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Stelli

Smarty Jones | EVB, ♂ | ♛

gekörter Hengst (Deckhengst)

Smarty Jones | EVB, ♂ | ♛
Stelli, 10 Dez. 2020
Cooper gefällt das.
    • Stelli
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      Alte Berichte (c) adoptedfox
      30. September 2017 | 2830 Zeichen
      Nachdem ich den frisch aufgebrühten Kaffee in eine Thermoskanne gegossen hatte ging ich hinüber in den Stall um mich der Stallarbeit zu widmen. Ich brachte die Pferde gerade nach draußen auf die Weiden, als Erin’s Wagen auf den Hof fuhr. Vergangenen Monat bot Ich ihr einen Job als Pferdepflegerin an und noch bevor ich die Frage, ob sie Interesse hätte, stellen konnte stimmte sie freudig zu. Mit ihrer Hilfe erarbeitete ich Kurse für Pferd und Reiter die nun zwei Mal wöchentlich auf dem Hof angeboten wurden und dank der Reithalle regen Andrang fanden. Erin half mir bei der Stallarbeit und so waren wir bereits nach nur einer Stunde fertig. Ich griff nach dem Führstrick der an der Box neben mir hing und ging zu den Weiden um nach den Pferden zu sehen. Meine beiden Fohlen entwickelten sich großartig und Bearing Spots brachte letztens erst sogar ihre erste Schleife nach Hause. Compliment, der mittlerweile getrennt von Bearing Spots auf einer Weide mit den Wallachen der Einsteller stand, wird in den nächsten Wochen für eine Fohlenschau vorbereitet werden. Ich beobachtete die beiden noch eine Weile, bevor ich mich Smarty Jones, meinem Neuzugang, zuwandte und ihn ausgiebig begrüßte. Er hatte sich rasch eingelebt.
      “Na mein großer? Hast du Lust ein bisschen zu arbeiten?” fragte ich und zog sein Halfter zurecht bevor ich den Führstrick einhängte und den Hengst von der Weide in die Stallgasse brachte. Ich band Smarty Jones vor seiner Box an und nahm einen Striegel und eine Bürste aus der Putzbox um ihn zu putzen. Nachdem ich auch die Hufe ausgekratzt hatte legte ich die Utensilien zurück in die Putzbox und ging in die Sattelkammer um eine Longe zu holen. Ich tauschte den Führstrick gegen die Longe und führte den ruhigen Hengst in die Reithalle. “Wie macht er sich?” fragte Hunter der zwischenzeitlich erschienen war. “Ich weiß nicht, bisher hatte er Schonfrist.” antwortete ich ehrlich und warf ihm ein Lächeln zu, bevor ich mich wieder Smarty Jones widmete der im Schritt seine Runden auf dem Zirkel zog. Der Hengst arbeitete konzentriert mit, musste hier und da aber daran erinnert werden dass nicht er entschied wann das Training beendet werden würde. Nach einer guten halben Stunde holte ich Smarty Jones zu mir und lobte ihn ausgiebig. Hunter öffnete das Hallentor und zog an seiner Zigarette. “Gib ihm etwas Zeit, der wird noch!” sagte ich als ich seinen prüfenden Blick sah. Er rang sich ein lächeln ab und folgte mir zu den Weiden. Er öffnete das Tor und ließ mich mit Smarty Jones passieren. “Darf ich dich auf einen Kaffee einladen?” fragte ich Hunter als ich de Hengst in die Freizeit entlassen hatte. “Da sag ich nicht Nein.” antwortete er lächelnd und gab mir einen Kuss auf die Stirn. Wir gingen ins Haus und ich nahm mir vor, später noch mit den Fohlen spazieren zu gehen, sofern das Wetter hielt.

      07. Dezember 2017 | 4117 Zeichen
      Der Boden war noch gefroren als ich die Haustür hinter mir schloss und mich auf den Weg in den Stall machte. Die letzten Tage waren frostig und 2 Nächte lang hatte es sogar geschneit. Ich öffnete die Stalltür und sog den warmen Pferdegeruch tief ein bevor ich die Schubkarre aus der Futterkammer holte und sie mit Heu füllte. Als die Raufen auf den Weiden gefüllt waren brachte ich die Pferde auf eben diese und widmete mich der Stallarbeit. Smarty Jones schaffte es Tag für Tag seine Hinterlassenschaften in der gesamten Box zu verteilen. Manchmal holte ich die Pferdeäpfel sogar aus der Tränke! Nachdem die Boxen gemistet und frisch eingestreut waren legte ich jedem Pferd einen Apfel in den Futtertrog und ging zurück ins Haus um eine Tasse Kaffee zu trinken. Ich setzte mich an den Tisch und zog mein Telefon aus der Tasche um Hunter eine SMS zu senden. „Guten Morgen Hunter, tut mir Leid dass ich mich lang nicht gemeldet habe. Wie geht es Dir?“ schrieb ich und sendete die SMS ab.
      „Guten Morgen Käthe, wir haben uns lange nicht mehr gesehen. Etwas dagegen wenn ich später vorbei komme?“ So schnell hatte ich nicht mit einer Antwort gerechnet. Ich sagte ihm für ein späteres Treffen zu und stellte die nun leere Tasse in den Geschirrspüler. Ich ging zurück in den Stall und nahm einen Führstrick um Bearing Spots von der Weide zu holen. Aufmerksam trabte sie an den Zaun und ließ sich aufhalftern. In der Stallgasse band ich die junge Stute an und begann damit ihr dichtes Winterfell zu striegeln. Sie entwickelte sich großartig und ich plante sie langsam aber sicher an das longieren zu gewöhnen. Bevor ich sie in die Reithalle führte holte ich die Longe aus der Sattelkammer und hängte sie in den Führstrick ein. In der Halle angekommen wärmte ich Bearing Spots auf bevor ich mit ihr ein wenig trainierte. Sie machte ihre Sache gut sodass ich nach zirka 20 Minuten die Arbeit beendete und die Stute ausgiebig lobte. Ich brachte sie zurück auf die Weide und nahm Compliment mit in die Stallgasse um ihn zu putzen. In der vergangenen Woche war ich jeden Tag mit ihm spazieren um das Führen zu verbessern sodass ich ihm ein paar Tage Ruhe geben wollte. Nachdem ich den jungen Hengst gestriegelt hatte kratzte ich seine Hufe aus und brachte ihn zurück auf die Weide. Bevor ich Smarty Jones holte beobachtete ich den Hengst eine Weile. Ich genoss seinen Anblick. Sein helles Fell glänzte in der Sonne und auch der frostige Boden taute auf und glitzerte sanft. Ich lockte Smarty Jones an den Zaun und hängte den Führstrick in sein Halfter ein. Trotzdessen dass ich nicht wusste wann Hunter kam, entschied ich mich einen kleinen Ausritt mit Smarty Jones zu wagen. Ich band den Hengst in der Stallgasse an und begann sein weiches Winterfell zu striegeln. Nachdem ich die Hufe ausgekratzt hatte ging ich in die Sattelkammer um seinen Sattel und sein Zaumzeug zu holen. Ich sattelte Smarty Jones, setzte meinen Helm auf und führte den Hengst auf den Hof um aufzusteigen. Gemeinsam ritten wir eine Weile an der wenig befahrenen Straße entlang bevor wir einen abgelegenen Waldweg einschlugen. Bis auf eine lange Galoppstrecke war es ein entspannter Ausritt im Schritt und Trab. Ich lobte Smarty Jones ausgiebig für seine Gelassenheit und machte nach einer Stunde kehrt. Als wir auf die Straße zurück kamen bog gerade ein dunkler Wagen auf den Hof ein. „Schön das du da bist!“ sagte ich sanft lächelnd und hielt Smarty Jones neben Hunter an, der gerade aus dem Wagen gestiegen war. Er streichelte Smarty Jones den Hals und erinnerte mich beinahe vorwurfsvoll daran, dass ich mich ja nicht gemeldet habe. Ich blickte auf den Hals des Hengstes und atmete hörbar aus. „Hunter ich brauchte etwas Zeit für mich, dass hatte nichts mit Dir zu tun.“ bat ich um Verständnis und stieg ab. Ich schob die Steigbügel auf und führte Smarty Jones in die Stallgasse wo ich ihn absattelte und ihm eine Apfelhälfte gab. Als ich Smarty Jones auf die Weide brachte stand Hunter vor dem Haus und rauchte eine. Ich entließ den Hengst in seinen wohlverdienten „Feierabend“ und ging zu ihm hinüber um ihn auf eine Tasse Kaffee hinein zu bitten.

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      4481 Zeichen by Ravenna
      “Deine Eltern haben es nicht sonderlich gut mit dir gemein,oder?” feixte Rúrik, während er in dem Transporter nach dem Holzkästchen suchte für seinen Kunden. “Wiesoo?” fragte dieser verwirrt. “Ach...wir stehen hier, in Nottingham, in der unmittelbaren Nähe von Sherwood Forest. Du bekommst von mir einen Satz neuer Pfeilspitzen und dein Name ist Robin. Also noch mehr Klischee hätte man dir nicht anhängen können.” Robin schaute verdutzt, wirkte überrascht und lachte dann breit, er schien verstanden zu haben. Rúrik stieg aus dem Wagen aus, in Händen besagte Holzkiste. “10 neue Feuerpfeile. War gar nicht so einfach die zu schmieden, bei deinen Wünschen.” brummt Rúrik, dabei dachte er an die Arbeit die es gewesen war. Meistens war er eher weniger der Typ für solch filigrane Dinge, einer der Gründe wieso er kein Schmuckschmied war, doch in letzter Zeit bekam er des öfteren genau solche Anfragen. Bei einem Kaffe verhandelten sie noch über den Preis der Ware. “Robin, ich muss...mich erwartet noch ein Kunde mit vier Hufen. Ich will mich nicht verspäten.”
      Nur knapp 10 Minuten später rollte der schwarze Transporter auch schon auf den Hof von Käthe von Landsberg, auch der Hof hieß ähnlich, allerdings hatte sich der Schmied dahingehend nicht sonderlich informiert. Da er den Weg überschätzt hatte, war er bereits 10 Minuten vor seinem Termin am Hof, sah niemanden in unmittelbarer Erreichbarkeit und suchte ein wenig herum. “Entschuldigen Sie?” kam ein unsicheres, zartes Stimmchen von hinter ihm. Eine Frau, die er an die 30 schätze kam aus einer der Boxen “Der Stall ist nicht für fremde zulässig.” “Fremd bin ich, aber ich bin auf der Suche nach Käthe von Landsberg, sind sie das?” die Unbekannte schüttelte den Kopf. “Ich ruf sie schnell an.”
      Es dauerte nicht lang, dann kam ein “So früh hab ich mit ihnen gar nicht gerechnet” an seine Ohren, während er ein Pferd streichelte dessen Kopf neugierig aus der Box lugte. Eine hübsche junge Frau kam auf ihn zu, sehr jung...sie musste gerade dem Teenager Alter entwachsen sein. Schmerzlich erinnerte er sich daran, seine eigene Tochter wäre jetzt auch etwa in ihrem Alter. Aus dem Dutt den sie trug hatten sich braune Strähnen gelöst, standen ihr vom Kopf ab. Und Rúrik spürte das sie jetzt etwas unsicher wirkte, du starrst alter Mann. ermahnte er sich selbst. “Ja, der Weg von meinem letzten Kunden hierher ging schneller als erwartet.”
      “Ich hab Smarty Jones schon draußen angebunden, die paar Strahlen Sonne wollte ich heute mal nutzen.” sie hatte recht, es herrschte schneidende Kälte, aber die Sonne schien angenehm vom Himmel. Smarty war ein hübscher, etwas hagerer Vollblüter von ungewöhnlicher Farbe. Allzu oft sah Rúrik einen Roan nicht...lange keinen Red Roan, ihn faszinierte diese Farbe. Neugierig betrachtete der Hengst den Schmied, ließ sich von der Möhre locken. Wie bei allen seinen Kunden stellte er erst ein paar Fragen, ließ sich den Hengst vorlaufen und machte sich einen ersten Eindruck der Hufe.
      Anschließend griff er in seinen Koffer, steckte sich die Raspel und das Messer in die Schürze und griff nach dem ersten Huf. “Da sind öfters rote Punkte im Huf zu sehen, was könnte das bedeuten?” “Helle Hufe machen sichtbar was dunkle nicht haben. Tritt sich das Pferd...oder kommt es irgendwo gegen kommt es auch dort zu Blutergüssen, bei schwarzem Horn ist das natürlich nicht sichtbar bei denen hier schon.” er winkte sie näher heran. “Siehst du hier die eingerbungen? Das sind Abdrücke von Steinen...nicht weiter übel, aber seine Hufe sind etwas weicher, dadurch sieht man das eben auch schneller. Du kannst zur Unterstützung Huf Vital ins Futter machen. Auch das Laufen über Betonboden schult den Huf...sie laufen zunächst langamer, fühlig. Aber es regt die Durchblutung an...und dadurch kann es auch härten. Das erzielt nicht bei allen gute Ergebnisse aber einen Versuch ist es wert. Bei den Hinterhufen tat sich Smarty ein wenig schwer den Huf lange auf dem Bock zu halten. “Er kam aus schlechter Halung, wir bauen ihn erst wieder auf und die Verspannungen lösen sich erst.” gab Käthe als Entschuldigung an. “Er wird sich wieder daran gewöhnen, außerdem hetzt uns ja niemand.” Geduldig griff Rúrik nach dem Bein und beendete seine Arbeit. “Damit wären wir auch schon fertig. Hufchmutz benötigt er nicht unbedingt.” Dankeschön Herr Hálfdánsson, das mit dem Futter werde ich mir überlegen.”
      Damit fegte Rúrik noch die Überreste der Arbeit fort, verabschiedete sich und fuhr zum nächsten Auftrag.

      06. Januar 2018 | 4489 Zeichen
      Käthe | Vor wenigen Tagen hatte ich Smarty Jones bei einer Gelassenheitsprüfung angemeldet, welcher ich zuversichtlich entgegen blickte. Heute war es soweit. Der Regen peitschte nasskalt in mein Gesicht als ich den auffälligen Hengst in die trockene Stallgasse führte. Erin war mit mir gekommen.“Geh du zur Anmeldung, ich suche seine Box und fange dann an ihn vorzubereiten.” sagte Erin und ich gab ihr, dankbar lächelnd, den Strick von Smarty Jones. Ich machte mich auf den Weg um unsere Ankunft zu melden und die Startnummer abzuholen. Erin hatte den Hengst bereits abgetrocknet und geputzt als ich zurück kam. Ich half ihr dabei die Mähne zu richten und suchte die Mähnengummis in meinem Rucksack, die ich extra für heute besorgt hatte. Als ich sie endlich gefunden hatte reichte ich sie Erin und band auch meinen Zopf neu, da sich bereits einige Haarsträhnen gelöst hatten und mir ins Gesicht hingen.
      “Was meinst du, stelle ich ihn mit Halfter oder Trense vor?” fragte ich Erin und hielt sowohl sein Lederhalfter, als auch sein Zaumzeug in die Luft. Erin überlegte einen Moment, zeigte dann aber entschieden auf das Lederhalfter. Ich legte den Zaum zurück und tauschte Smarty’s jetziges Halfter gegen das Lederhalfter aus.“Du solltest dich auch langsam fertig machen Käthe.” stellte Erin mit einem Blick auf die Uhr fest.
      Ich klopfte meine Jeanshose sauber und zog ein weißes Poloshirt aus meinem Rucksack um es mir anzuziehen.
      “Viel Erfolg!” wünschte mir Erin und übergab mir den Strick von Smarty Jones.
      Da sich noch ein Teilnehmer in der Halle befand warteten wir einen Moment vor dem massiven Hallentor bevor es sich öffnete und wir hereingebeten wurden. Ich führte Smarty Jones hinein und stellte ihn mittig der Halle auf damit sowohl die Richter, als auch die Zuschauer den Hengst begutachten konnten. Als einer der Richter nickte schnalzte ich mit der Zunge und führte Smarty Jones im Schritt eine Runde auf der Bahn. Ich beschleunigte mein Tempo und der auffällige Hengst trabte an. Er war gut bei der Sache und lief schwungvoll an meiner Seite. Nach einer weiteren Runde parierte ich den Hengst und führte ihn an die nächste Aufgabe, ein Hindernis. Als wir uns dem Hindernis näherten ließ der versteckte Mitarbeiter die bunten Ballons los sodass sie gen Hallendach aufstiegen. Smarty Jones legte prompt die Ohren an, folgte mir aber ohne Einwände. Als nächstes wurde mir ein großer Sack überreicht der laut klapperte. Es klang, als würden sich Blechdosen darin befinden. In der einen Hand mein Hengst, in der anderen den lärmenden Sack gingen wir eine Runde durch die Halle. Smarty Jones blieb unbeeindruckt und ich hielt einen Moment um den Sack abzulegen damit wir uns der nächsten Aufgabe widmen konnten. Wir liefen auf eine Frau mit einem Schirm zu. Ich hielt Smarty Jones und sie glitt mit dem Regenschirm über seinen Rücken. Der Hengst schnaubte angespannt, doch die Neugierde schien zu überwiegen. Sie öffnete den Schirm sowohl auf seiner Linken, als auch auf seiner Rechten. Ich klopfte dem Hengst lobend den Hals und stellte mich vor ihm auf. Ich ließ Smarty Jones rückwärts richten was ihm sichtlich leicht fiel da wir dies mehrmals die Woche trainierten. Die nächste Aufgabe sollte ebenfalls problemlos zu meistern sein. Ein Turnierhelfer kam bereits auf uns zu und hielt eine Flasche in der Hand, ähnlich einer Mähnensprayflasche. Er nickte mir kurz zu bevor er anfing Smarty Jones’ Mähne einzusprühen. Der sanfte Sprühnebel legte sich auf seiner Mähne ab und ich musste lachen als er auf das Spray reagierte: er flehmte.Die letzte Aufgabe war eine Wahlaufgabe. Bereits bei der Anmeldung teilte ich mit, dass wir uns für die Brücke entschieden hatten. Ich führte meinen Hengst an die Brücke heran und ließ ihn kurz daran riechen bevor ich hinauf ging und den Hengst hinterher lockte. Angespannt betraten seine Hufe die Holzbrücke und folgten mir. Am Ende der Brücke machte er einen Satz nach vorn, als wolle er so schnell wie möglich wieder runter und ich konnte gerade so noch zur Seite treten. “Du Schlingel!” schimpfte ich ihn leise und klopfte seinen Hals. Ich führte den Hengst nochmals in die Mitte der Halle wo wir uns von den Richtern verabschiedeten, bevor wir die Halle verließen.
      Der Andrang im Stallgebäude hatte deutlich zugenommen und trotzdessen das man mit Pferd unterwegs war, gingen die Menschen nur nach Bitten auf die Seite. Ich konnte erkennen das Erin sich mit jemandem unterhielt, doch mit wem wusste ich nicht. Zumindest nicht bis ich näher kam.

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      3004 Zeichen von Calypso
      Heute führte mich mein Weg nach Nottingham, ich freute mich darauf da ich dort Freunde besuchen würde und auch beruflich dort hin musste. Käthe von Landsberg brauchte einen Tierarzt für ihren Hengst Smarty Jones. Als es noch dunkel war hatte ich ich auf den Weg gemacht, ich brauchte etwas über 4 Stunden bis nach Nottingham.Gegen 11 Uhr Vormittag kam ich dann endlich an, das Wetter war trüb aber nicht regnerisch. Auf dem Hof war schon Betrieb und ich machte mich auf die Suche nach Käthe. Nachdem ich mich bei einem der Pfleger, der gerade ausmistete, kundig gemacht hatte fand ich sie bei der Box des Patienten. „Hallo, ich bin Veronika“ stellte ich mich vor und wir beide reichten uns die Hand. „Schön das du da bist. Dann darf ich dir auch gleich Smarty Jones vorstellen.“ entgegnete mir die stolze Besitzerin des Englischen Vollbluts. Man konnte auf dem ersten Blick gleich erahnen das der Hengst keine schöne Vergangenheit gehabt haben musste. Er war noch recht mager und sah nicht nach einem stattlichen, jungen Pferd aus. Käthe erzählte mir ein wenig über ihn, während ich ihn kennenlernte und streichelte. Smarty Jones war recht aufgeschlossen und suchte regelrecht meine Nähe. Seine Besitzerin holte ihn dann aus der Box heraus und band ihn davor an. Ich hatte meine Utensilien schon mit aus dem Auto genommen und begann sogleich ihn gründlich abzutasten und mit dem Stethoskop abzuhören. Hierbei war ich besonders gründlich und genau, da man nie wissen konnte was das Pferd vielleicht doch schon an Krankheiten oder Defizite aufgenommen hatte durch die schlechte Haltung. Ich war sowieso sehr überrascht das er trotz seiner Vergangenheit anscheinend keine Schäden von seinem Sozialverhalten davon getragen hatte. Manche Pferde waren dann sehr in sich gekehrt, scheu und ängstlich. Smarty hingegen war einfach nur glücklich jetzt liebe Menschen an seiner Seite zu haben, so interpretierte ich es zumindest. Atemwege hörten sich frei und gesund an, ein gutes Zeichen, und als ich seine Beine und Gelenke nochmal genau anschaute und bog und streckte zeigte er keinerlei Schmerzen. Um diese Untersuchung abzuschließen ließ ich ihn mir von Käthe nochmal vorführen auf dem Hof, im Schritt und im Trab. Sah alles bestens aus. „Geimpft muss alles werden richtig?“ fragte ich Käthe und sie nickte zustimmend. „Mein Großer, dann musst du leider ein paar mal gepiekt werden!“ Smarty schaute mich mit gespitzten Ohren an und schaubte. Schnell waren die Spritzen aufgezogen mit den Impfstoffen gegen Influenza, Tetanus, Tollwut und Herpes. Der Hengst fuhr mit seinem Kopf zweimal zu mir herum, wie wenn er eine Fliege verjagen wollte, aber da musste er jetzt durch „Prima gemacht, schon vorbei!“ lobte ich ihn und auch Käthe streichelte ihn sanft über die Nüstern. Die Wurmkur gab ich Käthe, mit die konnte sie ihm selbst verabreichen und somit war der Tierarztbesuch schon zu Ende. Ich verabschiedete mich von den beiden und wünschte ihnen alles gute. Smarty Jones war auf dem besten Weg der Besserung.

      17. Februar 2018 | 5491 Zeichen
      Obwohl es noch früh am Morgen war dämmerte es bereits und ein paar Amseln sangen ihre Lieder. Ich streckte mich, so gut es mit meiner verletzten Schulter eben ging und ging ins Bad um mich für den Tag vorzubereiten. Die Nacht war die erholsamste seit langem und ich war mir fast sicher, dass ich das dem Schmerzmittel aus dem Krankenhaus zu verdanken hatte. Ich lief über den Hof zu den unteren Stallungen und bereitete die Futterrationen der Pferde zu. Smarty Jones brummelte und klopfte ungeduldig mit dem Huf gegen seine Boxentür. “Beruhige dich, du bist doch gleich dran!” rief ich aus der Sattelkammer heraus und stellte alle Eimer in eine Schubkarre um sie unter den Pferden zu verteilen. Während die Pferde fraßen äppelte ich die Paddockboxen ab und brachte Heu auf die Weiden.
      “Guten Morgen!” rief Erin über den Hof nachdem sie aus dem Wagen gestiegen war.
      “Guten Morgen! Du bist ja schon da, hattest du nicht einen Termin?” fragte ich und zog mein Smartphone aus der Hosentasche um einen Blick auf die Uhr zu werfen. Erin winkte lachend ab.
      “Alles schon erledigt. Was macht die Schulter?”
      Ich tat so, als hätte ich ihre Frage nicht gehört und füllte den letzten Rest Heu in den Reifen vor mir. Erin schob die Frage, wie es mir mit meiner Schulter gehe, sicher nur vor um zu fragen wie es nun mit Hunter lief, nachdem er mich gestern ins Krankenhaus gebracht hatte und das wollte ich vorerst für mich behalten. Erin schien den Wink verstanden zu haben und ging in den Stall um mit dem ausmisten der Boxen zu beginnen. Ich lehnte die Schubkarre gegen die Stallwand und folgte ihr um meine beiden Jungpferde Bearing Spot’s und Compliment etwas zu beschäftigen. In den vergangenen Wochen verbrachten wir viel Zeit damit, die beiden im RoundPen an das longieren zu gewöhnen. Bearing Spot’s legten wir sogar schon einen Sattel auf damit sie das Gewicht auf dem Rücken kennenlernte. Ich holte die junge Stute aus ihrer Box und putzte sie ausgiebig, bevor ich die Longe aus der Sattelkammer holte und mit ihr in den RoundPen ging. Nach gut einer halben Stunde beendete ich das Training und klopfte der Stute lobend den Hals. Die Gangwechsel beherrschte sie an der Longe immer sicherer, nur am parieren und anhalten mussten wir noch feilen. Da Erin die Box gerade frisch eingestreut hatte brachte ich Bearing direkt auf eine der Weiden die ich zuvor für die Pferde vorbereitet hatte. Im Gegensatz zu Bearing Spot’s arbeitete Compliment heute konzentriert mit. Die beiden machten Fortschritte und ich konnte es kaum erwarten Hunter davon zu berichten. Als auch Compliment sich seinen “Feierabend” verdient hatte unterhielt ich mich kurz mit Erin und besprach den heutigen Tagesplan.

