1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
Rhapsody

Spotlight || Hannoveraner

name: Chicago Lightnickname: Spotlightdate/place of birth: may 5th 2009 in Hildesheim, Germanysire/dam: Ice Breaker (Colour's Blind x To Where The Skies Are Blue)/ Cassini's Girlgender: mare___________________________________________________________________________breed: Hanoveriancoat: sorrelgenotype: Aa ee ddheight: 178cm___________________________________________________________________________character traits/biography: short tempered; concentrated; stubbornDie Fohlenzeit verbrachte Chicago Light in einer großen Herde, in der sie sich schnell zurecht gefunden hatte. Als Jährling wurde sie standesgemäß von ihrer Mutter getrennt, konnte sich aber trotzdem als Ranghöchste durchkämpfen. Mit zweieinhalb begann man sie an Sattel und Trense zu gewöhnen und war erstaunt, mit welchem Eifer sie an neue Sachen ranging. Sobald es aber ans Anreiten ging, war dieser verschwunden; schon beim ersten Longieren hatte man gesehen, dass diese Stute kein leichter Brocken werden würde. Als sich dann jemand wagte, auf ihren Rücken zu setzen, landete dieser jemand keine fünf Minuten später im Sand. Es dauerte eine geraume Zeit, doch schließlich konnte sie eingeritten werden und es stellte sich heraus, dass sie eine exzellente Veranlagung für die Dressur hat, die bestenfalls gefördert werden sollte.___________________________________________________________________________training: jumping E; dressage L; endurance A; military Especialty: dressagebreeding confirmation: [✗]competitions: ___________________________________________________________________________last vet check up: 01/22/15last farrier check up: 01/25/14___________________________________________________________________________owner: Juli Mayers (Rhapsody)artist (+vkr): flairi

Spotlight  ||  Hannoveraner
Rhapsody, 11 Juli 2014
    • Eddi
      [​IMG]
      Auf meinen kommenden Termin freute ich mich besonders, denn ich würde Juli wiedersehen. Sie war lange Zeit weg gewesen und nun wieder hergezogen und darüber war ich wirklich froh. Es war immer schwer, gute Freunde gehen zu lassen. Umso schöner war es natürlich, wenn diese wiederkamen. Nach einer halben Stunde kam ich auf dem kleinen, aber feinen Gestüt ihrer Tante an. Damals hatte Juli selbst ein gigantisches Gestüt besessen, hier fand man nur fünf Pferde vor. Als ich ankam, wurde ich erst einmal herzlich begrüßt und Juli zeigte mir das neue Gestüt. Dabei lernte ich auch die anderen Pferde kennen und jedes besaß eine einzigartige Persönlichkeit.
      Dann ging es aber zu dem Pferd, um das es heute gehen sollte. Vor kurzem hatte Juli sich eine Warmblustute namens Spotlight gekauft und seit drei Tagen war sie da. Nun wollte sie kontrollieren lassen, ob sie die Reise auch gut überstanden hatte. Am Putzplatz wartete die hübsche Fuchsstute auch schon auf uns und blickte uns neugierig entgegen. Mit ihren 1.78m wirkte sie auf mich wirklich riesig und das schien sie auch zu wissen. Dennoch machte ich mich mit ihr bekannt und fand sie sofort sympathisch. Nach einem Leckerli beruhte das dann auch auf Gegenseitigkeit, die Frage war nur, wie lange das anhalten würde.
      Ich begann mit einem groben Blick in Augen und Maul, um die Farbe der Schleimhäute zu kontrollieren. Sie besaßen ein gesundes helles Rosa, so dass man sich keine Sorgen um erhöhte Leberwerte machen musste. Danach hörte ich erst einmal Herz und Lunge ab und darauf auch noch den Darm. Lediglich die Aufregung ließ den Magen der Stute ein wenig grummeln, ansonsten war alles in Ordnung. Genau in Augenschein nahm ich die Sehnen und Gelenke, tastete diese ab und ging auch einmal die Wirbelsäule entlang. Doch Spotlight reagierte nirgendwo negativ und blieb vollkommen entspannt. Zum Abschluss kontrollierte ich noch ihre Körpertemperatur, mit 37,5° lag diese im Idealbereich.
      „Braves Mädchen.“ lobte ich sie und schaute mir noch einmal Augen und Zähne genauer an. Der Pupillenreflex der Stute funktionierte einwandfrei und ein kurzer Blick auf ihre Zähne reichte, um sagen, dass alle Zähne wunderbar standen und es keine Entzündungen gab. „Bisher alles wunderbar, würdest du sie mir mal im Schritt und Trab auf der Stallgasse vorführen?“ fragte ich Juli und sie tat sofort wie geheißen. Die Stute besaß wunderbare Gangarten und ihre Dressurveranlagung wurde sofort deutlich.
      Zum Abschluss hieß es noch röntgen. Ich holte das mobile Röntgengerät und kleidete Juli und mich in Bleischürzen ein. Alle vier Beine wurden von oben nach unten geröntgt und dann ließ ich die Bilder entwickeln. In der Zwischenzeit kontrollierte ich die letzten Impfungen im Impfpass, dort war noch alles wunderbar. Nur eine Wurmkur bekam die Stute zur Sicherheit noch von mir. Zum einen war diese sowieso bald wieder an der Reihe und durch die lange Reise wollte ich lieber auf Nummer sicher gehen.
      Die Bilder zeigten keine Auffälligkeiten, stattdessen bewiesen sie nur das, was man von außen sah: die Stute war topfit und war bereit für eine große Karriere. „Na dann viel Spaß mit dem wunderschönen Mädel!“ meinte ich lächelnd zu Juli und sie nickte grinsend. „Wenn du irgendwann mal Hilfe brauchst, auch außermedizinisch, kannst du dich jederzeit bei mir melden.“ meinte ich noch lächelnd und machte mich dann auf den Weg zu nächsten Patienten, denn langsam musste ich wirklich los.
    • Bracelet
      Der Hufschmied ist zu Besuch

      An einem warmen Sommertag kam ich auf Rhapsodys Gestüt. Es war in etwar zehn Uhr vormittags als ich aus meinem Wagen stieg und mir meine Lederschürze aus dem Kofferraum nahm und sie mir umhing. Im selben Moment kam auch schon Rhapsody auf mich zu. Sie begrüßte mich freundlich und bat mich ihr zu folgen, was ich auch gleich tat.

      Heute sollte ich die Hufe ihrer Pferde kontrollieren. Mein erster Patient war Ciaran. Das kleine Exmoor Pony stand bereits tip top geputzt in der Stallgasse und beäugte mich neugierig. ,,Er sollte sich eigentlich sehr gut handhaben lassen.'',meinte seine Besitzerin lächelnd.
      Ich verließ mich darauf und ging auf ihn zu. Erst streichelte ich ihn vorsichtig um etwas Vertrauen aufzubauen. Dann bückte ich mich und betrachtete seine Hufe. Dabei ließ ich mir von ihm auch das Bein geben um auch Sohle und Strahl genauer betrachten zu können. ,,Guter Junge.'',sagte ich, da er wirklich brav mitmachte. Er gab brav sein Bein, tänzelte nicht herum und zog nie ungeduldig den Huf weg.
      ,,Seine Hufe sind in sehr guter Qualität, warum ich denke, dass ich ihn nicht ausschneiden muss oder sonstiges gemacht gehört. Allerdings sollte dies vielleicht in ein paar Monaten gemacht werden, da bei unseren 'Hauspferden' die natürliche Abnützung nicht mehr wirklich gegeben ist, wie bei Wildpferden, und so das Horn zu stark wuchern kann und Probleme beim gehen auftreten können.'',sagte ich zu Rhapsody ehe ich mich bei Ciaran verabschiedete und wir zum nächsten Pferd gingen.

