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Leaenna

Siebenfinger

[center] [font=Times New Roman][size=5][b]S[/b][/size][size=4]iebenfinger[/size][/font] [b]__________ Abstammung ___________[/b] [b]Reinrassiger Welsh A[/b] [b]Aus der:[/b] Kräuterhexe [i](100% Welsh A)[/i] [b]Von dem:[/b] Schwarzer Mann [i](100% Welsh A)[/i] [b]__________ Über Siebenfinger __________[/b] [b]Rufname:[/b] Sev [b]Alter:[/b] *2003 / 8 Jahre [b]Geschlecht:[/b] Hengst [b]Fellfarbe:[/b] Fuchsschecke [b]Stockmaß:[/b] 1,33 [b]Gesundheit:[/b] Sehr Gut! [b]__________ Besitzer / Ersteller __________[/b] [b]Besitzer:[/b] Payty [b]Pferd erstellt von:[/b] Vampyrin [b]VKR:[/b] Vampyrin Unverkäuflich! [b]__________ Qualifikationen __________[/b] [b]Galloprennen:[/b] E [b]Western:[/b] E [b]Military:[/b] E [b]Dressur:[/b] E [b]Distanz:[/b] E [b]Springen:[/b] E [b]Fahren:[/b] A [b]________Beschreibung________[/b] Siebenfinger ist eigensinnig, stürmisch und unberechenbar. Der Hengst ist nicht unintelligent, im Gegenteil, aber er ordnet sich nicht gerne unter. Nur mit ein paar Leckereien kann man den charakterstarken Welsh nicht für sich gewinnen. Er vertraut nur langsam und bindet sich dann an einzelne Personen - für die er durchs Feuer gehen würde. Und wenn der eifersüchtige Egozentriker jemanden bei seinem Herren sieht, wird er sauer. Stinksauer. Siebenfinger läuft gerne und schnell und springt unter einem geübten Reiter Häuser. Für das Fahren kann er sich interessanterweise stark begeistern, Distanz oder Western sind nicht seine Eignungen. [b]________Schleifen / Auszeichnungen________[/b] 3. Platz 128. Fahrturnier [img]http://www.joelle.de/uploads/1241369550/gallery_5_5269_4275.gif[/img] SW 254 [img]http://i54.tinypic.com/fopxfd.png[/img] [url="http://www.joelle.de/topic/52666-siebenfinger-tschiwabschischi-beau-zephir/"]BHK 383[/url] [img]http://www.joelle.de/uploads/1235673999/gallery_5_4517_2333.png[/img] [b]_________Sonstiges_________[/b] [b]Eingeritten:[/b] Ja [b]Reistil:[/b] Englisch [b]Zuchtfähig:[/b] Ja Vollgeschwister: / Halbgeschwister: / Verliehen an: / Nachkommen: / [b]_________Zubehör_________[/b] [spoiler] PNG [img]http://i56.tinypic.com/28vdjs4.png[/img] [/spoiler][/center]

Siebenfinger
Leaenna, 18 Sep. 2010
    • Leaenna
      Teilnahme bei der [BHK 359] Rappen und Fuchschecken

      Aufgaben:
      - Reitet im Schritt in die Halle ein
      - Haltet bei X und grüßt die Richter, reitet anschließend im Trab an und geht rechte Hand, ganze Bahn
      - An den langen Seiten Trabschritte verlängern, an den kurzen Seiten wieder verkürzen
      - Nach 2 Runden durch die Ganze Bahn wechseln. Bei M angaloppieren
      - Geht auf den Zirkel, 3 Runden
      - Aus dem Zirkel gehrt, durchparieren zum Schritt und an der nächsten langen Seite Schenkelweichen
      - Wieder antraben und bei c durchparieren zum Halten, eine Pferdelänge rückwärtsrichten
      - Im Galopp anreiten und erst über ein Kreuz, dann über eine Zweifache und zum Schluss über eine Mauer springen
      - Bei x durchparieren zum Halten, verabschiedet euch von den Richtern
      - Im Schritt am langen Zügel aus der Halle reiten