      “Gegen 16:00 Uhr kommen heute die Reitschüler, das dürfen wir nicht vergessen! Grenzfee und For an Angel wurden zur Nutzung angefragt. Die beiden müssen unbedingt ablongiert werden, sonst sind sie unausstehlich.” sagte ich und Erin nickte zustimmend. “Wenn du nichts dagegen hast würde ich mit Smarty Jones gern eine Runde ins Gelände gehen. Bei ihm brauch ich mir wegen meiner Schulter keine Gedanken machen.” fügte ich hinzu und sah sie bittend an. “Natürlich! Ein wenig Entspannung wird dir gut tun!” sagte sie lachend und dankbar ging ich in den Stall zu seiner Box um ihn zu begrüßen. Ich zog ihm sein Halfter an und brachte ihn hinaus in die Stallgasse wo ich den Hengst putzte, bevor ich seinen Sattel und sein Zaumzeug aus der Sattelkammer holte. Nachdem Smarty Jones gesattelt war, bandagierte ich noch seine Beine bevor ich ihm das Zaumzeug anzog. Ich holte meinen Helm und führte den ruhigen Hengst in den Hof um dort aufzusteigen. Erin longierte gerade Smooth Gravity im RoundPen. Ich winkte ihr kurz zu und schlug dann den schmalen Pfad, vorbei an den Weiden, in Richtung Wald ein. Über den Morgen wurde das Wetter zwar milder, kühl war es dennoch und ich war froh mir einen Schal mitgenommen zu haben. Nach einer Weile, als Smarty Jones endlich entspannter unter dem Sattel wurde, trabte ich ihn an und wechselte auf den Pfad an den Feldern vorbei, wo sich eine schöne Galoppstrecke befand. Ich galoppierte den Hengst an und ließ ihn frei laufen. Smarty Jones war durch und durch ein Verlasspferd und so stieß ich einen Jauchzer aus und klopfte ihm lachend den Hals bevor ich ihn parierte und im Schritt weiter ritt. Wieder zurück auf dem Hof nahm ich meinen Helm ab und hing ihn ans Horn des Westernsattels. “Mensch, ihr wart aber lange weg!” rief Erin und stemmte die Hände in die Hüften. “Wirklich? So lang kam es mir gar nicht vor.” sagte ich wahrheitsgemäß, hielt Smarty Jones neben ihr und stieg ab. “Die Pferde sind übrigens fertig. Mit Amistad war ich nach dem longieren auf dem Platz und bin ein paar Sprünge geritten. Der ist echt Klasse, der zieht richtig an wenn es auf den Sprung zugeht!” erzählte sie aufgeregt und folgte mir in den Stall wo ich Smarty Jones den Sattel abnahm und ihn in die Sattelkammer brachte. Ich stimmte ihr zu und bot ihr an, Amistad öfter auf dem Platz zu trainieren, sofern sie Lust dazu habe. “Nur zu gern!” rief sie mir zu und begann bereits damit dem Hengst die Hufe aus zu kratzen. Ich brachte Smarty Jones auf die Weide und bot ihm eine Apfelhälfte als Belohnung an, zu der er natürlich nicht Nein sagte. Bevor die ersten Reitschüler eintreffen würden, bereiteten wir die Reithalle vor und longierten Grenzfee und For an Angel damit die beiden ihre Reitschüler zufrieden stimmen würden. Am Abend lud ich Erin dazu ein, zum Abendessen zu bleiben.
    • Stelli
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      Alte Berichte (c) adoptedfox
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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg TC | 13055 Zeichen von adoptedfox
      Käthe | ...kalt kalt kalt. Fröstelnd stand ich auf um das Fenster zu schließen welches ich über Nacht gern gekippt hatte. Die Sonne ging schon auf, wie spät ist es denn? Mit einem Blick auf die Uhr stellte ich fest, dass es erst 6:53 Uhr war. Da ich einmal stand beschloss ich direkt auf zu bleiben und ging ins Badezimmer um mich für den Tag fertig zu machen. Auf dem Weg in die Küche band ich meine Haare zu einem einfachen Pferdeschwanz zusammen und stellte die Kaffeemaschine an. Ein Blick in meinen Terminkalender verriet mir, dass für heute keine Kundentermine an standen und so plante ich den Tag, zumindest größtenteils, im Stall zu verbringen. Mit meiner frisch aufgebrühten Tasse Kaffee setzte ich mich an den Küchentisch und genoss die Ruhe im Haus.
      Früh am Morgen brauchte ich meine Ruhe.
      Es war kurz nach 8:00 Uhr als ich mich auf den Weg in den Stall machte. Erin’s Wagen stand bereits auf dem Parkplatz und da die Pferde weder wieherten, noch mit den Hufen gegen die Boxentüren klopften wusste ich, dass Erin sie bereits gefüttert hatte. “Guten Morgen!” sagte ich als ich in den Stall trat und nach ihr ausschau hielt. “Guten Morgen!” antwortete es aus der Sattelkammer und ich ging hinein um mich für einen Moment mit Erin zu unterhalten. Seit einer Woche war sie offiziell als Trainerin auf dem Trainings-Center angestellt und sie machte ihren Job mehr als gut, woran ich natürlich nie gezweifelt hatte! “Ich würde mich dann jetzt um die beiden Fohlen kümmern. Übernimmst du die anderen soweit?” fragte ich während ich eine Putzbox aus dem Regal nahm und eine Longe auf den Deckel legte. “Gern! Das Wetter soll sich bis Mittag bessern, wollen wir dann eine Runde ausreiten?” fragte sie etwas zögerlich und ich antwortete mit einem freudigen Ja. Das gleiche wollte ich ihr auch vorschlagen. “Bis später.” sagte ich, nahm die Putzbox und ging zur Box von Bearing Spots die bereits neugierig an der Tür wartete. Nachdem ich die Tür geöffnet hatte schob ich die junge Stute ein Stück zurück damit ich selbst eintreten konnte und die Box am Boden abstellte. Mit dem Striegel in der einen und der Bürste in der anderen Hand putzte ich in langen, massierenden Zügen das Fell. “Sobald es wärmer wird wirst du gebadet, du Schweinchen.” sagte ich lachend während ich versuchte den gelben Fleck aus dem hellweißen Fell zu bürsten. Mit dem Kamm kämmte ich ihre Mähne und den Schweif und kratzte die Hufe aus, bevor ich die Longe in das Halfter einhängte und sie aus der Box in die Stallgasse führte. Sie stieß ein schrilles Wiehern aus und bekam prompt von Compliment eine Antwort. Ich führte sie in den Roundpen und begann damit mit dem Carrot Stick, den ich mir vor kurzem besorgt hatte, ihren Körper entlang zu fahren um sie für Berührungen zu sensibilisieren. Aufmerksam folgten mir ihre Ohren. Ich lobte sie ausgiebig und schickte sie dann auf die Bahn um sie ein wenig zu longieren. Bald würde die Zeit kommen sie einzureiten und obwohl ich meinen Pferden alle Zeit der Welt gab, konnte ich es kaum erwarten. Im Schritt umrundete sie mich immer wieder bis ich meinen Arm leicht anhob und mit der Zunge schnalzte. Der Carrot Stick nutzte ich als Armverlängerung damit sie das Kommando besser umzusetzen wusste. Nach ein paar Bucklern trabte Bearing an und es dauerte nicht lange bis sie sich zu entspannen begann und abschnaubte. Mit einem lauten “Priiiima!” lobte ich sie und ließ sie noch ein paar Runden laufen bevor ich sie hielt und die Hand wechselte. Da dies noch nicht gut funktionierte ging ich für einen Moment zu ihr und führte sie ein paar Schritte bevor ich zurück in die Mitte des Roundpens ging. Zufrieden galoppierte ich die junge Stute an und genoss wie sie sich streckte und sichtlich gefallen daran hatte zu laufen. So wie ich merkte das sie unkonzentrierter wurde beendete ich das Training, holte sie zu mir und lobte sie ausgiebig. Zur Belohnung gab es ein Leckerchen aus meiner, bei den Pferden sehr beliebten, Hosentasche und brachte sie auf die Weide. Wieder zurück im Stall trat ich an die Box von Compliment der schon wusste was heute auf dem Plan stand und aufgeregt brummte. “Da kann es einer aber gar nicht abwarten, oder?” fragte ich ihn lachend und kraulte seine Stirn. Ich holte die Putzbox aus der Box von Bearing Spots und ging zu Compliment um auch ihn zu putzen, bevor es in den Roundpen ging. Compliment genoss das putzen sehr und streckte den Kopf in die Luft. Nachdem der junge Hengst fertig geputzt vor mir stand zog ich ihm das Halfter an und hängte die Longe ein um ihn in den Roundpen zu führen. An manchen Tagen fiel es ihm sichtlich schwer, sich von mir zu trennen und auf die Bahn schicken zu lassen und an anderen Tagen strotzte er so vor Energie, dass er es kaum erwarten konnte zu laufen. Heute war es ersteres. Ich führte ihn ein paar Schritte bevor ich mich langsam von ihm entfernte und er letztendlich im Schritt seine Runden zog während ich ihn von der Mitte aus “dirigierte”. Trotz anfänglicher Diskussion war Compliment doch schnell bei der Sache und arbeitete konzentriert und fleißig mit. Seine Balance im Trab und Galopp besserte sich von Training zu Training mehr und auch die Handwechsel klappten immer besser. Seit der Nutzung des Carrot Sticks fiel es Compliment wesentlich leichter die Kommandos auch ohne Zurufen zu verstehen, was mein Ziel bei allen Pferden war. Die Kommunikation ohne Worte. Sichtlich stolz beendete ich das Training und lobte ihn ausgiebig indem ich ihm den Hals kraulte und ihm ein Leckerchen in sein weiches Maul schob. “Du bist mein kleiner Musterschüler, nicht wahr?” sagte ich und klopfte seinen Hals bevor ich ihn auf die Weide brachte, wo Amistad bereits auf ihn wartete. Auf den Weg zurück in den Stall machte ich einen Abstecher in die Reithalle wo Erin gerade mit Smooth Gravity vom Boden aus arbeitete. Ich ging auf die Tribühne und beobachtete die beiden eine Weile bevor ich Erin zurief “Das ist wirklich der Wahnsinn oder?” Ich war mit Smooth Gravity vor ein paar Wochen bei einem Bodenarbeitskurs weil ich selbst mit meinem Latein am Ende war, doch seit dem Kursbesuch lief alles viel besser. Wir achteten auf unsere Körpersprache und gingen auf die Schimmelstute ein. “Ich denke wir haben uns viel zu viele Gedanken und Sorgen gemacht und sind nicht auf ihre Bedürfnisse eingegangen.” antwortete Erin, die Smooth Gravity angehalten hatte und ihren Hals kraulte. Ich nickte. “Welche Pferde stehen noch aus?” - “Hibana, Smarty Jones, Grenzfee und For an Angel.” Ich überlegte. “Machen wir noch Grenzfee und For an Angel, die anderen beiden nehmen wir dann für den Ausritt mit ins Gelände.” rief ich ihr zu und ging in den Stall zurück. Bevor ich mich Grenzfee widmete holte ich die Putzbox aus der Box von Compliment und stellte sie vor die Box von Grenzfee. Ich brachte die Longe zurück in die Sattelkammer und nahm von dort direkt den Sattel und die Trense von Grenzfee mit. “Na meine Große?” begrüßte ich die dunkle Stute und zog ihr ihr Halfter an, bevor ich sie in die Stallgasse führte wo ich sie fest band und einen Striegel aus der Putzbox nahm damit ich die Stute putzen konnte. In kreisenden Bewegungen striegelte ich ihr kurzes Fell um grobe Verschmutzungen zu entfernen, bevor ich die Bürste nahm und so lose Haare, Staub und Schuppen entfernte. Mithilfe eines Kamms kämmte ich ihre kurze Mähne, den Schopf und den Schweif bevor ich mich ihren Hufen widmete die ich auskratzte und auf Beschädigungen kontrollierte. “Die sind aber recht trocken. Da müssen wir gleich mal dem Hunter schreiben, hm.” sprach ich mit der Stute und zog auch gleich mein Telefon aus der Tasche um ihm eine kurze SMS zu senden.
      “Hallo Liebster,
      hast du noch etwas Hufbalsam für mich übrig? Grenzfee’s Hufe sind recht trocken.
      Liebe Grüße, Käthe.”
      Nachdem die SMS gesendet wurde nahm ich den Sattel und legte ihn auf. Bevor ich den Gurt schloss zog ich die Schabracke glatt und richtete den Sattel aus. “Bist du dick geworden…” schnaufte ich als ich den Gurt nach oben zog und im letzten Loch verschloss. “Dich bewegen wir in nächster Zeit öfter, das kannst du mir aber glauben!” lachte ich und öffnete das Halfter um es ihr auf den Hals zu ziehen, damit ich ihr die Trense aufziehen konnte. Auf dem Weg in den Hof griff ich in der Sattelkammer nach meinem Helm und setzte ihn auf. Als ich mit Grenzfee auf den Platz ging hatte Erin das Training mit Smooth Gravity gerade beendet und hatte die Stute auf die Weide gebracht. “Ich longiere For an Angel noch, dann bin ich bereit!” rief sie mir zu und verschwand im Stallgebäude. Als wir den Dressurplatz erreicht hatten brachte ich Grenzfee in die Mitte, zog die Steigbügel nach unten und setzte mich mit Schwung in ihren Sattel. Ich ritt Grenzfee für eine viertel Stunde im Schritt auf der Bahn um sie aufzuwärmen, bevor ich sie antrabte und ein paar Bahnfiguren abritt. Grenzfee’s Stärke war die Dressur zwar nicht, dennoch waren Dressurlektionen auch für das Springreiten sehr wichtig und durften nicht vernachlässigt werden. Grenzfee arbeitete konzentriert mit und so gab ich ihr etwas mehr Zügel. Nach einem Handwechsel durch die ganze Bahn blieben wir auf eben dieser und nahmen etwas Tempo auf. Ich gab der dunklen Stute die Galopphilfen und sie fiel in einen weichen und doch raumgreifenden Galopp. An der kurzen Seite des Platzes verlangsamte ich das Tempo etwas, um auf der langen Bahn wieder zuzulegen um Grenzfee optimal zu gymnastizieren. Nach einer guten Stunde beendete ich das Training und parierte die Stute in den Schritt um sie trocken zu reiten. Ich ließ ihr die Zügel lang damit sie abkauen- und sich strecken konnte und klopfte ihr lobend den Hals. Die Sonne hatte sich inzwischen durch die grauen Wolken gekämpft und erwärmte die Luft zunehmend. Ich zog meine Fleecejacke aus und band sie mir so gut es ging um die Hüfte. Ich entschloss direkt zum Stall zu reiten und ritt den Schotterweg zwischen den Ställen entlang. Erin wartete bereits auf mich. “Ich habe Hibana und Smarty Jones bereits geputzt, ich hoffe das ist in Ordnung.” sagte sie und sah zu mir rauf. “Erin du bist ein Schatz!” sagte ich lachend und hielt Grenzfee am Stalltor an um abzusteigen. Ich führte die Stute hinein und band sie kurz an um den Sattel und die Trense abzunehmen und sie in die Sattelkammer zu bringen. Mit dem Hufkratzer kontrollierte ich nochmals ihre Hufe und brachte sie dann auf die Weide zu den anderen Pferden. Da Erin die Pferde bereits geputzt hatte gingen wir in die Sattelkammer um das Sattelzeug der Pferde zu holen. Hibana wurde von Erin englisch geritten und erhielt eine Sportausbildung da Erin vorhatte mit ihrem Pferd erfolgreich auf Turnieren zu starten. Wir trennten uns in der Stallgasse und ich ging zu Smarty Jones in die Box. Bevor ich ihn sattelte begrüßte ich ihn erstmal ausgiebig. Smarty hatte sich zu meinem Liebling entwickelt. Unter dem Sattel war er immer fleißig und konzentriert und ich schätzte seinen ruhigen Charakter sehr. Ich ging zurück an den Boxentür und griff den Sattel um ihn mit einem gekonnten Schwung auf den Rücken des rötlich schimmernden Hengstes. Ich zog das Pad glatt und schloß die beiden Gurte des Sattels, bevor ich zur Trense griff und sie ihm über zog und den Schopf aus dem Ohrriemen. “Also ich wäre fertig.” rief ich aus der Box und schaute nach Erin und Hibana. “Ebenfalls!” rief sie lachend und schob die Boxentür auf um die große Oldenburgerstute in den Hof zu führen. Ich folgte ihr und hielt Smarty neben Hibana an um aufzusteigen. Ich war immer wieder glücklich einen so ruhigen Hengst mein Eigen zu nennen der auch neben einer Stute überaus gelassen war. Damit Erin aufsteigen konnte nahm ich die Zügel von Hibana und hielt die Stute fest. Normalerweise nutzte Erin nämlich eine Aufstieghilfe, weil Hibana ziemlich unruhig werden konnte wenn ihr Reiter nicht beim dritten Mal im Sattel saß. Fertig für den Ausritt schlugen wir den Weg entlang der Weiden ein die in ein ruhiges Waldstück führte. Entspannt folgten wir den Waldwegen, unterhielten uns und nutzten einen breiten Grünstreifen am Waldrand für einen ungehaltenen Galopp. Nach einer gefühlten Stunde entschieden wir uns entlang der Straße zurück zum Hof zu reiten und immer wenn es möglich war, ritten wir nebeneinander. “Erin ich bin wirklich froh dich am Hof zu haben. Auf dich ist immer Verlass und auch wenn ich deine Chefin bin, pflegen wir ein freundschaftliches Verhältnis. Danke dafür.” sagte ich und sah zu ihr rüber. Sie lächelte verlegen und sah mich ebenfalls an. “Nicht dafür. Du hast so viel für mich getan und es macht mir einfach Spaß bei- und mit dir zu arbeiten.” Ich lächelte zufrieden und setzte mich wieder hinter den beiden ab, da ein Auto gefahren kam.
      Wieder am Hof sattelten wir unsere Pferde ab und während Erin die beiden auf die Weiden brachte, ging ich ins Haus um zwei Gläser und eine Packung Eistee mit nach draußen zu bringen den wir uns auf der kleinen Bank am Haus genehmigten. Da der Tag noch relativ jung war, würde ich die freie Zeit nutzen um einzukaufen und vielleicht würde ich auch einen Abstecher nach Nottingham in den Pferdeladen machen.



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      April 2018, by Veija
      Smarty Jones | Hunter under Saddle LK 5 - LK 4
      Caleb | Am vorherigen Tag war ein Trainingsauftrag reingekommen, von dem ich zunächst absolut nicht begeistert gewesen war. Der Grund? Ich sollte ein Vollblut in der Hunter under Saddle trainieren. Bellamy wusste genau, dass ich nichts mit den Vollblütern zu tun haben wollte, er hatte mich oft genug zu Octavia und ihren Rennpferden degradiert. O war jedoch jetzt schon ein paar Tage weg und alle Rennpferde hatten das Blakes Crow Meadow verlassen. Ich jedoch blieb nicht verschont, erneut davon gequält zu werden. "Stell dich nicht an.", hatte mein Chef gesagt. "Ich kenn das Pferd von Verena von früher, der ist toll.", hatte er gesagt. So stand ich nun hier, irgendwo in England auf einem Hof, der selbst einer Trainerin gehörte. Ihr Name sagte mir bis jetzt nichts, aber das hatte ja nichts zu heißen. Die Welt war groß, und Trainer gab es wie Sand am Meer. Die Guten jedoch, machten sich irgendwann einen Namen- und so wie die Anlage hier aussah, war Käthe davon nicht mehr weit entfernt. Ich kam mir ein wenig dumm vor, vor der Tür zu stehen und mich umzuschauen, doch mein nächster Schritt wurde mir sofort abgenommen. "Hallo, ich bin Käthe. Sie müssen Mr. O'Dell sein?", kam eine Stimme von hinten und ich drehte mich um, zückte meinen Cowboyhut und nickte. "Caleb. Bitte nur Caleb.", sagte ich und sie schüttelte mir die Hand. "Smarty Jones steht auf der Koppel. Ich zeige dir kurz dein Zimmer und dann bringe ich dich zu meinem Hengst.", sagte sie nett und ich folgte ihr schweigend. Ich war noch nie ein Mensch großer Worte gewesen, zumindest in Bezug zu Menschen. Bei Pferden war dies etwas anderes. Ich wollte auch nicht zu viel sagen, denn Bellamy hatte mir angedroht mich zu feuern, sollte ich mich noch einmal so daneben benehmen wie bei einem Auftrag vor ein paar Jahren. "Danke.", sagte ich und setzte ein freundliches Lächeln auf. "Wie lange hast du dir vorgestellt zu bleiben?", fragte sie mich. "Ich weiß nicht, das hängt von deinem Hengst ab, wie er sich anstellt.", erklärte ich ihr und folgte ihr dann zu den Koppeln. "Der ist ja schick.", sagte ich und war wirklich begeistert. Er hatte farbliche Ähnlichkeiten mit unserer, beziehungsweise Octavias, Pria. "Ja, und ein ganz Lieber.", erklärte mir Käthe und rief den Hengst zu sich. Willig kam er an den Zaun getrabt und streckte zu erst seiner Besitzerin den Kopf hin, ehe er zu mir kam und ein paar Streicheleinheiten haben wollte. "Er ist zwar ein halbes Vollblut, aber charakterlich ist er einfach ein Schatz.", erklärte mir Käthe und ich nickte erleichtert. "Zum Gück.", meinte ich scherzhaft und erntete einen fragenden Blick. "Meine Ex- Cheffin hat einen ganzen Haufen Vollblüter, alles bekloppte Tiere, mit denen ich nicht arbeiten wollte. Dass er hier das genaue Gegenteil davon ist, erleichtert mir die Arbeit um Längen.", erklärte ich und Käthe lachte. "Davon hab ich auch zwei hier stehen." "Um Gottes Willen.", erwiderte ich. "Ich bin einfach durch und durch ein Westernreiter. Die können zwar auch hitzköpfig sein, davon haben wir auch ein paar, aber mit den Vollblütern wurde ich nie warm.", erklärte ich ihr und übernahm den Führstrick von Smarty Jones. Käthe erwiderte nichts mehr, sah mich nur grinsend an und ging neben mir her zum Putzplatz. Sie zeigte mir kurz wo Smartys Sachen waren und ließ mich dann alleine. Schließlich hatte sie auch eine Menge zu tun. Ich fing also an das "große, böse" Vollblut zu putzen und stellte fest, dass er das Ganze sichtlich genoss und seinen Kopf entspannt hängen lies. Na sowas... Als ich dann fertig mit Putzen war, nahm ich seinen Sattel und legte ihn mitsamt der Satteldecke auf. Ich holte noch eine Longe und klickte diese in sein Halfter ein. Seine Trense nahm ich in meiner Hand mit, denn ich wollte ihn vorher noch ein wenig longieren. Heute war es zwar bewölkt und nicht sonderlich warm, aber sie hatten keinen Regen gemeldet, weshalb ich mich für den Dressurplatz als Arbeitsstätte entschied. Ich hängte die Trense an den Zaun und ging mit ihm auf die Mitte des Platzes. Dort gurtete ich nochmal nach und schickte ihn dann von mir weg. Ich hatte mit einem wegspringenden Pferd gerechnet, doch Smarty ging ganz gelassen nach außen und fing an, im Schritt seine Runden um mich zu drehen. Dieses Pferd fing an, meine Meinung über Vollblüter zu ändern. Ob das nun gut oder schlecht war, da war ich mir nicht sicher. Ich schnalzte ein paar Mal und der Hengst fing an zu traben. Smarty hatte durch seine Zuchtrichtung schon ausgreifende, schwungvolle Gänge, was ihm die Aufstufung in dieser Klasse um einiges erleichterte. Ich fragte Schritt und Trab noch auf der anderen Hand ab, ehe ich den Galopp auf beiden Händen abfragte und ihn dann wieder einsammeln ging. Zusammen gingen wir zum Zaun, ich wechselte Halfter gegen Trense und stellte die Steigbügel richtig ein, damit ich aufsitzen konnte. Er war ein bisschen größer als unsere Candy, dafür aber um Längen schmaler. Ich ritt ihn nun auf den Hufschlag und drehte dort ein paar Runden im Schritt auf beiden Händen, ehe ich ihn schließlich antrabte. Das Leichttraben fiel mir hier nicht schwer, denn er hatte wirklich einen wunderschönen, leichten Trab. Immer wieder wechselten wir zwischen Schritt und Trab, hielten an, ritten an verschiedenen Punkten Kehrtvolten und gingen so auf beiden Seiten. Den Galopp wollte ich erst morgen dazu holen, auch wenn dies kein Problem darstellen sollte. Das Rückwärtsrichten käme auch morgen erst dazu. Ich ritt ihn also ein wenig im Schritt ab, sammelte Halfter und Longe ein und ging wieder zum Putzplatz, wo ich Käthe wieder traf und sie ihn übernahm. "Bei ihm werde ich vielleicht drei Tage brauchen. Er bietet die Gänge von sich aus wunderbar an, der kann schon fast alles.", sagte ich lachend und nahm mir vor, Octavia noch zu schreiben, dass Vollblüter ja gar nicht so schlimm waren.
      Am nächsten Tag sah das Training genau gleich aus. Zu erst longierte ich ihn, dann ritt ich ihn auf dem Platz. Der Galopp war bei Smarty ein bisschen komplizierter, denn ich wollte einen Arbeitsgalopp, keinen Renngalopp. Daran würden wir am nächsten Tag noch arbeiten müssen. Das Rückwärtsrichten allerdings klappte wieder hervorragend, so dass ich an meinem letzten Tag das Hauptaugenmerk auf den Arbeitsgalopp legte, ehe ich ihn Käthe wieder zurück gab. "Ein tolles Pferd, welches hier auf jeden Fall noch Potenzial hat. Vielleicht bis zum nächsten Mal.", verabschiedete ich mich und machte mich wieder auf die Rückreise nach Albuquerque.



