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Ravenna

Star Bucks

Star Bucks
Ravenna, 20 Sep. 2015
Dir und Canyon gefällt das.
    • Ravenna
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      In meiner Mittagspause klingelte plötzlich mein Handy und das verhieß nichts Gutes, denn nur die Notfallnummer wurde auf mein Handy umgeleitet. „Clinic Caen, Dr. Canary am Apparat, was kann ich für Sie tun?“ meldete ich mich höflich und hoffte, es sei nichts allzu schlimmes. „Hallo, hier ist Angy. Mein Pottokhengst ist heute beim Reiten gestiegen und hat dabei das Gleichgewicht verloren. Er ist in den Zaun des Reitplatzes geknallt und ich glaube, er hat sich böse verletzt!“ erzählte eine verstörte, junge Frau. Angy war eine gute Freundin und ich ahnte auch schon, um welchen Hengst es ging. Ich beruhigte sie und meinte, ich würde in kurzer Zeit da sein. Flott packte ich die Notfalltasche zusammen und bereitete mich auf alles vor, ehe ich ins Auto stieg und direkt losfuhr. Die Fahrt schien ewig zu dauern, dabei brauchte ich nur eine Viertelstunde. Als ich auf dem Gestüt ankam, schnappte ich mir meine Tasche und eilte zum Unfallort. Reiterin und Pferd befanden sich immer noch dort und der Schockzustand war beide anzusehen. Angy hatte den Hengst vom Sattel befreien können, doch dieser zappelte unweigerlich herum und versuchte verzweifelt auf die Beine zu kommen. Oft konnte er kurz, aber mit stark zitternden Beinen stehen bleiben, nur um dann kurzer Zeit darauf wieder ineinander zu sacken. Ich packte sofort eine Kanüle aus und das Betäubungsmittel. Bucks war ein wahrer Teufel von Pferd und selbst mit diesen Schmerzen wehrte er sich noch vehement gegen mich. Zu gern hätte ich jetzt ein Betäubungsgewehr gehabt, doch ich besaß nur die Spritze und die musste in Bucks Hals. Angy half mir, auch wenn sie selbst nicht ganz auf der Höhe war und in einem verzweifelten Kampf landete die Injektion schließlich doch unter der Haut des Hengstes. Das Mittel wirkte sofort und direkt wurde Bucks schläfrig, es dauerte nicht lange, ehe er in die Seitenlage glitt und sich kaum noch rührte. „Es wird nicht gar so lange anhalten, maximal eine Dreiviertelstunde.“ erklärte ich der verschreckten Besitzerin, welche ihren Hengst so ruhig noch nie gesehen hatte. Ich schaute mir kurz den Zaun an und ahnte, wie Bucks aufgekommen sein musste. Sofort holte ich das tragbare Röntgengerät und kontrollierte die Beine und die Rippen der rechten Seite. Jetzt hieß es hoffen, als die Bilder entwickelt wurden. „Oh weh.“ murmelte ich und betrachtete die Bilder eingehend. Die Beine waren gesund, doch zwei Rippen sahen übel zugerichtet aus und ich war mir nicht sicher, ob sie komplett gebrochen waren oder nur angebrochen. Ich griff nach dem Handy und rief in der Klinik an, um einen Transport zu bestellen. „Es ist eine Operation nötig.“ erklärte ich Angy und begann dann, die aufgeschürften und durch die Aufregung stark blutenden Wunden des Hengstes zu säubern und zu desinfizieren, so lange er noch ruhig dalag, musste das ausgenutzt werden.
      Fast gleichzeitig mit dem Eintreffen meiner Helfer, schlug der Hengst die Augen auf. Er war immer noch sehr benommen und um kein Risiko einzugehen, spritzte ich direkt ein schwaches Beruhigungsmittel. Dann verfrachteten wir den Hengst mühsam auf den Hänger und machten uns auf den Weg in die Klinik, die Zeit drängte. Angy bat ich, zu Hause zu bleiben und sich zu erholen. Sollte es ihr selbst schlecht gehen, sollte sie sofort einen Arzt aufsuchen. Müde nickte sie mir nur zu, als ich ins Auto stieg. Die Fahrt verließ quälend langsam, doch in der Klinik wurde schon der OP vorbereitet. Während ich alles vorbereitete und selbst in meine Kliniksachen schlüpfte, bereiteten meine Arzthelferinnen den Hengst auf die OP vor. Kurze Zeit später lag er vor mir auf dem Tisch und ich hatte alle Hände voll zu tun, denn wenn seine Rippen komplett gebrochen wäre, wüsste ich nicht, was ich noch tun könnte. Zu meiner Erleichterung waren beide nur angebrochen, so dass ich die Chance hatte, den Hengst zu retten. Ich würde ihm Implantate einsetzen, welche die Rippen stützen würden, aber sich irgendwann selbst auflösen würden, da sie aus organischem Gewebe bestanden. Brüche bei Pferden waren sowieso kompliziert, aber Brüche der Rippen waren beinahe unmöglich zu heilen. Die OP dauerte über eine Stunde, ehe alles vernäht und sicher verschlossen war. Der Hengst bekam einen Druckverband über die Wunde, damit sie nicht aufplatzen konnte. Dann entließen wir ihn aus der OP. Um das Ganze noch von außen zu stützen, bekam er eine Kompression um Brustkorb und Hals. Danach kam er in die Aufwachbox und in dem nebenstehenden Stall wurde schon eine Box für ihn vorbereitet. Mindestens drei Tage würde er in der Klinik bleiben müssen und er würde vollkommen ohne Bewegung sein müssen. So leid es mir tat, aber er war ein recht aufgedrehter Hengst, weshalb die Beruhigungsmittel von höchster Notwendigkeit sein mussten. Doch nur so würde er überleben können.
    • Ravenna
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      Die Schatten kommen näher
      Ravenna | 7191 Zeichen
      Meine Finger folgten den seichten Wirbeln, die ich so sehr kannte und dabei rannen mir Tränen die Wangen hinunter. Meine Kehle fühlte sich an wie zugeschnürt von den Stunden des Weinens, es kostete mich meine gesamte Kraft noch auf den Füßen zu bleiben. Mit beiden Händen hielt ich mich an seiner Mähne fest, das Gesicht an seinen Hals gelegt und dabei blieb der Hengst so Bewegungslos als wolle auch er mir Trost spenden. Heute morgen war allgemeiner Tierarztbesuch auf dem Hof gewesen, Maren hatte dabei alle Pferde untersucht – Bucks hatte sie dabei mit einem Blasrohr lahm legen müssen, doch zumindest würde er wohl eines Tages wieder reitbar sein. Draki sah noch immer schlecht aus – schlechtes Fell, er war dünn geworden und schien Schmerzen zu haben. Maren hatte mir dafür eine Packung Schmerztabletten dagelassen, doch der eigentliche Grund wieso ich hier wie ein Häufchen Elend im Stall stand war mein geliebter Moon. Bereits seit einigen Wochen hatte er sich beim reiten unwillig gezeigt, enge Wendungen schienen ihm zu missfallen und so hatte ich Maren ihn ganz besonders untersuchen lassen. Moon besaß „nur“ Arthrose, doch im Grunde war alles was ihn je ausgemacht hatte irgendwie verloren gegangen….nie wieder würden wir an einem Distanzrennen teilnehmen..nicht länger durch die Wälder preschen und genau diesen Erinnerungen trauerte ich nach. Wir würden weiterhin beieinander sein, Spaziergänge sowie kleinere Schrittausritte waren im Grunde sogar genau das richtige. Dennoch hatte mich diese Nachricht allzu sehr getroffen, wütend hatte ich Cayden von mir gewiesen mich zu Moon in den Stall gesellt und ließ erst dort meinen wahren Gefühlen freien Lauf. Nun fühlte ich mich irgendwie einem Fisch in der Wüste gleich…viele Gedanken schossen mir durch den Kopf, doch ein Entschluss stand nun beinahe fest.. Meine Tränen wischte ich mit dem Ärmel meiner Jacke fort, hauchte meinem Hengst einen Kuss auf die Nüstern ehe ich mit wackligen Beinen ins Haus zurück lief. Dort wurde ich von Kathi aufgeschnappt, diese zog mich auf einen Stuhl setzte bestimmt ein Glas Wasser vor meine Nase „Trink!“ ihre Stimme hatte einen klaren Befehlston, der keine Widerrede duldete. Erst als das kühle Nass meine Kehle hinab lief bemerkte ich wie durstig ich tatsächlich war. „Als nächstes schwingst du deinen Arsch unter die Dusche, du hast nasse Sachen, du stinkst nach Pferd und siehst schrecklich aus.“ Erneut dieser Ton, den ich nicht gewohnt war, doch fühlte ich mich noch immer Elend und gehorchte ohne Probleme.
      Eine halbe Stunde später hockte ich etwas besserer Laune mit dem Handtuch in meinen Haaren auf der Couch unseres gemeinsamen Wohnzimmers. Neben mir saß Kathi, auf dem Sessel gegenüber saß Cayden und ich hatte ihnen soeben meine Pläne berichtet – der wie folgt aussah. Wir hatten in den letzten Monaten eine ganze Menge an Pferden aufgekauft..darunter einige der besondere Pflege zuteil werden musste – dabei handelte es sich um Stormy, Sturmwind, Bucks und Draki und nun auch Moon. Deswegen würden wir jene Pferde verkaufen die einen tollen Platz mit exzellenter Förderung verdient hatten. Thowra und Uprising konnte ich nicht abgeben, letzterer war ein Sohn von meinen einstigen Hengst Blettur und ein würdiger Nachfahre. Thowra hatte ich von Lena beinahe geschenkt bekommen, also lag sie mir somit ebenfalls am liebsten. Desweiteren würden einige meiner Connemaras bleiben Varulv, der ein ausgezeichneter Springer war außerdem vom Charakter meinem Hengst Moon sehr ähnlich. Kürbis würde ebenfalls bleiben, denn jetzt brauchte Pumpkin noch ihre Mutter, außerdem hatte ich ihrer alten Besitzerin einen Endplatz bei mir versprochen. Doch die Liebe zu der eigenartigen Connemarastute ging über dieses Versprechen hinaus. Willow ebenfalls bleiben, denn an meiner zweiten schwarzen Perle hing ebenfalls mein Pferd. Mit „nur“ 10 Pferden würden wir mehr Zeit haben um sie alle zu fördern und einzeln je auf sie eingehen zu können. Cayden hatte diesen Gedanken ebenfalls bereits geteilt, doch bisher noch nicht dazu geäußert.

