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Leaenna

Snoopy

[center][img]http://i52.tinypic.com/2kn429.png[/img] [sub][i]Pony meines Herzens[/i] ♥[/sub] [color=#8B0000]***[/color] [font=Palatino Linotype][size=5][i][color=#8B0000]S[/color][/i][/size][size=4]noopy[/size][/font] [b]Aus der:[/b] [color=#8B0000]Unbekannt[/color] [b]Von dem:[/b] [color=#8B0000]Unbekannt[/color] [b]Rasse:[/b] [color=#8B0000]Ponymix[/color] [b]Geschlecht:[/b] [color=#8B0000]Wallach[/color] [b]Geboren:[/b] [color=#8B0000]* 1996[/color] [b]Stockmaß:[/b] [color=#8B0000]1,25 m[/color] [b]Fellfarbe:[/b] [color=#8B0000]Fuchsschecke[/color] [color=#8B0000]***[/color] [img]http://i55.tinypic.com/301hy12.jpg[/img] Gesundheitszustand: [color=#8B0000]Sehr gut![/color] Besitzer: [color=#8B0000]Payty[/color] Ersteller und VKR: [color=#8B0000]Fratzi [/color] [color=#8B0000]***[/color] [b][color=#8B0000]Q[/color][/b][i]ualifikationen[/i] [b]Galopprennen Klasse:[/b] E [b]Western Klasse:[/b] E [b]Spring Klasse:[/b] E [b]Military Klasse:[/b] E [b]Dressur Klasse:[/b] E [b]Distanz Klasse:[/b] E [b]Fahren Klasse:[/b] E [color=#8B0000]***[/color] Den echten Snoopy habe ich im Sommer 2010 auf einem Ferienreiterhof kennen- und lieben gelernt. Nach einer Woche, in der ich ihn täglich geritten bin, musste ich wieder nach Hause - der Abschied war tränenreich und alles andere als leicht. Ich habe noch nie ein "fremdes" Pferd oder Pony so schnell so lieb gewonnen. Aber wie sagt man so schön?: Da stimmte wohl einfach die Chemie. [b][color=#FF0000]!Absolut unverkäuflich![/color][/b] [sub][i]Ein riesengroßes Danke an dieser Stelle an Fratzi. Der Dicke bedeutet mir unglaublich viel

Snoopy
Leaenna, 3 Sep. 2010
    • Leaenna
      Willkommen, alter Freund ♥

      "Oh Gott, ich -" Meine Stimme brach ab, verlor sich in Schluchzen, als Ulrike den kleinen Wallach von der Rampe führte; als sein Kopf aus dem Hänger auftauchte, als er sich neugierig umsah, die Ohren aufmerksam aufgestellt, die Augen geweitet, die Nüster bebend. Dann fand sein Blick mich und...er brummelte mich freudig entgegen. Er hatte mich erkannt. Und niemand mehr schien da zu sein, der ihn am Halfter hielt, in meinen AUgen gab es nur noch ihn und mich - uns. Tränen rannen über meine Wangen, hemmungslos ließ ich sie laufen, während ich auf Snoopy zulief, schneller und schneller, vor ihm auf die Knie fiel und meine Arme um seinen Hals schlang. So fest ich konnte hielt ich ihn, würde ihn nie wieder loslassen - nie wieder. Nie wieder Abschied nehmen müssen von dem Pony, das ich so sehr liebte; nun gehörte er mir, gehörte er zu mir. Halb lachend, halb weinend vor Freude küsste ich seine weichen Nüstern, spürte seinen warmen Atem im Gesicht und wie er mir liebevoll über die Klamotten schnoberte. Und endlich schaute ich in die Augen des Kleinen, der so lange aus meinem Leben verschwunden war, aber nie aus meinem Herzen.
      "Ich hab' dich so vermisst, Snoopy..!"

      "...I will never let you fall
      I'll stand up with you forever
      I'll be there for you through it all
      Even if saving you sends me in heaven..."
    • Leaenna
      Vom Zirkuspony

      "Na mein Dickerchen?" Mit Snoopys schönem, dunkelblauem Halfter über der Schulter betrat ich die Weide. Der
      süße Wallach, den ich einst auf Reiterferien kennen- und lieben gelernt hatte und der nun endlich, endlich mir
      gehörte, hob, noch kauend, den Kopf, und musterte mich aus seinen klugen Augen. Ich machte einen Schritt auf ihn zu - und Snoopy wich zurück. Im ersten Moment war ich reichlich perplex und fragte mich im Stillen ganz
      schreckerstarrt, wieso er Angst vor mir hatte; dann aber sah ich das neckende Funkeln in den Augen des Wallachs.
      Und ich musste grinsen.
      Das Spielchen begann - fang das Pony!
      Okay, zugegeben: ich hatte meinen Spaß, und Snoopy eindeutig auch.
      Er lief in kleinen Sprüngen vor mir weg und jedesmal, wenn ich mich ihm näherte, ließ er mich erst auf einen Meter herankommen, drehte sich dann auf dem buchstäblichen Absatz um und hüpfte wieder davon, verspielt wie ein
      Jährling. Bestimmt eine viertelstunde tollten wir so über die Weide, bis ich schließlich völlig aus der Puste war, wenngleich Snoopy noch putzmunter aussah. Ich blieb stehen, hob die Hand, lockte ihn noch einmal und diesmal gehorchte er, blieb ebenfalls stehen und ich ging zu ihm. Freundschaftlich stupste der Kleine mir mit den Nüstern in den Bauch, und ich lagte ihm nur schnell das Halfter an, schlang dann die Arme um seinen Hals, vergrub die Finger in der schönen, weichen Mähne, und versuchte erstmal wieder zu Atem zu kommen - ein breites Lächeln auf den Lippen. Ohjah, ich liebte dieses Pferdchen.
      Nun hatte der hübsche Schecke also auch noch eine extra Knuddelstunde genossen, und die Leckerlies in meiner
      Jackentasche hatte der Gierschlund auch schon entdeckt - und konfisziert. Schlechtes Versteck. Schließlich führte ich ihn dann aber doch zum Putzplatz, wollte heute immerhin auch noch etwas schaffen.

