Zaii

Soul Eater

* 2005, im Besitz seit 24. September 2013

Soul Eater
Zaii, 18 Nov. 2018
Rhapsody, Gwen und Sosox3 gefällt das.
    • Zaii
      Heimkehr eines alten Freundes
      Pflegebericht, 22. Oktober 2013

      „Danke, Zasa!“, entgegnete ich, als diese uns eine gute Heimfahrt wünschte. Ich stieg in mein Auto und zusammen mit einem neuen Pferd im Hänger rollte ich vom Gelände des Rettungshofes. Doch ein „neues Pferd“ war Soul Eater für mich eigentlich nicht. Ich hatte den schicken Irish Draught-Hengst einst an Zasa verkauft, da ich zu dieser Zeit mehrere Pferde besaß und dem Potential des Schecken so nicht gerecht werden konnte. Nach nicht mal einem Jahr allerdings hatte ich den Hübschen im Internet in einer Verkaufsanzeige entdeckt. Zunächst hatte ich auf ein gutes Zuhause gehofft, doch als sich herausstellte, dass Soul Eater mittlerweile auf einem Rettungshof stand dauerte es nicht lange und ich kündigte bei Zasa und der Hofbesitzerin an, dass ich den Guten mit mir und zu mir zurück nehmen würde. Zasa war einverstanden, denn sie würde nach Australien auswandern und konnte dorthin nicht alle Tiere mitnehmen.
      Auf dem Hof parkte ich Auto samt Hänger neben dem Gutshaus und wurde erst mal von meinen drei Jungpferden begrüßt, die mich natürlich sofort erblickt hatten. Während Talitha und Lakim sich wieder dem taufeuchten Herbstgras widmeten und Dreamie mir am Zaun entlang folgte, machte ich mich auf den Weg zum Hengststall, wo auch Dark Dreamer später einmal stehen würde. Aus ihren Boxen blickten mir bereits Adrian und Eisvogel entgegen, zweiter noch mit dem morgendlichen Heu in der Maulspalte. Ich halfterte die beiden auf und führte sie dann nacheinander auf die beiden kleinen Weiden neben dem Hengststall, Adrian auf die mittlere. Laut Zasas Aussage hatte sich Soul Eater nicht verändert, was das Verhalten anderen Hengsten gegenüber anging und so würde ich ihn wahrscheinlich nicht mit einem der anderen Hengste vergesellschaften können. Zudem kannten sich die Drei schon, Eisvogel und Adrian hatte ich schon, als ich Soul damals gekauft hatte. So weit, so gut. Ich machte mich auf den Weg zurück zum Hänger, wo Soul sogleich lautstark zu Wiehern begann, als er mich hörte. Ich öffnete die Klappe und trat zu dem Hengst in den Hänger. Sein Verhalten war so typisch für ihn, die Ohren gespitzt und den Kopf etwas gesenkt, schob er mir sein Maul entgegen und brummelte in meine Hand. Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen, er trug seinen Namen einfach zu Recht! Nachdem sich das Irish Draught ein paar Streicheleinheiten abgeholt hatte, machte ich ihn los und führte ihn rückwärts aus dem Hänger. Wieder mit ebenem Boden unter den Hufen sah sich Soul mit hocherhobenem Kopf um, folgte mir aber bereitwillig, als ich ihn auf die Weide neben Adrian führte, welche größer war, aber auch am weitesten vom Stall entfernt. Ungewöhnlich problemlos ließ Soul mich den Strick vom Halfter lösen, ehe er kehrt machte und mit großen Sprüngen über die Weide setzte. Sofort hatte Adrian ihn entdeckt und auch bei Eisvogel dauerte es nicht lange. Während Adrian noch mit gespitzten Ohren am Zaun stand, drehte Eisvogel drüben seine Runden, die Ohren nach hinten kippend und mit gestelltem Schweif. Soul Eater machte sich gerade auf den Weg zum Zaun, zu Adrian. Ich stand noch immer auf Souls Weide, denn ein gerne mal dominanter Soul und ein eher leichtsinniger Adrian waren möglicherweise nicht die beste Mischung. Aber immer noch besser als eine direkte Konfrontation mit Eisvogel, denn auch wenn der Isländer im Umgang, sei es mit Mensch oder Tier, eigentlich unproblematisch war, so hatten er und Soul sich doch bereits die ein oder andere Rauferei geleistet, wobei auch schon manche Schrammen davon getragen wurden. Adrian hingegen war bei Souls Verlassen noch mehr Jungpferd als Hengst gewesen und so war ich gespannt, was nun passieren würde. Während ich langsam am Zaun entlang ging, um notfalls eingreifen zu können, dass dies schief gehen konnte, dem war ich mir durchaus bewusst, reckten Soul und Adrian gerade die Hälse und stupsten sich an die Mäuler. Beide Hengste quietschten, Ohren wurden angelegt und Soul stieg einmal leicht. Ich war aufs Äußerste angespannt, doch hier schien es zu keiner größeren Auseinandersetzung zu kommen, Adrian senkte den Kopf und schnaubte auf den Boden, wie eine Stute. Er unterwarf sich, was mich dann ehrlich gesagt doch etwas überraschte, und Soul schien zufrieden mit sich. Nach einigen Minuten, in denen immer wieder einer der beiden die Nase zum anderen hinüberstreckte, widmete sich Soul nun dem Gras und Adrian tat es ihm nach. Ich verließ die Weide und beobachtete Eisvogel, der die ganze Zeit mit schlagendem Schweif am Zaun gestanden und das Treiben mit angesehen hatte, mittlerweile aber auch wieder graste.
      Ich machte mich auf den Weg zum Jungpferdestall, wo mir alle Drei bereits entgegen sahen. Ich halfterte zunächst Lakim auf, die junge Mixstute konnte, genau wie Talitha bald gearbeitet und somit an die Longe herangeführt werden. Heute aber stand nur ein Spaziergang an, für weiteres wollte ich mir professionelle Hilfe holen. Nachdem ich die junge Stute übergeputzt hatte, was sie bereits problemlos machen ließ, ersetzte ich ihr Stallhalfter durch ein schwarzes Lederhalfter, den Strick durch eine Führkette und los ging es. Lakim trat ruhigen Schrittes neben mir her, die Ohren gespitzt, aber immer sehr auf mich bedacht. Der Weg durch den Wald war kühl, auch wenn die Temperatur momentan fast wieder 20°C betrug. Nach einer halben Stunde kamen Lakim und ich wieder auf dem Hof an und da Lakim total entspannt war, beschloss ich, noch mit ihr in die Halle zu gehen. In die Halle deshalb, da ich zunächst keine Faktoren von außen wollte, die die Zweijährige möglicherweise abgelenkt hätten. Nachdem ich das Tor sicher verschlossen hatte stellte ich Lakim auf X, ehe ich sie vom Strick machte. Nach meiner Aufforderung, mir zu folgen, lief die Cadoc-Tochter mir gleichmäßig hinterher und folgte mir durch jede Kurve, die ich machte. Ihr treuer und braver Charakter machten es leicht, mit ihr nur durch Lob zu arbeiten. Nachdem auch einige Richtungswechsel die Stute nicht von mir trennen konnten, begann ich zu joggen und animierte Lakim mit der Stimme, in Trab zu fallen. Gemächlich setzte sich diese in den Trab und folgte mir auch in dieser Gangart. Nach ein paar Runden wurde ich wieder langsamer und nachdem auch Lakim durchpariert war, lobte ich sie und beschloss, dass es genug für heute war. Ich nahm Lakim wieder an die Führkette, führte sie auf den Putzplatz vor dem Hauptstall, wo ich sie nochmals überstriegelte, die Hufe kontrollierte und ein paar kleine Zweige aus dem Langhaar entfernte. Danach entließ ich Lakim wieder zu den zwei Hannoveranern, nur um mir sogleich Talitha zu schnappen und auch mit ihr in die Halle zu gehen, nachdem ich sie gestriegelt hatte. Dreamie wollte ich heute nicht arbeiten, die Zeit mit Lakim alleine würde ihm sicher auch gut tun, stellte sich doch normalerweise oftmals Talitha zwischen die Annäherungsversuche der beiden. In der Halle wiederholte ich das Programm, welches ich auch schon mit Lakim gemacht hatte und auch der Schecke arbeitete gut und willig mit, worauf hin ich bei Talitha noch einen Schritt weiterging und damit begann, sie an der langen Führkette um mich herum gehen zu lassen. Zunächst schien der Hannoveraner verwirrt, wieso ich sie wegschickte, außerdem wollte sie jedes Mal wissen, ob ich denn etwas in meiner Hand versteckt hielt, als ich diese ausstreckte, um sie von mir weg zu treiben. Doch nach etwa 10 Minuten hatte Talitha bereits verstanden, was ich von ihr wollte und schaffte es, auf beiden Händen ein paar Runden um mich zu drehen. Ich war mehr als zufrieden und lobte die Jungstute, ehe ich sie nochmals überstriegelte und die Hufe kontrollierte. Nachdem ich der Tigerscheckin noch ein Leckerli zugesteckt hatte, ließ ich sie zurück in den Offenstall, wo sie von Dreamie und Lakim bereits erwartet wurde.
      Während die Warmblüter sich gegenseitig anbrummelten, machte ich mich auf den Weg zurück zu den Weiden der Hengste. Auch hier war alles friedlich, also holte ich Eisvogel von der Weide und führte ihn zurück in den Stall. Dort striegelte ich den glänzenden Rappen, legte ihm Gamaschen an und trenste ihn anschließend auf. Eisvogel wollte ich heute longieren und an den Stimmkommandos arbeiten. Auf dem Platz angekommen schickte ich Eisvogel zuerst im Schritt um mich herum, danach im Trab, locker entspannt ließ der Hengst den Kopf während des Warmlaufens fallen. Als ich ihn schließlich dazu aufforderte, vermehrt seine Hinterhand einzusetzen trat Eisvogel von selbst in die Versammlung. Bei dem Naturtölter hatte es nach seinem TSV- Aufenthalt lange gedauert, bis er Tölt und Trab wieder unterscheiden und bewusst und gewollt in beiden Gangarten gehen konnte, als es gefordert wurde, doch mittlerweile trabte Eisvogel auf Stimmkommando an und brachte den Tölt nur, wenn gefordert. Ich ließ den Isländer aus dem Trab durchparieren, um ihn dann aus dem Stand anzugaloppieren. Der Hengst schnaubte ab, während er mit schwungvollen Tritten um mich herum ging. Ich war zufrieden, sowohl die Übergänge, als auch die Reaktion auf Stimmkommandos waren trotz momentan passiven Trainings perfekt. Nachdem ich die Grundgangarten mit Übergängen auf beiden Seiten gefordert hatte, ließ ich ihn noch an der Hand neben mir tölten, während ich über den Platz joggte. Eisvogel hatte die Ohren gespitzt und hielt mein Tempo problemlos mit, wovon andersrum nicht mehr die Rede gewesen wäre, wenn Eisvogel schneller geworden wäre. Ich lobte den Hengst, den Pass wollte ich heute nicht mehr fordern. Der Fünfgänger erfüllte den Traum eines jeden Gangpferdereiters, war er doch fein im Maul und bereits auf ein aufbaufähiges Level ausgebildet, doch für mich, die mit ihm ihr erstes Gangpferd besaß war er fast zu viel. Trotzdem würde ich ihn nicht verkaufen, frühere Verkaufsanzeigen brachten kein zufriedenstellendes Ergebnis und so wollte ich mir lieber einen Trainer suchen, der mir auf Eisvogel weiterhelfen konnte. Nachdem ich dem Hengst auf der Stallgasse Gamaschen und Trense abgenommen hatte und die Hufe nochmals kontrolliert hatte ließ ich Eisvogel in seine Box. Es war bereits später Nachmittag und bald stand die abendliche Fütterung an. Nachdem ich Adrian, dem ich heute ebenfalls einen Ruhetag gegönnt hatte, in den Stall gebracht hatte, verteilte ich Heu und Mineralfutter in die drei Boxen im Hengsstall, sodass Souls Boxenbezug nachher nicht die größte Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde. Der Irish Draught-Hengst würde in die Box neben Eisvogel kommen, auch wenn die Hengste nicht sonderlich grün miteinander waren. Die Boxen des Hengststalls waren so gebaut, dass zwar jedes Tier aus der Box sehen und seinen Kopf über die Boxentüre strecken konnte, allerdings nicht die Möglichkeit bestand, dass Körperkontakt aufgenommen werden konnte. Während also Eisvogel und Adrian sich ihrem Futter widmeten betrat ich mit Soul den Stall, Adrian brummelte kurz, während Eisvogel kaum den Kopf hob. Ich war erleichtert und zufrieden und entließ Soul in seine Box, wo auch er sogleich zu fressen begann. Ich sah Soul noch eine Weile zu, der sich trotz neuem Stall und alten Bekannten ruhig verhielt und gelassen wirkte, dann verließ ich den Stall und machte mich auf den Weg zum Offenstall der Jungpferde, auch meine „Kleinen“ wollten gefüttert werden. Nachdem ich auch hier das Heu in der Heuraufe verteilt hatte, schaute ich nochmal in den Hengsstall, doch hier war glücklicherweise alles ruhig. Also verschloss ich die Tür, ehe ich mich zurück zum Gutshaus machte, wo auch ich etwas zu essen bekommen würde.
    • Zaii
      Ankaufsuntersuchung, Impfung und Wurmkur
      Tierarztbericht, 22. Oktober 2013

