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Sosox3

Stepping Stone | 2 Punkte

Reining : - | Trail: -

Stepping Stone | 2 Punkte
Sosox3, 15 Nov. 2019
peachyes, adoptedfox und Cooper gefällt das.
    • Sosox3
      Pflegebericht
      November 2019
      Praktikant aus dem Norden

      Tiara | "Wir haben für das nächste halbe Jahr einen Praktikanten aus Dänemark bei uns!", erzählte Mom uns aufgeregt. "Er heißt Alex und ist 24 Jahre alt. Er möchte neben seiner Fotografie, verschiedene Länder bereisen und könnte uns sehr gut helfen, gute Bilder unserer Pferde zu machen, die wir später verkaufen wollen, für unsere Website und die Anzeigen im Internet." "Jetzt denkst du schon wieder nur an uns", wand mein Vater ein, ich hingegen musste schmunzeln. "Kann er reiten?" "Ist das das einzige was dich interessiert, Tiara?" Möglicherweise war das so, aber dann konnte er wenigstens helfen die Pferde zu bewegen und konnte sich mit in den Alltag einbringen und nicht schon nach dem Füttern und misten große Pause machen. "Nein, Mom, aber es wäre doch interessant zu wissen. Dann kann er uns helfen." Es dauerte auch nicht so lange, da war er auch in Köln am Flughafen angekommen und Dad konnte ihn abholen. "Du kümmerst dich um ihn! Du zeigst ihm wo sein Zimmer ist und was seinen Aufgaben sind, wann er aufstehen muss und falls er nicht reiten kann, bringst du es ihm bei!" "Mom, ich bin Trainerin und keine Geschäftsführerin!" "Tiana! Du kannst mir entweder helfen, oder du kannst mitsamt deinen Pferden den Hof verlassen! Die letzten 4 Monate hatten wir nur Ausgaben und keine Einnahmen!" "Danke, es tut mir soo Leid, dass ich momentan so viel mit unseren Pferden zu tun hab, dass ich mich nicht noch um andere Leute mit ihren Pferden kümmern kann!" "Dann schimpf dich nicht Trainer!", schrien wir uns an. Ich drehte mich wütend um und zog die Hölzerne Haustüre mit einem lauten Knall hinter mir zu und verschwand in den Stall und setzte mich einen Moment zu Quicksilver in die Box. Das Stroh raschelte, als sie zu mir voran schritt. "Hey meine Gute", meine Stimme wirkte zerbrechlich. Was aber auch kein Wunder war, schließlich waren meine Augen glasig und mit Tränen gefüllt. Aber nur Trübsal blasen und rumsitzen konnte ich auch nicht tun. "Na komm", sagte ich, holte sie ans Halfter und führte sie auf die Stallgasse. Mit Unwohlsein im Magen putze und sattelte ich sie und schwang mich auf ihren Rücken. "Wir gehen jetzt ausreiten Quick." Mit dem kleinsten Impuls setzte sich die Stute in Bewegung und folgte dem Weg, den ich ihr vorgab. Die Sonne schien, wir hatten angenehme 20°C obwohl wir erst Ende März hatten. Langsam bekamen auch die Pferde Frühlingsgefühle. Nur Quick blieb immer ruhig. Ich schnalzte und die Stute wechselte in die nächstschnellere Gangart. Die Sonne knallte auf unsere Köpfe und wir entschieden uns für die kühlere Alternative ; den Wald. Es tat gut sich gänzlich der Natur hinzugeben und nicht mehr den Kopf voller Gedanken zu haben.

      Ich hob den schweren Westernsattel vom Rücken der bunten Stute und legte ihn auf unseren Sattelwagen, nahm ihr dann die Trense vom Kopf und ließ sie in ihre Box laufen. "Gute Maus", sagte ich und erschrak als ich das Klicken eines Auslösers vernahm. Innerhalb einer Sekunde drehte ich mich um und sah in die Kamera des Dänens. 'Klick' Ein weiteres Foto war gemacht. "Hör auf damit." Meine Stimme zeigte ihm deutlich, dass er jetzt besser keine Fotos mehr machen sollte. "Hey, mein Name ist Alex", kam es von ihm mit einem gebrochenen Deutsch. "Tiara", hielt ich ihm die Hand hin und stellte mich nur eher kurz vor. Unhöflich, wie ich jetzt im Nachhinein finde. "Komm, ich zeig dir den Stall", sprach ich auf Englisch, die einfachere Weise für uns beide, wie ich fand. Der große Braunhaarige folgte mir und sah anschließend in fast jede der Boxen die leer waren. "Hier hast du nicht viele Pferde zum Fotografieren. Wir haben nur noch die vier Mustangs hier. Die einzigen erfolgreichen hier sind Quisquilloso und die Stute, die du eben gesehen hast. Mehr haben wir hier eigentlich nicht mehr im Moment." Er zuckte mit den Schultern und knipste weiter seine Fotos. Bei einem unserer Neuzugänge blieb er stehen. Stepping Stone, eine helle Buckskin Stute, hatte es ihm angetan. "Was ist mit ihr?", fragte er mich neugierig. "Die ist neu hier, genauso wie Time In A Bottle. Nur, das er schon was mit Menschen zu tun hatte. " Er nickte und trat an den Zaun. Sie hob zwar neugierig den Kopf und unterbrach das Grasen, aber dabei blieb es auch. "Wunderschön", murmelte er. "Was?", fragte ich, konnte sein Murmeln nur schwer verstehen. "Wunderschön", sagte er lauer und drehte seinen Kopf zu mir. Seine Eisblauen Augen bohrten sich in mein Gedächtnis und ich sah ihn erstaunt an. "Ja... da hast du recht", stammelte ich. Er grinste nur. Es wurde langsam dunkel und ich deutete mit meinem Kopf in Richtung Haus. "Mom kocht gerade was, wir sollten rein und ihr helfen."
    • Sosox3
      Pflegebericht
      April 2020
      Flirt und Training auf Evergreen Acres

      April 2020, by Sosox3 & Veija


      Ethel | "Tiara wir bekommen Besuch von einem befreundeten Trainer. Der soll dir Reitstunden geben!", informierte ich meine Tochter über den jungen Mann der in knapp einer Stunde anreisen würden. Ein Glück, dass wir nicht allzu weit vom Flughafen entfernt wohnte. Tiara könnte Caleb abholen und Alex würde mir mit den Pferde helfen und vielleicht ein paar Bilder machen. Die Website lief schließlich auf Hochtouren. Tiara machte sich kurz nach dem ich ihr die Info gab auch schon auf den Weg. In der Zwischenzeit bereitete ich das Ferienhaus vor.

      Caleb | “Ich fliege nochmal zum Evergreen Acres, ich nehm Blue mit”, verkündete ich am Frühstückstisch und sah, wie meine Mitarbeiter fast zeitgleich in ihrer Bewegung einfroren.
      “Ähm.. wieso?”, fragte mich Octavia und ließ ihre Tasse, die sie zuvor am Mund gehalten hatte, sinken.
      “Tiara wollte dass ich ihr ein bisschen was zeige mit den Pferden, deshalb kommt ja Blue mit”, erklärte ich und blickte in nickende Gesichter.
      Laurence räusperte sich kurz. “Wie lange bleibst du denn weg? Die Fohlen sind alle da, die brauchen Aufmerksamkeit- und vergiss die anderen Pferde nicht”, meinte er etwas verlegen.
      “Eine Woche denke ich. Dann hab ich Tiara schon viel beigebracht.”
      Gesagt getan. Ich überarbeitete kurz den Trainingsplan, schnappte mir dann meinen Hengst und machte ihn reisefertig. Blue war wie immer die Ruhe selbst und ließ sich in aller Gemütlichkeit verladen, ehe es auch schon zum Flughafen ging. Das Boarding und der Flug verliefen ohne Probleme und ich wurde sogar am Flughafen von einer Tiara abgeholt. Ich schüttelte ihr kurz die Hand. “Hey, schön dich wieder zu sehen, mein letzter Besuch ist ja gar noch gar nicht so lange her”, sagte ich lachend.
      “Hey Caleb. Nein gar nicht, zwei Wochen? Zweieinhalb? So um den Dreh.”, erwiderte sie. “Wen hast du denn da mitgebracht?”
      “Gun and Slide, aka Blue”, erwiderte ich und zusammen luden wir den Hengst in den Hänger. Es dauerte ein bisschen, bis wir auf Evergreen Acres angekommen waren, aber ich freute mich schon darauf, den Hengst auszuladen, ihm etwas Ruhe zu können und dann duschen zu gehen.


      Tiara| “Wir sind gleich da”, sagte ich und sah auf die Uhr. Man brauchte ja nur eine Stunde vom Flughafen zurück und ich war auch froh, dass mein Reitlehrer zu mir kommen konnte, obwohl der Flug etwas länger dauerte. “Wie lange bist du jetzt bei uns? Eine Woche oder Zwei?”, fragte ich ihn mit einem zarten Lächeln. “Eine”, antwortete er mir und sah mich kurz an. Normalerweise war ich in Reitklamotten unterwegs, da wir aber erst 8 Uhr am Morgen hatten, sah ich eben aus wie ein Penner, mit meiner hellgrauen Jogginghose, einem weißen Croptop und der schwarzen Sweatjacke. Man konnte eben nicht alles haben. “Sehr cool”, sagte ich. Zwei wären jedoch besser. “Ich zeige dir gleich den Stall wenn wir da sind, damit du Blue ausladen kannst”, dann bog ich auch schon den Weg bei uns am Stall ein und parkte den Hänger direkt vor das Stalltor und machte den Motor aus. “Da wären wir”, sagte ich und gestikulierte in Richtung des Stalls. Bei ihm in Kanada war natürlich die Stallanlage riesig, aber er brauchte auch den Platz. Wir hingegen mit unseren Paar Mustangs hatten halt dementsprechend weniger Platz. Wobei wir noch genügend Platz zum anbauen besaßen. Es dauerte auch nicht lang, da kamen Mom, Dad und Alex raus. “Tommy Everdeen”, stellte sich mein Dad Caleb etwas mürrisch vor. Sein Händedruck schien auch recht fest zu sein. Ich schielte zu Dad rüber und gab ihm mit meinem Blick zu verstehen, dass es jetzt gut war. Mom hingegen war wieder die Frohnatur in Person und begrüßte meinen Trainer überschwänglich. Alex sagte, so wie er eben war, nur mal ‘Hey’. “Ich führ ihn mal gerade rum und zeige ihm alles.” Mom nickte und Caleb stand schon am Hänger um sein Pferd aus zu laden. Ich brachte den Kanadier und sein Pferd zur Box neben Chaa und sah nach ob der Hengst alles hatte. Futter musste Caleb ihm aber selbst geben. Er verabschiedete sich von dem Muskelprotz und dann zeigte ich dem Blonden schon den Weg zu seinem Ferienhaus. Ich schloss ihm die Tür auf und sah, das meine Mom schon einmal durchgewischt hatte und alles in bester Ordnung zu sein schien. Mom, du Putzteufel. “Also, das ist das Wohnzimmer”, deutete ich auf das große Zimmer mit Couch, offener Küche und einer Kücheninsel und dem Fernseher. Er nickte nur und sah sich um. Dann zeigte ich ihm das Bad mit großer Dusche und das Schlafzimmer mit dem Doppelbett , was moderner war als meines, das gerade mal 90cm breit war. Danke dafür, Ma. “Also wenn du was brauchst, ich bin im Stall und fütter gerade Heu”, bot ich ihm an und versuchte dann langsam rückwärts gehend aus der Wohnung zu verschwinden.


      Caleb | Ein wenig unangenehm war es schon, den ganzen Menschen des Hofes vorgestellt zu werden. Fast so, als wäre ich ein Jugendlicher, der den Eltern seiner Freundin zum ersten Mal begegnete.

      Nachdem ich von allen begrüßt worden war und mein Hengst in seine Box eingezogen war, zeigte mir Tiara die Ferienwohnung, in der ich meine Woche hier verbringen würde. „Ich hol noch schnell meinen Koffer“, meinte ich zu der jungen Frau, ging zurück zum Wagen und kam mit meinem Koffer wieder.

      Als ich erneut die Wohnung betrat, legte ich meinen weißen Cowboyhut auf dem Sofa ab. „Ich würde mich sonst gerade umziehen und dann in den Stall kommen, um nochmal nach Blue zu sehen“, sagt ich zu Tiara und sah ihr kurz hinterher, wie sie mit einem Nicken die Wohnung verließ. Sie schloss die Tür und ich hörte, wie sie sich von der Ferienwohnung entfernte.

      Ich setzte mich aufs Sofa und ließ einmal kurz den Kopf in meine Hände sinken. Laurence hatte schon recht damit gehabt, dass es kein guter Zeitpunkt zum Verreisen war. Face Down war gerade beerdigt, die Fohlen gerade alle auf der Welt und den Brief hatte ich noch immer nicht geöffnet. Der Anruf hatte mich genug aus der Fassung gebracht. Er hatte mich gefreut, riesig gefreut… aber ein wenig aus meiner Bahn geworfen.

      Ich atmete einmal tief ein, ehe ich doch wieder aufstand und meinen Koffer mit Schwung auf das wirklich große Bett warf. Kurzerhand hatte ich meine Kleidung im Schrank daneben verstaut, so dass ich den leeren Koffer unters Bett und aus den Füßen schieben konnte. Dann nahm ich mir ein neues Hemd, tauschte mein altes dagegen, ging zurück ins Wohnzimmer und setzte meinen Hut wieder auf. Was war schließlich ein Cowboy ohne seinen Hut?

      Im Stall angekommen sah ich Tiara, wie sie gerade dabei war, den letzten Pferden Heu zu geben. Ich schaute nochmal kurz nach Blue, gab ihm noch ein bisschen mehr Heu und wandte mich dann an Tiara. „Bist du Quisquilloso in letzter Zeit geritten? Wie macht er sich? Der war eine ganz schön harte Nuss im Training. Wo steht er eigentlich?“, fragte ich sie und sah mich im Stall um.


      Tiara | “Quisqui steht grad auf der Weide mit seinem neuen besten Freund Time in a Bottle”, grinste ich ihn an. “Ja, Reining ist nicht so seine Sparte, aber ich versuche ihn weiterhin im Training zu motivieren. Die Spins klappen auch schon besser und das Stoppen nun auch, wenn auch nicht perfekt. Hast du gut hinbekommen” Ich klopfte ihm lächelnd auf die Schulter. “Quick ist inzwischen auch prämierte Zuchtstute”, gab ich stolz von mir. “Ich geh mich gerade umziehen und mache mir dann Valhalla fertig, die hat in der letzten Zeit auch vermehrt das Glück trainiert und vorgestellt zu werden”, sagte ich ihm und deutete dann auf die Sattelkammer, in der ich kurz darauf verschwand. Ich hatte immer ein paar Jeans und meine Stiefel dort gelagert. Ich ließ die Tür einen Spalt weit offen und begann mich umzuziehen. Und nachdem ich meine Stiefel an hatte, schnappte ich mir das Putzzeug von Valli und sah mich dann in der Stallgasse um. Caleb stand bei Morrigans Chaa und begutachtete den zweijährigen Splash Hengst der ihn misstrauisch beäugte, aber ziemlich nah an ihn ran ließ. “Das ist Chaa”, sagte ich und kam auf den Blonden zu. Er war etwas größer als ich und auch ein bisschen älter. “Ich hab die letzte Reining verfolgt, dein Blue hat ganz schön was drauf. Der würde meiner Mom auch gut gefallen. Die hat ein Faible für Paints”, sagte ich und stand kurz darauf dicht neben ihm. Valhalla stand in der Box gegenüber und ich ging gleich auf sie zu. “Tweekay macht sich auch langsam im Gegensatz zu Sparkled Wings.” Ich öffnete die Box von der Palomino Stute und legte ihr das Hamiltonhalfter an, das kurz vorher noch vor ihrer Box hing. Ich kratzte ihr noch rasch die Hufe aus und nahm sie dann raus zum Putzen. Sie war nicht sonderlich dreckig, sodass ich sie nur mal grob putzte und dann auch schon aufsatteln konnte. “Du kannst Blue auch ruhig auf ein Paddock bringen, wenn du möchtest”, bot ich ihm an.