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      Neuzugänge | 13.173 Zeichen von sadasha
      Als mitten in der Nacht das Telefon klingelte drehte ich mich zuerst noch einmal auf die andere Seite, in der Hoffnung den schrillen Ton ignorieren zu können. Doch sobald ich mich umgedreht hatte leckte mit Pitch hektisch über das Gesicht. Genervt schob ich ihn von mir weg und richtete mich ächzend mit einem Blick auf die Uhr auf. Wer zur Hölle ruft um 2:37am an? Die Vorwahl sagte mir nichts und das konnte nur bedeuten, dass der Anrufer von weit weg kam. Wenigstens erklärte das auch die irre Zeit. Verschlafen nahm ich das Gespräch an und brummte ins Telefon. "Ehm… Hunter?" Ich brummte erneut. Eine Frau war am anderen Ende der Leitung und die Verbindung stand eher schlecht als recht, sodass der Ton knisternd und rauschen bei mir ankam. "Hey! Wir hatten uns doch über deine Tinker unterhalten! Und was du suchst und ja… Ich hab eine tolle gefunden, Pearl carrier und… du wolltest keine Fohlen oder?" Nachdenklich schwieg ich. Cooper aus Kanada war am Telefon, doch auch bei ihr musste es jetzt schon spät sein. "Schläfst du auch mal?" brummte ich ohne ihre Frage zu beantworten. Sie lachte. "Ist doch noch früh hier! Oh, hab ich dich geweckt? -" sie brabbelte eine Entschuldigung und redete dann über ein Fohlen, das sie ebenfalls entdeckt hatte. "Double Dilute! Du suchtest doch sowas oder nicht? Und eine Stute! Warte, ich schicke dir Fotos. Und… Hunter ich hab die zwei gekauft, du kannst also nicht Nein sagen. Im Zweifelsfall werden die sicher auch klasse Therapiepferde für deine… Freun-, Kollegin?" Ich hatte nach Fotos mein Gehör eingestellt und kramte nach meinem Laptop. Pitch hatte seinen Kopf auf dem Bett abgelegt und sah mir schwanzwedelnd dabei zu wie ich versuchte klar zu werden. "Warte kurz, der Laptop braucht Strom…" unterbrach ich Cooper. "...und ich brauche Kaffee."
      Nachdem ich mir einen Kaffee gemacht und Pitch auf den Hof gelassen hatte, setzte ich mich mit dem Laptop ins Wohnzimmer wo auch das Ladekabel lag. Die Stute war bereits eingeritten und gefahren und komplett durchgetestet was Erbkrankheiten und Farben betraf. Für mich also perfekt und dass sie Pearl Trägerin war würde später noch mit Mephisto interessant werden. Das Tinkerfohlen war sehr kompakt gebaut trotz der Größe und sie sah auch ansonsten korrekt aus. Hier wurde nicht nur wegen der Farbe gezüchtet. Trotzdem sah ich mir auch die Linien der kleinen Stute ausgiebig an, ehe ich mich bei Cooper bedankte. Gemeinsam planten wir die Überfahrt nach England und klärten das Finanzielle. Als ich auflegte wurde es schon hell und auch Cooper war jetzt müde. Wir wünschten uns also noch eine gute Nacht und legten dann auf. Ich jedoch blieb jetzt wach. Ich ging ins Bad um zu Duschen und mich für den Tag fertig zu machen. Noch bevor einer der Angestellten eintrudelte hatte ich die Fütterung fertig, die ersten Pferde auf die Weiden gebracht und mistete die ersten paar Boxen, bis Beth zum Arbeitstag kam und mir das Werkzeug aus der Hand schnappte. "Guten Morgen!" meinte sie fröhlich und lächelte mich an. "Du hast wohl nichts Besseres zu tun, hm?" Ich verneinte grinsend und streckte mich ausgiebig, ehe ich aus Benjis Box ging. Der kleine Hengst stand zusammen mit seinem Shettykumpel Niffler auf einer doppelt gesicherten Weide aus denen sie nicht mehr ausbüchsen konnten. Zu meiner Überraschung kam mir Ruby entgegen, als ich Thomas von der Weide holen wollte um mit ihm zu arbeiten. Sie hatte ihren Ponyhengst Braddock 'The Parrot' an der Hand. "Mit dir habe ich erst am Nachmittag gerechnet. Keine Schule heute?" Sie grinste über beide Ohren und nickte. "Richtig. Es sind viele Lehrer krank und deshalb dürfen heute zwei Klassen zu Hause bleiben. Ich bin unter den Glücklichen." - "Na dann viel Spaß." meinte ich und ging weiter zu meinem Drum Horse Hengst. "Achja Hunter?!" rief Ruby noch und ich blieb kurz stehen. "Später kommen noch ein paar Freundinnen, können wir uns die Shettys dann leihen? Nur auf dem Hofplatz etwas Spielen mit den Ponys?" Ich nickte und gab ihr einen Daumen hoch, ehe ich wieder kehrt machte. Thomas stand zusammen mit Tank am Rand der Weide, wo das höchste Gras wuchs. Doch im Gegensatz zum Rappen graste er nicht, sondern beobachtete aufmerksam mein Verhalten. Vielleicht erkannte er, dass ich sein Halfter mitschleppte. Jedenfalls trabte er ein paar Schritte auf mich zu, sodass auch Tank kurz aufsah um zu überprüfen was seinen Kumpel aufmischte. "Guter Junge." lobte ich den Schecken und streichelte den kräftigen Hals, als er bei mir stand und sich das Halfter überziehen ließ. Den fast vierjährigen Hengst hatte ich seit Kurzem unterm Sattel und er machte sich soweit ganz gut. Die langen Beine bekam er noch nicht immer richtig geordnet, doch dafür übten wir das ja. Auch heute sattelte und zäumte ich ihn. In der noch recht kühlen Reithalle longierte ich Thomas zuerst ab und schwang mich dann in den Sattel. Im Moment arbeiteten wir an seinem Trab und den Übergängen zum Schritt. Hier und da, wenn die Motivation stimmte versuchten wir es auch schon mit kurzen Galoppphasen. Doch die waren kaum nennenswert und wirklich schlacksig in der Ausführung. In Trab und Schrott kam Thomas aber schon gut runter, lernte sich zu entspannen und versuchte es mir Recht zu machen.
      Nach der Session mit dem Drum Horse Hengst rief ich bei Käthe an. Sie erzählte mir vom ein oder anderen Neuzugang und dass sie nun aufpassen müsse nicht noch mehr Pferde ins Boot zu holen. Ich erklärte ihr, dass es mir da im Moment nicht viel anders ging. Die beiden Neuzugänge Stonery und Hester würden wohl nächste Woche eintreffen. "Achja und wenn du ja jetzt eine Rappstute hast verlange ich ein Shooting zusammen mit Moulan und als Kontrast vielleicht Smooth Gravity, sollten die sich verstehen." meinte ich und lächelte bei dem Bild, das ich mir da zusammenstellte. Echo's Maiden sollte die Rappstute heißen. "Mit blauen Augen!" Ich war sehr gespannt sie kennenzulernen. "Und wenn du so denkst, kannst du Sympathy of the Devil auch gleich mit einplanen. Die ist auch schwarz-weiß." Ich brummte wohlwollend. "Und wen hat dir Occulta noch verkauft?" fragte ich neugierg. "Einen Hengst." sagte sie aufgeregt. "Valentine's Cantastor heißt er. Ein Brauner." Da ging mir sofort ein Licht auf. "Den habe ich gesehen, als ich sie mal besucht habe. Holst du die zwei ab oder werden sie dir gebracht?" Käthe schwieg. "Ich sehe dich nicht, das ist dir aber klar oder?" fragte ich vorsichtig. "Ja klar… Keine Ahnung, das haben wir noch nicht geklärt." Ich lachte leise. "Gut, ich komme später vorbei. Bearing Spots und Compliment erkennen mich vielleicht schon nicht mehr, so lange war ich nicht mehr da." Wir legten auf. Kerry hatte mittlerweile Vikar und Mister Blockhead für heute fertig, sodass sie nur noch die Stuten übrig hatte. "Venetia und Magical Touch spanne ich mir an und bin für etwa eine Stunde im Gelände." erklärte ich und ging mit den Halftern der beiden Stuten auf die Weide. Erleichtert dankte sie mir und schnappte sich das Halfter von Felan. Max und José sind fleißig mit CHH' Classic Spring und PFS Strolch. Die beiden Vollblüter räumten auf den Rennen aktuell viele Schleifen ab. Bald würde ich Bear Brooks Denahi ebenfalls auf die Rennbahn schicken, doch ihr fehlte es noch an Ausbildung.
      Während ich mit den beiden Tinkerstuten unterwegs war überlegte ich was ich am nächsten Tag unternehmen wollte. Die beiden benahmen sich vorbildlich und wir hatten eine sehr entspannte Runde um das Gestüt herum. Die Schatten der Bäume ließen die brennende Sonne nicht zu uns durchdringen, sodass wir immer noch fit waren als wir auf den Hof zurück kehrten. "Crowley, sie sollten was essen!" rief mir Mrs. Clayton von der Türe zu. Ich brachte zuerst die beiden Stuten zurück auf die Weiden und schob die Kutsche die letzten paar Zentimeter in die Scheune, ehe ich zum Essen kam. Danach setzte ich mich mit Pitch ins Auto und fuhr nach Nottingham um Käthe zu besuchen.
      "Erin ist mit Hibana unterwegs." erklärte Käthe und küsste mich sanft zur Begrüßung. "Wir haben den Hof für uns!" Hinter ihr stand Amistad und stupste sie ungeduldig an. "Wir bringen den kurz weg ja? Dann zeig ich dir auf dem Rückweg Echo's Maiden und dann gehen wir rein. Die beiden anderen sind ja noch nicht hier. Aber ich hab Fotos!" erzählte sie stolz. Dass ich auch nach den beiden Fohlen gucken würde war selbstverständlich. For an Angel streckte neugierig den Kopf aus der Box, als wir an ihr vorbeigingen. Amistad war auch nicht abgeneigt gegenüber der hübschen Stute, doch Käthe kannte keine Gnade und zog den Scheckhengst weiter bis zu seiner Box. "Wo sind denn die Kleinen?" wollte ich wissen. Käthe zeigte nach draußen und ich beschleunigte meinen Schritt. Bearing Spots und Compliment standen gleich draußen, wenn man aus dem Stall kam und warteten darauf reingeholt zu werden. "Die sollen noch draußen bleiben, Hunter!" rief Käthe, als ich das Tor öffnete um mich auf die Weide zu mogeln. Sofort kamen die beiden zu mir und taxierten mich neugierig. Doch Leckerchen hatte ich heute nicht dabei. Besonders Compliment hatte nochmal einen ordentlichen Wachstumsschub. Ich ließ meinen Blick über die anderen Weiden schweifen. Grenzfee stand auch noch draußen zusammen mit der neuen Rappstute. Smarty Jones war der einzige, den ich noch nicht gesehen hatte. Aber er würde dann wohl in seiner Box stehen. Pitch fing an zu quängeln, weil ich ihn nicht mit auf die Weide gelassen hatte und bevor er richtig laut wurde kam ich lieber wieder raus und ging mit ihm Käthe hinterher ins Haus. Hier tauschten wir uns über unser beider Neuzugänge aus. "Ach, ich hab ganz vergessen dir Echo's Maiden zu zeigen." sagte Käthe schockiert. Doch ich unterbrach sie, ehe sie weitersprechen konnte. "Ich hab sie eben schon gesehen. Sie sieht toll aus. Wunderbar groß!" - "Und ihr Fell ist total samtig!" fügte Käthe hinzu woraufhin ich schmunzelte.
      Wir waren erst spät wieder heim gefahren und so schaffte ich es in dieser Nacht wieder nicht den verlorenen Schlaf nachzuholen. Doch es half nichts. Wenigstens war Kerry früher da und hatte sich schon Iseabail und Lady Lyneth Bowen gewidmet. Ich ging daher sofort über zu meinen Vollblütern. Kerry würde später noch Xana bespaßen. Ich begann mit Happy Fantasy. Die Stute kam grundsätzlich etwas zu kurz und deshalb gehörte mein Vormittag heute gänzlich ihr. Ich putzte sie ausgiebig, sattelte sie dann und ging mit ihr auf die Militarystrecke in Mitten der Rennbahn. Von hier aus konnte ich meinen Jockey bei der Arbeit zusehen. Sie hatten heute die Oldies Ehrengold und Mikado aus dem Stall geholt. In der Mittagspause erklärte ich den beiden dass ich mir als nächstes Mr. Raw Depression rausnahm. Die beiden nickten und sagten dann dass sie PFS' Savory Blossom und Raving Hope Slayer rennen wollten.
      Ich freute mich sehr, als am Nachmittag Isaac aus dem Urlaub kam. Übersäht mit noch mehr Sommersprossen als üblich und mit heller Fläche rund um die Augen, weil er wohl die Sonnebrille nicht abgenommen hatte bevor er sich an den Strand gelegt hatte. Freundschaftlich begrüßten wir uns und gingen zusammen in den Stall. Blütenzauber und Riven in a Dream waren die nächsten, die wir uns vornahmen. So heiß wie es war zogen wir uns in die Reithalle zurück, wo auch Abby schon den ganzen Tag war. Sie hatte sich mit Moulan beschäftigt und jetzt gerade ritt sie Scarlet in Birth warm. "Beth macht das mit den Fohlen gut oder?" fragte Isaac, der unsere Stallhilfe vor seinem Urlaub auserkoren hatte die Fohlenarbeit zu übernehmen. Sie hatte damit zu Beginn sehr zu kämpfen. "Sie hat sich gut mit ihnen eingespielt, ja." gab ich zurück. Besonders das Hengstfohlen Golden Sugar hatte sie ganz gut im Griff. Die Flausen von PFS' Storm Cat oder Stars of Magic waren dagegen ein Witz. Als wir mit den beiden Stuten fertig waren hatte Beth gerade Little Miss Backyard an der linken und Fantastic Sonata an der rechten Hand. "Könnt ihr nicht noch die letzten beiden übernehmen?" flehte sie und Isaac und ich tauschten vielsagende Blicke aus. Wir stimmten aber zu. So konnte Beth mit der Stallarbeit weiter machen und Isaac und ich schnappten uns What Rainbow und Rouge Trap. Die beiden Stuten brannten schon darauf die Welt zu erkunden. Als wir jedoch mit ihnen nach draußen gehen wollten um eine Runde um den Hof herum zu machen scheuten sie und wollten lieber wieder zurückgehen. Wir tasteten uns also eine Ecke vorsichtiger heran und ließen die beiden Stutfohlen in Ruhe gucken und das Tempo selbst bestimmen. Weit kamen wir so zwar nicht, aber wir konnten das Führtraining mit einem positiven Gefühl abschließen, als wir nach einer halben Stunde auf den Hof zurück kehrten um die Fohlen in ihre Boxen zu bringen wo sie übernachten würden.
      Am nächsten Tag hatten die meisten Pferde frei und so konzentrierte ich mich auf Slap Happy. Isaac hatte sich Bear Totem's Denali fertig gemacht und Kerry nahm LMR Lady Luna mit auf einen gemeinsamen morgendlichen Ausritt. Am Nachmittag kümmerten sich die beiden um Verdine und Tainted Whiz Gun, sodass ich frei hatte. Ich nutzte die Zeit um mit Pitch zum See zu gehen und die Woche ruhig ausklingen zu lassen. Nächste Woche würden die beiden Neuzugänge eintreffen und die Stallordnung wieder mal aufmischen.



