Mohikanerin

Snotra

Isländer | Stute | Ungekört | (c) Sadasha

Snotra
Mohikanerin, 7 Dez. 2019
    • Mohikanerin
      Ende Sommer | 5. November 2018
      Ylfa | Blávör | Snotra | Capital | Krít | Snúra | Tesla

      Vriska
      ‚Zeit für Urlaub‘ dachte ich und legte meinen Kopf auf den Tisch im Lesesaal. Noch zwei Tage und dann sind auch für mich Ferien - Semesterferien. Das Telefon in meiner Tasche vibriert, ein prüfender Blick nach vorn - alles sicher und ich greife in die Tasche. Eine Nachricht von Tyrell, ob er mich wieder am Bahnhof abholen soll, „ja, das wäre super. So wie immer“, tippe ich ein und schicke ab. Noch eine Stunde, keine Lust mehr. Der Blick auf die Uhr ist täglich der Stimmungskiller, aber nichtsdestotrotz muss ich das hier tun.
      Es klingelt, endlich vorbei. Ich packe meine Tasche und Schwinge sich auf die Schulter. Jetzt noch der Sprint zur Bahn und ich bin fast zuhause.

      Am Bahnhof angekommen, sehe ich bereits Tyrell in seinem Golf sitzen. „Da bist du ja“, begrüße ich ihn grinsend.
      „Ich bin gewiss schon länger hier als du“, lacht er.
      Wir fahren los, erst kurz zu mir und dann zum Hof weiter. Zum Glück wohnt Eva nur einen Katzensprung vom Hof entfernt, aber Tyrell würde mich überall hinfahren.
      „Na Vriska, hast du wieder einen Fahrer?“, fragt Eva. Natürlich kennt sie die Antwort und ich lächle nur. Rasch renne ich nach oben und schmeiße die Sachen in die Ecke. Blöde Uni, denke ich mir und krame nach einer frischen Reithose. In dem völlig überfüllten Wäschetrog werde ich fündig. Nochmal überdenke ich den Plan und renne die Treppen herunter.
      „Ich esse bei den Earles, bis nachher“, rufe ich ins Wohnzimmer und knalle die Haustür zu. Dann stürme ich zu Tyrell ins Auto und die Fahrt geht weiter.
      „Du kannst auch einen Gang runter schalten“, sagt Tyrell und blickt kurz zu mir, bevor er sich wieder auf den nicht vorhandenen Verkehr konzentriert.
      „So habe ich aber mehr Zeit euch zu helfen am Hof“, antworte ich.
      „Die fünf Minuten machen auch kein Unterschied“
      „Es sind eher zehn Minuten, ich renne zur S Bahn, durch die Uni, durchs Haus und zum Auto. Alles wertvolle Zeit und meine Ausdauer verbessert sich.“, antworte ich.
      „Streber“, erwidert Tyrell und wir fahren auf den Hof durch die Einfahrt. Auf der linken Seite stehen die Zuchtstuten. Bald platzen sie. Natürlich nur im Übertragenden Sinne. Plötzlich sehe ich etwas ungewöhnliches. Eine Pferdehänger, keinesfalls einer vom Hof, steht am Ponystall.
      „Was ist denn da los?“, frage ich geschockt.
      „Beruhig dich, wir bekommen nur einen neuen Einsteller, Max. Er bringt zwei Isistuten mit. Wenn du willst, kann ich dich vorstellen.“, erklärt Tyrell.
      Ich nicke aufgeregt und wir gehen zum Stall.
      „Bruce ist gerade Spazieren mit Ylfa. Die Beiden müssen noch warm werden miteinander.“, fügt er hinzu, als er meine suchenden Blick wahrnimmt.
      „Max, das ist Vriska. Auch Einstellerin, aber auch schon fast ein Familienmitglied“, sagt Tyrell und schiebt mich vor.
      „Hey“, begrüßt er mich und widmet sich wieder dem Pferdehänger.
      Tyrell verabschiedet sich und geht zurück ins Büro.

      Bruce
      Jeden Schritt vorausplanen, hat mein Trainer immer gesagt. Ylfa reagiert auf jeden knackenden Ast, als ob sie gleich sterben wird. „Ganz ruhig“, versuche ich sie durchgängig zu beruhigen. Mittlerweile ist sie mir nur noch lästig. Vielleicht kann Vriska mit helfen. Ich gucke auf meine Uhr und wende. Mittlerweile müsste sie am Hof sein. Sehr gut. Komischerweise folgt mir Ylfa nun Problemlos und der Weg zurück ist deutlich entspannter als vorher.
      Am Stall steht bereits der Hänger vom neuen Einsteller und Vriska daneben.
      „Direkt neue Kontakte knüpfen?“, frage ich schelmisch und überlege wohin mit dem Pferd.
      „Ich brauche deine Hilfe bei Ylfa, sie ist total furchtbar“, sage ich zu ihr und drücke ihr das Pony in die Hand. „Das ist jetzt dein Problem. Kannst du behalten“, sage ich leicht sauer und stampfe in den Stall. „Hat der dir gerade ein Pferd geschenkt?“, höre ich den neuen Vriska fragen. Die Antwort von Vriska kann ich nicht mehr wahrnehmen, im Stall muss ich mich erst mal Ablenken. Ylfa hat mich innerlich sehr aufgeregt, deshalb kann ich mich nicht einem anderen Pferd widmen. Ich schnappe mir die Schubkarre und fange an den Hengst-Paddock abäppeln.

      Vriska
      “Ich weiß es nicht”, sage ich zum Neuen. Ich stelle Ylfa kurz an den Anbinder und hole aus meinem Schrank die Gerte. Bruce ist schon auf dem Paddock und macht sauber.
      Ich schnappe mir wieder das Pferd und wir gehen zusammen auf dem Reitplatz. Zuerst möchte ich mir das Pferd angucken. Ylfa läuft unsicher über den Reitplatz und riecht am Boden. Es ist alles neu für sie, erst ein paar Wochen ist die Stute am Hof. Zumindest hat Bruce die Stute erst mal sich einleben lassen. Bisher kennt sie nicht viel. In Island sollte sie zur Schlachtung, niemand was mit ihr Anfangen konnte. Ihre Art ist jetzt schon schwierig, aber ich denke, dass sie kein Vertrauen hat im Menschen, obwohl sie schon 8 Jahre ist. Nach ungefähr 10 Minuten zeigt sie sich schon entspannter und ich gehe langsam auf sie zu. Ylfa guckt mich an und kommt noch einige Schritte auf mich zu. Ich lobe sie und gehe wieder zurück. Das wiederholen wir noch einige male, bis ich ihr den Strick anlege. Zusammen gehen wir wieder zurück. Erst dann bemerke ich, dass Max uns beobachtet hat.
      “Es ist toll, wie du mit dem Pferd arbeitest. Hast du Lust auszureiten?”, fragt er.
      “Ich bringe die Stute zurück auf die Weide und hole dann meinen Hengst”, antworte ich und gehe los.
      Capital freut sich mich zu sehen und kommt schon zum Tor gelaufen. Ich lobe ihn und lege das Halfter um. Am Anbinder steht bereits Max mit seiner Chimäre.
      “Wow, die ist ja toll”, bewundere ich die Stute.
      “Danke”, sagt er trocken und macht Blávör weiter.
      Am Hof steigen wir auf und reiten erstmal Richtung Wald. Meine Idee ist es, ihm die Trainingsbahn zu zeigen, sowas gibt es nicht oft. Besonders, dass man diese Betreten bzw Bereiten kann.
      “Was hat dich eigentlich hier her getrieben?”, frage ich interessiert.
      “Ich bin zu meinem Vater gezogen, weil ich keine Lust mehr auf mein Mom hatte. Durch Zufall habe ich Tyrell auf der Messe kennengelernt Anfang des Jahres und habe mich deshalb vor ein paar Wochen an ihn gewendet. Ich wollte meine Pferde nicht am anderen Ende Brandenburgs lassen. Hierher brauche ich zwar über eine halbe Stunde aber keine Stunde mehr. Zumal habe ich Möglichkeit auch mal Wochenende hier zu schlafen.”, erzählt er.
      “Und was machst du hier?”, fragt Max anschließend.
      “Meine Tante wohnt in Beerfelde und ich musste über die Sommerferien, weil meine Eltern eine neue Erziehnungsmethode versuchen wollte. Ursprünglich habe ich London gewohnt. Also alles eine lange Geschichte, aber jetzt wohne ich bei meiner Tante und studiere in Berlin.”, erzähle ich.
      “Auch schön”, sagt er nur.
      Ich trabe Capital an und Max tölt mit Blávör neben mir her. Die letzten Tage hat es viel geregnet und der Boden im Wald schön fest geworden.
      “Das ist unsere Trainingsbahn”, präsentiere ich ihm.
      “Und da dürfen alle rauf?”, fragt er überrascht.
      “Nicht direkt. Die Bahn ganz außen ist für die Galopper. Alle anderen können beritten werden. Manchmal muss man etwas aufpassen, weil hier auch Spaziergänger mit Hunden unterwegs sind.”, erzähle ich ihm.
      Wir reiten eine Runde und unterhalten uns noch ein bisschen. Capital ist total entspannt, obwohl wir mit einer Stute ausreiten sind. Blávör ist auch extrem ruhig.
      Am Hof angekomme, bringen wir die Pferde weg.

