1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
Mohikanerin

* Snotra

Isländer | Stute | Ungekört | (c) Sadasha

* Snotra
Mohikanerin, 7 Dez. 2019
    • Mohikanerin
      Ende Sommer | 5. November 2018
      Ylfa | Blávör | Snotra | Capital | Krít | Snúra | Tesla

      Vriska
      ‚Zeit für Urlaub‘ dachte ich und legte meinen Kopf auf den Tisch im Lesesaal. Noch zwei Tage und dann sind auch für mich Ferien - Semesterferien. Das Telefon in meiner Tasche vibriert, ein prüfender Blick nach vorn - alles sicher und ich greife in die Tasche. Eine Nachricht von Tyrell, ob er mich wieder am Bahnhof abholen soll, „ja, das wäre super. So wie immer“, tippe ich ein und schicke ab. Noch eine Stunde, keine Lust mehr. Der Blick auf die Uhr ist täglich der Stimmungskiller, aber nichtsdestotrotz muss ich das hier tun.
      Es klingelt, endlich vorbei. Ich packe meine Tasche und Schwinge sich auf die Schulter. Jetzt noch der Sprint zur Bahn und ich bin fast zuhause.

      Am Bahnhof angekommen, sehe ich bereits Tyrell in seinem Golf sitzen. „Da bist du ja“, begrüße ich ihn grinsend.
      „Ich bin gewiss schon länger hier als du“, lacht er.
      Wir fahren los, erst kurz zu mir und dann zum Hof weiter. Zum Glück wohnt Eva nur einen Katzensprung vom Hof entfernt, aber Tyrell würde mich überall hinfahren.
      „Na Vriska, hast du wieder einen Fahrer?“, fragt Eva. Natürlich kennt sie die Antwort und ich lächle nur. Rasch renne ich nach oben und schmeiße die Sachen in die Ecke. Blöde Uni, denke ich mir und krame nach einer frischen Reithose. In dem völlig überfüllten Wäschetrog werde ich fündig. Nochmal überdenke ich den Plan und renne die Treppen herunter.
      „Ich esse bei den Earles, bis nachher“, rufe ich ins Wohnzimmer und knalle die Haustür zu. Dann stürme ich zu Tyrell ins Auto und die Fahrt geht weiter.
      „Du kannst auch einen Gang runter schalten“, sagt Tyrell und blickt kurz zu mir, bevor er sich wieder auf den nicht vorhandenen Verkehr konzentriert.
      „So habe ich aber mehr Zeit euch zu helfen am Hof“, antworte ich.
      „Die fünf Minuten machen auch kein Unterschied“
      „Es sind eher zehn Minuten, ich renne zur S Bahn, durch die Uni, durchs Haus und zum Auto. Alles wertvolle Zeit und meine Ausdauer verbessert sich.“, antworte ich.
      „Streber“, erwidert Tyrell und wir fahren auf den Hof durch die Einfahrt. Auf der linken Seite stehen die Zuchtstuten. Bald platzen sie. Natürlich nur im Übertragenden Sinne. Plötzlich sehe ich etwas ungewöhnliches. Eine Pferdehänger, keinesfalls einer vom Hof, steht am Ponystall.
      „Was ist denn da los?“, frage ich geschockt.
      „Beruhig dich, wir bekommen nur einen neuen Einsteller, Max. Er bringt zwei Isistuten mit. Wenn du willst, kann ich dich vorstellen.“, erklärt Tyrell.
      Ich nicke aufgeregt und wir gehen zum Stall.
      „Bruce ist gerade Spazieren mit Ylfa. Die Beiden müssen noch warm werden miteinander.“, fügt er hinzu, als er meine suchenden Blick wahrnimmt.
      „Max, das ist Vriska. Auch Einstellerin, aber auch schon fast ein Familienmitglied“, sagt Tyrell und schiebt mich vor.
      „Hey“, begrüßt er mich und widmet sich wieder dem Pferdehänger.
      Tyrell verabschiedet sich und geht zurück ins Büro.

      Bruce
      Jeden Schritt vorausplanen, hat mein Trainer immer gesagt. Ylfa reagiert auf jeden knackenden Ast, als ob sie gleich sterben wird. „Ganz ruhig“, versuche ich sie durchgängig zu beruhigen. Mittlerweile ist sie mir nur noch lästig. Vielleicht kann Vriska mit helfen. Ich gucke auf meine Uhr und wende. Mittlerweile müsste sie am Hof sein. Sehr gut. Komischerweise folgt mir Ylfa nun Problemlos und der Weg zurück ist deutlich entspannter als vorher.
      Am Stall steht bereits der Hänger vom neuen Einsteller und Vriska daneben.
      „Direkt neue Kontakte knüpfen?“, frage ich schelmisch und überlege wohin mit dem Pferd.
      „Ich brauche deine Hilfe bei Ylfa, sie ist total furchtbar“, sage ich zu ihr und drücke ihr das Pony in die Hand. „Das ist jetzt dein Problem. Kannst du behalten“, sage ich leicht sauer und stampfe in den Stall. „Hat der dir gerade ein Pferd geschenkt?“, höre ich den neuen Vriska fragen. Die Antwort von Vriska kann ich nicht mehr wahrnehmen, im Stall muss ich mich erst mal Ablenken. Ylfa hat mich innerlich sehr aufgeregt, deshalb kann ich mich nicht einem anderen Pferd widmen. Ich schnappe mir die Schubkarre und fange an den Hengst-Paddock abäppeln.

      Vriska
      “Ich weiß es nicht”, sage ich zum Neuen. Ich stelle Ylfa kurz an den Anbinder und hole aus meinem Schrank die Gerte. Bruce ist schon auf dem Paddock und macht sauber.
      Ich schnappe mir wieder das Pferd und wir gehen zusammen auf dem Reitplatz. Zuerst möchte ich mir das Pferd angucken. Ylfa läuft unsicher über den Reitplatz und riecht am Boden. Es ist alles neu für sie, erst ein paar Wochen ist die Stute am Hof. Zumindest hat Bruce die Stute erst mal sich einleben lassen. Bisher kennt sie nicht viel. In Island sollte sie zur Schlachtung, niemand was mit ihr Anfangen konnte. Ihre Art ist jetzt schon schwierig, aber ich denke, dass sie kein Vertrauen hat im Menschen, obwohl sie schon 8 Jahre ist. Nach ungefähr 10 Minuten zeigt sie sich schon entspannter und ich gehe langsam auf sie zu. Ylfa guckt mich an und kommt noch einige Schritte auf mich zu. Ich lobe sie und gehe wieder zurück. Das wiederholen wir noch einige male, bis ich ihr den Strick anlege. Zusammen gehen wir wieder zurück. Erst dann bemerke ich, dass Max uns beobachtet hat.
      “Es ist toll, wie du mit dem Pferd arbeitest. Hast du Lust auszureiten?”, fragt er.
      “Ich bringe die Stute zurück auf die Weide und hole dann meinen Hengst”, antworte ich und gehe los.
      Capital freut sich mich zu sehen und kommt schon zum Tor gelaufen. Ich lobe ihn und lege das Halfter um. Am Anbinder steht bereits Max mit seiner Chimäre.
      “Wow, die ist ja toll”, bewundere ich die Stute.
      “Danke”, sagt er trocken und macht Blávör weiter.
      Am Hof steigen wir auf und reiten erstmal Richtung Wald. Meine Idee ist es, ihm die Trainingsbahn zu zeigen, sowas gibt es nicht oft. Besonders, dass man diese Betreten bzw Bereiten kann.
      “Was hat dich eigentlich hier her getrieben?”, frage ich interessiert.
      “Ich bin zu meinem Vater gezogen, weil ich keine Lust mehr auf mein Mom hatte. Durch Zufall habe ich Tyrell auf der Messe kennengelernt Anfang des Jahres und habe mich deshalb vor ein paar Wochen an ihn gewendet. Ich wollte meine Pferde nicht am anderen Ende Brandenburgs lassen. Hierher brauche ich zwar über eine halbe Stunde aber keine Stunde mehr. Zumal habe ich Möglichkeit auch mal Wochenende hier zu schlafen.”, erzählt er.
      “Und was machst du hier?”, fragt Max anschließend.
      “Meine Tante wohnt in Beerfelde und ich musste über die Sommerferien, weil meine Eltern eine neue Erziehnungsmethode versuchen wollte. Ursprünglich habe ich London gewohnt. Also alles eine lange Geschichte, aber jetzt wohne ich bei meiner Tante und studiere in Berlin.”, erzähle ich.
      “Auch schön”, sagt er nur.
      Ich trabe Capital an und Max tölt mit Blávör neben mir her. Die letzten Tage hat es viel geregnet und der Boden im Wald schön fest geworden.
      “Das ist unsere Trainingsbahn”, präsentiere ich ihm.
      “Und da dürfen alle rauf?”, fragt er überrascht.
      “Nicht direkt. Die Bahn ganz außen ist für die Galopper. Alle anderen können beritten werden. Manchmal muss man etwas aufpassen, weil hier auch Spaziergänger mit Hunden unterwegs sind.”, erzähle ich ihm.
      Wir reiten eine Runde und unterhalten uns noch ein bisschen. Capital ist total entspannt, obwohl wir mit einer Stute ausreiten sind. Blávör ist auch extrem ruhig.
      Am Hof angekomme, bringen wir die Pferde weg.

      Bruce
      “So, du wolltest also Unterricht haben?”, komme ich aus dem Stall und gehe zu dem Neuen. Er nickt
      “Ich bin Bruce”, grüße ich ihn.
      “Max”, antwortet dieser nur trocken.
      Skeptisch gucke ich und warte auf dem Reitplatz auf ihn.
      “Ist es für dich okay, wenn ich dein Pony erstmal reite? Ich möchte wissen, worauf ich mich einlasse.”
      “Klar, hier”, sagt Max und drückt mir die Stute in die Hand. “Ach ja, das ist Snotra.”, fügt er noch hinzu.
      Ich setze mich auf die Stute, nach dem ich die Steigbügel eingestellt habe. Etwas störrisch läuft sie voran und möchte nicht wirklich vorwärts. Etwas gebe ich ihr die Zügel und versuche Snotra mehr über den Sitz zu bremse, da sie ziemlich flott unterwegs ist.
      “Da hast du dir ja was angelacht”, sage ich zu ihm. Doch er ist gar nicht bei der Sache, sondern das Telefon ist viel Interessanter. Vor ihm halte ich mit Snotra an und sage: “Also, wenn dir deine Pferde egal sind, ist das deine Sache, aber ich sehe nicht ein, dass ich dich dabei noch unterstützte und mich um deine Pferde bereite. Schließlich mache ich das nicht umsonst.”, kläre ich ihm. Mit großen Augen guckt er mich an.
      “Tut mir leid, für mich ist das hier noch neu und bisher fühle ich mich noch unwohl zwischen so vielen Pferden und Leuten.”, entschuldigt er sich.
      “Was hälst du davon, dass wir morgen einen gemeinsamen Tag auf dem Hof machen? Abends grillen wir dann gemeinsam.”, schlage ich ihm vor. Er nickt und lächelt. Immerhin mal ein anderer Gesichtsausdruck.
      “Gut, dann machen wir jetzt mit deinem Pferd weiter und pack das Telefon weg.”, sage ich.
      Ich reite noch ein paar Runden Schritt und versuche dann Snotra an zu traben, doch auch das gefällt ihr nicht und sie fällt in den Tölt mit starker Trabverschiebung.
      “Also mit Snotra haben wir noch einiges zu tun. Als erstes setzt du dich jetzt auf dein Pferd und ich baue einen kleinen Parcour auf aus Stangen und Kegeln, dass wir sie etwas lockerer machen. Im Rücken spannt sie die ganze Zeit an, wenn sie etwas tun soll. Snotra ist komplett nervös und unsicher, was sie tun soll. Wir helfen ihr dabei jetzt. Das beste wäre auch, dass du mal mit Vriska sprichst, ob sie dir ein paar Übungen in der Bodenarbeit zeigt. Leider bin ich selber etwas beklemmt was das angeht und sie muss mir auch immer helfen.”, erzähle ich Max.
      “Ja können wir mache. Ich habe vorhin schon gesehen wie sie mit der Scheckstute gearbeitet hat. Ansich hat sie nicht viel gemacht aber es gab einen riesen Unterschied im Vergleich vom Anfang und Ende.”, antwortet er.
      Ich nicke ihm zustimmend zu und wir wechseln die Plätze. Auf dem Reitplatz lege ich drei Stangen auf den den zweiten Hufschlag an eine lange Seite und auf die andere Seite stelle ich drei Kegel auf. Neben diesen zwei Übungen muss Snotra sich auch darauf konzentrieren was Max will, das bedeutet häufiges stehen, rückwärtsrichten und Stand-Tölt Übergänge. Für den ersten Tag wollen wir es bei Schritt belassen und nur sehr wenig Tölt auf dem Zirkel, damit sie sich biegt.
      Als die dreiviertel Stunde vorbei ist, ist Snotra vollständig durchgeschwitzt und wir spritzen sie noch ein wenig an den Beinen mit dem Wasserschlauch ab. Aber auch da ist sie deutlich nervös und ich beruhige sie etwas. Dann war es das auch schon, auch sie kommt mit auf die Quarantäne Weide zu Blávör.
      “Schön das du jetzt hier bist”, verabschiede ich mich Max, den ich noch zum Auto begleite.
      “Soll ich dann morgen was mitbringen und wann soll ich hier sein?”, fragt er.
      “Ich schreibe dir nachher”, antworte ich und wir verabschieden uns.

      “Bruuuuuce”, ruft Vriska vom Stall aus. Ich jogge zu ihr.
      “Was ist los?”, frage ich überrascht.
      “Es ist jetzt schon spät und Tyrell hat mich ja gebracht. Somit müsste ich jetzt laufen…”, beginnt sie.
      “Ja warte, ich hole den Autoschlüssel. Ich fahre dich rasch rüber.”, sage ich zu ihr und laufe rüber zum Haus.
      Tyrell sitzt im Wohnzimmer und guckt fernsehen.
      “Wenn du Vriska immer abholst, kannst du sie auch nach Hause fahren.”, fauche ich ihn an.
      “Ich kann sie auch nach Hause fahren, aber du machst es ja immer”, sagt er entspannt.
      Ich knalle die Tür zu. Vriska steht schon mit den Sachen am Auto und wir steigen in meinen Corsa. Wir alle haben nur kleine Autos zum hin und her fahren, weil die großen Autos für die Hofarbeit sind, zudem müssen wir diese selber zahlen.
      “Wir wollen morgen Abend grillen und Tagsüber einen gemeinsamen Tag machen.”, fange ich an.
      “Ab 15 Uhr kann ich erst hier sein”, unterbricht Vriska mich.
      “Auch gut, wenn du willst, kannst du ja hier schlafen”, schlage ich vor.
      “Gern, dann rede ich zuhause mit Eva”, sage ich und steige aus. “Danke fürs fahren, bis morgen”
      “Bis morgen”, sage ich und fahre nach Hause.

      Als ich angekommen bin, setzen wir uns alle nochmal zusammen.
      “Ich habe vorgeschlagen, dass wir morgen Abend grillen. Max hat gesagt, dass es ihm schon am ersten Tag schwierig ist, obwohl es hier so schön sein kann.”, erzähle ich der Familie.
      “Das ist eine super Idee, morgen kommt auch Ilja wieder. Dann setzen wir uns Abends gemütlich ins Gemeinschaftshäuschen.”, sagt Papa.
      “Dann mache ich die Liste und gehe mit Tyrell morgen früh rasch einkaufen.”, erzähle ich.
      “Können wir machen. Und den anderen Beiden sagst du auch noch Bescheid”, sagt Tyrell.

      Freitag, ein Tag später...

      Vriska
      Freitag, der letzte Tag der Woche. Nur noch heute und dann sind für mich Ferien. Genauso wie gestern, sitze ich gelangweilt im Lesesaal und warte das die Zeit vorbei geht. Endlich klingelt es. Wie immer stürme ich raus, doch heute berührt mich jemand an der Schulter. Ich erschrecke mich und falle fast, doch dieselbe Person hält mich noch fest. Dann drehe ich mich um. Max steht in Zivil hinter mir.
      “Was machst du denn hier?”, frage ich überrascht.
      “Wahrscheinlich dasselbe wie du - studieren.”, sagt er lachend.
      “Wolltest du nicht heute den ganzen Tag am Hof sein?”, frage ich weiter.
      “Wollte ich, aber ich fahre jetzt direkt hin. Ich hatte vergessen, dass ich heute zwei Vorlesungen hatte. Doch ich hatte Bruce bescheid gesagt.”, erzählt er.
      “Soll ich dich mitnehmen? Ich bin mit Auto hier.”, fragt Max im Anschluss.
      “Sehr gern, aber ich muss vorher noch zu meiner Tante, meine ganzen Sachen holen.”
      “Kein Problem, sag mir dann rechtzeitig bescheid und wir fahren da noch hin”, antwortet er.
      Gemeinsam laufen wir raus zum Auto und die aus meinem Kurs schauen mich schockiert an. Als ob ich gerade mit jemand besonders unterwegs bin. Doch ich denke mir nichts weiter dabei und wir steigen ein.
      Die meiste Zeit schweige ich, weil ich nicht weiß was ich sagen soll. Im Gegensatz zu den Jungs hat er ein teures Auto, das aber nicht wirklich aufgeräumt ist.
      “Nächste Ecke müssen wir rechts und dann direkt links”, sage ich und zeige mit den Finger auf die Kreuzung. Er nickt und biegt ab.
      “Das weiße Haus da mit dem großen Vorgarten.”, erkläre ich und er hält an. Max macht das Auto aus und steigt mit aus.
      “Macht es dir was aus, wenn ich mitkomme? Müsste mal auf die Toilette”, sagt er und kommt mit. Vorher habe ich noch mit dem Kopf geschüttelt. Ich schließe die Tür auf.
      “Eva? Ich bin da und hab noch wen mitgebracht. Aber wir gehen auch gleich wieder.”, rufe ich ins Haus.
      “Ich bin in der Küche”, kommt die Antwort.
      “Er muss nur auf die Toilette und ich hole meine Sachen. Schlafe ja heute auf dem Hof”, erzähle ich ihr noch mal.
      “Aber sag bitte bescheid, wenn irgendwas ist. Ich möchte nicht wieder irgendwelche Überraschungen erleben.”, sagt sie.
      “Ja alles gut, wir gehen dann. Ich melde mich dann, vielleicht komme ich auch erst Sonntag wieder”, verabschiede ich mich.
      “Grüß’ Capi von mir”, sagt sie und winkt.
      Wir steigen wieder ins Auto und fahren noch rasch Einkaufen fürs Grillen am Abend. Am Hof angekomme, bringen wir alles in den Kühlschrank.

      “Da seit ihr ja”, begrüßt uns Bruce. “Freut ihr euch schon”, fragt er im Anschluss.
      “Na klar”, sage ich erfreut und Max nickt. Wie so oft.
      “Also was ist euer Plan heute?”, fragt Bruce.
      “Also ich würde gern erstmal Snotra mit Vriska, danach würde ich dir gern helfen”, sagt Max. Sowohl Bruce als auch sich überrascht. Wir beide nicken und beginnen.
      Max holt Snotra vom Paddock, auf der auch noch Blávör steht. Diese wiehert ein paar mal als ich ihre Freundin geht, aber schnell hat sie sich wieder im Griff und begibt sich wieder zum Heu. Ich beobachte dabei, wie er die Stute putzt und dann hole ich aus meinem Schrank die Gerte und mein Knoti mit dem langen Strick.
      “Das machen wir ihr um, keine Trense oder sonst was. Damit fühlen sich Pferde viel wohler”, erkläre ich ihm.
      “Wenn du das öfter machen willst, solltest du dir das für deine Pferde auch zu legen.”, füge ich noch hinzu. Zusammen gehen wir auf dem Reitplatz, aber nicht am Hof sondern den im Wald. Dort ist es viel ruhiger und etwas mehr Platz. Der Zaun dort ist zwar nicht hoch, aber durch die Hecke sind wir dort wie eingeschlossen und ein Tor gibt es auch.
      “Hast du deine Pferde schon mal longiert?”, frage ich und führe Snotra.
      “Schon, aber nicht oft, weil das anstrengend ist. Aber wenn ich mal weniger Zeit hatte, hatte ich die Pferde an der Longe oder in der Führanlage.”, erzählt er.
      Innerlich zerreißt es mich etwas.
      “Das macht man nicht. Nur reiten macht den Kopf verrückt.”, sage ich belehrend und er rollt mit den Augen.
      “Man muss sich mit dem Pferd beschäftigen, um es kennenzulernen und vertrauen auf zu bauen.”, füge ich noch hinzu. Er nickt und macht das Tor auf zum Viereck.
      “Hier willst du mit ihr arbeiten? Die rennt doch weg.”, sagt Max schockiert.
      “Nein, das wird schon”, sage ich und mache die Stute ab.
      “Du bleibst hinter der kleinen Umrandung. An der Seite sind Stühle.”, zeige ich ihm und setze mich in die Mitte des Vierecks. Nervös läuft Snotra im Viereck auf und ab. Ich lasse sie in Ruhe, bis sie auf mich zukommt. Schon nach kurzer Zeit steht sie vor mir und ich lobe sie. Dann gehe ich wieder weg. Snotra guckt mich fragend an und folgt mir dann. Ich schicke sie immer wieder weg, bis sie die Übung verstanden hat. Dann lege ich ihr den Strick und longiere sie. Immer mal wieder große und dann kleine Kreise. Wir wechseln öfter die Hand und gehen auch mal im Schritt enge Biegungen.
      “Jetzt du”, sage ich zu Max, der sich kurz erschreckt, als ich ihn anspreche.
      “Als erstes versuchen wir einfache Vertrauenssachen, die ich auch am Anfang gemacht habe. Also warten bis sie kommt und dann wegschicken. Immer mal wieder, bis sie auf dich achtet.”, erkläre ich und mache den Strick ab. Snotra guckt mir nach aber ich gehe außerhalb des Gebiets. Die Beiden machen sich für den Anfang super und wir gehen gemeinsam zurück zum Hof.
      “Willkommen zurück”, grüßt Bruce uns, der gerade auf dem Springplatz ist mit Krít.

      Bruce
      So schnell wie die Beiden am Hof ankamen, so schnell waren die Beiden auch wieder weg. Nach dem ich meine tägliche Arbeit erfolgreich beenden konnte, begann nun der richtige Teil - die Pferde. Wie so oft, schnappte ich mir als erstes mein Stütchen Krít. Sie ist der Beginn eines jeden schönen Reittag. Normalerweise reite ich schon vor der Arbeit einige Pferde aber heute ging das nicht, weil ich mit Tyrell für das Grillen einkaufen war.
      Neugierig schnuppert Krít am Halfter und ich lege es ihr wie gewohnt um. Gemeinsam gehen wir zum Anbinder, wo ich sie fertig mache für das Springtraining. Heute ist das Abschlusstraining mit Krít, da wir nächste Woche an einem A-Springen teilnehmen wollen. Im Voraus hatte ich bereits die Sprünge auf 95 cm und einige auf 105 cm eingestellt. Auch wenn für das Turnier lediglich zweifache Kombinationen vorgesehen sind, steht zusätzlich eine dreifache Kombi da. Schon als ich mit Krít den Platz betrete, steigt ihre Motivation. Lieber springt sie, als auf der Ovalbahn ihre Runden zu drehen. In der letzten Woche hatten wir einige Ferienkinder noch da aus einem anderen Bundesland. Mit denen hatten wir ein paar Sprünge auf dem Platz aufgebaut und alles so eingerichtet, dass Krít frei springen kann. Die Gute hatte 160 cm geschafft, mehr wollte ich nicht versuchen.
      Als erstes reite ich einige Runden Schritt um die Sprünge herum und mache erste Biegungsübungen, bevor wir in höheren Gängen weiter machen. Krít arbeitet fröhlich mit und auch die ersten Hüpferchen über die Cavalettis zieht sie schon sehr gut an. Langsam arbeiten wir uns an die hohen Sprünge an. Erst ein Kreuz, dann das Kreuz in der Kombination mit einem Rick auf 60 cm. Zufrieden lobe ich die Stute und wir wiederholen noch mehrfach die Kombination, bevor wir den ersten Oxer auf 95 cm springen. Doch auch da zeigt sich Krít von ihrer Lieblingsseite - Das Springpferd im Isländer. Keiner von uns weiß, woher das kommt und auch die Vorbesitzer wissen es nicht. Im Training haben diese nur bemerkt, dass sie sich immer besonders anstrengt, wenn es ums Springen oder ähnliches geht. Auch die dreifache Kombination aus Kreuz, Rick in 95 cm und Oxer 105 cm meistert sie mit bravour. Ich bin stolz auf die Schimmelstute. Am Ende reiten wir noch einen kleinen Parcour durch.
      Die beiden Wanderer kommen auch mit Snotra zurück und ich grüße sie. “Hat alles soweit geklappt”, frage ich. Vriska nickt und die Beiden gehen weiter. Kurzes Gespräch, denke ich mir. Ich reite Krít noch einen Moment ab, bevor wir auch zum Anbinder gehen. Als ich ankomme, sind Vriska und Max schon fertig und haben Snúra vom Paddock geholt. Ich stehe derweilen noch mit Krít da, die gerade noch Aufbaufutter bekommt, da sie zur Körung kommt. Mein Telefon klingt, es ist Collin, der fragt, ob neben Valeria noch der Rest der Truppe kommen kann. “Grundsätzlich ja, aber ich muss noch kurz Krít versorgen und dann rufe zurück. Damit jeder was mitbringt.”, antworte ich. Er stimmt zu und legt auf. Dann bringe ich die Stute weg und laufe ins Wohnhaus, da dort der Zettel liegt. “Also wir brauchen noch etwas Salat, Brot und ein paar Soßen. Sucht einfach aus, was euch schmeckt. Ich freue mich dann, wenn alles um 20 Uhr beginnt. Bis später”, rufe ich Collin zurück und lege auf. Dann gucke ich auf die Uhr, noch zwei Stunden. Die Stallarbeit habe ich komplett fertig und die Pferde sind auch versorgt. Nun ist die Frage, welches Pferd ich noch mache. “Tyrell?”, rufe ich, in der Hoffnung, dass er im Haus ist - Bingo! “Jaa”, brüllt es aus der oberen Etage. “Kann ich was mit Tesla machen?”, rufe ich die Treppe hoch.
      “Klar”, ruft er als Antwort zurück und ich laufe zum Großpferdestall in dem Tesla mit seiner Truppe steht.
      “Na Großer”, begrüße ich Tesla, der neugierig zu mir gelaufen kommt. Ich lege ihm das Halfter um und wir gehen in den Stall zu seiner Box, an der ich ihn anbinde und ausgiebig putze.