      Snoopys Leckerliegier würde ich mir heute zum Vorteil machen, denn ich wollte anfangen, mit ihm an Zirkuslektionen zu arbeiten. Der nun blitzsaubere Schecke stand ruhig neben mir auf dem Platz und schien sich nichtmal zu wundern, weshalb ich nicht aufstieg. Viel erwartungsvoller heftete sich sein Blick auf die noch volle Tüte Leckerlies, die ich nun aufmachte.
      "Schritt eins.." murmelte ich vor mich hin, steckte mir einige der Leckerbissen in die Tasche und schob die Tüte außer Snoopys Reichweite. Vor meinem inneren Auge hatte ich die Seiten meines Buches, aus dem ich die
      Anleitung für die heutige Lektion hatte. "Wir erzeugen beim Pferd ein unbefriedigtes Gefühl." Brr, klang das eklig - dabei meinte es nur, das Tier mit der gerte am Bein zu berühren. Gerte... meine Gerte...? Ach, die stand noch an der Bande! Fröhlich vor mich hin summend lief ich zum Ausgang des Platzes wo die Gerte lehnte - und Snoopy dackelte hinter mir her. "Ach, du Knutschkugel!" neckte ich ihn strahlend, schnappte die Gerte und schlang den freien Arm um seinen weichen Hals.

      Noch einmal tippte ich Snoopy leicht am Bein an, wieder scharrte er um den Störenfried zu beseitigen und machte
      dann einen Schritt zur Seite. Ich lachte leise auf, brachte ihn mit einem "Brrt" wieder zum Stehen. Endlich, beim weiß-Gott-wievielten Versuch, zeigte er ganz zufällig die Richtige Bewegung; er streckte das Bein. Und unser Ziel soweit war erreicht. Sofort bekam er Lob, ein Leckerlie und endlich seine Ruhe von der doofen Gerte.
      Jedes mal, wenn er es nun richtig machte, bekam Snoopy Lob und eine kleine Leckerei, um Lust zur freiwilligen
      Mitarbeit zu bekommen - und ich würde mir im Kalender markieren müssen, das heute angefutterte Fett bald wieder
      abzubauen. Aber es klappte. Das Dickerchen, das sowieso sehr lernwillig war, hatte schnell begriffen worum es ging und arbeitete gut mit. Ich hätte ja nicht gedacht, dass das so schnell ging mit dem Beibringen!
      Anfangs lobte ich ihn viel - bei jeder Bewegung, die ansatzweise in die richtige RIchtung ging oder wenn er mir seine Aufmerksamkeit schenkte. Dann aber beschränkte ich mich drauf, nur noch Belohnungen zu verfüttern, wenn er genau tat, was ich verlangte; also das Vorderbein weit streckte.

      Am Ende des langen Übungstages verging dem Schecken dann doch langsm die Lust und ich beschloss, es für
      heute gut sein zu lassen. Aber wir waren wirklich weit gekommen, und hatten eindeutig beide Spaß gehabt! Nicht mehr lange und er könnte einen perfekten Spanischen Schritt, so war das!
      Ich gab Snoopys Futter in die Raufe und klopfte ihm noch einmal den Hals, ehe ich mich aus der Box schob und
      diese sorgfältig verschloss. "Bis morgen, mein Zirkuspony..!"
    • Leaenna
      X Natlas Schatten
      X Farbklecks
      X Raban
      X Tinkatboy
      X Irritable
      X Bella Diva
      X Pitch Black Progress
      X Mulceo
      X Low key little Lane
      X Crazy Loop
      X Skippy
      X Campino
      X Crazy Little Thing Called Love
      X Yesterday
      X Schneeleopard
      X Pjotr
      X Snoopy

