Elii

Spotted Dreams* -- Classic Pony

*1987, im Besitz seit 02. Juli 2015

Spotted Dreams* -- Classic Pony
Elii, 2 Juli 2015
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    • Elii
      Frühere Berichte -- 2014

      Ankunft von Spotted Dreams ∞

      Eigentlich hatte ich gerade keine Zeit, als mein Dad wieder einmal mit dem Pferdehänger vorfuhr. Dennoch konnte ich nur begeistert grinsen, als die neue Stute vor mir stand. Sie war praktisch eine Nachzüglerin von Little Jim und ich freute mich für uns alle. Voller Motivation führte ich die kleine also auf die Offenstallweide, zu Gold und Spearmint. Ausnahmsweise schienen sogar alle damit einverstanden zu sein, dass Spotty mit in die Herde kam. Das freute mich und ich reichte den Dreien kurzerhand je einen Apfel. Damit war das also geklärt und ich half meinem Dad noch beim Aufräumen, bevor ich auch diesen Tag beendete.

      Bericht [11.04.2014] 23:12

      Spotti begrüßte mich mit zugewandten Ohren und glänzenden Augen. Ich hatte noch nicht viel Zeit mit ihr verbracht und das musste schleunigst geändert werden.
      Ich holte also Halfter und Putzkiste und band das gescheckte Stütchen hinten am Offenstall an.
      Die Fellpflege dauerte lange, aber das war mir egal. Das Hüh hatte ein angenehmes, entspanntes Wesen, das mich dazu brachte, ihr zu Vertrauen. Ich kuschelte also eine ganze Weile mit ihr und ging dann spontan spazieren. Die übliche große Ründe durch den Wald - alles verlief reibungslos und friedlich. Schließlich kehrten wir auf den Hof zurück und während das Hotta ihr Kraftfutter und einige Äpfel mampfte, putzte ich nochmal 'drüber'. Dann ging's endlich wieder auf die Weide.

      Deckbericht
      [Spotted Dreams x Little Jim]

      Ich freute mich einfach wahnsinnig und vergaß in dem ganzen Trubel meines Wissen, die Stiefel anzuziehen. Fälschlicherweise mit Hausschuhen traf ich also im Stall ein und wurde prompt zurückgeschickt. Ein wenig konzentrierter begrüßte mich dann also mein Vater an der Box von Spotted Dreams. Sie war nun einmal wieder rossig und das musste genutzt werden - zusammen mit Little Jim würde sie ein großartiges Fohlen bekommen.
      Wenn alles gut ging.
      Ich beschäftigte mich damit, die Ponystute aufzuhalftern und dem Zug direkt mit zu putzen, während mein Dad den Hengst auf die Weide brachte. Wir hielten alle relativ wenig davon, sie so extrem kontrolliert zusammenzuführen. Also folgte ich dem Rest der Horde wenig später und brachte Spotti flott zu ihrem Gefährten, der und bereits flehmend und wiehernd entgegenkam.
      Ich brachte mich in Sicherheit und stellte mich mit dem Herren des Hauses an den Zaun. Wir mussten eine geschlagene Stunde warten, aber schließlich setzte sich der Braunschecke durch und erledigte seine 'Arbeit'. Ob alles gut war, würde der Tierarzt entscheiden.. Bis dahin würde zumindest das Stütchen ein Rundum-Sorglos-Programm bekommen.
      Ich grinste, als wir unsere Schützlinge wieder trennten, unabhängig voneinander putzten und wieder in den Stall brachten. Den mistete ich im übrigen noch später am Tag.

      Trächtigkeitsuntersuchung

      Auf meine nächste Patientin war ich besonders gespannt, denn es handelte sich um eine eventuell trächtige Stute, ob dem wirklich so war, sollte ich heute herausfinden. Mein Navi führte mich auf den kleinen Hof von Cascar und ich freute mich sehr, dort mal wieder vorbei zu schauen, denn dort stand auch eine Stute aus der Zucht meiner guten Freundin Sammy. Und diese schwärmte unentwegt von der wundervollen Pflege Cascars. Nach meinem letzten Besuch hier konnte ich das nur bestätigen, die Pferde strotzten vor Energie und Lebensfreude. Als ich auf dem Hof ankam, erwartete mich Cascar bereits. Ich begrüßte sie herzlich und fragte, wie es denn zu dem Decksprung gekommen sei. Begeistert erzählte sie mir, dass sie kürzlich den kleinen Hengst Little Jim erstanden hatte und nun hoffentlich ihr erstes Fohlen von Spotted Dreams erwarten würde. Die hübsche Stute kannte ich grob vom sehen, zumindest war mir ihr Name und ihr Aussehen nicht unbekannt. Meine Patientin erwartete mich schon angebunden am Putzplatz, wo ich mich erst einmal vorsichtig mit ihr bekannt machte. Schnell holte ich mir einen Überblick über ihren gesundheitlichen Zustand ein, doch alles war wunderbar. Danach schaute ich, ob die Gute noch rosste, doch es waren keine Anzeichen mehr vorhanden. Dies war schon ein sehr gutes Zeichen, dass sie vermutlich trächtig sein könnte. „Ich werde einmal hier nachschauen, aber auch noch einen Test im Labor machen lassen. Die Ergebnisse schicke ich dir dann per Post zu.“ erklärte ich Cascar und holte meine Handschuhe aus der Tasche. Ich fragte Cascar noch einmal kurz, wie lange der Decksprung her war und wir waren genau am 17. Tag danach, perfekt. Ich begann mit der rektalen Untersuchung, da ich für den Ultraschall den Kot aus dem Enddarm entfernen musste. Als das geschafft war, tastete ich mich in der Nähe des Corpus uteri entlang und spürte tatsächlich die Eiausbuchtung. Erwartungsvoll zwinkerte ich Cascar bereits zu, doch ich wollte erst noch das Ergebnis des Ultraschalls abwarten. Dieser folgte kurz darauf und Spotted Dreams hielt tapfer still und bewegte sich fast gar nicht vom Fleck. Nach dem Ultraschall konnte ich Cascar ein eindeutiges Ergebnis sagen: „Sie ist trächtig!“ lächelte ich und Cascar grinste über beide Ohren. „Das ist ja...einfach wundervoll!“ lachte sie und umarmte ihre Stute. „Ich nehme dennoch ein Harn-Östrogengesamtnachweis vor.“ erklärte ich und nahm der Stute ein wenig Flüssigkeit aus der Gebärmutter. Danach durfte sie zurück in ihre Box und ich verabschiedete mich von der Stute und deren Besitzerin.