      Vriska
      “Also das Snúra, eine Zuchtanwärterin vom Hof. Zwischendurch darf ich sie reiten. Meistens arbeite ich aber vom Boden aus mit ihr”, erzähle ich Max, der mich und die Stute gespannt beobachtet. “Hast du eigentlich nichts besseres zu tun?”, frage ich, nach dem ich Snúra fertig geputzt habe. “An und für sich, nein. Blávör braucht erstmal eine Pause, da sie sich immer schwer tut auf neuen Höfen. Sie ist noch nicht lange in Deutschland. Vor circa einem Jahr habe ich sie aus Schweden abgeholt, wo sie auch erst seit wenigen Wochen aus Island war.”, erzählt er mir von seiner anderen Stute. Ich nicke nur und hole den Sattel inklusive Trense aus der Kammer. “Also ich gehe jetzt auf die Ovalbahn, kannst ja mitkommen”,biete ich ihn an, obwohl mir klar ist, dass er eh mit gekommen wäre. “Sehr gern”, entgegnet er mir und wir gehen los.
      In der Mitte gurte ich nochmal nach und beginne zunächst mit einigen Übungen vom Boden aus. Letzten Monat war ich mit Capital auf einem Seminar, in dem mir das Cavemore ans Herz gelegt wurde. Seitdem möchte ich es nicht mehr missen. Neben den Kopf senken und Führen in Stellung und Biegung, lasse ich sie Übertreten, Kruppe - und Schulterherein. Besonders in Kruppeherein ist Snúra noch sehr Unsicher und weicht immer aus. Doch nachdem sie mehrere Schritte hintereinander gemeistert hat, gebe ich nach und steige auf. Um sie noch etwas davon zu lockern, reite ich einige Runden Schritt. Noch immer steht Max gespannt am Zaun und schaut uns zu. Normalerweise arbeite ich lieber für mich, aber fände es auch unhöflich den Neuen weg zu schicken, nur weil ich mich beobachtet fühle. Also versuche ich ihn auszublenden. Da ich mich eh auf Snúra einstellen muss, klappt dies problemlos. Mit ihr Arbeiten macht sehr viel Spaß, da die Stute sich zu nichts zwingen lässt im übertragenen Sinne. Man muss an alles spielerisch heran gehen, damit wir unser Ziel erreichen, denn nur dann ist sie lernwillig und konzentriert. Deshalb ist es wichtig zwar eine Routine zu haben, aber diese nur durch die Übungen anders zu kombinieren. Gerne arbeitet sie am Schenkel mit viel Stellung, auch wenn es ihr schwerfällt. Dazu kommen die Stangen, über die sie viel gehen möchte, ob im Schritt oder Trab. Der Gedanke daran, dass Snúra sowie Vinkona auf der Zuchtweide landet, macht mich traurig, da ich gern mit ihr arbeite. Doch Torsten sagte bereits, wenn ich auf irgendwas Lust habe und die Stute es zulässt, kann ich sie auch mit Fohlen bei Fuß reiten und in der Trächtigkeit vom Boden aus arbeiten. Also dementsprechend bin ich gar nicht so sehr eingeschränkt. Die Frage ist, wie viele neue Pferde in der Zeit dazu kommen, um die ich mich dann noch mit kümmern kann. Deshalb - Weile mit Eile. Während ich mich an diesem Gedanken fest gefressen habe, bin ich die Stute angetrabt und bin auch auf dem Gras einige Bahnfiguren geritten. Primär reite ich auf dem Zirkel mit einigen Achten und Volten, weil das für steife Pferde die beste Möglichkeit ist, sich zu lockern. Da aber Snúra gar nicht so steif ist, wie man denken könnte, ist das eine Sache der Gewohnheit. Deshalb gehe ich zurück auf die Bahn und reite nun das militantische Außenherum. Es sieht nun mal immer so leicht aus, doch es ist gar nicht so leicht dem Pferd zu vermitteln, ey du, dein Tempo muss aber gleich bleiben, wenn ich das möchte. Deshalb ist dafür sehr viel Geschick nötig und auch können.
      “Reitest du schon lange?”, frage ich Max nach dem ich mit Snúra fertig bin und sie sehr erschöpft mit gelockert Sattelgurt neben mir herläuft. Die Zügel hängen locker auf ihrem Hals und sie läuft vertraut neben mir.
      “Meine Mutter war immer auf dem Pferdehof, als ich noch jünger war. Als ich dann beschloss auch mal reiten zu wollen, lebten wir uns langsam auseinander, trotz der Euphorie am Anfang. Vater hat mir im Laufe der ersten drei Jahre mein erstes Pferd gekauft und ab da gab es nur noch Streit”, erzählt er mir. Ich gucke ihn besorgt an. “Klingt ja nicht so schön”, versuche ich mitfühlend zu sagen, doch ehrlich gesagt, fühle ich gar nichts. Auch wenn ich mir das Leben ohne diesen Hof nicht mehr vorstellen kann, wünsche ich mir zwischendurch das Leben in England zurück. Hier auf'm Dorf oder in der Stadt auf der Uni habe ich keine Freunde. Nur die Jungs halt, aber mehr als Pferde haben die auch nicht im Kopf. Zumindest habe ich nie einen Grund gehabt mit denen über irgendwas anderes zu reden. Nur Tyrell erzählt zwischendurch was aus der Arbeit im Büro und über bevorstehende Projekte, die dann auch wieder den Hof betreffen.

      Bruce
      Meine Wahl fiel mal wieder auf den Springplatz, da auch Tesla darin talentiert ist. Zusammen begeben wir uns dorthin und ich versuche den Hengst erst einmal kennen zu lernen. Die Sprünge vom Training mit Krít stehen noch, diese habe ich nur etwas Tiefer eingestellt, da ich nicht weiß, wie weit Tesla ist. Wie auch mit dem Stütchen beginne ich alles mit einem einfachen Dressur Warm-Up. Besonders stellen liegt dem Hengst sehr. Nach einer Weile trabe ich ihn an und erhöhe die Aufmerksamkeitsspanne durch Tempounterschiede und Schritt-Stand Übergänge. Immer mehr konzentriert sich der Hengst auf mich und wir springen die ersten Kreuze, Oxer und zweifache Kombinationen.

      © Mohikanerin | 26929 Zeichen

    • Mohikanerin
      Gangreiten E zu A | 16. November 2018
      Blaer frá glæsileika eyjarinnar | Blávör | Glanni frá glæsileika eyjarinnar | Trú fra Frelsi | Skrýmir | Snotra | Eimyja | Maekja van Ghosts

      “Seid ihr soweit”, fragt Bruce, der Blaer am Zügel hält. Wir nickten und folgen ihm. Heute machen wir ein Gruppentraining auf der Ovalbahn. Max mit Blávör, Tyrell mit Glanni und ich mit Trú. Zuerst gurten wir nach und wärmen jeder allein die Pferde auf. Die Herausforderung ist, dass niemand den Anderen beim Reiten stört. Das ist der eigentliche Grund heute, zu dem möchte auch Tyrell sich etwas mehr mit dem Isländern befassen, da es immer mehr werden und wir gar nicht schaffen, alle regelmäßig zu beschäftigen.
      “Wie bereits gesprochen, einige von euch sitzen auf Isländern, die noch nicht richtig an den Tölt geführt wurden. Deshalb teilen wir uns in zwei Teams und machen einen kleinen Wettbewerb draus. Die Pferde sollten so schnell wie möglich Taktklar tölten, aber gleichzeitig nicht überfordert sein oder zu etwas gezwungen werden. Und vergesst nicht, jeder von uns hat zwei Pferde. Nun, viel Erfolg!”, erklärt Bruce noch einmal und wir finden uns zusammen. Ich arbeite mit Max und Bruce mit Tyrell. Wie auch sonst. Allerdings haben wir das Glück, dass Trú und Blávör und auch Snotra schon Tölt kennen, somit müssen wir nicht soviel vorarbeiten. Aber auch Bruce und Tyrell haben Glück mit Blaer und Glanni.
      Das heutige Training ist für beide Teams sehr erfolgreich. Der erste Ritt war kein Problem, doch mit Trú hatte ich schon ziemlich viel zu tun, da sie sich noch etwas schwer macht den Takt zuhalten und deshalb schneller wird. Maekja hingegen hat schon gute Ansätze gezeigt, obwohl sie die Einzige im Team ist, die nicht tölten kann bisher. Tyrell hat schon gute Ansätze mit Glanni gehabt aber mehr Probleme mit Eimyja gehabt, die erst seit einem halben Jahr unter dem Sattel ist. Bruce zeigte sich mit Skrý gar nicht so schlecht. Der große Hengst ist ziemlich motiviert und zeigte sich sehr schön unter dem Sattel.
      Die nächsten Tage arbeiten Max und ich mit Snotra, Blávör, Maekja und Trú vom Boden aus, um das Vertrauen noch etwas zu festigen und gehen am Abend mit den beiden schwierigeren Pferden (Snotra und Maekja) eine kleine Runde in den Wald.
      Bruce und Tyrell hingegen üben mehr auf der Ovalbahn und setzen viel auf das regelmäßige kurze Intensive Training mit Blaer, Glanni, Eimy und Skrý. Doch besonders Blaer scheint schon nach den paar Tagen überfordert zu sein. Also wir werden sehen wer besser durch kommt.
      Heute sind schon 10 Tage vorbei, seitdem wir angefangen haben mit den Pferden, deshalb haben wir entschieden die Pferde zu tauschen.Max arbeitet mit Maekja auf der Bahn und ich bin mit Snotra dort. Gegenseitig geben wir uns Tipps und versuchen unsere Techniken zu erweitern. Die beiden Pferde sind sehr unterschiedlich was sich auch im Training zeigt. Maekja reagiert besser und schneller, wenn man intensiv dran bleibt. Snotra hingegen braucht viele Ruhephasen und eine Art Abstand um mehr Potential zu zeigen. Auch wenn Trú sich anfang unter mir schwierig gezeigt hat, kommt Max mit ihr deutlich besser klar. Für mich sind die ständigen Diskussionen ein Problem und meine Konzentration schwindet. Da Blávör eine ganz tolle gehorsame Stute ist, muss ich nicht viel machen. Schon auf die kleinen Hilfen reagiert sie. Heute können die beiden “Neu” Tölter schon mehr als eine Runde den Tölt taktklar halten. Morgen haben alle Vier eine Pause, da wir auch für die Uni noch lernen müssen.
      Blaer hat heute Pause, da er nicht von der Weide wollte, als er Bruce sah. Deshalb gibt er Tyrell unterricht auf Eimy, die auch schon wunderbar töltet. Die junge Stute ist sehr motiviert und möchte dem Reiter gefallen. Zu dem scheint Tyrell auch die richtige Hand für sie zu haben.
      Die Tage verlaufen sogut wie immer gleich, nach der Schule arbeiten Max und ich mit den Pferden und immer mehr Talent zeigt sich in beiden. Bruce und Tyrell hingegen zeigen sich immer mehr Probleme. Blaer weigert sich die Ovalbahn zu betreten, Glanni ist lahm, Skrýmir beisst um sich nur Eimyja arbeit noch freundlich mit. Also versuchen sie mit denen Drei zu arbeiten, damit es besser wird, allerdings würde ihnen eine Pause gut tun.

      Prüfung. Aufgeregt stehen wir zu viert auf der Ovalbahn. Torsten kontrolliert heute wie weit die Pferde sind und ob sie in die nächste Leistungsklasse können. Es ist einfache Viergangprüfung auf der schlechten Hand. Bruce und Blaer sind heute besser drauf. Der junge Hengst zeigt eine keine starke Vorderhandbewegung, doch sein Takt ist umso besser. Tyrell mit Glanni sind mit auch viel Takt ausgestattet, aber auch eine sehr gute Vorderhand. Blávör ist motiviert und fröhlich wie immer. Von beiden ist was da, Bewegung und Takt. Die Stute läuft wie eine Nähmaschiene. Und dann noch ich mit Trú, die etwas holprig Unterwegs ist, aber das beste gibt.
      In der zweiten Runde sind Skrýmir, Snotra, Maekja und Eimyja dabei. Auch die Vier sind gut vorbereitet, auch wenn wir die Beiden von mir und Max besser drauf sind.

      “Super gemacht”, lobt Torsten uns.
      “Aber ich muss sagen, da ich auch den Verlauf beobachtet habe, dass Max und Vriska bessere Arbeit geleistet haben. Die vier Pferde sind motivierter und wirken somit viel befreiter als die anderen. Also Jungs, schneidet euch eine Scheibe von den beiden ab.”, fügt er hinzu und geht.

      © Mohikanerin | 5170 Zeichen

    • Mohikanerin
      Frühlingsbeginn | 22. Februar 2019
      Willa | Vinkona frá Sólin | Totbringer | River's Fjörgyn | Krít | Kempa | Aqua
      Kvest Halsnaes | Hnakki van Ghosts | Capital | Blossi | Alvari
      Þögn | Snúra | Saints Row | Aska | Ylfa | Trú fra Frelsi | Snotra | Maekja van Ghosts | Eimyja | Blávör
      Wild Reflex | Yuva | Topa’s Comtesse | Tamana | Snuff | Mademoiselle | Layers of Fear | Kisshimbye | Jule | Friede sei mit dir | Atom Bomb
      Voodoozirkus | Litfari | Blaer frá glæsileika eyjarinnar | Skrýmir | Glanni frá glæsileika eyjarinnar
      Tesla | Ryuk | Ruvik | Party in the Clouds | Overo | Gnani | Flic Flac’s Milano | Amjad Amir | Almost Illegal | Absolutely Right
      Tvífarí van Frelsi | Skjanni vom Helstorf Moor | Nautilus | Lu'lu'a | Hawking von Atomic
      St. Pauli’s Amnesia | Songbird | Milska | Feuergeist di Royal Peerage


      Der Frühling beginnt schon langsam und das Ende Februar. An den Bäumen sind die ersten Knospen und Krokusse habe ich auch schon am Weidezaun erblicken können.
      Die erste Kontrolle ist bei den Stuten draussen auf den Weiden: Willa, Vinkona, Tot, Fjörgyn, Krít, Kempa und Aqua. Die sieben Stuten haben schon kleine Frühlingsgefühle und freuen sich über meinen Besuch. Aufgeregt kommen sie angetrabt, teilweise auch im Galopp, und schnauben mich begrüßend an. Als sie merken, dass ich keine Leckerlis habe, rennen sie wieder weiter und scheinen alle sehr gesund. Ich werfe noch einige Möhren auf die Koppel und dann geht es weiter.
      Da die Paddocks gerade renoviert werde und die Hengste aktuell nicht auf die Weide können, stehen sie noch in der Box. Erst nach her ist der übergangs Paddock fertig. Kvest, Hnakki, Capital, Blossi und Alvari stehen im Stall und suchen im Stroh nach Ähren. Ich fülle bei allen das Heu noch mal auf und verlasse den Stall wieder. Nachher werde ich noch Helfen sie auf die Paddocks zu bringen.
      Der nächste Besuch ist auf dem ersten Stuten Paddock. Dort stehen Ylfa, Snotra, Eimyja, Blávör und Aska. Die fünf Stuten sind eher rangniedrig und konnten sich in der anderen Herde nicht durchsetzen. Jetzt zusammen vertragen sie sich prächtig. Ich hole eine Schubkarre Pferdeäppel und fülle das Heu auf. Im Anschluss öffne ich die Weide und die Stuten dürfen für einige Stunden raus. Die Männer haben die anderen Stute von der Weide geholt und gehe zu ihnen auf den Paddock.
      Thögn, Snúra, Saint, Maekja und Trú schlendern langsam zum Tor, als ich mit der Schubkarre komme. Natürlich wissen sie, was jetzt kommt. Auch hier hole ich eine Schubkarre herunter und fülle das Heu nach. Mit einigen Rangeleien werden sie sich der Reihenfolge an den Heuraufen klar und fangen an zu knabbern.
      Dann sind die Männer auch schon bei den Großen Pferden und machen ebenfalls sauber. Wie immer komme ich dazu und helfe. Als wir fertig sind gucken wir uns alle die Tiere noch einmal an. Reflex, Yuva, Comtesse, Tamana, Snuff, Mademoiselle, Fear, Kiss, Jule (die neu in der Truppe ist), Friede sei mit mir und Bomb. Natürlich stehen die beiden Shettys nicht bei den großen, aber trotzdem geniessen sie den Besuch! Allen geht es gut und wir gehen zu den Hengsten.
      Die Isländer Hengste sind alle soweit für die Körung und wir gehen mit den Pferden noch mal die Prüfung durch und stimmen die Kleinigkeiten ab. Voodoo, Litfari sind als erstes dran, danach folgen Blaer, Glanni und Skrýmir. Die drei sind nämlich noch nicht so weit. Besonders Glanni ist noch ziemlich vorsichtig und unsicher unter dem Sattel.
      Auch die Großen bekommen noch etwas Aufmerksamkeit. Ich hole Milano und Ryuk von dem Paddock und longiere sie im Round Pen. Tesla und Gnani sind im Moment erkältet und stehen deshalb in Quarantäne. Ruvik steht wie immer in der Box und möchte mit keinem Menschen etwas zu tun haben, obwohl ich mit ihm schon ein Stückchen weiter gekommen bin und die Box betreten kann, ohne das er mich angreift. Overo, Illegal, Right, Party und Amir stehen auf den Weiden. Die beiden Welsh Ponys spielen, hingegen die anderen den Kopf ins Gras stecken, auch wenn es nicht mehr viel gibt.
      Das gemeinsame Mittagessen haben wir beendet und es geht wieder an die Arbeit. Wir fahren noch zu den Jungpferden. Als erstes zu den Jungs. Tri und Nautilus sind mittlerweile ziemlich alt und könnten schon zum Hof, um ein Reitpferd zu werden. Leidere fehlt uns allen noch die Zeit, Jungpferde einzureiten. Deshalb dürfen sie noch weiter Pferd sein. Skjanni, Lu und Hawking sind noch nicht so weit, aber wachsen wohl auf. Allen Pferden geht es gut und wir fahren weiter zur Stutenweide.
      Schon als sie das Auto hören, kommen Amnesia, Bird, Milska und Feuergeist zum Zaun. Auch hier sind drei Pferde bei, die eigentlich unter den Sattel gehören. Ein weiterer wichtiger Grund ist, dass die Truppe so bleibt, ist Feuergeist. Sie hätte keinen Anschluss mehr und scheint sich auch nur mit den drei zu verstehen. Wir hatten sie bereits in einer Jungstutengruppe bei Freunden, aber dort fühlte sie sich nicht wohl und kam nicht ans Futter. Hoffentlich kommen bald neue Fohlen, damit die aktuelle Generation sich weiter entwickeln kann.
      Der Abend ist angerückt und nach einem derart erfolgreichen Tag fällt es mir nicht schwer schnell einzuschlafen.

      © Mohikanerin | 4317 Zeichen
    • Mohikanerin
      Zu Besuch auf Atomics Valley | 1. September 2019
      Hnakki van Ghosts | Capital | Blossi | Saints Row | Alvari | Willa | Vinkona frá Sólin | Totbringer | River's Fjörgyn | Kvest Halsnaes | Krít | Kempa | Aqua | Þögn | Wild Reflex | Voodoozirkus | Snúra | Litfari | Blaer frá glaesileika eyjarinnar | St Pauli's Amnesia | Songbird | Nautilus | Milska | Lu'lu'a | Hawking von Atomic | Feuergeist di Royal Peerage | Aska | Yuva | Ylfa | Tesla | Tamana | Snotra | Ruvik | Overo | Maekja van Ghosts | Kissimbye | Jule | Gnani | Glanni frá glaesileika eyjrarinnar | Friede sei mit dir | Blávör | Almost illegal | Absolutely Right


      Da demnächst ein Hengst der Familie Earle meine Stute Drafna decken sollte, machte ich mich auf den Weg nach Atomics Valley, denn ich wollte mir die in Frage kommenden Hengste in Natur ansehen. Auf dem Hof angekommen wurde ich begrüßt, da aber niemand Zeit hatte mich herum zu führen durfte ich alleine den Hof erkunden. Zuerst beobachtete ich wie einige Pferde, unter anderem auch die Hengste für die ich mich interessiere für die Arbeit vorbereitet wurden. Im Umgang schienen sie absolut problemlos zu sein. Hnakki van Ghosts, Capital, Blossi, Saints Row und Alvari wurden nun geritten. Für die gekörten Hengste ging es auf die Ovalbahn oder auf den Platz für Dressurliche Arbeit. Ich ließ die Mitarbeiter in Ruhe warmreiten und besuchte währenddessen Willa, Vinkona frá Sólin, Totbringer, River's Fjörgyn, Kvest Halsnaes, Krít, Kempa, Aqua, Þögn, Wild Reflex, Voodoozirkus, Snúra, Litfari, Blaer frá glaesileika eyjarinnar, St Pauli's Amnesia, Songbird, Nautilus, Milska, Lu'lu'a, Hawking von Atomic, Feuergeist di Royal Peerage, Aska, Yuva, Ylfa, Tesla, Tamana, Snotra, Ruvik, Overo, Maekja van Ghosts, Kissimbye, Jule, Gnani, Glanni frá glaesileika eyjrarinnar, Friede sei mit dir, Blávör, Almost illegal und Absolutely Right auf ihren Weiden. Sie waren logischerweise nach Geschlechtern getrennt, aber auch nach Aufgabenbereich. Die Stuten und Hengste die auf die Körung vorbereitet wurden standen in ihren großen und lichtdurchfluteten Boxen, die Stuten die bereits gekört waren standen teilweise mit Fohlen bei Fuß oder ziemlich dickem Bauch auf den umliegenden Wiesen. Alle Pferde waren in einem tadellosen Zustand, also machte ich mich wieder auf den Weg zu den Hengsten um mir dort ein weiteres Bild von ihnen zu machen.
      Am Ende des Tages schwankte meine Entscheidung zwischen Hnakki van Ghosts und Capital, die Gestütsleitung half mir bei der Entscheidung und sie fiel auf Hnakki, er würde also der Vater des ersten Fohlens von meiner Drafna werden.

      © AliciaFarina | 1992 Zeichen
    • Mohikanerin
      Gangreiten A zu L | 23. Dezember 2019
      Baldintáta | Snúra | Snotra | Blávör

      Bruce
      “In ungefähr 20 Minuten werde ich am Hof sein”, ruft mit Alicia an, die auf dem Weg zu uns ist um Táta zum Beritt zu bringen. In letzter Zeit lief es leider eher schlecht als recht und deswegen soll mal jemand anderes drüber gucken. Ich habe da auch schon eine Idee, bevor sie wieder nach Hause fährt, bekommt sie eine Stunde auf Snúra.
      “Danke, dass du uns hilfst. Irgendwie läuft es nicht mehr so gut mit uns beiden. Táta bockt herum und ihr Tölt ist sehr trabig geworden, obwohl sie ein Naturtölter ist. Das wundert mich.”, bedankt sich Alicia schon im Voraus.
      “Das wird schon.”, antworte ich. Zusammen bringen wir ihre Stute auf den Paddock und räumen die Sachen in den Stall. Für Berittpferde haben wir einen kleinen eigenen Stall eingerichtet, um mögliche Gefahren aus dem Weg zu gehen.
      “Also ich dachte mir, bevor du gehst, gebe ich dir noch eine Reitstunde auf Snúra. Sie kann auch ziemlich speziell sein.”, schlage ich Alicia vor.
      “Oh, sehr gern. Reitsachen habe ich ja eh schon an, aber einen Helm habe ich nicht bei”, antwortet sie.
      “Das ist kein Problem, wir haben einige hier. Komm mit”, sage ich ihr und wir gehen gemeinsam in den Aufenthaltsraum. Sie sucht sich einen aus der passt und gemeinsam gehen wir Snúra holen, die bei den anderen Stuten auf dem Paddock steht.
      Nach dem sie sauber und gesattelt ist, gehen wir zur Ovalbahn, die vor ein paar Tagen neuen Belag bekommen hat. Ich war noch nicht drauf seit dem es wieder schön auf der Bahn ist.
      “Also kurz noch was zu Snúra. Am Anfang testet sie gern und kann auch etwas gemein sein, aber wenn du dich durchsetzt, funktioniert es wunderbar.”, erkläre ich Alicia. Sie nickt und die Stunde beginnt. Am Anfang muss natürlich Snúra erst mal aufwärmen. Dafür beginnt es wie immer mit einigen Runden Schritt und einfache Lektionen zum Biegen und Stellen.
      “Bei Snúra ist es wichtig, dass du dich richtig tief in den Sattel setzt. Den Schwerpunkt eher zu weit hinten als zu weit vorn. Sonst fällt sie dir aus dem Gleichgewicht und wird zu schnell”, rufe ich Alicia zu, die es sich schwer macht Snúra zu bremsen. Nach meinem Tipp wird es dann schon deutlich besser.
      “Bevor wir tölten, ist es für sie besser, erst mal ruhig zu traben. Danach ist sie entspannter und der Druck ist weg.” Alicia trabt Snúra an, erst nur auf Zirkel und später auch auf der ganzen Bahn.
      Nach dem Unterricht reflektieren wir das geschehene, am Anfang hat sich Alicia noch schwer getan, dann wurde es besser. Als sie dann lockerer wurde, war auch die Stute nicht mehr verkrampft. Der Tölt hat gut geklappt und dann haben wir aufgehört.
      Táta lasse ich für heute noch in Ruhe und Alicia hat sich auch auf den Heimweg gemacht.
      Jetzt stehen noch Blávör und Snotra auf dem Plan. Deswegen warten schon Vriska und Max auf mich. Ich musste gerade noch etwas essen. Die beiden Stuten sind auch schon gesattelt und wir gehen ebenfalls auf die Ovalbahn. Nach dem Warmreiten arbeiten wir zunächst am Trab. Die Stuten tuen sich als Naturtölter schwer und genau deswegen müssen wir das Problem lösen. Auch, wenn die aktuellen Turniere okay sind, müssen die Stuten besser und taktvoller werden.

