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CatyCat

Snot

Unbekannt x Unbekannt | gekört

Snot
CatyCat, 22 Juli 2016
BellaS gefällt das.
    • CatyCat
      Hochgeladen am 1. September 2015
      Nachdem wir nun den Grundstock unserer Isländerherde gelegt hatten, stöberte ich auf diversen Verkaufsportalen herum. Sollte die Herde doch etwas wachsen.

      Nach ein paar Tagen wurde ich fündig. Luna, eine wunderschöne Falbstute und Snót, eine rotbraune Isländerstute schafften es, sich in mein Herz zu schleichen.

      Nun war der große Tag da, die Stuten sollten zusammengeführt werden. Da Luna und Snót gemeinsam zu uns kamen, ließ ich beide Stuten schon einmal auf die Weide. Dort begannen sie sofort zu grasen. Dann kam auch schon Timo mit Hrydja und Kvedja, die er zuvor geputzt hatte, um die Ecke. Als wir die beiden Stuten losließen, zeigte Hrydja mal wieder ihre beste Seite. Mit angelegten Ohren donnerte sie auf Luna zu, hatte jedoch nicht mit dieser Reaktion gerechnet. Luna drehte ihr sofort den Hintern zu und schlug einmal kräftig aus. „Ups“, sagte Timo, „das wird sicher noch lustig heute!“.

      Tja, ich habe eben ein Faible für etwas andere Charaktere und so kam es, dass drei meiner vier Stuten eher komplizierte Damen waren. Kvedja jedoch war hier die Ausnahme, freundlich wie immer ging sie auf Snót zu. Diese drohte erst ein wenig, ließ sich aber dann von Kvedjas freundlicher Art einwickeln und so näherten sich die beiden Stuten einander an. Plötzlich schoss jedoch Hrydja eifersüchtig dazwischen und schlug nach Snót, die jedoch noch schnell ausweichen konnte.

      Dann galoppierte die gesamte Herde aufgeregt auf der Weide hin und her. Hufe flogen, Ohren wurden angelegt, Zähne gebleckt – aber nichts Schlimmeres passierte. „Ich denke, der Zickenclub kommt eine Weile ohne uns klar“, meinte Timo grinsend. Brummend und dennoch etwas besorgt, stimmte ich ihm zu und riss mich widerwillig von der Herde los.

      Nachdem ich einige Arbeiten im Stall erledigt hatte, ging ich noch einmal zu den Stuten. Mittlerweile hatte sich die Situation sehr beruhigt. Alle vier grasten friedlich. Kvedja und Snót nebeneinander, Hrydja mit etwas Abstand mehr Abstand zu Luna und Snót. Timo kam dazu und meinte: „Na siehst du! Ich habe doch gesagt, das wird schon!“. Wir beschlossen, die Stuten über Nacht noch auf dieser Weide zu lassen. So würden wir hören, falls es doch noch Stress geben sollte.

      (c) Rasha


      Hufpflege vom Kleinen Sprung

      Heute war ich bei Jessica, um ihre Stute Snót zu behandeln. Als ich auf den Hof kam und mein Werkzeug auspackte und meinen Hufbock bereitstellte, kam auch schon Jessica mit Snót. Wir begrüßten uns und die Isländerstute bekam ein Stück Karotte von mir. Nachdem ich mir meine Schürze angelegt hatte, machte ich mich an die Arbeit. Ich legte einen Huf auf den Bock und stabilisierte ihn mit meinem Knie. Mit einem spitzen, flachen Hammer und einem normalen Hammer begann ich die Nägel zu aufzustellen. Nachdem diese gelockert waren, zog ich sie mit einer Zange aus dem Huf heraus, und konnte das erste Eisen abnehmen. Nachdem ich alle vier Eisen erfolgreich entfernt hatte, begann ich mit meinem Messer das Zerfallhorn abzutragen. Danach kürzte ich mit einer Zange die Trachten und Hufwände auf Sohlenniveau und raspelte noch Unebenheiten und eventuelle scharfe Stellen mit meiner Raspel ab. Nun legte ich den Huf gestreckt auf den Bock, was der Stute gar nicht gefiel. Sie grummelte genervt und versuchte den Huf runterzuziehen. Als ich ihr den Bock näher heran zog, ließ sie ihn widerwillig liegen. Mit der Stimme lobte ich sie und stabilisierte auch in dieser Position den Huf. Nun fertigte ich mit der Raspel die Mustang-Role an. Dann war auch schon der erste Huf fertig. Die anderen drei Hufe gingen zügig, und auch Snót war nicht arg böse mit mir. Zum Abschluss führte mir Jessica die Stute noch vor. "Sie wird sich jetzt erst an die neue Situation gewöhnen müssen. Gib ihr ein wenig Zeit, und achte beim Training darauf, dass du erst einmal im Schritt und Trab arbeitest und dann langsam steigern. Ihr werden vielleicht ein wenig die Füße weh tun, weil die Hufe plötzlich wieder stark durchblutet werden. Falls es Probleme geben sollte, solltest du über Hufschuhe nachdenken.", erklärte ich Jessica. Nun durfte Snót auch schon wieder auf die Weide. Ein wenig wackelig trottete sie mit Jessica davon. Als ich zusammengepackt hatte, verabschiedeten wir uns und ich fuhr zu meinem nächsten Kunden.

      (1998 Zeichen; (c) Boralie)


      Clinic Caen - Tierarztbericht 2014 (c) SopherlMacauley


      Heute war es so weit, ich sollte das erste Mal Isländer untersuchen und noch dazu chippen. Ich hatte mich schon vor langem in diese Schönheiten verliebt und stürmte schon fast auf den Rheinburgschen Hof, was mir nicht nur ein Ohrzucken der Isländer einbrachte. Auch Jessica begrüßte mich mit einem fragenden Blick bevor sie mich zu Snót brachte. Der hübschen rotbraunen Stute schien mein Auftritt nicht gefallen zu haben denn sie trat erst mal einen Schritt zurück und musterte mich misstrauisch. Ich murmelte vor mich hin, dass ich mein Temperament mal zügeln müsste, was mir ein Lächeln von Jessica einbrachte. Leider machte es mich für Snót

      nicht wirklich interessanter. Die Prophylaktische Untersuchung ließ sie ja noch über sich ergehen, wenn auch mit Widerwillen. Doch sobald die Stute die Spritze sah mit der ich sie chippen wollte war es mit ihrer Gelassenheit vorbei, auch wenn sie die Impfspritze noch hatte über sich ergehen lassen. Snót begann hin und her zu tänzeln sodass sie einem Weltmeister der Dressur alle Ehre gereicht hätte. Schön zum ansehen, weniger schön für mich als Tierärztin? Wie sollte ich das Tier denn chippen wenn die Stute ihren Hals verbog wie eine Balletttänzerin und augenscheinlich darum bemüht war meine Füße mit ihren Hufen zu treffen?

      Seufzend packte ich die Spritze weg und lieh mir die Stute für einen kleinen Spaziergang über die Weide aus. Ich musste zusehen, dass das Tier sich beruhigte und zumindest halbwegs mit mir klarkam. Nach einigen Minuten des grasens zückte ich die Spritze erneut. Snót zuckte noch nicht einmal mit der Wimper. Sie schien ganz ins Gras vertieft zu sein, weswegen ich einen erneuten Versuch startete – der die Stute nicht im geringsten interessierte. Grinsend streckte ich Jessica den Daumen entgegen – geschafft.


      Pflegebericht


      Nachdem ich Luna versorgt hatte, war Snót an der Reihe. Auch sie hatte ein wenig Pause gehabt. Zwischedrin war sie ein erfolgreiches Synchronspringen gegangen, jedoch hatte sie "leider" auch viel Zeit auf der Weide verbracht. Sie selbst schien das nicht so schlimm zu finden, denn als ich mit dem Halfter zu ihr kam, signalisierte sie mir sofort, dass sie keine Lust hatte.

      "Egal, du musst jetzt was tun!", sagte ich zu ihr, während ich ihr das Halfter anzog. Ich putzte die Stute sehr gründlich, bevor ich ihr den Sattel auflegte und sie auftrenste.

      Mit ihr wollte ich eine Runde in die Halle gehen, da es mittlerweile schon recht dunkel geworden war.

      Zunächst ritt ich einige Hufschlagfiguren im Schritt, um dann in den Trab überzugehen. Nach etwa 20 Minuten begann ich mit dem Tölt. Es war eine wahre Freude. Trotz langer Trainingspause lief sie butterweich. Ich versuchte, das Tempo etwas zu erhöhen, doch Snót zeigte mir sehr deutlich, dass ihr das gar nicht passte.

      "Na dann eben noch schneller", erwiederte ich und trieb sie zum Galoppieren an. Mit einem kleinen Buckler sprang sie an, hatte sich jedoch schnell im Griff und ging dann schön auf der ganzen Bahn.

      Nach dem Trockenreiten sattelte ich die Stute ab und währen sie ihr Müsli fraß, legte ich ihr die Abschwitzdecke an.

      Anschließend brachte ich sie zurück auf ihren Paddock.

      (c) Rasha


      In den letzten Monaten hatte ich leider nicht viel Zeit für die Pferde. Aber heute war es endlich wieder so weit. Ich holte Snot von der Weide und putzte sie am Putzplatz.

      Anschließend sattelte ich sie und ging mit ihr eine Runde ins Gelände. Die Dame war mal wieder recht zickig und so erforderte es einiges an Durchsetzungsvermögen, um auf einen gemeinsamen Nenner in Bezug auf das zu reitende Tempo zu kommen. An einem Berg durfte sie dann mal alles geben und im vollen Galopp hochpreschen. Auf dem Hof angekommen, sattelte ich die Stute ab und fütterte sie mit etwas Müsli. Nachdem ich die Hufe kontrolliert hatte, durfte sie auch schon wieder zurück auf die Weide, wo sie bereits von den anderen Stuten erwartet wurde.

      (c) Rasha


      Besuch bei Rasha! (c) Svartur


      „Uff, hier weht ja doch eine frische Brise“, murmelte ich leise vor mir her während ich aus dem Auto stieg. Schnell zog ich mir eine Jacke über und stapfte dann auch schon in Richtung Stall. Ich war heute zu Besuch bei Rasha und würde mich um ihre Pferde kümmern, da sie für einen Tag bei Bekannten war. Ich war bereits oft bei ihr zu Besuch gewesen und hatte erst letzte Woche ein Pferd von ihr gekauft, welches gut bei mir angekommen war. Ich kannte mich also aus, sodass Rasha mich guten Gewissens alleine agieren lassen konnte. Zu Beginn stellte ich die beiden Jungpferde Jule und Hrafn auf die Wiese, wo die beiden in Ruhe toben könnten und auch etwas vom noch frischen, saftigen Gras fressen konnten. Besonders Hrafn gefiel mir sehr gut, er würde sicherlich mal ein prächtiger Hengst werden, wobei auch Jule eine schicke Stute war, doch mit Kaltblüter konnte ich einfach nicht viel anfangen.


      Nachdem die beiden für’s erste versorgt waren widmete ich mich den anderen Pferden im Stall und fing an sie zu füttern. Schnell war dies erledigt, sodass ich zu den nächsten Pferden überging. Mein Weg führte zu der Possi’s Box – den Hengst hatte ich Rasha vor inzwischen einiger Zeit verkauft, da ich mit ihm nicht viel anfangen konnte, doch ich hing noch immer sehr an ihm, sodass ich mich nun umso mehr freute mich heute wieder um ihn kümmern zu dürfen. Ich putzte ihn gründlich und fing dann an ihn zu satteln und zu trensen ehe ich mich auf seinen Rücken schwang. Ich ritt mit ihm zum Reitplatz und arbeitete ihn dort eine knappe Stunde. Wie ich es noch von damals von ihm g wohnt war arbeitete er gut mit und war stets bemüht alles richtig zu machen, auch wenn ihm manches nicht auf Anhieb gelang. Am Ende der Stunde war ich sehr zufrieden und brachte ihn zurück in den Stall, wo ich ihn absattelte und ihm sein verdientes Kraftfutter gab. Anschließend ging es auch für ihn noch etwas auf die Wiese.


      Als nächstes schnappte ich mir Lykkja und Snót. Rasha hatte mir berichtet, dass Lykkja gerade mit Fremden eher ungerne alleine ist, sodass ich beschloss sie zusammen mit Snót zu arbeiten. Die verlässliche Stute würde Lykkja sicherlich Sicherheit vermitteln, damit diese ruhig bleiben würde. Beide hatte ich fix geputzt und Snót schnell gesattelt, sodass ich schon bald in eine kleine Geländerunde startete. Wie erwartet verhielten sich beide Stuten sehr brav und manierlich während ich sie etwas gemütlich im Wald ritt. Lykkja lief als Handpferd brav mit – man musste sie weder viel treiben noch bremsen, was die ganze Sache sehr angenehm machte. Auch Snót war zügig unterwegs, sodass ich einige Trabstrecken und zum Abschluss sogar eine Galoppstrecke nutzte um beide etwas auszupowern. Zurück am Hof versorgte ich sie und brachte sie dann zusammen auf die Koppel.