      Bruce
      “So, du wolltest also Unterricht haben?”, komme ich aus dem Stall und gehe zu dem Neuen. Er nickt
      “Ich bin Bruce”, grüße ich ihn.
      “Max”, antwortet dieser nur trocken.
      Skeptisch gucke ich und warte auf dem Reitplatz auf ihn.
      “Ist es für dich okay, wenn ich dein Pony erstmal reite? Ich möchte wissen, worauf ich mich einlasse.”
      “Klar, hier”, sagt Max und drückt mir die Stute in die Hand. “Ach ja, das ist Snotra.”, fügt er noch hinzu.
      Ich setze mich auf die Stute, nach dem ich die Steigbügel eingestellt habe. Etwas störrisch läuft sie voran und möchte nicht wirklich vorwärts. Etwas gebe ich ihr die Zügel und versuche Snotra mehr über den Sitz zu bremse, da sie ziemlich flott unterwegs ist.
      “Da hast du dir ja was angelacht”, sage ich zu ihm. Doch er ist gar nicht bei der Sache, sondern das Telefon ist viel Interessanter. Vor ihm halte ich mit Snotra an und sage: “Also, wenn dir deine Pferde egal sind, ist das deine Sache, aber ich sehe nicht ein, dass ich dich dabei noch unterstützte und mich um deine Pferde bereite. Schließlich mache ich das nicht umsonst.”, kläre ich ihm. Mit großen Augen guckt er mich an.
      “Tut mir leid, für mich ist das hier noch neu und bisher fühle ich mich noch unwohl zwischen so vielen Pferden und Leuten.”, entschuldigt er sich.
      “Was hälst du davon, dass wir morgen einen gemeinsamen Tag auf dem Hof machen? Abends grillen wir dann gemeinsam.”, schlage ich ihm vor. Er nickt und lächelt. Immerhin mal ein anderer Gesichtsausdruck.
      “Gut, dann machen wir jetzt mit deinem Pferd weiter und pack das Telefon weg.”, sage ich.
      Ich reite noch ein paar Runden Schritt und versuche dann Snotra an zu traben, doch auch das gefällt ihr nicht und sie fällt in den Tölt mit starker Trabverschiebung.
      “Also mit Snotra haben wir noch einiges zu tun. Als erstes setzt du dich jetzt auf dein Pferd und ich baue einen kleinen Parcour auf aus Stangen und Kegeln, dass wir sie etwas lockerer machen. Im Rücken spannt sie die ganze Zeit an, wenn sie etwas tun soll. Snotra ist komplett nervös und unsicher, was sie tun soll. Wir helfen ihr dabei jetzt. Das beste wäre auch, dass du mal mit Vriska sprichst, ob sie dir ein paar Übungen in der Bodenarbeit zeigt. Leider bin ich selber etwas beklemmt was das angeht und sie muss mir auch immer helfen.”, erzähle ich Max.
      “Ja können wir mache. Ich habe vorhin schon gesehen wie sie mit der Scheckstute gearbeitet hat. Ansich hat sie nicht viel gemacht aber es gab einen riesen Unterschied im Vergleich vom Anfang und Ende.”, antwortet er.
      Ich nicke ihm zustimmend zu und wir wechseln die Plätze. Auf dem Reitplatz lege ich drei Stangen auf den den zweiten Hufschlag an eine lange Seite und auf die andere Seite stelle ich drei Kegel auf. Neben diesen zwei Übungen muss Snotra sich auch darauf konzentrieren was Max will, das bedeutet häufiges stehen, rückwärtsrichten und Stand-Tölt Übergänge. Für den ersten Tag wollen wir es bei Schritt belassen und nur sehr wenig Tölt auf dem Zirkel, damit sie sich biegt.
      Als die dreiviertel Stunde vorbei ist, ist Snotra vollständig durchgeschwitzt und wir spritzen sie noch ein wenig an den Beinen mit dem Wasserschlauch ab. Aber auch da ist sie deutlich nervös und ich beruhige sie etwas. Dann war es das auch schon, auch sie kommt mit auf die Quarantäne Weide zu Blávör.
      “Schön das du jetzt hier bist”, verabschiede ich mich Max, den ich noch zum Auto begleite.
      “Soll ich dann morgen was mitbringen und wann soll ich hier sein?”, fragt er.
      “Ich schreibe dir nachher”, antworte ich und wir verabschieden uns.

      “Bruuuuuce”, ruft Vriska vom Stall aus. Ich jogge zu ihr.
      “Was ist los?”, frage ich überrascht.
      “Es ist jetzt schon spät und Tyrell hat mich ja gebracht. Somit müsste ich jetzt laufen…”, beginnt sie.
      “Ja warte, ich hole den Autoschlüssel. Ich fahre dich rasch rüber.”, sage ich zu ihr und laufe rüber zum Haus.
      Tyrell sitzt im Wohnzimmer und guckt fernsehen.
      “Wenn du Vriska immer abholst, kannst du sie auch nach Hause fahren.”, fauche ich ihn an.
      “Ich kann sie auch nach Hause fahren, aber du machst es ja immer”, sagt er entspannt.
      Ich knalle die Tür zu. Vriska steht schon mit den Sachen am Auto und wir steigen in meinen Corsa. Wir alle haben nur kleine Autos zum hin und her fahren, weil die großen Autos für die Hofarbeit sind, zudem müssen wir diese selber zahlen.
      “Wir wollen morgen Abend grillen und Tagsüber einen gemeinsamen Tag machen.”, fange ich an.
      “Ab 15 Uhr kann ich erst hier sein”, unterbricht Vriska mich.
      “Auch gut, wenn du willst, kannst du ja hier schlafen”, schlage ich vor.
      “Gern, dann rede ich zuhause mit Eva”, sage ich und steige aus. “Danke fürs fahren, bis morgen”
      “Bis morgen”, sage ich und fahre nach Hause.

      Als ich angekommen bin, setzen wir uns alle nochmal zusammen.
      “Ich habe vorgeschlagen, dass wir morgen Abend grillen. Max hat gesagt, dass es ihm schon am ersten Tag schwierig ist, obwohl es hier so schön sein kann.”, erzähle ich der Familie.
      “Das ist eine super Idee, morgen kommt auch Ilja wieder. Dann setzen wir uns Abends gemütlich ins Gemeinschaftshäuschen.”, sagt Papa.
      “Dann mache ich die Liste und gehe mit Tyrell morgen früh rasch einkaufen.”, erzähle ich.
      “Können wir machen. Und den anderen Beiden sagst du auch noch Bescheid”, sagt Tyrell.

      Freitag, ein Tag später...