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      Reining LK 5 - LK 4
      Juni 2018, by Veija
      Caleb
      Kaum hatte ich Menetetty auf den Heimweg geschickt, erreichte mich ein neuer Auftrag. Ich sollte, bevor ich selbst nach Hause fliegen konnte, noch einen Abstecher in England bei Käthe von Landsberg und ihrem Englischen Vollblutmix Smarty Jones machen. Erfreut war ich zu erst nicht darüber, denn ich hatte mich gefreut, mein eigenes Pferd nach meinem Aufenthalt in Deutschland bei Alicia Grey wieder zu sehen, aber die Arbeit ging eben vor, und mein Pferd war definitiv Hobby, und keine Arbeit.
      Am Flughafen stornierte ich also meinen Flug nach New Mexico und buchte stattdessen einen nach Großbritannien, genauer gesagt nach Nottingham zu Käthe und Smarty Jones. Es war kein langer Flug dorthin, doch es reichte, um mich zu beruhigen und nicht schlecht gelaunt aus dem Flieger zu steigen, denn Käthe war so lieb und holte mich vom Flughafen ab. Ich schnappte mir mein Gepäck und bedankte mich freundlich, ehe wir auf den Hof fuhren und sie mir mein Zimmer zeigte. Zum Glück quatschte sie mich nicht tot, denn sie schien zu sehen, dass ich doch ziemlich fertig war, denn es war auch schon später Abend. "Morgen Mittag können wir anfangen, schlaf dich erstmal aus. Müde kann man keine Pferde trainieren.", sagte sie nur und ich nickte dankend, die Worte fehlten mir noch immer. Und kaum dass ich mich umgezogen und ins Bett gelegt hatte, schlief ich auch schon ein und wachte erst wieder auf, als es an meiner Zimmertür klopfte. "Caleb, kommst du?", fragte eine Stimme an der Tür, die mit Sicherheit die von Käthe sein musste. Ich drehte mich um und schaute auf den Wecker. Halb eins. "Oh.. oh gott. Ja, sofort. Gehst du Smarty Jones schon fertig machen? Denk an Gamaschen vorne und hinten und Hufglocken bitte... und lass den zweiten Sattelgurt weg. Und denk an die Wassertrense, keine Kandarre!" Das waren fast mehr Worte, als ich beim letzten Mal gesagt hatte. Vor der Tür hörte ich nur ein "Öhm...", ehe die junge Frau sich entfernte. Das hatte Bellamy nun davon, mich von Auftrag zu Auftrag zu jagen- ich verschlief einfach das Training. In Windeseile war ich also aufgestanden und hatte mich umgezogen, ehe ich auch schon im Stall stand. Käthe hatte Smarty gerade gesattelt und war dabei, ihm noch die Hufglocken anzuziehen. Ich nickte Käthe kurz zu, ehe ich Smarty meine Hand hin hielt und er daran schnupperte. Ich band Smarty los und zusammen gingen wir drei zum Springplatz. Da war der Sand ein wenig tiefer, als auf dem Dressurplatz. "Die ersten Tage kannst du eigentlich nicht viel hier machen.", sagte ich zu Käthe. "Egal, dann bleib ich trotzdem hier und schau euch zu.", sagte sie gut gelaunt und erntete von mir kurz einen leicht ärgerlichen Blick. Ich hatte zuletzt erst Ylvis Exfreund zur Schnecke gemacht, als er beim Training von Ylvi und Ravn zuschauen wollte, sich dann aber nicht raushalten konnte, obwohl er keine Ahnung von Pferden hatte. Da Käthe allerdings selbst Trainerin war, konnte es hier gleich also nur nervig werden. "Ich bin auch ruhig.", sagte sie dann, als hätte sie meine Gedanken gelesen. Mein Blick glitt zurück zu ihr und ich sah sie mit hochgezogener Augenbraue an, nickte dann jedoch nur und ging mit Smarty in die Mitte des Platzes. Zum Glück waren alle Springutensilien weggeräumt worden, so dass wir hier auch genügend Platz hatten, um ausgiebig zu trainieren.
      Käthe nahm auf einer kleinen Bank außerhalb des Platzes platz und ich gurtete noch einmal bei Smarty nach, ehe ich mich in den Sattel schwang und meine Zügel sortierte. Dann trieb ich ihn im Schritt an und ging zunächst ganze Bahn auf beiden Händen, ehe ich ein paar Bahnfiguren einbaute und diese dann auch im Trab ritt. Dann galoppierte ich ihn auf dem Zirkel an. Ich hatte mit ihm beim letzten Mal Probleme im Galopp gehabt, diese waren jedoch jetzt fast wie weggeblasen. Da schien jemand mit ihm geübt zu haben, einen schönen und ruhigen Galopp zu laufen und nicht unter dem Reiter wegzurennen. Im Galopp klopfte ich ihm kurz den Hals und hielt ihn dann wieder auf dem Zirkel. Wir galoppierten zunächst in einem gemäßigten Tempo große Kreise, ehe ich ihn an X in den Trab zurück nahm und ihn dann auf der anderen Hand wieder angaloppieren ließ. "In der LK 4 müssen die nur einfache Galoppwechsel springen, das heißt kurze Trabphase und dann auf der anderen Hand wieder anspringen.", erklärte ich Käthe, als ich an ihr vorbeikam und Smarty im Schritt an ihr vorbei ritt. Ich gönnte ihm eine kurze Pause, ehe ich ihn wieder angaloppierte und ihn nun im gemäßigten Tempo auf kleinen und großen Zirkeln hielt. Außerdem baute ich Galoppwechsel zwischen den Seiten ein, so dass er immer etwas zum Nachdenken hatte. Er war mittlerweile ordentlich ins Schwitzen gekommen, so dass ich ihm eine Schrittpause gönnte und ihn dann in etwa einer Pferdelänge Abstand zum äußeren Zaun ritt. Ich hielt ihn immer wieder an und wandte ihn in Richtung der Abgrenzung ab, um dann in die andere Richtung zu gehen und wieder das Gleiche zu machen. Jedes Mal, wenn ich dies auf beiden Händen gemacht hatte, ritt ich Smarty ein wenig enger am Zaun entlang, so dass er sich immer mehr biegen musste, um am Zaun vorbei zu passen. "Das ist die Vorstufe der Roll Backs und der Spins.", erklärte ich Käthe, die meine Reiterei hier kritisch beäugte, aber nichts dazu sagte, wie sie eigentlich versprochen hatte.
      Ich nahm Smarty wieder gerade und ritt ihn im Schritt trocken. Ich hielt an, stieg ab und übergab Käthe wieder ihr Pferd. "Reicht für heute, der hat genug zum Nachdenken.", erklärte ich ihr. "Wenn du willst mach morgen einen Ausritt im Schritt mit ihm, wirklich nur gemütlich.", sagte ich zu ihr und sie nickte.
      Am nächsten Tag hatte Käthe mit ihrem Hengst morgens einen Ausritt gemacht und ihn mir gegen Abend fertig gemacht. Ich wollte den ganzen hitzigen Vollblütern hier aus dem Weg gehen, weshalb ich dann trainierte, wenn die anderen fertig waren mit ihren Pferden. Ich übernahm den Hengst, gurtete nach und wärmte ihn wie am gestrigen Tag im Schritt und Trab auf, dann fingen wir wieder mit den Galoppzirkeln an, die wir heute jedoch eher kurz hielten. Smarty war nun schon besser auf mich zu sprechen und hörte mir besser zu, so dass ich Tempounterschiede im Galopp einbaute. Speed Control nannte man das. Dabei galoppierte man die großen Zirkel schnell, die kleinen langsam. Auch ein paar einfache Galoppwechel ritt ich heute, die auch schon besser klappten. Käthe stand am Zaun und schien entweder mit jemandem am Handy zu schreiben, oder sie machte sich Notizen. Als ich an ihr vorbeiritt, schaute sie kurz auf, versank dann allerdings wieder über ihrem Smartphone. Ich fing dann an Smarty wie gestern wieder am Zaun vorbei zu reiten und immer wieder in Richtung Zaun abzuwenden. "Ha, hast du gesehen!", rief ich Käthe irgendwann zu und sie ließ vor Schreck fast ihr Handy fallen. "Der hat die Beine gekreuzt, da will ich hin.", sagte ich und schaute sie tadelnd an, denn sie hatte es nicht gesehen. "Ich pass jetzt auf.", sagte sie dann und steckte verlegen ihr Handy in die Tasche. Das restliche Training über machte ich nicht mehr viel außer diese Übung. Ich fing irgendwann an, am Zaun zu traben, ihn anzuhalten und entweder ein paar Schritt rückwärts zu richten, ihn in Richtung Zaun abzuwenden oder in Richtung freie Fläche. Das machte ich, damit er lernte mir zuzuhören und nicht einfach das zu machen, was er dachte was er machen sollte.
      In den nächsten Tagen ließ ich Käthe noch immer nicht reiten. Ich wollte, dass ihr Pferd die Manöver beherrschte, bevor ich sie auf ihr Pferd ließ. Morgens ging sie ab und zu eine Runde im Schritt ins Gelände, während ich den Hengst abends ritt und trainierte. Mit den einfachen Galoppwechseln kam er mittlerweile super zurecht, auch das langsame Galoppieren auf dem kleinen Zirkel sowie das schnelle Galoppieren auf dem großen Zirkel machte ihm auch keine Probleme mehr. Rückwärtsrichten konnte er nun auch schon, lediglich die Rollbacks, das Spinnen und das Stoppen übte ich in den nächsten Tagen vermehrt. "Ein guter Freund von mir hat auch Pferde ausgebildet und er hat mir immer gesagt, Spinnen lernen sie nur durch Spinnen.", sagte ich Käthe und gab Smarty eben zu dieser Übung die richtigen Hilfen. Er tat sich noch etwas schwer mit dem Beine kreuzen, aber das lag auch an seinem Körperbau, denn Vollblüter, auch wenn er ein Mix war, hatten doch Probleme damit, denn sie waren eben dazu nicht gebaut. "Für seine Größe und seinen Körperbau macht er das gut.", erklärte ich Käthe, als ich mit dem heutigen Training fertig war. "Morgen kannst du dann rauf, lass den Ausritt morgen früh weg.", sagte ich zu ihr und drückte ihr ihr Pferd wieder in die Hand. Vier Tage wollte ich noch bleiben, das Heimweh packte mich dann doch. Nunja, nicht wirklich Heimweh, aber ich vermisste mein eigenes Pferd nun mal doch ziemlich.
      Der viertletzte Tag meines Besuches hier war nun gekommen. Käthe hatte ihr Pferd selbst gesattelt und auf den Platz gebracht. Ich sah davon ab, ihn heute warm zu reiten und die Übungen nochmal durchzugehen, denn Smarty war so weit. Ich half der jungen Frau auf den Rücken des Pferdes. "Aufwärmen im Schritt und Trab wie ich es jeden Tag gemacht hab, dann angaloppieren auf einem großen Zirkel, halt ihn im lockeren Galopp. An X ein einfacher Galoppwechsel mit Trabphase und dann auf der anderen Hand auch ein paar lockere Galopprunden. Dann sehen wir weiter.", gab ich ihr Anweisungen und glaubte zu sehen, wie es in ihrem Kopf rauschte. "Na hopp.", fügte ich an und schickte die beiden drauf los. Am anderen Ende des Zaunes erblickte ich einen großgewachsenen, braunhaarigen Mann. Dieser hob kurz die Hand und grüßte mich, ich wank zurück und war mir sicher, dass dieser Mann besagter Hunter war, dem ich auch schon einmal Reitunterricht gegeben hatte. Das Ende vom Lied war leider dann nicht mehr so rosig gewesen, weshalb ich mich lieber auf Käthe und nicht den Mann konzentrierte.
      "Zügel bisschen lockerer, der weiß was er zu tun hat.", rief ich ihr zu und sie folgte meinen Anweisungen. Beim Galoppwechsel hatte sie ein paar Probleme, doch auch da wurde sie mit jedem Mal sicherer. "An X stoppen.", rief ich zu ihr rüber und schaute ihr dabei zu, wie sie den Zirkel zu Ende galoppierte und an X anhielt. "Wenn du jetzt einen Spin nach rechts machen willst, nimmst du dein rechtes Bein komplett von ihm weg, streck es ruhig nach vorne, genau. So seitlich. Dein linkes Bein legst du zu erst nur feste an, geht er nicht rum tippst du. Und die Zügel nimmst du beide nach rechts, die linke Hand aber nur bis zum Mähnenkamm. So ist gut. Und tippen. Wenn er nicht sofort kommt, zupf am rechten Zügel. Sobald er sich jedoch dreht, lass wieder locker", gab ich ihr die Anweisungen zum Spin und Smarty fing an sich langsam zu drehen. "Tippen, Käthe. Der schläft dir ein. Und zupf mal rechts", tadelte ich sie und ich sah, wie sie sich bemühte, Smarty anzuspornen, sich ein wenig schneller zu drehen, jedoch vergeblich. "Mach mal das Gleiche auf der anderen Seite.", sagte ich und schaute ihr zu. "Zügel weiter nach links, vergess das Antippen nicht.", sagte ich, aber Smarty hatte scheinbar keine Lust. "Halt mal an und steig mal ab.", meinte ich dann knapp und saß selbst auf. Ich trabte das Vollblut kurz in einem engen Kreis auf beiden Seiten, ehe ich stehenblieb und die Hilfen zum Spin gab. Im Gegensatz zu Käthe hatte ich Sporen drauf, weshalb Smarty sich nun mehr anstrengte und sich auch schneller drehte. Nach rechts war es nun okay, nach links ging es auch. "Du darfst nicht zu zögerlich sein, das ist ein Hengst, da kannst du ruhig mal etwas fester zuhauen wenn er nicht möchte.", sagte ich zu ihr und sie nickte, ehe sie wieder aufstieg. "Das Ganze nochmal.", sagte ich zu ihr und sie gab ihrem Pferd erneut die Hilfen zum Spin. "Tippen, tippen, hau mal fester zu.", sagte ich dann und Käthe tippte jetzt nicht mehr nur ihre Ferse an den Bauch des Hengstes sondern haute einmal zu. "Na siehst du, geht doch. Der hat gemerkt, dass er nicht muss und konnte dich veräppeln. Spinnen ist anstrengend.", sagte ich und befahl ihr dann, die Übung auch noch nach links zu machen. "Schau mal wer das auf einmal ordentlich kann.", sagte ich zu ihr und rollte kurz mit den Augen. "Wir hören auf für heute, reit ihn ab und dann reicht es, war ja gut jetzt, auch wenn ich noch mehr machen wollte. Der hat aber genug.", erklärte ich ihr und so war unser Training vorbei.
      Am nächsten Tag wollte ich so etwas direkt vermeiden und setzte mich zu erst auf ihn drauf. Nach dem Aufwärmen fing ich sofort mit den Spins an. Er hatte sich das von gestern gemerkt und machte sofort ordentlich mit. Er hatte gestern wohl einfach keinen so guten Tag gehabt.
      Auch wollte ich die Roll Backs üben, damit Käthe es gleich einfacher hatte. Smarty schien doch nicht alles vergessen zu haben und sprang schön um. "Gut, du bist dran. Fang direkt mit den Spins an.", sagte ich zu Käthe und half ihr wieder aufs Pferd. "Genau... Zügel mehr rüber, tippen... schnalzen.. vergiss das schnalzen diesmal nicht, der braucht das noch... guuuut.", gab ich ihr Anweisungen und war wirklich zufrieden. Der Schlaf der gestrigen Nacht hatte beiden wirklich gut getan und sie hatten das gestrige Training verarbeiten können. "Das mit dem Stoppen und den Roll Backs ist schwierig. Wenn du ihn weiter in der Reining ausbilden willst, Potenzial hat er da auf jeden Fall, dann lass ihn bitte mit speziellen Reiningeisen beschlagen. Das erleichtert ihm das Stoppen ungemein. Pass aber auf bei Ausritten und Sonstigem auf Teerstraßen, der rutscht dir durch die Eisen hinten auseinander, da die, anders als normale Hufeisen, hinten komplett glatt sind.", sagte ich Käthe. "Wenn du nicht vor hast ihn weiter in der Reining auszubilden, dann lass ihn nicht damit beschlagen. Für die anderen Disziplinen braucht er die nicht.", fügte ich an und sie nickte. "Reit ihn auf der Geraden im Trab, Stoppen und dann Roll Back. Die Hilfen dazu sind fast wie beim Spin, aber du drehst dich tendenziell vor seiner Bewegung in die Richtung, die du gerne hättest. Du musst ihm hier ein wenig voraus sein.", erklärte ich ihr und sie sah mich fragend an. "Ich helf dir, warte.", sagte ich und ging neben ihr her. "Antraben, neben mir stehenbleiben, ruhig werden. Erst dann gehst weiter.", befahl ich und sah ihr zu, wie sie auf mich zutrabte und Smarty dann neben mir stoppte. "Tief ein und ausatmen, bring Ruhe in dein Pferd.", meinte ich und sie nickte, atmete ein paar Mal tief durch und wurde wirklich ruhiger. "Gut.. jetzt nimmst du die Zügel als wölltest du einen Spin machen. Lehn dich in die Richtung, in die Smarty springen soll. Wenn du richtig sitzt nimmst du dein Bein weg und legst das andere feste an seinen Bauch, dann gibst du Küsschen.", erklärte ich ihr und es klappte zu erst eher schlecht als recht, aber es funktionierte. "Genau so!", lobte ich die Beiden. "Der Rest ist einfach Übungssache. Trab an, stoppen und dann rumspringen. Mach das ein paar Mal.", gab ich ihr Anweisungen und sie tat, wie ich ihr befohlen hatte. Es klappte auch von Mal zu Mal besser und ich war mit dem Ergebnis zufrieden. "Nun trab mal an, bleib stehen und richte ihn rückwärts.", erklärte ich und sie nickte. Auch das sah gut aus. "Abreiten und Schluss für heute, morgen das Gleiche nochmal und übermorgen bekommst du eine Pattern, die du durchreiten und üben kannst.", sagte ich zu ihr und wir verließen dann gemeinsam den Platz.
      Das Training am nächsten Tag klappte ohne Probleme und besser als ich erwartet hatte, so dass ich Käthe am Abend die Pattern in die Hand drückte und ihr auftrug, sich das bis zum nächsten Tag einzuprägen. Ich würde ihr zwar vom Rand aus helfen, aber bei einem Turnier musste sie das auch auswendig lernen.
      An unserem letzten Tag waren wir schon früh auf dem Platz und Käthe hatte Smarty Jones auch schon warmgeritten, als ich ankam. "Und, nervös?", fragte ich sie und lachte kurz auf. "Ein bisschen, ich hoffe ich kann mir alles merken.", gab sie dann zu und ich klopfte ihr kurz aufs Bein, an ihre Schulter kam ich ja nicht dran, da sie auf dem Pferd saß. "Es ist nur Training, keine Sorge.", erklärte ich ihr und schickte sie dann los. Käthe ritt zum Eingang des Platzes und lenkte Smarty dann am Rand vorbei, ehe sie zwischen E und X stehenblieb. Dann ritt Käthe zu X und hielt ihren Hengst an. Sie gab ihm die Hilfen zum Spin und sie drehten sich vier Runden nach rechts, blieben kurz stehen und drehten sich vier Runden nach links. Das hatte sie gut gemacht und ich hatte nichts zu meckern. Ich wollte auch jetzt nichts reinrufen, da sie hoch konzentriert war und keine Ablenkung gebrauchen konnte. Dann stellte sich Smarty nach rechts und galoppierte einen schnellen, großen Zirkel auf der rechten Hand, ehe sie ihn an X zurücknahm und einen kleinen, langsamen Zirkel galoppierte. An X erneut angekommen spornte sie ihn wieder an und ritt den dritten Zirkel auf dieser Hand, ebenfalls wieder im schnelleren Galopp. Als sie wieder an X ankam, parierte sie ihn zum Trab durch und ließ ihn auf der linken Hand anspringen. Hier machten sie genau das Selbe, wie auf der vorherigen Hand. Einen großen, schnellen Zirkel, dann einen kleinen langsamen Zirkel und dann wieder einen großen Schnellen, ehe sie ihn an X wieder zum Trab zurücknahm und auf der rechten Hand wieder angaloppierte. Sie fingen an einen großen, schnellen Zirkel zu reiten, schlossen ihn jedoch nicht sondern galoppierten gerade an der Bande vorbei und stoppten kurz hinter E. Dann gab Käthe die Hilfen zum Roll Back nach links, was ein wenig holprig war, denn Smarty konnte das nicht so wirklich gut.
      Sie galoppierten jedoch zurück, ritten wieder einen halben Zirkel und galoppierten an der anderen Bande vorbei, ehe sie auch hier stoppten und dann einen Roll Back nach rechts machten. Erneut fingen sie einen Zirkel an, schlossen diesen jedoch wieder nicht sondern galoppierten erneut an der Bande vorbei, ehe sie ein paar Meter hinter E erneut stoppten. Käthe gab nun die Hilfen zum Back Up und Smarty ging willig rückwärts. Dann hielt sie an, klopfte den Hals des Hengstes und sah zu mir. "Das war gar nicht mal so schlecht.", rief ich ihnen zu und sprang vom Zaun, während sie auf mich zukamen. "An den Roll Backs müsst ihr noch arbeiten und wie gesagt würde ich ihn beschlagen, wenn du ihn weiterhin in der Reining fördern möchtest... aber sonst.. dein Vollblutmix macht sich besser, als ich dachte.", sagte ich und hielt Smarty meine Hand mit einem Möhrenstück hin. Er nahm das Stückchen freudig entgegen und schnaufte erschöpft. "Meine Arbeit hier ist getan.. bis zum nächsten Mal!", sagte ich und verabschiedete mich von den beiden, ehe ich meine Sachen packte und endlich wieder nach Hause zu meinem Pferd fliegen konnte.



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      Smarty Jones| Prophylaxe| 3409 Zeichen
      Nachdem ich in Wales bei dem ersten Patienten war, fuhr ich nun mit dem Zug nach Nottingham um nach Smarty Jones zu schauen. Die Besitzerin ist Käthe von Landsberg. Ich war schon öfter bei ihnen und Käthe und ich kannten uns auch durch Hunter persönlich. Ich freute mich auf ihren Hof, denn auch sie hatte tolle Rennpferde. Smarty Jones ist ein Englisches Vollblut und Berber Mix. Diese Mischung fand ich persönlich sehr schön und freute mich auf den Strawberry Roan. Laut Käthe ist der Hengst ausgeglichen und relativ ruhig. Ich hoffte das blieb auch so, wenn ich ihn Untersuchen sollte. Nachdem ich lange mit dem Zug unterwegs war, kam ich erst spät auf von Landsberg an. Käthe zeigte mir wo ich schlafen konnte. "Wir besprechen dann alles morgen früh" sagte sie und drückte mir einen Tee und Wasser in die Hand. "Dankesehr" sagte
      ich dankbar. Leider führte das dazu das ich in der Nacht von meiner Blase geweckt wurde. Abgesehen davon hatte ich sehr gut schlafen können. Am nächsten Morgen wurde ich sehr spät wach, für meine Verhältnisse. Käthe hatte das Frühstück vorbereitet und wartete schon. "Hättest mich ruhig wecken können" lachte ich und setzte mich. Wir aßen und unterhielten und lange. Nachdem machten wir
      uns beide für den Tag fertig und gingen in den Stall. Smarty wurde von Käthe in der Stallgasse festgebunden. Er schaute mich neugierig an und schnupperte. Ich stellte mich ihm vor und fing dann langsam damit an ihn zu Untersuchen. Da es grade gelegen kam schaute ich erst nach seinem Körper und den Extremitäten. Dort war oberflächlich und gefühlt innerlich alles in Ordnung.
      "Er soll bald zur Körung gehen" warf Käthe stolz ein. Ich lächelte Sie und und freute mich das er schon so weit war. Nachdem untersuchte ich die Ohren, leuchtete in die Augen für den Pupillenreflex, und schaute nach Atmung, Temperatur sowie dem Herzrhythmus und dem Blutdruck. "Er ist sehr fit!. Und keinerlei Aufgeregt". Ich lobte den Hengst um das unangenehme Licht im Auge zu entschuldigen und machte dann weiter. Da ich wusste das er bald auf die Körung geht ergriff ich noch die Chance mir seine Sehnen und vor allem die Beinmuskulatur anzusehen. Dies ist in der Prophylaxe nicht enthalten, jedoch war Käthe eine gute Bekannte, fast schon Freundin, und schaden tut das auch nicht. Aber auch hier erkannte man das der Hengst in guter
      Verfassung war. Zuletz nur noch die Grundimmunisierung. Die Spritzen fand Smarty Jones nicht so toll, benahm sich aber entsprechend der Umstände sehr gut. "Jow. Hast es geschafft" lobte ich und schaute nach seinem Impfpass. "Ich mache dir einen neuen" lachte ich als ich die zerknitterten Seiten sah. "Keine Sorge, auch kostenfrei". Käthe bedankte sich. "Er dar 24 Stunden sich nicht zu stark anstrengen da sein Immunsystem geschwächt ist, nur leichte Bewegung. Am besten sogar 42 Stunden. Und wenn er Fieber bekommen sollte einen lokalen Tierarzt informieren". Das letzte was fehlte war die Wurmkur. Da war auch der Roan ein wenig
      schwierig. Den Mund aufmachen mochte er wohl allgemein nicht. Als auch das erledigt war, füllte ich alle wichtigen Daten aus und vergewisserte mich wie viel Uhr wir hatten. "Genug Zeit um zum Flughafen zu kommen. Ach, den Impfpass stell ich in Auftrag. Er wird in ein paar Tagen dann per Post ankommen" lächelte ich. Bevor ich zurück nach Kanada flog konnte ich noch duschen und mich fertig machen. Dann verabschiedete ich mich.





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      Smarty Jones| Zahnreinigung | 2913 Zeichen
      Vor einigen Tagen erreichte mich ein Anruf von Käthe von Landsberg. Erst vor kurzem war ich bei ihr gewesen und hatte Smarty Jones geimpft und untersucht. Ihr Anliegen hatte aber keinen Zusammenhang mit meinem Besuch. "Also. Ich warte schon seit längerem auf einen Tierarzt der Smarty's Zähne säubert. Jedoch bekomme ich sie nicht erreicht und da war sie auch noch nicht. Und es wird dringend Zeit den Zahnstein zu entfernen" sagte sie nervös. "Kein Grund zu Sorge. Es ist dein gutes Recht würde ich mal Behaupten" sagte ich am Telefon und saß am nächsten Tag, schon wieder, im Flieger auf dem Weg nach England.
      Ich hatte den ganzen Weg über geschlafen. Mein Hotel war in der Nähe des Geländes und somit war es für mich kein Problem noch am heutigen Tag bei dem Berber Mix vorbei zu schauen. Ich informierte Käthe das ich in zwei Stunden bei ihr sein würde. Im Hotel stellte ich meinen Koffer zur Seite, packte alle Utensilien ein die ich benötigte um und schleppte sie zum Leihwagen. Die Personen in der Lobby waren ein wenig eingeschüchtert als ich mit dem großen Zahnreinigungsgerät durch den Raum marschierte. "Ich bin Tierärztin, keine Mörderin" lachte ich. Im Auto war ich von mit selbst überrascht, so, offen und mutig war ich schon lange nicht mehr gewesen. Ich musste irgendwie lachen und fuhr dann los. Kurze Zeit später kam ich auf dem Gelände an. Ich begrüßte Hunter und Käthe. Wir verbrachen einige Zeit quatschend und gingen dann zu Smarty Jones in den Stall. Hunter half mit die Gerätschaften hineinzuschleppen. "Bauchst du Strom?" fragte er. "Ähm. Nope. Akku" lächelte ich, hielt den Reiniger hoch und drückte einmal sodass er kurz anging. "Macht ihr mal" sagte er und ging dann. Ich grüßte den Fuchshengst der mich noch gut in Erinnerung hatte und anschnaubte. Mit Käthe zogen wir ihm das spezielle Mundstück an, sodass ich ohne Probleme die Säuberung durchführen konnte. Begeistert war der Hengst nicht und starrte und böse an. "Ich mach schnell". Käthe hielt den Hengst fest, ich zog mir das Kopfteil mit der Lampe an und bediente dann das Gerät. Das Gerät war sehr neu, war deshalb auch nicht wirklich laut, es hörte sich so ähnlich an, wie beim Zahnarzt der Menschen. Ich arbeitete schnell und präzise um des Prozess für Smarty so angenehm wie Möglich zu gestalte. Zunächst reinigte ich die obere Zahnreihe, Zahn für Zahn, und dann die untere. Ich kontrolliere am Ende noch ob sein Zahnfleisch in guter Verfassung war und nahm dem armen das Mundstück wieder runter. Der Hengst nahm einen großen Schritt zurück, zog den Kopf nach oben, schnaubte und kaute. "Fühlt sich besser an oder?" lachte ich und lobte den Hengst. "Also, was gut ist sind Pappel, Weide oder Birken Äste. Wenn er darauf rum kaut ist das nochmal eine zusätzliche Pflege. Dann erspart er sich die Reinigung vielleicht im nächsten Jahr". Käthe nickte. Wir aßen noch gemeinsam mit Hunter zu Abend, bis ich dann in's Hotel fuhr.