      Da der Tag schneller voranschritt als ich geplant hatte beschloss ich die nächsten beiden Pferde auch gemeinsam zu arbeiten. Ich holte die beiden Quarterstuten Naomi und Kisshimbye und putzte sie gründlich. Um etwas Zeit zu sparen führte ich beide Pferde auf den Reitplatz und ließ sie sich erstmal etwas im Schritt umschauen und warmmachen bevor ich sie im Trab losschickte. Beide Stuten waren sehr lauffreudig und schon bald brauchte ich sie gar nicht mehr zum Laufen animieren – nebeneinander preschten sie umher und genossen die Möglichkeit sich mal richtig auszupowern. „Was für eine Kraft und Ausstrahlung diese Pferde schon haben…und das ganz ohne Blingbling, einem Reiter oder Sonstigem..“, schoss es mir durch den Kopf während ich die Pferde fasziniert betrachtete – so oft ich nun schon Pferde gesehen hatte, sie waren einfach jedes Mal wieder faszinierend und schafften es mich zu verzaubern! Doch allzu viel Zeit für Träumereien hatte ich heute nicht, weshalb ich die Stuten bald wieder einfing und auch diese auf die Weide brachte.


      Phantom war der nächste in der Reihe. Auf ihn freute ich mich besonders, da ich noch nie die Möglichkeit gehabt hatte mit einem richtigen Wildpferd zu arbeiten – und ich war gespannt ob er noch anders auf verschiedene Bewegungen und Hilfen des Menschen reagieren würde als andere Pferde. Beim Putzen war er jedoch sehr gelassen und entlastete schon bald. Ich war fasziniert welch ein Vertrauen das ehemals absolut wilde Pferd dem Menschen entgegenbrachte und beschloss ihn etwas am Kappzaum zu longieren. Auch beim Training zeigte er sich erstaunlicherweise recht gelassen und ruhig, sodass ich schon bald fast vergaß, dass ich mit einem Wildpferd arbeitete. Der Hengst ließ den Hals schön fallen und trat gut von hinten an, was die Arbeit erleichterte. Auch auf Stellungen und Seitengänge am Kappzaum sprang er gut an, hier hatte Rasha gute Arbeit mit ihrer Ausbildung des Hengstes geleistet! Viel zu schnell war es Zeit das Training zu beenden und den Hengst zu versorgen und auf die Wiese zu stellen.


      Doch es war noch Einiges zu tun, sodass ich nun Bleikskjóni holte. Der Hengst war ein bombensicheres Pferd und ließ sich keineswegs davon beirren, dass ihn nun ausnahmsweise mal nicht seine Besitzerin, sondern eine für ihn fremde Person holte. Ich säuberte ihn sorgfältig und stattete ihn dann mit Glocken und Gamaschen aus bevor ich mit ihm zum Roundpen ging. Dort longierte ich ihn erst etwas bis er ordentlich aufgewärmt war und stellte ihm dann zwei Cavalettis in den Roundpen. Der vorher etwas träge Hengst wurde nun aufgeweckt und schien sichtlich Spaß an den kleinen Hindernissen zu haben. Nach einer Weile stellte ich beide Cavalettis auf die höchste Einstellung und ließ ihn springen. Er sprang mit viel Energie ab und kam zuverlässig gut über den Sprung, sogar mit einer relativ guten Technik, was für einen Isländer recht ungewöhnlich war. Nach dem Springen ging ich mit ihm noch eine kleine Runde zu Fuß ins Gelände ehe ich auch ihn etwas auf das Sandpaddock brachte.


      Langsam wurde es schon Abend und ich beeilte mich mit den letzten beiden Stuten. Die nächste würde Luna sein. Ich putzte auch sie in Ruhe und machte sie dann fertig für etwas Doppellongenarbeit. Ich arbeitet mit ihr eine gute halbe Stunde auf dem Platz, bei der sie nach ein paar Startschwierigkeiten aufgrund ihrer Dickköpfigkeit gut mitarbeitete. Anschließend forderte ich noch ein paar Seitengänge an der Hand ehe ich sie zurück in den Stall brachte.


      Als letztes Pferd hatte ich mir noch ein Highlight aufgehoben: Hrydja war ebenfalls eine Stute die mal mir gehört hatte und die ein riesiges Gangsporttalent hatte. Sie war keine einfache Stute doch sie zu reiten machte aufgrund ihrem großen Potential einfach Spaß! Doch schon beim Putzen war sie etwas unruhig, was mich erahnen ließ, dass das Reiten heute spannend werden könnte. Beim Satteln verhielt sich sich jedoch recht brav, sodass ich motiviert auf den Reitplatz ging. Die ersten Runden im Schritt waren kein Problem, doch schon beim ersten antraben kreuzte sie meine Wege – statt einem geforderten ruhigen Trab schoss die Stute im Galopp los. Ein Glück, dass ich sie kannte und mich auf solche Attacken vorbereiten konnte. So hatte ich sie recht schnell wieder im Griff und von dort an lief sie bis auf kleinere Versuche durchzustarten gut. Besonders der Tölt war sehr gut, denn wenn ein so energiegeladenes Pferd losgeht im Tölt – dann ist das wohl tatsächlich noch um einiges schöner als Fliegen! Auch hier ging die Zeit viel zu schnell vorbei und nur widerwillig stieg ich ab – insgeheim bereute ich fast es sie damals abgeben zu haben, doch ich wusste, dass sie bei Rasha in guten Händen war! Ich versorgte sie noch in Ruhe und stellte auch sie noch für ein halbes Stündchen auf die Wiese während ich im Stall schonmal fütterte und jedem Pferd seine Kraftfutterportion in den Trog brachte. Danach holte ich alle Pferde rein, schloss den Stall ab und fuhr wieder nach Hause.
    • CatyCat
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      08. September 2015
      7679 Zeichen | (c) Sevannie
      Ja schon länger schob ich den Auftrag von Annabell vor mich her, oder eher ich musste ihn verschieben da so viel Stress war auf meinem eigenen Hof. Da es nur um durchchecken und impfen ging, hatte es keine richtige Dringlichkeit und Bella konnte dies auch verstehen, worüber ich echt dankbar war. Ich war nun auf ihrem Hof angekommen und sie erwartete mich schon schmunzelnd. ,,Tut mir wirklich unendlich leid.'',murmelte ich und sie winkte schmunzelnd ab. ,,Schon okay. Jetzt bist du ja da.'',lächelte sie und ich nickte. ,,Also wen zuerst?'' - ,,Zuerst Snót.'',schmunzelte sie und wir liefen in den Stall hinein. Wir kamen an der Box der braunen Stute an und sie empfing mich mit neugierigem Blicke. Bella halfterte sie auf und brachte sie auf die Stallgasse, vor ihrer Box band sie die Stute an. ,,Heute scheint sie einen guten Tag zu haben.'',lächelte sie und ich nickte. Gut gut. Ich ließ mich von der Stute erst einmal abschnuppern, ehe ich dann anfing sie abzutasten. Weder an den Beinen noch am rstlichen Körper der Stute fand ich irgendwelche Auffälligkeiten. Also nahm ich mir mein Stethoskop zu Hand und horchte sie ab. Ihre Atemzüge lagen bei 14 Zügen pro Minuten und der Puls bei 34 Schlägen pro Minute. Somit waren das die Durchschnittswerte und auch Herz udn Lunge waren gesund und in Takt. Sanft lobte ich Snót, ehe ich mein Stethoskop wegpackte und mir mein Thermometer zur Hand nahm. Ich lief zur Kruppe, wo ich mich an die Hinterhand stellte. Bella blieb am Kopf der Stute und redete gut auf sie ein, währen dich begann die Körpertemperatur zu messen. Die Stute quieckte kurz auf, doch verhielt sich dann relativ ruhig. Als das Piepsen des Thermometers ertönte lief ich zum Kopf und blickte auf dieses; 37,7°C. Also auch eine normale Körpertemperatur. Sanft lobte ich Snót erneut und blickte Bella an. ,,Sie ist kerngesund, nicht anders zu erwarten.'',schmunzelte ich und desinfizierte das Thermometer, ehe ich dann die Spritze aufzog mit dem Tetanus-Impfstoff. Bella blieb erneut am Kopf und hielt sie fest, während ich mir die Vene am Hals suchte und die Stelle desinfizierte. Ich schnappte mir noch einen trockenen Tupfer, injizierte dann die Spritze und drückte den Tupfer danach auf die Stelle. Einen kurzen Moment drückte ich den Tupfer noch drauf, ehe ich es auch gut sein ließ und die Stute erneut lobte. ,,So das war der erste Streich. Wen nun?'',hakte ich nach und Bella brachte die Stute wieder in ihre Box, schloss die Tür und wir liefen zusammen mit meienr Tasche zur nächsten Box. ,,Nun kommt Faera dran.'',erklärte sie mir und halfterte auch diese Stute auf und holte sie aus der Box. Genauso wie Snót auch banden wir sie beidseitig an. Diese Lichtfuchsstute zeigte mir sehr früh das sie auch frech ist. Sie zupfte an meine Jacke, doch ich ermahnte sie. Kurze Zeit hörte sie auf, so konnte ich mir in Ruhe ihre Augen anschauen. Als ich mir das Zahnfleisch anschaute schnappte sie spielerisch nach mir. Ich schüttelte den Kopf, den Blick den ich erhaschen konnte reichte mir auch schon. Das Zahnfleisch und die Augen sahen gut aus, also machte ich mich nun daran die Stute von oben bis unten abzutasten. Sie wies einige Blessuren auf die von kleinen Rangelein auf der Weide kommen konnten, oder eben wenn sie sich irgendwo gerieben hatte, weil es gejuckt hat. Dennoch viel mir sonst nichts Außergewöhnliches auf. Kurz lobte ich die Stute, bis jetzt hatte sie noch keine weiteren Faxen gemacht. Ich schnappte mir also mein Stethoskop und hörte auch sie ab. Ihre Werte waren ebenfalls im Normbereich und so ging es dann an's Messen. Das frisch desinfizierte Thermometer nahm ich mir dazu zur Hand und lief zur Kruppe der Stute. Wie bei Snót stellte ich mich neben die Hinterhand, nur legte Faera hier schon die Ohren an. ,,Ist gut.'',flüsterte Bella am Kopf der Stute und streichelte sie. Sonderlich gut ließ sie sich nicht ablenken, wir mussten einen zweiten Versuch starten da die Stute einfach mit der Hinterhand hin und her lief. Doch beim zweiten Versuch klappte es dann auch und ihre Körpertemperatur lag bei 37,9°C, zwar etwas wärmer aber jedes Pferd ist nunmal anders. Kurz lobte ich Faera, bevor ich dann die Spritze vorbereitete und auch die Stelle vorher desinfizierte. Ich injizierte die Spritze und die Stute gab einen kleinen Mucks von sich, ehe ich den trockenen Tupfer auf die Einstichstellte drückte und Bella sie dann wieder weg brachte in ihre Box. ,,So der zweite Streich.'' - ,,Nun geht es zu den Hengsten. Jetzt ist Blossi dran.'',erklärte mir Bella und sie lief vor. Ich schnappte mir meine Sachen und folgte ihr. Sie holte den Isländerhengst aus der Box und befestigte die Stricke am Halfter. ,,Hallo Blossi.'',murmelte ich und ließ mich auch von ihm erst einmal abschnuppern, sah mir dann seine Augen, sein Zahnfleisch und die Zähne grob an. Er schien mir etwas scheu, als hätte er Misstrauen, aber sonst viel mir nichts auf. Er legte unsicher die Ohren an, ehe ich ihn lobte. ,,Ganz ruhig, Großer.'',murmelte ich leise und begann dann ihn abzutasten. Also sein Vertrauen könnte ich sicherlich nicht gewinnen. Er war ja so Scheu und ich wollte ihn dann auch gleich noch Piecksen! Als Tierarzt machte man sich wirklich keine Freunde, aber in den anderen Berufen auch nicht. Trainer müssen sie zur Arbeit bewegen und Hufschmiede wollen war von ihren Hufen. Für Pferde ist das ja alles grausam. Als ich mit dem Abtasten fertig war und der Hengst auch nichts Auffälliges aufzuweisen hatte, begann ich ihn abzuhören. Wie erwartet war sein Puls leicht erhöht und seine Atemfrequenz ebenfalls. Er hatte ja regelrechte Angst. Sanft lobte ich ihn und gab ihm ein Leckerli, kurz stellte er die Ohren auf doch sie klappten sich dann auch gleich wieder weg. ,,Eigentlich will ich dir ja nichts böses, du brauchst keine Angst haben.'',murmelte ich leise und streichelte ihn erneut. Ich sagte Bella wie das mit der Luft und dem Herz aussah, aber das es nur durch die Situation käme und nicht durch irgendeine Krankheit ist. So legte ich das Stethoskop wieder weg und schnappte mir das Thermometer. Das Messen der Körpertemperatur ging bei ihm auch nicht gleich beim ersten Anlauf gut. Er hatte Angst oder Misstrauen, je nachdem wie man es deutete. Aufjedenfall wich er aus. So machten wir mehrere Anläufe bis es dann endlich funktionierte, mit vielen Möhren, aber es funktionierte. Das Thermometer piepste und ich blickte drauf. 38,1°C, also hier auch nich alles okay. Sanft lobte ich Blossi und zog die Spritze auf. Wie bei den Stuten zuvor desinfizierte ich die Stelle erst, injizierte dann die Spritze und drückte den trockenen Tupfer darauf. Erneut gab es eine Möhre und Blossi konnte nun sein Ruhe in seiner Box haben. Bella und ich liefen zum letzten Pferd; Hnakki. Ebenfalls ein Isländer und auch ein Hengst. Mit Hnakki war alles am einfachsten wie es mir schien. Er ließ sich gut händeln, da Bella wusste wie man ihn behandeln musste. Ich tastete ihn ab, nachdem ich mir Augen, Zahnfleisch und Zähne etwas angeschaut hatte. Danach hörte ich ihn ab. Nirgends war was Auffälliges festzustellen, also ging es an das Messen der Körpertemperatur. Auch dies funktionierte gleich beim ersten Mal und das Piepsen signalisierte mir wieder das ich drauf schauen könnte. Sanft lobte ich Hnakki und blickte auf das Thermometer; 38,0°C, also wieder alles gut auch bei diesem Hengst. So zog ich die Spritze auf und injizierte diese ihm dann. Auch hier machte er keinen Mucks, somit ging dieser Hengst am schnellsten wieder zurück in seine Box. ,,So Bella, alle diese Pferde sind gesund und nun gegen Tetanus geimpft. Verschon sie die nächsten Tage noch etwas, wegen dem Impfstoff.'',erklärte ich und verabschiedete mich sogleich auch von ihr.
    • CatyCat
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      22. September 2015 von BellaS
      Umzug nach Rømø | 12 265 Zeichen | © Seimure & BellaS
      Seimure (Linn)
      BellaS (Bella)

