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sadasha

Soulpal ♂️| Rheinisches Warmblut | gekört

NB Vorbuch | Gesamtnote 6,2 | GP427

Soulpal ♂️| Rheinisches Warmblut | gekört
sadasha, 4 Jan. 2021
Nymeria, Bracelet, MeisterYoda und 6 anderen gefällt das.
    • sadasha
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      Gut Schwarzfels
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      13. April 2021

      Ich hatte es geschafft. Trotz Corona saß ich auf einer Jungpferdeshow und bewunderte eine Auswahl des Sportwarmblut Nachwuchses aus Nordrhein Westfalen. Darunter einige Rheinländer, was mich wahnsinnig freute. Ich notierte mir den ein oder anderen Züchter und manchmal gefiel mir auch ein spezifisches Pferd ganz besonders. Dann schrieb ich mir die Startnummer auf und falls ich es mir so schnell merken konnte, auch den Namen des Pferdes. Ich suchte nach einer Rheinländer Stute. Etwas zierlicher als Maleficent, sodass ich einen guten Gegenspieler hatte, je nachdem wie sie sich vererbte. Nachdem ich alle Pferde gesehen hatte, die zur Show gemeldet waren schleuste ich mich in die Stallungen und fing den ein oder anderen Züchter für ein Gespräch ab. Schließlich kam ich bei dem Mann an, dessen Pferde mir heute insgesamt am besten gefallen hatten. Es waren durchweg vielseitig veranlagte Sportpferde mit gutem Gebäude, von dem was ich sah. Ganz genau so, wie ich es auch machen würde. Der Mann war vielleicht ein wenig älter als ich und hatte eine sehr offene Art, sodass man leicht ins Gespräch kam. Er zeigte mir auf seinem Telefon noch weitere Pferde, die er abgeben würde und ich wusste, dass ich den Mann auf seinem Gestüt einmal besuchen musste. Ich hatte Blut geleckt. Seine Pferde waren genau das, wonach ich suchte und mehr. Wir vereinbarten einen Termin und ich studierte die Linien, die er in seine Zucht eingebracht hatte um zu so guten Pferden zu kommen. Ich las auch, was andere von diesem Züchter hielten und fand durchweg positive Resonanz zu ihm. Eine Woche später stand ich auf seinem Gestüt, das fast schon in den Niederlanden lag. Es war ein Katzensprung von mir entfernt und ich war mir sicher hier noch öfter herzukommen, wenn die ganze verfluchte Pandemie endlich mal Geschichte war. Ich zog meine Maske ein wenig zurecht und machte mich auf die Suche nach ihm. Ehe ich mich genauer umsehen konnte fing mich eine ältere Dame ab. Sie stellte sich nicht vor, was mich etwas verwirrte. Fragte nach meinem Namen und bugsierte mich dann zu den Stallungen wo der Züchter bereits auf mich wartete. Freudig kam er mir entgegen und grüßte mich. "Ich war mir nicht sicher wonach sie suchten und habe deshalb eine Auswahl meiner persönlichen Favoriten in die Boxen geholt. Sie scheinen außerdem dunkles Fell zu bevorzugen, deshalb habe ich das im Hinterkopf behalten." er zwinkerte mir zu. Der Mann hat seine Hausaufgaben gemacht. Wieder sah ich mich Pferde bewundern. Mitunter erfahrene Zuchtstuten, junge Stutfohlen und auch dein oder anderen Hengst. "Ich weiß sie suchen nach einer Stute, aber ich hab so ein Gefühl, dass..." Ich hörte schon gar nicht mehr zu. Da war ein zweijähriger Rapphengst, der mich anstarrte. Er sah mich an, als würde er durch mich hindurch, direkt in meinen Geist blicken. Ein Schauder überkam mich. Unheimlich! Ich konnte nicht fassen, dass mich ein Tier noch einmal so berühren würde. Das letzte mal hatte ich das bei Mr. Raw Depression. So eine furchtbar kitschige Erfahrung war mir so fremd geworden, dass ich einen langen Moment brauchte um ihn überhaupt fassen zu können. Ich löste meinen Blick von Soulpal und lächelte den Züchter ein wenig verwirrt an. "Entschuldigen sie, ich war in Gedanken." Er konnte es sehen, dachte ich. Sein Gesichtsausdruck war verständnisvoll, natürlich hatte er bemerkt was mich gerade so gepackt hatte schließlich hatte ich das Pferd gefühlt fünf Minuten lang angestarrt. Peinlich. Er wiederholte noch einmal was er eben zu Soulpals Abstammung und seinem bisherigen Werdegang erzählt hatte und wir gingen weiter die Stallgasse herunter um uns noch mehr Stuten anzusehen. Stimmt, ich wollte ja eigentlich eine Stute kaufen... Meine Gedanken drifteten immer wieder zu Soulpal ab und als wir endlich alle Favoriten des Züchters angesehen hatten, bat ich den jungen Rappen einmal aus der Box zu holen. Ich wollte ihn sehen. Richtig sehen. Ich musterte ihn und konnte nichts finden, das mich an ihm störte. Dennoch zögerte ich. Wir sahen ihn uns auf dem Platz an. Mit seinen zwei Jahren war er bereits anlongiert und hatte für sein Alter schon ganz ordentliche Gänge. Etwas auf das man durchaus aufbauen könnte. Ich wusste nicht wie oder warum, aber ich vereinbarte eine Große AKU und war mir sicher: Dieses Pferd wird in nächster Zeit auf meinem Hof eintreffen. Was ich mir dabei gedacht hatte wusste ich nicht. Aber es war die richtige Entscheidung.
    • sadasha
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      01. Mai 2021