      Der nächste Tag bricht an und das ziemlich früh. Genervt, durch eindeutig zu wenig Schlaf, gucke ich zu meinem Wecker, der sicher schon alle geweckt hat. Es ist 6:30 Uhr, weil ich heute Stalldienst habe. Zum Glück fahre ich den Trecker.
      Geschafft. Die Pferde können nun wieder sauber auf den Paddocks stehen. Zusätzlich haben Wasserablauffurchen am Rand gezogen, damit das Wasser ablaufen kann. Vor einigen Wochen hat es geschneit, doch die Temperaturen sind wieder gestiegen und alles ist nass. Dann kommt noch dazu, dass es wieder sehr kalt werden soll und dann alles gefriert. Das würde nicht gut Enden. Kurz muss ich an die ganze Klimadebatte gedenken, doch bin schnell wieder woanders, gedanklich. Balditáta ist nämlich an der Reihe. Sie ist aus der Zucht von Eva, damals, und wir haben ihre übrig gebliebenen Pferde übernommen, als Beispiel Hnakki. Den wir allerdings demnächst verkaufen werden, doch auch mit dem Gedanken bin vom Thema abgestiegen. Neugierig begrüßt mich die Rappstute, die offenbar schon sehnlich auf mich gewartet hat. Ich lege ihr das Halfter an und wir gehen in die Stallgasse, um sie vom Schmutz zu befreien. Bevor ich am Tölt arbeite, wo offenbar aktuell ihre Schwäche liegt, möchte ich natürlich herausfinden, wieso ein Naturtölter Probleme in seiner Lieblingsgangart hat. Dafür gehen wir in die Reithalle. Ich lege ihr ihren Sattel auf und merke jetzt schon ein kleinen Fehler. Der Schwerpunkt von diesem liegt nicht so, dass es wirklich förderlich für Táta ist. Trotzdem werde ich diesen heute mal verwenden und morgen meinen, um zuschauen, ob es einen Unterschied gibt.
      Im Schritt läuft sie hektisch nach vorn und fällt wie zu sehr auf die Hinterhand. Mit etwas mehr Zügel und einer stärkeren Verlagerung nach hinten, biete ich ihr an, mehr die Hinterhand zu aktivieren. Schon nach einigen Runden tritt eine deutliche Verbesserung ein. Auch mit ihr mache ich Biegungsarbeit und besonders Rückwärtsrichten. Die Stute scheint probleme mit der Durchlässigkeit zu haben und möchte dem Zügel entfliehen. Also werde ich morgen auch mal ein anderes Gebiss ausprobieren. Aus der eigenen Produktion haben wir die neue anatomisch geformte Gebisse da, die besonders geeignet für sensible Pferde sind, weil sie durch das Titanium eine konstante Verbindung zwischen Reiterhand und Maul des Pferdes aufbauen. Um es Táta einfacher zu machen, hänge ich meine Zügel im Ring des Reithalfters ein. Der Druck vom Gebiss wird somit verteilt und ist auch konstanter weich. Auch hier zeigt sich eine deutliche Verbesserung. Unter diesen Umständen arbeite ich ich mit der Stute in der Halle die meiste Zeit im Schritt und Galopp, weder der Trab noch der Tölt sind ein Problem. Alle ihre kleinen Haken liegen im generellen und nicht am Tölt an sich. Nur dort zeigt es sich am deutlichsten, dass sie zu gestresst ist und deswegen kein Gleichgewicht hat. Natürlich habe ich mir auch den Tölt angeschaut und er zeigt deutlich das, was ich vorher festgestellt habe und was Alicia mit erzählt hat. Die ersten Schritt sind taktklar und rein, nach wenigen Metern scheint es, als würde sie nach vorn kippen und trabig werden, deswegen bevorzugt sie momentan den Trab.
      Zum Ende wartet eine Kraftfutter Schüssel auf die, die wir ebenfalls selbst Produzieren auf unseren Feldern. Es ist also eine heimische Mischung unter guten Umständen.
      Snúra hat heute Pause, deswegen wartet nun wieder Max auf mich. Wir wollen heute nur mit Blávör arbeiten, da Snotra gestern deutlich besser drauf war. Momentan macht er mit ihr viele Distanzritte auf Zeit und durfte schon mehrfach das Treppchen betreten. Blá scheint auch motiviert dafür zu sein, aber bei ihr zeigen sich keine deutlichen Verbesserungen. Auch wir gehen gleich in die Reithalle, um den Augenmerk mehr auf den Trab zu legen. Dort sind die Bedingungen besser und etwas Dressur wird ihr nicht schaden. Im Training mit anderen Pferden ist es mir immer wichtig, den Reiter und das Pferd zu betrachten, weil das Pferd weiß meistens wie es seine Beine zu bewegen hat. Nur dem Reiter fehlt es an der Interpretation, was das Pferd vorhat. Deswegen, wenn die Möglichkeit da ist, baue ich in den Beritt viele Reitunterrichtseinheiten ein, da das Paar miteinander auskommen muss und ich nicht ich mit dem Pferd.
      Für Blávör stellt sich heraus, dass der Trab schöner und einfacher für sie ist in der Biegung, weswegen wir heute mehr Seitengänge zusammen erarbeiten, weil Max da seine Probleme hat und nicht so recht weiß, wie er das anstellen soll. Mithilfe meiner Anweisungen und Tipps gelingt es ihm eine Bahnlänge mit Schenkelweichen zu reiten und ich bin sehr zufrieden mit den Beiden.
      Den restlichen Tag konzentriere ich mich auf meine Pferde, die für die Turniere und Zuchtprüfungen auf den Plan stehen.

      Die nächsten zwei Wochen verfliegen wie im Fluge. Mit Táta habe ich angefangen mit meinem Sattel und einen anderen Gebiss zu arbeiten, wodurch ihr schon sehr geholfen ist. Der Takt im Tölt ist besser geworden und durch viel Schrittarbeit, aber auch Galopp fällt es ihr immer leichter auf die Hinterhand zu fallen. Auch mit Alicia habe ich bereits telefoniert und ihr von den Verbesserung erzählt. Sie freut sich, dass die Probleme in so kurzer Zeit schon besser geworden sind.
      Mit Snotra haben wir auch einige Übungen gemacht, um den Trab zu fördern aber bei ihr ist das wichtigste den Trab zu reiten, reiten und noch mehr zu reiten. Natürlich achten wir auch darauf, dass der Tölt konstant bleibt, um nicht die nächste Schwachstelle entstehen zu lassen.
      Blávör zeigt sehr viel Interesse und Spaß an der Arbeit in der Dressur und zusammen mit ihrem Besitzer haben wir geübt, das zu fördern. Auch ich habe nun schon einige male allein mit der Stute gearbeitet. Je mehr wir am Schenkel arbeiten, umso mehr bietet sie eine guten Trab an. Auch ihre natürliche Schiefe können wir mit Seitengängen ausgleichen. Zusammen mit Snotra ist Max auf das nächste Distanzturnier gefahren.
      Und Snúra, mit ihr arbeite ich gerade am Rennpass. Ihr Tölt ist taktklar und sehr natürlich von der Bewegungsfreiheit der Vorderhand. Auch der Trab ist wunderbar. Also können wir nun den Pass erarbeiten, um auf dem Turnier eine Fünfgang oder Speedpass zu reiten, da sie sehr viel Tempo mitbringt.

      Alicia kommt heute ihr Pferd abholen, es schon nun 5 Wochen vergangen in denen ich konstant mit Balditáta gearbeitet habe und zumindest mit mir als Reiter bietet sie wieder einen Taktklaren Tölt an und auch ihr Stress ist so gut wie weg.
      “Bevor wir auf die Bahn gehen, wollte ich noch fragen, was ich mit dem Sattel nun tue. Den habe ich schließlich auch für meinen anderen Isländern.”, fragt Alicia.
      “Am einfachsten wäre es, dass du einen Sattler holst und mal gucken lässt, ob bei den anderen wirklich dieser Sattel passt. Du kannst dann ja noch mal anrufen. Ich habe noch einige diese Sättel hier und dann können wir über das finanzielle Sprechen.”, sage ich und lache kurz. Klar, ich kann auch nicht alles Verschenken, aber ich versuche so viel zusammen abzukassieren, wie möglich, damit die Kunden sich nicht so ausgeraubt fühlen.
      “Bei dem Gebiss dachte ich mir, dass ich dir das mit gebe”, füge ich hinzu. Alicia freut sich und macht ihr Pony fertig.
      Auf der Ovalbahn erzähle ich ihr, wie ich am Anfang mit der Stute gearbeitet habe.
      “Nicht so an dem Zügel klammern. Táta kann sich selbst halten. Mit dem Gebiss hast du mehr Gefühl in der Hand, weil die Ringe größer sind und die anatomische Form im Maul fördert es die Aktivität im Maul.”, erkläre ich ihr und sie lässt ihr mehr Freiraum. Sie schnaubt zufrieden ab. Bevor wir mit dem Tölt anfangen, muss sie sich mit Balditáta gut darauf vorbereiten. Selbst, wenn sie viel davon anbietet, muss die Stute vorbereitet werden. Da sie schnell auf die Vorderhand gibt und noch nicht genug Muskulatur aufgebaut hat. Dafür war die Zeit zu kurz. Also muss Alicia auch alleine daran weiter arbeiten.
      Zufrieden bringen wir sie zum Stall und bevor es in den Hänger geht, darf sie noch auf dem Paddock entspannen. Mit Alicia unterhalte ich mich noch ein wenig im Aufenthaltsraum. Dann räumen wir gemeinsam das Zeug in den Hänger und das Auto.

      Táta ist nun wieder auf dem Heimweg und schnappe mir Snúra, die offenbar schon geduldig auf mich gewartet hat. Ich sattle sie und wir gehen auf die Ovalbahn. Das Wetter fängt zwar an umzuschlagen, aber ich versuche es trotzdem erst mal. Unter der Bahn haben wir Warmwasserleitungen verlegen lassen, wie in Island, eine Art Fußbodenheizung, um auch bei kalten Temperaturen eine freie Bahn zu haben, im wahrsten Sinne des Wortes.
      Wie gewohnt reite ich die Stute warm und achte darauf, dass ich sie nicht zu stark belaste, um noch genügend Power für den Rennpass zu haben. Für Snúra ist einfacher aus dem Tölt in den Pass zu wechseln. Ihr Galopp hat zu viel Power und ist teilweise etwas unkontrolliert.
      Nach der Einheit bin sehr zufrieden und werde auf dem nächsten Turnier die erste Fünfgang mit ihr reiten.

      © Mohikanerin | 12062 Zeichen

    • Mohikanerin
      2019 - Ein Jahresüberblick | 29. Februar 2020
      Wynja von Atomic | Vösk von Atomic | Kría von Atomic | Bjama von Atomic | Teigur von Atomic | Halldór von Atomic | Ávaldi von Atomic
      Hawking von Atomic | Feuergeist di Royal Peerage | Nautilus | St.Pauli's Amnesia | Milska | Lu’lu’a
      Glanni frá glæsileika eyjarinnar | Litfari | Tesla | Almost Illegal | Overo | Ruvik | Voodoozirkus
      Mademoiselle | Songbird | Ryuk | Flic Flac's Milano | Friede sei mit dir
      Wild Reflex | Willa | Krít | Kempa | Blávör | Snotra | Otra | Fönn | Saints Row | Snúra | Þögn | Ylfa


      Bruce
      Das Jahr begann tragisch, sehr tragisch. Vater verstarb in Folge eines Herzinfarktes im Krankenhaus, zu dem Zeitpunkt fing der Hof bereits an rote Zahlen zu schreiben. Also mussten wir anfangen Lösungen zu finden und konnten nicht sehr lange trauern. Deswegen sind viele Pferde gegangen und wir haben das erste Land verkauft, um wieder etwas Guthaben zu haben. Doch auch das half nur für einige Zeit, da auch mein Dasein als Trainer schrumpfte. Immer mehr Aufgaben mussten auf dem Hof übernommen werden und das Geld fehlte für die Angestellten, weswegen wir nur noch zwei bei uns behalten konnten. Fünf Leute zu beschäftigen war nicht mehr möglich. Doch auch einiges Gutes ist passiert. Die Fohlen haben gute Noten bei der Beurteilung bekommen und für einige von ihnen, gibt es bereits Interessenten. Snót und Blávör haben sich verbessert. Sie sind entspannter geworden und auch unter anderen Reitern besser unter Kontrolle. Besonders im Distanzreiten sind die Beiden begabt, was einen guten Ausgleich bildet zur Ovalbahn. Auch Willa, Krít und Kempa befinden sich im Training und sollen demnächst wieder auf dem Turnier mitlaufen. Die drei Stuten genießen es wieder mehr Kontakt zum Menschen zu haben. Ihre Fohlen sind tolle Pferde und ich bin gespannt was aus ihnen wird.
      Nachdem unsere Lage sich ein wenig verbesserte hatte, kam der nächste Schlag. Im Wald, der direkt an das Atomics Valley grenzt, brach ein verheerender Waldbrand aus. Das Feuer loderte Wochen lang. Auch wenn wir rechtzeitig uns und die Pferde evakuieren, konnte der Hof nicht gerettet werden. 95% sind abgebrannt, kein Gebäude steht mehr. Die Versicherungssumme war zwar ziemlich hoch, doch es kamen noch mehr Kosten auf uns zu, mit denen wir nicht rechnen konnten. Einige Paddocks hatten wir errichtet, um die Pferde wieder zu uns stelle zu können, doch die Angst der Tiere durch die den Abgebrannten Geruch war deutlich zu spüren. Wieder mussten wir überlegen welches Pferd bleiben kann und welches nicht. Diesmal war es sogar noch schwieriger. Vriska hat Ylfa gekauft und sie möchte bei uns bleiben um uns zu helfen. Nach langer Überlegung haben wir auch ihr Ruvik angeboten und sie hat zugesagt. Unsere beiden Problempferde hätten wir sonst an sonst niemanden verkaufen können. Sie hat schon oft mit den beiden Pferden gearbeitet und die Drei passen gut zueinander.
      Dann kam die Idee des Umzugs auf und wir bekamen ein gutes Angebot in Schweden. Dort gab es ein Ausschreiben für ein 120 ha großes Land, das bewirtschaftet werden soll und einen kulturellen Nutzen bekommen. Also bewarben wir uns mit dem Konzept, dass wir mit unseren langjährigen Freunden und Nachbarn erarbeitet hatten: Ein Akademisches Reitzentrum. Wir wollen Reitunterricht anbieten, Beritt machen und verschiedene Events veranstalten. Es war schon immer mein Traum auszuwandern und diesmal ist die Möglichkeit zum greifen Nah. Wir mussten nun nur noch auf die Entscheidung des Landes warten. Diese würden uns auch dabei unterstützen, den Umzug zu organisieren.

      Collin
      Im Gegensatz zu unseren Nachbarn hatten wir das Jahr 2019 als äußerst positiv wahrgenommen. Pferde kamen und Pferde gingen, doch der Kern blieb erhalten und die zukünftige Zucht von Barockpferden sollte nun endlich ins Rollen gebracht werden. Mit wechselnden Rassen zur Auswahl kam der Plan von der Zucht wieder auf die Wartebank und stattdessen kam das Horsemakeover ins Spiel. Morian HMJ 6345 war eine Bereicherung in vielerlei Hinsicht, obwohl sein Training äußerst zeitaufwendig war. Nichts desto trotz ging es voran, denn Valeria und ich kamen endlich zusammen und unser Azubi Joris hatte seine Abschlussprüfung bestanden. Leider hatte wir auch gewisse Verluste zu bedauern, denn unsere liebe Flo war gezwungen zurück nach Lateinamerika zu gehen, da ihr Arbeitsvisum abgelaufen war, weshalb wir gezwungen waren I’m a Playboy zu verkaufen. Außerdem war Sky aufgrund einer Verletzung unreitbar und so gut wie nicht bewegbar geworden, weshalb er trotz des extrem jungen Alters nun seine Frührente verbringen musste.
      Mittlerweile waren wir auch mit der Planung vorangeschritten und entschieden uns für die Zucht von Knabstruppern und Barockpintos, die beide alles vereinten, was wir uns wünschten. Doch wie nach jedem Höhenflug folgte auch bei uns der Fall, denn das ganze Land um Forest Creek und Atomics Valley war abgebrannt. Einige Pferde waren mit leichten Wunden davon gekommen, doch Peter, der die Pferde heroisch retten wollte, erlitt stärkere Verbrennungen und verbrachte einige Zeit im Krankenhaus. Alles was wir uns mühsam aufgebaut hatten war nun in Schutt und Asche gerichtet. Doch wie sagt man so schön, der Phönix steigt aus der Asche empor, denn wie es das Schicksal anscheinend wollte wurde uns gewissermaßen ein Wink gegeben, der uns letztendlich nach Schweden führte. Letztendlich machten wir auch so die Bekanntschaft mit Robin Wolff, ein junger akademischer Reiter anfang der dreißiger, der uns bedingungslos seine Hilfe anbot und nun ein Zuchtpartner in Schweden sein wird. Robin, ein attraktiver Rotschopf, der sich den Knabstruppern primär widmen wird.

      Bruce
      Der Umzug stand natürlich schneller vor der Tür als gedacht. Somit mussten die Pferde so schnell wie möglich transportfähig gemacht werden. Im Haus waren schon so gut wie alle Sachen eingepackt, nur noch die Dokumente unserer Tiere lagen verteilt im großen Schlafzimmer sortiert auf dem Boden. Mein Bruder, Tyrell, befindet sich bereits auf unserem neuen Grundstück und kann somit in den nächsten Tagen schon einige Pferde in Empfang nehmen. Somit werden als Erstes die Jungpferde auf die Reise in die neue Heimat gehen. Dafür haben Vriska und ich uns schon bereit gemacht. Gemeinsam holen wir die ersten beiden Stuten von der Weide. Es sind Wynja und Vösk, doch es war auch nicht wirklich einfach die beiden aufzuhalftern, deswegen waren sie die ersten. Am Stall putzen wir sie noch mal über und machen ihnen kleine Glocken an die Hufe, nur zur Sicherheit, da die Reise mehr als 10h dauert und in Dänemark eh Pause gemacht werden muss. Weiter ging es dann mit Bjama, Kría, Teigur, Halli und Ávi. Als alle Jährlinge endlich am Hof und verladefertig waren, fängt die Arbeit erst richtig an. Mithilfe von Max sortierten wir noch einmal die Papiere und übergaben sie den Fahrer. Jedes Pferd hatte seine eigene Folie in einem Ordner. Dort sind alle Unterlagen der Tiere drin, unter anderem die Bestätigung des Tierarztes, dass das Pferd gesund ist sowie dem Impfpass. Auch hatten wir extra sonder Papiere für die Überführung besorgt. Damit stand die Reise für die ersten Pferde fest.
      Vorsichtig fuhr der Transporter an und macht sich auf dem Weg richtig Schweden. In Zwei Wochen werden wir die Jährlinge wieder sehen. Sie kommen dort erst mal auf die Weide. Tyrell hat und auch noch einmal bestätigt, dass die Zäune stehen und sicher sind.
      Natürlich ist es nicht immer ganz leicht in ein anderes Land zu ziehen. Also hatten auch noch wir Rennerein, bis der nächste Transporter vor der Tür steht.
      Nun werden die nächsten Jungpferde verladen. Feuergeist, Amnesia, Milska, Hawking, Lu und Nautilus gehören zur Truppe. Diesmal gehen allerdings einige Pferde mehr mit. Der Transporter hatte noch einen Anhänger dabei, in den die beiden Jungstuten kommen. Lu, Hawking und Nautilus dürfen mit bei den großen Jungs fahren. Dort stehen Voodoo, Glanni, Litfari, Tesla, Ruvik, Illegal und Overo. Die Hengste haben alle Glocken um die Hufe, zum Schutz vor Verletzungen.
      Die letzten Tage rücken immer näher und der größte Teil unserer Kartons sind schon auf dem Weg nach Lindö. Auch sind schon so gut wie alle Pferde auf der Reise. Mademoiselle, Songbird, Milano, Fried, Ryuk und Wild sind gemeinsam auf den Weg. Der letzte Transporter hatte die Isländer bei sich. Thögn, Fönn, Snúra, Saint, Otra, Krít und Kempa waren das. Nun sind nur noch Willa, Ylfa, Snotra und Blávör noch hier am Hof. Die Vier werden wir mit nehmen, wenn wir fahren.

      Vriska
      Während die Jungs die Kartons und den ganzen Rest in die Autos bringen, stehe ich auf dem Paddock und versuche Ylfa aufzuhalftern und in den Hänger zu bringen. Da ich weiß, dass dies etwas länger werden könnte, werde ich direkt Willa mitnehmen, um der Stute mehr Sicherheit zu geben. Schon seit mehreren Wochen üben wir diese Situation, doch Ylfa hat gemerkt, dass es nun ernst ist. Nur noch drei andere Stuten sind da und das verunsichert sie sehr. Als ich die Stute nach langer Überzeugung am Halfter zum Hof führen kann, ist sie völlig schockiert, als sie den Hänger sieht. Sie versucht aus der Situation zu flüchten und steigt. Deswegen lasse ich Willa einfach los, die entspannt neben uns stehen bleibt. Daran merkt Ylfa, dass alles okay ist und schnaubt ab. Ich streichle sie beruhigend über den Hals und warte noch einen Moment, bevor wir näher an den Hänger gehen. Willa ist mittlerweile soweit, dass sie benah alleine in den Hänger geht. Ich ziehe den Strick vom Halfter ab und schicke sie hinein. Mit Ylfa in der Hand versuche ich hinter Willa die Stange zu befestigen, was sich als sehr schwierig herausstellt als gedacht. Die Stute hat offenbar panische Angst vor der Stange, also muss Willa erst mal ohne im Hänger stehen. Ich führe Ylfa noch mal vom Hänger weg und lasse sie einige Minuten grasen auf dem kargen Grasstreifen am Wegesrand.
      Nach fast einer Stunde ist es endlich geschafft. Ylfa steht entspannt im Pferdehänger und fummelt am baumelden Heunetz herum.

      Collin
      Erneut warf ich einen Blick auf die Checkliste für die Reise. Hatten wir tatsächlich an alles gedacht? Waren wir überhaupt gut genug vorbereitet für Schweden? Mir schossen unzählige Gedanken durch den Kopf, die mich mehr und mehr zum Zweifeln brachten, doch nun gab es kein zurück mehr. Die Pferde wurde allesamt in Transport LKWs verladen und erreichten unsere kleine Insel schließlich mit der Fähre. In Gedanken vertieft zählte ich die Pferde auf: “Aurelia, Morian, Fortun, Frans, FC Encantador, Sakura Blomst, Tacito il Vero, Wild Cherry, Valquiria, Xinu…” “Babe hattest du schon mit Familie Lindström Kontakt aufgenommen?”, fragte Val und riss mich aus meinem Gedankenkarussell. Erschrocken schüttelte ich den Kopf und zückte mein Handy. Familie Lindström besaß einen kleinen Hof in Mittelschweden und hatte einige Schicksalsschläge erlitten und nun mangelte es ihnen an Geld und eigentlich allem. Ich habe sie durch ihren Hengst Haldor kennengelernt, den ich für meine Zucht ins Auge gefasst hatte, doch stattdessen lernte ich ihre Familie ein und entschied sie auf unserem Hof einzuladen, da wir mehr als genug Platz hatten. Zuerst zögerten sie und versuchten das Angebot aus Scham und Höflichkeit abzulehnen, doch ich konnte sie überzeugen und schließlich verhandelten wir die letzten Angelegenheiten.

      Robin
      Um ehrlich zu sein, war ich sehr aufgeregt auf das neue Leben in Schweden und den neuen Menschen, die nun meine neue Familie werden würden. Es wird auch eine Umstellung sein, eigene Pferde zu besitzen, da ich bisher immer nur welche in Beritt hatte und somit die Verantwortung nicht auf mir lastete, dennoch freute ich mich darauf. Collin Jones, mein zukünftiger Arbeitgeber und Zuchtpartner hatte mich bereits in Deutschland mit meinen baldigen Vierbeinern vertraut gemacht. Wir beide teilten die Leidenschaft für Barockpferde, doch ich interessierte mich mehr für die “farbigen” unter ihnen, um nicht so zu sagen die Knabstrupper. So teilte er mir Tacito il Vero, Sakura Blomst und Frans zu, die nun in Schweden unter meiner Obhut stehen werden. Trotz der ganzen Aufregung freute ich mich riesig auf die neuen Möglichkeiten, die sich auf unserem Gelände und der Umgebung ergaben - ich meine hallo eine eigene kleine Insel?! (Na gut zumindest ein Teil davon)

      -to be continued-

      © Mohikanerin & Zion | 11733 Zeichen

    • Mohikanerin
      Dressur E zu A | 29. April 2020
      Snotra | Blávör

      Ein Teil unserer Ausbildung zum Trainer ist Unterricht, deswegen hat Tyrell entschieden, dass Max und ich uns gegenseitig heute unterrichten sollen. Den Anfang macht Max mit Snotra, danach komme ich mit seiner Blá. Als wir mit unseren Stalldienst fertig sind, geht es los. Derzeit sind wir dabei die Stute mehr in der Dressur zu Schulen mit dem Schwerpunkt in der klassischen Dressur. Da wir schon ziemlich weit gekommen sind, möchte Tyrell auch prüfen ob die beiden Stuten bereit sind für die Anfängerklasse auf dem Working Equestrian Turnier.

      Snotra und Max sind soweit und ich mache heute den Unterricht. Etwas aufgeregt bin ich schon, aber natürlich versuche ich mir nichts anmerken zu lassen. “Auch jetzt schon beim Aufwärmen musst du aufpassen, dass Snoti nicht zu schnell wird. Wie du ja weißt fehlt es ihr immer noch an der Balance und durch Geschwindigkeit dem zu entgehen, macht das Problem nicht besser. Viele Volten und Zirkel unterstützen sie dabei und hilft dir auch, sie abzubremsen”, beginne ich meinen Unterricht. Wie er ist nickt er mir schelmisch zu aber setzt das gesagt um. Auch Tyrell weiß, dass es immer etwas schwieriger ist auf jemanden ernsthaft zu hören, wenn man befreundet ist. Doch das müssen wir lernen. “Guck, sie wird schon viel lockerer und nimmt auch eine schöne Haltung an, obwohl dein Zügelkontakt schwach ist.”, erzähle ich ihm. Erst seit einigen Wochen reiten wir die Stuten am Semi Kappzaum, doch besonders Snotra fühlt sich wohler mit dieser Zäumung. “Ich denke sie ist nun soweit für den Tölt. Bleib erst mal auf dem Zirkel bei A. Versuche immer wieder Übergänge mit einzubauen, damit sie nicht auf blöde Ideen kommt. Auch soll sie kapieren, dass du der Chef bist.”, rufe ich ihm zu. In Snotis Blick sieht man direkt die Freude endlich schneller zu dürfen. Doch den langsamen bis Arbeitstempo Tölt ist auch nicht so ihr Ding. Alles was schnell ist, macht ihr Spaß. Arbeiten ist nicht so ihr Ding, aber ich verstehe sie auch. Max muss sich ganz schön anstrengend um einerseits mit ihr den Takt zu halten, aber auch die Geschwindigkeit. Jeden Moment versucht die Stute zu nutzen um schneller zu werden und sich dem Willen des Reiters zu entziehen, aber nie böse. Ich denke, dass es ihr einfach Spaß macht Menschen zu ärgern. “Versuch mal deine Beine etwas ruhiger zu halten. Jedes mal wenn es Snotra besser wird, dann wirst du unachtsam und vergisst deine Beine.”, versuche ich ihn zu verbessern. Er nickt und macht weiter mit den Übergängen. Zum Ende hin machen wir noch etwas Galopp, auch der Trab um Tyrell zu zeigen, das Snotra so weit ist. “So ihr beiden, fürs erste war es gut. Jetzt noch Vriska mit Blávör und dann reden wir über eure Stärken und Schwächen”, sagt Tyrell und geht erst mal. Max reitet die Stute noch ab und wir gehen zum Stall. Während er Snotra für den Paddock fertig macht, bereite ich Blá fertig für die Stute. Mit der Stute habe ich nun schon öfter gearbeitet und es macht echt Spaß. Meine drei eigenen Pferde sind noch nicht reitbar und bei Ruvik denke ich auch, dass sie da nie jemand drauf setzen wird.