      Das schrille Klingeln meines Weckers riss mich aus dem Schlaf. Ich haute ein paar mal auf das Mistding drauf, bis es endlich Ruhe gab. Dann schlug ich die Decke zurück und wuchtete mich von der Matratze, die mir für diese Nacht als Bett gedient hatte. Mit noch geschlossenen Augen irrte ich ins Bad, wobei ich gegen einen noch leeren Karton stieß. Nachdem ich geduscht und mich angezogen hatte, schlang ich ein kleines Frühstück hinunter und begann dann damit, meine Bettwäsche in den letzten noch leeren Karton zu quetschen. Gestern hatte ich schon alles andere in den Pappdingern verpackt, die jetzt in der Wohnung herum standen. Heute musste ich die Kartons in einem der drei Transporter verstauen, mit denen wir morgen nach Rømø aufbrechen würden. Ich begann damit, die Kartons auf den Hof zu tragen und sie dort abzustellen. Nachdem ich dort alle aufgestapelt hatte, öffnete ich die Tür des Transporters und begann, die Kartons in den "Kofferraum", der mehr einer zu klein geratenen Lagerhalle glich, zu wuchten. Ein paar Kartons musste ich auch auf dem Boden des Wohnabteils abstellen. Als ich aus dem Transporter kam, tauchte in der Haustür ein Umzugskarton auf, dem ein mürrisch dreinschauender Finley folgte. Ich wünschte ihm einen guten Morgen, woraufhin er mich ansah, als würde ich vor Ironie nur so strotzen. Auch Bella kam mit einem Karton aus dem Haus, sah aber sehr viel besser gelaunt aus. "Kannst du die Sattelkammer ausräumen? Ich denke, es sollte alles in den jeweiligen Transporter, in dem auch das Pferd steht, sonst gibts nur wieder Unordnung." Wir hatten uns darauf geeinigt, dass Bella die Hengste, ich Vidja, Meyja, Garpur, Fjara, Snót und Faera und Finley die übrigen Stuten nach Rømø kutschieren würde. Brött würden wir auch noch irgendwo unterbringen können. Ich lief also los, um zuerst einmal die Sättel zu verladen. Ich dachte mir eine Taktik aus: Ich trug auf jedem Arm zwei Sättel, was mich zwar im Gehen etwas verlangsamte, jedoch immer noch schneller ging, als immer nur einen Sattel zu tragen. Als ich mit meiner ersten Ladung Sättel auf den Hof kam, hatte Bella gerade einen weiteren Karton im Transporter verstaut. Als sie mich sah, lachte sie, zog ihr Handy aus der Tasche und fotografierte mich. "Eine spitzen mäßige Sattelschlepperin!", rief sie, ehe sie mir zuwinkte und im Haus verschwand. Ich hängte die Sättel in den kleinen Sattelkammern, die sich zwischen dem Laderaum und dem Pferdebereich befanden.Nachdem ich alle Sättel aufgehängt hatte, und auch Finley und Tabea Erinnerungsfotos geschossen hatten, hängte ich mir alle Trensen und Halfter über den Arm, um dann im Transporter vor dem Rätsel zu stehen, welche Trense zu welchem Sattel gehörte. Mit Hilfe von Fotos, auf denen die Pferde die Trensen und Sättel trugen, konnte ich sie schließlich zuordnen. Als nächstes kam ich auf die Idee, die Putzboxen in die Futterschüsseln zu stecken und diese dann in der Schubkarre zu transportieren.

      Ich war wach, lange bevor mein Wecker mich aus meinen Träumen reißen konnte. Um genau zu sein hatte ich kaum geschlafen. Wie immer kamen mir Zweifel, aber ich verbot mir, die getroffene Entscheidung zu bereuen. Ich schaltete die Weckfunkion meines Handys ab, damit sie nicht gleich in meiner Hosentasche losgehen würde, und rollte mich von der Matratze, die mir als Bett gedient hatte. In den letzten drei Tagen war alles Schlag auf Schlag gekommen. Wir hatten geräumt, gepackt und weggeworfen, hatten Kisten gestapelt und alles organisiert. Tabea war gestern nach Deutschland zurück gefahren, sie hatte ihr freiwilliges Jahr beendet und wollte sich nun ihrer Berufswahl widmen. Vinkona hatte sie schweren Herzens und mit der Aussicht auf baldigen Besuch bei uns zurück gelassen. Auf einmal standen wir zu dritt über einem Berg von Arbeit. Draußen erblickte ich Linn, die verschlafen zum Stall wanderte. Auch ich betrat den Hof und begann, den Inhalt unserer Futterkammer ins Gepäckabteil meines LKW zu räumen, nachdem ich auf dem Weg nach unten schon einen Karton mitgenommen hatte. An der Tür war ich auf Linn getroffen und hatte ihr, mit aller guten Laune die ich aufbringen konnte, die Aufgabe gegeben die Sattelkammer auszuräumen. Jetzt rollte ich eine Tonne Futtergerste über den Hof und scheiterte an der Stufe, die die Tonne vom Innenraum des LKW trennte. „Ich dir helfe.“, erklang Finleys Stimme hinter mir. Er war mittlerweile dazu übergegangen Deutsch zu sprechen, was leider manchmal in grammatikalischem Chaos endete. „Danke.“ Gemeinsam hoben wir die Tonne an und hievten sie in das Fahrzeug. „Hilfst du mir auch noch bei den Pellets und dem Hafer?“ „Klar.“ Finleys Laune schien sich gebessert zu haben. Gemeinsam räumten wir alle Dinge aus der Futterkammer, die ein einzelner nicht heben konnte, dann ging Finley zurück ins Haus, um den Rest der Kartons zu hohlen. Ich schaute auf mein Handy, denn meine innere Uhr war ein wenig durch den Wind. „11:23 Uhr.“, verkündete diese. „Mir müssen sehen, dass wir los kommen. Die Fährte geht heute Abend, und wir brauchen fünf Stunden mindestens nach Newcastle, außerdem müssen wir uns dann dort um einen Guten Platz für die Pferde kümmern.“ „Es fehlt nur noch das Heu für die Überfahrt.“, stellte Linn in Aussicht. „Das kann in den letzten Platz bei mir.“ Ich hatte den einzigen LKW für acht Pferde übernommen, da wir sonst für Brött keinen ordnungsgemäßen Platz gehabt hätten. „Da ist ja ein Platz frei. Am besten packen wir das zwischen Brött und die Hengste, dann gibt’s keinen Radau.“ Gesagt getan. Eine dreiviertel Stunde später war sämtliches Zeug eingepackt und die Pferde samt und sonders verladen. Nach einem letzten Rundgang über Colles Virides stiegen wir in die LKWs, winkten Arran und Mila, die gekommen waren um uns zu verabschieden und traten dann aufs Gas. Ein Fahrzeug nach dem anderen verließ den Hof und ich konnte nicht verhindern, dass sich ein Gefühl des Verlusts in mir breit machte.

      Wir fuhren über immer größer werdende Straßen bis nach Glasgow, wo wir auf die Autobahn fuhren. Als wir bei Carlisle auf die A689 wechselten waren wir erstaunlich gut in der Zeit und hatten schon über die Hälfte des Weges nach Newcastle, wo wir auf die Fähre fahren würden geschafft. Bei Bramton fuhren wir dann auf die A69. Kurz vor Newcastle fuhren wir über die A1 auf die A167, dann auf die Jesmond Road und die A1058, die A19 und die A187 und schließlich auf die Coble Dene, an dessen Ende sich der Fähranleger befand. Das Einchecken dauerte ziemlich lange, da nicht nur unsere Papiere, sondern auch die der Pferde kontrolliert werden mussten. Schließlich fuhren wir durch die Schranke und fanden uns auf einem riesigen Parkplatz wieder, der aber noch fast leer war. Wir stellte die Transporter nebeneinander auf drei freie Plätze und stiegen aus, um uns ein bisschen die Beine zu vertreten. Wir aßen eine Kleinigkeit und schauten nach den Pferden, die alle nicht so begeistert von der Idee schienen, sechs Stunden lang im Transporter zu stehen, sich aber benahmen. Allmählich füllte sich der Parkplatz mit Lastern und PKWs und wir beschlossen, uns schon einmal in die Autoschlange einzureihen, damit wir morgen früh nicht als Letzte von der Fähre fahren mussten. Wir bekamen drei Stellplätze hintereinander zugewiesen und stiegen aus, um Heu aus Bellas Transporter zu holen und den Pferden ihr Abendessen zu geben. Zum Abendessen gingen wir ins Bordrestaurant, wo wir uns die Bäuche vollschlugen und dann wieder runter aufs Autodeck, wo wir in meinem Transporter kletterten. Finley verabschiedete sich in seinen Transporter. Bella würde in meinem Transporter schlafen, da ihr Wohnteil vollkommen mit Kisten zugestapelt war.

      Ich erwachte mitten in der Nacht und schlich mich leise aus der Kabine um Linn nicht zu wecken. Draußen bemerkte ich was mich geweckt hatte, Laufey trat ungeduldig gegen die vordere Wand ihres Transportabteils. Ich stieg ein und quetschte mich durch den schmalen Gang an der Seite bis zu Laufey. Leise sprach ich auf sie ein, streichelte sie und staunte nicht schlecht als Linn mich wach rüttelte. Hab lag ich halb saß ich ein einer unbequemen Haltung am Boden, ich musste eingeschlafen sein. „Sag mal, bist du wahnsinnig?! Ich habe einen Schreck bekommen als ich sah, dass du weg warst.“ „Ich hätte ja auch auf'm Klo sein können, und Guten Morgen erst mal.“ „Ja, guten Morgen. Wir legen gleich an.“ Stunden später saßen wir endlich in einem kleinen Café am Hafen und frühstückten. „Vier Stunden bis Hannover.“, stellte ich fest. „Und dann noch 5 Stunden bis Dänemark.“, ergänzte Finley. „Bis Rømø.”, meinte Linn. Ich hatte schon als Kind lange Autofahrten immer gehasst. Als ich dann irgendwann groß genug war um auf dem Beifahrersitz zu sitzen, war es besser geworden, aber selbst zu fahren machte mir immer noch keinen Spaß. Verkrampft steuerte ich den großen LKW durch den Verkehr und folgte Finley, der sichtlich Spaß an der Fahrt hatte. Als wir uns schließlich auf der A2 in Richtung Hannover befanden, fühlte es sich seit langem einmal wieder an wie nach Hause kommen. Ich sah das Gestüt Sólin vom weitem. Pferde lebten hier keine mehr, aber Mamas Hühner, gerne als „Puschelhühner“ bezeichnet, bevölkerten den ganzen Hof. Als meine Mutter die Haustür öffnete, musste ich mir Mühe geben nicht in Tränen auszubrechen. Schnell wurden die Pferde ausgeladen. Als Finley mit Stássa am Strick aus dem LKW kam, hob die Stute den Kopf und wieherte. Sie schien ihr altes zu Hause zu erkennen. Die Nacht zu Hause war zu kurz, aber sie hatte den Pferden gut getan. Wir standen um 4:30 Uhr auf, aßen ein paar Brote, luden die Pferde ein und verabschiedeten uns. Wenn meine Rechnung aufging, würden wir gegen 11 Uhr auf Rømø sein.