      Die Körung

      Siebenfinger schlug unwillig mit dem Kopf und brummelte aufgebracht. Am kurzen Zügel gehalten werden war etwas, was der kleine Sprengsatz unter mir wahrlich gar nicht mochte. Beruhigend sprach ich auf den Hengst ein, ein Ohr zuckte in meine Richtung - aber das war es dann auch schon in Sachen Aufmerksamkeit. Als nun nämlich die Hallentür geöffnet wurde richtete Siebenfinger seine intelligenten, grünen Augen sofort darauf und ich schickte nur noch ein Stoßgebet zu einer beliebigen höheren Macht, die sich dafür verantwortlich fühlen mochte, dass der Fuchsschecke nicht gleich unter mir losraste. "Payty auf Siebenfinger, bitte!" wurden wir hineingerufen - jetzt gab es kein zurück mehr.
      Ich war mir nicht ganz sicher, wie man die Gangart nennen sollte, in der wir einritten; vielleicht "Tanz". Und dass mein Hengst auf meine Parade hin dann bei X brav stehen blieb, grenzte in meinen Augen schon an ein Wunder. Danke an der Stelle an besagte höhere Macht. Mit einem tiefen Aufatmen grüßte ich die Richter.
      Es brauchte nur eine minimale Berührung meiner Waden an seinem Bauch, schon schoss Siebenfinger in seinem flotten Trab vor. Ich lenkte ihn auf die rechte Hand und wir gingen ganze Bahn. An der langen Seite verlängerte ich seine Schritte, verkürzte sie an der kurzen jedoch wieder, ganz wie es im Regelwerk stand. Nach einer Runde kam mein Hengst langsam zur "Ruhe" und rannte nicht mehr kopflos; jetzt erst zeigte er, was für schöne Gangarten er wirklich hatte, wenn er nur wollte. Galant hob er seine kurzen Beinchen als ich nach einer weiteren Runde durch die ganze Bahn wechselte. Er wusste sehr wohl, wie er sich präsentierte - das wurde mir in diesem Moment klar.
      Wohl wissend, was jetzt kam, griff ich die Zügel etwas nach, um dann bei M das äußere Bein nur minimal zurückzulegen; es reichte, dass Siebenfinger angaloppierte. Die Zuschauer flogen nur so an uns hinüber und die drei Zirkelrunden gingen schneller vorbei als ich gedacht hatte, der Hengst aber war noch lange nicht müde. Nachdem ich aus dem Zirkel gewechselt hatte, wollte er gar nicht wieder durchparieren und buckelte einmal ungestüm, ehe er sich doch meinem Willen beugte und wieder in den Schritt fiel. Das lang geübte Schenkelweichen klappte dafür umso besser.
      Wieder trabte ich jetzt an, doch parierte bei C schon wieder zum Halten. Vorsichtig nahm ich beide Schenkel zurück und nahm die Zügel vorsichtshalber an; wie ich es von ihm kannte wollte Siebenfinger erstmal nach vorne loslaufen, doch ich hielt ihn zurück. Jetzt machte er gehorsam drei Schritte rückwärts. Die Zeit, ihn dafür zu loben, nahm ich mir, ehe ich neuerlich angaloppierte und auf die Hindernisse zusteuerte; der Kleine flog nur so über das Kreuz, die Zweifache Kombination und die Mauer - ohne eine Stange zu reißen.
      Als wir uns zum zweiten mal bei X wiederfanden parierte ich Siebenfinger zum Halten und grüßte noch einmal die Richter. Am langen Zügel verließen wir im Schritt die Halle. Nanu; mitlerweile war selbst mein kleiner Düsenjet k.o.

      3000 Zeichen, selbstgeschrieben
    • Leaenna
      Siebenfinger bei der HK 368 für Pferde ohne Beinabzeichen

      Aufgaben für gerittene Hengste:
      -reitet im Schritt in die Halle
      -haltet bei X und grüßt die Richter
      -führt einen Zirkel lang den Trab des Hengstes vor
      -reitet eine kleine, eigene Kür vor
      -erzählt etwas über euren Hengst
      -reitet zurück zu X, verabschiedet euch von den Richtern und reitet in beliebiger Gangart aus der Halle

