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Zaii

SST's Lakim

* 2011, im Besitz seit 12. August 2013

SST's Lakim
Zaii, 2 Dez. 2016
Cascar, Zion und Occulta gefällt das.
    • Zaii
      Ankunftsbericht
      Pflegebericht

      Gott war das heute kalt. Okay, das war es eigentlich jeden Tag nur heute hatte ich wenig geschlafen und da wirkte es noch schlimmer. Verschlafen rieb ich mir am Steuer nochmal die Augen. Kurze Zeit später war ich auch schon am Hof und parckte meinen Wagen. Dann stapfte ich durch den Schnee und holte Bloodi aus ihrer Box. Ich putzte die Stute nochmal schnell und zog ihr dann ihre Weidendecke an. Die kleine stand gerade noch allein, doch später würde sie zuwachs durch drei, neue Stutfohlen bekommen. Code hatte ich vor ein paar Tagen von Wiennie erworben. Ich und sie hatten ausgemacht, dass sie sie mit den anderen Fohlen bringen würde. Ich schippte die Einfahrt frei, dass die Hänger später besser halten könnten. Ich stellte die Schaufel weg und ging dann Bloodi's Box ausmisten. Dann streute ich die Boxen für die Fohlen mit ein und wartete noch kurz. Dann hörte ich schon den ersten Hänger. Es war Wiennie mit Code. Ich lief ihr entgegen und begrüßte sie herzlich, dann holten wir das Fohlen aus dem Hänger. Wir banden sie vor ihrer Box an und zogen ihr die Transportgarmaschen aus, bevor wir sie zu Bloodi brachten. Code lief zu Bloodi, welche erstmal das weite ergriff. Sie war mit der Situation ein bisschen überfordert. Dann hörte ich auch schon den nächsten Hänger. Dyani stand schon ausgeladen neben Alicia. Ich freute mich die kleine endlich wieder bei mir zu haben. Sie kam ja auch aus meiner Zucht und ihre Eltern gehörten auch mir. Die Familie betrug mehere Mitglieder. Die Halbgeschwister des Fohlen stand ja auch hier. Wenn sie größer wird, dann würde sie zu ihnen kommen. Ich zog, vor ihrer Box, die Transportgarmaschen runter und brachte das Stutfohlen auf die Weide. Wiennie war schon nach Hause gefahren und nun fuhr auch Alicia. Ihr Transporter war gerade vom Hof als der letzte ankam. Crush mit Lakim. Bei ihr lief es genauso ab wie bei den anderen beiden. Als ich Lakim jedoch auf die Weide brachte holte ich Bloodi und putzte sie dann nochmal. Danach satteltete ich sie und ritt sie ein bisschen im tiefen Schnee einer leeren Weide. Die Stute genoss dies. Danach ging es noch in die warme Halle um ein bisschen aufzutauen. Danach brachte ich die Stute in ihre Box. Die Zeit war rasend vergangen und der Tag war schon 2Stunden älter. Ich holte schlussendlich auch die Fohlen rein und füttertete alle, dann fuhr ich heim.
      Friese
    • Zaii
      Basispaket
      Hufschmiedsbericht

      Heute sah ich mir Lakim's Hufe an. Ich war schon auf dem Hof, denn ich hatte vorher schon einige andere Pferde überprüft. Ich streichelte sie kurz, bevor ich meine Werkzeuge holte. Zuerst machte ich einen Probeschnitt, bei dem ich feststellte, dass ziemlich viel ausgeschnitten werden musste. Dann entfernte ich das viele lose Sohlenhorn von allen Hufen. Danach raspelte ich noch eine Weile an ihren Hufen herum, und schon war auch das abgeschlossen. Ich ließ sie probeweise ein wenig herumlaufen. Die Hufe waren jetzt wieder in Ordnung. Ich klopfte ihr kurz auf den Hals und gab ihr eine Möhre. Kurz darauf verabschiedete ich mich auch von ihr.
      Helly25
    • Zaii
      Willkommen im neuen Zuhause!
      Pflegebericht, 14. September 2013