      Vriska
      Freitag, der letzte Tag der Woche. Nur noch heute und dann sind für mich Ferien. Genauso wie gestern, sitze ich gelangweilt im Lesesaal und warte das die Zeit vorbei geht. Endlich klingelt es. Wie immer stürme ich raus, doch heute berührt mich jemand an der Schulter. Ich erschrecke mich und falle fast, doch dieselbe Person hält mich noch fest. Dann drehe ich mich um. Max steht in Zivil hinter mir.
      “Was machst du denn hier?”, frage ich überrascht.
      “Wahrscheinlich dasselbe wie du - studieren.”, sagt er lachend.
      “Wolltest du nicht heute den ganzen Tag am Hof sein?”, frage ich weiter.
      “Wollte ich, aber ich fahre jetzt direkt hin. Ich hatte vergessen, dass ich heute zwei Vorlesungen hatte. Doch ich hatte Bruce bescheid gesagt.”, erzählt er.
      “Soll ich dich mitnehmen? Ich bin mit Auto hier.”, fragt Max im Anschluss.
      “Sehr gern, aber ich muss vorher noch zu meiner Tante, meine ganzen Sachen holen.”
      “Kein Problem, sag mir dann rechtzeitig bescheid und wir fahren da noch hin”, antwortet er.
      Gemeinsam laufen wir raus zum Auto und die aus meinem Kurs schauen mich schockiert an. Als ob ich gerade mit jemand besonders unterwegs bin. Doch ich denke mir nichts weiter dabei und wir steigen ein.
      Die meiste Zeit schweige ich, weil ich nicht weiß was ich sagen soll. Im Gegensatz zu den Jungs hat er ein teures Auto, das aber nicht wirklich aufgeräumt ist.
      “Nächste Ecke müssen wir rechts und dann direkt links”, sage ich und zeige mit den Finger auf die Kreuzung. Er nickt und biegt ab.
      “Das weiße Haus da mit dem großen Vorgarten.”, erkläre ich und er hält an. Max macht das Auto aus und steigt mit aus.
      “Macht es dir was aus, wenn ich mitkomme? Müsste mal auf die Toilette”, sagt er und kommt mit. Vorher habe ich noch mit dem Kopf geschüttelt. Ich schließe die Tür auf.
      “Eva? Ich bin da und hab noch wen mitgebracht. Aber wir gehen auch gleich wieder.”, rufe ich ins Haus.
      “Ich bin in der Küche”, kommt die Antwort.
      “Er muss nur auf die Toilette und ich hole meine Sachen. Schlafe ja heute auf dem Hof”, erzähle ich ihr noch mal.
      “Aber sag bitte bescheid, wenn irgendwas ist. Ich möchte nicht wieder irgendwelche Überraschungen erleben.”, sagt sie.
      “Ja alles gut, wir gehen dann. Ich melde mich dann, vielleicht komme ich auch erst Sonntag wieder”, verabschiede ich mich.
      “Grüß’ Capi von mir”, sagt sie und winkt.
      Wir steigen wieder ins Auto und fahren noch rasch Einkaufen fürs Grillen am Abend. Am Hof angekomme, bringen wir alles in den Kühlschrank.

      “Da seit ihr ja”, begrüßt uns Bruce. “Freut ihr euch schon”, fragt er im Anschluss.
      “Na klar”, sage ich erfreut und Max nickt. Wie so oft.
      “Also was ist euer Plan heute?”, fragt Bruce.
      “Also ich würde gern erstmal Snotra mit Vriska, danach würde ich dir gern helfen”, sagt Max. Sowohl Bruce als auch sich überrascht. Wir beide nicken und beginnen.
      Max holt Snotra vom Paddock, auf der auch noch Blávör steht. Diese wiehert ein paar mal als ich ihre Freundin geht, aber schnell hat sie sich wieder im Griff und begibt sich wieder zum Heu. Ich beobachte dabei, wie er die Stute putzt und dann hole ich aus meinem Schrank die Gerte und mein Knoti mit dem langen Strick.
      “Das machen wir ihr um, keine Trense oder sonst was. Damit fühlen sich Pferde viel wohler”, erkläre ich ihm.
      “Wenn du das öfter machen willst, solltest du dir das für deine Pferde auch zu legen.”, füge ich noch hinzu. Zusammen gehen wir auf dem Reitplatz, aber nicht am Hof sondern den im Wald. Dort ist es viel ruhiger und etwas mehr Platz. Der Zaun dort ist zwar nicht hoch, aber durch die Hecke sind wir dort wie eingeschlossen und ein Tor gibt es auch.
      “Hast du deine Pferde schon mal longiert?”, frage ich und führe Snotra.
      “Schon, aber nicht oft, weil das anstrengend ist. Aber wenn ich mal weniger Zeit hatte, hatte ich die Pferde an der Longe oder in der Führanlage.”, erzählt er.
      Innerlich zerreißt es mich etwas.
      “Das macht man nicht. Nur reiten macht den Kopf verrückt.”, sage ich belehrend und er rollt mit den Augen.
      “Man muss sich mit dem Pferd beschäftigen, um es kennenzulernen und vertrauen auf zu bauen.”, füge ich noch hinzu. Er nickt und macht das Tor auf zum Viereck.
      “Hier willst du mit ihr arbeiten? Die rennt doch weg.”, sagt Max schockiert.
      “Nein, das wird schon”, sage ich und mache die Stute ab.
      “Du bleibst hinter der kleinen Umrandung. An der Seite sind Stühle.”, zeige ich ihm und setze mich in die Mitte des Vierecks. Nervös läuft Snotra im Viereck auf und ab. Ich lasse sie in Ruhe, bis sie auf mich zukommt. Schon nach kurzer Zeit steht sie vor mir und ich lobe sie. Dann gehe ich wieder weg. Snotra guckt mich fragend an und folgt mir dann. Ich schicke sie immer wieder weg, bis sie die Übung verstanden hat. Dann lege ich ihr den Strick und longiere sie. Immer mal wieder große und dann kleine Kreise. Wir wechseln öfter die Hand und gehen auch mal im Schritt enge Biegungen.
      “Jetzt du”, sage ich zu Max, der sich kurz erschreckt, als ich ihn anspreche.
      “Als erstes versuchen wir einfache Vertrauenssachen, die ich auch am Anfang gemacht habe. Also warten bis sie kommt und dann wegschicken. Immer mal wieder, bis sie auf dich achtet.”, erkläre ich und mache den Strick ab. Snotra guckt mir nach aber ich gehe außerhalb des Gebiets. Die Beiden machen sich für den Anfang super und wir gehen gemeinsam zurück zum Hof.
      “Willkommen zurück”, grüßt Bruce uns, der gerade auf dem Springplatz ist mit Krít.

      Bruce
      So schnell wie die Beiden am Hof ankamen, so schnell waren die Beiden auch wieder weg. Nach dem ich meine tägliche Arbeit erfolgreich beenden konnte, begann nun der richtige Teil - die Pferde. Wie so oft, schnappte ich mir als erstes mein Stütchen Krít. Sie ist der Beginn eines jeden schönen Reittag. Normalerweise reite ich schon vor der Arbeit einige Pferde aber heute ging das nicht, weil ich mit Tyrell für das Grillen einkaufen war.
      Neugierig schnuppert Krít am Halfter und ich lege es ihr wie gewohnt um. Gemeinsam gehen wir zum Anbinder, wo ich sie fertig mache für das Springtraining. Heute ist das Abschlusstraining mit Krít, da wir nächste Woche an einem A-Springen teilnehmen wollen. Im Voraus hatte ich bereits die Sprünge auf 95 cm und einige auf 105 cm eingestellt. Auch wenn für das Turnier lediglich zweifache Kombinationen vorgesehen sind, steht zusätzlich eine dreifache Kombi da. Schon als ich mit Krít den Platz betrete, steigt ihre Motivation. Lieber springt sie, als auf der Ovalbahn ihre Runden zu drehen. In der letzten Woche hatten wir einige Ferienkinder noch da aus einem anderen Bundesland. Mit denen hatten wir ein paar Sprünge auf dem Platz aufgebaut und alles so eingerichtet, dass Krít frei springen kann. Die Gute hatte 160 cm geschafft, mehr wollte ich nicht versuchen.
      Als erstes reite ich einige Runden Schritt um die Sprünge herum und mache erste Biegungsübungen, bevor wir in höheren Gängen weiter machen. Krít arbeitet fröhlich mit und auch die ersten Hüpferchen über die Cavalettis zieht sie schon sehr gut an. Langsam arbeiten wir uns an die hohen Sprünge an. Erst ein Kreuz, dann das Kreuz in der Kombination mit einem Rick auf 60 cm. Zufrieden lobe ich die Stute und wir wiederholen noch mehrfach die Kombination, bevor wir den ersten Oxer auf 95 cm springen. Doch auch da zeigt sich Krít von ihrer Lieblingsseite - Das Springpferd im Isländer. Keiner von uns weiß, woher das kommt und auch die Vorbesitzer wissen es nicht. Im Training haben diese nur bemerkt, dass sie sich immer besonders anstrengt, wenn es ums Springen oder ähnliches geht. Auch die dreifache Kombination aus Kreuz, Rick in 95 cm und Oxer 105 cm meistert sie mit bravour. Ich bin stolz auf die Schimmelstute. Am Ende reiten wir noch einen kleinen Parcour durch.
      Die beiden Wanderer kommen auch mit Snotra zurück und ich grüße sie. “Hat alles soweit geklappt”, frage ich. Vriska nickt und die Beiden gehen weiter. Kurzes Gespräch, denke ich mir. Ich reite Krít noch einen Moment ab, bevor wir auch zum Anbinder gehen. Als ich ankomme, sind Vriska und Max schon fertig und haben Snúra vom Paddock geholt. Ich stehe derweilen noch mit Krít da, die gerade noch Aufbaufutter bekommt, da sie zur Körung kommt. Mein Telefon klingt, es ist Collin, der fragt, ob neben Valeria noch der Rest der Truppe kommen kann. “Grundsätzlich ja, aber ich muss noch kurz Krít versorgen und dann rufe zurück. Damit jeder was mitbringt.”, antworte ich. Er stimmt zu und legt auf. Dann bringe ich die Stute weg und laufe ins Wohnhaus, da dort der Zettel liegt. “Also wir brauchen noch etwas Salat, Brot und ein paar Soßen. Sucht einfach aus, was euch schmeckt. Ich freue mich dann, wenn alles um 20 Uhr beginnt. Bis später”, rufe ich Collin zurück und lege auf. Dann gucke ich auf die Uhr, noch zwei Stunden. Die Stallarbeit habe ich komplett fertig und die Pferde sind auch versorgt. Nun ist die Frage, welches Pferd ich noch mache. “Tyrell?”, rufe ich, in der Hoffnung, dass er im Haus ist - Bingo! “Jaa”, brüllt es aus der oberen Etage. “Kann ich was mit Tesla machen?”, rufe ich die Treppe hoch.
      “Klar”, ruft er als Antwort zurück und ich laufe zum Großpferdestall in dem Tesla mit seiner Truppe steht.
      “Na Großer”, begrüße ich Tesla, der neugierig zu mir gelaufen kommt. Ich lege ihm das Halfter um und wir gehen in den Stall zu seiner Box, an der ich ihn anbinde und ausgiebig putze.