      Um sechs Uhr brachen wir auf. Auf der A7 war es noch relativ leer, wenn es das überhaupt einmal war. Wir fuhren über Hamburg, Neumünster, Rendsburg, Schleswig, Flensburg und schließlich über die Grenze nach Dänemark. Zur Küste brauchten wir noch eineinhalb Stunden. Die Fahrt über den Rømøvej, die Brücke, die nach Rømø rüber führt, kam mir ewig lang vor. Endlich fuhren wir auf die Insel.

      Der Rømøvej, endlich. Ich kramte in meinen Sachen, die neben mir auf dem Beifahrersitz standen, bis ich eine CD hervorzog. „The Magic 5“, verkündete der Titel, auf dem Cover befand sich ein Islandpferd. Schnell und ohne den Blick von der Straße zu nehmen, schob ich die CD in den Player und drückte auf Start. Es war eine Tradition die ich schon seit meinem ersten Urlaub auf Rømø fortsetzte: Spätestens auf dem Damm diese Islandpferdelieder anzuhören. „Celebrate our livetime, come together and we'll ridin' like the wind.“, sang ich mit und war froh, dass niemand mit mir im Auto saß, dem ich auf die Nerven fallen konnte. Wie immer schien der Damm endlos, aber als er in die, gerade mal 22 km lange, Insel mündete, hatte ich das Gefühl nach Hause zu kommen. Ich übernahm die Führung und steuerte zielsicher über die einzige befestigte Straße und über einen ziemlich langen und holprigen Pfad, bis wir eine, von Unkräutern und sonstigem Grünzeug zugewucherte, Einfahrt passierten und schließlich auf dem Hof anhielten, unserem neuen Zuhause. Beinahe übermütig sprang ich aus dem Führerhaus und schaute kurz darauf in die Gesichter von Linn und Finley. „Links ist unser Wohnhaus, rechts ist der große Stall, geradeaus die Scheune, die als Unterstand für die große Wattweide dient...“, zählte ich mit bestem Fremdenführer Tonfall auf. „Willkommen zu Hause.“
      ~
      Die nächsten Tage waren ein völliges Durcheinander und die Pferde lebten sich schneller ein als wir Menschen. Ich ertappte mich noch einige Male dabei, die Sattelkammer links vom Wohnhaus zu suchen und in meiner neuen Wohnung stapelten sich noch immer die Kisten, aber wieder erwarten hatte ich nichts bereut. Nach einem gemeinsamen Strandritt war sogar Finley überzeugt und als dann die Nachricht kam, dass Thowra und Stássa die Körung bestanden hatten, war ich von der Richtigkeit meines Schrittes Überzeugt. Die neue Isländerzucht trug den Namenglæsileikaeyjarinnar,Eleganz der Insel. Ein Name der nicht nur die Pferde und ihre eigentliche Heimat, sondern auch unserer neues zu Hause perfekt beschrieb. Wir waren angekommen, und ich hatte meinen großen Traum endlich ich greifbarer Nähe. Bald schon würde mein erstes Zuchtfohlen das Licht der Welt erblicken.
    • CatyCat
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      23. September 2015 von Seimure
      Gangtraining (Tölt) Færa T6->T5 (L->M) | Gangtraining (Viergang) Snót V1->V2 (E->A) || 4023 Zeichen || (c) Seimure
      Bella hatte mich heute Morgen gebeten, zwei ihrer Stuten, Snót und Færa, zu trainieren, da sie selbst viele Aufträge zu erledigen hatte und wohl den ganzen Tag unterwegs sein würde. Um neun Uhr machte ich mich auf den Weg über die Wattweide, um die beiden einzufangen. Wie ich es erwartet hatte, stand die Herde natürlich auf der völlig anderen Seite der Weide, weshalb ich einen kleinen Fußmarsch hinlegen musste. Snót und Færa ließen sich widerstandslos einfangen und folgten mir brav den Weg zum Hof, wobei sie allerdings immer wieder versuchten, noch ein Büschel Grashalme mitgehen zu lassen.

      Auf dem Putzplatz angekommen band ich Færa an und brachte Snót auf den kleinen Paddock, damit sie, während ich Færa trainierte, nicht angebunden rumstehen musste. Ich putzte Færa gründlich das Fell, kratzte ihre Hufe aus und zog die Grashalme aus der Mähne. Dann sattelte ich sie, legte die Hufglocken an, gurtete nach, stellte die Bügel ein, saß auf und ritt zur Ovalbahn. Bella hatte gesagt, ich könne mir aussuchen, was ich trainieren wollte, also töltete ich Færa nach dem Aufwärmen an. Da ich sie aber nicht oft ritt, wollte mich die Stute wohl austesten, weshalb sie gleich nach dem Antölten in den Trab wechselte. Verärgert parierte ich sie wieder durch, nahm die Zügel für Tölt auf und trieb sie in einen mittelschnellen Tölt. Færa hatte offenbar verstanden, dass ich ihr keine Mätzchen erlaubte und mache bei den weiteren Übungen, Töltübergänge, schneller Tölt und Tölt an der langen Seite mit Schenkelweichen, bedingungslos mit. Nach einer Dreiviertelstunde Tölt wechselten wir ins Dressurviereck. Ich hatte bemerkt, dass Færa sich gerne im Rücken fest machte, wenn ihr eine Übung nicht gefiel. Um den Rücken zu lockern ging ich mit ihr erst im Schritt mehrere Bahnfiguren, dann wiederholte ich diese im Tölt. Nach ein paar extra kurvigen Bahnfiguren spürte ich, wie sich Færas Rücken zu entspannen begann. Ich lobte Færa und ließ mir die Zügel aus der Hand kauen. Dann ritt ich zurück zum Putzplatz, sattelte sie ab, putzte die Sattellage trocken und holte dann Snót vom Paddock. Ich machte Færas Futter fertig, stellte es auf den kleinen Paddock, wo vorher Snót gestanden hatte und gönnte nun Færa hier ihr wohlverdientes Mittagessen. Dann ging ich zurück zu Snót, putzte sie, sattelte sie und saß dann auf. Ich hatte erst einmal kurz auf der Stute gesessen, aber ich wusste sofort, als ich im Sattel saß, dass zwischen uns die Chemie keineswegs stimmte. Die Stute machte, während ich noch die Steigbügel suchte, einen Satz nach vorne und trabte dann in Richtung Wattweide. Nachdem ich meine Füße sicher in den Bügeln platziert hatte, parierte ich sie mit einiger Mühe durch und lenkte sie in Richtung Ovalbahn. Da Snót im Viergang noch nicht trainiert worden war, fing ich nach dem Aufwärmen mit einfachen Übungen auf der Bahn im Trab und Tölt an. Snóts größtes Problem schien wohl zu sein, dass sie, wenn sie einmal getrabt war, nicht mehr tölten wollte. Hier kam mir ein Trick, den ich schon seit meiner Reitschulzeit kannte, zur Hilfe: Ich ritt an die Innenseite der Bahn, parierte Snót durch zum Stehen, nahm die Zügel für Tölt gut auf, sodass Snót ihren Kopf heben musste, und ließsie dann im Schritt eine Volte gehen, aus der heraus ich sie in den Tölt trieb. Trab hatte ich mit ihr schon ausreichend gemacht, deshalb ritt ich jetzt in verschiedenen Tempos im Tölt Schlangenlinien an der langen Seite, parirte sie durch und töltete wieder an. Mittlerweile klappte es total gut. Da wir für Viergang auch noch Galopp trainieren mussten, ließ ich Snót antraben und galoppierte in der Ecke nach der kurzen Seite an. Sie wollte im Jagdgalopp lospreschen, aber ich hielt sie in einem kontrollieren, mittelschnellen Galopp. Nach drei Runden befand ich, dass sie heute schon viel geleistet hatte und ließ mir die Zügel aus der Hand kauen. Dann ritt ich zurück zum Hof, sattelte Snót ab, putzte sie und gab ihr zu fressen. Als sie fertig war, holte ich Færa vom Paddock und brachte die beiden zurück auf die Weide.
    • CatyCat
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      26. Oktober 2015 von BellaS
      Distanztraining für Fjara, Lykkja & Snót E → A | 4006 Zeichen | © BellaS
      Ein Trainingstag stand an. Ein Trainingstag für einige meiner Pferde. Eigentlich war dergleichen schon länger geplant, aber meine Motivation hielt sich in Grenzen. Ganz genau so ging es Finley und Linn, die ebenfalls reichlich missgelaunt auf dem Hof herumstanden, in der Hoffnung nicht anfangen zu müssen. „Morgen.“, nuschelte ich. Für einen 'guten' Morgen reichte es heute nicht. Alles was ich an Antwort bekam, zeugte von ähnlichem Gemütszustand. Keiner von uns hatte Lust die Pferde auf der Bahn im Kreis zu quälen. „Dann lasst uns Ausreiten. Ein Distanztraining tut es auch.“, schlug ich vor und begegnete sofort freundlicheren Gesichtern. „Gut. Ein Anfänger Ritt? Dann nehme ich Lykkja mit. Wird ihr gut tun!“ Linn kratzte sich am Kopf. „Ich reite Fjara.“, teilte ich mit. „Vinkona muss dann noch. Finley?“ „Die war doch schon bei Catalina im Training.“ Jetzt ließ sich auch Finley vernehmen. „War das nicht September?“ „Nein. Diesen Monat.“ „Gut. Dann nimm doch Snót. Dann kannst du sogar im Westernsattel reiten, wenn du willst.“ „Ja. Okay, dann lasst uns loslegen!“ Ich pflügte durch die Küche und fand ein paar restliche Frühstücksbrötchen und etwas Obst. Zusammen mit einigen Falschen Wasser verstaute ich unseren Proviant in drei Satteltaschen, dann verließ ich das Haus und machte mich auf den Weg in de Sattelkammer, wo Linn und Finley die Sattelgurte einfetteten um sie gegen das salzige Meerwasser zu schützen.
      Eine halbe Stunde später standen die Pferde fertig auf dem Hof und wir waren bereit zum Aufbruch. „Alle Sättel passen? Alle waren auf'm Klo? Alles da?“ Wurden die obligatorischen Fragen gestellt. Dann saßen wir auf und machten uns auf den Weg. Zum Strand waren es nur ein paar hundert Meter. Eine echte Traumlage für jeden der einen langen Ausritt an den Strand liebte. Eine Weile ließen wir die Pferde im Schritt gehen um ihnen genug Zeit zum aufwärmen ihrer emfindlichen Muskeln zu geben. Keiner sprach. Wir alle genossen den Anblick des Strandes, der so breit war, dass man das Meer von hier noch nicht einmal sehen konnte. Zudem war Ebbe und das Wasser hatte sich zurückgezogen. „Wir könnten ins Watt reiten. Laut Plan dauert es noch vier Stunden bis zur Flut und wir müssen heute nur 25 Kilometer reiten.“ „Au ja.“ Linn klang wie ein kleines Kind. „Watt.“ „Gut, aber passt auf Muschelansammlungen auf. Die tun den Pferden nicht gut. Außerdem könnten wir mal ein Stück tölten.“ Kaum hatte ich das gesagt, ließ Finley seine Snót antölten. Auch Lykkja töltete an, wenn auch etwas trablastig und nicht besonders ausdauernd. Auch ich gab Fjara die Hilfe zum antölten, doch die Stute hatte ihre eigene Meinung. Fjara machte einen Satz nach vorne und galoppierte an. Sie liebte den Strand und benahm sich immer übermütig, wenn sie dort gehen durfte. Der harte Sand spritze um ihre Huf auf und ich gab mir gar keine Mühe sie vom rennen abzuhalten, ich liebte es doch genau so wie sie. Spätestens jetzt gab es kein halten mehr. Zu dritt jagten wir über den Strand bis die Pferde von sich aus in den Trab oder Tölt fielen. Nach einer Schrittpause ließen wir unsere Pferde wieder antraben oder tölten. Um das allgegenwärtige Schweigen zu brechen, begann ich eine Unterhaltung über Körungen, die aber nur schleppend in Gang kam. Schließlich legten wir eine Pause ein, kehrten um und machten uns auf den Weg zum Hof zurück. Unsere Unterhaltung verlor sich schließlich und wortwörtlich im Sand. Erst kurz vor dem Hof brach Filey das Schweigen. „Lasst uns das letzte Stück nochmal galoppieren!“ Sofort willigten Linn und ich ein. Fjara legte, trotz des langen Ritts, ordentlich vor und aus dem gemeinsamen Galopp wurde ein Rennen. Ich beugte mich tief über den Hal der Stute und jubelte als Fjara eine Nasenlänge vor Snót über die Linie aus Strandkräutern preschte, Strand und Wiese markierte. Ich ließ die Zügel los und breitete die Arme aus. Erst auf dem Hof parierte ich Fjara wieder durch. „Gut, dass das keiner gesehen hat.“ Ich keuchte und das Grinsen auf meinem Gesicht sprach Bände.
    • CatyCat
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      30. Oktober 2015
      Fliegen lernen | 16 364 Zeichen | © Seimure & BellaS

      Der neue Tag schien schon einmal gut anzufangen: der Akku von meinem Wecker hatte in der Nacht seinen Geist aufgegeben, und so kam ich erst um sieben aus dem Bett. Als ich in die Küche kam, wurde ich von Flóki, der erst seit ein paar Tagen bei mir wohnte, begrüßt. Flóki war ein Isländischer Schäferhund, also auch ein „Isländer“, womit er super auf den Hof passte. In den letzten Tagen hatte ich ihn erfolgreich stubenrein bekommen und übte nun mit ihm an den grundlegenden Befehlen wie Sitz und Platz.Der Welpe bekam sein Futter und war dadurch eine kurze Zeit beschäftigt, die ich nutzte, um eine Schüssel Müsli zu essen, ohne das er mir zwischen den Füßen rumwuselte. Dann zog ich mich an und Flóki bekam sein Halsband um den Hals, an dem ich ihn festhalten konnte, wenn er auf die Pferde losging oder anderen Unsinn im Kopf hatte. Als wir auf den Hof kamen, trafen wir auf Finley. Finley hatte Flóki schon fast adoptiert, während man das von Bella, die gerade aus dem Stall kam, nicht sagen konnte. Das lag wohl daran, dass Flóki ihr gerne bei der Arbeit zwischen den Beinen rumlief, während er Finley akzeptierte und auf ihn hörte. Wir gingen in die Sattelkammer und teilten die Arbeit zwischen uns auf. An diesem Wochenende wollten wir mit Peppy, Brött und Vina das Fohlen-ABC machen, da Brött und Peppy schon in ein paar Monaten angeritten werden sollten, und es bei Vina auch nicht mehr lange hin war. Da wir gerade den Fohlenschub hatten, würde auch der kleine Vákur beim Führ- und Putzteil mitmachen. Wir einigten uns darauf, dass Bella Brött übernehmen würde, Finley Vina und ich Peppy. Bella würde danach noch mit Vákur ein bisschen üben.

