihr Frühstück und nach ein paar Minuten hörte man es überall sichtlich zufrieden futtern. Ich räumte alles wieder auf und warf schon einmal die ersten Heu- und Strohbündel vom Dachboden in den Stallgang, wo ich sie ordentlich aufstapelte.
      Danach waren auch schon die ersten Pferde fertig, welche ich aufhalfterte und immer zu zweit, manchmal auch zu dritt, zu den Weiden führte. Dort machte ich sowohl Strick als auch Halfter ab und entließ die Vierbeiner nach draußen. Der ein oder andere trug auch eine Winterdecke, denn wir hatten dieses Jahr wieder teilweise die Pferde geschoren.
      Außerdem waren nicht alle Pferde die eisigen Temperaturen Kanadas gewöhnt, so dass man stets mit Bedacht schauen musste, wer eventuell fror und so die Unterstützung einer Decke benötigte. Nachdem alle Pferde draußen auf den Weiden standen, kam auch Ciaran in den Stall. Ich hatte bereits einige Heunetze gefüllt und half ihm, diese auf den Weiden zu verteilen. Auch im Winter standen unsere Pferde den gesamten Tag über auf der Weide, aber sie mussten zugefüttert werden. Und damit uns das Heu nicht nachts gefror und kaputtging, gab es für die Weide Halterungen, an welche man jeweils vier Heunetze befestigen konnte.
      So hatten wir eine gut kontrollierbare und schnell abnehmbare Menge an Heu, die wir je nach Bedarf auffüllen konnten. Ciaran machte noch die letzten Weiden fertig, während ich bereits mit dem Misten der Boxen begann. Da wir jeden Tag misteten und die Pferde nur die Nacht in den Boxen verbrachten, waren wir immer recht schnell fertig.
      Abschließend wurden die Boxen frisch eingestreut und ich füllte die Heunetze für die Nacht auf. Außerdem kontrollierte ich alle Tränken auf ihre Funktion und machte mich dann daran, schon einmal die Futterschüsseln für heute Abend vorzubereiten. Umso schneller ging es dann abends.
      Nachdem die Stallgasse gekehrt war und alles fertig war, brauchte ich doch erst einmal eine Pause und verzog mich zurück ins Wohnhaus. Bei den Temperaturen fror man dann doch schneller ein als sonst, besonders, wenn man dieses Klima drei Wochen lang nicht mehr gehabt hatte. Also wurde es Zeit, das wieder zu ändern.
    • Gwen
      Pflegebericht 25.12.2017 - Feiertage

      Die Weihnachtsfeiertage gemeinsam mit der Familie zu verbringen gehörte mit zu den schönsten Dingen an Weihnachten. Nichtsdestotrotz gab es da noch den Stall und die Pferde. Da Ciaran bis Neujahr zu Hause blieb, war ich so lange alleine mit unseren Pferden. Stören tat mich das aber nicht. In dieser Zeit minimierte ich einfach die Trainingspläne und fokussierte mich auf das Wichtige.
      Hilfe im Stall bekam ich trotzdem, denn als ich mich heute Morgen warm einpackte, stand bereits Kathy an der Tür und wartete auf mich. Ich musste ein wenig schmunzeln, denn damals hatte sie sich nie um die Stallarbeit gerissen und war immer froh gewesen, dass wir das unter uns dreien aufgeteilt hatten und sie nur zwei Tage die Woche hatte machen müssen.
      Heute wirkte sie so, als wäre sie sogar ganz glücklich darüber, endlich mal wieder anpacken zu dürfen. Wir fütterten gemeinsam die Pferde und brachten sie dann nacheinander hinaus. Danach misteten wir die Boxen und richteten schon einmal das Futter und das Heu für heute Abend her. "Irgendwie habe ich das vermisst", meinte Kathy lachend, während sie das letzte Heunetz auffüllte und ich schon die Stallgasse kehrte.
      "Oh und besonders deine Neuen gefallen mir! Stolen Dance und Ohnegleichen. Ich kann nicht fassen, dass Ohnezahn einen Sohn bekommen hat!", meinte sie fröhlich. Wir brachten noch neue Heunetze hinaus auf die Weiden und verweilt ein wenig bei der Weide der Junghengste. Dort standen neben ihren beiden Lieblingen noch PFS' Disparo de Fiasco und Prismatic.
      Die Junghengste erwarteten uns schon und stürzten sich dann direkt auf das neue Heu. Bei den beiden Jungstuten Nuriya und Hollybrook's Arce ging das wesentlich gesitteter zu. Nächstes Jahr wollte ich die beiden dann in die große Stutenherde integrieren. Aber das würde noch etwas Zeit haben. Nun stand erst einmal unser jährlicher Familien-Weihnachtsausritt an!
    • Gwen
      Pflegebericht 26.01.2018 - Fohlen ABC