      Vriska
      “Also das Snúra, eine Zuchtanwärterin vom Hof. Zwischendurch darf ich sie reiten. Meistens arbeite ich aber vom Boden aus mit ihr”, erzähle ich Max, der mich und die Stute gespannt beobachtet. “Hast du eigentlich nichts besseres zu tun?”, frage ich, nach dem ich Snúra fertig geputzt habe. “An und für sich, nein. Blávör braucht erstmal eine Pause, da sie sich immer schwer tut auf neuen Höfen. Sie ist noch nicht lange in Deutschland. Vor circa einem Jahr habe ich sie aus Schweden abgeholt, wo sie auch erst seit wenigen Wochen aus Island war.”, erzählt er mir von seiner anderen Stute. Ich nicke nur und hole den Sattel inklusive Trense aus der Kammer. “Also ich gehe jetzt auf die Ovalbahn, kannst ja mitkommen”,biete ich ihn an, obwohl mir klar ist, dass er eh mit gekommen wäre. “Sehr gern”, entgegnet er mir und wir gehen los.
      In der Mitte gurte ich nochmal nach und beginne zunächst mit einigen Übungen vom Boden aus. Letzten Monat war ich mit Capital auf einem Seminar, in dem mir das Cavemore ans Herz gelegt wurde. Seitdem möchte ich es nicht mehr missen. Neben den Kopf senken und Führen in Stellung und Biegung, lasse ich sie Übertreten, Kruppe - und Schulterherein. Besonders in Kruppeherein ist Snúra noch sehr Unsicher und weicht immer aus. Doch nachdem sie mehrere Schritte hintereinander gemeistert hat, gebe ich nach und steige auf. Um sie noch etwas davon zu lockern, reite ich einige Runden Schritt. Noch immer steht Max gespannt am Zaun und schaut uns zu. Normalerweise arbeite ich lieber für mich, aber fände es auch unhöflich den Neuen weg zu schicken, nur weil ich mich beobachtet fühle. Also versuche ich ihn auszublenden. Da ich mich eh auf Snúra einstellen muss, klappt dies problemlos. Mit ihr Arbeiten macht sehr viel Spaß, da die Stute sich zu nichts zwingen lässt im übertragenen Sinne. Man muss an alles spielerisch heran gehen, damit wir unser Ziel erreichen, denn nur dann ist sie lernwillig und konzentriert. Deshalb ist es wichtig zwar eine Routine zu haben, aber diese nur durch die Übungen anders zu kombinieren. Gerne arbeitet sie am Schenkel mit viel Stellung, auch wenn es ihr schwerfällt. Dazu kommen die Stangen, über die sie viel gehen möchte, ob im Schritt oder Trab. Der Gedanke daran, dass Snúra sowie Vinkona auf der Zuchtweide landet, macht mich traurig, da ich gern mit ihr arbeite. Doch Torsten sagte bereits, wenn ich auf irgendwas Lust habe und die Stute es zulässt, kann ich sie auch mit Fohlen bei Fuß reiten und in der Trächtigkeit vom Boden aus arbeiten. Also dementsprechend bin ich gar nicht so sehr eingeschränkt. Die Frage ist, wie viele neue Pferde in der Zeit dazu kommen, um die ich mich dann noch mit kümmern kann. Deshalb - Weile mit Eile. Während ich mich an diesem Gedanken fest gefressen habe, bin ich die Stute angetrabt und bin auch auf dem Gras einige Bahnfiguren geritten. Primär reite ich auf dem Zirkel mit einigen Achten und Volten, weil das für steife Pferde die beste Möglichkeit ist, sich zu lockern. Da aber Snúra gar nicht so steif ist, wie man denken könnte, ist das eine Sache der Gewohnheit. Deshalb gehe ich zurück auf die Bahn und reite nun das militantische Außenherum. Es sieht nun mal immer so leicht aus, doch es ist gar nicht so leicht dem Pferd zu vermitteln, ey du, dein Tempo muss aber gleich bleiben, wenn ich das möchte. Deshalb ist dafür sehr viel Geschick nötig und auch können.
      “Reitest du schon lange?”, frage ich Max nach dem ich mit Snúra fertig bin und sie sehr erschöpft mit gelockert Sattelgurt neben mir herläuft. Die Zügel hängen locker auf ihrem Hals und sie läuft vertraut neben mir.
      “Meine Mutter war immer auf dem Pferdehof, als ich noch jünger war. Als ich dann beschloss auch mal reiten zu wollen, lebten wir uns langsam auseinander, trotz der Euphorie am Anfang. Vater hat mir im Laufe der ersten drei Jahre mein erstes Pferd gekauft und ab da gab es nur noch Streit”, erzählt er mir. Ich gucke ihn besorgt an. “Klingt ja nicht so schön”, versuche ich mitfühlend zu sagen, doch ehrlich gesagt, fühle ich gar nichts. Auch wenn ich mir das Leben ohne diesen Hof nicht mehr vorstellen kann, wünsche ich mir zwischendurch das Leben in England zurück. Hier auf'm Dorf oder in der Stadt auf der Uni habe ich keine Freunde. Nur die Jungs halt, aber mehr als Pferde haben die auch nicht im Kopf. Zumindest habe ich nie einen Grund gehabt mit denen über irgendwas anderes zu reden. Nur Tyrell erzählt zwischendurch was aus der Arbeit im Büro und über bevorstehende Projekte, die dann auch wieder den Hof betreffen.

      Bruce
      Meine Wahl fiel mal wieder auf den Springplatz, da auch Tesla darin talentiert ist. Zusammen begeben wir uns dorthin und ich versuche den Hengst erst einmal kennen zu lernen. Die Sprünge vom Training mit Krít stehen noch, diese habe ich nur etwas Tiefer eingestellt, da ich nicht weiß, wie weit Tesla ist. Wie auch mit dem Stütchen beginne ich alles mit einem einfachen Dressur Warm-Up. Besonders stellen liegt dem Hengst sehr. Nach einer Weile trabe ich ihn an und erhöhe die Aufmerksamkeitsspanne durch Tempounterschiede und Schritt-Stand Übergänge. Immer mehr konzentriert sich der Hengst auf mich und wir springen die ersten Kreuze, Oxer und zweifache Kombinationen.