      Brummelnd sahen mir Dreamie und Talitha entgegen, als ich Richtung Offenstall lief. Ich begrüßte die beiden Hannoveraner, ehe ich mich daran machte, die Heuraufe zu füllen. Ich konnte gerade noch das Gitter schließen, bevor Dreamie seinen Kopf hineinstrecken konnte. Beleidigt trottete er davon, kam aber wenig später wieder zurück – immerhin gab es Frühstück!
      Während meine beiden Jungpferde fraßen, äppelte ich Auslauf und Offenstall ab, danach machte ich mich auf den Weg zum Hengststall, wo ich auch schon erwartet wurde. Die beiden Hengste hatten ihre morgendliche Heuration noch vor meinen „Kleinen“ bekommen und dementsprechend war Adrian auch schon fertig und sah mir nun neugierig aus seiner Box entgegen. Sein Boxennachbar Eisvogel hingegen kaute noch auf ein paar Halmen herum. Ich schnappte mir Adrians grünes Halfter, das vor der Box hing, streifte es ihm über und öffnete die Box, nachdem ich einen Strick am Halfter befestigt hatte. Mit gespitzten Ohren streckte mir Adrian seinen Kopf entgegen, auf der Suche nach Leckerlis. Trotzdem blieb er in der Box stehen bis ich ihn aufforderte, heraus zu treten. Ich führte den Lusitano auf eine der kleineren Weiden, neben dem Misthaufen. Der Weg am Offenstall der Jungpferde vorbei brachte Adrian etwas aus dem Konzept, da Talitha mittlerweile in einem Alter war, in dem sich die Rosse ankündigte – ein Glück reagierte Dreamie noch nicht darauf - doch einmal auf der Weide widmete er sich lieber dem dürren Gras, das noch übrig war. Die Sonne hatte die letzten Wochen eine unglaubliche Kraft gehabt und auch, wenn die Temperaturen mittlerweile schon wieder kühler wurden, so hatte sich das Gras noch nicht vollständig von der Trockenperiode erholt. Nach Adrian führte ich Eisvogel auf die benachbarte Weide. Die beiden Hengste kannten sich, seit Adrian mit einem halben Jahr auf meinen Hof gekommen war, doch seit Adrian kein Fohlen mehr, sondern mittlerweile Hengst ist, stellte ich die beiden lieber getrennt nach draußen. Zu oft hatten sich die beiden schon gezankt und ich wollte nicht auf ernsthafte Verletzungen warten.
      Zurück bei den Jungpferden halfterte ich Dreamie auf, ich wollte heute die Lektionen des Fohlen ABCs, das er auf der HeartlandFarm gelernt hatte, mit ihm üben. Dreamie folgte mir willig, als ich ihn Richtung Hauptstall führte, nur Talitha, die alleine zurück bleiben musste, schien gar nicht zufrieden zu sein. Mit lautstarkem Gewieher machte sie ihrem Unmut Luft, was auch meine beiden Hengste einstiegen ließ. Dreamie, den ich auf der Stallgasse angebunden hatte, stand mit gespitzten Ohren da und gab sein helles Gewieher dazu. „Super, sonst noch jemand?“, murmelte ich vor mich hin, als mein Handy klingelte. Ernsthaft jetzt? Aber als ich hörte, wer am Telefon war, war ich sofort wieder konzentriert. Während ich Dreamies Putzsachen aus der Sattelkammer holte, unterhielt ich mich mit Friese. Sie hatte einige Pferde verkauft und nach einigem Feilschen auch mir eines: Lakim. Die junge Mixstute war mir schon bei einer früheren Verkaufsanzeige aufgefallen, doch damals hatte ich mir mit Talitha und Dreamie erst zwei junge Pferde zugelegt. Als sie nun wieder zum Verkauf stand konnte ich nicht anders, den eine Koppelfreundin für Talitha fehlte mir sowieso noch und außerdem war die junge Stute mit ihrer interessanten Farbe und der grandiosen Abstammung, war sie doch ein direkter Nachkomme des berühmten Cadocs, geradezu prädestiniert, später selbst das ein oder andere Fohlen auf die Welt zu bringen. Friese kündigte sich für den Nachmittag an, sie hatte sich meinen Hof zwar schon einmal angeschaut, wollte Lakim aber vorbei bringen. Nachdem ich mich von Friese verabschiedet hatte, widmete ich wieder Dreamie. Der junge Hengst drehte interessiert die Ohren in meine Richtung, als ich begann, ihn mit einer weichen Bürste zu striegeln. Jackie hatte auf ihrer Farm ganze Arbeit geleistet, mein Junghengst hatte schon beim Anbinden keine Probleme gemacht und entspannte sich auch jetzt, beim Putzen, recht schnell. Nach dem Überbürsten folgte das Hufe auskratzen. Ich war auf ausschlagen gefasst, doch außer leichten Druck zum Anheben brauchte es nichts und es passierte auch nichts. Nachdem ich auch die beiden Hinterhufe ohne Probleme säubern konnte, lobte ich meinen „Kleinen“ ausgiebig. Ich war wirklich zufrieden und beschloss, es damit für heute gut sein zu lassen. Nachdem ich Dreamie zurück in den Offenstall geführt hatte, machte ich mich auf den Weg zur Weide, auf der Adrian graste. Mit Talitha hatte ich gestern etwas Schrecktraining gemacht und da sie erst 2 Jahre alt war, hatte sie heute frei – überfordern wollte ich schließlich keines meiner Pferde.
      Adrian trottete beleidigt neben mir her, schließlich hatte ich ihn viel zu früh wieder von der Weide geholt. Nachdem er im Stall angebunden und gestriegelt worden war, sattelte und trenste ich den Rappen. In der letzten Zeit hatten Adrian und ich uns auf einigen Dressurturnieren versucht, leider ohne Erfolg. Trotzdem sollte er heute mal wieder etwas anderes als den Reitplatz sehen und so hatte ich mich zu einem gemütlichen Ausritt in den Wald entschieden. Nachdem auch die Gamaschen angebracht waren und ich nochmal die Fliegenhaube zu Recht gezupft hatte, gurtete ich ein Loch nach und saß dann im Hof auf. Am langen Zügel stapfte Adrian vom Hof, die Ohren entspannt nach vorne baumelnd. Der Ritt durch den Wald war ereignislos, bis auf das Zusammentreffen mit einem Trupp der Bundeswehr der einen seinen Märsche unternahm. Die kräftigen Männer kreuzten unseren Weg und Adrian starrte sie mit hoch erhobenem Kopf an, entspannte sich aber schnell wieder, als einer der Männer ihm ein Stückchen Apfel darbot. Ansonsten schien Adrian den Waldspaziergang zu genießen und auch das kurze Planschen in einem Bach, den wir durchquerten machte ihm Spaß.
      Zurück auf dem Hof nach ich meinem Hengst Sattel, Trense und Gamaschen ab und spritzte seine Beine mit dem Schlauch ab, ehe er – endlich – wieder auf die Weide durfte.
      Gerade, als ich den Strick neben dem Weidetor abgelegt hatte rollte ein großes Auto mit Hänger auf den Hof und hielt auf dem Parkplatz. Aus dem Hänger drang helles Wiehern und ungeduldiges Hufescharren. Ich lief Friese entgegen und nachdem wir uns begrüßt hatten, beschlossen wir, dass sich die Jungtiere auf der Weide kennen lernen sollten. Ich führte also nacheinander zuerst Tali, dann Dreamie auf die Weide, die dem Hengststall am nächsten war, während Friese unterdessen Lakim auslud und die tänzelnde Zweijährige auf die angrenzende Weide brachte. Während Dreamie auf der Weide seine Runden zog und unbedingt spielen wollte, stand Talitha brummelnd am Zaun und schien äußerst interessiert an dem Neuzugang. Lakim wiederum trabte aufgeregt umher, ihre Koppelnachbarn interessierten sie noch nicht. Friese und ich sahen dem Treiben auf den Weiden noch ein Weilchen zu, Lakim beruhigte sich schnell und machte auch schon die ersten Schritte Richtung Zaun, wo immer noch Talitha stand. Wir waren zufrieden und ich lud Friese ins Büro ein, um das Geschäftliche zu klären. Nachdem alle Dokumente unterzeichnet waren half mir Friese noch, das wenige Zubehör von Lakim auszuladen, dann verabschiedete sie sich von mir und rollte mit dem Auto vom Hof, während ich mich schon wieder auf den Weg zu den Jungpferden machte. Unglaublich, jetzt hatte ich doch tatsächlich einen Dark Intention-, einen Branagorn- und einen direkten Cadoc-Nachkomme in meinem Stall stehen! Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen und beobachtete die beiden Stuten, die sich mittlerweile schon vorsichtig ihre Nasen entgegen reckten. Dreamie hingegen trottete zu mir an den Zaun, es war ja möglich, dass ich ein Leckerli dabei hatte! Ich kraulte meinen jüngsten zwischen den Ohren, die Stuten schienen sich gut zu verstehen und trabten schon nach kurzer Zeit gemeinsam am Zaun entlang. Ich entschied mich, Talitha umzustellen, wobei mir Dreamie zum Glück nicht in die Quere kam, er war es gewohnt, dass ich Tali immer zuerst von der Weide holte. Lakim kam ruhig an den Zaun getreten, als ich mit der Hannoveranerstute die Weide betrat. Die beiden Stuten schienen sich gut zu ergänzen, Lakim war eine treue Seele und meist brav, während Talitha mit neugierig und mutig zu beschreiben war. Ich löste den Strick von Talithas Halfter und nach anfänglichem Gequietsche und Schweifschlagen knabberten die beiden Stuten schon bald nahe dem Zaun am Gras, sodass sich auch Dreamie dem zaunnahen Gras widmete. Ich wendete mich wieder von den Weiden ab und machte mich stattdessen auf den Weg zu Eisvogel, der gerade Adrian über den Zaun hinweg angiftete. Diese beiden.. konnten nicht mit, aber auch nicht ohne einander! Ich holte Eisvogel von der Weide, dankbarer Weise stand dem Hengst nicht der Sinn nach Fangspielen. Im Stall band ich ihn auf der Stallgasse an und nachdem der Rappe gestriegelt und außerdem die Hufe und das Langhaar gesäubert und von Dreck befreit waren, befestigte ich eine Hengstkette am Halfter – sicher ist sicher – und wir verließen anschließend den Stall. Auch diesmal entschied ich mich, den an den Hof angrenzenden Wald zu nutzen, denn bisher hatten mein „Senior“ und ich noch nicht die Möglichkeit gehabt, das neue Gelände auszukundschaften. Schon nach einem kurzen Stück auf dem Waldweg verließen wir diesen und bahnten uns unseren eigenen Weg quer durch den Wald. Eisvogel folgte mir aufmerksam und Dank seinem rassetypischen Gehwillen kamen wir trotz unwegsamen Gelände zügig voran und hatten auch beide unseren Spaß am Spaziergang, der außer einem gefährlichen, von einem Sturm losgelösten, toten, Baumstamm nichts aufregendes zu bieten hatte. Nach einem ausgiebigen Spaziergang kehrten der Isländer und ich zurück auf den Hof. Ich kontrollierte die Hufe des Hengstes nochmals, dann entließ ich ihn in seine Box und holte anschließend auch Adrian wieder in den Stall. Mittlerweile war es schon Nachmittag und die Wettervorhersage sollte Recht behalten, denn der Wind wurde stärker und würde heute wohl noch Regen bringen. Während Adrian und Eisvogel sich über die Boxentüren hinweg zu brummelten verließ ich den Hengststall und machte mich daran, die Jungpferde zurück in den Offenstall zu bringen. Ich war schon etwas nervös, da nun auch Dreamie und Lakim direkt aufeinander treffen würden, trotzdem versuchte ich mein bestes, mir die innere Unruhe nicht anmerken zu lassen. Zuerst führte ich die beiden jungen Stuten zurück. Mit Talitha rechts und Lakim links neben mir hatte ich zwar etwas zu tun, aber Talitha schien meiner neuen Stute Sicherheit zu geben und so konnte ich den beiden vor dem Offenstall problemlos die Halfter abnehmen und sie laufen lassen. Anschließend folgte Dreamie, der mir auf der Weide zwar schon missmutig entgegen brummelte, sich aber ohne Probleme führen ließ. Trotzdem entschied ich, ihm das Halfter anzubehalten. Ich schloss das Tor, machte den Hengst vom Strick los und wartete, doch glücklicherweise kam es zu keinen Kämpfen. Dreamie näherte sich Lakim zwar zuerst einmal mit angelegten Ohren, wurde von Talitha aber zu Recht gewiesen und damit schien alles geklärt zu sein. Ich füllte die Heuraufe im Jungpferdetrakt auf, dann verteilte ich die Futterrationen an meine Hengste, wobei diese heute nur aus Heu und etwas Mineralfutter bestand.
      Das zufriedene Malmen der Pferdemäuler wurde von einem Heulen des Windes unterstrichen. Nachdem ich die Außentüren der Hengstboxen nochmals kontrolliert hatte verließ ich den Stall, auch die Jungpferde hatten sich nach dem Fressen in den Stall zurückgezogen und standen dort entspannt zusammen. Ich war äußerst glücklich, dass es mit der neuen Herdenkonstellation keine nennenswerten Probleme gab und Dreamie damit noch eine Weile mit gleichaltrigen zusammenstehen konnte, war er doch das jüngste Tier auf meinem Hof.
    • Zaii
      Heimkehr eines alten Freundes
      Pflegebericht, 22. Oktober 2013