      Es handelte sich dabei um eine hübsche Knabstrupperstute, die auf den Namen Favorita hörte. Ihre Besitzerin hatte mir bereits gesagt, dass sie die Menschen, welche mit ihr arbeiteten, immer mal wieder austestete. Trotzdem war ich dazu entschlossen, dass dies klappen würde.
      ,,Na du?'',sagte ich grinsend und streichelte die wunderschöne Stute vorsichtig auf der Stirn. Dann nahm ich meine Hand weg und kniete mich herunter zu ihren Hufen. Sie sah mir dabei genau zu und drehte die Ohren in meine Richtung. Ich spürte, dass sie etwas angespannt war, also versuchte ich sie mithilfe von Worten etwas zu beruhigen. Es klappte. Dies nutzte ich um ihr Bein zu nehmen. Die ersten Drei gab sie mir brav doch beim Vierten schnaubte sie und wollte es nicht geben. Ich ließ ihr einige Sekunden. Dann fuhr ich ihr mit der Hand erneut über das Bein hinunter. Diesmal gab sie es, allerdings nicht lange. Sie zog es weg und trat aus, wobei sie mich allerdings nicht erwischte. ,,Schon gut.'',sagte ich in einem sanftem Ton. ,,Schon vorbei.''
      Dann wandte ich mich an Rhapsody: ,,Ihre Hufe sind auch ganz schön, eventuell aber etwas trocken. Wenn man die Hufe etwas mit Wasser abspritzt, so heißt es, nehmen die Hufe etwas davon auf, was die Hornqualität verbessert. Allerdings ist es kein Grund zur Sorge, weil ich keine allzuauffällige Risse oder Ähnliches finde. Ausschneiden ist bei ihr ebenfalls noch nicht nötig.''

      Nachdem ich mich auch bei Favorita verabschiedet hatte ging es weiter zu einer Hannoveranderstute. Sie hieß Chicago Light, wurde aber auch von manchen Spotlight genannt. Laut Rhapsody schien sie 'kein leichter Brocken' zu sein. Bereits als ich auf sie zuging schien sich das zu bestätigen.
      Sie legte die Ohren an, noch bevor ich ganz bei ihr war. Als ich allerdings doch noch näher kam schnaubte sie unwillig und machte Anstalten zu steigen. Zumindest verließen beide Vorderbeine ein paar cm den Boden. ,,Ruuhig.'',sagte ihre Besitzerin und holte sie etwas herunter. Ich ging ging mit ihr hinüber zu der Stute und hielt ihr ein Leckerli vor die Nüstern. ,,Willst du es haben?'',meinte ich, da sie sich erst weigerte es anzunehmen. Allerdings überwog dann doch die Lust es zu fressen. ,,Braves Mädchen.'',lobte ich sie und streichelte sie vorsichtig. Sie ließ es zu, weshalb ich auch schon begann ihre Hufe zu betrachten.
      Ich bückte mich erneut und sah mir jeden Huf einzeln an. Dann wollte ich mir wieder die Unterseite ansehen. Ich fuhr ihr Bein herunter und zu meinem Überraschen gab die wunderschöne Hannoveranerstute gehorsam ihr Bein. Ich sah mir auch die übrigen Hufe von Unten an und wie durch ein Wunder war Spotlight plötzlich ganz ruhig und machte mit. ,,Braaav.'',lobte ich sie dann und gab ihr erneut ein Leckerli.
      ,,Hufzustand wie auch bei den anderen Beiden sehr zufriedenstellend.'',sagte ich lächelnd. ,,Bei ihr ist Ausschneiden auch nicht nötig und auch eine Korrektur halte ich für nicht nötig. Ich denke, wenn die Hübsche regelmäßig kontrolliert wird wird sie, so wie es gerade aussieht, keine Probleme haben.''

      Kurz darauf verabschiedete ich mich bei Rhapsody und ihrer Stute und verließ dann auch schon wieder das Gestüt.
    • Eddi
      Zu Besuch bei einer guten alten Freundin
      Nachdem mein Leben auf dem französischen Gestüt so plötzlich geendet hatte, brauchte ich dringend Ablenkung.
      Durch Zufall entdeckte ich „meillion aur“ und als ich den Namen der Besitzerin las, stand fest, dass ich den Wales einen Besuch abstatten würde.
      Schon vor ein paar Monaten hatte es mich dort hingezogen, allerdings als Tierärztin. Während ich die Auffahrt hinauffuhr, erinnerte ich mich wieder an die großen Weiden und den schönen kleinen Stall.
      Angekündigt hatte ich mich, das hatte ich nicht für nötig gehalten und eigentlich wollte ich auch nur kurz für ein oder zwei Stunden vorbeischauen.
      Ich parkte neben dem Haus und stieg aus. Der Herbst war in den Wales schon längst angekommen. Die Bäume färbten sich in den verschiedensten Gelb-, Rot- und Orangetönen und es wehte ein kühler Herbstwind.
      Neugierig schaute ich mich um, konnte aber niemanden entdecken. Also beschloss ich, dem Stall einen Besuch abzustatten, denn wenn, fand man meistens dort die Besitzer.
      Doch auch auf der Stallgasse herrschte Ruhe. Man hörte lediglich das zufrieden Brummeln einiger Pferde. Neugierig schlenderte ich die Gasse entlang und schaute mal hier mal dort in die Boxen.
      Alle waren nicht gefühlt, aber ich hatte schon bei meiner Ankunft gesehen, dass viele der Pferde auf den Weiden standen.
      Während ich gedankenversunken in die nächste Box schaute, runzelte ich plötzlich die Stirn, denn das kleine gescheckte Fohlen kam mir sehr bekannt vor.
      „Na aber hallo! Das ist ja die kleine Symbolic Splash!“, meinte ich lächelnd und begrüßte das neugierige Stutfohlen. Sie war eine Tochter von Elisas geliebten Pamino und sie war sehr nach ihrem Vater gekommen.
      Während ich das kleine Fohlen betüddelte, wurde plötzlich die Stalltür aufgerissen und Hufgeklapper erfüllte den Stall.
      Erschrocken drehte ich mich um und entspannte mich gleich wieder, denn da kam Juli hinein, neben ihr das Exmoorpony Ciaran – anscheinend kamen sie gerade von einem Ausritt, denn Juli war warm angezogen und beide sahen ziemlich zerzaust aus.
      Ungläubig starrte sie in meine Richtung. „Eddi? Bist du das?“, fragte sie und dann grinste sie von einem Ohr bis zum anderen, ließ Ciaran einfach stehen und lief mir entgegen, um mich zu umarmen.
      „Lange nicht mehr gesehen!“, lachte sie und begann sofort mich auszufragen. Ich versuchte ihren Fragen auszuweichen, denn über meine unangenehme Lage wollte ich nicht zwingend sprechen, stattdessen fragte ich vermehrt sie, wie es denn mit dem Gestüt hier lief.
      „Irgendwann gewöhnt man sich an das Wetter, aber schön ist was anderes. Man sieht es ja an Ciaran, der hat schon wieder Fell wie ein Plüschbär – oh Ciaran!“, meinte sie erschrocken, wandte sich um und sammelte ihr Pony ein, welches es sich in einer der vorderen Box gemütlich gemacht hatte und dort das Heu fraß.
      „Ähm. Ich sattele ihn schnell ab.“, sagte sie nur knapp und machte das Pony fertig, während sie mir noch von den neusten Ereignissen berichtete.
      Als Ciaran dann in seiner eigenen Box stand, schaute Juli stirnrunzelnd auf die Uhr. „Also, wenn du Zeit hast, würde ich schnell noch Last Caress bespaßen und dann können wir gerne einen Ausritt machen!“
      Dazu sagte ich natürlich nicht nein, stattdessen half ich Juli gerne bei dem Betüddeln ihrer Welshstute.
      Wir putzten den kleinen Rappen gründlich und dann durfte sie sich auf dem Longierzirkel ein wenig austoben. „Nennt sich Beschäftigungstherapie.“, meinte Juli grinsend, als sie der Stute noch einen Gymnastikball dazu gab.
      Kurze Zeit später hatten wir die beiden Stuten Favorita und Spotlight von der Weide geholt, geputzt und gesattelt. „Dann zeige ich dir mal die wunderschöne Landschaft der Wales!“, lächelte Juli und ich ritt ihr bedächtig hinterher.
      Da mir Spotlight mit ihren 1.78m Stockmaß einen Ticken zu groß war, hatte ich Favorita bevorzugt und war auch sehr glücklich mit der Knabstrupperstute unter mir, welche sich von ihrer besten Seite zeigte.
      Unser Ausritt wurde jäh unterbrochen, als es aus heiterem Himmel zu regnen anfing – und zwar kein einfacher Nieselregen, sondern es prasselte richtig stark auf uns herab.
      Im Eiltempo machten wir uns auf den Heimweg, wo dann erst einmal die Pferde trocken gerubbelt werden mussten, ehe Juli mich zu einer Tasse heißen Kakao einlud.
      „Du, wenn du willst kannst du auch bei mir übernachten. Dann können wir Morgen vielleicht der Stadt einen Besuch abstatten!“, meinte Juli begeistert und ich war genauso von der Idee angetan.
      „Total gerne! Genau das brauche ich momentan!“, grinste ich glücklich und nahm dankend die Tasse Kakao entgegen.
    • Rhapsody
      [​IMG]