      Tierklinik Musta Kyyneleet

      Ich saß im Jeep und das Autoradio summte leise, während ich mich auf den Weg zu Zaii machte. Sie hatte vor kurzem ein neues Pferd in den Stall bekommen, welches ich nun untersuchen, impfen und entwurmen sollte. Bereits am Telefon hatte sie mir ein wenig von dem 6 Jahre alten Irish Draught Hengst erzählt. „Hallo Zaii.“, lächelte ich und ging auf sie zu, nachdem ich den Wagen verlassen hatte, drückte ihr kurz die Hand und öffnete dann den Kofferraum des Jeeps. Heraus nahm ich meine Tasche, in der sich alles nötige, sowie Impfstoff und Wurmkur befand. „Dann zeig mir mal den Guten.“, sagte ich und folgte der jungen Frau in den Hengststall. Ein Scheckhengst stand bereit in der Stallgasse angebunden und sah uns neugierig entgegen. Ich schätzte ihn auf knapp 1,65 Meter Widerristhöhe, denn er war nicht größer als ich, eher noch ein Stück kleiner. „Du bist also Soul Eater.“, murmelte ich und hielt ihm meine offene Handfläche hin. Er reckte ein wenig den Hals und fuhr neugierig mit seinen weichen Lippen über die dargebotene Hand. „Wirklich ein Prachtkerl.“, sagte ich schmunzelnd an Zaii gewandt und trat neben den Hengst. „Ein wenig mehr könnte er auf die Rippen vertragen, aber das ist nicht allzu schlimm.“, begann ich und strich ihm über die Kruppe. „Eher müsst ihr ein wenig an seinen Muskeln arbeiten, aber nichts davon ist dramatisch. Sein Fell glänzt auch schön, er hat einen klaren Blick und Hautprobleme kann man auch keine erkennen.“, fuhr ich fort, tastete seinen Körper ab und hatte mich schließlich bis zum Kopf vorgearbeitet. „Dann wollen wir dem Guten mal in sein Maul gucken.“, erklärte ich und zögerte auch nicht lange. Zaii hatte mir bereits am Telefon gesagt, dass er um die 8 Jahre alt sein sollte und das konnte ich nur bestätigen. „Allerdings solltest du in nächster Zeit einmal bei seine Schneidezähne gucken lassen, damit sie nicht zu lang werden.“, erklärte ich und klopfte Soul Eater kurz den Hals, als ich sein Maul wieder frei gab und mich den Ohren widmete, jedoch nichts Besorgniserregendes feststellen konnte. „Gut, auf den ersten Blick hast du einen wirklich guten Fang gemacht, dann wollen wir uns mal dem Bewegungsapparat zuwenden.“, sagte ich und überprüfte die Reflexe, sowie Gelenke des jungen Hengstes. Mit dem Finger und präzisen, kräftigen Bewegungen strich ich über die Stellen an seinen Körper, die bei ihm die üblichen Reflexe eines Pferdes auslösen sollten. Geduldig ließ er auch diese Prozedur über sich ergehen. Schließlich richtete ich mich wieder auf und streckte mich kurz. „Auch hier kann ich nichts feststellen.“, sagte ich zu Zaii. „Bei der Beugeprobe wird das Gelenk in der maximalen Biegung 60 Sekunden lang gehalten werden, dann muss er augenblicklich auf hartem Untergrund antraben. Am besten gehen wir dazu nach draußen.“, sagte ich und so verließen wir den Stall. Die Beugeprobe verlief ebenfalls ohne Befund, doch kam es häufig vor, dass dies so war und man unter dem Reiter bemerkte, dass das Tier doch lahmte. Allerdings stand Soul Eater bereits seit gut einem Monat bei Zaii, so bezweifelte ich, dass sie es noch nicht bemerkt hätte, wenn es so wäre. „Ich nehme jetzt noch seine Herz- und Lungenwerte und dann gehen wir auf den Platz mit ihm, um das selbe nach Belastung zu tun. Bei der Gelegenheit kannst du ihn mir auch ein wenig vorreiten, dann können wir sicher gehen, dass bei ihm alles in Ordnung ist.“, lächelte ich und nahm das Stethoskop aus meiner Tasche um Herz und Lunge abzuhören. Meine Ergebnisse notierte ich knapp auf einem kleinem Zettel, ebenso wie auch schon die Befunde zuvor, die glücklicher Weise alle negativ ausfielen. Zaii hatte inzwischen Sattel und Trense geholt und ihm beides angelegt, sodass wir nun gemeinsam zum Platz gehen konnten. Interessiert blickte der Hengst sich um und spielte mit den Ohren, während wir zum Reitplatz gingen und ich am Zaum stehen blieb, ehe Zaii begann ihn warm zureiten. „Jetzt lass ihn einige Minuten im Trab laufen und danach im Galopp.“ Gesagt, getan. Ich beobachtete genau, wie er sich bewegte und ging durch das Tor auf den Platz, als einige Minuten in beiden Gangarten verstrichen waren. „Bring ihn mal bitte wieder zum Stehen.“, wies ich lächelnd an und ging zu den beiden herüber, nahm erneuert Herz- und Lungenwerte und notierte sie. Kurz betrachtete ich die kleinen, säuberlich aufgeschrieben Zahlen und nickte. „Keiner der Werte weicht von der Norm ab, sehr gut.“, sagte ich und klopfte dem Hengst erneuert den Hals. „Bevor ich gehe, nehme ich noch eine Blutprobe von ihm mit und schicke sie weg ins Labor. Die Röntgenbilder werden wohl nicht mehr von Nöten sein.“, endete ich die verspätete „Ankaufsuntersuchung“ und lächelte.
      Wir gingen zurück in den Stall, wo Zaii den Hengst absattelte, während ich den Impfstoff und die Wurmkur vorbereitete. Als wir beide fertig waren, maß ich nur noch Fieber, denn dass er weder Herz- noch Lungengeräusche hatte, wusste ich bereits. So nahm ich die Einwegspritze, zog die Schutzkappe von der Kanüle und injizierte ihm den Impfstoff in den Hals. „Sehr gut.“, murmelte ich, zog die Nadel herunter und verstaute alles sorgfältig, ehe ich nach der Wurmkur in der großen Spritze ohne Kanüle griff, ihm das Maul aufdrückte und die dickflüssige Masse in sein Maul gab. Etwas widerwillig schluckte er es hinunter und ich lobte ihm ein letztes mal. „Dann wären wir fertig, Zaii. Ich schicke dir mein Protokoll zusammen mit den Ergebnissen der Bluttests zu, ja?“, sagte ich und verabschiedete mich mit ihr von einem Händedruck, ehe ich meine Tasche nahm und zurück zum Jeep ging, um mich auf den Heimweg zu machen.
      Loulou
    • Zaii
      Springen A - L
      Ausbildungsbericht, 15. Dezember 2013

