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Zaii

Scylla

* 2009, im Besitz seit 05. Mai 2014

Tags:
Scylla
Zaii, 3 Dez. 2016
Gwen gefällt das.
    • Zaii
      Kurzkehrt oder der Winterball rückt näher
      Pflegebericht

      Das Frühstück hatten wir für diesen Morgen beendet – „Laura?“ , mein Gast starrte auf die Tischdecke. „Oh, ja..ich hab nur daran gadacht ob es meinen anderen beiden Pferden gut geht..ich bin jetzt beinahe zwei Wochen hier.“ Ich verstand sie, auch wenn Moon mein Liebling von allen war..ihm mein Herz gehörte, so liebte ich auch all die anderen Pferde in meinen Stallungen. Seit gestern gehörte dazu auch eine junge Connemarastute namens Scylla – die Zucht konnte ihre Pforten beinahe öffnen. „Ihnen geht es sicher gut, du hast doch eine Freundin die sich um sie kümmert. Wenn du möchtest könntest du Cayden wieder beim longieren von Stormbringer helfen, oder aber Amy bei der Arbeit begleiten..ich muss heute wieder mal ein kleines Training auf dem Gut Tannenheide absolvieren.“ Laure nickte, beschloss einen kleinen Ausritt auf Morke zu machen um sich dann ein wenig mit Scylla zu beschäftigen – es schien als würde ihr die junge Stute gefallen! So verabschiedete ich mich für diesen Tag, auf dem Hof begegnete mir Cayden – er wollte mich heute begleiten. Die letzten beiden Tage waren wir beide selten beieinander gewesen, außerdem konnte er mir bei der Arbeit mit den Stuten helfen. Gestern und den Tag davor hatte ich die beiden ein wenig unter Stelli reiten sehen, sie geputzt und ein wenig im Round Pen bewegt um mich mit ihnen vertraut zu machen und sie ebenfalls mit mir.
      Also lud ich Corvus und Cayden in mein kleines, aber feines Auto um schließlich vom Hof zu fahren in Richtung Tannenheide – das Gestüt der beiden war nicht weit weg. Nach nur einer halben Stunde trafen wir auf dem Hof ein – ich stellte Stelli Cayden vor und verkündete er würde mir mit dem Training der beiden Stuten helfen. Dabei traf es sich gut, das Laith diejenige war die zwar etwas zurückhaltend war, jedoch dabei nicht ängstlich und die größere der beiden Stuten. Gemeinsam sattelten wir die beiden, schritten über den mit Schnee bedeckten Hof hinüber zur geräumigen Halle. Unter Stelli hatte ich bereits gesehen, das beide Stuten weit in der Ausbildung waren – sie liefen ordentlich am Zügel, ließen sich ohne weitere Probleme biegen und stellen und die Tempowechsel zeigten sich deutlich innerhalb einer Gangart, sodass es keine Probleme geben sollte einen versammelten Galopp oder Trab von beiden zu fordern. Vom Boden aus kannten beide Stuten bereits die Hinterhandwendung, wie ich im Round Pen festgestellt hatte. Also schwangen wir uns bald darauf in die Sättel, stellten uns die Bügel ein um erst einmal im Schritt neben einander durch die Halle zu gurken um zu besprechen worauf wir uns heute konzentrieren wollten. Beide Stuten kannten bereits die einfachen Galoppwechsel waren also das stellen in einen anderen Galopp bereits gewohnt, deswegen wollten wir heute auf die verschiedenen Tempi innerhalb einer Gangart achten, also dem Arbeitstrab, dem Mitteltrab und dem versammelten Trab, wie auch im Galopp. Zusätzlich würden wir auch auf den Außengalopp ein wenig eingehen und schauen wie die Stuten darauf reagierten. Gesagt getan, wir begannen mit den ersten richtigen Hufschlagfiguren, wärmten die beiden im Schritt und Trab erst einmal richtig auf ehe wir uns an die Galopparbeit machten. Laith bewies hier ihre Ausdauer – der Außengalopp klappte bei ihr nicht hundertprozentig, doch geduldig ließ sie sich von Cayden immer wieder durchparieren und von neuem angaloppieren. Kiss dagegen hatte schnell begriffen worum es hierbei ging und bereits nach einer guten Viertelstunde beendete ich die Sache an dieser Stelle damit eine positive Erfahrung ihre letzte Erinnerung sein würde. Ich zuckelte im Schritt auf dem zweiten, dritten Hufschlag bis sich auch Cayden mit Laith dazu gesellte. Die Volten hatten wir bereits etwas verkleinert, denn in einer L Dressur gab es nur noch 8 Meter Volten, doch für die erste Trainingsstunde hatten sich beide Stuten gut angestellt. Beim Absatteln brachten uns die Pfleger die Abschwitzdecken die wir auf die Pferde legen sollten, denn dank dem Plüschfell hatten sie ordentlich geschwitzt. Die Pfleger versicherten uns außerdem sie würden die Stuten später wieder entdecken.
      Am den folgenden Tagen wechselten wir uns ab, einmal war ich auf dem Boden, Cayden hockte auf Laith und wir übten die Hinterhandwende – dann war es anders herum und saß auf Kiss. So konnten wir vom Boden aus die ersten Kommandos geben um ihnen die Hilfegebungen des Reiters verständlicher zu machen. Die Kurzkehrt verlangte schon ein etwas intensiveres Training – zunächst absolvierten wir die Übung im Schritt. Die Hilfen die ich gab waren die für eine Volte, als Kiss nun etwas seitwärts trat hielt ich ihre Vorwärtsbewegung auf indem ich Kreuz und Oberschenkel anspannte und gab am äußeren Zügel eine kurze Parade. Dabei sollte eine Art Halbkreis entstehen..ich ritt langsam jede Phase ab – Kiss sollte zwar einen Schritt machen jedoch Seitwärts statt Vorwärts. Jedesmal wenn sie Seitwärts trat trieb ich wieder von innen nach um den nächsten Schritt auszulösen und hielt jedesmal die Vorwärtsbewegung auf. Zunächst misslang beiden Stuten diese Übung immer wieder..manchmal blieb Laith auf dem inneren Hinterbein stehen, dann setzten wir die Wendung etwas größer an um uns danach darauf zu konzentrieren jeden Schritt gut auszureiten. Um Laith den Takt ein wenig zu vereinfachen tippte ich sie mit der Gerte ein paar Mal auf die Hinterhand. Kiss dagegen wurde manchmal etwas hektisch und rannte eher um die Wendung, sie war bei dieser Übung ein wenig überfordert. Also gingen wir noch einen Schritt zurück, machten es wie bei Laith und gingen einen Schritt zurück und ritten alles ein wenig größer. Aber im Grunde schafften beide Stuten die Übung schließlich – nicht perfekt und sie benötigten noch immer eine Menge an Training, aber sie waren beide auf einem guten Weg. Nach ein paar Tagen banden Cayden und ich auch Stelli in das Training mit ein, denn schließlich sollte auch sie mit ihren Stuten klarkommen, aber darin bestand kein Zweifel schließlich kannte sie ihre Stuten besser und länger als wir es taten.
      Die darauffolgenden Tage probten wir das neu erlernte, bis der Tag der Prüfung anstand. Insgesamt präsentierten wir den Richtern jedoch zwei in sich geschlossene und wendige Pferde, die es beide vermochten ordentlich am Zügel zu laufen, sich selbstverständlich schön aufrichteten und ihr bestes gaben. Die verschiedenen Tempi innerhalb der Gangarten waren klar von einander zu unterscheiden – so war es nicht verwunderlich, dass sowohl Laith als auch Kiss die Stufe mit Bravour wechseln durften!
      Während des Trainings auf dem Gestüt Tannenheide hatte sich Laura wieder etwas beruhigt und machte sich weniger Sorgen um die anderen daheim in Finnland. Gemeinsam unternahmen wie weiterhin Ausritte ab und an ließ sie auch Morke im Stall um ihm Pausen zu gönnen – gemeinsam mit Wish und Storm preschte er über die Weiden. Etwa drei Tage vor Weihnachten unternahmen Laura, Cayden und ich einen schönen Ausritt in die verschneite Landschaft. Laura hatte sich dafür Willow genommen, ich selbst hockte auf Kürbis und Cayden hatte sich eine Stute von Amy geliehen – Meike, keine unbedingt leichte Stute, doch er kannte sie bereits und bei ihm war sie recht umgänglich. Manchmal musste er die ältere Stute davon überzeugen weiter zu gehen, doch dank der anderen Pferde folgte sie zumeist auf dem Fuß.Der gesamte Hof freute sich schon gewaltig auf unseren Weihnachtsball – jeden Tag erhielten wir Anrufe über neue Anmeldungen und die Aufbereitung der alten Scheune bereitete uns allen – vor allem aber Jack und dem
      Rest der Männer auf Heartland, sogar Scott half dabei mit.
      Ravenna
    • Zaii
      Basispaket
      Hufschmiedsbericht, 26. Dezember 2013

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      In der Früh machte ich mit heute auf den Weg zu Sarah. Sie hatte mich vor einigen Tagen angerufen und mich gebeten, nach den Hufen ihrer Pferde zu schauen.

      Gut gelaunt fuhr ich die Einfahrt entlang und sah Sarah bereits bei den Pferden in einem der kleinen, gemütlichen Offenställe. Als sie die Motorgeräusche wahr nahm, drehte sie sich um und winkte mir lächelnd zu. Kurz hob ich auch meine Hand, dann stellte ich rasch meinen Wagen ab, schnappte mir meine Sachen und lief zu der jungen Frau hinüber.
      „Guten Morgen“, rief Sarah, ehe ich sie erreicht hatte. Geschwind schlüpfte sie durch den Zaun und kam mir einige Schritte entgegen.
      „Guten Morgen“, begrüßte ich sie ebenfalls und versuchte ihr meine Hand entgegen zu strecken.
      „Komm ich nehm dir was ab“, kam Sarah mir zu Hilfe und nahm sich den Werkzeugkoffer, den ich unter dem Arm geklemmt trug.
      „Danke“, sagte ich erleichtert und schüttelte der jungen Frau nun die Hand.
      „Wir gehen hier rüber“, deutete Sarah auf einen Anbindeplatz. „Dort haben wir Platz und ruhig ist es noch dazu, vor allem bei Storm wird das wichtig sein.“
      Mir wurde bereits berichtet, dass Stormbringer als halbwilder Hengst aus Dublin hierher kam und noch nie in seinem Leben bei einem Hufschmied war. Kein Problem, dachte ich, wurde aber später noch vom Gegenteil überzeugt.
      „Wir fangen mit Storm an, ja?“ Sarah riss mich aus meinen Gedanken. „Ich hole ihn schon mal her, dann kannst du alles vorbereiten.“
      Ich nickte nur stumm und war gespannt auf den jungen Hengst, den Sarah nun behutsam aus dem Offenstall führte.
      Ein hübscher Apfelschimmel, mit kleinem, frechen Kopf spitze aufmerksam die Ohren, als er mich entdeckte. Er schien Sarah zu akzeptieren, doch dass das Vertrauen noch nicht so groß war, kam zum Vorschein, als der Hengst einige Meter von mir entfernt stehen blieb.
      „Komm mein Junge, dir passiert nichts“, versuchte Sarah, mit ein paar Leckerlis in der Hand, Storm zum weitergehen zu überreden. Ein paar zaghafte Schritte traute das Pony sich vor, blieb dann aber erneut stehen.
      „Ich denke, hier ist es schon gut, ich wollte ihn sowieso noch nicht anbinden, dass kennt er noch nicht“, sagte Sarah etwas verlegen und lächelte.
      „Gerne“, nickte ich und suchte aus meiner Tasche einen leckeren, glänzenden Apfel, den ich extra für den jungen Hengst mitgenommen hatte. „Schau mal“, sagte ich leise und streckte meinen Arm aus, während ich vorsichtig auf Storm zu ging. Seine Augen leuchteten, er fixierte den Apfel, beobachtete mich aber trotzdem ganz genau.
      Schon nach recht kurzer Zeit konnte ich so nah an den Hengst treten, dass er mir mit gestrecktem Hals den Apfel von der Hand nahm.
      „Das ist lecker, nicht wahr?“ Sarah krauelte ihm die Ohren, während ich mich langsam weiter näherte. Storm war sehr angespannt, jederzeit bereit zur Flucht, so wie er es in seiner alten Heimat wohl oft getan hat.
      Doch heute schien er zu verstehen, dass ich ihm nichts Böses wollte. Ich wechselte einen kurzen Blick mit Sarah, die lächelnd nickte und Storm mit Leckerlis ablenkte. Ich nutzte meine Chance und trat vorsichtig neben das rechte Vorderbein und berührte dieses behutsam. Der Hengst zuckte zusammen, wich erschrocken einige Schritte zur Seite, war aber glücklicherweise noch immer auf Sarahs Leckerlis konzentriert.
      Der zweite Versuch, den ersten Huf anzuheben, zeigte mehr Erfolg. Zwar schnappte Storm kurz nach mir, Sarah konnte ihn aber davon abhalten, mich auch zu erwischen.
      Ohne groß zu zögern, säuberte ich den Huf, schnitt die Hufwand und die Trachten kürzer und bearbeitete rasch den Strahl. Vorsichtig ließ ich den Huf runter und entfernte mich einige Schritte.
      Ich betrachtete den Huf und sagte dann: „Ich denke, das Raspeln auf dem Bock lassen wir heute mal ausfallen. Die Hufe haben so schon eine recht passable Form und beim nächsten Besuch können wir dann versuchen, ihm den Hufbock schmackhaft zu machen.“ Sarah nickte und schien ebenfalls erleichtert zu sein, dass wir, aber vor allem Storm, diese Strapazen nicht auf uns nehmen mussten.
      Die anderen drei Hufe verliefen ähnlich wie der erste: Zuerst versuchte der Hengst nach mir zu schnappen, ließ dann aber die Behandlung über sich ergehen.
      „Super“, lobte ich Storm, nach erfolgreichem Ausschneiden. „Hast es ja doch überlebt.“ Lachend holte ich einen weiteren Apfel aus meiner Tasche und näherte mich dem Pony wieder vorsichtig. Ohne Anstalten nahm er das Leckerli und kaute genüsslich auf dem saftigen Apfel.
      „Gut, ich bringe ihn eben zurück in den Stall und hole direkt den nächsten“, lächelte Sarah, während sie sich auf den Weg zum Offenstall machte.