      Ich war angenervt, musste aber auch mit der 'niiiiiiiiiedlich'-Stimme in meinem Kopf ringen, als Linns Welpe vor ihr aus der Tür hüpfte. Der kleine Flóki war zwar goldig, hatte aber ein ausgesprochenes Talent dafür, immer dann aufzutauchen, wenn man ihn in keinster Weise gebrauchen konnte. Zudem war ich noch nie ein Hundemensch gewesen. Ich war mit Katzen aufgewachsen und somit eher ein Liebhaber der kleinen, leisen und unaufdringlichen Tiger. Allerdings ging es ja nicht wirklich um Katzen oder eben Hunde, die Pferde standen im Mittelpunkt und da waren Linn und ich und absolut einig. Zu dritt betraten wir die Sattelkammer, holten die kleinen Fohlenhalfter und machten uns auf den Weg zum Offenstall der Fohlen. Während Brött eigentlich ein Jährling, eher noch ein Jungpferd war und nur noch aufs Anreiten vorbereitet werden würde, war der kleine Vákur gerade erst vollständig entwöhnt worden. Linns Stutfohlen Peppy, von mir spaßhaft PPA genannt, war nur wenig jünger als Brött, und Vina lag irgendwo dazwischen. Durch Zufall hatten Linn und ich in den letzten Tagen außerdem eine erstaunliche Entdeckung gemacht: unsere vier Fohlen waren jeweils zwei Vollgeschwister. So stammten Brött und Vákur von unserem Blettur und der bekannten Zuchtstute Milka Luflee ab, Vina und Peppy waren Nachkommen von einem Hengst namens Maxi und der Stute Palimé. Ich würde mich zu aller erst Brött widmen und belegte den Roundpen mit Beschlag. Finley und Linn gingen mit Vina und Peppy in die Reithalle.
      Ich führte Brött in den Roundpen. Wir hatten vor kurzem mit den Grundübungen zum Longieren begonnen. Sie akzeptierte nun Longe und Kappzaum und hatte verstanden was ich von ihr wollte, wenn ich sie mit einer langen Longierpeitsche zum Gehen aufforderte. Allerdings hatten wir das langweilige 'im Kreis laufen' bisher nur frei und ohne diese 'komische Ding am Kopf' probiert. Heute würde ich also beides kombinieren und Brött das erste Mal klassisch longieren.

      Finley und ich banden Vina und Peppy auf den Hof an und putzten sie schnell. Dann gingen wir in die Reithalle, da Bella mit Brött im Roundpen war. Vina und Peppy hatten auch schon die Grundlagen des Longierens gelernt, aber heute stand ein Anti-Schreck-Training an. In der Halle ließen wir die Beiden vom Strick, damit sie sich schon einmal umsehen konnten, während wir einen kleinen Pacours aufbauten. Dieser startete damit, dass die Fohlen mit verbundenen Augen über eine Regenplane laufen mussten, danach bewarfen wir sie mit kleinen Schaumstoff-Tennisbällen und einem Gymnastikball. Zum Schluss mussten die Beiden noch mit bunten Regenschirmen und Besen bekannt gemacht werden. Finley und Vina legten vor. Die Augenbinde fand Vina schon nicht so toll, aber als Finley sie dann auf die Plane führte, fand sie das zu gruselig. Nach ein paar Runden Trab und Galopp und einigen wilden Bocksprüngen, konnte sich Vina jedoch beruhigen, und Finley führte sie erst ein paar Mal ohne Augenbinde über die Plane, dann auch mit, was sie nach einigem zögern auch meisterte. Während Finley Vina mit den kleinen Schaumstoffbällen bewarf, und sie einige Fluchtversuche machte, durfte auch Peppy erst ohne, dann mit Augenbinde über die Plane zu laufen. Glücklicherweise war sie ruhiger als Vina, und wir schafften es beim ersten Anlauf. Vina hatte auch schon den Gymnastikball hinter sich gebracht, und so begann ich, Peppy mit den Tennisbällen zu bombardieren. Sie fand es nicht gerade toll, war aber auch hier ruhiger als Vina. Auch den Gymnastikball überstand sie gut. Finley und Vina hatten währenddessen Regenschirme durch die Gegend gewirbelt und sich gegenseitig mit dem Besen geärgert. Während auch Peppy und ich dies machten, gingen Finley und Vina den Pacours noch einmal durch, was sehr viel besser ging, als beim ersten Mal. Finley und ich bauten alles wieder ab, während die Fohlen die Halle untersuchten. Dann führten wir Vina und Peppy wieder auf den Hof, wo auch Bella und Brött schon waren.

      Brött hatte fast aufgefressen, als Linn und Finley ihr Fohlentraining ebenfalls beendeten. Den Utensilien zufolge, die der kräftige Schotte schleppte, hatten die beiden heute Anti-Schreck Training gemacht. Linn versorgte nun auch Peppy und Vina mit Fohlengerechten Portionen Geste. Als ich sah, wie die kleinen Mäulchen in den Futterschüsseln verschwanden, rebellierte auch mein Magen. Ich schaute auf meine Armbanduhr. Es war bereits 14 Uhr und ich hatte seit dem Frühstück um sieben nichts vernünftiges gegessen. Schnell brachte Brött wieder in ihren Offenstall und verschwand im Haus, um mir etwas zu essen zu machen.
      Nach einer halben Stunde und einer ordentlichen Portion Nudeln machte ich mich gut gelaunt und gesättigt auf zum Stall. Das ganze Fohlentraining hatte lange gedauert, länger als erwartet, und meine Motivation noch Bäume auszureißen hielt sich auch in Grenzen, also sah ich mich gezwungen meinen Tagesplan etwas zu ändern. Ich holte Faera von der Weide und putze und sattelte sie. Die fuchsfarbene Stute würde bald zur Körung gehen, und ich wollte die Kür noch einmal üben. Auf dem Weg zum Reitplatz begegnete ich Linn, die gerade mit Garpur von der Ovalbahn kam. Ich blieb kurz stehen. „Ich übe jetzt nochmal die Kür mit Faera. Garpur ist offensichtlich auch geritten worden. Was hast du noch geplant?“ „Nur ein bisschen Tölttraining mit Meyja und vielleicht Bodenarbeit mit Lykkja, wenn ich dann noch 'nen Nerv dafür frei habe.“ „Okay, dann müssen ja noch einige raus. Was macht Finley?“ „Der? Ich glaube er ist gerade mit Topar raus. Außerdem hatte er vorhin eine handfeste Meinungsverschiedenheit mit Blettur auf der Ovalbahn.“ Linn grinste. „Wenn andere draufsitzen ist sowas eine ganz wunderbare Art der Unterhaltung.“ „Ja, ja.“, lach nur. Auch ich hatte vor einigen Tagen mit besagtem Hengst eine nicht ganz freiwillige Show abgezogen. „Hast du Lust auf einen Ausritt? Nachher? Strand? Ohne Sattel?“ Jetzt war es an mir zu grinsen, denn mit 'ohne Sattel' Ausritten zum Strand hatte Linn ihre ganz persönlichen Erfahrungen gemacht. „Nur wenn ich Sólfari kriege!“ „Abgemacht.“

      Nachdem ich Garpur mit Gerste, Pellets und Brot versorgt hatte, brachte ich ihn zurück in den Offenstall und holte Meyja von der Weide. Mit der Stute würde ich heute Tölt trainieren, da es wegen ihres einfachen, aber guten Tölt am sinnvollsten war, sie darin zu fördern. Ich putzte und sattelte sie schnell, setzte meinen Helm auf und zog statt der Stiefel Stiefeletten und Chaps an. Ich saß auf und trieb Meyja in Richtung Ovalbahn. Nach dem Aufwärmen übten wir Tölt im Arbeits- und Mitteltempo auf beiden Händen. Als wir etwa eine halbe Stunde auf der Ovalbahn waren, stießen Bella und Fjara zu uns. Fjara schien über das Training nicht sehr begeistert zu sein, und nachdem ich einige Zeit zugesehen hatte, wie Bella sich mit ihr rumschlug, überließ ich ihnen die Ovalbahn, damit sich Fjara wieder beruhigen konnte. Ich ritt mit Meyja noch eine kleine Runde durchs Gelände, wo wir auf Finley und Topar trafen, mit denen wir uns ein kleines Rennen lieferten. Natürlich gewann der Hengst das Rennen, aber Bella würde sagen: „Dafür ist Meyja süß!“ Auf dem Rückweg schwärmte Finley von Snót, deren Western-Kenntnisse er vorhin in der Halle gründlich ausgenutzt hatte. Auf dem Hof mussten wir erst einmal Bella beruhigen, der Fjara wirklich den allerletzten Nerv genommen hatte. Bella brachte Fjara wieder auf die Weide und wir gaben Meyja und Topar ihr Fressen. Während sie fraßen, versuchte ich Finley zu erklären, was es mit der deutschen Zeichensetzung und Rechtschreibung auf sich hatte, denn er sprach Deutsch schon recht gut, wenn er aber etwas schrieb, musste man stundenlang davor sitzen und versuchen, auch nur ein Wort zu verstehen. Nach einiger Zeit brachten wir die Pferde wieder auf die Weide und holten Lykkja. Da Finley nichts mehr zu tun hatte, erklärte er sich dazu bereit, mir mit der Stute etwas zu helfen. Wir hatten Lykkja erst vor ein paar Tagen von ihrer Vorbesitzerin abgeholt, und so war dies ihr erstes Training mit uns. Wir putzten sie schnell und gingen dann in den Roundpen. Zuerst longierte ich sie auf beiden Händen im Schritt, Trab und Tölt, schließlich auch im Galopp. Dann nahm ich Finleys Platz auf dem Gatter ein, und er brachte ihr einige Tricks bei, die ich noch nie einem Pferd hatte beibringen können. Schließlich waren wir fertig und ließen Lykkja wieder zur Herde auf die Weide.

      Irgendwie war die Zeit zu schnell vergangen und der Tag neigte sich bereits seinem Ende entgegen. Ich hatte mich gerade vergewissert, dass es Thowra und Stássa an nichts fehlte. Die werdenden Mütter bekamen jetzt öfter noch etwas Extrafutter und das Reiten hatten wir auf Grund der fortgeschrittenen Trächtigkeit bereits eingestellt. Außerdem hatte ich einen Termin mit Joyce vereinbart, die die beiden als Tierärztin noch einmal begutachten sollte. Normalerweise brauchten Isländer keine so große Aufmerksamkeit wenn es um Fohlen ging und auch diese Stuten sollten ihre Fohlen traditionell alleine auf der Weide bekommen, allerdings wollte ich mir sicher sein, dass dabei nicht zu Schwierigkeiten kam. Stuten und Fohlen waren zu wertvoll.Wieder einmal zog ich meine Uhr zu Rate und erschrak. Es war eindeutig zu spät für einen längeren Ausritt, gerade ohne Sattel und Sicherheit. „Es ist zu spät.“ Stellte ich auch für Linn, die sich gerade zu mir gesellt hatte, fest. Machen wir das Morgen. Ich gehe jetzt allerdings noch mal schnell mit Hnakki an den Strand, der muss ein bisschen rennen sonst wird der Wahnsinnig. „Er hat sich selbst zuzuschreiben, dass er in der Box stehen muss! Hätte er sich nicht unbedingt kloppen müssen...“, muffelte Linn. „Ja. Das zeigt nur, dass er viel Potenzial zum Zuchthengst hat.“ Ich versuchte Hnakki zu verteidigen, aber Linn schien die Lust am Streiten auf einmal verloren zu haben. „Ich nehme Vinkona und komme noch mit zum Strand. Ein Rennpassfoto macht sich bestimmt gut auf unserer Website.“ Linn verschwand im Haus um ihre Kamera zu holen, ich holte die Pferde.
      Es wurde ein flotter Ausritt und es entstanden traumhafte Fotos mit einem Junghengst im Rennpass, den Sonnenuntergang im Hintergrund. Schließlich hatten wir genug. Die Pferde wurden versorgt und wir beschlossen uns noch in meiner Wohnung zu treffen um einen Film zu gucken. Kaum war dieser allerdings vorbei, verschwand Linn nach unten und ich fiel ins Bett.