      ~*~

      Siebenfinger warf den Kopf hoch und grummelte. Der kleine Sprengsatz konnte es nicht ausstehen, so kurz gehalten zu werden, aber wenn es sonst nur ein Kampf um die Autorität zwischen uns war, könnte es uns heute den Sieg kosten, falls er mal wieder austesten musste, wer das Sagen hatte. Beruhigend sprach ich auf den Hengst ein, bekam aber keine Aufmerksamkeit. Jetzt wurde nämlich das Hallentor geöffnet, sofort stellten sich Sevs, wie ich ihn liebevoll, abgeleitet von "Seven", nannte, Ohren auf, und seine intelligenten Grünen Augen funkelten aufmerksam. "Payty auf Siebenfinger, bitte!" - Oh, hoffentlich raste er nicht jeden Moment unter mir los..!
      Sev tänzelte bis zu X, hielt dann aber ohne zu Murren. Ich war mir nicht sicher, ob ich erleichtert aufatmen sollte, immerhin sollte man den Tag nicht vor dem Abend loben. Mit einem verkrampften Lächeln grüßte ich die Richter. Es brauchte nur eine minimale Berührung meiner Waden an seinem Bauch, schon schoss Siebenfinger in seinem flotten Trab vor. Ich lenkte ihn auf die rechte Hand und wir gingen auf den Zirkel; die Runde war schneller vorbei, als ich gedacht hätte. Das war der einzige vorgegebene Teil gewesen, nun folgte die freie Kür, die ich mit meinem Hengst eingeübt hatte. Ich blieb erstmal im Trab, ließ Siebenfinger aber ganze Bahn gehen. An der langen Seite verlängerte ich seine Schritte, nahm ich an der kurzen aber wieder zurück. Und da ich genau wusste, dass der Hengst nach der ersten Galopprunde nicht mehr zur Ruhe kommen und nur noch kopflos herumrennen würde, baute ich den Schritt vorher ein; jetzt, bei A, parierte ich zum Schritt; wechselte durch die ganze Bahn, und Siebenfinger sonnte sich nur so im "Rampenlicht" und unter den Blicken der Zuschauer. Edel hob er seine kleinen Beinchen. Nun parierte ich den Welsh zum Halten. Er kaute auf der Trense, seine Ohren zuckten in alle Richtungen und er sah sich neugierig um. Aber er stand. Ich nahm die Zügel etwas auf, damit Siebenfinger nicht sofort nach vorne lief - ich kannte mein Pferd schließlich - dann gab ich die Hilfen zum Rückwärtsrichten. Langsam machte er drei Schritte zurück; eine Pferdelänge. Sehr schön, das hatte geklappt. Es fehlte nur noch der Galopp, und den mochte ja zumindest Sev persönlich am liebsten. Aus dem Stand heraus galoppierte ich an; er preschte nur so los und buckelte erst einmal übermütig. Ich aber wendete ihn beharrlich auf den Zirkel und wechselte nach einer Runde aus selbigem, flüssig sprang der Fuchsschecke um. Als wir dann wieder bei X waren, parierte ich ihn zum Halten und man gab mir ein Mikrofon.
      "Siebenfinger ist ein reinrassiger Welsh A. Er zeigt großes Talent beim Springen und Fahren, aber auch in der Dressur weiß er sich zu präsentieren und man spürt, dass er es genießt, im Mittelpunkt zu stehen." sagte ich. Noch einmal grüßte ich, weniger verkrampft, die Richter; mit der Gewissheit im Hinterkopf, dass Sev und ich auf jeden Fall unser bestes gegeben hatten. Am langen Zügel verließen wir im Schritt die Halle.

      3000 Zeichen, selbstgeschrieben
    • Leaenna
      Teilnahme an der BHK 383 - Seltene Scheckungen

      Die Körung
      Aufgaben:

      - 4 Sprünge
      - 4 Dressurlektionen


      "Oh, Sev, bitte - blamier uns da draußen nicht..." flehte ich das tänzelnde Pony unter mir leise an. Unruhig drehte er sich im Kreis um seine Vorderbeine, was sicher eine schöne Vorderhandwendung abgegeben hätte - wenn es gewollt gewesen wäre. Aber dass ich alle Mühe hatte, das Hengtschen zu halten, damit er nicht losraste, sah man wohl auch nicht, wenn man Siebenfinger nicht kannte. "Payty mit Siebenfinger, bitte!" - Das war das Startsignal, jetzt gab es kein Zurück mehr. Redete ich mir zumindest ein, damit Sev, das kleine Gefühlsbarometer unter mir, nicht die Flucht ergreifen würde. Es war nicht einmal meine erste Körung, auch Siebenfinger ging nicht das erste mal vor Richtern, aber anders als bei anderen Pferden hatte ich bei ihm immerzu irgendwie Angst, dass die Rennsemmel einfach durchgehen würde. Mit zitternden Fingern gab ich ihm immer wieder halbe Paraden, als wir in die Halle einritten und schließlich bei X stehen blieben um zu grüßen. Nun, da ich wieder aufrecht saß und die Zügel fest in der Hand hielt, trieb ich Sev wieder an, der zusammen zuckte, als wäre ein Stromschlag durch seinen Körper gegangen, ehe er antrabte. Bei C wendete ich auf die rechte Hand ab und dirigierte ihn auf den oberen Zirkel wo ich ihn zur geschlossenen Seite hin angaloppieren ließ. Eine halbe Runde lang sollte das Augenmerk der Richter nur auf den schönen Gängen meines Ponys liegen, kurz vor X gab ich ihm eine halbe Parade. Das Herz schlug mir viel zu schnell, als ich die Galopphilfe umstelle, Sev auf die linke Hand brachte und unter mir spürte, wie er umsprang. Eine weitere Runde gönnte ich ihm, ehe ich wieder zum Trab durchparierte und ihn ein weiteres mal auf die Mitte der Bahn lenkte, X ansteuerte und ihn dort stehen ließ. Meine Waden wanderten automatisch ein Stück nach hinten, lagen verwahrend an den Flanken, während ich vorne Paraden gab. Der Hengst verstand – und zu meinem Glück setzte er die Aufgabe ohne Probleme um. Ich ritt ihn im Trab wieder an, die nächste lange Seite nutzte ich und stellte Sev nach innen, legte den äußeren Schenkel zurück und trieb, auch hier schien er sofort zu verstehen, doch es dauerte einen Moment, in dem mich schon wieder die Panik erfasste, bis Sev das geforderte 'Schulter herein' zeigte. Nun parierte ich zum Schritt durch, ließ Siebenfinger eine Runde am langen Zügel, ehe ich diese wieder auf nahm und als letzte Figur eine achtfache Schlangenlinie durch die ganze Bahn ritt. Nun wurden vier Sprünge aufgebaut, ich ritt den ersten an, einen kleinen Kreuzsprung, kaum größer als ein Cavaletti. Es folgte ein kleiner Wassergraben den Sev ohne mit der Wimper zu zucken nahm. Die letzten beiden Sprünge waren so dicht, dass sie fast wie eine Kombination wirkten, waren aber doch eine Trippelbarre und ein Oxer. Beim letzten Sprung eckten wir an, ich hörte den Huf auf die Stange schlagen – doch sie fiel nicht! Unter Applaus, am langen Zügel und Siebenfinger unablässig lobend verließen wir nach einem letzten Gruß an die Richter die Halle.