      Der Falbhengst Wishing Well stand als nächstes auf der Liste. Sarah band ihr Pony am Anbindeplatz an, lächelte mir zuversichtlich zu und sagte: „Wish ist das genaue Gegenteil von Storm, er kennt den Hufschmied und hat keinerlei Probleme ruhig zu bleiben.“
      Ich war tatsächlich erleichtert, dass nicht wieder ein solch anstrengendes Pferd vor mir stand, obwohl Storm ja gar nichts dafür konnte, er hatte einfach noch nicht gelernt, dem Menschen zu vertrauen.
      Während ich ein Leckerli aus meiner Tasche zauberte und dem Hengst einige Schritte näher trat, spitzte er aufmerksam die Ohren und hatte einen frechen, wobei, eher bettelnden Blick drauf.
      „Schau mal was ich dir mitgebracht habe“, begrüßte ich Wish nun und gab ihm sein Begrüßungsleckerli. Zufrieden kauend, wandte er sich ab, als wolle er sagen 'Ok, du hast Futter, dann darfst du auch an meine Hufe'. Sarah und ich mussten im gleichen Moment anfangen zu lachen.
      „Das ist ein Schlumpf“, sagte die junge Frau und strich dem Hengst über seine kurze Stehmähne.
      „Gut Wish, darf ich also anfangen?“ Grinsend schaute ich ihn an. Als keine Reaktion kam, nahm ich mir den ersten Huf vor, betrachtete diesen erst einmal und stellte fest, das die Füße des Hengstes noch recht gut aussahen, sie nur etwas gekürzt werden mussten.
      Voller Tatendrang machte ich mich also daran, mit dem Hufmesser das überschüssige Horn zu entfernen. Wie bereits von Sarah erwähnt, stand Wish, beinahe wie eine Statue, still. Ohne Probleme konnte ich alle vier Hufe auf die richtige Länge bringen, die Form war sowieso noch gut.
      Damit war Wish aber noch nicht befreit. Einen Rennpferdebeschlag mit Stollen sollte der Hengst noch bekommen, was auch, wie zu erwarten, keine Probleme bereitete.
      Bevor ich die Eisen, welche aus Aluminium bestanden, zum Anpassen erhitze, suchte ich die richtige Größe für das Connemara Pony heraus. Mit dem glühenden Eisen trat ich an den Vorderhuf, welchen Sarah hielt und drückte es kurz, aber fest auf das Horn. Weißer Rauch und ein beißender Geruch stieg empor, während sich das Eisen ein Bett in das Horn brannte. Wish konnte das nicht beeindrucken, geduldig wartete er, bis Sarah den Huf runter ließ und ich das Eisen auf dem Amboss in die richtige Form brachte.
      Die Stollen konnten später nach Belieben an- und abgeschraubt werden, vor allem für die Pferderennen auf Schnee waren diese besonders wichtig.
      Das Festnageln des ersten Eisens verlief problemlos, sodass es dann mit dem nächsten weiter ging. Wish verhielt sich die ganze Zeit über ruhig und sehr geduldig, auch als ich das Eisen am rechten Hinterhuf zweimal anpassen musste.
      „So ein braver Junge“, lobte ich den Hengst, nachdem er mit den neuen Eisen ausgestattet war.
      „Der Nächste ist auch ein ganz Lieber“, lächelte Sarah und band Wish los. „Ich bin sofort wieder da.“ Mit dem Hengst an der Seite marschierte sie wieder zum Stall und kam kurz darauf mit dem nächsten Pferd zurück.

      „Das ist Moon, der Vater von Wish“, stellte die junge Frau mir den hübschen braunen Connemara Hengst vor, während sie ihn sicher am Anbindeplatz anband.
      „Guten Morgen“, sanft streichelte ich Moon über die Nüstern. „Fast noch hübscher als sein Sohn“, grinste ich Sarah an.
      „Er ist ein Traumpferd, das kannst du dir gar nicht vorstellen“, erwiderte meine Kundin stolz und lachte.
      Ich nickte, wand mich dann aber wieder dem Pferd zu, um zuerst die Hufe zu beurteilen.
      Der erste Eindruck war nicht schlecht, die Hufe hatten eine schöne Form und Moon hatte keinerlei Fehlstellungen. Nur die Länge gefiel mir nicht ganz, also griff ich nach meinem Hufmesser, hob den ersten Huf an und kürzte diesen. Ruhig stand der gut bemuskelte Moon neben mir, Interessierte sich aber nicht weiter dafür, was ich machte.
      Nicht viel Zeit verging, da waren auch schon alle vier Hufe wieder auf der richtigen Länge. Moon war, neben Wish, das einzige Pferd, welches heute einen Beschlag bekam. Allerdings einen normalen Stahlbeschlag und auch nur an den Vorderhufen.
      „So kleiner Mann“, sagte ich, strich dem Hengst über den Hals und wandte mich dann dem Schmiedeofen zu. Rasch war das erste Eisen glühend heiß und während Sarah den Huf hielt, passte ich den Beschlag an diesen an. Moon wackelte etwas mit den Ohren, blieb aber ansonsten vollkommen entspannt.
      „Wenn doch alle Pferde so brav wären“, lachte ich und bearbeitete zeitgleich das Eisen auf dem Amboss.
      „Wenn jeder seine Pferde behutsam daran gewöhnen würde, wäre das sicher auch kein Problem“, entgegnete Sarah, die ihrem Hengst die Stirn krauelte.
      „Ja das hast du recht, Geduld ist wohl das Wichtigste bei der Pferdeerziehung“, stimmte ich Sarah zu und kühlte das passende Eisen im Wasser ab.
      Mit mehreren Nägeln befestigte ich es dann am rechten Vorderhuf und fuhr direkt mit dem zweiten und letzten Eisen fort.
      „Super gemacht“, lobte ich Moon, nachdem auch der linke Vorderhuf mit einem Eisen versehen war. „Dann darfst du jetzt zurück in den Stall.“
      Sarah nickte lächelnd, während sie den Hengst losband und zu seinen Freunden brachte.

      Die 7-Jährige Stute Kürbis wurde mir als nächstes von Sarah gebracht.
      „Kürbis ist eigentlich eingetragen als braune Stute, aber sie macht ihrem Namen alle Ehre“, erklärte mir die junge Frau, während sie die Stute, welche tatsächlich leicht orange schimmerte, anband.
      „Hallo Kürbis“, begrüßte ich die Stute grinsend, während ich ihr ein Leckerli zusteckte und mir ihre Hufe ansah.
      Gesundes, hartes Horn erwartete mich, als ich den ersten Huf anhob und den Strahl betrachtete. Sehr gut gepflegt, alles tip top, nur ein bisschen zu lang.
      Kürbis war weniger begeistert von meinem Besuch, legte sich doch die Ohren an, als ich erneut ihren Huf anheben wollte.
      „Eine kleine Zicke“, lachte ich und startete den nächsten Versuch, den zweiten Huf auszuschneiden. Zwar war die hübsche Stute wieder nicht begeistert, ließ sich aber trotzdem brav den Huf kürzen.
      Knappe 10 Minuten später stand Kürbis auf ordentlichen, gut gepflegten Hufen und hatte es für heute geschafft.
      „Eigentlich bist du doch eine ganz Liebe, nicht wahr?“ Lächelnd gab ich dem Pony zum Abschied erneut ein Leckerli, anschließend brachte Sarah sie fix zurück in den Stall.

      Nach den 4 Ponys kam nun ein etwas größeres Kailber auf mich zu. Sarah band den mächtigen Friesen an und erklärte: „Das ist MorrigansCall, allerdings wird er nur Call gerufen. Er ist artig, allerdings solltest du ihm nicht über den Widerrist streichen, dort hatte er eine große Wunde als Fohlen und ist besonders empfindlich.“
      „Alles klar“, nickte ich und betrachtete zu Anfang die Hufe, welche eine schöne Form hatten, jedoch in der Länge nicht optimal waren.
      Bevor ich jedoch mit dem Ausschneiden begann, begrüßte ich den großen Hengst erst einmal.
      „Hallo Call“, sagte ich leise. „Magst du ein Leckerli haben? Ich glaube schon. Ich werd auch ganz vorsichtig mit dir sein.“ Neugierig beobachtete der Rappe mich, während ich in meiner Tasche kramte und kurz darauf ein Leckerli raus zog. Etwas schüchtern nahm er es sich von meiner Hand und kaute zufrieden.
      Lächelnd trat ich an sein Vorderbein und hob den Huf hoch. Ohne zu zögern gab er mir diesen und stand brav still. Sarah krauelte ihn unterdessen hinter den Ohren.
      Mit dem Hufmesser entfernte ich zunächst das überschüssige Horn an Hufwand und Trachten, anschließend platzierte ich den Huf auf dem Bock und raspelte von außen die Hufwand schön glatt. Rasch war auch der Strahl korrigiert, sodass ich den Huf absetzte und Call lobte.
      Nach nur kurzer Zeit hatte ich auch die anderen drei Hufe bearbeitet, sodass der hübsche Friese für heute alles geschafft hatte.
      „Wieder so ein braves Pferd“, lachte ich, während ich Call noch ein Leckerli gab und Sarah ihn dann zurück in den Stall brachte.

      Nach dem Großen, führte Sarah nun wieder eine kleine Connemara Stute und band sie an. „Das ist Willow Maiden, sie ist ebenfalls eine ganz artige“, lachte meine Auftraggeberin und klopfte ihrem Pony den Hals.
      Auch ich näherte mich der Stute nun und machte mich mit ihr bekannt. Neugierig streckte sie mir ihre Nüstern entgegen und schnaubte leise. „Schau mal“, sagte ich, während ich ein Leckerli aus meiner Tasche holte. „Du magst sicher auch Eins haben.“ Mit ihren weichen Lippen schnappte Willow sich das Leckerli und zerkaute es genüsslich.
      Währenddessen betrachtete ich schon mal die Hufe, konnte dabei aber nichts Ungewöhnliches feststellen, sodass ich mir direkt den ersten Huf nahm und mit dem Kürzen begann. Wie bereits erwähnt, machte die Stute keine Zicken und ließ mich brav meine Arbeit machen.
      Es verging nicht viel Zeit bis ich beim letzten Huf angelangt war. Dort verfuhr ich wie bei den Hufen zuvor: Zuerst kürzte ich Hufwand und Trachten auf die optimale Länge, anschließend raspelte ich den Huf rund und korrigierte dann den Strahl.
      Willow machte alles brav mit und durfte dann zurück in den Stall.

      „Fast geschafft“, lachte Sarah. „Drei nur noch und jetzt ist diese hübsche Dame an der Reihe: Scylla.“
      Die Schimmelstute beäugte mich neugierig und freute sich über die kleine Leckerei, die ich ihr zur Begrüßung zusteckte.
      Ohne groß Zeit zu verlieren, ich war immerhin schon fast 2 Stunden mit den Pferden beschäftigt, begann ich mit den Hufen. Wie auch bei den anderen Ponys, schaute ich mir die Hufe von Scylla an, um eventuelle Auffälligkeiten festzustellen. Es war allerdings alles in Ordnung, sodass ich mir mein Hufmesser nahm und nacheinander alle vier Hufe auf die richtige Länge brachte.
      Dabei verhielt sich das Connemara Pony sehr vorbildlich und ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Nur eine Pfütze, die etwas abseits war, beobachtete sie mit wachsamen Augen, man könnte fast meinen, sie hätte Angst, das sie angegriffen werden könnte.
      Lachend verabschiedete ich mich von Scylla, als ihre Hufe fertig waren und räumte ein wenig meine Sachen auf.