      Caleb| Auf ihre Aussage, dass ich Quisqui gut hinbekommen hatte, lachte ich nur. „Darf ich den die Tage nochmal reiten?“, fragte ich sie und sie nickte. „Quick ist prämiert? Wahnsinn! Es kommt mir vor wie gestern, als ich sie das letzte Mal geritten bin!“, pflichtete ich ihr begeistert bei, ehe sie auf ein Nicken meinerseits in der Sattelkammer verschwand. Kurz darauf drehte ich mich um und wollte zu einem der Pferde gehen, als ich ihren nackten Rücken durch den Türspalt sah. Länger als ich eigentlich gewollt hatte, blieb mein Blick an ihr hängen, ehe ich schnell meinen Weg zu einem Schecken fortsetzte. Innerlich ohrfeigte ich mich gerade. Normalerweise wandte ich nie den Blick von einer schönen Frau ab, aber ich war für ein Training hier. Wenn man es so sehen wollte, war ich Tiaras Vorgesetzter und musste mir die Blicke wirklich verkneifen. Mein Vorsatz hielt genau so lange an, bis sie neben mir an der Box auftauchte und ich ihren Körper aus dem Augenwinkel betrachtete. ‚Caleb, du Arsch!‘, predigte eine leise Stimme mir im Hinterkopf und ließ mich den Blick abwenden. Tiara stellte mir den Hengst vor und machte meinem Blue ein Kompliment. „Dankeschön. Auch wenn Blue lange nicht mehr das beste Pferd im Stall ist“, meinte ich zu ihr. „Wenn deine Mutter Paints mag, ein paar der Zucht… oh stimmt ja. Ihr habt ja schon zwei Fohlen reserviert.“ Ich kratzte mich verlegen am Hinterkopf und folgte Tiara dann zu einem weiteren Pferd, welches sich als Valhalla rausstellte.

      Ich folgte Tiara nach draußen zum Putzplatz und verneinte ihre Frage. „Der kann heute in der Box bleiben und sich da bisschen einleben, morgen kann er gerne raus.“

      „Ich hab eine Einladung zur Juturity bekommen. Vor ein paar Tagen. Seit dem überlege ich fieberhaft, welches Pferd ich dieses Jahr da starten lassen soll. Das macht mich wahnsinnig. So viele talentierte Pferde. Blue ist leider schon zu alt dafür, drei und vierjährig dürfen sie sein. Drei Pferde darf ich dafür auswählen, die ich dann intensiv trainieren und qualifizieren muss“, erklärte ich ihr meinen Kummer. „Und dann ist auch noch Face Down gestorben. Kanntest du die Stute?“


      Tiara | “Ach krass, wirklich. Das wäre ein Traum, unsere Mustangs dort vorzustellen!” Und das war es wirklich. Für jeden Züchter in der Westernbranche war es das. Ich hielt einen Moment inne. Face Down…. Ja die Schimmelstute kannte ich. “Ja, die kannte ich. Die hatte immer einen sanften Ausdruck in den Augen gehabt. Woran ist sie gestorben?”, ich hoffte inständig, dass ich ihn mit der Frage nicht verletzte oder weitere Wunden aufriss, doch die Stute war noch recht jung gewesen und hatte gute Gene gehabt. “Ich hol mal eben das Sattelzeug aus der Kammer, bin gleich wieder da”, sagte ich und beeilte mich um die Konversation wieder aufnehmen zu können. Der schwere Reiningsattel mit den silbernen Elementen und die Einohrtrense, die ich mit mir wieder zu den beiden trug, waren meine Schätze, was unsere Ausrüstung anging. “Aber natürlich darfst du Quis wieder reiten! Ich freu mich auch richtig!” Er grinste, wenn auch wehmütig, als er mir die Geschichte zu Face Down’s Tod erzählte. Aber so war sie, die Zucht mit Pferden und die Geburt der Fohlen birgte immer ein gewisses Risiko. Mir tat er leid, seine Stute so früh gehen zu lassen und ich würde ihn am liebsten umarmen wollen. Zögerte aber, weil er eben mein Trainer war und bekanntlich waren Männer hart im Nehmen wenn es um Gefühle ging. “Wir reiten momentan Stepping Stone ein, wenn du möchtest kannst du mir da gerne helfen die Tage”, sagte ich und versuchte ihn auf andere Gedanken zu bringen.


      Caleb | Dass sie mir anbot, Quis nochmal zu reiten freute mich sehr. Es war eine gute Übung, um zu sehen, was er von meinem letzten Training mitgenommen hatte und noch wusste. Die Geschichte zu Face Down nahm mich ein wenig mit, aber ich musste sagen, man kam drüber hinweg. Für Valhalla hatte sie wirklich schönes Zubehör, welches sehr gepflegt aussah. Sie hatten nicht so viele Pferde wie wir, da kam man mit den Arbeiten wie Putzen und sauber machen mehr hinterher, als bei uns.
      Dann erzählte sie mir von Stepping Stone. “Oh ja, gerne. Natürlich. Erzähl mir doch mal ein wenig über sie”, meinte ich und hörte ihr zu, wie sie mir etwas über die Mustangstute erzählte. “Interessante Farbe”, meinte ich beiläufig und hielt Valhalla fest, als Tiara noch etwas in die Sattelkammer holen ging. Dann gingen wir zusammen in die Halle, wo ich mich auf einen Stuhl in die Ecke setzte und sie machen ließ. “Soll ich dir hier auch schon bisschen helfen, oder morgen bei einem anderen Pferd?”, fragte ich sie. Ich wollte ihr nicht in ihre Arbeit reinreden, wusste aber nicht genau, ob ich jetzt bei Valhalla und ihr nur Zuschauer oder Trainer war.


      Tiara | "Danke", sagte ich und richtete mir eben die Haare. "Wenn du möchtest kannst du mir gerne helfen", sagte ich und grinste verschmitzt. Der Blonde Cowboy nickte nur, seine Miene blieb eher verschlossen und ernst, wobei ich doch eigentlich die Situation auflockern wollte. Ich stellte meinen Stiefel in den Steigbügel und hob mich schwungvoll in den Sattel. Ich versuchte sie zunächst im Schritt auf der ganzen Bahn warm zu machen und erst darauf mit Stellung und Biegung zu arbeiten. Ich merkte wie sein Blick auf mir haftete und versuchte mein bestes Valhalla ordentlich warm werden zu lassen. Valli sah alles heute ziemlich gelassen. Die sonst doch so schreckhafte Stute bot sich sogar an und ich lobte sie, während sie am langen Zügel den Schritt motivierter nahm.

      Wir hatten Glück mit dem Wetter, die Sonne schien und bis auf ein kleines Lüftchen, welches gelegentlich durch unsere Halle wehte, waren es doch schon wohlige 15°C. "Caleb?... Kannst du mir ein paar Stangen hinlegen? Ich hab das voll vergessen", fragte ich den Kanadier mit einem Schmollmund, nachdem die Worte meinen Mund verlassen hatten.


      Caleb | Ich nickte. Also war ich heute auch schon als Trainer da. Mein Blick ruhte auf ihr und der schicken Mustangstute. Noch sagte ich nichts, sie wärmte sich ja gerade auch erst auf.

      “Klar, ich leg dir Stangen hin”, antwortete ich ihr und schnappte mir vom Stapel ein paar Stangen. Ich legte ihr 4 Stangen für den Schritt hin, ein Quadrat, drei Trabstangen und eine gebogene Linie aus 5 Stangen für den Galopp, die nach außen hin breiter wurden. Entgeistert sah sie mich an. “Na was dachtest du denn, dass ich nur zum Quatschen hier bin?”, fragte ich sie mit ernster Miene, setzte dann jedoch mein süffisantes Grinsen auf. Ihr zuerst leicht panischer Blick wich einem zögerlichen Lächeln. “Zeig mal bisschen was. Schritt- und Trabstangen sind klar, das Viereck im Schritt und im Trab einfach durchreiten, dann beim dritten Mal wieder im Schritt und in der Mitte stehen bleiben, ganze Drehung und im Schritt raus, Galoppstangen danach mittig angehen. Dann arbeiten wir dran.”


      Tiara | Ich seufzte, hätte ich doch bloß erstmal den Mund gehalten. "Alles Klar." Ich ging in der gleichen nu7Reihenfolge vor, die er mir vorgeschlagen hatte und steuerte Valli auf die Schrittstangen drüber. Sie ging nicht sehr aufmerksam über diese, viel eher kickte sie die nach vorne und ich seufzte erneut auf. Das könnte noch was werden. Ich trieb sie in den Trab und siehe da, die Trabstangen blieben unberührt und sie streckte ihre Beine etwas mehr. Geht doch. Valli fand die Sachen im Schritt immer fürchterlich langweilig und konzentrierte sich dann halt einfach gar nicht. Ich parierte sie durch und ging durch das Stangenviereck, dann trabte ich sie an und ritt im Zirkel erneut auf das Viereck zu. Valli schnaubte ordentlich ab und schüttelte einmal den Kopf. Die Beine hoch gehoben stolzierte der Mustang unter mir über die Stangen und präsentierte sich. Gut vielleicht ein bisschen zu viel, aber immerhin stolperte sie nicht. Ich sollte erneut in das Viereck und in der Mitte halten. Ich tat was mir gesagt wurde und hielt in der Mitte, dann gab ich ihr die Hilfen für die Drehung und trieb sie dann aus dem Viereck raus. Das letzte was ich machen musste waren die Stangen für die Galopparbeit. Ich gab ihr die Hilfe für den Galopp aus dem Schritt und wusste, dass wir an den Übergängen durchaus noch Potenzial nach oben haben würden. Wie sollte es aber anders sein, Valhalla erschrak sich vor nicht vorhandenen Geistern und begann nach nem abrupten Stoppen gleich mit dem Steigen, gefolgt von einem wilden Buckler.


      Caleb | Als Tiara auf die Schrittstangen zusteuerte, sah ich schon kommen, dass Valhalla nicht aufpasste. Sie trampelte gegen die Stangen, weshalb ich Tiara sofort zurückpfiff und sie nochmal anreiten ließ. “Nehm sie vor den Stangen kurz, damit sie sich konzentriert und lass sie dann nochmal locker, dass sie sich schön nach unten dehnen kann und die Stangen gut anvisieren kann”, erklärte ich ihr und schickte sie, nachdem es zunächst nicht wirklich klappte, noch zweimal zurück. “Gut reicht, lob sie”, gab ich ihr die Anweisung, nachdem es nun endlich wirklich sauber funktioniert hatte. Die Trabstangen waren für die Stute kein Problem und auch das Viereck mit der Drehung schien für die Beiden keine Anstrengung zu sein.

      Doch dann folgte ein riesen Problem. Valhalla ließ sich aus dem Schritt nicht angaloppieren, stieg, und buckelte unter Tiara. Ich sah ihr an, dass sie verkrampft war und mit etwas gerechnet zu haben schien, aber nicht mit so einer Explosion der Stute. “Zieh sie rum, das da geht gar nicht”, rief ich ihr zu und sah, wie Tiara zaghaft den Zügel rum nahm und die Stute sich im Kreis drehte. “Mehr, hol sie ganz rum und schieb sie, die kann sich jetzt schön biegen nach ihrem tollen Verhalten da”, rief ich ihr zu und war schon von meinem Stuhl aufgestanden. Tiara hörte auf meine Anweisung und die Stute machte sich in der Biegung wirklich rund.

      Ich atmete hörbar aus. “Nochmal”, war meine kurze und knappe Anweisung und ich machte noch einen Schritt auf die Beiden zu. “Ne, Trabstangen. Du bist zu verkrampft, die Stute macht zu”, sagte ich dann jedoch, ging zu den Stangen rüber und legte den Abstand ein bisschen weiter auseinander, damit die zwei sich auf etwas anderes konzentrierten. “Jetzt musst du sie vermutlich ein bisschen treiben, damit sie die Beine mehr streckt und da rüber kommt”, erklärte ich ihr und schaute ihr dabei zu, wie sie diese Übung wirklich mit Bravour meistert.

      “Angaloppieren, aus dem Schritt, rechte Hand”, war meine neue Anweisung und ich schaute ihr dabei zu, wie sie Valhalla kurz stellte und dann hätte die Stute anspringen müssen. Stattdessen fiel sie wieder in die Bockphase von zuvor, haute die Beine in den Boden, stieg und buckelte dann. Man… dachte ich und ging auf die Beiden zu. “Darf ich?”, fragte ich sie und zeigte auf die Stute. Tiara nickte, stieg zerknirscht ab und stellte sich an den Rand der Halle. Ich stellte die Bügel auf meine Größe ein, was bei den meisten Westernsätteln tatsächlich möglich war und setzte mich in den Sattel. Ich fing an die Stute im Schritt zu stellen. Mal links, mal rechts, mal eine Seite ein paar Mal hintereinander. Jedes Mal flogen ihre Ohren nach hinten, wenn ich meine Hilfen verstärkte. “Gesundheitlich ist alles abgecheckt?”, fragte ich Tiara und sie nickte. “Dann ist sie nur bockig”, meinte ich und baute nun auf der rechten Hand mehr Druck auf. Ich stellte sie, gab übertriebene Galopphilfen und als sie stoppte und in die Luft steigen wollte, hatte ich ihren Kopf schon rumgeholt und trieb sie im Kreis. Valhalla musste sich zunächst wieder fangen, denn damit hatte sie nicht gerechnet und hatte kurz das Gleichgewicht verloren. Schließlich ließ ich wieder locker und ließ sie einfach nur stehen, damit sie nachdenken konnte. Tiara sagte zunächst kein Wort, schaute einfach nur zu mir rüber.

      Nun nahm ich die Stute wieder auf. Trieb sie erneut im Schritt an, stellte sie, gab die Hilfen und erlebte das Prozedere erneut. Valhalla haute die Beine in den Boden und machte Ansätze zum Steigen. Wieder nahm ich sie rum, dieses mal noch enger und noch länger, als ich es vorher gemacht hatte. Stehenbleiben, nachdenken.

      Dritter Versuch. Das Anspringen holperte ziemlich, Valhalla ging aber in den Galopp. Nach drei, vier Sprüngen hielt ich sie an und lobte sie ausgiebig. “Ich würde aufhören für heute, das hat sie jetzt gut gemacht, lass sie bis morgen nachdenken.”