      Bericht [06.06.2014] 20:09

      Es war das erste Mal nach dem Tierarztbesuch, dass ich Spotted Dreams von der Weide holte. Vor dem Stall band ich sie an, redete auf sie ein und streichelte behutsam ihre Stirn. Sie sah mich erwartungsvoll und leicht misstrauisch an - ich konnte es ihr nicht verübeln.
      Die Freude war noch immer extrem groß; das erste Fohlen des SOG würde ein Classic Pony sein. Einfach wunderbar. Ich dachte auf dem Weg zur Sattelkammer weiter nach, dann putzte ich meine Stute schließlich gründlich. Da die Temperaturen mal wieder annehmbar waren, wusch ich Mähne und Schweif.
      Ich war zufrieden und führte das Hüh noch einige Runden um den Block, bevor die Liebe wieder zurück auf die Weide durfte.


      Bericht [04.07.2014] 14:24

      Spotti war eigentlich nur auf dem Hof geblieben, weil sie trächtig war. Mittlerweile schon seit mehreren Monaten. Fünf, so glaubte ich. Ihr Bauch war mittlerweile doppelt so groß wie normal und sie bewegte sich zunehmend träge. Den Auslauf wollte ich meiner Hübschen trotzdem noch nicht verwehren. So kam es, dass ich sie heute auf der Weide putzte und mit Futter versorgte. Sie schien zu erschöpft zum streiten, aber vielleicht vertraute sie mir auch.
      Ich hielt es für ausgesprochen unnötig, sie durch die Hitze zu führen; stattdessen prüfte ich ihre Meinung zum Thema "Gartenschlauch". Ich war doch ein wenig überrascht, als ich ihre Ponyaugen begeistert aufblitzen sah und sie dann, die halbe Koppel überflutend, abspritzte. Sie genoss die Kälte und die Massage ihres prallen Bauches. Dann ging es ihr sichtlich besser.
      Ich nahm mir die Zeit, aus ihrer dicken Mähne kleine Zöpfe zu flechten. Nun sollte sie auch weniger schwitzen.
      Die Sonne neigte sich praktisch zum Horizont, als ich mich von Spotted Dreams verabschiedete und lächelnd die Wiese verließ.

      Bericht [06.07.2014] 19:08

      Unglaublich. Seit ganzen sechs Monaten war Spotted jetzt trächtig und ich hatte schon eine mächtige Vorfreude auf das Fohlen. Meine Familie teilte das, aber vor allem konnte man bei Spotti persönlich einen Sinneswandel mitverfolgen. Sie war zunehmend zamer und vertraute mir teilweise sogar.
      Am heutigen Tag hatte ich nicht viel vor. Bewaffnet mit Putzzeug und einem Futtereimer traf ich sie im Offenstall an, wo sie sich eben an der Heuraufe bediente. Ich stellte alles ab und begann, ihre Mähne ein wenig zu kürzen, bevor ich ihr mit der Bürste zu Leibe rückte. Die Stute genoss die Massage an ihrem prallen Bauch und ließ sich sogar das Gesicht waschen. Als Belohnung bekam sie dann praktisch einen Eimer voll Futter, bevor ich mich mal wieder verabschiedete.

      Bericht [05.08.2014] 18:26

      Auch an diesem, lauwarmen, bewölkten Tag kreuzte ich auf der Koppel des Offenstalls auf und begrüßte die nunmehr ziemlich dicke Spotted Dreams. Sie schien mich anzulächeln und rieb ihren Kopf vertrauensvoll an meiner Schulter, als sie mich erreichte. Ich steckte ihr diverse Möhren zu, streichelte ihren Hals und nahm sie schließlich mit zum Zaun, wo ich spontan mit dem Putzen begann. Irgendwann kam sogar die Sonne heraus und ich verlas Mähne und Schweif des Hühs; zum Schluss gab es noch Kraftfutter. Außerdem fand ich noch Spaß daran, ihren Bauch nach Bewegungen des Fohlens abzutasten. Ich war entzückt und letztenendes hatte uns dieser halbe Tag beiden etwas gute Laune verschafft.

      Bericht [06.08.2014] 20:28

      Mön und Spotted Dreams waren die einzigen Beiden aus dem Offenstall, die nicht mit auf der Sommerweide waren. Mön wegen des Trainings, Spotti war trächtig. Genau so erklärte ich das Marc, der nickte und dann Mön am Hals kraulte. Die Stute schien das zu genießen, also ließ ich die beiden allein, gesellte mich zu meiner einzigen CP-Stute. Die begrüßte mich übrigens mit einem erfreuten Glimmen in den Augen, das ich so gut es ging erwiderte.
      Beide Stuten nahmen wir mit zum Putzplatz und wuschen ihnen sämtlichen Dreck aus dem Fell. Die Temperaturen ließen das gerade zu und bei der Gelegenheit bekamen auch Mähne und Schweif eine vernünftige Länge. Danach gab's Futter für alle. Marc und ich begnügten uns mit trockenem Brot, im Anschluss führten wir die Hühs trocken und entließen sie wieder auf die Weide.

      Bericht [08.08.2014] 14:50

      Marc und ich holten gegen 15:00 Mön und Spotted Dreams von der Weide und brachten sie, unaufhörlich redend zum Putzplatz. Dort nahm ich mir die Isistute vor, also putzte und sattelte, während sich mein Partner um das Trächtige CP kümmerte.
      Schließlich trafen wir auf dem Reitplatz ein; ich führte und ritt Mön erstmal warm. Marc führte Spotti auf dem zweiten Hufschlag.
      Mit meinem Pferd arbeitete ich dennoch ordentlich. Ganze zwei Stunden trabten und galoppierten wir, übten in Bahnfiguren den fliegenden Wechsel. Auch noch, als die anderen Beiden zum grasen nach draußen gingen. Halb sechs war dann aber wirklich Schluss. Ich parierte zum letzten Mal durch und ritt meine Stute am langen Zügel trocken. Ein ausgiebiges Lob gab es, als ich abgestiegen war.
      Die Stuten hatten heute wohl beide mächtig geackert und bekamen dementsprechend Futter. Verfeinert mit Äpfeln und Möhren.
      Verhältnismäßig spät trafen die zwei dann wieder auf der Weide ein, worauf sich Mön erstmal kräftig wälzte. Marc und ich grinsten uns an und verabschiedeten uns von unseren Schützlingen.

      Sammelbericht für alle anwesenden Pferde
      [09.08.2014] 22:38

      Heute war Samstag. Ein kurzfristig zum Ruhetag erklärter Samstag. So kam es, dass ich um acht ganz normal mit Marc die Hengste (zum mitmeißeln: Empire of Darkness und Bem-Te-Vi) fütterte und anschließend auf die Weide brachte. Futter gab es auch im Offenstall für Razita, Mön, Everyday As It Comes und Spotted Dreams, die dann einfach ihren freien Tag genießen durften. Nachdem die Pferde versorgt waren, mistete jeder noch eine Box im Hengststall aus. Das hieß - gegen zwölf waren wir mit allem fertig. Also auch für die Zuständigen ein Ruhetag.