      “So nun quäle ich dich”, beginnt Max sein Unterricht. Natürlich wissen wir alle wie er das meint, aber trotzdem drehe ich genervt die Augen. “Achte darauf, dass sie nicht so stark auf die Vorderhand fällt und deswegen die Hinterhand schleifen lässt. Außerdem soll sie ordentlich Schritt gehen und nicht so tippeln”, sagt er direkt zu mir, als ich noch dabei bin mich zu sammeln und Blávör zusammen zu stellen. Ich nicke und versuche deutlicher zu machen, dass ich die Stute unter Kontrolle habe. Max versucht mich mit komischen Sprüchen zu Motivieren, aber ich überhöre es einfach. Es ist schon beinah eine Belastung, wenn ich mit unnötigen Sachen vollgequatscht werde. Deswegen konzentriere ich mich mehr auf Blávör, die immer besser und aktiver vorwärts geht. Immer wieder lobe ich sie.

      „Sehr gut ihr beiden. Heute fangen wir ausnahmsweise mal mit dem Trab an. Blávör sollte sich daran gewöhnen, dass es nicht immer mit dem Tölt los geht. Sie soll sich lockern“, versucht er mir zu erklären. Aber ich finde es etwas fragwürdig da Blávör ziemliche Schwierigkeiten bei ihrer Selbsthaltung hat. Doch ich versuche das beste daraus zu machen. Ich lehne mich leicht nach vorn und gebe der Stute deutlich mehr Zügel. Sofort streckt sie sich nach Vorne und macht sich länger. Entspannt schnaubt sie ab und mit etwas Druck trabt sie wundervoll los, wenn auch mit einen kleinen Sprung, doch den macht sie in jedem Übergang. „So nun setz sich mehr in den Sattel und nimm den Zügel deutlich mehr auf“, sagt Max. Ich verstehe das nicht, es ist seine Stute, da sollte er doch Wissen, dass es so für sie einfacher ist. Doch in dem Moment greift Tyrell schon ein:

      „Max, deine Stute ist noch im Trabtraining, da kann Vriska nicht plötzlich etwas vom Pferd verlangen, was sie nicht kennt. Der nächste Schritt wäre, dass sie den Sitz verändert, erst dann den Zügel.“ Eine kleine Diskussion unter den Männern bricht aus. In der Zeit pariere ich Blávör durch und mache erste Übungen zum Einhändigen Reiten, worauf sie immer besser reagiert.

      © Mohikanerin (Vriska) | 5098 Zeichen
    • Stelli
      Pferdeklinik Birkenau
      - Impfen & Zuchtpferde-Checkup für Snotra, Blávör und Lotti Boulevard -

      Heute, an einem recht bewölkten Brückentag, wurde ich zu dem Gestüt Lindö Dalen Stuteri gerufen. Es ging um zwei Islandstuten und um eine Standardbredstute. Da diese drei in geraumer Zeit zur Körung sollten, brauchten sie noch die abschließende Untersuchung sowie eine Impfauffrischung. Als ich auf dem Gestüt in Schweden einrollte, wurde ich bereits von Max in Empfang genommen. Zuerst begannen wir mit einer wunderschönen Islandstute, welche auf den Namen Snotra getauft wurde. Ich begrüßte die Dunkelbraunfalbstute herzlich, bevor ich mir einen Überblick über ihren Allgemeinzustand machte. Glänzendes Fell, wachte Augen, keine Spur von Nasenausfluss und ein aufmerksames Gemüt. Max holte die Stute aus ihrer Box, sodass ich sie näher Untersuchen konnte. Mit meinem Stethoskop hörte ich Herz und Lunge ab, was sich beides einwandfrei anhörte. Puls und Atemfrequenz waren ebenfall in Ordnung, Snotra schien nur ein wenig aufgeregt zu sein. „Prima, dann wollen wir mal ans Röntgen gehen.“, meinte ich zu Max. Ich baute mein mobiles Röntgen auf und machte mich ans Werk. Zuerst röntge ich die Vorderbeine von Snotra. Ich begann zuerst den Huf im 90° Winkel, zentriert auf das Strahlbein zu röntgen. Anschließend die Zehe, ebenfalls 90° mit Fokus auf das Fesselgelenk. Als letztes noch den Huf im 0° Winkel, wo man die knöchernden Strukturen von Huf- und Kronbein und Teile des Fesselbeins sehen konnte. Dann ging ich zu den Karpalgelenken und röntge diese in zwei Ebenen. Das gleiche Programm machte ich am anderen Vorderbein. Max wollte zwischendurch wissen, ob man schon etwas sehen kann. „Ich schaue mir alles zum Schluss an.“, antwortete ich. Jetzt kamen die Hinterbeine dran. Ebenfalls wieder die Zehe 90° zentriert auf das Fesselgelenk, mit einem Teil des Hufes abgebildet. Danach das Sprunggelenk, welches ich im 0°, 45° und 135° Winkel aufnahm. Das selbe natürlich auch am anderen Hinterbein. Anschließend noch die Knie im 90° und 180° Winkel, dann hatten wir die Standardbilder. „Den Rücken bitte auch…“, fragte Max zögerlich. Kein Problem! Mit 3 Aufnahmen des Rückens, Wiederrist, Sattellage und Lendenbereich war auch der Rücken aufgenommen. Nun ging es an die Auswertung. Snotra stand während dem Röntgen brav still. Deswegen waren alle Bilder einwandfrei und nicht verwackelt. Ich sah mir Snotras Aufnahmen genaustens an, spielte an Kontrast und Helligkeit um wirklich nichts zu übersehen. „Eine ganz kleine Nase im Knie. Und eine kleine Wucherung am Knochen des Fesselgelenks vorne rechts. Alles in einem ein ausgezeichnetes Ergebnis!“, sagte ich zu Max, der sich sichtlich freute. Nun ging es an die Uterusuntersuchung. Ich holte mein Ultraschallgerät mit dem großen Schallkopf und Gleitgel. Vorsichtig führte ich es in die Stute ein, um mir den Uterus anzusehen. Snotra fand es erst nicht so witzig, gewöhnte sich aber schnell an diese ungewohnte Situation. Ich schallte den Uterus gründlich, konnte aber keine Auffälligkeiten feststellen. „Prima!“, freute ich mich. Nun musste nurnoch Blut abgenommen und geimpft werden. Nachdem ich die Nadel in die Vene der Stute gesetzt hatte, floss direkt das Blut, welches ich in meinen Röhrchen auffing, gründlich invertierte und in mein Auto brachte. Nach einem kurzen Check des Impfstatus holte ich den Impfstoff für Herpes und Influeza, sowie neue Kanülen und Desinfektionstücher. Die Influenzavakzine injizierte ich in die rechte Brust, Herpes in die Linke. „Fertig!“, meinte ich zu Max. Er nickte, klopfte Snotras Hals und brachte sie weg. Währenddessen bereitete ich alles für Pferd Nummer Zwei vor. Blávör war es, eine super schickte, neunjährige Islandstute. „Hallo meine Schöne!“, begrüßte ich die etwas grimmig schauende Stute. Max hielt sie fest, während ich sie Abhörte. „Alles in Ordnung.“, sagte ich zu Max. Auch diese Stute war in einem sehr guten Allgemeinzustand. Sie hat eine gute, sportliche Figur, gut bemuskelt. „Dann wollen wir mal Röntgen.“, sagte ich zu Max. Blávör fand die Röntgenstation aber alles andere als lustig. Prustend wich sie immer aus und beäugute die Geräte argwöhnisch. „Ok, wir müssen sie wohl etwas müde machen.“, seufzte ich und machte eine leichte Sedation fertig, welche mit einem gezielten Treffer im Pferd landete. „Sonst müssen wir alles 10x röntgen, wenn die Bilder verwackeln“. Dann begann ich mit der Arbeit. Wieder fing ich mit den Vorderbeinen an, dann die Hinterbeine inklusive der Knie und zum Schluss der Rücken. Als die einundzwanzig Bilder geschossen waren, wertete ich diese aus. Hier fand ich als einziges ‚Manko‘ nur einen geinggradigen Engstand im Lendenbereich des Rückens, was aber kein Grund zur Sorge ist. Die Beine sahen super und altersentsprechend aus. Ich klopfte Blávörs Hals, welche schon wieder gut bei sich war. Ich nutzte die Restsedation für die Untersuchung des Uterus. Vorsichtig führte ich den Schallkopf ein, was Blávör aber gar nicht groß zu beeindrucken schien. Konzentriert schaute ich auf meinen Bildschirm. Die Konturen der Gebärmutter waren klar und scharf begrenzt. Auch hier gab es keinen Grund zur Sorge. „Dir steht wohl kaum etwas im Wege…“, flüsterte ich der Stute zu. Diese Untersuchung hatte sie auch geschafft. „Dann wollen wir mal Blut abnehmen und dich impfen, meine Schöne“. Ich desinfizierte die Stelle an der Halsvene, legte die Kanüle und ließ das Blut in die verschiedenen Röhrchen tropfen. Als alle befüllt waren, schwenkte ich diese, damit sich das Blut mit den Gerinnungshemmern vermischte. Nach dem Beschriften brachte ich auch diese Röhrchen zurück ins Auto und brachte von dort die Impfstoffe mit. Auch Blávör bekam Herpes und Influenza aufgefrischt. Sie zuckte beim Impfen kurz, blieb aber brav. „So, auch du hast es geschafft.“, meinte ich zu der Scheckstute und wuschelte ihr durch den Schopf. Sie schien etwas beleidigt als Max sie wegführte. Zu guter Letzt kam noch die dritte Stute, die zur Körung sollte und untersucht werden musste. Es war Lotti Boulevard, liebevoll Lotti genannt. Eine süße braune Stute, nicht allzugroß und könnte ein klein wenig runder sein. Jedoch war der Ernährungszustand noch im Rahmen. Ich hörte auch diese sechsjährige Stute auf Herz und Lunge ab, konnte auch hier keine Abnormalitäten feststellen. Die Luft in Schweden war aber auch hervorragend. Nun ging es auch für sie ans bildgebende Verfahren. Sie stand wieder wie eine Eins, als ich von Position zu Position ging. Sie schien wie ein wenig paralysiert, was mit Sicherheit auf ihre Vergangenheit zurückführen lies. Max hatte mir während des Röntgens einiges über Lotti erzählt. Als der letzte Piepton des letzten Röntgenbildes ertönt war, schaute ich mir die Bilder an. An den Fesselgelenken der beiden Vorderbeine hatte sie geringgradige Zacken an den Gelenkspalten, welche sie aber nicht beeinträchtigen. Dies kann durchaus von den viel zu frühen Renneinsätzen kommen, was die Gelenke des damals sehr jungen Pferdes sehr stark beansprucht haben. Sonst waren die anderen Bilder ohne besonderen Befund. „Sehr gut, so gefällt mir das. Super gepflegte Pferde mit tollen Röntgenbildern, so macht das Spaß.“, lachte ich und sah zu Max, der sich auch freute. „Das können sie Tyrell Earle mit Freude ausrichten“. Ich hätte bei dem frühen Rennsporteinsatz mit mehr Befunden gerechnet, aber war Erleichtert, dass dies nicht der Fall war. „Wollen wir mal sehen, ob du die gynäkologische Untersuchung genauso brav mitmachst.“, meinte ich zu Lotti und klopfte ihre Kruppe, während der Schallkopf hineingeführt wurde. Auch hier war schnell klar, dass der Uterus einwandfrei aussah. Ich untersuchte jeden Winkel und ging auch hier in verschiedene Ebenen, um nichts zu übersehen. Jedoch war auch bis zum Schluss der Untersuchung nichts zu erkennen. Lotti war auch hier sehr brav und anständig, bewegte sich keine Sekunde. Nach der Blutentnahme und den beiden Impfungen war ich mit allen drei Pferden durch. Ich klebte das letzte Etikett in den Pass der Stute und gab ihn Max zurück. „So, ich melde mich, wenn ich die Blutergebnisse habe.“, meinte ich und verabschiedete mich von Lotti und Max. Zwei Tage später lagen mir dann die Ergebnisse vor. Wie fast zu erwarten waren alle Werte im grünen Bereich. Lediglich Snotra hatte einen ganz geringen Zinkmangel, welcher wirklich sehr knapp unter der Norm lag, sodass ich keinen Behandlungsbedarf sah. Ich überbrachte Max die freudige Nachricht und gab grünes Licht für die Teilnahme an den Stutenprüfungen!
    • Wolfszeit
      Ein Besuch auf dem Lindö Dalen Stuteri |23. August 2020
      Ryuk| Flic Flac’s Milano| Friede sei mit dir| CHH Death Sentence| Àvaldi von Atomic| Lu’lu’a| Nautilus| Snúra| Snotra| Kempa| Blávör| Ruvik| Litfari| Mademoiselle

      Heute war ich auf dem Lindö Dalen Stuteri zu besuch. Kaum auf dem Hof angekommen wurde ich auch schon von vier neugierigen Shettlandponys begrüßt. Ryuk war ein lustiger kleiner Kerl mit einer Menge hübsche Punkte. Die beiden Stuten Friede sei mit dir und Mademoiselle standen brav nebeneinander , während die beiden Hengste auf der anderen Seite sich ein wenig quietschen. Ich ging weiter über den Hof und entdecke ein paar Fohlen die miteinander spielten. Als letztes kam ich noch an ein paar Isländer vorbei. Snúra war ein hübsche Scheckstute und nicht weit von ihr graste eine Palominostute. Etwas abseit grasten eine braune Stute und eine braun weiße Stute. Auf einer weiteren Koppel stand ein Isländerhegst mit einem riesigen Kaltblut. Beide sah mir freundlich entgegen und holten sich eine Streicheleinheit ab.

      © Wolfszeit | 816 Zeichen

    • Mohikanerin
      Nationalteam I | August 2020 (eingefügt 05.02.2021)
      Herkules // HMJ Divine // WHC' Ahvani // Curly Lure // Doo Wop // WHC' Candela // WHC'Mitena // WHC' Mimithe // WHC'Minya // Minnie Maus // British Gold // Miss Leika // (Beastly Domina) Mijou// Sunny Empire // Briair // Lancasters Peppermint //Nathalie

      Glymur // Kempa // Snúra // Snotra // Satz des Pythagoras // HMJ Holy // St. Pauli's Amnesia


      Was bisher geschah … Vriska und Max hatten es in das Schwedische Nationalteam geschafft. Die erste Woche am Standort in Stockholm haben sie erfolgreich gemeistert in ihren Expertenteams. Nun steht die erste Studienreise an nach Kanada, was sie erst am Vortag erfahren haben. Ziel ist es zu lernen und das ganze schwedische Team kennenzulernen und auch die Gegner?

      Vriska
      Nach Kanada? Wie aufregend! Mit meinen Eltern war ich damals schon ein paar mal in Toronto, aber reiten in Kanada ist etwas neues für mich. Völlig übermüdet kommen wir am Flughafen an, die Pferde sind bereits abgegeben und wir besprechen mit unserem Trainer wie der weitere Verlauf ist.
      “Bitte versucht alle zusammen zu bleiben hier, wir müssen alle das Flugzeug bekommen. Genau das gleiche bei der Ankunft. Also bitte, ihr seid fast alle Volljährig. Ihr schafft das.”, sagt Frau Wallin, meine Gangtrainerin. Wir sind 5 Leute im Gangpferdeteam und ich bin froh das es nicht so viele sind.
      “Sind das die Anderen”, tuschelt mich Milena von der Seite an.
      “Ich denke ja”, flüstere ich zurück. Sie zeigt vorsichtig mit dem Finger auf einen Typen, den sie offenbar ganz gut findet. “Denkst du, dass ich den kennenlernen kann.”, fragt sie mich neugierig. Ich zucke nur mit den Schultern. “Versuch es doch einfach, aber ich weiß nicht so recht was Englischreiter mit uns Isländer Reiter anfangen sollen. Unsere Pferde laufen deren Meinung nach ja eh nur gequält und überhaupt nicht durch den Rücken.”, antworte ich. “Mhm, du hast recht. Vielleicht ist es in der Freizeit dann einfacher, als hier gestresst am Flughafen”, versucht Milena einsichtig zu sein doch guckt immer zu ihm rüber.
      “Weißt du was? Wir gehen da jetzt einfach rüber. Erst in 20 Minuten müssen mir zum Flieger zumal sie ja auch mit kommen”, antworte ich. Dann ziehe ich meiner neuen Freundin am Arm rüber zu den Jungs. Verlegen steht sie neben mir. “Hey ihr. Ich wollte uns einfach mal ganz Spontan vorstellen. Das ist Milena und ich bin Vriska. Wir gehen mit zu den Gangsalatreitern. Wer seid ihr?”, frage ich neugierig. Alle wirken sehr erstaunt über unseren Mut. “Wir sind Matts, Niklas, Björn, Chris, Filey, Erik und Hannes. Einer ist gerade noch unterwegs. Ursprünglich hatten wir uns alle für Dressur oder Springen beworben, doch unser Team wurde immer Kleiner, deswegen machen wir jetzt Eventing.”, erzählt der Große, den Milena gut findet. “Und was ist das?”, fragt Milena vorsichtig. “Hahaha, mit unseren Pferden reiten wir drei Disziplinen in einem Wettbewerb - Geländespringen, Dressur und Springreiten. Je nachdem was auch auf Turnieren ist, reiten wir die Arten auch einzeln.”, erklärt er. “Wer bist du von den Aufgezählten?”, frage ich dann neugierig nach. In Milenas Augen sehe ich, dass sie am liebsten aus ihrer Haut heraus möchte, doch ich halte sie weiterhin am Arm. “Ich bin der Niklas”, antwortet er und zwinkert mit einem Auge mir zu. Ich hoffe er versteht es nicht falsch, mein Typ ist er aber überhaupt nicht. “Na gut, wir gehen dann wieder. Man sieht sich dann in Edmonton”, verabschiede ich mich von den Jungs. Als wir wieder bei unserer Truppe sitzen, Max der mich noch immer vollkommen ignoriert, stößt der Abtrünnige zu der Jungsgruppe. Unsere Blicke treffen uns kurz und schaue schnell weg wieder zu Milena. Sie sieht meinen Blick und zieht mich Beiseite.
      “Ach also doch?”, fragt sie kichern.
      “Ey lass das. Der sieht einfach nur gut aus!”, antworte ich leicht genervt.
      “Aber die anderen sind doch viel heißer?”, fragt sie dann extrem schockiert.
      “Komm wir müssen zum Check-in”, sage ich zu ihr und versuche vom Thema abzulenken. Zum Glück ist sie manchmal etwas dümmlich und springt drauf an. Auf dem Weg zum Terminal gucke ich immer mal wieder kurz zu ihm, auch er scheint ab und an drüber zu gucken. Jedes mal versuche ich mir nichts anmerken zu lassen und schaue dann schnell weg. Hoffentlich denkt er nichts oberflächliches von mir. Mal sehen.
      Nach schon 2h ist der erste Zwischenstopp - In Frankfurt. Der Anschlussflug ist erst in eineinhalb Stunden, in der Zeit sollen wir wieder so gut wie es geht zusammen bleiben und am besten auch was essen, da wir danach erstmal 7,5h fliegen.
      “Man ich hasse fliegen”, beschwere ich mich bei Milena, die schon wieder nur Augen für die Jungs hat.
      “Hallo, hörst du mir überhaupt zu?”, frage ich sie und fuchtle mit meiner Hand vor ihrem Gesicht herum.
      “Ähm … es hast du gesagt?”, gibt sie zu nicht zugehört zu haben.
      “Ich sagt, dass ich fliegen hasse. Das ist so lästig. Warum fliegen wir so extrem weit nur zum üben und kennenlernen?”, jammere ich.
      “Ach reiß dich zusammen. Wir sind doch da fast zwei Wochen, ist doch voll cool. Wir sind alle volljährig und keine Eltern. Dann noch mit den Pferden - Besser kann es nicht sein. Nicht mal irgendwas bezahlen müssen wir.”, freut sie sich. Wenn Milena könnte, würde sie den ganzen Flughafen zusammen schreien, aber dafür fehlen ihr auch einfach die Eier.
      “Die haben hier überhaupt nichts veganes”, beschwere ich mich wieder bei meiner Freundin, die fröhlich ein Salami Brötchen nach dem anderen neben mir verschlingt.
      “Ja dann musst du dir halt was anderes aussuchen”, sagt sie mit vollen Mund. Ich rolle nur mit den Augen und entscheide mich dann für einen blöden Salat mit Falafel. Besser als gar nichts. Dann geht es auch schon weiter ins Flugzeug. Die längste Strecke liegt nun vor uns.
      Im Flugzeug versuche ich die Strecke zu verschlafen, immer wieder wenn ich wach werde ist Milena nicht da. Wo ist die Bloß? Dann schlafe ich wieder ein.
      Völlig übermüdet steige ich aus. Wo wir sind, weiß ich nicht. Auch Milena ist nicht da, also folge ich einfach Max, der nicht ganz so begeistert ist. “Was willst du?”, fragt er genervt.
      “Schlafen”, antworte ich halbtot. Er nickt nur und zeigt mir kurz wo wir warten sollen, auch Frau Wallin ist da.
      “Und wie war’s bisher?”, fragt sie mich total fröhlich und wach.
      “Anstrengend, ich will einfach nur weiter schlafen”, antworte ich ihr ganz trocken und lege meinen Kopf auf meine Hände, die über die Lehne des Stuhles hängen.
      “Vriiiiiska”, kreischt es in mein Ohr.
      “Alteeer, was los?”, erhebe ich mich langsam und höchst genervt. Dann bemerke ich Milena mit den Abtrünnigen. Direkt ändert sich mein Gesichtsausdruck. Hoffentlich sehe ich nicht so furchtbar aus wie ich mich fühle.
      “Müde oder?”, fragt er und lacht kurz. Ich nicke. “Komm ich helf dir”, sagt er und reicht mir seine Hand um mir hoch zu helfen.
      “Danke”, bedanke ich mich.
      “Wir müssen rein, Frau Wallin will auch noch mal kurz zählen und irgendwas sagen”, berichtet mir Milena. Der Abtrünnige winkt mir zur Verabschiedung und geht zurück in seine Gruppe. Aufmerksam versuche ich Frau Wallin zu folgen aber meine Gedanken sind ganz woanders. Im Flugzeug werde ich nochmal Milena fragen was wir bei Ankunft machen sollen. Man könnte sagen, dass ich einen Jetlag habe.

      Während das Schwedische Nationalteam ziemlich fertig sich noch 300km auf dem Weg zum Gestüt macht, laufen dort die Vorbereitungen auf Höchsttouren.

      Jace
      “Samu, sind die Boxen alle fertig”, rief ich durch den Stall während ich die letzte Schubkarre mit Stroh heran fuhr. Bis auf die Tunierpferde waren die meisten unserer Pferde auf den Sommerkoppeln, sodass genug Boxen frei waren für unsere Gäste. Denn auf dem Whitehorse Creek Stud wurden zwei Nationale Teams erwartet, weshalb schon die ganz Woche der Hof auf Hochglanz gebracht wurde.
      “Ja, wenn du mit dieser hier fertig bist schon”, antwortete der blonde Mann aus der Nachbarbox. “Uff, da müsste es gewesen sein”, sagte ich wenig später. Der Stall war nun blitz blank und alle Boxen waren frisch eingestreut. “Es kann nicht mehr allzulange dauern bis das schwedische Team ankommt, meinte Luchy”, sagte der blonde Finne der gerade aus der Sattelkammer kam. “Das kanadische Team kommt erst heute Abend”, sprach Samu weiter.
      Es war gerade erst einmal 11 Uhr und wegen den ganzen Vorbereitungen waren meine Trainingspferde diese Woche ganz schön kurz gekommen.
      “Ich schnapp mir gleich noch Herkules und kontrolliert die Koppelzäune, ich glaube auf der Sommerkoppel war irgendwo etwas kaputt”, sagte ich zu Samu und verschwand in Richtung Koppel wo der Buckskinhengst friedlich graste. Eigentlich war es nur eine Ausrede gewesen um noch schnell eine Runde Ausreiten zu gehen bevor der ganze Trubel beginnen würde. Ich schnappte mir den großen Hengst, packte eine Trense drauf und schon ging es in Richtung der Sommerkoppeln. Ich ritt tatsächlich die Zäune ab fand aber natürlich nichts, weil wir die Zäune ungefähr 20mal diese Woche kontrolliert hatten. An der Fohlenkoppel hielt ich Herkules einen Moment an und genoss einen Moment die Ruhe.
      “Riiiing, Riiiing”, unterbrach mein Handy die Ruhe. “WAS?”, meldete ich mich leicht genervt. “Das Schwedische Team kommt an und du sollst herkommen”, meldete sich Samu. “Ok. Bin in 5 Minuten da”, nuschelte ich genervt und legte auf.
      “Na dann Großer zurück zum Hof”, sagte ich zu dem Buckskin und drückte sanft meine Schenkel gegen seinen Bauch. Im Trab ging es zurück zum Hof, wo ich gerade noch Rechtzeitig ankam. Allerdings hatte ich keine Zeit mehr mein Pferd weg zu stellen. “Sieht so aus als wärst du jetzt das vierbeinige Begrüßungkomitee”, sagte ich zu dem Hengst. Ich bemerkte wie Lina mich ein wenig böse anfunkelte. Sie war wohl immer noch sauer, dass ich sie gestern mit Divine allein gelassen hatte, aber ich konnte schließlich nichts dafür das Luchy beschlossen hatte, dass Samu und ich die neuen Deppen vom Dienst waren. “Jace, dass du auch immer so trödeln musst”, zischelte Samu mir zu und setzte danach gleich ein lächeln auf, da das Shuttel vorfuhr. Brav stand wir nun dort aufgereiht Luchy, als Hofbesitzern und dann Lina, Samu und ich als Gästebetreuung. Das schwarze Shuttel hielt an und die Türen öffneten sich. Der Hengst neben mir begann mein T-Shirt anzuknabbern. “Lass das Herkules”, flüsterte ich dem Hengst zu und schob seinen Kopf zu Seite. Gespannt beobachte ich nun wie die Leute austiegen.