      Sobald es herbstlich wurde, wurde ich krank. Das war in Deutschland so, und anscheinend auch in Wales. Vor ein paar Wochen, als meine alte Freundin Eddi mich besuchen kam und wir im schönsten Spätsommer ausritten gingen, ging es mir noch super – und jetzt hatte ich die Erkältung des Jahrtausend.
      Was natürlich nicht meinte, dass die Boxen sich von selbst ausmisten würden.
      Die Herbstsonne, die mich heute Morgen noch geweckt hatte, hatte sich jetzt hinter dicke Wolken verkrümmt und kündigte Regen an, wie schon die letzten Tage. Das erste Mal wurde ich noch durchgeweicht (Symbolic Splash hatte es gefallen, in den Pfützen zu spielen anstatt zu arbeiten – die Matschflecken waren immer noch in meiner alten Jeans), doch seit zwei Tagen blieb ich größtenteils in der Reithalle oder verließ den Hof nur mit Regenjacken und –decken.
      Und jetzt, auch nur mit selbstgestrickten Schalen und Mützen, optional Hustenbonbons oder, wenn’s sein musste, Thermoskannen mit Zitronentee.
      Als ich so drüber nachdachte, musste ich glatt wieder husten. Ich brauchte definitiv einen Helfer für den Stall brauchte, der mir unter die Arme griff, wenn ich krank war. Oder falls meine Tante sich doch noch entschließen würde, wieder zu züchten und ich jeden Tag dreißig Boxen ausmisten musste. Und krank war. Dann musste man doch bestimmt einen Stallhelfer beim Amt beantragen können.
      Vor mich hingrummelnd lud ich die letzte Schaufel dreckiges Stroh auf die Schubkarre und fuhr sie aus Lashy’s Box. Jetzt nur noch einstreuen, dann konnte ich wenigstens mit der Arbeit anfangen.
      Last Caress war gerade erst aus Kanada zurückgekommen, denn sie wurde von Gwen (mithilfe eines Daniel Smiths, den ich leider nicht kennenlernen dürfte) eingefahren, und so wollte ich – sollte die Wolkendecke doch mal aufreißen – zusammen mit ihr und Ciaran eine kleine Kutschfahrt machen. Meine Tante hatte mir eine Kutsche dagelassen, das Geschirr hatte ich mir am gleichen Tag besorgt, an dem Caress zurück kam. Das war jetzt fast schon eine Woche her, aber das Wetter hatte mich immer davon abgehalten, eine Ausfahrt zu machen.
      Als ich Spotlights Box eingestreut hatte, holte ich gleich ihre Putzbox und hängte ihren Sattel über die Boxenwand. Zuerst war Dressurtraining angesagt.
      Die nächsten Wochen würde nämlich ein Trainer kommen, um mit uns beiden zu trainieren. Spotlight konnte ein richtiges Sportpferd werden, doch dazu musste sie erst einmal aufhören, gegen den Reiter zu arbeiten. Das wollte ich in dieser Woche noch hinkriegen, damit wir uns nicht vollkommen blamierten.
      Sie sah mir jedoch schon angesauert entgegen, als ich die Weide betrat. Zusammen mit Favorita – die beiden waren richtige Freunde geworden, obwohl sie vom gleichen Holz geschnitzt waren – oder genau deswegen. Aber im Gegensatz zu ihrer 1.78m großen Freundin brummelte mich Favorita an und schnupperte an meinen Händen. Sie hatte in den letzten Wochen viele Turniere, auf denen wir nicht mal schlecht abgeschnitten hatten, und durfte sich jetzt eine Pause gönnen.
      Ich rieb Favorita’s Stirn und versuchte, Spotlight so gut es ging zu ignorieren. Sie graste wieder friedlich, doch kaum machte ich einen Schritt auf sie zu, sprang sie zurück. „Heute nicht,“ meinte ich entschlossen und griff nach dem Halfter, dass gut einen halben Meter über mir in der Luft war. Als ich den Führstrick einhakte, schnaubte Spotlight missbilligend, folgte mir aber ohne große Zwischenfälle von der Weide.
      Ich putzte sie schnell und gründlich, bandagierte ihr dann die Beine um die Sehnen zu unterstützen und sattelte sie schließlich. Es hatte draußen wieder begonnen zu tröpfeln, und die fünf Schritte, die wir nass wurden, gefielen der Hannoveranerstute ganz und gar nicht. Sie drängelte, trat mir zweimal auf den Fuß und war kurz vorm Steigen (okay, das war übertrieben. Aber sie war extrem nervig.)
      Nachdem wir beide aufgelockert waren und uns abreagiert hatten, fing ich mit der eigentlichen Arbeit an. Sie sollte lernen, den Rücken nicht mehr wegzudrehen, und so fing ich an, sie weiter über den Rücken zu reiten. Auch, wenn sie am Anfang noch ordentlich motzte und auch schon ihren Kopf zwischen die Beine zog, letztendlich war Spotlight genauso zufrieden wie ich. Zur Belohnung ließ ich ihr die Zügel lang und ließ sie noch ein paar Runden Schritt gehen, ehe ich sie zurück in den Stall führte und ihr die Abschwitzdecke überwarf. Es würde jedoch wenig helfen – die Gute hatte einfach schon zu viel Winterpelz. Ich konnte nicht mal sagen, ob sich Scheren wirklich lohnte, da ich sie ja noch kein ganzes Jahr hatte; ich hatte also keinen Plan, wie stark ihr Immunsystem war.
      Ich kramte mein Handy hervor, während die Stute auf ihrem Müsli herumkaute, und machte eine neue Notiz, die mich daran erinnern sollte, dass ich so früh wie möglich Eddi Bescheid geben musste, sollte sie sich doch irgendeine Erkältung holen.
      Als Spotlight, immer noch etwas nass aber sichtlich zufrieden, wieder auf der Weide stand, hatte es aufgehört zu regnen. Der Himmel sah immer noch grau aus, aber ich nahm das Risiko auf mich und führte schließlich Caress von der Weide. Die Welsh-Stute hatte es, laut Ex-Besitzer, faustdick hinter den Ohren, doch das hatte ich noch nicht gespürt. Sie war brav an der Longe, eine Lebensversicherung im Gelände und ich würde sie jederzeit an Kinder übergeben. Auch jetzt folgte sie mir freudig von der Wiese, ließ sich ohne Probleme putzen und zuckte nicht einmal zusammen, als ich die Ponykutsche an den Stalleingang stellte. Ich holte noch fix Ciaran, ehe ich dann beide vor die Kutsche spannte und vom Hof bugsierte. Die beiden waren zuvor noch nicht an der Kutsche zusammen gegangen, doch dafür machten sie sich prima.
      Mit zwei dreckigen Ponies und pitschnass – uns hatte doch ein kleiner Wolkenbruch überrascht – kehrte ich eine halbe Stunde später zurück. Nachdem Ciaran und Caress noch ihr Müsli gemampft hatten, schickte ich die beiden Sauponies wieder auf die Weide und krallte mir die Thermoskanne.

