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Bracelet

Sir Bacardi ♥

Sir Benny Miles x ubk.

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Sir Bacardi ♥
Bracelet, 7 März 2020
    • Bracelet
      Stallburschen im Urlaub
      Juli 2017

      Dadurch, dass meine Stallburschen Urlaub hatten mussten ich und Ana eine Woche um alle Pferdchen kümmern. Misten, Füttern und alles mögliche andere stand dabei auf dem Plan. Am ersten Tag war bereits das füttern wirklich schwierig, da wir ja zu genügen Pferde hatten. Ich begann dabei bei den Youngsters Chestnut, VK Gunna Whiz, Caddylack und Vina, ehe es zu meinen Trakehnern ging; Cost da la Bryére, HGT's Nightmare, N'oubliez Jamais, Party Shaker, Takada, Seattle's GT'aime, Waldjunge, Batman's Rendezvous, Master of Gold, Dreaming of better Days, Christmas Joy, Winterzauber, Vintage Gold, Vaconda, It's Showtime, Roommate, Hummels Enterprise, Dempsey, Akira, Take my Hand, Give me Chocolate, Raffinessca und Traumfänger. Anschließend bekamen meist Dreammaker, Mihály, Lead me Home, Cornetto, Last in Love, Cotsworlds Eik, Wastl, Romulus, Sir Donnerhall, Scarlet Sun, Pinochio, Hollywood King Gun, Only Known in Texas, Nephilim Son Of Angel & Devil, Sookie, Angels Kiss, Birdcatcher, Black Pearl, Donella, Golden Eye, Herbstblüte, I've got the moves like Jagger, Simple little Melody, Aiana, DVTS' Takinou, DVTS' Magic Movements, Sir Bacardi, DVTS' Seattle's Wintertime, DVTS' Cascadeur de la Vie, DVTS' Colour the Nightsky, Backfett, Bambina und Capri Heu. Anschließend begann ich wieder von vorne die Pferde auf die Koppeln zu bringen ehe es los ging mit dem Reiten. Das würde noch eine anstrengende Woche werden.

      Frischer Wind
      September 2017

      Viel früher als gewohnt ereilte uns nach dem kurzen, milden Sommer auch schon wieder die eisige Kälte, die uns der Nordwind gebracht zu haben schien. Die kurzen T-Shirts, die ich diesen Sommer doch so sehr lieben gelernt hatte, wurden bereits Anfang September durch Pullover und funktionelle, langärmlige Funktionsunterwäsche ausgetauscht. Die Jacken dicker den je für diesen Monat. Schweden hatte leider, wenn es den wunderschönen Schleier ablegte und damit das vermeintlich schöne Gesicht zum Vorschein kommen sollte, eine nicht all zu schöne Seite an sich. Die allgegenwärtige Kälte schien mir dieses Jahr gar nicht gut zu tun. Sie schlug mir mehr als merklich aufs Gemüt und schwächte mich körperlich mehr als je zu vor.
      Objektiv betrachtet hatte das Ganze jedoch schon seinen Reiz. Als ich kurz vor 10 Uhr die Trainingspläne für die kommende Woche fertiggestellt hatte und vor die Haustüre trat wirbelte der Wind gerade gelbe, orangene und rotbraune Blätter über den Asphalt. Die Sonne stand hoch am himmel und wärmte sanft meine eisigen Hände, dich ich dieser jedoch bald entzog und in wärmende Handschuhe einpackte.
      Auf dem Weg in den Stall kamen mir zwei meiner Stallburschen entgegen, die soeben Aiana, Bambina, Backfett und Vina in die entgegengesetzte Richtung, zu den Stutenkoppeln, führten. In der Stallgasse angekommen wartete auch schon Neuzugang Mihály fertig getrenst und aufgesattelt auf mich in seiner Box. Mit dem hübschen ungarischen Halbbluthengst hatte ich mir einen ganz großen Traum erfüllt. Schon lange hatte ich nach einem Pferd wie ihm gesucht. Einem Pferd, dem die Welt offen zu stehen scheint wie kaum einem anderen. Es gab keine Sparte des Reitsportes, in dem ich bei Mihály von Anfang an zu wissen schien, dass ich diese mit ihm nicht komplett episch gestalten würde. Und noch dazu war er ein ungarisches Halbblut; eine Rasse von der ich immer schon geträumt hatte. Umso glücklicher war ich jeden Tag wenn ich ihn reiten durfte. Heute gab es jedoch alles andere als Intensivtraining. Es war Sonntag. Ruhetag, wie er bei uns ganz klassisch praktiziert wurde. Ein kleiner Ausritt stellte jedoch sicher, dass der Hengst sich am heutigen Tage dennoch etwas bewegte. Da Mihály im Gelände absolut gelassen war drifteten meine Gedanken zur zukünftigen Gestütsplanung ab. Die Youngsters, die ich eigentlich im Frühling schon anreiten wollte, durften diesen Sommer noch wilder denn e und je auf der gebirgigsten Wiese meines Eigentums verbringen. Sie war riesig und relativ weit vom Stalltrubel weg. Der perfekte Ort für junge Hengste um sich noch einmal so richtig auszutoben. Natürlich hatten sie nun alle ihre Geschlechtsreife erreicht und Vina wurde bereits in die Stutenkoppel integriert und war nicht mit ins Geschehen involviert. Caddylack, Chestnut und VK Gunna Whiz jedoch verwilderten jedoch beinahe ein wenig. Natürlich verbrachten sie den Sommer nicht ohne Aufsicht meiner alten Hasen. Nunja; alt waren sie noch nicht wirklich. Dennoch bekam sie eine Sommerpause, da sie in ihren jungen Jahren ohnehin schon genug geleistet hatten und ich mich dieses Jahr vorwiegend auf die Nachwuchspferde des Gestüts konzentriert hatte. So fiel die Wahl damals unter anderem auf Wastl, der mittlerweile 16 Jahre alt war, was natürlich für heutige Verhältnisse noch lange nicht alt war. Dennoch wurde dieser von mir nur noch spaßhalber geritten. Natürlich durfte er noch seine Lektionen laufen und wurde hin und wieder gesprungen. Dennoch war dies nicht mehr so sehr auf Druck wie früher. Er war immerhin gekört und solange keine Vorstellungen mit ihm stattfanden musste ich ihn diesem Stress einfach nicht mehr aussetzen. Dasselbe galt für seinen zwölfjährigen Koppelkollegen Seattle's GT'aime, der zusammen mit ihm den Somer über die Junghengste etwas erziehen sollte. Die Zeit in den Bergen schien ihnen gut zu tun, weshalb ich sie, wie auch Chesi, Caddy und Nano wohl erst gegen Ende des Septembers herunter holen würde, wenn es dann auch langsam gefährlich werden würde über Stock und Stein zu huschen und ein schützender Stall von Vorteil war.
      Nachdem ich mit Mihály wieder zurück war machte ich mich daran ein paar Sprünge aufzubauen und seitlich ein Flatterband zu ziehen. Freispringen stand auf dem Programm. Zuvor ließ ich die Kandidaten sich aber in der Schrittmaschine warm laufen und sich in der Halle ein wenig austoben. Gerade die Pferde mit ohnehin schon zu viel Energie schabten mir in den letzten tagen endgültig über. Allen voran mein wunderschöner, brauner Deckhengst Master Of Gold. Dieser war zusammen mit seinem Kumpel N'oubliez Jamais als erstes an der Reihe. Bei den Beiden ließ ich mir die Freiheit die Stangen mit der Zeit ein wenig höher zu legen, da sie frei locker über die 160cm-Marke sprangen. Sie schienen ihren Spaß zu haben, weshalb ich ihnen relativ viel Zeit ließ, bis mich Ana dann schon mit den nächsten beiden Pferden dazu zwang ihr meine beiden Hengste wieder mitzugeben. Party Shaker, Batman's Rendezvous, Christmas Joy, Dreaming Of Better Days, Winterzauber, HGT's Nightmare, Takada, Vintage Gold, Hummels Enterprise, Raffinessca, Take my Hand, Akira, Give me Chocolate und auch Herbstblüte folgten. Glücklich über die Masse springbegabter Pferde auf dem DVTS ging es für mich dann zum Essen, ehe ich Waldjunge eine halbe Stunde lang locker longierte, was ich dann auch mit Black Pearl machte. Anschließend ritt ich Dempsey auf dem Platz ein wenig vorwärts abwärts. In der Zwischenzeit war Anastasia ebenfalls schon am Reiten und drehte mit Romulus und Sir Donnerhall eine kleine Runde im Gelände.
      Für mich ging es daraufhin ebenfalls ins Gelände. Nachdem ich mit Hollywood King Gun und Golden Eye bloß jeweils eine halbe Stunde draußen Schritt gegangen war galoppierte ich meine beiden englischen Vollblüter Cotsworlds Eik und Last in Love ein ordentliches Stück auf der Galoppstrecke. Es war für die beiden zwar nicht sonderlich fordernd; dennoch erfüllte es den Zweck sie ihre Energie ausleben zu lassen.
      Davon wieder zurück berichtete mir Ana, dass sie Scarlet Sun und Only Known in Texas freilaufen gelassen hatte und Pinochio longiert hatte. Es war mittlerweile schon relativ spät, weshalb ich beschloss Sookie, Birdcatcher, I've got the moves like Jagger, Donella, Angels Kiss und Lead me Home, die ich heute noch für etwas Bewegung einspannen wollte, lediglich in die Schrittmaschine stellte.
      Damit neigte sich der Sonntag auch schon wieder dem Ende zu. Am nächsten Tag trug ich noch in die Trainingstabelle des Hofes die ausstehenden Stunden ein, die ich mit Training mit Vaconda, Costa de la Bryére, It's Showtime und Roommate auffüllte. Anschließend erzählte mir Anastasia noch vom gestrigen, abendlichen Longieren mit Cornetto, Nephilim Son Of Angel & Devil, Traumfänger und Simple Little Melody.
      Weitaus spannender jedoch waren für mich meine Überlegungen was ich mit Dreammaker machen würde, der ja nun wieder zu mir zurück gekommen war. Obwohl ich den hübschen Holsteiner mit den auffällig gefärbten Abzeichen wirklich gerne hatte war ich mir mittlerweile relativ sicher, dass ich den Süßen bald wieder abgeben würde. Ob es nun aus einer Laune heraus zu sein schien oder deswegen, weil ich mit meinen anderen Pferden bereits genug zu tun hatte, konnte ich nicht mit Sicherheit sagen. Deswegen würde er vorerst wohl doch noch hier bleiben, ehe es dann Adieu hieß.
      Ein Pferd, für das es jedoch so bald nicht mehr Adieu heißen wird, kam Mitte September zu mir. Es war ein ganz besonderes Pferd, das ich schon seit Jahren im Auge hatte. Es handelte sich dabei um Magic Attack; einen wundervollen englischen Vollbluthengst, der abgesehen von seinem unfassbaren Talent zu laufen auch noch eines der schönsten Pferde war, die ich je zuvor gesehen hatte. Der prämierte Schönling wurde mir mit einem bekannten Transportunternehmen am Morgen des 12. Septembers auf den Hof gebracht, wo ich schon sehentlich auf ihn wartete. Bereits beim Entladen des Hengstes fielen mir seine guten Manieren auf. Er reagierte sehr fein auf meine Körpersprache und verzauberte mich damit ein weiteres Mal. Magic, wie ich den Schabrackenschecken ab nun liebevoll nannte, durfte nun erstmal eine Woche bloß auf der Koppel verbringen, ehe ich langsam wieder beginnen wollte ihn ein wenig locker zu arbeiten. Noch standen meine genauen Pläne für den Zehnjährigen in den Sternen. Dennoch hatte ich da schon meine Ideen für den Süßen - wenn sich diese auch teilweise nicht verwirklichen ließen, wie ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste. Wenn meine Gebirgspferdchen nämlich wieder da waren wollte ich probieren den Hengst in die kleine Herde zu integrieren, was jedoch, wie ich später, kurz vor knapp, herausfand keine gute Idee gewesen wäre, da Magic ein Pferd war, dass sehr harmoniebedürftig zu sein schien und deswegen wohl nicht glücklich mit der Aufgabe gewesen wäre. Was ihn jedoch glücklich machte war es, mit seinen neuen Kumpel Eik jeden Schritt auf der Koppel zusammen zu gehen. Eik, der ja bekanntlich ein sehr dominantes Pferd war, hatte Magic, der sich, ohne je aufmüpfig zu sein, von Anfang an untergeordnet hatte sehr schnell ins Herz geschlossen. Er beschützte seinen neuen Freund vor all den anderen Pferden, wenn sich diese Magic anlegen wollten. Nicht etwa, dass der hübsche Schecke es notwendig gehabt hätte. Trotzdem war es für diesen wohl sehr bequem.
      Da sich mein Neuankömmling so gut einlebte konnte ich mich relativ intensiv meinen Nachwuchspferden widmen, für die die Sterne in ihren jungen Jahren noch ganz wo anders standen. Sie würden erst zeigen müssen was sie konnten und wie ihr zukünftiges Leben wohl aussehen sollte. DVTS' Takinou, DVTS' Magic Movements, Magic Attacks Sohn, Sir Bacardi, DVTS' Seattle's Wintertime, DVTS' Cascadeur de la Vie, DVTS' Colour the Nightsky und Capri wussten dies jedoch klarerweise noch nicht und wuchsen erst noch stresslos auf den schönen Koppeln des Gestüts auf, ehe der Ernst des Lebens wohl eher früher als später beginnen würde. Dennoch war ich bereits jetzt schon zuversichtlich, dass sie alle Hürden, die ihnen noch in den Weg gelegt werden würden, gut meisten würden.