      Vriska
      „Das soll ein Hof sein auf dem ein Nationalteam trainiert“, beschwert sich ein männliches Geschöpf aus der hinteren Reihe.
      „Jetzt reiß dich mal zusammen Chris. Du weißt ganz genau, dass wir noch jeder Zeit rausfliegen können.“, antwortet ein Anderer und da muss ich kurz schlucken. Für mich war das etwas festes, was mir niemand mehr nehmen kann, doch jetzt können wir immer noch jeder Zeit aus dem Team gehen. Der Flugstress hat mich schon ans Ende getrieben, was soll das jetzt erst werden? Auch Milena ist zum Glück langsam zur Ruhe keimen und vorsichtig wecke ich sie im Bus: „Schlafpudel, wir sind da.“
      Ein kleiner Sabberfaden tropft auf ihr Shirt herunter und sie wischt ihn weg. „Was wir sind da?“, schreit sie aus alter Gewohnheit heraus. Ich nicke. Komm wir müssen heraus.
      „Hey hier Lieben. Die Islandreiter kennen mich bereits, ich bin Frau Wallin und die Trainerin für die Islandtruppe. In den 14 Tagen gehöre ich zu den Haupttrainern und werde auch Unterricht geben für alle anderen.“, stellt sich unsere Trainerin vor. Wir jubeln. Auch die Jungs machen sich einen Spaß heraus.
      “Männer, wenn ihr ein Problem habt, dann könnt ihr auch direkt wieder umdrehen!”, tadelt sie die Truppe. Stille.
      “Geht doch, also wo waren wir … ach ja. Als erstes macht ihr eure Pferde, dann habt ihr erstmal Freizeit. Um 18 Uhr beginnt dann ein gemeinsamer Grillabend mit Tanz und Musik. Und ja Vriska. Ich habe veganes Zeug für dich besorgt”, lacht sie. Was für Veganes Zeug frage ich mich, weil mir reicht doch auch Gemüse. Na gut. Nett von ihr.
      Milena und ich sind nun abgelenkt von den Jungs. Jetzt stehen die Pferde wieder im Mittelpunkt. Aus dem Transporter holt Milena und Max ihre Pferde raus. Ganz hinten steht dann mein Glymur, der mich mit einem grummeln begrüßt. “Na du”, sage ich zu ihm und streiche ihm über die Nase, dann führe ich ihn langsam aus dem Transporter. Leider können Milena und ich nun nicht zusammen zum Stall da ihre Stute Kempa rossig ist, darauf reagiert Glymur sehr gern. “Komm jetzt”, ziehe ich am Strick. Nervös reißt er seinen Kopf nach oben, kurz danach ist er wieder ruhig. Was ein Stress denke ich mir.
      “Die Pferde kommen auf die Weide”, sagt ein junger Mann im Stall zu mir.
      “Oh danke, das hatte man uns noch nicht mitgeteilt.”, bedanke ich mich und er zeigt mir wo ich lang muss. Schnell finde ich die Weide, löse den Strick und beobachte noch eine Weile, als mich plötzlich jemand auf der Schulter antippt. Hektisch drehe ich mich um - der Abtrünnige steht neben mir. Innerlich kocht es in mir hoch und gefühlt steigt meine Körpertemperatur auf 55° hoch. “Oh hey”, begrüße ich ihn.
      “Ist das dein Pferd?”, fragt er mich neugierig.
      “Ja, das ist Glymur. Meiner ist es nicht, den habe ich von meinem Chef gestellt bekommen um am Team teilnehmen zu können”, erzähle ich ihm. Ganz ruhig, sagt eine Stimme in meinem Kopf. Dann atme ich kurz durch. Verwundert guckt er mich an mit einem leicht skeptischen Blick.
      “Ach aber ist doch cool. Ich hab mein Pferd endlich abkaufen können, im Team bin ich ja schon fast zwei Jahre.”, berichtet er. Ich nicke und dann verabschiedet sich wieder.
      Als er aus der Reichweite ist, kommt Milena angerannt.
      “Und was hat er gesagt? Hat er dir gesagt wie er heißt? Will es sich mit dir heute treffen?”, bewirft sie mich mit Fragen.
      “Ganz ruhig! Wir haben uns nur kurz über die Pferde unterhalten. Nein, keine Ahnung wie er heißt”, antworte ich ihr.
      “Sonst hast du doch auch immer eine große Schnauze. Warum nicht jetzt?”, stichelt Milena mich. Ich winke ab und wir gehen zusammen unsere Sachen holen um das Zimmer zu beziehen.
      “Halbpension ist das hier oder?”, stellt Milena mir eine Frage. Mit meinen Gedanken bin ich aber noch an der Weide und überlege, wie ich hätte das kurze Gespräch besser führen können. Offenbar scheint ja doch Interesse an mir zu haben. Mhm. “Vriiiiska”, nervt Milena weiter. Ich gucke zu ihr. “Mh?”, erkundige ich mich.
      “Ich habe dich gefragt, ob das hier Halbpension ist oder nicht”, wiederholt sie.
      Ich zucke mit den Schultern: “Ja, ich denke schon.”
      “Ach gut, dann hast du Kochdienst für immer”, sagt sie und lacht. Ich nicke und lachte mit ihr. Ihren Frass möchte niemand zu sich nehmen.
      “Ist Linh gar nicht bei uns mit ihm Zimmer?”, erkundige ich mich bei Milena, die immer mehr Plan von allem hat.
      “Ne, die hat ein Zimmer mit Anna, die sind doch beide schon im Jugendkader gewesen. Best Buddys und so”, erklärt sie. Wieder nicke ich nur.
      “Na gut, schade.”, erwidere ich.
      Für die nächsten zwei Wochen ist das unsere neue Heimat und ich bin gespannt was noch auf uns zukommt. Am liebsten würde ich mich jetzt in meinen Laden setzen und mehr Zeug für die Pferde machen, aber ich habe hier weder Material noch sonst irgendwas. Also Freizeit ist schon was blödes, wenn man sonst sowas nicht hat. Milena sitzt vorm Fernseher und lackiert sich ihre Nägel neu. Im Gegensatz zu einer Tussi ist Milena sehr grobmotorisch und versucht sich der Gesellschaft anzupassen. Ich hingegen bin nichts davon, weil ich mache was ich möchte und für gut befinde. Das wird wohl einer der Gründe sein, wieso ich bis vor dem Team außerhalb des Hofes keine Freunde hatte. Also klar, als ich noch in London bei meinen Eltern gewohnt habe, war ich schon eher eine Tussi und mir war sehr wichtig was andere von mir denken. Nach dem ersten Dreck auf meiner Kleidung auf dem Pferdehof hat es Klick gemacht in meinem Hirn, wen juckt es. Auf dem Pferdehof sehen wir alle aus wie Sau, wenn man gearbeitet hat. Am Abend wird dann geduscht und noch eine Waschmaschine angemacht - fertig. Sauber.
      “Vriiiiiiska. Wo bist du schon wieder?”, nervt Milena wieder.
      “Ey, wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass du meine kleine Schwester bist und nicht meine beste Freundin. War wieder in den Gedanken fest gehangen. Was wollen wir denn jetzt machen?”, frage ich sie.
      “Ich würde gern Shoppen gehen.”, sagt sie und lacht. Um ihr hoffentlich den Wunsch erfüllen zu können, nehme ich mein Handy aus der Tasche um nach zu gucken.
      “Also ich muss dich leider enttäuschen. Das Internet ist super langsam und auch ist hier nichts als Wald”, berichte ich ihr. Enttäuschung macht sich breit in ihrem Gesicht.
      “Na gut, dann gucken wir uns halt mal den Hof an.”, schlägt sie vor.
      Noch immer habe ich meine graue Jogginghose an und dazu meine Badelatschen und wunderschöne Reitsocken drüber gezogen. Hübsch ist anders. Milena hingegen hat sich aus der Tasche meine Hotpant gezogen und dazu Reitstiefeletten.
      “Sattelst du jetzt auf Western um?”, frage ich sie scherzend.
      “Vielleicht finde ich dann einen Sexy Cowboy”, lacht sie und macht komische Cowboyartige Bewegungen.
      “Du bist doch völlig durch”, sage ich nur und wir verlassen das Zimmer. Die Sonne ist die Welt mittlerweile sehr erwärmt und die Wahl einer langen Hose war nicht so gut.

      Jace
      Während Samu dafür sorgte, dass die Pferde unserer Gäste auf den richtigen Weiden landeten, waren Lina und ich damit beschäftigt alle ihre Zimmer zu zeigen. Zum Glück waren die meisten von ihnen schnell und Aufmerksam, sodass die Zimmer schnell verteilt waren. So hatte ich vielleicht endlich ein wenig Zeit um mich meinen Pferden zu widmen. Als ich über den Hof lief sah ich, dass Samu und Lina an einer der Koppeln standen und ein kleines Pferdchen bewunderten. “Wen bewundert ihr denn da?”, fragte ich und blieb stehen. Das Pferd war dunkelbraun und hatte eine auffällige Zeichnung, allerdings war es für meinen Geschmack definitiv zu klein. Ich fand meine Tinker ja schon nicht so groß, aber dieses hier war eigentlich schon ein Pony. Zudem lief es auch sehr seltsam. Es lief etwa in der Geschwindigkeit vom Trab auf und zu, aber es sah ganz seltsam aus. Der Hengst schmiss seine Vorderbeine ganz seltsam hoch als wäre der Boden heiß oder so. “Warum läuft der so seltsam, ist der Kaputt?”, fragte ich die beiden neben dir. “Maaaan Jace hast du noch nie einen Isländer gesehen?”, erwiderte Samu lachend. “Der ist nicht kaputt der soll so laufen. Das nennt man Tölt”, erklärte Lina so gleich. “Der Tölt ist wie der Schritt auch ein Viertakt, weshalb Tölt echt bequem sein soll”.“Und ihr starrt das Pony da an, weil ….?”, fragte ich immer noch ein wenig irritiert davon warum man wollen sollte das sein Pferd so seltsam lief. Der Hengst war inzwischen ein paar Meter von uns entfernt stehen geblieben und beäugte uns neugierig. “Das Kopfabzeichen sieht fast aus wie, das von Alecs neuem Fohlen”, murmelte ich. “Das liegt ja auch daran ,dass er hier Ahvanis Papa ist.”, sagte Lina so gleich. “Das ist dieser Glym…. Glym…. Glymur? … Ich dachte irgendwie er sei kein Pony und würde laufen wie ein normales Pferd”, sagte ich. “Heißt das Ahvani läuft dann auch so komisch? Ich sollte Alec definitiv besuchen und das Überprüfen”,sagte ich heroisch und wollte in Richtung Hof verschwinden. “Du geht nirgendwo hin! Du kannst mir gefälligst helfen Mina und Empires Koppeln abzuäppeln. Du hast dich vorhin ja schon davor gedrückt”, protestierte der Finne. “Außerdem hast du mir eigentlich schon gestern versprochen,dass du mir mit Divine hilfst”,murmelte Lina. Verdammt sie war wohl wirklich noch beleidigt, weil ich sie gestern vergessen hatte. “Ok, ok ich helf dir mit der dämlichen Koppel”, gab ich klein bei. Mit Samu zusammen machte ich mich also auf den Weg zur Scheune um den Weidemann und Mistgabeln zu holen. Doch wir kamen nicht bis zur Scheune denn auf dem Hof standen zwei junge Frauen und sahen ein wenig ratlos aus in welche Richtung sie zuerst gehen sollten. “Hallo Ladies, kann man euch irgendwie helfen?”, bot ich sogleich meine Hilfe an. “Jace, benimm dich”, flüsterte mir Samu zu und boxte mir gegen den Arm. “Oh, richtig vielleicht sollte ich mich ersteinmal vorstellen. Ich bin Jace und der nette junge Mann hier neben mir ist Samu”, sagte ich und setze ein charmantes Lächeln auf. “mhmhm”,räusperte sich Samu neben mir. “Das ist nicht was ich meinte”, raute er mir zu.

      Vriska
      “Ähm, ich weiß gar nicht. Meine Freundin hier wollte Shoppen gehen, was sich auf Grund der Lage jetzt erledigt hat, deswegen wollten wir einfach mal alles angucken”, antworte ich und ziehe am Arm von Milena die mit einem breiten Grinsen winkt.
      “Ich bin Milena und die garstige Ziege hier ist Vriska”, fügt sie noch hinzu. Einen bösen Blick werfe ich ihr zu.
      “Sag ich ja”, kommt dann direkt. Am liebsten würde ihr jetzt in den Arm boxen, aber ich sollte mein Temperament mal in den Griff bekommen.

      Jace
      “Soll ich euch den Hof zeigen”, bot ich mich sogleich an. “Das Highlight hier sind Momentan definitiv die Fohlenkoppeln”, erwähnte ich nebenbei. “Jace”, tadelte Samu mich. “Sorry Bro, wir sind für die Zufriedenheit der Gäste verantwortlich, also sorg ich dafür. Ich fürchte du musst allein deine Koppel abäppeln”, raunte ich ihm mit einem Verschmitzten Grinsen zu. “Schon euch kennenzulernen ihr zwei. Ich geh dann mal weiter arbeite, ihr seid bei meinem Charmarten Kollegen sicher gut aufgehoben”, verabschiedete Samu sich und der ironische Unterton in seiner antwort blieb mir nicht verborgen.

      Milena
      „Ach Mensch komm doch mit? Wir müssen uns doch alle hier besser kennenlernen wenn wir so lange euch auf dem Nacken liegen. Vriska ist sicher auch dabei dir dann nach der Tour rasch zu helfen. Sie ist eh Hobbylos.“, lache und halte ihm am Arm fest. Von Vriska ernte ich wieder böse Blicke.
      „Fohlen würde ich gern sehen! Auf dem Hof von dem ich komme gibt es keine. Wir haben nur Sportpferde, die wir zu reiten und dann wieder verkaufen. Nur meine beiden Stuten kommen aus einer Zucht, das eine Fohlen steht sogar bei Vriska. So haben wir uns kennengelernt, auch schon vor dem Nationalteam. Zusammen waren wir auch in der Ausbildung in der Akademie bei Kalmar.”, erzähle ich wie aus einem Wasserfall.
      “Ach die Kría meinst du? Die ist schon ziemlich cool. Aber die Kleine ist ja mittlerweile schon verkauft aber muss noch abgeholt werden. Ansonsten ja klar, ich helfe gern beim Abäppeln, muss ich sonst ja auch im Alltag machen”, erzählt Vriska.
      “Jetzt versuch doch mal etwas freundlicher zu sein”, tadel ich sie. Langsam nervt ihre Laune nur noch. Auch ich bin ziemlich müde, aber ich hatte langsam kein Urlaub mehr.
      “Ignoriert sie einfach, Vriska ist ziemlich untervö….”, dann unterbricht sie mich.
      “Milena, langsam reicht es”, kommt es genervt aus ihr.
      “Ist ja okay, aber dann versuch doch mal etwas netter zu sein. Deine Augenringe schreiben zwar gerade eine dritte Staffel, aber meine sind auch schon bei der zweiten. Wir machen uns jetzt coole zwei Wochen und dann gucken wir weiter”, versuche ich sie zu erziehen. Sie winkt ab und wir gehen los zur Hoftour.

      Jace
      “Also das Gebäude hier wo wir gerade vorstehen ist der Stall für unsere Privatpferde, allerdings werdet ihr aktuell nur wenige Pferde auf dem Hof selbst finden”, erklärte ich und deute auf den Torstall. “In dem Stall hinter euch, wo jetzt eure Stuten und Wallache wohnen, sind normalerweise die Zucht- und die Reitschulpferde untergebracht.” ergänzte Samu und zeigt auf das Gebäude hinter uns, bevor wir um das Unterhaus herum gingen. Im Auslauf standen die Haflingerstute und Doo Wop. “Das hier sind Curly Lure und Doo Wop. Die beiden stehen nicht auf der Sommerkoppel, weil sie auf Diät sind”, sagte ich und zeigte auf den runden Kugelbauch der Criollo Stute. “Deshalb kommen sie nur halbtags auf die Koppel” Die beiden Stuten waren an den Zaun gekommen um sich ein Leckerlie zu erbetteln. “Eigentlich wohnen hier noch mehr Stuten, aber die sind Babybedingt auf der Fohlenkoppel”, erläuterte ich weiter. “Was habt ihr eigentlich für Pferde mitgebracht?”, fragte Samu die Beiden.

      Vriska

      “Wir sind mit Isländern unterwegs. Ich hab einen Hengst, den Glymur. Milena hat zwei Stuten.”, antworte ich darauf hin.
      “Ich kann für mich selbst reden. Meine beiden Pferdchen sind wie schon gesagt auch Isländer und Stuten. Kempa ist 10 Jahre alt und die habe ich vor ungefähr 3 Jahren von meiner Mutter bekommen. Vergangenes Jahr habe ich in im Urlaub mich in Snúra verliebt und sie direkt mitgenommen. Sie ist 8 jahre alt und deutlich mehr Potenzial als Kempa, aber ich hab beide total gern.”, fügt Milena noch hinzu.
      “Seid ihr im Kanadischen Team?”, frage ich gespannt.

      Samu
      “Ah, cool Glymur haben wir schon entdeckt. Er ist ja auch der Papa von Alecs Fohlen, echt hübsch geworde die kleine Maus”, sagte ich freundlich. “Nein, wir sind nicht im kanadischen Team, wobei sie glaub ich Nachwuchs suchen.”, antwortete ich Vriska freundlich. “hier hinter dem Auslauf folgen noch die Hengstboxen, die kleine Reithalle, die Longierhalle und die Führmaschine, aber ihr werdet den Hof schon noch früh genug genauer kennenlernen. Wer will Fohlen sehen”, grätsche Jace voll im Flirtmodus dazwischen.

      Milena
      „Iiiiiich will Fohlen sehen“, springe ich aufgeregt auf der Stelle.
      „Ach ja Glymur, der war schon lange ein Traum von mir seit dem ich reite und den auf einem Turnier gesehen habe. Mein Chef und sein Bruder haben den Gottseidank im Verkauf entdeckt, dazu kam dann noch das Angebot von Schweden. Zwei Fliegen auf einem Schlag. Bis jetzt kann ich es immer noch nicht fassen“, schwärmt Vriska.
      „Niemand interessiert deine One Love Glymur Geschichte. Den kannst du ja nicht mal richtig reiten“, faucht Max sie an, als er mit Snotra an uns vorbereitet.
      „Überfordere dein armes Pony nur weiter. Du bist doch nur eingeschnappt, weil ihr Beide die Quali bekommen habt und Tyrell sie eher als Hofvertretung sieht als dich“, verteidige ich meine Freundin.
      „Das denkst wohl auch nur du“, schnaubt er zurück und treibt Snotra vorwärts. Ich schüttle mit dem Kopf. Vriska sagt nichts dazu und ignoriert ihn vollkommen.
      „Ohne mich könnte er sie nicht mal mehr reiten“, flüstert sie leise vor sich her.
      „Mach dir nichts daraus. Du und Glymur werden die T4 rocken.“, versuche ich sie ein wenig auf zu muntern. In ihrem Blick sehe ich die Enttäuschung, da sie ihn eine Zeitlang echt gut fand und jetzt ist er so extrem Anti. Manche Menschen verstehe ich echt nicht.
      „Können wir dann weiter?“, frage Heiter noch mal nach.

      Jace
      “Meine Güte ist der immer so schlecht drauf?”, fragte ich die Mädels, während wir in Richtung Fohlenweide schlenderten.
      Wie immer kamen Candela und Mitena sofort geschlendert. In den letzten Wochen hatte Mitena sich echt entwickelt und wurde von Tag zu Tag mutiger. “Ihr müsst mal vom Tor weg ihr zwei”, sagte Samu zu den Stuten und schob sie zu Seite. “Das hier sind die beiden ältesten Fohlen Candela und Mitena. Gerade Mitena ist Luchys ganzer Stolz”, begann ich ein wenig von meinem Schützlling zu schwärmen. Die Dappels glänzen goldig auf der kleinen Palominostute.
      Candela war gerade dabei sich den beiden Frauen anzunähern, als ein kleines Fuchsfohlen angeflitzt kam und es nur knapp schaffe vor uns zu bremsen.
      “Wer bist du den?”, fragte Milena das kleine Fohlen ganz entzückt. “Das ist Mimithe, eine der Zwillinge”, sagte Samu grinsend. “Da hinten kommt auch ihre Mama mit ihrer Schwester”, ergänzte er noch und deutete auf die braune New Forest Stute die wiehernd auf uns zu trabte.

      Milena
      “Also eigentlich ist der ziemlich cool. Aber als damals dann alle Azubis gemustert wurden, wurden Vriska und Max für die Quali gewählt. Sie sind beide vom gleichen Hof und er scheint das nicht so gut zu verkraften.”, erzähle ich offen. Wieder wirft Vriska mir böse Blicke zu.
      “Ich hab doch nichts schlimmes erzählt, ist doch so”, füge ich hinzu.
      “Aber es gibt noch mehr Gründe, denke ich”, sagt Vriska noch.
      “Ich find es voll lustig, dieses Jahr gibt es total viele Zwillinge. Bei Vriska am Hof sind auch Zwillinge, Stute gesund und auch die beiden Fohlen. Ein Kumpel von mir in Deutschland hat auch gesunde Zwillinge”, erzähle ich weiter, dann hocke ich langsam hin und Mimi kommt neugierig wieder zu mir. Vorsichtig streiche ich ihr über den Kopf.

      Jace
      “Ja, wir waren auch ein wenig Überrascht, als es zwei Fohlen wurden und dann auch noch so hübsche”, erzählte Samu um das Thema zu wechseln.
      Mimi hatte schnell beschlossen, dass von Milena keine Gefahr ausging und begann auch so gleich sie anzuknabbern. “Bei der kleine musst du Aufpassen, sie ist ganz schön frech” warnte ich sie noch. Minnie Maus war inzwische bei uns angekommen. Die verschmuste Stute forderte auch sofort ein Streicheleinheit bei Vriska ein, während die kleine Minya sich hinter ihr versteckte.
      “Es ist echt erstaunlich, wie unterschiedlich die Fohlen doch sind”, sagte ich während ich Mitena ein wenig streichelte. Candela fand uns langweilig und war schon wieder dabei Gras zu fressen.

      Währenddessen bei den Jungs …

      Niklas
      Gemeinsam sitzen wir mit kalten Bier vor unseren Bungalows und halten unsere Gespräche über die neuen Mädchen ab. Anna und Linh sind gerade gegangen um ihre Pferde zu besuchen.
      “Leute, ihr wisst was heute Abend wieder ansteht”, beginne ich zu sagen.
      “Jauu, wir müssen den Mädls zeigen wer der Chef ist”, antwortet Chris.
      “Richtig. Deswegen: Wer zuerst sich eine klärt, darf dieses Jahr Kapitän der Mannschaft sein.”, schlage ich vor. Die letzten Jahre habe ich immer Gewonnen, allerdings habe ich dieses Jahr echt ein Problem. Zur Zeit habe ich mit Anna was am laufen, deswegen zählt es nicht und ich muss eine von den neuen bekommen.
      “Warum müssen wir das jedes Jahr aufs neue machen?”, fragt mein bester Kumpel.
      “Brudi, wir müssen den Weibern klar machen, dass nur wir die Punkte für die Mannschaft holen können und sie zu machen haben, was wir sagen.”, erkläre ich ihm noch mal und Boxe ihm in den Arm. Er nickt und ist wieder Still. Alle feiern wie jedes Jahr die Aktion, nur ist offenbar dieses Jahr nicht ganz so bei der Sache. Nachher werde ich mal etwas ergründen wieso.

      Jayden
      Ich war gerade mit British fertig geworden und hatte die Stute weggebarcht, als ich die Jungs Entdeckte. Ich könnte eine Pause ganz gut gebrauchen. “Hey darf man sich zu euch setzen?”, fragte ich nach. Ich war schon ein wenig neugierig, wie die Jungs in einem Nationalteam so drauf sind. Scheinbar hatten sie sehr fragwürdige Traditionen, soweit ich aus dem Gespräch entnehmen konnte.

      Niklas
      “Selbstverständlich, willst du auch mitmachen? Den Kapitän können wir dir zwar nicht anbieten, aber wenn du gewinnst, kannst du dir aussuchen was du willst oder wir machen sollen.”, schlage ich dem neuen vor.
      “Wer bist du denn?”, frage ich ihn darauf hin. “Stell dich doch mal kurz vor”, füge ich hinzu.

      Jayden
      “Ne, lass mal”, antworte ich dem jungen Mann, der sich nicht vorgestellt hatte. “Also ich bin Jayden und arbeite hie als Bereiter in der Sparte der Vielseitigkeit. Wer seid ihr alle?”, stellte ich mich vor.

      Niklas
      “Schade, ist jedes Jahr ziemlich lustig”, antworte ich ihm. Offenbar scheint er nicht so offen für unsere Scherze zu sein, aber nicht schlimm. “Also ich bin Niklas und seit 4 Jahren im Team. Die anderen sind Chris, Björn, Erik, Finley, Hannes, Matts und ..”, da stoppe ich mit der Vorstellung der Jungs, weil mein Kumpel schon wieder weg ist. “Gut und mein besten Kumpel kann ich dir nicht vorstellen, weil er sich schon wieder aus dem Staub gemacht hat. Seit dem wir die Reise am Flughafen in Stockholm begonnen haben, ist er andauernd weg. Es nervt langsam”, beschwere ich mich.
      “Ganz ruhig, ich glaub er hat sich schon wen ausgeguckt”, antwortet Björn.
      “Du wirst recht haben”, antworte ich wieder gelassener.
      “Sollten wir dann nicht langsam mal Alk für den Abend besorgen? Der Kasten ist fast leer. Aber sag mal, wie ist es hier bei euch in Kanada? Wie kauft man hier am besten Alkohol, weil bei uns in Schweden ist es extrem teuer und es gibt auch nur in ausgewählten Läden welchen. Meistens holen wir den mit der Fähre in Deutschland und dann direkt richtig viel”, erkundige ich mich bei Jayden.

      Jayden
      “Also bei uns kauft man den Alkohol ganz normal im Getränkeladen. Hier muss man eher darauf achten wo man trinkt, da das trinken in der öffentlichkeit strengsten untersagt, genauso wie in Fahrzeugen”, erklärte ich den Jungs.

      Niklas
      “Ah wie Krass, hast du Bock mit uns in die Stadt zu fahren was kaufen?”, frage ich ihn.
      “Ihr vom Hof seit natürlich alle herzlich eingeladen zum Grillabend”, lade ich ihn ein.

      Jayden
      “Klar, warum nicht ich bin gerade eh fertig mit meinen Pferden”, antworte ich den Jungs. “Ich denke wir werden alle gerne kommen”, meinte ich noch. “Nur eine frage, wie gedenkt ihr in die Stadt zu kommen, hier fährt kein Bus”, wies ich die jungs darauf hin.

      Niklas
      “Ihr habt doch sicher ein Auto oder so?”, frage ich ihn etwas entblüft. “Ansonsten nehmen wir halt die Pferde.”, schlage ich vor.