      ***

      Es war bereits dunkel und nieselte wieder als ich am Abend nochmal auf den Hof fuhr. Meine Mama hatte mir ausnahmsweise ihr Auto geliehen, während sie zu Besuch war, also wurde ich nicht durchgenässt.
      Die Pferde waren mittlerweile wirklich alle matschig aber glücklich. Wenigstens das. Hoffentlich würde ich das morgen auch noch wissen, wenn ich alle putzen musste.
      Als alle ihr Heu mampften und im trockenen Stall standen – Lashy hatte sich sogar schon hingelegt und schlummerte, schaltete ich das große Stalllicht aus, sodass nur noch ein dämmriges Licht schien. Ich strich Ciaran noch über die Stirn, dann ging ich nach Hause, wo schon ein neuer Kübel Pfefferminztee auf mich wartete.
    • Rhapsody
      [​IMG]

      Ein Frösteln übermannte mich sofort, als ich die Haustür öffnete. Es war kalt. Kalt und nass. Und obwohl es schon halb eins war war es düster, als hätte die Sonne komplett aufgegeben. Ich grummelte, funkelte den Himmel streitlustig an, ehe ich zusperrte und mich auf mein Fahrrad schwang.
      Nach dem Füttern heute morgen hatte ich mich wieder auf den Heimweg gemacht und gehofft, die ewige Wolkendecke würde aufbrechen und mich ein wenig mit Motivation bescheren, aber nada.

      *
      Als ich am Hof ankam, wieherte Ciaran mir von der Weide schon freudig entgegen. Er war eine regelrechte Pelzkugel im Gegensatz zu seinem Weidekumpel Attonito. Reggie hatte bis jetzt nur ein bisschen Winterfell gekriegt, was ziemlich schade war – ich würde seine ausgefallene Fellfarbe nur zu gerne mit Pelz sehen.
      „Na ihr?“ begrüßte ich beide Hengste und steckte ihnen ein paar Apfelschnitze zu. Als ich weiterlief und vor mich hinsummte folgten sie mir bis der Zaun sie daran hinderte. Dafür streckte sich mir ein zarter kleiner schwarzer Kopf durch die Lücke in der beginnenden Umzäunung der Stutenkoppel. Last Caress hatte wohl gesehen, dass die Hengste Leckerlis bekamen und fühlte sich natürlich ausgeschlossen. Ich kraulte ihr die Nüstern, ehe ich auch ihr einen Apfel anbot, den sie natürlich nicht verschmähte. Wenige Sekunden später hörte man, wie sich kleine Hufe herannäherten. „Ihr habt euch doch gegen mich verschworen!“ murmelte ich, doch natürlich bekam auch Symbolic Splash ein Apfelstück.


      *
      Die Stalltür hinter mir fiel schwer ins Schloss und sofort spitzten sich zwei Ohrenpaare und zwei Köpfe ragten über aneinandergrenzende Boxen. Spotlight und Favorita freuten sich genauso über die Willkommensgabe wie die anderen, aber Spotlight war schnell gelangweilt und Favorita fand es zusehend blöd, wie ich versuchte, ihre Augen zu überprüfen. Die letzten 10 Tagen waren die nämlich stark gereizt und tränten. Das Ganze begann, als es letztendlich kälter und windiger wurde, doch auch mit Boxenruhe in einem winddichten Stall war es noch nicht besser geworden. Mit gerunzelter Stirn setzte ich einen schwachen Kamilletee auf und reichte nach einem sauberen Stalllappen. Das würde ihr noch weniger gefallen, aber da musste sie jetzt einfach durch.
      Spotlight sah uns gelangweilt zu, wie ich versuchte, Favoritas Auge auszuspülen. Am Ende hatte ich zweimal den Zähnen der Stute ausweichen müssen und meine Zehen litten unter wiederholten unvorsichtigen Schritten. Für ihre Tapferkeit bekam Favorita noch einen Apfel, ehe sie zurück in die Box durfte und sich erstmal mit Spotlight anzickte.
      Kopfschüttelnd verließ ich den Stall. Wie die beiden beste Freundinnen geworden sind war mir unklar.