      In der Zwischenzeit holte Sarah das vorletzte Pferd, einen hübschen Araberhengst und band ihn am Anbindeplatz an. Lächelnd sah Sarah mich an: „Bist du etwa schon müde? Hast es ja bald geschafft und die letzten beiden sind auch wirklich artig.“
      „Ja, so langsam schwindet mir die Kraft“, grinste ich. „Aber auch die Letzten schaffe ich jetzt noch.“
      Golden River, der Araber, schaute mich neugierig an und schien etwas zu erwarten. „Na, du kriegst doch auch ein Leckerli“, sagte ich liebevoll und steckte dem Hengst eines zu.
      Dann machte ich mich daran, die Hufe zuerst zu beurteilen und sie dann auszuschneiden. Brav stand der Hengst still, während ich den ersten Huf anhob und mit dem Hufmesser das Horn kürzte. Mithilfe der Raspel und dem Hufbock feilte ich den Huf von außen schön rund und in eine gute Form. Schließlich korrigierte ich noch den Strahl, dann war der erste Huf fertig und es ging weiter.
      Rasch waren auch die anderen drei Hufe nach dem gleichen Prinzip bearbeitet und River bekam für sein gutes Verhalten erneut ein Leckerli.
      „Schau, jetzt fehlt nur noch einer“, sagte Sarah mitfühlend, während sie den Araber losband und zurück zum Stall führte.

      Der Letzte für heute war wieder ein Connemara Hengst. Sarah band den 7-Jährigen an und sagte: „Das ist Varulv, er ist manchmal etwas frech, aber ansonsten ganz artig.“
      Langsam trat ich auf den Hengst zu und begrüßte ihn mit einem Leckerli: „Hallo Hübscher, geht’s dir gut?“ Ich bekam natürlich keine Antwort, aber das Leckerli nahm Varulv gerne an.
      Ich schaute mir die Hufe des Rappen an, er hatte zwei helle und zwei dunkle. Gut gepflegt sahen sie aus, könnten nur ein Stück kürzer, aber dafür war ich ja heute da. Sanft hob ich den ersten Huf an und begann mit dem Hufmesser das alte, überschüssige Horn zu entfernen. Brav stand Varulv dabei still, auch als ich seinen Huf auf dem Bock platzierte und raspelte, schaute er nur neugierig zu.
      Ich fuhr mit dem nächsten Huf fort und rasch waren alle vier Hufe wieder optimal versorgt.
      „Super, wir haben's geschafft“, lachte ich und legte mein Werkzeug zur Seite.
      „Ja und so viele waren es ja nun auch nicht“, grinste Sarah, während sie Varulv losband und schnell zurück in den Stall brachte.

      „Ich helfe dir noch, deine Sachen zum Auto zu bringen“, sagte Sarah, als sie vom Stall zurückkehrte. Gemeinsam packten wir mein Werkzeug zusammen, brachten es zum Auto, wo ich alles sicher verstaute.
      „Vielen Dank für deinen Besuch, ich bin wirklich zufrieden“, bedankte sich die junge Frau, ehe wir uns verabschiedeten und ich mich auf den Weg nach Hause machte.
      Mongofisch
    • Zaii
      Dressur E - A
      Ausbildungsbericht

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      In den letzten Wochen hatte ich mich ausgiebig mit Scylla beschäftig – sie war in der Dressur außerordentlich begabt, eine solide Grundausbildung hatte sie bereits genossen und nun nutzte ich die Weihnachtszeit um in der Halle mit ihr zu üben. Wir hatten erst eine kleine Ewigkeit benötigt um einander kennenzulernen, ihr schwungvoller Trab war um so vieles anders gewesen als der von Moon oder Varulv. Mit einiger Mühe war es mir gelungen ihr eine konstante Anlehnung nahe zu bringen – oft hatte ich sie longiert um ihr auch an der Longe mit der Hilfe von Ausbindern nahe zu bringen, das dieses etwas Gutes war. Auch Cayden hatte sich in ihren Sattel geschwungen, während ich mich ebenfalls mit Varulv beschäftigt hatte – der Hengst war neu auf meinem Hof und konnte etwas Training auch nicht von der Hand, oder eher dem Huf weisen. Scylla lernte enorm schnell dazu, den einfachen Galoppwechsel bekam sie sogar am schnellsten auf die Reihe, die Schwierigkeiten stellten sich erst ein als es darum ging die verschiedenen Tempowechsel einzubauen. Scylla rannte im Trab oftmals unter dem Sattel fort, dann musste ich mich etwas schwer machen ihr ein wenig an Tempo nehmen, sonst wirkte das Reiten von ihr bald zu hektisch. Unabdingbar klemmte ich mich also dahinter ihr dieses hektische als ein wenig „auszutreiben“ - auch an der Longe. Zusammen mit Cayden longierte ich sie öfter , nahm ihr mit der Stimme stetig Tempo aus der jeweiligen Gangart und alsbald rannte sie weniger unter dem Sattel. An einem Abend unternahm ich einen kleinen Spazierritt zusammen mit Gwen auf Altair und Scylla. Ab und an gingen wir auch gemeinsam auf den Platz, trainierten beide Pferde und quatschten allgemein ein wenig. In letzter Zeit hatte sie sich oft um Minou gekümmert, zudem hatte in meinem Kopf der Plan Gestalt angenommen ihr die junge Stute zu schenken. Die Ritte durch den Schnee taten Scylla mehr als gut, es klärte ihren Kopf machte sie frei für neues. Auf dem Platz arbeitete sie freudiger mit, ließ sich regulieren fort an brachten uns die einzelnen Tempowechsel keine Schwierigkeiten mehr – im Mitteltrab durchquerten wir die Diagonale wechselten in eine 10 Meter Volte um schließlich aus ihr an zu galoppieren. Doch immer wieder sah ich gern wie wir im gestreckten Galopp um die Bahn preschten – am Ende der Arbeit schien dies eine Art der Lösung für sie zu sein…vielleicht so etwas wie eine Belohnung ihrer Arbeit. Mein Herz sprang dabei immer höher, würde sie diese Lebensfreude auch an ihre Fohlen weitergeben können? Für heute stieg ich von ihrem Rücken, sattelte sie mit steifen Fingern an und wärmte mir die Finger noch ein wenig unter ihrer warmen Mähne. Ich zog ihren Duft in mich auf – ehe ich sie zu den anderen auf die Koppel brachte – gemeinsam freuten sie sich über die Rückkehrerin, tollten einander umher, jagten, stoppten und preschten dann wieder los als wären sie des Lebens nimmer satt. Auch den Hengsten stattete ich einen Besuch ab, liebkoste Varulvs Maul, küsste Wish und Moon auf die Nüstern und lockte den noch immer etwas scheuen Storm zu mir. Ich war noch immer am handern mit mir ob ich ihm je einen Sattel auf den Rücken legen wollte, doch gleichermaßen fand ich den Gedanken von ihm durch die Wälder zu reiten mehr als wunderschön. Ich zuckte mit den Schultern, ging hinein ins Haus und stellte fest das es plötzlich so leer hier war. Laura hatte gestern Abend den Flug zurück nach Finnland genommen, also hatte ich hier nicht länger Gesellschaft. Seufzend und mit klammen Fingern setzte ich mich an die Heizung hielt die Finger dagegen – sobald die wieder warm waren würde ich mir einen Tee machen! Da plötzlich klopfte es an der Tür, verdutzt öffnete ich die Tür – sah vor mir Cayden der mir eine Tasse in die Hand gab. Der Duft von Met drang in meine Nase – meine Hände wurden beinahe Augenblicklich etwas wärmer. Oh! Cayden wusste was ich gern Trank! „Dankeschön“ Ich holte ihn herein, gab ihm einen Kuss auf die Wange – für mehr würde später Zeit sein, sonst würde ich ihm die Tasse mit dem Kostbaren Met nur über das T-Shirt schütten. Gemeinsam setzten wir uns auf die Couch, schoben die DVD von „Game of Thrones“ ein und in seinen Armen wich alsbald die Kälte von draußen. So hätte ich Ewig verbringen können…
      Ravenna
    • Zaii
      Allgemeine Kontrolle
      Tierarztbericht, 08. Februar 2014

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      Mein zweiter Termin heute führte mich zu der jetzt schon bekannten Connemarazucht von Sarah. Dank meinem Navi fand ich den Weg auch ohne große Probleme und konnte noch eine kurze Kaffeeepause machen, da ich genügend Zeit hatte. So kam ich pünktlich gegen zehn auf Caed Crevan an und wurde dort schon sehnsüchtig erwartet. Herzlich begrüßte Sarah mich und führte mich dann direkt in den Stall, wo ich mich am Putzplatz ausbreiten konnte. Während ich meine Sachen auspackte, holte Sarah bereits den ersten Patienten. Dabei handelte es sich um die hübsche und junge Scylla, welche mich aus neugierigen braunen Augen anblickte und jede meiner Beobachtungen beobachtete. Ich machte mich kurz mit ihr bekannt, ehe ich auch schon mit der Untersuchung begann. Zuerst kontrollierte ich den Pupillenreflex der Stute, ehe ich einen Blick in ihr Maul warf, doch auch dort war alles okay. Danach schnappte ich mir mein Stethoskop und hörte mir Herz und Lunge an. Danach tastete ich Scyllas Rücken nach eventuellen Verspannungen ab und schaute mir Gelenke und Sehnen genauer an, doch auch hier war alles wunderbar. Zum Schluss kontrollierte ich noch ihre Körpertemperatur, welche mit 37,2°C jedoch vollkommen im Idealbereich lag und ich mit gutem Gewissen impfen konnte. Zuerst gab es die Spritze gegen Influenza und darauf folgte die Impfung gegen Tetanus. Beide Spritzen überstand Scylla tapfer, doch danach ließ ihre Geduld nach und sie fing an zu zappeln. Dank Sarahs Hilfe konnten wir sie aber im Zaum halten und so schaffte ich es noch, sie auch gegen Herpes und Tollwut zu impfen. Zum Schluss flößten wir ihr noch die Wurmkur ein und schon hatte sie es geschafft. Den nächsten Patienten kannte ich nur zu gut, denn es handelte sich um den Frechdachs Varulv, welcher erst kürzlich die Stallungen gewechselt hatte. Auch bei ihm schaute ich mir als erstes Augen und Zähne genauer an, ehe ich mich an die Untersuchung des restlichen Körpers machte. Wirbel für Wirbel tastete ich seinen Rücken ab und entdeckte auf Höhe der Hüfte auch eine leichte Verspannung, welche ich aber durch eine simple Übung lösen konnte. Seine Sehnen und Gelenke sahen auch wunderbar aus, so dass ich mir keine Gedanken machen brauchte. Ebenso war seine Körpertemperatur im Idealbereich, so dass ich auch ihn impfen konnte. Die vier Spritzen verliefen bei ihm nur wesentlich komplizierter, als bei der Stute, denn Varulv konnte nicht stillhalten. So hatten Sarah und ich alle Hände voll zu tun und waren froh, als es endlich geschafft war. Zum Schluss gab es noch die Wurmkur und schon war auch der Rappe fertig mit dem Tierarztbesuch. Sarah brachte ihren Hengst zurück in die Box, während ich meine Sachen zusammenpackte und mich dann verabschiedete, um zu meinem nächsten Patienten zu fahren. Sarah brachte mich noch zu meinem Auto und so erfuhr ich noch einiges über die Zucht, welche sie momentan aufbaute. Ich wünschte ihr viel Erfolg und fuhr dann vom Gestüt.
      Eddi
    • Zaii
      Gentest
      Tierarztbericht, 15. Februar 2014

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      Heute kam ich wieder auf den Hof von Sarah, da auf meinem Terminplaner zwei ihrer Pferde zur Behandlung standen.
      Es war eine recht weite Fahrt, die ich aber gut überstand. Auf dem Hof angelangt, ließ ich meinen Wagen langsam die Einfahrt hochrollen, während ich sah, dass Sarah gerade aus dem Stalltrakt kam. Als sie meinen silbernen Mercedes erblickte, begann sie zu lächeln, winkte kurz und wartete dann auf meine Ankunft.
      Ich parkte das Auto – wie immer – absolut schief. Es ließ sich nicht ändern, ich konnte einfach nicht gescheit einparken. Sarah lachte kurz darüber und begrüßte mich dann herzlich. Sogleich führte sie mich in den Stall und erklärte, dass ich zunächst Scylla behandeln sollte. Bei ihr standen Wurmkur und Impfung sowie ein Gentest auf dem Plan.
      Mit einigen Schritten Abstand folgte ich Sarah in den Stall und fragte sie über den allgemeinen Gesundheitszustand der Stute aus, während sie vorsichtig und achtsam das Halfter über ihre Ohren streifte und sie aus dem Stall holte. Kurz darauf war die Kleine angebunden und ich konnte mit meiner Arbeit beginnen.
      Zunächst sammelte ich achtsam die Haarprobe für den Gentest. Während ich die Haare organisierte, achtete ich penibel darauf, dass zumindest teilweise noch eine Haarwurzel vorhanden war. Die Probe verpackte ich in ein Röhrchen und beschriftete dieses mit ihrem Namen.
      Als ich es in mein Auto brachte, machte ich direkt die Impfung fertig. Sie bekam ein Kombipräparat für Tetanus und Influenza, welches ich vorsichtig von der Ampulle in die Spritze zog. Schnell war die Nadel getauscht, dann konnte es auch schon losgehen.
      Scylla ließ die Impfung mit stoischer Gelassenheit über sich ergehen und beäugte mich lediglich etwas misstrauisch. Aus meiner Tasche holte ich sogleich eine Wurmkur, stellte die Tube auf ihr Gewicht ein und presste die Paste tief in ihren Schlund. Dies fand sie nicht so witzig, ließ es aber über sich ergehen.
      Nun durfte das Pony schon wieder in ihre Box und mein nächster Patient folgte auf dem Fuße.