      Kurzer Pflegebericht von Veija
      März 2018

      Éamonn, Belmonts Beo, Caddylack, VK Gunna Whiz, Chestnut, Vina, Brouk, Poltergeist, Costa de la Bryére, HGT's Nightmare, N'oubliez jamais, Party Shaker, Seattle's GT' aime, Takada, Batman's Rendezvous, Waldjunge, Master of Gold, Christmas Joy, Dreaming Of Better Days, Winterzauber, Vaconda, Vintage Gold, It's Showtime, Dempsey, Hummels Enterprise, Roommate, Traumfänger, Raffinessca, Akira, Give me Chocolate, Take my Hand, Magic Attack, Dreammaker, Mihály, Lead me Home, Cornetto, Last in Love, Cotsworlds Eik, Romulus, Sir Donnerhall, Wastl, Scarlet Sun, Hollywood Kind Gun, Only Known in Texas, Pinochio, Nephilim Son of Angel & Devil, Sookie, Angels Kiss, Birdcatcher, Black Pearl, Donella, Golden Eye, Herbstblüte, I've got the moves like Jagger, Simple Little Melody, Aiana, DVTS' Takinou, DVTS' Magic Movements, Sir Bacardi, DVTS' Seattle's Wintertime, DVTS' Cascadeur de la Vie, DVTS' Colour the Nightsky, Backfett, Bambina, Capri
      Es war ein ganz kurzer Besuch bei Bracelet und ihren Pferden, denn das Frühjahr und damit der alljährliche Stress um den Frühjahrsputz ließ auch sie und ihren Hof nicht aus. Ich hatte mir vorgenommen zu erst am Angus Og Stud vorbeizuschauen, denn dort standen zwei Pferde. Èamonn und Beo. Schicke Tiere, die leicht zu händeln waren. In der Youngsterstallung traf ich ein altes Gesicht, VK Gunna Whiz. Es freute mich zu sehen, dass er sich gut bei Bracelet machte. Trakehner hatte sie eine ganze Menge, fast mehr als wir Westernpferde- und fast genauso bunt. Fohlen! Fohlen hatte sie eine ganze Menge. Sir Bacardi und Movements, das fleckige Vollblut, gefielen mir dabei besonders gut. In den Nebenstallungen erkannte ich auch ein paar Pferde wieder. Magic Attack, von dem ich schon viel gehört hatte zum Beispiel. Doch auch King Gun, der mal der alten Gips Reminder Ranch gehört hatte. Er hatte sich auch toll entwickelt.
      Das war es auch schon für dieses Mal gewesen, alle Pferde waren versorgt und Bracelet musste sich keine Sorgen um ihre Schützlinge mehr machen.