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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg Gestüt's | 8141 Zeichen von adoptedfox
      Käthe | “Time flies! Morgen ist der sechste September. Kannst du das glauben?” stieß Erin überrascht aus, als sie einen Blick auf den Kalender an der Stallwand warf. Ich lachte auf, doch sie hatte Recht. Die Zeit verging wie im Flug und an manchen Tagen fragte ich mich, wie wir all die Arbeit bewältigen konnten. “Langsam wird es ernst. Vergiss nicht, nächste Woche kommt die erste Lieferung Heu.” sagte ich und sah sie nachdenklich an. Die anhaltende Dürre im Sommer hatte den Bauern in der Region zugesetzt und so organisierte ich 3 LKW-Lieferungen Heu aus Deutschland, um den Bedarf für den Winter decken zu können. “Schon längst notiert.” lachte sie auf und ging in die Sattelkammer, von wo sie keine Minute später mit Hibana’s Halfter in der Hand wieder kam. Ich seufzte und folgte ihr zu den Weiden. Hibana stand mit Grenzfee und For an Angel auf einer Weide, die beide ein Fohlen bei Fuß hatten. Missing Misty und Granada waren die ersten Fohlen, die auf dem Gestüt das Licht der Welt erblickten und beide entwickelten sich prächtig. Ich hielt Erin und ihrer Stute das Tor auf und achtete darauf, dass keines der beiden Fohlen folgte. “Das hab ich mir schon gedacht.” lachte ich und streckte den Arm hinter Hibana aus um Granada den Weg zu versperren. Erin reagierte ebenfalls und schloss das Tor. Ich streichelte der dunkelbraunen Stute den Hals, bevor ich mich von ihr trennte und zurück in den Hof ging. Sympathy of the Devil stand auf der kleinen Weide neben der unteren Stallanlage und sah kurz auf, als ich zu ihr an den Zaun trat und sie für eine Weile beobachtete. Sie, Ases Maskwamozi und Bear Brooks Denahi waren Neuzugänge auf dem Gestüt und genossen derzeit ihre Eingewöhnung, bevor sie in die Trainingseinheiten eingebunden wurden. Ich lächelte, als ich daran dachte, wie lang ich auf Hunter eingeredet hatte mir die Stute zu verkaufen, da sie doch so gut zu Smarty Jones passte und immer wieder blockte er ab, wechselte das Thema oder verließ, mit den Augen rollend, den Raum. Ich ging durch die Stallgasse und holte das Halfter von Echo’s Maiden, welches an ihrer Boxentür hing, um sie von der Weide zu holen. Die dunkle Stute sah auf, als ich das Tor zur Weide öffnete und stieß ein schrilles Wiehern aus, bevor sie mir entgegen galoppierte und nur wenige Meter vor mir zum stehen kam. Ich begrüßte Echo’s Maiden und zog ihr das Halfter an um sie in die Stallgasse zu führen, wo ich sie festband und aus der Sattelkammer meine Putzbox holte. Man sagt, dass dunkle Pferde weniger schnell schmutzig würden, doch auf meine Pferde traf das nicht im geringsten zu. Ich suchte 2 Striegel in meiner Putzbox und nahm einen in jede Hand um die getrockneten Verkrustungen aus dem Fell der Stute zu bekommen, die sich anscheinend im Matsch gewälzt hatte. Es dauerte eine Stunde bis ich fertig war. Ich ließ die Stute für einen Moment allein und ging in den Hof um die Striegel auf dem Boden auszuklopfen, bevor ich wieder zurück ging und die Putzutensilien in die Putzbox räumte. Da ich sie später noch brauchen würde schob ich sie etwas beiseite und ging dann wieder in die Sattelkammer um eine Longe, einen Kappzaum und eine Longierpeitsche zu holen. Ich öffnete das Halfter von Echo’s Maiden und zog es ihr auf den Hals, damit sie mir nicht entwischen konnte, während ich ihr den Kappzaum anzog und seinen Sitz überprüfte. Ich hatte den Kappzaum im Internet bestellt und von meinem Sattler anpassen lassen, da er, trotz der richtigen Größe, viel zu groß für meine Pferde gewesen war. Jetzt passte er perfekt. Ich hängte die Longe in einen der äußeren Ringe ein und löste das Halfter. Da Erin mit Hibana in der Reithalle war und ich die beiden nicht stören wollte, ging ich mit meiner Stute auf den großen Platz hinter der Halle und dem anschließenden großen Stalltrakt. Echo’s Maiden zeigte beim Training immer großen Arbeitswillen und ließ sich auch heute ohne große Diskussionen auf den Zirkel schicken, wo sie im Schritt ihre Runden zog. Ich sortierte die Longe in meiner Hand und blieb mit der Longierpeitsche hinter ihr. Die Stute reagierte fein auf die Hilfen die ich ihr gab und ließ sich in allen 3 Gangarten gut handeln. Schritt-Galopp, Galopp-Trab, Trab-Schritt. Im Kopf legte ich mir die geforderten Aufgaben für das Training vom Boden zurecht und rief sie von Echo’s Maiden ab, die sehr konzentriert bei der Sache war. Unter dem Sattel machte die Stute Fortschritte, doch ich wollte sie auch vom Boden aus fördern und gymnastizieren. Nach knapp einer Stunde erklärte ich das Training für beendet und holte die Stute zu mir. “Gutes Mädchen!” lobte ich sie und streichelte ihren Hals. Ich führte die Stute zurück auf die Weide und nahm ihr dort den Kappzaum ab um sie in den wohlverdienten Feierabend zu schicken. Erin hatte zwischenzeitlich Amistad bewegt und kam nun mit Compliment von den Weiden zurück. “Der sieht aber nicht begeistert aus.” rief ich ihr lachend zu und zeigte auf den Hengst, der ihr nur widerwillig folgte. “Da muss er leider durch.” antwortete sie und zupfte am Strick in der Hoffnung, dass der Hengst sein Tempo beschleunigen würde. Ohne Erfolg. Ich schüttelte lachend den Kopf und ging auf die Weide zu Smarty Jones um nach dem Wohlbefinden des Hengstes zu schauen. Vor zwei Wochen hatte ich ihn auf einer Hengstkörung vorgestellt und sah seitdem täglich im Internet nach, ob die Ergebnisse schon bekannt waren. “Na, gehts dir schon etwas besser?” fragte ich den Hengst und kraulte ihn an der Brust, was er gut leiden konnte. Seit ein paar Tagen hustete Smarty Jones, weswegen er auf einem abgesteckten kleinen Areal allein stand. Wir bewegten ihn täglich vom Boden im Schritt und Trab um die Verschleimung zu lösen und fütterten ihm Hustenkräuter, was bisher auch ganz gut funktionierte. Trotzdem würde am Abend ein Tierarzt nach ihm schauen. Sicher ist sicher. Nachdem ich mit Bearing Spot’s im Roundpen war, wartete Erin bereits im Stall auf mich. Wir hatten zwischenzeitlich kurz miteinander gesprochen und uns dazu entschlossen mit den beiden Pferden Valentine’s Cantastor und Smooth Gravity auszureiten. Die beiden harmonierten miteinander und da sich auch das Wetter beruhigt hatte, wollten wir den Spätnachmittag natürlich noch genießen. Erin hatte beide Pferde bereits geputzt und gesattelt. Ich brachte Bearing Spot’s zurück auf die Weide und ging in die Sattelkammer um meinen Helm zu holen, bevor ich Erin die Zügel von Cantastor abnahm und die Steigbügel auf meine Länge einstellte. Wir ritten an den Weiden vorbei und schlugen an einer Gabelung den Weg in den Wald ein, vorbei an Feldern und einer alten, von Moos überzogenen Holzhütte die seit jahrzehnten verlassen war. Am Tag war diese Hütte ein wunderschöner Anblick, nachts würde ich, aus Angst, jedoch keinen Schritt in ihre Nähe wagen. Den Ausritt hatte ich wirklich gebraucht. Das Geräusch der Hufe auf dem Waldboden, der Duft von nassem Holz und das Licht, welches die untergehende Sonne warf, waren entspannend und aufregend zugleich. Wir nutzten die Galoppstrecken aus und hielten am Fischerweiher an um die Pferde trinken zu lassen, bevor wir uns in der Dämmerung wieder auf den Heimweg machten. Auf dem Hof angekommen sattelten wir die Pferde ab und kontrollierten ihre Hufe. “Ach man…” seufzte ich und stellte den Huf von Cantastor wieder ab. “Was ist denn?” fragte Erin, die um den Hengst herum lief um zu sehen was denn los war. Der Hengst musste im Wald auf eine Wurzel oder einen Stein getreten sein, denn ein Stück seiner Hufwand war ausgebrochen. “Das muss Hunter sich anschauen, so kann ich das nicht lassen.” sagte ich und kontrollierte die anderen Hufe, die in Ordnung waren. “Ruf ihn am besten gleich an.” riet Erin und brachte die beiden Pferde auf die Weiden, während ich ins Haus ging und die Nummer von Hunter auf meinem Telefon wählte. Glücklicherweise war der Huf nicht stark beschädigt, sodass meine Stimmung nicht allzu sehr gedämpft wurde. “Bear Brook Farrier, Crowley how may i help you?” klang es am anderen Ende der Leitung und ich lächelte. “von Landsberg hier. Ich brauche ihre Hilfe.” sagte ich und versuchte Hunter am Telefon zu erklären was passiert war. Er seufzte. “Ich schau es mir an.”


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      Storybericht inkl. Pflege von Hibana, Schneemann, Maeyr, Uschi, Delmara, Essence of Life, Buck or Two
      24.581 Zeichen von adoptedfox und sadasha
      Hunter | Jills Beerdigung lag nun drei Jahre zurück und dennoch fühlte es sich an, als sei es gestern gewesen als wir zusammen auf dem Weidezaun saßen und die Gegenwart der Pferde genossen. Pläne schmiedeten einen gemeinsamen Zuchtstall aufzubauen. Doch meine Cousine hatte leider nicht die Chance bekommen. Ein Gutes hatte ihre Beerdigung jedoch: Es führte die Familie zusammen. Wenngleich davon nun, drei Jahre später, nichts mehr zu spüren war. Ich saß alleine in der Kneipe mit einem Glas Scotch vor mir, dessen Bewegung im Glas ich nachdenklich beobachtete, während ich es mit beiden Händen auf dem Bodenrand kreisen ließ. Mein Telefon hatte ich heute stummgeschaltet, Pitch konnte auf dem Hof bleiben. Es gab heute Nichts, was mich erreichen sollte. Nur Isaac wusste wohin ich gegangen war und das auch nur, weil er mich mittlerweile lange genug kannte um meine Gewohnheiten zu kennen. Nicht mal Käthe wusste dass ich heute Trübsal blasen würde. Einmal im Jahr erlaubte ich mir das. Nach diesem Glas würde ich mir die unauffälligste Ecke des Ladens suchen, mich dort mit meinem Skizzenbuch hinsetzen und Erinnerungen aufzeichnen. Stunden später, ich wollte gerade nach Hause fahren und beendete deshalb den Ruhemodus meines Telefons, sah ich dass Erin mir geschrieben hatte. Käthe hatte einen Unfall und ist im Krankenhaus. Der Schock traf mich und ich rief gleich zurück. Doch Erin nahm nicht ab. Normalerweise hätte ich mir ein Taxi gerufen, das Motorrad später abgeholt, doch der Alkohol hatte den Nebeneffekt, dass das Hirn nicht mehr recht funktionierte. Ohne nachzudenken fuhr ich los in Richtung Nottingham. Ich fuhr Landwege und hatte Glück dass kein Verkehr auf diesen Straßen war. Dann stand plötzlich ein Reh auf der Straße. Ich hätte schwören können eine Sekunde zuvor war der Weg noch frei. Aus Reflex bremste ich. In meinem Kopf rief eine Stimme "Draufhalten!" aber hätte ich das getan wäre das für uns beide nicht gut ausgegangen. Trotzdem lenkte ich leicht ein, dann spürte ich wie mir das Rad wegrutschte und ich am nun wegspringenden Reh vorbeischlitterte. Als ich letztendlich den Lenker los ließ schlug ich unsanft auf den Boden auf. Erst als ich nicht liegen blieb sondern ohne mein Zutun weiterrutschte spürte ich dass mein Bein unter der Maschine fest hing. Im Straßengraben kam das Motorrad zum Stillstand und ich mit ihm. Mit der Kraft die ich noch aufbringen konnte versuchte ich mich darunter wegzuziehen, doch ich kam nicht weit. Ich versuchte mein Telefon zu erreichen, das in meiner Hosentasche war. Doch die Schmerzen waren zu stark. Es dauerte ewig, bis jemand vorbei kam und es war mein Glück, dass der Wagen ein paar Meter weiter anhielt und jemand zu mir kam. Die Schmerzen waren mittlerweile so stark, dass es mir alles drehte. Vermutlich trug der Alkohol auch seinen Teil dazu bei. Die Person aus dem Wagen kam zu mir und sprach mich mit zittriger Stimme an, doch so wirklich konnte ich das nicht wahrnehmen. Ich erzählte deshalb so gut ich konnte was passiert war und dass mein Bein eingeklemmt war, doch bevor ich zu Ende sprechen konnte dimmte ich weg und verlor das Bewusstsein. Als ich wieder aufwachte befand ich mich schon im Krankenwagen. Ich sah in ein fremdes Gesicht und registrierte jetzt, dass ich auf dem Weg ins Krankenhaus war. "In welches Krankenhaus fahren wir?" wollte ich wissen. Der Notarzt runzelte die Stirn bei dieser Frage. "Lincoln County Hospital" antwortete er. "Das geht nicht." murmelte ich. "Ich muss nach Nottingham." Verzweifelt richtete ich mich auf, versuchte es zumindest, denn weit kam ich nicht da ich fixiert wurde. "Wieso müssen Sie nach Nottingham?" fragte der Notarzt und versuchte mich wieder zu beruhigen. Er bombardierte mich regelrecht mit Fragen, bis ich schließlich nachgab. Man nahm meine Daten auf und fragte nach einer Kontaktperson. Ich bat darum meine Eltern und Isaac zu informieren. Wenn Käthe sowieso selbst im Krankenhaus lag war sie vermutlich nicht erreichbar. Im Krankenhaus brachte man mich von hier nach dort und kam schließlich zu dem Schluss, dass mein Bein ziemlich kaputt war um es einfach auszudrücken. Als ich endlich auf die Station gebracht wurde und ruhig im Zimmer lag schlief ich vor Erschöpfung ein ohne weiter nachdenken zu können.

      Käthe | “Diese hier nehmen sie 3 Mal am Tag. Morgens, Mittags und Abends je eine Tablette. Sollten sie wider Erwarten ein Gefühl von Schwindel bekommen rufen sie uns bitte an.” erklärte mir die Krankenschwester und legte eine Packung Tabletten auf den Tisch neben meinem Bett. “In diesem Umschlag ist der Bericht für ihren Hausarzt. Haben sie jemanden der sie abholt oder sollen wir ein Taxi rufen?” fügte sie hinzu und sah mich fragend an. Ich überlegte einen Moment, bevor ich antwortete. “Darf ich telefonieren? Dann könnte ich das abklären.” Die Krankenschwester nickte und verließ mein Zimmer. Wenige Minuten später kam sie mit einem Telefon zurück und reichte es mir. Ich wählte Erin’s Nummer und hoffte, dass sie bereits wach war und ans Telefon gehen würde.
      “Guten Morgen, ich habe schon auf deinen Anruf gewartet. Wie geht es Dir? Was sagen die Ärzte?”
      Sie hatte das Gespräch kaum angenommen, da überschlugen sich schon ihre Worte.
      “Guten Morgen. Die Ärzte sagen ich bin glimpflich davon gekommen. Ich habe 2 geprellte Rippen und ein paar blaue Flecken. Kannst du mich abholen?” fragte ich sie, doch anstatt zu antworten folgte Stille. “Ist...Hunter nicht bei Dir?
      “Nein. Nicht das ich wüsste. Warte mal…” sagte ich und nahm das Telefon von meinem Ohr weg um mit der Krankenschwester sprechen zu können. Als sie auf meine Frage, ob Besuch für mich da gewesen wäre, verneinend den Kopf schüttelte, nahm ich das Telefonat wieder auf. “Nein, war er nicht.” Ich hörte, wie Erin vor sich hin murmelte bevor sie mir zusicherte in einer halben Stunde da zu sein. Wir verabschiedeten uns voneinander und ich gab der Krankenschwester das Telefon dankend zurück. Da ich von meinem gestrigen Unfall noch leicht benommen war, half sie mir meine Sachen in eine Tasche zu packen und brachte mich nach unten in die Empfangshalle, wo Erin bereits auf mich wartete. Sie nahm mir meine Tasche ab und hielt mir die Tür auf, damit ich in ihren Wagen einsteigen konnte. Während der Fahrt unterhielten wir uns wenig. Gedankenverloren fuhr Erin an der Abfahrt vorbei, die uns nach West Bridgford brachte. “Wo fahren wir denn hin?” fragte ich leise und sah zu ihr hinüber. “Nach Lincolnshire. Ich habe, bevor ich gefahren bin um dich abzuholen, auf dem Bear Brook EC angerufen. Hunter hatte einen Unfall mit dem Motorrad und liegt im Krankenhaus.” gab sie zu und warf mir einen kurzen Blick zu, bevor sie weitersprach: “Wir fahren ihn besuchen. Besser gesagt Du. Ich werde vor dem Zimmer warten.” Tausende Gedanken schossen durch meinen Kopf. Was war passiert? Nach einer knappen Stunde Fahrt - ich war zwischenzeitlich eingeschlafen - erreichten wir das Lincoln County Hospital. Nachdem wir an der Information nach der Zimmernummer gefragt hatten, standen wir nun vor der Tür des Zimmers in dem Hunter sich befand. “Willst du sicher nicht mit rein gehen?” fragte ich Erin, doch sie schüttelte den Kopf. “Ich warte vor der Tür.” Ich atmete tief durch und klopfte an die Zimmertür, bevor ich sie öffnete und in den Raum trat. Das Bein komplett eingegipst, lag er da und schlief. Ich trat näher an sein Bett und strich mit meinem Handrücken über seine Wange. Er verzog das Gesicht und öffnete die Augen blinzelnd. “Käthe?” fragte er ungläubig und setzte sich auf. Noch bevor ich antworten konnte beugte er sich nach vorn und umarmte mich. “Hunter…” stöhne ich schmerzerfüllt als der Druck seiner Oberarme gegen meine geprellten Rippen stärker wurde.

      Hunter | Ich ließ von ihr ab und musterte sie fragend. "Erzähl mir von deinem Unfall gestern." sagte ich und lehnte mich wieder in die Kissen. Käthe seufzte und atmete einmal tief durch, ehe sie begann von ihrem Tag zu berichten: "Ich war in Nottingham um das bestellte Futter für die Pferde abzuholen und als ich auf dem Heimweg war, hat mir jemand die Vorfahrt genommen und ist ungebremst in meinen Wagen gefahren. Der Arzt sagt, ich sei glimpflich davon gekommen mit meinen geprellten Rippen und den blauen Flecken.” Sie nahm meine Hand und sah mich eindringlich an. “Was ist mit dir passiert?” Einen Moment lang dachte ich noch über ihre Geschichte nach. "Ich hoffe den Idioten hat es mindestens genauso erwischt wie dich!" Sie zog ihre Augenbrauen hoch und sah mich mit mahnendem Blick an. “Sowas sagt man nicht Hunter.” Ich schnaubte verächtlich. "Ich lieg eh schon hier, was soll mir schon noch passieren?" - “Und warum liegst du hier?” - "Weil ich nicht in ein Reh reinfahren wollte." erklärte ich knapp und sah an mir runter. Mir wurde erst jetzt so richtig bewusst, dass ich wohl die nächsten Wochen ausfiel. An arbeiten konnte ich nicht denken, ans Reiten auch nicht. Ich würde nicht mal ordentlich mit Pitch gehen können. Geknickt schlug ich die Lider nieder und seufzte. “Wann ist das denn passiert?” fragte sie und ich tat erst so als hätte ich sie nicht gehört, gab dann aber nach, denn so wie ich Käthe kannte, würde sie nicht locker lassen. "Auf dem Weg ins Krankenhaus. Ich wollte nach dir sehen, als ich Erins Nachricht gelesen hatte." gab ich zurück und musterte sie besorgt. “Wir hatten gestern wohl beide kein Glück.” sagte sie und lächelte sanft. "Mhmm…" brummte ich zustimmend. "Das werden ein paar sehr, sehr langweilige Wochen…" ergänzte ich.
      Sobald ich mit Krücken laufen konnte entließ man mich nach Hause. Als Pitch mich sah freute er sich so sehr, dass er unter sich machte. Isaac und der Rest vom Team freuten sich zwar auch mich wieder auf dem Hof zu sehen, sahen aber doch recht abgekämpft aus. "Danke, dass du dich um Pitch gekümmert hast." sagte ich Isaac, der sich eines der Gästezimmer eingerichtet hatte, während ich weg war. Er nickte und half mir ins Haus, auch wenn ich das mit meinen Krücken schon gut im Griff hatte. Wir setzten uns ins Wohnzimmer und er berichtete mir, was auf dem Hof alles passiert war. Ich kramte im Anschluss mein Telefon hervor und versicherte mich, dass bei Käthe alles in Ordnung war. Kurz darauf rief mich Rin an. Sie klang verzweifelt. Sie war mittlerweile allein auf dem Hof und die vielen Pferde schaffte sie schlichtweg nicht. Sie wollte die Pferde aber auch nicht irgendwem überlassen. Sie hatte schon eine andere Kollegin gefragt ob sie ein paar Tiere übernehmen könnte, doch der Großteil stand noch immer bei ihr. Wir redeten lange und diskutierten Möglichkeiten aus. Bis wir zu dem Schluss kamen, dass ich die Pferde übernehmen würde, die ich auch so gekauft hätte, hätten ich sie zuerst entdeckt. Da sie schon genug Sorgen hatte ließ ich sie über meine Verletzung im Unklaren. Die Pferde würden dann in den nächsten Tagen eintreffen. Besonders auf Schneemann freute ich mich, da ich mich in den Hengst verliebt hatte noch bevor ich ihn auf seiner Hengstkörung ritt. Maeyr, Uschi und Delmara setzten ihm nur eine Sahnehaube auf. Nachdem ich aufgelegt hatte packte ich das Telefon weg und hievte mich vom Sofa um in den Stall zu gehen. Während ich weg war zog Essence of Life ein. Die Vollblutstute hatte ich per Zufall entdeckt und gekauft, sie aber aufgrund des Unfalls noch nicht ansehen können.

      Käthe | Ein paar Tage vergingen und langsam aber sicher konnte ich behaupten, dass es mir besser ging. Erst gestern waren Erin und ich gemütlich im Gelände unterwegs und genossen die Ruhe, die der Wald uns bot. Ebenfalls gestern wurde mein Wagen abgeholt, der nach dem Unfall zwar repariert werden konnte, ich mich aber dazu entschloss ihn zu verkaufen, weil es sich wirtschaftlich nicht gelohnt hätte. Da ich im Stall keine große Hilfe war räumte ich im Haus auf und probierte mich am Backen. Chocolat Chip Muffins sollten es werden. Ich hielt das Bild auf dem Tablet neben mein Ergebnis und stellte fest, dass sie gar nicht so schlecht aussahen wie ich im ersten Moment dachte. Ich öffnete das Küchenfenster und rief nach Erin, die ihre Stute Hibana gerade aus der Stallgasse führte.
      “Hast du Lust mit nach Lincolnshire zu fahren?” fragte ich sie und schien dabei so erwartungsvoll auszusehen, dass sie ohne zu zögern zusagte. Während sie ihr Pferd auf die Weide brachte, sortierte ich die Muffins auf ein Tablett und zog mir ein geblümtes Sommerkleid an. Erin, die schon im Wagen wartete, öffnete mir die Tür und musterte das Tablett in meiner Hand, dessen Inhalt durch eine Folie geschützt war. “Ich dachte ich bringe etwas kleines mit.” sagte ich und sah in ihr fragendes Gesicht. “Es sind Muffins.” fügte ich hinzu und schnallte mich an. “Hoffentlich bekomme ich einen ab!” sagte sie lachend und setzte den Wagen in Bewegung. Während der Fahrt unterhielten wir uns wenig, was an der Musik und den geöffneten Fenstern lag. Als wir das Bear Brook EC erreichten stellte Erin den Wagen auf dem Parkplatz ab und half mir dabei auszusteigen. Erin und Ich gingen zum Haus und klingelten. Mrs. Clayton öffnete die Tür und bat uns hinein. “Ich habe Muffins mitgebracht.” sagte ich stolz und stellte das Tablett auf den Tisch. “Die riechen ja großartig! Lange werden die hier nicht stehen.” sagte sie lachend und nahm die Folie ab. Ich nahm zwei Muffins heraus und ging in Richtung der Tür, als Mrs. Clayton mich darauf hinwies, dass Hunter sich in der Schmiede befinde. Ich bedankte mich und lief über den Hof um nach ihm zu sehen. “Darf ich reinkommen?” fragte ich und blieb im ohnehin geöffneten Tor stehen. Als Hunter aufsah und erkannte, wer da stand strahlte er mich an und bat mich rein. “Was machst du denn hier?” fragte ich ihn und hielt ihm einen der beiden Muffins hin. Er nahm ihn glücklich entgegen und sah dann auf die Werkbank vor ihm, auf der Hufnägel und Eisen wild durcheinander flogen. "Ich sortiere hier etwas um…" erklärte er. “Kann ich dir helfen?” bot ich ihm fragend an und nahm einen Bissen von meinem Muffin. Wow, die schmecken echt gut dachte ich und sah Hunter an. Er warf nochmal einen Blick die Arbeit und antwortete dann. "Nein. Aber ich kann das später weiter machen." Er biss vom Muffin ab und sah mich zufrieden kauend an. "Du hast da was." Ich wischte mit dem Handrücken über die Stelle die er mir gezeigt hatte und sah ihn an. “Besser?” fragte ich und nickte in Richtung seines Beins. “Wie lange bist du außer Gefecht?” - "Nur noch ein paar Wochen." erklärte er und fügte hinzu, dass es schon viel besser geworden sei. Nachdem ich meinen Muffin aufgegessen hatte beobachtete ich ihn eine Weile und sah dann nach draußen in den Hof. Hunter nahm seine Krücken und stand auf. "Gibt es noch mehr von denen?" er hielt mir das leere Papier vom Muffin vor die Nase. "Wenn dein Team noch welche übrig gelassen hat." meinte ich schulterzuckend. Gemeinsam schlichen wir über den Hof. "Falls nicht. Heute Abend grillen wir hier auf dem Innenhof. Magst du Erin anrufen und fragen ob sie auch kommen möchte?" überlegte er laut. “Du kannst sie selbst fragen, sie hat mich hergefahren.” sagte ich und ging vor, um die Tür zum Haus zu öffnen. Wie erwartet hatte es sich schnell herumgesprochen dass es im Haus eine Kleinigkeit gab und so fanden wir das gesamte Team des Bear Brook EC in der Küche vor. “Ältere Frauen backen immer noch am besten. Die Erfahrung macht es einfach aus.” sagte Isaac voller Überzeugung und biss von seinem Muffin ab. Mrs. Clayton und ich riefen gleichzeitig empört “Ältere Frauen?” auf und mussten dann lachen. Hunter schmunzelte nur und beobachte das Schauspiel. "Was brauchen wir noch für's Grillen?" fragte er an Mrs. Clayton gerichtet, die ihm prompt einen Einkaufszettel entgegen streckte. "Kommst du mit Käthe? Ich kann leider nicht fahren." meinte er grinsend. “Ich darf dein Auto fahren?” fragte ich ungläubig und drehte mich zu ihm um. "Unter diesen Umständen… Ja." sagte er und humpelte in den Flur um mir seinen Autoschlüssel rauszusuchen. "Kommst du?" rief er, als er ihn gefunden hatte. Ich zuckte mit den Schultern und grinste Erin an. “Fahr vorsichtig!” rief sie mir nach, doch die Tür fiel bereits ins Schloss. “Soll ich dir helfen?” fragte ich Hunter der die Beifahrertür schon geöffnet hatte. Er überhörte diese Frage und krackselte sich irgendwie selbst ins Auto, was zwar klappte, aber sehr unbeholfen aussah. Als er endlich saß und sich angeschnallt hatte grinste er mich an. Ich schüttelte den Kopf und ging um das Auto herum um selbst einzusteigen. Wir fuhren nach Lincoln um die Sachen zu besorgen, die Mrs. Clayton aufgeschrieben hatte und nahmen zusätzlich Bier und eine Flasche Wein mit. Zurück auf dem Bear Brook EC herrschte bereits reges Treiben. Alle halfen dabei den Grillabend vorzubereiten und Mrs. Clayton, die schon sehnsüchtig auf uns zu warten schien, lief uns entgegen um uns beim Ausladen zu helfen. Hunter wurde zu Isaac gerufen und gab mir einen flüchtigen Kuss, bevor er in Richtung der Stallungen verschwand. “Erin kommt übrigens gleich zurück. Sie fährt schnell und bringt die Pferde in die Boxen.” sagte Mrs. Clayton als sie meinen suchenden Blick bemerkte.