      „Danke, Zasa!“, entgegnete ich, als diese uns eine gute Heimfahrt wünschte. Ich stieg in mein Auto und zusammen mit einem neuen Pferd im Hänger rollte ich vom Gelände des Rettungshofes. Doch ein „neues Pferd“ war Soul Eater für mich eigentlich nicht. Ich hatte den schicken Irish Draught-Hengst einst an Zasa verkauft, da ich zu dieser Zeit mehrere Pferde besaß und dem Potential des Schecken so nicht gerecht werden konnte. Nach nicht mal einem Jahr allerdings hatte ich den Hübschen im Internet in einer Verkaufsanzeige entdeckt. Zunächst hatte ich auf ein gutes Zuhause gehofft, doch als sich herausstellte, dass Soul Eater mittlerweile auf einem Rettungshof stand dauerte es nicht lange und ich kündigte bei Zasa und der Hofbesitzerin an, dass ich den Guten mit mir und zu mir zurück nehmen würde. Zasa war einverstanden, denn sie würde nach Australien auswandern und konnte dorthin nicht alle Tiere mitnehmen.
      Auf dem Hof parkte ich Auto samt Hänger neben dem Gutshaus und wurde erst mal von meinen drei Jungpferden begrüßt, die mich natürlich sofort erblickt hatten. Während Talitha und Lakim sich wieder dem taufeuchten Herbstgras widmeten und Dreamie mir am Zaun entlang folgte, machte ich mich auf den Weg zum Hengststall, wo auch Dark Dreamer später einmal stehen würde. Aus ihren Boxen blickten mir bereits Adrian und Eisvogel entgegen, zweiter noch mit dem morgendlichen Heu in der Maulspalte. Ich halfterte die beiden auf und führte sie dann nacheinander auf die beiden kleinen Weiden neben dem Hengststall, Adrian auf die mittlere. Laut Zasas Aussage hatte sich Soul Eater nicht verändert, was das Verhalten anderen Hengsten gegenüber anging und so würde ich ihn wahrscheinlich nicht mit einem der anderen Hengste vergesellschaften können. Zudem kannten sich die Drei schon, Eisvogel und Adrian hatte ich schon, als ich Soul damals gekauft hatte. So weit, so gut. Ich machte mich auf den Weg zurück zum Hänger, wo Soul sogleich lautstark zu Wiehern begann, als er mich hörte. Ich öffnete die Klappe und trat zu dem Hengst in den Hänger. Sein Verhalten war so typisch für ihn, die Ohren gespitzt und den Kopf etwas gesenkt, schob er mir sein Maul entgegen und brummelte in meine Hand. Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen, er trug seinen Namen einfach zu Recht! Nachdem sich das Irish Draught ein paar Streicheleinheiten abgeholt hatte, machte ich ihn los und führte ihn rückwärts aus dem Hänger. Wieder mit ebenem Boden unter den Hufen sah sich Soul mit hocherhobenem Kopf um, folgte mir aber bereitwillig, als ich ihn auf die Weide neben Adrian führte, welche größer war, aber auch am weitesten vom Stall entfernt. Ungewöhnlich problemlos ließ Soul mich den Strick vom Halfter lösen, ehe er kehrt machte und mit großen Sprüngen über die Weide setzte. Sofort hatte Adrian ihn entdeckt und auch bei Eisvogel dauerte es nicht lange. Während Adrian noch mit gespitzten Ohren am Zaun stand, drehte Eisvogel drüben seine Runden, die Ohren nach hinten kippend und mit gestelltem Schweif. Soul Eater machte sich gerade auf den Weg zum Zaun, zu Adrian. Ich stand noch immer auf Souls Weide, denn ein gerne mal dominanter Soul und ein eher leichtsinniger Adrian waren möglicherweise nicht die beste Mischung. Aber immer noch besser als eine direkte Konfrontation mit Eisvogel, denn auch wenn der Isländer im Umgang, sei es mit Mensch oder Tier, eigentlich unproblematisch war, so hatten er und Soul sich doch bereits die ein oder andere Rauferei geleistet, wobei auch schon manche Schrammen davon getragen wurden. Adrian hingegen war bei Souls Verlassen noch mehr Jungpferd als Hengst gewesen und so war ich gespannt, was nun passieren würde. Während ich langsam am Zaun entlang ging, um notfalls eingreifen zu können, dass dies schief gehen konnte, dem war ich mir durchaus bewusst, reckten Soul und Adrian gerade die Hälse und stupsten sich an die Mäuler. Beide Hengste quietschten, Ohren wurden angelegt und Soul stieg einmal leicht. Ich war aufs Äußerste angespannt, doch hier schien es zu keiner größeren Auseinandersetzung zu kommen, Adrian senkte den Kopf und schnaubte auf den Boden, wie eine Stute. Er unterwarf sich, was mich dann ehrlich gesagt doch etwas überraschte, und Soul schien zufrieden mit sich. Nach einigen Minuten, in denen immer wieder einer der beiden die Nase zum anderen hinüberstreckte, widmete sich Soul nun dem Gras und Adrian tat es ihm nach. Ich verließ die Weide und beobachtete Eisvogel, der die ganze Zeit mit schlagendem Schweif am Zaun gestanden und das Treiben mit angesehen hatte, mittlerweile aber auch wieder graste.
      Ich machte mich auf den Weg zum Jungpferdestall, wo mir alle Drei bereits entgegen sahen. Ich halfterte zunächst Lakim auf, die junge Mixstute konnte, genau wie Talitha bald gearbeitet und somit an die Longe herangeführt werden. Heute aber stand nur ein Spaziergang an, für weiteres wollte ich mir professionelle Hilfe holen. Nachdem ich die junge Stute übergeputzt hatte, was sie bereits problemlos machen ließ, ersetzte ich ihr Stallhalfter durch ein schwarzes Lederhalfter, den Strick durch eine Führkette und los ging es. Lakim trat ruhigen Schrittes neben mir her, die Ohren gespitzt, aber immer sehr auf mich bedacht. Der Weg durch den Wald war kühl, auch wenn die Temperatur momentan fast wieder 20°C betrug. Nach einer halben Stunde kamen Lakim und ich wieder auf dem Hof an und da Lakim total entspannt war, beschloss ich, noch mit ihr in die Halle zu gehen. In die Halle deshalb, da ich zunächst keine Faktoren von außen wollte, die die Zweijährige möglicherweise abgelenkt hätten. Nachdem ich das Tor sicher verschlossen hatte stellte ich Lakim auf X, ehe ich sie vom Strick machte. Nach meiner Aufforderung, mir zu folgen, lief die Cadoc-Tochter mir gleichmäßig hinterher und folgte mir durch jede Kurve, die ich machte. Ihr treuer und braver Charakter machten es leicht, mit ihr nur durch Lob zu arbeiten. Nachdem auch einige Richtungswechsel die Stute nicht von mir trennen konnten, begann ich zu joggen und animierte Lakim mit der Stimme, in Trab zu fallen. Gemächlich setzte sich diese in den Trab und folgte mir auch in dieser Gangart. Nach ein paar Runden wurde ich wieder langsamer und nachdem auch Lakim durchpariert war, lobte ich sie und beschloss, dass es genug für heute war. Ich nahm Lakim wieder an die Führkette, führte sie auf den Putzplatz vor dem Hauptstall, wo ich sie nochmals überstriegelte, die Hufe kontrollierte und ein paar kleine Zweige aus dem Langhaar entfernte. Danach entließ ich Lakim wieder zu den zwei Hannoveranern, nur um mir sogleich Talitha zu schnappen und auch mit ihr in die Halle zu gehen, nachdem ich sie gestriegelt hatte. Dreamie wollte ich heute nicht arbeiten, die Zeit mit Lakim alleine würde ihm sicher auch gut tun, stellte sich doch normalerweise oftmals Talitha zwischen die Annäherungsversuche der beiden. In der Halle wiederholte ich das Programm, welches ich auch schon mit Lakim gemacht hatte und auch der Schecke arbeitete gut und willig mit, worauf hin ich bei Talitha noch einen Schritt weiterging und damit begann, sie an der langen Führkette um mich herum gehen zu lassen. Zunächst schien der Hannoveraner verwirrt, wieso ich sie wegschickte, außerdem wollte sie jedes Mal wissen, ob ich denn etwas in meiner Hand versteckt hielt, als ich diese ausstreckte, um sie von mir weg zu treiben. Doch nach etwa 10 Minuten hatte Talitha bereits verstanden, was ich von ihr wollte und schaffte es, auf beiden Händen ein paar Runden um mich zu drehen. Ich war mehr als zufrieden und lobte die Jungstute, ehe ich sie nochmals überstriegelte und die Hufe kontrollierte. Nachdem ich der Tigerscheckin noch ein Leckerli zugesteckt hatte, ließ ich sie zurück in den Offenstall, wo sie von Dreamie und Lakim bereits erwartet wurde.
      Während die Warmblüter sich gegenseitig anbrummelten, machte ich mich auf den Weg zurück zu den Weiden der Hengste. Auch hier war alles friedlich, also holte ich Eisvogel von der Weide und führte ihn zurück in den Stall. Dort striegelte ich den glänzenden Rappen, legte ihm Gamaschen an und trenste ihn anschließend auf. Eisvogel wollte ich heute longieren und an den Stimmkommandos arbeiten. Auf dem Platz angekommen schickte ich Eisvogel zuerst im Schritt um mich herum, danach im Trab, locker entspannt ließ der Hengst den Kopf während des Warmlaufens fallen. Als ich ihn schließlich dazu aufforderte, vermehrt seine Hinterhand einzusetzen trat Eisvogel von selbst in die Versammlung. Bei dem Naturtölter hatte es nach seinem TSV- Aufenthalt lange gedauert, bis er Tölt und Trab wieder unterscheiden und bewusst und gewollt in beiden Gangarten gehen konnte, als es gefordert wurde, doch mittlerweile trabte Eisvogel auf Stimmkommando an und brachte den Tölt nur, wenn gefordert. Ich ließ den Isländer aus dem Trab durchparieren, um ihn dann aus dem Stand anzugaloppieren. Der Hengst schnaubte ab, während er mit schwungvollen Tritten um mich herum ging. Ich war zufrieden, sowohl die Übergänge, als auch die Reaktion auf Stimmkommandos waren trotz momentan passiven Trainings perfekt. Nachdem ich die Grundgangarten mit Übergängen auf beiden Seiten gefordert hatte, ließ ich ihn noch an der Hand neben mir tölten, während ich über den Platz joggte. Eisvogel hatte die Ohren gespitzt und hielt mein Tempo problemlos mit, wovon andersrum nicht mehr die Rede gewesen wäre, wenn Eisvogel schneller geworden wäre. Ich lobte den Hengst, den Pass wollte ich heute nicht mehr fordern. Der Fünfgänger erfüllte den Traum eines jeden Gangpferdereiters, war er doch fein im Maul und bereits auf ein aufbaufähiges Level ausgebildet, doch für mich, die mit ihm ihr erstes Gangpferd besaß war er fast zu viel. Trotzdem würde ich ihn nicht verkaufen, frühere Verkaufsanzeigen brachten kein zufriedenstellendes Ergebnis und so wollte ich mir lieber einen Trainer suchen, der mir auf Eisvogel weiterhelfen konnte. Nachdem ich dem Hengst auf der Stallgasse Gamaschen und Trense abgenommen hatte und die Hufe nochmals kontrolliert hatte ließ ich Eisvogel in seine Box. Es war bereits später Nachmittag und bald stand die abendliche Fütterung an. Nachdem ich Adrian, dem ich heute ebenfalls einen Ruhetag gegönnt hatte, in den Stall gebracht hatte, verteilte ich Heu und Mineralfutter in die drei Boxen im Hengsstall, sodass Souls Boxenbezug nachher nicht die größte Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde. Der Irish Draught-Hengst würde in die Box neben Eisvogel kommen, auch wenn die Hengste nicht sonderlich grün miteinander waren. Die Boxen des Hengststalls waren so gebaut, dass zwar jedes Tier aus der Box sehen und seinen Kopf über die Boxentüre strecken konnte, allerdings nicht die Möglichkeit bestand, dass Körperkontakt aufgenommen werden konnte. Während also Eisvogel und Adrian sich ihrem Futter widmeten betrat ich mit Soul den Stall, Adrian brummelte kurz, während Eisvogel kaum den Kopf hob. Ich war erleichtert und zufrieden und entließ Soul in seine Box, wo auch er sogleich zu fressen begann. Ich sah Soul noch eine Weile zu, der sich trotz neuem Stall und alten Bekannten ruhig verhielt und gelassen wirkte, dann verließ ich den Stall und machte mich auf den Weg zum Offenstall der Jungpferde, auch meine „Kleinen“ wollten gefüttert werden. Nachdem ich auch hier das Heu in der Heuraufe verteilt hatte, schaute ich nochmal in den Hengsstall, doch hier war glücklicherweise alles ruhig. Also verschloss ich die Tür, ehe ich mich zurück zum Gutshaus machte, wo auch ich etwas zu essen bekommen würde.
    • Zaii
      Fohlen-ABC
      Ausbildungsbericht, 23. Dezember 2013