      ~*~

      Großer Winter-Pflegi

      Als ich heute früh aufwachte schien es erstaunlich hell zum Fenster hinein, obwohl es noch früh war und um diese Uhrzeit im Winter normalerweise noch stockdunkel. Doch sobald ich an die Scheibe trat und einen Blick durch die Vorhänge warf, verstand ich, warum - "Es hat geschneit! Es hat geschneit!" Eilig schlüpfte ich in meine Klamotten und zerrte noch einen Schal um den Hals, schon war ich aus dem Zimmer und die Treppe hinuntergerannt. "Es hat geschneit!" jubilierte ich über den ganzen Hof auf dem Weg zum Stall und erntete reichlich verwirrte Blicke zweier Männer - den meines Stallburschen Tyler und den des Hengstes Natlas Schatten, den Ty gerade von der Weide zum Stall führte. Dass der gutmütige Riese eigentlich dunkles Fell hatte würde mir beim Anblick des Schneemannes an Tylers Hand wohl auch niemand glauben. Natla hatte sich offensichtlich genüsslich in dem Neuschnee gewälzt, der ihm nun in eisigen Klumpen das Fell verklebte. "Dir auch einen schönen guten Morgen" schmunzelte Tyler und schob sanft, aber bestimmt Natlas Nase weg, der in den Jackentaschen des Schwarzhaarigen auf Futtersuche war. "Hast du schon gefüttert?" Mit einem Kopfnicken deutete ich auf den offensichtlich hungrigen Hengst, Tyler schüttelte den Kopf. "Dann übernehm' ich das!" - Und damit war ich im Stall verschwunden.
      "Hallo Farbklecks!" Strahlend drückte ich dem verdutzten Stütchen einen dicken Kuss auf die Nüstern; aus dem einfachen Grund, dass sie die erste war, die mir ihre Nase so reizend entgegenreckte, und dass ich...nunja: blendende Laune hatte! Klecks hatte wohl eigentlich eher mit Futter statt mit Knutschattacken gerechnet, aber sie sollte nicht lange warten müssen. Flink waren alle Pferde gefüttert und gefleckte, braune, schwarze, weiße, graue und rosane Schnauzen wühlten gierig in ihren Trögen. Moment mal: Zweifelnd zog ich eine Augenbraue hoch, als ich eine leere Box erblickte. "Ty? Ist Skippy noch draußen?" Schweigen. Dann ein Klirren in der Sattelkammer und plötzlich stand der schmale Junge in der Tür, sah mich schuldbewusst an, nervös an der Trense herumspielend, die er in der Hand hielt - Tinkatboys, soweit ich das erkennen konnte. "Sie hat sich nicht einfangen lassen." Wieso hatte ich mir das gedacht?
      Eigentlich war es kein Problem mehr, Skippy vertraute mir - wenn auch nur mir -, doch heute war wieder einer der Tage, an denen sie vor meiner Hand zurück zuckte. Armer Tyler, ich konnte mir vorstellen, wie sie vor ihm weggerannt war und dem kerl damit ein ganz schlechtes Gewissen gemacht hatte. "Alles gut meine Kleine..“ murmelte ich der Fuchsstute ins plüschige Ohr, während ich sie nun von der Weide führte. Ein kleiner Spaziergang war vermutlich das Beste, für sie und mich, um einfach mal alles vergessen zu können. Und es war so schön zuzusehen, wie Skippy immer mehr auftaute, immer mehr Gefallen an der weißen Schneepracht fand (wie konnte man auch keinen Schnee mögen..!) und kurz vor Ende unseres Spaziergangs gar nicht genug davon bekommen konnte, den lockeren Schnee ab zu lecken. „Na komm, gleich gibt’s richtiges Futter.“ grinste ich, brachte die letzten Meter zum Hof hinter uns und entließ Skippy in ihre Box, in der – wie versprochen – der Trog mit Futter gefüllt war. War doch viel besser als den eiskalten Schnee zu fressen.
      So - heute stand mir noch ein langer, pferdiger Tag bevor. Mit wem würde ich denn mal weitermachen, anfangen, wie auch immer..? Aha: Das Pferd mit der wohl interessantesten Scheckung auf meinem Hof sah mir schon entgegen als ich die Boxenreihen entlang ging, weshalb Schneeleopard sich zur Begrüßung schon einmal ein Leckerli verdient hatte – so viel Aufmerksamkeit musste belohnt und gefördert werden! „Was hältst du von einem kleinen Ausritt im Schnee, Leo?“ Erwähnte ich bereits, dass ich mich über den Schnee freute?!
      Man sah vermutlich nicht viel vom Pferd, schwarze Punkte die sich viel zu schnell über die verschneite Landschaft bewegten, darauf ein kleines Ich, das sowieso niemand erkannte. Dass ich Schneeleopard nach diesem Ausritt noch auf dem Platz trocken reiten musste machte mir nun auch nichts mehr aus – mir war mehr als warm. Und dort war ich nicht alleine. Ha, einmal Selbstschulterklopfen - ich hatte recht gehabt, es war Tinkatboys Trense. Und Tyler machte auf dem Hengst eine verdammt gute Figur. Einen schier endlosen Moment hefteten sich meine Augen auf den Jungen, der Tinkat mit sanftesten Paraden an den Zügel stellte, und ich beschloss meinen Wunschzettel noch einmal abzuändern: Lieber Weihnachtsmann, vergessen wir das mit dem Weltfrieden, ich hätte gerne Tylers Talent.
      Ein schrilles Wiehern riss mich zurück in die Realität. Bella Diva stand am Paddockzaun, den Schweif hoch erhoben und in dem Versuch, den Männern auf dem Platz zu imponieren. Da war wohl jemand rossig - das roch förmlich nach ordentlich Arbeit, Stütchen! Wer prahlen konnte, pflegte ich mir zu sagen, konnte auch laufen. Und so hatte ich mein zweites "Opfer" für den heutigen Tag bereits gefunden und Bella flott fertiggemacht. Mit der verzog ich mich aber lieber in die Halle, ehe es da draußen noch zu Komplikationen kommen würde.
      Ohne Pause ging es weiter, das nächste Stütchen wartete. So schnell hatte ich Irritable wohl noch nie geputzt – da guckte sogar Bella, die unterm Sattel recht brav gewesen war, interessiert über die Boxentrennwand; das war eben gar noch interessanter als Hengste. Dabei nahm das ungewöhnlich lange Langhaar immer am meisten Zeit in Anspruch. Doch heute ging es schnell, so schnell das sie nach nicht einmal zwanzig Minuten fertig gesattelt und getrenst da stand. Immerhin wollte ich mit allen anderen Pferden fertig sein, wenn die Reitschüler kamen. Der springende Punkt war, ich wollte heute eigentlich nicht mit ihr Springen. Eigentlich. Aber, wer einmal erlebte, welche Kraft in diesen vier Beinen steckte würde sich aller Hilfen bedienen um sie zu beruhigen. Nach dem Warmreiten baute ich also ein paar weniger hohe und ein, zwei höhere Sprünge auf – keines davon stellte für Irritable ein Problem dar.
      Einzig die Kinder machten mir einen Strich durch die Rechnung, indem sie einfach eine halbe Stunde früher kamen. "Guck mal, Mami - Patricia springt!" freute sich Lilian, ihr Zwillingsbruder Tommy hingegen fand das nicht sehr beeindruckend: "Das kann ich auch!" prahlte der Winzling. Ist klar. "Fangen wir damit an, dass du dir dein Pferd fertig machst. Tommy, du nimmst Campino. Lily, du nimmst Yesterday. Und..." Aha - da kam ja auch die dritte im Bunde gerade aus Mamas Auto geklettert: "Cassy, für dich hab ich jemand ganz tollen; Du darfst heute mal den neuen, Snoopy, reiten."
      Nachdem Irri also wieder wohlbehalten in ihrer Box stand nahm ich mich der Kids an und half ihnen flott bei den letzten Schliffen; etwa, den schweren Sattel auf den Pferderücken zu wuchten. Dann gingen die drei samt "ihrer" Pferde in die Halle. Lilian gab sich immer große Mühe und machte mitlerweile eine richtig gute Figur auf Yesterday - der ihr aber auch, totenbrav wie er war, keinen Grund zur Angst gab. Tommy war meistens mehr mit Angeben als mit Reiten beschäftigt, aber Campino drehte auch ohne Hilfe(n) von oben seine Runden. Die kleine Cassy war noch sehr zurückhaltend den Pferden gegenüber und hatte Respekt vor den großen Tieren; dementsprechend schien ihr aber der kleine Snoopy zu gefallen, über den sie immerhin drübergucken konnte. Und der ein so großartiges Dressurpony war, dass es gar nicht viel reiterliches Können brauchte, um ihn an den Zügel zu stellen. Die Stunde lief eigentlich ganz gut: Sprich, ohne Durchgehen oder fallende Kinder, aber danach war ich trotzdem k.o., wie jedesmal, nachdem ich die Gören eine zeit lang aushalten musste. Mit abgekauten Ohren und eigentlich viel zu müde um noch was zu tun, schleifte ich mich, nachdem Lilian, Tommy und Cassy wieder weg waren, zur nächsten Pferdebox.
      Meine Finger vergruben sich in dem schwarzen Fell von Pitch Black Progress, dass endlich wieder an Glanz gewann; das nannte ich mal ein gutes Zeichen nach ihrer Krankheit. Also konnten wir wieder langsam mit dem Training anfangen und ich musste nicht lange überlegen um zu wissen, was ich mit der hübschen Stute machen würde. Das Putzen nahm fast eine halbe Stunde in Anspruch – eine halbe Stunde, die ich eigentlich bei so vielen Pferden kaum hatte. Wie hatte sie es geschafft, sich bei ihrem wenigen Weidegang zur Zeit so dreckig zu machen? Jetzt noch aufgestrenst, Longierbrille eingehakt und die Longe dran, dann konnten wir ja an die Arbeit gehen. Viel ließ ich sie noch nicht machen, ich verband alles mit langen Schrittphasen, doch zum Ende hin war Pitch so gelöst und gar fröhlich, dass sie nach hinten auskeilte und quietschte – na das war doch die Lebensfrohe Stute, wie ich sie annte! So viel Energie hätte ich auch gerne - ein Kaffee wäre jetzt was...
      Diesem Wunsch nachhängend hängte ich Pitches Trense zurück. Als ich aus der Sattelkammer kam, stockte mir der Atem, ich kniff die Augen zusammen und erkannte in dem halb schummrigen Licht der Stallgasse - warum wurde es im Winter nur so früh schon dunkel? Der Tag hatte doch gerade erst angefangen! - doch kaum mehr als Umrisse am Ende dieser. „Hallo? Was machen Sie hier?“ Eigentlich wollte ich viel lauter werden, immerhin fuchtelte da jemand an Crazy Loop's Kopf rum, zumal es mir nicht gefiel, dass eben dieser vollkommen entspannt auf der Schulter des.. Mädchens lag. Ja, natürlich hatte er das bei mir auch schon gemacht – aber bei einer vollkommen fremden Person? In diesem Moment, ich eilte schon durch den Stall, drehte sich der Kopf und ich sah in ein strahlendes Gesicht. „Sag bloß du erkennst deine beste Freundin nicht.“ Oh. Ich hatte Norwi der Dunkelheit wirklich nicht erkannt. „Hast du.. deine Haare und.. Was machst du hier?!“