      Innerhalb einer Woche hatten wir beinahe alle Pferde an verantwortungsvolle Besitzer vergeben…gerade bei Scylla freute es mich besonders, denn die Besitzerin hatte zugesagt sie würde falls die Stute gekört wäre in unsere Zucht kommen. Genauso Moons Sohn Wish würde einen tollen Platz bei Gwen finden – genau jene die damals bei Amy gewesen war und der ich zu Weihnachten Minou gegeben hatte – eine lange Reise nach Kanada würde ihm nun bevor stehen. Noomie und Nymeria würden gemeinsam einen Platz bei einer Shettyzucht finden, die von medy organisiert wurde – in einem Monat konnten sie etwa ausreisen. Meine beiden Islandstuten Aesi und Luna hatten ebenfalls einen gemeinsamen Platz bekommen, mit ihnen dorthin war die kleine Stute Lunara gekommen. Jetzt waren einzig noch River und Cap auf der Suche nach einem tollen Platz, doch bis dahin wurden sie von uns weiter in verschiedene Anzeigen gesetzt.
      Moon wurde jeden Tag von einem von uns beiden bewegt, seine Unwilligkeit blieb vorerst noch bestehen, doch stolperte er weniger und jeden Abend bekommt er die auf Naturbasis gelegenen Medikamente von Maren. Bucks machte bisher keine Sichtbaren Fortschritte, wobei er dennoch zumindest mehr als freudig über die Koppel preschte und dabei sogar schon wieder zu buckeln begann. Es freute mich das es ihm zumindest körperlich wesentlich besser zu gehen schien, doch es würde sicher noch eine ganze Weile dauern ehe sich ihm wieder jemand nähern würde und noch um einiges länger ehe jemand auf seinem Rücken sitzen würde. Das Leben ging weiter, doch die Trauer nach dem alten spülte um mich herum wie die Wellen an die Klippen meines neuen Heims. So saß ich also nun hier auf der Bank nur drei Schritte weiter und die Klippe erstreckte sich unter mir…als ich hinter mir Schritte vernahm. Im Halbdunkeln drehte ich meinen Kopf sah Cayden auf mich zukommen..langsam beinahe zögernd. Ich hatte ihn die letzten Tage beinahe abgewiesen, doch als er sich neben mich auf die Bank saß schenkte er mir unendlichen Trost. Schon allein seine Hand auf meinem Oberschenkel, ließ mich vor Glück erschauern…er schien nicht wütend auf mich, durch seine Hand pulsierte pures Einverständnis in mich hinein. Wie froh ich sein konnte einen solchen Mann an meiner Seite zu wissen…
    • Ravenna
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      Schatten über Caed Crevan
      Ravenna | 6293 Zeichen
      Meine Finger folgten den seichten Wirbeln, die ich so sehr kannte und dabei rannen mir Tränen die Wangen hinunter. Meine Kehle fühlte sich an wie zugeschnürt von den Stunden des Weinens, es kostete mich meine gesamte Kraft noch auf den Füßen zu bleiben. Mit beiden Händen hielt ich mich an seiner Mähne fest, das Gesicht an seinen Hals gelegt und dabei blieb der Hengst so Bewegungslos als wolle auch er mir Trost spenden. Heute morgen war allgemeiner Tierarztbesuch auf dem Hof gewesen, Maren hatte dabei alle Pferde untersucht – Bucks hatte sie dabei mit einem Blasrohr lahm legen müssen, doch zumindest würde er wohl eines Tages wieder reitbar sein. Draki sah noch immer schlecht aus – schlechtes Fell, er war dünn geworden und schien Schmerzen zu haben. Maren hatte mir dafür eine Packung Schmerztabletten dagelassen, doch der eigentliche Grund wieso ich hier wie ein Häufchen Elend im Stall stand war mein geliebter Moon. Bereits seit einigen Wochen hatte er sich beim reiten unwillig gezeigt, enge Wendungen schienen ihm zu missfallen und so hatte ich Maren ihn ganz besonders untersuchen lassen. Moon besaß „nur“ Arthrose, doch im Grunde war alles was ihn je ausgemacht hatte irgendwie verloren gegangen….nie wieder würden wir an einem Distanzrennen teilnehmen..nicht länger durch die Wälder preschen und genau diesen Erinnerungen trauerte ich nach. Wir würden weiterhin beieinander sein, Spaziergänge sowie kleinere Schrittausritte waren im Grunde sogar genau das richtige. Dennoch hatte mich diese Nachricht allzu sehr getroffen, wütend hatte ich Cayden von mir gewiesen mich zu Moon in den Stall gesellt und ließ erst dort meinen wahren Gefühlen freien Lauf. Nun fühlte ich mich irgendwie einem Fisch in der Wüste gleich…viele Gedanken schossen mir durch den Kopf, doch ein Entschluss stand nun beinahe fest.. Meine Tränen wischte ich mit dem Ärmel meiner Jacke fort, hauchte meinem Hengst einen Kuss auf die Nüstern ehe ich mit wackligen Beinen ins Haus zurück lief. Dort wurde ich von Kathi aufgeschnappt, diese zog mich auf einen Stuhl setzte bestimmt ein Glas Wasser vor meine Nase „Trink!“ ihre Stimme hatte einen klaren Befehlston, der keine Widerrede duldete. Erst als das kühle Nass meine Kehle hinab lief bemerkte ich wie durstig ich tatsächlich war. „Als nächstes schwingst du deinen Arsch unter die Dusche, du hast nasse Sachen, du stinkst nach Pferd und siehst schrecklich aus.“ Erneut dieser Ton, den ich nicht gewohnt war, doch fühlte ich mich noch immer Elend und gehorchte ohne Probleme.
      Eine halbe Stunde später hockte ich etwas besserer Laune mit dem Handtuch in meinen Haaren auf der Couch unseres gemeinsamen Wohnzimmers. Neben mir saß Kathi, auf dem Sessel gegenüber saß Cayden und ich hatte ihnen soeben meine Pläne berichtet – der wie folgt aussah. Wir hatten in den letzten Monaten eine ganze Menge an Pferden aufgekauft..darunter einige der besondere Pflege zuteil werden musste – dabei handelte es sich um Stormy, Sturmwind, Bucks und Draki und nun auch Moon. Deswegen würden wir jene Pferde verkaufen die einen tollen Platz mit exzellenter Förderung verdient hatten. Thowra und Uprising konnte ich nicht abgeben, letzterer war ein Sohn von meinen einstigen Hengst Blettur und ein würdiger Nachfahre. Thowra hatte ich von Lena beinahe geschenkt bekommen, also lag sie mir somit ebenfalls am liebsten. Desweiteren würden einige meiner Connemaras bleiben Varulv, der ein ausgezeichneter Springer war außerdem vom Charakter meinem Hengst Moon sehr ähnlich. Kürbis würde ebenfalls bleiben, denn jetzt brauchte Pumpkin noch ihre Mutter, außerdem hatte ich ihrer alten Besitzerin einen Endplatz bei mir versprochen. Doch die Liebe zu der eigenartigen Connemarastute ging über dieses Versprechen hinaus. Willow ebenfalls bleiben, denn an meiner zweiten schwarzen Perle hing ebenfalls mein Pferd. Mit „nur“ 10 Pferden würden wir mehr Zeit haben um sie alle zu fördern und einzeln je auf sie eingehen zu können. Cayden hatte diesen Gedanken ebenfalls bereits geteilt, doch bisher noch nicht dazu geäußert.

      Innerhalb einer Woche hatten wir beinahe alle Pferde an verantwortungsvolle Besitzer vergeben…gerade bei Scylla freute es mich besonders, denn die Besitzerin hatte zugesagt sie würde falls die Stute gekört wäre in unsere Zucht kommen. Genauso Moons Sohn Wish würde einen tollen Platz bei Gwen finden – genau jene die damals bei Amy gewesen war und der ich zu Weihnachten Minou gegeben hatte – eine lange Reise nach Kanada würde ihm nun bevor stehen. Noomie und Nymeria würden gemeinsam einen Platz bei einer Shettyzucht finden, die von medy organisiert wurde – in einem Monat konnten sie etwa ausreisen. Meine beiden Islandstuten Aesi und Luna hatten ebenfalls einen gemeinsamen Platz bekommen, mit ihnen dorthin war die kleine Stute Lunara gekommen. Jetzt waren einzig noch River und Cap auf der Suche nach einem tollen Platz, doch bis dahin wurden sie von uns weiter in verschiedene Anzeigen gesetzt.
      Moon wurde jeden Tag von einem von uns beiden bewegt, seine Unwilligkeit blieb vorerst noch bestehen, doch stolperte er weniger und jeden Abend bekommt er die auf Naturbasis gelegenen Medikamente von Maren. Bucks machte bisher keine Sichtbaren Fortschritte, wobei er dennoch zumindest mehr als freudig über die Koppel preschte und dabei sogar schon wieder zu buckeln begann. Es freute mich das es ihm zumindest körperlich wesentlich besser zu gehen schien, doch es würde sicher noch eine ganze Weile dauern ehe sich ihm wieder jemand nähern würde und noch um einiges länger ehe jemand auf seinem Rücken sitzen würde. Das Leben ging weiter, doch die Trauer nach dem alten spülte um mich herum wie die Wellen an die Klippen meines neuen Heims. So saß ich also nun hier auf der Bank nur drei Schritte weiter und die Klippe erstreckte sich unter mir…als ich hinter mir Schritte vernahm. Im Halbdunkeln drehte ich meinen Kopf sah Cayden auf mich zukommen..langsam beinahe zögernd. Ich hatte ihn die letzten Tage beinahe abgewiesen, doch als er sich neben mich auf die Bank saß schenkte er mir unendlichen Trost. Schon allein seine Hand auf meinem Oberschenkel, ließ mich vor Glück erschauern…er schien nicht wütend auf mich, durch seine Hand pulsierte pures Einverständnis in mich hinein. Wie froh ich sein konnte einen solchen Mann an meiner Seite zu wissen…
    • Ravenna
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      Vom Regen in die Traufe

      Ravenna | 7601 Zeichen
      Die Tage strichen schnell dahin, die Autofahrt dauerte nicht allzu lang als ich vor der Haustür meiner Eltern stand – ein paar Pferde standen noch auf den mir einst so bekannten Wiesen. Pferde der Leute aus dem Ort, es tat gut dies alles wieder zu sehen. Meine Mutter fiel mir sofort um den Hals, mein Vater nickte mir bedächtig zu „Schöne Reise gehabt?“ Langsam löste ich mich aus der Umarmung meiner Mutter „Oh ja…ein schönes Training gehabt…und dann in zwei Tagen zu euch gefahren. Nichts auf der Straße gewesen – wenn man mal von den Kolonen der LKWs absieht, aber das hab ich ja früher auch schon geschafft.“ erwiderte ich ihm grinsend. Nach einer ersten Tour über den Hof, ging es in den Garten der da hinter lag – meine Großeltern waren ebenfalls da. Nun tat es mir beinahe Leid seit fast einem Jahr nicht mehr zu Besuch gewesen zu sein…erst auf Heartland und dann der Umzug. Wir hatten einander viel zu erzählen…von den vergangenen Monaten, meinem neuen Beruf und natürlich auch wie die Zukunft aussehen würde. Durch die Blume ließen sie verlauten das sie alle auf eine Hochzeit warteten, doch waren Cayden und ich erst seit Weihnachten ein richtiges Paar – so schnell gingen wir es längst nicht an. Am Abend erhielt ich dann noch einen Anruf von Alicia, sie hatte wieder einen Auftrag für mich. „Oh, das passt ja gerade. Zurzeit bin ich bei meinen Eltern, am Wochenende könnte ich vorbei kommen. Geht das klar?“ Es herrschte eine kurze betretende Stille, ehe sie mit „Okay, ja das bekommen wir hin. Ich muss ja nicht die ganze Zeit dabei sein. Kennst den Dicken ja auch schon ne Weile“. Damit verlängerte sich mein Aufenthalt zwar noch ein wenig hier in Deutschland, doch die lieben Viechers daheim mussten ja irgendwie auch versortg werden. Zunächst fiel ich jedoch vorn über in mein Bett und erst hier wurde mir so richtig bewusste wie einsam es doch war allein in seinem Bett zu liegen. Die Hitze war natürlich ein wenig anstrengen, versursachte mir wieder Kreislaufprobleme, bei uns zu Hause hatte ich damit beinahe keine Probleme. Es wehte immer eine frische Brise, selbst wenn das Thermometer nach weit oben kletterte und es gab nichts besseres als warmen Sommerregen.

      Die Woche flog schnell dahin – wir besuchten den Tierpark in dem ich einst das Geld für meine Fahrerlaubnis besorgt hatte, ich schaute bei meinem ehemaligen Pflegehund vorbei der nun selbst ziemlich alt war. Dennoch sprang er an mir hoch, freute sich über meinen Besuch als gäbe es kein Morgen mehr. Verschiedene Freunde aus alter Zeit wurden abgeklappert und meine alte Schule besucht um zu sehen wer von den Lehrern noch da war. Jetzt jedoch saß ich im Auto Richtung Alicias Hof, der irgendwo bei Paderborn liegen musste. Eine halbe Stunde nachdem mein Navi mich - wie eigentlich immer – in eine falsche Richtung gebracht hatte, kam ich endlich auf den Hof. Alicia hatte ich bereits mitgeteilt ich würde später kommen. Auf dem Hof sah ich direkt in Richtung des Platzes – dort ritt einer der Pfleger – oder war es eine Frau, auf die Entfernung war dies schlecht zu sagen – Give, sodass ich nur noch in den Sattel steigen musste. Ich schüttelte innerlich den Kopf, manche meiner Kunden waren in dieser Hinsicht zwar sehr zuvorkommend, doch machte ich die Pferde oftmals lieber gern selbst zurecht. Nunja..so ging es aber auch einen Zacken schneller, wobei ich ja sowieso die nächsten zwei bis drei Tage hier bleiben würde. Im Gästezimmer zog ich mir fix meine Jeansreithose an, lockeres schwarzes Top und meine grünen Chucks, dann ging es zu meinem nächsten „Patienten“ ich dankte dem Pfleger den ich bereits vom letzten Mal kannte und schwang mich auf ihn hinauf. Erst gewöhnten wir uns wieder aneinander ehe es im Schritt in Richtung der Millitärystrecke ging. Im Grunde gab es kaum etwas neues an der Strecke mit einem Unterschied – Höher und Weiter, sodass ich nun nicht die Probleme haben würde Give noch an neue Dinge zu gewöhnen. Wobei in der Hinsicht der Hengst sogar sehr unkompliziert war, sobald er eines verstanden hatte, man ihm zeigte wer ihr das sagen hatte ging alles gut von der Hand. Zum Üben gab es noch ein paar kleine Sprünge, Trabstangen sowie den Wassergraben, ehe es an die wirklich großen Baumstämme ging. Einer von ihnen besaß eine Dicke von sicher einem Transporterreifen, doch dies sollte uns nicht weiter stören. Ich konzentrierte mich erst einmal auf die Bergauf und ab Sprünge, dabei ging es auf eine Plattform hinauf, wenige Galoppsprünge darauf um auf der anderen Seite wieder hinunter zu gehen. Dann gab es noch welche die erst nach unten gingen über einen schmalen Baumstamm oder ein paar Heuballen ehe es wieder nach oben ging. Dabei ließen wir es langsam angehen, manchmal zeigte sich Give als unwillig, dann gab es gutes Zureden oder einen leichten Klaps mit der Gerte – sollte es gar nicht gehen stieg ich vom Pferd. An diesem Tage hatte der goldene Hengst genug geleistet, bekam sein Fressen eine kühle Dusche und wurde dann von mir in seine Box geleitet.

      Die nächsten Tage verliefen ähnlich wie auch bereits mein erster – es ging auf den Platz um warm zu werden oder aber eine kurze Runde ins Gelände uns anschließend auf die Strecke. Give lernte die höheren Hindernisse kennen, nahm die weiteren ohne Probleme an. Der Wassergraben stellte beinahe überhaupt gar keine Probleme dar – Give nahm alles an. Die Höhenunterschiede waren ihm ab und an nicht ganz geheuer doch mit weiterer Übung würde er dabei routinierter werden. Am Sonntagabend verabschiedete ich mich also von Alicia um mich auf den Weg zum Flughafen zu machen.