      © Mohikanerin | 26929 Zeichen

    • Mohikanerin
      Gangreiten E zu A | 16. November 2018
      Blaer frá glæsileika eyjarinnar | Blávör | Glanni frá glæsileika eyjarinnar | Trú fra Frelsi | Skrýmir | Snotra | Eimyja | Maekja van Ghosts

      “Seid ihr soweit”, fragt Bruce, der Blaer am Zügel hält. Wir nickten und folgen ihm. Heute machen wir ein Gruppentraining auf der Ovalbahn. Max mit Blávör, Tyrell mit Glanni und ich mit Trú. Zuerst gurten wir nach und wärmen jeder allein die Pferde auf. Die Herausforderung ist, dass niemand den Anderen beim Reiten stört. Das ist der eigentliche Grund heute, zu dem möchte auch Tyrell sich etwas mehr mit dem Isländern befassen, da es immer mehr werden und wir gar nicht schaffen, alle regelmäßig zu beschäftigen.
      “Wie bereits gesprochen, einige von euch sitzen auf Isländern, die noch nicht richtig an den Tölt geführt wurden. Deshalb teilen wir uns in zwei Teams und machen einen kleinen Wettbewerb draus. Die Pferde sollten so schnell wie möglich Taktklar tölten, aber gleichzeitig nicht überfordert sein oder zu etwas gezwungen werden. Und vergesst nicht, jeder von uns hat zwei Pferde. Nun, viel Erfolg!”, erklärt Bruce noch einmal und wir finden uns zusammen. Ich arbeite mit Max und Bruce mit Tyrell. Wie auch sonst. Allerdings haben wir das Glück, dass Trú und Blávör und auch Snotra schon Tölt kennen, somit müssen wir nicht soviel vorarbeiten. Aber auch Bruce und Tyrell haben Glück mit Blaer und Glanni.
      Das heutige Training ist für beide Teams sehr erfolgreich. Der erste Ritt war kein Problem, doch mit Trú hatte ich schon ziemlich viel zu tun, da sie sich noch etwas schwer macht den Takt zuhalten und deshalb schneller wird. Maekja hingegen hat schon gute Ansätze gezeigt, obwohl sie die Einzige im Team ist, die nicht tölten kann bisher. Tyrell hat schon gute Ansätze mit Glanni gehabt aber mehr Probleme mit Eimyja gehabt, die erst seit einem halben Jahr unter dem Sattel ist. Bruce zeigte sich mit Skrý gar nicht so schlecht. Der große Hengst ist ziemlich motiviert und zeigte sich sehr schön unter dem Sattel.
      Die nächsten Tage arbeiten Max und ich mit Snotra, Blávör, Maekja und Trú vom Boden aus, um das Vertrauen noch etwas zu festigen und gehen am Abend mit den beiden schwierigeren Pferden (Snotra und Maekja) eine kleine Runde in den Wald.
      Bruce und Tyrell hingegen üben mehr auf der Ovalbahn und setzen viel auf das regelmäßige kurze Intensive Training mit Blaer, Glanni, Eimy und Skrý. Doch besonders Blaer scheint schon nach den paar Tagen überfordert zu sein. Also wir werden sehen wer besser durch kommt.
      Heute sind schon 10 Tage vorbei, seitdem wir angefangen haben mit den Pferden, deshalb haben wir entschieden die Pferde zu tauschen.Max arbeitet mit Maekja auf der Bahn und ich bin mit Snotra dort. Gegenseitig geben wir uns Tipps und versuchen unsere Techniken zu erweitern. Die beiden Pferde sind sehr unterschiedlich was sich auch im Training zeigt. Maekja reagiert besser und schneller, wenn man intensiv dran bleibt. Snotra hingegen braucht viele Ruhephasen und eine Art Abstand um mehr Potential zu zeigen. Auch wenn Trú sich anfang unter mir schwierig gezeigt hat, kommt Max mit ihr deutlich besser klar. Für mich sind die ständigen Diskussionen ein Problem und meine Konzentration schwindet. Da Blávör eine ganz tolle gehorsame Stute ist, muss ich nicht viel machen. Schon auf die kleinen Hilfen reagiert sie. Heute können die beiden “Neu” Tölter schon mehr als eine Runde den Tölt taktklar halten. Morgen haben alle Vier eine Pause, da wir auch für die Uni noch lernen müssen.
      Blaer hat heute Pause, da er nicht von der Weide wollte, als er Bruce sah. Deshalb gibt er Tyrell unterricht auf Eimy, die auch schon wunderbar töltet. Die junge Stute ist sehr motiviert und möchte dem Reiter gefallen. Zu dem scheint Tyrell auch die richtige Hand für sie zu haben.
      Die Tage verlaufen sogut wie immer gleich, nach der Schule arbeiten Max und ich mit den Pferden und immer mehr Talent zeigt sich in beiden. Bruce und Tyrell hingegen zeigen sich immer mehr Probleme. Blaer weigert sich die Ovalbahn zu betreten, Glanni ist lahm, Skrýmir beisst um sich nur Eimyja arbeit noch freundlich mit. Also versuchen sie mit denen Drei zu arbeiten, damit es besser wird, allerdings würde ihnen eine Pause gut tun.

      Prüfung. Aufgeregt stehen wir zu viert auf der Ovalbahn. Torsten kontrolliert heute wie weit die Pferde sind und ob sie in die nächste Leistungsklasse können. Es ist einfache Viergangprüfung auf der schlechten Hand. Bruce und Blaer sind heute besser drauf. Der junge Hengst zeigt eine keine starke Vorderhandbewegung, doch sein Takt ist umso besser. Tyrell mit Glanni sind mit auch viel Takt ausgestattet, aber auch eine sehr gute Vorderhand. Blávör ist motiviert und fröhlich wie immer. Von beiden ist was da, Bewegung und Takt. Die Stute läuft wie eine Nähmaschiene. Und dann noch ich mit Trú, die etwas holprig Unterwegs ist, aber das beste gibt.
      In der zweiten Runde sind Skrýmir, Snotra, Maekja und Eimyja dabei. Auch die Vier sind gut vorbereitet, auch wenn wir die Beiden von mir und Max besser drauf sind.

      “Super gemacht”, lobt Torsten uns.
      “Aber ich muss sagen, da ich auch den Verlauf beobachtet habe, dass Max und Vriska bessere Arbeit geleistet haben. Die vier Pferde sind motivierter und wirken somit viel befreiter als die anderen. Also Jungs, schneidet euch eine Scheibe von den beiden ab.”, fügt er hinzu und geht.

      © Mohikanerin | 5170 Zeichen

    • Mohikanerin
      Frühlingsbeginn | 22. Februar 2019
      Willa | Vinkona frá Sólin | Totbringer | River's Fjörgyn | Krít | Kempa | Aqua
      Kvest Halsnaes | Hnakki van Ghosts | Capital | Blossi | Alvari
      Þögn | Snúra | Saints Row | Aska | Ylfa | Trú fra Frelsi | Snotra | Maekja van Ghosts | Eimyja | Blávör
      Wild Reflex | Yuva | Topa’s Comtesse | Tamana | Snuff | Mademoiselle | Layers of Fear | Kisshimbye | Jule | Friede sei mit dir | Atom Bomb
      Voodoozirkus | Litfari | Blaer frá glæsileika eyjarinnar | Skrýmir | Glanni frá glæsileika eyjarinnar
      Tesla | Ryuk | Ruvik | Party in the Clouds | Overo | Gnani | Flic Flac’s Milano | Amjad Amir | Almost Illegal | Absolutely Right
      Tvífarí van Frelsi | Skjanni vom Helstorf Moor | Nautilus | Lu'lu'a | Hawking von Atomic
      St. Pauli’s Amnesia | Songbird | Milska | Feuergeist di Royal Peerage