      Ich stellte fest, dass es sehr viel ansprechender war zu zweit an einem Pferd zu arbeiten, nicht nur das Putzen ging schneller, auch sich gegenseitig durch halbdunkles Gelände zu führen machte Spaß, wenn man sich dabei mit seiner besten Freundin unterhalten konnte – also so richtig, über Jungs und so. Grade kamen wir wieder auf den Hof, lachend und albern, ich auf Crazy Loops Rücken, der sich aus all dem Lärm gar nichts gemacht hatte, da stand Tyler in der Stalltür. Himmel... wenn er so guckte, wurde einem immer ganz Angst und bange. Fast erwartete ich das Schlimmste, eine Kolik bei einem der Pferde oder Ähnliches, glitt schnell vom Rücken des gemütlichen Wallachs: "Was..ist los?" fragte ich mit vor Nervosität zittriger Stimme, Tyler senkte den Kopf, biss sich auf die Lippe. Also, falls wirklich ein Pferd krank war, war das jetzt aber nicht die Zeit für Schuldgefü-- ...! "Der Junge ist wieder da. Und
      er will nicht wieder weggehen."
      Ich musste nicht nachsehen, um zu wissen, wen er meinte. "Raphael, was machst du hier?" Ich? Angefressen? Achwo. Vor Mulceos Box fand ich den großen Kerl, der da stand als könne er kein Wässerchen trüben und dem Hengst den Hals tätschelte. Norwi brachte Crazy in seine Box, stand kurz darauf hinter mir - ich würde ihr dafür danken, sobald das Aas weg wäre. Der forderte jetzt meine ganze Aufmerksamkeit. "Dich - euch..." Sein Blick wanderte zu Norwi "...besuchen." Wenn er jetzt sagte, dass er reiten wollte... "Dachte, ihr habt Lust auf nen Ritt." -- Bitte was?! Das war eigentlich ein Witz gewesen. Verdattert sah ich auf, doch hörte NorwegeerStar schon prusten; jetzt kam die Zweideutigkeit auch bei mir an. "Scher dich zum Teufel, Raphael. Du willst reiten? Dann mach dir Mulceo fertig." Mit in die Hüfte gestemmten Armen stapfte ich davon, musste mich noch um mehrere Hengste kümmern. Als erstes war Pjotr dran. - "Kann ich dir helfen?" Manchmal war so eine beste Freundin ja Rettung in der Not. "Danke" nickte ich und deutete auf die Box von Crazy little thing called Love - "Würdest du den Bewegen? Der ist auch ganz brav..."
      "Eeh, lass los!" hörte ich Norwi kurz darauf fluchen - soviel dazu. Sie bewegte ihren Arm rauf und runter und... Crazy hing immer noch an ihrem Ärmel, hatte sich regelrecht festgebissen. Alter Scherzkeks. Also putzte sie das rotglänzende Fell mit ausgebreiteten Armen, so weit ich sie kam, mit leicht eingeschränkter Bewegungsfreiheit. „Spiel vorbei, Game over – Aus jetzt!“ Erst als Norwi wirklich ernst sprach, schien der Hengst zu merken dass das Spiel vorbei war. Spinner. „Na komm schon, kannst auch laufen, wenn du so rumkaspern kannst.“ Damit führte sie Crazy little thing called Love auf den Longierzirkel und aus meinem Blickfeld.
      "Heute noch. Te-rab!“ Meine eigene Stimme indes schnellte drei Oktaven in die Tiefe, ich hatte es hier mit einem genauso unwilligen Hengst zu tun, der seinen Dickkopf durchzuseten versuchte. Aber von wegen – ich war immerhin die mit der Peitsche in der Hand und mit dieser fuchtelte ich nun bedrohlich nah an seinem Hinterteil herum und wiederholte das ausgelutschte "Teeee-raaab!“ ; Und siehe da, der faule Pjotr verfiel in einen ruhigen und gemütlichen Trab. Selbstzufrieden zupfte ich an der Longe – es war nur eine letzte Gehorsamkeitsübung gewesen, weshalb ich den Hengst nun zu mir nach innen holte, lobte und anschließend wieder mit ihm in den Stall pendelte.
      "Er hat gewonnen." - "Wus?" Verwundert musterte ich Norwi, die Love wieder in seiner Box untergebracht hatte und irgendwie... halb tot aussah. Der Hengst dagegen wirkte, als hätte er kaum etwas getan. "Das Ganze eben... endete irgendwie in einem riesigen Fangen-Umrenn-Weglauf-Spiel, bei dem ich definitiv den kürzeren gezogen hatte. Es war unfair, er hat zwei Beine mehr als ich!" klagte sie, musste aber lachen. "Oh Gott... fängt mich jemand auf?!" - "Würde ich ja, aber ich hab die Hände voll." Das hatte ICH nicht gesagt. Und doch, die raue Stimme kannte ich. "Du bist ja immernoch d--" oh. Raphael stand hinter mir, den fertig geputzten und gesattelten Mulceo am Zügel. Damit hätte ich jetzt...nicht gerechnet. Seine Augenbraue wanderte prüfend nach oben, er wusste mit Sicherheit, dass er damit gerade das getan hatte, das niemand erwartet hatte. Und vermutlich war genau das sein Ziel gewesen. Ich schluckte, nickte langsam. "Die Halle ist frei."
      Langsam lernte er es wirklich, das Reiten, und ich war mir nicht sicher, wie ich das auffassen sollte: Als Lob meines genialen Unterrichts, in dem sogar so ein Vollspast etwas lernte, oder als unvermeidbares Übel. Auf alle Fälle ließ es befürchten, dass er noch viel öfter kommen würde. "Ich muss mich noch um Low Key little Lane kümmern..." redete ich mich irgendwann, mitten in einer Volte im Trab, heraus, wandte den Blick ab und ging, Norwi bei Raphael zurücklassend. Damit jemand da war, falls er fallen würde, oder so. Ich wünschte es ihm ja insgeheim.
      "Na, Lane?" begrüßte ich den Hengst und kraulte ihm den Schopf; ich konnte ihn heute nicht reiten, sein Gelenk war leicht geschwollen und deshalb verbrachte der Wildfang den Tag in der Box. Eine ganze Weile knuddelte ich mit dem Tierchen, bis mir einfiel, dass da ja noch etwas - jemand - war, und so verabschiedete ich mich mit einem Leckerlie, das sich wunderbar als Dehnübung einrichten ließ, indem ich es Lane zwischen den Vorderbeinen reichte. Mit einem Seufzen schlurfte ich zurück in die Halle, hatte noch gar nicht gewusst, warum ich seufzte, es war nur wie eine Vorahnung: Doch sie bestätigte sich. Schweigend blieb ich in der Tür stehen, um Raphael und Norwi nicht zu stören. Er zu Pferd, sich runterbeugend, sie an der Bande stehend, küssten sie sich.
      "Lass die zwei in Ruhe.." Ich zuckte zusammen als ich Tylers Stimme dicht neben meinem Ohr hörte, seine Hand auf meiner Schulter spürte, wie er mich sachte wegzog. Vor Campinos Box blieb ich stehen, wand mich aus seinem Griff, lehnte mich an die Boxenwand. Prompt streckte der liebe Wallach die Nase über die Tür und schnoberte mir durch die Haare, aber meine Aufmerksamkeit galt Tyler, der mir unschlüssig gegenüber stand. "Was ist?" murrte ich; normalerweise schätzte ich seine Menschenkenntnis eher gering ein, aber dass ich eifersüchtig war, stand mir wohl in dem Moment ins Gesicht geschrieben. "Es ist deine Freundin. Gönnst dus ihr nicht?" Danke, Tyler, damit war das schlechte Gewissen perfekt. "Schon.." setzte ich an, wollte gerade zu einer Ausrede ausholen, als... er lächelte. Und es mir die Sprache verschlug. "Na also. Du magst Raphael doch sowieso nicht." murmelte er, hob sachte die Hand, strich mir eine Haarsträhne aus der Stirn. Aber dich, aber dich!, schrien, flehten meine Augen. Und ich hob einfach die Arme, schlang sie um Tyler und... drückte mich an ihn. Leicht, ganz leicht glitten seine Finger über meinen Rücken, ganz leise entfuhr seinen Lippen ein beruhigendes "Shht.." . Dann löste er sich aus der Umarmung, kaum merklich spürte ich seine Lippen auf meiner Stirn - ehe er ging, und ich stehen blieb wie bestellt und nicht abgeholt.
      "Ich muss dann nach Hause." Wie lange hatte ich hier gestanden, ehe Norwi wieder um die Ecke kam? Sie hatte gerötete Wangen, aber ich würde jetzt nichts dazu sagen; einfach so tun, als hätte ich nichts mitgekriegt. "Bis bald." murmelte ich, drückte sie kurz, und als sie mir "Ich hab dich lieb" ins Ohr wisperte, wurde mir bewusst, dass ich mich durchaus für meine beste Freundin freute. Wirklich. Ich würde nur nie verstehen können, was sie an so einem Mistkerl fand. Der kam kurz darauf mit Mulceo aus der Halle, sattelte den Hengst ab, verabschiedete sich knapp und missmutig wie immer - hatte ich jetzt wirklich was anderes erwartet? Aber eins sollte ihm klar sein: Würde er Norwi wehtun, wäre er Pferdefutter!
      Mein Ruhepol, wenn die Welt unterging: Raban stand wie ein Fels in der Brandung in seiner Box, ließ jeden Anfall von Kuschelbedürftigkeit über sich ergehen und blieb auch dann noch ruhig, wenn ich aus seiner Box heraus ein anderes Pferd - aus welchen Gründen auch immer – zur Sau machte. In dem Fall Low Key Little Lane, der es mit seinem furchtbaren Bewegungsdrang scheinbar darauf angelegt hatte, seine Tür zu zertrümmern, und mit den Hinterhufen heftig dagegenhaute.
      Ein kleiner Spaziergang wäre vielleicht angebracht gewesen, doch ich wollte meinen Füßen heute nichts mehr zumuten, außerdem war es schon dunkel, weshalb ich mich nach dem ganzen Stress des Tages einfach auf Rabans blanken Rücken schwang und gut eine Stunde damit verbrachte durch die nun endlich leere, in dumpfes Licht getauchte Halle zu pendeln, mal mehr mal weniger schnell. Zum Schluss noch ein Leckerlie für den Dicken, dann war der Tag endlich überstanden.
      "Das Leben ist schon irgendwie kompliziert.." murmelte ich - Rabans genüssliches Schmatzen wertete ich einfach mal als Zustimmung.
    • Leaenna
      Kinderträume