      Turnierausbildung Wolkenhof

      Neugierig angespannt fuhr ich auf Zaii`s Hof vor. Ich sollte heute Soul Eater im Springen von Klasse A auf L trainieren. Per Telefon hatte wir schon alles wichtige besprochen. Ich würde alles für das Training vorbereiten und anschließend den Hengst putzen um ihn vorab schon einmal kennen zu lernen. Als ich die Einfahrt hoch fuhr sah ich mich nach einem geeigneten Parkplatz um und wurde schon winkend von Zaii begrüßt. „Schönen guten Tag, Sie müssen die Trainerin sein. Willkommen auf meinen bescheidenen Hof. Ich bin Zaii, kommen Sie, ich führe Sie gern herum.“ „Vielen Dank für die nette Begrüßung, aber sagen Sie ruhig Du zu mir. Ich bin Jojo, nett sie kennen zu lernen.“ „Gerne, Jojo. Also hier entlang bitte.“ Zaii führte mich zum Hauptstall und erzählte mir ein bisschen was über sich, den Hof und ihren Pferden. Unser Weg führte weiter am Jungpferdestall vorbei und dann weiter zum Hengststall, indem ich Soul Eater vorfinden würde. Kaum waren wir in Hörweite blickte der schmucke Hengst uns auch schon entgegen. „Hi mein großer, ich hoffe das wir beide heute viel Spaß haben werden und du dich benehmen wirst“, begrüßte ich Soul Eater und hielt ihm ein kleines Leckerli hin. Mit Begeisterung schlabberte er es mir von der Hand, dass ich lächeln musste und beschnupperte mich ausführlich. Nach einer kurzen Streicheleinheit ging es mit der Besichtigungstour auch schon weiter. Soul Eater durfte sich noch etwas entspannen, erst wollte ich die Reithalle für das Springen vorbereiten. Die Halle sah grandios aus und mit der Hilfe von Zaii ging das Parcour aufbauen auch recht fix. Wir hatten eine zweifache Kombination und eine dreifachen, es war ein Oxer da, sowie jeweils ein Hindernis von der Rubrik Mauer, Steilsprung und Kreuzsprung. Also von allem etwas sogar Trabstangen hatte ich uns zurecht gelegt. „Ich wäre ja gern beim Training dabei, aber leider habe ich noch zu tun, sodass ich dich vorerst alleine lassen muss. Ich versuche aber schnell fertig zu werden, damit ich noch ein bisschen zusehen kann.“ Verabschiedete sich Zaii. Wieder am Hengststall angekommen begab ich mich gleich zu Soul Eater und führte ihn aus der Box. Misstrauisch folgte der Hengst mir auf die Stallgasse, aber wenigstens folgte er. Dort band ich ihn an und putze ihn während ich ihm leise von mir erzählte. Ich beobachtet genau seine Reaktion als ich ihn mit der Bürste vorsichtig überall entlang strich. Hals, Brust, Beine, Kopf und so weiter. Er knabberte spielerisch an meiner Jacke herum, wohl um zu überprüfen ob sich nicht noch ein Leckerchen finden ließ. Soweit so gut, noch war er ein Engel auf Hufen. Beim Hufe geben brauchte ich schon mehr Überzeugungskraft, doch letztendlich klappte auch das. Schnell war er gesattelt. Beim führen zur Reithalle übte ich ihn in Gehorsam, damit er wusste woran er bei mir war. So lieb er auch beim führen war, sobald wer im Sattel ist kann er auch anders. In der Reithalle angekommen, gurtete ich noch einmal nach und begab mich in den Sattel. Schon beim Warmreiten testete er mich aus, sodass ich ihm zeigen musste, dass ich hier das sagen hatte. Ich ließ in Volten und freie Schlangenlinien reiten, auch über die Trabstangen ging es, bis er geschmeidig unter dem Sattel ging. Dann steuerte ich auch schon das erste Hindernis an. Sofort spitze Soul Eater die Ohren, sprang sauber über die 1m hohe Mauer und setzte, kaum das er gelandet war, einen Buckler hinten dran. Ich nahm ihn etwas zurück, bis er sein Grundtempo wieder gefunden hatte und steuerte die zweifache Kombination an. Der Hengst schien heute einen guten Tag zu haben, denn die nächsten Hindernisse übersprang er mit Bravour. Ich lobte den Schecken, parierte in den Schritt und gönnte ihm eine kleine Pause, in der ich die Hindernisse auf L-Niveau stellte. Jetzt wurde es ernst, `Mal sehen wie er sich händeln lässt` dachte ich still bei mir und stieg wieder auf. Ich ritt eine Runde um die Hindernisse herum. Souel Eater sah sich diese neugierig interessiert an. Und dann steuerte ich uns zum Anfang unseres kleinen Parcours. Alles lief ganz prima bis wir den Oxer erreichten. Der Hengst spannte sich an und warf mich fast aus dem Sattel als er sich weigerte über den Oxer zu springen. Nur mit Mühe konnte ich mich im Sattel halten. Ich biss die Zähne zusammen und forderte erst einmal einige Dressurübungen, bis wir uns etwas beruhigt hatten. Dann führte ich Soul Eater erneut zum Oxer, diesmal allerdings im Schritt und um das Hindernis herum. Zusätzlich sprach ich aufmunternd auf meinem Vierbeinigen Schüler ein, bis er wieder die Ruhe selbst war. Erneut nahmen wir Anlauf und diesmal flogen wir über das Hindernis hinweg, allerdings kamen wir zu kurz auf, sodass die hintere Stange viel. Trotzdem klopfte ich dem Schecken lobend und visierte vorerst die leichteren Hindernisse an. Selbst die dreifache Kombination klappte, da der Hengst einfach super an den Hilfen stand. Eine Runde wollte ich gerne noch probieren, danach benötigte mein Schützling aber dringend eine Auszeit. Er war nass geschwitzt und hatte sich den Feierabend verdient. Nach einem weiteren Lob, stieg ich ab und platzierte die abgeworfene Stange wieder an ihren Platz. Nach einem Leckerchen ging es dann zur letzten Runde und passend dazu kam Zaii auf der Besucherseite der Halle in Sicht. Ich winkte ihr kurz zu und sprach Soul Eater Mut zu, auf das diesmal alles klappte. Noch einmal forderte ich alle Konzentration von dem Hengst und steuerte das erste Hindernis an. Ich weiß nicht ob es daran lag das Zaii nun zusah, aber wir flogen mit einer Pracht über die Hindernisse das ich ein selbstzufriedenes Lächeln nich unterdrücken konnte. Als der Oxer an der Reihe war, dachte ich nur daran auf der anderen Seite sauber zu landen. Und gab Soul Eater alle Hilfen die ich ihm geben konnte. Wir setzten sauber über. Somit hatte es der Irish Draugh bewiesen das er es kann wenn er nur will. Er war jetzt für L-Springen bereit. Überschwänglich lobte ich meinen Vierbeinigen Schüler und kassierten den Applaus von Zaii ein. Ich ritt Soul Eater trocken bevor ich ihn dann absattelte und mit Zaiis Hilfe trocken rieb. Erst dann durfte er in seine Box zurück.
      jojomaus
    • Zaii
      Abwechslung
      Pflegebericht, 27. April 2014