      Ergebnis des Gentests von Scylla:

      Ee aa Gg
      Scylla ist heterozygot auf das Grey-Gen, nur 50% ihrer Nachkommen (statistisch) sind Schimmel. Sie ist heterozygot Extension und homozygot Agouti, somit ist es auch möglich, dass aus ihr Füchse fallen.
      Eowin
    • Zaii
      Umzug nach Schottland
      Pflegebericht

      Nachdem ich eine Woche auf gepackten Koffern gehockt , mich von allen hier auf Heartland verabschiedet - Jack, dessen Kochkünste ich vermissen würde, Ty der mir in meinem Wissen um Pferde Haltung und Pflege sosehr geholfen hatte und vor allem auch von Amy. An jenem Abend waren sehr viele Tränen gefallen - doch alles in allem hatten sie mir viel Glück gewünscht.

      Nun hockte ich auf diesem Frachtschiff fest - ich hätte mich entscheiden können mit all meinen Pferden zu fliegen, doch wollte ich keinem von ihnen dies antun. Also hatte ich mich nach Schiffreisen nach Schottland erkundigt - durch Zufall hielt einer der Frachter genau im Hafen von Port Appin um dort Medikamente und Lebensmittel abzuliefern. Von dort würden wir per Auto nach Eriska fahren und von dem kleinen Ort aus war es nicht mehr lang bis zu dem Hof den Cayden von seinen Großerltern geerbt hatte. Eine entfernte Cousine – wohnte dort bereits. Nach vielem Mailkontakt hatten wir beide beschlossen gemeinsam auf Caed Crevan eine Zucht für Highlandponys und Connemaras aufzubauen. Genauso wie auch ich hatte sie einige Pferde anderer Rassen, die auf dem Gut jedoch auch ein wunderschönes zu Hause finden würden. Einige meiner Schätze befanden sich nun also bei mir an Bord - darunter Thowra - ein Isländermix aus Vinis Zucht, meine recht neue Stute Willow Maiden, Stormy – denn er vertraute mir von allen am meisten und der frisch kastrierte Araber Golden River. Die anderen waren bereits vor gut einem halben Monat mit Cayden nach Eriska aufgebrochen. Dort in der Nähe gab es einen See – oder vielmehr ein zu großer Teich namens Logan Dubh, dieser befand sich direkt auf dem Gutsgelände und ich hatte schon ein erstes Foto von Cayden erhalten auf dem Moon zu sehen war wie er Knietief im Wasser stand. Da hatte ich erst gemerkt wie sehr ich meine Lieblinge vermisste. Cayden und ich hatten in unserer alten Heimat alle Zelte abgebrochen um einer noch recht ungewissen Zukunft entgegen zu blicken – Cayden hatte Call an ein junges Mädchen verkauft, die mit dem jungen Friesen sicher viel Spaß haben würde. Minou hatte sich gemeinsam mit Gwen auf den Weg nach Kanada begeben, doch hatte ich ein Foto von deren Imbolc-Feier erhalten. Wie es der Zufall so wollte fand dieses keltische Fest genau an meinem Geburtstag statt, dies war mein letzter Tag auf Heartland gewesen…

      Einige Stunden später, zog ich meine Sachen an, torkelte ein wenig über das Deck und hinunter in den Frachtraum um nach den letzten Pferden zu gucken – Thowra hatte leichte Beruhigungstropfen in ihr Futter bekommen, damit die Reise nicht allzu anstrengend für sie wurde. River hatte die Tropfen aufgrund seines Temperamentes erhalten, obwohl er durch die Kastration schon ruhiger geworden war. Eigentlich hatte ich nie vorgehabt zu Kastrieren, sollte er doch mal in eine Zucht gestellt werden, doch eine Hodenentzündung hatte diesen Wünschen einen Riegel vorgestellt – nun gut, dennoch würde ich ihn nicht einfach aufgeben. Von Anfang an stand fest – River kommt mit!

      Auf dem Hof selbst gab es ein kleines Shetlandfohlen, welches dem Großvater gehört hatte. Zusammen mit der anderen Jungstute Striga würden dies Thowras neue Gefährten werden – mal davon abgesehen, das Cayden berichtet hatte Kürbis sei wieder tragend! Also konnten wir uns auf einen tollen Nachwuchs dieses Jahr freuen.

      Nach drei Tagen auf dem Wasser wieder Boden unter den Füßen zu haben war mehr als nur herrlich! Ich musste mich schon zusammen nehmen um nicht auf die Knie zu fallen und den Boden zu küssen. Stattdessen rannte ich Cayden entgegen und küsste ihn mehr als nur einmal auf die Lippen. Während die Männer die einzelnen Boxen aus dem Frachter luden, stellte er mir „Vämp“ vor, wie ihr Spitzname war. Nachdem alle Boxen aus dem Frachter waren, holten wir die erschöpften Pferde heraus, stellten sie in die Hänger auf das ihre Reise bald ein Ende haben würde. Die zweistündige Fahrt über hatte ich mir vorgenommen, alles zu erzählen und erzählt zu bekommen, doch wegen des mangelnden Schlafes razte ich bei dem stetigen Brummen des Motors sofort ein. Erst als wir auf den Parkplatz kamen – zu dieser Zeit war es gerade 3 Uhr morgens, wurde ich kurz wach. Am Rande nahm ich wahr wie die restlichen Pferde in die Boxen gebracht wurden.


      Als ich das nächste Mal wach wurde – in einem Bett – schreckte ich auf, ich benötigte meine Zeit ehe ich wusste wo genau ich war….Eriska…Schottland. Ich schwang die Beine aus dem Bett – die Seite neben mir war leer, dann musste Cayden bereits draußen sein. Als ich ein Blick aus dem Fenster erhaschte hielt ich einen Moment die Luft an – es schien als gehöre ich hierher. „Welcome to Scotland“ murmelte ich vor mir her. Mein Blick war auf die Ovalbahn gerichtet, zwischen der kleinen Baumgruppe hindurch sah ich wie gerade Varulv trainiert wurde.
      Ravenna
    • Zaii
      Abenteuer Highlands
      Pflegebericht

      Der Morgen begann mit Nebel über den Highlands, wie ich diesen Ausblick aus dem Fenster genoss! Mit einem schnellen Frühstück befanden wir uns nur eine Dreiviertelstunde später auch schon vor unserer extra abgesteckten Weide. Einen Teil der Jungpferdekoppel hatten wir abgezweigt um darauf unsere vier Turteltauben zu platzieren, in einem Teil befanden sich mein Moon und Kürbis auf der anderen Seite Finlay und die Stute dessen Name ich immer wieder vergaß. Natürlich waren die Fohlen mehr als interessiert an dem Geschehen auf ihrer Weide, waren dieser Tage jedoch eher unten am Strand anzutreffen, denn oben auf den Wiesen. Nymeria und Noomie passten zu unserem bedauern unter dem abgesteckten Zaun hindurch, zwar gab es keine Probleme mit den beiden jedoch sollten sich Cayden und Aiden – Kathis Stallpfleger- darum kümmern damit dies nicht mehr geschah. Später am Nachmittag wollte sich eine Freundin auf dem Hof „blicken lassen“ um sich mit der Stute Scylla bekannt zu machen, sie wollte diese eventuell als Reitbeteiligung haben. Zusammen mit Kathi , zwei weiteren Pflegern machten wir uns auf den morgendlichen Rundgang über die Koppeln, durch den Stall und allgemein über den Hof um zu schauen ob überall alles in Ordnung war. Vor etwas mehr als einer Woche war eine Trainerin auf dem Hof gewesen um sich die Fohlen ein wenig vorzunehmen, da der Frühling immer näher rückte waren sie mit der Weide genug ausgelastet. Thowra und Aesi hatten mit ihren knapp zwei Jahren noch Zeit, doch die beiden Shettystuten hatte ich vor demnächst ein wenig intensiver zu arbeiten. Zwar waren auch die beiden erst zwei Jahre alt, sollten jedoch schon etwas mit dem „Einfahren“ konfrontiert werden. Dies bedeutete erstmal die Bodenarbeit im Round Pen, Spaziergänge um sie an die Umgebung zu gewöhnen sowie erste Erfahrungen mit dem Geschirr. Doch zunächst durften sie ihren Sommer auf der weitläufigen Weide genießen, erst im Herbst würde ich diesem Plan folgen.

      Auf dem Rundgang folgten uns Gamhain und Corvus quer über den Hof, der kleine Parson Russel hatte sich schnell mit der Bearded Collie Dame angefreundet, gemeinsam schliefen sie nun in einer der Boxen – vorsichtshalber hatte ich Corvus per Chip „kastrieren“ lassen um keine Welpenüberraschung zu erhalten. Zusammen mit dem Rundgang brachte ich gleich Varulv und Cayden Willow Maiden mit hoch an den Putzplatz. Mit etwas Abstand zueinander banden wir die beiden an, um anschließend ihr Sattelzeug zu holen. Die beiden wollten wir ein wenig auf dem Platz bewegen. Während unseres Gesprächs kam auch Kathi dazu, erzählte das einige ihrer Pferde nun ebenfalls verkauft werden würden, da sie sich ganz auf die Zucht konzentrieren wollte, wenig später stand sie mit ihrer Stute Green Tea ebenfalls neben uns am Anbindeplatz. Einer der Pfleger beschäftigte sich bereits mit dem Isländerhengst Uprising der nun bald eingeritten werden sollte. Die einfachen Dinge des Longierens hatte der nette Hengst bereits begriffen, eine Trense trug er ebenfalls schon. Um ihn nicht zu überfordern wollten wir mit dem Sattel und dem Reitergewicht noch ein wenig warten, doch im Grunde machte sich Uprising besonders gut. Desweiteren gefiel es mir zu sehen wie er und mein Dülmenerhengst Sturmwind einander zu gefallen schienen. Vielleicht lag dies daran, dass beide Hengste erst neu auf dem Hof waren. Nachdem die Pferde alle gesattelt waren machten wir uns zu dritt auf den Weg zum Platz, dort begannen wir zunächst recht unabhängig voneinander unsere Pferde warm zu reiten. Später als wir gemeinsam ritten hatten wir viel zu lachen, korrigierten einander und sprachen über all die möglichen Dinge die noch vor uns lagen oder getan werden mussten. Aiden war noch nicht ganz mit dem Ausmisten der Ställe fertig weswegen sie den Zaun noch nicht erledigt hatten, dafür hatten sie aber Nymeria und Noomie von der Jungpferdeweide geholt. Als Cayden sich nicht sicher war ob er das Tor geschlossen hatte zur Futterkammer gab er Willow einen ordentlichen Stupser in den Bauch, verließ im Galopp den Platz und ich schaute ihm Kopfschüttelt mit einem Lächeln auf dem Gesicht nach. Auch Kathi musste ein wenig lachen, fragte bald darauf ob wir nicht ein paar Cavaletties mit aufbauen wollten. So stieg ich von Varulvs Rücken, stellte die ersten beiden an den Rand und eines etwa in die Mitte des Platzes. Etwa zur selben Zeit kehrte auch Cayden zurück – er hatte das Tor zwar nicht verschlossen, jedoch hatte Aiden daran gedacht und so waren die vorwitzigen Shettys nicht in die Futterkammer gelangt. Somit gesellte sich auch Cayden zu den Sprüngen hinzu. Bald darauf musste ich jedoch schon wieder hinunter vom Pferd, da mein Besuch nun bald auftauchen würde. Während ich nun Varulv also absattelte, ihm einen Eimer hinstellte und derweil bereits Scylla von der Koppel zu holen – dauerte bei der Größe der Wiesen auch „nur“ eine Viertelstunde, der Rückweg konnte zumindest auf dem nackten Rücken der Stute zurück gelegt werden. Dann brachte ich fix den Rapphengst Varulv noch auf die Wiese, dort wurde er bereits von meinem Wish Sehnsüchtig erwartet. Wish hatte heute eine Pause, denn er hatte erst vor zwei Tagen einen langen Ausritt zusammen mit Cayden und mir unternommen. Cayden war dabei meinen neuen alten Hengst Cap geritten, damals hatte ich ihn bereits einmal in meinem Besitz, seit nunmehr vier Tagen stand er wieder bei mir. Cap hatte sich schön in die Hengstgruppe integrieren lassen und zeigte ein vorbildliches Verhalten, sodass auch er heute eine Pause einlegen durfte. Ich wollte sie, falls es die Zeit denn dann noch erlaubte später vielleicht noch ein wenig auf dem Platz laufen lassen, anderseits mangelte es ihnen auf den Wiesen nicht unbedingt an Bewegung, da das Heu oben verfüttert wurde, die Tränke sich jedoch weiter hinten in den Hügeln befand hatten die Hengste immer eine bestimmte Strecke zurück zu legen. Auf dem Rückweg erwartete mich bereits Julie, in der Eigeninitiative hatte sie bereits begonnen Scylla zu putzen. Mit einer Umarmung begrüßten wir uns einander, während ich ihr ein wenig von der jungen Stute erzählte, doch im Grunde sollte es mit Scylla keine weiteren Probleme geben. Erst am Vortag hatte ich mich der jungen Stute beschäftigt, denn bald wollte ich auch erste Springturniere mit Scylla gehen. Vom Longieren kannte die Schimmelstute bereits die Trabstangen, sodass die kleinen Hindernisse für sie keine weiteren Probleme dargestellt hatten. Wir unternahmen nur einen ersten Spaziergang, da sowohl Julie als auch ich nicht viel Zeit hatten. Im Grunde zeigte ich ihr nur wo alles war, hatte ihr gezeigt wie Scylla gern gekrault wurde und wir hatten besprochen was sie alles mit ihr vor hatte. Da ich Julie schon lange kannte, machte ich mir da weniger Sorgen, ihr vertraute ich Scylla nur zu gern an.