      Jayden
      “Natürlich haben wir ein Auto”, sagte ich lachend. “Allerding ist mit dem einen Jamie gerade unterweg und mit dem anderen Luchy und eure Trainerin, die wollte noch irgendetwas einkaufen gehen”, erläuterte ich den Jungs die Lage.. “Na, dann sattelt eure Pferde”,sagte ich noch und stand auf.

      Niklas
      “Jungs, ihr habt den Chef gehört - Auf Auf!”, sage ich lachend, “Denkt an festes Schuhwerk - Sicherheit geht vor!”, füge ich noch hinzu. In der Hütte ziehe ich Reitstiefel an und halte noch das T-Shirt in der Hand, dennoch entscheide ich mich dagegen. Noch kurz vorm rausgehen greife ich meine Handschuhe und den Helm, dann geht es zu Smoothie, die mit den anderen Stuten auf der Weide steht.
      “Smooth, kommst du bitte”, rufe ich meine Schimmelstute und pfeife einmal. Im Trab und gespitzten Ohren kommt sie auf mich zu. Kurz führen wir ein sehr intimes Gespräch und laufen zum Stall, damit ich sie dort noch putzen kann.
      “Ey Jungs mit oder ohne Sattel?”, frage ich in die Truppe.

      Jayden
      “Also ich werde ohne reiten”, antworte ich Niklas und putzte meiner Perlinostute den Kopf, bevor ich begann die Hufe auskratzen. Miss Leika kratze mit den Hufen ungeduldig über den Boden. “Lass, das Leika du machst dir doch nur deine Eisen kaputt”, schimpfte ich mit der Stute und klopfte ihr auf die Schulter damit sie aufhörte.

      Niklas
      “Ihr habt gehört, Eier Quetschen!”, rufe ich in die Runde. Völlig gelassen steht Smoothie da bis es los geht. Sollte ich meinem Kumpel Bescheid sagen, dass wir jetzt Alk besorgen? Pech, er wird sehen was er davon hat.
      “Also Cheffe, du weißt uns ein, wir folgen dir”, sage ich zu Jayden und klopfe ihm auf die Schulter. Dann gehe ich zu meiner Stute, die ich aus der Stallgasse führe und steige auf. Lange habe ich nicht mehr solche Schmerzen verspürt. Nach einigen Minuten wird es besser.

      Jayden
      Vor dem Stall hatte ich mich auf meine Stute geschwungen. Ich war ein wenig amüsiert über Niklas der scheinbar nicht sonderlich oft ohne Sattel ritt. Ich hatte das Glück das Leike kein sonderlich ausgeprägten Widerrist hatte. “Mir nach”, rief ich der Truppe zu und ritt zur Hofeinfahrt. “Passt auf euren Kopf auf”, warnte ich sie noch kurz bevor wir die niedrige Durchfahrt des Torstalls passierten.

      Niklas
      “Zu Spät”, rief ich Jayden zu nachdem Chris sich schön den Kopf gestoßen hat. “Du Trottel”, kommentierte ich seine erste Erschütterung. Er winkte nur ab.
      “Ihr Dorfmenschen, reitet ihr oft ohne Sattel?”, frage ich neugierig.

      Jayden
      “Ja, klar besonder die Ausritte im Sommer, wenn es zum Bach runter geht machen wir ohne Sattel, der würde sonst Nass werden”, antwortete ich ein wenig belustigt. “Im Winter hat das auch manchmal Vorteile, der Po bleibt schön warm”. Es dauerte nicht lange da kamen wir in den Wald. “Wie trittsicher sind eure Pferde? Entweder wir nehmen den kurzen Weg, der ist allerding sehr steil und steinig, da hat sich so manche unerfahrenes Pferd auch schon mal hingepackt oder wir nehmen den etwas längeren Weg der flacher ist.”, fragte ich die Jungs als wir an die Stelle kamen, wo der schmale Trampelpfad abzweige.

      Niklas
      „Das sollten die hinbekommen. Die Pferde sind alle im Training zum Geländespringen, da ist so ein bisschen Hügellandschaft kein Problem“, sage ich selbstsicher und folge Jayden auf seiner hellen Stute.
      „Was reitest du mit ihr für Turniere?“, frage ich.

      Jayden
      “Ich reite hauptsächlich Spring- und Geländetuniere mit ihr”,antworte ich dem Reiter hinter mir. “Achtung, dieses Stück ist besonder Steil, am besten lasst ihr eure Pferde einfach laufen”. Am Ende des Weges würde das Flusstal sein. Von dort aus müssen wir nur noch dem Fluss folgen und dann würden wir in der Stadt sein.

      Als die Mädchen sich die Fohlen angeguckt haben, das Kanadische Team nun auch ihren Weg zu Whitehorse Creek gefunden hat und die Jungs so viel Alkohol gekauft haben, das man damit Bayern für 8 Jahre versorgen kann, beginnt nun allmählich der Grillabend. Selbst die Trainer haben schon die ersten Schlückchen zu sich genommen. Die Stimmung ist locker und spaßig. Als DJ agieren verschiedene Musikboxen die miteinander verbunden sind und alle können jeder Zeit Musik zur Playlist hinzufügen. Mittlerweile liegt auch schon Essen auf den Grill und das Beilagen Buffet ist angerichtet.

      Vriska
      „Los sprich ihn doch mal an. Stell dich nicht so an. Ich komme auch mit“, sagt Milena zu mir, die in weniger als 10 Minuten schon zwei Bier sich hinter gekippt hat. Mein Radler ist noch immer verschlossen, weil ich den Deckel nicht aufbekomme. Fröhlich schubst sie mich vor sich her und tippt den mir noch unbekannt an. „Heyo, das ist Vriska. Sie findet sich mega heiß. Ach ja, kannst du ihr Radler auf machen? Sonst hat sie noch weiter schlechte Laune und ich denke, dass können wir hier alle nicht gebrauchten“, Quatscht sie wie aus einem Wasserfall den Abtrünnigen voll. „Öhm, klar“, antwortet er und ich reiche ihm meine Flasche. Mit einem gezielten Schlag seiner Hand auf dem Tisch mit der Flasche ist der Deckel offen. In der Zeit ist Milena verschwunden ich stehe sehr unbeholfen da. Wenn es nicht so warm wäre, würde ich sagen, dass ich aussehe wie ein im regenstehender Pudel.
      „Danke“, antworte ich kurz gebunden.
      „Und was jetzt?“, fragt er mich freundlich.
      „Gute Frage“, erwidere ich.

      Lina
      “Wow, was du da mit der Flasche gerade gemacht hast ist verdammt cool”, sagte ich zu dem jungen Mann. “Hallo, ich glaube ich hab mich bei euch noch garnicht vorgestellt. Ich bin Lina”, sprach ich weiter.

      Vriska
      „Hey du, ich muss jetzt leider wieder rüber“, sagt er und haut ab. Lina und ich schauen uns.
      „Hashtag Unangenehm?“ sage ich mit leichten Fragezeichen in den Augen. Wir lachen.
      „Wir können uns gern später unterhalten aber ich muss Milena suchen. Die trinkt immer so viel auf Partys und wird dann super unangenehm. Das versuche ich zu verhindern.“, erkläre ich ihr und winke ich zur als ich die kleinen Grüppchen abklappere. Man wo steckt die bloß. Wie kann man so schnell sein. Da fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Sie hängt bei den Jungs ab und wer sitzt da auch bei? Natürlich Max. Mir bleiben nun nur zwei Sachen - Abhauen und Zimmer oder Milena retten. Bei beiden Möglichkeiten stehe ich wie der Idiot da, obwohl das tue ich auch so. Im Gegensatz zu allen anderen sehe ich aus wie frisch von der Couch aufgestanden. Zwar habe ich noch immer eine Jogginghose an, aber natürlich eine andere, wer hat schon nur eine Jogginghose. Zum Glück ist das eher eine Sportjogginghose und nicht eine Baumwolle wie vorhin. Dann hätte Milena mich vermutlich geköpft. Auf dem ersten Blick tragen alle anderen Kurze Hosen oder ein Kleid, alle sehr elegant - und dann ich. Kein Wunder das er nicht mit mir reden wollte. Auch ihn bemerke ich in der Truppe bei den Jungs, immer wieder gucke zu ihm rüber bis ich bemerke das er mich erwischt hat. Er winkt mich zu sich. Gewappnet mit einem großen Schluck aus meinem Radler gehe ich rüber.
      „Warum guckst du immer nur, du kannst doch auch mit mir sprechen?“, sagt er und legt ziemlich cool seinen Arm um meine Schulter, dann zieht er mich an sich heran in die Truppe hinein.
      „Siehst du Vriska, war das jetzt so schlimm?“, scherzt Milena und kippt von der Bank.
      „Mein Gott, wie viel habt ihr noch in die hineingefüllt? Der Abend ist nicht einmal eine Stunde jung“, sage ich empört ich möchte zu Milena, doch der heiße Kerl hält mich fest. Einen bösen Blick werfe ich ihm zu, doch er geht nicht drauf ein und hält mich weiter fest. Ich gebe auf. Niklas beugt sich zu ihr und hilft ihr hoch, dann bin ich wieder entspannt.
      „Guck Vriska, es läuft auch ohne dich alles glatt“, scherzt sie wieder.
      „Na dann, kann ich ja zurück ins Zimmer“, sage ich und freue mich innerlich wirklich schon auf mein Bett, doch ich werde wieder festgehalten.
      „Nein, Fräulein, du bleibst“, sagt er zu mir und hält mich an der Hüfte. Ich verstehe die Welt nicht mehr, was gteht hier ab?
      „Ach hast du schon wen?“, scherzt Niklas der nun zu uns stößt.
      „Neee, aber Milena meinte, dass sie mal etwas Spaß vertragen könnte, deswegen versuche ich sie am Gehen zu hindern.“ erklärt mein heißer Typ seinem Kumpel.
      „Viel Erfolg. Ich gehe mit Milena erstmal Tanzen“, sagt Niklas und haut mit meiner Freundin im Arm ab.
      „Jetzt lass mich los“, langsam werde ich sauer.
      „Ja ja alles gut. War doch nur ein Scherz“, entschuldigt er sich.
      Wir setzen uns auf die Bank und beobachten das Geschehen.
      „Warum trinkt sie immer gleich so viel? Es hat doch nicht mal richtig angefangen“, jammere ich mich bei ihm aus.
      „Du hast echt keine Ahnung. Ich kenne sie auch nicht länger als dich und du beschwerst dich nur. Da ist mir deine Freundin lieber“, sagt er ehrlich zu mir.
      Wieder springe ich sauer auf, dann realisiere ich erst, was er gesagt hat. Natürlich hat er recht und setze mich wieder.
      „Sag ich ja“, fügt er dann hinzu.
      „Sorry, mich nervt das einfach nur mit Milena. Wir wollten uns zusammen einen lustigen Abend machen und dann ist sie jetzt schon Sturzbetrunken und Angelt sich den ersten Typen den sie findet. Bei meinem Glück darf ich dann auch heute draußen Schlafen“, sage ich zu ihm und bemerke, dass ich schon wieder jammere.
      „Lehn dich zurück und entspann dich“, sagt er zu mir und Streicht mir über den Oberschenkel. Irgendwie fühlt es sich gut an, aber wenn ich es nicht besser wüsste, scheint er auch genauso oberflächlich zu sein wie seine Kumpels.
      „Können wir es beim Reden belassen?“, bitte ich ihn. Er nickt.
      „Das Pony vorhin ist dein Partner im Team oder?“, fragt er interessiert.
      „Für Euch mag das ein Pony sein, aber Glymur ist ein Islandpferd. Sie mögen körperlich nicht die größten sein, doch im Herzen sind die Größten.“, sage ich zu ihm. Irgendwie sollte es aber klüger klingen als es dann war. Blöd. Aber er muss lachen.
      „Dann war das halt dein Pferd fürs Team“, korrigiert er sich.
      „Ach du bist doch doof“, sage ich zu ihm und setze mich auf seinen Schoß. Er legt seine Arme um mich.
      „Was geht denn hier ab?“, fragt Milena, die mit Niklas wieder kennt.
      „Ju, können wir kurz mal“, sagt Niklas mit ernster Miene zu ihm. Er nickt und beide gehen. Milena zieht mich auf die Tanzfläche und allmählich fange ich doch an Spaß zu haben.

      Niklas
      „Was soll denn der Mist?“, frage ich meinen Kumpel sehr ernst.
      „Wir haben uns doch nur unterhalten und du hast sogar mit ihrer Freundin getanzt, obwohl du was mit Anna zu laufen hast. Also eigentlich müsste ich dich voll schnauzen.“, beschwert er sich bei mir.
      „Du weißt ganz genau, dass dich das nichts angeht. Zumal du eh nicht in der Lage bist das Team zu leiten, also behalte deine Finger schön bei dir!“, erkläre ich ihm nochmal und dann gehen wir zurück.

      Vriska
      Ich sehe die Beiden zurückkommen und er scheint nicht glücklich zu sein, wird wohl ein scheiss Gespräch gewesen zu sein.
      „Geh lieber zu ihm“, sagt Milena ernst und ich laufe rüber.
      „Was denn“, mault er mich an.
      „Sorry das ich mich bei dir erkundigen wollte was los ist. Du wirkst so wütend“, sage ich vorsichtig zu ihm, schließlich möchte ich mir die Chance nicht verspielen.
      „Ja, Niklas ist nicht so begeistert, dass du auf meinem Schoß saßt. Wir haben da so eine blöde Wette im Team, wer zuerst sich ein Mädchen krallt von den neuen, darf Kapitän sein für die nächste Saison. Sonst hat Niklas immer gewonnen aber jetzt wollte ich meine Chance mal nutzen …“, sagt er eh ich ihn unterbreche.
      „Bitte was. Du hast dich nur mit mir unterhalten wegen eurem blöden Spiel? Es reicht, ich gehe“, völlig aufgelöst will ich los gehen, doch er hält mich Arm fest und zieht mich fest an ihm.
      „Ne bitte bleib, ich möchte wirklich nur ein Gespräch mit dir führen. Ich finde dich nett und Milena meinte ja auch, dass du mich gut findest. Also lass uns doch einfach gucken, wo uns das hinführt“, schlägt er vor und guckt extrem niedlich.
      „Na gut, unter einer Bedienung“, sage ich verschmitzt zu ihm.
      „Die wäre?“, fragt er gespannt.
      „Wir essen jetzt erstmal was“, lache ich und wir gehen zum Buffet.

      Lina
      Jace hatte ich den ganzen Abend noch nicht gesehen, aber eigentlich will ich ihn auch gar nicht sehen. So hatte ich mich mit einigen Leuten unterhalten, doch so langsam verschwanden die ersten ins Bett. Also saß ich allein am Feuer und starrte in die Flammen. Auf einmal setzte sich jemand neben mich. “Ach Samu du bist es”, sage ich ein wenig enttäuscht. “Wow, wenn das nicht eine freundliche Begrüßung ist”, antworte er mit ironie in der Stimme. “Du bist doch blöd”, sagte ich zu meinem besten Freund und boxte ihn gegen den Arm. “Wen hast du denn eigentlich erwartet?”, fragte er nun etwas gefühlvoller nach. “Du weißt genau wen ich erwartet hab”, antworte ich und rollte mit den Augen. “Jaja, deinen Jace hast du erwartet. Tja da muss ich dich leider enttäuschen, den habe ich vorhin irgendwo mit einer Gruppe Mädels gesehen, voll im Flirtmodus”, antwortete mir der Finne. “Ach man ich versteh diesen Mann einfach nicht”, sagte ich und lehnte mich an seiner Schulter an “Einmal ist er total süß und nett und dann ist aufeinmal wieder so… so Jace halt”, jammerte ich ein wenig vor mich in. Samu nahm mich in den Arm und sagte” Du vergisst jetzt mal deinen Herzensbrecher und wir genießen den restlichen Abend. Ich geh und Marshmallow und Kekse holen, dann gibt es erst einmal leckere S'mores”. “Vergiss die Schokolade nicht”, rief ich ihm noch hinterher als er verschwand um die Zutaten zu holen.

      Vriska
      “Warte mal bevor wir essen.”, unterbreche ihn bevor er sich setzen kann. “Guck Lina sitzt dort alleine herum, wollen wir uns nicht dazu setzen?”, frage ich rhetorisch und laufe mit meinem Teller. In meinem Kopf rollt er mit den Augen aber folgt mir.
      “Na du, sorry das ich so schnell weg musste. Wie ist dein Abend bisher?”, frage ich sie gespannt.

      Lina
      “Naja, geht so”, antworte ich Vriska. “Aber jetzt kommt der bessere Teil. Kennst du Smores?”, fragte ich Vriska und ihre Begleitung. Samu kam gerade auch wieder um die Ecke, beladen mit einer großen Packung Kekse,Marshmallows und Schokolade. “Oh, da ist Samu ja schon”, sagte ich und ging Samu entgegen um ihn etwas von seiner riesen Ladung abzunehmen.

      Vriska
      “Nein sagt mir gar nichts, aber ich möchte erst mal was richtiges essen. Auf dem Flug hier war es einfach unmöglich etwas veganes zu finden.”, erzähle ich fröhlich und schiebe mir eine Gabel voll mit dem Gemüse in den Mund.
      “Du sei mir nicht böse, aber ich werd mal rüber gehen zu den Jungs”, sagt er zu mir. Ich gucke ihn verwundert an und nicke dann. Dann geht er.
      “Also wo waren wir? Ach ja, S’Mores. Nein kenne ich nicht. Was ist denn da drin?”, frage ich Lina.

      Lina
      “Eigentlich ganz simpel. Man nimmt ein Marshmallow brät ihn gut durch und packt ihn zwischen zwei Kekse. Je nach Geschmack kann man auch noch Schokolade oder ähnliches dazu packen”,erklärte ich Vriska. “Wie war euer Flug denn, es ist ja ganz schön weit von euch hierher. Ich kann dir sagen du kannst dich schon darauf vorbereiten, das dein Pferd morgen ganz schön müde sein wird. Divine war ganz schön fertig als wir ankamen. Ihr habt doch den Tinker bei euch, wie Läufte es denn so mit ihr?”, erzählte ich schon deutlich besser gelaunt.

      Vriska
      “Ja das denke ich auch, aber morgen haben wir am Nachmittag auch erst Training, wenn ich Frau Wallin richtig verstanden habe. Allerdings wollen die auch irgendwelche Spiele zur Teambildung machen. Mal gucken.”, fange ich an zu erzählen. Dann fragt Lina mich nach Holy.
      “Ach Holy meinst du? Vor meiner Abreise habe ich noch bis zum letzten Tag mit ihr gearbeitet, damit Hedda und Folke weniger zutun haben. Für die drei tut mir es leid, dass ich nun nur noch im Normalfall am Wochenende dort bin. Aber ich denke, dass sie Holy auch ohne mich in eine gute Richtung lenken. Bei ist das Weiße Pferdchen oder?”, erkundige ich mich.

      Lina
      “Das ist schön das es bei euch so gut Läuft. Ja, genau ich trainiere Divine. Wir haben vor zwei Wochen angefangen ihn zu reiten. An sich macht er das auch echt brav, aber das Problem ist dass er alleine nicht Läuft. Er läuft nur wenn ein anderes Pferd neben ihm läuft. Wir haben den Verdacht, dass es dadurch kommt, dass es vermutlich nur zweispännig gefahren wurde”, erzählte ich munter. “Du hast aber auch ein echt schicken Kerl mitgebracht”, kommentierte Samu der gerade dabei war die ersten Marshmallows zu rösten.

      Vriska
      “Freut mich zu hören! Holy durfte aktuell nur den Reiter als Gegenstand am Boden kennenlernen, aber ich denke sie fangen jetzt auch an mit dem Reiten. Hedda saß ja schon mal drauf, was wohl ganz gut geklappt hat.”, erzähle ich weiter.
      “Vriiiiisiiiii!”, brüllt Milena zu mir und kommt angerannt.
      “Sach ma’. Wie alt bist du eigentlich? 8 Jahre? Ich unterhalte mich gerade”, tadel ich sie und merke, dass ich wie meine Mutter klinge.
      “Sorry aber dein Dude knutscht ne Andere”, erzählt sie mir belustigt.
      “Also erstens kann man das freundlicher erzählen und zweitens ist es nicht mein Dude. Ich fand ich bisher nur ganz gut, aber wenn er wen anderes hat, freut mich das natürlich. Dann kann ich mich nun besser auf unser Team konzentrieren”, sage ich zu Milena, die schon wieder abhaut. Ich schüttle nur meinen Kopf und drehe mich zurück zu den anderen Beiden. In meinem Kopf tausende Bilder von dem kurzen Moment mit ihm und auch die Vorstellung, dass er offenbar schon jemand hat. Es schüttelt sich in mir und ich brülle: “STOP!” Alle gucken zu mir. “Entschuldigung”, füge ich dann hinzu und alle machen weiter. Man, jetzt mache ich mich hier auch noch zum Affen.
      “Ich würde mich gern gleich weiter unterhalten, aber ich muss mal kurz weg. Bin gleich wieder da.”, sage ich zu Lina und Samu. Dann stehe ich auf und renne weg. Genau, Rennen ist gerade das richtige. Mitten auf dem Hof stehe ich und überlege wohin, in den Wald? Zur Straße? Oder nur zu Glymur. Die Entscheidung fällt auf Glymur, der genüsslich in seiner Box das Heu knabbert.
      “Auch wenn wir uns noch nicht lange kennen, hoffe ich, dass du nicht so Idiot bist wie alle anderen Kerle in meinem Umfeld”, erzähle ich meinem Hengst als er hektisch den Kopf hoch reißt. Bitte nicht schon wieder der Kerl, denke ich, als dann Max im Eingang steht.
      “Was willst du denn hier?”, frage ich ihn entsetzt.
      “Eigentlich wollte ich nur zu den Stuten, aber hab dann hier Licht gesehen und war neugierig. Da du jetzt hier bist, wollte ich eigentlich den Moment nutzen, um mich bei dir zu entschuldigen. Die letzten zwei Wochen war ich echt ein Arsch und das ist nicht richtig, du hast hier den Platz genauso verdient wie ich.“, sagt Max mit einem imaginären eingezogenen Schwanz.
      „Schon gut, aber geh jetzt bitte. Ich brauche meine Ruhe“, würge ich ihn ab. Er nickt und verlässt den Stall. Endlich bin ich allein. Erschöpft lehnte ich mich an die Box von meinem Pferd und genieße die fast Stille. Aus dem Hintergrund hört man nur die Feier, die immer noch kein Ende findet.

      Milena
      “Hast du nicht gemacht!”, grölt Niklas als ich zurückkomme.
      “Highfive”, sage ich zu ihm und hebe meine Hand. Er und seine Kumpel bis auf Ju schlagen ein.
      “Krasse Aktion”, sagt der eine.
      Mittlerweile denke ich schon, dass es nicht nett gegenüber meiner besten Freundin war aber ich wollte auch mal coole Freunde haben. Wie auch Vriska gehörte ich immer zu der komischen Randgruppe, die zwar da sind aber nur wirklich existieren, wenn man was braucht. Aber jetzt darf ich auch mal was machen.
      “Hast du Lust mit zum Wasser zu kommen?”, reißt mich Niklas aus meinen Gedanken
      “Ja klar sehr gern. Wollen wir die anderen auch noch fragen?”, frage ich ihn. Er nickt. Ich laufe die kleinen Grüppchen ab und lande am Ende wieder am Feuer, wo Vriska vorhin noch war. Doch sie ist mal wieder nicht da. Dennoch frage ich die anderen Beiden vom Hof: “Habt ihr Lust mit ans Wasser zu kommen?”

      Samu
      “Du bist scheinbar nicht die einzige, die die Männerwelt nicht versteht”, meine ich lachend zu Lina nachdem Vriska verschwunden war. Mittlerweile waren die ersten Smorese fertig. “Für heute bis du mein Lieblingsmann”, neuschte Lina während sie ihre Smores verspeißte. “Ich fühle mich sehr geehrt”, antworte ich ein wenig gespielt hochnäsig, was dazu führte, dass Lina so sehr lachen musste dass sie sich fast verschluckte. “Willst du mich eigentlich umbringen”, sagte Lina lachend, als sie wieder Luft bekam.

      Währenddessen bei Jace.

      Jace
      Ich hatte mich zu einer Gruppe gutaussehender Mädels gesellt von denen einige schon eine Menge intus hatten, wobei ich zugegebenermaßen auch ganz gut dabei war. Ich saß neben einer hübschen Blondine die sich mir als Abigail vorgestellt hatte. Mit der Gruppe hatten wir eine ganz Weile Bierpong gespielet, das hatte allerding ein Ende gefunden als eins der Mädels mit irgendeinem Jungen verschwunden war und ein paar andre Hunger bekommen hatten. “Wie gefällt es dir bisher hier?”, frage ich Abigail. “Mit dir gefällt es mir sehr gut hier”, antwortete sie und platzierte sich auf meinem Schoß. “Echt du hast echt wundervolle Augen, dieses blau und dieses braun, einfach Wow”, flüsterte sie mir zu und strich mir durchs Haar. “Das bekomm ich öfters zu hören”, raunte ich zurück und setzte meinen Flirtblick auf.

      Lina
      “Einfach göttlich diese Dinger”, sagte ich fröhlich vor mich hin mapfent zu Samu. Mein bester Kumpel hatte es mal wieder geschafft den Abend zu retten. “Ganz schön klebrig das Zeug. Ich geh mal meine Finger waschen”, sagte ich nachdem ich alle Smores erfolgreich verputzt hatte und stand auf um in Richtung Haus zu laufen. Auf dem Weg begegnete ich Milena, die uns fragte ob wir schwimmen gehen wollte. “Später vielleicht”, antwortete ich im vorbeigehen. Auf dem Weg zu Haus kam ich an den Tischen vorbei und entdeckte ihn. Jace saß dort mit einem Mädchen auf dem Schoß und sah nicht gerade abgeneigt aus. War ja klar typisch Jace. Ich spürte wie eine Mischung aus Enttäuschung und Wut in mir hochstieg. Ich spürte wie sich Tränen an bahnten und dann übernahmen meine Füße die Kontrolle. Zielstrebig trugen sie mich zur Sommerkoppel. Meine Augen suchten die Koppel nach etwas bestimmten ab und am Waldrand fand ich was ich suchte. Das weiße Fell leuchtete nahezu im Mondlicht. “Divine”, rief ich leise über die Koppel und schon sah ich wie der weiße Fleck am Waldrand sich in Bewegung setzt. Eine halbe Minute später stand der weiße Freiberger vor mir. “Warum ist er nur so? Ich dachte er hätte es endlich kapiert, aber kaum kommt ein hübsches Mädchen schaltet er sein verdammtes Gehirn ab.”, schrie ich den Hengst schon fast an während mir die Tränen über das Gesicht rannen. Der Hengst schnupperte mir übers Gesicht und pustete mir freundlich seine warme Luft ins Ohr. “Sorry, du kannst ja nix dafür mein großer”, sagte ich nun etwas sanfter und strich dem Hengst durch die wuschelige Mähne. Auf Einmal knackt es irgendwo in der Entfernung und Divine richtete Aufmerksam die Ohren auf. “Was war das denn?”, flüsterte ich. Nervös begann Divine nun mit dem Schweif zu schlagen.