      In letzter Zeit ging es mir gut. Ich meine, so richtig gut. Tatsächlich konnte ich ein großes Stück meiner Lebensqualität zurückgewinnen, indem ich mich verkleinerte. Das Gut Schwarzfels tat mir gut. Ich konnte langsam alles verdauen. Den Tod meiner Eltern, die Abgabe vieler Pferde, die mir durchaus am Herzen lagen, ein Leben ohne Partner. Ich bemerkte sogar, dass ich noch immer früheren Beziehungen nachhing und immer wenn ich mich dabei ertappte fing ich an zu lachen. Das waren Dinge, die ich nicht ändern konnte und es war unnötig sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Es tat gut, dass Isaac so oft wie es ihm möglich war nach mir sah. Durch die globale Pandemie und den Brexit gestalteten sich Besuche jedoch sehr kompliziert. Das letzte Mal hatte ich ihn vor einem halben Jahr gesehen und vor Ostern würde es dieses Jahr wohl auch nicht zu einem Treffen kommen. Hier in Deutschland wieder Fuß zu fassen, nachdem man lange Zeit weg war, war keine einfache Angelegenheit für einen so introvertierten Menschen wie mich. Irgendwie schaffte ich es aber immer öfter mich aufzurappeln. Ich knüpfte Kontakte mit manchen meiner Kunden und baute vor Allem zu Pitchs Tierärztin ein gutes Verhältnis auf. Sie musste wohl ganz in der Nähe wohnen, denn immer traf man sie an, bei Ausritten oder langen Spaziergängen mit Pitch. Jedes mal unterhielt man sich kurz über Belanglosigkeiten und ging dann weiter seines Weges. Ich genoss diese kurzen Momente der Aufmerksamkeit und ich war jedes Mal beflügelt, wenn ich diese Frau sah. An manchen Tagen wusste ich, dass ich sie treffen würde, da sich unsere Routine-Ausflüge überkreuzten. Sie hatte gerade Mittagspause und ich, ich schnappte mir Wellington für einen kurzen Ausflug ins Gelände. Es war für mich ein Ritual geworden, nach der etwas schwierigeren Arbeit mit Soulpal den reiferen Hengst auszuführen. So konnte ich abkühlen, ehe ich mich den wieder etwas anstrengenderen Stuten widmete, bei denen man nie so recht wusste, wie sie heute gelaunt sein würden. Es war nicht mal Soulpals Charakter, der ihn so anstrengend machte, sondern vielmehr sein Ausbildungsstand. "Der mit dem Stern auf der Stirn" war sehr jung und bedarf einer intensiveren Betreuung und Ausbildung als ein 'fertiges' Reitpferd.
      Wie gewohnt ritt ich mit Wellington über die Felder bis zum Wald. Und hier, auf einem der Wanderwege, auf dem gleichen Streckenabschnitt wie jedes mal, traf ich auf Pitchs Tierärztin, die gerade ihren Mittagsspaziergang mit ihrem Hund machte. Sie hatte einen Golden Retriever. Die Rasse war in Deutschland allgemein sehr beliebt und sie war vollkommen begeistert, als ich das erste Mal mit Pitch zur Impfung zu ihr gekommen war. Denn Flat Coated Retriever, waren sehr viel seltener hierzulande. "Guten Tag." grüßte ich höflich und machte eine Geste zu meinem Helm, als würde ich meinen Hut ziehen wollten. Sie lächelte mich kurz an, nickte und ging dann weiter. Kein gutes Beispiel für unsere üblichen Treffen. Etwas stimmte nicht. Wie angewurzelt stand ich da und überlegte was angemessen war. Durfte ich nachfragen? So nah standen wir uns nicht. Es waren jedes Mal nur flüchtige Begegnungen. Sie war die Ärztin meines Hundes und allein aus diesem Grund schon eine Autorität für mich. Ich seufzte nach einem tiefen Atemzug und wandte Wellington dann herum, trabte kurz um wieder aufzuholen und parierte neben dem Golden Retriever