      Hunter | Wir hatten einen tollen Grillabend und auch die nächsten Tage liefen verhältnismäßig ruhig. Viel konnte ich sowieso nicht machen. Wenigstens war ich den Gips mittlerweile los und trug nur noch eine Bandage. Reiten durfte ich damit noch immer nicht, aber ich fuhr heute trotzdem mit Pitch zu einem alten Bekannten, den mein Vater noch aus seiner Zeit kannte. Sein Sohn hatte einen Tinkerhengst zum Verkauf stehen, den er selbst nie mehr reiten könnte. Es wäre aber wohl zu schade ihn im Stall versauern zu lassen, also soll er wieder in fördernde Hände. Interessant für mich, weil meine Tinker eher für den Fahrsport gebaut waren. Buck or Two sei aber ein Vielseitigkeitspferd. Pitch verfrachtet, setzte ich mich selbst ins Auto, kramte aber zuerst nach meinem Telefon um Käthe anzurufen. "Ich fahr nach Spilsby, ein Pferd ansehen. Hast du Zeit und Lust mitzukommen? Richtung Meer? Wenn wir da fertig sind, können wir ja einen Abstecher nach Skegness machen.", schlug ich vor und holte Käthe einige Minuten später ab. "Geht das mit deinem Bein?", fragte sie, als sie auf der Beifahrerseite einstieg. Ich lachte. "Was meinst du wie ich hergekommen bin?" Sie sah mich tadelnd an. "Du weißt wie ich das meine, Hunter!" Immer noch lächelnd setzte ich rückwärts um mich auf dem Hof zu drehen und dann rauszufahren. "Hast du Alles dabei? Schwimmsachen?", fragte ich, als wir auf dem Highway waren. Käthe nickte. "Warst du überhaupt schon mal in Skegness?" - "Nein! Aber ich hab es gegoogelt und das will ich mir nicht entgehen lassen." Aufgeregt lächelte sie mich an. "Ich möchte dann auch an die Greifautomaten gehen.", meinte sie. Ich lachte. "Das ist Betrug, das ist dir bewusst oder?" Ich warf einen kurzen Blick zu ihr rüber. Sie schüttelte den Kopf. "Wenn ich ohne ein Plüschtier wieder heim muss, bin ich traurig." Ich seufzte. Vermutlich würden wir heute zig Pfund in ein Plüschtier stecken, welches wir in jedem Spielzeugladen für ein paar Penny hätten kaufen können. Doch bevor wir zum Strand fuhren, machten wir einen Stop in Spilsby. Der Hof war klein und es gab hier so gut wie nur Tinker. Die Boxenschilder verrieten jedoch, dass es alles Einstaller waren. Alle, bis auf Buck or Two. Der Hengst war jedoch nicht in seiner Box, also gingen wir weiter über den Hof bis wir einem älteren Herren in die Arme liefen. "Sie müssen Mr. Crowley sein! Und das ist sicher Mrs Crowley. Hallo." grüßte er freundlich und ich sah Käthe schmunzelnd an, die erstmal klarstellte, dass wir nicht verheiratet waren. Der Herr nahm uns mit zu den Weiden und Paddocks. Auf einem kleinen Paddock stand Bucks schon parat und wartete nur darauf, dass man ihn mitnahm. "Er ist wirklich ein braves Pferd." erklärte der Mann, während er Bucks aufhalfterte und vom Paddock holte. Er band ihn an einer Stange vor dem Reitplatz an. "Ich hole eben seine Sachen." entschuldigte er sich und verschwand im Stall, während ich Bucks streichelte. Der dunkle Hengst streckte sich sofort lang und verzog die Schnute, als ich eine besonders gute Stelle am Mähnenansatz gefunden hatte. Pitch hatte sich neben mich gelegt und döste vor sich hin. Als der Mann mit Putzkiste und Trense zurückkam warf ich einen etwas unsicheren Blick zu Käthe, die den Kopf langsam schüttelte. Ihr war natürlich klar, dass ich eigentlich noch nicht reiten sollte. Ich legte die Leine ab und nahm mir eine der Bürsten aus der Box um dem Mann mit Bucks zu helfen. Käthe hatte inzwischen die Leine von Pitch aufgenommen und lehnte sich gegen die Stange. Bucks zog neugierig zu ihr rüber und stupste sie vorsichtig an, bis sie sich endlich ergab und ihn streichelte. Einige Minuten später stand der Rappe geputzt und gesattelt vor uns. Pitch war gänzlich eingeschlafen und Käthe kraulte immer noch Bucks Hals. Der Mann prüfte kurz den Platz und bat mich dann mit Bucks einzutreten, während er das Tor aufhielt. "Das fällt leider wieder zu, wenn man es nicht festhält.", erklärte er. "Also wenn sie wollen, er wurde die letzten Tage ein paar mal von anderen Einstallern bewegt. Ich kann Ihnen auch einen Sprung aufbauen, während sie ihn warm reiten." Während er das sagte ging er bereits zur kurzen Seite des Platzes wo die Sprünge in Teilen lagen. "Nein, kein Sprung.", sagte ich eilig und merkte erst im Nachhinein, dass ich das wohl ein wenig zu panisch gesagt haben musste. "Ich bin noch im Schongang, nach einer Verletzung.", entschuldigte ich mich sofort und stellte dann die Steigbügel am VS-Sattel auf meine Länge ein.

      Käthe | “Der wird sich wohl nie ändern, hm?” fragte ich Pitch und kraulte ihn am Hals, nachdem wir uns ein schattiges Plätzchen am Rande des Platzes gesucht und es uns in der Wiese bequem gemacht hatten. Hunter hatte mittlerweile im Sattel Platz genommen und zog abwechselnd im Schritt und Trab seine Runden. Der Hengst machte eine gute Figur unter dem Sattel und lief fleißig vorwärts. Auch als Hunter ihm die Galopphilfen gab reagierte er sofort und Hunter’s Gesichtsausdruck verriet mir, dass er sich gut aussitzen ließ. Nach zirka einer halben Stunde parierte er durch und blieb vor mir am Zaun stehen. “Was sagst du?” fragte er mit erwartungsvollem Blick und klopfte den Hals von Buck or Two. Ich zögerte. “Er ist sicher nicht verkehrt. Auch von der Ausbildung her.” sagte ich und lächelte besänftigend um ihm die Frage nach dem Aber abzuwehren. “Gib mir ein paar Minuten.” sagte er, stieg ab und führte den Hengst zum Tor, welches der Mann bereits geöffnet hatte. Ich sah, dass die beiden sich angeregt unterhielten und ahnte, dass der Hengst so gut wie gekauft war. Hunter bemerkte meinen Blick und winkte mich herbei. “Ich organisiere alles und melde mich die Tage.” sagte der Mann und reichte mir die Hand um mich zu verabschieden. Als auch Hunter und er sich die Hand gegeben hatten legte er seinen Arm um meine Hüfte und ging mit mir zurück zum Wagen. Auf einmal stieß er die Faust seines freien Arms hoch und jubelte. "Auf nach Skegness!" Bevor ich reagieren konnte drückte er mir einen Kuss auf die Lippen und öffnete die Beifahrertür um mich Platz nehmen zu lassen. "Du wirst Skegness lieben.", sagte er, als er sich hinter das Steuer setzte und den Wagen startete um loszufahren.
      Die Stadt am Meer war wirklich großartig. Wir starteten mit einem Bummel durch die Gassen und betrachteten dabei die schönen Fassaden der alten Häuser. Im Anschluss gingen wir an den Strand und nutzen hier Alles was Skegness zu bieten hatte: Einen Mini Freizeitpark, die Spielhalle, den weitläufigen Strand und natürlich das Meer. Es war ein wundervoller Tagesabschluss vom Restaurant aus den Sonnenuntergang zu beobachten. Es tat fast schon weh als Hunter diese ruhige Atmosphäre unterbrach um aufzustehen. "Es ist schon spät.", sagt er wehmütig und hielt mir seine Hand hin. Seufzend ergriff ich sie und ließ mich wie ein nasser Sack aus dem Stuhl ziehen. "Ich möchte bleiben.", klagte ich und folgte ihm schmollend.
      Zwei Tage später stand ich zusammen mit Hunter auf dem Parkplatz des Bear Brook EC und winkte den alten Herren mit Buck or Two auf den Innenhof. Der dunkle Hengst wurde erstmal in aller Ruhe mit der neuen Umgebung bekannt gemacht. Hunter hatte den Vormittag damit verbracht seine Box vorzubereiten. Auch den Futterplan von Buck hatte er etwas überarbeitet. Nach der Besichtigung konnte sich der Tinker erstmal in seiner Box ausruhen. Die Fahrt war zwar nicht allzu aufregend für ihn, doch er sollte sich erst einmal einleben, ehe er gearbeitet würde. Sobald ich sicher war, dass Alles um Buck herum geklärt war verabschiedete ich mich von Hunter und fuhr zurück nach Nottingham um mich um meinen eigenen Hof zu kümmern.
    • Stelli
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      Alte Berichte (c) adoptedfox

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      Besuch auf der Nahanni River Ranch zum Halloween Special im Jahr 2018
      23469 Zeichen von Gwen
      Es war soweit! Der 31. Oktober war endlich da. Celeste lief schon den gesamten Tag summend durch die Gegend und war wie ein kleines wirres Irrlicht, während sie alles vorbereitete. Hazel hatte mir bei den Leckereien für das Büffet geholfen. Alles war natürlich passend zu Halloween gestaltet. So gab es kleine schokoladige Spinnen, Gespenster aus Marshmellowmasse, Kürbis-Törtchen, Hexenbesen zum Knabbern und vieles mehr.
      Während wir uns also um Kostüme und Leckereien kümmerten, war Ciaran die glorreiche Aufgabe zugekommen, den Stall und die Halle zu gestalten. Denn um die künstlichen Spinnweben riss sich keiner von uns und da er nun einmal der Größte war, ja nun ja. Aber natürlich halfen wir ihm und platzierten auch überall unsere geschnitzten Kürbisse mit den Grabkerzen (weil die so wunderbar lange brannten) darin.
      Schon vor zwei Tagen hatten wir mit denen begonnen und mir taten die Hände immer noch vom auslöffeln weh, aber es hatte sich gelohnt. Schon gegen 13 Uhr sah der Stall wirklich großartig aus! In jeder Ecke konnte man etwas entdecken. Auch hatten wir selbstgebastelte Gespenster, Fledermäuse und Spinnen verteilt.
      Die meisten unserer Gäste waren bereits gestern angereist, viele aber auch erst heute. Wir hatten hinter dem Stall ein Stallzelt aufgebaut, aber es standen auch Boxen bei unseren Nachbarn zur Verfügung. So war für die pferdigen Unterkünfte gesorgt. Die Reiter durften sich aussuchen, ob sie sich ein warmes Gästezimmer nahmen oder die Nacht auf unserem Heuboden verbrachten.

      So allmählich füllte sich unser Hof deshalb auch mit Menschen und Pferden. Celeste war besonders stolz auf ihre Halloween-Playlist, welche unseren Stall mit schaurig schöner Musik erfüllte. Gut hörbar und doch auf einer leiseren und angenehmen Lautstärke. Der Beginn unseres Halloween-Specials näherte sich und während meine drei Leute verschwanden, um die Pferde fertig zu machen, schlüpfte ich bereits in mein Kostüm und stellte mich dann am Eingang der Halle bereit. Celeste ließ gekonnt dreimal einen Gong ertönen, damit alle wussten, dass die Show begann. Schon bald war es mucksmäuschenstill auf unseren gefüllten Tribünen und ich trat hervor, in die Mitte der Halle. Dort waren bereits vier niedrigere Sprünge als großes Kreuz angeordnet, schön dekoriert mit einer Menge Kürbissen, Spinnenweben und natürlich passen zu Halloween in schwarz-orange.
      „Ich begrüße euch alle ganz herzlich auf unserer Ranch und freue mich jetzt schon sehr auf den heutigen Tag! Uns wird ein spannendes Programm erwarten, das kann ich versprechen. Beginnen wird die hauseigene Springquadrille – auch meine Wenigkeit,“, und ich deutete lächelnd hinab auf mein bereits angezogenes Kostüm, „ehe dann nach einer kleinen Pause zum Umräumen das Kostümreiten stattfinden wird! Kostümspringen würde tatsächlich weitaus mehr passen und wir sind gespannt auf die heutigen Kostüme. Daraufhin folgt im Anschluss direkt der Gelassenheitsparcours, damit auch die kleinen Vierbeiner ihr Können zeigen können und den Abschluss machen die Trickshows von einigen Teilnehmern. Wir können also neugierig auf die ganzen Paare und ihre Vorführungen sein! Danach sind alle herzlich zum Büffet eingeladen. Dementsprechend bitten wir um die Aufmerksamkeit für alle Teilnehmer, denn danach ist alle Zeit der Welt für Unterhaltungen, Essen, Tanzen und Lachen. Ich freue mich auf den Abend mit euch und würde sagen, wir beginnen!“
      Lächelnd entschwand ich wieder und schwang mich in der Stallgasse direkt auf Levis Rücken.
      Natürlich hatten wir für die gesamte Musik und Technik extra jemanden engagiert. Es war niemand geringeres als Ciarans Bruder, der Technik über alles liebte und Halloween anscheinend auch und sich förmlich um die Stelle gerissen hatte. Dementsprechend gingen nun in der Halle aber auch die Lichter aus, ehe nur ein fahles Dämmerlicht und die gesamten Kürbisse und Kerzen leuchteten. Dann begann er mit tiefer Stimme vorzulesen. Der Ausschnitt stammte aus der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch des Neuen Testaments, in welchem er von der Apokalypse, dem jüngsten Gericht, schrieb. Ja, bei unseren Kostümen hatte ich mir einige Gedanken gemacht, immerhin wollten die Leute doch eine große Show:
      „Dann sah ich: Das Lamm öffnete das erste der sieben Siegel; und ich hörte das erste der vier Lebewesen wie mit Donnerstimme rufen: Komm! Da sah ich ein weißes Pferd; und der, der auf ihm saß, hatte einen Bogen. Ein Kranz wurde ihm gegeben und als Sieger zog er aus, um zu siegen.“
      Bereits als er begonnen hatte zu lesen, öffneten sich die Hallentüren und Celeste ritt auf dem weißen Ohnezahn in die Halle hinein. Sie trug eine weiße Toga und eine goldene Krone, in der einen Hand den Bogen und in der anderen Hand die Zügel. Ohnezahn wiederum trug den Kranz um den Hals. Im Galopp ritten sie in die Halle und drehte eine große Runde, während unser Sprecher vorlas.
      Als sie erneut an der Hallentür vorbeigaloppierte, öffnete sie sich wieder und diesmal schloss sich Ciaran auf dem roten Dead Memories an und folgte ihr im flotten Galopp, während weiter die Stimme aus dem Off ertönte:
      „Als das Lamm das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite Lebewesen rufen: Komm! Da erschien ein anderes Pferd; das war feuerrot. Und der, der auf ihm saß, wurde ermächtigt, der Erde den Frieden zu nehmen, damit die Menschen sich gegenseitig abschlachteten. Und es wurde ihm ein großes Schwert gegeben.“
      Es wurde sichtlich deutlich, dass Ciaran und Memo den Krieg darstellten. Und mit dem großen Schwert und seiner dunkelroten Kleidung kamen sie auch sehr gefährlich daher. Doch wie wir alle wussten, gab es vier apokalyptische Reiter und deshalb war nun tatsächlich ich am Zug:
      „Als das Lamm das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte Lebewesen rufen: Komm! Da sah ich ein schwarzes Pferd; und der, der auf ihm saß, hielt in der Hand eine Waage. Inmitten der vier Lebewesen hörte ich etwas wie eine Stimme sagen: Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar. Aber dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!“ Und so schloss ich mich auf dem rabenschwarzem Levi hinter die bereits galoppierenden Pferde in der Halle an. Da ich selbst, zu meiner Schande, keinen Rappen besaß, der dieser Aufgabe gewachsen war, hatte ich mir kurzerhand Elisas schicken Hengst geklaubt. Im Gegenzug für kostenloses Essen und Alkohol hatte sie auch sofort eingewilligt. So ritt auch ich einhändig, um in der einen Hand die Waage zu halten. Ich war komplett schwarz gekleidet und angemalt. Mein Mantel war zerfetzt und dreckig und ich hatte auch im Gesicht auch leicht die Knochen hervorzeichnen lassen, immerhin stellte ich den Hunger dar.
      Nun fehlte nur noch der letzte apokalyptische Reiter: Hazel auf Neelix. „Als das Lamm das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des vierten Lebewesens rufen: Komm! Da sah ich ein fahles Pferd; und der, der auf ihm saß, heißt „der Tod“; und die Unterwelt zog hinter ihm her. Und ihnen wurde die Macht gegeben über ein Viertel der Erde, Macht, zu töten durch Schwert, Hunger und Tod und durch die Tiere der Erde“.
      Man musste zugegeben, dass das letzte Paar mit Abstand das beste Kostüm von uns hatte. Neelix hatten wir mit weißem und grauem Farbpulver beworfen, so dass er auch einen leichten Nebel nach sich zog, als er in die Halle galoppierte. Auch Hazel war grau. Grau gekleidet und grau angemalt, sie trug sogar eine graue Perücke, denn ihre roten Haare hätten sonst das Kostüm zerstört.
      Sie war übersät von grauen Fetzen und kam so den Vorstellungen des vierten Reiters sehr nahe. In ihrem grauen Gesicht zeichnete sich ein Totenkopf ab, auf den war Celeste besonders stolz gewesen. Und als wir nun alle in der Halle waren und der Sprecher geendet hatte, setzte schaurige Musik ein. Zuerst sehr kriegerisch und schnell, so dass wir noch zwei Runden ritten, ehe wir auf der kurzen Seite so zur Mitte abbogen, dass wir alle nebeneinander geschlossen stehen bleiben konnten und die Musik verstummte.
      Eine kurze Verbeugung jedes Reiters, dann setzte wieder die Musik ein und der Sieg ritt los, gefolgt vom Krieg, dem Hunger und dem Tod. Ich liebte Springquadrillen und umso toller war es nun, zu einer dazu zu gehören. Die Pferde machten ihre Sache wirklich gut und so führten wir unser Programm auf.
      Hintereinander über die Hindernisse, zu zweit oder quer. Es machte wirklich Spaß und als wir uns nach einer fetzigen Abschlussrunde wieder nebeneinander auf der Mittellinie einfanden, war der Applaus wirklich groß. Im Galopp entschwanden wir aus der Halle, doch ich kehrte schnell zurück und bedankte mich für den Applaus und kündigte die kurze Pause ein.
      „Gebt uns fünf Minuten und es geht weiter mit schaurigen und schönen Kostümen!“. Dank der vielen Helfer war die Halle wirklich um Nu umgeräumt, zumal wir alles bereits so vorbereitet hatten, dass alle wussten, was wohin gehörte und schon stand nach fünf Minuten der kleine Parcours für das Kostümspringen bereit.
      „Begrüßen wir nun Occulta Smith auf scs Sugar and Sweets!“, geschwind kamen die beiden hineingeritten, grüßten und begannen den Parcours. Es waren nur Hindernisse auf E-Höhe, denn es ging diesmal vielmehr um die Zeit und möglichst fehlerfrei den Parcours zu bewältigen. Außerdem war es zumeist nicht leicht, mit Kostümen auch noch zu springen, aber das erste Paar legte wirklich eine schöne Runde hin.
      „Eine wunderbare Runde, vielen Dank! Nun sehen wir Käthe von Landsberg auf Ases Maskwamozi!“ und als die Türen sich öffneten, ritten Pippi Langstrumpf, kleiner Onkel und Herr Nilsson in die Halle ein und grüßten knapp. Ich lächelte fröhlich. Zwar war es nicht zwingend das Kostüm meiner Wahl, aber es war wirklich fantastisch und mit so viel Liebe gestaltet. Die beiden jagten förmlich durch den Parcours und blieben tatsächlich auch fehlerfrei und legten somit eine sportliche Zeit vor. „Na, ob das Paar noch jemand besiegen kann. Schauen wir mal, was Alicia Grey und Lettenhof’s Nanuk können!“, und es ritt in vollkommen Pink gekleidet das nächste Paar in die Halle ein und startete den Parcours.
      Leider endete diese Runde mit einem Fehler, auch wenn die Zeit wirklich einwandfrei gewesen war. „Eine unglaublich schnelle Runde! Da kann so ein Fehler durchaus passieren, trotzdem großartige Leistung. Mal schauen, was Caleb O’Dell und GRH’s A Gun Colored Lena dazu sagen?“
      Und so ritt der erste Westernreiter des heutigen Tages ein, doch davon sah man nicht viel. Das Paar zeigte ein besonders kreatives Kostüm: Teufel und Engel in einem. Die beiden machten, besonders durch ihre Flügel, schon etwas her. Zu einer Seite trug die Stute einen schneeweißen Engelsflügel, während auf der anderen Seite das Gegenstück verweilte: Ein rabenschwarzer und zerfetzter Flügel.
      Sie machten auch während des Parcours eine gute Figur, waren leider reicht langsam, aber fehlerfrei. „Tja, das ist der Preis für den zerstörten Flügel, so schnell wie sie wollen, konnten sie leider nicht mehr fliegen. Vielen Dank ihr beiden! Begrüßen wir nun den vorletzten Reiter: Nathan Scott auf Cornet“ und als das Paar einritt, jubelten einige Leute auf den Tribünen auf – das waren eindeutig die Harry Potter Fans, denn das Paar trat auf als Harry Potter auf einem Hippogreifen. Trotz des aufwändigen Kostüms legten die beiden eine fehlerfreie und schnelle Runde ab und rutschten somit offiziell auf den zweiten Platz. „Hut ab! Nun bleibt es spannend, was können Fritzi Tersteegen und Painted Blur noch aufzeigen?“, fragte ich und war selbst gespannt. Das letzte Paar ritt ein. Und ich staunte nicht schlecht: Alt, aber bewährt, ritt da vor uns nun der kopflose Reiter auf einem rabenschwarzen Pferd hinein.
      Die Reiterin ritt einhändig, da sie unter dem zweiten Arm einen Kürbis, ihren Kopf, trug. Die beiden sprangen trotz dessen eine wirklich schöne Runde und verfehlten nur knapp die Bestzeit von Käthe und Ases Maskwamozi. „Wow! Respekt, einhändig und dann trotzdem so fix unterwegs! Wenn ich richtig sehe, landen die beiden somit auf dem zweiten Platz!“, und ich klatschte lobend in die Hände, als das Paar die Halle wieder verließ.
      „Vielen Dank für diese tollen Kostüme und nun wird erneut umgeräumt, während sich draußen schon die Kleinen bereit machen, sind wir weiterhin gespannt!“, meinte ich lächelnd und wandte mich dann ab, um mit beim Umräumen zu helfen. Währenddessen verteilten Hazel und Celeste im Publikum Popcorntüten und Cola, und natürlich wurde die Zeit für viele Gespräche genutzt.
      Schnell war die Halle umgeräumt und ein schauriger Gelassenheitsparcours präsentierte sich vor unseren Augen. „Trick or Treat würde ich sagen! Mal schauen, ob unsere Kleinen Saures oder Süßes bekommen. Es startet Ylvie Seidel mit BR Dress to Impress. Ob sie ihrem Namen gerecht wird?“, und das kleine Paint Horse trat in die Halle ein.
      Der Gelassenheitsparcours bestand aus einer orangenen Plane, einem Slalom ausleuchtenden Kürbissen (oh ja, so etwas konnte durchaus einige Schauer bei Pferden auslösen), außerdem aus einem Vorhang aus Leinentüchern und Spinnweben und abschließend aus einer Brücke. Das erste Paar meisterte den Parcours wirklich gut.
      Daraufhin sahen wir erneut Käthe von Landsberg mit ihrem Vollblutfohlen Granada. Die Kleine hatte tatsächlich etwas Panik bei den Kürbissen und wäre beinahe noch in einem gelandet. Mit viel Geduld bekam Käthe sie jedoch auch gut durch den Parcours. Auch Lily Adams, eine junge Zwölfjährige, konnte den Parcours gemeinsam mit ihrem Fohlen PFS‘ Skydive hinter sich bringen. Wir sahen noch Alicia Grey mit Townsend Cosmopolitan, Bernie Brooks und Painted Taloubet, Bellamy Blake mit PFS‘ Unclouded Summer Skies, ebenso wie Tamara Meyrohe mit Merida und zuletzt Rachel Wincox mit Mytil. Allesamt legten den Parcours gut bis sehr gut ab. Alle Hindernisse wurden über- oder durchquert und die Kleinen zeigten sich heute von ihrer mutigsten Seite.