      Besuch aus Berlin - Mohikanerin zwei Tage in Schweden
      15. September 2018

      “Ich hab eine Überraschung für euch”, erzählt Vater beim Essen und wir gucken ihn Gespannt an.
      “Wir fahren zu Bracelet auf den Vackra Trakehner Stud nach Schweden. Sie züchtet Trakehner und hat auch noch ein paar andere Großpferde zu stehen.Deshalb habe ich organisiert, dass wir alle dort einen Tag verbringen. Vriska kommt auch mit.”, beendet er die Überraschung.
      “Um 23 Uhr geht es dann los. Also packt eure Reitsachen und alles ein. Wir fahren eine Weile.
      Der Weg dauert ewig und ich schlafe immer wieder ein. Wir alle wirken sehr gelangweilt.
      “Links seht ihr die ersten Weiden. Wir sind also so gut wie da.”, sagt Vater. Ein Jubeln geht durchs Auto. Die 10h Fahrt war ziemlich anstrengend und ich bin froh mich erstmal strecken zu können.
      “Willkommen, ich bin Bracelet. Wahrscheinlich war die lange Fahrt anstrengend. Wir haben was zu Essen vorbereitet. Kommt mit. Wollt ihr vorher eure Zimmer sehen?”, erzählt Brace und Vater nickt. Aus dem Auto nehmen wir also die Sachen und gehen zu den Zimmern. Es stehen drei Schlafzimmer zur Verfügung. Also müssen wir nur noch die Einteilung klären, aber das läuft schneller ab als Gedacht. Tyrell und Ilja teilen sich ein Zimmer, eine Eltern und Vriska und ich gehen in das “Kinderzimmer”. Dort steht nämlich ein Hochbett.
      Wir haben ein Frühstücksbuffet vorbereitet. Also bedient euch. Zusammen mit den Angestellt stärken wir uns, bevor es los geht. Hier wirkt alles sehr familiär wie bei uns.
      Nach einer Hoftour geht es an die Pferde. Als erstes stellt sie uns die Fohlen vor, bei denen wir noch nicht waren. Die Stuten stehen natürlich getrennt von den Hengst. Dieser riesige Hof ähnelt unserem in vielen Punkten, was mich überrascht und fasziniert.
      Sie erzählt: “Aktuell haben wir 5 Hengste und 5 Stuten wovon 4 bald an den Hof kommen, um mehr und besser mit ihnen zu arbeiten.” Gemeinsam gehen wir auf die Hengstweide und Brace stellt uns die Pferde vor. “Der Graue hier, Tacki, stammt aus unserer Zucht. Magic, der mit den Punkten auch. Casi, der Schecke dort hinten dürfen wir auch schon von Anfang an begleiten. Ansonsten sind das noch Capri und Backi.”, stellt sie und die Pferde vor. Wir streicheln die kleinen Großen und geben ihnen einige Leckerein, bevor wir weiter zu den Stuten gehen. “Aus unserer Zucht sind Winter und das Prinzesschen hier.”, erzählt ihr als eine Overo Stute streichelt. “Ansonsten sind hier noch Aina, Backfett und Bambi.”, stellt sie uns die anderen Stuten vor. Auch die bekommen ein paar Leckerchen von uns und wir gehen zurück zum Hof. Nebenbei erzählt Brace ein paar Geschichten der Pferde.
      “Was haltet ihr von Ausreiten?”, fragt sie als wir wieder angekommen sind. Ein positives Feedback kommt aus der Gruppe und wir gehen gemeinsam in den Trakehner Stall. Brace sagt uns, wer welches Pferd nehmen könnte und hilft uns dann beim holen der Pferde. Ich habe mir einen tollen Hengst ausgesucht - Traumfänger. Er soll ein absolutes Traumpferd sein. Ich bin gespannt und freue mich schon. Vriska hat sich auch schon mit ihrer Wahl angefreundet. Hummelchen ist auch eine hübsche Stute. Ich bin fast neidisch. Tyrell hat Raffinesca, eine Dunkelfuchsstute, bekommen. Vater kann sich mit Handy begnügen, die laut der Beschreibung eine freundliche Stute ist. Bisher gibt es keine Schwierigkeiten. Mutti hat auch eine liebe Stute bekommen, die Dreamy heißt. Choco, ebenfalls eine Scheckstute, kann Ilja nehmen. Sie ist wohl im Gelände etwas schwieriger, aber er packt das schon. Am Hof arbeitet schließlich mit Ponys, die auch nicht immer ganz leicht zu händeln sind. Bruce nimmt ihren Brouk, dann sie wohl vorher schon als Reitbeteiligung hatte. Gemeinsam machen wir die Pferde fertig. Im gleichen Moment arbeiten bereits Bracelets angestellten mit den Zuchthengsten. Costa und Party werden gerade auf dem Reitplatz longiert, während Schnuller und Seattle in der Halle geritten werden.
      Der Ausritt beginnt völlig entspannt, auch Ilja kommt mit Choco gut klar. Nach einigen Diskussionen sind die Beiden sich einig. Traumfänger ist wirklich so toll wie versprochen. Auch alle Anderen wirken sehr zufrieden, besonders Mutti, die ungern andere Pferde reitet nach ihrem Unfall vor ein paar Jahren. “Ich hatte die Idee, dass wir einen kurzen Abstecher zu den Zuchtstuten machen. Aktuell sind sie alle noch trächtig. Deshalb kann ich euch keine niedlichen Fohlen zeigen, außer die Anderen, bei denen wir bereits waren”, sagt sie und trabt Brouk an. Mit ein paar Schwierigkeiten trabt auch Vriska an und ist ganz hinten. Ich pariere den Hengst wieder durch um auf Vriska zu warten. “Wäre nicht nötig gewesen”, witzelt sie und wir schließen zusammen zur Gruppe auf.
      An der Weide angekommen, passen Mutti und Vati auf die Pferde auf, während wir die Weide betreten, um nach den Stuten zu schauen. Neugierig kommen bereits sie bereits zum Zaun. “Aww, da ist ja die Mutter von Amnesia”,sage ich begeistert und gehe sofort zu Takada. Bracelet lacht und geht zu Vintage. Danach wirft sie noch einen Blick auf Jagger. Vriska folgt mir, während Ilja Winter und Tyrell Nighti kontrolliert. Alles okay und wir steigen wieder auf die Pferde. Der Ausritt geht genauso entspannt weiter und nach einer Stunde sind wir zurück am Hof. Die Angestellten sind gerade dabei Baty und Bubi zu reiten auf dem Dressurplatz und zwei andere sind wieder am lonigieren von Magic und Wastl. Wir versorgen die Pferde und bringen sie zurück in den Stall. Für mich, Vriska und Tyrell ist keine Pause angesagt. Wir bekommen eine Reitstunde von Brace im Springen. Vriska hat noch etwas Angst, weshalb sie eine freundliche Stute bekommt - Chero. Ich darf Nino nehmen und Tyrell Ghost. Nephilim wird nebenbei auch mit geritten auf dem Springplatz. Die Anderen der Truppe helfen beim Pferde versorgen.
      Die Reitstunde war ein Traum. Nino zeigte sich ähnlich wie mein Rappe, den ich gehen lassen musste. Auch Vriska hat sich getraut über ein Kreuz zu springen und eine zweifache Kombination. Das hat sie echt gut gemacht.
      Langsam naht der Abend und wir umsorgen noch Sence, Showtime, Mate, Joy, Waldjunge,
      Vaconda, Dempsey, Akira, Dreamaker, Lead me Home und Cornetto. Die Pferde bekommen eine Fuhre Heu und etwas Aufbau fressen.
      Für uns gibt es ein Abendbuffet und freue mich schon sehr aufs Essen. Auch jetzt ist die Auswahl ziemlich groß. Auf dem Zimmer gucken wir alle zusammen noch einen Film und reflektieren den heutigen Tag. Morgen gucken wir uns noch ein paar Pferde an, bevor die Heimfahrt antreten.
      Der nächste Tag begann ziemlich früh und Bracelet hat uns direkt mit eingeplant. Beim Frühstücker zählt sie uns den Plan. Heute ist Dressur angesagt. Ich darf Mihály nehmen, Vriska bekommt Sookie, Tyrell Birdy und Ilja Herbstblüte. Nach dem Frühstück geht es dann auch schon los. Die Angestellten haben zuerst die Führanlage angemacht in der Eik, Love, Romulus und Scarlet ihre Runden drehen. Auch meine Eltern sind auf dem Hof noch etwas unterwegs. Mama bekommt Unterricht auf King Gun, da sie zuhause selber die Westernpferde reitet. Man lernt schließlich nie aus. Papa wird gleichzeitig von einem kleinen Schlingel beknabbert. Pinochio durfte mit die Halle um sich zu bewegen, aber lieber nervt er Vati. Der Reitunterricht läuft gut. Bracelet hat mich noch ein paar Tricks gezeigt, was mir bei den Jungpferden helfen kann, da es mir noch schwer fällt die Gerte zu verwenden in der Dressur. Im Springen ist diese schließlich viel kürzer. Als wir zurück kommen stehen wieder andere Pferde in der Anlage. Es sind Donnerhall, Angel, Donella und Melody. Gegen Mittag machen wir uns auf den Rückweg. Zuvor haben wir und noch mit Bracelet über den Hof und einzelne Pferde unterhalten. Die beiden Tage auf einem Hof waren eine ganz neue Erfahrung für mich und trotzdem freue ich mich wieder auf meine Tiere zuhause. Wir verabschieden uns und fahren los. Die meiste Zeit schlafen wir, weil es schon ziemlich anstrengend war.

      Frühlingsüberlegungen
      14. März 2019

      Zur Zeit standen einige Veränderungen auf dem Gestüt an. Es ging mal wieder darum welche Pferde in der kommenden Saison aktiv im Turniersport gehen sollten und welche eventuell verkauft werden sollten. Ebenfalls standen einige Fellnäschen auf der Liste für eine mögliche Rente; ob bloß aus dem hohen Sport oder allgemein.
      Unberührt von diesen Überlegungen sollten meine Jüngsten sein. Immerhin sollte der Nachwuchs ja früher oder später meine jetzigen Schätze ablösen. Ganz besondere Hoffnungen setzte ich natürlich in meine Trakehnernachzucht; DVTS' Colour the Nightsky, DVTS' Cascadeur de la Vie, DVTS' Seattle's Wintertime, DVTS' Takinou, Aiana, Capri, Bambina und Backfett. Aber auch in meine beiden Vollblutbuben DVTS' Magic Moments und Sir Bacardi hatte ich höchstes Vertrauen; sie sollten vorwiegend im Vielseitigkeitssport meine Assen werden, doch bis dahin war noch ausreichend Zeit. Nun durften sie alle erstmal in Ruhe gedeihen und wachsen.

      Übergangsphase
      14. September 2019

      Aiana, DVTS' Takinou, DVTS' Magic Movements, Sir Bacardi, DVTS' Seattle's Wintertime, DVTS' Cascadeur de la Vie, DVTS' Colour the Nightsky, Backfett, Bambina und Capri wurden die letzten Monate vorwiegend durch Anastasia versorgt, da ich selbst alle Hände voll zu tun hatte den Umzug einiger Pferde auf das Angus Og Stud in Irland vorzubereiten. Sie machte ihre Aufgabe dabei aber sehr gewissenhaft, weswegen ich mir absolut keine Sorgen zu machen brauchte. Dennoch wollte ich mich in Zukunft auch selbst bald wieder mehr in ihre Ausbildung einbringen, immerhin sollten dies ja irgendwann meine Nachwuchspferde werden und ich fand, dass eine tiefere Bindung immer von Vorteil war; selbst bei Berittpferden nahm ich mir immer ein paar Tage Zeit um sie erst kennen zu lernen und behandelte sie so gewissenhaft und mit Liebe wie meine eigenen. Das war ohnehin etwas, dass mir schwer fiel. Bei der Masse an Pferden die ich zur Zeit im Besitz hatte war es schwer, allen die gleiche; wenn nicht sogar nur genügend Aufmerksamkeit zu schenken. Durch die Auslagerung des Gestüts nach Irland würde dies aber hier bestimmt ein bisschen mehr Ordnung rein bringen und ich hätte wieder mehr Zeit für die Pferde, die hier blieben.