      Bericht [17.08.2014] 17:32

      Nach der ganzen Aufregung mit Versatilely schlenderte ich in den Hengststall, um TV fertig zu machen. Der junge Scheckhengst war nun beinahe ausgewachsen und strotzte vor Energie. Jene wollte ich nutzen, um reiterlich voranzukommen. Ich putzte und sattelte meinen Kleinen also gründlich und führte ihn dann an der Longe auf den Reitplatz. Maria war wohl erstmal weg, denn für zehn Minütchen war ich allein. Dann gesellte sich Marc mit Mön und, zu meiner Überraschung, Spotted Dreams zu mir. Die trächtige Stute band er locker am Zaunpfahl an, sodass sie grasen und trotzdem am Geschehen teilnehmen konnte. Das gesattelte Hüh führte er entspannt einige Runden, dann saß er auf. Während dieser Zeit longierte ich Bemme schonmal im Schritt und Trab (und ungewollt im Galopp) und führte ihn einige Bahnfiguren. »Guck mal, wer da kommt!«, meinte Marc grinsend vom Rücken seines Ponys aus. Tatsächlich betrat Oliver mit Razita den heiligen Sandboden. »Zita!? Was willst du mit ihr!?«, fragte ich leicht verdutzt. Dafür gab es einen ungeduldigen Schnauzenhieb von Bem-Te-Vi gegen meine Schulter. »Spinnst du, Pferd?« Oli schloss indes das Tor. »Hast du das grad gefragt, weil sie einfarbig ist?«
      Ich prustete los, schüttelte den Kopf und gurtete kommentarlos nach. Dann ging es endlich los. Weil ja irgendwie alle eine Stute mitgebracht hatten, musste ich mit meinem Hengst vorneweg reiten. Aber nach nunmehr drei Trainingseinheiten lief mein Schecke ziemlich gut und vor allem ruhig und entspannt. Während der Arbeit ließ er sich von nichts ablenken und gab nach einer halben Stunde sogar im Nacken nach. Die Bahnfiguren klappten wunderbar, nur der Galopp war wieder etwas chaotisch. Aber das konnte meine Freunde nicht bremsen; letztendlich lobte ich meinen Kleinen überschwänglich und ritt ihn auf dem Zweiten Hufschlag trocken. Die Jungs übten derweil den Fliegenden Wechsel, indem sie bei X über eine Stange traten und das Pferd umstellten. Außerdem versammelten sie ihre Pferde in gleichmäßigen Abständen auf dem Zirkel und Marc töltete zum Abschluss noch eine Runde. Es machte unheimlich Spaß, den Beiden Typen zuzusehen. Da fiel mir prompt ein, was ich über die Zwei noch nicht wusste. Aber das konnte warten, jetzt mussten erstmal die Pferde versorgt werden.
      Auf dem Putzplatz sattelten wir also ab, kratzten die Hufe aus und fütterten Mön und Spotti. Von da gingen alle Hühs auf die für sie vorgesehenen Koppeln und wir waren auch mit den Vieren fertig.

      Umzug nach Neuseeland
      Sammelbericht [20. — 23.08.2014]

      — Tag 1
      Mein Blick überflog ein letztes Mal den Brief mit der Überschrift 'Amtliches Schreiben'. Darin hieß es, dass die Versorgung des Hofes nicht mehr gewährleistet werden konnte. Stones endete wegen einer Geschichte, mit der andere Höfe nicht zu kämpfen hatten - das kalte Inlandklima und die Wärme des Golfstroms trafen hier, an der Westküste aufeinander. Durch die stetige Erderwärmung entstanden nun unberechenbare Auf- und Abwinde. Es war schlichtweg zu gefährlich, Personen oder Lebensmittel mit dem Helikopter hierher zu transportieren. Eine andere Möglichkeit gab es nicht, die nächste Stadt war sechshundert Kilometer entfernt.
      Deshalb also zogen wir jetzt nach Neuseeland. Obwohl.. ich denke, nicht nur deshalb. Wir wollten uns nun zielstrebig auf das Training von Renn- und Springpferden konzentrieren, unser Leben leben. Also war die südliche Insel auch ein Neubeginn.
      Ja, ein Neubeginn und der Beginn der Winterscape Stables.

      Ich legte den Brief weg, stand auf und verließ, mich an den Umzugskartons vorbeischiebend, das Haus. Draußen wurde gearbeitet - Oliver und Marc hatten ihr Gepäck schon verstaut und verluden schon die Pferde, allen voran die Hengste. Ich winkte ihnen mit einem gezwungenen Lächeln zu und tappte zum Zaun der Offenstallweide.
      Und da bin ich jetzt und sehe Spearmint und Gold beim Grasen zu. Ich wollte es nicht zugeben, aber dass wir Grönland verließen, machte mich traurig. Wenigstens würde ich meine Freunde, Familie und Pferde nicht verlieren und ja, ich konnte dann auch wieder zur Schule gehen. In Auckland.
      Gerade da fällt mir ein, dass die hochträchtige Spotted Dreams extremen Stress wird ertragen müssen. Bei dem Gedanken wird das Loch, das die Sorgen in meinem Herz hinterlassen haben, noch etwas tiefer.
      Ich sollte wohl endlich Eddie anrufen, damit hier alles gut ging.
      Verstört entferne ich mich vom Stall und rette mich mit meinem Handy in eine leere Box, gerade als der Regen einsetzt.