      Es war ein kalter und recht düsterer Wintermorgen. Leichte Nebelschwaden zogen über die verschneiten Wiesen und die Sonne wollte sich noch nicht so recht blicken lassen. Selbst als die Stallarbeit erledigt und alle Pferde versorgt waren, wirkte der Tag noch so dunkel wie in den frühen Stunden. Seufzend lehnte ich an der Stalltür und blickte gen Himmel. Solche Tage motivierten nicht unbedingt.
      Dabei stand heute mal wieder Zeit für die Fohlen auf den Plan. Zwei feste Tage in der Woche planten wir für unsere Jüngsten ein. Den Rest der Woche hatten sie Ruhe und durften Fohlen sein. Wie sich das Training an dem Tag jedoch gestaltete, war immer sehr flexibel. Meistens arbeiteten Ciaran und ich aber zusammen und so waren wir immer recht schnell mit den kleinen Vierbeinern durch.
      Heute begannen wir mit Nuriya und Hollybrook's Arce. Die beiden Stutfohlen waren schon etwas älter und beherrschten bereits relativ gut die Grundlagen des Fohlen ABCs. Hier und da wurden die Benimmregeln gerne mal ignoriert, aber im Großen und Ganzen waren beide sehr vorbildliche Schülerinnen. Wir holten die beiden Hübschen von der Weide und banden sie am Putzplatz an.
      Ciaran putzte Arce, während ich Nuriya machte. Die beiden hatten ganz schön viel Winterplüsch und wirkten so direkt noch viel größer. Nachdem beide geputzt waren, gingen wir eine Runde spazieren. Die Strecke fiel heute nicht so lang aus wie sonst, denn bei diesem diesigen Wetter wollten wir nicht zu lange unterwegs sein. Die beiden Stutfohlen benahmen sich aber einwandfrei und bekamen als Belohnung danach im Stall noch Möhren als Leckerlis, ehe es wieder auf die Weide ging.
      Als nächstes waren PFS' Disparo de Fiasco und Stolen Dance an der Reihe. Die beiden Hengstfohlen stammten aus guten Zuchten und waren noch nicht lange bei uns. Beide stammten erst vom letzten Jahr und dementsprechend steckten wir bei ihnen noch in der grundlegenden Erziehung. Gemeinsam gingen wir mit beiden in die Halle, wo wir in aller Ruhe die einfachen Dinge des Umgangs übten. Die beiden Fohlen sollten lernen, sich überall berühren zu lassen, die Hufe zu geben und sich ohne Probleme das Halfter auf- und abmachen zu lassen.
      Als wir das alles durchgegangen waren, hingen wir noch einfache Führübungen dran. Einfach nur das neben dem Menschen her laufen im Schritt und auch anhalten, wenn wir es taten. Das reichte für unsere Jüngsten dann aber auch schon. Es gab ein Leckerli für jeden und dann durften sie zurück auf die Weide. Ciaran brachte die beiden alleine weg und holte dann auch selber Ohnegleichen und Prismatic.
      Ich baute in der Zwischenzeit ein paar Spielereien in der Halle auf: Slalom, Tonnen, eine Plane und unseren Gymnastikball kramte ich auch hervor. Für unsere älteren Hengstfohlen hieß es heute nämlich Schrecktraining. Die beiden Jungs waren relativ selbstbewusst und neugierig, was sicherlich auch ihrem Alter geschuldet war. Also hieß es Abwechslung.
      Gemeinsam lernten wir zu Beginn alles erst einmal kennen und sie durften in Ruhe schauen und schnuppern. Dann ging es durch den Slalom oder um die Tonnen und so konnte man direkt das richtige Führen noch etwas einbauen und üben. Besonders spannend war immer die Plane, das darüber laufen oder auch, dass man die Plane über die Fohlen legen konnte.
      Nach anfänglicher Skepsis funktionierte das sowohl bei Ohnegleichen als auch bei Prismatic. Danach spielten wir noch mit dem Gymnastikball, worauf beide sichtlich Lust hatten. Nach einer abschließenden und gelungenen Übung lobten wir beide ausgiebig und ließen sie noch ein wenig frei durch die Halle laufen. Pria warf sich direkt hin und wälzte sich erst einmal ausgiebig, während Ohnegleichen noch einmal die Plane begutachtete.
      Danach sammelten wir beide auf Zuruf wieder ein und brachten sie zurück auf die Weide zu den anderen Hengstfohlen. Dafür, dass der Morgen so düster begonnen hatte, hatte das Training mit unseren Jüngsten dann doch echt Spaß gemacht. Es war immer schön den Pferden beim Wachsen zuzuschauen und sie direkt selbst formen zu können. Gerade die Forests waren wichtig für unsere Zucht und ich war schon gespannt auf die nächste Generation, auch wenn das wohl noch etwas warten würde.
    • Gwen
      Pflegebericht 28.02.2018 - Eisiger Sturm