      Heute wollte ich meine Hengste vom alltäglichen Training ablenken und stattdessen an den Sachen feilen, die lediglich dazu dienten, den Kopf frei zu bekommen – von Pferd und Reiter.
      Motiviert lief ich vom Reitplatz zum Stall der Hengste, wo ich schon sehnsüchtig erwartet wurde. Adrian begrüßte mich wiehernd vom Paddock aus und weckte damit seinen Boxennachbarn Eisvogel, der ebenfalls auf dem Auslauf stand und entspannt ein Hinterbein entlastet hatte. Nur Soul Eater, mein Monster, blinzelte mir auf der Stallgasse entgegen und ich ließ es mir nicht nehmen, dem Schecken mit dem hübschen Gesicht ein wenig die Stirn zu kraulen. Als Adrian und Eisvogel bemerkten, dass ich mich im Stall aufhielt steckten auch sie ihre Köpfe über die Boxentüren. Ich löste mich von dem Irish Draught, schnappte mir stattdessen Adrians Halfter und führte den jungen Hengst anschließend aus seiner Box, nachdem ich ihn auf gehalftert hatte. Auf der Stallgasse befestigte ich links und rechts am Halfter Stricke, die überall festgebunden waren, dann ging ich die wenigen Schritte zur Sattelkammer, wo ich sein Putzzeug holte, außerdem eine Fliegenhaube und Gamaschen. Der Rappschecke genoss es sichtlich, als ich sein seidenes Fell mit großen, gleichmäßigen Bewegungen massierte und schien regelrecht beleidigt zu sein, als ich meine Arbeit beendet hatte und mich daran machte, die Hufe auszukratzen. Trotzdem gab er brav jeden Huf, wobei ich bei den vorderen Zweien darauf achten musste, mein Hinterteil vor den frechen Zähnen des jungen Hengstes zu bewahren. Ich konnte mir ein Lachen trotzdem nicht verkneifen, schließlich wusste ich, dass Adrian es nicht böse meinte und außerdem hatte ich den Hengst, seit er von seiner Mutter entwöhnt worden war. Wir waren ein eingespieltes Team und verstanden uns auch ohne große Worte. So ließ er mich auch Mähne und Schweif verlesen und vom Stroh befreien und nickte dabei schon fast ein. „Du hast es schon ganz schwer, nicht wahr, mein Kleiner?“, meinte ich neckisch und Adrian brummelte, als wollte er mir zustimmen. Nachdem er wieder ansehbar war brachte ich Gamaschen und Fliegenhaube an und verschwand dann erneut in der Sattelkammer, heraus kam ich mit einem Springsattel und einer Trense. Mit Schwung brachte ich den Sattel auf den Rücken, wo ich in sanft ablegte und zurecht rückte, dann verschloss ich den Sattelgurt. Die Trense war heute nicht die der Dressurarbeit, mit Kandare, sondern ein einfaches englisches Reithalfter. Ich zäumte Adrian auf und führte ihn dann nach einmal Nachgurten aus dem Stall und auf den Reitplatz, wo ich zuvor bereits ein paar kleinere Hindernisse aufgebaut hatte. Wenn man, so wie ich, die Hindernishöhen gewohnt war, über die das Monster hinweg setzte, so waren diese Hindernisse auf A-Niveau es kaum wert, anzugaloppieren. Trotzdem wärmte ich Adrian ausgiebig auf und lenkte ihn dann nach etwa einer viertel Stunde im Trab auf das erste Cavaletti zu. Mit gespitzten Ohren setzte Adrian ohne Probleme über das Hindernis und ließ sich danach auch schnell wieder zurück in den Trab holen. Ich lobte, dann lenkte ich ihn, erneut im Trab, auf ein In-And-Out zu, welches er ebenfalls nahm ohne sich zu verschätzen. Ich lobte und legte dann eine kurze Schrittpause ein, ehe ich ihn wieder antrabte und nochmals auf die Hindernisse zu lenkte, mit denen wir angefangen hatte. Anschließend trieb ich ihn im Galopp weiter und überwand mehrere Hindernisse, aber immer mit kleinen Pausen, wie einer Runde Ganze Bahn oder auf dem Zirkel. Adrian war in seinen jungen Jahren bereits sehr erfolgreich in der Dressur, doch genau dort lag auch sein Talent und so hatte er seine Probleme, die Abstände zwischen Sprüngen richtig zu bewältigen. Nachdem wir die Hindernisse mehrmals, und oft auch von beiden Seiten, überwunden hatten, parierte ich allmählich in den Trab zurück und gab dem Hengst die Zügel hin. Adrian trug sich wunderbar selbst, das viele Dressurtraining zeigte Wirkung. Nachdem der Schecke ausgeschwitzt hatte, stieg ich ab und lockerte den Sattelgurt, um ihn anschließend zurück in den Stall zu führen. Adrian brummelte dem Monster und Eisvogel freundlich zu, als die beiden uns auf der Stallgasse entgegen blickten. Leider waren diese beiden weniger verträglich als Adrian, sodass auch er momentan noch alleine stehen musste, da sich die Hengste sonst nur über die Weide jagten. Doch ich setzte meine Hoffnung in Dreamie, der momentan zwar noch mit seinen Freunden auf der Junghengstweide herum tollte, doch in etwa einem dreiviertel Jahr an die Arbeit mit der Longe heran geführt werden und dann auch in den Hengststall umziehen sollte.
      Geschwind nahm ich Sattel, Trense, Gamaschen und Bandagen ab und nachdem ich dem Hengst nochmal über Sattellage und Kopf geputzt hatte, warf ich ihm eine leichte Abschwitzdecke über. Ich hielt zwar nichts davon, meine Pferde zu verhätscheln, doch noch pfiff ein kühler Wind über den Hof und ich wollte nach dem Training keine Erkältung riskieren, denn Adrian sollte bald auf eine Körung geschickt werden, wenn sich eine passende für ihn fand. Mit dem Lusitano neben mir marschierte ich einmal über den gesamten Hof, vorbei an den beiden Jungstuten Litha und Lakim, die Adrian natürlich schrecklich interessant fand und auch an Ima kamen wir vorbei, die gerade mit gesenktem Kopf auf ihrem Paddock döste. Ich führte Adrian auf die Weide neben die der Junghengste und ließ ihn dort laufen. Zum Glück hatte ich die Decke richtig angebracht, denn Adrian lieferte sich mit den Teenagern auf der anderen Seite des Zaunes ein wildes Wettrennen nach dem anderen und buckelte sich kräftig aus. Mit einem Lachen und Kopfschütteln machte ich mich auf den Weg zurück zum Stall, steckte Ima, Litha und Lakim jeweils ein kleines Stück Möhre zu, und kehrte dann in den Hengststall zurück.
      Dort schnappte ich mir nun das graue Halfter von Monster und führte ihn aus seiner Box, um auch ihn anschließend auf der Stallgasse anzubinden, wie zuvor Adrian. Der Unterschied war hierbei, dass ich, nachdem ich Fell und Langhaar gesäubert und auch die Hufe ausgekratzt hatte, mit einem Dressursattel aus der Sattelkammer kam. Monster war unser Springer und machte seines Sache, wie Adrian in der Dressur, wunderbar; in der letzten Zeit hatten Gwendolyn und ich uns auf einigen Synchron-Springturnieren behaupten können. Umso wichtiger war es mir, dass Soul Eater sich auch mal auf etwas anderes konzentrieren musste, als auf riesige, weite Hindernisse und schließlich war die Dressur auch für ihn nur förderlich. Nachdem ich auch die schwarzen Beine durch Gamaschen geschützt und die Trense über seinen großen Kopf gezogen hatte, führte ich den Braunschecken aus dem Stall. Im Stall zurück blieb Eisvogel, der uns vorwurfsvoll hinterher wieherte. „Du kommst schon nicht zu kurz, keine Sorge!“, rief ich zurück in den Stall. Monster quittierte das Theater mit einem tiefen Schnauben, wobei er meine rechte Hand gleich mit duschte. Ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen, denn als ob er wissen würde, dass ich ihm nicht böse sein konnte, blinzelte er mich aus seinen großen, dunklen Augen heraus an und spielte mit der Oberlippe nun an eben dieser Hand. Ich tätschelte ihm den Hals und verschloss das Gatter des Reitplatzes, nachdem Monster und ich darauf standen. Nachdem ich nochmals nachgegurtet hatte, schwang ich mich in den Sattel. Es war ungewohnt, auf Soul Eater und in einem Dressursattel zu sitzen, aber Dank des Trainings mit Adrian und teilweise auch mit Eisvogel war ich doch nicht ganz verloren. Ich gab dem Hengst zunächst die Zügel hin und so schritt der Hengst gemütlich über den goßen Platz. Die Hindernisse standen noch, vielleicht würde ich das In-And-Out nutzen, um Monsters Aufmerksamkeit zu wecken, aber auch so waren die Hufschläge frei und auch einige leichtere Bahnfiguren waren ohne Probleme möglich. Im Trab begannen wir auf dem Zirkel und wechselten aus diesem. Soul Eaters Ohren spielten interessiert mit und ich war wirklich erstaunt, denn seine große Freude hatte der Schecke nun mal am Springen und wenn er nicht wollte, kam es schon einmal vor, dass er seinen Reiter loswerden wollte. Für so viel Arbeitseifer lobte ich Monster leise mit der Stimme und machte mich dann daran, seine Schritte an den langen Seiten zu verlängern und so die Hinterhand vermehrt zu aktivieren. Der Hengst ließ sich brav stellen und nahm meine Hilfen bereitwillig an. Immer wieder gab ich zwischen durch die Zügel in Schritt und Trab lang, ob wir im Galopp schon so weit waren, wagte ich zu bezweifeln. Stattdessen übten wir die Übergänge aus dem Trab zum Schritt und aus dem Galopp zum Trab. Ich brauchte die niederen Sprünge gar nicht, denn wie es schien war das Monster sehr motiviert und schnaubte auch zufrieden ab. Als nächstes hielt ich aus dem Trab heraus an, trabte dann wieder an und gab kurz darauf die Galopphilfe. Auch hier ließ ich ihn im Mittelgalopp gehen und parierte dann, mit nur einer kleinen Trabeinheit dazwischen, in den Schritt durch. Ich lobte das Monster und nachdem wir abschließend das Rückwärts richten noch übten, gab ich ihm die Zügel hin und ließ den Springer über den Platz trotten. Nachdem der Sattelgurt gelockert war machten wir uns zurück auf den Weg in den Stall. Im Gegensatz zu Adrian hatte Monster kein bisschen beim Training geschwitzt und so konnte ich mir die Decke sparen, als ich ihn auf die Weide führte. Im Gegensatz zu Adrian wählte ich für Soul Eater eine der kleineren Hengstweiden hinter dem Hauptstall. Auf der Weide war Monster nicht sonderlich verträglich und ich wollte nicht riskieren, dass er durch den Zaun ging und mir die Junghengste jagte.
      Von seinem Paddock aus sah mir Eisvogel zu, wie ich Monster auf die Weide brachte und brummelte mir dann freundlich entgegen, während ich zurück zum Hengststall kam. Ich kraulte dem Rappen die Unterlippe, die er mit seinem gesamten Kopf über den Zaun und mir entgegen streckte. Während ich um das Gebäude herum ging tat Eisvogel die wenigen Schritte vom Auslauf in die Box und blickte mir dann auch im Stall aus seiner Box entgegen. „Na du?“, meinte ich, während ich Eisvogel auf halfterte und auf der Stallgasse fest machte. Wie auch schon die beiden anderen, striegelte ich auch Eisvogels glänzendes Fell. Für seine Rasse barg das Fell ungewöhnlich viel Glanz, die meisten anderen Isländer, die ich kennen gelernt hatte, waren matter. „Das kommt von der guten Pflege..“, witzelte ich leise vor mich hin, während ich gerade das dichte Langhaar verlas. So schön es auch aussah, so aufwändig war die Pflege der langen, schweren Haare. Trotzdem brachte ich es nicht übers Herz, Eisvogels Mähne zu kürzen. So hatte ich ihn kennen- und lieben gelernt und so sollte er auch gerne bleiben! Nachdem ich auch noch die Hufe gesäubert hatte, machte ich mich ans satteln. Im Gegenzug zu Adrian und dem Monster war ich mit Eisvogel in der letzten Zeit nicht auf Turnieren gestartet, da er in seinem hohen Alter endlich professionell an Tölt und Pass heran geführt worden war. Zwar war das Training noch nicht abgeschlossen, doch den Tölt konnte man bereits problemlos abrufen und so wollte ich das Gelernte gerne wiederholen, denn auch für mich war das Gangreiten etwas ganz neues. Ich führte den Hengst also aus dem Stall, auf dem Rücken ein erst vor kurzem erworbener Isländersattel und machte mich auf den Weg in die Halle. Um jetzt die Hindernisse abzubauen, dafür war ich schlichtweg zu faul und so wich ich eben, trotz Sonnenschein, auf die leere Halle aus.
      Nachdem das Tor verschloss war saß ich auf und ritt den Hengst zunächst warm. Im Gegenzug zu anderen Rassen fand ich es schwieriger, einen Isländer zu reiten, da natürlich die gesamte Körperhaltung des Pferdes beim Reiten ein wenig anders war. Trotzdem übten wir fleißig und nach einigen Anläufen schaffte ich es schließlich sogar, vom Trab in den Tölt zu wechseln. Nach einer langen Seite parierte ich wieder durch und lobte ausgiebig. Ich war stolz auf uns als Team, denn von dem verschreckten Pferd, das ich vom Tierschutzverein übernommen hatte, war heute nicht mehr viel übrig. Im Gegenteil, Eisvogel war ein stattlicher Hengst geworden, welcher schön zu reiten war und der sogar schon zwei gesunde Nachkommen gebracht hatte. Wir wiederholten das Antölten noch einige Male und während Eisvogel schon vollkommen routiniert wirkte, merkte ich auch ich von Mal zu Mal, dass ich sicherer wurde. Nach einer letzten Runde im Tölt parierte ich schließlich durch und nachdem das dichte Fell des Ponys wieder durch und durch trocken war, öffnete ich das Tor der Halle und ritt mit Eisvogel heraus. Wir unternahmen noch einen kleinen Ausflug ins Gelände, wobei wir aber lediglich eine kleine Schrittrunde durch den Wald drehten und schon bald wieder zum Hof zurückkehrten. Ich hoffte inständig, dass das Gangreit-Training zeitnah abgeschlossen werden konnte, denn so langsam konnte ich Eisvogel nicht mehr auf Dressur- oder Distanzturnieren starten lassen, da er nicht der Typ für die höheren Klassen war. Daher setzte ich nun auf die Gangturniere, denn mit ein paar Erfolgen in dieser Sparte würde sich auch sein Wert als Zuchthengst weiter steigern.
      Zurück auf dem Hof saß ich ab und führte den Hengst in den leeren, kühlen Stall. Dort nahm ich dem Rappen Trense und Sattel ab und striegelte das lange Fell noch einmal über, doch sobald er auf der Weide war, würde sich der Isländer mit großer Wahrscheinlichkeit eh in den Dreck schmeißen. „Na siehst du, Junge: ich hab dich nicht vergessen“, meinte ich schließlich mit leiser Stimme, während ich Eisvogel ein Leckerli zusteckte und ihn dann am Halfter auf die Weide führte. Kaum auf der Weide fegte der Hengst mit großen Galopptritten davon, während ich das Weidetor hinter mir schloss. Eisvogel war auf die Weide gekommen, die dem Hengsstall am nächsten war, so hatte er zwar Sichtkontakt zum Monster, doch die beiden konnten keinen Streit über den Zaun anfangen. Während sich Eisvogel als wie vorher gesagt genüsslich im Staub wälzte, mistete ich im Stall noch alle Boxen und verteilte, nachdem sie frisch eingestreut waren, auch gleich die abendlichen Heurationen.
      Dann machte ich mich auf den Weg ins Haus, denn noch war es sonnig, hell und warm und so konnten die Pferde noch ein Weilchen auf der Weide verbringen.
    • Zaii
      Besuch einer Freundin
      Pflegebericht, 22. Oktober 2014