      3000 Zeichen, selbstgeschrieben
    • Leaenna
      Jede Woche eine neue Welt

      Samstag

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      Fr
      Sa


      Reiterferien auf meinem Hof in den Sommerferien war wie jede Woche eine völlig neue Welt. Mal kamen etwas
      ältere Mädchen, die glaubten, alles besser zu wissen; mal viele Kleine, die hatten dann besonders oft Heimweh.
      Es lief nicht immer alles rund und es gab immer mal kleine Zwischenfälle. Die vorletzte Ferienwoche konnte ich
      jedoch mit einer Gruppe sehr genießen. Die unerzogenen Biester der vorhergehenden Reiterferienwoche waren
      endlich alle abgeholt; viel Zeit, um mich von ihnen auszuruhen, hatte ich an dem nebligen Samstag nicht. Eben
      noch wühlte ich mich durch den geplünderten Kühlschrank - ich würde unbedingt morgen einkaufen müssen - um
      schließlich mit einem Joghurt meinen in der Kniekehle hängenden Magen zu befriedigen, da klingelte es schon
      das erste mal und ein Mädchen wurde gebracht; "Können wir das schnell abrollen, ich habe es sehr sehr eilig" -
      Na, da wollte wohl eine ihr Kind los werden. Eine andere Mutter brachte ein taiwanesisches Mädchen; Moto war
      Austauschschülerin und hatte gar nichts mit Pferden am Hut, doch nachdem die Tochter der Familie zuvor in
      Taiwan gewesen war, brauchte sie nun erstmal "etwas Zeit für sich" ohne eine fast Fremde. Das nannte ich
      abgeschoben; über solche Leute konnte ich nur den Kopf schütteln, aber ich hoffte, dass die anderen Kinder
      Moto freundlich aufnehmen würden, auch wenn sie nur Englisch sprach.
      Jeanny war frische 17 und ein Mädchen aus der Nachbarschaft; sie hatte sich angeboten, mir gegen geringe
      Bezahlung in dieser Woche ein wenig mit den Kids zur Hand zu gehen, ihnen beim Putzen und Satteln zu Helfen,
      die geführten Ausritte zu begeleiten. Jetzt schnappte sie sich, während ich die Finanzen regelte und das Geld
      der Eltern entgegennahm, die ganze Horde Mädchen und den einzigen Jungen Jannik, und zeigte ihnen
      schonmal die Zimmer. Danach hatten sie etwas Zeit um sich gegenseitig kennenzulernen oder auszupacken,
      ehe ich sie in den Stall holte; Jeanny und ich hatten Siebenfinger und Desirae of the Dunes von der Weide
      geholt und halfen jetzt beim Putzen und Satteln der beiden Ponys. Mit allen zusammen ging es zu Fuß eine
      Runde um den See; Jeanny führte Desirae, während ich Sev am Strick hatte, und alle paar hundert Meter hielten
      wir an, damit die Mädchen sich auf den Pferden abwechselten und wir schonmal einen groben Überblick
      bekamen, wer wie gut reiten konnte. In den Unterhaltungen mit den Kleinen lernte ich schonmal ein paar Namen
      und teilte schließlich im Kopf bereits ein: Michelle, Maren, Nadja und Moto würden die Anfängergruppe bilden;
      Jannik, Laura, Lea und nochmal Lea - Marens Schwester - ergaben die Fortgeschrittenengruppe.
      Am Ende des Tages zogen die Kinder sich zum Malen und Spielen zurück und ich und Jeanny halfterten Sev und
      Desirae noch einmal auf, um sie aus ihren Boxen zu holen. Nur mit ja zwei Stricken ausgestattet, schwangen wir
      uns auf ihre blanken Rücken und ritten sie in einem kleinen Schrittausritt letztendlich zur Weide. "...denke, das
      wird eine angenehme Woche" meinte Jeanny und ließ sich von Desiraes Rücken rutschen, ehe sie den
      Weidezaun öffnete. Ich klopfte Siebenfinger den Hals und saß ebenfalls ab, ehe ich ihn die paar Meter weiter zur
      Hengstweide führte und dort entließ. "Ja, das glaube ich auch. Immerhin keine Zicken, die sich für etwas
      besseres halten" stimmte ich zu. Solche hatten wir in der Woche davor dagehabt. Ich schulterte das Halfter, das
      ich Sev abgenommen hatte, der sich erst einmal in den Dreck schmiss, und wir machten uns auf den Rückweg
      zum Hof.
    • Leaenna
      Jede Woche eine neue Welt

      Sa
      Sonntag
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      Fr
      Sa

      "...und wo ist Nadja?" Ich schob die Augenbrauen zusammen, als die Kinder mit den Schultern zuckten und dann
      weiter in ihrem Müsli rührten. "Im Zimmer. Die hat Heimweh" erklärte Jannik, der das gar nicht nachvollziehen
      konnte. Ich jedoch hatte das schon öfter erlebt, weshalb ich die Liste mit der Pferdeeinteilung nochmal beiseite
      legte und zu den Schlafräumen der Ferienkinder lief. Da saß das Mädchen mit roten Augen auf der Matratze und
      nestelte an einem Foto herum. "Hey" Ich ließ mich neben sie sinken und strich Nadja vorsichtig über den Arm.
      "Hast du gar keinen Frühstückshunger?" Sie schüttelte den Kopf, setzte an, etwas zu sagen - und plötzlich rollten
      ein paar Tränchen. "Och, komm mal her... Hast du denn gar keine Lust, gleich reiten zu gehen?" - "Doch schon"
      kam die geschniefte Antwort, "Aber ich hab Angst, dass ich mit dem Pferd nicht klarkomme. Ich kann doch noch
      nicht gut reiten." Wäre ja auch noch schöner, wenn wir hier nur gute Reiter hätten, die Anfänger waren mir immer
      am liebsten; aber das sagte ich nicht. "Mit Desirae gestern hat es doch gut geklappt, oder? Möchtest du die
      wieder reiten?" Die Stute war auch schön klein, vor großen Tieren hatten die Kinder dann oft Respekt. Nadja
      nickte und lächelte, als ich sie in die Seite piekte, auch schon wieder. Kinder waren so leicht glücklich zu machen..!
      "Aber wenn du reiten willst, musst du erstmal was essen, sonst hast du ja gar keine Kraft..!"
      Die Kinder der Anfängergruppe hatten mit Jeannys und meiner Hilfe gesattelt und geputzt, nun gurtete ich noch
      einmal nach und half Michelle auf Sweety; Maren hatte den Strick der Ponystute in der Hand, den wir noch
      zusätzlich in die Trense eingehakt hatten. Nadja und Moto teilten sich Desirae, so sollten erstmal alle ein Gefühl
      für die Pferde bekommen und die Gewissheit, dass nichts passierte. Heute gingen wir sowieso erstmal nur eine
      lange Schrittrunde und die vier Mädchen wechselten sich auf halber Strecke mit dem Reiten ab. Als wir
      zurückkamen, hatte Jeanny schon mit den Fortgeschrittenen deren Pferde fertig gemacht. Jannik machte eine
      gute Figur auf Siebenfinger, der älteren Lea hatte ich Pitch zugeteilt, denn ich wusste, dass sie auch mit etwas
      schwierigen Pferden gut klar kam; Lea die Kleine wirkte winzig auf Rain, aber dafür war der wenigstens
      grottenbrav und Laura hätte ich mit ihrer Figur auf kein kleineres Pferd als Blackbeard setzen können. Auch
      diese etwas besseren Reiter würden heute erstmal nur Schritt gehen, um die Pferde kennenzulernen, das
      übernahm Jeanny, während ich das Mittagessen vorbereitete - Acht hungrige Mäuler machten sich dann nach
      dem Ritt auch sofort darüber her. Am Nachmittag wiederholten wir das Spektakel noch einmal; am Abend
      brachten wir alle zusammen die Pferde auf die Weide.
    • Leaenna
      Jede Woche eine neue Welt