      Ausbildungsfarm Heartland

      Gwen saß müde am Frühstückstisch und trank ihre heiße Schokolade. Die Umstellung, nun täglich von 8 bis 20 Uhr im Stall zu sein, war wirklich extrem. Sie hatte das Gefühl, dass ihr Muskelkater gar nicht mehr verschwand. „Wie läufts eigentlich mit Sugar Dream?“ fragte Lou sie, als Gwen gerade ihr Brötchen aufschnitt. „Gut, inzwischen hat er schon genug Vertrauen zu mir aufgebaut, so dass wir bald mit der Longenarbeit anfangen können.“ lächelte Gwen und machte flott ihr Brötchen fertig. Das Schöne von Heartland war, dass jeden Tag etwas Neues passierte, denn auch heute kam schon wieder ein neues Pferd an, genauer gesagt ein Fohlen. Da Amy heute aber in der Stadt unterwegs war, nahm Sarah Gwen unter ihre Fittiche. Nach dem Frühstück gingen die beiden raus in den Stall und kümmerten sich erst einmal um die Boxen. Sarah streute schon die Box für den Neuankömmling frisch ein, während Gwen noch die letzte Schubkarre zum Mist fuhr. „Wer ist denn der/die Neue?“ fragte Gwen neugierig und Sarah erzählte ihr von einer kleinen Warmblutstute namens Lakim. „Wenn du magst, kannst du heute Nachmittag auch direkt mit ihr arbeiten.“ lächelte Sarah die Praktikantin an und sorgte für einen Platz in der Sattelkammer. Denn schon eine halbe Stunde später fuhr ein Jeep mit Pferdehänger auf den Hof. Gemeinsam mit Sarah begrüßten sie die Besitzerin Zaii und nahmen die kleine Lakim entgegen. Das Fohlen schien sich schwer zu tun, sich von seiner Besitzerin zu trennen, so dass Zaii sie mit in den Stall begleitete. „Sie braucht eine feste Bezugsperson, aber ansonsten ist sie wirklich ein Traum von Pferd.“ schwärmte Zaii und Gwen konnte sie vollkommen verstehen. Lakims Blick war liebevoll und sanftmütig, aber ihr besonderes Kennzeichen war eigentlich die außergewöhnliche Fellfarbe. Während Zaii und Sarah sich um das Geschäftliche kümmerten, blieb Gwen noch ein wenig bei dem Fohlen in der Box, damit es am Anfang nicht so alleine war. Die Kleine hatte die Box neben Sugar Dream bezogen, welcher ihr aufmunternd zubrummelte. Gwen lächelte und begrüßte den jungen Vollbluthengst mit einer Möhre. Danach wurde auch Lakim mutiger und holte sich bei Gwen ein Leckerli ab. „Nachher beschäftige ich mich ein wenig mit dir.“ versprach Gwen, wuschelte dem Fohlen einmal sanft durch den buschigen Schopf und verließ dann die Box. Sie wollte vorher noch mit Sarah absprechen, weswegen die kleine Stute denn überhaupt hier war, damit sie sich einen groben Arbeitsplan aufstellen konnte. Außerdem sollte heute Abend noch ein Araberhengst kommen, so dass sie sich noch ein wenig Zeit übrig lassen sollte.
      Der Stand der Dinge war, dass Lakim sich bereits führen und putzen ließ. Manchmal haperte es noch beim Hufe geben, aber das war bei den meisten Fohlen so, denn es fehlte einfach noch die Koordination der restlichen drei Beine, um sicher das Gewicht verteilen zu können. Stattdessen sollte die Kleine an Longe und Hänger gewöhnt werden. Doch vorher wollte Gwen sich ein wenig mit der Stute anfreunden. Zur Bestechung packte sie sich einige Leckerlies ein und halfterte Lakim dann auf. „Dann machen wir mal einen kleinen Spaziergang.“ lächelte sie und führte Lakim aus der Box. Die junge Dame blickte sich unruhig um, denn ganz Heartland war für sie fremd. Einerseits entdeckte man so in ihren Augen Misstrauen und ein wenig Angst, andererseits stach auch die Neugier hervor. „Ich weiß wie du dich fühlst.“ seufzte Gwen und dachte an ihren ersten Tag auf Heartland zurück, es war komisch gewesen, so weit von zu Hause weg zu sein und dem Fohlen ging es bestimmt nicht anders. Lakim war schon zwei Jahre alt und dennoch schien sie die weiße Schneepracht faszinierend zu finden, denn sie lief fast unentwegt mit den Nüstern im Schnee umher. Sie schien vor kaum etwas Angst zu haben, aber von dem einwandfreien Charakter hatte ja bereits ihre Besitzerin schon berichtetet. Gwen entschied sich für einen kleinen Rundgang über die Ranch und danach noch ein Stückchen in den Wald. Schließlich hatte Lakim auch eine lange Fahrt hinter sich und Fohlen konnte man nicht so schnell auspowern. Die kleine Stute war fasziniert von den anderen Pferden, welche über die Weiden tollten. Einmal blieb sie wie angewurzelt stehen und Gwen bekam sie nicht mehr vom Fleck. Der Grund dafür war das Schauspiel, welches sich vor ihnen abzeichnete. Die Fohlen Findus und Par Deux zankten sich gerade und schienen spaßeshalber die Rangordnung klarstellen zu wollen. Solche Eigenheiten schien Lakim noch nie gesehen zu haben, umso faszinierte war die Stute von dem Ereignis. Ich ließ sie in Ruhe zuschauen und als sie genug gesehen hatte, kam sie von alleine wieder mit. Auch im Wald bewies sie ihre Ausgeglichenheit. Denn kein Rascheln von Wildtieren oder Schnee brachte sie aus der Fassung. „Du wirst später mal ein absolutes Verlasspferd.“ lächelte Gwen und freute sich darüber, dass die Stute so gar keine Probleme aufzeigte. Ruhige Spaziergänge wären damit wohl abgehakt, denn Lakim zuckte vor kaum etwas zurück und wenn doch einmal etwas neu war, dann wurde es eingehend betrachtet und angeprustet, bis man sich sicher sein konnte, dass es einem nichts tat. Gwen war eine Weile mit der Stute unterwegs, ehe sie wieder auf der Ranch ankamen. „So meine Kleine, für heute lasse ich dich erst einmal in Ruhe.“ lächelte sie und ließ die Stute in ihre Box, um ihr noch das Halfter abzunehmen. Schnell füllte Gwen das Heunetz frisch auf und bereitete für Lakim noch eine kleine Portion Fohlenmüsli mit Äpfeln und Bananen vor. Um noch eine bessere Vertrauensbasis zu schaffen, setzte sich Gwen mit dem Futtereimer in Lakims Box und verbrachte dort noch eine Weile, um der Stute zu zeigen, dass sie nicht alleine war. Lakim schien es auch sehr zu gefallen, noch jemanden mit in ihrer Box zu haben, welcher auf sie aufpasste, gerade jetzt, wo sie ganz alleine in einem fremden Stall stand. Leider konnte Gwen nicht die ganze Zeit bei Lakim bleiben, so dass sie sich bald verabschiedete und sich wieder an die Arbeit machte.
      Gwen
    • Zaii