      — Tag 2
      Ich sitze gerade auf der Fähre, rechts und links von mir Marc und Oliver. Jeder ist in eine Decke gewickelt und trinkt eigentlich Tee, aber vor uns ausgebreitet liegt ein Hofplan. Darauf malen wir eben rum, welche Pferde wohin sollen, und so. Es gibt unheimlich viele Ställe und riesige Weiden, je zwei Reithallen und -plätze. Und das ganze Teil ist uralt. Die Renovierung ist gerade so weit fortgeschritten, dass wir alle einziehen können.
      Apropos 'alle'. Mein Blick schweift ab und ich erhebe mich kurzerhand, tappe um das Fahrerhaus. Hier stehen die beiden großen, geliehenen LKWs, aus deren Inneren immer wieder ein energisches Schnauben oder Knallen zu hören ist, wenn ein Huf die Wand trifft. Ich nähere mich den Gefährten, rede leise auf die Hühs ein, Spearmint erkennt mich als Erste, was ich wiederum nur an ihrem Wiehern merke.
      Ihr folgen dann auch Bemme und Gold, die meinen Gruß von weiter hinten erwidern. Insgesamt scheint es allen gut zu gehen - auch nach nun knapp zwei Tagen im Auto.
      Zu meiner linken sehe ich sehr weit entfernt das Festland; schwer zu sagen ob Europa oder Afrika. Den Äquator haben wir auf jeden Fall noch nicht überquert, dazu ist es zu kalt. Überhaupt habe ich kein Zeitgefühl mehr, aber das ist wohl auch egal.
      Ich gehe zurück zu meinem Sitzplatz und setze mich nun auf die Decke. Neben dem Plan liegt nun eine Liste.
      »Ihr habt nicht ernsthaft allen Ställen Namen gegeben!?« Marc sieht mich gespielt ernst an. »Cascar - sei froh, dass wir die Weiden nicht getauft haben.« Oliver grinst nur und schreibt dann einen Namen auf den Zettel. »Spearmint in einer Paddockbox? Bist du wahnsinnig? Gib ihr eine Nacht und der Stall ist platt.« Ich kenne mein Pferd und sie stand früher, in Deutschland, immer nachts in der Box.. Pure Qual.
      »Naja, der Paddock ist groß, sie steht nicht allein und geht tagsüber eh..« Ich höre nicht mehr zu, irgendwie habe ich grad keinen Bock auf gar nichts. »Kommt, Jungs, das machen wir später; ich hab Hunger.«

      Hotdogs gab es und eine Reihe anderer einfacher Gerichte. Ich wählte einen Salat und jetzt sitzen wir wieder mal zu dritt am Tisch, mit Blick nach Osten.
      »Bist du schon aufgeregt?«, Marc lächelt mich durch seine, vom Wind zerzausten, Haare an. Er sieht gut aus und ich muss über seine Worte nachdenken. »Warum.. Oh mein Gott.« Natürlich nicht Afrika, Europa. Spanien. Zwischenhalt. Pferderennen. Mit Versatilely Gold. Übrigens jetzt wirklich ganz ohne Bestätigung vom Tierarzt. Aber egal, ich habe das irgendwie schlichtweg vergessen. Okaay. Ich sehe mich hektisch um und bekomme auf einmal keinen einzigen Bissen runter. »Leute.. Neiin.. Wie konnte ich das vergessen..« Ich fühle mich wie eine Gurkenpflanze in Alaska, unbeständig und halbtot. Aber was hilft's?
      In den folgenden Stunden unterstützen mich Oli und Marc vorbildlich, auch als wir anlegen und VGold in einen normalen Hänger verladen; schließlich zu dritt zur Rennstrecke fahren. Meine Freunde bleiben auf der Fähre.
      Die Bahn liegt, Gott sei Dank, ziemlich am Meer, es ist nicht weit. Jetzt bin ich aufgeregt, ich fühle mich, als würde ich träumen. Wer hat das nochmal vorgeschlagen? Maria? Maria Wernske? Ich kenne sie doch gar nicht richtig, was habe ich mir dabei gedacht?
      Ehe ich mich versehe habe ich mich in der nächstbesten Umkleide in die typische Jockey-Kleidung gewunden (weiß, mit blauen Streifen um den Armen), gehe zum Wiegen (57kg) und sattle mein Pferd, geputzt hat es mein Dad, der mein plötzliches Rennfieber relativ widerstandslos akzeptiert hatte.
      »Hey Schnecke, wir müssen kurz einen Traum leben.«, flüstere ich Gold lächelnd in den Mähnenansatz, bevor ich sie vor versammelter Mannschaft, den paar hundert Leuten, die Wetten, vorführe. Sie zeigen auf uns, auf das vierzehnjährige Mädchen, mit der ruhigen, vergleichsweise kleinen Palominostute und machen sich Notizen auf ihre Rennübersicht.
      Wahnsinn.
      Der Komplette Wahnsinn.

      — Tag 3
      »Ja, weißt du? Auf der Bahn trifft man den ein oder anderen.. Deshalb habe ich ein Pferd gekauft.« Ich sah meinen Dad entgeistert an. »Ääh.. Wie..« Mein Vater lächelte und fuhr fort.
      »Ein Pferd vom Schlachter, es heißt Worgait.«
      »Und mehr hast du nicht zu sagen?«
      »Er ist ein Achal Tekkiner Hengst und wird derzeit als unreitbar eingestuft. Auf der Rennbahn war er ein paar mal, manchmal musste die Teilnahme zurückgezogen werden, wegen seiner Aggressivität. Das heißt er geht nach dem Motto - schaffst du es, seinen Zähnen auszuweichen und auf den Rücken zu kommen, wird er dich zum Sieg tragen.«

      Worgait, also. Das unglaubliche Rennpferd. Ich fasse es nicht, dass mein Dad ihn so nebenbei gekauft hat, zumal es noch ein, zwei Monate dauert, bis er zu uns kommt.
      Ich stochere lustlos in meinem Essen rum. Mittlerweile kann man mich als seekrank einstufen, ich bin völlig fertig vom Rennen und VGold glaube auch. Im LKW ist das schwer, aber wir haben es noch geschafft, ihr eine entsprechend große Box zu zimmern, damit sie liegen konnte. Momentan sind die Jungs bei den Pferden und füttern. Ich erhole mich, oder so - meine Eltern sind beim Kapitän um sich Koordinaten und Haltepunkte durchgeben zu lassen. Eigentlich müssen wir heute noch den Äquator hinter uns lassen, sodass wir morgen Abend auf dem Hof sein können. Den Zwischenhalt in Sydney haben wir übrigens abgelehnt.

      Weil ich gerade Lust dazu habe; hier die komplette Stalleinteilung. Die Jungs haben meine Erschöpfung gestern gnadenlos ausgenutzt und ich muss sagen, sie haben gute Arbeit geleistet..:

      Dann vorerst liebe Grüße, morgen geht's entgültig nach Auckland..

      — Tag 4
      Es ist so unglaublich warm. Auch hinter dem Äquator. Den haben wir in der Nacht überquert, jetzt sitze ich draußen, mit einer Sonnenbrille auf der Nase, und wedele so mit dem T-Shirt vor mich hin. Baden gehen können wir nicht, außerdem gibt es weit und breit kein Festland, ich hab Hunger. So ist das, wenn man mit seiner Familie verreist. »Cascar, du Nuss. Hättest auch rausgehen können, statt dich die ganze Nacht hin und her zu schmeißen.« Ich sehe auf und Marc kommt in kurzen Hosen und Flip-Flops, mit einem Handtuch über der Schulter, einer Zahnbürste im Mund und feuchten Haaren auf mich zu.
      »Wenn ich das mache, mit dem hin und her schmeißen, schnarchst du wenigstens nicht!«
      »Ich schnarche nicht!«
      »Ooh doch!«
      »Nein!?«
      »Du kannst es ja nicht wissen, du schlägst doch!« Ich grinse ihn triumphierend an. Wer viele Bücher ließt, bekommt tolle Zitate.