      Sichelöhrchen
      März 2020

      Ich stand gerade in der Dressurarena des Den Vackra Trakehner Stud, wo Anastasia Master Of Gold arbeitete. Da der Hengst nicht mehr aktiv im Turniersport eingesetzt wurde eignete er sich wunderbar als Lehrpferd für meine Bereiterin. Nebenher führte mir unser Stallbursche Melvin unseren Neuzugang Pluie warm, den ich eigentlich gleich reiten wollte. Das Ganze wurde allerdings durch einen lauten Rums unterbrochen, denn Pluie, ,,Plüsch’’, wie wir ihn bereits nannten, machte einen Satz und landete etwas unsanft mit einem Bein an der Bande. Überrascht drehte ich mich um und sah, dass Amelia, unsere Pferdepflegerin, sprichwörtlich mit der Tür ins Haus gefallen war. „Ist etwas passiert?“, wollte ich natürlich wissen, ehe ich bemerkte, dass sie wild wedelnd mit einer Pferdezeitschrift auf mich zukam. „Tüüür frei“,rief sie, nun natürlich viel zu spät, und nahm jedem die Möglichkeit vorweg entsprechend zu reagieren, geschweige denn zu antworten. „Das musst du dir unbedingt ansehen!“,rief sie ganz aufgeregt und drückte mir kurz darauf das Magazin in die Hand: „Da! Schau mal, wäre das denn nichts für uns?“
      Stirnrunzelnd betrachtete ich die geöffnete Seite mit den Verkaufsanzeigen. Ganz oben nahm ich sofort zwei Fotos von zwei außergewöhnlich aussehenden Pferden wahr. „Das sind Marwaris! Pferde aus Indien. Die haben diese niedlichen Sichelöhrchen!“,fuhr Amelia fort und machte ein ziemlich lustig aussehende Handbewegung über ihrem Kopf. „Mmhm“,murmelte ich ehe es, nun in meinem Kopf, zu rattern begann. Das Angus Og Stud, das ich mir ja geleistet hatte, hatte definitiv noch Kapazitäten frei und genau genommen fehlte dort ohnehin ein konkretes Zucht- oder Sportziel. Abgesehen davon gefielen mir diese beiden blütigen Pferde wirklich gut. Sie wirkten überaus edel und schienen tatsächlich eine Rarität zu sein.
      Schlussendlich bat ich Amelia den Plüsch zu longieren und selbst die Zahlen zu checken, ehe ich mich ein paar Tage darauf tatsächlich entschied die beiden zu kaufen. „Meereen“ und „Tamana“. Alleine was für klingende Namen die beiden hatten.
      Die kommende Woche verbrachte ich noch auf dem DVTS; immerhin war hier wirklich überaus viel zu tun im Moment. Auch wenn ich vor hatte einige Pferde und Tätigkeiten damit auf das AOS auszulagern, musste ich mir langsam eingestehen, dass ich wohl mehr Personal brauchte. Vor allem Bereiter würde ich wohl ein paar mehr einstellen müssen, denn ich und Ana alleine konnten all die Pferde kaum stemmen. Meine Zuchtstuten HGT‘s Nightmare, Takada, Winterzauber, Vintage Gold, I’ve got the moves like Jagger und Donella gingen zur Zeit überhaupt nur ihre Runden in der Schrittmaschine. Mehr Bewegung konnten sie sich zwar selbst auf den Paddocks holen, doch alleine schon Longearbeit gab es nur, wenn Amelia die Zeit fand. Sie durfte nämlich immer mal wieder wenn sie die notwendigen Aufgaben erledigt hatte ein wenig lockere Arbeit vom Boden aus mit den Pferdchen machen. Meist entschied sie sich dann aber doch dafür entweder Feierabend zu machen oder ihrem Lieblingspferd Dreaming Of Better Days, die ja ein wahres Goldstück war, Boden- oder Freiarbeit zu machen, was für mich, trotz der stetig bergauf gehenden Dressurkarriere der Stute, absolut in Ordnung ging; immerhin machte es ihr uns Dreamy immer super viel Spaß, weshalb ich dabei ab und an auch ganz gerne mal zusah. Für mich selbst blieb leider, wohl auch bedingt durch den eben erwähnten Personalmangel, für solche Dinge leider kaum Zeit mehr, wenn es nicht gerade für die Jungpferdeausbildung von Nöten war. Hier war ich allerdings zur Zeit mit den meisten meiner Youngsters an anderen Punkten. Mit DVTS’ Daeny und Aiana war ich gerade noch mit den Basics wie dem Halftern und Führen in Schritt und Trab beschäftigt. DVTS’ Takinou, Backfett, DVTS’ Magic Movements und Sir Bacardi waren da schon deutlich weiter. Alle vier Jungpferde waren bereits mit den Basics vertraut und wurden bereits longiert. Hierbei hatte ich auch schon Stangen integriert, was den Muskelaufbau begünstigte, der bei mir immer vor den ersten Steps des Anreitens kam.
      DVTS’ Seattle’s Wintertime, DVTS’ Cascadeur de la Vie, Caddylack, Bambina und DVTS’ Colour the Nightsky waren bereits recht weit, was die Longearbeit betraf. Sie reagierten alle schon sehr fein auf die Stimm-, wie auch Peitschenhilfe. Außerdem waren sie bereits an das Gebiss gewöhnt, das sie bisher alle schon super annahmen. Handarbeit hatte ich auch schon in die Arbeit mit dazu genommen, genauso wie im Zuge dessen die ersten Anfänge der Seitengänge. Casi machte sich dabei besonders gut und mauserte sich trotz leichtem hengsteln als Musterschüler. Die Ausbildung dieses Pferdes war für mich im Generellen etwas ganz besonderes. Auch wenn ich tatsächlich auf meinen gesamten ersten Fohlenjahrgang sehr stolz war, war Cascadeur für mich in der Arbeit der, der momentan am positivsten heraus stach. Der dressurgezogene Hengst schien ganz nach seinen Eltern zu kommen. Charakterlich zeigte er sich jetzt schon besonders stark, obwohl er ein wirkliches Prachtexemplar an Hengst zu werden schien und sich so langsam richtig zu präsentieren begann. Er war auch stets bedacht dem Menschen nichts zu tun, obwohl ihm das Testosteron nun sehr deutlich einschoss, was bei einem Hengst auch etwas sehr angenehmes war.
      Chestnut und Vina waren schon noch weiter. Bei Chestnut war es bald soweit, als dass er offiziell als Angeritten und auf E-Niveau befindlich gelten konnte.
      Für VK Gunna Whiz und Hollywood King Gun hatte ich seit einigen Wochen einen professionellen, externen Westernbereiter am Hof, der die beiden zwei bis dreimal ritt und sie, sobald alles harmoniert, auch auf Turnieren vorstellen würde. Auch wenn ich eiinige Stunden Westernunterricht hinter mir hatte und mich regelmäßig fortbildete wurde ich den Beiden so einfach nicht gerecht. Immerhin hatte ich am Ende des Tages eine englische Reitausbildung. Trotzdem war ich sehr stolz auf meine beiden Schätze und sah immer gerne beim Training zu.
      Abgesehen davon starteten mit Vaconda und Give me Chocolate nun aktiv die Vorbereitungen auf die jeweilige Stutenkrönung. Vaconda war im Training unfassbar stark; Choco ritt ich beinahe nur noch locker Dressur, in Kombination mit einigen Gymnastikreihen, denn die hohen Sprünge und der Parcours lief mit ihr wie von selbst, da war sie unfassbar sicher geworden.
      An der Sicherheit arbeiten musste ich noch mit meinen Nachwuchspferden. Brouk war leider nach wie vor schwierig, auch wenn er sich schon deutlich verbessert hatte. Er war nunmal von Natur aus schon kein Anfängerpferd, wie ich es von seiner Mutter auch schon gewohnt war, und im Zusammenspiel mit seiner Vorgeschichte war es oft wirklich ein Kampf, den ich nicht führen wollte. Deshalb hatte ich vor einigen Wochen beschlossen, ihm einfach die Zeit zu lassen die er zur Entwicklung benötigte und alle Ambitionen bei ihm runter zu schrauben; auch wenn der Hengst eigentlich ein enormes Talent hatte, nicht nur vor der Kutsche, wovor er allerdings leichter zu händeln war als beispielsweise am Sprung oder gar in Parcours oder Dressuraufgabe. Hier hatte ich mit Balounito überhaupt kein Problem, denn der junge Hengst zeigte deutlich, dass er auch ein Springpferd sein wollte. Sein bester Koppelbuddy CHH’ Sence Of Humor hatte zur Zeit auch eine super Phase und war ebenso eine Freude zu Reiten. Ebenso It’s Showtime, Waldjunge, Poltergeist, Christmas Joy, Dempsey, Hummels Enterprise, Roommate, Cherokee Gold, Traumfänger, Akira, Take my Hand, Scarlet Sun, Cornetto, Lead me Home, Romulus, Pinochio, Simple little Melody, Birdcatcher, Sookie, Golden Eye und Sir Donnerhall. Ich hatte also im großen und Ganzen wirklich Glück mit meinen Schätzen.
      Etwas intensiver musste das Training zur Zeit mit Mihály sein. Der Hengst hatte nämlich zur Zeit eine kleine Flegelphase und etwas zu viel Energie. Schaffte ich es aber dies zu Ausdruck in der Arbeit umzuwandeln lief der wunderschöne Fuchs wirklich unfassbar toll.
      Nur locker ritt ich zur Zeit meine Deckhengste Costa de la Bryére, Seattle’s GT’aime, N’oubliez Jamais, Party Shaker und Wastl. Etwas mehr Aufmerksamkeit bekam Nephilim Son Of Angel & Devil, da ich bei ihm immer all meinen Stress vergessen konnte und dies gewissermaßen seelenstreichend wirkte.
      Magic Attack befand sich genauso wie Angels Kiss, Black Pearl und Dreammaker noch in der Winterpause. Bei Magic war dies gewissermaßen eine Art wohlverdienter Semiruhestand. Dies hatte ich auch seiner Vorbesitzerin versprochen, denn der hübsche Hengst hatte in seinem Leben bereits genug geleistet und sich etwas mehr Ruhe und Pferd-sein-dürfen mehr als nur verdient.
      Breathing your Love und Cotsworlds Eik wurden zur Zeit ausschließlich von Anastasia trainiert.
      Diese vertrat mich auch so gut sie konnte, während ich ein paar Tage auf dem Angus Og Stud war, um Meereen und Tamana im neuen Heim willkommen zu heißen. Ginger freute sich dabei auch wie immer über meinen Besuch und berichtete mir von den Fortschritten, die Belmonts Beo seit meinem letzten Besuch gemacht hatte. Abgesehen davon hatte sie auch viel über An Affair to Remember zu zählen, die sich, höchstwahrscheinlich nur vorübergehend, bei uns befand.
      Während die beiden Marwaristuten sich bereits einige Tage eingelebt hatten gab es noch eine große Überraschung für mich, denn wir hatten einen weiteren Neuzugang zu begrüßen: For Pleasure, ein wunderschöner und überaus begabter Fuchs, der bereits einige Erfolge in der Sparte Springen verbuchen konnte. Ein Ausnahmehengst wie er im Buche stand; bei dem ich nie erwartet hätte, dass dieses tolle Pferd tatsächlich in meinen Besitz kommen würde. Aber nicht nur ich war hin und weg als er ankam: auch Ginger strahlte über beide Augen, was auch verständlich war denn sie hatte erstmal das Vergnügen wohl die meiste Zeit mit dem Hübschen zu verbringen.
      Nachdem ich mit Ginger noch einen Plan bezüglich dem Training von Tamana, Meereen, Beo und For Pleaure ausgetüftelt hatte, musste ich leider auch schon wieder auf das DVTS zurück. Bald würde ich aber wieder kommen um etwas mehr Zeit auf dem Hof zu verbringen.
    • Bracelet
      & so begann der Ernst des Lebens
      April 2020