      Longenarbeit

      Ausbildungsbericht, 23. Dezember 2013

      Ausbildungsfarm Heartland

      Als Gwen heute aus dem Fenster blickte, wurde sie von einem herrlichen Sonnenschein begrüßt und der brachte ihr gleich noch mehr gute Laune. Unten saßen schon alle beim Frühstück, anscheinend war Gwen etwas spät dran. Doch Sarah schüttelte nur lachend den Kopf und zeigte auf die Uhr, es war gerade einmal acht Uhr morgens. Also konnte Gwen sich doch noch Zeit lassen, denn heute standen wieder nur ihre beiden Jungpferde an, nachdem der Araber Heartland wieder verlassen hatte. Im Stall war schon Ty unterwegs und hatte bereits auch alle Pferde auf die Weide gebracht, so dass sie nur noch half, die Boxen auszumisten. Dabei beeilte sie sich, denn sie wollte unbedingt mit Lakim weiter arbeiten. Mit der kleinen Stute machte die Ausbildung richtigen Spaß, denn sie lernte einfach nur richtig fix! In den letzten Tagen war Gwen schon öfters mit ihr in der Halle gewesen, hatte ihr Longe und Peitsche gezeigt und mit ihr die Stimmkommandos geübt. All dies war neu für Lakim gewesen und nun, ein paar Tage später, hätte man denken können, sie machte das alles schon seit Ewigkeiten. Gwen holte die Scheckstute in den Stall und putzte sie erst einmal gründlich. Wie immer hielt Lakim wunderbar still und genoss die Massage. Anfangs war sie gegenüber Gwen sehr misstrauisch gewesen, da Lakim aber in Sugar Dream einen guten Freund gefunden hatte, und der Gwen anscheinend zu vertrauen schien, war auch die Stute nicht mehr gar so abgeneigt von dem jungen Mädchen. Außerdem gab es für jede gutgemachte Sache eine Belohnung und das war nun wirklich lohnenswert. Gemeinsam mit der Stute lief Gwen über den Hof zur Halle und bedauerte es ein wenig, bei diesem schönen Wetter nicht draußen arbeiten zu können, doch der Schnee verwehrte ihr dies. Erst einmal wärmte sie Lakim auf, indem sie sie in der Halle ein wenig umherführte und dann die Beine der jungen Stute dehnte. Erst danach begann Gwen mit der Kopfarbeit und wiederholte das bereits gelernte. Lakim sollte neben ihr herlaufen und immer auf die Stimmkommandos achten. Einwandfrei wechselte die Stute auf das Wort „Trab!“ die Gangart und wurde schneller, auch andersherum mit einem „T-Schritt!“ klappte dies wunderbar. Nur das Halten war immer noch ein wenig problematisch, denn Lakim war sehr eifrig und übertrieb es manchmal ein wenig mit ihrer Motivation, so dass sie es gerne einmal verpasste, wenn Gwen den Stand forderte. Doch mit jeder Trainingseinheit wurde die junge Dame ruhiger und lernte, auf Gwen zu hören. Heute wollte Gwen aber noch einen Schritt weitergehen, denn bisher war Lakim immer rechts neben ihr hergelaufen und hatte so stets Gwen als Anhaltspunkt gehabt. Nun musste sie das bei dem Longieren aber selber können und daran wollte Gwen sich heute machen. Zuerst ließ sie die Longe immer länger, bis Lakim einen gewissen Abstand zu ihr hatte. Dennoch übte sie weiter die Übergänge als ob nichts wäre. Irgendwann wurde sie immer langsamer und begann, Lakim im Kreis zu führen und irgendwann auch um sich herum zu führen. Anfangs blieb Lakim verwundert stehen und bewegte sich nicht mehr, also begann Gwen noch einmal von vorne. Beim zweiten Mal klappte es schon wesentlich besser und beim dritten Mal machte es endlich Klick bei der Stute. Nun lief sie um Gwen herum, wenn auch noch sehr spannig, da sie sich nicht wirklich zu helfen wusste. Doch mit der Stimme beruhigte Gwen sie und jedes Mal, wenn sie eine Runde schaffte, wurde die kleine Stute ausgiebig gelobt. Das verstand Lakim natürlich sofort und es wurde stetig besser. „Braves Mädchen!“ lobte Gwen die Stute überschwänglich, als sie das erste Mal stehen blieb, ohne direkt zu Gwen in den Kreis zu kommen. Die Grundlagen des Longierens schien Madame nun verstanden zu haben und Gwen war auch der Meinung, dass es nun für das kleine Köpfchen genügte. Sie lobte die Stute noch einmal und beschloss dann, dass schöne Wetter noch zu nutzen und mit der kleinen Stute spazieren zu gehen. Lakim war total angetan von dem glitzernden Schnee und genoss auch die herrliche Sonne. Es war eben doch etwas anderes, wenn man mit einem Menschen draußen unterwegs war, statt nur auf der Weide zu stehen. Sie gingen die übliche Runde und Gwen hatte das Gefühl, als ob Lakim genau wissen würde, wo es lang ging. Als sie wieder da waren, kraulte sie noch ein wenig ihren Schützling, ehe die kleine Lady wieder auf ihre Weide durfte. Lakim stupste Gwen noch einmal leicht an, es schien wie ein Tschüss zu sein, ehe sie davon trabte und sich dem Rest der Gruppe anschloss. Denn Amy hatte die Zweijährige mit zu ihren Jungstuten gestellt und zum Glück verstand sich die Gruppe auch einwandfrei, so dass sich niemand Gedanken über Verletzungen machen musste. Gwen lief in den Stall und schrieb sich in ihren Plan, was sie heute mit Lakim gemacht hatte und wie es geklappt hatte, schon bald würde die Kleine wieder nach Hause dürfen.
      Gwen
    • Zaii
      Gewöhnung an den Hänger
      Ausbildungsbericht, 23. Dezember 2013