      Im Flug hatte ich wieder mein ein super spannendes Buch welches ich in den Stunden des Fluges nur zu fressen begann – the demon circle war sowieso eine meiner liebsten Bücherreihen momentan! Es dauerte eine halbe Ewigkeit ehe ich meinen Koffer aufgeklaubt hatte, dann mein Handgepäck auch noch im Flieger hatte liegen lassen – also nochmal alles abgeben an der Information, der Dame hinter und schließlich den Ausweis vorzeigen, sodass man auch ja die Person wäre die auf dem Handgepäck verzeichnet wäre. Mit der Dame ging es dann auch wieder zurück. Dort rief ich auch gleich Cayden an, denn ich hatte ihm vergessen zu schreiben wann ich ankommen würde. „Hey, also ich bin wieder in der Heimat – werde hier im Flughafen mich in das Café setzten und einfach warten bis du hier bist?“ *Klar, ich setzt mich jetzt in den Jeep und dann sollte ich in einer Stunde da sein – hast du noch Zeit zum Lesen“ Oh ja er kannte mich sehr wohl! Ich grinste breit auch wenn Cayden dies in diesem Moment nicht sehen konnte… „Ja..habe noch ein paar Seiten vor mir. Ist zu Hause alles in Ordnung?“ Cayden schwieg einen Moment „ Hansi hat einen ziemlichen blauen Fleck von Bucks erhalten, er wollte ihn auch mal probieren aufzuhaltern..erst hat er sich Sturm geholt um Bucks ein wenig anzulocken, doch als der kam und Hans das Halfter anlegen wollte gab es einen gewaltigen Tritt gegen die Schulter – er ist ausgewichen, sodass er nur gestreift wurde aber er belässt es jetzt erstmal bei der Fohlenpflege.“ Das Lächeln wich aus meinem Gesicht…mit dem Hengst hatte ich mir ganz schön was aufgehalst, aber irgendwie liebte ich ihn ja schon. „Dann kann ich ihn ja auch bald bemitleiden“ begann ich herum zu witzeln. Dann legten wir beide auf, ich takelte zum Empfangsbereich um hinaus zu gehen – dort wurde ich noch einmal kontrolliert. Der Mann schaute mich an „Sarah Kyren?“ sagte er in gebrochenen Englisch – auch er schien nicht aus der Gegend zu kommen. „Wir müssen sie leider in den nächsten Flieger zurück nach Deutschland schicken. Ihr Visum ist abgelaufen!“ ….
    • Ravenna
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      Vier Wochen bei Vina

      Ravenna | 20163 Zeichen
      Langsam zirkelte ich quer durch das Bad, das Handy fest an mein Ohr gedrückt mit der anderen mein Badehandtuch gegen den Körper gepresst. Das nasse Haar klebte in meinem Nacken als ich mit Cayden telefonierte „Ja, das Visum ist beantragt, die meinten aber es könnte einen Monat dauern.“ Ich seufzte leise auf „Ich kann so froh sein, dass ich erstmal bei Vina bleiben durfte, ich werde hier bei ihr ein paar der Pferde trainieren. Desweiteren wird Moon wohl erst einmal eine Weile hier bleiben – in der Ausbildung zum Therapiepferd macht er sich wohl recht gut.“ Auf der anderen Seite wurde es kurz ruhig „Ich wünschte ich könnte jetzt bei dir sein. Aber ich weiß das der Hof ja weiter geleitet werden muss.“ Auch ich verstummte einen Moment lang – jetzt war ich schon zwei Tage hier vermisste meine Pferdebande zu Hause ziemlich arg. „Ja…ich weiß. Nächstes Mal muss ich mit dem Visum besser aufpassen. Aber ich muss jetzt Schluss machen, es gibt gleich Frühstück.“ Nachdem ich aufgelegt hatte trocknete ich mich zu Ende ab, umschlang meine Haare mit einem Handtuch und gesellte mich dann zu Thor, Vina und Georgio. Die drei besprachen gerade wie der tag heute ablaufen würde – „Denk daran Vina, du musst dich noch schonen wegen dem Unfall“ warf ich dabei kritisch ein, sie rollte ein wenig die Augen lächelte dann jedoch „Jaja..immer besorgt. Mit wem möchtest du denn anfangen, wegen dem Training? Als ich mir ein Stück Salat auf mein Käsebrötchen legte dachte ich einen Moment lang nach…Ghosts hatte es mir schon immer angetan, er konnte schon eine ganze Menge was die Dressur anging, weshalb für mich nicht mehr allzu viel zu tun blieb. „Ich werde mit Ghosts anfangen, dann Skymir und mal schauen ob ich dann noch einen von deinen schaffe oder ob ich mich ein wenig mit Braum beschäftige.“ Thor nickte bedächtig „Naja, wenn du mit Ghosts auf den Platz gehst, werde ich dich zusammen mit Marsi begleiten – der kann das auch mal wieder gebrauchen.“. „Dann lass uns mal anfangen?“ Damit erhoben wir uns alle vom Tisch, Riley schoss hinter mir her – die Hündin schien irgendwie einen Narren an mir gefressen zu haben und schlich mir bisher immer hinterher.