      Der letzte Tag des Februars begrüßte uns schon morgens mit einer Eiseskälte, die jedem durch die Glieder fuhr. Fast alle Pferde hatten wir heute Morgen eingedeckt, auch wenn ihnen sonst das Winterfell genügte. Es war zudem den ganzen Tag über bedeckt und es schneite ab und an auch.
      Doch gegen 15 Uhr zog es sich stark zu und ein mächtiger Wind kam auf. Ciaran und ich saßen gerade im Büro und waren eigentlich mit der Planung der kommenden Turniersaison beschäftigt, als wir den starken Wind um das Haus pfeifen hörten.
      Sowohl die beiden Hunde, als auch Katze Ivy, hatten sich heute gar nicht großartig aus dem Haus gewagt und so sprangen wir jetzt auch schnell auf, um unsere Schützlinge in den Stall zu holen. Bei so vielen Pferden dauerte das meistens doch ein Weilchen und dementsprechend war nun Eile geboten.
      Ciaran kümmerte sich zuerst um die Stuten, während ich unsere Jüngsten in den Stall holte. Dort begann ich bei den beiden Hengstfohlen Ohnegleichen und Prismatic. Unsere beiden Nachwuchsponys machten sich wirklich schon gut und waren hinsichtlich des Führens sehr unproblematisch. Auch Stolen Dance und PFS' Disparo de Fiasco hatten eine gute Fohlenschule genossen und kamen mit rein.
      Eventuell lag es auch an dem Futter, was in den Boxen auf die Pferde wartete, aber man redete sich als Besitzer ja gerne was ein. Hollybrook's Arce musste ich in der Box dann erst einmal abdecken. Die junge Stute begann schnell zu frieren und so hatte auch sie heute ihre Weidedecke aufbekommen.
      Die Jüngsten standen dementsprechend bereits alle im Stall, so dass ich mich um die Pferde kümmerte, die Ciaran hineinbrachte, während sich draußen das Wetter immer mehr verschlechterte. Ich deckte die Pferde entweder ab oder um, je nachdem wie der Gemütszustand der Vierbeiner war.
      In der Box brauchten sie eigentlich keine Decken, aber da die Temperaturen gerade in den Keller schossen, ging ich lieber auf Nummer sicher. Kurz vor dem Frühling brauchte mir kein Pferd krank werden. Bei den Hengsten Neelix und Kedves sah es aber gut aus. Die beiden waren auch nicht geschoren und konnten so ihren dicken Winterpelz nutzen.
      Sinfonie hingegen wechselte ich die Weidedecke gegen eine dünnere Stalldecke. Sie stand eh relativ weit vorne im Stall und war doch etwas mäkelig, wenn es um Luftzug ging. Bei Ensnare the Sun legte ich auch lieber noch eine Stalldecke auf, denn die Stute war noch nicht gar so lange in Kanada und hatte uns vor allem erst im Winter beehrt, so dass sie keine Chance auf ein dickes Winterfell bekommen hatte.
      Back To Business und Dead Memories waren hingegen hartgesottene Reitponys und konnten ohne Decke stehen. Die beiden widmeten sich bereits zufrieden ihrem Heu. Generell ging das schlechte Wetter den Pferden eher am Allerwertesten vorbei. Inzwischen hatte sich draußen hingegen ein ziemlicher Schneesturm zusammengetan, so dass Ciaran und ich alles noch einmal überprüften und sicher verschlossen, ehe auch wir uns ins Warme verzogen.
    • Gwen
      Pflegebericht 31.03.2018 - Turnierplanungen