      Am Sonntagmorgen hatte ich mit Bella und Finley ein üppiges Frühstück, unter anderem mit isländischem Skyr, selbstgebackenen schwedischen Semlor und – auf Bellas Wunsch hin – Musik von den 'Magic 5'. So sehr ich die Musik verabscheute, so sehr machte es Spaß, mit Finley ein Kakaowetttrinken zu veranstalten. Währenddessen untersuchte Bella einen Semla. „Was – ist – das, Linn?“ Ich erklärte ihr, was es mit dem schwedischen Fastengebäck, das ich schon seit meiner Kindheit buk und aß, auf sich hatte. Der untere Teil des kugelförmigen, süßen Brötchens war mit Marzipan gefüllt, darauf tat man dann noch ordentlich Schlagsahne, dann noch den Deckel und viel Puderzucker drauf.
      Nach dem Frühstück mit viel staubendem Puderzucker holten wir Laufey und Sólfari, mit denen wir einen Strandausritt geplant hatten. Wir ritten an der Ovalbahn entlang und über die Passbahn zum Strand, wo wir angaloppierten. Sólfari jagte mir einen riesigen Schreck ein, als er mit einem riesigen Satz Laufey und Bella nachjagte. Wir ritten ohne Sattel, und der Pferderücken war rutschig, was durch das Meerwasser, das uns überall hinspritzte, nicht verbessert wurde.

      Die Sonne war noch mich lange aufgegangen und es war kühl. Bis eben hatte ich noch gefröstelt doch jetzt wärmte die Bewegung mich von innen heraus. Laufey flog förmlich über den Strand, und ich musste mein Gewicht ein Stück weiter mach hinten verlagern, um sie ohne Sattel unter Kontrolle zu behalten und mich auf ihrem Rücken zu halten. Schließlich gab ich meine Versuche die Geschwindigkeit zu drosseln auf und griff in die Mähne meiner Stute. Eiskaltes Meerwasser und Sand spritzte unter den Hufen der galoppierenden Pferde auf und versah Linn und mich mit einer feuchten Kruste. Um nicht alles von mir abzubekommen, gab Sólfari mächtig Gas und lief schließlich eine Nasenlänge vor Laufey. Er wandte den Kopf zu ihr und wieherte freudig, was Linn einen kleinen Herzanfall zu bescheren schien. Als wir die Pferde wieder durchparierten und uns auf den Rückweg machen wurde mir bewusst, dass ich eine gute Entscheidung darin getroffen hatte, Laufey das erste Mal von Sólfari decken zu lassen. Dass die beiden Pferde sich gern hatten war mehr als offensichtlich und so freute ich mich, so entschieden zu haben. Das Verhalten von Laufey und Sólfari erinnerte mich aber nicht nur an den bekannten Pferdefilm 'Spirit', sondern leider auch an meinen Exfreund und unsere Trennung im Streit. Man hätte meinen können, dass genug Zeit vergangen war, um diese Szene für immer aus meinem Gedächtnis zu verbannen, doch in Situationen wie jetzt geisterte sie mir gerne wieder im Kopf herum. „Bella! Nicht verkniffen gucken und vor allem nicht grübeln!“ Linn wusste manchmal wirklich zu genau, was in mir vorging. „Wo ist das Problem?“ „Ach, nichts.“ Diese obligatorische Phrase nervte zwar, gab meiner besten Freundin allerdings zu verstehen, dass ich nicht reden wollte. „Wenn du nicht redest rate ich!“, drohte sie mir an. „Also?“ „Ich will nicht reden! Ich brauche keinen Seelenklemptner in Form meiner besten Freundin!“ „Aha. Schon wieder Jonas?“ „Hmpf.“ Das war ihr offensichtlich Antwort genug und Linn sagte erst einmal eine Weile gar nichts, was mir recht gelegen kam. „Du musst da endlich mal drüber hinweg kommen. Vergiss dieses Arschloch!“ Damit war die Sache für sie offensichtlich erledigt und wir spornten die Pferde nochmals zum Galoppieren an. Unser Ausritt zog sich in die Länge, doch als wir endlich wieder beim Hof ankamen, erwartete uns Finley mit guten Neuigkeiten. „Zwei Mal Hengstkörung bestanden und zur Zucht freigegeben.“, rief er uns entgegen. Ab jetzt gab es kein Halten mehr. Lange hatte ich geplant was nun endlich möglich wurde. Wir befreiten Laufey und Sólfari von Trense beziehungsweise Knotenhalfter und putzen sie. Anschließend ging es aber nicht zurück auf die Weide, sondern auf ein kleines, eigens für diesen Zweck abgestecktes Koppelstück. Wir ließen die beiden laufen und warteten gespannt in einiger Entfernung. Es dauerte nicht lange bis Sólfari zur Tat schritt und ich hatte meine selbstbewusste Stute noch nie so überrascht, glücklich und entspannt zugleich gesehen. „Auf das bald eine ganze Herade wunderhübscher Fohlen auf unserer Weide herumtollt.“, grinste Linn. Wir gönnten dem Pferdepärchen noch etwas Zeit zusammen und ließen sie stehen. Dann trennten sich unsere Wege und jeder ging seiner Arbeit nach.
    • CatyCat
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      15. November 2015
      Hufschmiedbericht Snót | 2598 Zeichen | © Sosox3

      „Warum ruhst du dich aus? Du weißt aber schon das Frau Schmiedemann uns einen Auftrag gegeben hat oder?“, gab Jan Niklas von sich und ich sah ihn perplex an. „Seit wann?“, fragte ich mit einem Mund voller Chips, die sich eben noch in der Tüte neben mir befunden hatten und teilweise neben mir oder nun auf mir herum lagen. „Seit ungefähr 4 Tagen?“ – „Was?!“ Ruckartig stand ich auf, schüttelte die Chips von mir und fluchte wild herum. Ich hatte einen Hass auf meinen Azubi. Wie konnte er mir das nicht sagen?! So schnell es ging machte ich mich fertig und packte meine Sachen zusammen. Wir würden heute mit der Fähre fahren müssen, da wir einen Flug ja nicht planen konnten...
      Es hatte in meinen Augen zulange gedauert. „Weißt du das du süß bist, wenn du dich aufregst?“ „Du weißt das ich von Sexueller Belästigung nichts halte...“, zickte ich rum. „Ich hab dich eben verarscht, wollte ich mal so beifügen...“, sagte er und ich sah ihn an. „Was?“, und wieder war ich geschockt. „Dein Scheiß Ernst?! Wann hat sie denn bei uns einen Auftrag gegeben?!“ „Heute morgen, ich wollte nur sehen wie schnell du aufstehen kannst“, lachte er mich auf und er hatte mich echt getroffen. Ich war sauer und war froh als ich bei Annabell auf dem Hof ankam.
      „Hey, ich hab eben erst erfahren, dass du uns heute einen Auftrag gegeben hast... ich weiß leider gar nicht was gemacht werden soll“, sagte ich peinlich berührt. „Snót sollte die Hufe nochmal gekürzt bekommen, das übliche halt“, lächelte sie mich an und führte uns beide zu der Stute. Ich warf Jan Niklas öfter mal einen bösen Blick zu und er lächelte darauf immer wieder, was mich noch aggressiver machte. Doch gegen Snót sollte ich wohl nicht ankommen. Mit bereits angelegten Ohren wurde sie zu uns geführt...schien wohl einen schlechten Tag gehabt zu haben. „Du elende Zicke“, murrte Annabell lächelte uns aber dabei an. Sobald sie angebunden war, machte ich mich an meine Arbeit. Ich musste auf andere Gedanken kommen nach der Aktion meines Azubis, der mir grade bei der Arbeit zu sah. Snót hatte immernoch die optimale Huflänge, ich hatte ihr nur minimal die Hufe korrigiert und feilte sie dann noch im Anschluss. Zwischendurch lobte ich sie noch mal und hoffte, dass das Leckerli am Ende ihre Stimmung hob. Annabell führte sie nochmal vor und ich war zufrieden. Jan Niklas stand nur doof rum – wie meistens. Snót’s Ohren schnellten nach vorne als sie auch nur sah wie ich das Leckerli aus meiner Tasche friemelte. Genau so verließ sie uns dann auch und ich stellte ihr eine Rechnung aus. Sie hatte Glück gehabt : Sie hatte 2 Rabatte ergattern können.
    • CatyCat
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      30. November 2015
      Distanztraining Snót A → L | 3616 Zeichen | © BellaS

      Es war bereits Mittag und leider auch schon der letzte Novembertag, da ich aber absolut keine Lust auf ein Gangtraining auf der Bahn hatte, beschloss ich Distanz zu trainieren. Distanz war, zumindest für mich, eiche wunderbare ''Schummeldisziplin'', gerade wenn man Pferde noch eben schnell am Ende des Monats entspannt trainieren wollte. Ich zog mir eine warme Jacke über und kramte ein Stirnband aus der untersten Schublade meines Kleiderschranks. Es schneite bereits ab und zu und auch wenn der Schnee noch nicht wirklich liegen blieb, war es empfindlich kalt. Zu allem Überfluss wurde es auch noch so früh dunkel, dass ich vorsichtshalber eine Reflektorweste überzog und die Helmlampe an meinem Reithelm befestigte. Unsere Reflektorgamaschen gammelten das halbe Jahr über in einer Kiste in der Sattelkammer die ich nun nach einem halbwegs brauchbaren Paar durchwühlte. Als ich meine Stute von der Weide geholt hatte, hatte sie sich nicht wirklich erfreut gezeigt. Snót war eine echte Diva was das Wetter anging und in diesem Fall hatte ich mir keinen sonderlich günstigen Tag ausgesucht. Hin und wieder ging ein kleiner Schneeschauer nieder und auf dem Boden hatte sich grauer Matsch angesammelt, auch der Himmel hatte sich merklich verdüstert, aber das Training musste sein. Um nachher nur so wenig Lederzeug wie möglich putzen zu müssen verzichtete ich auf einen Sattel, streife Snót die Trense und die Reflektorgamaschen über, steckte mir die Kopfhörer meines Handys in die Ohren und kletterte auf den Pferderücken. Es ging an den Strand und wie immer würden wir einfach einmal die Insel umrunden, vorzugsweise in flottem Trab oder Tölt. Jetzt war aber erst einmal Schritt angesagt, denn meine Stute musste sich aufwärmen, ehe wir eine solche Strecke in schnellerem Tempo zurücklegen konnten. Kaum aber ließ ich Snót antraben, bereute ich die Entscheidung ohne Sattel geritten zu sein. Immer wieder war der Trab von genervten Bocksprüngen durchsetzt für die ich die Stute tadeln musste, außerdem machte mir ihr Verhalten und der immer dichter fallende Schnee den Halt auf dem Pferderücken nicht leichter. „Dämlicher Schnee. Ernsthaft. Im November!“ Ich grummelte und verfrachtete meine Kopfhörer schnell in meine Jackentasche um sie und das Handy vor dem widrigen Wetter zu schützen. Dieser kleine Moment der Unachtsamkeit bescherte mir beinahe einen Sturz vom Pferderücken, da Snót natürlich just in diesem Moment herumzicken musste. Entnervt tadelte ich die Stute. Mittlerweile schneite es, wie im Winter-Wunderland. Eigentlich liebte ich Schnee, aber nicht unbedingt wenn er mir wie kleine Nadelstiche ins Gesicht flog und meinen Körper auf die Temperatur eines Eiszapfens abgekühlte. Vor dem gefühlten Erfrierungstod bewahrte mich nur meine Stute, die trotz des halben Schneesturms durch den wir ritten einfach immer wieder und wieder bockte. Ich hatte ziemlich die Orientierung verloren, aber irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und wendete Snót. Wir befanden uns noch immer am Strand und da dieser um die komplette Insel verlief, mussten wir ja der Logik nach irgendwann ankommen. Mit dem Wind und Schnee im Rücken kamen wir deutlich besser und angenehmer voran, ja ich ließ sogar zu das meine Stute wild an galoppierte. In diesem Moment machte ich mir keine Sorgen um mögliche Verletzungen sondern wollte einfach nur zurück zum Hof. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir auch dort an. Ich rieb meine erschöpfte Stute gewissenhaft trocken und stellte sie über Nacht in die Box. Zwar hatten wir unsere Strecke nicht ganz voll bekommen, doch bei diesen Umständen reichte es allemal für Distanz auf L.
    • CatyCat
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      27. Dezember 2015
      Kurs „Gangtraining mal anders“ | 12.840 Zeichen | © BellaS
      Trainingsbericht für Burnin' Ófeig V1 → V2 | River's Haru T7 → T6 | Snót T8 → T7 | Vinkona V1 → V2