      Gegen Abend unternahmen wir dann noch alle einen schönen Ausritt, ich saß dabei auf dem Dülmenerhengst Sturmwind, Cayden hatte sich für Stormwind entschieden. Kathi gesellte sich auf dem Schimmelhengst mit der eigenwilligen Narbe dazu, Gwynnbleid war im Allgemeinen eine imposante Erscheinung. Um Finlay eine Pause zu gönnen von seinen Pflichten entschied Aiden sich für den etwas in die breite gegangenen Highlandhengst. So mit der ganzen „Familie“ in den Sonnenuntergang der Highlands zu reiten hatte etwas unheimlich entspannendes, auch kleine Galoppstrecken bauten wir ein, die Wettrennen die dabei entstanden waren immer mit dem selben Ergebnis – Gwynnbleidd gewann die Sache haushoch. Dahinter tauschten Stormy, Sturm und Finlay öfters die Plätze, nach mehr als drei Stunden – bereits im Dunkeln kamen wir zurück. Kathi und ich sagten den Jungs sie sollten die Pferde uns überlassen, mit wenigen Handgriffen war dieser Teil erledigt, jeder bis auf Finlay erhielt sein Futter. Danach brachten wir alle Hengste wieder auf ihre Wiesen, mit dreckigen Sachen huschten wir an den Jungs vorbei entledigten uns den Reitklamotten, wuschen uns ein wenig ehe wir aus der Küche alle Sachen für den Lagerfeuerabend hervor kramten. Neben ordentlich viel Gemüse, etwas Obst und dem Fleisch für die „Kerle“ hab es auch Marshmalows für uns alle. Aiden hatte aus dem Stall das Radio geholt, steckte den Musikstick hinein…bei den Klängen von Saltatio Mortis im Hintergrund ließen wir einen ereignisreichen Tag auspendeln. Dabei durfte gute Musik, Freunde und ein guter Met natürlich nicht fehlen! Im Flackern des Feuers war meine Zeit auf Heartland beinahe vergessen…hier lag nun mein neues Leben. Nach zwei Monaten hier fühlte ich mich endgültig angekommen.
      Ravenna
    • Zaii
      Von Schottland nach Deutschland
      Pflegebericht, 11. Mai 2014

      „Zaii? Hallo!“, schallte es vom anderen Ende der Leitung her aus dem Hörer meines Handys. „Hei Sarah, wie geht’s?“, antwortete ich und sofort vertieften wir uns in ein Gespräch. Erst nach etwa zehn Minuten kam mir wieder in den Sinn, weshalb ich ursprünglich diese Nummer gewählt hatte. „Sag mal, welche deiner Pferde stehen denn zum Verkauf?“, meinte ich und wartete gespannt auf eine Antwort. Vor nicht allzu langer Zeit hatte Sarah angemerkt, dass sie sich wohl von einigen ihrer Pferde trennen würde und nachdem ich einige Tage mit mir gerungen hatte, erkundigte ich mich jetzt. Meine Gedanken kreisten dabei um ein ganz spezielles Pferd: Scylla.
      An Weihnachten war ich mit meinem Lusitanohengst Adrian extra für ein Pas de Deux auf Sarahs und Vämps Hof geflogen und hatte kurz nach meiner Ankunft natürlich erstmal eine Führung erhalten. Dabei wurden mir auch die hübschen Connemaras gezeigt, welche den Grundstein für Sarahs Zucht bildeten. Die Tiere waren von den unterschiedlichsten Farben, doch vor allem eines war mir ins Auge gestochen. Es war ein hübsches Schimmeltier gewesen, eine Stute mit wachem Blick und einer deutlichen Abneigung gegenüber Wasser, wie mir Sarah bereits damals berichtet hatte. Zwar hatte ich die Stute nur in ihrer Box und mit den anderen Stuten auf der Weide gesehen, denn Adrian und ich hatten das Turnier zusammen mit Sarahs Wishing Well bestritten, doch sie hatte mich noch immer in ihrem Bahn, als ich den Hof einige Tage später wieder verließ. Nur wenige Wochen später hatte ich sie auf einem Stutbuch Wettbewerb dann in Aktion gesehen. Zwar konnte sie die Richter nicht von sich überzeugen, doch mich dafür umso mehr. Mit Herzchen in den Augen war ich nach diesem Tag nach Hause zurück gekehrt und so hatte ich mich schließlich dafür entschieden, den Anruf zu wagen..
      „Wenn du so frägst, dann hast du doch bestimmt schon jemanden im Kopf, der dir gefallen würde, richtig?“, hörte ich Sarah ins Handy lachen und ich musste ihr zustimmen, „ja, ich hätte Interesse an Scylla! Die Hübsche hat es mir doch schon an Weihachten angetan und irgendwie lässt sie mich noch immer nicht los“ Kurz war es am anderen Ende der Leitung still und ich wollte schon schauen, ob die Verbindung unterbrochen war, doch dann redete Sarah wieder „es fällt mir nicht leicht, meine Lieblinge abzugeben..“, seufzte sie und das konnte ich natürlich nachvollziehen, „aber ich werde mit Vämp reden, denn ich denke, bei dir wäre sie wirklich gut aufgehoben“ meinte Sarah dann aber mit einer wieder fröhlicheren Stimme.
      Bereits zwei Tage später tauchte Sarahs Nummer auf meinem Bildschirm auf. „Ja?“, meldete ich mich etwas außer Atem, denn das Handy hatte in der Sattelkammer gelegen, während ich gerade die Box von meiner Tinkerstute Imadama ausgemistet hatte, „hei, ich bins“, begrüßte mich Sarah gutgelaunt und fuhr dann fort „Vämp ist einverstanden, wenn du nach wie vor möchtest, dann kann Scylla bald auf deinen Hof umziehen“ „oh vielen Dank!“, meinte ich begeistert, doch weiter kam ich gar nicht, da Sarah bereits wieder das Wort ergriffen hatte, „ich war schon auf den ersten Behörden, da ich mit dieser Antwort gerechnet habe. In ein bis zwei Wochen sollte Scyllas Ausreise möglich sein“ Nun konnte ich nicht anders, als mich herzlichst zu bedanken, ehe ich auflegte und den Gang zu den deutschen Behörden wagte, natürlich erst, nachdem die Box wieder frisch eingestreut war.
      „Verdammt, verdammt, verdammt!“, murmelte ich vor mich hin, während ich langsam im Auto von der Autobahn rollte. Sarahs Anruf war mittlerweile drei einhalb Wochen her und heute sollte Scylla per Flugzeug von Schottland nach Deutschland kommen. Und ich war zu spät dran! Schon länger hatte ich darüber nachgedacht, mir Unterstützung für den Hof zu suchen und es schien, dass dies tatsächlich immer nötiger wurde. Als ich auf das Gut umgezogen war hatte ich keinerlei Probleme mit meinen zwei Hengsten, doch mit dem Connemara-Pony würde der achte Vierbeiner auf meinem Hof Einzug halten und langsam wünschte ich mir eine helfende Hand. Denn gerade, wenn ein Termin anstand, wie heute, war es mehr als ungünstig, wenn etwas ungeplantes, in diesem Fall die Versorgung einer Bisswunde von einem der Junghengste, dazwischen kam. Und nun stand ich auch noch im Stau. Während das Auto in Schrittgeschwindigkeit in Richtung seines Ziels rollte, war ich sehr dankbar über die Sprachsteuerung meines Handys, welche zwar mehr schlecht als recht funktionierte, es mir aber trotzdem erlaubte, die App der Fluggesellschaft aufzurufen und heraus zu finden, dass sich der Flug um eine Stunde verspäten würde. Diese Information ließ mich kurz durchschnaufen. Zwar war es für Scylla nicht schön, eine Stunde länger unterwegs zu sein, doch für mich bedeutete es, dass ich immer noch rechtzeitig da sein würde, um die Stute in Empfang zu nehmen. Bis zum Flughafen zog sich die rollende Autoschlange, wo ich mein Auto am Straßenrand abstellte und dafür erst einmal von meinem Hintermann angehupt wurde. Ich ignorierte die Blicke, die daraufhin zu mir wanderten und machte mich stattdessen auf in den Flughafen, wo ich nach einigem Hin und Her auch jemanden fand, der mir helfen konnte. Nach etwa zehn Minuten saß ich also wieder in meinem Auto und fuhr nun von dem Eingang der Passagiere davon, um in einem abgeschiedeneren Teil Scylla in Empfang zu nehmen. Ich parkte mit dem Hänger rückwärts ein, ein Glück war hier viel Platz und wenig los, ehe ich der Angestellten der Fluggesellschaft durch ein großes Tor in einen provisorischen Stall folgte. Die Boxen waren geräumig, allerdings nur durch leichte Wände getrennt und auch vorne nur durch zwei Reihen mit Ketten abgesichert. Wir gingen an einigen Boxen vorbei in denen ganz unterschiedliche Pferde standen, mal ein kräftiges Kaltblut, mal ein Absetzer und auch eine trächtige Stute sah mir mit großen Augen entgegen. Doch die meisten Tiere waren große, grazile Warmblüter, die Namen, die an den Klemmbrettern neben den Boxen standen deuteten auf Tiere aus dem großen Sport hin. Und da, zwischen einem zickigen Rappwallach und einer müden Scheckstute wurde gerade ein weißes Pony in seine Box geführt. „Da ist sie!“, meinten die Frau und ich im gleichen Moment, ehe wir vor Scylla stehen blieben. Die Stute drehte gerade eine Runde in ihrer Box und sah uns dann mit müdem Blick, aber mit gespitzten Ohren, entgegen. „Hallo Scylla“, meinte ich leise und kramte in meiner Jackentasche nach einer der kleinen Möhren, die ich von Zuhause mitgebracht hatte. Also die Stute ihren Namen hörte und bemerkte, dass ich sogar noch etwas zu fressen dabei hatte, trat sie mir entgegen und ließ sich auch gleich streicheln. Sarah kannte ihre Stute eben, außer Wasser konnte das Pony so gut wie nichts aus der Ruhe bringen! Ich schlüpfte zwischen den zwei Ketten durch und nahm ihr die Decke und die Transportgamaschen ab, denn bevor es ins neue Zuhause ging, würde noch ein Amtstierarzt nach dem Rechten sehen. Scylla entspannte sich trotz der neuen Umgebung und der Hektik langsam, als ich begann, ihren Mähnenkamm zu kraulen. Es dauerte noch etwa dreißig Minuten bis schließlich eine gestresst aussehende Tierärztin vor uns stand. Sie begrüßte mich knapp und widmete sich dann sogleich dem Schimmel, wobei sie überraschend sanft war. Da ich mit Sarah in Kontakt stand wusste ich, dass Scylla das gleiche Programm bereits vor ihrem Abflug durchgemacht hatte, doch trotzdem war sie nicht aus der Ruhe zu bringen und blieb gelassen, während Herztöne abgehört und Beugeproben gemacht wurden. Das Ergebnis der Untersuchung war nicht sonderlich überraschend, Scylla war soweit gesund und fit und durfte mit mir nach Hause fahren. Der Flug hatte sie zwar ermüdet und wahrscheinlich hatte sie sich in ihrer Box im Flugzeug gestoßen, denn ihr rechtes Hinterbein war am Knöchel etwas angelaufen, doch darum würde ich mich lieber auf dem Hof kümmern, anstatt hier, wo die Box sofort gemistet wurde, während ich Scylla die Transportgamaschen und die Decke wieder anzog und bereits ein anderes Pferd in der Box stand, als ich die Papiere meiner Stute abholte, nachdem ich sie verladen hatte.
      So trat ich mit einem neuen Pferd im Hänger die Heimreise an, Scylla war mir sofort in den Hänger gefolgt und ich hatte das Gefühl, als hätten sich zwischen uns schon zarte Bande entwickelt, da ich unaufhörlich auf sie eingeredet hatte, während wir zusammen auf die Tierärztin gewartet hatten.
      Auf dem Rückweg hatte sich der Stau glücklicherweise wieder aufgelöst, sodass die Fahrzeit kürzer als bei der Hinfahrt war. Ich parkte den Hänger gleich vor dem Stallgebäude des Hauptstalls und öffnete das breite Tor, von wo sich Imadama bereits lautstark bemerkbar machte. Die Stute blickte mir über ihre Boxentür hinweg entgegen, im Maul noch ein paar Halme Heu und ich fragte mich, wie sie es geschafft hatte, zu wiehern, ohne diese dabei zu verlieren..
      Auch aus dem Hänger sah mir ein dunkles Augenpaar entgegen, als ich die Rampe öffnete. Scylla schnaubte mir bereits sachte entgegen, als ich vorne zu ihr in den Hänger schlüpfte und den Strick löste. „Na komm, aber erschreck dich nicht an der fremden Umgebung“, meinte ich, während Scylla vorsichtig rückwärts den Hänger verließ. Kaum draußen sah sich Scylla alles genau an, den Kopf abwechselnd oben in der Luft und am Boden, wo sie ein paar Gräser abzupfte. Ich ließ ihr einige Minuten, dann wandte sie sich ganz dem Gras zu und ich führte sie in den Hauptstall, wo Imadama uns bereits gespannt erwartete. Auch Scylla schien wieder munter zu werden, als sie die gescheckte Stute sah. „Darf ich vorstellen? Imadama – Scylla, Scylla – Imadama“, meinte ich und beobachtete, wie sich die beiden Stuten vorsichtig die Hälse entgegen reckte. Ob es nun Freundschaft auf den ersten Blick war oder die Stuten charakterlich einfach nicht zu großen Zickereien neigten sei dahin gestellt, jedenfalls gab es keinerlei Probleme, lediglich die Ohren wurden angelegt, stellten sich dann aber auch wieder auf. Ich band Scylla auf der Stallgasse an und nahm ihr nun Decke und Transportgamaschen endgültig ab, ehe ich aus der Sattelkammer einen Putzkoffer holte, den ich extra für sie gestern noch gekauft hatte. Mit gleichmäßigen Bewegungen striegelte ich über den gesamten Körper der Stute und verlas auch das Langhaar. Trotz etwas Müdigkeit schien die Stute doch noch recht munter, lediglich ihr Hinterbein machte mir etwas Sorgen, denn sie entlastete es noch immer. Ich holte eine kühlende Salbe aus der Sattelkammer, die ich auftrug und machte an der Pinnwand sogleich eine Notiz, dass ich heute Abend noch den Tierarzt anrufen musste, sicher ist sicher. Eigentlich hatte ich mir überlegt, der Stute noch etwas Auslauf nach der langen Reise zu gönnen, doch diese schien gerade damit zufrieden, mit Imadama Kontakt zu knüpfen und ihre Ruhe zu haben. Also entschied ich mich, sie gleich in ihre Box zu bringen, welche sich neben der von Imadama befand, und erst die Meinung des Tierarztes abzuwarten.