      Nach dem Frühstück gehe ich duschen. Ich habe nichts anderes zu tun und werde andernfalls wahnsinnig. Mein Dad läuft auf dem Deck auf und ab wie ein Tiger und telefoniert alle fünf Minuten mit jemand anderem. Ich wusste jetzt schon, dass Maria Wernske in Auckland auf uns wartete und bis dahin schon den ganzen Hof vorbereitet hat. Mehr aber auch nicht.
      Unter der Dusche werde ich wenigstens wach und als ich dann wieder nach oben komme, sehe ich einerseits zu meiner Linken Festland, einen mächtigen Zettel auf dem Tisch zu meiner Rechten. Darauf steht.. Ziemlich viel. In der Handschrift meines Vaters scheinen alle auf dem Hof wohnenden und arbeitenden Menschen niedergeschrieben worden zu sein. Ich runzele die Stirn, als ich neue Namen entdecke. Auch noch andere, mit dem Nachnamen "Winterscape".
      Habe keinen Schimmer, wo sie den herhaben.

      Auckland erreichen wir am Abend tatsächlich - die Sonne ist schon beinahe untergegangen, es ist angenehm warm. Schleunigst fahren wir LKWs und Umzugswagen von Bord; es ist merkwürdig, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Dann geht es los, wir fahren knapp zwanzig Minuten bis zu unserem neuen Anwesen. Ich bin irgendwie kaputt vom Nichtstun und als wir halten und ein Scheinwerfer aufflammt, zucke ich zusammen. »Beruhige dich, wir sind da.«, gibt mir Marc vom Fahrersitz unnötigerweise, aber ernst durch. Er steigt aus und ich tue es ihm nach.


      Mittlerweile sind alle Pferde, wo sie hingehören, ich bin müde und registriere unser neues Heim gar nicht, lasse mir nur zeigen, wo mein Zimmer und Bett ist und schlafe dann in Klamotten ein.

      Sammelbericht Süd- und Turnierstall
      [25.08.2014] 18:10

      Ich hatte es tatsächlich geschafft, mir den ganzen Südstall aufzuhalsen. Allein sollte ich die dort stehenden Pferde füttern, putzen und ausmisten; warum eigentlich? Minimal demotiviert kam ich also an der Tür an, schloss auf und trat ein. Ich pfiff leise durch die Zähne - ein vielstimmiges Wiehern war die Antwort. Ich lächelte und fütterte zügig, dann machte ich mich mit einem Seufzen ans putzen. Als erstes stand Spotti vor mir; die hochträchtige Stute sollte irgendwann in den nächsten Tagen fohlen, ich lag Eddie deswegen schon ständig in den Ohren. Abgesehen von ihrer Trägheit war sie während des Putzens aber anwesend und beschäftigte sich ausgiebig mit meinen Schuhen. Ich nahm mir einmal mehr die Zeit und legte eine Hand auf ihren Bauch, um die unregelmäßigen Bewegungen des Fohlens zu spüren. Das gelang mir auch und ich verabschiedete mich vorerst von der Mutterstute und ließ sie weiter fressen. Meine nächste Kandidatin war Mön, die doch schon deutlich aufgebrachter war. Sie war den Offenstall gewöhnt und brauchte dringend Bewegung - ich ließ das Putzen bleiben und brachte sie mit der Führkette auf die Weide. Da konnte sie erstmal ihre Energie auslassen, morgen würde ich sie dann säubern und reiten. Mit einem resignieren Seufzer kehrte ich in den Stall zurück und nahm mir Everyday vor, die auch ein wenig aktiver war, als sonst. Die Stute ließ mir immerhin noch Zeit, ihr Fell und die Hufe zu putzen, dann brachte ich sie zusammen mit Spotti auf die Koppel. Während die drei Hühs also Friede-Freude-Holidays hatten, ging ich zurück und mistete die drei belegten Boxen aus. Futter gab es auch direkt, dann war ich dort endlich fertig. Im Turnierstall herrschte schon mehr Betrieb; mein Dad putzte eben Versatilely. Das überraschte mich, denn mein Vater war eher selten im Stall. Höchstens wenn es ein schwieriges oder bekanntes Pferd zu trainieren gab. »Ach. Was machst du hier?«, fragte ich also überrascht und erhielt prompt eine Antwort: »Ich wollte sicher gehen, dass es der Stute nach dem Rennen gut geht.« Er sagte es ganz ruhig und ich glaubte ihm. Nickend holte ich die noch fressende Spearmint aus ihrer Box und putzte sie. Meine Scheckin war erstaunlich ruhig und zuvorkommend.. Als dann beide Pferde sauber waren, durften sie zu Mön und Co. auf die Weide, zum toben. Indes misteten mein Dad und ich (er half wirklich!) den Turnierstall aus und verteilten auch hier das Futter. Zum Abschied drückte mir mein ungewöhnlicher Helfer einen Kuss auf die Stirn und verschwand wieder Richtung Wohnhaus.

      Bericht [26.08.2014] 20:38

      Spotted Dreams schleppte sich mühsam über den Paddock in die Box, zu mir, um ihren halben Apfel zum Frühstück zu empfangen. Ich öffnete im Nachhinein die Tür und streichelte behutsam ihre Stirn. Die Stute schloss die Augen und senkte den Kopf, sodass ich ihren Nacken erreichte. Das Fohlen setzte ihr seit nun ungefähr drei Tagen mächtig zu, sie bekam mehr Kraftfutter und war trotzdem erschöpft. Eddie wusste schon Bescheid, dass die Geburt wohl bevorstand. Das beruhigte mich ein wenig.
      Wahrscheinlich nur deshalb konnte ich meine Scheckin heute draußen, auf ihrem Paddock putzen und mit geöffneter Tür ausmisten. Ich musste schon sagen, so war mir Spotti am liebsten. Berechenbar und ruhig.
      Allerdings freute ich mich auch auf das Fohlen.. Entspannt tastete ich noch den prallen Bauch meines Stütchens ab, nebenbei bemerkte ich, dass auch das Euter mittlerweile reichlich gefüllt war. Schließlich verabschiedete ich mich mit einem leichten Klaps auf den Po von Spotted Dreams und verließ mit der Schubkarre den Stall.

      Die Geburt [08.09.2014]

      Ich saß gerade an einem kleinen runden Tisch im Café und wartete auf die Kellnerin, um meine Bestellung abzugeben. Während ich die Schwäne in dem Teich neben mir beobachtete klingelte mein Telefon.
      „Clinic Caen, was kann ich für Sie tun?“ nahm ich ab und hoffte, jemand hätte sich vertippt. „Hallo! Hier ist Cascar, meine Stute ist trächtig und scheint nun bald abzufohlen bzw. ist schon fast dabei. Hätten Sie Zeit?“ erklärte mir die Besitzerin knapp.
      Ich sagte nur zu, sprang seufzend auf und lief zum Auto. Eine Geburt sollte man nicht nach hinten verschieben, also fuhr ich so schnell wie möglich los.