      Eine bunte Mischung von Reitern und Pferden verschiedenster Ausbildungsstände erwartete mich für meinen Wochenendkurs. Vier Reiter, vier Pferde, eine Ovalbahn, drei Stunden Unterricht. Das Ziel war ein Reiterlicher Fortschritt sowie eine Aufstufung der Pferde. Während Rachel, auch bekannt als meine Hufschmiedin und Alicia Grey, eine Stammkundin, mit ihren eigenen Pferden anreisten, würden Mio Michalski und Verena O'Connor, beide selber Trainerinnen, nur eben nicht im Bereich des Gangtrainings, Pferde von mir reiten. Ich trat aus dem Haus. Zwei Autos samt Anhänger standen auf dem Hof und ein Taxi setzte soeben Mio am Hoftor ab. Verena war bereits heute Vormittag angekommen. Ich trat in die Runde und das große Begrüßen begann. Dann verfrachteten wir Ófeig auf die Wattweide und Haru auf den leeren Hengstpaddock, damit die Pferde sich wenigstens den Vormittag über etwas ausruhen konnten. Aus dem Transporter direkt auf die Bahn tat bekannterweise keinem Pferd gut. Auch mit dem kurzen Eingewöhnungstraining am Nachmittag war es schon etwas drastisch, aber beide Pferde waren robust und würden das verkraften. Ich zeigte den Neuankömmlingen ihre Gästezimmer über den Haupthaus, dann lud ich sie zu einem späten Frühstück ein. Am Nachmittag würde es dann zum ersten Mal an diesem Wochenende auf die Bahn gehen. Das intensive Training war für den morgigen Samstag geplant. Am Sonntag war nur eine kurze Wiederholung angesetzt und wenn sich die vier gut machen, würden wir danach an den Strand gehen. Davon hatte ich bisher allerdings noch nichts gesagt. Ich war gespannt auf was für Reiter ich hier überhaupt getroffen war. Zwar nannte ich sie alle meine Freundinnen und hatte sie längst im Sattel gesehen, doch nicht auf einem Gangpferd.
      Am Nachmittag kam der erste listige Teil des Tages. Verena und Mio durften nun nämlich ihre Trainingspartner für das kommende Wochenende kennenlernen. Vinkona zeigte sich, wie immer, von ihre besten Seite. Allerdings war Verenas Gesichtsausdruck unbezahlbar, als Snót sich das erste mal weigerte durch eine Pfütze aus matschigem Schnee zu gehen. In den letzten Tagen hatte es getaut. Eine Tatsache, die das Stattfinden dieses Kurses überhaupt ermöglichte. Auf einer vereisten Ovalbahn wäre ein Training eher nicht so gut gewesen. Schon während des Sattelns erwies sich die Paarung Verena – Snót als leicht schwierig. Die Plüschteddy-Seite hatte die Stute heute wohl abgeschaltet, dafür trat die Diva nun deutlich ans Tageslicht. Erst als Verena ihr mit einigen, zielgerichteten Handgriffen den schweren Westernsattel auf den Rücken pflanzte, wurden die Zickereinen von großen Augen abgelöst. Einen wirklich geübten Westernreiter kannte Snót bisher gar nicht. Umso erstaunter war sie jetzt. Glücklicherweise führte dies dazu, dass sie mit ihren Mätzchen aufhörte und schließlich waren wir startbereit.
      Zweimal Viergang, zweimal Tölt waren vertreten. Allerdings klafften die Ausbildungsstände auch bei den Reitern weit auseinander. Nach etwas Schritt zum aufwärmen, wurden die Übungen differenzierter. Verena sollte mit Snót direkt antölten, denn ich wusste, dass sie bereits auf ihrem Skrudi im Tölt eine brauchbare Figur machte. Alicia wies ich an vor dem Tölt Volten und Handwechsel zu machen, stehen zu bleiben und Rückwärtszurichten, um ihrem Mix Haru das Tölten zu erleichtern. Mio und Rachel mussten mir erst einmal vorführen was sie bereits konnten, also gab ich auch hier die Anweisung zum Antölten. Ein kurzer Blick zu Verena sagte mir, dass ich mir hier keine Sorgen machen musste. Sie ritt selbstständig und gut und Snót war noch immer zu geblitzdingst um zu zicken. Auch Rachel machte keine schlechte Figur, denn ihre Ófeig töltete sicher und weich. Mio hingegen schwebte beinahe ein großes rotes Fragezeichen über dem Kopf. Zwar töltete Vinkona, aber sie wusste offensichtlich genauso wenig wie ihre Reiterin was sie tun sollte. „Mio. Gewicht in die Bügel. Sitzen. Absätze federn nach unten. Zügel kürzer. Treiben.“ Ich kurzen Worten machte ich ihr klar was sie zu tun hatte, ehe ich meinen Blick wider auf Alicia richtete. Ich hatte Haru bereits selbst trainiert und wusste: Er war ein Trabtölter der übelsten Sorte. Ganz genau dieses Problem hatte Alicia jetzt. Nach zwei Metern Tölt wechselte ihr Hengst nämlich eigenmächtig in den Trab, einfach weil er den Takt nicht halten konnte. „Versuch es mal mit kleinen Paraden. Mit dem Ringfinger am Zügel. Die müssen außerdem viiiel kürzer.“ Das „viel“ zog ich in die Länge um ihr klar zu machen, dass sie bei einem Trabtölter den Kopf ziemlich hoch nehmen musste. „Pass auf, dass er seinen Kopf gefälligst selber trägt!“ Die Stunde, die ich für heute vorgesehen hatte war schneller um als gedacht und so war es schon bald Zeit die Pferde abzusatteln und den Rest des Tages irgendwie, in unserem Fall an meinem Küchentisch mit ein bisschen Reiter-Klatsch, totzuschlagen. Immerhin hatte Mio heute die Grundlagen des Töltens begriffen, Alicia ihren Haru zu einer vernünftigen Distanz im Tölt gebracht, Verena hatte meine kleine Zicke ruhiggestellt und Rachel, nun ja, Rachel war um einige Erfahrungen reicher geworden. Morgen war dann der Tag an dem die Pferde richtig würden arbeiten müssen, denn Morgen wurden die Grundsteine für ihre jeweiligen Aufstufungen gelegt.Am nächsten Morgen ging es schon früh zu den Pferden. Nun, zumindest früher als Gestern. Das gemeinsame Frühstück hatte doch länger gedauert als geplant, aber wir hatten ja den ganzen Tag Zeit. Allerdings konnten es uns unsere Pferde natürlich nicht leicht machen. Heute verursachte allerdings nicht Snót die schlechte Laune, sondern Ófeig, die wir in einer handfesten Beißerei mit meiner Stute Fjara antrafen. Sie über Nacht in der fremden Herde zu lassen war wohl doch keine ganz so gute Idee gewesen. Wieder einmal musste ich mein altbewährtes Drachenblutfplaster aus der Sattelkammer holen und kleine Bisswunden an beiden Stuten versorgen. Ófeig würde für die nächste Nacht in jedem Fall in der Box stehen müssen. Rachel's Stute schien heute grundsätzlich auf Krawall gebürstet zu sein, denn schon beim gemeinsamen Putzen schnappte sie nach links und rechts, bis wir sie so weit an Rand anbanden wie nur möglich. Alle anderen Pferde hatten heute die Ruhe weg, nur Ófeig versuchte die Runde aufzumischen. Wieder ging es auf die Ovalbahn und wider begannen wir zum aufwärmen im Schritt. Verena und Alicia mussten heute ausschließlich Tölt reiten, während Mio und Rachel Viergang trainierten. Trotzdem begannen wir alle gemeinsam mit dem Tölt, was vor allem bei Mio heute richtig schön anzusehen war. „Du sitzt richtig gut.“, teilte ich ihr erfreut mit. Auch Verena hatte es heute leicht. Snót war noch immer fasziniert von ihr, sodass das Tölten, auch unter dem Westernsattel, erstaunlich gut klappte. Da Verena auf dem Pferd saß wie angegossen, musste ich mir um sie keine Sorgen machen. „T8 ist wohl jetzt ein bisschen wenig für dich.“, grinste ich sie später am Tag an. Jetzt hatte allerdings Alicia zu kämpfen. Zwar töltete Haru jetzt immerhin eine halbe Runde auf der Ovalbahn, aber nur mit biegen und brechen. Überstrichene Zügel, wie in der T6 verlangt, waren hier so gut wie undenkbar. Trotzdem arbeitete Alicia verbissen, denn sie glaubte offensichtlich an ihren jungen Hengst. Und Rachel? Nun ja, Rachel rang mit Ófeig, die zwar töltete, aber immer wieder aus dem Takt kam um die fremden Pferde anzugiften. „Normalerweise ist sie nicht so.“, rief sie mir ein wenig verzweifelt zu. Schließlich verpflanzte ich die beiden zum traben und galoppieren auf die Passbahn, denn für Viergang waren, wie der Name schon sagt, alle vier Gänge gefordert. Als ich zur Ovalbahn zurückkehrte, tölteten alle drei Reiterinnen noch immer fleißig. „Mio. Gönn' Kona mal eine Pause und dann lass sie traben. Für Viergang musst du nicht nur tölten.“ Mein Blick glitt über eine sehr bemühten Alicia auf einem angenervten Haru weiter zu Verena und Snót. Letztere hatte wohl gerade beschlossen die reiterischen Grenzen ihres Gepäcks zu testen. Snót wetzte los als wären alle Teufel der Hölle hinter ihr her. Natürlich im Tölt, das musste man der Stute lassen. Der Takt war einwandfrei, sogar in derart überhöhter Geschwindigkeit. „Mio. Alicia. Anhalten.“, schallte meine Stimme über die Bahn, während Verena versuchte das Tempo zu kontrollieren. Leider hatte sich Snót gerade die Reiterin ausgesucht, die ihr Leben lang gelernt hatte tief zu sitzen. Western eben. Jeden anderen Reiter hatte meine Stute gnadenlos verunsichert, doch Verena saß felsenfest, obwohl sie das Tempo nicht kontrollierte. Schließlich kam Snót zu der Einsicht, dass ihr so nicht beizukommen war und sie fand von einer Sekunde zur anderen in den normalen Trainingsmodus zurück. „Gut geritten. Richtig gut.“ Mein Kompliment ging im erleichterten Gelächter der anderen Reiter unter. Auch Ófeig schien sich in der Zwischenzeit wieder ein wenig akklimatisiert zu haben, sodass Rachel und ihre Stute wieder zu uns stießen. Auch Mio und Vinkona waren erfolgreich, nachdem ich den Übergang vom Trab zum Tölt noch einmal erklärt hatte. Verena hatte Snót unter Kontrolle und Rachel schaffte es ihre Stute bei Laune zu halten. Sogar Alicia hatte ihr Tagesziel erfüllt, als ich das heutige Training schließlich für beendet erklärte. Ihr Haru war ein ganze Stück mit überstrichenem Zügel getöltet. Auf die Uhr geguckt hatte heute keiner. Aber sowohl Pferde als auch Reiter waren erschöpft und auch ich hatte bestimmt zwei Stunden an der Bande verbracht. Ich konnte nur hoffen, dass meine Stimme mich morgen nicht für das ständige Schreien am heutigen Tag strafen würde. Vorsichtshalber wickelte ich mir einen Schal um den Hals, denn während die anderen sich nun entspannen konnten, hatte ich meine tägliche Arbeit zu erledigen.