      "Liebe Zairina,
      ich war kürzlich bei dir auf dem Gestüt, habe dich aber leider nicht angetroffen - vielleicht hätte ich mich anmelden sollen? Auf jeden Fall wollte ich dir liebe Grüße da lassen und dir alles Gute wünschen, ich weiß ja, dass du momentan im Stress bist!
      Deshalb habe ich ein wenig im Stall ausgeholfen, wenn ich schon einmal hier war. Habe mir dabei ein wenig Hilfe von deinem aufgestellten Trainingsplan geholt!
      Ich habe Talitha und Lakim gründlich geputzt und bei ihnen direkt einige neue Massagetechniken ausprobiert. Ich glaube deinen Stute hat es gefallen! Danach habe ich Soul Eater longiert und dabei auch einige Stangen eingebaut. Er kann ja so dickköpfig sein!
      Danach habe ich Eisvogel gesattelt und ihn ein wenig mit Stangen und kleinen Hindernissen gymnastiziert (Er ist der erste Isländer den ich kenne, der so gut springen kann!). Und zum Schluss habe ich Imadama noch bespaßt. Habe sie ein wenig verwöhnt und bin dann mit ihr spazieren gegangen.
      Deine jungen Stuten haben sich ja ganz schön gemacht! Großes Lob an dich, aber auch die Hengste sehen natürlich klasse aus - die sollen sich ja nicht vernachlässigt fühlen!
      Ich denke in einer Woche schaue ich noch einmal vorbei, vielleicht trifft man dich ja dann an!
      Liebste Grüße,
      deine Eddi"
    • Zaii
      Check-Up
      Tierarztbericht, 07. Februar 2015

      Und schon wieder war ich am anderen Ende der Welt – oder eben Süddetuschland. Wieder beruflich, doch diesmal bei Zairina Morin, denn ihr Hengst Soul Eater brauchte eine kleine Impfauffrischung und natürlich ein Check-Up.
      Es war schön, mal wieder in der „alten“ Heimat zu sein. Auch, wenn der Rest meiner Familie auch in einem komplett anderen Teil des Südens lag – irgendwie erinnerte mich die Landschaft stark an Bayern.
      Fröhlich summend bog ich also auf Zairinas Hof ein und wurde sofort von ihr begrüßt. Sie wirkte ein wenig besorgt. „Ist irgendetwas passiert?“ fragte ich zugleich, schon eingestellt auf einen Notfall.
      Zai rang sich ein kleines Lächeln ab. „Nein nein. Soul wartet schon. In letzter Zeit hat nur irgendein Idiot nachts Weidezäune durchgeschnitten. Wir wurden bis jetzt verschont, zum Glück.“ Sie zeigte auf ein Gebäude hinter sich. „Sollen wir gleich zu Soul?“
      Soul Eater war ein Irish Draught und hatte mich sofort verzaubert. Mein Leckerli nahm er ohne zu Zögern an und stupste mich kurz darauf wieder an. „Er ist ein kleiner Charmeur,“ warnte Zai lachend als wir den Schecken in der Stallgasse anbanden.
      Es gab noch ein Leckerli, dann machte ich mich an die Arbeit. Zunächst tastete ich ihn nach irgendwelchen Wunden, Verhärtungen und sonstigen Auffälligkeiten ab. Ich fand jedoch nichts und machte mich so daran, Zähne und Augen durchzuchecken. Danach musste ich nur noch die Beine röntgen und konnte feststellen: Soul Eater ist kerngesund. So stand einer Impfung nichts im Wege.
      Ein wenig skeptisch wirkte Zai schon, als ich die Spritze mit der Tetanus und Influenza Kombi vorbereitete. „Vor allem als Turnierpferd braucht er das,“ versicherte ich. „Das ist laut FN Pflicht und solange er die nächsten zwei Tage geschont wird, sollte auch nichts passieren.“ Nach der zweiten Spritze, diesmal gegen die Herpeserreger EHV-1 und EHV-4, schob ich Soul noch ein Leckerli zu – diesem Blick konnte man einfach nicht widerstehen! – und gab Zai meine Nummer. „Sollten noch irgendwelche Probleme auftreten, kannst du mich natürlich anrufen. Ich werde dann einen Arzt aus deiner Gegend benachrichtigen, der sich das dann anguckt.“

      Zai lud mich noch zu einer gemütlichen Tasse Tee ein, und da mein Flug nicht bevor halb acht abends gehen würde, nahm ich dankend an.
      Rhapsody
    • Zaii
      Western E - A
      Ausbildungsbericht, 09. Februar 2015

      WHT Ausbildungsbetrieb

      „Du musst mich wirklich hassen“, erklärte ich Zairina beleidigt, als ich die Nachricht in unserer Skype-Gruppe gelesen hatte, in welcher sie mich bat, ihren Hengst Soul Eater, ein Irish Draught, in Western ein wenig höher zu bringen.
      Zairina gibt eine Nachricht ein …
      „Bitte?“, kam dann nur von ihr und ich seufzte, während ich auf meinen Laptopbildschirm starrte.
      „Ich hasse dich!“

      Soul Eater traf bereits einige Tage später in Kanada ein. Die lange Reise hatte ihn sichtlich erschöpft und es sah definitiv danach aus, als hätte der gute Kerl einen Jetlag. Dennoch konnte ich nicht anders und musste ihn mir einmal genauer betrachten, während er in seiner frisch eingerichteten Box verweilte und missmutig auf den Heuhalmen kaute. Die Farbe war sicherlich ansprechend, doch so ganz mein Typ waren die stämmigeren Pferde ja dann doch nicht. Ich war ja teilweise schon mit Filly überfordert, und die hatte nicht ansatzweise einen so kräftigen Körperbau und auch keinen so großen Kopf!
      „Na, Großer? Auf gute Zusammenarbeit“, murmelte ich dann, als ich über das weiche Fell am Hals des Hengstes strich und ihn dann tätschelte.
      „Deine Begeisterung schlägt ja Wogen!“, erklang dann Jolines Stimme hinter mir, die mich völlig aus dem Nichts erschrak. Ich hatte gar nicht mehr an meine Freundin gedacht!
      „Sag mal, Joline? Du weißt ja, ich bin eine totale Niete im Westernreiten und so und da würdest du Soul Eater doch gerne übernehmen?“
      Skeptisch schossen Jolines Augenbrauen in die Höhe, sie schmunzelte und schüttelte entsetzt den Kopf. Im nächsten Moment lachte die Frau jedoch und nickte nur. „Klar, immer gerne! Habe hier ja sonst nie was zu tun.“ Leicht schmollend trat sie an Soul Eater heran und begutachtete den Schecken. „Na ja, es gibt zwar auch für mich definitiv schönere Pferderassen fürs Westernreiten, aber ich denke, ich werde mich mit ihm mal abgeben müssen“, scherzte sie und konnte dennoch ihre Freude, die hinter dem Scherz lag, nicht verbergen.


      – POV: Joline –

      Zugegebenermaßen war das Erhöhen des Trainingsstandes im Westernreiten nichts Neues für mich – dennoch hatte ich auf diesem Gestüt momentan so wenig zu tun, dass ich mich über jedes Angebot, ein Pferd zu trainieren, freute. Dementsprechend war Soul Eater endlich mal eine Beschäftigung, von der ich länger etwas hatte. Zwar konnte ich jederzeit Audio und Unbroken reiten, die ja auch auf meinen bevorzugten Reitstil spezialisiert waren, doch es war einfach nicht dasselbe, wie neue Pferde kennenzulernen und diese zu trainieren.

      Soul Eaters erste Zeit im Training war wirklich … nicht die Höhe gewesen. Mir war schon vorher mitgeteilt worden, dass er wohl eher im Springen einiges an Potential aufzeigen konnte, dennoch hatte man sich bei ihm wohl nicht sonderlich mit Western beschäftigt und so lag es mehr oder weniger an mir, dem Hengst irgendwie noch mehr beizubringen, was mich ehrlich gesagt nur noch glücklicher machte. Wann hatte man schon mal eine solche Möglichkeit bei den eigenen Pferden?
      Richtig, nie.

      Ich hatte schnell gemerkt, dass Soul Eater mit anderen Hengsten nicht sonderlich gut klar kam, sich aber mit Stuten blendend verstand. Dennoch konnten wir ihn natürlich nicht zu den Stuten lassen, weshalb wir auf den alten Bel Homme zurückgreifen mussten, der sich inzwischen sein Gnadenbrot verdiente, bei uns aber dennoch noch auf den Weiden stand. Der Wallach war einfach perfekt für Soul Eater – verspielt, ließ sich aber nicht durch andere Hengste unterkriegen und trotz seiner geringeren Größe unterwarf Bel Homme sich Soul Eater nicht. Schon nach kurzer Zeit konnten wir die beiden ohne Gemurre und Gezanke auf eine Weide nebeneinander stellen. Ab und zu konnte man sogar beobachten, wie sie sich gegenseitig beknabberten. Und auch, wenn sie sich größtenteils aus dem Weg gingen, kamen sie miteinander aus und traten sich nicht gegenseitig auf die Füße.

      Am Anfang des Trainings hatten wir wohl die größte Hürde schon hinter uns gebracht: Soul Eater nahm die Rübe nicht mehr runter und lief flacher als zuvor! Hatte der Hengst vorher einen auf „perfektes Dressurpferd“ gemacht, so bildete der Hals inzwischen im Walk eine Linie mit dem Rücken, während der Kopf sogar im rechten Winkel zum Hals angestellt war.
      Die Gangarten waren also wohl das kleinste Übel. Ein raumgreifender, aber ruhiger Walk, bei welchem der Irish Draught seine Hinterbeine weit unter seinen Körper schob und somit eine Versammlung erreichte, die zwar zu Beginn nicht ganz so toll aussah wie erhofft, sich jedoch immer weiter verbesserte, je öfter wir dies übten. Später trat Soul Eater mit dem Hinterhuf ganze elf Zentimeter über den Abdruck des Vorderhufes, was die Anforderungen an ein gut trainiertes und gymnastiziertes Westernpferd bereits überschritt.
      Der Trot ist eine Gangart, die dem Trab im klassischen Reiten sehr ähnlich war. Hierbei blieb der Reiter entweder im Sattel sitzen und saß somit aus, oder aber er trabte leicht. Dennoch ist der schnelle Trab beim Westernreiten nicht sonderlich beliebt, da er doch relativ anstrengend war, weshalb auch wir größtenteils auf den Jog zurückgriffen.
      Diesen konnte man sowohl in der Geschwindigkeit als auch im Bewegungsablauf zwischen Walk und Trot ansiedeln. Kurze, aber weiche Schritte und ein federnder Pferderücken waren hier das Ziel. Der Reiter saß im Sattel und schwang locker mit dem Rücken des Pferdes mit. Ein gut ausgeführter Jog war stets ideal, um längere Strecken schonend für Pferd und Reiter zurückzulegen und somit eine ziemlich beliebte Gangart.
      Der Lope, welcher ein langsamer, ruhiger Galopp war, erforderte vom Pferd eine starke Versammlung, Elastizität im Rücken und Kraft in der Hinterhand, war also dennoch schon sehr anstrengend, sah aber umso eleganter und lässiger aus.
      Die letzte Gangart, die ich mit Soul Eater durchspielte, war der Canter – die wohl schnellste Gangart im Westernreiten. Während der Lope einen ruhigen Bewegungsablauf vorzeigte, war der Canter ein verdammt schneller Galopp! Dementsprechend wurde er auch immer selten verwendet, da er sowohl gefährlich als auch sehr anstrengend für Pferd und Reiter ist. Ein Sturz konnte hier schon sehr unangenehme und schwere Folgen haben, weshalb er auch in den Turnierdisziplinen nur zum Teil in der Reining und bei den Rinderdisziplinen, also beispielsweise Cutting, verwendet wurde.