      April. In Schweden kehrte allmählich der Frühling ein und ließ nicht nur die traumhafte Landschaft rund um unser Gestüt, sondern auch meine etwas eingestaubte Motivation wieder aufblühen. Dies musste genutzt werden und kam gerade Recht: immerhin hatte ich da ein paar Youngsters die darauf warten angeritten zu werden.
      DVTS' Cascadeur de la Vie, DVTS' Seattle's Wintertime, DVTS' Colour the Nightsky, Bambina und Caddylack hatten die letzten Monate überaus große Fortschritte an der Longe gemacht und auch muskulär hatte sich bei ihnen viel getan. Ebenso waren sie alle schon an das Gebiss gewöhnt. Aus diesen Gründen war es nur mehr eine Frage der Zeit wann der nächste Schritt fällig war und so wollte ich ihn mit ihnen diesen April machen.
      So weit waren allerdings noch nicht alle meine Schätze. Sir Bacardi hatte ich bisher besonders viel Zeit gelassen. Obwohl es zwar immer hieß Vollblüter wären Frühentwickler, wollte ich Backi unter keinen Umständen verheizen. Er musste nicht auf Biegen und Brechen als Zweijähriger auf die Rennbahn. Deshalb starteten wir erst jetzt, wo der braune Vollbluthengst sich körperlich bereits vom staksigen Leichtgewicht weg hin zu einem ganz schön athletischen jungen Pferd entwickelt hatte. Ihn wollte ich deshalb diesen Monat schrittweise an das Zaumzeug, samt Gebiss, gewöhnen. Longiert war er bereits seit einigen Monaten und auch mit der Stangenarbeit war er vertraut. Trotzdem musste dies noch weiter vertieft werden, da das Angaloppieren nach wie vor eher ein Hineinrennen aus dem Trab war und der Trab meist zu Anfangs erstmal übersprungen wurde. Immerhin hieß ein kleiner Wink mit der Peitsche natürlich automatisch Galopp und Bocken, außer die Energie war dann mal draußen; dann hatten wir noch dieses typische Trabrasen, das sich statt dem Galopp zeigte, zu beheben. Aber das war ganz normal für Bacardis Ausbildungsstand. Im Grunde machte er sich dafür allerdings gar nicht so schlecht.
      Chestnut hatte ich innerhalb der letzten beiden Monate fertig angeritten. Dies hieß für mich, dass er unterm Reiter auf beiden Händen Schritt Trab und Galopp ging. Dabei fiel es ihm noch sehr schwer im Galopp das Gleichgewicht zu halten. Vor allem im Rechtsgalopp fiel er mir nach wie vor ab und zu aus und auch das Angaloppieren klappte noch keinesfalls auf den Punkt. Dennoch hatte er sich von Anfang an überaus lernwillig gezeigt. Er wollte gefallen und alles richtig machen. Das, in Kombination mit seinen raumgreifenden Gängen, ließen mich doch sehr hoffen, dass in diesem Hengst, den ich bereits als Fohlen gekauft hatte, das große Potential schlummerte.
      Aber nicht nur Chesi war bereits geritten. Auch klein Vina hatte sich ganz schön entwickelt. Sie hatte ich besonders spät angeritten, was allerdings dem Umstand geschuldet war, dass sie tatsächlich eine Spätentwicklerin war und ein paar Pausen dazwischen hatte um sich gut auswachsen zu können. Nun beherrschte sie aber bereits all ihre Gangarten, wenn auch am Trab noch herumgefeilt werden muss.
      Damit auch meine übrigen Youngsters bald hier hin kämen mussten sie jedoch erstmal einen Reiter auf ihrem Rücken dulden. Aus diesem Grund übte ich mit Wintertime, Cascadeur de la Vie, Colour the Nightsky, Bambina und Caddylack seit dem Ersten dieses Monats die unterschiedlichsten Dinge auf ihrem Rücken zu akzeptieren.
      Casi stach dabei mal wieder besonders positiv hervor. Obwohl er von außen betrachtet seit es wärmer wurde immer unter Strom stand und die Frühlingsgefühle hoch kamen schlug sein Wesen stets stärker durch als seine Hormone: Seine neugierige, selbstsichere Art und seine Gutmütigkeit dem Menschen gegenüber machten einem Neues besonders leicht. Egal was ich auch auf seinem Rücken anstellte blieb er brav stehen und drehte lediglich die Ohren in meine Richtung. Aus diesem Grund passierte diesen Monat etwas für mich ganz Besonderes. Mitte April war ich mit Anastasia und Cascadeur am Platz. Nachdem ich ihn ausgiebig an der Longe gearbeitet und etwas Bodenarbeit gemacht hatte hielt Ana ihn mir fest und ich stellte wie bereits einige Male zuvor meinen Fuß in den Bügel des Sattels, den ich davor vier Mal auf Casi liegen hatte. Ich ruderte damit etwas umher, ehe ich mich vorsichtig auf den Rücken des Trakehners legte. Nun war praktisch mein ganzes Gewicht auf ihm. Er stand nach wie vor recht entspannt da, also lobte ich ihn überschwänglich und wiederholte dies noch ein paar Male. Dann war es soweit: Ich schwang vorsichtig mein zweites Bein über den Rücken des Schecken und stieg auch in den zweiten Bügel. ,,Guuuuter Bub!'',sagte ich das gefühlt dreidutzendste Mal an diesem Tag und strich ihm ausgiebig über seinen Hals. ,,Na? Dann wollen wir doch mal.'',sagte Anastasia grinsend und begann langsam zu gehen. Casi drehte ein Ohr in ihre Richtung, das Andere blieb nach hinten gedreht. ,,Na komm.'',fügte Ana hinzu und er setzte sich vorsichtig in Bewegung. Nach ein paar Schritten hielt sie ihn wieder an und ich stieg ab. Erst dann realisierte ich was gerade passiert war: ich saß tatsächlich zum allerersten Mal im Sattel eines Pferdes aus meiner eigenen Zucht. Plötzlich stiegen mir die Tränen in die Augen. Es war ein ganz besonderer und rührender Moment; Ich konnte mich noch ganz genau an Casis Geburt 2016 erinnern und nun hatte er sich zu so einem prächtigen Hengst entwickelt und akzeptierte mich auf seinem Rücken. Unbeschreiblich!
      Das gleiche Prozedere sollten auch Wintertime und Nightsky durchlaufen.
      Wintertime war in Summe ein klein wenig skeptischer als Casi. Aus diesem Grund überstürzte ich mit ihr auch nichts um keine schlechte Erfahrung zu provozieren. Ganz langsam gewöhnte ich sie diesen Monat aber ebenfalls bereits an den Sattel, den ich immer wieder auf ihren Rücken legte, damit ruckelte, die Steigbügelriemen auszog und mit den Bügeln ihren Bauch abrieb. Nachdem sie dies gut annahm schloss ich dann auch immer wieder den Gurt und öffnete diesen wieder, ehe ich sie dann auch erst mit hinaufgezogenen, dann mit heruntergelassenen Steigbügeln longierte. Da das Timing stimmte passierte außer ein paar kleinen Bucklern im Galopp auch nichts aufregendes. Schon beim ersten Mal schnaubte sie zum Ende der Einheit zufrieden ab und signalisierte mir damit, dass ich soweit alles richtig machte.
      Die härteste Nuss jedoch war unser Prinzesschen. Colour the Nightsky hat nämlich, wie wir es schon in Fohlentagen befürchtet und vorhergesagt hatten, das Temperament ihrer Mutter geerbt. Nightmare war eine überaus feurige Stute und ihre Tochter ließ kaum einen Tag aus an dem sie uns nicht zeigte, dass das mit dem der-Apfel-fällt-nicht-weit-Prinzip nicht nur so ein dahingesagtes Sprichwort war. Obwohl sie es bereits als Jährling konnte schien sie nun selbst das Hineinführen von der Koppel noch nie gekannt zu haben. Wie ein kleiner Wildfang trieb sie unsere Stallburschen damit in den Wahnsinn. Edvin und Erik wollten sie schon gar nicht mehr nehmen, weswegen sie meist an Melvin hängen blieb, der doch ein Händchen für die schwierigeren Exemplare hatte. Trotzdem nennte er sie nur noch ,,das Monster'' wenn er von ihr sprach. Hierbei war auch er es, der sich zum ersten Mal traute es auszusprechen: ,,Ist wie Brouk!'' und damit hatte er ganz Recht. Mein verlorener Nightmaresohn, Colours Halbbruder, war ebenso, wenn nicht noch eine Schippe schwieriger. Eventuell sollte ich mir ab sofort ruhigere Hengste aussuchen, wenn ich die Stute decken ließ. Nun konnte man aber bei den beiden nichts anderes mehr tun als sie gut zu erziehen. Bei Nightsky sah ich dabei noch die größten Chancen, denn sie hatte noch keine einzige schlechte Erfahrung gemacht seit sie auf die Welt gekommen ist und auch Nightmare hatte ich selbst erzogen; sie war nun zumindest immer anständig.
      Leicht war aber dementsprechend die Arbeit nicht. Es hätte aber wohl schlimmer kommen können. Immerhin reagierte sie auf die feinste Körpersprache. Ohne Stimmkommando oder Peitsche konnte ich sie bereits nun, als dieses Jahr Vierjährige, auf den Punkt antraben, angaloppieren und durchparieren. Dies übte ich sogar schon frei mit ihr. Außerdem war sie vergleichen mit Brouk Menschen gegenüber grundsätzlich freundlich; sie konnte ihre Energie nur noch nicht zügeln. Mir gegenüber war die Overostute allerdings doch sehr bemüht sich richtig zu verhalten. Sie akzeptierte ebenso Schritt für Schritt meine Vorbereitung auf den Sattel und ließ sich im April auch diesen bereits zumindest auflegen, wofür ich auch sie immer überaus überschwänglich lobte. Alles in Allem war die Hübsche ja dennoch ein ganz tolles Pferd; jung war sie eben noch.
      Bambina und Caddylack hatte ich seit März in Anastasias Obhut übertragen. Sie waren ihre ersten Jungspunde, die sie anreiten sollte. Aus diesem Grund stand ich ihr tatkräftig zur Seite und unterstützte sie wo ich konnte. Auch eine Art Unterricht gab ich ihr immer mal wieder und da sie auch oft bei meiner Arbeit mit den anderen Youngsters zusah lernte sie so auch etwas. Aus diesem Grund war ich guter Dinge. Immerhin ließen sich auch die Beiden schon mit Sattel longieren und tolerierten die ersten Aufstiegsvorbereitungen.
      VK Gunna Whiz war nun mittlerweile seit September 2018, also nun den achten Monat, unterm Sattel. Da meine Westernkenntnisse nicht überdurchschnittlich hoch waren hatte er die ersten Monate davon eine recht ruhige Zeit gehabt in denen ich lediglich die Basics abfragte. Dies schien ihm jedoch gar nicht geschadet zu haben, da er sich mittlerweile schon sehr schön ausbalancieren konnte und bereit für mehr war. Seit er allerdings seit Ende Februar von einem externen Westerntrainer zwei bis dreimal die Woche geritten wurde zeigte sich, dass er eigentlich schon weiter wäre; so machte er doch sofort recht große Fortschritte. Ich stand dabei meist am Rand des Platzes und sah den beiden bei der Arbeit zu. Auch wenn es auf dem Gestüt oft drunter und drüber ging nahm ich mir diese Zeit. Immerhin konnte ich dabei ja auch noch etwas lernen, was mir dann zugute kam wenn ich Nano und Husky ritt.
      Eine weitere erfreuliche Neuigkeit hatte vier weiße Beine und eine schicke Blesse. ,,Hannifee’’: eine überaus hübsche Rabicano-Stute. Sie kam nämlich diesen April bei uns an. Die sportlich gebaute Siebenjährige hatte ich in einer Anzeige gefunden und mich nach langem Hin und Her für sie gemeldet. Wiedererwartens entschieden sich die Vorbesitzer tatsächlich für mich und ehe ich mich versah zog die beliebte Trakehnerstute auch schon auf dem DVTS ein. Sie machte überaus Spaß unterm Sattel und würde wohl einerseits sportlich, andererseits aber auch später in der Zucht aufgrund ihrer besonderen Farbe eine große Bereicherung für mich sein. Ich war gespannt wo unser gemeinsame Weg uns noch hinführen würde.
    • Bracelet
      das erste Freispringen
      August 2020