      Im Stall suchte ich mir die Sachen des Rappen zusammen, holte ihn aus einem der Stalltrakte – der Weg bis zur Sattelkammer und den Putzplatz an dem ich die Sachen abgestellt hatte waren…um es mit einem Wort zu sagen weit. Ich hatte von Vina deswegen einen Plan bekommen, da ich etwas zu Faul zum laufen war – schwang ich mich auf den schmalen Rücken des Hengstes. Laut hechelnd folgte die etwas ältere Hündin Riley dem schwarzen Pferd – schon jetzt war es beinahe ätzend heiß außerhalb des Schattens. Im entspannten Schritt folgten wir den Wegen, angekommen wurde der Hengst gründlich geputzt, dann gesattelt und nur einige Minuten später befanden wir uns auf dem Platz. Es gab nur wenige Unterschiede zwischen der A und E Dressur – es gab nur verschiedene Tempounterschiede. Vina hatte mir erzählt, dass Ghosts mit dem Trab im Allgemeinen einige Probleme hatte, wie es viele Isländer hatten, also begann ich erst einmal mit einer konstanten Anlehnung gearbeitet wurde auch an der Biegung und Stellung alles zunächst im Schritt. Mit Volten, Zirkeln und Schlangenlinien hielt ich den Hengst unter Beschäftigung, gerade als ich begann mit dem Traben rief eine Stimme „Tür frei Bitte“, ich parierte in den Schritt „Tür ist frei“, damit betrat Thor mit Marsimoto den Platz. Beide Hengste bebrummelten sich gegenseitig als sich unsere Wege kreuzten, Thor machte eine gute Figur auf dem Pferd, dabei fiel mir auf das ich ihn zum ersten mal reiten sah. Danach konzentrierte ich mich wieder auf den Hengst den ich schließlich trainieren sollte. Zum zweiten Mal trabte ich nach einer Runde Tölt auf dem Zirkel an, klappte schon mal besser als zuvor, doch parierte ich wieder durch, denn Ghosts sollte aus dem Schritt antraben. Ich blieb wieder eine Weile im Schritt, töltete auch ein wenig auf der ganzen Bahn um ihn zunächst ein wenig aufzuwärmen. Dann machten wir uns wieder an die Arbeit mit dem Trab – dieses Mal lies ich es nicht zu das er versuchte anzutölten, auf kleinen Volten gelang es mir ihn schließlich immer wieder in den Trab zu bewegen. Auch Thor und Marsi arbeiteten gemeinsam an den verschiedenen Tempowechseln, sodass wir sehr aufeinander aufpassen mussten um nicht einander in die Quere zu geraten. „Das sieht doch schon viel harmonischer aus, Ghosts will ja immer dazu lernen.“ Rief Thor mir einmal zu. Als der Hengst und auch ich durchgeschwitzt waren ging ich vom Platz hinunter, dicht gefolgt von Thor und Marsi – „Sag mal wollen wir noch eine kleine Schrittrunde zur Entspannung drehen?“ Erst wollte ich das Angebot abschlagen, aber eine kleine Ablenkung konnte sicher nicht schaden. „Gern, dann kannst du mir die Gegend zeigen“ Seine gepiercten Lippen verzogen sich zu einem Lächeln. Hintereinander ging es im Schritt in Richtung Gelände, bald wurde der Weg breiter so ritten wir nun neben einander her. Zunächst nur schweigend ehe Thor das Wort ergriff „ Wie ist es in Schottland so?“ Ich sah mich ein wenig um „Gar nicht so anders als hier, klar wir haben immer den Wind in der Nähe da es eben nur eine kleine Insel ist, aber ich bin vollkommen glücklich dort. Gerade die Isländer haben dort wirklich Glück, denn Uprising hat ja eigentlich Ekzem aber wegen dem Wind wird er beinahe unberührt davon. Auch wenn es hier wundervoll ist, die Pferde und mir die Arbeit Spaß macht – ich vermisse meine neue Heimat.“ Seine Hand überbrückte die Distanz zwischen uns und er drückte mir die Schulter sanft „Wenn du die Pferde trainierst wird die Zeit schneller vergehen als du es dir vorstellen kannst“ Ich fand diese Berührung auf eine Art verwirrend, doch so wie ich es komisch fand nahm Thor seine Hand auch schon wieder fort. Wir ritten in einem Bogen um den Hof, kamen aus der anderen Richtung wieder am Putzplatz an, machten beide Hengste fertig ehe wir uns zum Mittagessen wieder im Haupthaus einfanden. Es gab eine leckere Spinatlasagne, ich bekam dieses Mal den Platz genau neben Thor zugewiesen und noch immer war mir die eigenartige Begegnung beim Ausritt in Kopf. Unwillkürlich schüttelte ich meinen Kopf, griff nach einem Stück Brot in der Mitte des Tisches und begann langsam darauf herum zu kauen. Geistesabwesend griff ich nach einer Gabel, beteiligte mich kaum an den Gesprächen bei Tisch – es waren Vina, Georgio, Thor und ein paar Pfleger deren Namen ich nicht kannte mit von der Partie. Mit fahrigen Fingern begann ich zu Essen mir fiel die Gabel aus der Hand, ich wollte noch nach ihr greifen es gelang mir zu meiner eigenen Überraschung auch – und noch jemand anderes…Thor hatte mein Handgelenk gepackt, denn mit ihm hatte ich die widerspenstige Gabel vor dem Sturz den Tisch hinunter gewahren können. Mir war dabei unwohl, ich zog meine Hand hastig weg, die Gabel fiel mit einem klirren auf den Boden. Ich verkniff es mir gleich nach dem Ding zu greifen, denn Thor hatte sich schon die Mühe gemacht dies zu tun. In einem Impuls wollte ich irgendwie sagen das ich bereits einen Freund besaß, doch hielt ich lieber meinen Mund. Ich ignorierte den Blick den Vina und Georgio sich dabei zuwarfen…Das restliche Essen verlief ohne weitere Vorfälle – dann ergriff Vina wieder das Wort „Thor, ich war vorhin bei den Fohlen, eine der Holzlatten ist kaputt, wäre Klasse wenn du dich darum kümmern würdest?“ Thor erhob sich im Gespräch mit einem der anderen Pfleger und Vina stützte ihren Kopf in die Arme und begann breit zu grinsen. „Sarah?“…ich schaute sie über den Tisch hinweg an „Jaa?“ Vina tauschte einen Blick mit Geogio – „Er ist Schwul“ waren die einzigen Worte die ihr in diesem Moment von den Lippen gingen. Ich war…verdattert? Ich schaute in die Richtung in der Thor gerade verschwunden war, dann wieder zum Tisch und zu Vina. „Okay, das ist jetzt überraschend..dann brauch ich mir also gar keine Sorgen machen?“ Vina schüttelte lächelnd den Kopf. „Guuut, dann geh ich jetzt mal mit Skrýmir arbeiten“ ….DAS war peinlich gewesen…Also lief ich in den Stall um mir den Hengst zu holen, der hatte Einzelhaft, denn wenn sich einer „seiner“ Menschen auf die Weide begab schirmte er sie ab gegen die anderen Pferde, zwar kannte er mich nicht, doch war es so auch einfacher für mich – ich musste nicht ewig zur Weide laufen. Skrýmir brummelte mir entgegen, denn eigentlich würde bald die Fütterungszeit anbrechen und er hoffte darauf wohl bereits „Tut mir Leid mein Kleiner, heute heißt es erst die Arbeit dann das Vergnügen. In deinem Falle ist es das wohl dein Fressen.“ Damit holte ich ihn aus der Box, sein Schweif war eingeflochten – eine Maßnahme wegen des enorm langen Schweifhaares, das Vina einfach nicht über das Herz brachte abzuschneiden. Gerade auf einer Körung würde das feine, leicht gewellte Haar die Blicke auf sich ziehen. Wie schon am Vormittag machte ich den Hengst fertig – zog mich jedoch in die etwas kühlere Halle zurück um dort zu reiten, denn sie Sonne brannte schon erbärmlich. Leider hatte sich einer der Reitschüler ähnliches gedacht und er und Little Grey stiefelten quer durch die Halle. Die Stute nahm hin das er kaum eine richtige Hilfe gab, doch einer der Pflege war dabei und korrigierte ihn dabei. Ich schmunzelte, die Stute war wirklich sehr brav – sie war die Mutter von Thowra, also erhoffte ich mir ähnliches von meiner Stute. Ich schwang mich in den Sattel des Hengstes, machte mich in einigen Schrittrunden mit ihm bekannt holte ihn ein wenig an die Hand. Er besaß einen schwungvollen Trab, ich hätte mir vielleicht doch die Stiefeletten statt der Chucks anziehen sollen, denn ich rutschte falls er zu hastig wurde aus den Steigbügeln. Kurzerhand zog ich mir einfach die Schuhe aus, sodass ich wenigstens besser in den Steigbügeln unterwegs war – der Pfleger schaute ein wenig verquer, doch es war ja meine Sache. Skrý besaß von sich aus eine klare Gangtrennung zwischen denen ich mit ihm wechseln konnte wie beinahe bei einem Auto – wow jetzt ließ ich mich schon auf so etwas hinab. Die Tempounterschiede stellten für den jungen Hengst schon ein paar Probleme dar, sobald ich im Schritt begann energischer zu Treiben wollte er gleich in die nächste Gangart. So parierte ich ihn immer wieder durch falls dies passierte, stellte ihn ein wenig mehr an die Hand, da er manchmal dazu neigte im Trab sich hinaus zu hebeln. Der Hengst arbeite wundervoll mit ganz so als wolle er mir unbedingt gefallen. Als ich mit der Galopparbeit anfing, verließ der Schüler auf Grey die Halle, sodass ich nun die ganze Halle nutzen konnte. Die Unterschiede im Galopp lernte der Hengst schnell, wenn man mal davon absah das er sowieso eine ganze Menge bereits konnte – der einfache Galoppwechsel zum Beispiel hatte Vina bereits mit ihm trainiert. Das Verkleinern des Vierecks und dessen Vergrößern waren für ihn nicht weiter schwer, in der 10 Meter Volte war er noch etwas unbalanciert, doch würden wir daran arbeiten. Für heute machte ich dann erstmal Schluss, denn wir waren beide ordentlich am schwitzen. Am Putzplatz spritzte ich dem Hengst noch die Beine ab, auch Riley war wieder mit dabei und schlabberte begeistert Wasser aus dem Schlauch. Von der Hündin begleitet lief ich durch die hübschen Gärten des Geländes, doch die Blumen ließen bereits ihre Köpfe hängen – jemand musste heute noch die Blumen gießen. Also lief ich schneller in Richtung des Haupthauses, betätigte den Hahn und das Wasser verteilte sich in die verschiedenen Wasserschläuche. Aus meiner Tasche sammelte ich mein eBook, setzte mich in den Rasen – Riley als meine Rückenstütze…zwar hatte ich vorgehabt duschen zu gehen, doch so ließ sich der Tag beinahe viel besser ausklingen.Beinahe drei Wochen befand ich mich nun schon auf dem Hof von Vina und Thor, trotzdem kannte ich mich auf dem Gelände noch immer nicht aus – ohne den Plan war ich wohl so gut wie aufgeschmissen. Denn hier stand ich nun, mit der vollkommen verschwitzen, fertigen Pögn und hatte mich verlaufen – vor über einer Viertelstunde hatte ich das zweite Training mit der jungen Stute beendet, wir erarbeiteten ähnlich wie mit Marsimoto ein Niveau A in der Dressur. Pögn stellte sich immer besser dabei an, aufgrund ihres Alters würde auch Vina noch eine Menge Arbeit vor sich haben. Ich konzentrierte mich dabei auf eine konstante Anlehnung, sowie anständige Biegung und Stellung. Bahnfiguren wie die 10 Metervolte bereiteten der jungen Stute keine sonderlichen Schwierigkeiten, die einfache Schlangenlinie hatte sie bereits vorher gekannt. Für den einfachen Galoppwechsel fehlten ihr einfach noch die nötige Versammlung, die aber sicher im Laufe der nächsten Monate und Jahre folgen würde. Vina und auch Thor wollten die Stute nicht überfordern, was ich sehr unterstützte. Heute hatte sie etwas der Übermut gepackt, sie war unaufmerksam gewesen – also war ich nach einem ersten Erfolg in der Bahn noch eine Runde ins Gelände, dabei hatte ich einen der anderen Eingänge zum Hof genommen und fand nun nicht mehr wirklich zum Stall. Ich hatte Thor angerufen, der meinte ich solle an Ort und Stelle bleiben – er würde mich aufgabeln. Als er dann endlich da war führte er gerade Moon am Strick „Ich dachte der bräuchte auch mal wieder ein wenig Bewegung.“ sagte Thor grinsend „Ja, klar…gestern hatte ich ihn als Handpferd mit zum Ausritt und am Nachmittag hat er wieder einen Rotlichttermin gehabt“ Moon ging es hier erheblich besser, die Gegend war einfach mehr Wiese als bei uns auf Eriska – zwar gab es unmengen an Gras, welches jedoch durchsetzt war mit unzähligen kleineren Steinchen. Die anderen Pferde kamen damit klar – Moon nicht wirklich. Hier aber konnte er auch mal über die Wiese rasen mit den anderen zusammen und gerade diese Bewegung tat ihm unheimlich gut. Zwar verlor er die Muskeln die er all die Jahre gehabt hatte, da wir ihn selten ritten, doch wurde er jeden Tag irgendwie bewegt damit die Gelenkschmiere geschmeidig blieb. Dazu hatte mir Maren geraten als sie es festgestellt hatte. Die beiden Pferde beschnupperten sich eingehend Pögn quietschte einmal laut auf, schnappte in Moons Richtung und mein Hengst ließ sie in Ruhe. Nur wenige Minuten Fußweg und wir kamen wieder in einen Bereich der mir bekannt vor kam. „Danke für´s Abholen“ murmelte ich betreten als ich Pögn wieder absattelte und sie in der Nachmittagssonne trocknen ließ während sie genüsslich ihr Müsli vertilgte. Thor winkte ab, gab auch Moon seine Portion an Futter und verschwand bald darauf wieder mit ihm als mein Handy zu klingeln begann Cayden….Mein Herz tat einen Satz „Hey Schatz“ klang seine Stimme am anderen Ende „Hey, wie geht’s dir?“ Es herrschte einen Moment Stille…“Cayden?“ „Mir geht es gut, bin nur etwas erschöpft.“ Ein seufzen an der anderen Leitung „Hans hat es am Bauch erwischt – eine Rippe ist angebrochen und einige geprellt“ mein Gesicht war in diesem Moment sicher aschfahl „Was habt ihr getan?!“ fragte ich verdutz „Wir hatten ein Sommergewitter vor drei Tagen, die Pferde draußen auf den Weiden, als der Strom ausfiel. Als wir sie wieder reinbringen wollten raste Bucks gleich durch den Holzzaun am nördlichen Bereich der Weide. Mit ihm sind auch Stormy und Braum hinaus gelaufen. Am nächsten Tag stand unser Stormy etwas nass und verwirrt am Stall, doch Braum und Bucks wurden nicht gesichtet.“ Wir haben alle Sachen zusammen gepackt, den Zaun repariert und sind dann auf die Suche nach den Hengsten gegangen. Braum ist wieder auf dem Paddock, aber Bucks hat nach Hans ausgetreten. Jetzt ist er erstmal noch im Krankenhaus auf dem Festland, aber Bucks bekommen wir denke ich so schnell nicht wieder.“ Das war erstmal eine Menge zu schlucken, mich ärgerte es zutiefst das ich jetzt nicht da war – mir fehlte die Kontrolle über das ganze Geschehen zu Hause. „Dann lasst ihn am besten da draußen allein, sagt nur Blue und Julie bescheid das sie ihre Stuten besser an den Stall stellen sollen, wir wollen ja keine Unfallfohlen. Legt an einigen Stellen Futter aus – am besten um den Hof herum, sodass er sich daran gewöhnt. Wenn ich wieder da bin werden wir uns irgendwie um ihn kümmern. Bis dahin ist es ja ein Glück nicht mehr lang hin“ Das Gespräch ging nun nicht mehr länger, danach brachte ich Pögn wieder in den Stall um anschließend mit Marsi wieder heraus zu kommen. Auch mit dem Hengst arbeitete ich bereits eine Weile, wobei mir auch Thor unter die Arme dabei griff. Oftmals ritt er sogar den hübschen Fuchsschecken, dann gab ich ihm einige Tipps oder er erklärte mir einige Dinge. So lernten wir beide von einander und ich genoss den Erfahrungsaustausch. Auch heute würde Vina´s Freund Marsi wieder reiten – mir war heute nicht mehr danach.
      Eine gute Stunde später saß ich mit einem Glas Wasser, leichtem Muskelkater im Gras des Platzes und sah dabei zu wie Thor sich mit dem Hengst „abmühte“. Marsi und er verbrachten nun bereits den zweiten Tag im Training damit den einfachen Galoppwechsel zu meistern, der junge Hengst hatte ein paar Probleme damit vom Galopp in den Schritt zu fallen, denn meistens war es eher Trabtölt als der gewünschte Schritt. Nach drei Versuchen gab Thor wieder kurz auf, ging nur in den Schritt um ein paar andere Übungen mit dem Hengst zu vollführen. „Und wenn du es auf der anderen Hand probierst? Das ist immerhin seine bessere Hand, wenn es auf der funktioniert kannst du es auf der anderen machen. Geh vielleicht auch etwas in den leichten Sitz…?“ Thor hielt mit Marsi bei mir an, schüttelte dabei bereits mit dem Kopf „Nein, das würde eher zum Gegenteil führen“ Also machte er weiter mit seiner leichten Schrittarbeit, derweil kaute ich auf meiner Unterlippe herum. Bevor ich aufstand, eine der roten Stangen am Rand des Platzes holen ging. „Wir legen eine Stange in die Diagonale, denke nicht das er im Tölt über die Stange geht, und wenn nicht ist es immerhin einen Versuch wert.“ Thor hielt erneut bei mir an, wartete ab bis ich die Stange platziert hatte „Mal sehen was das wird, Marsi kann die Stangen nicht unbedingt leiden.“ Also begann Thor wieder zu galoppieren, brach auf die Diagonale ab um anschließend vor der Stange durch zu parieren – im Tölt. Marsi riss den Kopf hoch und seine Schritte wurden langsamer der Hengst verfiel in den Schritt, doch vor der Stange stemmte Marsi die Beine in den Sand, stieg vorn nach oben und drehte nach rechts ab. Dafür wurde natürlich nicht gelobt, aber es folgten noch zwei weitere Versuche „Leg den Schenkel nicht allzu weit nach hinten, halt ihn ruhiger.“ riet ich ihm nach dem dritten Mal, dann ließ er ihn angaloppieren auf die Stange zu, parierte den Hengst – zum Schritt – noch in ihm ging er an der Stange vorbei um den Hengst erst danach umzustellen und wieder zu galoppieren. Danach wurde er kräftig gelobt „Machen wir am besten Schluss für heute, es hat ja jetzt geklappt“
      In den nächsten Tagen ritten wir Pögn und Marsi oftmals gemeinsam auf dem Platz, übten klarere Gangübergänge gerade die Jungstute konnte sich so an dem etwas erfahreneren Hengst konzentrieren. Während ich also mit Pögn an Stellung, Biegung und sanften Übergängen pfeilte, stand für Thor und Marsi der einfache Galoppwechsel an der Tagesordnung. Tatsächlich gelang es bereits den Hengst ohne Stange in den Schritt zu parieren, auch wenn die Schrittphase noch ein wenig zu lang war – ein erster Erfolg im Training war erreicht. Die beiden Pferde von Vina würden noch eine kleine Weile an Training ordentlich gebrauchen können, doch ihre ersten Turniere zu Übungszwecken würden sie ohne Probleme bestreiten können.
      Fünf Tage bevor die vier Wochen um waren, bekam ich endlich die errettende Post – ich durfte endlich wieder zurück nach Schottland. Die letzten Tage verbrachte ich zusammen mit Vina, wir ritten aus, waren noch im Kino und erfreuten uns einfach an der Gegenwart des anderen. Zwar war ich unheimlich froh wieder zurück zu kehren, doch ich hatte mich auf dem Hof hier sehr wohl gefühlt. Als ich auf der Fähre an der Reling stand, musste ich innerlich grinsen….Cayden hatte Recht behalten, ich konnte einfach nicht von Vina zurückkehren ohne mit einem Pferd zurück zu kehren….Braum war mit mir auf die Reise gegangen, sowie Little Grey Braums und Thowra´s Mutter, eine Stute die ich schon lange ins Auge geworfen hatte.
    • Ravenna
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      Unverhofft kommt oft