      Auf dem Hof herrschte reger Trubel und ein älterer Herr führte mich in den Stall. Dort saß Cascar vor einer der Boxen und wippte unruhig hin und her. „Wieso dauert das denn so lange?“ stöhnte sie und beobachtete die kleine Scheckstute, welche am Boden lag.
      „Ein Geburt kann sich hinziehen.“ erklärte ich beruhigend und kontrollierte kurz die Gesundheit der Stute. Doch hier war alles okay.
      Die Wehen hatten schon eingesetzt und nun hieß es abwarten. Letztendlich wurde die Stute selbst am besten, was zu tun war. Ich war nur für den Notfall da, wenn etwas schiefgehen könnte.

      Eine halbe Stunde später war es so weit. Die gescheckte Stute Spotted Dreams wurde plötzlich aktiv und grummelte unruhig. Dann ging alles ganz schnell.
      Während Cascar unruhig vor der Box hin und her lief und kaum ruhig stehen bleiben konnte, machte Dream ihren Job als werdende Mutter wirklich gut.
      Kurze Zeit später war das Fohlen da. Es kam so plötzlich, dass kaum jemand es mitbekam. Spotted Dreams entspannte sich und stand dann auf, um auch direkt ihr Fohlen zum aufstehen zu animieren.
      Nun kam einer der schönsten Moment, denn das kleine Fohlen versuchte seine staksigen Beine unter Kontrolle zu bekommen und sich hochzuhieven.
      Dann stand es und plötzlich trank es auch. Zufrieden schlich ich mich an Stute und Fohlen heran und betrachtete die beiden noch einmal.
      Allen schien es gut zu gehen und mein Job hier war getan. „Mehr kann ich sowieso erst einmal nicht tun.“ meinte ich lächelnd und klopfte Cascar auf die Schulter. „Beide sind kerngesund.“ meinte ich lächelnd.
      Für mich war meine Arbeit hier getan und ich machte mich auf den Heimweg.

      Bericht [12.10.2014] 11:33

      Das Wetter ist einfach wunderbar und weil ich Zeit und Lust habe, begebe ich mich in den Südstall, wo ich von vielstimmigen Gewieher begrüßt werde.
      Ohne Umschweife trete ich an die erste Box und streichel' Spotts weiche Nase, die ihren Kopf eben schnaufend zu mir streckt. Hinter ihr raschelt es erwartungsvoll im Stroh - Frischkäse will wohl auch.
      Das kleine Stutfohlen hat sich prächtig entwickelt und genießt es allgemein sichtlich, im Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit zu stehen. Auch ich liebe die großen Augen und die Übermütigkeit des jüngsten Mitglieds des Vereins.
      Und heute soll es zum ersten Mal auf die große Weide gehen.
      Dafür nehme ich Spotti ans Halfter und führe sie nach draußen, die kleinere Scheckin folgt und hüpft brav, aber neugierig schauend und vor Energie strotzend, nebenher.
      Ich bringe die Beiden auf unsere kleinste Koppel. Platz ist trotz allem genug und die Reize hier sind auch vollkommen ausreichend. Sieht Frischkäse wohl auch so, als sie interessiert die neue Umgebung erkundet und es allgemein wohl doof findet, dass ihre Mutter direkt und ungerührt mit dem Fressen beginnt.
      Ich betrachte das Zweiergespann mit einem Lächeln und verlasse dann die Wiese, um die große Box mit Paddock auszumisten.

      Sammelbericht [24.10.2014] xx:xx

      Der Tag war kühl und ziemlich windig, aber auch heute gab es viele Vierbeiner, die gut versorgt werden sollten.
      Also stolperte ich schon ziemlich früh in den Südstall, wo mir prompt meine drei lieben Stuten entgegenwieherten. Zuerst gab es Futter, dann putzte ich Spotti. Natürlich unter den wachsamen Augen ihres Fohlens. Das ganze wurde mehr eine ausgiebige Kuschelrunde. So gesagt, genoss ich die Zeit bei den Beiden, bevor auch Everyday, nicht weniger lieb und zutraulich, sauberes Fell und saubere Hufe bekam.
      Die Drei brachte ich dann zum Toben in die Halle, wobei der Weg durch den Wind über den Hof schon abenteuerlich war. Nur wollte ich Araberstute und Ponyfohlen nicht dem rauen Klima aussetzen.
      Der Stall war damit bis hierher erledigt. Ich wechselte meinen Standort in die Nordstallungen, in den Hengstteil.
      Auch dort fütterte ich und putzte anschließend Nacorde. Der Braune war mir wohlgesinnt und kassierte auch die ein oder andere Streicheleinheit. Er musste allerdings auf die Weide, solange er noch nicht geschoren war.
      Dann ging es zu meinen Tekken. Zumindest zu Kazoom, der derzeit allein im riesigen Stalltrakt stand. Estragon war auf einem Turnier und Worgait dümpelte noch immer auf seinem Roundpen herum.
      Also fütterte und putzte ich nur dieses eine Pferd, der dann (mit Decke..) auf die Koppel durfte.
      Von den Weidegebieten tappte ich dann auch zum Roundpen.
      Worgait fror, ich sah es ihm an. Immerhin nahm er mit dem Präparat wieder Futter auf und die Rippen zeichneten sich nicht mehr ganz so doll ab. Das machte mich optimistisch. Ich holte eine Thermodecke aus der Sattelkammer, band den Hengst mit viel Krach an den Zaun und legte ihm unter zarter werdenden Huftritten die Decke an. Er wusste, dass er mich brauchte.
      Ich sagte nichts zu ihm, verhielt mich ebenso abweisend, wie er sich. Nicht mal ein "Tschüss." gab es.