      Während ich mit einer Schubkarre etwas Heu für den Neuankömmling heran gefahren hatte, stand diese gerade aus dem weichen Sägemehl wieder auf und schüttelte sich genüsslich. Ein Lächeln stahl sich auf meine Züge, denn es schien, als hätte Scylla ihr neues Zuhause schnell akzeptiert. Ich verteilte noch das Heu, auch Imadama bekam eine Handvoll ab, dann kramte ich das Handy aus der Jackentasche und wählte Sarahs Nummer, um ihr von diesem gelungenen Einzug zu erzählen.
    • Zaii
      Ankaufsuntersuchung
      Tierarztbericht, 29. Mai 2014

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      Heute stand eine ganz neue Kundin an und so machte ich mich auf den Weg zu Zaii auf das kleine, aber feine Gestüt, wo auch mein Junghengst Prazzy stand. So konnte ich ihm direkt einen Besuch abstatten und dann weiter bei meinem Patienten machen. Zaii begrüßte mich herzlich und wie immer bestens gelaunt. Kurz schauten wir bei der Junghengstherde vorbei, welche aber eher weniger Notiz von uns nahm, ehe wir auch schon in den Stall gingen.
      „Scylla ist erst seit ein paar Tagen hier und mir ist aufgefallen, dass sie hinten rechts das Bein entlastet.“ erklärte Zaii mir besorgt und ich schaute mir die Stute erst einmal kurz allgemein an. Sie machte eigentlich einen sehr gesunden und motivierten Eindruck, weshalb die Verletzung von äußeren Umständen kommen musste. Laut Zaii war sie mit dem Flugzeug gekommen und da war es nicht unwahrscheinlich, dass sie sich vertreten haben musste.
      Vorsichtig nahm ich das Bein genauer unter Augenschein und tastete es sanft ab. Sofort zuckte die Stute zusammen und hätte wahrscheinlich am liebsten nach mir getreten, ich musste wohl genau die Stelle getroffen haben, wo es am meisten wehtat. Das Bein war wie von Zaii bereits beschrieben warm und angeschwollen. Das Ergebnis stand schnell fest.
      „So wie ich die Transporte in Flugzeugen kenne, wird sie sich wohl dort irgendwo wehgetan haben. Vielleicht kam sie mit ihren Nachbarn nicht aus und hat deswegen ein wenig rumgezickt. Höchstwahrscheinlich hat sie gegen eine Wand getreten und daher rührt auch die Schwellung.“ erklärte ich Zaii, welche mir nickend zustimmte, so ähnlich hatte sie sich das bestimmt auch schon gedacht.
      „Das heißt jetzt viel Boxenruhe und nur Bewegung im Schritt.“ erklärte ich Zaii. Hinzufügte ich noch, dass sie das Bein am besten jeden Tag einmal mit kalten Wasser abspritzen sollte, wobei Zaii verzweifelt auflachte und mir erklärte, dass die Stute Wasser hasste. „Oh.“ meinte ich grinsend. „Dann versuche es und wenn es gar nicht geht, dann muss der Kühlakku reichen.“ meinte ich und packte für Zaii die Bandagen und den Kühlakku zusammen. „ Nach zwei Tagen würde ich dann auf Tonerde umsteigen und dann sollte das ganze sich bald in Luft aufgelöst haben.“ meinte ich lächelnd und gab Scylla zur Belohnung einen Apfel.
      Danach unterhielt ich mich noch ein wenig mit Zaii, ehe mein Zeitplan auch schon wieder knapp wurde und ich losmusste, damit ich auch jeden Patienten heute schaffen würde. „Wir sehen uns bestimmt bald wieder auf Nasty Past!“ meinte ich grinsend, denn seit neustem hatte Zaii auch dort ein Pferd, um welches sie sich kümmert und uns so um die Arme griff, wofür ich ihr überaus dankbar war.

      Ergebnis:
      Deine Stute hat sich wahrscheinlich ein wenig an dem Flug gestört und muss sich dort das Bein geprellt haben. Ich habe dir einen Kühlakku mitgegeben für die ersten zwei Tage (sollte täglich gewechselt werden, da er sonst zu warm wird und das Gegenteil bewirkt) und für die restlichen Tage, bis die Schwellung verschwunden ist, Tonerde.
      Eddi
    • Zaii
      Schwarzbären, Bisons & Co
      Pflegebericht, 10. September 2014