wieder durch. Frau Doktor sah mich überrascht an. Ich sah den Schmerz in ihren Augen und haderte mit mir. Vielleicht sollte ich es lassen, aber jetzt ist es zu spät. "Darf... ich..." stammelte ich und konnte meine Gedanken kaum zu einem ordentlichen Satz formulieren. Ich war dankbar, als sie verständnisvoll nickte und mit zusammengezogenen Augenbrauen den Boden vor ihr anstarrte. Sie sammelte sich und hatte genauso Probleme ihren Gedanken Ausdruck zu verleihen wie ich. "Jemand, der mir nahe stand, sehr nahe... ist gestern gestorben." Wir schwiegen beide, denn ich wusste wie tief ein solcher Schmerz saß und ihre Worte und ihr Anblick trafen mich mitten ins Herz. Brachten so viele Erlebnisse aus meiner Vergangenheit hervor, sodass ich tiefes Mitgefühl empfand, für das was sie nun durchmachen musste. Ich hielt Wellington an und stieg ab. "Das tut mir sehr leid." sagte ich leise, mit belegter Stimme. Ihr Augen füllten sich mit Tränen und sie nickte abermals, doch heftiger als zuvor, als wolle sie den Schmerz abschütteln. Ich wusste nicht wer es war oder warum dieser jemand sterben musste. Aber ich wollte dieser Frau mit ihrer Trauer helfen. Meine Gedanken rasten und ich überlegte, was mir geholfen hatte, all die Male. Absoluter Fokus auf den Schmerz, alles fühlen, alles ist erlaubt. Das war die eine Variante, die mir beim Tod meiner Eltern geholfen hatte. Akzeptanz. Ja, es ist unfair! Man kann es nicht ändern, aber man darf sauer sein. Man darf enttäuscht sein und vor Allem traurig. Variante zwei war es sich erst einmal abzulenken bis Alles nicht mehr so frisch war. Bei Catalina habe ich Alles daran gesetzt mich in Arbeit zu stürzen. Es hat viel länger gedauert ihren Tod zu verarbeiten. Aber dieser Weg war einfacher für's Erste. Wir gingen schweigend nebeneinander her. Es war keine unangenehme Stille, ehe eine einvernehmliche, heilende Ruhe. An einer Weggabelung hielt sie an und wandte sich zu mir. Dankbarkeit lag in ihrem Blick, dann erklärte sie, dass ihr Wagen um die Ecke stand und verabschiedete sich. Sie zwang sich dazu Distanz zu wahren, weil sie sich ihrer Rolle sehr wohl bewusst war. Sie hatte wohl Angst ihr Gesicht bei einem ihrer Kunden zu verlieren, dabei wäre es mir egal gewesen. Es tat weh sie leiden zu lassen, aber ich konnte sie nicht aus ihrem Schneckenhaus holen, beim besten Willen. Ich saß selbst lange genug in meinem um zu wissen, dass ich zu fremd war um ihr Ratschläge zu geben. Sie würde ihren Weg die Trauer zu verarbeiten schon finden. Wieder zu Hause kümmerte ich mich um It's me, Amira! und Maleficent. Die beiden waren heute unkompliziert und gaben mir genug Raum um weiter darüber nachzudenken ob und wie ich Pitchs Tierärztin helfen könnte. Doch ich fand keine Lösung, die sich mit meiner Psyche vereinbaren ließ. Es war mir unangenehm direkt vorzupreschen mit irgendeinem Rettungsversuch. Wieso war ich nicht mutiger? Ich seufzte, sich selbst unterzubuttern war auch nicht hilfreich in dieser Sache. Für heute würde ich es dabei belassen, ehe meine Laune auch noch in den Keller sank. Mir ging es doch gut? Ja, es ging mir blendend. Als ich Graceful Eclipse auf der Weide sah, wurde mir das wieder klar. Die junge Dame hatte ihre Aufmerksamkeit für heute bereits bekommen und so ließ ich den Abend mit einer kurzen Runde auf Lorelei ausklingen.
    • sadasha
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      23. Mai 2021 | Einreiten