      Sa
      So
      Montag
      Di
      Mi
      Do
      Fr
      Sa

      Um der Mittagshitze einen Schritt vorauszusein, machte die erste Gruppe ihre Pferde heute schon direkt nach dem Frühstück fertig. Ich wollte jetzt auch den Anfängern jeweils ein einzelnes Pferd zuteilen, denn spätestens wenn dann das erste mal getrabt wurde und die Partnerin mitlaufen musste, war das Gejammer immer Groß. Nadja bekam Valentine's Day, Moto Pino, Michelle Sweety und... "Ich will aber kein eigenes Pferd!" Das hatte es noch nie gegeben. Maren schien sich aber sehr sicher und stemmte trotzig die kleinen Ärmchen in die Hüften. "Michelle und ich wollen uns Sweety teilen!" Ob Michelle das wirklich wollte? Sie und Maren waren Freunde, aber ich schätzte die Kleine Blonde eigentlich mutiger ein. Dennoch - sie nickte, und was sollte ich da machen, außer zustimmen. Ihr Pech. "Jeanny, machst du mit den Fortgeschrittenen die Pferde fertig, während wir weg sind?" bat ich meine Gehilfin und erklärte ihr, dass die Aufteilung dieselbe wie gestern bleiben würde: Lea Eins bekam Pitch, Lea Zwei Rain, Laura Blackbeard und Hahn-im-Korb Jannik ritt Siebenfinger. Dann schneppte ich mir noch einen Strick, den ich mir umhängte - es konnte ja immer mal sein, dass ein Kind Angst bekam und geführt werden wollte - und machte mich mit den Kleinen auf den Weg.
      Maren schlackerte wild und fröhlich mit den Beinen; ein Glück, dass das die ausgeglichene Ponystute Sweety nicht aus der Ruhe brachte. Und reden konnte das Kind ohne Ende; ich glaube, sie holte nichtmal zwischendurch Luft. Michelle trottete resignierend nebenher und warf ihr nur ab und an einen neidischen Blick zu. "Wollt ihr dann mal das Traben probieren?" fragte ich in die Runde und brachte damit zumindest die Augen von Nadja zum leuchten, sowie Motos, als ich die Frage nochmal auf Englisch wiederholte. Die Taiwanesin machte gar keine schlechte Figur zu Pferd, aber die meisten Kinder sprachen kaum Englisch, sodass sie wenig Anschluss fand. Aus diesem Grund bekam sie etwas mehr von meiner Aufmerksamkeit, auch wenn ich diese normalerweise fair auf alle Ferienkinder einzuteilen versuchte. Vorsichtshalber hakte ich den Strick in Vales Trense, um das erste Pferd etwas unter Kontrolle zu haben, da Nadja prinzipiell mit meterlangen Zügeln ritt und das auch nicht änderte, egal, wie oft ich sie darauf hinwies. Nach ein paar Trabschritten schon hörte ich den ersten Hilferuf - Maren. "Ich will nicht mehr Traben!" Himmel, dem Kind standen ja sogar die Tränen in den Augen. "Warum denn nicht, hast du Angst?" - "Nein, aber Traben ist ungemütlich." Na, dann. "Dann tausch mit Michelle." - "Die will auch nicht traben." Bitte? Schisser hatten wir immer mal, aber ich fand es nicht gut, dann die Freundin mit hineinzuziehen. Wenigstens die sollte doch ihren Spaß haben. Alles diskutieren brachte nichts; letztendlich trabte ich mit den beiden anderen einen Weg entlang und wieder zurück und die beiden Jüngsten warteten mit Sweety. Das Problem hatte ich wenig später mit den Frotgeschrittenen nicht. Im Gegenteil, die wollten am liebsten heute alle schon galoppieren. Aber damit würde ich noch warten, bis ich sicher sein konnte, dass auch alle mit ihren Pferden klarkamen. Am Nachmittag war es furchtbar heiß, weshalb wir alle zusammen - ohne Pferde - an den See gingen. Am Abend hatte ich eine horde nasse, aber müde, und, ich würde behaupten, glückliche Kinder, die in ihre Schlafsäcke krochen.
    • Leaenna
      Jede Woche eine Neue Welt