      ,,Ne ne, lass die Stange ruhig erstmal so weit unten.’’,rief ich zu Anastasia hinüber, die das kleine Stangenkreuz gerade ein Loch höher legen wollte. ,,Ganz sicher, Brace? Das sind ja keine 50 Zentimeter.’’,entgegnete sie stirnrunzelnd. Ich musste grinsen: ,,Du darfst die dann eh noch höher machen, aber lass uns erstmal schauen wie sie sich tun. Das sind ihre allerersten Sprünge.’’ ,,Wer weiß. Vielleicht nimmt Grace die ja gar nicht ernst und es stellt sich heraus, dass sie doch ein S-Springpferd ist.’’,scherzte Ana. ,,Beestimmt.’’ Ich musste lachen.
      Anastasia und ihre Kugel. Sie hatte ja wirklich immer an die schwarze Stute geglaubt, die mittlerweile wirklich schon um einige Kilos leichter war und langsam richtig in Shape kam. Dennoch hielt ich sie zum derzeitigen Zeitpunkt bei weitem eher für ein Dressurpferd. Das allerdings doch ziemlich hochkarätig. Auch wenn man auf Papieren nicht reiten kann hätte ich mich, als leidenschaftliche Züchterin, deshalb schon sehr dafür interessiert aus welcher Trakehnerlinie sie abstammte. Uninteressant oder unscheinbar war die Stute mittlerweile nämlich bei weitem nicht mehr. HMJ Grace entwickelte sich wirklich zu einer eleganten Balletttänzerin, die mit ihren weißen Schühchen übers Sandparkett schwebte.
      Nun ging es allerdings darum eine kleine Reihe von Hindernissen zu springen. Dazu hatten wir in der Springhalle einen kleinen schlauchförmigen Raum mit Flatterband abgesperrt und drei kleine Kreuze aufgebaut.
      ,,Guut na dann lass uns mal das erste Pferd holen.’’,schlug ich vor, nachdem ich die letzte Halterung nochmal überprüft hatte. Von Anfang an geplant war, dass all meine Youngsters ein paar Sprünge machten. Auch wenn zum Beispiel mein DVTS’ Cascadeur de la Vie deutlich dressurbetont gezogen war war mir eine vielseitige Grundausbildung überaus wichtig. Bezüglich dieser waren meine Azubis allerdings alle schon einige Schritte weiter als sie es noch vor ein paar Monaten waren. Sir Bacardi hatte es nun endlich auch verstanden was es hieß zu traben; auch mal ganz entspannt. Außerdem war auch er nun bereits mit dem Sattel vertraut und die ersten Trockenübungen zum Aufsteigen waren geschafft. Vina und Chestnut waren ohnehin bereits auf einem ganz anderen Level und auch Cascadeur stach nach wie vor stark hervor; ging bereits überaus brav im Schritt, Trab und Galopp unterm Reiter, auch im Gelände mit Begleitpferd, und reagierte schon überaus rasch auf meine Hilfen. Er lernte schnell und schien die Basics mittlerweile schon alle begriffen zu haben. Natürlich fehlte ihm hier und da noch die Balance oder Kraft, aber jedem am Stall war klar, dass sich aus dem hübschen Schecken gerade ein herausragendes Nachwuchsdressurpferd entwickelte. DVTS’ Seattle’s Wintertime stand dem Hengst allerdings um fast nichts mehr hinterher; die schwarze Stute hatte die letzten Wochen sprunghafte Fortschritte gemacht. Mittlerweile lief auch sie in Schritt, Trab und Galopp unter mir, war jedoch noch etwas holpriger in den Übergängen und Wendungen. Ein Fall für sich hingegen war definitiv noch immer der dritte Trakehner desselben Jahrgangs im Bunde, den ich immer zusammen mit den eben genannten Beiden nannte: DVTS’ Colour the Nightsky. Der kleine Wildfang spielte sich nach wie vor mindestens dreimal die Woche mit meinen Stallburschen, was ja bereits eine Verbesserung zum Frühjahr war, wo sie dies noch jeden Tag getan hatte, und büchste beim auf die Koppel bringen aus oder tanzte ihnen über die Füße. Bei mir jedoch konnte sie sich mittlerweile besser benehmen. Das Sprichwort ,,ein Trakehner sucht sich seinen Reiter selbst aus’’ passte bei ihr wie die Faust aufs Auge; wobei diese doch recht rabiate Redewendung tatsächlich auch sehr gut zu der Overostute passte. Ich hatte es mittlerweile zwar geschafft sie auch frei in allen drei Gangarten zu reiten, musste mich aber jede Trainingseinheit ganz schön anschnallen und jederzeit auf eine kleine Stunteinlage gefasst machen. Ich verfluchte mich selbst ein wenig dafür ihre Mutter damals nicht von einem ruhigeren Hengst decken haben zu lassen; andererseits war ich auch fest davon überzeugt, dass dieses energetische Wesen, sofern es in die richtigen Bahnen zu lenken war, durchaus auch sportlich einen Vorteil haben konnte. Talent hatte sie zusätzlich schließlich ja auch in die Wiege gelegt bekommen. Dieses Talent, doch definitiv in ruhigerer Ausführung, hatten auch Caddylack und Bambina. Die Zwei waren nach wie vor ganz und gar in Anastasia Betreuung, wobei ich sie allerdings immer noch unterstütze wo es nötig war. Caddy ritt sie ebenso mittlerweile frei. Der Braune zeigte schöne Gänge und war unterm Sattel in allen drei Gangarten sehr rasch gut ausbalanciert; eine Eigenschaft die bei einem künftigen Vielseitigkeitskandidaten nicht wenig wichtig war. Bei ihm war ich deswegen auf das Freispringen noch umso gespannter. Wie er sich da wohl tun würde? Gespannt war ich aber gleichermaßen auf die ebenso gerade angerittene Bambi und VK Gunna Whiz. Letzterer war ja durch und durch ein Westernpferd; hatte also mit dem Springen überhaupt nix am Hut. Trotzdem wollte ich auch ihm diese Abwechslung bieten und wusste schließlich, dass auch ein Paint die paar wenigen Zentimeter problemlos bewältigen konnte. Außerdem hatte Nano sonst heute ohnehin frei, da unser Westerntrainer erst ist in zwei Tagen wieder am DVTS war um ihn und Husky zu trainieren, und schien um jede Beschäftigung an solchen Tagen dankbar zu sein, weswegen ich in letzter Zeit begonnen hatte recht oft an Ruhetagen leichte Bodenarbeit mit ihm zu machen und so sein hübsches Köpfchen vermehrt zu fordern.
      ,,Dann lass uns doch mit Sir Bacardi beginnen?’’,ließ Ana in fragendem Ton fallen, wenn ich auch wusste, dass es mehr eine Feststellung als eine Frage war. ,,Jaja.’’,rief ich noch hinterher, im Klaren, dass sie mich wohl sowieso nicht mehr gehört hatte.
      Keine zwei Minuten später kam sie mit dem Braunen an der Hand zurück. ,,Habe Amelia gesagt sie soll an seiner Stelle den Caddy herrichten und in die Schrittmaschine stellen und danach einen Youngster nach dem anderen.’’,meinte Ana dabei und erklärte mir so indirekt, dass Bacardi schon aufgewärmt war. ,,Super. Dann lass den ruhig schon das erste Mal drüber.’’,wies ich sie daraufhin an.
      Der junge Hengst beäugte erst etwas kritisch die Absperrung, ließ sich keine zehn Sekunden darauf aber auch in die kleine Gasse dirigieren und galoppierte los. Vorm ersten Kreuz stockte er und stiefelte in einer mir nicht bekannten Mischgangart über die rotweißen Stangen. Ich schnalze mit der Zunge und hob leicht die Peitsche an, woraufhin er wieder in den Galopp sprang und den zweiten und dritten Sprung brav machte. ,,Braa!’’,lobte ich ihn, schwedisch, da all mein Personal vermehrt so mit den Pferden redete und ich wollte, dass vor allem die Jungen eine Art einheitliches Lob hatten. Daraufhin fing ihn meine Mitarbeiterin wieder ein und ließ ihn noch einmal springen. Diesmal war es schon besser. Nach einer weiteren Wiederholung galoppierte Bacardi etwas auf der freien Fläche umher, während ich und Ana die Stangen leicht erhöhten, ehe der Hengst noch zweimal seinen Auftritt bekam bevor wir dieses Prozedere erneut durchführten.
      Nach dem Vollblut war Chestnut an der Reihe, der von Anfang bis Ende eine sehr souveräne Form an den Tag legte, wie es auch Caddylack tat, bei dem wir die Stangen zum Ende hin etwas höher gelegt hatten als bei seinen Vorgängern. Der hellbraune Trakehner machte dabei technisch einen wirklich tollen Sprung und zeigte auch wie er wirklich schön den Rücken aufwölbte, die Vorderbeine dicht an den Körper gezogen.
      Zwischen den beiden letztgenannten Pferden war Cascadeur an der Reihe. Wie erhofft zeigte auch er keine schlechte Performance. Trotzdem sah man einen deutlichen unterschied zu ihm und Wintertime und Nightsky. Beide hatten Väter, die in deren aktiven Turnierzeit im Springsport überaus geglänzt hatten.
      Wirklich heraus stach auch Bambina. Wie ich von Anastasia erfahren hatte hatte sie sie bereits einige Male freispringen lassen und sich nicht schlecht gemacht. Aus diesem Grund wollten wir es heute mal wissen und legten die Stangen am Ende bis auf 1,40m nach oben. Ich war mir dabei natürlich sicher, dass die Stute körperlich bereits in einer guten Verfassung war und dies körperlich unproblematisch für sie sein würde, sonst hätte ich dies klarerweise wie bei den anderen Youngsters unterlassen. ,,Woow.’’,schwärmte Ana und riss mich damit ein wenig aus meinen Gedanken. Bambi hatte den Steilsprung furchtlos genommen und war wie ein kleines, geschecktes Flugzeug durch die Luft gesegelt. Ich grinste: ,,Toll ist sie, dein Azubi.’’
      Nach Vina, die insbesondere für einen Isländer ebenso wirklich gute Sprünge gezeigt hatte, war Gunna Whiz an der Reihe. Der schicke Junghengst beäugte die neue Konstruktion überaus neugierig, schon als er gerade erst in die Halle geführt wurde. Mit gespitzten Ohren folgte er Ana bis zur Absperrung, ehe er schließlich los galoppierte. Er stellte sich gar nicht so tollpatschig an, sondern verstand, dass er da wohl irgendwie drüber sollte und sprang instinktiv richtig über die drei Kreuze. Da er das Ganze auch beim zweiten Anlauf so gut bewältigte beschlossen wir die Stangen auf 80 Zentimeter zu erhöhen, die er auch, scheinbar ganz ohne Anstrengung, überhopste. Ich grinste. Anastasia sprach amüsiert meinen Gedanken laut aus: ,,Tzz da stellt sich der Nano ja besser an als Bacardi, und der soll mal Vielseitigkeit gehen.’’
      Last but not Least war dann unsere Grace an der Reihe. Phlegmatisch wie immer trottete sie, ohne Zweifel mindestens zwei Schritte zu weit hinten, Anastasia hinterher. Im Gegensatz zu den meisten Pferden vor ihr schien sie die ganze Konstruktion nichtmal bemerkenswert zu finden. Als Ana sie schließlich vor der Gasse positioniert vom Strick ließ blieb Gracey erstmal stehen. Erst als ich mit der Peitsche in ihre Richtung ging setzte sie sich in Bewegung. Ich klatschte einmal mit dem Schlag in die Luft, woraufhin der Rappe antrabte und in Richtung des ersten Kreuz’ steuerte. ,,Hah! Damit hatte ich schonmal recht!’’,rief Anastasia lachend als Grace über besagtes rotweißes Hindernis trabte. Dabei nahm sie die Beine mehr oder weniger geschickt nach oben und ließ somit alle Stangen oben. Das gleiche folgte auch bei den übrigen Sprüngen. Ich griff mir an den Kopf. ,,Nagut. Dann mach’s mal höher. 80 Zentimeter schafft die locker.’’,meinte ich schließlich. Während meine Mitarbeiterin die Stangen erhöhte fing ich die Stute ein, wobei ,,einfangen’’ wohl in Anbetracht dessen, dass sie einfach nach der Reihe, noch in der Gasse, stehen blieb, nicht sehr treffend formuliert war.
      ,,Na komm du Pflugel.’’,murmelte ich schmunzelnd und ließ sie am Anfang der Reihe los. Ana schlug mit der Peitsche, Grace trabte los. Vor dem ersten Sprung blieb sie stehen und wendete in meine Richtung. ,,Grace!’’,rief ich, deutlich mit überraschtem Unterton, da ich sowas nie von ihr erwartet hatte, und wedelte mit den Armen, einen Schritt auf sie zumachend. Der Rappe machte wieder kehrt, diesmal galoppierte sie an und sprang über Hindernis Nummer Eins. ,,Peitsche!’’,rief ich Ana lautstark zu, die sofort handelte, weshalb die Stute nun auch die übrigen Kreuze übersprang. Am Ende der Reihe schlug sie aus und machte einen Bocksprung, ehe es im Renngalopp auf die freie Fläche ging. ,,Tzzz.’’,entkam es mir: ,,Diese Pflugel. Wird ja noch richtig frech.’’ ,,Und wach!’’,lachte Anastasia.
      Grace galoppierte ein paar Runden wild durch die Halle. Ich folgte ihr mit der Peitsche und dirigierte sie schließlich wieder in die Gasse, wo sie ein paar ziemlich gute Sprünge machte. Am Ende bockte sie wieder; diesmal wirkte es allerdings als hätte sie einfach ganz schön Spaß. ,,Machen wir’s noch ein wenig höher?’’,fragte Ana nach, wobei ich nickte.
      Schließlich erhöhten wir nach ein paar Durchgängen den letzten Sprung auf 1,20m. Dabei war Grace mittlerweile richtig in Fahrt gekommen und nahm das Hindernis ohne zu zögern. ,,Braaaa!’’,rief Ana freudig. ,,Okay, das hätte ich ihr jetzt nicht zugetraut.’’,gab ich ehrlich zu: ,,Soh. Die hat genug, das reicht für heute.’’
      Nachdem ich Grace noch ein paar Minuten trocken geführt und zurück zu Dreamy auf die Koppel gebracht hatte half ich noch beim Abbauen. ,,Das haben sie toll gemacht.’’,meinte ich schließlich. ,,Ja, ich glaube das sollten wir öfter einbauen. Zumindest bei den Springern und den Buschis.’’,meinte Anastasia und fügte noch scherzend hinzu: ,,Vor allem mit Bacardi. Sonst war’s das wohl mit der Geländekarriere.’’ Ich lachte: ,,Du wirst schon noch sehen!’’
    • Bracelet
      von bunten Stangen, Punktetieren und Schickimicki
      Dezember 2020