      Ich arbeite nun schon seit ein paar Monaten daran Soulpal zu einem anständigen Reitpferd auszubilden. Der junge Hengst zeigt sich dabei recht unkompliziert. Die vielen neuen Eindrücke lassen ihn ausgeglichen und ruhig werden, sodass die Arbeit mit ihm sehr viel Spaß bereitet. Ein paar Mal hatte ich ihn nun schon unterm Sattel und heute würde ich eine abschließende Trainingseinheit für seinen Beritt durchziehen, bei der ich Alles was ein Reitpferd können muss abfrage. Ich nahm mir viel Zeit dabei Soulpal zu satteln und aufzutrensen, legte ihm Gamaschen und Hufglocken an und führte ihn dann auf den Reitplatz, wo ich zuvor ein paar Trabstangen auf den Boden gelegt hatte. Ich begann damit den Rappen im Schritt am langen Zügel warmzureiten. Nach ein paar Minuten nahm ich die Zügel auf und Soulpal spitzte die Ohren. Ich spürte seine Aufmerksamkeit und freute mich auf die nun kommende Arbeit. Ich fragte alle drei Grundgangarten ab und achtete dabei genau darauf, ob Soulpal ein gleichmäßiges Arbeitstempo in jeder Gangart beibehalten konnte und ob der Bewegungsablauf sauber war. Er hatte über die letzte Zeit viel Muskelmasse dazugewonnen und machte deshalb optisch einiges her. Von dem schlaksigen Zweijährigen, frisch von der Koppel, war nun nichts mehr zu sehen. Ich baute einige einfache Bahnfiguren ein und ließ Soulpal auch ein paar mal über die Trabstangen laufen, weil ich wusste dass ihm das in der Vergangenheit immer viel Spaß gemacht hatte. Gegen Ende unserer Übungseinheit stellte ich den Hengst immer wieder rückwärts und ließ in auch mal einen Moment lang ruhig stehen. Auch das musste ein Reitpferd ohne Probleme können. Als ich mit meiner Abfrage fertig war spürte ich, dass Soulpal noch so viel Energie in ich trug um einen kleinen Ausritt zum Abkühlen zu machen. Ich stieg ab und führte ihn vom Hof. Dabei schloss ich sämtliche Tore hinter uns und stieg wieder auf. Ich wählte eine ruhige Strecke. Es ging über die Felder, die Soulpal bereits von unseren Spaziergängen kannte. Der Hengst sah sich aufmerksam um und ich wusste, dass wir in nächster Zeit durchaus damit anfangen konnten den Wald zu erkunden, wenngleich das besser zuerst vom Boden aus passierte, ehe Soulpal sich an die neuen Eindrücke gewöhnt hatte. Für heute jedenfalls war ich stolz und glücklich diesen Hengst in meinem Stall zu haben und ihn auf seinem Werdegang nicht nur zu begleiten, sondern auch eigenständig zu fördern. Als wir wieder auf dem Hof angekommen waren sattelte ich Soulpal ab und legte ihm eine Abschwitzdecke über. Danach stellte ich ihn auf die Weide. Die Stallgasse war schnell aufgeräumt, sodass ich mich ins Büro setzen konnte um meinen Abschlussbericht über Soulpals Beritt zu schreiben. Auch wenn ich meine Jungpferde nun selbst in Beritt nahm, hatte ich gerne etwas festes in der Hand, das die Ausbildung der Pferde für die Zukunft dokumentiert.
    • sadasha
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      29. September 2021 | von Sevannie