      Obwohl sich Kanada gefühlt noch im tiefsten Winter befand, saßen Ciaran und ich beisammen und nutzten die letzte Kälte für die Planung der kommenden Turniersaison. 2018 stand wieder sehr viel Neues auf dem Plan und spätestens im April sollte es dann endlich wieder losgehen. Und nebenher durfte auch gerne der Frühling endlich mal bei uns einkehren.
      Doch nun widmete ich mich dem Plan, der vor uns lag und noch ziemlich leer aussah. Unsere Standard-Sportpferde würden wie jedes Jahr regulär auf festen und vor allem größeren Events vertreten sein. Es war immer gut, sich dort als Trainer und Züchter zu zeigen. Außerdem wurden so die Pferde bekannt und das schadete auch nie.
      Doch von größerem Interesse waren unsere Turnierneulinge. So beispielsweise Sinfonie, oder Ensnare the Sun, aber auch Pinero und Smoke Cream. Die beiden letzteren würden aufgrund ihrer Ausbildung noch auf Sparflamme laufen. Sie durften erst einmal in aller Ruhe die Abläufe kennenlernen, ehe es ernst werden würde.
      Für unsere Paintstute hingegen visierte ich bereits eine eventuelle Prämierung an, doch vorher würde sie gute Resultate bei den Turnieren bringen müssen. Außerdem liefen wie immer die beiden deutschen Reitponys Back To Business und Dead Memories auf den Turnieren mit. Und damit es auch was für Ciaran gab, standen Kedves und Fagy wie immer auf dem Plan.
      Er liebte die Furiosos und war ganz vernarrt in sie. Aber auch Ceredwen war stets auf Turnieren an seiner Seite. Ich widmete meine freien Wochenenden da ja lieber den Sportponys wie Neelix oder Altair. Das war mehr meine Welt, aber das war ja auch gut so. So glichen wir uns perfekt aus.
      Für die Jüngsten stand dieses Jahr nichts auf dem Plan. Ganz eventuell und wenn es wirklich gut passen sollte, könnte man die Kleinsten auf Fohlenschauen vorstellen, doch zugegebenermaßen hielt ich davon nicht besonders viel und den Stress war das Ganze dann auch nicht wert.
      Also widmeten wir uns nach der Planung lieber noch den eventuellen Sommerweiden für die Jungspunde. Aktuell empfand ich alle eigentlich noch als zu jung und so richtig aufgetan hatte sich in der näheren Umgebung auch noch keine Möglichkeit. Außerdem war unser Kindergarten groß genug, dass wir selbst die Spielgefährten bereitstellen konnten. Das war kein Problem und für den Notfall hatte man auch gute Nachbarn.
      So waren Ciaran und ich letztendlich doch schneller mit den Planungen fertig als gedacht. Und ich freute mich schon auf die wärmeren und grüneren Tage! Man jammerte ja doch gerne über die Wärme, aber ewig Winter und Schnee war dann auch nicht so schön. Und im Gegensatz zu Deutschland hatte man hier in Kanada einen herrlichen Sommer, bei welchem es selten zu warm wurde. Und wenn doch, dann kühlte es über Nacht zumindest gut wieder ab.
      Auf unserem Plan stand nun nur noch die Besprechung der kommenden WHT Events an. Für April war der Osterwanderritt geplant, bei welchem Ciaran und ich eine kleine Gruppe an Reitern durch die kanadische Wildnis begleiten würden. Im Mai wäre dann ein Jungpferdetreffen an der Reihe. Ich war sehr gespannt auf die Resonanz der beiden Events, hatte aber bisher meine Zweifel, dass die Teilnehmerzahlen besonders groß sein würden.
      Aktuell war das Interesse für solche Veranstaltungen doch eher gering. Aber eventuell wurde ich ja dieses Jahr doch noch überrascht. Zumindest hielt die regelmäßige Teilnahme für einige bekannte Gesichter zu Ende des Jahres eine Überraschung bereit, denn Ciaran und ich hatten entschieden, dass Treue schließlich belohnt werden müsse.
    • Gwen
      Pflegebericht 27.05.2018 - Alltägliche Arbeit