      *
      Es wurde langsam dunkel und das hieß für mich: Pferde reinbringen, heim gehen, sich mehr über den Winter und das blöde englische Wetter zu beschweren. Wie gewohnt musste ich Lashy einfangen, wie gewohnt folgten mir Reggie und Ciaran brav und Last Caress stemmte beide Hufe in den Boden, als ich sie einen Schritt von der Weide führen wollte.
      Am Ende standen sie aber alle in ihren Boxen, zufrieden auf Heuhalmen kauend, und beschwerten sich nicht, als ich das helle Licht zum Dämmerlicht umschaltete. Dann musste ich nur noch das Frühstück für morgen vorbereiten und konnte dann heimgehen. Ein schlechtes Gewissen hatte ich natürlich, aber dafür nahm ich mir vor, demnächst einen Wohlfühltag einzulegen. Komplett mit lackierten Hufen und Gurkenmasken.
    • AliciaFarina
      Dressur von E nach A für Spotlight​
      Heute führte mich mein Weg nach Wales in die Nähe von Llanelli, Juli Mayers hatte mich gebeten ihre Stute Spotlight in der Dressur weiter zu bilden. Die junge Stute sollte nicht gerade leicht zu händeln sein und einen richtigen Dickkopf haben soll. Ich wollte mir aber selber ein Bild machen. Juli holte mich vom Flughafen ab und brachte mich zum Gestüt, zuerst zeigte sie mir mein Zimmer, denn ich durfte in einem der Gästezimmer übernachten. Als ich ausgepackt hatte war es früher Nachmittag, Juli fand ich in der Reithalle, sie saß auf einer schönen Knabstrupper Stute, welche sie mir als Favorita vorstellte. Ich schaute ihr noch etwas zu und als sie fertig war zeigte sie mir den Stall und das Gelände. Da es schon fortgeschrittener Nachmittag war zeigte sie mir als sie Favorita geputzt hatte Spotlight. Die Stute kam mir mit gespitzten Ohren entgegen und ich halfterte sie auf. Spotlight folgte mir aber als sie etwas zu essen fand wollte sie dahin, ich ließ ihr das nicht durchgehen und setzte gezielt meinen Strick ein, sodass die Stute einen Satz nach vorne machte und mir nun willig folgte. Beim putzen blieb sie brav und gab mir alle vier Hufe. Beim satteln zickte sie als ich den Gurt festzog. Ich ließ mich davon nicht beeindrucken und holte die Trense. Als ich ihr das Gebiss in das Maul schieben wollte öffnete sie es nicht. Ich nutzte meinen all bewährten Trick und nahm ein Leckerchen, mit dem öffnete sie ihr Maul wie von alleine und schwupps war das Gebiss drin. Nun nahm ich mir meinen Helm, schnallte mir kurze Sporen um und nahm noch eine Gerte mit. Dann machte ich mich auf den Weg in die Halle. Dort merkte ich das Spotlight heute einen guten Tag hatte, sie spitzte die Ohren und blieb brav stehen während ich vorsichtig nachgurtete und dann aufstieg. Am langen Zügel machte ich mich mit ihr bekannt und überprüfte wie sie auf den Schenkel reagiert. Da sie dort sehr fein war legte ich die Gerte weg und trabte nach ein paar Minuten an. Im Trab ritt ich Volten, Zirkel und einfache Wechsel. Jetzt galoppierte ich an und ließ Spotlight Zirkel und Ganze Bahn gehen. Auch Rechts um/Links um klappte ebenso die Schlangenlinien durch die ganze Bahn in drei Bögen. Ich ritt im Trab alle Handwechsel und war voll auf zufrieden mit ihr. Ich lobte sie und fing mit den neuen Lektionen der A Dressur an. Zuerst die Gangarten, im Trab kam der Mitteltrab dazu, Ich bereitete Spotlight durch eine halbe Parade vor und lud die Spannung in ihr auf, auf der diagonalen ließ ich sie ziehen und ich bemerkte das sie Spaß daran hatte. Diese Lektion wiederholte ich noch ein paar Mal und ließ Spotlight dann im Schritt entspannen. Nun wollte ich ihr den Mittelgalopp beibringen. Spotlight galoppierte brav an und an der langen Seite ließ ich sie ziehen. Dies wiederholte ich noch ein paar Mal und hörte dann für den Tag auf. Ich sattelte Spotlight ab und brachte sie in ihre Box zurück.​
      Am Nächsten Tag fing ich nach dem Frühstück direkt mit dem Training an. Spotlight sah mich und folgte mir mit gespitzten Ohren. Heute war sie netter beim satteln und sie zickte nicht so wie am vorherigen Tag. Nachdem ich sie abgeritten hatte fing ich mit dem Training an. Ich übte den Galopp-Schritt Übergang, der Spotlight keine Probleme machte. Jetzt ließ ich sie die Zügel aus der Hand kauen im Schritt und im Trab. Spotlight machte es vorbildlich und ließ sich auch wieder leicht an die Hilfen stellen. Jetzt parierte ich sie aus dem Trab in den Stand durch und ließ sie genau fünf Schritte rückwärtsrichen und daraus wieder antraben. Spotlight machte es ohne Probleme und nun ließ ich sie das Viereck vergrößern und verkleinern. Scheinbar hatte ihre Besitzerin das schon mit ihr gemacht und daher musste ich nur noch etwas an ihrer Feinheit arbeiten. Nach der nächsten Schrittpause stieg ich ab um zu überprüfen ob Spotlight eine Vorhandwendung kennt. Ich stellte mich neben sie und gab ihr die Hilfen. Spotlight reagierte und zeigte eine vorbildliche Vorhandwendung. Nachdem ich wieder aufgestiegen war machte ich das vom Boden gemachte auch von oben aus. Die letzte Lektion die für heute anstand war das Überstreichen im Galopp. Spotlight blieb in Selbsthaltung und fiel nicht auseinander. Beim anschließenden Traben ritt ich eine 10m Volte, Spotlight bog sich schön um meinen inneren Schenkel, auch die Schlangenlinien in vier Bögen durch die ganze Bahn waren kein Problem. Zum Schluss ritt ich ein durch die Länge der Bahn wechseln und beendete die Einheit für den Morgen.​
      Am Nachmittag ritt ich erneut alle Lektionen und Aufgaben damit wir für den nächsten Tag gewappnet sind. Die Aufgaben die noch nicht perfekt saßen wiederholte ich und am Ende klappte alles perfekt.​
      Die Prüfung die am nächsten Tag stattfinden sollte war in der Nachbarschaft sodass wir her rüber reiten konnten. während ich Spotlight warmritt machte Juli alles bereit sodass ich nur noch reinreiten musste. "Alicia Grey mit Spotlight bitte in die Halle" :tönte es aus den Lautsprechern, kontrollierte noch einmal alles und ritt in die Halle. Ich trabte auf der Mittellinie bis zum X, dort hielt ich an und grüßte. Beim C ging es auf die rechte Hand, beim B folgte eine 10m Volte. Nun folgte das durch die Länge der Bahn wechseln, beim E ritt ich erneut eine 10m Volte. Von F, über X nach H ritt ich im Mitteltrab einen Wechsel durch die Ganze Bahn. Beim B hielt ich an, ließ Spotlight eine Pferdelänge rückwärts gehen und ritt dann im Mittelschritt an. Anschließend wechselte ich durch die Halbe Bahn und galoppierte beim Erreichen des Hufschlages an. Beim C ritt ich einen ganzen Zirkel und an der offenen Seite strich ich die Zügel über. Von H bis K ließ ich sie im Mittelgalopp gehen und kurz vor K holte ich sie in den Arbeitsgalopp zurück. Nun folgte ein Wechsel durch die Ganze Bahn, zwischen F und X parierte ich in den Mittelschritt durch und bei H galoppierte ich im Arbeitstempo rechts an. Wieder ritt ich einmal auf den Zirkel, ab C hieß es ganze Bahn und ab B Trab. Beim A wendete ich auf die Mittellinie ab, bei X hielt ich an und Grüßte. Ich ließ die Zügel lang und ritt im Mittelschritt aus der Halle, draußen angekommen wurde ich von Juli begrüßt. Ich erzählte ihr, das alles super verlaufen ist und ritt Spotlight trocken. Als die Ergebnisse kamen stand fest: Spotlight und ich hatten es geschafft, sie durfte nun in Dressuren der Klasse A starten.​
      6371 Zeichen by AliciaFarina geprüft mit dem OpenOffice Zähler​
    • Eddi
      [​IMG]
      Nachdem das neue Jahr wie immer turbulent begonnen hatte, kehrte nun allmählich wieder Ruhe ein und ich konnte die Praxis nach einigen Wochen Pause wieder öffnen. Die ersten Kunden ließen wie immer nicht sonderlich lange auf sich warten, sondern standen schon Schlange. Dementsprechend war mein Terminkalender auch wieder direkt voll. Zuerst ging es diesen Morgen mal wieder zu Juli, wo ich mir ihre Stute Spotlight und den neuen Lewitzer Paramour anschauen sollte. 6-jährige Hannoveranerstute kannte ich bereits und nachdem ich ihr ein Leckerli gegeben hatte, schien auch sie mich lieb gewonnen zu haben. Juli hatte sie am Putzplatz angebunden, so dass ich sie in aller Ruhe untersuchen konnte. Zuerst warf ich einen Blick in die Ohren, ob diese verklebt waren oder sich Milben einnisteten. Dann kontrollierte ich, ob es bei Augen oder Nase Ausfluss gäbe, aber alles sah gut aus. Zufrieden hörte ich noch Herz und Lunge ab, ehe ich noch Rücken und Beine abtastete. Alles war in bester Ordnung, so dass ich guten Gewissens mit der Prophylaxe beginnen konnte. Es gab als erstes die Impfung gegen Influenza und Herpes. Darauf folgte die Spritze gegen Tetanus und zu guter Letzt - und die wohl schmerzhafteste - die für Tollwut. Spotlight hielt tapfer still und hatte es danach auch direkt geschafft. Nur noch die Wurmkur und schon war Paramour an der Reihe. Der Hengst war ganz neu auf den Wales, aber ich beneidete Juli jetzt schon um den wunderschönen Schecken. Auch ihn untersuchte ich eingehend, indem ich einem Blick in Ohren, Augen und Maul warf. Danach hörte ich Herz und Lunge ab, ehe ich mir den Hengst in der Bewegung ansah. Juli führte ihn mir erst in Schritt und dann im Trab vor. Dabei kontrollierte ich auch die Puls- und Herzfrequenz einmal im Ruhestand und einmal direkt nach der Anstrengung. Paramour schien topfit zu sein. Ich kontrollierte seinen Impfpass, doch alle Impfungen inklusive Wurmkur waren erst kurz vor dem Verkauf erfrischt worden. Also musste ich nur noch die Röntgenaufnahmen machen, welche auch ohne Befund waren (verständlich, der hübsche Kerl stammte vom Gestüt Sanssouci!) und so konnte ich Juli guten Gewissens verlassen.
    • Ally
      Der Hufschmied ist da!
      Kurz nachdem mich Gwen angerufen hatte und einen Termin für ihre beiden Pferde wollte, rief mich auch meine Freundin Juliane an, die wollte, dass ich all ihre Pferde kontrollierte. Eigentlich hatte ich kaum Zeit, aber weil sie so lieb fragte, stimmte ich seufzend zu und machte mich auf den Weg zu ihr.
      Angekommen auf ihrem Hof Meillion Aur sah ich schon, wie sie die ersten paar Pferde heraus führte und am Putzplatz anband. Ich begrüßte sie und machte mich dann sofort an die Arbeit. Erst kam Ciaran dran, ein hübscher Exmoor Pony Hengst. Ich tastete seine Hufe ab und schnitt sie dann aus, achtete natürlich darauf, dass die Oberfläche gerade war und feilte sie dann nochmal zurecht. Das wiederholte ich auch bei Favorita, die Juliane jetzt neben sie stellte. Favorita war eine sehr hübsche Knabstrupperstute, die ich aus der Zucht von meiner anderen Freundin Elena kannte - Sie hatte sie vor ein paar Monaten erst verkauft. Nach kurzer Zeit führte sie auch Symbolic Splash heran, eine schöne DRP-Stute, die in letzter Zeit extrem gewachsen war und bald angeritten werden sollte. Nach ihr kontrollierte ich noch die Hufe von Spotlight, einer hübschen Hannoveraner-Stute, die etwas scheu und zappelig war. Dann kam Attonito, mein Liebling aus ihrem Stall, denn er stand dank seiner besonderen Fellzeichnung sehr heraus und ich liebte den Kleinen einfach. Dann kam noch Star dran, die schön ruhig hielt, und danach ihre beiden Neulinge Paramour und Cíola. Ich sagte Juliane spaßig, dass ich Cíola irgendwann klauen würde, denn die junge Stute war wunderschön gezeichnet. Nachdem alle Pferde ausgeschnittene und kontrollierte Hufe hatten, verabschiedete ich mich bei Juliane, die sich abermals bedankte. Ich winkte allerdings nur ab und sagte, dass es ja selbstverständlich sei, und fuhr dann nach hause.
    • Samarti
      [​IMG]
      Dressur A-L
      Das Wetter war zum Erbrechen – zumindest, wenn ich mir den zwanzig Zentimeter tiefen Schnee vor der Haustür ansah. Wir waren vollkommen eingeschneit. Es war ein Wunder, dass man die Haustüren noch öffnen und überhaupt auf den Hof treten konnte! Dennoch hatte ich Juli versprochen, mich um ihre Hannoveranerstute Spotlight zu kümmern, die in der Dressur auf das L-Niveau trainiert werden sollte, und nur aufgrund des Wetters konnte ich dies nun auch nicht abblasen – mal ganz davon abgesehen, dass wir eben wegen solcher Wetterumschwünge eine beheizbare Reithalle hatten, die so gebaut worden war, dass nicht der kleinste Windzug uns vom Training abhalten könnte.
      Ein letzter Seufzer entfuhr mir, als ich die weiße Landschaft, die einem Winterwunderland glich, betrachtete und schließlich meine Jacke schloss und meine Stiefel anzog. Direkt, als ich aus dem kuscheligen Gebäude in den Schnee verschwand. Bereits einen Bruchteil einer Sekunde später erkannte ich meinen warmen Atem vor meinem Gesicht, der sich in der eiskalten Luft kristallisierte und kleine Wölkchen bildete. Na, das würde spaßig werden! Momentan konnte ich es nicht eilig genug haben, um endlich in die Stallgebäude und schließlich in die vorsorglich vorgeheizte zu verschwinden!