      Lächelnd stieg ich aus meinem Auto und betrachtete die neue Umgebung. Ich sollte für einen Bekannten eine kleine Vertretung übernehmen. Es war niemand geringeres als Hunter Crowley und sein Gut Schwarzfels. Die Anfahrt war für mich nicht weit, da das Gut Schwarzfels auch in Deutschland lag und zudem ganz in unserer Nähe. Somit war ich gestern schon einmal hier gewesen und Hunter hatte mich in seine Pferde eingewiesen und in den Ablauf. Er verlangte nicht viel, hoffte nur auf etwas Auslauf für seine Pferde. Natürlich auch sie füttern und wenn ich die Lust und Zeit hatte, durfte ich auch gerne den ein oder anderen putzen, wenn es mir beliebte. Wie schon erwähnt – er verlangte nicht viel. Viel lieber hätte er darauf verzichtet, jemanden zu fragen ob er sich um seine Pferde für zwei Tage kümmerte, aber die Pandemie ließ auch seinen britischen Familienbesuch nicht zu, der ihm vielleicht unter die Arme hätte greifen können.

      Nun denn, ich freute mich regelrecht über die Abwechslung zu meinem eigenen Stallalltag. Immerhin hatte ich noch Ian der mir Tatkräftig unter die Arme ging und wir hatten schon früh heute Morgen alle Pferde auf den Weiden gehabt. So konnte ich in Ruhe hierherfahren und mein armer Mann durfte sich mit dem Misten beschäftigen. Ich trat durch das imposante Scheunentor und öffnete dieses gleich komplett, denn hier führte mich mein Weg mit den Pferden entlang, wenn ich sie auf die Wiese bringen wollte. Hunter hatte mit mir gestern einen ausführlichen Hofrundgang gemacht und mir alles genaustens erklärt. Er schien mir wahrlich etwas penibel, aber wer war das denn nicht, wenn man seine Pferde in ‚fremde‘ Hände gab. Zusätzlich hatte er sicherlich ein besseres Gefühl, weil ich eine Tierärztin war und somit mir auch gleich weiterhelfen konnte – vielleicht war es auch einfach nur eine Einbildung meinerseits.

      Mein Blick zog durch die Stallgasse und zahlreiche schwarze Pferdeköpfe blickten mir entgegen. Ja, es war kein Geheimnis, dass Hunter eine favorisierte Pferdefarbe hatte. Die Rappen. Aber ich konnte ihm da beipflichten. Sie waren edel, ob mit oder ohne Abzeichen, ein Rappe war nochmal was anderes als ein Brauner oder ein Fuchs. Sicher, diese Farben konnten bei richtiger Fütterung und Pflege auch super aussehen, aber ein lackschwarzes Jackett übertraf eben selten eine andere Farbe.