      Nachdem wir uns also mehr als genügend damit beschäftigt hatten, dass Soul Eater die Gangarten korrekt und vernünftig aus- und durchführen konnte, wollte ich ihm eine kleine Einführung in die ersten Manöver der Reining geben, welche sich aus dem einfachen Speed Control und dem Zirkel zusammensetzten.
      Auch, wenn dies sich am Anfang ziemlich einfach anhörte, war es dennoch für ein nicht sonderlich weit fortgeschrittenes Westernpferd, das noch in den Kinderschuhen steckte, schon eine extrem anspruchsvolle Aufgabe.
      Das Speed Control, welches auch einfach die Tempokontrolle beschrieb, hatten wir gleich mit ins sonstige Training eingebaut. Hierbei ging es mir größtenteils darum, dass das Pferd auf kleinste Hilfen reagierte, denn auch, wenn die Zügel beim Westernreiten viel lockerer gehalten wurden als in der Dressur, so waren es doch die feinsten Hilfen, die darüber entschieden, ob ein Befehl korrekt verstanden wurde oder nicht.
      Schnell hatte sich hierbei das erste Problem heraus kristallisiert: Soul Eater war einfach zu temperamentvoll! Besonders, wenn es um die langsameren Gangarten ging, war der Hengst einfach zu kaum etwas zu gebrauchen; und auch, wenn er noch so intelligent und leidenschaftlich an die Sache heranging, konnte es ihm nicht schnell genug sein. Dies hatte ich schon vorher gemerkt, doch gerade beim Speed Control zeigte sich dies noch deutlicher. Der Braunschecke war also definitiv nicht als Anfängerpferd geeignet! Es bedurfte also eine gehörige Portion Zeit und Geduld, um „Monster“, wie er von seiner Besitzerin auch genannt wurde – und ich verstand schnell, wieso! – beizubringen, dass er darauf achten musste, wann er welches Tempo einzuhalten hatte. Dennoch hatten wir dies mit vielen Übergängen irgendwann in den Griff bekommen und ich die Versuche des Hengstes, mich auszutricksen, überwältigen konnte.
      Dementsprechend hatten wir es auch bald schon hinter uns gebracht, den Zirkel in verschiedenen Gangarten zu reiten. Hierbei benötigte man einfach ein gewisses Können, wenn es um die Tempokontrolle ging, und da wir das dann irgendwann problemlos nutzen konnten, stellte auch der Zirkel irgendwann keinerlei Probleme mehr dar.

      „Elisaaa! Ich brauch mal deinen Laptop? Oder ich müsste mal an dein Skype? Sagen wir es mal so“, schmunzelte ich irgendwann, während ich Elisa abfing, die gerade eben mit Levi in den Wald verschwinden wollte, um einen gemütlichen Ausritt zu unternehmen. Seufzend zog sie eine Augenbraue in die Höhe, wie sie es so oft tat, wenn sie skeptisch war oder sich einfach nur das Lachen verkniff, wobei ich diesmal jedoch auf erstere Möglichkeit zurückschloss.
      „Wieso das?“, wollte sie dann wissen und ich schüttelte grinsend den Kopf.
      „Na ja, irgendwie muss ich Zairina ja Bescheid geben, dass Soul Eater jetzt fertig ist. Und so gerne ich ihn hier behalten würde – ich meine, er ist ein Westernpferd! –, ich kann ihn ihr ja nicht einfach wegnehmen!“
      „Matthew hat ihn gerade. Nimm ihm den Laptop einfach weg“, gab Elisa schließlich nach und verschwand dann komplett, ließ mich einfach so stehen und auch, wenn ich bereits wusste, dass sie auf dem Weg zu Gwen war, um sie wahrscheinlich wieder zu nerven, stand ich nun doch völlig verloren auf dem Hof und fragte mich, warum es unbedingt Matthew sein musste, der den verdammten Laptop gerade benutzte!

      Ich hatte mir den Laptop hart und bitter erkämpfen müssen, bis Matthew ihn mir überlassen hatte, denn der Alte hatte ihn total für sich beschlagnahmt und wollte ihn nicht rausrücken.
      Das wäre zumindest die etwas dramatischere Version der Geschichte gewesen, denn eigentlich hatte ich mich unbemerkt in die Küche schleichen können, um den weißen Taschencomputer vom Küchentisch zu entwenden. Leise kichernd und doch schon ziemlich schadenfroh hörte ich dann, wie Matthew unter mir in der Küche verwirrt und völlig ratlos die Schranktüren öffnete und den Laptop suchte. Sollte er halt noch ein wenig schwitzen und Elisa erklären, dass er ihren Laptop verloren hatte!
      „Hey, Zairina! Hier ist Joline. Wollte dir nur eben sagen, dass Soul Eater bereit wäre. Wann soll ich ihn dir denn wieder zurückbringen?“
      Zairinas Antwort kam beinahe direkt und für mich mehr als überraschend: „Hey, darauf wollte ich dich eh nochmal ansprechen. Ist ja kein Geheimnis, dass ich eine Niete im Westernreiten bin, aber der Gute soll doch bitte demnächst auf einer Körung vorgestellt werden und da du ihn ja schon kennst … Meinst du, du würdest ihn dort vorführen wollen?“
      Völlig entgeistert starrte ich den Bildschirm des Laptops an, der mir in diesem Moment noch viel heller vorkam als zuvor und tippte dann mit zittrigen Fingern ein erfreutes „JA!“ ein, schickte die Antwort ab und fiel im nächsten Moment rückwärts vom Schreibtischstuhl.
      Samarti
    • Zaii
      Hufkontrolle
      Hufschmiedbericht, 25. Februar 2015

      Hufschmiede ‚Ferro Di Cavallo‘

      „Mi-, Ma-, Monsterlein!“, flötete ich, als ich den Stall betrat. Der Hengst sah mir gespannt zu, als ich mir die Schürze umband und mein Werkzeug vorbereitete. Nachdem ich ihn aufgehalftert hatte, machte ich mich auch gleich daran, den ersten Huf aufzunehmen. Mit gekonnten Handgriffen kürzte ich zunächst mit Hilfe des Schlageisens die Hufwand und schnitt anschließend das Zerfallshorn aus der Sohle. Danach nahm ich mir die Raspel, um die Hufwand plan zu raspeln. Soul Eater hielt dabei brav still, was ich sogleich mit einem Stückchen Möhre lobte. Als letzten Schritt berundete ich die Kanten und glich kleine Ecken aus, die während der Prozedur entstanden waren. „Gut gemacht“, meinte ich, während ich den ersten Huf absetzte und um den Pferdekörper herum ging, um alle Schritte an Monsters anderem Vorderbein zu wiederholen. Auch hier machte mein Hengst keine Probleme. Genauso verhielt es sich bei den beiden Hinterbeinen, wodurch ich meine Arbeit schnell zu Ende bringen konnte. Zum Abschluss wurde es nochmal etwas kompliziert, da ich nun ein Plätzchen für mein Handy finden musste, von dem aus ich anschließend den Hengst und mich im Schritt und Trab filmen konnte. Es waren ein paar Versuche nötig, bis alles klappte, wie gewünscht, aber dann erfüllte das Videomaterial seinen Zweck: Ich konnte mir Soul Eaters Gänge wieder und wieder ansehen und ihn daraufhin in seine Box entlassen, da er keinerlei Auffälligkeiten zeigte. Während Monster zufrieden auf einem weiteren Stück Möhre kaute, das ich ihm zugesteckt hatte, machte ich mich daran, mein Werkzeug wieder zusammen zu packen, bevor ich den Hengststall wieder verließ.
      Zaii
    • Zaii
      Allgemeine Kontrolle
      Tierarztbericht, 12. Juli 2015