      Ravenna | 11822 Zeichen
      Nachdem sie mich ins Krankenhaus verfrachtet hatten, wurde ich dort nach und nach wach – die Narkose hatte man mir nur gegeben Aufgrund des besseren Transportes. Am Abend hatte ich einen ganzen Cocktail an Tabletten erhalten, die ich ohne Widerstand zu mir genommen hatte – nun standen da also drei Leute vor mir. Ein grobschlächtiger Kerl namens Dr.Warren, eine der Schwestern sowie einem Assistenzarzt deren Name mir sofort wieder entfallen war. „ Es handelt sich bei ihnen um eine Eileiterentzündung, die sie sich höchst wahrscheinlich eingefangen haben als ihnen die Spirale eingesetzt wurde.“ Innerlich rollte ich die Augen, spürte jedoch wie mir die Hitze in die Wangen zu steigen begann bei seinen Worten. Von dieser Aktion hatte ich Cayden nichts erzählt, wollte ich doch um jeden Preis verhindern schwanger zu werden. Es war nicht einfach nur die Tatsache, das ich Kleinkinder nicht ausstehen konnte – meine eigene Mutter war einfach so miserabel gewesen, dass ich so etwas keinem Antun wollte, denn der Apfel fiel ja bekanntlich nicht weit vom Stamm. Ein geschielter Blick zu Cayden herüber ließ mir jedoch keinen Aufschluss über seine Gefühlsregung. „Ihr ohnehin niedriger Östrogenspiegel begünstigte das Entstehen einer Entzündung enorm, doch auch der späte Arztbesuch trug dazu bei das es möglicherweise zu einigen Komplikationen darunter auch Unfruchtbarkeit kommen kann“ Während irgendwo tief in meinem Inneren etwas zu zerbrechen schien, war da ein viel größerer Teil der sich beherrschen musste kein Lächeln zu zeigen. Von meinem Freund irgendwo links von mir jedoch kam ein schlecht unterdrücktes einziehen der Luft, ihm schien diese Tatsache ganz und gar nicht zu gefallen. Mein Blick ging von den Ärzten zu den auf meinem Bauch verschränkten Händen, die Medikamente verhinderten das ich jeglichen Schmerz verspürte, der Arzt hatte die gesamte Zeit weitererzählt und bei einem Wort schoss mein Kopf ungläubig in die Höhe. „Was?“ fragte ich mit beinahe quietschender Stimme. Dr. Warren zeigte ein Lächeln, wiederholte dann noch einmal was er während meiner Unachtsamkeit erwähnt hatte „Sie werden die nächsten zwei Wochen hier behandelt um sie unter Kontrolle zu haben damit die verabreichten Antibiotika sie und ihrem Fötus nicht schaden“ Fötus genau jenes Wort war es gewesen, welches mir jegliche Farbe in meinem Gesicht genommen hatte, als ich es bereits das erste Mal gehört hatte, doch selbst jetzt nach einer Wiederholung wollte die Tragweite dieser Worte nicht in meinen Kopf dringen. Mit nicht zu wenig schockiertem Blick starrte ich den drei Personen hinterher, die soeben mein Krankenzimmer verließen. Merklich spürte ich wie mein Herz schneller zu schlagen begann, wie sich meine Gedanken zu drehen begannen. Mai…Beltaine…..der Brand auf Heartland – Cayden und ich waren da gewesen „Oh Götter“ murmelte ich vor mir her. Ob es wohl Ironie des Schicksals gewesen war? Beltaine war nicht nur das Fest des Feuers, sondern auch der Fruchtbarkeit. Die darauf folgende Zeit hatte ich Amy unterstützt, mich in meine Arbeit gestürzt und war dann auch noch aus Schottland verwiesen worden. Während der ganzen Zeit hatte ich keinen Besuch erhalten, war mir das nicht schon zuvor aufgefallen? Dann schüttelte ich den Kopf, der Arzt hatte mir doch gesagt – nach dem einsetzen der Spirale konnte es zu einer Unregelmäßigkeit in meinem stetigen Zyklus kommen. Mit zitternden Händen fasste ich mich an die Stirn, stütze meinen Kopf, nur um meinen Händen etwas zu tun zu geben. Während der gesamten Zeit hatte auch Cayden still, ja beinahe versteinert auf dem Stuhl neben mir gesessen, kein Ton schien von meinem stillen Nordmann zu kommen. Dann griff er nach meinen Händen, deren Finger begonnen hatten mir die Schuppenflechte blutig von der Kopfhaut zu pullen, nahm mich in eine seiner so vertrauten Umarmungen, erst dann begannen die Tränen zu fließen – ob aus purer Verzweiflung oder vor Glück konnte ich in diesem Augenblick nicht sagen.

      ~ 2 Wochen später ~
      Meine Eileiterentzündung war abgeklungen, dem Baby und mir ging es gut, doch so wirklich mit dem Gedanken angefreundet das ich nun wirklich schwanger war konnte ich noch immer nicht. Unser Leben auf dem Hof ging erst einmal wie gehabt weiter. Meinen Besuch bei Maren musste ich vorzeitig absagen, hatte ihr jedoch versichert, dass sobald Hansi Zeit hatte er sich um ihren Hengst Peeta kümmern würde. Nur zwei Tage nachdem ich das Krankenhaus verlassen hatte, ging es zusammen mit Cayden auf eine Körung mit Gwynbleidd, wenn er es auch lieber gesehen hätte ich wäre zu Hause geblieben. Wirklich geredet über unsere derzeitige Lage hatten wir bisher nicht - die Entzündung der Eileiter, die späte Diagnose hatte tatsächlich zu einer Unfruchtbarkeit geführt, weshalb auch die Schwangerschaft Risikohaft sein würde. Obwohl ich mit niemandem darüber sprach, so hatte ich noch immer den absonderlichen Gedanken das Kind zu verlieren…..ich würde eine schreckliche Mutter abgeben – denn ich spürte schon jetzt einen Hass in mir auflodern der nicht allein gegen das Kind in mir selbst gerichtet war. Doch jetzt war die Körung an der Reihe, versuchte mich so wie immer zu geben um meine düsteren Gedanken in mir gefangen zu halten.
      „Du solltest viel öfter in Turnierklamotten umher laufen!“ flüsterte ich Cayden ins Ohr, heute würde er auf Gwynbleidd seine erste Körung bestreiten „Naja, so toll find ich das jetzt nicht“ lachte er und stellte den Fuß in den Bügel und schwang sich auf den Rücken des Schimmelhengstes. „Auf eine gelungene Kür“ feuerte ich ihn an. Dann huschte ich an die Seitenbande, bewaffnet mit Fotoapparat um alles festzuhalten. Im Schritt ging es für beide auf den Platz, Gwyn war heute ein wenig schneller unterwegs, denn auf einem Turnier oder einer Körung war er lange nicht gewesen. Bei X hielten die beiden an – die Kür hatten wir gemeinsam erarbeitet, denn ich hatte daran besonders Spaß. Ursprünglich war geplant gewesen, dass ich reite, doch wegen der unerwarteten Schwangerschaft war dies heikel gewesen. Ich beobachtete wie Cayden die Richter grüßte, die Zügel wieder richtig aufnahm und der Mittellinie bis zu ihrem Ende folgte, nach links ab bog und anschließend antrabte. Im Training hatte Gwyn bewiesen, das er auch in der Dressur eine angenehme Figur machen konnte, sogar einen tollen Aufwärtsgalopp zeigte. Wobei jedoch seine wahre Begabung eher in der Distanz lag. Cayden brachte Gwyn ein wenig in die Anlehnung, der Schimmelhengst zeigte auch gleich was ein Vollblüter war – hob den Schweif beiseite, blähte die Nüstern auf und ein brummendes Geräusch hallte über den Platz ganz als wolle der Hengst verkünden „Hier kommen wir!“ Als nächstes ritten sie auf den Zirkel, der Hengst bog wundervoll den Hals, was unsere Arbeit nun wirklich Früchte tragen ließ. Aus dem Trab angaloppiert auf die Bahn gewechselt anders wie sein Partner Ikarus preschte er nicht los sondern zeigte einen ruhigen Kanter. Seine Beine schienen kaum den Boden zu berühren, der Sand wirbelte kaum auf und ich schien in einer Art Tagtraum gefangen zu sein als ich die beiden beobachtete. Anschließend ließ Cayden Gwynbleidd wieder etwas ruhiger durch die Bahn traben. Noch einmal kurz die Seite wechseln den Richtern so die Möglichkeit geben ihn von allen Seiten zu sehen. Anschließend folgte noch ein kurzer Galopp auf der ganzen Bahn – und in den Ecken immer wieder einen Zirkel damit die Wendigkeit des Hengstes zur Geltung kam. Dann fanden sich Pferd und Reiter wieder bei X ein, grüßten die Richter und am langen Zügel kamen sie wieder zu mir an den Ausgang des Platzes. „Das habt ihr Klasse gemeistert!“
      Danach hatten wir den Schimmelhengst ordentlich versorgt, Cayden war wieder in seine normale Arbeitskleidung gestiegen und wir waren wieder in Richtung Caed Crevan gefahren – die Ergebnisse würden wir erst in ein paar Wochen erhalten. „Geht es dir gut?“ fragte mich Cayden – einer der Fragen die er mir in letzter Zeit stets zu stellen begann, eine jener Fragen die ich schon jetzt nicht mehr hören konnte. Auch wenn ich es versuchte nicht allzu sehr zu zeigen, unser Verhältnis schien irgendwie angekratzt zu sein…dabei war ich jedoch diejenige die sich Katzenartig und kratzbürstig verhielt. Ich war in einer Situation gefangen, der ich nicht länger zu entkommen vermochte.
      Die nächsten Tage strichen dahin, die Vorbereitungen für das einfangen von Bucks waren in vollem Gange – Little Grey war rossig, also konnte es endlich los gehen!
      Am folgenden Tag trottete ich zusammen mit der Stute in den eigens dafür konstruierten Korral, an einem Balken war die Stute angebunden, dieser befand sich in einem kleineren Areal das Bucks, sollte er in den größeren Bereich gehen nicht betreten konnte. Per Knopfdruck ließ sich das Tor des großen Areals verschließen und wir hatten den Hengst endlich wieder in unserer Gewalt. Ich band die Stute an den kleinen Balken – das kleine Areal besaß einen Gang nach draußen, sodass ich ohne Probleme später mit der Stute nach draußen konnte. Wir postierten ebenfalls Futter und Wasser in den Korral um anschließend auf die Anhöhe hinter den Büschen zu gehen. Der Wind stand günstig so konnte er uns nicht wittern – Aiden, Kathi und Hansi befanden sich im Sattel, seit ungefähr zwei Wochen hielt sich Bucks in der Nähe des Hofes auf. Mit viel Lärm und zusammen mit den Hunden wollten wir ihn in diese Senke treiben, zu gern hätte auch ich im Sattel gesessen.
      Dann kamen die Geräusche der anderen immer näher und dann zum ersten Mal seit über vier Wochen sah ich meinen Hengst wieder einmal, wie er über die Anhöhe getrottet kam – jegliche Energie schien aus ihm gewichen zu sein. Die starken Regenfälle der letzten Tage, die abendlichen Gewitter schienen ihn mitgenommen zu haben. Sein Körper schien eingefallen, seine Hufe waren deutlich zu lang und die Mähne schien ebenfalls nicht mehr zu retten. Als er den Duft der Stute in seine Nüstern bekam schien sein altes Ich für einen Moment in ihm aufzuflackern. Deutlich zeigte sich wie er zu humpeln begann, doch nur wenige Momente später fiel das Tor hinter ihm ins Schloss. Erleichtert atmeten Cayden und ich auf, wir trotteten die Anhöhe langsam herunter, schon jetzt sah ich das verschmierte rot an den Abzeichen an seiner Kehle. Ich schlug mir die Hände vor den Mund „Oh mein Gott“ wisperte ich – das war beinahe etwas zu viel in letzter Zeit. Da kam auch schon Hansi in einem rasenden Tempo auf Ikarus die Anhöhe hinunter, schon von weitem begann er zu erzählen „ Etwa eine Stunde den Strand hinunter haben wir einen toten Wolf gefunden, die Spuren eines Kampfes sind wegen dem Regen nicht mehr zu sehen gewesen. Aber dem Wolf wurde der Kopf zerschmettert, nach dem wie er schon verwest ist, würde ich auf drei Tage schätzen. Es gab rund um den Ort noch andere neue Spuren, ein erwachsener und mindestens zwei Welpen laufen hier noch herum, der Mutter jedoch hat Bucks den gar aus gemacht.“ Damit lächelte er ein wenig gewinnend, ehe sich sein Blick auf den verletzten Hengst heftete. Seine linke Hinterhand zeigte deutliche Kratzspuren der Krallen der Wölfe, die versucht hatten ihn so irgendwie zu Fall zu bringen. An der Kehle befand sich eine zwar nicht tiefe, aber sehr breite Bisswunde – der Wolf hatte immer wieder den Halt verloren und hatte nachbeißen müssen. Auch die rechte Seite zeigte vereinzelte Kratzwunden, mit dem rechten Vorderbein lahmte er stark, auf die Entfernung schien auch dort eine Bisswunde zu sein. Alles in allem stand Bucks vollkommen apathisch da, nährten wir uns jedoch unnötig dem Zaun des Korrals wurde er leicht unruhig, bleckte in unsere Richtung die Zähne und man konnte die Kratzwunden an seinen Nüstern erkennen. Sofort fingerte ich nach meinem Handy, „Maren, hey…wir haben Bucks gefangen! Er wurde von Wölfen attackiert, sah aber bereits vorher schon nicht gut aus“ erzählte ich ihr halb schluchzend.
    • Ravenna
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      Notfallbericht für Star Bucks
      Eowin | 9369 Zeichen
      „Was?“, summte ich ungläubig in das das Handy.
      Ich ließ mir alles sehr genau erklären und machte mir auf einem Zettel, den ich schnell genug hatte finden können, Notizen: Wolfsbisse, Kratzwunden, Entzündung, Fliegenmaden, Apathie.
      „Alles klar, das hört sich wirklich nicht gut an. Ich werde etwas brauchen, ich muss erst einiges an Kram zusammen packen. Ich möchte ungerne da stehen und für irgendwas nicht gewappnet sein“, erklärte ich und Sarah lachte am anderen Ende des Telefons heiser.
      „Ich beeile mich!“, versprach ich und legte auf.
      Dann raste ich wie die Irre durch mein Büro, bis ich mein irrsinniges Verhalten selbst wahr nahm, einen Moment inne hielt und tief durchatmete. Ich half niemanden, wenn ich jetzt – als Tierärztin! – in Panik geriet. Also riss ich mich am Riemen und packte sorgfältig alles Nötige zusammen: Die Impflanze, ein Blasrohr, mehr als genug Narkosemittel, Lösungen zum Spülen der Wunden, sterile Handschuhe, Desinfektionsmittel, Impfstoffe gegen Tollwut und Tetanus, Verbände, Kompressen, Elektrolyte, alles, um einen Tropf zu legen.
      Als ich wirklich alles, von dem ich dachte, dass es hilfreich sein könnte, im Auto hatte, war der komplette Rücksitz neben dem ohnehin zugepackten Kofferraum des Combis vollgestellt und eine Viertelstunde war vergangen. Rasch ließ ich mich in den Wagen sinken und machte mich auf den weg zu Caed Crevan.
      Bereits auf halbem Wege zückte ich mein Handy und rief Sarah an. „Sorgt dafür, dass er etwas Ruhe hat, haltet euch fern von ihm nach Möglichkeit. Ich denke, wir müssen ihn sedieren und wenn er zu viel Adrenalin im Blut hat schlägt das Mittel zum Gegenteil um!“, warnte ich und legte dann rasch ohne ein weiteres Wort auf, als ich bemerkte, dass mir ein Polizeiwagen entgegen kam. Angehalten zu werden konnte ich mir jetzt nicht erlauben.