      Ich machte mir zur ersten Box und da sah mir auch schon ein dunkelbraunes Augenpaar entgegen mit einer weißen Flocke zwischen ihnen. Soulpal. Wahrlich ein Hingucker, junges Blut und ein exzellentes Exterieur – zumindest wie ich es gestern auf der Weide beurteilen konnte, denn gestern standen sie schon alle auf den Weiden. Er brummelte mir leise entgegen und spitze die Ohren, als er auf die Tür zu kam. Sein Brummeln löste eine Welle in der Stallgasse aus und ich hob abwehrend die Hände. ,,Ist ja gut, ihr bekommt euer Frühstück!‘‘, meinte ich lachend und lief schon zur Futterkammer um mir die Schüssel zu greifen. Hunter hatte für jedes Pferd morgens und abends die Portionen vorbereitet, da jeder etwas anders eingestellt war. Ganz nach dem Trainingszustand und Alter angepasst. So lobte ich es mir. Ein Jungpferd brauchte eben mehr von dem Einen und weniger von dem Anderen als ein Pferd wie Graceful Eclipse, welche mit ihren knappen 9 Jahren die Älteste zusammen mit dem einzigen Fuchs – Lorelei - hier war. Nun denn, ich verteile das Futter in jeden Trog und genüsslich begannen alle zu fressen. In der Zeit machte ich mich schon einmal auf dem Weg zu den Weiden und kontrollierte die Tränkebecken. Hunter hatte ein ähnliches System auf den Weiden wie ich, dennoch war Vorsicht besser als Nachsicht. Ich wollte heute Abend nicht herkommen und feststellen, dass keines der Pferde die Möglichkeit hatte zum Trinken. Aber da kam meine eigene Paranoia wohl wieder zum Vorschein.

      Die Tränken waren kontrolliert und ich musste feststellen, dass auch seine Weiden noch voll im Saft standen. Dieser Sommer war sehr nass gewesen und wenig von der ätzenden Hitze wie letztes Jahr geplagt. Somit beste Bedingungen für das Gras zum Wachsen und Wachsen und Waschen. Irgendwann vielleicht auch nicht mehr die besten Bedingungen für die Ernte, aber man sollte nicht zu viel Meckern. Dieser Sommer war mich lieber als der Letzte. Im Stall wieder angekommen schnappte ich mir sogleich das Halfter von Lorelei, diese war zuerst mit ihrem Futter fertig und so halfterte ich die Fuchsdame auf. Brav folgte sie mir aus der Box hinaus und ich band sie vor dieser an. Hier kratzte ich ihr zunächst einmal die Hufe aus, ehe ich mit ihr schon auf die Weide schritt. Natürlich waren die Weiden hier auch geschlechtergetrennt, denn man will ja einen Weideunfall vermeiden.