      Tiara | Ich nickte. Mehr konnte ich auch gerade nicht tun. So ein Spektakel hatte Valhalla bisher nie veranstaltet. Ja manchmal war sie guckig. Und ja, manchmal erschrak sie auch, aber das gerade war einfach nur ihre doofe Sturheit und ihr Verlangen ihren Willen durchzusetzen. Ich nahm Caleb die Zügel aus der Hand, nachdem er abgestiegen war und zu mir kam. Für gewöhnlich hätte ich sie noch im Schritt trocken geritten. Aber nach dem Theater war das für mich gegessen. “Ich stell sie aufs Paddock”, sagte ich leise, doch Caleb schien mich gehört zu haben. “Nein, du setzt dich jetzt drauf und reitest sie noch trocken. Oder willst du ein krankes Pferd im Stall haben?!” “Nein, ich setz mich nicht mehr da drauf. Es hat heute keinen Sinn mehr.” “Tiara,du musst dich nochmal drauf setzen. Wenn du jetzt nicht nochmal rauf gehst bekommst du das Szenario nicht mehr aus deinem Kopf. Also… aufsteigen.“ Langsam füllten sich meine Augen voller Tränen. Ich hatte Angst. Nicht Angst vorm Reiten, aber Angst vor Fehlern, Angst vorm nächsten Explodieren der Stute und möglicherweise auch noch Angst davor, mich selber zu enttäuschen und mir einzugestehen, dass ich eben diese Hilfe brauchte. Ich senkte meinen Blick und stieg wieder in den Sattel. Ruhig und leise, verkrampft, weil ich versuchte nicht laut los zu heulen. Leise, weil ich nicht wollte, dass man meine Tränen sah. Ich gab der Stute den Befehl los zu gehen und schnaubend setzte sich der helle Schecke in Bewegung. Sie spielte ruhig mit den Ohren und war bei mir. Als würde sie jetzt aufpassen wollen, dass mir nichts passierte. Wir hatten doch erst letztens einen weiteren 3. Platz geschafft in der selben Klasse, für die wie weiter trainierten, warum also klappte es heute nicht. Hatte sie nur einen schlechten Tag? Oder war sie einfach Bockig? Fragen über Fragen und nach 10 Minuten rief mich Caleb wieder zu sich her. Meine Augen waren immer noch gefüllt, doch es kullerte keine Träne mehr. Doch man sah mir an, dass ich geweint hatte. Meine Augen waren gerötet.


      Caleb | Ich atmete tief ein und aus, verfolgte sie und die Stute mit meinem Blick und dachte nach. War ich zu hart zu ihr gewesen? Hätte ich mich mehr zurückhalten sollen? Ich war mir nicht mehr sicher, denn als sie wieder bei mir ankam waren ihre Augen gerötet, sie schien geweint zu haben. Ich legte meine Hand auf ihren Oberschenkel und bereute es sogleich, denn sie zuckte merkbar zusammen. „Das musste jetzt einfach sein, Tiara. Du wirst sehen morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Ich kenn Valhalla nicht gut, aber heute war sie einfach nur arschig.“

      „Ja, mag sein…“, murmelte Tiara zwischen zusammengebissenen Zähnen und stieg ab. Schweigend gingen wir zum Putzplatz, wo ich ihr dabei half, die Stute abzusatteln. Wir rieben sie kurz ein wenig trocken und legten ihr eine Abschwitzdecke auf, denn sie war ziemlich stark geschwitzt. „Steht noch ein anderes Pferd für heute auf dem Plan? Ich verspreche dir auch, ich werde den Mund halten, wenn du mich nicht explizit um Hilfe bittest“, versuchte ich die Situation ein wenig aufzulockern und lächelte sie kurz an.


      Tiara | “Quisquilloso steht noch auf dem Plan und Tweekay und Sparkled Wings müssen gleich wieder in die Box. Tweetie hat sich endlich daran gewöhnt, in der Box zu stehen ohne die komplett abzureißen”, sagte ich immernoch leise. Morrigans Chaa würde später auch noch ein bisschen mehr an Sachen gewöhnt werden, aber das wars dann auch schon. “Ich geh heute Abend in eine Bar, willst du mit?”, fragte ich ihn um auf andere Gedanken zu kommen. Ich hatte mir den Drink reichlich verdient. Er grübelte auf dem Weg zu den Weiden, wo die beiden Hengste ruhig grasten. Der Roan schaute kurz auf, als er uns sprechen hörte, senkte dann aber wieder den Kopf und fraß weiter.


      Caleb | „Okay alles klar. Sonst könnte ich schon Sparkled Wings und Tweekay in die Box bringen und du machst Quisquilloso fertig?“ Tiara nickte und zeigte mir, wo die Halfter und Boxen der Pferde waren und begleitete mich zur Koppel. „Klar, auf einen Drink komme ich gerne mit.“, antwortet ich ihr auf ihre Frage mit der Bar. Gesagt getan. Ich ging raus und nahm die Hengste nacheinander mit rein. Sie schienen mich noch zu kennen, denn sie trotteten brav hinter mir her.

      Als ich die Hengste in der Box hatte, war Tiara so gut wie fertig mit putzen. Sie sattelte den Hengst in Windeseile und gemeinsam gingen wir in die Reithalle. „Ich setz mich in die Ecke auf den Stuhl. Wenn du Hilfe brauchst, sag Bescheid. Ansonsten bin ich ruhig“, erklärte ich und zog mit meiner Hand einen imaginären Reißverschluss über meinen Mund, ehe ich mich in die Ecke auf den besagten Stuhl setzte.


      Tiara | Ich nickte ihm auf die Aussage, dass ich Quis fertig machen sollte. “Freut mich, soll ich noch ein paar Freundinnen rufen?”, fragte ich ihn und sah ihm dann nach, als er beim Umdrehen zu mir sagte, dass ich es mir aussuchen konnte. Bis auf dass es Donnerstags war und die Studenten heute Abend alle unterwegs sein würden, fand ich meinen Plan äußerst gut, in eine Bar zu gehen. Während ich Quis fertig machte, fragte ich meine Freundinnen ob sie mitkommen würden, doch ihre Antworten fielen karg aus. “Ne ich hab Kopfschmerzen” und “Wir haben doch noch gar kein Samstag”, waren die Standardaussagen. Ihr Langweiler! Ich seufzte und als ich gerade mein Pferd sattelte kam der Cowboy zu mir. Wir gingen in die Reithalle und er setzte sich stumm auf den Stuhl. Er sagte etwas zu mir, doch ich sah ihn nur gestikulieren und ich nickte lächelnd. Manchmal war das ganz gut so. Ich stieg auf und ritt ihn warm. Mehr im Trab als im Schritt lockerte ich ihn um mich heute vermehrt um die Galopparbeit und das Stoppen zu verfeinern. Er würde bei uns keine Reining in der Klasse über ihm gehen. Aber dafür war er im Trail doch gar nicht so schlecht. Ich ritt ihn vermehrt auf dem Zirkel und versuchte ihn auf der Langen Seite der ganzen Bahn mehr Tempo zu geben. “Man der will nicht!”, plärrte ich und gab dem Hengst deutlichere Zeichen. Ja, ich war nicht immer Fair zu meinen Tieren, wollte mich aber verbessern in der Hinsicht. Weshalb ich meinen Trainer ja hatte kommen lassen. Ich merkte, dass Caleb sich zurückhielt und so probierte ich weiter. Meine Mustangs hatten alle noch viel zu lernen, bis auf Quick, die einem auch mal so manchen Fehler verzieh. Ich ließ ihn vermehrt stoppen und am Ende der anstrengenden Stunde übte ich noch einmal das Roll Back, was er gut umsetzte. “Bravo”, sagte ich und lobte ihn, während wir an Caleb vorbei ritten im Schritt. “So für heute wären wir dann fertig und wir haben sage und schreibe 14 Uhr.”


      Caleb | Das Training mit Quisqui klappte viel besser, als vor ein paar Stunden mit Valhalla. Dementsprechend ruhig verhielt ich mich auch, denn sie hatte mich schließlich nicht nach meiner Meinung gefragt. Die Stops sahen schon wesentlich besser aus, kein Vergleich zum Anfang meines Trainings vor ein paar Wochen. Auch der Roll Back schien gut zu klappen. Ich nickte zufrieden und streichelte dem Hengst den Hals. “Hat mein Training dir doch geholfen, Großer”, sagte ich lobend.
      Tiara ritt mit dem Hengst im Schritt weiter und meinte, als sie an mir vorbei ritt, dass sie mit dem Training der Pferde fertig wäre. Ich überlegte kurz. “Wie wäre es denn mit einem Ausritt? Blue will ich allerdings lieber nicht nehmen, der soll heute Zeit haben nochmal runterzukommen und hier anzukommen.”


      Tiara | "Also wenn du ausreiten möchtest, kann ich dir entweder Quis oder Quick anbieten. Oder du holst mich auf Stepping Stone als Handpferd mit, denn den Reiter kennt sie schon und Sattel auch. Dann kann Quis in Ruhe auf dem Paddock stehen", schaute ich nachdenklich in die Luft. Das war vielleicht nicht die Beste Idee, aber so konnte Step auch in Ruhe das Ausreiten kennen lernen ohne viel Nachdenken zu müssen. "Wir können aber auch erst was essen… wenn du magst?", fragte ich ihn. Zeitgleich knurrte mein Magen, als wolle er ein Konzert geben.


      Caleb | Ich dachte nach. “Hm, ne essen klingt nach einer guten Idee”, meinte ich und wartete, bis Tiara den Hengst abgeritten hatte. Es würden noch ein paar Tage kommen, in denen ich ihn reiten konnte, das musste ja nicht heute sein.

      Gemeinsam gingen wir zum Stall, wo wir den Hengst absattelten und dann in die Box stellten. Danach gingen wir zum Haus, wo es schon lecker nach Essen duftete. “Hat deine Mutter gekocht?”, lachte ich und hielt ihr die Tür auf, damit sie reingehen konnte.


      Tiara | "Riecht danach oder?", grinste ich ihn an und huschte durch die Tür, die er mir gerade aufhielt. Ein Gentleman war er ja, das musste man ihm lassen. "Das Essen dauert noch was", rief meine Mutter aus der Küche. Ich zuckte mit den Schultern. "Sollen wir in der Zeit einen Film gucken?", fragte ich ihn und klimperte mit meinen großen Augen. Nachdenklich schaute er mich an. Alex war gerade mit meinem Dad unterwegs. Gott sei Dank, so würden die beiden uns schon mal nicht nerven.


      Caleb | Das Essen dauerte wohl noch etwas. Ich nahm im Flur meinen Hut vom Kopf, zog die Stiefel aus und stellte sie an die Seite, ehe ich meinen Hut darauf legte. “Klar, gerne”, meinte ich zu ihr, streckte mich einmal kurz und folgte Tiara in ihr Zimmer und stand in der Gegend herum, bis sie mir einen Platz anbot.


      Tiara | "Setz dich ruhig aufs Bett, von da aus hat man die beste Sicht", bot ich ihm an und sah an mir runter. Die Hose und das Oberteil mussten eigentlich in die Wäsche. Ich öffnete rasch meinen Schrank und nahm mir bequemere Sachen. "Ich geh mir kurz umziehen, okey?" Er nickte und ich verschwand für ein paar Sekunden in mein eigenes Bad. Die schmutzigen Sachen legte ich in den Wäschekorb hinter der Tür und kam dann in einem Set aus Leggins und Sport-BH in Khaki wieder ins Zimmer. Er hatte es sich gemütlich gemacht und saß in meinem Bett. Ich leistete ihm Gesellschaft und setzte mich neben ihm. Dann reichte ich ihm die Fernbedienung und sagte trocken: "Such du aus. " “Aber ich weiß gar nicht was”, sagte er und sah mich unentschlossen an. “Ja okey, dann schauen wir jetzt den neuen König der Löwen!”, lächelte ich und stellte den Film auf Englisch an. Die Animation war denen von Disney echt gut gelungen und während der Film so vor sich her lief, ergab es sich einfach, dass ich mich etwas an ihn anlehnte. Ich wusste nicht, ob er es nicht bemerkte oder ob er nicht wusste wie er reagieren sollte aber er starrte weiterhin gespannt auf den Bildschirm, der uns gegenüber an der Wand hing. Seufzend legte ich meinen Kopf auf seine Schulter und machte es mir etwas bequem.


      Caleb | Ich setzte mich aufs Bett. Tiara verschwand im Badezimmer und als sie wieder rauskam hatte sie sich umgezogen. Etwas argwöhnisch betrachtete ich ihr gewähltes Outfit. Musste der Aufzug wirklich sein? Innerlich schüttelte ich den Kopf, ließ mir äußerlich aber nichts anmerken.

      Sie schaltete König der Löwen an. “Den hab ich sogar noch nie gesehen. Ich hab keine Zeit viele Filme zu gucken”, lachte ich und machte es mir etwas bequemer.

      Als der Film schon eine Weile lief, lehnte sich die junge Frau an mich an. Ich schenkte ihr einen kurzen Seitenblick, konzentrierte mich dann jedoch wieder auf den Film.

      Als sie dann aber ihren Kopf auf meine Schulter legte, richtete ich mich auf, rückte von ihr weg und sah sie ernst an. “Tiara ich… ich bin hier um dir mit deinen Pferden zu helfen”, sagte ich trocken. “Nur das.”

      “Ent… Entschuldigung”, murmelte sie und schaute wieder in den Fernseher.

      Den Rest des Films verbrachten wir schweigend, auch das Mittagessen verlief mit ein wenig Smalltalk sehr ruhig. Nach dem Mittagessen verabschiedete ich mich für den Rest des Tages von Tiara, mit der Ausrede, dass ich vom Flug erledigt wäre und etwas schlafen wollte. “Gehen wir noch in die Bar? Und wenn ja, wann?”, fragte ich sie.

      “Acht Uhr hier vor unserem Haus?”, antwortete Tiara.

      “Gut, bin dann da”, erwiderte ich und ging in meine Ferienwohnung, wo ich mich umzog und mich wirklich ins Bett legte.

      Gegen sieben Uhr klingelte mein Wecker, ich ging mich duschen, zog mich etwas schicker an und stand kurz vor Acht vor der Tür des Hautphauses.


      Tiara | Die harsche Abweisung hatte mir etwas den Tag verdorben, aber ich schaute den Film noch zu Ende und machte mich am Ende in der letzten Halben Stunde fertig für die Bar. Dann erhielt ich die Nachricht, dass Caleb vor der Tür stand. Wir hatten doch erst 5 vor 8. Aber ich war ja so gut wie fertig. “Es ist ein gutes Stück dahin, ich denke wir fahren besser mit meinem Auto hin”, lächelte ich zögerlich und deutete mit meinem Kinn zu der weißen A-Klasse, die ich Anfang des Jahres geleast hatte. Er nickte nur und stieg nachdem ich den Wagen geöffnet hatte ein. Ich tat es ihm gleich und auf der Fahrt blieb es ruhig. Ich summte nur die Musik mit und war mir jetzt gar nicht mehr so sicher, ob ich wirklich mit ihm in die Bar wollte. Mein Outfit bestand aus einer dunkelblauen Jeans mit ein paar größeren Löchern und mein Oberteil war mal wieder, wie sollte es auch anders sein, ein schwarzer bauchfreier Pulli mit langen Ärmeln. “Ich glaub wir müssen doch ein Stück laufen, vor der Bar sind keine Parkplätze mehr frei. Wir müssen ins Parkhaus fahren.” Er nickte und sah mich aber etwas verwirrt an. Wir stellten wenig später den Wagen ab und waren dann schon auf dem Weg in die Bar, in der ich von draußen auch schon ein mir bekanntes Gesicht erblickte und grinsen musste bei dem Anblick, wer sie denn begleitet hatte.