      Ausbildungsfarm Heartland

      „Hallo, kleiner Sonnenschein!“ begrüßte Gwen die kleine Stute fröhlich und hielt ihr den Futtereimer hin. Für Lakim gab es heute zum Frühstück Fohlenmüsli mit einigen Kräutern und Äpfeln. Genüsslich futterte die Zweijährige den Eimer leer, während Gwen es sich in der Box bequem machte und ein wenig mit Lakim redete. Eine vertrauensvolle Verbindung zu den auszubildenden Pferden war äußerst wichtig, damit auch die Arbeit gut von Statten gehen konnte. Mit Lakim verstand sich Gwen inzwischen schon richtig gut und in den letzten Wochen hatten sie so viele Fortschritte gemacht. Kürzlich hatten sie mit der Longenarbeit angefangen und nachdem nun die Grundlagen saßen, hatte Gwen ihre Mentorin Amy gefragt, ob sie die junge Stute einmal testen könnten. Nach einigen Kommunikationsproblemen hatte es dann auch zwischen den beiden richtig gut geklappt. Auch heute wollte Gwen die Stute noch einmal longieren, doch die eigentliche Tagesaufgabe kam erst danach. Nachdem Lakim mit dem Frühstück fertig war, brachte Gwen den Eimer weg und halfterte dann die Stute auf, um sie vor der Box anzubinden. Flott war die kleine Dame geputzt, denn inzwischen lief diese Prozedur einwandfrei ab. Nachdem Lakim fertig war, ging Gwen mit ihr in die Halle und führte sie erst einmal ein paar Runden warm. Danach ging es wieder an die üblichen Dehnübungen, damit Lakims Muskeln sich langsam lockerten. Dann ging es schon mit dem Longieren los. Auf Kommando ging Lakim inzwischen einwandfrei auf den Zirkel, welcher inzwischen einen beachtlichen Durchmesser betrug und lief flüssig um Gwen herum. Zwar hatte die Stute auf der linken Hand noch ein wenig Probleme mit der Koordination, aber mit etwas mehr Übung würde auch das irgendwann problemlos klappen. Stattdessen übte Gwen heute nur noch einmal die Stimmkommandos auf beiden Seiten, welche sie auch perfekt bei der Stute abrufen konnte. Nach jedem erfolgreichen Wechsel wurde Lakim ausgiebig gelobt und nach einer Viertelstunde beendete Gwen das Longiertraining. Lakim war zwar warm, aber sie schwitzte noch nicht, so dass Gwen sich keine Sorgen machen brauchte. Punkt zehn Uhr kam dann Ty mit dem Jeep gefahren und lenkte Gwen den Pferdehänger in die Halle. Lakim beobachtete unruhig dieses Spektakel, denn sie schien zu ahnen, dass der Hänger für sie bestimmt war. „Na komm, wenn deine Besitzerin später einmal irgendwo mit dir hin mag, dann musst du das doch ohne Probleme machen.“ lächelte Gwen und strich der Stute beruhigend über die Stirn. Laut Zaii war das Einladen und hierher fahren sehr anstrengend gewesen und das wollte Gwen nun ändern. Doch zu allererst musste sie Lakim erst einmal den Hänger schmackhaft machen und das war gar nicht so leicht. Madame hielt nämlich bevorzugt einen Abstand von mindestens zwei Metern, näher bekam man sie nicht an den Hänger heran. Sie wollte nicht einmal daran schnuppern, denn von der Rampe war noch gar nicht die Rede. Erst mit vielen Leckerlis und eindringlichem Reden kam Lakim langsam mit Gwen näher an den Hänger heran. Mit langgestrecktem Hals schnupperte sie vorsichtig an dem Hänger, blähte dann aber die Nüstern und hüpfte prustend zurück. Anscheinend war der Hänger tatsächlich gefährlicher als gedacht. Gwen schloss die Türen der Halle und ließ Lakim von der Longe, dann setzte sie sich auf die Rampe des Hängers und wartete. Zu allererst trabte Lakim aufgeregt und mit hocherhobenen Schweif durch die Halle, hielt aber so viel Abstand wie möglich zu dem Hänger. Erst nach einer Weile schien ihr das dann doch zu doof zu werden und sie kam näher. Als Gwen dann auch noch begann einen Apfel zu essen, wurde Lakim mutiger, denn sie wollte auch etwas haben. Essen war doch schließlich immer die beste Bestechung. Lakim war so auf Gwen und den Apfel fixiert, dass sie kurzzeitig den Hänger vergaß und in Gwens Nähe kam. Irgendwann sah sie den Hänger nicht mehr als gefährlich an und Gwen konnte den nächsten Schritt in die Wege leiten. „Ty? Holst du bitte Lakritz?“ fragte Gwen und ein paar Minuten später kam Ty mit dem Isländerhengst wieder. Lakritz war neugierig und verspielt, aber auch ein wahrer Schatz und zickte so gut wie nie herum. Er sollte Lakim helfen, die Angst vor dem Hänger zu überwinden. Gemeinsam mit Ty bestieg der Isländer ohne Probleme den Hänger und machte sich dann über das dort drin hängende Heunetz her. Ty gab ihm auch ab und zu ein Leckerli, was Lakim natürlich nicht entging. Ty führte den Isländer für einen Moment wieder heraus und ließ ihn Bekanntschaft mit Lakim schließen. Die Kleine schien ihn sofort zu mögen und brummelte ihn leise an. Danach führte Ty ihn wieder in den Hänger und Lakim konnte ihm nur fassungslos hinterherstarren. Anscheinend schien sie nicht zu verstehen, warum er das tat. Und als Gwen dann vorsichtig am Führstrick zupfte und sie in den Hänger führen wollte, wusste sie gar nicht mehr, was sie machen sollte. Erst gemeinsam und gleichzeitig mit Lakritz betrat sie dann vorsichtig den Hänger. Unruhig stand sie dann auf ihrer Seite und blickte immer wieder nach hinten. Gwen lobte sie ausgiebig und gab ihr ein Leckerli. Dann verließen sie gemeinsam wieder den Hänger und bestiegen ihn nach einigen Minuten Pause nochmals. Das wiederholten sie einige Male, bei welchen Lakritz mal mit herauskam und mal drin stehen blieb. Als sich langsam eine Routine einstellte, schloss Ty hinter den beiden Pferden auch einmal die Rampe und da Lakritz vollkommen ruhig blieb, entspannte auch Lakim sich wieder. Dann wiederholte Gwen nochmals das aus- und einsteigen mit der Zweijährigen. Irgendwann blieb Ty einfach mal mit Lakritz draußen stehen und ohne dass Lakim es merkte, stand sie alleine im Hänger. Plötzlich war das große schwarze Loch gar nicht mehr böse und furchteinflößend, sondern einfach nur eine kleinere Box. Nach mehreren Malen ging sie dann sogar ohne Zögern in den Hänger und ließ irgendwann sogar die Rampe hinter ihr schließen. Ganz fertig war Gwen mit dem Training dennoch nicht. Nun stellte Ty Lakritz wieder dazu und fuhr mit dem Hänger eine Runde um den Hof. Nach zehn Minuten waren sie wieder da und luden die Pferde aus. Wieder gab es eine kurze Verschnaufpause, eh Lakim nochmals alleine auf den Hänger musste und dann auch alleine fuhr. Zu Gwens Freude schien es der Lady nichts mehr auszumachen. Als die Stute dann den Hänger verließ und ruhig neben Gwen stand, wurde die Scheckin ausgiebig gelobt und mit Leckerlis überhäuft. „Mission completed!“ lächelte Ty zufrieden, band Lakritz vor der Halle wieder los und brachte ihn zurück auf die Weide. Auch für Lakim hieß es nun Feierabend, Gwen brachte die Stute wieder auf ihre Weide zu der anderen kleinen Stutengruppe. Wie immer verabschiedete sich Lakim kurz mit einem Stupser und eilte dann davon. Gwen war zufrieden mit ihrem Werk und machte sich daran, die Box der Stute zu misten und frisch zu machen. Danach wollte warf sie einen Blick in Lakims Ordner und plötzlich wurde ihr bewusst, dass Lakim nun alles konnte, was sie auf Heartland hatte lernen sollen. Das hieß, Gwen würde heute beim Abendessen Amy Bescheid geben, dass Lakim in den nächsten Tagen von Zaii wieder abgeholt werden konnte. Schade, denn sie würde die kleine Madame sicherlich vermissen!
      Gwen
    • Zaii
      Teilnahme an der FS223
      Pflegebericht, 17. April 2014