      Spotlight hob nicht einmal den Kopf, als ich vor ihrer Box stand und hinein lugte, denn die Stute widmete sich vollkommen ihrem Heu und würdigte mich keines Blickes. Erst, als sich die Boxentür öffnete und sie das Halfter in meiner Hand erkannte, drehte sie mir den Hintern zu und legte die Ohren etwas an, um mir ihr Desinteresse mehr als deutlich zu machen. Während sie weiterhin auf ihrem Heu kaute, gelang es mir irgendwann, das Pferd auszutricksen und ihr das Halfter über den ausdrucksstarken Kopf zu streifen, was Spotlight zwar über sich ergehen ließ, doch ich konnte jetzt schon ihre Unlust erkennen, die sie auch nicht zu verstecken versuchte.
      Ehrlich gesagt ließ ich mir einige Zeit, um die Fuchsstute vorzubereiten und trödelte ziemlich viel herum, um mich davor zu drücken, die Kälte zu durchqueren. Doch als bereits eine gute Stunde vergangen war und die Dämmerung langsam bereits einsetzte, da es schon sechzehn Uhr war, blieb mir nichts anderes über, als mich gemächlich mit dem Hannoveraner auf den Weg in die Reithalle zu machen. Diese stand glücklicherweise nicht weit von dem Stallgebäude, in dem wir waren, entfernt, sodass unser Weg zwar verdammt kalt, aber angenehm kurz war.

      In der Reithalle angekommen, bemerkte ich, dass wir die Einzigen waren, die hier momentan herumturnten, worüber ich ebenso erleichtert wie glücklich war. Die Reithalle für sich allein zu haben war immer eine Erleichterung, denn so musste ich nicht auf die anderen Reiter Rücksicht nehmen, die möglicherweise etwas völlig anderes planten. Und wenn hier Sprünge gestanden hätten, hätte uns dies beim Training eher beeinträchtigt als weitergeholfen.
      Die Klasse L beinhaltete in der Dressur ganze fünf neue Bahnfiguren, denen wir uns in der ersten Zeit widmen würden, damit Spotlight ein angenehmer Einstieg in das neue Niveau geboten werden würde. Während in der Klasse A nur zehn Meter-Volten im Trab gefordert waren, kamen in der L-Dressur acht Meter-Volten dazu, die im Galopp absolviert werden sollten. Dennoch war dies keine Hürde, die für Spotlight unmöglich zu bewältigen war. Wir begannen mit einem größeren Durchmesser, der ihr leichter fiel, und arbeiteten uns langsam auf die acht Meter zu, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Danach ging es an die Figur Halbe Volte links, halbe Volte rechts und Aus der Ecke kehrt mit acht Metern Durchmesser. Diese benötigten zwar insgesamt etwas mehr Zeit als die acht Meter-Volte, doch durch das vorige Training hatte Spotlight bereits begriffen, dass sie etwas längere Wendungen laufen musste, um die Figuren korrekt auszuführen.
      Nachdem auch diese Figuren so aussahen, wie sie aussehen sollten, folgten noch der Wechsel durch die halbe Bahn und der Wechsel durch die Länge der Bahn, welche jedoch kaum der Rede wert waren.