      Der Frühling beginnt schon langsam und das Ende Februar. An den Bäumen sind die ersten Knospen und Krokusse habe ich auch schon am Weidezaun erblicken können.
      Die erste Kontrolle ist bei den Stuten draussen auf den Weiden: Willa, Vinkona, Tot, Fjörgyn, Krít, Kempa und Aqua. Die sieben Stuten haben schon kleine Frühlingsgefühle und freuen sich über meinen Besuch. Aufgeregt kommen sie angetrabt, teilweise auch im Galopp, und schnauben mich begrüßend an. Als sie merken, dass ich keine Leckerlis habe, rennen sie wieder weiter und scheinen alle sehr gesund. Ich werfe noch einige Möhren auf die Koppel und dann geht es weiter.
      Da die Paddocks gerade renoviert werde und die Hengste aktuell nicht auf die Weide können, stehen sie noch in der Box. Erst nach her ist der übergangs Paddock fertig. Kvest, Hnakki, Capital, Blossi und Alvari stehen im Stall und suchen im Stroh nach Ähren. Ich fülle bei allen das Heu noch mal auf und verlasse den Stall wieder. Nachher werde ich noch Helfen sie auf die Paddocks zu bringen.
      Der nächste Besuch ist auf dem ersten Stuten Paddock. Dort stehen Ylfa, Snotra, Eimyja, Blávör und Aska. Die fünf Stuten sind eher rangniedrig und konnten sich in der anderen Herde nicht durchsetzen. Jetzt zusammen vertragen sie sich prächtig. Ich hole eine Schubkarre Pferdeäppel und fülle das Heu auf. Im Anschluss öffne ich die Weide und die Stuten dürfen für einige Stunden raus. Die Männer haben die anderen Stute von der Weide geholt und gehe zu ihnen auf den Paddock.
      Thögn, Snúra, Saint, Maekja und Trú schlendern langsam zum Tor, als ich mit der Schubkarre komme. Natürlich wissen sie, was jetzt kommt. Auch hier hole ich eine Schubkarre herunter und fülle das Heu nach. Mit einigen Rangeleien werden sie sich der Reihenfolge an den Heuraufen klar und fangen an zu knabbern.
      Dann sind die Männer auch schon bei den Großen Pferden und machen ebenfalls sauber. Wie immer komme ich dazu und helfe. Als wir fertig sind gucken wir uns alle die Tiere noch einmal an. Reflex, Yuva, Comtesse, Tamana, Snuff, Mademoiselle, Fear, Kiss, Jule (die neu in der Truppe ist), Friede sei mit mir und Bomb. Natürlich stehen die beiden Shettys nicht bei den großen, aber trotzdem geniessen sie den Besuch! Allen geht es gut und wir gehen zu den Hengsten.
      Die Isländer Hengste sind alle soweit für die Körung und wir gehen mit den Pferden noch mal die Prüfung durch und stimmen die Kleinigkeiten ab. Voodoo, Litfari sind als erstes dran, danach folgen Blaer, Glanni und Skrýmir. Die drei sind nämlich noch nicht so weit. Besonders Glanni ist noch ziemlich vorsichtig und unsicher unter dem Sattel.
      Auch die Großen bekommen noch etwas Aufmerksamkeit. Ich hole Milano und Ryuk von dem Paddock und longiere sie im Round Pen. Tesla und Gnani sind im Moment erkältet und stehen deshalb in Quarantäne. Ruvik steht wie immer in der Box und möchte mit keinem Menschen etwas zu tun haben, obwohl ich mit ihm schon ein Stückchen weiter gekommen bin und die Box betreten kann, ohne das er mich angreift. Overo, Illegal, Right, Party und Amir stehen auf den Weiden. Die beiden Welsh Ponys spielen, hingegen die anderen den Kopf ins Gras stecken, auch wenn es nicht mehr viel gibt.
      Das gemeinsame Mittagessen haben wir beendet und es geht wieder an die Arbeit. Wir fahren noch zu den Jungpferden. Als erstes zu den Jungs. Tri und Nautilus sind mittlerweile ziemlich alt und könnten schon zum Hof, um ein Reitpferd zu werden. Leidere fehlt uns allen noch die Zeit, Jungpferde einzureiten. Deshalb dürfen sie noch weiter Pferd sein. Skjanni, Lu und Hawking sind noch nicht so weit, aber wachsen wohl auf. Allen Pferden geht es gut und wir fahren weiter zur Stutenweide.
      Schon als sie das Auto hören, kommen Amnesia, Bird, Milska und Feuergeist zum Zaun. Auch hier sind drei Pferde bei, die eigentlich unter den Sattel gehören. Ein weiterer wichtiger Grund ist, dass die Truppe so bleibt, ist Feuergeist. Sie hätte keinen Anschluss mehr und scheint sich auch nur mit den drei zu verstehen. Wir hatten sie bereits in einer Jungstutengruppe bei Freunden, aber dort fühlte sie sich nicht wohl und kam nicht ans Futter. Hoffentlich kommen bald neue Fohlen, damit die aktuelle Generation sich weiter entwickeln kann.
      Der Abend ist angerückt und nach einem derart erfolgreichen Tag fällt es mir nicht schwer schnell einzuschlafen.

      © Mohikanerin | 4317 Zeichen
    • Mohikanerin
      Zu Besuch auf Atomics Valley | 1. September 2019
      Hnakki van Ghosts | Capital | Blossi | Saints Row | Alvari | Willa | Vinkona frá Sólin | Totbringer | River's Fjörgyn | Kvest Halsnaes | Krít | Kempa | Aqua | Þögn | Wild Reflex | Voodoozirkus | Snúra | Litfari | Blaer frá glaesileika eyjarinnar | St Pauli's Amnesia | Songbird | Nautilus | Milska | Lu'lu'a | Hawking von Atomic | Feuergeist di Royal Peerage | Aska | Yuva | Ylfa | Tesla | Tamana | Snotra | Ruvik | Overo | Maekja van Ghosts | Kissimbye | Jule | Gnani | Glanni frá glaesileika eyjrarinnar | Friede sei mit dir | Blávör | Almost illegal | Absolutely Right


      Da demnächst ein Hengst der Familie Earle meine Stute Drafna decken sollte, machte ich mich auf den Weg nach Atomics Valley, denn ich wollte mir die in Frage kommenden Hengste in Natur ansehen. Auf dem Hof angekommen wurde ich begrüßt, da aber niemand Zeit hatte mich herum zu führen durfte ich alleine den Hof erkunden. Zuerst beobachtete ich wie einige Pferde, unter anderem auch die Hengste für die ich mich interessiere für die Arbeit vorbereitet wurden. Im Umgang schienen sie absolut problemlos zu sein. Hnakki van Ghosts, Capital, Blossi, Saints Row und Alvari wurden nun geritten. Für die gekörten Hengste ging es auf die Ovalbahn oder auf den Platz für Dressurliche Arbeit. Ich ließ die Mitarbeiter in Ruhe warmreiten und besuchte währenddessen Willa, Vinkona frá Sólin, Totbringer, River's Fjörgyn, Kvest Halsnaes, Krít, Kempa, Aqua, Þögn, Wild Reflex, Voodoozirkus, Snúra, Litfari, Blaer frá glaesileika eyjarinnar, St Pauli's Amnesia, Songbird, Nautilus, Milska, Lu'lu'a, Hawking von Atomic, Feuergeist di Royal Peerage, Aska, Yuva, Ylfa, Tesla, Tamana, Snotra, Ruvik, Overo, Maekja van Ghosts, Kissimbye, Jule, Gnani, Glanni frá glaesileika eyjrarinnar, Friede sei mit dir, Blávör, Almost illegal und Absolutely Right auf ihren Weiden. Sie waren logischerweise nach Geschlechtern getrennt, aber auch nach Aufgabenbereich. Die Stuten und Hengste die auf die Körung vorbereitet wurden standen in ihren großen und lichtdurchfluteten Boxen, die Stuten die bereits gekört waren standen teilweise mit Fohlen bei Fuß oder ziemlich dickem Bauch auf den umliegenden Wiesen. Alle Pferde waren in einem tadellosen Zustand, also machte ich mich wieder auf den Weg zu den Hengsten um mir dort ein weiteres Bild von ihnen zu machen.
      Am Ende des Tages schwankte meine Entscheidung zwischen Hnakki van Ghosts und Capital, die Gestütsleitung half mir bei der Entscheidung und sie fiel auf Hnakki, er würde also der Vater des ersten Fohlens von meiner Drafna werden.