      Die Mutter der kleinen Cassy hatte kurzfristig angerufen um die Reitstunde abzusagen, denn die Kleine hatte sich ihrer Aussage nach böse erkältet; nun war ich gerade dabei, zu planen, was ich mit den anderen beiden Reitschülern
      machen sollte, als das mir nur zu bekannte Auto auch schon vorfuhr und... nur Lilian ohne ihren zwilling hinauskletterte. "Wo hast du deinen Bruder gelassen, Lil?" begrüßte ich das zierliche Ding, die hilflos mit den Schultern zuckte. "Tommy ist krank." - "Na, sowas; Cassandra auch. Dann bist du heute ja ganz alleine." Aber so wie ich Lil kannte, würde sie das nicht stören. Lilian war schon halb im Stall verschwunden, jetzt blieb sie stehen, drehte sich noch einmal zu mir um und biss sich auf die Unterlippe. "Wenn Cassy nicht da ist - kann ich dann Snoopy reiten..?" Recht hatte sie; wenn schon einmal keine anderen Kinder dabei waren, musste man die Zeit doch nutzen. Etwas ähnliches, wenn nicht sogar für sie noch besondereres, hatte ich mir auch gerade gedacht. "Ja, das ist eine gute Idee, dass du Snoopy nimmst - der ist im Gelände nämlich ruhiger." Da fielen dem Mädchen fast die Augen aus dem Kopf, es schein einen Moment zu dauern bis meine Worte in ihrem Kopf angekommen waren, dann hüpfte sie quietschend auf und ab. "ooh, wir reiten aus? Wir reiten wirklich aus? Das ist soo cool!"