      Sa
      So
      Mo
      Dienstag
      Mi
      Do
      Fr
      Sa

      Ich habe eine neue Sportart erfunden: Ponyjogging. Seit Maren kurzerhand
      für sie und ihre Freundin Michelle beschlossen hatte, dass sie sich Sweety
      "teilen würden", hatte ich nur darauf gewartet, wann Michelle zu mir kommen
      würde, weil sie ein eigenes Pony wollte; und das war heute nach dem ersten
      Ritt soweit. Maren war partout wieder nicht getrabt - natürlich nur, weil
      ihr das zu ungemütlich war - und Michelle war ja gar nichts anderes übrig
      geblieben, als nebenherzulaufen, bis sie an der Reihe war. "Das ist doch
      kein Problem." Ich hatte mit einem sanften Lächeln vom Kochtopf
      aufgeschaut. Heute hatte es Spaghetti gegeben. Das war immer eine riesen
      Sauerei, schmeckte aber wenigstens allen. "Du nimmst dann nachher Snoopy,
      ja? Der Schecke. Der ist ganz lieb."
      Und wie ich es vorausgesagt hatte, kam Michelle, dann beim zweiten Ritt, nicht nur wirklich gut mit Snoopy klar; sie machte sogar eine wirklich gute Figur auf dem Wallach und zeigte keine Angst vor dem Traben. Nur Maren gondelte auf Sweety immernoch hinterher und langsam fand ich das nicht mehr in Ordnung. Sie hielt die
      ganze Gruppe auf. Also setzte ich Jeanny auf Crazy Loop; sie führte die
      Gruppe solide zu Pferd an. Das wollte gelernt sein. Danach ritt Moto auf
      Pino, denn meine Kommandos von hinten wurden von Jeanny für die Taiwanesin
      übersetzt. Es folgte Nadja auf Valentine's Day, Michelle auf Snoopy - und
      schließlich ich mit einem Führstrick in der Hand, an dessen Ende Sweety und
      auf ihr drauf die panische Maren, die ihre Angst aber niemals zugeben
      würde. Das nebenherrennen hatte für mich - man sollte ja immer positiv
      denken - zwei gute Seiten. Zum einen blieb ich fit und zum anderen hatte
      ich kein bisschen Atemluft mehr, um mich mit dem kleinen Mädchen zu
      unterhalten.
      Die Fortgeschrittenen durften heute zum ersten mal galoppieren - aber
      natürlich nur, wer wollte. Jannik auf Siebenfinger und Lea auf Pitch Black
      Progress trauten sich. Mit der anderen Lea auf Rain und Laura auf dessen
      Weidekumpel Blackbeard wartete ich am Fuß der kurzen Galoppstrecke. Sie
      bestand aus einem Feldweg, der von unserer normalen Seerunde abzweigte und
      einen kleinen Hügel hinaufführte. Oben angekommen, endete er in einem
      kleinen Trampelpfad im Gebüsch. "Und da wendet ihr dann und reitet im
      Schritt zurück. Nur im Schritt! Alles klar?" schärfte ich den zwei
      aufgeregten Kids noch einmal ein, aber Jannik war schonmal hier gewesen,
      der kannte das schon. "Alles klar!" erwiederte er und salutierte
      spielerisch. "Dann auf mit euch!" Und schon waren sie um die Wegbiegung
      verschwunden. Da würde ich nicht mitrennen.
    • Leaenna
      Jede Woche eine neue Welt