      Als ich endlich auf dem Gestüt ankam, konnte ich schnell das Karree erkennen, in dem Bucks eingesperrt war. Absichtlich fuhr ich ein Stück weiter und parkte neben dem Stallgebäude, aus dem bereits vier aufgeregte Menschen auf mich zu eilten.
      „Endlich bist du da!“, rief man mir entgegen.
      Ich begrüßte Cayden, Hansi, Kathi und Sarah kurz, dann fragte ich nach: „Zum Spritzen ist der nicht brav genug, richtig?“
      Vier Köpfe schüttelten gleichzeitig den Kopf. Ich nickte, dann machte ich den Kofferraum auf und bestückte die Impflanze. „Wir versuchen das erst damit. Damit treffe ich besser als mit dem Blasrohr und das wirkt schneller. Ich gebe ihm so viel, dass er sich wirklich hinlegt, ich muss dafür etwas Ruhe haben“, meinte ich und zog so viel aus, dass ich zur Not eine Kolik-OP hätte durchführen können. Ich wollte kein Leben gefährden – weder meines noch seines.
      So bewaffnet gingen wir gemeinsam zum Mini-Paddock, wo Bucks stand. Ich bat drei der vier mich begleitenden Leute, ihn möglichst nah an mir vorbei am Zaun her zu treiben, während ich mich auf das untere Paneel des Holzzaunes stellte und die Lanze bereithielt.
      „Was ist mit mir?“, fragte Sarah, doch ich grinste sie nur an.
      „Die Leute reden schnell“, meinte ich, worauf sie mich mit einem zerknirschten Blick bedachte.
      Die anderen Drei stiegen mit rascher Bewegung über den Zaun und machten den Raum in synchroner Bewegung kleiner, sodass Bucks an mir vorbei musste. Zack, da hatte er das Mittel schon im Hintern. Getroffen!
      Wir hielten nun wieder etwas Abstand und warteten, bis der Hengst langsam in die Knie sank. „Ich hoffe, ich hab mich bei seinem Gewicht nicht verschätzt…“, meinte ich besorgt, als er schneller als gedacht aufgab und sich endgültig hinlegte, die Augen schloss und so das Zeichen gab, dass wir beginnen konnten.

      Ich schnappte mir Cayden und Hansi und packte sie mit allerlei Kram aus meinem Auto voll, bis sie kaum noch laufen konnten. Dann kam Sarah die rettende Idee und kam mit einer Karre um die Ecke, in die wir kurzerhand sämtliches Equipment packten. So kuddelten wir den Krempel in das Karree.
      Bucks war auf der weniger schlimmen Seite gelandet. Hier hatte er nur an der Flanke tiefe Kratzer und es war nicht entzündet, sondern es hatte sich bereits eine dicke Kruste gebildet. Vorsichtshalber desinfizierte ich es, aber das war sicherlich nicht das, was uns Sorgen machen musste.
      Mit vereinten Kräften legten wir den Hengst so hin, dass ich an die anderen Wunden gut gelangen konnte.
      Hier sah die Geschichte ganz anders aus: Vor allem die Wunden an der Kehle und am Vorderbein hatten sich schrecklich entzündet. So, wie er auf der Seite lag, sah man, wie stark er abgebaut hatte: Seine Rippen stachen so stark hervor, dass ich zwischen jede von ihnen locker meinen Finger hätte legen können.
      „Himmel, das sieht echt nicht gut aus“, entfuhr es mir.
      Zu allererst impfte ich ihn vorsichtshalber gegen Tetanus und Tollwut, dann machte ich mich an die Arbeit.
      Als erstes spülte ich die Wunden am Hals. Obgleich sie nicht sehr tief waren, kam ich ins Würgen, als eine braun-rote Brühe, gespickt von weißen Larven wieder austrat. Wie zur Hölle konnte das sein? Der Biss war noch keine Woche her, wie kamen da so viele Larven hinein?
      Sorgsam desinfizierte ich die Wunde, dann beschloss ich, es zu nähen. Es war zwar eine große, breite Wunde, aber ich wollte nicht riskieren, dass es sich noch weiter entzündete.
      Ich ließ mir Nadel und Faden reichen, dann nähte ich es so gut ich konnte. Es würde wohl nie wieder hübsch werden, wulstig wie ich es nun zusammengefasst hatte, aber es offen zu lassen war mir zu gefährlich.
      Beim Bein sah es noch viel schlimmer aus, aber ich verfuhr auf ähnliche Art und Weise. Auch hier musste ich nähen, hier ließ es sich aber etwas besser zusammenfassen.
      Da ich damit rechnete, dass sich hier noch Wundwasser bilden würde, legte ich direkt eine Wundkanüle, legte eine Kompresse darauf und verband alles so, dass es sämtliche Eskapaden überleben würde.
      Während ich an den Kratzern an der Flanke weiter machte, erklärte ich, wie und wie häufig der Verband zu wechseln ist und dass ich selbstauflösende Fäden verwendet hatte, um ihm den Stress einer weiteren Narkose zu ersparen. Aber es musste nachgeschaut werden, ob sie sich wirklich auflösten. Nach 7-10 Tagen würde ich die Kanüle ziehen.
      Auf dieser Seite waren die Kratzer deutlich tiefer und ebenfalls etwas entzündet. Sorgsam desinfizierte ich alles und schaute mir die Kratzer genau an. Es hatten sich teilweise Krusten gebildet, die immer wieder auf gerissen zu sein schienen. Auch jetzt nach meiner sachten Berührung begann es wieder zu bluten, aber nur leicht, sodass ich versuchen wollte, es nicht nähen zu müssen.
      Nachdem alles sorgfältig gereinigt war, entschied ich mich für Silberspray. Dies dürfte auch ein paar Tage zur Not halten – er war nun einmal kein Vertreter, bei dem man einfach hingehen und das Spray aufsprühen konnte.
      Die Wunden an sich waren nun versorgt, also spritzte ich ihm noch Antibiotika und ließ Sarah einige Tütchen mit einem Pulver da, welches einen Entzündungshemmer enthielt. Dies würde für sie leichter werden, da man es einfach über das Futter geben konnte. Eigentlich müsste er noch weiter unter Antibiose gesetzt werden, aber ich wollte ihn nicht jeden Tag in Narkose legen müssen. Also zog ich drei Spritzen mit Antibiotika auf und bat die Gruppe zu versuchen, ihn zu fangen und dann mit der Nasenbremse lahm zu legen. Dies war zwar leichter gesagt als getan, aber sonst müssten wir versuchen, es ohne Spritze zu schaffen.
      Weiter gab ich ihnen Metacam, was seine Schmerzen etwas stillen würde. Auch dies konnte man über das Futter geben und wurde meistens auch gerne genommen, weil es süß schmeckte. Ideal also in Kombi mit dem Pulver, da es dessen Geschmack überdeckte.
      Dann kramte ich in meiner Karre herum und fand, was ich suchte: Elektrolyte. Diese gab ich ihnen für den Fall, dass er Durchfall hatte oder ähnliches, so könnten sie den Ionen-Haushalt wieder in den Griff bekommen.
      Dann legte ich eine Kanüle und gab ihm eine Infusion. Während mein Arm langsam lahm wurde, weil ich den Behälter hochhalten musste, meinte ich, dass sie ihn unbedingt wieder langsam auffüttern müssten. Und genau beobachten.
      Normalerweise dürfte er keine Koliken bekommen, Durchfall muss dank der Elektrolyte nach ein bis zwei Tagen abklingen, die Wunden dürften nicht eitern und die Nähte nicht losgehen.
      Ich hoffte nur, dass er sich nicht noch mehr dort draußen eingefangen hatte und sich so alles in den Griff bekommen ließ…
      Als die Infusion durchgelaufen war, sammelte ich den Kram zusammen und wir verließen das Karree und holten Stühle, sodass wir sitzend warten konnten, bis der Hengst aufwachte.
      Dies dauerte zwar noch eine ganze Weile (das mit der Kolik-OP war kein Scherz gewesen!), aber dann öffnete er langsam die Augen und bewegte sich wieder. Ich war froh, dass ich ihn nicht ausgeknockt hatte.
      Er legte sich wieder in Brustlage, legte die Vorderbeine nach vorne und versuchte zunächst einige Male, sich aufzurappeln, bis es endlich funktionierte und er benommen breitbeinig wie eine Kuh stehen blieb. Den Kopf hängend, aber der Blick klar.
      Dies war für mich das Zeichen, dass ich fahren konnte.
      Ich wünschte nochmals viel Glück mit ihm und scherzte: „Und sperrt den dieses Mal gut ein!“
      Ernste Gesichter mir gegenüber nickten und ich war sicher: der würde so schnell nicht noch einmal abhauen.
      Dann verabschiedete ich mich und bat, dass sie mich anrufen sollten, wenn irgendetwas Ungewöhnliches wäre.
    • Ravenna
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      Alles anders

      Ravenna | 4438 Zeichen
      In den vergangenen Tagen kümmerten wir uns immer wieder um die Wunden von Bucks, was beinahe einem kleinem „Abenteuer“ glich. Gleichermaßen erinnerte mich die gebastelte Apparatur an jene in der Spirit in dem Film gleichnamigen Film die Hufe gemacht bekam. Bucks hatte in dieser „Schiene“ nicht die Möglichkeit nach uns zu treten, normalerweise wurden hier Bullen eingesperrt um sie zu behandelt. Da der Hengst jedoch seine Portion Antibiotika benötigte führte kein Weg daran vorbei.

      Andererseits hatte ich auch Sorge um die verbliebenen Wolfswelpen, wir hatten an der Stelle an der wir die Mutter gefunden hatten immer wieder frische Spuren von ihnen gefunden, der Vater jedoch schien nicht in der Nähe zu sein.
      Ein Förster hatte sich bereits auf die Suche nach dem Rüden gemacht um zu klären was mit den kleinen geschehen sollte. Dabei hatte er den Rüden bereits einmal aus der Ferne gesehen, die klaren blauen Augen die ihn dabei angeblickt haben hatten ihm bewusst gemacht, dass es sich bei dem Rüden um keinen Reinwolf handelte.
      Ich jedoch hatte in den vergangenen Tagen auch noch ganz andere Probleme zu bekämpfen gehabt, trotz der Anweisung des Arztes hatte ich mich an einem Morgen in den Sattel von Eisblume geschwungen um einen Ausritt zu machen. Cayden hatte mich unterwegs abgefangen, wie leichtsinnig ich doch mit dem Leben unseres Kindes umgehen würde.
      Dabei hatte ich ihn beinahe wütend angefunkelt, wir hatten uns in der gesamten Zeit noch nicht einmal gestritten, „Das Leben eines Kindes welches ich niemals gewählt habe. Ich…kann nicht glauben das ausgerechnet MIR das passiert ist.Du sprichst von diesem Ding als hätte ich vor es zu behalten!“

      Cayden schien bekümmert, dann wurde auch er wütend, schienen ihm jedoch die Worte zu fehlen und er ging einfach davon. Ich hingegen brachte die Stute auf ihre Weide, die die Stuten nun endlich wieder bewohnen konnten. Noch eine ganze Weile, blieb ich an ihrer Seite strich verträumt durch die glatte Mähne, einzelne Tränen rannen meine Wangen hinab.
      Dies alles hatte ich nicht gewollt, für den Hass in meinem Inneren konnte ich nicht verantwortlich gemacht werden. Das Leben ohne Cayden an meiner Seite konnte ich mich einfach nicht mehr vorstellen, dieses Leben mit einem Kind an unserer Seite sah ich jedoch nicht.
      Wenn ich bereits jetzt von einem Hass angetrieben wurde, so würde es nicht besser werden. Später am Nachmittag hatte ich einen Termin zur Abtreibung, Cayden billigte dies nicht doch lag diese Entscheidung nun einmal auch allein bei mir. Nach einiger Zeit sammelten sich auch Grey, Thowra und Willow um mich herum, ihre Köpfe stupsten mich sanft an oder lagen ruhend bei mir, schenkten mir ihr Vertrauen. Doch musste ich mich auch bald von ihnen trennen, der Termin rückte immer näher, also versuchte ich weitestgehend Cayden aus dem Weg gehen.