      Pitch giftete unwillig in meine Richtung, als ich sie - ich Frevlerin - beim Essen störte, und lief prompt erstmal vor mir weg. Sie wollte jetzt partout nicht von der Weide geholt werden, aber davon ließ ich mich nicht beirren. "Komm schon, Süße; wir machen auch nur einen gemütlichen Ausritt. Keine stressige Arbeit!" versicherte ich ehrlich, denn mit Lilian konnte ich natürlich noch nicht im Galopp durchs Gelände fetzen. Endlich, nachdem ich Pitch einmal über die ganze, große Weide gefolgt war, ließ sich das dunkle Stütlein beim Halfter fassen. Den langen Rückweg wollte ich jedoch nicht laufen, weshalb ich mich kurzerhand auf ihren blanken Rücken zog und mich zum Koppelzaun tragen ließ. So ließ es sich leben. Lilian hatte die Zeit, in der ich weg gewesen war, genutzt, und Snoopy gewissenhaft geputzt; sie brauchte dafür noch etwas länger als ich. Trensen konnte sie auch schon selbst, ich musste ihr nur die richtige Trense geben, denn die verwechselte sie sonst. Pitch war ruck zuck sauber, zum Glück hatte sie sich nicht sonderlich schmutzig gemacht, dann sattelte ich beide Ponys noch schnell, während Lilian immernoch über meinen Kommentar "Speed-Pony-Putzing" kicherte - und schon konnte es losgehen! "Helm aufsetzen nicht vergessen, Süße!"