      Caleb | Den Cowboyhut hatte ich natürlich in der Wohnung gelassen, ich musste ja nicht schon wieder auffallen wie ein bunter Hund. Auch das Hemd war in der Tasche geblieben, so hatte ich ein einfaches schwarzes Tank Top und eine Lederjacke, kombiniert mit einer einfach Jeans und Boots. Gegen Tiaras Outfit sah ich aus wie ein schlechter Witz, aber was sollte ich mich auch so sehr schick machen. Bauchfrei würde mir vermutlich auch nicht stehen.

      Wir parkten in einem Parkhaus, da vor der Bar kein Parkplatz mehr frei war.

      Zusammen gingen wir in die Richtung des Gebäudes. Als wir zur Tür kamen, hielt ich ihr diese auf, ehe ich selbst hinein ging. Meine Jacke hängte ich am Haken neben der Tür auf, ehe ich ihr zur Bar folgte. “Na was trinken wir beide denn nun? Du musst ja fahren, Alkohol ist da eher schlecht”, murmelte ich und setzte mich auf einen der Hocker.


      Tiara | Ich setzte mich neben ihn. “Ich werde mir wohl einen der hier bekannten Cocktails holen, aber der Whiskey ist auch gut!”, erzählte ich ihm. Da kam auch schon der Barkeeper an die Bar und wollte uns bedienen. “Für mich gerne einen Alkoholfreien Coconut Kiss und für ihn hier … ein Bier?”, sah ich Caleb fragend an. Er nickte. Der Barkeeper stand weiterhin mit fragendem Blick da. “Welches denn?” “Mach ein ganz normales vom Fass”, winkte ich ihn ab und sah Caleb noch mal an. “Was haben deine Mitarbeiter eigentlich gesagt, als du sagtest du würdest hier her fliegen?”, fragte ich neugierig und als er gerade an setzte mir zu antworten, wurden wir unterbrochen von einer wirklich hibbeligen Person, die ich nur zu gut kannte. “TITIIII! Was machst du denn hier?”, grinste sie mich laut an. “Ohh Brooke! Ich zeig meinem Trainer nur mal die Guten Seiten unserer Stadt!”, grinste ich und sah Caleb etwas hilfesuchend an. “Und was machst du hier?” “Jack hat mich eingeladen. Das ist der, dem Norisk jetzt gehört. Wir waren die Tage erst ausreiten und der ist ja schon echt eine Schnitte”, quietschte die zierliche junge Frau neben uns um. Ich sah zu dem dunkelblonden, Tätowierten rüber und musterte ihn. “Ja das stimmt schon”, gestand ich ein und sah zu Caleb. “Ich glaub wir telefonieren morgen mal, wenn du willst.” Sie nickte und ging dann wieder schnellen Schrittes zu dem Mann rüber, der uns aufmerksam beobachtet hatte.


      Caleb | Ich setzte gerade zum Antworten an, da wurde ich harsch unterbrochen. Noch mehr Weiber… dachte ich und schaute zu der umherzappelnden Frau oder.. Dame rüber. Tiara und die Frau schienen sich zu kennen, unterhielten sich aber nur kurz und vertrösteten sich auf ein Telefonat am nächsten Tag. Zu meinem Glück, denn ich war zu alt für solche quietschenden Frauengespräche.

      “Meine Mitarbeiter…”, setzte ich nochmal an und schaute kurz in die Richtung, in die die Frau verschwunden war. Sie schien nicht mehr zurück zu kommen, weshalb ich meinen Satz nun auch beenden konnte. “... sind das schon gewohnt, dass ich in der Welt herum reise. Mit dem Trainingsbetrieb kommt man eben rum”, meinte ich nur schulterzuckend. “Ich hab ja mittlerweile genug Arbeiter, die alles am Laufen halten. Nicht so wie damals bei Bellamy und dem Blakes Crow Meadow, wo ich keinen richtigen Cowboy finden konnte”, ich lachte kurz auf.

      “Wieso heißt die Ranch eigentlich jetzt Bow River Ranch?”, fragte mich Tiara.

      “Ich hab den Hof vor zwei Jahren sozusagen zu Weihnachten geschenkt bekommen, wir sind umgezogen und es musste ein neuer Name her”, antwortete ich ihr und nippte an meinem Bier. Auch Tiara nahm einen Schluck ihrer alkoholfreien Köstlichkeit, die aussah wie… naja.

      “Erzähl mal etwas von dir und Evergreen Acres”, sagte ich zu ihr. “Ich kenne ja einige Pferde von euch, Mitarbeiter von mir und auch ich sind ja schon einige geritten. Aber wirklich etwas wissen tu ich nicht. Wieso soll ich dir Reitstunden geben?”


      Tiara | Gespannt hörte ich dem heute doch schick angezogenen Cowboy zu. "Also ich..", ich räusperte mich, weil es mir etwas peinlich war, "Ich kann mich nicht mehr von meiner Mom unterrichten lassen… Es artet immer im Streit aus… vielleicht sollte ich bald mal den Stall verlassen mit meinen Pferden." Ich zuckte mit den Schultern und nahm einen großen Schluck. Irgendwie schmeckte mein Getränk komisch. Irgendwie nach Alkohol. Der türkise Drink war aber auch schon fast leer. Wir würden einfach nur lang genug hier bleiben müssen." Achso" Caleb hatte meinen Blick beobachtet und merkte schnell, dass irgendwas nicht seine Richtigkeit hatte. "Was ist los?" "Ich glaube hier ist Alkohol drinnen." Ich versuchte, das ganze Ganze harmlos klingen zu lassen. Doch irgendwie schien es nicht ganz zu funktionieren. Aufmerksam beäugte er mich und grinste dann ein bisschen. "Das ist nicht lustig", sagte ich und sah ihn verwirrt an.


      Caleb | “Doch.. es ist schon lustig”, meinte ich und zuckte mit den Schultern. “Wir können uns auch ein Taxi nehmen und kommen deinen Wagen morgen holen?”, schlug ich vor. Zu erst war Tiara nicht sonderlich begeistert von meiner Idee, dann stimmte sie jedoch zu und bestellte sich einen Cocktail mit Alkohol. Sie probierte einen Schluck und verzog kurz das Gesicht. “Hm?” fragte ich sie und bekam zu erst nur ein grimmiges Kopfschütteln zur Antwort. “Das ist sauer- und da ist viel Alkohol drin.”

      Ich lachte. “Ich glaube ich probiere auch so einen Cocktail, aber einen Sex on the Beach”, meinte ich schmunzelnd und sah von ihr zum Barkeeper rüber, ehe ich mein Getränk bestellte. Es dauerte ein paar Minuten, da hatte ich meinen Cocktail auch schon vor mir stehen. Genüsslich nahm ich einen großen Zug, ehe ich das riesige Glas wieder hinstellte, mich zu Tiara drehte und murmelte: “Ich weiß, warum ich lieber Bier trinke…”

      Dann griff ich ihre Aussage von eben wieder auf. “Welche Pferde gehören denn alle dir?”


      Tiara | Calebs Idee hatte mich nach kurzen Überlegen überzeugt und ich hatte mir gleich noch einen bestellt. “Und warum?”, grinste ich ihn provozierend an. “Du bist doch keine Pussy”, sagte ich herausfordernd und ging dann auf seine Frage ein. “Eigentlich alle… Bis auf die zwei von euch die Mom und Dad reserviert hatten. Eigentlich ist das Gelände hier zum Ausreiten und trainieren traumhaft.” Er nickte und schien zu verstehen was ich meinte. “Du hast alleine halt schon viele Pferde zu versorgen”, wandt er ein. “Ja und alleine sein ist auch echt nicht meine Stärke...” Er lachte kurz auf. “Ja, das ist mir schon aufgefallen.”


      Caleb | Ich sah sie aus dem Augenwinkel an. Sie war eigentlich überhaupt nicht mein Typ Frau, putzte sich viel zu sehr heraus, ihr ganzes Auftreten und auch die Kleidung, der Wagen etc., das alles machte sie so hochnäsig, ein bisschen wie ein ‘rich kid’. Aber was war da schon eine Nacht, wenn das beide wollten?

      Tiara riss mich mit ihrem Lachen aus meiner Trance heraus. Sie hatte den zweiten Cocktail geleert, während ich noch an meinem ersten saß. “Die beiden reservierten Fohlen deiner Eltern sind toll”, sagte ich. “Die Farben sind der wahnsinn, und vom Potenzial her werden sie einiges auf dem Kasten haben.”

      Dann wechselte ich wieder das Thema und führte das Gespräch mit einer weiteren Frage fort: “Hast du denn schon eine Idee, wo du hinziehen würdest, wenn du dir was eigenes suchen würdest? Ich meine… Mitarbeiter hat man auch noch schnell zusammen. Pfleger und Stallburschen gibt es viele. Trainer sind Mangelware. Da bin ich froh ein paar Gute auf der Ranch zu haben- und ein paar, die ich nebenbei noch ausbilde.”


      Tiara | "Eigentlich steht mir die ganze Welt offen. Aber die meisten Westernpferde gibt's wohl in die Staaten." Er nickte nachdenklich. Dann rief ich kurz den Kellner um mir einen weiteren Cocktail zu bestellen, doch diesmal nahm ich einen Tequila Sunrise. War wohl nicht die beste Idee, wie ich später herausfinden sollte. Calebs blonden Haare hingen ihm etwas ins Gesicht, zumindest eine Strähne besonders. Ich grinste schief und zeigte ein bisschen Zähne. "Aber soll ich dir mal was sagen? Vielleicht mach ich dieses Jahr beim Makeover mit", das war dann wohl die nächste Schnapsidee, die ich an diesem Abend hatte. Ich musste leise Lachen und sah mich neugierig in der Bar um. Ich merkte einen Blick der auf mir haftete und sah dann zu dem Cowboy, der wie ein Bad Boy da saß. Aber er war über den Abend lockerer geworden. Vielleicht konnte man doch ein bisschen Spaß mit ihm haben.


      Caleb | “Oder in Kanada”, sagte ich lachend und deutete auf mich. “109 Pferde habe ich zur Zeit auf der Ranch. Davon sind aber einige noch Verkaufspferde.”
      Tiara klappte das Kinn runter. “So viele?”

      Ich zuckte mit den Schultern und grinste nur. “Oh beim Makeover wollte ich auch mitmachen, bin mir aber noch nicht ganz sicher.”, erwiderte ich und bestellte mir einen Whisky. Durcheinander trinken war zwar nie so ganz schlau, aber dieses Cocktailzeug lag mir wirklich nicht und auf Bier hatte ich keine Lust mehr, vor allem weil es auch nicht schlimm war, wenn ich erst morgen Mittag aus dem Bett aufstehen würde. Als Tiara wegschaute, blieb mein Blick an ihr Hängen. Mir gefiel die Idee von einer gemeinsamen Nacht immer besser, auch wenn ich sie am Mittag so harsch hatte abblitzen lassen. “Bist du eigentlich single?”, fragte ich wie aus dem Nichts und sah, wie Tiara von ihrem Strohhalm zu mir aufschaute. “Ich weiß zwar nicht, wie du darauf kommst, aber ja”, antwortete sie und grinste mich provozierend an. Ich schwankte noch immer zwischen: ‘Caleb, reiß dich zusammen!’ und ‘Caleb, Tiara ist volljährig.’


      Tiara | Interessante Herangehensweisen hatte der Canadier ja, und nach Kanada wäre auch eine gute Idee… "Und du?", fragte ich mit erweckter Neugierde. Ich hatte zwar den Kopf voll und keine Klare durchsicht in meinem Schädel, was wahrscheinlich des Alkohols zu lasten ging, aber ich musterte ihn noch einmal von oben bis unten. Ich hatte ja schon an seinen Blicken gesehen, dass ich eigentlich nichts für ihn wäre und auch was er von mir dachte war mir schnell aufgefallen, aber wenns nur für eine Nacht wäre, warum nicht. Ich zuckte in Gedanken mit den Schultern und während der Engel auf meiner Schulter inständig flehte, nichts mit ihm anzustellen, so gab der Teufel mir den Nötigen Mut, sodass ich mich langsam zu ihm vorbeugte und leise, mit verführerischen Unterton sagte: "Sollen wir fahren?"


      Caleb | “Ob ich single bin?”, lachte ich und nahm einen Schluck Whisky. “Klar, sonst hätte ich dich nicht so doof gefragt.”

      “Gerne”, antwortete ich ihr auf die Frage, ob wir fahren sollten. Tiara bestellte ein Taxi, auf das wir nicht lange warten mussten, und sogleich ging es zurück zur Evergreen Acres Ranch. “Wir gehen aber in die Ferienwohnung…”, murmelte ich, denn Tiara hatte ein Zimmer im Haus ihrer Eltern und was ich gar nicht gebrauchen konnte, waren eben diese, die in Tiaras Zimmer reinplatzten.

      Tiara schien damit einverstanden zu sein, so dass wir leise zusammen zu meiner Ferienwohnung gingen. Ich schloss die Tür auf, schloss sie hinter Tiara wieder und drückte sie aus der Drehung heraus mit dem Rücken an die Wand des Flures, ehe ich sie kurz zögerlich, dann leidenschaftlich küsste. Ohne zu zögern erwiderte sie den Kuss und fing an, mein Top aus der Hose zu zuppeln.


      Tiara | Der zögerliche Kuss war dann doch eher in ein williges Verlangen umgeschwankt und er drückte mich gegen den Wand des Flures. Ich hielt einen Moment inne und sah ihm in die kühlen blauen Augen, während ich langsam dem Rhythmus seiner Zunge folgte. Ich zog langsam sein Tanktop aus der Hose und zog es ihm über den Kopf. Diese kleine Pause die wir machten ließ und wild in Richtung der Couch kommen, die im Wohnzimmer stand. Und würde ich es nicht besser wissen, dass Caleb gerne die Kontrolle behält, hätte wohl ich ihn auf die Couch fallen lassen mit mir on Top, doch es war genau umgekehrt und irgendwie turnte mich das schon an, wenn er die Oberhand behielt. Wir küssten uns weiter und es dauerte nicht lange, da zog er meinen Kurzen Pulli aus und sah mich mit funkelnden Augen an.


      Caleb | Nachdem ich mich an ihrem Pulli zu schaffen gemacht hatte, streifte ich meine Schuhe von den Füßen und ließ die Hose gleich mit auf den Boden sinken. Ich küsste Tiara wieder auf ihre vollen Lippen, wanderte ihren Hals hinab, über ihre Brust und ihren Bauch, bis ich schließlich bei ihrer Hose ankam und diese aufmachte, ehe ich ihr diese auszog. Sogleich wanderte mein Mund wieder über ihren Bauch und den Hals nach oben, bis hin zu ihrem Mund. Mit der rechten Hand stützte ich meinen Oberkörper ab, während ich meine rechte Hand auf ihre Brust legte und meine Hand vorsichtig um diese schloss.