      Sanft zupfte Lakim mit ihren samtenen Nüstern an meinem T-Shirt herum. Mit einem Lachen auf den Lippen schob ich ihren Kopf weg, „Lass das, Kleine. Wie sieht das denn aus, wenn das weiße T-Shirt Flecken hat?“ Lakim sah mich aus ihren treuen Augen heraus an, als wollte sie sagen 'Du kannst mir doch sowieso nicht böse sein!' Ein Knacken des Lautsprechers riss mich aus unserem mentalen Gespräch; er wiederholte gerade den Name einer jungen Pintotstute, die kurz darauf die Bahn verließ. Nun schallten unsere Namen über das Gelände: "SST's Lakim, vorgestellt von Frau Zairina Morin" Ich zupfte mein T-Shirt zurecht, strich Lakim noch eine Haarsträhne gerade und dann wurde auch schon das Hallentor geöffnet. "Na komm!", mit einem kurzen Signal animierte ich meine junge Stute zum Trab und nebeneinander liefen wir in die Halle ein. Kurz vor X verringerte ich mein Tempo, sodass wir bei X zum Halten kamen. Die Stute mit der auffallenden Fellfarbe hatte den Kopf hoch erhoben und blinzelte mit gespitzten Ohren zu Richtern und Zuschauern. Während die Richter mein Mädchen begutachteten und sich Notizen machten, redete ich leise auf Lakim ein, weshalb sie glücklicherweise stehen blieb.
      Als die Richter wieder Platz genommen hatten, ertönte eine Glocke und wir konnten beginnen.
      Mit einem leichten Zupfen am Strick setzte ich mich wieder in Bewegung und Lakim folgte mir brav. Im Trab gingen wir auf der linken Hand ganze Bahn und wechselten bei H aus der ganzen Bahn. Bei A parierte ich zum Schritt durch, wobei sich Lakim augenblicklich nach unten streckte und hörbar abschnaubte. Ich lächelte, dann holte ich mir Lakims Konzentration mit ein kurzen Schnalzen wieder und bei K begann ich wieder, zu joggen. Lakim konnte mit ihren raumgreifenden, schwingenden Bewegungen problemlos mit mir mithalten und machte wahrscheinlich ein besseres Bild, als ich. Wir gingen auf den unteren Zirkel und nach einer Zirkelrunde fiel die junge Stute zur geschlossenen Seite hin in den Galopp, weshalb ich noch schneller laufen musste. Ich hielt das Tempo noch über die lange Seite, dann wurde ich langsamer und auch Lakim ließ sich ohne Probleme zurück in den Trab und dann in den Schritt holen. Um mir selbst eine kurze Pause zu gönnen, Lakim hätte diese noch nicht nötig gehabt, wendeten wir bei A ab und wechselten durch die Länge der Bahn. Auch in der freien Bahn folgte Lakim aufmerksam einer unsichtbaren, geraden Linie; sie war wirklich ein Prachtstück!
      Bei E gingen wir erneut auf den Zirkel und nach einer Runde machte ich Lakim auf mich aufmerksam, denn nun sollte ein Schritt-Galopp-Wechsel folgen. Lakim hatte diese Übung zu Hause von sich aus angeboten und auch heute machte sie ihre Arbeit vorzüglich und zeigte punktgenau eine schöne Bergaufgaloppade. Nach zwei Runden in diesem Tempo parierten wir bei X zum Schritt durch, gingen noch einmal auf die ganze Bahn und kam schließlich bei X zum Stand, nachdem wir bei B abgewendet hatten. Lakim schüttelte den Kopf und das schwarze Lederhalfter wackelte sachte mit, während ich noch ein paar Worte über die junge Stute verlor, wobei ich ihre grandiose Abstammung betonte. Als das Publikum hörte, dass Lakim eine Cadoc-Tochter war ging ein Raunen durch die Reihen, denn der Hengst war im höher klassifizierten Sport kein unbekannter Name.

      Nachdem die Richter mir mit einem Nicken ihr Einverständnis gegeben hatten, verabschiedete ich mich, ehe ich mit meiner Vierjährigen unter dem Applaus des Publikums die Halle verließ. Kaum draußen steckte ich Lakim ein Leckerli zu. "Du warst so toll!", strahlte ich, "ich bin stolz auf dich!"
    • Zaii
      Neue Bekanntschaften
      Pflegebericht, 20. April 2014

      „Now I see fire inside the mountain..“, summte ich die wohlbekannte Melodie vor mich hin. Talitha und Lakim brummelten mir sachte entgegen, als ich die Tür des Offenstalls öffnete und das Frühstück servierte. Beide Jungstuten machten sich sofort über das Heu her, also konnte ich ohne Eile den Stall und den Auslauf abäppeln.

      Nachdem ich die volle Schubkarre zum Misthaufen gefahren und dort abgeladen hatte, machte ich mich auf den Weg zurück zum Offenstall. Mittlerweile war die Heuraufe wieder leer, sodass ich beide Stuten problemlos aufhalftern und anschließend zum Putzplatz führen konnte, wo ich die beiden anband und kurzzeitig stehen ließ, um die Putzsachen zu holen. Beide Stuten hatten auf Heartland das Fohlen ABC gelernt und machten ihre Arbeit vorzüglich, weder das Putzen noch das Hufe geben machte Probleme. Auch die Arbeit an der Longe funktionierte bereits bei beiden Stuten, heute hatte ich aber etwas anderes geplant.
      Nachdem beide Stuten gestriegelt, die Hufe gesäubert und auch das Langhaar verlesen war, machte ich mich mit den beiden Warmblütern auf den Weg zu der Weide neben dem Misthaufen. Vor einigen Tagen hatte eine weitere junge Stute Einzug auf dem Hof gehalten, Imadama, eine schicke, aber deutlich zu große Tinkerstute. Heute wollte ich die drei Bekanntschaft schließen lassen, denn wenn alles klappte, wie geplant, dann konnten Litha und Lakim bald zu Imadama in den Hauptstall umziehen.
      Die beiden jungen Stuten vollführten auf der Weide wilde Bocksprünge und jagten sich gegenseitig über das Grün, während ich mich auf den Weg in den Hauptstall machte, wo Ima, die ihr Frühstück noch vor den Warmblütern bekommen hatte, mich bereits mit gespitzten Ohren erwartete. Natürlich hatte sie das Gewieher auf dem Hof gehört und so hatte ich nun zu tun, um dieses Kraftpaket unversehrt auf die Weide neben die beiden Warmblüter zu führen. Mit ihren kräftigen Hufen tippelte der Schecke nun also neben mir her und beobachtete mit hoch erhobenem Kopf und geblähten Nüstern die beiden wild galoppierenden Pferde. Glücklicherweise war gerade keine der Stuten in der Rosse, sodass mir die Junghengste, die die größte Weide des Hofes bezogen hatten, nicht hinein pfuschten.
      Nachdem ich das Weidetor hinter uns geschlossen hatte, löste ich den Strick von Imadamas Halfter, worauf hin diese aus dem Stand heraus mit kräftigen Galopptritten über die Weide setzte. Ich war wirklich stolz auf die große Stute, denn ich erinnerte mich noch gut daran, wie sie damals als winziges Fohlen auf meinen Hof kam, nachdem ihre Mutter bei der Geburt verstorben war und wir keine Ammenstute finden konnten. Trotzdem schien Ima sich gut entwickelt zu haben, vielleicht war sie etwas zu vorsichtig, doch lieber so, als dass sie alles in ihrer Umgebung nieder rannte. Mittlerweile hatten auch Litha und Lakim den Neuzugang entdeckt und gesellten sich langsam Richtung Zaun, wo sich auch Imadama einfand. Die Junghengste, welche teilweise die Köpfe vom Gras gelöst hatten und sich ebenfalls dem Zaun näherten, der sie von Imadamas Weide trennte, interessierten die Jungstuten nicht – zu meiner Erleichterung. Stattdessen begannen die Stuten gerade, über den Zaun hinweg die Köpfe zusammen zu stecken. Während Lakim nur laut quiekte, legte Litha die Ohren an und scheuchte Imadama erstmal vom Zaun weg, als sie Anstalten machte, nach der Neuen zu beißen. Ich lehnte mich von außen an den Zaun der Weide und beobachtete das Schauspiel. Immer wieder näherten sich die Jungstuten den Zaun, mal nur Imadama und Lakim, dann nur Litha und die große Stute. Dann wieder jagten sich Lakim und Litha spielerisch über die Weide, während Imadama mit hoch erhobenem Kopf vom Zaun aus zusah. Mit jeder Begegnung wurde die Stimmung freundlicher und irgendwann begannen die drei, zu beiden Seiten des Zauns zu grasen. Ich wollte mein Glück nicht überstrapazieren, daher entschied ich mich, die Stuten die nächsten Tage so auf die Weiden zu stellen und erst, wenn niemand mehr biss, sollten sie sich eine Weide teilen. Doch das war ein guter Anfang, sodass ich langsam Vorbereitungen zum Umzug der beiden treffen konnte. Wenn die beiden außerdem weiterhin so gute Fortschritte an der Longe zeigten, dann würden sie bald eine große Reise unternehmen und nach Kanada zum WHT Ausbildungsbetrieb fliegen, welchen zwei gute Freundinnen leiteten. Gwen hatte Lakim bereits das Fohlen ABC beigebracht und freute sich schon darauf, die kleine einzureiten und auch Litha wird dort an Sattel, Trense und Reiter gewöhnt werden.
    • Zaii
      Arbeit an der Longe
      Pflegebericht, 24. Mai 2014