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      Zai hatte mal wieder einen etwas größeren Auftrag für mich, weshalb ich mir einen ganzen Zeit "frei" genommen hatte und mich schon Morgens auf den Weg zu ihrem Gestüt machte. Vierzehn Patienten würden dort begierig auf mich warten und natürlich auch eine hoch motivierte Zai. Die sah dann übrigens genauso verschlafen aus wie ich. "Na? Schlechte Nacht gehabt?", fragte ich grinsend und bekam ein geseufztes "Mmh" zurück. Hach ja, wir hatte es schon nicht leicht! Zai hatte die Pferde bereits gefüttert, sie aber extra noch im Stall gelassen, damit wir keine großen Wege nutzen mussten, dementsprechend konnten wir auch direkt loslegen. "Ich würde sagen: Ladies first!", lachte ich und Zai grinste mich fröhlich an.
      Deshalb begannen wir mit Already. Die hübsche Vollblutstute kannte ich nur zu gut und mal wieder konnte ich Zai für ihren tollen Umgang mit Pferden loben. Already war bei ihr richtig aufgeblüht und ich erkannte das ehemalige NP-Pferd kaum wieder. "Herrlich!", meinte ich glücklich und kraulte Already ein wenig. Dann hieß es aber ran an die Arbeit: Zuerst sollte Zai mir die Stute im Schritt und Trab vorführen, damit ich mir ihren Bewegungsapparat anschauen konnte. Der war sichtlich in Ordnung, also ging es mit der Untersuchung am Putzplatz weiter. Dort warf ich zuerst einen Blick in Ohren, Augen und Maul, um die Schleimhäute zu kontrollieren. Already ließ das alles vorbildlich über sich ergehen und stand brav still.
      Danach hieß es Abhören und Abtasten. Dazu packte ich das Stethoskop aus und kontrollierte Herz-, Atem- und Pulsfrequenz. Alle waren in einem sehr guten Bereich und auch beim Abtasten der Wirbelsäule entdeckte ich keine empfindlichen Stellen. Einwandfrei. Nun noch die Körpertemperatur kontrolliert und schon konnte ich die Stute impfen und entwurmen. Vier Spritzen gab es für die Maus, was mir beinahe etwas leid tat, aber die Grundimmunisierungen mussten gemacht werden, das hieß also Influenza, Herpes, Tetanus und Tollwut. Dann gab es noch die Wurmkur zu schlucken, ehe es Already eine kurze Verschnaufpause erhielt.
      In der schnappte ich mir den Impfpass und trug die neuen Impfungen samt Stempel und Unterschrift ein. Nun hieß es noch Zahnkontrolle. Auch die ließ Already brav über sich ergehen und sie war schnell fertig, denn ich konnte keine Mängel entdecken. So durfte Already als erste raus auf die Weide und während Zai bereits die nächste Kandidatin holte, tauschte ich die alten Materialien gegen frische aus. Denn nun war Damiani an der Reihe. Für die Untersuchung der kleinen Stute würde ich wohl auf die Knie gehen müssen, aber erst hießt es im Schritt und Trab vorlaufen.
      Dann kam der bekanntliche Blick in Ohren, Augen und Maul, ehe ich die kleine Stute gründlich abhörte und abtastete. Wie vorhergesagt landete ich dabei auf den Knien, da ich ansonsten gar nicht an das Mädchen heran kam. Danach kontrollierte ich noch die Körpertemperatur und dann konnte auch Damiani geimpft und entwurmt werden. Nachdem das geschafft war, kam es noch zur Zahnkontrolle und Entfernung eines kleinen Hakens und auch Damiani durfte mich zufrieden verlassen und auf die Weide. Wieder hieß es Nachtragen im Impfpass und Materialien austauschen und ehe ich mich versah, stand auch schon Zairina am Putzplatz.
      "Nochmal!", meinte ich lachend zu Zai, welche mir die Stute wieder brav vorführte. Dann ging es ans Anschauen, Abhören und Abtasten, ehe ich zufrieden feststellen konnte, dass auch die Stute einfach topfit war. Das hieß für sie allerdings vier Spritzen und eine Wurmkur. Danach noch die Maulsperre, damit Zairina mir brav ihre Zähne zeigte, aber dann hatte es auch sie schon geschafft. Fast so problemlos lief auch die Untersuchung von Scylla ab, allerdings war die Connemarastute wiederum gar nicht so begeistert von den Spritzen und machte als erstes Pferd tatsächlich dabei Theater! Und dann musste ich bei ihr leider auch noch einige Haken an den Zähnen entfernen, was mich in der Sympathie der Stute nicht sonderlich steigen ließ, dementsprechend bockend stapfte sie dann auch hinter Zai aus dem Stall hinaus.
      Ich trug lachend die Impfungen ein und tauschte wieder brav aus. Die nächste Patientin machte mir zumindest kaum Probleme. Imadama war typisch Tinker: typisch lieb, typisch geduldig. Ein Traum von Pferd. Sie ließ sich problemlos vorführen, untersuchen und dann auch impfen und entwurmen. Vorbildliches Pferd! Auch den Blick ins Maul ertrug sie sogar ohne Maulsperre und als Dank musste ich bei ihr auch gar nichts machen. SST's Lakim hatte es da dann nicht so gut erwischt. Während sie körperlich eigentlich echt fit war und ohne Probleme auch die Impfungen und Wurmkur erhielt, machten ihr ihre Zähne echt zu schaffen. Ein Eckzahn war etwas schief gewachsen und drückte dementsprechend oben ins Zahnfleisch. Das musste dringend behoben werden und war dementsprechend auch sehr unangenehm, aber was man tat man nicht alles für das Wohl der Pferde. Als Trost gab es dann ein Leckerchen und Lakim hatte es hinter sich gebracht.
      Ihre Weidegenossin Talitha hatte hingegen Glück, bei ihr ging alles schnell von Statten und eine Viertelstunde später stand die Warmblutstute geimpft, entwurmt und mit gerichteten Zähnen wieder auf der Weide und genoss ihre Ruhe, während ich einige Impfungen im Pass nachtragen musste. Die Stuten waren damit geschafft, kamen wir nun zu Zais Zwergen, die uns sicherlich etwas mehr Probleme, ich meine natürlich Spaß!, bereiten würden.
      Dark Dreamer kannte mich und meine Prozeduren schon. Bei den Impfungen und der Zahnkontrolle waren wir uns zwar etwas uneins, aber ansonsten lief die Untersuchung eigentlich ganz passabel ab und der junge Hengst hatte es schnell hinter sich gebracht und wurde entlassen. Dakan El Assuad hingegen war typisch Vollblut und ließ sich von mir nichts sagen. Stillhalten? Nein, danke. Ordentlich vortraben? Lieber auch nicht. Zai und ich hatten alle Hände voll zu tun, damit ich mir ein Bild von Dakans gesundheitlichen Zustand machen konnte. Das Impfen war eine Tortur, die Wurmkur wollte er nicht schlucken und ins Maul schauen lassen erst Recht nicht. Aber wir gaben nicht auf und schließlich hatten wir auch diesen kleine Wildfang gebändigt.
      Da war das Stütchen Esteem wesentlich entspannter drauf. Mit ihrem einen Lebensjahr war sie zwar noch recht schüchtern und unsicher, ließ sich dafür aber problemlos von Zai beruhigen und führen. Auch hielt sie brav während der Untersuchung still, so dass ich sie problemlos abhören und abtasten konnte. Die Jährlingsstute war topfit und konnte so geimpft und entwurmt werden. Beides hielt sie aus, auch wenn vier Spritzen für das kleine Mädchen wirklich viel waren. Auch den Blick ins Maul hielt sie tapfer stand und da sie noch recht jung war, war da auch noch nichts zu machen. Mit Everybody's Dream verlief es ähnlich. Die beiden Stutfohlen waren sich sowieso recht ähnlich und so hielt auch die Knabstrupperstute traumhaft toll still und machte ihrem Namen alle Ehre. Auch wenn die Impfungen böse pieksten und die Wurmkur ekelig schmeckte: Für ihre Besitzerin ging Everybody's Dream auch da durch. Ebenso öffnete sie mir bereitwillig ihr Maule und zeigte mir ihre schönen Milchzähne, die allesamt in Reih' und Glied standen.
      "Ich würde sagen, fast geschafft!", meinte ich lächelnd, als ich Zai den Stapel Impfpässe der Fohlen zurückgeben konnte. Nun waren noch die drei Hengste an der Reihe und dann hätten wir es tatsächlich geschafft. Inzwischen war es aber auch schon früher Nachmittag und zwischenzeitlich hatte Zai uns mit Kaffee und Kuchen durch den Tag gerettet, dafür war ich ihr auch wirklich dankbar. Auch jetzt gönnten wir uns noch einmal eine kleine Verschnaufpause, ehe es motiviert in den Endspurt ging und Zai ihren Hengst Adrian aus der Box holte.
      Adrian war ein alter Hase, was den Tierarzt betraf und dementsprechend viele Flausen hatte er auch im Kopf. Der junge Hengst war immer für einen Spaß zu haben, auch wenn das bei der Untersuchung nicht immer ganz so toll war. So schaffte er es auch beinahe, mir beim Abhören das Stethoskop zu klauen und die Zahnkontrolle verlief bei Adrian auch nicht so problemlos. Letztendlich hatten wir den Hengst aber geimpft und entwurmt und seine Hengstzähne ein wenig zurecht geschliffen. So durfte er auf die Weide und der nächste Patient zu mir: Eisvogel.
      Der Isländerhengst war unerschrocken, ließ das Vorführen, Abhören und Abtasten vorbildlich über sich ergehen und auch das Körpertemperatur messen. Danach war es an der Zeit für die Impfungen und die Wurmkur. Vier Spritzen und etwas Unleckeres ließ der Hengst über sich ergehen und öffnete mir dann dennoch bereitwillig sein Maul für die Zahnkontrolle, so einen Patienten hatte man doch gerne! Letzterer für heute war Soul Eater. Die Impfungen passten ihm nicht sonderlich, aber sonst war auch er brav dabei und nach einer Viertelstunde fertig. Zai und ich übrigens auch. Dementsprechend lud sie mich erst einmal auf ein Päuschen auf ihrer Veranda ein und dazu sagte ich nach dem Arbeitstag definitiv nicht nein! Vierzehn Pferde hatten wir durchgenommen und das war echt kein Zuckerschlecken gewesen.
      Eddi
    • Zaii
      Aushilfe
      Pflegebericht, 02. August 2015