      Mein Morgen begann mit Dressurarbeit auf dem Platz. Während Ciaran Kedves aufwärmte, waren Neelix und ich bereits weiter und ich nahm bereits die Zügel allmählich auf. Aktuell machte sich der Lewitzerhengst wirklich einwandfrei. Er war topfit, sowohl in der Dressur, als auch im Springen. Auch im Gelände zeigte er sich von seiner besten Seite und natürlich wollten wir dieses hohe Leistungsniveau auch erhalten.
      Auch Kedves konnte sich sehen lassen. Gerade ritt Ciaran ihn im fleißigen Vorwärts-Abwärts im Galopp und der Hengst zeigte seine runde Galoppade. Die gymnastizierende Dressurarbeit gehörte bei uns zu jedem Pferd, egal ob reines Dressur-, Spring- oder Vielseitigkeitspferd. Und sie machten es alle gerne. Nachdem die beiden Hengste dann abgeritten und abgespritzt waren, ging es zurück auf die Weiden.
      Als nächstes stand ein Ausritt auf dem Plan. Ich ritt Fagy, während Ciaran sich auf Shenandoah schwang. Während Shanti sowieso immer die Ruhe in Person war, hatte Fagy immer eher den Ruf des unsicheren Kükens gehabt. Inzwischen war die Stute aber deutlich erwachsener geworden und zeigte sich als wahres Verlasspferd. Sie hatte eben nur etwas länger gebraucht als andere.
      Während des Ausritts kam unser aktueller Gesprächsstoff wieder auf. Schon seit längerem überlegten Ciaran und ich, einen Praktikanten einzustellen. Eventuell sogar einen Auszubildenden. Natürlich lockte uns der Gedanke, jemanden mehr im Team zu haben. Zwar waren die Pferde zu zweit immer gut schaffbar, aber eine dritte Person war immer wünschenswert.
      Außerdem könnten wir so auch unsere Werte und Ansichten in die Welt hinaustragen und jungen Menschen die Chance geben, ihre Träume zu erfüllen. Aktuell waren wir uns nur noch unsicher, wie wir das Ganze aufziehen wollten. Wir überlegten, vorerst einen Praktikanten einzustellen, um zu schauen, wie wir damit zurecht kommen würden, ehe wir uns auf so etwas Festes wie einen Auszubildenden einließen.
      Im Idealfall kam uns in den Sinn, immer einen Auszubildenden und einen Praktikanten zu haben. Zu viert war der Stall mehr als gut zu machen und man könnte jedem freie Tage einräumen, außerdem hätte man so trotzdem immer noch jemand Erfahrenen für den Praktikanten, ohne, dass wir immer zur Stelle sein müssten. "Lass uns heute Abend einfach mal zur Probe eine Stellenanzeige schreiben und dann schauen wir weiter", meinte Ciaran und ich stimmte ihm zu.
      In der Zwischenzeit waren wir wieder am Hof angekommen. Während Ciaran sich um die Pferde kümmerte, arbeitete ich heute mal wieder mit Ohnegleichen und danach mit Stolen Dance. Auch wenn unsere Fohlen viel Freiraum bekamen, stand trotzdem ab und an Schule auf dem Plan. Wir wiederholten regelmäßig das Fohlen ABC, um die Jungspunde fit zu halten. Ansonsten hatten sie natürlich frei und durften ihre Kindheit genießen.
      Durch die Regelmäßigkeit saß aber auch alles an Ort und Stelle und die beiden machten heute super mit. Seitdem es so warm war, übten wir auch hin und wieder das Abspritzen. Heute waren nur die Beine an der Reihe. Ohnegleichen ließ sich davon nicht schocken, sondern genoss die Dusche sichtlich und spielte danach noch mit dem Schlauch. Stolen Dance hingegen war nicht gar so begeistert von meiner Idee, aber mit viel gutem Zureden und Geduld ließ auch er sich die Beine abduschen und durfte danach zur Belohnung direkt wieder auf die Weide.
      In der Zwischenzeit hatte Ciaran noch Back To Business longiert, der dieses Wochenende wieder auf Turnieren unterwegs gewesen war und heute lockeres Training auf dem Plan stehen gehabt hatte, ehe er morgen seinen freien Tag bekam. "Genau für sowas wären Praktikanten ideal", meinte Ciaran grinsend und ich lachte. Denn wir beide sehnten uns aktuell nur noch nach einer erfrischenden Dusche und einem kalten Eistee auf der Terrasse.
    • Gwen
      Pflegebericht 29.06.2018 - Eine langjährige Freundin