      „Seehr gut.“,lobte ich Cascadeur freudig und klopfte mit der rechten Hand sanft seinen Hals. In der letzten Woche hatte ich begonnen wieder vermehrt Stangen in unsere Arbeit einzubinden und die ersten kleinen Sprünge mit meinen Youngsters zu machen. Chestnut und Caddylack hatten bereits mehr Erfahrung am Sprung, da Anastasia da zum Handkuss kam, die das sehr ernst nahm. Vor allem der Dunkelfuchs im Bunde war anfangs extrem übermotiviert. Obwohl er deutlich dressurbetont gezogen war hatte er gar nicht so wenig Vermögen. Caddy sprang da deutlich verhaltener, obwohl ich wusste, dass er hier die Buschgene hatte. Bestimmt lag es aber auch gerade daran, dass Chestnut einfach mit der Höhe weg machte, was Caddylack schon sehr gut einschätzen konnte. Wenig talentiert hingegen war tatsächlich Vina in dieser Hinsicht. Irgendwie wurde sie unterm Sattel mit dem Hopsen nicht warm. Aber das war völlig in Ordnung für die süße Isländerstute, die dafür in der Dressur große Fortschritte machte, wie fies auch DVTS‘ Cascadeur de la Vie tat. Trotzdem zeigte dieser dann doch, dass er auch unterm Springsattel sein Streberdasein nicht aufgab. Ich musste wirklich sagen, dass dieser junge Hengst eine unfassbar tolle Anpaarung war! Jedes Mal wenn ich mit ihm trainierte schlug mein Züchterherz ein wenig höher.
      Aber auch meine beiden Stuten DVTS‘ Colour the Nightsky und DVTS‘ Seattle‘s Wintertime entwickelten sich prächtig! Sky, wie es sich in letzter Zeit als Hauptspitznamen integriert hatte, war nach wie vor kein leichtes Pferd. Aber wie die Springen konnte! Von Sprung Eins an machte sie einfach nur Spaß! Natürlich wenn man das erste Bocken nach den Sprüngen erstmal ersessen war, da konnte sie es nämlich dann doch ganz schön. War man aber über einen gewissen Punkt hinweg ließ sie sich bereits sehr reiten. Vor allem auch was ihr Alter betraf. Man durfte nie vergessen, dass die schicke Scheckstute dann doch noch recht jung war, weshalb ich immer darauf achtete sie nicht zu überfordern. Bei Sky verleitete nämlich ihr unheimliches Talent, gepaart mit ihrem ständigen Bewegungsdrang dazu dies zu tun, weshalb ich sie auch ausschließlich selbst ritt. Durch ihre Nervigkeit bemerkte man nämlich oft nicht, dass sie dann doch nicht so viel Kraft und Muskulatur hatte wie sie oft tat. Trotzdem konnte ich nach nur einer Woche bereits einen niedrigen Parcours mit ihr springen, und zwar wirklich ganz ordentlich.
      Die Dritte im Bunde, Wintertime, war aber auch nicht zu unterschätzen. Sie war zur Zeit etwas spritzig, allerdings immer händelbar. Das zuletzt kühle Wetter verlieh ihr in den letzten Tagen eine Prise Extraenergie, die ich für das Springtraining gut zu nutzen wusste. Was bei ihr herausstach war, dass sie den Rücken schon sehr schön rund machte: nicht nur in der Dressurarbeit, sondern auch jetzt über den bunten Stangen. Das machte mich auch wirklich stolz!
      Aber nicht nur meine Nachzucht bekam diese neue Aufgabe gestellt. Auch HMJ Grace war mal wieder mitten im Geschehen. Ich wusste zwar mittlerweile, dass Gracey bestimmt deutlich weiter ausgebildet war, dennoch nutzte ich oft meine Jungpferdeausbildung zur Orientierung für meine ehemalige Kugel. Das war ganz praktisch um auch ihr nicht zu viel zuzumuten, obwohl ich sie dressurmässig bereits deutlich mehr arbeitete als die Youngsters, da sie ja schon ein voll ausgewachsenes Pferd war. Die Kilos waren mittlerweile auch weiter gepurzelt und ihre Hufe wurden immer besser. Die Qualität war zu Anfangs ja wirklich schlecht und hatte mir zahlreiche Sorgen bereitet, doch mittlerweile waren diese wirklich ziemlich solide. Dadurch konnte ich nun auch beginnen sie guten Gewissens zu springen. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass Grace gegen meine restlichen Auszubildenden ein alter Hase war. Für sie waren all die bunten Stangen wohl nichts Neues und dementsprechend entspannt zeigte sie sich auch. Mittlerweile war sie auch nicht mehr so träge, wurde aber auch nicht heiß, was ein sehr guter Mittelweg war.
      Nachdem ich die Sechs am Vormittag tatsächlich mal wieder untergebracht bekam war ich ganz dankbar, als ich knapp nach Punkt Zwölf mit Grace die Springhalle verließ und erstmal etwas Ruhe bekam. Lange dauerte diese allerdings nicht an, denn keine halbe Stunde nachdem ich die schwarze Stute nach dem Training versorgt hatte hörte ich schon wie jemand sich mit schnellen Schritten meiner Tür näherte. Ohne zu klopfen riss Amelia die Tür auf. „Braace!“,rief sie keuchend: „Der Schickimicki ist da!“ Ich runzelte erstmal die Stirn: „Der wer ist da?“, dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. „Ooh! Das neue Pferd!“,fuhr ich hoch. Eigentlich hätte ich erst spätestens gegen Acht Abends mit dem Transporter gerechnet. Rasch schnappte ich mir meine Jacke, ehe ich Amelia in den Hof hinaus folgte.
      Nachdem gestern schon unsere neue Stute, Ineska, angekommen war war es nun soweit und ich war gespannt, ob mir das neue Hengstchen auch so zusagte. Beide hatte ich vorher nicht Probe geritten. Auf Ineska kam ich durch eine gute Bekannte, die sie einige Monate lang geritten war, ehe sie zum Verkauf angeboten wurde. Zu Schickimicki kam ich hingegen durch eine Anzeige in einer Pferdezeitschrift. Das Foto des Schecken hatte mich einfach sofort angesprochen, und dann auch noch meinen Seattle in seinem Stammbaum entdeckt. Ganz unvergänglich hatte ich daraufhin dann mit den, nun ehemaligen, Besitzern telefoniert und anschließend einige Videos des hübschen Tieres zugesendet bekommen. Das Exterieur sagte mir überaus zu, meinen Hengst kannte ich ja zu gut; wusste was er in etwa weiter gab, da ich ja auch selbst mit ihm züchtete, die Stute, Vakany, war auch sehr erfolgreich im Sport gewesen, stammte aus mir vertrauten, guten Zuchtlinien, und hatte dem Jungpferd, neben hoffentlich viel Talent, eine überaus interessante Fellfarbe vererbt. Auch wenn ich hauptsächlich natürlich auf die sportlichen Eigenschaften bei der Zucht achtete, wusste ich, dass er in der Vererbung irgendwann mal, wenn er sich bewährte, für viele Hobbyzüchter, wie auch Hobbyreiter, überaus interessant sein würde, da er das Dun-Gen von seiner Mama mitbekommen hatte. Bei all diesen Faktoren wäre es eigentlich dumm gewesen es nicht zu versuchen, also hatte ich zugeschlagen und den noch uneingerittenen, dreijährigen Hengst gekauft. Ich freute mich schon überaus auf die Arbeit mit ihm und trippelte schon richtig ungeduldig auf der Stelle herum, während der Fahrer des Transporters die Trennwände zur Seite schob. Nach der Dritten war es dann endlich soweit: Ich erhaschte einen Blick auf das neue Pferd. „Wow. Ist der schick!“,himmelte ihn Amelia sofort an und auch mein Pferdemädchenherz schlug ein wenig höher, als er herausgeführt wurde. Aufgeregt hob der Junghengst sein Köpfchen und wieherte ein paar mal. Der Transporteur maßregelte ihn ein paar Mal, ehe ihn Amelia übernahm und in die Box führte um ihm die Transportgamaschen abzumachen. Ich regelte in der Zwischenzeit die letzten Kleinigkeiten mit dem Herrn und kam dann zu unserem Jungspund in den Stall. Er lief etwas unruhig umher. Für ein so junges Pferd war eine fremde Umgebung natürlich noch einmal mehr Stress als für ein älteres, eventuell sogar schon turniererfahrenes Pferd. „Ich hänge ihn gleich mal an die Longe.“,beschloss ich kurzerhand, da er nicht schien als ob er anders zu Ruhe können könnte. „Da muss die Spannung raus“,stellte ich fest.
      Nachdem Schickimicki etwas Dampf ablassen konnte übernahm ich Verve von meiner Pflegerin. Die Dunkelfuchsstute war bereits fertig geputzt und aufgezäumt, als ich sie übernahm. Selbstverständlich war das allerdings nicht, da die junge Stute erst seit ein paar Wochen wirklich im Training war und davor auch keine Trense kannte. Die letzten Tage hatten wir mit viel Bodenarbeit verbracht und gestartet sie zu longieren. Dabei zeigte sie sich überaus intelligent und verstand rasch. Das erinnerte mich sofort an ihre Mama, Vaconda, die ich ja selbst bis zur schweren Klasse ausgebildet und gestartet war. Nun jedoch sollte die mittlerweile siebzehnjährige Stute mehr oder weniger in Pension gehen. Noch stand in den Sternen ob sie noch ein Fohlen bekommen sollte, meinen Azubis als Lehrpferd dienen sollte, oder einfach nur mehr Pferd sein durfte und auf die Koppel sollte. Zur Zeit wurde sie von Anastasia drei Mal die Woche leicht bewegt, war topfit und gesund, was mich sehr freute. Leider hörte man ja schließlich immer wieder von Sportpferden, die verpufft wurden, wobei ich dazu sagen musste, dass Spring- und Vielseitigkeitspferde alleine durch die höhen Sprünge und den unebenen Boden leider schneller Verschleißerscheinungen zeigten. Aus diesem Grund war es mir umso wichtiger meine Pferde alle nur gezielt einzusetzen und sie dann in Pension zu schicken, wenn es an der Zeit war und sie anschließend noch einige schöne, fitte Jahre verbringen konnten. Bei Vaconda machte ich mir diesbezüglich aber überhaupt keine Sorgen und freute mich auf viele schöne, weitere Jahre mit der braunen Stute.
      Nachdem ich mit Verve fertig war vergewisserte ich mich noch einmal wie es Schickimicki ging. Der Schecke durfte sich gerade mit seinem neuen Koppelpartner, Sir Bacardi, zusammen auf der Matschkoppel austoben und hatte sich bereits eine großflächige Schlammpackung aufgelegt. Dass er sich jetzt schon nieder legte allerdings war ja ein gutes Zeichen, wie ich fand, und aus diesem Grund bedauerte ich es nicht, dass er später zu waschen war und anschließend gleich das Solarium zum trocknen kennenlernen durfte.
      Nachdem ich dem Treiben eine Zeit lang zugesehen hatte ging es in den Hauptstall, wo ich erstmal alles organisatorische regeln musste. Es musste eine Box im Youngstertrackt vorbereitet werden, da DVTS‘ Magic Movements am Ende dieser Woche endlich hier hinüber übersiedeln sollte. Solange VK Gunna Whiz zum Training weg war sollte er in dessen Box stehen, da er sonst auf beiden Seiten kein zweites Pferd gehabt hätte und ich nicht wollte, dass er sich alleine fühlte und wohlmöglich durchgehend unter Strom stand. Außerdem waren soziale Kontakte nachweislich ja wirklich wichtig und da die kalte Zeit kam war es leider auch nicht garantiert, dass die Pferde nicht mal den ein oder anderen Tag im Stall verbringen mussten. Geplant war außerdem, dass noch noch eine weitere Trakehnerstute, Cara Mia, einziehen sollte, wobei ich den Burschen die Anweisung geben musste welche Box sie vorzubereiten hatten. Ich freute mich schon sehr auf die auch züchterisch interessante Stute, da ihre Linie doch recht selten vertreten, aber trotzdem überaus leistungsstark zu sein schien. Außerdem war sie überaus hübsch; eine Hellbraune mit einem ganz besonderen Braunton.
      Nachdem auch der Futterplan angepasst war holte ich noch rasch Bambina und Vina vom Paddock um ihre neuen Outdoordecken zu probieren, die zum Glück gut passten, ehe ich mich wieder ans Reiten machte.
      Nach dem Abendessen machte ich dann noch einen Abstecher zu den Fohlen. Dieses Jahr hatte ich gleich zwei Nachwuchspferde aus zwei verschiedenen Zuchten gekauft, die sich jedoch zumindest äußerlich überaus ähnlich waren, denn beide waren sie Leopardenschecken und gleichzeitig deutsche Sportpferde, wobei Ally direkte Tochter einer Vollblutstute, Westatlanta, war, die mir ebenfalls sportlich wie äußerlich sehr gefiel. Ihr Papa war der bekannte Ghostly Phenomenon, direkter Sohn von Ghost Merchant, der mir als Trakehnerdeckhengst natürlich nicht nur beiläufig etwas sagte. Die besten Vorraussetzungen also, dass ich mir mit PV Phantom from Alaska ein Pferd mit viel Potential gekauft hatte. Noch war die Kleine jedoch erst ein paar Monate alt und durfte einfach Fohlen sein.
      Aber auch WHC French Affair war ein überaus interessantes Pferd für die Zukunft. Der süße kleine Schecke sah zwar jetzt noch nicht so aus aber auch er könnte früher oder später ein richtig athletisches, erfolgreiches Spring- und gegebenfalls auch Buschpferd werden. Seine Mutter war eine wirklich hübsche Hannoveranerzuchtstute mit dem klingenden Namen Promise Of Sundance, sein Vater das österreichische Warmblut Flanell d‘Egalité, welcher selbst im Springen bis zur Klasse S erfolgreich war.
      Ich genoss es ein paar ruhige Momente mit den Beiden zu genießen und mich ihnen schrittweise anzunähern. Ich fand den Kontakt mit Fohlen immer überaus wichtig für ihre zukünftige Entwicklung. Sie sollten gleich von Anfang an lernen, dass der Mensch ihr Freund war, dem sie ihr Vertrauen entgegenbringen konnten.
      Als mir dann doch etwas frisch wurde lief ich noch einmal durch die Stallgassen und vergewisserte mich, dass bei meinen Schätzen alles in Ordnung war. Bei Grace verweilte ich noch ein wenig und kuschelte mit ihr, ehe ich mich dann für heute unter meine Decke verzog und den schwedischen Spätherbst freudig vor der Haustüre zurück ließ.
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  • Album:
    DVTS' Youngsters ♥
    Hochgeladen von:
    Bracelet
    Datum:
    7 März 2020
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  • Sir Bacardi
    ,,Backi''