      Tiara | Er wusste wie man Frauen glücklich machte. Vielleicht war es auch dass, was ich gerade schätzte im Umgang mit ihm, dass er eben schon so erfahren war. Ich reckte meinen Kopf nach Hinten und konzentrierte mich voll und ganz auf die vielen kleinen Küsse die er mir auf meinem Körper verteilte und mir eine Gänsehaut verlieh. Ich ließ meine Hand an seinen Nacken gleiten und zog ihn zu mir runter. Er war bedacht vorsichtig mit mir umzugehen und ich gab ihm mittels meines Blickes zu verstehen, dass er alles mit mir machen durfte. Ich küsste ihn leidenschaftlich auf den Mund und musste leicht grinsen.


      Caleb | Mitten in der Bewegung hielt ich inne. “Ich hab grad kein..”, fing ich an und wurde von Tiara unterbrochen, als sie sich nach etwas umsah. “Gib mir mal meine Tasche”, murmelte sie und ich fischte ihre Handtasche vom Boden auf, aus der sie ihren Geldbeutel nahm und daraus das holte, was ich eben andeuten wollte. Wir entledigten uns unserer restlichen Kleidung, ich schob sie weiter aufs Sofa hoch und…

      Kurze Zeit später sammelte Tiara ihre Kleidung wieder ein und zog sich an. “Ich muss ins Haus und in mein Zimmer.”, sagte sie. “Kommt glaub ich nicht so gut, wenn die Tochter Sex mit dem Trainer hat.”

      Ich lachte. “Nur Sex? Nichts weiter?”

      “Na gut, heißen Sex”, erwiderte sie, zog ihren Pulli über den Kopf und schaute einmal an mir herunter. Ich hatte eben nur schnell die Boxershorts wieder angezogen, ansonsten stand ich nackt vor ihr. “Ich hoffe auf eine Wiederholung”, murmelte sie im Gehen und verließ die Ferienwohnung.

      Mit den Gedanken nicht ganz bei der Sache ließ ich mich aufs Sofa sinken. Nach Ylvi war ich nicht mehr mit jemand anderem ins Bett gegangen, bis gerade eben. Mir war gar nicht bewusst gewesen, wie sehr ich das doch vermisst hatte. Und auch wenn wir das Ganze wohl geheim halten mussten, Tiara konnte sich auf eine Wiederholung gefasst machen.


      Tiara | Der Cowboy konnte nicht nur gut mit Pferden, musste ich mir eingestehen und auch wenn ich es gewollt hätte, wäre ich wohl auch noch dort geblieben, denn ich fühlte mich nach dem guten Abend ziemlich platt und hätte am liebsten geschlafen. Als ich mich von dem Ferienhaus entfernte, sah ich aus Alex Zimmer noch Licht brennen und ich schloss leise die Tür auf und schloss sie genauso leise wieder hinter mir und schlich die Treppe hoch. Mom und Dad schliefen, das war sicher. Doch sobald ich meine Zimmertür schloss und mich ins Bett legte, kam unser Praktikant, der schon mehr ein Kumpel für mich war als die meisten in meiner Umgebung, in mein Zimmer und sah mich dringlich an. "Wo warst du gewesen bis jetzt? Deine Eltern haben sich Sorgen gemacht?!" Ich seufzte auf. "Ich war in einer Bar und hab mich mit Freunden und Caleb da getroffen… Mehr nicht" Er sah mich enttäuscht an. "Danke fürs Fragen ob ich mit will" sagte er und ging knurrend aus meinem Zimmer. Ich drehte mich mit dem Bauch auf die Matratze und warf mein Kopfkissen auf meinen Kopf. Es war Zeit zu schlafen…


      Caleb | Als ich am vergangenen Abend vor dem Haupthaus auf Tiara gewartet hatte, war Ethel kurz zu mir gekommen und hatte mich fürs Frühstück eingeladen. Sie hatte auch gesagt, dass ich jederzeit für die Mahlzeiten bei ihnen willkommen wäre, wenn ich etwas essen wöllte.Ich sprang also unter die Dusche, zog meine normale Alltagskleidung an, setzte den Huf auf den Kopf und verließ die Wohnung, um der Einladung Folge zu leisten. Ich ging ins Haus, steuerte auf das Esszimmer zu und wurde freundlich von Ethel empfangen. Alex war auch schon da und sah mich mit einem Blick an, als wüsste er alles. “Guten Morgen”, sagte ich und nahm dankend die Tasse Kaffee entgegen, die mir gereicht wurde. Kurz nachdem ich mich an den Tisch gesetzt hatte, kam Tiara auch in den Raum. Herausgeputzt wie immer. Ich bedachte sie mit einem kurzen, aber vielsagenden Blick, als hätte ich sie nackt gesehen und konzentrierte mich dann wieder auf mein Getränk. Den Seitenblick von Alex bekam ich gar nicht wirklich mit. “Was steht denn heute alles an?”, warf ich in die Runde und war gespannt auf die Antworten.


      Tiara | Ich strafte Alex mit einem bösen Blick und sagte verschlafen guten Morgen. Immerhin hatte ich heute die Reitjeans direkt angezogen. Dad sah mich verwirrt an. Ich schüttete mir einen Orangensaft ein und hatte einen offensichtlichen Kater. "Wir gehen erstmal eine Runde mit Quick und Quis ausreiten und dann kümmern wir uns um Stepping Stone bezüglich des Einreitens." Überhaupt klare Sätze zu bilden viel mir schwer in dem Zustand und wäre Caleb nicht hier, wäre ich wahrscheinlich in meinem Bett geblieben und hätte Dad die Pferde überlassen. Caleb sah mich aufmerksam an und hörte mir mit dem noch ziemlich mageren Plan an. "Willst du, dass ich dir noch eine Stunde auf Valhalla gebe oder soll ich mich heute mal um die Kümmern?" Alex wollte gerade was sagen, da unterbrach ich ihn auch schon und meinte, dass Caleb sich um Valhalle kümmern sollte. Das dicke Ding hatte ich nach gestern gefressen. Mom hatte uns Pancakes mit Ahornsirup, doch ich bekam keinen Bissen runter.


      Caleb | “Ich weiß nicht, ob Tiara das erwähnt hat, aber Valhalla war gestern eine ziemliche Katastrophe”, meinte ich zu ihren Eltern und nahm mir einen der Pancakes. Mir ging es heute morgen doch richtig gut. Der Cocktail lag mir etwas flau im Magen, aber nichts besonderes. Ahornsirup machte ich mir deshalb keinen auf mein Frühstück.
      “Nein, sie hat gar nichts erwähnt”, sagte ihr Vater und schaute zu erst Tiara und dann mich an.

      Ich schnitt mir ein Stück vom dicken Pfannkuchen ab und wartete so kurz, ob Tiara etwas dazu sagen wollte. Dann antwortete ich: “Aber alles halb so wild, ich hab mich dann kurz draufgesetzt und es war gut. Ich bin nur mal gespannt, ob sie das heute noch weiß. Ich glaube die hatte gestern einfach einen richtig schlechten Tag.”

      Der Rest des Frühstücks verlief relativ schweigend, wobei ich immer wieder das Gefühl hatte, der Praktikant würde mich seltsam anstarren. “Kannst du die Pferde schon anfangen fertig zu machen?”, fragte mich Tiara dann, als ich auf dem Weg zur Tür war. “Ich komm gleich nach.”

      Ich nickte. “Klar.” Am Stall nahm ich mir die beiden Pferde, band sie am Putzplatz an und fing schonmal an, Quis zu putzen. Als ich damit fertig war, machte ich bei Quick weiter. Dann kam auch Tiara und wir sattelten in aller Ruhe, ehe wir uns auf die Pferde schwangen und den Hof verließen.


      Tiara | Auch während wir nun auf den Pferden saßen verhielten wir uns still bis ich den Mund aufmachte und kurz zu ihm rüber sah. "Ich glaub Alex weiß es und hat mich von der Ferienwohnung rüber kommen sehen." Danach blieb ich wieder still und ich sah wie Calebs Augen sich kurz weiteten. "Wie kommst du darauf?" "Er kam kurz nachdem ich mich hingelegt hab ins Zimmer und fragte mich wo ich war. Ich hab nur geantwortet mit Freundinnen und dir bis dato in der Bar gewesen zu sein. Aber ich glaub er hat uns heim kommen sehen." Ich spielte mit der Mähne von Quick während ich auf seine Antwort wartete. Er sah nachdenklich aus…


      Caleb | Ich überlegte eine Weile. “Er vermutet… aber er weiß doch gar nichts”, antwortete ich. “Und solange er uns nicht durch das Fenster oder so beobachtet hat, kann er sich auch nicht sicher sein”, versuchte ich die Situation aufzulockern. “Es war ja auch bestimmt nicht das erste Mal, dass du mit jemandem Sex gehabt hast”, fügte ich hinzu und sah, wie sie kurz auflachte. “Caleb ich weiß ja nicht was du denkst.. aber ich hatte bis jetzt nur einen Freund”, meinte sie mit Nachdruck. “Ich hab dich ja auch grade nicht Bitch genannt.”

      “Ich will eigentlich gar nicht wissen, mit wem du schon alles im Bett warst”, feixte sie. Theatralisch fing ich an zu zählen.. “Also da war… ja.. zwei.. drei.. sieben..oh und die noch.. acht..” “Caleb!” Lachend sah ich zur ihr rüber. “Das ist ein Witz. Wobei es schon um die…” “Halt den Mund!”, kam es vom anderen Pferd und es folgte ein Schlag gegen meine Schulter.

      “Ich habe erreicht was ich wollte, du kannst über die Situation, die hoffentlich nochmal stattfindet, lachen”, meinte ich mit hochgezogener Augenbraue und meinem süffisanten Grinsen auf dem Gesicht.


      Tiara | Ich kam aus dem Lachen nicht mehr heraus, auch wenn mich sein Gedanke, dass er dachte ich würde das öfter machen etwas verletzte. Die SItuation dürfte wenn es nach mir geht ruhig öfter vorkommen, ich hatte die Nacht und seine Gesellschaft genossen. Ich grinste ihn provokativ an und musste lautlos lächeln als er den letzten Satz ausgesprochen hatte. Ich trieb Quicksilver nach vorne in den Trab und rief ihm ein leichtes "Dann musst du mich wohl überholen" zu und trieb die Stute in den Galopp und sobald ich sah, dass er aufnahm trieb ich sie als ginge es um Leben und Tod. Er hatte Quisquilloso gut in der Hand und nahm das beste aus dem Trägen Hengst heraus. Ich hörte das laute Schnauben der beiden Pferde und das laute Beben der Erde betäubte die Stille des Waldes, den wir gerade durchquerten. "Ich bekomm dich noch!", rief er mir her und ich sah lachend nach hinten.


      Caleb | Ich trieb Quis an. Der eher faule Hengst kannte mich ja schon und wusste, dass ich ihn fordern würde, also versuchte er erst gar nicht, mich mit seiner Faulheit zu beeindrucken. Ich hatte zwar keine Sporen an, wusste meine Beine und Fersen aber gut einzusetzen. Die Split Reins hielt ich so in der Hand, dass ich ihm mit den Enden auf den Hintern klatschen konnte, ganz so, wie es beim Barrel Racing üblich war. Zuerst war er ziemlich geschockt davon, so schien mir, denn er riss kurz den Kopf hoch und machte einen Satz nach vorne. “Na komm”, murmelte ich und trieb ihn weiter an. Doch leider hatte ich gegen die flinke Stute keine Chance. Ich kam immer wieder ziemlich nah an sie ran, doch fiel dann ebenso schnell wieder zurück. “Quis tu enttäuschst mich gerade”, sagte ich zu dem Hengst und versuchte es noch ein letztes Mal. Und siehe da! Wir schafften es sie einzuholen. Tiara bremste stark ab und blieb stehen. Auch Quis parierte ich zum Stand durch. “Hab dich!”, jubelte ich ein bisschen euphorisch und klopfte Quisquillosos Hals. “Der kann ja doch rennen!”


      Tiara | Mit Quisquiolloso hatte ich so schnell nicht gerechnet, der Mustang war doch ganz schön träge, wenn ich ihn ritt. Ich klopfte Quick und sah zu dem kleinen See vor uns. Es war zwar noch etwas frisch, doch die 20°C hatten wir heute schon. “Wenn’s jetzt nicht so kalt wäre, würde ich glatt sagen, lass uns reinspringen. Aber ich will auch keine Lungenentzündung!” “Da hast du schon recht, wobei ein gewisser Anreiz schon da wäre”, grinste er mich an. Ich wusste was er meinte und wäre ich nicht so Kälteempfindlich, wäre ich auch gleich rein gesprungen. “Beim nächsten Mal”, sagte ich und ein Lächeln umspielte meine Lippen. “Lass uns die Runde noch zu Ende reiten. Hoffentlich hat Stepping Stone nicht so eine gespaltene Persönlichkeit wie Valhalla was das Reiten betrifft”, sprach ich das nächste Thema an. “Wie kamt ihr eigentlich zu der Idee mit dem Stall und der Selbstständigkeit? Ich mein, das ist alles ja auch nicht einfach” “Mom wollte wieder Pferde trainieren und ich sollte ihr dabei helfen. Dann hatte ich vor geraumer Zeit meinen Kwatoko, der halbblinde Hengst, den ich so gut am ausbilden war, bis er mir abgenommen wurde, weil der Vorbesitzer irgendeine Regelung im Vertrag geltend gemacht hatte, auf die ich keinen Wert gelegt hatte. Und dann kamen die anderen und Quick tat sich so leicht beim Lernen und so begann der Gedanke von der Mustangzucht” Ja, es war etwas leichtsinnig von mir und da ich die meisten Pferde jetzt hatte konnte ich auch nicht einfach alles hinschmeißen und weg. “Und wie es endet, weiß ich halt noch nicht…” ich seufzte auf. Fühlte mich nicht so gut. Der Kater lag mir im Magen, die Situation mit meinen Eltern war mir unangenehm und ich hätte zu gerne einfach eines der Ferienhäuser für mich, damit ich meine Ruhe vor Alex und meinen Eltern hatte. Vielleicht wollte ich aber auch komplett weg.


      Caleb | Ich nickte immer mal wieder, hörte ihr aufmerksam zu. Den Rest der Runde verbrachten wir ziemlich schweigend. Auf dem Hof angekommen sattelten wir die Pferde ab und brachten sie auf die Koppel. “Ich schnapp mir dann mal Valhalla und geh in die Halle, da hat sie noch ein bisschen was zu tun mit mir. Kommst du mit Stepping Stone auch da hin?”

      “Ja, ich mach.”
      Gesagt getan. Ich nahm die Scheckstute aus der Box, putzte sie über, sattelte sie und ging in die Halle. Gerade als ich fertig mit Aufwärmen war, kam Tiara zu uns.


      Tiara | Ich nahm Stepping Stone von der Weide. Artig folgte sie mir und sah aufmerksam die Umgebung an. Dennoch ruhig konnte ich die junge Stute putzen und ihr danach langsam den Sattel anlegen. Noch etwas ungewohnt für sie, spielte sie mit den Ohren blieb aber stehen und dann auch trensen. Wir trotteten zur Halle und sah dann auch schon Caleb, der die Mustangstute beim Aufwärmen schon forderte. "Ich bin da", machte ich auf mich aufmerksam und führte die Stute im Schritt die Ganze Bahn entlang.