      „Amber!“, quietschte ich fröhlich und fiel meiner Freundin die Arme. Hätte ich sie nicht so fest gedrückt, wäre sie wohl rücklinks über ihren Koffer nach hinten umgekippt. Es war lange her, dass ich meine alte Schulfreundin gesehen hatte, umso mehr freute ich mich, dass sie für zwei Tage auf der Ranch zu Besuch war, ehe es für sie weiter zu ihren Eltern gehen würde.
      Nach unserem Schulabschluss war sie weit weg an eine anerkannte Ballettschule gezogen. Inzwischen hatte sie ihre Ausbildung als Jahrgangsbeste abgeschlossen und eine Anstellung beim Staatsballett bekommen. So richtig fassen konnte ich das immer noch nicht und dagegen sah mein simples Studium richtig lahm aus.
      „Ach Gwen, es ist so schön mal wieder hier zu sein! Aber es hat sich ja doch einiges verändert“, neugierig musterte sie die Ranch. Auf dem Weg in ihr Gästezimmer tauschten wir erste Neuigkeiten aus und während Amber sich etwas frisch machte, machte ich für uns Eistee und Obst bereit, so dass wir uns direkt danach auf die Terrasse legen und plappern konnten.
      „Ich war schon immer neidisch auf dieses Haus und diesen See!“, meinte Amber lachend und deutete neidisch auf den See direkt vor der Terrasse. Dank guter Pflege eignete er sich wunderbar als Badesee und war somit viel besser als jeder Pool. Wie ich hörte, ging es Amber aber auch nicht schlecht.
      Wir redeten über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft und kamen gar nicht zum Ende – bis Ciaran uns einfach unterbrach. „Ich störe ja die tiefgründigen Frauengespräche ungern, aber 26 Pferde alleine sind dann doch etwas anstrengend. Hallo übrigens“, meinte er knapp und lehnte sich mit verschränkten Armen an den Rahmen der Terrassentür.
      „Ja schon gut, ich kümmere mich dann um die Jungpferde und füttere!“, meinte ich knapp und mit einer halbherzigen Handbewegung war das Thema für mich beendet. Ciaran verschwand seufzend und begann anscheinend schon einmal, die ersten Pferde in den Stall zu bringen. Irritiert schaute ich auf die Uhr und war entsetzt, als ich sah, dass es bereits nach 20 Uhr war.
      „Wir sollten tatsächlich los!“, meinte ich etwas gestresst und half Amber auf die Beine. Sie kam nur zu gerne mit zu den Fohlen, denn sie liebte Pferde. Aber aufgrund ihrer anderen Leidenschaft hatte sie schon früh mit der Reiterei abgeschlossen. Für jemanden, dessen Körper sein ein und alles war, war dieser Sport zu risikoreich.
      „Sag mal, wer war denn dieser scharfe Kerl, der auf deinem Hof rumläuft?“, meinte Amber grinsend und boxte mich in die Seite. Etwas irritiert blickte ich sie an und es dauerte einige Momente, bis ich verstand, dass sie Ciaran meinte. Und noch länger, bis ich bemerkte, dass sie Ciaran noch nie kennengelernt hatte.
      „Oh sorry! Das ist Ciaran. Er ist seit 2016 mit dabei und unser hauseigener Trainer und fast Mitbesitzer“, meinte ich knapp und bemerkte den Blick von Amber mehr. „Was? Und mehr nicht? Du wohnst seit zwei Jahren mit ihm zusammen und er ist nur Trainer?“, sprach sie vorwurfsvoll und ich blickte sie entsetzt an. „Ciaran und ich? Oh Amber, ich bitte dich, du kennst mich!“, meinte ich lachend und reichte ihr drei Stricke.