      Vriska
      Noch genießte ich die Ruhe, eh ich durch weinenartige Geräusche gestört werde. Langsam öffne ich meine Augen und merke nur im Augenwinkel das jemand vorbei rennt. Da steigt in mir meine Helfersucht wieder hoch, ich erhebe mich und werde der Person folgen um zu gucken, ob ich etwas tun kann. Der Weg führte mich zu einer großen Weide auf der offensichtlich Lina bei dem Freiberger ist.
      „Erschreck dich nicht!“, rufe ich ihr flüsternd zu. Schnell dreht sie sich um.
      „Alles gut bei dir? Willst du reden?“, frage ich sie freundlich als ich auf ihr zu gehe. Vorsichtig strecke ich dem Hengst meine Hand entgegen und werde beschnuppert.

      Lina
      “Naja, es ist wegen Jace er ist einfach ein Idiot”, sagte ich zu Vriska. Nachdem der weiße Hengst Vriska inspiziert hatte beruhigte er sich auch wieder ein wenig. “Ein Idiot der scheinbar nur mit seinem Schw... denkt”, fügte ich noch hinzu. “Scheinbar sind die Pferde die einzigen Männer den man trauen kann”, sagte ich während ich Divine den Schopf aus der Stirn strich.

      Vriska
      So traurig das auch ist, ich musste Lachen. „Dem habe ich nichts weiter hinzufügen. Ich dachte echt, dass ein Kerl an mir interessiert ist, den ich heute früh das erste mal in meinem Leben gesehen habe. Irgendwie hat es in mir ein total wohlfühlendes Gefühl auslöst als ich ihn sah, naja blöd. Hoffentlich entpuppt sich mein Glymur nicht als so derartig Schwanzgesteuert.“, erzähle ich ihr um sie auf zu muntern.
      „Ich hab ne Idee! Irgendwie habe ich mitbekommen das die jetzt alle wohl Baden gehen. Wollen wir da auch mal hingehen und denen einen Streich spielen oder sie schockieren?“, schlage ich vor und während ich es ausspreche geht die Idee in meinem Kopf offenbar durch eine Tür.

      Lina
      “Oh ja, das klingt nach einer super Idee”, sagte ich begeistert und wir machten uns auf den Weg zum Fluss. “Gegen eine hübsche Stute wirst du kaum eine Chance haben”, erwiderte ich lachend. “Hier in der Nähe steht ein Fohlen von deinem hübschen Kerl. Ich wollte die Tage eh Alec besuchen, wenn du willst nehm ich dich mit, dann kannst du dir die kleine mal Ansehen”,fügte ich noch hinzu. Nach ein paar Meter zog ich sie auf einen Pferd zwischen den Büschen “Hier, entlang”, flüsterte ich. “Wenn wir von hier kommen können sie uns nicht sehen”

      Vriska
      „Ah cool! Sehr gern, machen wir.“, flüstere ich ihr zu. Als wir bei der Truppe ankommen fällt die Ultimative Idee ein.
      „Guck mal die sind alle Baden, du müsstest Jace Kleidung erkennen oder? Lass und die richtig nach Kindermanier mit nehmen und irgendwo hinpacken. Niemand weiß das wir hier waren. Schließlich hat es keiner mitbekommen, außer das wir bei unseren Pferden waren.“, schlage ich Lina vor und halte meine Hand vor meinem Mund, damit ich nicht lache.

      Lina
      “Oh, super Idee. Praktischerweise ist es gleich der Haufen da vorne”,flüsterte ich und deutet auf einen kleinen Kleiderhaufen. Die badenden waren ein ganzes Stück weiter Flussabwärts, sodass es kein Problem sein würde die Klamotten unbemerkt zu stibitzen. Leise schlichen wir zu dem Kleiderhaufen und sammelten ihn auf, bevor wir genauso lautlos wie wir gekommen waren wieder im Gebüsch verschwanden. “Lass uns die Sachen auf dem Hof irgendwo verstecken, soll er mal sehen wie er zurück kommt”, schlug ich vor und musste mich echt zusammenreißen um nicht zu kichern.

      Vriska
      „Sehr gut! Machen wir. Aber bevor wir am Hof sind müssen wir noch den Sand von unseren Schuhen entfernen, das fällt sich vielleicht auf!“, sage ich noch zu ihr und nehme mir das T-Shirt aus dem Haufen, den sie auf dem Arm hat und wische meine Schuhe ab.
      „Waschen wird er wohl schaffen“, füge ich schelmisch hinzu.

      Lina
      Auch ich säuberte meine Füße und es ging zurück zum Hof, wo wir im Stall auch einen Ort fanden, wo Jace so schnell nicht suchen würde. “Das war eine super Idee”, sagte ich zu Vriska und gab ihr ein high five. “Wie wärs wenn wir zurück zum Feuer gehen?”.

      Die Stimmung von Vriska und Lina war nun wieder besser, nachdem beide innerhalb von kurzer Zeit von ihren Typen sehr enttäuscht wurden. Dennoch gab es für Vriska keinen Grund dafür, schließlich hatte Ju nichts falsch gemacht, lediglich ihre beste Freundin hat nun keine weiße Weste mehr. Nach ungefähr einer Stunde war der Pegel der Badenden nicht mir auf hochtouren, weswegen schnell der Entschluss gefasst wurde zurück zu gehen und sich wieder auf höhere Zahlen zu bringen. Doch für Jace gab es eine böse Überraschung. Alle konnten sich wieder ankleiden, schließlich war der größte Teil nackt in den Fluss gegangen, so wie er auch. Nur fand er seine Sachen nicht mehr. Freundlicherweise stellte Niklas ihm seine Hose zur Verfügung, damit er nicht gänzlich unbekleidet zurück muss. Für alle war es dennoch sehr lustig - Jace’ Begeisterung hielt sich jedoch in Grenzen.
      Zur gleichen Zeit am Hof konnten Vriska und Lina sich nicht zusammenreißen und mussten Samu von der Aktion erzählen. Anfangs war er sehr negativ demgegenüber gestimmt, doch als Jace wütend zurück kam, musste er auch ziemlich lachen und war auf der Seite der Mädels.

      Jace
      Ein wenig sauer stapfte ich den Weg zum Hof zurück. Irgendein Idiot hatte meine Klamotten versteckt. Am Feuer saßen Samu, Lina und Vriska und schienen sich zu Unterhalten. “Warum hast du kein T-Shirt an?”, fragte Samu mich. “Weil irgendein Idiot meine Klamotten versteckt hat”, knurrte ich. “Habt ihr gesehen wer es war?”. “Nein, wir waren die ganze Zeit hier”, antwortete Lina unschuldig und Vriska nickte bestätigend. “Ich werde mir jetzte erstmal neue Klamotten und ein Bier holen”, brummte ich bevor ich im Haus verschwand. In meinem Zimmer zog ich Jeans und T-Shirt aus der Kommode und zog mich an. Danach begab ich mich auf die Suche nach Niklas um ihm seine Hose zurück zu bringen. “Danke nochmal, du bist echt ein Ehrenmann”, bedankte ich mich immer noch sehr schlecht gelaunt.

      Niklas
      “Kein Problem, Diggi. Immer wieder gern. Setzt du dich dann wieder zu uns?”, antworte ich Jace, der mir meine Hose zurückgibt. “Wir wollen jetzt noch eine Runde ‘ich habe noch nie’ spielen. Werde jetzt auch noch die Loser am Feuer davon überzeugen mit zu machen, vielleicht steckt in denen ja auch was cooles”, füge ich noch hinzu und gehe zum Feuer.
      “Hey ihr, habt ihr Lust ein Trinkspiel mitzuspielen. Alle anderen machen auch mit, also wird ziemlich lustig”, begrüße ich die Drei am Feuer. Fragend guckt Vriska die Beiden abwechselnd an.
      “Was sagt ihr?”, fragt sie dann.

      Samu
      “Warum eigentlich nicht”, antwortete Lina drene Lauen um einiges besser zu sein schien als vorher. Ich für meinen Teil konnte zwar drauf verzichten, aber es war vermutlich besser wenn ich mitging. Nicht das Lina noch irgendwelche Dummheiten anstellt. Zudem befürchte ich auch, dass sie noch eine emotionale Stütze gebrauchen konnte, denn ich hatte mitbekommen, dass Jace mit einer von den Mädels nicht ganz erfolgreich geflirtet hatte. “Ich mach auch mit”, schloss ich mich Lina also an.

      Niklas
      “Willkommen bei der ersten Ich-habe-noch-nie Runde auf dem Whitehorse Creek. An alle unter 18 Jahren, bitte verlasst nun die Runde, alle über 18, lasst euch aus. Bitte seid ehrlich!”, beginne ich das Spiel einzuleiten. Die Gruppe jubelt.
      “Dann beginnen wir nun. Reihum, darf jeder eine Frage bzw Aussage treffen. Mit Abstimmung kommen auch Wahrheit oder Pflicht Aufgaben dazwischen. Los gehts”, rufe ich.

      Etwas Zeit vergeht ... (gekürzt)

      “Finde ich gut”, sage Ju und zieht überzeugt seine Schuhe aus.
      “Leute, wir haben alle großen Spaß, aber ich hab gerade mal auf die Uhr geschaut. Es ist schon halb 4 Uhr und morgen müssen wir sicher früh aufstehen.”, sage ich und mache die Musik aus. Alle stimmen mir zu. Milena ist in der Zeit schon auf mir eingeschlafen. Ich ziehe meinen Kumpel an mich heran: “Ich würd gern Milena mitnehmen. Ist für dich Okay zu Vriska mit zu gehen?”
      Mal wieder setzt er seinen Blick auf, der einem direkt verrät, dass er unzufrieden ist mit der Situation aber aus der Freundschaft heraus es akzeptiert.
      “Ich würde dann nur gern noch frische Sachen raus holen und mein Zahnputzzeug”, antwortet er bloß und geht vor. Vriska scheint schon auf dem Zimmer zu sein, da ich sie nirgendwo mehr sehe. Milena habe ich auf den Arm genommen und trage sie in Richtung meines Zimmer.

      Samu
      Endlich erlöste Niklas uns von dieser Runde. Ich sah , dass Jace sich schnell verpisste um mir nicht zu begegnen, aber heute hatte ich auch gar keine Lust mehr ihm Vorzuhalten was für ein bescheuerter Idiot er eigentlich war. Ich begleitet Lina noch bis auf ihr Zimmer “Dir sind die Hormone heute auch ganz schön zu Kopf gestiegen oder?”, fragte ich sie. Ich hatte sie noch nie so stur erlebt. “Mmmm.. Jace ist einfach so ein Vollidiot”, murmelte ich nur noch. “Schlaf gut Lina”,verabschiedete ich mich und ging in mein eigenes Zimmer. Ich putze mir noch schnell die Zähne und zog mich um bevor ich schließlich müde ins Bett fiel. Morgen würde ich Jace eine ordentliche Standpauke halten.

      Vriska
      Endlich ins Bett, dachte ich nur noch bis es klopfte. “Milli, du wirst doch wohl noch in der Lage sein eine Tür zu öffnen”, stieß ich nur noch genervt aus. Langsam öffnet sie sich “Ähm, genau deswegen bin ich hier. Sie will wohl lieber bei Niklas drüben schlafen und wie vorhin schon befürchtet muss ich jetzt hier schlafen”, sagt Ju verlegen und steht mit Badelatschen und einer kleinen Tragetasche in der Tür. Völlig schockiert und wütend gucke ich zu ihm. “Grundsätzlich stellt das kein Problem dar, aber wir haben offenbar das einzige Zimmer mit Doppelbett und nach dem Abend bin ich mir nicht so ganz sicher, ob ich mit jemanden der solche Freunde hat in einem Bett schlafen möchte”, sage ich.
      “Du kein Problem, ich würde auf dem Boden schlafen. Bitte schick mich nur nicht darüber”, bettelt er mich fast an. Er tut mir schon irgendwie leid wie er dasteht, obwohl er mehr als ein Kopf größer ist als ich.
      “Na gut, du kannst mit ins Bett. Aber nicht berühren, dann sind deine Finger ab!”, drohe ich ihm. Er nickt und geht noch ins Bad. Ich habe mich in der Zeit in mein viel zu großes WM T-Shirt geschmissen und es mir im Bett bequem gemacht.
      “Achtung”, warnt Ju ich als er dazu kommt.
      Einige Minuten liegen wir Schweigend nebeneinander, als er dann doch noch ein Gespräch anfängt: “Ich muss jetzt einfach Fragen, vielleicht liegt es auch am Alkohol, aber was Milena vorhin gesagt hat, dass war schon ihr Ernst oder?” Etwas überrascht gucke zu ihm, da ist dunkel ist, kann er aber sicherlich mein Gesichtsausdruck nicht wahrnehmen. “Die viel wichtigere Fragen ist ja, ob Milena recht hatte mit dem, was sie mir gesagt hat”, erwidere ich etwas nervt.
      “Nein. Ganz Klar. Niklas hat so eine blöde Wette gemacht um zu gucken wie weit sie für ihn gehen würde.”, fängt er an zu erzählen.
      “Die kleine Kuh. Die braucht morgen gar nicht ankommen”, sage ich zu ihm und innerlich fällt mir ein Stern vom Herzen, dass er offenbar doch nicht so wie seine Freunde ist. Im ersten Moment.
      Noch einige Minuten unterhalten wir uns, bis sich jeder zur anderen Seite dreht um versucht zu schlafen. Aber ich kann nicht schlafen, irgendwie ist mir warm und kalt gleichzeitig, schließlich liegt gerade ein ziemlich toller Typ neben mir der scheinbar auch interessiert an mir ist. Ich drehe mich und uns bemerke, dass er sich auch zurück auf den Rücken gelegt hat. Vorsichtig lege ich meinen Kopf auf seine Brust. Ich glaube, noch nie habe ich eine so bemuskelte Brust unter meinem Kopf gesprüht. Auch kann ich nicht wiederstehen meine Hände auf seinen Oberkörper zu legen. Als ich mich sicher fühle atme ich tief durch und schließe die Augen, aber ich merke das Ju doch noch wach ist und seinen Arm um meine Taille legt. Mit der anderen Hand streicht er mir durchs Haar. “Gute Nacht. Hoffentlich darf ich dennoch meine Finger behalten”, sagt er noch. Ich schmunzle nur und schlafe endgültig auf vermutlich dem besten Platz der Welt ein.

      Lina
      Zusammen mit Samu, Luchy und Jayden war ich gerade dabei das Frühstücksbuffet aufzubauen. Weil die Sonne so schön schien hatten wir beschlossen das ganze draußen auf zu bauen. Eigentlich hätte Jace auch helfen sollen, doch der war einfach nicht aufgetaucht. “Wo ist eigentlich Jace?”, fragte Jayden nachdem wir fertig waren mit Aufbauen. “Ohh, den gehe ich holen”, sagte Samu freudig und verschwand ins Haus. “Warum ist Samu denn so gut drauf?”, fragte Luch ein wenig erstaunt. Normalerweise gehörte Samu zu der Sorte Mensch die vor dem ersten Kaffee zu nichts zu gebrauchen waren. “Ich glaub der hat heute besonders gut geschlafen”, antworte ich schmunzelnd. Jayden und ich wussten natürlich warum Samu so gut gelaunt heute war, aber Luchy hatte von der Aktion gestern natürlich nichts mitbekommen.

      Jace
      Ich wurde davon wach, dass irgendwer gegen meine Tür hämmerte und kaum eine Sekunde später stand Samu im Zimmer. “Du dämlicher Vollidiot”, schnauze er mich an und in meinem Kopf meldete sich ein pochen zusammen mit Kopfschmerzen. “Kannst du ein wenig leiser sein?”, wenig verwirrt zu Samu und blinzelte in das helle Sonnenlicht. “Nein kann ich nicht. “, schimpfte er weiter und zog die Vorhänge auf. “Ahhh, mach das wieder zu”, sagte ich empört und kniff die Augen zusammen. “Nein, den Kater hast du dir verdient. Was ist in deinem dämlichen Gehirn falsch gelaufen, dass du erst jemanden abfüllst und wenns ihm schlecht geht lässt du ihn einfach allein, du dämlicher Esel”, schimpfte er weiter. “Und eigentlich hättest du uns heute morgen helfen sollen. Herzlichen Glückwunsch du darfst die Koppel heute komplett allein abäppeln”, sagte er noch bevor er endlich verschwand. Diese Kopfschmerzen würde mich noch Umbringen. Ich warf erst einmal ne Aspirin um irgendeinen Art von Gedanken fassen zu können. Langsam rollte ich aus dem Bett und begab mich ins Bad. Auf dem Weg dahin fiel ich erst einmal fast über den Kleiderhaufen auf dem Boden. In meinem Schränkchen wurde ich zum Glück auch fündig. Ich warf mir eine Aspirin ein und spritze mir erst einmal Wasser ins Gesicht. Was war gestern Abend nur passiert ich konnte mich nur noch daran Erinner ,dass ich mit Abigail geflirtet hatte und dann waren wir Schwimmen gewesen. Nach dem Schwimmen waren mein Klamotten auf einmal weg gewesen und Niklas hatte mir seine Hose geliehen. An mehr Erinnerte ich mich nicht mehr. Ich fuhr mir durch die Haare und stellte fest das ich roch wie ein Brauerei. “Jetzt brauch ich erst einmal eine Dusche”, sagte ich zu meinem Spiegelbild. Gesagt getan. 10 Minuten später stieg ich halbwegs wach aus der Dusche. Das es heute noch wärmer war als gestern, entschied ich mich nur ein Tanktop zu meiner Reithose an zu ziehen, bevor ich mich runter begab.

      Milena
      “Guuuuten Morgen”, begrüßt mich Niklas, neben dem ich offenbar liege. An viel erinnere ich mich, war wohl doch etwas viel. Müde gucke ich unter die Decke - Fuck.
      “War es wenigstens gut?”, frage ich ihn noch völlig verschlafen. Er nickt und streicht mir die Haare aus dem Gesicht. Langsam raffe ich mich auf und möchte nach meiner Unterwäsche greifen, als die Tür auffliegt.
      “Was geht denn hier ab?”, ruft Anna wütend. In Niklas Gesicht sieht man schon eine Art Bestätigung, aber auch scheint es ihm sehr unangenehm sein. Auch Hannes kommt.
      “Ach Diggah”, sagt sein Bruder nur und geht mit seiner nun wahrscheinlich Ex-Freundin wieder.
      “Bevor ich's vergesse, Herr Holm kommt gleich und er hat ziemlich schlechte Laune”, kommt er nochmal zurück und sagt uns bescheid.
      “Los schnell”; sagt Niklas hektisch zu mir. So schnell wie ich kann ziehe ich mich an und verlasse das Zimmer, doch dann steht schon Herr Holm vor mir.
      “Ich hoffe, dass ich nicht das wonach es aussieht.”, sagt er verärgert. Ich entschuldige mich und laufe rüber zu meinem Zimmer. Doch Vriska liegt noch im Bett mit … warte mal, ist das Ju.
      “Als ob du dir auch gegönnt hast”, lache ich als ich rein gehe. Offenbar haben sie noch geschlafen.
      “Was willst du?”, fährt sie mich verärgert an.
      “Eigentlich ist das auch mein Zimmer, aber ich kann auch rüber zu Linh ziehen, die ist wenigstens nicht so eklig wie du”, reagiere ich gekonnt, obwohl es nicht so gut ist, mit meiner eigentlich besten Freundin zu sprechen. Ohne noch etwas zu sagen, gehe ich kurz Duschen und haue ab zu meinen Pferden, da wir schließlich selbst die Boxen sauber machen müssen.

      Vriska
      Als Milena dann wieder weg ist, versuche ich Ju zu wecken, der noch schläft wie ein Stein. Langsam kommt er zu sich.
      “Hatten wir … ?”, fragt er vorsichtig.
      “Nein nein, alles gut. Wir haben nur zusammen in einem Bett geschlafen, aber du musst jetzt so schnell wie möglich gehen. Vor einer Stunde hätten wir alle schon im Stall sein müssen um sauber zu machen. Offenbar sind nun auch unsere Trainer schon auf Tour”, erkläre ich ihm und muss etwas lachen. Direkt ist er entspannt, zieht sich an und geht Richtung seines Zimmer. Kurz schaue ich ihm nach und höre schon Herrn Holm ziemlich laut werden. Hoffentlich nimmt er mir das nicht übel, aber eigentlich ist sein Kumpel schuld. Dank mir hatte er wenigstens einen Platz im Bett.
      “Vriska?”, kommt dann Frau Wallin in mein Zimmer, als ich mich gerade anziehe. Erschrocken drehe ich mich um und nicke.
      “Denk dran, du bist noch in der Probezeit. Nur mit einiger Überzeugung konnte ich dafür Sorgen, dass du im Team konntest. Eigentlich sollte ich dir das nicht sagen, aber ich muss dir den Ernst der Lage vermitteln. Direkt die erste Nacht mit einem der höheren Klassen zu verbringen mag reizvoll sein, aber es geht um deine Zukunft”, versucht sie mir freundlich zu sagen, aber ich höre nur das negative heraus.
      “Er hat nur …”, möchte ich mich zur Situation äußern, aber sie unterbricht mich.
      “Mir ist egal was passiert ist und was nicht. Denk nur an meine Worte und jetzt flott. In 30 Minuten gibt es frühstück”, sagt Frau Wallin und verlässt mein Zimmer. Irgendwie ist in meinem Zimmer mehr Verkehr als auf der Autobahn. Schnell hüpfe ich noch in meine Hose und mache mich auf die Suche nach Lina. Vielleicht kann sie mir helfen was das Saubermachen angeht. Es ist noch immer erst der erste richtige Tag, also keine Ahnung wo was ist. Ich bin froh zu wissen, wo mein Pferd ist. In dem Moment wird mir auch klar, dass er nicht eingedeckt ist. Also nochmal zurück ins Zimmer um die Decke zuholen und wieder raus nach Lina suchen.

      Lina
      “Lina” kam Vriska rufend auf mich zugelaufen, als ich gerade über den Hof lief um Mina und Briair noch schnell ihr Frühstück zu bringen, bevor es für die beiden wieder auf die Koppel ging. “Guten Morgen Vriska, du siehst ja aus wie aus dem Bett gefallen”, begrüßte ich die junge Frau die auch noch eine Decke unterm Arm trug.

      Vriska
      “Lange Geschichte, aber dazu später. Jetzt ist erstmal was anderes wichtig. Wir müssen alle in einer halben Stunde beim Frühstück sein und ich muss Gylmis Box noch sauber machen. Wo finde ich das ganze Equipment. Oder kannst du mir helfen? Weil wie du siehst, muss ich ihn noch eindecken, wegen des Exzem”, sage ich so schnell wie ich sprechen kann, hoffentlich hat sie mich verstanden.

      Lina
      “Natürlich helf ich dir. Komm mit”, sagte ich und zog Vriska hinter mir her. “Und wegen des Ekzems stellst du ihn am besten auf eine der Hof nahen Koppel, da sind weniger Mücken”, erklärte ich ihr und holte Schubkarre und Mistgabel aus der Lagerkammer.

      Vriska
      “Boah danke, kannst du schon mal anfangen mit Misten? Dann decke ich ihn ein und stelle ihn schnell raus.”, sage ich und warte nicht auf die Antwort. Stattdessen ziehe ich ihn am Halfter aus der Aussenbox, schmeiße ihm die Decke über den Kopf und springe schnell raus. Nur mit meinem Gewicht lenke ich ihn zu Weide. Gekonnt öffne ich vom Rücken meines Pferdes das Tor, reite ein und springe wieder runter.
      “Gut gemacht Dicker. Wir sehen uns später nochmal, aber ich muss jetzt echt weiter.”, lobe ich Glymur und schiebe ihm ein Leckerchen in den Mund.
      “Elegant”, sagt Hannes zu mir.
      “Ich kann jetzt nicht”, antworte ich nur und renne wieder zurück zur Box.

      Lina
      Ich hatte bereits angefangen die Box zu misten, während Vriska ihren Hengst auf die Koppel brachte. Als sie um die Ecke kam war ich schon fast fertig mit der Box. “Muss nur noch wieder ein bisschen Stroh rein”, sagte ich zu Vriska. “Das findest du da um die Ecke, ich bring die Schubkarre schonmal weg”, sagte ich zu ihr und schob die Schubkarre Richtung Misthaufen.


      Vriska
      “Boah, ich bin dir was schuldig. Danke!”, sage ich und hole mit der Forke etwas Heu für die Ecken. Dann warte ich auf Lina, die gerade wieder kommt.
      “Frühstückt ihr eigentlich mit uns?”, frage ich sie erleichtert.

      Lina
      “Jep, wir haben extra schon geschuftet damit ihr ein schönes Frühstück bekommt”, sagte ich fröhlich zu Vriska. “Komm lass uns zum Frühstück gehen ich hab echt hunger”, sagte ich und deutete mit dem Kopf in die Richtung wo das Buffet aufgebaut war.

      Vriska
      “Danke dir. Wie viel hast du denn gestern noch mit bekommen? Na auf jeden Fall hat Niklas Milena mit zu sich genommen, dementsprechend musste Ju mit zu mir. War bei den beiden gelaufen ist, will ich lieber nicht wissen aber ich kann es mir halt echt schon denken. Ich bin so unglaublich enttäuscht von ihr. Aber bevor du jetzt fregst, nein, bei uns ist nichts gelaufen. Man könnte sagen, wir haben gekuschelt, aber das war’s.“, berichte ich ihr aufgeregt, weil Milena kann ich es ja nicht erzählen. Irgendwie macht es mich auch traurig, weil ich sonst niemanden wirklich im Team habe und die Zeit hier am Hof ist leider endlich.

      Lina
      “Das klingt ja als hätte der Abend für dich das gewünschte Ende genommen”, meinet ich fröhlich zu Vriska. Inzwischen war wir bei den anderen angekommen. Jace saß mit Sonnenbrille im Gesicht am Tisch. “Hat der Herr auch mal den Weg hierher gefunden”, stichelte ich. Von Jace kam nur ein brummen, scheinbar hatte er einen fetten Kater. “Das hat er definitiv verdient”, raunte ich Vriska zu während wir uns ein Platz am Tisch suchten. Auch Samu sah sehr schadenfroh aus und saß mit einem breiten lächeln im Gesicht am Tisch. Vom kanadischen Team waren schon fast alle da. Nur Ella gab gerade um die Ecke und ich hörte wie sie zu Mr. Cunningham etwas sagte:” Abigail geht es nicht gut, sie lässt das Frühstück ausfallen”.