      Dass schon Sonntag war, konnte ich eigentlich gar nicht glauben. Nach dem gestrigen Training war mein Tag wohl doch nicht mehr so lang gewesen wie einst befürchtet. Nun ja, reiten war eben ein zum Beruf gemachtes Hobby. Heute hatte ich mehr Zeit eingeplant und so starteten wir erst am späten Vormittag mit den letzten Runden auf der Ovalbahn. Das Putzen und Satteln verließ ausnahmsweise glatt. Nur das ich mir auch ein Pferd fertig machte, stieß auf Verwunderung. Meine Stute Laufey,eine kleine Ziege, aber ein Verlasspferd, würde uns heute an den Strand begleiten. Von diesem geplanten Ritt hatte ich allerdings noch nichts gesagt.
      Ich gestaltete das letzte Training wie eine Prüfung. Einzeln kamen die Reiter auf die Ovalbahn, die anderen mussten auf der nahegelegenen Passbahn abreiten. Auf die Reihenfolge hatten die Vier sich untereinander geeinigt, sodass ich nicht wusste, wer als erstes komme würde. Schließlich ritt Mio auf Vinkona auf die Bahn. Sie führte erst einen schönen Schritt, dann den Tölt vor. Zwar konnte man an ihrem Sitz noch arbeiten und ich korrigierte entsprechend, doch fand sich heute kein Fragezeichen mehr auf ihrem Gesicht. Auch der, oft heikle, Übergang in den Trab gelang und vom leichten Galopp über die Bahn muss ich hier nicht reden. „Eine von vier erfolgreich.“, hakte ich die Liste in meinem Kopf ab. „Wunderbar.“, rief ich laut. „Reite bitte noch ein bisschen auf der Passbahn, ich habe nachher noch etwas geplant.“ Als nächstes kam Rachel mit Ófeig, die uns wieder Viergang vorführte. Schritt und Tölt waren wunderbar, das Antraben klappte erst beim dritten Anlauf, als ich ihr geraten hatte im Entlastungssitz anzutraben. Galoppieren klappte wunderbar. Nun fehlten noch Alicia und Verena. Letztere zuerst. Ihre Vorstellung für die T7 war Turnierreif und ich stellte fest, dass es bei Verena eher am Sattel als an den Gängen lag. Im Westernsattel ritt sie sicher, egal was das Pferd unter ihr veranstaltete. Den größten Erfolg dieses Wochenendes hatte allerdings Alicia vorzuweisen, die mir mit stolz erfüllter Miene schnelles und langsames Tempo Tölt präsentierte und es nach zwei Anläufen sogar schaffte, Haru am überstrichenen Zügel tölten zu lassen. Ich war zufrieden, denn der Kurs hatte alle Reitern und Pferde Fortschritte machen lassen. Nun verkündete ich die Belohnung und erlöste Laufey, die es hasste lange zu stehen. Zu fünft ging es hinunter zum Strand und natürlich mussten wir den harten, feuchten Sand zum galoppieren nutzen. Dass sich ein handfestes Rennen entwickelte, störte uns wenig. Wir flogen förmlich über den Strand und meine Lieblingsstute war trotz ihrer Trächtigkeit die Schnellste. Die Zeit in der ich Laufey nicht mehr würde reiten können rückte unaufhaltsam näher und so freute ich mich doppelt über Momente wie diese.
      Der Abschied am Abend fiel und allen schwer. Vor allem Verena und Mio hatte die dreitägige Arbeit an ihre Leihpferde gewöhnt und sie zusammengeschweißt. Für mich war das Ganze ein voller Erfolg gewesen. Der „Gangtraining mal anders“-Kurs, würde nicht der letzte seiner Art sein, der hier auf Rømø stattfand.
    • CatyCat
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      Januar 2016, by Veija, 6738 Zeichen

      Green Tea & Lotusflower Military A-L, Snót Western (Trail) LK 5-LK 4, Sajé Dressur A-L


      "Na macht schon!", scheuchte ich die anderen herum und fuhr mir einmal durch die kurzen blonden Haare, wozu ich natürlich meinen Westernhut ausziehen musste. "Gott siehst du ohne Hut komisch aus, Caleb", sagte Alexis im Vorbeigehen. "Ach halt die Klappe", scherzte ich und schaute auf die Uhr. Lange dauerte es nicht mehr, ehe Green Tea & Lotusflower sowie Snót und Sajé eintreffen würden. Aaron war die drei Pferde vom Flughafen abholen, weshalb wir nun Zeit hatten im Gästestall die Boxen herzurichten, was uns auch ganz gut gelang. Verena war noch immer in Schottland und hatte Stormi dabei, weshalb wir ein Maul weniger zu stopfen hatten. Naja, das stimmte nicht ganz. Auch wenn unsere Chefib in Schottland war, hielt es sie nicht davon ab, kaufwütig Pferde nach Kanada zu schaffen. So war heute morgen ein Hengst namens Monster Delusion eingezogen.

      Kurz seufzte ich, ehe ich endlich Aaron sah. "Na endlich", zischte ich erleichtert und lief mit den anderen zum Hänger, um die drei Pferde auszuladen. "Und was sollen wir trainieren?", fragte ich Aaron, der mir einen Zettel reichte. Snót in Western, präzise, aber ich wusste ja genau, wie Bella es meinte. Sajé in Dressur und Green Tea in Military. Das sollten wir hinkriegen. Da es schon dunkel wurde, schnappte ich mir Amy und Octavia, die mir Snót und Sajé fertig machen sollten. Mit Green Tea wollte ich im Dunkeln nicht ins Gelände, weshalb sie heute noch Pause hatte.

      Als die beiden fertig waren kamen sie in die Halle, wo ich beide Pferde nachgurtete und dann die nächsten Anweisungen gab. "Amy du reitest Snót warm, zeig ihr auch ruhig schon das ein oder andere Hindernis, Octacvia du reitest Sajé warm, bleib aber von den Hindernissen weg", sagte ich und verlies dann kurz die Halle, um einen Blick auf Green Tea zu werden. "Riley, hast du gerade Zeit?", fragte ich den jungen Mann und wank ihn auf ein Nicken hin zu mir. "Dann nimm dir die Stute hier und longier sie ausgiebig im Round Pen, kannst auch kleinere Sprünge aufbauen wenn du magst, sie soll nämlich in Military trainiert werden, da kann sie heute schonmal ein bisschen springen.." "Okay, alles klar", sagte er und kümmerte sich um die Stute. Ich ging also zurück in die Halle und schaute den beiden zu. "Gut Amy, dann fang mal bei der Brücke an... Dann musst du.." "Caleb, les mir die Pattern einmal vor", murrte sie und ich nickte nur stumm. "Be ready at start. 1. Walk over bridge and over poles. 2. Jog through serpentine and over poles. 3. Lope on the right lead over poles. 4. Jog through box and into chute. 5. Turn 360°. 6. Walk out of box and over poles. 7. Work gate with right hand. Fertig!", rief ich ihr zu und schaute mir ihren Blick an. Sie wusste, was sie machen musste und diese Pattern war wirklich einfach.

      Nun wanderte mein Blick zu Octavia, die alle Mühe mit Sajé hatte. "Sei nicht so nervös, hacken runter und setz dich tiefer in den Sattel", gab ich ihr Anweisungen und sah sofort, dass die Stute ruhiger wurde. "Guuuut", lobte ich die beiden. "Geh jetzt ein paar Schlangenlinien, wechsel die Hand und mach viele Übergänge.", gab ich erneute Anweisungen und Amy und Snót zu, die sich für einen Isländer wahnsinnig gut machte. Amy wusste genau, wie sie die eigentlich ziemlich mürrische Stute zur Mitarbeit überzeugen konnte, auch wenn sie die Stute dazu einmal im Galopp durch die Bahn flitzen ließ. "Mach das nicht zu oft", sagte ich zu Amy und ging irgendwann zu den beiden, als die Stute sich weigerte, in der Box zu drehen. "Komm mal runter", sagte ich und stieg selbst kurz auf. Sofort merkte Snót, dass nun jemand auf ihrem Rücken saß, der die kleinen Spielchen von ihr nicht mitmachte. "Lass das", sagte ich und lenkte sie nach rechts, damit sie anfing sich in der Box zu drehen, ehe sie die Ohren anlegte und nach meinem Bein schnappte. Mit so etwas hatte ich zwar nicht gerechnet, aber reflexartig meinen Schuh nach vorne gezogen, so dass sie sich jetzt selbst weh getan hatte. Da ich solch ein Verhalten jedoch absolut nicht duldete, zog ich ihren Kopf zu meinem rechten Knie und drückte sie mit der rechten Spore herum, so dass sie sich um sich selbst im Kreis drehen musste. Nach ein paar Runden ließ ich sie wieder in Ruhe und schaute auf ihre flach am Kopf liegenden Ohren. "Tja Mädchen, ich weiß nicht wo du das gelernt hast, aber hier brauchst du das nicht zu versuchen", sagte ich in einem ruhigen Tonfall zu der Stute und nahm jetzt die Zügel ganz normal nach rechts, legte nun jedoch mein linkes Bein an, damit sie sich schön in der Box drehen konnte, was sie nun auch tat. "Siehst du Amy, sie ist garantiert nicht dumm, aber sie hat keine Lust.. und wenn du sie dann mit Galopprunden belohnst, kommst du von deinem eigentlichen Ziel ab", erklärte ich ihr und stieg ab, damit sie die Drehung in der Box auch nochmal versuchen konnte. "Wenn sie nochmal schnappt, Kopf auf dein Bein und drehen. Laut Bella macht sie das nur, wenn sie genervt ist und keine Lust hat, aber hier muss sie jetzt durch. Sich in einer Box drehen ist ja nun wirklich keine Arbeit", sagte ich und lachte, ehe mein Blick wieder zu Octavia ging. "Guuuut", sagte ich lachend. "Reit sie jetzt ab und bring sie weg, das reicht für heute. Und du Amy mach auch Schluss, wenn das mit der Box klappt", sagte ich lächelnd und verlies die Halle, die zwei kamen zurecht. Auf dem Weg ins Bett kam mir Riley entgegen. "Green Tea hat alles sehr gut gemacht, ein tolles und intelligentes Pferd!", sagte er mir und ich nickte, ehe ich mir meinen Weg ins Bett suchte.

      Schon früh am nächsten Morgen war ich mti Green Tea auf der Geländestrecke, auf der ich sie von A nach L bringen sollte, so die Anweisung ihrer Besitzerin Kathi. Amy und Octavia hatte ich einen Zettel hinterlassen, was sie alles üben sollten, weshalb ich guten Gewissens eine Weile weg sein konnte. Green Tea machte sich sehr gut, war gut am Sprung und hatte auch keine Probleme mit Tiefsprüngen oder Wassergräben. Das einzig nicht so positive war, dass sie schnell zu übermütig wurde, wenn es auf den Sprung zuging, doch das würden wir in unserer Trainingseinheit noch beheben können.

      So kam es, dass ich jeden Tag mit Green Tea & Lotusflower im Gelände war und sie so schulte, dass sie zwar flink und aufmerksam an den Sprung heranging, jedoch nicht stürmisch und fordernd. Snót entwickelte sich unter Amy zu einem wahren Trailpferdchen, leider nur wenn sie einen guten Tag hatte, ansonsten konnte sie nämlich sehr gut rumzicken. Sajé, die anfangs nicht so begeistert von den Dressurlektionen war, konnte nun vom Außengalopp über Schlangenlinien mit 5 Bögen durch die ganze Bahn bis hin zu einfachen Galoppwechseln alles, was sie für die L- Dressur brauchte. Guten Gewissens konnten wir die Pferde mit dem Flieger auf die Heimreise schicken.
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  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    CatyCat
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    22 Juli 2016
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    EXIF Data

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    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Abstammung
    Unbekannt x Unbekannt
    Unbekannt x Unbekannt | Unbekannt x Unbekannt

    Exterieur
    Name: Snót - Maid (Sprich: Snót)
    Alter: 2009, 6 Jahre
    Rasse: Isländer 100%
    Geschlecht: Stute
    Stockmaß: 1,39m
    Fell: Rotbrauner
    Abzeichen: keine

    Gesundheit: gechippt, geimpft, entwurmt - keine Probleme bekannt
    Zustand der Hufe: unbeschlagen - gut

    Charakter:
    lieb | anspruchsvoll | zickig

    Beschreibung:
    Snót ist eine reine Dame und recht anspruchsvoll wenn es zum Beispiel darum geht im Regen stehen oder durch Pfützen gehen zu müssen. Sie wird recht schnell zickig, kann aber auch einfach nur ein riesen Plüschteddy sein. Ihren Herdenmitgliedern begegnet sie freundlich und neugierig. Unterm Sattel ist sie normalerweise recht simpel, doch ise besitze auch Temprament, welches sie immer dann zeigt wenn ihr etwas nicht passt.

    Erfolge & Qualifikationen
    Eignung:
    Gangreiten [4 Gänger] | Dressur | Distanz | Western
    Eingeritten: ja (klassisch & western)
    Eingefahren: ja
    Angetöltet: ja
    Rennpass entwikelt: nein

    Snót besitzt Talent und ihre Gänge sind weich, aber nicht immer völlig klar, wenn sie schlechter Laune bist, bekommt man sie so gut wie gar nicht zu Tölten. Sie geht unter dem Klassischen sowie unter dem Westernsattel.

    Gang

    Tölt | T8-T7-T6-T5-T4-T3-T2-T1
    Viergang | V1-V2-V3-V4-V5-V6-V7-V0
    ~
    Dressur| E-A-L-M-S-S*-S**-S***
    Western| E-A-L-M-S-S*-S**-S***
    Distanz| E-A-L-M-S-S*-S**-S***
    Wendigkeit| E-A-L-M-S-S*-S**-S***
    (mit Ausnahme von Wendigkeit NUR durch Training!)

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    5. Gangturnier
    182. Distanzturnier
    59. Syncronspringen
    332. Dressurturnier
    312. Galopprennen
    311. Westernturnier
    5. Syncronfahren
    56. Gangturnier
    104. Syncronspringen
    320. Galopprennen (1. Auslosung)

    Zuchtdaten
    Gekört: Ja | Nein

    [​IMG]
    [SK 438] Westerngerittene- und Gangpferde
    Dektaxe: 130 Joellen
    Gencode: unbekannt

    Als Deckhengst verfügbar:
    Als Leihmutter verfügbar: /
    Tragend: nein
    Nachkommen: keine

    Besitzerlegende
    Besitzer: CatyCat
    Vorbesitzer: Rasha, Ofagwa, BellaS
    Ersteller: Ofagwa
    VKR: verfallen

    Reiter: Annabell Schmiedemann / Finley McLean
    Turnierreiter: BellaS
    Wert (kauf): unbekannt
    Wert (momentan): unbekannt
    Verkauf: nein