      Schon seit heute Morgen wuselte ich über das Gestüt und hatte immer noch allerhand zu tun. Joline half mir bei der Vorbereitung für die Gäste, welche heute Nachmittag bei uns eintrudeln würden, denn es stand wieder eine neue Veranstaltung an, welche ich schon seit längerem plante: Ein dreitägiger Wanderritt durch Kanada.
      Die Anmeldung im Internet hatten wir keine Stunde lang offen lassen können, schon waren Formulare über Formulare eingetrudelt und wir mussten sie direkt wieder schließen. Der Wanderritt war nur für sechs Leute konzipiert, so dass wir lediglich vier der ganzen Mails annehmen konnten.
      Das Ganze war nun schon einige Wochen her und so hatte sich jeder der Teilnehmer individuell auf den Wanderritt vorbereiten können. Sie durften gerne eigene Sachen mitbringen, aber für die Grundausstattung sorgten wir – schon aus dem Grund, dass die Pferde nicht unter zu viel Kram zusammen brechen sollten.
      Während wir hier nun jedoch alles vorbereiteten, war Elisa gar nicht da. Momentan war sie überall unterwegs, nur nicht auf ihrem eigenen Gestüt. Dieses stand momentan unter der Leitung von Matthew, aber dem sollte man eher weniger zu nahe kommen, denn warum auch immer hatte er eine tierisch schlechte Laune.
      Auch Joline hatte die Nase schon wieder gestrichen voll. „Weißt du, ich wollte ihn nur fragen, ob er die Boxen vorbereitet“, schimpfte sie, „aber stattdessen grummelt er mich nur an, steigt auf Capri und haut ab“, kopfschüttelnd bereitete Joline mit mir das letzte Gästezimmer vor, während sie noch lange über Matthews Verhalten echauffierte.
      Die Zeit verging ruckzuck und Mittag war schon lange vorbei. Die Gästezimmer hatten wir nun hinter uns gebracht, dennoch waren wir noch nicht annähernd fertig.
      „Joline? Kannst du dich um das Essen kümmern? Unsere Gäste werden nach der langen Reise sicherlich hungrig sein“, meinte ich zu ihr und verließ dann das Gästehaus. Da Matthew sich nicht für unsere Besucher verantwortlich zu fühlen schien, musste ich mich um die vier Boxen kümmern.
      Während ich noch die Heunetze füllte, hörte ich schon das erste Auto auf den Hof fahren. Es war die bekannte Züchterin Tassila, welche das erste Mal auf unser Gestüt kam.
      Dementsprechend war sie kurzerhand an dem Parkplatz vorbeigefahren. Lächelnd erklärte ich ihr den Weg und lief dem fahrenden Auto hinterher.
      Auf dem Parkplatz begrüßte ich sie erst einmal in aller Ruhe und dann luden wir auch schon ihr Pferd aus. „Das ist Joaquin“, stellte sie mir ihr PRE vor. Der Hengst war ein Perlino und wunderschön.
      „Solche Pferde sieht man nicht oft in Kanada“, lachte ich und kraulte ihm kurz die Stirn, ehe ich Tassila und ihrem Pferd den Weg zu den Stallungen zeigte. Joaquin schien die neue Umgebung keineswegs zu stören, stattdessen blickte er sich neugierig um und war schon auf Erkundungstour unterwegs.
      Der Hengst kam in eine große helle Box mit Paddock und er machte sich direkt an dem frischen Heu zu schaffen. „Ich habe mir gedacht, dass es ganz gut wäre, wenn die Pferde die erste Nacht in eine unserer Boxen verbringen“, erklärte ich Tassila lächelnd und sie nickte mir zustimmend zu.
      Kurz darauf leitete ich sie an Joline weiter, welche ihr das Gästezimmer zeigen würde, denn ich musste zurück zum Parkplatz, um den nächsten Gast zu begrüßen.
      „Hey Maren!“, rief ich erfreut und winkte der Fahrerin schon von weiten zu. Bisher war sie bei allen Veranstaltungen von WHT dabei gewesen und anscheinend änderte sich daran auch so schnell nichts.
      „Na, wen hast du diesmal mit?“, fragte ich neugierig und linste in den Hänger hinein. „Das ist For an Angel, eine junge Vollblutstute“, erklärte Maren mir und lud sie aus. Sie war ein wunderschönes braunes Tier mit einigen Spots und einfach ein wahrer Hingucker!
      „Ein hübsches Pferd“, meinte ich und Maren lachte mir zu. „Und ein richtiges Arbeitstier! Manchmal habe ich Angst, dass sie sich selbst übernimmt, deshalb wollen wir auch bei dem Wanderritt mitmachen“, seufzte Maren und tätschelte der Stute den Hals.
      Auch jetzt war die Stute schon wieder voller Elan und wuselte erst einmal durch ihre Box, ehe sie sich entspannte und anfing, die neue Gegend zu erkunden. Maren zeigte ich direkt ihr Zimmer, wo schon ihre Zimmergenossin Tassila ihre Sachen auspackte.
      „Unten im Speisesaal gibt es dann erst einmal etwas zu Essen und danach geht es an die Besprechungen“, klärte ich die beiden auf und ließ sie dann kurzerhand alleine.
      Zwischendurch traf ich Joline, welche auch ständig unterwegs war und alles vorbereitete – dort noch Handtücher hinbrachte und bereits den Tisch deckte. „Mache dir nicht so viel Stress!“, meinte ich lachend und lief zurück zum Parkplatz.
      Dort kam auch schon Zairina eingetrudelt. „Na auf dich habe ich ja gewartet!“, grinste ich und umarmte meine gute Freundin herzlich. „Wie ich hörte, ist Elisa gar nicht zugegen?“, fragte sie ironisch und lachte. Ich schüttelte nur grinsend den Kopf und lud mit ihr gemeinsam ihre Stute aus.
      Scylla brachten wir dann direkt in ihre Box, welche neben der von Angel lag, so dass die beiden nicht alleine waren. Scylla war ganz ruhig und entspannt und schien keinen Stress an sich heran zu lassen.
      Ich brachte Zai in ihr Zimmer. „Wundert euch nicht, ihr verbringt die Nacht zu dritt in einem Zimmer, aber es ist nur eine Nacht und unser vierter Mitreiter ist eben ein Kerl und ehe jemand alleine schlafen muss“, mehr schien ich nicht sagen zu müssen und die Mädels grinsten mich nur an.
      Auf den genannten Kerl durften wir dann auch noch ziemlich lange warten. Die drei anderen Mitreiterinnen saßen bereits im Saal und aßen, als der letzte Wagen endlich auf den Hof fuhr.
      Sarah hatte mich schon vorgewarnt, dass ihr Freund Cayden momentan etwas launisch sein könnte. Seit dem Ritt durch Schottland hatten die beiden sich ziemlich zerstritten und Cayden schien momentan einiges an Abstand zu gebrauchen, so dass er nach Kanada gereist war.
      Aber Cayden war tatsächlich ein richtiger Stinkstiefel. „Na du wirst dich ja prima mit Matthew verstehen“, murmelte ich zu mir selbst, nachdem Cayden mich nicht einmal wirklich begrüßt hatte, sondern nur sein Pferd auslud.
      „Wo soll sie hin?“, fragte er unruhig und ich zeigte ihn den Weg zu Willows Box. Die schwarze Stute orientierte sich erst einmal ein Weilchen und schließlich sprach Cayden doch noch ein Wörtchen mit mir.
      „Willow ist auf der rechten Seite so gut wie blind“, erklärte mir Cayden und ich blickte ihn stirnrunzelnd an. Mit so einem Pferd wollte er bei einem Wanderritt mitmachen? „Na ja, ganz so schlimm ist es nicht. Sie scheint noch Licht und Schatten zu erkennen und da sie vom Gemüt her einfach wunderbar ist, kommt sie sehr gut zurecht“, beruhigte er mich und ich nickte zu.
      „Also keine Pferde auf der rechten Seite?“, fragte ich noch einmal nach und Cayden nickte. Na ja, so wirklich zum Reden würde er auf dem Ritt eh nicht zu gebrauchen sein, da war es nicht so wild, wenn Willow alleine lief, ohne jemanden an ihrer Seite.
      Im Essenssaal wurde Cayden von den anderen herzlich begrüßt, doch selbst grummelte er nur ein leises „Hallo“, ehe er sich zum Essen mit Abstand zu den anderen niederließ.
      Auch Joline und ich aßen noch etwas, ehe wir mit den Besprechungen beginnen wollten. Es war noch allerhand zu klären, ehe wir uns Morgen auf den Wanderritt begeben konnten und das sollte auch jeden unserer Mitreiter erreichen.
      „So, dann fangen wir mal ganz allgemein an“, meinte ich lächelnd, nachdem ich aufgestanden war. „Morgen früh begeben wir uns dann auf unseren Wanderritt, aber vorher muss noch einiges geklärt werden. Zuerst wird Joline euch über die einzuhaltenden Regeln belehren“, sagte ich und gab das Wort an Joline ab.
      In den Belehrungen ging es vor allem darum, die Gruppe nie ohne Erlaubnis zu verlassen, stets auf uns Führer zu hören und kein Risiko einzugehen. Des weiteren gab es noch einmal einige Formulare, welche ausgefüllt und unterschrieben werden mussten, damit wir keine Probleme mit plötzlich aufmüpfigen Teilnehmern bekamen.
      „Nun habe ich hier für euch noch eine Karte, auf welcher der Standpunkt von CHS und unsere Trailroute eingezeichnet ist. Auf der Rückseite findet ihr auch eine kurze Erläuterung unseres Ritts“, erklärte ich und gab die Karte aus. „Außerdem bekommt ihr noch einen Zeitplan, damit ihr in etwa wisst, wann es losgeht“
      Es dauerte noch lange, ehe wir mit allem fertig waren und dann war es draußen bereits dunkel. Unsere Gäste verschwanden in ihre Zimmer, während wir noch den nächtlichen Rundgang durch die Stallungen machten.
      Danach gingen auch wir früh zu Bett, um Morgen ausgeschlafen zu sein, denn mit einem Wanderritt war nicht zu spaßen.
      Früh um sechs machte ich alle Gäste munter. Während ich bei den Mädels grinsend ein „Guten Morgen!“, hinein rief, beließ ich es an Caydens Zimmertür beim Anklopfen.
      Julien stand in der Küche und kümmerte sich um das Frühstück, während Joline und ich geschwind die Tische deckten. Heute gab es ein typisches Bauernfrühstück à la Rührei, Bratkartoffeln und was alles dazu gehörte.
      Wir hatten dieses deftige Mahl gewählt, da der erste Teil des Ritts anstrengend werden würde und vorher gab es nicht noch einmal etwas zum schnabulieren. Allerdings beklagte sich auch keiner der Gäste – im Gegenteil, sie schlugen richtig zu!
      Schon eine halbe Stunde später waren wir im Stall unterwegs. Die Pferde hatte Matthew schon heute früh versorgt, so dass wir sie nun putzen und satteln konnten. Ich hatte gestern schon meine Tinkerstute Magic mit hierher gebracht, denn sie würde mich auf dem Wanderritt begleiten.
      Nachdem alle Pferde gesattelt am Putzplatz standen, teilten wir die Ausrüstung aus. Jeder bekam große kompakte Satteltaschen und dann eine Liste, worauf alle wichtigen Sachen zum abhaken standen.
      Diese teilten wir nacheinander aus und fragten zum Schluss noch einmal alles ab. „So – noch einmal gut zuhören und sich sofort melden, wenn etwas fällt!“, zog ich die Aufmerksamkeit auf mich. „Wasserflasche. Taschenlampe. Feuerzeug. Lederfett. Zinksalbe. Reparaturset. Seile. Ersatzhalfter. Regencape. Zeltplane. Schlafsack. Isomatte. Ersatzkleidung. Wanderreithalfter unter Zäumung.“, aufmerksam blickte ich mich um. Alle nickten mir zu und so konnten wir uns nun endgültig auf den Weg machen.
      Wir führten die Pferde aus dem Stall und schwangen uns in die Sättel. „Joline und ich reiten voraus. Ihr könnt euch dahinter eingliedern wie ihr möchtet“, erklärte ich lächelnd und trieb Magic an, welche direkt fleißig vorwärts lief.
      Joline ritt ihre Stute Filly neben mich und befestigte gerade das GPS-Gerät an ihrem Sattel. „Alles klar, jetzt kann nichts mehr schiefgehen“, grinste sie mich an und ich konnte nur zurückgrinsen – ich war so gespannt wie der Ritt werden würde!
      Das erste Stück zum Moon Lake legten wir in recht kurzer Zeit zurück, da sowohl Pferde als auch Reiter ausgeruht und motiviert waren. Dennoch legte ich allen stets nahe, dass sie ihre Kräfte sparen sollten.
      „Heute steht für uns noch ein anstrengender Aufstieg an. Dort werdet ihr viel Kraft brauchen“, erklärte ich den Reitern ernst, denn wenn wir hinauf zu Strathclair reiten würden, würde das Gelände sich schnell von riesigen Wiesen in einen steinigen Bergaufstieg wandeln.
      Den Moon Lake erreichten wir nach einer Dreiviertelstunde. Dort machten wir auch kurz Halt und beobachteten eine Elchkuh mit Kalb, welche den Morgen am See verbrachten und ausgiebig tranken.
      Für Joline und mich wurde solch ein Anblick allmählich zur Gewohnheit, doch für die anderen war ein Elch in echt vollkommen neu.
      „Gott, sind die riesig!“, stöhnte Zai und bat darum, den Tieren nicht unbedingt zu nahe zu kommen. Ich grinste sie an. „Ach, da werden wir noch viel furchterregenderes entdecken“, lachte ich ihr zu und Zai starrte mich nur mit großen Augen an.
      Das erste Stück unseres Trails führte uns mitten durch die unberührte Wildnis des Nationalparks. Wir ritten direkt vom Moon Lake hinüber zum Vermillion River und auf diesem Stückchen gingen wir mit unserem Kräften sehr sparsam um. Den größten Teil brachten wir im Schritt und Trab hinter uns, nur manchmal galoppierten wir auch.
      Während wir uns durch die Pampa kämpften, entdeckten wir auch allerhand Tiere. Zuerst stießen wir auf die Bisonherde des Nationalparks. „Sie wurden hier extra angesiedelt und ziehen das gesamte Jahr über durch den Park“, erklärte ich den Reitern, welche staunend die riesigen zotteligen Tiere betrachteten.
      Während die Pferde große Augen machten, beachteten uns die Bisons gar nicht. Sie waren neugierige Wanderer und Reiter gewöhnt, es schien ihnen sogar Spaß zu machen, eine besondere Attraktion zu sein.
      Wir ritten weiter und hatten mit einigen zugewachsenen Pfaden zu tun.
      „Igitt!“, quietschte Maren erschrocken und alle drehten sich direkt um. Maren war vollkommen in Spinnenweben gehüllt, denn ihre Stute hatte spontan entschieden, sich durch eine vermeintliche Lücke zwischen zwei Büschen kämpfen zu müssen, allerdings war das die Heimat einer großen Kreuzspinne gewesen und dementsprechend groß und dicht war auch das Netz.
      Tassila drehte ihren Hengst lachend um und half Maren dabei, sich aus dem Netzgewirr zu befreien. Maren sorgte bei allen für einen lauten Lacher – bei fast allen. Cayden ritt ganz hinten und wirkte ziemlich abwesend. Seufzend wechselte ich kurz einen Blick mit Joline, ehe wir das Tempo wieder aufnahmen und uns weiter durch die Wildnis kämpften.