      Unser Weg führte uns zuerst durch eine wilde Wiese; das Gras hätte mir sicher bis zu den Knien gereicht und für
      unsere Ponys musste es der reinste Urwald sein, aber sie pflügten sich tapfer hindurch. Von der Wiese wollten wir
      dann auf den Feldweg, der nur durch einen Graben von selbiger getrennt war; dieser war aber wohl eher für
      Schmelzwasser im Frühling gedacht und führte derzeit kein Wasser. Stattdessen war er so voll von hohem, saftigen
      Gras, dass ich ihn zuerst nicht einmal bemerkte - bis Snoopy plötzlich mitsamt seiner kleinen Reiterin im Grün
      verschwunden war. Der Wallach hob im ersten Moment erstaunt den Kopf; dann begann er kurzerhand, zu fressen, und
      ich wäre vor Lachen fast von Pitches Rücken gerutscht.
      Weiter ging es am Wegrand entlang, wo einige Spaziergänger uns freundlich grüßten. Man kannte sich, ich ritt öfters
      aus. Lilian entspannte sich sichtbar immer mehr im Sattel, was ich gut und wichtig fand. Ich hatte früher am eigenen
      Leib erfahren müssen, was für eine Angst man als Kind vor Geländeritten bekommt, wenn man sofort dazu gedrängt
      wird, zu traben und zu galoppieren, obwohl man sich nicht sicher fühlt oder das Pferd nicht gut im Griff hat. Aber Lil hatte in Snoopy auch einen brillianten Lehrer, denn der Kleine war völlig unerschrocken und scheute vor nichts.
      Schließlich kam sogar von dem Mädchen selbst die zaghafte Bitte: "Du, Patricia... können wir auch mal traben?" Lilian musste sich noch bis zum nächsten Geeigneten Weg gedulden, denn auf dem Schotterweg, wo wir uns gerade
      befanden, würden sich die Ponys nur die Hufe kaputtmachen. Dann ging ich mit Pitch vor in der Mitte des Weges auf
      den Grünstreifen, nahm die Zügel kürzer und trabte mit einem Blick über die Schulter an. Der kleine Snoopy verfiel von ganz alleine in den Trab, um Pitch zu folgen; die ich mächtig zügeln musste, damit sie nicht davonschoss. Das
      plötzliche Antraben ohne ihren Willen schien Lilian erst zu verunsichern, aber dann trabte sie ordentlich - und mit einem Lächeln auf dem hübschen gesicht - hinter mir her und ließ Snoopy nicht überholen.
      Den letzten Teil des Weges gingen wir wieder Schritt; nicht nur, um Lilian nahezubringen, dass ein Pferd immer
      trockengeritten werden muss, sondern auch, damit die Ponys sich nicht angewöhnten, in Richtung Stall anzuziehen.
      Nun, Pitch tänzelte trotzdem herum und wollte ständig antraben, aber deshalb ritt ja auch ich sie und nicht das
      Mädchen, das damit wahrscheinlich nicht klargekommen wäre. Als wir am Hof ankamen, furh auch gerade Lilians
      Mutter vor und staunte nicht schlecht, als wir aus dem gelände zurückkamen und sie uns nicht, wie erwartet, in der Halle vorfand. Aber Lilian nahm nur Snoopys Zügel in eine Hand und winkte ihrer Mutter strahlend. Und ich freute mich, dem Mädchen so eine Freude gemacht zu haben.
    • Leaenna
      Jede Woche eine neue Welt