      Vriska
      “Eigentlich hätte ich lieber gehabt, dass er nicht bei mir gewesen wäre. Ich hab da so ein schlechtes Gefühl”, antworte ich noch als wir uns setzen.
      “So leider müssen wir nochmal über die vergangene Nacht sprechen. Es war zu lang, zu laut und zu aktiv. Habt ihr eure Triebe nicht im Griff? Offenbar ist die Hälfte von euch nicht in der Lage das eigene Verhalten zu reflektieren und was weiß ich noch. Heute Abend bitten ich Namen von allen Trainern um etwas mehr Diskretion. Wir machen hier keine Klassenfahrt, sondern wir sind hier zum Training um eure Leistung zu verbessern. Nun aber zum Tagesprogramm. Bis zum frühen Nachmittag habt ihr erstmal noch Ruhe und Zeit zum Aufräumen, dann habt ihr in kleinen Gruppe alle Dressurtraining. Die Gruppen werden noch rechtzeitig bekannt gegeben. Frau Wallin erstellt gerade einen Zeitplan, wer also wenn ihr irgendeine Zeit oder Konsultation bevorzugt, wendet euch an sie. Und heute Abend kommt noch mal eine Aktion zur Festigung eure Beziehung, aber nicht so wie ihr es gestern definiert habt. Nun guten Appetit.”, macht Herr Holm eine Ansage und mir ist das richtig unangenehm dazu zu gehören. Während er spricht schiele ich immer wieder zu Ju rüber und auch er guckt immer wieder zu mir. Milena sitzt auch mit an dem Tisch der Jungs und scheint ziemlich viel Spaß zu haben. Niklas versucht allerdings ihn daran zu hindern hier her zu blicken. Der ist so ein Idiot.
      “Ich hab irgendwie gar keinen Hunger”, sage ich Lina und blicke auf meinen leeren Teller, während sie nicht genug in sich hinein stopfen kann.

      Lina
      “Willst du nicht mal einen Kaffee trinken?”, fragte ich Vriska die bis jetzte noch garnichts gegessen hatte. Ich hingegen verschlang mit Vergnügen meinen Obstsalat. “Lina, Samu, Jace, Jayden nach dem Frühstück kommt ihr mal bitte zu mir in Büro”, sagte Luchy noch und sie schien nicht gerade begeistert. Vermutlich bekamen wir nochmal unsere ganz persönliche Standpauke. Nun sah Samu nicht mehr ganz so fröhlich aus, aber auch meine gute Laune war ein klein wenig getrübt. Nichtsdestotrotz freute ich mich auf den Tag, da ich echt gespannt war wie denn das Training von einem National Team aussehen würde.

      Vriska
      Als ich noch mal rüber gucke, treffen sich aber nun mein Blick und der von Niklas. Irgendwie bin ich total schockiert als er aufsteht mit Milena und zu uns an dem Tisch kommt. Das kann doch nichts werden …
      “Was ist eigentlich dein Problem?”, fragt Niklas provokant.
      “Grundsätzlich nicht, aber ich kann Typen, die nicht mit ihren Gehirn denken nicht leiden und dann auch noch der Meinung sind, Ihnen gehört die Welt.”, antworte ich genervt. Der einzige Weg das hier zu unterbinden ist zu verschwinden, doch das wird mir verwehrt. Aggressiv zieht er mich am Arm zurück in den Stuhl
      “Was auf Mädchen, du lässt Ju in Ruhe, sowie alles was sich in meinem Umfeld befindet. Dann hast du kein Problem.”, sagt er und geht wieder. Wie ein Schosshund folgt Milena im.
      “Ach ja, ich hole nachher noch meine Sachen. Ich hab kein Bock auf dich”, fügt sie noch hinzu.
      Schockiert gucke ich Lina und drehe verwirrt meinen Kopf.
      “Hast du ne Ahnung was ich getan habe?”, fasse ich den Mut Lina zu fragen.

      Lina
      “Was für ein Arsch” sagte ich Kopfschüttelnd zu Vriska. “Ich glaube sie ist machofiziert. Die beruhigt sich schon irgendwann wieder”, sagte ich nur. Während die eine hälfte der Leute sehr gut gelaunt waren und ausgelassen vor sich hin plapperten, während die andre hälfte deutlich mitgenommen von gestrigen Abend waren. “Wenn deine tolle Freundin da nichts mehr von dir wissen willst, darfst du mich gerne heute begleiten”, meinet ich nur zu Vriska. “Die kleinen Fellknäuel sind viel netter als deine Freundin” sagte ich lächelnd. Damit meinte ich vor allem die kleinsten Bewohner hier auf dem Hof.

      Vriska
      “Danke für das Angebot, vielleicht komme ich da später darauf zurück, aber ich brauche jetzt erstmal etwas Zeit für mich.”, sage ich zu ihr, stehe auf und gehe. Mir ist das gerade alles zu viel. Im Zimmer setze ich mich auf das Bett, das Bett in dem in der Nacht noch alles gut war und ich mich extrem gut gefühlt habe. Allerdings wird das Thema nun durch sein, weil ich kein Interesse daran habe mich mit dem Typen anzulegen. Niklas hat einfach eine zu hohe Stelle im Nationalteam, das möchte ich keinesfalls riskieren.

      Lina
      Nach dem Frühstück war es nun an der Zeit unsere Standpauke ab zu holen. Zähneknirschend stand ich auf und ging zusammen mit Samu zu Luchy. Jayden und Jace warteten dort bereits. “Na dann los”, sagte Jace und klopfte an der Tür. “Kommt rein”, kam die Antwort von drinnen. Wir vier traten ein und standen aufgereiht und fast alle mit einem Unschuldigen Blick vor unserer Chefin. “Leider muss ich mich den Worten Herrn Holm anschließen. Gerade von euch hätte ich das nicht erwarten”, sagte sie und sah uns alle mit ernstem Blick an.” In Zukunft erwarte ich von euch, dass ihr vernünftiger seid. Aber ich hab auch noch ein kleine Überraschung für die meisten von euch . Lina, Samu und du Jayden ihr dürft heute Nachmittag an dem Dressurtraining teilnehmer unter der Bedinung ,dass ihr vorher alle eure Stallarbeiten erledigt habt. “, sagte sie zu uns. “Wow, danke für diese Chance”, bedankte ich mich bei meiner Chefin. “Jace, was dich angeht habe ich gehört du hast gestern wohl nicht deine Stallarbeiten erledigt, deshalb musst du die nächsten zwei Tage allein die Koppeln und Paddock abäppeln und zwar auch die der Gäste. Wenn ich sehe das du dich anstrengst darfst du heute auch mit reiten”, beendete sie ihre Rede. Mit gemischten Gefühlen verließ ich das Büro. Einerseits freute ich mich auf das Training, andererseit fand ich echt echt unfair, dass Jace diese Chance auch bekommen sollte. Schließlich war er nicht ganz unschuldig an diesem Desaster. Aber ich wusste genau ,dass man bei Luchy garnicht erst anfangen brauchte zu Diskutieren. Also begann ich wohl oder übel damit die Pferde auf die Koppel zu bringen.

      Ju
      “Milena, kannst du mal bitte gehen. Ich würde gern mit Niklas alleine sprechen”, sage ich zu seiner neuen kleinen Freundin, die eingeschnappt dann geht.
      “Danke”, rufe ich ihr noch nach aber sie hat bereits die Tür hinter sich zugeknallt. Die scheint ja ganz schöne Komplexe zu haben.
      “Was ist denn dein Problem mit Vriska? Ich mein, du hast doch jetzt aktiv deinen Posten als Kapitän verteidigt.”, frage ich ihn mit ernster Miene.
      “Bruder, die ist nichts für dich. Sich auf so jemanden einzulassen, wäre ein Fehler. Du hast schon so viele komische Weiber gehabt und jedes mal habe ich dich dabei unterstützt darüber hinweg zu kommen. Diesen Schritt möchte ich überspringen. Wir haben hier so viele neue coole Mädchen im Team, da musst du dir echt nicht den größten Außenseiter wählen. Du bist cool und beliebt, nutze das doch als Chance.”, sagt er zu mir. Direkt springen mir Schlagworte wie jemand und Außenseiter ins Ohr, was ich überhaupt nicht verstehe. Niklas war schon immer etwas abgehoben aber erst in den letzten Jahren hat er sich so seltsam entwickelt. Bisher dachte ich immer, dass es nur eine Phase ist und es wieder besser wird. Scheinbar aber nicht.
      “Ich bin alt genug die Entscheidung selbst treffen zu können”, ranze ich ihn an.
      “Selbstverständlich, aber dann musst du am Ende nicht wieder ankommen, weil sie Schluss gemacht hat oder plötzlich einen anderen Typen hat. Ich bin dann nicht mehr für dich da. Also Entscheide selbst was dir wichtiger ist. Wir kennen uns seit dem Kindergarten und ich glaube langsam echt, dass ich dich besser kenne als du dich selbst.”, sagt er genervt und geht ins Badezimmer.
      “Jetzt bleib doch mal hier. Immer wenn es für dich unangenehm wird, gehst du. Das ist jetzt aber keine Lösung. Ich möchte wegen ihr nicht unsere Freundschaft aufs Spiel setzen, doch im gleichen Gedanken möchte ich nicht, dass du einen Keil zwischen uns treibst, nur weil du ein persönliches Problem hast.”, sage ich zu ihm und folge ihm.
      “Weißte was, mach was du willst, aber belaste mich nicht weiter mit der. Ich kann die einfach nicht ab. Jeden bevormundet sie und macht ein auf Obermutter, aber das ist sie nicht. Die scheint irgendwelche Komplexe zu haben, die wahrscheinlich auf familiäre Probleme beruhen. Das soll sie aber nicht an uns auslassen, sondern selbst mit klar kommen”, beleidigt er sie dann noch. Dann schiebt Niklas mich aus dem Badezimmer. Nun muss ich mich erstmal setzen und mir Gedanken machen. Vriska finde ich schon sehr nett und ich mag die Art, dass sie sehr offensiv interessiert an mir ist. Bisher habe ich immer alles getan um einem Mädchen zu gefallen, diesmal ist das gar nicht notwendig, auch wenn es sehr Oberfläch zu sein scheint.

      Jace
      Irgendwie hatte ich es ja schon verdient, dass ich jetzt allein die Koppel abäppeln durfte. Beim Frühstück hatte mich Jayden über den Verlauf des gestrigen Abends aufgeklärt und ich verstand warum Samu so sauer gewesen war. Ich sollte mich bei Abigail entschuldigen meine Verhalten war echt nicht ok gewesen. Also ging ich noch bevor ich mit der Arbeit anfing zu Abigail Bungalow und klopfte. Es dauerte ein paar Minuten bis jemand öffnete. "Was willst du?", ranzte mich ein zierliche braunhaarige Frau an. "Ich möchte mich bei Abigail entschuldigen", antwortete ich dem unfreundlichen Mädchen. "Ahh dann bist du also der Typ der sie abgefüllt hat. Ich sag dir nur eins verpiss dich", sagte sie böse und knallte mir die Tür vor der Nase zu. Wow war dies Mädel unfreundlich gewesen. Im Moment würde das mit dem Entschuldigen also nichts werden. Also machte ich mich Kopfschmerzen geplagt auf den Weg Schubkarre und Mistgabel zu holen um damit zu beginnen die Koppeln ab zu äppeln. Die wenigen Pferde, die die Nacht in der Box verbracht hatten standen inzwischen auf der Koppel die andern drei scheinen sich echt Mühe zu geben mit ihren Aufgaben bis heute Nachmittag fertig zu sein. Wobei auch ich zugeben musste, dass ich alles geben würde um an dem Training teilzunehmen zu nehmen. Es war schon immer ein Traum von mir gewesen ein Teil des internationalen Team zu sein. Jetzt wo ich so kurz davor stand zumindest für ein paar Tage dazu zu gehören verbockt ich es natürlich mal wieder. "Warum bist du eigentlich immer so dämlich Jace", sagte ich zu mir selbst. "Ja, das wüsste ich auch gern", ertönte eine Stimme hinter mir. Ich brauchte mich nicht um zu drehen um zu wissen wer da stand. "Alec, was machst du hier?". Ich war erstaunt meinen besten Freund hier an zu treffen, da er eigentlich seit einem. Jahr die Außenstelle des WHC leitet. Ich dreht mich um und da stand er. Im Gegenlicht wirkte er noch ein wenig größer als sonst. "Ich bin hier um dein Gehirn zu waschen du Idiot. Lina hat mich angerufen und mir von deiner unehrenhaften Schantat erzählt. Was zur Hölle hast du dir dabei gedacht?" fragte Alec in einem strengen Tonfall. Alec war für mich immer wie ein großer Bruder gewesen und er kannte mich besser als ich mich selbst." Ich hab gar nicht gedacht", murmelte ich resigniert." Naja, so wie Lina es erzählt hat klang es als hätte du auf jeden fall nicht mit deinem Hirn gedacht", erwiderte Alec. Er hatte ja Recht und ich wusste es auch. "Wir haben ein ähnliches Gespräch schon einmal geführt und ich möchte ungern schon wieder den Scherbenhaufen hinter dir wegräumen. Ich will doch nur vermeiden, daß das gleiche passiert wie damals", ermahnte er mich. Damals war ein Kapitel, was ich so nie wieder erleben wollte.



      Ein komisches Gefühl lag in der Luft, die Energie vom gestrigen Abend habe hatte sich angestaut und schien nicht verschwinden zu wollen. Während sich Vriska mit Folke und Tyrell telefonierte und versuchte sich Tipps zum Umgang mit der Situation zu holen. War Milena dabei sich ihr neues Zimmer, alleine, einzurichte. Sie wirkte glücklich, doch etwas reue schien sie schon zu haben. Doch wie auch Ju wird sie von Niklas unter Druck gesetzt und in ihrem Alter fehlt es noch an der Erfahrung das zu erkennen. Wir können nur hoffen, dass es besser wird.
      Frau Wallin hatte nun auch den Zeitplan aufgehangen und Erika schrie dies auch quer über den Hof. Aufgeregt kamen alle zum Schwarzen Brett uns Musterten ihre Gruppen.

      Vriska
      “So jetzt mal ganz ruhig. Gruppe jetzt geht dann jetzt los, Pferd holen und dann auf zum Reitplatz oder in die Halle. Bitte achtet darauf, dass besonders die Springreiter die Steigbügel lang machen, heute ist Dressurunterricht. Zugucken dürft ihr gern, viel Erfolg!”, sagt Frau Wallin die sich aus der Traube von Menschen gekämpft hat.
      Mit Niklas und Ethan in der Halle bei Herrn Holm, na toll. Ich denke ich echt, dass sie mir was rein drücken will. Doch das ist zum Glück nun nicht mehr so wichtig. Endlich reiten. Mit Herr Holm hatte ich bisher noch nie Training gehabt aber schon oft beobachtet, er scheint sehr Ernst zu sein aber man lernt viel.
      Aufgeregt laufe ich raus um Glymur zu holen, der Schlafend auf dem Boden liegt. Langsam gehe ich auf ihm zu, weil ich ihn nicht erschrecken möchte.
      “Gaaaanz ruhig! Wir gehen jetzt in die Halle”, drohe ich ihn an. Neugierig spitzt der Isländer die Ohre und steht auf. Zufrieden lobe ich ihn und gehe zum Anbinder, an dem ich ihn fertig mache.

      Lina
      Ich hatte es locker geschafft alle Stallarbeiten zu erledigen und da Jace für die nächsten Tage die Koppeln machen musste, hatte ich auch schon die ersten Pferde geschafft. Ich hatte gerade den Junghengst Lancasters Peppermint zurück auf die Weide gebracht und sah auf einmal eine riesigen Menschnetraube vor dem schwarzen Brett. Samu stand ein wenig abseits und ich Gesellte mich zu ihm. “Wow, wie schnell man alle mit einem Zeitplan aus dem Häuschen bringen kann”, sagte ich erheitert zu Samu. Es dauert ein paar Minuten bis die Menschenmenge sich zerstreute. “Samuuuuu ich darf mit Chloe reiten”, quietsche ich aufgeregt als ich auf den Plan gesehen hatte. Chole und ihr Fuchswallach waren super bekannt in Kanada, weil sie als jüngste Reiterin im Team gleich zweimal Gold bei Olympia geholt hatte. Wie ein Flummi hüfte ich vor Samu auf und ab.”Jetzt beruhig dich doch mal”, sagte der Finne und hielt mich fest damit ich aufhörte zu hüpfen.

      Vriska
      Aufgeregt mache ich mich auf dem Weg zur Halle bei der ich auch auf Niklas treffen, ein junger anderer Mann ist auch da, ebenso Herr Holm.
      „Ich freue mich, dass jetzt wenigstens Pünktlich seid. Dann setzt euch mal auf eure Pferde, dann geht es erstmal mit dem Warmreiten los“, sagt Herr Holm.
      Ich gurte noch einmal nach und Steige auf. Das Niklas diese schöne Stute gehört, hätte ich nicht gedacht. Auf dem Gelände von unserer Akademie hatte ich sie bereits mehrfach bewundert, so dass ich jetzt noch viel schockierter bin. Aber auch die Stute von dem anderen Typen hat es mir sehr angetan, eine wunderschöne Scheckin.
      “Vriska, achte mehr auf eine Beine, du klammerst dich zu sehr an Glymur, deswegen läuft er auch viel zu schnell im Schritt. Atme tief durch und dann geht es weiter”, ruft Herr Holm mir zu. Ich pariere meinen Hengst durch in den Stand, schließe die Augen und denke an die vergangene Nacht. Direkt merke ich, dass ich ein lächeln aufsetze und meine Muskelatur sich löst. In dem Moment schnaubt auch Glymur ab.
      “Siehst du, direkt ist auch dein Pony mehr bei dir und entspannt.”, sagt Herr Holm und muss tatsächlich auch lächeln. Das bestätigt sich nur in meiner Gedankenwelt und ich werde daran festhalten. Als ich im Schritt wieder anreite, ist Glymur entspannt und läuft deutlich langsamer als vorher. Immer wieder schaue ich zu Niklas rüber, der wirklich gut reiten kann. Seine Stute aktiv vorwärts ohne so rennig zu sein wie mein Hengst. Auch ignoriert sie vollkommen, dass ein Hengst mit in der Halle ist. Nur mit wenigen Einwirkungen scheint er sie zu reiten, was mich auch wieder sehr schockiert. Nach dem wie er zu mir ist, dachte ich wirklich, dass er einer von diesen vermeintlich guten Reitern ist, die aber einfach nur ein gutes teures ausgebildetes Pferd haben und nur darauf herum sitzen.
      “So Vriska, wie ist das mit Glymur. Kannst du mit ihm auch im Trab arbeiten, oder wäre Tölt für ihn einfacher”, erkundigt sich unser Trainer.
      “Ähm, ich würde ihn erstmal etwas auf dem Zirkel etwas tölten, dann sollte er für den Trab lockerer sein.”, antworte ich. Er nickt und ich lege los. Aus dem Augenwinkel bemerke ich, dass wir nun Publikum haben und einen erkenne ich direkt. Ju sitzt dort. Direkt fällt meine Entspannung in eine Unsicherheit um. Auf dem Zirkel fällt mir Glymur in den Trab und lässt sich nicht mehr bremsen. Hektisch versuche ich ihn wieder umzustellen was mir nicht gelingt. Überzeugt stellt sich Herr Holm vor meinen Hengst, der direkt bremst. Unerwartet kippe ich nach vorn und falle ihm unsanft auf den Rücken.
      “Was war denn das?”, fragt Herr Holm mich nun etwas sauer.
      “Sorry, ich war unaufmerksam”, entschuldige ich mich. Von weitem sehe ich Niklas schelmisch Grinsen.
      “Konzentriere dich auf dein Pferd und nicht wer noch hier ist. Das hilft dir nicht”, rät unser Trainer mir und nicke zustimmend. Als ich wieder im Schritt anreite, schließe ich immer wieder die Augen um mich an die schöne Nacht zu erinnern. Glymur schnaubt wieder ab. Meine Konzentration liegt nun wieder bei meinem Pferd, diesmal klappt der Tölt auch deutlich besser. Herr Holm ist in der Zeit mit Ethan beschäftigt, der offenbar auch einige Probleme mit seinem Pferd hat. Im Vergleich zu der Stute von Niklas scheint sie sehr wohl zu merken, dass ein Hengst mit in der Halle ist und versucht immer wieder ihm zu imponieren. Niklas hingegen steht an der Bande und unterhält sich mit Ju. Eigentlich sollte ich jetzt ganze Bahn reiten aber da möchte ich nicht lang, also gehe ich auf den mittleren Zirkel und muss mir erst mal etwas von Herrn Holm anhören, der davon nicht sonderlich begeistert ist.
      “Vriska, Sie können auch gehen wenn sie ein Problem mit Anweisungen haben”, sagt er zornig zu mir. Niklas lacht.
      “Und Sie hören auf mit Ju zu flirten. Es wird jetzt geritten. Traben sie Smoothie erst mal auf dem Zirkel und ... “, ermahnt Herr Holm dann auch ihn. Etwas Schadenfreude macht sich in mir Breit. Dann reite ich auch ganze Bahn entlang und Ju lächelt mir zu. Wieder fällt die Anspannung von mir. Glymur bietet sich heute im Tölt extrem gut an. Er setzt sich auf die Hinterhand, ist locker im Rücken und zeigt eine hohe Aufrichtung.

      Lina
      Da wir noch eine ganz Menge Zeit hatten bis wir unsere Pferde holen mussten, schlug ich Samu vor in die Halle zu gehen und den drei dort zu zusehen. “Wow, sind das schöne Pferde”, sagte ich zu Samu als wir die Halle betraten. “Ja, die sind ganz nett”, erwiderte er nur. Ju stand bereits an der Bande und wir gesellten uns zu ihm.

      Vriska
      Es wurden immer mehr Zuschauer und wieder wurde ich unsicher. Aber Glymur blieb gelassen. Dieses Pferd ist einfach unglaublich.
      “So, Ihre Pferde müssten nun Warm sein. Dann können wir anfangen. Erstmal bilden Sie eine Abteilung mit Vriska an der Spitze, gefolgt von Niklas und Ethan. In der zweiten Ecke wird angetrabt, aussitzen”, weist Herr Holm uns ein. Böse Blicke ernte ich von Niklas, der wohl lieber vorn geritten wäre.
      Gefolgt von vielen Bahnfiguren, reiten wir auch verschiedene Seitenweisende Lektionen, die Glymur und mir besonders schwer fallen, doch Herr Holm gibt uns gute Tipps, die mir sehr geholfen haben. Am Ende reiten wir noch einige Runden ab bevor wir wieder zurückgehen, da die nächste Gruppe am Tor steht. Ich sehe das auch Milena da ist, als ich zu ihr gehe, dreht sie sich weg von mir zu Finley. Na gut, offenbar schein ich doch ein super furchtbarer Mensch zu sein. Als ich dann weiter laufe mit Glymi kommt Niklas mit seiner Stute an mir vorbei.
      “Ich hätte nicht gedacht, dass dein kleines Pony so viel Power hat”, scheint Niklas mich zu loben. Verwirrt gucke ich zu ihm.
      “Danke?”, frage ich vorsichtig, aber dann beachtet er mich schon wieder nicht mehr. Zusammen mit Ju gehen sie die Stute wegbringen. Einmal dreht er sich zu mir um aber Niklas unterbindet das direkt. Versteh das mal einer.
      Glymur dusche ich nach dem absatteln einmal ab um ihm sein Ekzem zu behandeln. Dann bekommt er wieder seine Decke um.

      Lina
      Ein wenig aufgeregt stand ich neben meiner Stute Nathalie vor der Halle und wartet auf die anderen beiden. Da sah ich auch schon Chloe mit ihrem Fuchswallach Diamond um die Ecke kommen. Die Tür der Halle öffnete sich und Max und Jace ritten mit ihren Pferden hinaus. Der Buckskin Hengst begann sich auch gleich ein wenig aufregung, als er an Nathy und mir vorbei ging. Chloe führte ihren Wallach auch schon in die Halle, sobald auch Max hinausgegangen war.”Wo bleibt denn nur Ju” murmelte ich leise vor mich hin, als ich Nathalies Sattelgurt nach zog. Kaum hatte ich den Gedanken fertig gedacht stand er auch schon in der Hallentür. “Warum bist du zu spät?”, fragte Herr Holm.


      Fortsetzung folgt ...

      © Mohikanerin & Wolfszeit | 98031 Zeichen

    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    Nationalteam
    Hochgeladen von:
    Mohikanerin
    Datum:
    7 Dez. 2019
    Klicks:
    613
    Kommentare:
    15

    EXIF Data

    File Size:
    283,4 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Zuchtname: Snotra
    Rufname: Snoti

    Aus der: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    Den: Unbekannt
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    ____________________________________

    Geschlecht: Stute
    Rasse: Isländer
    Geburtsdatum: 23. April 2007
    Farbe: Dunkelbraunfalbe Splash
    Abzeichen: Scheckungsbedingt (Kopf und Beine)
    Stockmaß: 132 cm

    Charakter:
    Snotra ist unter dem Sattel ein nervöses Pony mit viel Temperament und ist nicht leicht zu bremsen, da sie schnell die Balance verliert. Viele Biegungen sind am Anfang der Arbeit notwendig, um sie ruhig zu bekommen. Dennoch ist sie einfach im Umgang und liebt die Arbeit vom Boden aus. Manchmal kann Snoti ein Taschenpony sein und sogar betteln.
    ____________________________________

    Gencode: Ee Aa DD StySty nSpl
    Zuchtzulassung: Nein
    Gesamtnote: -
    Nachkommen: -

    [Schleife]
    Prüfung
    ____________________________________

    Dressur: L / L
    Springen: -
    Military: -
    Fahren: E / A
    Rennen: E / M
    Gangreiten: L / S
    Western: -
    Distanz: E / A

    Gänge: 5

    [​IMG]
    197. Gangturnier (07.10.2018)
    222. Gangturnier (26.11.2019)

    [​IMG]
    215. Gangturnier (03.09.2019)

    [​IMG]
    198. Gangturnier (14.10.2018)
    200. Gangturnier (29.10.2018)
    207. Gangturnier (27.12.2018)
    214. Gangturnier (25.08.2019)
    221. Gangturnier (17.11.2019)

    [​IMG]
    419. Distanzturnier (16.12.2019)

    [​IMG]
    420. Distanzturnier (22.12.2019)
    427. Distanzturnier (17.02.2020)

    [​IMG]
    497. Galopprennen (17.12.2019)
    ____________________________________

    Besitzer: Mohikanerin
    Zucht: Unbekannt, Deutschland
    VKR: Sadasha
    Ersteller: Sadasha
    Punkte: 16 (+2 Bewegung // + 2 Hufschmied)
    ____________________________________

    PNG | PSD | Details