      Caleb | Ich ritt immer einen kleinen Bogen um Tiara herum, um das junge Pferd nicht zu verunsichern. Es war gut, dass ich mit einem weiteren Tier in der Bahn war, was einerseits für Stepping Stone hilfreich war, andererseits konnte ich sie auch nervös machen, wenn Valhalla wieder einen ihrer Bockanfälle bekam. Aber mein Durchgreifen des vergangenen Tages hatte gesessen. Egal welchen Übergang ich forderte, sei es vom Schritt in den Trab, vom Trab in den Galopp oder vom Schritt in den Galopp. Mehr als mal ein paar angelegte Ohren oder ein genervtes Schweifschlagen passierte nicht. “Die weiß noch genau, was gestern abging”, rief ich zu Tiara rüber und sie nickte. “Das hatte wohl gesessen, gestern von dir.”


      Tiara | "Ich muss mich wohl einfach mehr durchsetzen." Stepping Stone blieb ruhig. Bisher machte mir das Arbeiten mit der hellen Buckskinstute auch verdammt viel Spaß, weil sie doch etwas von Quick hatte, nur eben jünger und unerfahrener. Fast schon unschuldig. Was ich nach der gestrigen Nacht nicht mehr von mir behaupten konnte. "Caleb, ich würde mich gleich das erste Mal auf Step setzen. Sonst war an der Longe oder frei immer nur ein Reitdummy drauf. Meinst du ich kann sie so ein bisschen rumdümpeln lassen oder würdest du schon mit dem Lenken anfangen?"


      Caleb | “Genau. Du darfst ihr den Quatsch nicht durchgehen lassen, sie verarscht dich ja zu erst, du reagierst einfach jedes Mal sofort und zeigst ihr die Konsequenzen, wenn sie diese Spielchen mit dir spielt.”
      “Und wie mach ich das dann genau, zum Beispiel bei den Übergängen vom Schritt zum Galopp?”, fragte sie mich noch und ich überlegte kurz. “Genau so, wie ich das gestern gemacht habe. Wenn sie da meint sie müsste zicken, stell sie die ganze Zeit so, als würdest du angaloppieren wollen, bleibst aber im Schritt. Irgendwann nervt sie das so sehr, dass sie angaloppieren möchte. Sobald sie dir das Gefühl gibt, jetzt will sie anspringen, lässt du locker und gibst die Zügel frei, dass sie sich nochmal strecken kann. Das wiederholst du ein paar Mal. Du musst sie aber so lange eng halten, bis sie nachgibt. Und dann versuchst du irgendwann einmal ohne Vorlauf sie anspringen zu lassen. Also stellen, und sofort die Hilfen zum Galopp”, erklärte ich ihr und demonstrierte ihr das noch einmal mit Valhalla. Ich stellte sie auf der linken Hand und behielt sie im Schritt, bis der eine kurze Moment kam, in dem sie nachgab und Ansätze machte, in den Galopp reinzuspringen. Sofort ließ ich sie locker und lobte sie. “Hast du gesehen? Das sind immer nur ganz kurze Momente.”

      Tiara nickte. “Okay, danke Caleb”, erwiderte sie und ging noch eine Weile mit Stepping Stone ganze Bahnen, ehe sie mich etwas fragte.

      “Ne, würde Aufsteigübungen machen und wenn du oben bist nicht lenken. Lass sie einfach ein bisschen gehen. Normalerweise würde ich das aber auch im Round Pen machen.”


      Tiara | Ich folgte seiner Handlung mit Valhalla aufmerksam und versuchte alles was ich sah aufzunehmen und hoffte es gut umsetzen zu können, ohne, dass ich sie sauer ritt. Caleb war wieder voll in seinem Element und sah alles wieder aus ziemlich professioneller Sicht. Doch mich hatte der gestrige Abend immer noch im Bann gefangen und obwohl der eingefleischte Cowboy für gewöhnlich nicht mein Typ war, verlangte mein Körper mehr nach ihm, als mein Kopf zulassen wollte oder konnte. "Sollen wir uns gleich im Round Pen treffen?, dann geh ich schonmal mit Step rüber und fang langsam an.” Der blonde sagte nichts, nickte nur konzentriert und ließ mich aus der Halle stapfen. Es dauerte nicht lange, da waren wir im Round Pen und ich stieg immer mal wieder in den Bügel. Stepping Stone spielte nur mit den Ohren oder schaute neugierig zu mir nach hinten. Mal spannte sie sich leicht an, machte aber kein Großes Ding daraus, als ich schlussendlich auf ihr saß und sie meinen Fuß beschnupperte.


      Caleb | Wenn ich mit den Pferden arbeitete, ließ ich andere Gedanken in meinem Kopf nicht zu. Alles, woran ich noch vor dem Aufsteigen gedacht hatte, verpuffte einfach oder wurde in die hinterste Ecke meines Kopfes verbannt. Ich hatte Tiara zwar zugenickt, bekam jedoch nicht wirklich mit, dass sie die Halle verließ, da Valhalla schon wieder nicht richtig fleißig unter mir ging und ich so mit ihr zu tun hatte. Erst als meine Übung klappte, hielt ich sie lobend an und schaute auf. Wo war Tiara nochmal hin? Während ich Valhalla trocken ritt überlegte ich und dann blitzten ihre Worte vor mir auf. Klar, Round Pen!

      Mit Valhalla im Schlepptau ging ich dorthin und sah, dass Tiara schon im Sattel saß. “Oh das sieht aber gut aus mit euch beiden!”, lobte ich sie und blieb am Zaun stehen. “Jetzt lass die Zügel einfach lang und klopf mit den Beinen. Sie kann ja nur rund laufen.”


      Tiara | "Ja, bis jetzt läuft's gut", sagte ich und gab ihr eine hauchfeine Hilfe am Bauch. Sie erschrak kurz und ging zwei Schritte im Trab, bis sie bemerkte, dass der Druck am Bauch gar nicht anhielt, sondern sofort weichte, sobald sie sich in Bewegung setzte. Ihr Ohrenspiel folgte wild aber aufmerksam. Etwas skeptisch betrachtete sie die Situation doch folgte meinen Hilfen. Ich lobte sie und klopfte ihren Hals. Der Sand unter ihren Hufen war zwar trocken aber er staubte nicht. Plötzlich fiel mir ein, dass wir mein Auto ja noch holen mussten. Aber ich musste mich jetzt weiter auf Step konzentrieren. Die langen Zügel hatte ich ziemlich lose in der Hand und konzentrierte mich heute hauptsächlich aufs vorwärts gehen im Schritt. Immer wieder lobte ich die junge Stute unter mir, denn sie machte ihren Job hervorragend.


      Caleb | Ich schaute ihr noch eine Weile zu. Mit der jungen Stute arbeitete sie mit viel Geduld und Ausdauer. Valhalla brachte ich dann weg, sattelte sie ab, putzte kurz noch einmal über und brachte sie auf die Koppel. Auch Blue durfte heute auf seinen Paddock, worüber er sich natürlich sehr freute.

      Kurz darauf kam Tiara mit Stepping Stone in den Stall. “Sie hat das heute wirklich gut gemacht”, sagte sie und lobte die Stute. “Und… du Caleb wir müssen mein Auto noch holen fahren.” "Stimmt. " "Ich bring sie in 5 min weg und dann können wir los." Es dauerte nicht lange da fanden wir uns auch im Auto meiner Eltern wieder und ich uns mit dem Navi zur Stadt fuhr.


      Tiara | Die Autofahrt verlief still. Die Stimmung von gestern abend schien verflogen und ich sah aus meinem Beifahrerfenster in die Ferne. Es dauerte keine 15 min bis wir an dem Ausgang des Parkhauses waren und ich mich mit einem "Bis gleich, du kannst mir dann nach fahren" aus dem Auto stieg und mich beeilte, gar fast schon zu meinem Auto joggte. Ich löste den Parkschein ein und sah eine hohe Summe. 38.50. "Was 'ne Frechheit" Ich zückte die Karte und konnte gott sei dank so zahlen und fuhr dann auch zügig aus der Tiefgarage. Caleb stand mit dem Dodge meiner Eltern noch am Ausgang und sobald ich ihn um die Ecke sah, hupte ich kurz, damit er wusste: Es kann weitergehen. Er blieb hauptsächlich hinter mir und ließ kein weiteres Fahrzeug zwischen uns kommen. Ich bog gerade die Auffahrt ein und sah meine Eltern schon am Haus stehen. "Ach brauchtet ihr das Auto?", lächelte ich sie überaus groß an und sah schon den Wütenden Blick meines Dads. "Ja, wir müssen neues Futter und 2 große Quaderballen Stroh abholen…",knurrte er, doch wirklich lange Böse sein, konnte er mir doch nicht. Caleb übergab ihm den Autoschlüssel und ich stieg gerade aus.


      Caleb | Aus dem kleinen Familiendrama hielt ich mich komplett raus, das ging mich schließlich nichts an. Als Tiara und ich wieder alleine waren seufzte ich kurz. “Laurence, einer meiner Mitarbeiter hat mich eben im Auto noch angerufen, ich muss leider morgen Mittag schon wieder abreisen”, gestand ich ihr. “Ich kann dir anbieten, dass ich dir mit Blue noch etwas zeige, am liebsten heute mittag, und dass ich mir heute Abend und morgen früh noch Pferde von dir anschaue und dir noch etwas helfe, oder mich selbst drauf setze. Ich werde zuhause gebraucht.”

      Etwas geknickt schien Tiara schon zu sein, denn zunächst erwiderte sie gar nichts. Ich fügte jedoch noch an: “Was ich dir allerdings auch anbieten kann.. für nächste Woche ist ein Reiningkurs von mir geplant. Es wäre noch ein Platz frei, wenn du Lust hättest mitzumachen?”


      Tiara | Auch wenn es etwas plötzlich kam, ich musste es hinnehmen. "Das mit dem Reiningkurs, das… wäre nett." Ich hielt mich bedacht kurz und sah mich dann um. "Ich muss Tweekay noch putzen und ihn etwas auslasten auf dem Round Pen." "Okey, soll ich dir helfen?" Ich verneinte. "Pack du schon mal deine Sachen, ich frag Alex später ob er dich morgen zum Flughafen fahren kann." Ich tat mich gerade etwas schwer und ging dann doch los. Tiara, bist du eigentlich komplett blöd. Wie dumm kommt das denn rüber… Was musste Caleb jetzt von mir denken. Wie schlecht ich mit so Situationen umgehen konnte. Wie kindisch ich mich verhielt. Ich ging an die Koppel auf der Tweety mit Pegasus, wie ich Sparkled Wings manchmal nannte. Ich pfiff einmal. Der Grullo reckte den Kopf und kam langsam auf mich zu getrottet. Die normalen Stallhalfter fand er immer noch scheiße, sodass ich ihn immer am Knotenhalfter mit mir führte. Ich hatte heute wohl besonders Glück, denn er lief nicht weg und dafür lobte ich ihn. Ich putzte ihn ausgiebig und lief dann zum Round Pen, wo ich ihn vom Bodenarbeitsseil löste und ihn etwas laufen ließ. Er folgte meiner Körpersprache sehr und hatte mir schon einige meiner Fehler gezeigt, die ich direkt korrigieren musste, weil er sonst schnell in Wut verfiel. Ich ließ ihn antraben und sah, dass er sich langsam dehnte. "Guuut."


      Caleb | Was war denn jetzt passiert? Es konnte immer mal etwas sein, dass ein Besuch kürzer als geplant ausfiel. Das war nicht die Regel, aber manchmal war das eben so. Tiara reagierte wirklich.. kindisch. Ich schüttelte den Kopf, drehte mich dann doch auf dem Absatz um und ging zu Blue. Dieser stand auf dem Paddock und freute sich über seine ganzen Pferdekumpels, die hier rechts und links von ihm standen. Als er mich kommen sah, brummelte er kurz leise, so wie er es immer tat, wenn er jemanden begrüßte. Ich ging zu ihm hin, streichelte kurz seinen Kopf und meinte: “Weiber.”

      Schnell war er geputzt und gesattelt und ich setzte mich schon am Putzplatz auf den Hengst, ehe ich in Richtung der Halle ritt. Am Round Pen sah ich Tiara und Tweek. “Der hat sich aber auch gut gemacht”, sagte ich ernst, hielt Blue an und stützte meine rechte Hand in die Hüfte. Tiara schenkte mir nur einen ganz kurzen Blick, ehe sie sich wieder ihrem Pferd zuwandte. Auch gut. “Wenn du Blue reiten möchtest kannst du ja gleich noch in die Halle kommen.”


      Tiara | "Okey", antwortete ich ihm und trieb den Hengst in den Galopp. Er trat kurz nach hinten aus, ehe er angaloppierte und sah dann zu Caleb. "Ich komm gleich." Ich wechselte noch mal die Hand damit er auf beiden Seiten gelaufen war und parierte ihn dann durch. Caleb nickte ehe er sich dann zur Halle aufmachte. Am Ende wälzte er sich noch und der Sand blieb an seinem geschwitzen Fell kleben. Ich beendete meine Arbeit mit Tweety und brachte ihn dann wieder auf die Weide. Es es war eine tolle Chance mit Blue, die ich einfach ergreifen musste. "Ich bin da", rief ich mit einem zaghaften Lächeln und ging dann in die Halle. "Ich hab ihn schon mal aufgewärmt. Soll ich dir eine Stunde auf dem Geben oder willst du's alleine versuchen?" "Du darfst mich gerne unterrichten." Ich lächelte ihn an.


      Caleb | In der Halle angekommen wärmte ich ihn kurz auf. Ich testete die Manöver an und Tiara kam gerade in die Halle, als wir an den Spins arbeiteten. Blue wirbelte ganz schön Sand auf und als wir fertig mit dem letzten Spin waren, hielt ich ihn nicht einfach an, sondern trieb ihn sofort im Trab aus der Staubwolke heraus, ehe ich einmal kräftig hustete. “Ich glaub ihr müsst hier nochmal wässern”, lachte ich.

      Ich ritt zu ihr rüber und schmunzelte über ihre Aussage. Um die Situation nochmal zu lockern, sagte ich zu ihr: “So..so.. unterrichten.” Tiara wusste glaube ich genau was ich gemeint hatte und lief kurz rot an, was mein Grinsen nur umso breiter werden ließ. “Du kannst Blue ja mal ausprobieren. Sei dir nur bewusst, dass er in der höchsten Leistungsklasse läuft- und das immer noch sehr erfolgreich. Ich kann allerdings auch Betsy ohne schlechtes Gewissen auf ihn setzen. Er wird gleich bei dir am Anfang erst zögerlich reagieren. Er testet an, ob du die Hilfen wirklich ernst meinst. Wenn er merkt, dass du ein guter Reiter bist dann reagiert er auch genauso fein”, erklärte ich ihr und merkte, wie sie meinen Worten folgte. “Lass die Sliding Stops und Roll Backs erst mal weg, die machen wir sonst ganz zum Schluss.”