      © AliciaFarina | 1992 Zeichen
    • Mohikanerin
      Gangreiten A zu L | 23. Dezember 2019
      Baldintáta | Snúra | Snotra | Blávör

      Bruce
      “In ungefähr 20 Minuten werde ich am Hof sein”, ruft mit Alicia an, die auf dem Weg zu uns ist um Táta zum Beritt zu bringen. In letzter Zeit lief es leider eher schlecht als recht und deswegen soll mal jemand anderes drüber gucken. Ich habe da auch schon eine Idee, bevor sie wieder nach Hause fährt, bekommt sie eine Stunde auf Snúra.
      “Danke, dass du uns hilfst. Irgendwie läuft es nicht mehr so gut mit uns beiden. Táta bockt herum und ihr Tölt ist sehr trabig geworden, obwohl sie ein Naturtölter ist. Das wundert mich.”, bedankt sich Alicia schon im Voraus.
      “Das wird schon.”, antworte ich. Zusammen bringen wir ihre Stute auf den Paddock und räumen die Sachen in den Stall. Für Berittpferde haben wir einen kleinen eigenen Stall eingerichtet, um mögliche Gefahren aus dem Weg zu gehen.
      “Also ich dachte mir, bevor du gehst, gebe ich dir noch eine Reitstunde auf Snúra. Sie kann auch ziemlich speziell sein.”, schlage ich Alicia vor.
      “Oh, sehr gern. Reitsachen habe ich ja eh schon an, aber einen Helm habe ich nicht bei”, antwortet sie.
      “Das ist kein Problem, wir haben einige hier. Komm mit”, sage ich ihr und wir gehen gemeinsam in den Aufenthaltsraum. Sie sucht sich einen aus der passt und gemeinsam gehen wir Snúra holen, die bei den anderen Stuten auf dem Paddock steht.
      Nach dem sie sauber und gesattelt ist, gehen wir zur Ovalbahn, die vor ein paar Tagen neuen Belag bekommen hat. Ich war noch nicht drauf seit dem es wieder schön auf der Bahn ist.
      “Also kurz noch was zu Snúra. Am Anfang testet sie gern und kann auch etwas gemein sein, aber wenn du dich durchsetzt, funktioniert es wunderbar.”, erkläre ich Alicia. Sie nickt und die Stunde beginnt. Am Anfang muss natürlich Snúra erst mal aufwärmen. Dafür beginnt es wie immer mit einigen Runden Schritt und einfache Lektionen zum Biegen und Stellen.
      “Bei Snúra ist es wichtig, dass du dich richtig tief in den Sattel setzt. Den Schwerpunkt eher zu weit hinten als zu weit vorn. Sonst fällt sie dir aus dem Gleichgewicht und wird zu schnell”, rufe ich Alicia zu, die es sich schwer macht Snúra zu bremsen. Nach meinem Tipp wird es dann schon deutlich besser.
      “Bevor wir tölten, ist es für sie besser, erst mal ruhig zu traben. Danach ist sie entspannter und der Druck ist weg.” Alicia trabt Snúra an, erst nur auf Zirkel und später auch auf der ganzen Bahn.
      Nach dem Unterricht reflektieren wir das geschehene, am Anfang hat sich Alicia noch schwer getan, dann wurde es besser. Als sie dann lockerer wurde, war auch die Stute nicht mehr verkrampft. Der Tölt hat gut geklappt und dann haben wir aufgehört.
      Táta lasse ich für heute noch in Ruhe und Alicia hat sich auch auf den Heimweg gemacht.
      Jetzt stehen noch Blávör und Snotra auf dem Plan. Deswegen warten schon Vriska und Max auf mich. Ich musste gerade noch etwas essen. Die beiden Stuten sind auch schon gesattelt und wir gehen ebenfalls auf die Ovalbahn. Nach dem Warmreiten arbeiten wir zunächst am Trab. Die Stuten tuen sich als Naturtölter schwer und genau deswegen müssen wir das Problem lösen. Auch, wenn die aktuellen Turniere okay sind, müssen die Stuten besser und taktvoller werden.

      Der nächste Tag bricht an und das ziemlich früh. Genervt, durch eindeutig zu wenig Schlaf, gucke ich zu meinem Wecker, der sicher schon alle geweckt hat. Es ist 6:30 Uhr, weil ich heute Stalldienst habe. Zum Glück fahre ich den Trecker.
      Geschafft. Die Pferde können nun wieder sauber auf den Paddocks stehen. Zusätzlich haben Wasserablauffurchen am Rand gezogen, damit das Wasser ablaufen kann. Vor einigen Wochen hat es geschneit, doch die Temperaturen sind wieder gestiegen und alles ist nass. Dann kommt noch dazu, dass es wieder sehr kalt werden soll und dann alles gefriert. Das würde nicht gut Enden. Kurz muss ich an die ganze Klimadebatte gedenken, doch bin schnell wieder woanders, gedanklich. Balditáta ist nämlich an der Reihe. Sie ist aus der Zucht von Eva, damals, und wir haben ihre übrig gebliebenen Pferde übernommen, als Beispiel Hnakki. Den wir allerdings demnächst verkaufen werden, doch auch mit dem Gedanken bin vom Thema abgestiegen. Neugierig begrüßt mich die Rappstute, die offenbar schon sehnlich auf mich gewartet hat. Ich lege ihr das Halfter an und wir gehen in die Stallgasse, um sie vom Schmutz zu befreien. Bevor ich am Tölt arbeite, wo offenbar aktuell ihre Schwäche liegt, möchte ich natürlich herausfinden, wieso ein Naturtölter Probleme in seiner Lieblingsgangart hat. Dafür gehen wir in die Reithalle. Ich lege ihr ihren Sattel auf und merke jetzt schon ein kleinen Fehler. Der Schwerpunkt von diesem liegt nicht so, dass es wirklich förderlich für Táta ist. Trotzdem werde ich diesen heute mal verwenden und morgen meinen, um zuschauen, ob es einen Unterschied gibt.
      Im Schritt läuft sie hektisch nach vorn und fällt wie zu sehr auf die Hinterhand. Mit etwas mehr Zügel und einer stärkeren Verlagerung nach hinten, biete ich ihr an, mehr die Hinterhand zu aktivieren. Schon nach einigen Runden tritt eine deutliche Verbesserung ein. Auch mit ihr mache ich Biegungsarbeit und besonders Rückwärtsrichten. Die Stute scheint probleme mit der Durchlässigkeit zu haben und möchte dem Zügel entfliehen. Also werde ich morgen auch mal ein anderes Gebiss ausprobieren. Aus der eigenen Produktion haben wir die neue anatomisch geformte Gebisse da, die besonders geeignet für sensible Pferde sind, weil sie durch das Titanium eine konstante Verbindung zwischen Reiterhand und Maul des Pferdes aufbauen. Um es Táta einfacher zu machen, hänge ich meine Zügel im Ring des Reithalfters ein. Der Druck vom Gebiss wird somit verteilt und ist auch konstanter weich. Auch hier zeigt sich eine deutliche Verbesserung. Unter diesen Umständen arbeite ich ich mit der Stute in der Halle die meiste Zeit im Schritt und Galopp, weder der Trab noch der Tölt sind ein Problem. Alle ihre kleinen Haken liegen im generellen und nicht am Tölt an sich. Nur dort zeigt es sich am deutlichsten, dass sie zu gestresst ist und deswegen kein Gleichgewicht hat. Natürlich habe ich mir auch den Tölt angeschaut und er zeigt deutlich das, was ich vorher festgestellt habe und was Alicia mit erzählt hat. Die ersten Schritt sind taktklar und rein, nach wenigen Metern scheint es, als würde sie nach vorn kippen und trabig werden, deswegen bevorzugt sie momentan den Trab.
      Zum Ende wartet eine Kraftfutter Schüssel auf die, die wir ebenfalls selbst Produzieren auf unseren Feldern. Es ist also eine heimische Mischung unter guten Umständen.
      Snúra hat heute Pause, deswegen wartet nun wieder Max auf mich. Wir wollen heute nur mit Blávör arbeiten, da Snotra gestern deutlich besser drauf war. Momentan macht er mit ihr viele Distanzritte auf Zeit und durfte schon mehrfach das Treppchen betreten. Blá scheint auch motiviert dafür zu sein, aber bei ihr zeigen sich keine deutlichen Verbesserungen. Auch wir gehen gleich in die Reithalle, um den Augenmerk mehr auf den Trab zu legen. Dort sind die Bedingungen besser und etwas Dressur wird ihr nicht schaden. Im Training mit anderen Pferden ist es mir immer wichtig, den Reiter und das Pferd zu betrachten, weil das Pferd weiß meistens wie es seine Beine zu bewegen hat. Nur dem Reiter fehlt es an der Interpretation, was das Pferd vorhat. Deswegen, wenn die Möglichkeit da ist, baue ich in den Beritt viele Reitunterrichtseinheiten ein, da das Paar miteinander auskommen muss und ich nicht ich mit dem Pferd.
      Für Blávör stellt sich heraus, dass der Trab schöner und einfacher für sie ist in der Biegung, weswegen wir heute mehr Seitengänge zusammen erarbeiten, weil Max da seine Probleme hat und nicht so recht weiß, wie er das anstellen soll. Mithilfe meiner Anweisungen und Tipps gelingt es ihm eine Bahnlänge mit Schenkelweichen zu reiten und ich bin sehr zufrieden mit den Beiden.
      Den restlichen Tag konzentriere ich mich auf meine Pferde, die für die Turniere und Zuchtprüfungen auf den Plan stehen.