      „Noch einmal einen kräftigen Applaus für unsere Kleinen und dann machen wir weiter!“, und zack kam die nächste Umräumaktion, dabei wurde die Halle jedoch einfach leergeräumt und schon ging es weiter. „Nun, meine Damen und Herren, haben wir es bereits 17 Uhr und wir kommen zu den Trickshows! Sind wir also gespannt und begrüßen Occulta Smith mit Blue Dawn’s Nachtfalke!“.
      Das Paar kam in die Halle und das Thema wurde schnell deutlich: Geister. Der kleine Nachtfalke trug zu Beginn ein großes, schneeweißes Tuch und auch die Reiterin war in weiß gekleidet. Die beiden präsentierten eine schöne, freie Gelassenheitsdemonstration mit größeren und kleineren Tüchern zu angenehmer Musik.
      So zeigten sie unter anderem das Abliegen auf dem großen Tuch, spielerisches Freilongieren, ebenso wie spanischen Schritt und ein schönes Kompliment. Die beides gaben ein gutes Bild ab und bekamen auch gehörig Applaus. „Wunderbar! Nun folgen Käthe von Landsberg und Smarty Jones! Begrüßen wir nun wild wild west bei uns!“.
      Im wilden Galopp ritt das Paar in die Halle. Die Reiterin passend zum Thema gekleidet, das Pferd vollkommen frei ohne Zubehör. Käthe gab drei Schüsse aus einem Schreckschussrevolver ab und hatte somit auf jeden Fall die gesamte Aufmerksamkeit des Publikums. Kurz darauf sprang sie vom Rücken des Pferdes und nach einer kurzen Pause, in der der Hengst weitergelaufen war, rief sie ihn zurück.
      Es folgte eine schöne Einheit des Freilongierens inklusive Rückwärtsrichten, Seitwärtsgängen und vielen weitere Lektionen. Kurz darauf wurde auch noch die Gelassenheit des Hengstes unter Beweis gestellt, als Käthe ihm zwei Jutesäcke voller klappernder Dosen auf den Rücken legte und durch ein Tor hindurch schritt, welches laut knarzendes geöffnet wurde. Smarty Jones folgte ihr seelenruhig. Kurz darauf nahm sie ihm die Dosen wieder ab und als sie sich bückte, schnappte er spielerisch nach ihr.
      Es folgte ein kurzes freies Spiel des Paares, ehe der Hengst sich zuletzt verbeugte. Während das Publikum bereits klatscht, steigt Käthe wieder auf und dreht ein paar Runden im Galopp durch die Halle, zeigte einen gekonnten Zirkelwechsel mit fliegendem Galoppwechsel, ebenso wie eine Galopppirouette und wie sie gekommen sind, so verließen sie auch wieder die Halle: im Galopp.
      „Wow! Ich würde sagen, nun sind wir alle wach und hellauf begeistert! Dankeschön! Nun als nächstes Ylvi Seidel auf Inyan!“ Das Pferd trug lediglich ein War Bridle und in die Mähne war eine große Feder geflochten, während Inyan zusätzlich um sein Auge einen grünen Kreis gezeichnet bekommen hatte. Die Reiterin trug eine Regalia, traditionell für die Lakota. Pfeil und Bogen waren ebenfalls von der Partie und auch dieses Paar ritt im flotten Galopp in die Halle hinein. Zu Beginn demonstrierte Ylvi ihre Schießkünste, ehe sie den Wallach auf Kommando ablegen ließ und auf ein unsichtbares Zeichen hin sich sogar auf die Seite legte. Ylvi schoss noch einmal auf eine weit entfernte Scheibe und traf erneut. Dann ließ sie Inyan aufstehen und zeigte eine kleine Demonstration aus freiem Longieren und spanischem Trab. Kurz darauf zeigte sie uns noch das Abrufen des Hengstes, leider sah Inyan das anders und vollführte seine eigene Show, indem er zwar auf Ylvi zulief, aber an ihr vorbeisauste und quer durch die Halle bockte. Auf einen zweiten Pfiff kam er jedoch sofort und so war man sich nicht sicher, ob das erste nicht doch geplant gewesen war. „Eine wunderbare Vorstellung, vielen Dank! Nun würde es noch einmal etwas mehr Wild West, denn wir begrüßen nun Caleb O’Dell auf GRH’s A Gun Colored Lena!“. Das Paar, gekleidet als typisches Westernpferd und Cowboy, ritt auch im Galopp in die Halle. Caleb trug einen schwarzen Hut, ein schwarzes Hemd und ebenso schwarze Chaps und Boots. Auch das Pferd war schwarz gekleidet: schwarzes Blanket und ein schöner dunkelbrauner Sattel. Jedoch war das Paar ohne Sattel unterwegs.
      Im Affenzahn ritten sie nun in die Halle und legten kurz vor Ende der Halle einen Sliding Stop hin, ehe Caleb sein Pferd bis zur Mitte der Halle rückwärtslaufen ließ. Dort verweilten sie jedoch nur kurz, ehe es rasant mit einem Spin weiterging. Und das vollkommen frei, denn Caleb streckte seine Arme zu den Seiten weg.
      Nach einer kurzen Verschnaufpause galoppierten sie auf einem Zirkel und zeigten einige fliegende Galoppwechsel, ehe sie einen weiteren Sliding Stop vollführten. Erneut zeigten sie vier Spinrunden auf jeder Hand und verlassen abschließend rückwärts die Halle. Dabei zog Caleb seinen Hut und verbeugte sich.
      „Was für ein Abgang!“, übertönte ich den lauten Applaus. „Das letzte Paar für heute: Tamara Meyrohe und Polka Dot. Liebe Leute, es wird noch einmal klein und süß!“. Und so war dem auch: Ein kleines gepunktetes Pony lief vor seiner Reiterin am Langzügel in die Halle hinein.
      Die beiden präsentierten zunächst ihre Langzügelarbeit. Im versammelten Galopp betraten sie Halle und parierten in der Mitte zum Halt. Daraufhin zeigten sie uns einige Lektionen: Passage, Piaffe und Traversalen in jede mögliche Richtung. Aufgrund der Shettygröße sah alles mehr als knuffig aus.
      Kurz darauf ließ Tamara ihr Pony sich ablegen und nahm ihr die gesamte Ausrüstung ab.
      Nun folgte noch ein Einblick in die Freiarbeit: Zu Beginn wurde das Pony von Dannen geschickt und raste seine Runden durch die Halle, nur um sofort zu stoppen und zu der Reiterin zu sausen, als diese es rief. Kurz vor Tamara stieg das Pony und während die Reiterin rückwärts lief, folgte Polka Dot ihr auf den Hinterbeinen.
      Im Trab umkreiste das Pony daraufhin seine Reiterin, doch schon bald standen sie nebeneinander und zeigten Seitwärtsgänge, Rückwärtsrichten und ein flottes Galoppieren, immer schön synchron. Abschließend blieben sie abrupt stehen und überkreuzten jeweils ihre Beine. Den Abschluss machte der spanische Schritt, ehe die beiden im Passage-Tempo wieder in die Mitte der Halle liefen und sich dort Polka Dot verbeugte. Das Publikum applaudierte laut und auch ich bedankte mich. „So! Nun kommt in ein paar Minuten noch die Siegerehrung und dann heißt es Essen!“, meinte ich fröhlich und entschwand kurz, um mir die Siegerlisten aushändigen zu lassen.
      Kurz darauf erschien ich wieder in der Halle. Aufgrund von Zeit und der teilweise größeren Entfernung der Boxen, würden nur die Reiter die Schleifen in Empfang nehmen. „Beginnen wir mit dem Kostümreiten! Auf dem dritten Platz mit einer tollen Zeit und ohne Fehler: Nathan Scott auf seinem Hippogreifen! Daraufhin auf dem zweiten Platz unser einhändig reitender kopfloser Reiter Fritzi Tersteegen, der doch ein Ticken schneller gewesen ist, aber leider nicht schnell genug. Denn der erste Platz geht an Käthe von Landsberg mit Ases Maskawamozi! Herzlichen Glückwunsch an die drei!“ Nachdem der erste Applaus verstummt war, ging es weiter. „Dann hat unsere Jury sich kritisch mit den Kostümen auseinandergesetzt und ich muss ehrlich gestehen: Die Aufgabe hätte ich nicht gerne gehabt, denn eine Entscheidung war wirklich, wirklich schwer! Auf den dritten Platz wurde jedoch das Kostüm Harry Potter und sein Hippogreif gewählt! Ein kleiner Applaus! Auf dem zweiten Platz finden wir nun Engel und Teufel von Caleb O’Dell! Hier ein besonderer Respekt an die tollen Flügel! Und zu guter Letzt: Der erste Platz geht an den kopflosen Reiter! Der mit seinem Kostüm einfach genau Halloween getroffen hat und wirklich ein schönes Kostüm zeigte! Applaus für Fritzi Tersteegen!“
      Es folgten die Gewinner des Gelassenheitsparcours. Dort ging der dritte Platz an Bellamy Blake mit PFS‘ Unclouded Summer Skies. Den zweiten Platz ergatterten sich Alicia Grey und Townsend Cosmopolitan und auf den ersten Platz landeten Lily Adams (unsere jüngste Teilnehmerin) mit PFS‘ Skydive!
      Für alle teilnehmenden Fohlen gab es ein kleines Bund Möhrchen und die Reiter durften ihre Schleifen einstecken und so kamen wir zur letzten Auswertung, den Trickshows. „Auch hier wieder! Ein Glück saß ich nicht im Entscheidungskomitee, ich fand nämlich allesamt wirklich einwandfrei, aber nun muss man ja doch Plätze verteilen, also bitteschön: Auf dem dritten Platz Caleb O’Dell mit seiner fetzigen Western-Show! Und auf dem zweiten Platz finden wir Ylvi mit ihren Bogenschießkünsten, definitiv verdient! Und zu guter Letzt: Der erste Platz geht an Tamara Meyrohe mit ihrem süßen Punktepony und der kreativen Show! Einen Applaus für die drei und noch einmal einen umso lauteren Applaus für alle heute hier aufgetretenen Paare. Ich finde, das haben wirklich alle wunderbar gemacht! Vielen Dank für euer Kommen und eure Mühen. Es war eine Freude, euch und euren Pferden zuzuschauen! Und nun eröffne ich das Büffet und die Tanzfläche und wünsche allen Anwesenden noch einen tollen Abend!“
      Lächelnd verabschiedete ich mich mit einer Verbeugung und hielt noch kurz Small-Talk mit einigen Teilnehmern, um ihnen nochmals für ihr Danken zu kommen. Allen teilnehmenden Leuten hatten wir eine kleine Geschenktüte fertig gemacht, immerhin kamen alle von weit her. In der Tüte fanden sich einige Snacks, die meisten natürlich wieder passend zu Halloween, außerdem Soda-Dosen und natürlich auch Leckereien für die Pferde.
      Celeste hatte außerdem für jeden einen kleinen Anhänger gestaltet, auf dem stand „Halloween Special 2018, wir waren dabei!“ – und wie konnte es anders sein? Es war ein orangener Kürbis mit grinsender Fratze, aber immerhin einer netten Fratze.

      Ich gesellte mich nun noch zum Büffet, denn nach dem langen Tag hatte ich definitiv auch Hunger und bediente mich somit an den ganzen Köstlichkeiten. Zum Reden fand man hier auch sofort jemanden und so würde der Abend noch ganz schön lang werden. Aber schön war es! Und gelohnt hatte es sich auch allemal!




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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg TC | 4978 Zeichen von adoptedfox
      Käthe | “Du gehörst ins Bett, my Dear.” ermahnte mich Erin, als ich den Stall betrat und meine Thermoskanne auf der Futterkiste abstellte. Ich seufzte. “...aber mir fällt die Decke auf den Kopf.” sagte ich mit erstickter Stimme und folgte ihr in die Sattelkammer. “Wie läuft es mit Funny Sugar?” fragte ich sie und nahm mir einen Führstrick. “Sehr gut! Die letzten Tage habe ich mit ihr vermehrt Bodenarbeit gemacht und unsere Verbindung wird immer besser!” erzählte sie euphorisch und ich freute mich darauf, die Entwicklung der beiden miterleben zu dürfen. Erin hatte die junge Stute im Oktober letzten Jahres gekauft um sie selbst ausbilden zu können und ich versprach ihr zu helfen, sollte sie meine Unterstützung benötigen. Sie öffnete den Spind von Hibana und nahm den Sattel, ein paar Gamaschen und die Putzkiste heraus. “Was möchtest du heute machen?” fragte sie mich auf dem Weg zu ihrer Box und ich überlegte einen Moment. “Ich denke ich striegel die Pferde nur ab, bringe sie auf die Weiden und vielleicht gehe ich eine gemütliche Runde ins Gelände.” antwortete ich und Erin nickte zustimmend. Wir unterhielten uns noch einen Moment, bevor ich mich auf den Weg machte und mich um die Pferde kümmerte. Nachdem sich die Fohlen Granada, Ivy’s Rhapsody und Missing Misty auf der Weide neben dem unteren Stallgebäude befanden und um die Wette galoppierten, ging ich zur Box von Lorelei. Lorelei war seit einer Woche auf dem Hof und stach, als Kaltblut, deutlich zwischen den Vollblütern hervor. “Na meine Große, wie geht es dir heute?” fragte ich sie und ging in die Box um ihr grobe Verschmutzungen und Streu, die sich im Fell verfangen hat, abzubürsten.
      Tiefenentspannt, stand sie mit ihrem dichten Winterfell vor mir und genoss die massierenden Bewegungen der Bürste.
      Da sie noch in der Eingewöhnung war, brachte ich sie auf die Koppel neben dem Haus, die wir abgetrennt hatten damit auch Westatlanta ihren Freigang genießen konnte. Ases Maskwamozi, Echo’s Maiden und Smooth Gravity brachte ich zusammen auf eine der großen Weiden und Bearing Spot's, Bear Brooks Denahi, Grenzfee und Sympathy of the Devil auf eine anschließende Weide, damit die Stuten untereinander trotz der Litze Kontakt halten konnten. For an Angel brachte ich zu den Fohlen auf die Weide. Als auch Amistad, Compliment und Valentine’s Cantastor auf den Weiden waren, kontrollierte ich noch einmal dass alle Tore fest verschlossen waren und ging in den Stall um Smarty Jones für den Ausritt fertig zu machen. Der Hengst war das Verlasspferd schlechthin und ich vertraute ihm in jeder Situation. Da ich angeschlagen war hielt ich es für besser, ihn für einen Ausritt zu wählen. Ich holte den Hengst aus der Box und band ihn in der Stallgasse an um ihn gründlich zu putzen. Nachdem ich seine Hufe ausgekratzt hatte ging ich in die Sattelkammer und holte ein paar Gamaschen, seinen Sattel und die Trense. Mit einer Grippe war es ein Kraftakt, den schweren Westernsattel auf den Rücken des Hengstes zu bekommen, doch ich nahm alle Kraft zusammen und legte ihn mit Schwung auf. Der Hengst schnaubte und wandte mir seinen Kopf zu als wolle er fragen, ob alles okay sei. Ich streichelte über seine Stirn und lachte. “Womit hab ich dich nur verdient, hm?” fragte ich ihn und er rieb sein zartes Maul an meinem Oberschenkel. Ich holte eine Abschwitzdecke aus seinem Schrank und legte sie ihn über die Kruppe. Wir hatten zwar keine Minusgrade, doch der Wind fühlte sich eisig kalt an. Ich trenste den Hengst und führte ihn auf den Hof zur kleinen Bank um aufzusteigen. “Nimm das mit, zur Sicherheit.” sagte Erin und drückte mir mein Smartphone in die Hand. Dankbar steckte ich es in meine Jackentasche und trieb den Hengst vorwärts. Als wir an den Weiden vorbeigeritten waren, schlugen wir den Weg entlang der Felder ein. Im Schritt ritten wir auf einem kleinen Pfad zwischen Waldrand und frisch gepflügtem Feld bis es zu nieseln begann und wir in den Wald abbogen. “Wir sollten viel öfter ausreiten, meinst du nicht auch?” fragte ich Smarty Jones und streichelte den Hals unter seiner nachgewachsenen Mähne. Als würde er mir zustimmen, stieß er ein kurzes Schnauben aus und richtete ein Ohr nach hinten. Auch wenn es mich fröstelte, genoss ich die Auszeit im Wald auf dem Rücken meines Lieblings. Die vergangenen Wochen waren nervenaufreibend gewesen. Beginnend mit der Heunot durch den heißen Sommer, über die Vorbereitungen für den Winter, bis hin zum Jahreswechsel hatten wir alle Hände voll zu tun und sogar Hunter, der ebenfalls nicht zu wenig Arbeit hatte, half wo es nur möglich war. Mit dem ersten Tag im neuen Jahr fiel alle Last von unseren Schultern und wir hofften auf ein besseres Jahr. Nach knapp 3 Stunden erreichten wir wieder den Hof. Ich sattelte den Hengst ab und brachte ihn mit einer Abschwitzdecke auf die Koppel zu Valentine’s Cantastor, mit dem er sich sehr gut verstand. Sichtlich am Ende räumte ich den Stall noch auf, bevor ich mich ins Haus zurück zog und mir ein Erkältungsbad einließ.



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      Pflegebericht für alle Pferde des von Landsberg TC | 1999 Zeichen von adoptedfox
      Verdine, Lorelei, Funny Sugar, Hibana, Ivy’s Rhapsody, Granada, Missing Misty, Westatlanta, Bear Brooks Denahi, Ases Maskwamozi, Bearing Spot’s, Echo’s Maiden, Smooth Gravity, Sympathy of the Devil, Grenzfee, For an Angel, Compliment, Amistad, Smarty Jones, Valentine’s Cantastor
      Käthe | Ein paar Monate waren vergangen, seit Hunter sich dazu entschlossen hatte den Hofbetrieb für geraume Zeit einzustellen und die Pferde an befreundete Sport- und Zuchtanlagen verkaufte. Wir verbrachten nur noch wenig Zeit miteinander und doch genoss ich jede Minute seiner Anwesenheit. Um Erin zu entlasten, die einmal wöchentlich Seminare an der Universität in Nottingham besuchte um ihre Trainerlizenz zu erhalten, stellte ich zwei zusätzliche Pferdepfleger ein die uns unterstützten. Die Reitstunden hatte ich aus dem Programm genommen, dafür bot ich aber immer wieder Kurse zu verschiedenen Themen an die mehr als gut besucht waren. Auch bei meinen privaten Pferden lief es bestens. Die Fohlen werden mehr und mehr an das Fohlen ABC herangeführt und beinahe wöchentlich waren wir mit unseren Pferden auf Turnieren vertreten. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Jetzt im Sommer zogen wir es vor, die Pferde in den frühen Morgenstunden zu bewegen damit sie die heißen Temperaturen auf den Weiden verbringen konnten. Abends, nachdem die Pfleger sich in den Feierabend verabschiedeten, sattelten Erin und ich die Pferde und ritten aus um den alltäglichen Wahnsinn hinter uns zu lassen. “Wollen wir heute Abend zum See reiten?” fragte Erin und setzte den Huf ihrer Stute Hibana ab. “Ich kann leider nicht. Hunter kommt heute vorbei und ich möchte ihn mit einem Abendessen überraschen.” antwortete ich ehrlich und streichelte der Stute den Hals.
      “Da freut er sich bestimmt! Mensch… ich finde es schade das er alles auf Eis gelegt hat.” Ich stimmte ihr zu. Auch wenn ich hinter ihm stand, machte ich mir Sorgen wie es weitergehen würde. Ich blieb noch ein paar Stunden im Stall und half Erin dabei die Pferde für die Koppel fertig zu machen, bevor ich mir eine Einkaufsliste schrieb und in die Stadt fuhr um alles für das Essen zu besorgen. Die kommenden Wochen waren bereits gut durchgeplant. Am meisten freute ich mich auf einen Dressurlehrgang, den ich für mich und Bear Brooks Denahi gebucht hatte.




      30. Dezember 2019 | 5824 Zeichen
      Jahresrückblick
      Endlich wieder zuhause… Ich hatte die Weihnachtsfeiertage bei meinen Eltern in Greifswald verbracht und so sehr ich die Zeit mit der Familie auch genoss, freute ich mich auch auf mein Zuhause. Ich legte die Schlüssel in die kleine Schale auf der Anrichte und brachte meine Koffer ins Schlafzimmer. Zum auspacken würde ich später Zeit finden. Ich nahm mir eine halbe Stunde um anzukommen, bevor ich mich umzog und auf den Weg in den Stall machte. Das Wetter war unbeschreiblich. Die Sonne strahlte vom nahezu wolkenlosen Himmel und ließ den winterlichen Frost funkeln.
      Nichtsdestotrotz war es eisig kalt. Ich zog den Schal enger um meinen Hals und schob die Enden unter den hohen Kragen meines Pullovers. Nach nur einer viertel Stunde Fahrt erreichte ich den Hof. Ich stellte meinen Wagen auf dem Parkplatz ab und griff in den Fußraum hinter dem Beifahrersitz um die Karotten mitzunehmen, die ich am Abend zuvor noch gekauft hatte. “Habt ihr Weihnachten gut überstanden?” fragte ich in den Stall und begrüßte meine Pferde Bear Brooks Denahi, Smarty Jones und HMJ8345’s Continental. Ich legte jedem der drei eine Karotte in den Futtertrog und ging in die Sattelkammer um die Karotten zu verstauen. Meine Pferde belegten hier 3 große Sattelschränke die, nach einem Tausch mit einer anderen Einstellerin, nebeneinander standen. Ich holte meine Putzbox aus dem Regal und ging zur Box von meinem Hengst Smarty Jones. Vor ein paar Jahren hatte ich in den Kleinanzeigen eine Reitbeteiligung auf einem englischen Vollblut gefunden und war seither vernarrt in diese Rasse. Als der Gedanke des eigenen Pferdes aufkam, bot mir die Besitzerin an sich umzuhören und keinen Monat später sahen wir uns bereits die ersten Vollblüter an. Anfang des Sommers fand ich dann die Anzeige von Smarty Jones. “Westerngerittener Allrounder sucht neue Wirkungsstätte” hieß es im Titel und allein das Bild des Hengstes hatte mein Interesse geweckt.
      Ein paar Tage- und einige e-Mails später saß ich im Flugzeug um mir den Hengst anzusehen.
      “...eigentlich dachte ich an einen Wallach. Eventuell sogar eine Stute. Aber das ich in ein anderes Land reisen muss um mir ein Pferd anzusehen hätte ich nicht gedacht.” seufzte ich und war hin- und her gerissen. Die Besitzerin meiner Reitbeteiligung lachte und klopfte mir auf die Schulter.
      “Man bekommt immer das, womit man am wenigsten rechnet. Ich hab damals nach einem Haflinger gesucht.” Und sie behielt, wie zu oft, Recht.
      Unter dem Sattel zeigte sich der Hengst von seiner besten Seite. Er reagierte fein auf Hilfen, hatte saubere und klare Gänge und ließ sich einfach wunderbar aussitzen. Als der Hengst wieder in seiner Box stand und ein paar Halme Heu aus dem Netz zog unterhielt ich mich mit der Besitzerin.
      “...das ist der aktuelle Stand. Das Gestüt liegt mir am Herzen und ich möchte nicht das es verkauft wird. Ich möchte den Traum meiner Mutter aufrecht erhalten. Es ist das beste wieder nach Deutschland zu ziehen. Viele der Pferde gehen in die Zucht von Freunden, doch bei ihm ist das etwas komplizierter. Das hatte ich dir ja geschrieben. Ich würde mich freuen wenn er einen Endplatz findet wo er so geschätzt wird, wie er ist.” Ich hörte aufmerksam zu und nickte. “Bitte entschuldige meine Unhöflichkeit. Darf ich dir einen Kaffee anbieten?” Ich nahm das Angebot dankend an und folgte der jungen Frau, die kaum älter als ich zu sein schien, ins Haus. Im Flur hingen ein paar Bilder ihrer Pferde und ich blieb stehen um sie mir anzusehen. “Das ist doch aber nicht Smarty Jones, oder?” fragte ich und zeigte auf das Bild. Die junge Frau drehte sich um und lachte. “Nein das ist Bear Brooks Denahi. Die beiden sehen sich ähnlich, nicht wahr?” Ich nickte mit dem Kopf. “Das tun sie in der Tat.”
      Dankend nahm ich die Tasse Kaffee und setzte mich an den Küchentisch. Die junge Frau holte ihren Laptop und setzte sich mir gegenüber. Wir sprachen sowohl über den Hengst, als auch über die Stute und wenig später fanden wir uns in der Reithalle wieder. “Die hat auf jeden Fall mehr Feuer.” rief ich der jungen Frau, die sich mir als Käthe vorgestellt hatte, zu und wechselte im Galopp auf den Zirkel. Nach einer halben Stunde hielt ich die Stute an, stemmte eine Hand in die Hüfte und nickte.
      Am nächsten Morgen kam ein Tierarzt auf den Hof um eine AKU durchzuführen und nur wenige Stunden später waren die Kaufverträge unterschrieben. Für beide Vollblüter. Käthe hatte mir ein Angebot gemacht das ich nicht abschlagen konnte. Einige Wochen später konnte ich die beiden im neuen Zuhause Willkommen heißen. Entgegen aller Pläne vervollständigte HMJ8345’s Continental wenige Monate später das “rote Trio”.
      Man bekommt immer das, womit man am wenigsten rechnet.
      Ich klopfte Smarty Jones den Hals und ging in die Sattelkammer um seine Trense und das Bodenarbeitsseil zu holen. Da die Halle voll belegt war entschied ich mich mit meinen Pferden zum Jahresende eine Runde spazieren zu gehen und da auch bei uns schon einige Raketen und Böller gezündet wurden, entschied ich mich zur sicheren Variante. Mit dem Gebiss ließen sich die Pferde doch noch etwas mehr kontrollieren als am Knotenhalfter. Ich ging sowohl mit Smarty Jones, als auch mit Bear Brooks Denahi und Continental eine große Runde ohne Zwischenfälle im Wald spazieren. Wieder im Stall räumte ich die Sattelschränke auf schrieb eine Liste mit Dingen, die ich im neuen Jahr unbedingt besorgen musste. Lederpflege, Mähnenspray, eine Tüte Leckerchen und auch die Stallapotheke hatte es bitter nötig aufgefüllt zu werden. Ich steckte den Zettel in meine Hosentasche und verabschiedete mich von meinen Pferden. Morgen fand die Jahresabschlussfeier des Reitvereins statt und ich freute mich schon auf das Essen und das darauffolgende gemütliche Beisammensitzen. Das Jahr 2019 war bewegend und ich war gespannt was das neue Jahr bereit hielt.