      Tiara | Aufmerksam folgte ich seinen Worten und nickte zum Schluss. Während er abstieg, konnte ich mir einen Blick auf seinen wohlgeformten Hintern nicht verkneifen. "Hast du mir grad auf den Arsch geguckt?" Mein Blick war ihm wohl nicht entgangen. Hatte er Augen auf dem Hinterkopf?! "Nein… Nein", stotterte ich und sah daraufhin beschämt weg und nahm dann seinen Platz auf dem Pferd ein. Um mit Blue ein bisschen warm zu werden ritt ich ihn in allen Gangarten und bemerkte wie Fein er auf meine Übergänge reagierte. Sehr gut. Ich konnte es, ich konnte es meinen Pferden wohl nur nicht beibringen. "Meinst du, ich kann mit Valhalla für ein - zwei Wochen zu euch nach Kanada kommen?" rief ich ihm beim Reiten, etwas außer Atem zu. Ich verlangsamte dann das Tempo bis wir standen. Er schnaubte kurz und dann kam es ganz auf meine Hilfen an. "Klar, sag mir einfach bescheid. Eigentlich wäre es mir nach dem Kurs ganz lieb. Wenn du schonmal da bist…" Er kratzte sich kurz am Kopf. "Okey, dann sag ich später meinen Eltern bescheid, dass sie sich um die Fütterung und Bewegung der Pferde kümmern, die hier bleiben." Dann versuchte ich mich an dem Spin. Erst ziemlich zögerlich, dann doch bestimmt setzte ich die Hilfe und so drehten wir uns vier Runden um unsere Achse. Dann in die andere Richtung." Funktioniert doch! ", rief ich ihm glücklich über meinen Erfolg zu und lächelte ihn stolz an.


      Caleb | Ich klatschte einmal in die Hände. “Super!”, lobte ich Tiara und auch Blue. “Was ein Unterschied, mit einem quasi fertig ausgebildeten Pferd das doch ist”, sagte ich zu ihr und sie nickte. “Fürs Speed Control… lenk ihn jetzt mal auf den Zirkel und galoppier nochmal an. Wenn du schneller werden willst, lehn dich nach vorne und streck deinen Arm in Richtung Genick. Der hat das noch so gelernt, ist mittlerweile auch wieder veraltet. Sobald du langsamer werden willst, also an X, setzt du dich einfach in den Sattel zurück. Aber pass auf, der kann dir ganz schnell die Beine in den Boden hauen, weil er manchmal so stark abbremst”, erklärte ich ihr und schaute ihr zu, wie sie Blue auf den Zirkel lenkte und zunächst einfach ein paar Runden in normaler Geschwindigkeit ritt. Dann lehnte sie sich nach vorne. Genauso, wie ich ihr gesagt hatte. “Wenn er nicht kommt, gib ihm Küsschen”, war meine nächste Anweisung. Tiara machte ein Küsschengeräusch und sofort klappten die Ohren des Hengstes nach hinten und er galoppierte viel schneller. Mich beschlich nur das Gefühl, Tiara würde ein bisschen unsicher werden. “Wenn du dir nicht sicher bist sag einfach laut Whoa, dann stoppt er!” Mein Whoa war allerdings schon zu viel gewesen, denn Blue erkannte meine Stimme sofort. Er stoppte in Sekundenschnelle. “Fuck, halt dich fest!”, brüllte ich zu ihr rüber und schlug mir mit der Hand gegen die Stirn. Dumm Caleb, ganz dumme Idee.

      Zum Glück war Tiara eine wirklich gute Reiterin und hielt sich fest, so dass sie nicht runterfiel. “Caleb!”, fluchte die Frau und strich sich die Haare aus dem Gesicht, die ihr eben beim Stoppen die Sicht geraubt hatten. “Ich äh… jetzt hast du wenigstens schon mal gestoppt.”


      Tiara | Der abrupte Stopp hatte mir einen ordentlichen Schrecken eingejagt. "Ja und einen halben Herzinfarkt hatte ich gratis dazu." Ich musste Lächeln, strich mir noch die letzten Haare aus dem Gesicht. Blue hatte mittlerweile die Ohren wieder nach vorne und sah Caleb an. "Der Hengst ist so auf dich fixiert, das ist schon unnormal", merkte ich nebenbei an. "Wenn wir jetzt schon bei den Stops sind, kannst du ihn auch noch mal kontrolliert stoppen lassen." Ich hörte auf seine Worte und galoppierte Blue noch mal an. Ich schwang mit den Bewegungen mit und zum Stoppen setzte ich mich tief in den Sattel und sagte leise " Whoah. " Er hatte schon auf meinen Tief Sitz reagiert, doch wollte ich mit der Stimme nochmal auf Nummer sicher gehen. Dieses Mal war ich vorbereitet und gab die Hand noch vor. "Das sieht doch besser aus", sagte er mit einem breiten Grinsen. Ich war stolz. Stolz ein so erfahrenes und erfolgreiches Pferd reiten zu dürfen und stolz, dass ich es überhaupt reiten konnte. "Willst du noch einen Roll Back testen oder genügt es dir?" Man hatte mir mal gesagt: Wenn es am besten läuft, hört man auf. "Ich glaub ich passe für heute, aber wenn ich mal in den zwei Wochen es nochmal probieren darf, nehme ich das Angebot gerne an." "Dann reit ihn noch ein bisschen trocken" "Wir können ihm aber auch das Sattelzeug abnehmen und er darf sich hier wälzen. Dad muss später eh wässern und morgen früh abziehen. Da macht das heute nichts mehr." Caleb blieb beim Trockenreiten und so fügte ich mich seinem Willen und ritt Blue noch eine Weile im Schritt." Sollen wir gleich im Ferienhaus noch meinen Trainingsplan mit Valhalla überarbeiten? " fragte ich ihn mit hochgezogener Augenbrau. Ich hatte bemerkt, dass Alex nun etwas länger schon an der Bande stand und uns zu sah und ab und an ein Bild knipste. Ich wusste er machte es für sein Praktikum, aber ich hatte ein schlechtes Gefühl, dass er das mit einem Hintergedanken machte. "Natürlich können wir das", kam es von Caleb.


      Caleb | “Mit dir werde ich viel Spaß auf dem Reiningkurs haben.”, sagte ich zu Tiara, nachdem sie einen wirklich tollen Sliding Stop hingelegt hatten. Dabei sah ich bewusst bei meinem Satz nach hinten zu Alex und musterte ihn kurz. Der junge Mann erwiderte meinen Blick fast ein wenig hasserfüllt, ehe er zu Tiara rüber schaute, um mir so auszuweichen.

      Nachdem Blue abgeritten war, brachten wir ihn zusammen zum Putzplatz, sattelten ihn ab und gaben ihm ein paar Möhren, ehe wir ihn wieder zurück auf den Paddock stellten. Ich hatte ihm vorher noch eine Abschwitzdecke übergezogen, denn er hatte ziemlich schwitzen müssen. Hier bei Tiara war es deutlich wärmer als in Kanada und das dicke Winterfell, das er sich in Kanada angelacht hatte, war nicht gerade von Vorteil für den armen Hengst.

      “Ich zieh mich noch um und hol die Unterlagen von Walhalla”, hatte Tiara noch gemeint und war ins Haus verschwunden. Ich ging schonmal in die Ferienwohnung und sprang ganz schnell unter die Dusche. Die Tür war auf, falls Tiara vor mir da sein sollte. Ich ging jedoch stark davon aus, dass sie auch noch kurz duschen ging, denn das Training war für sie genauso anstrengend gewesen wie für Blue.

      Als ich aus der Dusche kam war sie auch noch nicht da, so dass ich mir, nur mit einem Handtuch um die Hüften, noch schnell einen Kaffee machte und auf den Wohnzimmertisch stellte.

      Ich drehte mich um und blickte in das Gesicht von Tiara, die sich die Augen zuhielt und sich in windeseile umdrehte. “Tiara das hast du alles schon gesehen.”, murmelte ich und schaute ihr dabei zu, wie sie sich nun in Schneckentempo wieder in meine Richtung drehte. Auch ihre Hand sank wieder gen Boden. “Ich werd mich aber trotzdem noch schnell richtig anziehen”, murmelte ich und drehte mich um, um ins Schlafzimmer zu gehen, wo ich alle meine Kleidung hatte.


      Tiara | Natürlich hatte ich das alles schon gesehen, aber da war ich gut angetrunken gewesen. "Caleb, das… Da War ich betrunken und…" Ich folgte ihm ins Schlafzimmer. "Warum anziehen, wenn wir doch eh wissen worauf es hinausläuft oder laufen sollte",sagte ich und umschlang mit meinen Armen seinen Oberkörper. "Dann ist das aber jetzt unfair. Ich mein.. Du hast immerhin mehr an als ich. Das solltest du schnellstens ändern." Wie Musik in meinen Ohren. Langsam öffnete ich die Knöpfe meiner Hose und ließ sie mit schwingenden Hüften zu Boden gleiten. Danach folgte mein Oberteil, dass ich noch vor Minuten angezogen hatte." Besser? ", fragte ich ihn und ich merkte wie sein Blick an mir haften blieb. Die Unterwäsche aus Spitze hatte ich genau für so Fälle gekauft. Zwar viel Früher, als ich noch mit meinem Ex-Freund zusammen war. Jedoch war sie nie zum Einsatz gekommen. Ich ging einige Schritte auf ihn zu und legte meine Hände um seinen Nacken. Ich war zwar noch etwas unerfahren, doch ich wusste, was ich wollte. Aber ich wollte dennoch geführt werden. Langsam sah ich mit großen Augen zu ihm hoch und legte meine vollen Lippen auf seine.


      Caleb | Innerlich schmunzelte ich. Genau die Wendung, die ich mir eigentlich erhofft hatte. Tiara hatte einen tollen Körper, was mir jetzt natürlich erst genauer auffiel, denn am vorigen Abend war der Alkohol auch nicht unbeschadet an mir vorbei gegangen. Ich ließ sie meinen Körper umgreifen und auch ihre Lippen auf die Meinen legen, doch dann übernahm ich wieder die Oberhand. Ich mochte es, wenn die Frauen ab und zu zeigten, was sie wollten. Doch ich hatte es am Liebsten, wenn ich bestimmen durfte, wo es lang ging. Ich griff ihr also in die Haare, packte zwar zu, zog aber nicht daran und schob sie langsam rückwärts in Richtung des Bettes. Die Kleidung, die ich eben unachtsam auf die Bettdecke geworfen hatte, fegte ich mit ein paar Armbewegungen auf den Boden. Erst dann gab ich Tiara einen kleinen Schubs, der sie aufs Bett beförderte und der ihr sichtlich für einen kurzen Moment den Atem raubte. Ich folgte ihr und stützte mich seitlich von ihr ab, ehe ich sie erneut küsste. Wie am Abend zuvor, zu erst zögerlich, dann fordernder, als ich von Tiara eine Erwiderung spürte. Ich wanderte ihren Hals hinab, über die Brust und den Bauch und ihren Intimbereich. Ein paar Küsse landeten auch auf ihren Schenkeln, ehe ich mich wieder auf den Weg zu ihrem Mund machte. “Wir haben allerdings das gleiche Problem… wie gestern…”, flüsterte ich in Tiaras Ohr, doch sie schüttelte den Kopf und streckte ihren Arm, um an den Nachttisch heran zu kommen. Sie öffnete die Schublade, kramte darin rum und hielt ein paar Gummis in der Hand. “Die hab ich heute… heimlich hier rein gelegt.”

      “Du Fuchs.”, murmelte ich.


      Tiara | Ich musste lächeln und zog ihm eines der Gummis über. Der Rest ging wie von selbst. Wir lagen noch einen kurzen Moment nebeneinander und ich konnte mir einen Kommentar nicht verkneifen. "Du bist gut. Schade, dass wir das nicht weiter führen können", meinte ich kurz. Ich war noch immer gekränkt, auch wenn ich das am liebsten jeden dritten Tag mit ihm machen könnte, musste ich mich daran halten, dass er mein Trainer war und das hier möglichst eine zweimalige Sache war. Gefühle durfte ich hierbei nicht zulassen. So toll ich das finden würde, auch wenn er nicht mein Typ war. Irgendeine Glut, hatte in mir das Feuer zu ihm entfacht, die ich jetzt zu ersticken versuchte und wahrscheinlich war es jetzt besser, wenn er früher abreisen musste. Ich drehte mich zur Seite um vom Bett zu kommen und zog mich langsam an.


      Caleb | Ich musste bei ihrer Aussage lachen. “Ich bin ja auch eigentlich dein Trainer. Glaub nicht, dass das hier bei all meinen Schülerinnen passiert.”, grummelte ich mit Nachdruck, drehte mich ebenfalls im Bett um und zog mich nun doch an. Dann ging ich wieder ins Wohnzimmer und trank meinen Kaffee, der nun eher kalt als lauwarm war. Tiara folgte kurz darauf und setzte sich neben mich auf die Couch. “So… was willst du denn mit Valhalla alles trainieren?”, fragte ich sie dann.


      Tiara | Ein bisschen geehrt fühlte ich mich nach seiner Aussage schon. "Ich würde das auch zu gerne weiterführen, aber…. Ich will mich nicht verlieben…" den Letzten Teil des Satzes murmelte ich kaum hörbar. Ich wollte nicht nochmal das Herz gebrochen haben. Ich setzte mich neben ihn auf die Couch. "Reining, Trail und eventuell noch Barrel Racing. Aber nur eventuell. Wenn unser Boden dafür geeignet ist" liebäugelte ich ihn an. Barrel war schon immer mein Traum gewesen neben der Reining, aber ich wollte gut im Sattel sitzen und nicht wie eine Bescheuerte mit den Beinen hoch und runter wackeln.


      Caleb | Aber? Den Rest verstand ich nicht mehr. Ich nickte nur. “Ich würde das Ganze hier auch bei einer einmaligen Sache belassen”, sagte ich zu mit aller Überzeugung und Tiara nickte. Sie konnte wohl verstehen, wie sehr solche Aktionen meinen Ruf als Trainer schädigen konnten. “Danke”, meinte ich daraufhin und hörte ihr dann zu, was sie gerne lernen wollte. “Ist das jetzt dein Plan mit Valhalla oder dein genereller Plan?”, fragte ich sie mit hochgezogener Augenbraue. Sie musste kurz überlegen. “Beides, irgendwie.”

      “Okay.. und was den Boden angeht müsste man überlegen. Reiningboden ist ja extra zum Stoppen. Beim Barrel Racing kann das auf die Gelenke gehen, wenn der Boden zu tief ist. Wenn du hier beides machen willst, müsst ihr so ein Mittelding finden.”


      Tiara | "Vielleicht lässt Dad sich auch auf einen Platz zum Barrel Racen überreden." Caleb schmunzelte. "Naja gut, auf jeden Fall, werde ich die Tage ein Turnier mit Valhalla nennen und werd dir dann davon berichten." Ich wusste nicht mehr worüber wir reden sollten. Vielleicht musste ich einfach mehr Reitstunden und Kurse auf der Bow River nehmen und würde dann irgendwann auch gut werden. Wobei er mich für meine Reitkünste ja schon gelobt hatte."Es war auf jeden Fall gut, dass du hier warst. Ich hab viel gelernt." Zum Beispiel wie man mit Schmerzen umgeht oder auch wie man sich ganz schnell in seinen Trainer verknallt. Aber das würde nicht funktionieren, egal wie sehr ich es wollte. Also warum für etwas kämpfen, was zum Scheitern verurteilt war. Ich sah mir genau an wie er den Plan gestaltete, mit viel Abwechslung und dennoch viel Training. Valhalla würde das schon gut machen. Man musste sie nur überzeugen.


      Caleb | Auf ihre Aussage hin schaute ich sie kurz an. Schwang da etwas Traurigkeit mit? Ich war mir nicht sicher.

      Den Plan für Valhalla hatte ich ziemlich schnell fertig. “Aber sag mal wenn du ein Turnier nennen willst.. wir könnten morgen früh die Pattern noch zusammen durchgehen. Ich hab morgen früh noch Zeit und ich denke, bei Valhalla könntest du noch ein bisschen Hilfe gebrauchen.”