      Sa
      So
      Mo
      Di
      Mittwoch
      Do
      Fr
      Sa

      "Und das würdest du wirklich für mich tun?" Jeannys Antwort war ein herzliches Lachen. So lustig fand ich das gar nicht. Eher sehr aufopfernd. Aber sie nickte und stellte ihren Frühstücksteller in die Spüle. "Natürlich. Ich will am Ende der Woche ja auch etwas für mein Geld getan haben." Damit stand der Deal um den Rollentausch. Ich würde heute statt Jeanny die Abteilung anführen - Schon alleine, weil ich die Wege besser kannte. Und dass ich damit um den blutigen Hörsturz, den mir Maren sonst unausweichlich beschert hätte, gebracht wurde, war ein netter Nebeneffekt. Die große Runde um den See kannte Jeanny sicher auch schon in- und auswendig. Heute wollte ich jedoch mit den Kindern durch den "Hexenwald" reiten, in dem es gar keine wirklichen Wege gab, denen man folgen konnte, nur einige Trampelpfade. Sich unter Ästen wegducken zu müssen oder die Pferde über Wurzeln klettern zu lassen war gerade für die Jüngeren meist ungemein spannend.
      "Aber es gibt doch gar keine Hexen!", war sich Michelle, die gerade den Schecken Snoopy sattelte, sicher. Der Wallach schnoberte ihr freundlich durchs Haar. Ich zwinkerte. "Bist du dir sicher?" - und hatte damit dem kleinen Mädchen genug Hirnfutter für die nächsten Stunden gegeben. Ich setzte meine Helferrunde fort, gurtete bei Your Sweety noch einmal nach, ehe Jeanny die zierliche Stute und ihre ebenso filigrane kleine Reiterin Maren ans Ende der Abteilung führte, um sich dort hinter Nadja auf Crazy Loop einzureihen. Moto ritt heute Blackbeard, dem machte es nämlich gar nichts aus, zweimal zu laufen. Im Gegenteil, das Rumgegondel im Gelände langweilte ihn ohnegleichen und die verhältnismäßig kurze Galoppstrecke reichte dem Großen nicht einmal, um wirklich Geschwindigkeit aufzubauen. Eigentlich war er kein Pferd für Reiterferien, aber ich hatte momentan kein anderes Pony. Wenn die Kinder weg waren, würde ich ihn mal wieder richtig arbeiten müssen, damit er nicht steif wie ein Brett wurde.
      Ich schwang mich auf Skippy. Die Mustangstute war noch viel weniger etwas für Kinder als BB oder Rain. Denn während die beiden sich zwar langweilten, aber brav jedes Anfängergehampel aushielten, war Skippy mehr als sensibel und außerdem sehr scheu gegenüber Fremden. Ich spürte, dass es ihr nicht behagte, so viele andere Pferde und Reiter hinter sich zu wissen. Doch sie hatte genug Vertrauen zu mir, um die Abteilung an meinem langen Zügel solide anzuführen.
      In der Fortgeschrittenengruppe wenig später ritt Jannik Siebenfinger, Lea Pitch Black Progress, die andere Lea Like Rain in the Desert und Laura Blackbeard, den sie nun nicht einmal fertig machen musste - Das kam dem dicklichen, faulen Mädchen gerade recht. Heute wollten sie sich alle trauen, zu galoppieren. Genau einer gelang es nicht.
      "Das liegt bestimmt daran, dass er schon eine Stunde gehen musste, der war jetzt müde!" beklagte sich Laura beim Abendessen und griff nach dem vierten Brot. Der gute Blackbeard war im Stechtrab hinter den anderen hergerannt und hatte sie ordentlich durchgeschüttelt. An anderen Tagen hätte ich ihr jetzt erklärt, dass es ihre Schuld, nicht die des Pferdes war - Aber heute war ich zu müde.
    • Jackie
      Verschoben am 21.08.2013 um 19 Uhr
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  • Album:
    Ehemalige Pferde
    Hochgeladen von:
    Leaenna
    Datum:
    18 Sep. 2010
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