      Nach Lorelei war dann auch schon Graceful Eclipse dran. Auch sie holte zuerst aus der Box und kratzte ihr die Hufe aus. Ein übliches Ritual wie ich es mit meinen Pferden immer machte, machte vielleicht auch nicht jeder so, aber bisher waren die beiden Stuten ja nicht sonderlich verwundert. ,,So wollen wir Lorelei mal von der Einsamkeit befreien.‘‘, murmelte ich der Barockpintostute zu und führte sie auch sogleich weiter. Danach ging es weiter mit It’s me, Amira!, diese 7-Jährige Stute war ein Anglo Araber und wie mir Hunter verriet auch manchmal wirklich spritzig unterwegs. Ganz das Vollblut eben. Aber sie kann durchaus auch sehr zutraulich sein. Ich ließ, wie bei den Anderen auch, erst meine Hand beschnuppern und streichelte die junge Dame an ihren weichen Nüstern, bevor ich ihr das Halfter aufzog und sie auf die Stallgasse führte. Mit gespitzten Ohren sah sie sich in dieser um und ich begann damit ihr die Hufe auszukratzen. Anscheinend hatte sie es sehr eilig auf die Wiese zu kommen, denn sie brummelte schon die Stallgasse entlang. Als wir dann auch schon los gingen stellte sie ihren Schweif, ganz Arabertypisch auf, und tänzelte etwas neben mir hier. Ließ sich aber schnell korrigieren und blieb weiter ruhig. Kaum war sie auf der Weide von ihrem Halfter befreite trabte sie im Stechtrab los und wieder war der Schweig aufgestellt. Die Nüstern blähte sie ein paar Mal auf, wenn sie stehen blieb und sich umsah. An manchen Tagen waren Pferde eben spritziger als sonst, aber sie wurde nicht wirklich kopflos und hat sich ja auch sofort wieder zurücklenken lassen. Das hatte ich tatsächlich schon ganz anders gesehen, was ein fehlender Punkt in der Erziehung gewesen war. Schwierig, dass jemals wieder heraus zu korrigieren, wenn es sich einmal in den Köpfen festgebrannt hatte.

      Als nächstes kam ich dann zu der Stute Maleficent, ganz anders als meine Maleficent Mistress. Zumindest waren sie einander ein kleines Gegenteil. Während meine kleine Fuchsstute eher frech gegenüber den Menschen war und gewiss, wenn man sie nicht korrigierte auch bösartig werden würde, so war diese Stute gegenüber dem Menschen ein wahrer Goldschatz- sie hatte aber ihre Probleme mit der Herde oder bestimmten Artgenossen. Sie ist wählerisch in ihrem Umgang, so sagte es mir Hunter. Daher steht sie derzeit auch auf einem Weidestück allein. Nicht ganz abgetrennt zu den anderen, aber so hat sie ihre Ruhe, kann sich gleich von den Anderen abgrenzen wenn sie es möchte und wird nicht weiter gestört durch den Zaun zwischen Ihnen. Man kann eben nicht alle Pferde über einen Kamm scheren, manche brauchten zwingend die Nähe anderer Pferde, manche brauchten einfach fast dauerhaft ihre Ruhe. Die schöne Rappstute tat sich brav im Umgang, wie mir schon gesagt wurde und war auch weiterhin brav beim Hufe auskratzen. So führte ich sie anschließend auf ihr Stück der Weide und zufrieden lief sie im Schritt umher. Ich schmunzelte ihr nach, ehe ich wieder kehrt machte. Immerhin waren da noch zwei Junghengste, die gerne auch raus wollten.

      Wellington hatte sich im Gegensatz zum Rest wahrlich eingesaut über Nacht und so hatte ich ihn noch eben geputzt, bevor er mit seinem Kumpel Soulpal auf die Wiese durfte. Soulpal hatte ich schon hochgebracht und Wellington folgte nun. Der Junghengst mit der Flocke hatte schon kräftig nach ihm gerufen und nun galoppierten sie die ersten Runden über die Weide, ehe sie sich auch schon an das zweite Frühstück dran machten.

      Damit war meine erste Tätigkeit hier erledigt. Ich stellte den Strom der Umzäunung noch an und machte mich nun an das Ausmisten der Boxen. So wie Wellington auch ausgesehen hatte, war auch seine Box am dreckigsten gewesen. Nach und nach erledigte ich die Boxen und streute noch neues Stroh ein. Ich stellte mir die Schüsseln für heute Abend schon parat vor jede Box und machte mich somit erst einmal auf den Heimweg. Heute Abend würde ich die Rasselbande dann wieder reinholen und füttern und morgen ginge das gleiche Spiel wieder von vorne los. Hunter hatte seine Pferde gestern und vorgestern gut gearbeitet, sodass sie sich zwei freie Tage mal verdient hatten.
    • sadasha
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      02. November 2021