      Sammelbericht [02.12.2014] xx:xx

      Ich war weihnachtlich gestimmt. Draußen, auf der Wiese hinter unserem Haus, vermischte sich der Reif mit pludrigem Schnee. Ich frühstückte.
      Und dann ging es los. Zum Stall. In letzter Zeit hatte ich meine Aufgaben hier stark vernachlässigt. Schulbedingt, muss man sagen. Umso mehr freute ich mich, als ich Spearmint hell wiehern hörte.
      Ich lächelte, tappte zu meinem Pferd und begrüßte sie herzlich. Zum Teddybären war sie mutiert und das veranlasste mich, sie noch zehn Minuten länger zu streicheln und vernarrt zu betrachten. VGold und Feuerzauber empfing ich ähnlich, dann gab es Futter für alle.
      Während die Hühs auf dem Paddock, unter klarem und doch irgendwie dunklem Himmel fraßen, mistete ich die Boxen aus, sodass es pünktlich zum Abschluss des Mahls auf die Weide gehen konnte.
      Danach musste ich leider weiter, denn wir hatten ja hier nicht nur drei Pferde... Also begab ich mich in den Südstall, wo ich ähnlich erfreut wie im Norden empfangen und gründlich beschnüffelt wurde. Ich fütterte auch hier meine drei Schützlinge und während des Fressens beschäftigte ich mich mit Spotti Junior und dem Halfter.
      Die kleine Stute war zu klug, um etwas dagegen zu haben; viel zu oft hatte sie sich das bei ihrer Mutter angesehen, sodass sie wirklich still hielt.
      Ich nahm das Halfter dann wieder mit und begann stolz mit dem Ausmisten der Boxen. So kam es, dass die Spottis und Ever auch bald auf der Koppel untergebracht waren.
      Ich wandte mich als nächstes den ausladenden Nordstallungen zu. Das Gewieher hier war eher verhalten. So viel hatte ich mit den Bewohnern ja auch nicht zu tun.
      Ich begrüßte trotzdem alle gründlich, bevor ich fütterte und ausmistete. Jessica kam dann auch direkt, kuschelte mit Serafino und half dann.
      Und hier war es dann auf einmal Arbeit, alle Pferde heil und sicher auf die Weide zu bekommen. Mein Dad und Jess halfen mir, vierzig Minuten dauerte das trotzdem.
      Im Hengststall war die Freude riesig. Empire und vor allem Bemme konnten es kaum erwarten, mich mit der Nase anzutippen und ich konnte meine Schützlinge nur grinsend streicheln. So gehörte sich das!
      Ich befütterte den Stall und mistete schon deutlich unmotivierter und langsamer die Boxen, bevor es für Empire, Locki, Jimmy und Bemme auf die große Wiese ging.
      Mittlerweile war es 10 und ich beeilte mich, zu den Tekken zu kommen. Estragon und Kazoom waren wie immer eher still, Choco sah mir immerhin neugierig entgegen und die kleine Sysah wieherte unglaublich eifrig und hoch. Über Worgait, der in der letzten, großen Paddockbox stand, müssen wir ja gar nicht reden.
      Für diesen Stall nahm ich mir wieder viel Zeit. Die Hottas hier wurden nicht nur gefüttert, sondern auch geputzt und eingedeckt, bevor es auf die Weide ging.
      Der Winter ist nicht gut für Tekken.
      So kam es allerdings, dass ich plus ausmisten um eins fertig war. Mit allem.
      Und weil ich das schon lange nicht mehr gemacht hatte, setzte ich mich an Spearmints Weide auf den Zaun und sah meiner ersten Stute beim Grasen zu.

      Weihnachten [24.12.2014] 19:06

      Weihnachten. Mit einem Lächeln auf den Lippen schloss ich die Haustür und tappte Dampfwölkchen in den kalten Abend pustend Richtung Turnierstall.
      Letztes Jahr um diese Zeit hatten wir noch in Deutschland gewohnt - der absolute Wahnsinn.
      Ich begrüßte Spearmint schon, bevor ich sie sah und bekam prompt eine wunderbar klare Antwort - ein Wiehern, in das Gold und Feuer gleich darauf einstimmten. Für meine drei Stuten hatte ich den klassischen Kuchen mitgebracht; heute gab es außerdem noch Rüben und Äpfel, die begeistert auf dem schneebedeckten Paddock verspeist wurden.
      Ich stand zu diesem Zeitpunkt bei meinen treuen Gefährten; streichelte wo ich konnte und bedankte mich ehrlich für dieses herrliche Jahr.
      Dann musste ich leider weiter. Mein Weg führte mich direkt in den Südstall, wo ich ähnlich begeistert von Ever und den Spottis begrüßt wurde. Hier drehte ich meine Handlung um, zumal es nicht für alle Kuchen gab: ich streichelte und kuschelte, bevor es ausgiebig Rüben und kleinere Leckereien gab.
      Ich ließ mich eben im Stroh, zu Käses Hufen nieder, um die kleine Stute hinter den Ohren zu kraulen, als ich vor dem Stalltor ein eindringliches Wiehern und darauf folgendes Geflüster hörte.
      Ich grinste, sprang auf und begrüßte zehn Minuten später lachend meine Freunde.
      Sie boten einen prächtigen Anblick: Marc saß, als Weihnachtsmann verkleidet, auf dem als Rentier geschmückten Empire; neben ihm Oliver, irgendwie total grau, auf Locki. Letzterer hielt meinen Jimmy am Strick als Handpferd und bedeutete mir nun, mich auf dessen Rücken zu schwingen. Die Flanken des Schecken waren mit wunderbaren Stoffen im charakteristischen WCS-Blau mit goldenen Stickereien bedeckt. Ich war irgendwie glücklich, als ich an der Seite meiner Kameraden im Dunkeln über den Hof ritt.
      "Was bist du eigentlich, Oli?", wagte ich schließlich zu fragen.
      "Der Maulwurf", war die Antwort, "Der Maulwurf des Weihnachtsmanns."
      Unser Lachen hörte man weit; so war es kein Wunder, dass der bereits ausrastende Bemme uns schon lange bemerkte, bevor wir in Sicht kamen. Den jungen Hengst und Klappstuhl nahmen wir einfach als Handpferd mit zum Tekkenstall, um die allgemeine Aufregung zu mindern.
      Trotz allem der erste Stall, in dem das Wiehern erst einsetzte, als wir eintraten.
      Nunmehr zu dritt wurden Essig, Kazoom, Late, Devri und Sysah begrüßt, gestreichelt, gefüttert und irgendwie auch beschenkt: Oliver hatte für die junge Fuchsstute ein hellblaues Halfter genäht, dass der Lieben ganz ausgezeichnet stand und Devri bekam eine neue Renntrense von Marc.
      Während sich meine Freunde mit den übrigen Tekken abgaben, suchte ich mir einen Weg in den hinteren, dunkleren Teil des Gebäudes.
      Hier stand noch immer Worgait, der an diesem Abend keine Reaktion zeigte, als ich mich näherte. Er starrte aus seinem Boxenfenster in die anbrechende Nacht, als würde er in der Dunkelheit etwas suchen.
      Ich ging nicht in die Box, ließ nur mit einem "Frohe Weihnachten" eine Rübe in den Trog fallen und kehrte zu meinen Begleitern zurück. Zurück ins Licht.
      Unsere nächste Station war der Nordstall. Zugleich auch unsere Letzte, aber der Tumult der uns empfing, machte allein schon die Begrüßung zum Erlebnis.
      In diesem Stall waren außer Marc, Oli und mir auch noch Jessica und mein Dad, die ihren jeweiligen Pferden wohl auch frohe Weihnachten wünschen wollten.
      Ich hingegen begab mich gleich nach dem Absitzen zu Cheetah und Razita, die sich ebenfalls einen der begehrten Weihnachtskuchen teilen durften. Lotte bekam eine Rübe und dann tappte ich in das Nebengebäude der Hengste. Sol kassierte dort neben seinem Futter einige liebevolle Streicheleinheiten; ebenso wie Corde und Fino, die ja aber im Grunde genommen schon genug versorgt worden waren, von ihren Besitzern.
      Der Letzte im Bunde war schließlich Karthago, dem ich seine Freude förmlich ansah. Es war einfach allgemein ein wunderbarer Abend und als wir uns im Hengststall, nach dem absatteln, putzen und Kuchen-füttern der Hengste voneinander verabschiedeten und uns frohe Weihnachten wünschten, geschah das ungemein feierlich und im Schall der zufrieden kauenden und schnaubenden Pferde.