      Die nächsten zwei Wochen verfliegen wie im Fluge. Mit Táta habe ich angefangen mit meinem Sattel und einen anderen Gebiss zu arbeiten, wodurch ihr schon sehr geholfen ist. Der Takt im Tölt ist besser geworden und durch viel Schrittarbeit, aber auch Galopp fällt es ihr immer leichter auf die Hinterhand zu fallen. Auch mit Alicia habe ich bereits telefoniert und ihr von den Verbesserung erzählt. Sie freut sich, dass die Probleme in so kurzer Zeit schon besser geworden sind.
      Mit Snotra haben wir auch einige Übungen gemacht, um den Trab zu fördern aber bei ihr ist das wichtigste den Trab zu reiten, reiten und noch mehr zu reiten. Natürlich achten wir auch darauf, dass der Tölt konstant bleibt, um nicht die nächste Schwachstelle entstehen zu lassen.
      Blávör zeigt sehr viel Interesse und Spaß an der Arbeit in der Dressur und zusammen mit ihrem Besitzer haben wir geübt, das zu fördern. Auch ich habe nun schon einige male allein mit der Stute gearbeitet. Je mehr wir am Schenkel arbeiten, umso mehr bietet sie eine guten Trab an. Auch ihre natürliche Schiefe können wir mit Seitengängen ausgleichen. Zusammen mit Snotra ist Max auf das nächste Distanzturnier gefahren.
      Und Snúra, mit ihr arbeite ich gerade am Rennpass. Ihr Tölt ist taktklar und sehr natürlich von der Bewegungsfreiheit der Vorderhand. Auch der Trab ist wunderbar. Also können wir nun den Pass erarbeiten, um auf dem Turnier eine Fünfgang oder Speedpass zu reiten, da sie sehr viel Tempo mitbringt.

      Alicia kommt heute ihr Pferd abholen, es schon nun 5 Wochen vergangen in denen ich konstant mit Balditáta gearbeitet habe und zumindest mit mir als Reiter bietet sie wieder einen Taktklaren Tölt an und auch ihr Stress ist so gut wie weg.
      “Bevor wir auf die Bahn gehen, wollte ich noch fragen, was ich mit dem Sattel nun tue. Den habe ich schließlich auch für meinen anderen Isländern.”, fragt Alicia.
      “Am einfachsten wäre es, dass du einen Sattler holst und mal gucken lässt, ob bei den anderen wirklich dieser Sattel passt. Du kannst dann ja noch mal anrufen. Ich habe noch einige diese Sättel hier und dann können wir über das finanzielle Sprechen.”, sage ich und lache kurz. Klar, ich kann auch nicht alles Verschenken, aber ich versuche so viel zusammen abzukassieren, wie möglich, damit die Kunden sich nicht so ausgeraubt fühlen.
      “Bei dem Gebiss dachte ich mir, dass ich dir das mit gebe”, füge ich hinzu. Alicia freut sich und macht ihr Pony fertig.
      Auf der Ovalbahn erzähle ich ihr, wie ich am Anfang mit der Stute gearbeitet habe.
      “Nicht so an dem Zügel klammern. Táta kann sich selbst halten. Mit dem Gebiss hast du mehr Gefühl in der Hand, weil die Ringe größer sind und die anatomische Form im Maul fördert es die Aktivität im Maul.”, erkläre ich ihr und sie lässt ihr mehr Freiraum. Sie schnaubt zufrieden ab. Bevor wir mit dem Tölt anfangen, muss sie sich mit Balditáta gut darauf vorbereiten. Selbst, wenn sie viel davon anbietet, muss die Stute vorbereitet werden. Da sie schnell auf die Vorderhand gibt und noch nicht genug Muskulatur aufgebaut hat. Dafür war die Zeit zu kurz. Also muss Alicia auch alleine daran weiter arbeiten.
      Zufrieden bringen wir sie zum Stall und bevor es in den Hänger geht, darf sie noch auf dem Paddock entspannen. Mit Alicia unterhalte ich mich noch ein wenig im Aufenthaltsraum. Dann räumen wir gemeinsam das Zeug in den Hänger und das Auto.

      Táta ist nun wieder auf dem Heimweg und schnappe mir Snúra, die offenbar schon geduldig auf mich gewartet hat. Ich sattle sie und wir gehen auf die Ovalbahn. Das Wetter fängt zwar an umzuschlagen, aber ich versuche es trotzdem erst mal. Unter der Bahn haben wir Warmwasserleitungen verlegen lassen, wie in Island, eine Art Fußbodenheizung, um auch bei kalten Temperaturen eine freie Bahn zu haben, im wahrsten Sinne des Wortes.
      Wie gewohnt reite ich die Stute warm und achte darauf, dass ich sie nicht zu stark belaste, um noch genügend Power für den Rennpass zu haben. Für Snúra ist einfacher aus dem Tölt in den Pass zu wechseln. Ihr Galopp hat zu viel Power und ist teilweise etwas unkontrolliert.
      Nach der Einheit bin sehr zufrieden und werde auf dem nächsten Turnier die erste Fünfgang mit ihr reiten.

      © Mohikanerin | 12062 Zeichen

    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    AV - Isländer
    Hochgeladen von:
    Mohikanerin
    Datum:
    7 Dez. 2019
    Klicks:
    178
    Kommentare:
    5

    EXIF Data

    File Size:
    283,4 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Zuchtname: Snotra
    Rufname: Snoti

    Aus der: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    Den: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    ____________________________________

    Geschlecht: Stute
    Rasse: Isländer
    Geburtsdatum: 23. April 2007
    Farbe: Dunkelbraunfalbe Splash
    Abzeichen: Scheckungsbedingt (Kopf und Beine)
    Stockmaß: 132 cm

    Charakter:
    Snotra ist unter dem Sattel ein nervöses Pony mit viel Temperament und ist nicht leicht zu bremsen, da sie schnell die Balance verliert. Viele Biegungen sind am Anfang der Arbeit notwendig, um sie ruhig zu bekommen. Dennoch ist sie einfach im Umgang und liebt die Arbeit vom Boden aus. Manchmal kann Snoti ein Taschenpony sein und sogar betteln.
    ____________________________________

    Gencode: Ee Aa DD StySty nSpl
    Zuchtzulassung: Nein
    Gesamtnote: -
    Nachkommen: -

    [Schleife]
    Prüfung
    ____________________________________

    Dressur: E / L
    Springen: -
    Military: -
    Fahren: E / A
    Rennen: E / M
    Gangreiten: L / S
    Western: -
    Distanz: E / A

    Gänge: 5

    [​IMG]
    197. Gangturnier (07.10.2018)
    222. Gangturnier (26.11.2019)

    [​IMG]
    215. Gangturnier (03.09.2019)

    [​IMG]
    198. Gangturnier (14.10.2018)
    200. Gangturnier (29.10.2018)
    207. Gangturnier (27.12.2018)
    214. Gangturnier (25.08.2019)
    221. Gangturnier (17.11.2019)

    [​IMG]
    419. Distanzturnier (16.12.2019)

    [​IMG]
    420. Distanzturnier (22.12.2019)

    [​IMG]
    497. Galopprennen (17.12.2019)
    ____________________________________

    Besitzer: Mohikanerin
    Zucht: Unbekannt, Deutschland
    VKR: Sadasha
    Ersteller: Sadasha
    Punkte: 13
    ____________________________________

    PNG | PSD | Details