      Auf den letzten Turnieren konnte Soulpal ordentlich abräumen und somit begann ich aktiv damit ihn auf seine Zuchtzulassungsprüfung vorzubereiten. Heute war jedoch kein Trainingstag. Heute wollte ich meinen Hengst neu beschlagen. Nach der Morgenroutine führte ich den Hengst auf den Putzplatz, wo ich schon meine mobile Schmiede vorbereitet hatte. Ich kannte meinen Hengst besser als jeder andere und kannte daher seine kleinen Baustellen auch ohne sie vorher noch einmal zu prüfen. Dennoch warf ich einen flüchtigen Blick auf das Gesamtbild ehe ich damit begann das erste Eisen zu entfernen. Danach schnitt ich das alte Horn mit dem Hufmesser weg. Mit der Zange knipste ich den Hufrand ab. Im Anschluss raspelte ich alle scharfen Kanten ab und brachte den Huf in Form. Danach passte ich das neue Eisen an seinen Huf an und nagelte es auf. Als Soulpal den Huf absetzte kontrollierte ich noch einmal meine Arbeit, ehe ich zum nächsten Huf weiter ging. Als ich mit allen vier Hufen fertig war überprüfte ich noch einmal das Gesamtbild und fettete danach die Hufe ein. Zufrieden mit meiner Arbeit brachte ich den Rappen zurück in seine Box. Zum Schluss räumte ich meinen Hof und die mobile Schmiede auf und machte dann erstmal Mittagspause, bevor ich mich den anderen Pferden widmete.
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  • Album:
    Gut Schwarzfels
    Hochgeladen von:
    sadasha
    Datum:
    4 Jan. 2021
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    Rasse Rheinisches Warmblut
    Herkunft Deutschland
    Geschlecht Hengst
    Alter 2018, 4 Jahre

    Stockmaß 172cm
    Fellfarbe Rappe


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    verlässlich | energiegeladen | willensstark

    Noch keine Beschreibung

    Sozialverhalten

    1 (schwierig) - 5 (unproblematisch)
    Herde [3] | Gegenüber Artgenossen [3] | Gegenüber Menschen [4]


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    Zuchtverband "NativeBreed"
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    Gesamtnote 6,2
    Kopf 4,5
    Hals 7,9

    Rücken 4,4
    VH 8,2
    HH 5,1
    Exterieur 6

    Typ 4,6
    Gänge 5,6
    Schwung 4,6
    Schritt 4,9
    Entwicklung 4,7
    Freispringen 7,3
    Gesamt 6,2

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    gekört HK 511 | Keine Nachkommen
    Gencode
    EEaa

    Besitzer sadasha (Hunter Crowley)

    VKR sadasha
    Ersteller sadasha


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    aus der Leveneza [FS 253 | FS 258]
    aus der Levistino's Hope
    von Diarado


    von Black Soul

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    Eignung Vielseitigkeit, Fahren
    Gesamtpotential 427

    Dressur E A L M (71)
    Springen E A L M (65)
    Military E A L M S (99)
    Distanz E A L (48)
    Rennen E (14)
    Western E A L (56)
    Fahren E A L M (74)

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    492. Distanzturnier | 493. Distanzturnier | 515. Fahrturnier

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    602. Westernturnier | 517. Fahrturnier | 603. Westernturnier

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    502. Militaryturnier | 498. Distanzturnier | 564. Halloween-Rennen


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    369. Halloween-Synchronspringen | 640. Halloween-Dressurturnier 1. Auslosung | 640. Halloween-Dressurturnier 2. Auslosung

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    605. Westernturnier | 370. Synchronspringen | 565. Rennen


    inoffiziell

    xxx


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    Fohlen ABC [x] | Eingefahren [x] | Eingeritten [x] | Gelassenheit []
    Problemverhalten x

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    Letzter Tierarztbesuch
    Letzter Hufschmiedbesuch


    PNG | Puzzle PNG