      ~eine Woche später~

      Fazit der vergangenen Zeit war zumindest – Bucks erholte sich prächtig, der Wolfrüde hatte seine Welpen verlassen, diese jedoch befanden sich noch immer auf der Insel. Ohne die Versorgung der Eltern jedoch konnten sie nicht lange überleben können, also hatte ich einzelne Futterstellen bereit gestellt. Die Abtreibung des Kindes war – wie zu erwarten – bei Cayden nicht auf Begeisterung getroffen, er selbst schlief auf der Couch im Wohnzimmer.
      Damit war ich unzufrieden, doch jegliche Form der Annäherung belief sich bisher auf mehr als taube Ohren, somit verbrachte ich viel Zeit mit Kathi, die von der gesamten Sache nichts wusste. In der Hinsicht hatte ich mich im Schweigen geübt, zumal noch nichts des ganzen zu erkennen gewesen war.
      Der Arzt hatte sich Sorgen um meinen Gemütszustand gemacht, weshalb ein psychologisches Gutachten gemacht worden war, welches positiv ausgefallen war – es gab keine Anzeichen für Probleme, es war sogar Erleichterung gewesen die mich durchströmt hatte.
      Die Zeit die ich bei Bucks verbrachte, ob ich nun Stundenlang in einem Stuhl neben seiner Box stand – welche wir nun doppelt gesichert hatten – leise zu ihm redete oder sogar versuchte ihn aus der Hand mit einem Apfel oder ähnlichem zu füttern. Noch hatte er bisher nichts aus meiner Hand genommen, doch wurde er nicht länger panisch, wenn ich vor seiner Box auftauchte.
      Für mich ein gutes Zeichen das der Hengst nicht aufgegeben werden durfte, das es sich zu kämpfen lohnte auch für ein anderes Leben mit Cayden.
    • Ravenna
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      Konfrontation

      Ravenna | 16102 Zeichen
      Nachdem die Arbeiten an der Halle nun endlich beendet waren, hatte ich mir Greentea geschnappt um mit ihr ein wenig in der „neuen“ Halle zu trainieren. Die Stute selbst war ein wenig schwer davon zu überzeugen gewesen, die saftige Wiese wieder zu verlassen, hatte dann jedoch ihre Herde hinter sich gelassen und sich von mir ausgiebig putzen lassen. Bei der Gelegenheit schnippelte ich ihren Schweif wieder auf eine normale Länge, denn auf dem Boden zu hängen brauchte er nicht. Das Training, wenn es auch eines hatte werden sollen absolvierten sowohl Stute als auch ich irgendwie nur mit der halben Arschbacke – weder das Schritte verlängern im Trab noch der einfache Galoppwechsel wollten heute so richtig klappen. Frustriert brach ich das Training dann einfach ab, brachte Greentea schlurfenden Schrittes zurück zum Putzplatz, in der Sattelkammer landete der Sattel etwas lauter als gewollt auf der dafür vorgesehenen Aufhängung.

      Ein Kopf streckte sich aus der Futterkammer, der zu Kathi gehörte, die an diesem Morgen die Pferde hatte versorgen wollen. „Huch, was ist denn mit dir los?“ Innerlich wollte ich ihr erzählen was gerade in mir vor ging, doch kannte ich sie einfach noch nicht lang genug um ihr das anvertrauen zu können. Also winkte ich mit der Hand ein wenig ab, zuckte mit den Schultern „Streit mit Cayden, aber das wird schon wieder irgendwie.“ Kathi kam nun etwas mehr aus der Futterkammer „Wow, ich dachte immer so was passiert bei euch gar nicht.“ Ob diese Aussage jetzt aufmunternd gewesen sein sollte, vermochte ich nicht genau zu sagen, also schenkte ich Kathi ein Lächeln. „Naja, die nächsten Tage bin ich nicht hier, da haben wir eine kleine Pause, die uns sicher ganz gut tun wird. Ich werde zu Maren nach Polen fliegen um einen ihrer Hengste zu trainieren, vielleicht auch noch ein Besuch bei Vina, der neue Hof ist wohl bereits bezogen.“

      Außerdem benötigte ich wen zum Reden….zwar hatte ich Vina noch nicht gefragt, doch war ich mir sicher meine langjährige Freundin würde es mir nicht verübeln. Zwar hatte ich auch Amy im Kopf gehabt, doch die schwebte mit Ty gerade irgendwo in den Wolken und diese Glückseligkeit war es nicht unbedingt die ich jetzt gebrauchen konnte. „Ja, hab den Termin schon im Kalender eingetragen gesehen, war ja alles schon vor deinem Krankenhaus Aufenthalt geplant gewesen, da wird es jetzt ja höchste Zeit. Dieses Mal werd ich ein Adlerauge auf Bucks gerichtet haben, nicht das er wieder ausreißt wenn du fort bist!“ Da fiel mir noch etwas ein, „Kathi, besorgt bitte noch einen Hufschmied der sich so bald wie möglich an seine Hufe macht, die sehen schon gang schön arg aus.“ Kathi nickte und notierte es sich gleich in ihrem Handy, ehe sie sich wieder ihrer Aufgabe widmete und ich zurück zu Greentea ging. Die Stute hatte ihr Mahl beendet, also band ich sie los und schwang mich auf ihren Rücken um sie zur Weide zu reiten.
      Dort entließ ich sie wieder in die Freiheit und beobachtete wie sie der kleinen Gruppe von Stuten entgegen galoppierte. Ich hoffte sie bald gekrönt zu bekommen, sie und auch Willow, denn dann konnte die Zucht in eine weitere Runde gehen. In diesem Jahr hatten wir keine der Stuten bisher decken lassen, dafür war es uns gelungen Ikarus und Varulv kören zu lassen. Auf dem Weg zurück von den Weiden begegnete ich niemandem, kümmerte mich dann persönlich um die Futterration von Bucks.
      Der Hengst schien sich immer besser zu erholen, auch wenn ich es noch immer bedauerte ihm seine Mähne und auch den Schweif SO kurz geschnitten zu haben, aber es war nun mal sehr verfilzt gewesen. Mit zurückgelegten Ohren beobachtete Bucks, wie ich das Futter aus dem Eimer von außen in den Trog füllte, erst als ich einen Schritt von der Boxentür wegtrat bewegte sich der Hengst nach vorn. Da würde noch einige Zeit vergehen müssen, wenn Bucks freiwillig zu mir kommen sollte „Guten Hunger“ wisperte ich ihm zu ehe ich den kleinen Ponyhengst wieder verließ.
      Sollte es je soweit sein, so war ich mir bereits jetzt sicher – einen Reiter würde er vielleicht nie auf seinem Rücken dulden, aber vielleicht würden wir es mit einem Sulky versuchen können.

      Am Abend saß ich gerade in der gemeinsamen Küche nahm einzig ein Mahl aus Tomatensalat zu mir, trank ein Glas Bier als Cayden zur Tür hinein kam. Seine Schultern waren nass, auch aus seinem Bart troffen einige Tropfen des Regens der draußen fiel. Erst ging sein Blick auf das beinahe leere Glas mit dem Bier auf dem Tisch, zuckte dann zu mir und nachdem dies einige Male geschehen war zogen sich seine Augenbrauen in einem gequälten Ausdruck zusammen. Ein Sinn der leichten Erkenntnis schien in seinem Blick zu liegen, langsam ohne sich auch nur darum zu kümmern das er den Boden voll tropfte kam er zu mir herüber, ließ sich schwer auf den Platz vor mir sinken. Mit forschenden Augen sah er mich über den Tisch hinweg an, es fiel mir so unheimlich schwer den zornigen oder eher schmerzvollen Blick seiner grau-grünen Augen zu erwidern.
      Als nach mehreren Sekunden, die mir eher wie Stunden erschienen, seine zornige, laute Stimme an meine Ohren drang erschrak ich so sehr das mir der Löffel aus der Hand fiel. Seine Hände, die noch zuvor sein Kinn gestützt hatten prallten laut auf dem Tisch auf, der Stuhl war etwas nach hinten gerutscht, Cayden sprach laut, schrie jedoch nicht „Diese Entscheidung lag nicht allein bei dir, auch ich hatte ein Recht darauf, das war unser Kind!“ seine Stimme zitterte, ob es vor Zorn auf mich war oder der Schmerz den seine Augen zu versprühen begannen war mir nicht ganz klar.
      „Ein Kind das ich bereits begann in mir zu hassen, ich habe die gesamte Zeit im Krankenhaus darüber nachgedacht, mir eingeredet ich könnte wenn ich den Mann liebte auch das Kind lieben. Aber sieh uns doch an, sie mich an! Ich lebe zusammen mit einem Mann den ich nicht einmal ein Jahr kenne, auf einem Hof der nicht der meinige ist mit Pferden die ich abgeben müsste, wenn wir uns eines Tages nicht mehr verstehen würden. Die Zeit für ein Kind war nicht reif, wird es auch nie sein.“
      Auch ich hatte meine Stimme erhoben, war näher an ihn heran getreten. Cayden lachte auf, dabei wirkte er beinahe wie Irr „Deswegen tötest du etwas das auch meinem Blute entstammte – ohne es mit mir abzusprechen!?“ jetzt wurde seine Stimme lauter, energischer.
      „DU bist nicht mein Mann, also obliegt diese Entscheidung noch immer bei mir“ es war raus, Worte im Zorn gesprochen, niemals wahrhaftig so gemeint und doch konnte ich sie in diesem Moment nicht mehr zurück nehmen. Da spürte ich plötzlich ein heftiges Brennen auf der Wange, hörte Caydens Worte in meinen Ohren „Egoistin“ und sah wie er aus dem Raum verschwand. Meine Wange brannte an der Stelle an der seine Hand mich getroffen hatte, der Widerhall seiner Worte in meinen Ohren mochte nicht weichen. Das war nicht Cayden gewesen, das war das Monster gewesen das ich aus ihm gemacht hatte als ich seinem Kind das Leben genommen hatte.
      Mit dem Rücken prallte ich gegen die Tür des Kühlschrankes, als hemmungslose Tränen begannen meine Wangen hinab zu laufen und mein schluchzen die Küche erfüllte. Dann hörte ich das Quietschen der Tür, ein Kopf in der dunklen Öffnung, den ich durch den Schleier meiner Tränen nicht erkennen konnte. Erst als ich in eine Umarmung genommen wurde, die Wange an der mich Caydens Schlag getroffen hatte Nass wurde und der unverkennbare Duft meines Partners mir in die Nase drang wusste ich, dass es Cayden war. Im ersten Moment verspürte ich den Drang ihn mit wilder Macht von mir zu stoßen, auf seine Brust einzuhämmern bis auch mein Zorn verpufft war, doch dieser rumorte schon längst nicht mehr durch mich hindurch. „Es tut mir so unendlich Leid“ murmelte Cayden, dessen Stimme brüchig klang, da hockten wir also Arm in Arm auf dem Boden unserer Küche und weinten beide um etwas das wir im Inbegriff waren aus den Augen zu verlieren – unsere Beziehung.

      Wir hatten uns am Abend irgendwann ohne weitere Worte von einander gelöst, jeder auf seiner Schlafstatt verbracht, die Bettseite neben mir fühlte sich ohne seinen Körper noch immer so leer an. Heute Morgen hatte ich einen zügigen Ausritt mit Thowra unternommen, beinahe viel zu sehr hatte ich die Stute unten am Strand zu einem Galopp getrieben. Thowra wollte sich danach kaum beruhigen, tänzelte etwas hin und her und blieb noch eine ganze Weile schwer zu bremsen. Erst nachdem wir einen weiteren, dieses Mal kontrollierteren Galopp gewagt hatten mit einer langen folgenden Trab oder eher Töltphase schien Thowra sich zumindest soweit beruhigt zu haben das ich am langen Zügel mit ihr zurück kehren konnte.
      Danach folgte meine morgendliche Runde zu Bucks an die Box, heute schien er weniger aggressiv was das Anlegen seiner Ohren betraf, der Blick seiner Augen schien beinahe Neugierig zu sein. Als ich die Box verließ sah ich gerade Cayden und Ikarus als kleine Punkte, den Hof in Richtung unserer Geländestrecke verlassen, mit einem Schimmel hintendrein der Gwynn sein musste.
      Zwar konnte der Schimmel im Springen nicht unbedingt punkten, doch ein paar Sprünge und Geschicklichkeitshindernisse würden für Abwechslung im Training sorgen. Nach der Runde durch den Stall, in dem ja zur Zeit nur Bucks und Braum standen, letzterer um dem anderen Hengst Gesellschaft zu leisten, musste ich mich auch schon auf den Weg zum hiesigen Flughafen machen.