      Ich bemerkte schnell, dass Spotlight zwar arbeitswillig und konzentriert war, besonders bei der Dressur, doch ebenso war sie schnell reizbar und ein astreiner Dickkopf, der so stur sein konnte, dass wir beide ewig nicht mehr weiterarbeiten konnten – denn ich war ebenso dickköpfig wie sie, was bei den Außenstehenden manchmal schon zum Augenrollen führte, wenn sie uns beim Training beobachteten. Nach einiger Zeit wurde es Spotlight dann doch zu blöd und sie gab schwerfällig nach, sodass das Training weitergehen konnte. Besonders bei den versammelten Gangarten fiel das stark ins Auge.
      Obwohl dies in der L-Dressur lediglich die Versammlung im Trab und die Versammlung im Galopp betraf, hatte Spotlight schnell herausgefunden, dass die Herangehensweise für sie total Banane war. Die Schritt-Trab-Übergänge, die wir durchführten, um den versammelten Trab zu erreichen, fand sie, auf gut Deutsch gesagt, stinklangweilig und total dämlich, weshalb sie hier öfter mal auf Durchzug stellte und sich gegen mich wandte. Wenn es dann mal klappte, dass wir mehrere Wiederholungen durchführen konnten, so verstand der Hannoveraner doch recht schnell, was ich von ihr verlangte und zeigte somit, dass ihr Widerspruch keinesfalls aus Dummheit bestand, sondern einfach, weil sie keine Lust hatte.
      Während wir die Schritt-Trab-Übergänge wiederholten, verlangsamte Spotlight ihren Trab also schon bald völlig selbstständig, da sie schnell den Sinn dahinter fand und verstand, dass sie nach dem Trab sowieso wieder den Schritt erwarten sollte und durchpariert werden würde. Dabei verkürzte sie also ihr äußeres Erscheinungsbild, was uns auf Dauer dann irgendwann zu den Anfängen eines versammelten Trabs führte, welche es nur noch auszubauen galt.
      Ebenso verhielt es sich beim versammelten Galopp. Auch hier folgten einige Schritt-Galopp-Übergänge, und da Spotlight nicht blöd war, konnte sie natürlich eins und eins kombinieren und wurde auch im Galopp langsamer und verkürzte ihren Rahmen, wobei sie sich versammelte.

      Als die Gangarten sicher saßen und die Versammlungen einwandfrei abgerufen werden konnten, wandten wir uns dem Ende des Trainings zu: den Lektionen. Zwar hatte ich hin und wieder im Training auch mal einige, kleinere Anfänge der Lektionen eingebaut, damit Abwechslung gegeben war, so richtig Thema wurden diese jedoch immer erst zum Schluss, damit wir uns stets langsam steigern konnten. Neu hinzu kamen diesmal der Außengalopp, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung, wobei wir hier mit dem Außengalopp begannen.
      Hierbei galoppierten wir im Handgalopp und wechselten dann durch die halbe Bahn. Da beim Wechsel durch die ganze Bahn die Ecke ziemlich früh kam und Pferde dann im schlimmsten Fall in den Kreuzgalopp wechselten, war die halbe Bahn die günstigere Alternative, um den Außengalopp zu erreichen.
      Nach dem Wechsel durch die halbe Bahn hatten wir etwa zwanzig Meter, die wir im Außengalopp hinter uns brachten, bevor die nächste Ecke kam, in die wir allerdings nicht ritten, danach allerdings direkt wieder durch die halbe Bahn wechselten, um wieder in den Handgalopp zu springen, woraufhin ich Spotlight lobte und das Vorgehen wiederholte. Während der Übung musste ich natürlich stets darauf achten, dass ich meine Verbindung zum Pferdemaul nicht verlor und mein Gewicht richtig einzusetzen wusste. Zudem übten wir das Ganze auf beiden Händen, damit nicht der Fall eintrat, den ich bei einem meiner „Patienten“ schon einmal erleben durfte: Der Ausbilder hatte den Außengalopp lediglich auf der rechten Hand geübt, weshalb die linke Hand praktisch zur Unmöglichkeit geworden war.
      Auf den Außengalopp folgte die Kurzkehrt, die wir erreichten, indem ich die Schritte der Hannoveranerstute verkürzte, Spotlight also aufnahm, und nach links stellte, woraufhin das Pferd sich nach innen biegen sollte. Zu der Biegung nach innen verlagerte ich mein Gewicht in die Richtung, trieb mit dem inneren Schenkel und ließ den äußeren eine Handbreit hinter den Sattelgurt wandern, um die Biegung aufrechtzuerhalten. Am äußeren Zügel gab ich nach, um die Biegung überhaupt erst zu ermöglichen. Ab dem Moment, an dem Spotlight vorwärts-seitwärts treten wollte, hielt ich die Vorwärtsbewegung auf, indem ich mein Kreuz und meine Oberschenkel anspannte und eine kurze Parade am äußeren Zügel gab.
      Ich spürte immer wieder, wie konzentriert Julis Stute bei der Arbeit war und wie sehr sie sich trotz ihres Dickkopfes doch bemühte, alles korrekt auszuführen. Mit der Zeit hatten wir immer mehr gelernt, miteinander zu arbeiten, sodass die Phasen, in denen wir beide auf stur schalteten, so gut wie gar nicht mehr eintraten – und wenn, dann wurde die Übung so umfunktioniert, dass auch Spotlight nachgab und bereitwillig mitarbeitete.
      Immer, wenn die Fünfjährige seitwärts getreten war, trieb ich innen nach, um den nächsten Schritt auszulösen. Kreuz, Oberschenkel und der äußere Zügel hielten wieder die Vorwärtsbewegung auf. Dies ging so weiter, bis ein Halbkreis entstanden war, dann wiederholten wir das ganze Vorgehen nochmal – mit der Ausnahme, dass ich die Vorwärtsbewegung diesmal nicht aufhielt. Daraufhin stellte ich Spotlight wieder gerade und ritt mit ihr weiter.
      Je öfter wir dies übten, desto genauer und schöner führte Julis Pferd die Übung aus, sodass ich mich auch hiermit bald zufriedengeben konnte und die Kurzkehrt ebenfalls abhakt werden konnte.
      Der letzte Punkt auf meiner imaginären Checkliste war die Hinterhandwendung, welche für Spotlight wohl am einfachsten anzueignen war. Zur Übung lagen hier am Anfang zwei Stangen in einem rechten Winkel zueinander auf dem Boden, die als Begrenzung dienen sollte. Dann ritten wir auf die Mittellinie, wendeten aus dem Schritt heraus und führten unseren Weg in die Ecke fort, in welche wir hineinritten. Es lag nun an Spotlight, dass sie sich um ihr inneres Hinterbein drehte.
      Wir übten dies so lange, bis es auch ohne die Stangen klappte und ich somit auch hier einen geschwungenen Haken setzen konnte, was das Ende des Trainings bedeutete.