      “Hmm”, antwortete Tiara erst, nickte dann aber. “Das ist eigentlich keine schlechte Idee. Wann geht denn dein Flug?”

      “Um halb 1 muss ich am Flughafen sein, sollen wir um halb 9 starten? Dann haben wir auf jeden Fall genug Zeit.”, antwortete ich ihr und lehnte mich auf der Couch zurück. Mein Kaffee war mittlerweile vollends kalt geworden, den brauchte ich jetzt auch nicht mehr zu trinken.

      Tiara schaute sich kurz in der Wohnung um, schien etwas unentschlossen. Nahm sich dann jedoch den Trainingsplan, stand auf und wünschte mir eine gute Nacht. “Gute Nacht Tiara”, erwiderte ich und schaute ihr zu, wie sie das Zimmer verließ.

      Jetzt wo ich alleine hier saß, hatte ich wieder genügend Zeit zum Nachdenken. Mist Caleb.. warum machst du sowas. Wenn das jemand rausbekäme… aber wer sollte? Tiara schien nicht jemand, der mit sowas groß hausieren ging. Außerdem war es ja nicht so, als wären wir beide nicht volljährig. Ich seufzte, stand auf, ging zum Kühlschrank und nahm mir ein Bier, mit dem ich mich wieder auf die Couch setzte. War es eine gute Idee gewesen ihr einen Platz beim Kurs anzubieten und sie zwei Wochen bei uns wohnen zu lassen? Auf der Ranch konnte ich mir nichts erlauben. Keinen Blick und auch kein Wort zu viel, so viel war sicher. Ob Tiara sich dem auch bewusst war?


      Tiara | “Das ist ne super Uhrzeit”, schmollte ich. Ich hasste das frühe Aufstehen, auch wenn ich es eigentlich mittlerweile gewohnt sein musste. “Ich mach mich dann jetzt mal ins Bett, es ist irgendwie echt spät geworden”, kratzte ich mich am Kopf und schnappte mir den Plan. “Gute Nacht Caleb.” Dann war ich auch schon aus der Wohnung verschwunden und mein schlechtes Gewissen holte mich ein. Warum war ich so drauf? Das war immernoch mein Trainer und nicht einfach irgendwer. Würde er mich weiter trainieren? Er war schließlich der beste, den ich kannte und der sein Wissen gut vermitteln konnte. Ich hoffte inständig, dass ich mir mit der Aktion nicht die Zukunft verbaut hatte und seufzte tief auf. “Was ist los, Prinzessin?” Dad’s Stimme riss mich aus meinen Gedanken. “Nichts”, sagte ich und biss die Zähne zusammen. “Nichts? Das sieht anders aus.” “Nein, es ist wirklich nichts, es läuft nur nicht so gut mit Valhalla”, log ich meinem eigenen Vater dreist ins Gesicht. Wann hatte ich mich so gewandelt, dass ich jetzt sogar meine Eltern belog. “Hört sich nicht so gut an.” “Ja, Caleb hat mir zwar angeboten, einen Reiningkurs bei ihm auf der Ranch mit zu machen aber, ich bin mir unsicher ob mir das was mit Valhalla bringt.” Ich musste echt eiskalt sein, so wie ich ihm was vorlog. “Dad, nimm’s mir bitte nicht übel, ich bin echt müde. Ich geh jetzt schlafen.” Er nickte und lud dann eine Einkaufstasche aus dem Auto. Ich hätte wahrscheinlich gut schlafen können, die Nacht, so ausgepowert wie ich war. Aber ich hatte kein Auge zugemacht, das ließ mein Gewissen nicht zu und vielleicht war ich einfach nicht gut im Abschied nehmen. Wenn ich jedoch eins wusste, dann war es, dass das, was Caleb und ich heute gehabt hatten, niemals an die Öffentlichkeit gehen dürfte.


      Caleb | Am Abend noch packte ich meine Tasche. Nur das Nötigste ließ ich noch draußen liegen, damit ich es morgen früh schnell noch einpacken konnte.

      Am nächsten Morgen wachte ich auf, zog mich an und ging rüber zum Haupthaus, da ich dort mit frühstücken durfte. Ich unterhielt mich ein wenig mit den Eltern von Tiara und erklärte ihnen, dass es mit dem Waisenfohlen von Face Down Probleme gab und es das Beste wäre, wenn ich nach Hause fliegen würde. Sie verstanden das natürlich und wünschten mir schon einmal einen guten Flug, falls sie mich später nicht mehr sehen würden. Kurz nach acht standen Tiara und ich dann vom Tisch auf und gingen in Richtung Stall. “Auf zur letzten Runde… fürs erste.”


      Tiara | Ich nickte und nahm die Scheckstute den dritten Tag in Folge aus der Box. Das Wetter hatte sich in der Nacht gekippt und heute regnete es wie aus Eimern. Passend zu meiner Stimmung. Mir ging es schlechter als gestern, ich hatte dunkle Ringe, die mich aussehen ließen, als hätte ich die letzten paar Nächte nicht geschlafen, doch ich hatte mich nicht aufraffen können, mir etwas Concealer unter die Augen zu schmieren um nicht wie eine Ausgeburt der Hölle auszusehen. “Sorry Caleb, dass ich so fertig aussehe”, murmelte ich leise und hustete, nachdem ich die ersten Staubwolken in mein Gesicht bekommen hatte. Ich hasste den Fellwechsel, nicht nur dass ich Staub im Gesicht hatte bei jedem Putzen, nein, ich hatte auch schon die ersten Haare im Mund, die ich mir aus dem Mund fummeln musste. “Alles gut?”, fragte mein Trainer mich lachend. “Ja, ich muss nur erst mein Haarbüschel auskotzen, wie eine Katze .“ Rasch hatte ich sie geputzt und sattelte sie schnell auf. Wir hatten immerhin etwas Zeitdruck. Er legte ein paar Stangen zum Warmreiten auf dem Boden und hatte die Pattern eigentlich auswendig im Kopf, es sollte nur dazu dienen, das Valhalla sich auf mich konzentrierte.


      Caleb | “Hast du die Pattern im Kopf oder soll ich dir sie nochmal kurz sagen?”, fragte ich Tiara. “Hm? Hm ja wiederhol nochmal”, kam es etwas verschlafen von ihr, als sie gerade Valhalla auf dem Zirkel ritt.

      “Gut du startest an X. Vier Spins nach rechts, vier Spins nach links. Dann auf der linken Hand, zwei große schnelle Zirkel, einen kleinen langsamen, einfacher Galoppwechsel durchparieren zum Trab auf die rechte Hand. Dann folgt ein kleiner Zirkel, zwei große Schnelle und wieder ein einfacher Galoppwechsel mit Trabphase. Pass auf, dass sie dir da nicht einfach unter dem Hintern wegrennt und von selbst etwas macht. Parier sie früh genug durch, stell sie neu und dann weiter. Dann einige Run Downs mit anschließendem Roll Back. Denk dran, der Rollback immer nach außen zur Bande weg. Dann ein letzter Run Down mit Sliding Stop und ihr habt es.”


      Tiara | Ich schluckte. Wie sollte ich mir das bitte alles merken. “Okey”, ich trieb Valli zu Punkt X und begann dann mit den Spins nach rechts. Noch etwas langsam, ganz im Gegensatz zu Blue, den ich gestern geritten war, folgten dann die Spins nach links. Ich verharrte einen Moment und sah Caleb kurz hilflos an, doch dann fiel mir ein, wie es weiter ging. Ich ritt auf der linken Hand zwei große Zirkel. An der Schnelligkeit mussten wir noch etwas arbeiten, zumindest dass sie das Tempo beibehielt. Ich parierte in den Schritt als wir wieder bei X ankamen. Dann trabte ich wieder an , diesmal jedoch auf der rechten Hand. Ich versuchte Calebs Worte von vorhin in mir durch zu gehen und Folge zu leisten. Doch es geschah genau das, was nicht passieren sollte. Sie rannte unter mir weg. Ich ritt den Teil dann also nochmal und versuchte sie mehr zu kontrollieren. Diesmal gelang es mir und ich lobte sie gleich im Anschluss. Mit dem Roll Back hatten wir keine Probleme mehr, es sah ziemlich gut aus, dafür, dass mich monatelang keiner mehr Trainiert hatte. Der Sliding Stop gelang uns dann eher minder gut. “Cal, ich hab glaube ich ein paar Probleme mit dem Stoppen, Valli denkt sie muss langsam anhalten”, schmollte ich wieder.


      Caleb | “Cal?”, harkte ich nochmal nach und sah sie mit zusammengepressten Augenbrauen an. Tiara hustete gekünstelt. “Caleb.. ich meinte Caleb.”

      Zufrieden grinste ich sie nun an. Cal.. auf was für Ideen sie kam. “Ich kann… äh lass mich mal ich kann dir das vom Pferd aus besser erklären.” Gesagt getan. Wir tauschten die Plätze. Tiara stellte sich an den Rand und ich ritt mit Valhalla ein paar kleine Runden im Kreis, ehe ich sie angaloppierte. Ich hielt sie zunächst im mäßigen Galopp auf dem Zirkel. Immer wieder trieb ich sie an, damit sie schneller lief. Speed Control kannte sie ja schon. Im Zirkel war das auch kein Problem. Also lenkte ich sie nun auf die lange Seite der Bahn und trieb sie an. Ich merkte sofort, dass sie auf der geraden Linie nicht so gut weg kam.

      Statt also einen Sliding Stop zu machen, bog ich sie wieder auf den Zirkel ab. Hier wurde sie auch schon langsamer und es fiel ihr sichtlich schwerer, ihr Tempo zu halten. Bei Tiara parierte ich die Stute zum Stand durch. “Ich glaube die Arme hat einfach richtig doll Muskelkater”, sagte ich zu Tiara und klopfte den Hals der Stute. “Behalt das im Hinterkopf, wenn du zum Kurs kommst arbeiten wir dran.”


      Tiara | Man war mir das peinlich. “Die Arme... vorgestern war sie nicht so arm, sondern arschig! Ich werds mir merken!” “Reite sie noch etwas ab, aber ich glaub, dann müssen wir los” Ich nickte eifrig und ritt sie etwas ab. Sie wurde nicht ganz trocken und ich erlaubte mir , ihr eine Abschwitzdecke aufzulegen und sie in der Box trocknen zu lassen. “Sollen wir vorher noch schnell was essen gehen? Oder uns was mitnehmen?” "Bestell grad in einer Pizzeria und lass uns das mitnehmen", seufzte er auf. Sein Magen knurrte. "Was?!" Ich lachte kurz auf und rief dann durch die Freisprechanlage eine mir bekannte Pizzeria an und bestellte 2 Pizzen. Caleb sprang rasch in den Laden als wir ankamen und war innerhalb von ein paar Sekunden wieder im Auto. Die Fahrt verlief ruhig, wir aßen und als wir am Flughafen ankamen, brachte ich ihn noch zum Gate. "Ich wünsche dir einen Guten Flug." Der Abschied fiel mir echt schwer, ich mein, ich war nicht gut in Abschieden und sah den Cowboy noch etwas nach. Es waren zwei Schöne Tage, an die ich wohl öfter denken würde, die aber auch nie an die Öffentlichkeit gelangen durften.


      Caleb | “Dankeschön.”, sagte ich zu Tiara und umarmte sie noch kurz, ehe ich meinen Weg zum Flugzeug antrat. Im Gehen drehte ich mich nochmal um. “Wir sehen uns dann in einer Woche auf der Bow River Ranch. Valhalla und du. Zum Reiningkurs”, sagte ich zum Abschied und fasst mir mit der Hand an den Hut. Dabei nickte ich. Im Westernjargon kam dies einem Winken gleich. Tiara hatte keinen Hut, weshalb sie kurz die Hand hob und mir wank.

      Das Verladen von Blue dauerte auch nicht lange. Der Hengst war das mittlerweile gewöhnt und stieg artig in seine Flugbox ein. Ich war so froh, einen so ruhigen Hengst zu haben.

      Es dauerte nicht lange, da hatte ich meinen Sitzplatz gefunden und schlief auch recht schnell ein. Irgendwie schlief ich auf den Flügen immer sofort ein. Das hatte ich mir wohl irgendwie angewöhnt, so oft wie ich in der Luft war.

      In Calgary gelandet schnappte ich mir zuerst mein Gepäck und das Zubehör von Blue, welches ich auf meinen Pick Up lud. Mit dem Truck und dem Hänger wurde ich bis zum Flugzeug durchgelassen, so dass ich meinen Hengst einladen konnte. Mit ihm Flieger waren noch ein paar andere Pferde gewesen, die Blue gebührend mit einem lauten Wiehern verabschiedete.

      Etwa eine Stunde später war ich wieder auf der Ranch angekommen. Blue wurde ausgeladen und sofort war ich auf dem Weg in den Stall, wo Heretic Anthem mit ihrem Fohlen BR Hollywoods Dream Anthem und dem Waisenfohlen BR Homecoming Queen stand. Die kleine Fuchsstute Queen lag auf dem Boden und schien alles andere als fit zu sein. Ich öffnete die Boxentür, ging zu Heretic und beruhigte sie, ehe ich mich zu Queen herunter beugte. “Was hat sie denn?”, fragte ich Cayce, der hinter mir aufgetaucht war. “Ich weiß es nicht. Der Tierarzt war gestern Abend schon mal da gewesen, aber er kommt gleich noch einmal.”
    • Wolfszeit
      Pflegebericht
      Juli 2020
      Wie jeden Morgen gab es erst einmal Futter für meine Mustangs. Time In A Bottel trat schon ungeuldig gegen die Boxentür. Der Hengst hatte die Nase schon in der Futterschüssel bevor sein Futter überhaupt im Trog war. Sein Boxennachbar Tweekday wartete geduldig bis er sein Futter bekam. Auch Sparkeld Wings, Quisquilloso und die andren Pferde bekamn ihr Futter. Danach ging es für die Pferde auf die Koppel. Ich fing an mit Nahimana, Stepping Stones und Quicksilver , gefolgt von Morrigan's Chaa. Ich begann die Boxen aus zu misten damit es danach mit dem Training weitergehen kann.
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  • Album:
    Evergreen Acres
    Hochgeladen von:
    Sosox3
    Datum:
    15 Nov. 2019
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    3

    EXIF Data

    File Size:
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    Mime Type:
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    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • I'm not your Stepping Stone

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    sire: Unknown
    dam: Unknown

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    Rasse: Mustang
    Stute | 4 Jahre (2016)|
    148cm
    Farbe: Buttermil Buckskin | heller Buckskin
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    Stepping Stone ist eine sehr ruhige, genügsame Stute, die einen großen Will to please besitzt. Sie ist erst seit kurzem unterm Sattel.

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    Besitzer: Tiara Everdeen
    Zucht: -
    Reitbeteiligung: -
    VKR: Cooper


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    Trainingsstand

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    Platzierungen: 0/0/2
    Training: active

    Western LK5 LK4 LK3
    Distanz E A L M

    Reining + Trail

    Klasse E - LK5

    530. Westernturnier, 3. Platz
    531. Westernturnier, 3. Platz

    LK 4

    -

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    Zuchtinformation
    Zuchtverfügbarkeit: [​IMG]Geschlossen[​IMG]

    Zuchtbedingungen

    -


    SK Schleife
    Gewonnene SK

    Nachkommen: -

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    PNGs

    offizieller HG | PNG | Puzzle PNG