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      Ich habe eine neue Sportart erfunden: Ponyjogging. Seit Maren kurzerhand
      für sie und ihre Freundin Michelle beschlossen hatte, dass sie sich Sweety
      "teilen würden", hatte ich nur darauf gewartet, wann Michelle zu mir kommen
      würde, weil sie ein eigenes Pony wollte; und das war heute nach dem ersten
      Ritt soweit. Maren war partout wieder nicht getrabt - natürlich nur, weil
      ihr das zu ungemütlich war - und Michelle war ja gar nichts anderes übrig
      geblieben, als nebenherzulaufen, bis sie an der Reihe war. "Das ist doch
      kein Problem." Ich hatte mit einem sanften Lächeln vom Kochtopf
      aufgeschaut. Heute hatte es Spaghetti gegeben. Das war immer eine riesen
      Sauerei, schmeckte aber wenigstens allen. "Du nimmst dann nachher Snoopy,
      ja? Der Schecke. Der ist ganz lieb."
      Und wie ich es vorausgesagt hatte, kam Michelle, dann beim zweiten Ritt, nicht nur wirklich gut mit Snoopy klar; sie machte sogar eine wirklich gute Figur auf dem Wallach und zeigte keine Angst vor dem Traben. Nur Maren gondelte auf Sweety immernoch hinterher und langsam fand ich das nicht mehr in Ordnung. Sie hielt die
      ganze Gruppe auf. Also setzte ich Jeanny auf Crazy Loop; sie führte die
      Gruppe solide zu Pferd an. Das wollte gelernt sein. Danach ritt Moto auf
      Pino, denn meine Kommandos von hinten wurden von Jeanny für die Taiwanesin
      übersetzt. Es folgte Nadja auf Valentine's Day, Michelle auf Snoopy - und
      schließlich ich mit einem Führstrick in der Hand, an dessen Ende Sweety und
      auf ihr drauf die panische Maren, die ihre Angst aber niemals zugeben
      würde. Das nebenherrennen hatte für mich - man sollte ja immer positiv
      denken - zwei gute Seiten. Zum einen blieb ich fit und zum anderen hatte
      ich kein bisschen Atemluft mehr, um mich mit dem kleinen Mädchen zu
      unterhalten.
      Die Fortgeschrittenen durften heute zum ersten mal galoppieren - aber
      natürlich nur, wer wollte. Jannik auf Siebenfinger und Lea auf Pitch Black
      Progress trauten sich. Mit der anderen Lea auf Rain und Laura auf dessen
      Weidekumpel Blackbeard wartete ich am Fuß der kurzen Galoppstrecke. Sie
      bestand aus einem Feldweg, der von unserer normalen Seerunde abzweigte und
      einen kleinen Hügel hinaufführte. Oben angekommen, endete er in einem
      kleinen Trampelpfad im Gebüsch. "Und da wendet ihr dann und reitet im
      Schritt zurück. Nur im Schritt! Alles klar?" schärfte ich den zwei
      aufgeregten Kids noch einmal ein, aber Jannik war schonmal hier gewesen,
      der kannte das schon. "Alles klar!" erwiederte er und salutierte
      spielerisch. "Dann auf mit euch!" Und schon waren sie um die Wegbiegung
      verschwunden. Da würde ich nicht mitrennen.
    • Leaenna
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      "Und das würdest du wirklich für mich tun?" Jeannys Antwort war ein herzliches Lachen. So lustig fand ich das gar nicht. Eher sehr aufopfernd. Aber sie nickte und stellte ihren Frühstücksteller in die Spüle. "Natürlich. Ich will am Ende der Woche ja auch etwas für mein Geld getan haben." Damit stand der Deal um den Rollentausch. Ich würde heute statt Jeanny die Abteilung anführen - Schon alleine, weil ich die Wege besser kannte. Und dass ich damit um den blutigen Hörsturz, den mir Maren sonst unausweichlich beschert hätte, gebracht wurde, war ein netter Nebeneffekt. Die große Runde um den See kannte Jeanny sicher auch schon in- und auswendig. Heute wollte ich jedoch mit den Kindern durch den "Hexenwald" reiten, in dem es gar keine wirklichen Wege gab, denen man folgen konnte, nur einige Trampelpfade. Sich unter Ästen wegducken zu müssen oder die Pferde über Wurzeln klettern zu lassen war gerade für die Jüngeren meist ungemein spannend.
      "Aber es gibt doch gar keine Hexen!", war sich Michelle, die gerade den Schecken Snoopy sattelte, sicher. Der Wallach schnoberte ihr freundlich durchs Haar. Ich zwinkerte. "Bist du dir sicher?" - und hatte damit dem kleinen Mädchen genug Hirnfutter für die nächsten Stunden gegeben. Ich setzte meine Helferrunde fort, gurtete bei Your Sweety noch einmal nach, ehe Jeanny die zierliche Stute und ihre ebenso filigrane kleine Reiterin Maren ans Ende der Abteilung führte, um sich dort hinter Nadja auf Crazy Loop einzureihen. Moto ritt heute Blackbeard, dem machte es nämlich gar nichts aus, zweimal zu laufen. Im Gegenteil, das Rumgegondel im Gelände langweilte ihn ohnegleichen und die verhältnismäßig kurze Galoppstrecke reichte dem Großen nicht einmal, um wirklich Geschwindigkeit aufzubauen. Eigentlich war er kein Pferd für Reiterferien, aber ich hatte momentan kein anderes Pony. Wenn die Kinder weg waren, würde ich ihn mal wieder richtig arbeiten müssen, damit er nicht steif wie ein Brett wurde.
      Ich schwang mich auf Skippy. Die Mustangstute war noch viel weniger etwas für Kinder als BB oder Rain. Denn während die beiden sich zwar langweilten, aber brav jedes Anfängergehampel aushielten, war Skippy mehr als sensibel und außerdem sehr scheu gegenüber Fremden. Ich spürte, dass es ihr nicht behagte, so viele andere Pferde und Reiter hinter sich zu wissen. Doch sie hatte genug Vertrauen zu mir, um die Abteilung an meinem langen Zügel solide anzuführen.
      In der Fortgeschrittenengruppe wenig später ritt Jannik Siebenfinger, Lea Pitch Black Progress, die andere Lea Like Rain in the Desert und Laura Blackbeard, den sie nun nicht einmal fertig machen musste - Das kam dem dicklichen, faulen Mädchen gerade recht. Heute wollten sie sich alle trauen, zu galoppieren. Genau einer gelang es nicht.
      "Das liegt bestimmt daran, dass er schon eine Stunde gehen musste, der war jetzt müde!" beklagte sich Laura beim Abendessen und griff nach dem vierten Brot. Der gute Blackbeard war im Stechtrab hinter den anderen hergerannt und hatte sie ordentlich durchgeschüttelt. An anderen Tagen hätte ich ihr jetzt erklärt, dass es ihre Schuld, nicht die des Pferdes war - Aber heute war ich zu müde.
    • Jackie
      Verschoben am 21.08.2013 um 13Uhr
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  • Album:
    Ehemalige Pferde
    Hochgeladen von:
    Leaenna
    Datum:
    3 Sep. 2010
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