      Der Flieger landete mit einiger Verspätung, dann endlich am Flughafen von Warschau von hier aus würden mich Maren und vielleicht auch Alex abholen. Am Gate unten erwartete mich jedoch nicht Maren sondern Angy, die mich in Richtung des Gestütes mitnahm – sie erzählte um den Trubel den es zum derzeitigen Zeitpunkt um Peeta gab und Maren es vorzog den Hof so wenig wie möglich zu verlassen. „Na, da bin ich nicht die einzige die im Moment viel um die Ohren hat.“ Die Fahrt ging schnell dahin, am Hof wurde ich wie üblich freundlich begrüßt. „Na da haben sich aber schon wieder einige neue Farbflecke dazu gesellt, oder?“ fragte ich als ich den Blick meiner Augen über die Weide der Stuten gleiten ließ.
      Eine Stute mit schwarzem Kopf und auch so wunderschönen Abzeichen stand nahe des Zaunes und beobachtete uns eingehend „Das da ist Walinka, die erst seit kurzem bei mir ist, aber jetzt führ ich dich mal zu meinem Counterpart zu Katniss – dem Peeta:“ Ich verzog etwas das Gesicht in ihre Richtung „Na Klasse ich nehme an du bist auch so ein Peeta- Fan, bei dem Namen?! Dabei war Gale einfach geil!“ Maren blieb einen Moment stehen, „Gale? Der ist immerhin für den Tod von Prim verantwortlich!“, „Also das die da rein rennt konnte Gale ja wohl schlecht sehen?“ verkündete ich in halb sarkastischem Tonfall. Noch den ganzen Weg bis zu dem wunderschönen Braunwindfarbenen Hengst stritten wir im Spaß über das Buch, bis ich doch kurz inne halten musste.
      „Okay, in Pferdeform gefällt mir Peeta dann doch besser als der aus dem Film“ dabei streckte ich dann seitlich die Zunge zu Maren aus, die mein Grinsen auch etwas schief erwiderte. „Wie er so von Charakter ist brauch ich dir ja nicht mehr zu sagen, haben wir ja alles am Telefon bereits besprochen. Soll ich gleich helfen ihn mit fertig zu machen, dann siehst du wo alles steht für morgen.“ Für dieses Angebot bedankte ich mich bei Maren, schwatzend machten wir uns also daran den Hengst für ein erstes Springtraining vorzubereiten. In der Rittigkeit war Peeta um einiges einfacher als Katniss, sodass ich eine vorherige Bodenarbeit jetzt nicht in den Raum gestellt hatte. Sollte es zu Problemen kommen, konnte ich dies noch immer nachholen.
      Bereits eine halbe Stunde später machte ich mich an den ersten Kreuzer heran – nicht das Peeta nicht schon auf Niveau A war, ich für meinen Teil kannte seine Springmanier jedoch nicht und war auch in letzter Zeit nicht mehr gesprungen. Deshalb begannen wir auch mit kleinen Sprüngen, Trabstangen auf den Boden damit sich Pferd und auch Reiter aneinander gewöhnen konnten. Erst dann half Maren dabei die Hindernisse auf eine Höhe von knapp 1,15 Meter zu bringen – diese Höhe war nur bedingt höher als die Sprünge die der Hengst ohnehin schon kannte. Mit einer mir beinahe unbekannten Kontrollierbarkeit bewegten wir uns auf die erste Kombination heran, ein schneller Rein-raus Sprung.
      Mit einem kräftigen Absprung hievte Peeta uns beide über den ersten Sprung, dabei verlor ich einen meiner Steigbügel, begann etwas zu klammern mit den Beinen und Peeta brach den nächsten Sprung ab. „Woooow“ beruhigte ich den Hengst, oder eben auch mich. Maren kam heran getrabt „Alles okey bei dir?“ „Oh ja, aber mit so einem kräftigen und hohen Absprung hab ich jetzt nicht gerechnet.“ Maren kratzte sich am Hinterkopf „Joa, der war viel Höher als er hätte gemusst.“
      Also sortierte ich mich wieder ein bisschen, nahm die Kombination erneut, war jetzt jedoch mehr vertraut mit dem Absprung des Hengstes und wir kamen ohne weitere Probleme durch den Parcours. Da es hier doch sehr warm noch war, Peeta schon beträchtlich am Schwitzen war brach ich das Training nach dem ersten erfolgreichen Parcours ab und gesellte mich zu Angy in den Schatten.

      Die nächsten Tage beschäftigte ich mich morgens und in den späten Abendstunden mit Peeta, einmal als er vor einem Wassergraben doch mal verweigert hatte warf es mich seitlich aus dem Sattel, ich trug nur einen Schrecken und einen blauen Fleck davon.
      Also widmete ich mich am Abend dieses Tages dem Freispringen am Wassergraben, damit Peeta zu einer gewissen Routine an diesem Sprung gelangte. Dabei nahm ich sogleich die Maximalweite von 3 Metern für den Wassergraben, der aus nichts als einer Plane mit davor gestellten Hindernissen bestand – erst bei wirklichen Turnieren würde sich in ihnen Wasser befinden.
      Ein Training mit Wasser hatte der Hengst jedoch schon öfters mit Maren und Angy gemacht, sodass ich dies nicht zu übernehmen brauchte.Zumal er erst kürzlich von einem Extrem Trail aus Kanada zurück gekehrt war. Am vierten Tag erklärte ich meine Arbeit mit Peeta für vorläufig beendet „Die Hindernishöhe kennt er nun, der weitere Wassergraben stellt keine Probleme dar – jetzt könnt ihr ihn auf weiteren Turnieren vorstellen.“ Maren bedankte sich bei mir, wir nahmen ein gemeinsames Essen ein, dann fuhr in Zurück in mein Hotelzimmer.

      Ursprünglich hatte ich von hier aus vorgehabt zu Vina zu fahren, da Kathi jedoch angerufen hatte der Typ sei aufgetaucht der den Brief vor einiger Zeit geschickt hatte wegen Stormbringer, schnappte ich mir meine Sachen und buchte den nächsten Flieger Richtung Schottland. Am Flughafen schließlich rief ich Vina einfach an, schilderte ihr nun doch meine derzeitige Lage – der Schlag jedoch den Cayden mir versetzt hatte verschwieg ich auch ihr, in diesem Moment war er einfach nicht er selbst gewesen.
      Vina jedoch ließ mich nicht vollkommen ausreden
      „Sarah, an deiner Stelle hätte ich GENAU das selbe getan. Ich kann Kinder auch einfach nicht leiden, sie sind laut, rauben dir nicht nur den Schlaf sondern auch irgendwann nach und nach das Leben, die sabbern und manche von ihnen sind auch einfach dumm wie Stroh – ehe die wieder zu ertragen sind hätten sie mir mehrere Male den Verstand geraubt. Ich bewundere jede Mutter, die das auch nur irgendwie aushält!"dann beruhigte sich Vina wieder, doch ich vernahm noch so etwas wie *nichts als menschliche Affen* und musste dann doch mit dem Grinsen kämpfen.
      Vina ließ mich schlussendlich doch noch Ausreden, kommentierte nicht länger jedes meiner Argumente das gegen ein Kind gesprochen hatten und sprach mir auch Mut zu das Cayden sich wohl auch wieder beruhigen würde. Von Hansi wurde ich dann abgeholt, der mir auch gleich erzählte wie der Typ, der sich mit dem Namen Theodor Quarvel vorgestellt hatte vor zwei Tagen aufgetaucht war.
      “Wir haben ihm erstmal eines der Gästezimmer zugewiesen, ein Glück konntest du so schnell zurück kommen, jetzt wo Cayden weg ist“ Ich riss meine Augen auf, drehte den Kopf Ruckartig in seine Richtung „Weg?“ hauchte ich leise. „Naja nicht für immer, er hat sich kurzfristig Willow geschnappt und ist mit ihr auf einem Wanderritt durch Kanada, veranstaltet von dieser Gwen die auch hier war.“ Ich nickte bedächtig…ja Abstand würde wohl auch ihm gut tun.
    • Ravenna
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      Sosox3 | 2090 Zeichen
      Der Weg nach Schottland gestaltete sich recht gut, doch würde ich dort gleich mal auf die Probe gestellt werden. Mein Wagen rollte auf den Parkplatz und ich wurde schon freundlichst von Sarah empfangen. „Danke das du so schnell kommen konntest“, begrüßte sie mich freundlich. „Star Bucks steht noch in seiner Box. Ich denke ohne Sedierung wird das bei ihm nichts“, erklärte sie mir und ich nickte nur freundlich. Mein Equipment nahm ich aus dem Kofferaum und ich öffnete eines der Seitenfächer, welche mit einem weichen Stoff bezogen waren. Dort waren meine Arzneimittel verstaut, darunter auch das Neuroleptikum, Vetranquil: Ein Granulat zum Sedieren von Pferden.
      „So, dann muss ich das jetzt noch in sein Futter mischen und dann heißt es eine halbe Stunde warten“, sagte ich und gab 4 einhalb Löffel in den Futtereimer, welchen Sarah mir entgegen hielt.
      -
      Nach einer halben Stunde sahen wir nochmal nach dem Rappschecken und fanden ihn deutlich ruhiger vor. „Nimmst du ihn mal raus? Dann kratz ich ihm schonmal die Hufe aus“, bat ich die rothaarige Dame und lächelte freundlich. Star Bucks war ruhiger denn je, und ließ sich auch aufhalftern und sogar rausführen. Sarah lobte den müden Hengst und band ihn an. Ich hatte inzwischen den Hufkratzer in der einen Hand und den ersten Vorderhuf des Hengstes und säuberte diesen ebenso sauber, wie die drei weiteren. Als das Getan war nahm ich mir mein Hufmesser und schnitt viel des alten Horns weg, was mir leicht viel, da ich nicht aus der Übung war. Allerdings wurden die Hufe immer Schwerer, da Star Bucks nun schlaff und müde war und uns alles machen ließ was nötig war. Auch das Raspeln was im Anschluss geschah, musste Bucks über sich ergehen lassen, ohne sich wehren zu können. Im Gesamten verhielt er sich durch die Sedierung ruhig und dies würde noch ein wenig anhalten, auch wenn ich nun fertig war. „Sooo, Miss Kyren. Star Bucks ist jetzt fertig und sollte zufrieden mit seinen neuen Schuhen Sein und er kann auf die Weide oder in die Box, ist ihnen überlassen“, sagte ich und legte ein Leckerli in den Futtertrog des Pottok Ponies.
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  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    Ravenna
    Datum:
    20 Sep. 2015
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    EXIF Data

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    Abstammung

    v.
    Vater
    a.d. Mutter

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    Exterieur
    Rasse
    Pottok Pony
    Geschlecht Wallach
    Geburtsjahr 2008
    Stockmaß 1.46 m
    Deckhaar Rappschecke
    Gencode Ee aa Toto

    Star Bucks ist homozygot auf das Extension-Gen – die Hälfte seiner Fohlen werden, richtig angepaart, Füchse sein. Das Tobiano-Gen trägt er ebenfalls heterozygot, somit ist die Scheckfarbe für seine Fohlen nicht garantiert.


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    Charakter &. Beschreibung

    Bucks ist ein sehr schwieriger Hengst. Er duldet kaum einen Menschen an seiner Seite , geschweige denn auf seinem Rücken. Er wurde wahrscheinlich zu früh ,zu schnell und vorallem zu Grob eingeritten, dies hat er bis heute nicht verkraften können. Bucks zeigt sich nach außen als stark aber innerlich ist er wohl ein sensibelchen.
    Sein wunderschönes Fellkleid rettete ihn immer wieder vor dem Schlachter. Mit seinen Jahren hat er schon einige Besitzer gewechselt, die nie klar mit ihm kamen, oder ihm erst gar keine Chance gegeben hatten nachdem er wie wild durch die Halle gebuckelt war.
    Er ist sehr schreckhaft und unberechenbar noch dazu.

    Mit Geduld und Liebe wird er seinen Weg jedoch im Leben sicher noch finden.


    Herdenverhalten

    Ganz anders als dem Menschen gegenüber zeigt er anderen Pferden kaum ein aggressives Verhalten, manchmal sieht man ihn sogar in zärtlichem Beknappern zusammen mit dem Highlandpony Finlay. Nur in Schrecksituationen "fährt er die Krallen aus" - dies ist jedoch immer seltener zu beobachten. Bedingt durch seine offensichtliche Sehschwäche, ist er sogar teilweise auf die Hilfe des Highlandhengstes angewiesen, doch auch der viel größere Darym scheint ihm eine Stütze zu sein.


    Weitere Infos
    Aggressiv | Menschenscheu | verbessert sich
    HS bisher nicht möglich
    TA | Sedierung nötig
    auf dem rechten Auge blind - links vermutlich Schatten wahrnehmbar

    ________________________________________________

    Zuchtinfos

    Gekrönt/Gekört Ja [] Nein [x]

    Nachkommen


    Besitzer Ravenna
    VKR sweetvelvetrose
    Verkäuflich Ja [] Nein [x]

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    Erfolge &. Qualifikationen

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    52. Wallachschau

    Western [] Englisch []

    Eignung
    Distanz | Springen


    Dressur E
    Springen E
    Military E
    Distanz E
    Rennen E
    Western E
    Fahren E


    Trainingsstand:
    am Boden gearbeitet ab 2015
    anlongiert seit //
    Eingeritten seit //

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    es wird erst einmal auf Vertrauen aufgebaut um von vorn zu beginnen

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