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      Pflegebericht | 10. März 2020 | 4632 Zeichen
      Seufzend lehnte ich mich über das Lenkrad meines Wagens und blickte hinaus zu den Wolken. Es war ein regnerischer Tag und der harsche Wind wiegte die Bäume, als habe er vor sie zum schlafen zu verführen. Ich schloss den Reißverschluss meiner Jacke und lehnte mich nach hinten um meine Tasche von der Rücksitzbank zu holen. Sie war schwerer als ich es in Erinnerung hatte und doch schaffte ich es, sie nach vorn auf meinen Schoß zu heben. Nachdem ich einen letzten prüfenden Blick auf die dunklen Wolken über mir geworfen hatte, öffnete ich die Tür und lief schnellen Schrittes über den Hof. An der Tür angekommen verriegelte ich den Wagen und steckte den Schlüssel in das Schloss, damit er mir nicht aus der Hand fallen würde während ich die Tasche auf dem Boden abstellte. Ich holte die Post aus dem Briefkasten und begab mich ins Haus. Vor einem Monat waren meine Pferde HMJ8345’s Continental, Bear Brooks Denahi, Smarty Jones und ich auf das weitläufige Gelände der Willowbranch Farm umgezogen. Mein Leben hatte sich um 180 Grad verändert und obwohl es eine Menge Mut gekostet hat, war ich überglücklich mit meiner Entscheidung.
      Ich stellte meine Tasche auf dem Küchentisch ab und warf einen Blick aus dem Fenster. Blanton’s Gentleman und How ‘Bout Moonies standen mit gesenkten Köpfen im Unterstand des Paddocks und dösten, während unmittelbar vor ihnen das Wetter tobte. Ich schüttelte lächelnd den Kopf und ging die Post durch, bevor ich ins Büro ging uns sie in die entsprechenden Ablagen verteilte. “Das erledige ich heute Abend.” murmelte ich und begann die Knöpfe meiner Bluse zu öffnen. In Blusen, Röcken und Kleidern fühlte ich mich alles andere als wohl und doch kam ich nicht drum herum wenn es um wichtige Termine und Treffen ging. Ich warf die Sachen aufs Bett, schlüpfte in meine Lieblingsreithose und zog einen Hoodie aus dem Kleiderschrank. Auf dem Weg in den Stall band ich meine Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen und knotete eine Schleife in die Bänder meiner Kapuze. Thomas und Martin, meine beiden Pferdepfleger, waren gerade dabei die Boxen der Pferde zu misten als ich das Stallgebäude betrat. Four Bar Chocolate Becks, Chapman, Smarty Jones und die beiden Stuten standen entspannt in ihren Boxen. Ich ging in die Sattelkammer und begann das Futter für die Pferde herzurichten. Für Smarty Jones kochte ich zusätzlich eine Portion Mash. Während die anderen Pferde sich bereits im Fellwechsel befanden, lief es bei ihm schleppend. “Gut das du da bist!” sagte ich als Thomas in die Sattelkammer kam. “Ich zieh das Gladiator für Smarty Jones schon auf und leg es in seinen Futtereimer. Gibst du ihm das später bitte?” fragte ich ihn und griff nach der Flasche, die im Regal stand. “Natürlich.” antwortete er und nahm die Abschwitzdecken der beiden Hengste, die auf der Koppel standen, mit. Thomas war kein Mann großer Worte. Er war nur wenige Jahre älter als ich und besaß ein schier endloses Wissen über Pferde. Ich war mehr als froh ihn am Hof zu wissen. Ein paar Minuten später kamen die beiden mit den Hengsten im Schlepptau zurück in den Stall. Ich gab in jeden Eimer einen Apfel und eine Karotte und ging dann zu meinem Sorgenkind. “Na mein Großer?” begrüßte ich den Hengst und ging zu ihm in die Box. Seit einer Woche bekam er nun das Ergänzungsmittel und langsam schien es bergauf zu gehen. Er wirkte wacher und hier und da konnte ich die ersten Büschel seines dichten Winterfells herauslösen. “Ich hab mir schon Sorgen gemacht, Mensch.” sagte ich und klopfte seinen Hals. Als wollte er mich besänftigen schnaubte er und rieb seinen Kopf an meiner Schulter. Ich verließ die Box für einen Moment und holte sein Halfter, damit ich ihn auf dem Putzplatz etwas striegeln konnte. Martin lachte, als er vorbei lief. “Soll ich eine Box fertig machen? Das wird doch ein zweites Pferd.” er zeigte auf den fellbedeckten Boden und griff nach dem Besen um einen Haufen zu bilden. “Die Kur scheint zu helfen.” gab ich zurück und setzte den Zackenstriegel erneut an. Eine halbe Stunde war ich damit beschäftigt den Hengst wieder auf Hochglanz zu bringen und ich war mehr als zufrieden mit dem Ergebnis der Putzsession. Ich brachte Smarty Jones zurück in seine Box und holte das Mash aus der Sattelkammer um es ihm zu geben. “Lass es dir schmecken.” sagte ich und und zog die Boxentür zu. “Ich hätte das doch gemacht…” Martin hatte den Putzplatz bereits aufgeräumt und lächelte mich verschmitzt an. Ich bedankte mich bei ihm und ging dann ins Haus um mich der Büroarbeit zu widmen. Für morgen hatte ich keine Termine und ich freute mich schon darauf, endlich wieder Zeit mit meinen Pferden verbringen zu können.
    • Stelli
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      07. August 2020
      Pflegebericht August 2020
      Es war ein herrlicher Sommertag Anfang August. Da es heute deutlich über die dreißig Grad gehen soll, beschloss ich, meine Pferde bereits früh am Tag zu versorgen und zu bewegen. Bei einer brütenden Hitze macht das Pferd und Reiter keinen Spaß. Also ging ich bereits um kurz nach halb sechs am Morgen zu den Pferden, mir die Müdigkeit wegschaffen. Mein Freund musste auch dran glauben, der durfte mir nämlich wie immer helfen. Die Pferde im Stall begrüßten uns wie immer mit Wieheren und Gebrummel. Zuerst wurden alle gefüttert und nach der Fütterung auf die Weiden gebracht. Zuerst machten wir uns, nachdem wir die Boxen gemacht hatten, an Sezuan und Diamonds Shine. Wir putzten und sattelten die beiden Hengste und gingen dann auf unseren Reitplatz. Wir ritten die beiden heute nur locker vorwärts-abwärts, da sie die ganze Woche ein ordentliches Programm hatten. Anschließend gingen wir noch eine Schrittrunde durchs Gelände. Als die Beiden wieder auf der Koppel waren, ging es an die Vollblüter PFS‘ Colours of Life und Blue Moon II, die heute mal wieder ordentlich galoppieren dürfen. Auch diese Beiden wurden geputzt und schnell gesattelt, bevor es ins Gelände ging. Wir wärmten sie ordentlich im Schritt und Trab auf, bis wir die ewig lange Galoppstrecke erreichten. Auf los gings los, und die beiden Blüter freuten sich riesig mal wieder rennen zu können. Dies machte sich auch in der Ausdauer bemerkbar, sie hielten Beide durch, bis die Galoppstrecke langsam endete. Wahnsinn! Entspannt ritten wir zurück nach Hause und versorgten die Beiden. Nach einer kurzen Pause machte ich It’s Tea Time zum reiten fertig. Die wunderschöne Schimmelstute musste heute bisschen dressurmäßig schaffen. Sie war noch relativ grün hinter den Ohren und musste langsam weiter ausgebildet werden. Sie stellte sich heute echt gut an, nachdem wir anfangs etwas diskutieren mussten. Am Ende arbeitete sie aber gut mit, sodass ich es gut sein ließ. Während ich Tea Time absattelte und abspritzte, übte mein Freund mit Rosenzauber di Royal Peerage etwas Führen und Longenarbeit. Der schicke Hengst war ziemlich lernwillig und war immer motiviert bei der Arbeit. Es fällt ihm von Mal zu Mal leichter, Dinge umzusetzen. Akuell „muss“ er nur 1x die Woche etwas machen, da er noch sehr jung ist und sein Jungpferdeleben noch genießen darf. Zu Guter letzt war Smarty Jones an der Reihe. Es war einfach unfassbar, dass ich diesen Hengst wieder mein Eigen nennen durfte. Er war bereits früher in meinem Besitz, musste damals wegen dem Brand den Besitzer wechseln. Ich dachte, ich bekomme ihn nie wieder zurück, aber manchmal hat man einfach Glück! Seit gestern war er auf unserem Hof und ich kann es immer noch nicht glauben. Ich streichelte dem Roanhengst sanft über die Stirn. „Du hast hier deinen Endplatz, das verspreche ich dir!“, flüsterte ich ihm zu. Smarty durfte sich nun erstmal in Ruhe eingewöhnen. Deswegen hat er heute nur einen Koppeltag. Nun war es kurz vor Mittag und alle Pferde waren gemistet und bewegt. Perfektes Timing!
    • Stelli
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      04. September 2020
      Nun war es bereits wieder soweit. Wir hatten den August hinter uns gelassen. Es fallen bereits die ersten Blätter von den Laubbäumen und es dauert nicht mehr lang, bis die triste Wiiterung mich wieder einholt. Wie ich diese Zeit hasse. Nichtsdestotrotz mussten meine Pferde verworgt werden. Nachdem ich Rosenzauber di Royal Peerage, Shavalou, Sezuan, Diamond's Shine, Blue Moon II, PFS' Colours of life, It's Tea Time und Smarty Jones raus auf die Koppeln gebracht hatte, machte ich mich an die Stallarbeit und ließ den August revue passieren. Der August hatte mir uns meinen Pferden zahlreiche Platzierungen auf den verschiedensten Turnieren beschert. Kaum zu glauben, wie sich meine Pferde in der kurzen Zeit entwickelt hatten. Nicht zu vergessen meinen Neuzugang Shavalou, den ich angeritten erworben konnte. Ich lächelte. Der August war wundervoll, wie sehr ich die warmen Tage vermissen würde. Durch Corona war der Sommer recht bescheiden und ich konnte kaum etwas aus dem Sommer gewinnen. Es schien, als hätte ich den Sommer verpasst. Schade.. Nachdem ich die Stallgasse gefegt hatte, ging es ans Bewegen meiner Vierbeiner. Diamond's Shine und Sezuan wurden ein wenig von mir und meinem Freund auf dem Reitplatz gesprungen. It's Tea Time ritt ich anschließend etwas Dressur. Mit Blue Moon und Colours of Life gingen mein Freund und ich eine gemütliche Runde ins Gelände. Smarty Jones wurde locker am Halfer longiert und Shavalou wurde ausgebunden longiert. Rosenzauber wurde wieder an das Jungpferde ABC erinnert und wieder etwas gefördert. Alles in Allem ging die Arbeit recht schnell von statten. Machte aber auch Spaß, zusammen mit meinem Freund die Pferde zu versorgen und zu bewegen. Lasst uns hoffen, dass der September uns noch ein paar schöne Tage beschert....
    • Stelli
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      09. November 2020
      So langsam wurde es kalt draußen. Nachts gab es bereits schon Frost und das Jahr neigte sich dem Ende zu. Nichtsdestotrotz mussten die Pferde – wie jeden Tag – versorgt werden. Nachdem ich mir meinen Mantel und die dicken, wetterfesten Schuhe angezogen hatte, ging es raus in die Kälte und in den Stall. Ich wurde mit einem erwatungsvollem Wieheren begrüßt. Die Pferde wussten genau, dass es Zeit fürs Frühstück war. Nachdem ich auch dem letzten Pferd sein Kraftfutter gegeben hatte, wartete ich kurz, bis ich die ersten Pferde bewegen und rausstellen konnte. Heu gab es heute ganz früh schon. In der Zeit, wo die Pferde gefressen hatten, machte ich einen heutigen Tagesplan:

      PFS‘ Colours of Life – Geländeritt mit Blue Moon
      Blue Moon II – Geländeritt mit Colours of Life
      Sezuan – Dressurtraining
      Diamond’s Shine – Longentag
      Smarty Jones – Koppeltag
      Shavalou – Springtraining
      Leviathan’s Levisto – lockeres Reiten
      Fürstenherz – lockeres Reiten
      It’s Tea Time – Koppeltag
      Golden Highlight – Koppeltag
      Grey Rose – Dressurtraining
      Rosenzauber di Royal Peerage – Fohlen ABC

      Als ich fertig war, ging es wenig später auch ans Eingemachte. Zum Glück hatte ich meinen Freund, der genauso Pferdeverrückt ist wie ich es bin. So ging alles viel schneller.
      Nachdem die Pferde nach ihrem jeweiligen Tagesprogramm bewegt waren, gingen sie natürlich raus auf die Koppel. Nach dem letzten Pferd war der Großteil des Tages schon vorbei. Wir misteten noch die Boxen und streuten sie neu ein, als alle Pferde auf Koppel und Paddocks waren. Wir bereiteten das Futter für heute Abend vor und gaben bereits Heu in die Boxen.
      Am Abend holten wir alle Pferde nacheinander in den Stall und fütterten noch Kraftfutter. Vor dem Schlafengehen machten wir unsere Kontrollrunde und sahen noch einmal nach PFS‘ Colours of Life, Blue Moon II, Sezuan, Diamond’s Shine, Smarty Jones, Shavalou, Leviathan’s Levisto, Fürstenherz, It’s Tea Time, Golden Highlight, Grey Rose und Rosenzauber di Royal Peerage. Alles war in Ordnung und alle mümmelten zufrieden ihr Heu. Somit konnten wir den Abend in Ruhe ausklingen lassen.
    • Stelli
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      Januar 2021 - Jahresrückblick
      Das neue Jahr war schon wieder vier Tage an. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Auch das verflixte Jahr 2020 verging wie im Flug. Hoffentlich, oh hoffentlich würde 2021 besser und schöner werden als das letzte Jahr. Etwas nachdenklich machte ich mich also an die Arbeit und das Versorgen meiner Pferde und – endlich – auch Ponys. Ich konnte im Vorjahr zwei wirklich fantastische Deutsche Reitponys erwerben, was mich sehr glücklich machte. Früher schon hatte ich viele Reitponys im Besitz, bis heute loderte dieses Feuer für diese Rasse in mir. Feuervogel und scs Bluebell waren es, die bei mir einzogen. Die Beiden hatten sich schon sehr gut bei mir eingelebt und ich plante auch schon, Bluebell bald decken zu lassen, evnetuell auch von Feuervogel? Wer weiß! Mit Bluebell stand heute Dressurarbeit an, Feuervogel wurde longiert. Bei den Großpferden hatte sich auch einiges getan was den Zuchwachs betraf. Es war so großartig, wieder so viele Pferde um einen zu haben. Das erinnerte mich an früher, wo ich Hofgut Tannenheide geleitet hatte.. mit so vielen wunderbaren Pferden. Dempsey zog heute morgen bei mir ein. Ich holte die Trakehnerstute heute relativ früh bei Bracelet ab. Deswegen durfte sie sich erstmal die Woche über eingewöhnen. Auch Bjarka war Ende letzten Jahres zu mir gezogen, ganz überraschend. Sie war ein Geschenk, worüber ich mich unendlich freute. Wir hatten uns schon gut zusammengerauft und passten super zusammen, es harmonierte einfach. Bjarka ritt ich heute nur locker vorwärts-abwärts, sie hatte die letzten Tage genug gearbeitet. Uranium Fever und Forever Yours konnte ich ebenfalls neu dazugewinnen. Grade bei Forever Yours war es eine Herzensangelegenheit, denn die Stute hatte ich bereits vor vielen Jahren lange besessen, bis der Hof unerwartet zerstört wurde. Forever Yours hatte so ihren Lebensplatz bei mir bekommen bis an Ende ihrer Tage. Sie durfte bei mir ein entspanntes Leben führen, mit bisschen reiten und viel Koppel, bis sie auch als Zuchtstute in Rente geht. So auch heute, sie kam nur auf die Weide, wo sie den ganzen Tag rumdümpeln durfte. Uranium Fever hingegen hatte noch einiges vor sich. Sie wurde heute von meinem Freund geritten und durfte etwas springen. Das Training war anstrengend, aber sehr gut. Grey Rose war nun endlich soweit, dass sie Zuchtstute werden darf und gekrönt werden kann. Wir hielten bereits Ausschau nach geeignet ausgeschriebenen Zuchtstutenprüfungen im Umkreis, wo wir teilnehmen konnten. Grey Rose wurde heute nur locker am Halfter longiert und hatte sonst den Rest des Tages frei. Golden Highlight und It’s Tea Time waren seit Ende des Jahres 2020 eingetragene Zuchtstuten. Auch hier war der Plan, sie dieses Jahr eventuell von einem geeigneten Hengst decken zu lassen. Die beiden wurden heute zusammen ausgeritten von meinem Freund und mir. Es hatte ein wenig geschneit und die Landschaft war von einem Hauch Puderzucker überzogen. Es war ein entspannter Ausritt mit viel Schritt und noch größeren Plaudereien. Als wir mit den Stuten durch waren, ging es an die Hengste. Auch hier konnten wir 2020, in der kurzen Zeit wo wir den Hof und die Pferde besaßen, extreme Fortschritte machen. Wir hatten mit Fürstenherz einen extrem schicken Trakehnerhengst gewonnen, der mit seiner seltenen Fellfarbe die Trakehnerzucht auf ein neues Level bringen würde. Ihn galt es jetzt ordentlich auf die Körung vorzubereiten. Doch er hatte auch noch ein bisschen Zeit. Er wurde heute ausgebunden über Stangen longiert. Leviathan’s Levisto zog ebenfalls bei mir ein. Mit ihm wurde früher nicht viel gemacht. Nachdem wir ihn jetzt langsam angeschoben haben war er konditionell fit und machte sich sehr gut. Ich ritt Levi heute nur locker im leichten Sitz, wir galoppierten viel. Nach Levi ging es weiter. Wir waren so begeistert von dem schönen Wetter, dass wir kurzer Hand beschlossen, mit den restlichen Hengsten auch ausreiten zu gehen. Zuerst sattelten wir Shavalou und Smarty Jones. Shavalou durfte sich derweil auch gekörter Deckhengst nennen. Die Hengste galoppierten wir deutlich mehr, da wir merkten, dass sie ziemlich Energie hatten. Wir entschieden uns deshalb für eine lange Galoppstrecke, die leicht bergauf ging, was die Beiden wirklich mal forderte. Zufrieden abschnaubend machten wir uns irgendann wieder auf den weg nach Hause, denn da warteten noch Diamond’s Shine und Sezuan auf ihren Ausritt ins Winter Wonderland. Auch diese Beiden sind 2020 Deckhengste geworden. Ich war auf ihre Zukunft sehr gespannt und was die Zeit bringen würde. Nachdem wir auch diesen Ausritt beendet hatten, kamen die Zwei nochmal raus auf die Koppel. Sweet Spot war ebenfalls eine neue Stute, die kurz vor Silvester bei mir einziehen durfte. Die bunte Knabstrupperstute hatte es mir sofort angetan und ich hatte Glück – sie war noch verkäuflich, da ihr eigentlicher Käufer sie nie bezahlt hatte. Gut für mich! Ich fackelte nicht lange und kaufte sie. Nun hatte sie sich bereits ein wenig eingelebt, war noch etwas schüchtern. Was sich aber von Tag zu Tag besserte. Heute durfte sie auf dem Reitplatz mal für sich etwas laufen und sich ausbocken. Nachdem ich Sweet Spot wieder auf die Koppel gebracht hatte ging es weiter mit PFS’s Colours of Life und Blue Moon II, meine beiden Vollblüter, die das Blüter-Trio komplettieren. Beide wurden parallel von mir und meinem Freund longiert. Nachdem alle Pferde draußen waren, mistete ich schnell die Boxen ab und streute sie nach. Die Pferde blieben den Rest des Tages draußen und kamen erst gegen Abend bei Einbruch der Dunkelheit wieder in den Stall.
    • Stelli
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      03. Mai 2021
      Kaum zu glauben, dass es schon wieder fast Mitte des Jahres war. Die ersten warmen Sonnenstrahlen wurden trotz allem noch von nächtlichem Frost erschüttert. Das machte das morgendliche Aufstehen und Arbeiten im Stall teilweise unangenehm. Aber je älter der Tag wurde, desto wärmer wurde es. Trotz Allem mussten die Pferde ausreichend versorgt und bewegt werden. Neben der Arbeit mit den Pferden stand viel Frühjahrsarbeit an: Koppel einsäen und düngen, den Reitplatz auf Vordermann bringen undundund… Wir hatten über das Frühjahr etwas umgebaut und mehr Platz für die Pferde geschaffen. Auch die Pferde hatten eine angenehme Entwicklung gemacht. Aufgrund von Corona und leider auch Herpes haben wir dennoch fast nicht an Turnieren teilnehmen können. Sezuan und Diamond’s Shine mussten demnach viel Zuhause arbeiten. Wir arbeiten viel an der Kraft und Lastaufnahmen, genau wie bei Shavalou und Leviathan’s Levisto. Die Hengste machten sich super und ich hoffte, dass die gekörten unter ihnen bereits dieses Jahr erste Decksprünge machen konnten. Fürstenherz kam ein wenig in die Testphase und war etwas frech, was wir aber auch gut in den Griff bekommen hatten. Smarty Jones wurde die letzten Wochen nur locker geritten. It’s Tea Time und Golden Highlight hatten ein sehr abwechslungsreiches Programm zwischen Ausritten und gemütlich lockerem Training. Grey Rose wurde viel im Springen gefördert und sie wurde richtig gut! Ich war gespannt, was die Zukunft für die vermögende Stute bringen würde! Forever Yours hatte mehr oder weniger ihren Vorruhestand und musste bei mir nicht mehr viel sportliche Leistung bringen. Lockere Ausritte dominieren unser Programm. Uranium Fever und Dempsey wurden in der Dressur mehr gefördert mit viel Seitengängen, was die beiden in der Zeit klasse umsetzen konnten. Bjarka hatte auch einen tollen Sprung in ihrer Entwicklung gemacht. Sie wurde immer kräftiger und selbstsicherer und es war eine Freude diese Schimmelstute zu reiten. Rosenzauber di Royal Peerage wurde auch immer erwachsener und größer. Seine Bewegungen und sein Exterieur ließen Großes hoffen und ich war gespannt, wo die Reise hingehen würde. Meine Ponys hatte ich natürlich auch noch. Feuervogel, Dantino und Bluebell ging es super. Es waren richtige Multitalente und immer mit Begeisterung bei der Arbeit. Egal ob Springen, Dressur oder Gelände. Die Ponys waren allzeit bereit und gut gelaunt, so machte die Arbeit mit ihnen gleich doppelt so viel Spaß. Mit Blue Moon II und Colours of Life gingen wir viel Ausreiten, damit die beiden Vollblüter regelmäßig ihrer Leidenschaft nachgehen konnten: dem Galoppieren. Für Sweet Spot ging es auch langsam ans Arbeiten. Die Stute war noch nicht ganz überzeugt davon, aber es wird von Woche zu Woche besser und leichter, sie zu motivieren. Viel Abwechslung musste bei ihr einfach auch sein. Die Pferde waren mittlerweile alle angegrast und freuten sich auch eine sonnige Koppelsaison – und ich mich auch !
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  • Album:
    02 - Hofgut Birkenau | Hengststallungen
    Hochgeladen von:
    Stelli
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    10 Dez. 2020
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