      „Juuuuuuuuliiii!“, begrüßte ich die junge Frau, als sie auf meinem Gestüt eintraf und durch den tiefen Schnee stapfte, der ihre gesamte Hose bereits durchnässt hatte – man sollte eben bei solchem Wetter nicht unbedingt Vans anziehen, die so gerade eben mal den Fuß bedeckten. Auch, wenn ich sie selbst oft genug trug, so wusste doch auch ich, dass das bei kanadischen Wetterverhältnissen definitiv keine gute Idee war.
      Fröstelnd fiel sie mir um den Hals, als Juli bei mir ankam, und bat mich darum, ins Warme gehen zu können. Nur lachend stimmte ich dem Vorschlag zu, hier draußen war es bei knappen 25 Grad Celsius im Minus nicht gerade angenehm. Da konnte man sich so dick anziehen, wie man wollte.
    • Rhapsody
      [​IMG]
      Als ich diesen Morgen aufwachte, war das erste, was ich hörte, Vogelgezwitscher. Und wie hatte ich das vermisst! Als nächstes spürte ich Sonnenstrahlen, die meine Nase kitzelten – was nur bedeuten konnte, dass ich verschlafen hatte.
      Die ersten Vorboten des Frühlings hin oder her, ich war richtig spät. Wahrscheinlich hatten die Pferde ihre Boxen bereits gefressen und rannten jetzt kopflos über den Hof. Wundervoll.
      Mit einem Brötchen im Mund radelte ich los und versuchte gleichzeitig noch, meine Arm in den Jackenärmel zu stopfen. Dass das fast in einem Unfall mit einem Baum endete, muss ich ja wohl nicht erwähnen.
      Das schöne Wetter konnte ich nicht mal auf der Fahrt genießen. Natürlich lag noch ab und an Schnee, doch es war spürbar wärmer geworden und die Sonne schien – was wollte ich mehr?
      Vielleicht Pferde, die mich immer noch liebten, auch, wenn sie ein leicht verspätetes Frühstück bekamen.

      Als ich am Hof ankam, stand noch kein Gebäude in Flammen und kein Pferd rannte auf dem Hof. Das musste gar nichts heißen. Im Stall wurde ich dann mit protestierenden Schnauben und Grummeln begrüßt.
      Ohne weitere Verzögerungen bekamen dann alle ihre morgendliche Portion Hafer. Und auch ohne Verzögerungen brachte ich zuerst Ciaran, Attonito, Newt, Paramour und Muraco auf die Weide, nachdem sie ihr Frühstück verputzt hatten. Muraco hatte sich bereits sehr gut eingelebt und verstand sich vor allem mit Paramour sehr gut – das war meine größte Sorge gewesen, da Muraco doch sehr hengstig war.
      Nach den Hengsten kamen Spotlight, Favorita, Star, Cíola, Lashy, Chepa und Bacia auf die Stutenweide. Auch Chepa und Bacia hatten ihren Platz gefunden, auch, wenn Bacia immer noch ein wenig die Rolle der Neuen spielte und von Spotlight öfters von der Heuraufe verscheucht würde. Das würde sich jedoch mit der Zeit geben.
      Ich sah den Pferden eine Weile beim Spielen zu, ehe ich mich daran erinnerte, dass heute ein paar Reitbeteiligungen kommen würden. Tante Molly war mir wochenlang in den Ohren gelegen, doch da ich mit den Turniervorbereitungen der Lewitzer erst mal wenig Zeit für anderes hatte, hatte ich nachgegeben. Also sollten Favorita, Star und Attonito von drei lieben Mädels aus dem Ort ein paar Mal in der Woche bewegt werden. Heute war das erste Probereiten und ich war vielleicht nervöser als die potentiellen Reitbeteiligungen.
      Aber bevor die drei kamen, sollte ich wohl nochmal die Boxen ausmisten und die Stallgasse kehren. Einen schlechten Eindruck wollte ich ja nicht machen.
      Bis zum geplanten Termin hatte ich dann letzten Endes doch noch genug Zeit und sattelte Newt spontan auf. Er war noch recht neu unterm Sattel, und bevor ich ihn mit irgendwelchen Sachen überforderte, wollte ich das, was er bereits konnte, erst einmal festigen. So übten wir vorwiegend Übergange und Anhalten, bis ich nach einer dreiviertel Stunde wieder abstieg.
      Danach blieben mir immer noch ein paar Minuten, also führte ich kurzerhand Lashy und Cíola auf den Putzplatz, nur, um das ganze Stillstehen ein bisschen zu üben. Sie waren nämlich beide ziemlich ungeduldig.

      Zehn Minuten später trudelten die drei Mädels dann ein. Freundlich begrüßte ich sie und auf dem Weg zur Weide, wo ich Lashy und Cíola wieder hinführte, ließ ich sie sich selbst vorstellen. Ihre Namen waren Cerys, Enfys und Gwendolyn, sie hatten alle schon mehrere Reitbeteiligungen in ihrem Leben und konnten für ihre zarten 14 Jahren anscheinend schon ziemliche Verantwortung übernehmen, so schien es mir. So fies wie ich war ließ ich sie die Ponys gleich selbst holen; nur Cerys half ich mit Attonito, da ich von den Vorbesitzern erfahren hatte, dass Muraco wohl noch nicht wirklich an Kinder gewöhnt war. Doch glücklicherweise beäugte er uns nur kurz und widmete sich dann wieder seinem Heu.

      Als dann jedes der Mädchen im Sattel saß – Enfys sah auf Favorita zwar ein bisschen verloren aus, aber wenigstens lief sie und stolperte nicht vor sich her – machte ich es mir auf einen ziemlich unbequemen Hocker bequem. Es war Jahre her, dass ich Reitunterricht gegeben hatte, aber das war wahrscheinlich wie Fahrrad fahren - das verlernte man nicht.
      Die Mädels kamen allesamt gut mit den Ponys zurecht und so machte mir es fast schon Freude, ihnen zu sagen, dass sie so oft sie wollten und konnten kommen durften.


      Nach einer kleinen Streicheleinheit für Spotlight, die sich von einem schlimmen Husten erholte, packte ich mir schließlich Chepa und ließ sie erst in der Halle ein wenig freilaufen, ehe ich sie aufsattelte und mich zum ersten Mal auf ihren Rücken setzte. Wie immer fühlte es sich ziemlich ungewohnt an, doch schon nach wenigen Minuten hatten wir uns aufeinander eingespielt und der erste Schritt in Richtung Team war getan.
      Chepa schien fast ein wenig beleidigt, dass wir nur Grundlagen machten und sie über kein einziges Hindernis springen durfte, doch ich musste immerhin noch Paramour bewegen und eigentlich wollte ich auch noch mit Bacia ein bisschen Bodenarbeit machen, ehe ich daheim noch ein paar Sachen für die Praxis und den eventuellen Umzug machen musste. Der Tag hatte einfach nicht genug Stunden.

      Mit Paramour ging ich eine kurze Runde ins Gelände, um die letzten Sonnenstrahlen des Tages voll auszunutzen. Der Hengst trabte fröhlich schnaubend den Weg entlang und auch er schien diesen wunderschönen Tag genossen zu haben.

      Als ich Bacia holen wollte, sah sie mir misstrauisch entgegen. Vielleicht sollte ich ihr Vertrauen erst einmal ein wenig mit Leckerlis aufbauen? Denn, um ehrlich zu sein, hatte ich wenig Lust, mich noch einmal intensiv mit ihr zu beschäftigen, und sie schien mir nicht böse zu sein, dass ich ihr lieber Leckerli um Leckerli anbot, als sie in der Halle noch einmal geistig zu fordern.

      Da die Nächte immer noch ziemlich eisig waren, brachte ich alle Ponys in den langsam mehr als vollen Stall. Es wurde Zeit, dass der alte Zuchtstall auf Vordermann gebracht wurde – sollten noch mehr Lewitzer kommen, würden wir nämlich ein richtiges Platzproblem kriegen.
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    10 | Friedhof
    Hochgeladen von:
    Rhapsody
    Datum:
    11 Juli 2014
    Klicks:
    879
    Kommentare:
    11