      Bericht [02.01.2014] 08:28

      Ich besuchte am heutigen Morgen die beiden Spottis im Südstall. Voller Elan stapfte ich durch den anbrechenden Tag und haufenweise Schneematsch zu dem mächtigen Gebäude, das sich noch dunkel abhob, vom rosanen Himmel.
      Ich war ein bisschen schlapp, aber meine Müdigkeit verflog, als die anwesenden Pferde wieherten. Lächelnd tappte ich zur erste Box und kraulte durch die Gitterstäbe Spotti Seniors weiche Nase.
      Dann gab es erstmal Futter.
      Während gefressen wurde, machte ich mich in der großen Box daran, die kleinere Scheckin zu putzen - ihr Winterfell war dick und ich bemerkte voller Stolz, wie groß meine Kleine bereits war.
      Zudem verhielt sie sich vorbildlich, während ich ihr ein Halfter anlegte (sie aber nicht anband) und dann ihr Fell bürstete. Frischkäse genoss das richtig.

      Als ich mit der Kleinen fertig war, war ihre Mutter an der Reihe. Unter den aufmerksamen Blicken ihres Fohlens wurde sie geputzt, die Hufe ausgekratzt und das Langhaar gekämmt.
      Danach waren wir wohl alle hibbelig, sodass es (ich führte Spotti S., Frischkäse tippelte hinterher) mit einem Umweg über den Hof auf die Koppel für meine beiden Schützlinge ging.
      Da wurde dann auch erstmal ein paar Runden getrabt... Ich sah ihnen ein bisschen zu, bevor ich mich abwandte, um im Südstall die Box auszumisten und Futter bereitzulegen.
    • Elii
      Frühere Berichte -- 2015

      Sammelbericht [23.03.2015] 19:10

      Die Lehrer meiner Schule streiken, sodass ich mir händereibend am frühen Morgen meine Reitstiefel anziehe und noch Müsli kauend über den sonnenbeschienen Hof in den Südstall tappe. Dort erwarten mich Spotti, Spotti Junior und Ever. Die drei Stuten begrüßen mich mit einem herzlichen Wiehern – im Vorbeigehen kraule ich jedem die Stirn, dann gibt es Futter. Kurz darauf putze ich meine Schützlinge auf der Stallgasse, für den restlichen Tag geht es auf die Koppel.
      Gegen zehn betrete ich dann also den Turnierstall, wo ich Spearmint und VGold begeistert umarme. Mit diesen engsten Freunden habe ich schon seit Ewigkeiten keine Zeit mehr verbracht, sodass ich mir beim Füttern, Putzen und auf die Weide bringen, auch von Feuerzauber, Zeit lasse und auf dem Weg zur Wiese einige unnötige Schlenker laufe.
      Als auch diese Hühs entspannt grasen, mache ich mich auf den Weg zum Hengststall. Das Gewiher hier ist beinahe nicht zu toppen und ich füttere die ganze Zeit grinsend. Gegen elf treffen außerdem Marc und Oliver ein, sodass wir uns mit dem Putzen und Herumführen von Empire, Locki, Jimmy, Dumb, Bemme und Jack getrost aufteilen können. Dank des guten Wetters und der motivierten Pferde geht uns die Arbeit leicht von der Hand und die Hottas sind schnell versorgt und untergebracht.
      Nunmehr zu dritt begeben wir uns in den Tekkenstall, wo uns ein unendlich energiegeladener Kazoom, sowie die immer ruhigen Choco und Estragon erwarten. Wieder wird gefüttert und geputzt; ich nehme mir besonders Zeit für Distraction und CH's Unglück, da diese Pferde noch nicht so lange auf dem Hof leben. Insgesamt scheinen sich meine Kameraden, jedoch gut eingelebt zu haben; es läuft alles glatt, als sie zusammen mit Drevri, Walla und Sysah auf die Weide dürfen; einzig Worgait bleibt im Stall.
      So geht es für uns, mittlerweile kaputten, Menschen noch in den Nordstall. Es ist Mittag und die Pferde hier wurden bereits von meinem Dad gefüttert. Insgesamt sind die Hühs also ruhig und lassen sich dösend anbinden und putzen. Letztendlich geht es damit auch für Law, Corde, Karthago, Fino auf die eine und für Cheetah, Zita und Lotte auf die andere Weide.
      Damit ist unser Alltag selbstverständlich nicht vorbei: jetzt ziehen wir los, um noch vor dem Mittagessen zumindest die Hälfte aller Boxen ausgemistet und mit frischem Rau- und Kraftfutter für den Abend ausgestattet zu haben.
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  • Album:
    2.0 Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Elii
    Datum:
    2 Juli 2015
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    400px
     

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  • Rufname:
    geboren: 08. April 1987

    von: Candyman — Classic Pony
    aus: Spotted Girl — Classic Pony

    Rasse: Classic Pony
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Light Bay Blanket Appaloosa
    Stockmaß: 110 cm

    Beschreibung:
    Das Vertrauen dieser Stute muss man sich erarbeiten, manchmal erkämpfen. Doch in ihr ruht ein weicher Kern, sodass man zweifellos viel Spaß mit ihr haben kann. Kann man sie reiten, offenbart sie

    Ersteller: Elii
    Besitzer: Elii
    Vorkaufsrecht: Elii

    Distanz A — Dressur L

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    Gewinnerin BSK Dreifarbige Schecken

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    1. Platz, 271. Dressurturnier
    2. Platz, 185. Distanzturnier
    2. Platz, 291. Dressurturnier


    Spotted Frischkäse [2013] / Classic Pony von Little Jim [1990] /Classic Pony
    Rebell [2009] / Classic Pony x Deutsches Reitpony von Raunchy [✝] / Deutsches Reitpony