      „Na Mäuschen?“, meinte ich zu meiner Jungstute Lakim, die mir leise entgegenbrummelte. „Wie geht’s? Alles gut?“, redete ich weiter auf die Stute ein, während ich durch das Gatter des Offenstalls schlüpfte und Lakim zwischen den Ohren kraulte. Schon kam auch Litha mit großen Schritten zu uns, Lakims Freundin hatte bis gerade eben noch die letzten Heuhalme aus der Raufe gesammelt, doch nun wollte die neugierige Stute natürlich nichts verpassen. Ich begrüßte auch sie mit einer Streicheleinheit, schob den trockenen Kopf aber weg, als sie anfing, an meiner Jackentasche zu knabbern. Stattdessen zog ich Lakim das Halfter über den Kopf, das bisher in meiner Ellbeuge gebaumelt hatte und führte Lakim daran durch das Gatter aus dem Auslauf. Ein empörtes Wiehern schallte über den Hof, es stammte von Litha, die mit hoch erhobenem Kopf am Zaun stand und ihrer Freundin nachschaute. Lakim ließ sich davon nicht beirren und folgte mir trotzdem brav Richtung Hauptstall. Normalerweise nutzte ich bei diesem Wetter den Putzplatz vor dem Stall, doch heute wollte ich Lakim im Hauptstall pflegen, denn dort würden sie und Litha in baldiger Zukunft umziehen und außerdem konnte sie schon mal ersten Kontakt mit meiner neuen Ponystute Scylla schließen und würde mal wieder auf Imadama treffen, meine zu groß geratene Tinkerstute. Im Stall angekommen blickten uns schon zwei Pferdeköpfe aus ihren Boxen entgegen und reckte neugierig die Hälse, als ich Lakim mit etwas Abstand die Stricke, die auf der Stallgasse hingen, am Halfter befestigte. Während ich aus der Sattelkammer den Putzkoffer und den Kappzaum der jungen Stute holte, stand die mit gespitzten Ohren auf der Stallgasse und brummelte Imadama zu, die den Kontakt wiederholte. Auch Scylla ließ sich anstecken, doch nachdem klar wurde, dass Lakim nicht näher an die Boxen der anderen beiden heran kommen würde, ließ das Interesse nach und während Lakim gelangweilt die Prozedur des Putzens über sich ergehen ließ verzogen sich Scylla und Imadama auf die sonnigen Paddocks. Auch das Hufe geben und auskratzen war mittlerweile Routine geworden und machte ebenso wenig Probleme, wie das Aufzäumen mit dem Kappzaum. Abschließend holte ich aus der Sattelkammer die Longe und Gamaschen, dann war Lakim bereit fürs Training. Ich führte sie an der aufgewickelten Longe aus dem Stall und Richtung Reitplatz. Schon bevor ich die Jungstute aus dem Offenstall geholt hatte, hatte ich auf dem Reitplatz ein paar Trabstangen zurecht gelegt und auch ein Cavaletti auf den Zirkel gestellt. Nun lief ich mit Lakim neben mir eben diese ab und bei jedem reckte die Stute die Nase tief auf den Boden, nur um kurz danach entweder einen Satz zur Seite zu machen oder gelangweilt weiter zu gehen. Nachdem alles zur Genüge beschnüffelt wurde, begann ich damit, Lakim im Schritt auf den Zirkel zu schicken, zunächst hielten wir uns auf dem unteren Zirkel auf, während die Stangen auf dem oberen positioniert waren. Gemächlich setzte Lakim einen Fuß vor den anderen, legte aber an Tempo zu, als ich sie mit der Stimme trieb und begann dann auch, besser unterzutreten. Während sich die Stute so also warm lief hatte sie fast noch mehr damit zu tun, ihre Umgebung zu beobachten, allen voran die Junghengstherde, die auf ihrer großen Weide gerade übermütig Runden drehte, doch als sie dann begann, zu traben, richtete sich ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihre Beine und senkte den Kopf auch schön vorwärts/ abwärts. Ich ließ sie so ein paar Runden drehen, dann gab ich noch das Signal zum Galopp. Mittlerweile hatten wir schon damit begonnen, dann die Gangart zu wechseln, wenn das Signal kam und nicht erst fünf Schritte später. Dafür schickte ich Lakim nun in den Galopp, ließ sie eine halbe Zirkelrunde galoppieren und holte sie dann wieder zurück in Trab, nur um das ganze wenige Tritte später zu wiederholen. Lakim arbeitete konzentriert mit und schaffte es mehr und mehr, punktgenaue Übergänge zu liefern und so ließ ich es nach drei Tempowechseln gut sein. Ich parierte die Stute und ließ sie auslaufen, dann wechselten wir die Seite und wiederholten das Programm auf der anderen Hand. Ich war immer wieder überwältigt von Lakims raumgreifendem Trab und der schwungvollen Bergaufgaloppade, in der man zweifellos ihre grandiose Abstammung sehen konnte. Nachdem die Stute nun also warm und konzentriert bei mir war, führte ich sie im Schritt auf den oberen Zirkel, ließ sie zunächst aber außerhalb der Stangen auf dem Zirkel gehen. Nach und nach fasste ich die Longe ein wenig kürzer, bis Lakim schließlich mittig auf die Stangen zu trabte. Sie kannte Trabstangen bereits, trotzdem motivierte ich die Stute mit der Stimme, nicht, dass sie auf die Idee kam, innen vorbei zu gehen oder gar stehen zu bleiben. Anfangs etwas zögerlich federte Lakim letztendlich aber doch elegant über die Stangen und ließ sich nach dem Cavaletti auch leicht vom Galopp in den Trab zurückholen. Während ich noch lobte, steuerte Lakim bereits erneut auf die Stangen zu und diesmal musste man sie nicht zwei Mal bitten, beinahe schon übermotiviert setzte Lakim mit großen Tritten und gespitzten Ohren ihren Weg unbeirrt fort. „Du wirst mal deine Freude am Springen haben!“, murmelte ich lächelnd und wie zur Bestätigung schnaubte die junge Stute lautstark ab. Die nächste Runde ließ ich sie innen an den Stangen vorbei gehen, dann ging es noch einmal darüber, ehe ich Lakim zu mir reinholte und die Hand wechselte. Auch von deren anderen Richtung hatte Lakim keinerlei Probleme, auch, wenn sie eine Runde brauchte, eh sie die Abstände richtig einordnete, da nun das Cavaletti an erster Stelle kam. Nachdem aber auch dieses Problem gelöst war, gab ich Lakim schließlich mehr Longe und parierte sie durch, sodass sie im Schritt außen an den Stangen vorbei laufen und sich ausschnaufen konnte. Danach wickelte ich die Longe wieder auf und verließ mit einer leicht schwitzenden, aber zufrieden kauenden Lakim den Reitplatz. Im Stall erwartete uns diesmal niemand, Imadama und Scylla ließen sich auf den Paddocks noch immer die Sonne auf den Rücken scheinen. Ich nahm Lakim die Ausrüstung ab, kratzte alle Hufe aus und putzte sie nochmal kurz über, dann führte ich sie am Halfter auf die Weide gegenüber des Hauptstalles, neben dem Misthaufen. Dort ließ ich sie laufen und während Lakim noch empört wiehernd am Zaun stand, kam ich ihr bereits mit Litha von Richtung des Offenstalls entgegen. Kaum waren die beiden Jungstuten wieder vereint, hatte das Gejammer ein Ende und gemeinsam setzten die Beiden mit wilden Bucklern über die Weide, während für mich nun das Abäppeln des Offenstalls an der Reihe war.
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  • Album:
    Stuten
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    Zaii
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    2 Dez. 2016
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  • Pferdename SST's Lakim
    Rufname Lakim

    Von Cadoc
    Callboy x Liania
    Aus der Lacura

    Coffee x Leina

    Rasse Holsteiner-Pinto
    Geschlecht Stute
    Geburtsdatum 10. April 2011
    Farbe Appaloosa Bay
    Stockmaß 165cm


    Lakim ist eine ruhige Stute, die überall durch ihre seltene Fellfarbe besticht. Der einwandfreie Charakter, liebevoll und meist brav, und ihre grandiose Abstammung machen sie interessant für die spätere Zucht. Auch unter dem Sattel zeigt sie sich wie bereits bekannt: Zuverlässig und einfach im Umgang. Aus dem schüchternen Fohlen wurde ein zwar tolerantes, aber sich durchaus auch seiner eigenen Kraft bewusstes, Herdenmitglied, das Streitereien aber nach wie vor aus dem Weg geht, wenn sich diese vermeiden lassen. Im Training zeigte Lakim bereits, dass ihr Talent am Sprung noch nicht ausgeschöpft ist und aus der anfänglichen Hoffnung, dass es ihr hierbei möglich sein würde, ihre Eltern um ein Vielfaches zu übertrumpfen, ist inzwischen Gewissheit geworden.

    Besitzer
    Zaii -- Friese -- Lespoire -- Hazelnut
    Ersteller fearless (Hazelnut) -- großgemalt Elii
    Vorkaufsrecht verfallen

    Eingeritten Ja
    Dressur M -- Springen S -- Distanz E -- Military M

    SK 460
    140. Synchronspringen | 142. Synchronspringen | 182. Synchronspringen | 403. Springturnier |
    196. Synchronspringen | 422. Springturnier | 205. Synchronspringen | 249. Synchronspringen | 250. Synchronspringen | 251. Synchronspringen | 252. Synchronspringen | 253. Synchronspringen | 257. Sychronspringen | 258. Synchronspringen
    407. Dressurturnier | 422. Dressurturnier
    315. Militaryturnier | 339. Militaryturnier | 340. Militaryturnier | 348. Militaryturnier

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    Fohlen | Offizieller Hintergrund