      „Ja eben drum, ich kenne dich!“, genervt verdrehte ich die Augen und pfiff einmal, um die Fohlen auf uns aufmerksam zu machen. Mit dieser Geste war das Gespräch für mich beendet und ich widmete mich den Pferden. Ich hörte Amber ein letztes Mal seufzen, ehe sie die mitgebrachten Möhren an die gierigen Mäuler verteilte.
      „Oh Gott, ich weiß gar nicht, wen ich am süßesten finden soll! Ich mag ja den hier – oh und das hier!“, meinte sie begeisterte und zeigte erst auf Ohnegleichen und dann auf Prismatic. Ich musste ja etwas lachen, dass die beiden Junghengste sogar meine Freundin, die kaum was mit Pferden am Hut hatte, als erstes um den Finger wickelten.
      Da die Fohlen problemlos waren, ließ ich Amber die beiden Stuten Nuriya und Hollybrook’s Arce führen, während ich die vier Hengstfohlen nahm. Zum Palomino und Braunen kamen also noch Stolen Dance und PFS‘ Disparo de Fiasco hinzu.
      Die Fohlen kannten den Weg und trotteten brav neben uns her. Im Stall wies ich Amber zu den richtigen Boxen und entließ dann auch die Hengstfohlen in ihre Boxen. Danach machten wir uns auf den Weg in die Futterkammer, wo Ciaran bereits mit den gesamten Schüsseln der Stuten und Hengste fertig war und sie auf eine Schubkarre lud, um sie zu verteilen.
      Aufgrund der Hitze packten wir das Futter nicht mehr schon nach der Stallarbeit in die Tröge, sondern machten es extra abends fertig. So hatten wir zwar etwas mehr Arbeit, aber sonst freute sich allerlei Getier über das Futter.
      Gemeinsam mit Amber kümmerte ich mich um die sechs Schüsseln der Fohlen und dann fütterten wir auch sie noch. Kurz darauf war der gesamte Stall versorgt und fertig. „Ich vermisse die helle Tinkerstute“, meinte Amber und schaute sich im Stall um. Ich wusste sofort wen sie meinte und kurz versetzte es mir einen Stich im Herzen.
      Auch ich vermisste unsere vergangenen Pferde des Öfteren. Magic war Ambers Lieblingspferd gewesen, dank der Stute hatte ich meine Freundin auch häufig doch zu einem Ausritt überreden können. „Hm, vielleicht kann ich dich auch ohne sie zu einem Ausritt morgen überreden? Ich habe da dennoch einige super liebe Kandidaten!“, meinte ich fröhlich und obwohl Amber noch schwankte, war ich mir sicher, dass wir morgen ausreiten würden.
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    Nachwuchs
    Hochgeladen von:
    Gwen
    Datum:
    1 Aug. 2017
    Klicks:
    366
    Kommentare:
    17

    EXIF Data

    File Size:
    301,4 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Rufname: Dancer
    Geburtsjahr: 2017

    Von: Deo Volente

    von: Until Tomorrow -- aus der: Nisi de la Bryère
    von: unbekannt, aus der: Silmpy's Ronja -- von: Cor de la Bryère, aus der: Vanni

    Aus der: Seattle's Scarlett

    von: Seattle's GT'aime -- aus der: Seana
    von: unbekannt, aus der: Greta Garbo -- von: Pacey, aus der: Samantha

    Rasse: Trakehner
    Geschlecht: Hengst
    Fellfarbe: Rappe mit Minimal Overo
    Stockmaß: im Wachstum

    Beschreibung:
    folgt

    Ersteller: Canyon
    Besitzer: Gwen
    Vorkaufsrecht: Canyon

    Stolen Dance ist noch nicht eingeritten.