    Abstammungsnachweis ~
    Aus der: ubk.
    Von: Sir Benny Miles

    Grunddaten ~
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Hengst
    Stockmaß: momentan 1,56m
    Fellfarbe: Brauner
    Fohlenjahrgang: 2016

    Beschreibung ~
    Bracelet hat Backi als Jährling gekauft, da sie von dem stacksigen aber quirligem Tierchen sofort angetan war. Mit der Zeit wurde klar, dass es die richtige Entscheidung war, denn Sir Bacardi scheint ganz nach seinem Papa Sir Benny Miles zu kommen und entwickelt sich großartig.
    Ob er zum Rennpferd ausgebildet werden wird oder doch eher Spring- und Buschpferd werden wird ist noch nicht klar. Was allerdings fest steht ist, dass er eine gute Kinderstube genossen hat, was schon mal Grundstein für sein späteres Leben darstellt. In der Ausbildung fällt er bisher immer nur positiv auf.

    Ausbildungsstand ~
    angemessen

    Erfolge ~
    noch keine

    Gesundheitszustand ~
    Gesundheit: ausgezeichnet
    Beschlag: keiner

    Besitzerdaten ~
    Besitzer: Bracelet
    Vorkaufsrecht: Canyon
    Ersteller: Canyon

    Sonstiges ~
    folgt​