      Gut Florentina stand auf dem großen Schild, an welchem wir gerade vorbeifuhren. Ein wenig irritiert drückte ich mir die Nase an der Fensterscheibe platt und fragte mich, ob wir richtig waren. Meines Erachtens hatte ich Zaiis Gestüt unter anderen Namen in Erinnerung, glaubte ich zumindest oder hieß es doch länger schon so? Fast direkt vor dem Haupthaus hielt der Taxifahrer und half mir beim Ausladen meines einen einzigen Koffers. „Danke“, murmelte ich und bezahlte ihn. Warum ich mit dem Taxi kam? Überraschungsbesuch!
      Und der galt Zaii, welche nun gerade ein wenig verdattert in ihrer Haustür stand und mich anschaute. „Ich grüße auch dich ganz herzlich“, kommentierte ich grinsend ihr Verstummen und schleppte meinen Koffer zu ihr herüber. „Ich dachte, ich bringe mal ein wenig Abwechslung in dein ödes Gestütsleben indem ich vorbeikomme!“ – darüber gesprochen hatten wir übrigens öfter, aber ich glaube Zaii hatte es nur als Spaß aufgefasst als ich sagte, in einer Woche würde ich vor ihrer Haustür stehen. Na ja, knapp daneben war halt auch vorbei.
      Irgendwie fand sie ihre Stimme dann doch wieder, umarmte mich kurz und zeigte mir ihr zwar kleines, aber feines Gästezimmer. Wie lange ich bleiben wollte, wusste ich noch nicht. Da würde ich mich wohl nach Zaii richten und der Zeit, die sie mich ertrug. Nun wollte ich mich erst einmal kurz hier einrichten und dann hieß es erst einmal auf die Couch packen und quatschen – immerhin hatte man sich nach so einer langen Zeit doch viel zu erzählen!
      Spontan entschieden wir auch, gemeinsam zu kochen, denn zum einen war ich nach der langen Reise echt hungrig und zum anderen war es sowieso langsam Zeit fürs Abendbrot. Zusammen kochen war außerdem immer gut, es machte Spaß, es kam etwas dabei raus und man konnte nebenbei trotzdem fröhlich weiterquatschen. Da es im Stall auch nichts mehr zu tun gab, verbrachten wir den Rest des Abends im Wohnzimmer, schauten Filme und wie gesagt: Zu erzählen gab es genug.
      Dementsprechend spät war ich dann auch im Bett gelandet und gar nicht motiviert, als am nächsten Morgen der Wecker um halb acht klingelte. Am liebsten hätte ich ihn vom Nachttisch geworfen, doch dann fiel mir ein, dass mein Wecker auch gleichzeitig mein Handy war und ein neues konnte und wollte ich mir dann doch nicht leisten. Also stand ich lieber auf und nahm die Gästetoilette in Augenschein. Wohl mehr ein Gästebadezimmer, denn ich hatte alles was ich brauchte und konnte sogar duschen gehen.
      So kam ich dann frisch und munter kurz vor acht unten in der Küche an, wo Zaii schon den Tisch deckte. „Also so voll war mein Kühlschrank dann doch nicht, also musst du dich mit einem etwas dürftigen Frühstück begnügen“, meinte sie grinsend und deutete auf die paar Gläser auf dem Tisch. Ich winkte mit dem Argument ab, dass es bei mir auch nie anders aussah und ich das sowieso gewöhnt war.
      Nach dem Frühstück ging es in den Stall. Da stand das Übliche auf dem Programm: Pferde füttern, Pferde rausbringen und Boxen misten. Bei allem half ich Zaii und so waren wir dann sogar auch schnell fertig und konnten zufrieden eine Pause einlegen. Natürlich ließen wir es uns nicht entgehen, einen schönen Ausritt zu machen. Dabei durfte ich tatsächlich Adrian reiten. Der hübsche Lusitano konnte manchmal echt unmöglich sein, aber heute benahm er sich tatsächlich. Zaii schwang sich derweil auf Soul Eater und nutzte die Chance, allen drei Hengsten Bewegung zu verschaffen, indem sie Eisvogel als Handpferd mitnahm.
      Das klappte sogar besser als gedacht und außer einmal wurde sie auch nicht aus dem Sattel gezogen, weil der Isländer der Meinung war, eine andere Richtung einschlagen zu wollen. Mit Adrian hatte ich anfangs auch Startschwierigkeiten und er tänzelte aufmüpfig unter mir her. Nach dem ersten Trab war das dann aber auch gegessen und wir konnten den Ausritt tatsächlich genießen. Danach bekamen die drei Hengste bei dem Wetter auch eine erfrischende Dusche und dann ging es für sie schon wieder zurück auf die Weide, während wir uns unserem Mittagessen widmeten.
      Und danach machten wir das, was man am liebsten auf den Gestüten machte: Fohlen bespaßen! Grinsend schaute ich Zaii an, als wir am Zaun der Fohlen standen. Ihre Anzahl von Pferden hatte sich dann ja doch um einige erhöht. Aber ich bekam auch gleich die Gelegenheit nach Khiaras Fohlen zu schauen. Dakan El Assuad war in letzter Zeit unfassbar gewachsen und der Halbwüchsige machte seiner Mama alle Ehre. Auch Zaii war sichtlich stolz, den Hübschen bei sich haben zu dürfen und die beiden verstanden sich ausgesprochen gut.
      Währenddessen Dakan Zaii beinahe vollkommen in Beschlag nahm und keinen anderen ran ließ, versuchten es dann die restlichen Fohlen bei mir. Dementsprechend war ich von drei Warmblutfohlen umgeben, die alle um Krauleinheiten buhlten. Dark Dreamer machte dabei sehr deutlich, dass er als Hengstfohlen den beiden Stütchen kräftemäßig überlegen war, weshalb sich Esteem und Everbody’s Dream gegen ihn zusammenschlossen und er frustriert zu Zaii abzog. So hatte ich nur noch die beiden Stutfohlen und konnte sie so gleichzeitig kraulen. „Dream ist so schön!“, meinte ich lächelnd, während ich die dunkle Schulter des Stutfohlens kraulte. Aber auch Esteem war eine Schönheit für sich, auch wenn ich etwas geschockt war, dass die Kleine aussschimmeln sollte. „Dabei ist sie so ein schöner Brauner“, meinte ich empört, aber ihr Vater würde sich wohl oder übel durchsetzen.
      Nachdem wir beinahe den gesamten Nachmittag bei den Fohlen verbracht hatten, blieb uns gar nicht mehr so viel Zeit, aber dennoch nahm mich Zaii noch für ein wenig Bewegung ihrer Pferde in Beschlag. Deshalb hatte ich dann auch Lakim vor der Nase stehen, während Zaii Talitha putzte. Sie wollte ihre beiden Stuten heute gerne noch ein wenig dressurmäßig arbeiten und meine Versuche, sie davon zu überzeugen, dass ich daran nicht mehr sonderlich talentiert war, klappten leider nicht.
      Tatsächlich klappte es zwischen Lakim und mir besser als gedacht. Ich kam mit der ruhigen Jungstute sehr gut klar und wir wussten von Anfang an, wie man am besten miteinander arbeiten musste. Zaii und Talitha gaben ein traumhaftes Bild ab und so lohnte sich die Stunde Arbeit dann auch für alle vier Beteiligten. Danach hieß es aber die Stuten versorgen und schon stand der abendliche Stress an: Alle Pferde in den Stall holen, füttern und das Heu für die Nacht verteilen. Erst dann konnten wir den Stall guten Gewissens verlassen und uns um unser eigenes Essen kümmern.
      Den nächsten Morgen verschlief ich total, was natürlich überhaupt nicht an dem langen Abend lag. Der komischerweise tatsächlich verhältnismäßig lang geworden war, dafür, dass ich eigentlich schon um 22 Uhr völlig fertig mit der Welt gewesen war. Zaii hingegen war putzmunter und saß schon kauend am Tisch, als ich müde die Treppe herabstieg und versuchte, möglichst nicht hinzufallen.
      Nach dem Frühstück ging der übliche Alltag los und auch heute hatte Zaii wieder allerhand mit mir vor. Den Vormittag verbrachten wir in der Stadt und Zaii zeigte mir begeistert ihre Lieblingsorte, ehe wir uns in einem Café niederließen. Gut, dass ich nach der Stallarbeit nochmal geduscht hatte, denn Zaii hatte mich mit der Idee überrascht und sonst wäre ich wohl mit Stroh in den Haaren durch die Stadt gelaufen.
      Wieder zu Hause wurde es auch allmählich Zeit, sich erneut den Vierbeinern zu widmen. Dabei ließ ich Zaii völlig freies Geleit. Und siehe da, ich durfte Already wiedertreffen! Sie war heute diejenige, die mich sicher durchs Gelände tragen sollte, während Zaii sich ihre Tinkerstute Imadama schnappte. Der Ausritt war an sich entspannt und auch ein wenig peppig durch die herrlichen Galoppstrecken, welche Zaii mir zeigte. Und die beiden Stuten hatten sichtlich Spaß.
      Danach machten wir aus Spaß ein wenig Bodenarbeit mit Scylla und Damiani. Bei Scylla arbeitete Zaii momentan vermehrt daran, dass die Stute endlich ihre höllische Angst vor Wasser verlor. Sie hatte zu dem Thema einige herrliche Anekdoten bereit und irgendwann kam ich aus dem Lachen nicht mehr heraus. Mit der kleinen Damiani machte ich vor allem allerhand Quatsch bezüglich Zirkuslektionen. Ich hätte nicht gedacht, dass es so Spaß machen könnte, mit so einem Zwerg zu arbeiten, aber so war es.
      Da mir inzwischen mein Hinterteil wehtat, ließ ich am Ende des Tages Zaii den Vortritt, ihre Reitponystute zu reiten. „Zairina? Sie heißt wie du, echt?“, fragte ich grinsend, als ich einen Blick auf das Namensschild der Stute geworfen hatte. Zaii verdrehte nur die Augen und hatte schon die nächsten Geschichten auf Lager, bei welchem ihre Freunde die Hauptrolle spielten.
      Zairina hatte tolle Gänge und sprang auch richtig klasse. Das war auch das, was Zaii heute mit ihr machte: Springen. Ich schaute dabei vom Zaun aus zu und gab Zaii nur ab und an einen Rat, wenn mir etwas auffiel. Das war nicht sonderlich viel und eigentlich wollte ich lieber nur still zuschauen, aber Zaii bestand darauf, dass ich etwas sagte.
      Theoretisch lief Zairina erst E-Niveau, aber Zaii wagte sich auch schon an die A-Höhe heran, was die Reitponystute auch traumhaft meisterte. Auch wenn Zairina es ihrer Reiterin nicht immer leicht machte, denn die Stute hatte schon eindeutig ihren eigenen Kopf und manchmal auch vollkommen andere Vorstellungen von dem Training als Zaii. Nach dem Springen waren Reiter und Pferd völlig fertig, so dass ich schon einmal die anderen Vierbeiner von den Weiden holte und fütterte, während Zaii ihre Stute versorgte.
      An dem kommenden Abend hielt ich dann schon länger durch, ich glaube, so langsam gewöhnte ich mich an daran und ich war mir sicher, dass die restliche Zeit mit Zaii auch noch klasse werden würde. So wie ihre Augen leuchteten, hatte sie noch allerhand vor, was wir gemeinsam bestreiten wollten. pferdetechnisch hatten wir hier ja sowieso alle Möglichkeiten und auch in die Stadt wollte Zaii noch das ein oder andere Mal. Für mich würde es auf jeden Fall ein erlebnisreicher Urlaub werden und das war auch das Ziel meiner Reise gewesen.
      Eddi
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  • Album:
    Hengste
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    Zaii
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    18 Nov. 2018
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  • Pferdename Soul Eater
    Rufname Monster, Soul
    Von Black Star
    Aus der Tsubaki
    Rasse Irish Draught
    Geschlecht Hengst
    Geburtsdatum 27. April 2005
    Farbe Sabino-Braunschecke
    Stockmaß 163cm

    Soul Eater ist ein dickköpfiger Hengst, aber mit viel Leidenschaft und Intelligenz. Seinen Namen erhielt er, da er beim weiblichen Geschlecht, sei es nun eine Stute oder ein Mensch, eigentlich immer auf Interesse stößt und sich ungeniert in die Seelen seiner Opfer schleimt.
    Auf Hengste wirkt Soul hingegen nicht beruhigend, wird aber nicht immer als Rivale angesehen. Soul hat jede Menge Temperament, das er vor allem unter dem Sattel zeigt. Damit ist er kein Anfängerpferd, denn steht ihm der Sinn nicht nach Training so versucht er schon mal, seinen Reiter mit waghalsigen Bucklern los zu werden.
    Soul Eater liegt mit seinem Stockmaß perfekt im Mittelmaß und hat der Rasse entsprechend einen kräftigen Körperbau und ein sicheres Fundament. Durch die seltene Farbe wäre er für die Zucht interessant.

    Besitzer
    Zaii -- Zasa -- Zaii -- Caresse -- Tequii -- Saphira
    Ersteller Caresse -- umgemalt Waldvoegelchen
    Vorkaufsrecht verfallen

    Eingeritten Ja
    Springen M -- Military E -- Distanz E -- Western A -- Dressur A

    HK 467
    273. Dressurturnier | 262. Springturnier | 49. Synchronspringen | 51. Synchronspringen | 52. Synchronspringen | 53. Synchronspringen


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    Offizieller Hintergrund
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