      „Ab jetzt müsst ihr alle ordentlich hintereinander reiten! Denn manche Stellen hier sind wie eine Art Sumpf, also gut aufpassen!“, rief Joline nach hinten und wartete bis alle ihr zunickten.
      Joline ritt vorne weg und der Rest folgte ihr. Erst Zai, Maren, Tassila und zum Schluss ritt Cayden. Nach ihm hielt ich öfters Ausschau, denn Willow war halbblind und falls etwas von der Seite kommen sollte, wusste niemand, wie die Stute reagieren würde. Aus dem Grunde ritt ich auch als Schlusslicht der Gruppe und überwachte das Ganze.
      Fast drei Stunden ritten wir durch die Pampa, ehe sich die Vegetation allmählich lichtete und die Bergkette am Horizont immer näher kam. Plötzlich merkten die Reiter auch, dass der Aufstieg höher werden würde als gedacht.
      „Die werden ja immer größer!“, lachte Tassila unruhig und blickte zur Bergspitze hinauf. Niemand erwartete so eine Bergkette mitten in einem Nationalpark, doch Kanada hatte allerhand zu bieten.
      Eine halbe Stunde später waren wir auch endlich am Fuß des Aufstiegs angelangt. Wir erklärten den Teilnehmern, wie sie ihren Pferden den Aufstieg erleichtern konnten und dann ging es auch schon los.
      Joline ließ ich wieder vorne reiten, während ich mich als Katzenauge an das Ende der Gruppe setzte und mit Magic als letzte den Aufstieg bewältigte.
      Der Weg war sehr verschlungen, aber so ging der steile Hang viel besser von Statten. Wir benötigten dennoch beinahe eine Stunde, ehe wir endlich oben ankamen. Zwischenzeitlich hatte sich Angel geweigert, weiter zu gehen, als ihr der Aufstieg zu anstrengend wurde.
      Doch Maren hatte nicht lange gebraucht, um ihre Stute zu überzeugen, dass es nicht so unendlich war wie es schien und dann waren wir endlich oben. Dort machten wir auch eine ausgiebige Pause am Vermillion River. Die Pferde wurden abgesattelt und durften erst einmal ausgiebig trinken und im Wasser plantschen, ehe sie grasen durften.
      Wir setzten uns neben sie und packten selber unser Mittagessen aus, denn auch uns knurrte der Magen! Die drei Mädels unterhielten sich angeregt, während sich Cayden wieder mit Willow etwas abseits gesetzt hatte. Doch wir ließen ihn in Ruhe, denn die schien er jetzt am meisten zu brauchen.
      Lange hielt die Pause aber nicht an, denn daran sollten sich weder Zwei- noch Vierbeiner gewöhnen. „Aufsatteln!“, kündigte Joline unseren Weiterritt an und auch wir machten unsere Pferde fertig. Filly und Magic waren nicht annähernd kaputt, allerdings gingen sie auch regelmäßig Wander- und Distanzritte mit.
      Dieses Glück hatte auch Willow, welche aktiv auf Distanz trainiert wurde. Scylla schien den Ritt auch ganz gut zu verkraften. Bei Joaquin und Angel sah man jedoch schon, dass sie so etwas kaum gewöhnt waren.
      Durch das relativ ruhige Tempo hielten alle Pferde aber sehr gut aus und die frische Bergluft brachte wieder Leben in die müden Glieder. 15 Kilometer würden wir dem Trail „Strathclair“ folgen, also hatten wir noch allerhand vor uns.
      Doch die Aussicht ließ alle den langen Ritt vergessen. Von hier oben konnte man beinahe über den gesamten Nationalpark blicken und wir entdeckten so viele neue Tiere!
      Die Steinböcke hüpften mit einer unglaublichen Leichtigkeit die Hänge hinauf und herab, auch die Murmeltiere zeigten sich in unserer Gegenwart und von Weiten konnten wir auch die Silhouette eines Luchses entdecken, der jedoch wieder sehr schnell verschwand.
      „Irgendwie sehen kanadische Luchse anders aus, als unsere europäischen“, meinte Tassila stirnrunzelnd und ich nickte ihr zu. „Oh ja, vom Körperbau sind sie auch anders. Sie haben viel längere Glieder, sind aber trotzdem wesentlich kleiner als sie eurasischen Luchse. Und sie haben natürlich viel dickeres Fell“, erklärte ich lachend und Tassila nickte begeistert.
      Wir waren lange zwischen den schroffen Bergwänden unterwegs, welche sich stetig mit einigen Bergwiesen abwechselten und auch die Überreste einiger Gletscher bekamen wir zu sehen, ehe der Abstieg allmählich in Sicht kam.
      Erneut erklärten wir, was die Reiter zu beachten hatten und dass sie ihre Pferde möglichst selbst entscheiden lassen sollten, wie sie den Abstieg bewältigten. So kamen wir auch alle unbeschadet am Fuß des Berges an und standen direkt im Wald.
      „Hier gibt es echt jede Vegetation!“, staunte Maren und schaute sich um, denn rund herum standen nun große Laub- und Nadelbäume. Einige färbten sich inzwischen schon bunt, denn der Herbst hielt allmählich Einzug in Kanada.
      Wir ritten noch einige Zeit durch den Wald und Joline erzählte einiges über die Entstehung des Riding Mountain Nationalparks, aber auch einiges über die Flora und Fauna. Ich war ab und an einige interessante Hinweise ein und so brachten wir auch dieses Stück des Rittes hinter uns.
      Bisher waren alle noch bester Laune, auch wenn die Müdigkeit ab und an schon einzusetzen drohte. Dann weckten wir Pferd und Reiter mit einem flotten Trab auf und schon ging es munter weiter.
      Wir erreichten den Minnedose River, wo die Pferde kurz pausieren und trinken durften. Alle wateten auch kurz in den Fluss hinein, außer Scylla und wie wir schnell erfuhren, war die hübsche Stute wasserscheu.
      „Das sollte sie schnell ablegen, denn am Clear Lake müssen wir durch das Wasser“, meinte Joline lachend.
      Den Rest des Rittes schafften wir dann schneller als gedacht. Durch einen kleinen Umweg gelangten wir noch an den Long Lake, ehe wir uns auf den Weg zu unserem Nachtlager machten. Die Reiter waren begeistert von der herrlichen Landschaft und den ganzen Seen. Tiere konnte man eigentlich überall sehen, wenn man nur aufmerksam die Umgebung beobachtete. Für die Pferde war der Ritt natürlich auch eine vollkommen neue Erfahrung und jeder schien auf seine eigene Art damit umzugehen.
      Es war kurz vor sechs Uhr abends, als wir endlich unseren Rastplatz am Lake Audy erreichten. Inzwischen dämmerte es schon langsam und alle fielen müde aus ihren Sätteln. Dennoch waren alle bereit, noch einmal die Kräfte zu sammeln. Erst wurden die Pferde versorgt – abgesattelt und gefüttert.
      Am Lake Audy gab es den Luxus von kleinen Paddocks für die vierbeinigen Freunde von uns Reitern. So mussten wir uns keine Gedanken um Willow machen, welche laut Cayden zu gerne Knoten löste. Stattdessen bekam jedes Pferd seinen eigenen kleinen Corral und so konnten wir beruhigt gehen.
      Nachdem die Pferde gründlich versorgt waren und bereits dösten, machten wir uns an den Aufbau der Zelte. Dabei teilten sich immer zwei Leute ein Zelt. Zai und Tassila zogen gemeinsam in eins, Maren und Joline packten sich eins und ich teilte mir eines mit Cayden.
      „Und wehe ich höre dich einmal meckern“, meinte ich warnend, grinste ihn aber an und warf ihm drei Heringe zu. Inzwischen schien er wieder etwas lockerer zu werden und lächelte zaghaft zurück.
      Als unsere Unterkünfte standen, machten wir uns an das kleine Lagerfeuer, um welches wir dann den restlichen Abend verbrachten und unser Abendbrot aufwärmen konnten.
      Während wir Frauen schon unsere Dosensuppe schlürften, sprang Cayden am Ufer des Sees herum und keiner von uns wusste, was er da trieb. Erst als er eine Viertelstunde später zurückkehrte und uns stolz angrinsten, wussten wir, was er gemacht hatte.
      „Tada! Eine Forelle und was für ein Prachtstück!“, meinte er stolz, schlug den quirligen Fisch kurz auf das Genick und machte sich sein Abendbrot fertig. Wir konnten ihn dabei nur grinsend beobachten.
      Während des Abends am Lagerfeuer wurde der vorher sehr ruhige Cayden wieder etwas gesprächiger und erzählte uns allerhand Geschichten aus Schottland. Ebenso taute Tassila immer mehr auf und begann von ihrem Zuhause zu erzählen, was natürlich alle brennend interessierte, da sie noch einmal aus einer vollkommen anderen Ecke der Erde kam.
      Doch auch an diesem Abend gingen wir früh zu Bett, denn Morgen würde es wieder in aller Frühe losgehen und Morgen stand auch ein ganz besonderes Event an.
      Am nächsten Morgen klagten alle über steife Glieder, doch als sie aus den Zelten kletterten und den Sonnenaufgang über dem See entdeckten, waren alle Schmerzen vergessen. „Unglaublich!“, meinte Zai nur, welche sich allmählich in die kanadische Landschaft zu verlieben schien.
      Joline und ich beobachteten alle nur grinsend und dann machten wir uns fertig. Für die meisten war es ungewohnt, mitten in der Wildnis Zähne zu putzen und sich am See zu waschen, doch auch daran gewöhnte man sich schnell.
      Dann gab es für Pferde und Reiter ein ausgiebiges Frühstück, ehe die Zelte abgebaut und die Pferde gesattelt wurden. Schon saßen wir wieder alle auf unseren Vierbeinern und waren bereit zum Abmarsch.
      „Den ersten Teil der Strecke geht es wieder durch dichten Wald. Danach folgt ein etwas freieres Gelände, ehe wir auch schon am Clear Lake ankommen“, erklärte Joline den Reitern, wendete dann Filly und ritt voran.
      Der Rest folgte ihr still, alle waren noch recht müde und so gingen wir den zweiten Tag auch etwas ruhiger an. Im Wald war es noch recht kühl, so dass bald jeder seine wärmere Jacke angezogen hatte.
      Das eigentlich kurze Stück zum Clear Lake zog sich wegen des Geländes ins Unendliche. Wir mussten steinige Hänge erklimmen und wieder hinabsteigen und uns durch unwegsames Gelände kämpfen, doch dann wurden wir erneut belohnt.
      Wir kamen auf eine Anhöhe von welcher wir über den gigantischen Clear Lake blicken konnten. „Und diesen Fluss umreiten wir“, meinte ich lachend und zog die Linie des Weges nach, welchen wir vor uns hatten.
      Ungläubige Blicke trafen mich, doch dann packte alle die Motivation. Da das Gelände wieder viel angenehmer war, konnten wir auch traben und galoppieren und so kamen wir schnell zu unserem Ziel: dem Wasagamack-Indianerreservat.
      Damit hatte wohl kaum einer gerechnet und alle waren fasziniert, als sich vor uns tatsächlich Tipis aufbauten und Indianer umherliefen. Von dem Häuptling wurden wir herzlich in Empfang genommen und kurzerhand wurden unsere vierbeinigen Freunde versorgt und auf Paddocks untergebracht.
      Natürlich war vieles nur Show für Touristen wie uns, denn heutzutage lebten auch die Ojibway-Indianer in normalen Häusern und trugen normale Kleidung, dennoch blieb sie am meisten mit der Natur verbunden und das merkte man dem Reservat auch deutlich an.
      Wir blieben zum Mittagessen und wurden mit einem feierlichen Indianertanz begrüßt. Danach saßen wir alle um einen großen Kessel herum, aus welchem ein köstlicher Duft herausstieg.
      Die lange Pause genossen alle sichtlich und nebenbei erfuhren wir noch viel über die Geschichte der kanadischen Indianer. Sie lebten schon lange in diesem Teil von Manitoba bis sie 1937 vertrieben wurden.
      Erst als das Wasagamack-Indianerreservat gegründet wurde, kehrten die Ojibway-Indianer zurück. Sie hatten ihre eigene Bräuche und einige durften wir heute sogar kennenlernen. Auch wenn die Ojibway lieber für sich waren, fanden sie es dennoch schön, dass auch andere Menschen sich für ihr Volk interessierten.
      Es war bereits Nachmittag, als wir wieder die Pferde sattelten und uns auf den Weg machten. Wir würden noch einen Teil des Clear Lakes umrunden, um dann an einem eingezeichneten Platz unser Nachtlager aufzuschlagen.
      Durch das Indianerreservat hatten wir einiges an Zeit eingebüßt, weshalb Joline und ich den heutigen Ritt kürzer als die anderen Tage geplant hatte und das auch zu recht.
      Den Clear Lake zu umreiten war gar nicht so einfach, denn manche Stellen waren überflutet oder gar nicht mehr passierbar. Doch wir kamen für unsere Verhältnisse recht schnell vorwärts bis wir zur großen Überquerung kamen.
      Der Clear Lake und der South Lake waren miteinander verbunden und genau an dieser Stelle mussten wir rüber. Joline ritt mit Filly voran, welche fleißig durch das Wasser stapfte.
      Cayden folgte ihr mit Willow ohne Probleme und auch Maren bekam ihre Stute schnell dazu, durch das Wasser zu gehen. Für Joaquin war auch diese Überquerung ein Kinderspiel und Tassila war sichtlich stolz auf ihre Andalusierhengst.
      Nur Scylla weigerte sich unentwegt, auch nur einen Schritt in das kühle Nass zu machen, bisher hatte sie alle anderen Gewässer auch erfolgreich umgehen können. Ich war eiskalt und ritt mit Magic hinüber und hinsichtlich der Tatsache, dass nun alle ihre Pferdefreunde auf der anderen Seite des Wassers waren, setzte Scylla zum Sprung an – keine Ahnung, was sie sich dabei dachte! - und plantschte direkt in die tiefste Stelle des Wassers.
      Zai und sie wurden pitschnass und Scylla schwamm todesmutig zum anderen Ufer. Wir anderen mussten uns ein Grinsen verkneifen, denn während unsere Pferde durch die flachen Stellen gewatet waren, hatte sich Scylla den nassen Weg gewählt.
      Wir legten eine kurze Pause ein, damit Zai sich trockene Sachen anziehen konnte und machten uns dann auf den weiteren Weg. Bis zum Campingplatz war es noch ein Stück und wir waren noch gut zwei Stunden unterwegs.
      Diesmal kamen wir etwas eher am Nachtlager an und hatten mehr Zeit, welche wir aber auch brauchten. Hier gab es nicht den Luxus von Corrals, also mussten Seile gespannt werden.
      Zuerst eines, an denen die Pferde befestigt wurden. Willow wurde mittels zwei Stricke befestigt und damit sie auch nicht abhauen konnte, falls sie sich doch lösen sollte, bauten wir aus den restlichen Seilen eine Art Paddock um die Pferde rundherum.
      Als das geschafft war, wurden wieder die Zelte aufgebaut und alle Sachen sicher verstaut. „Und packe dein Essen schön weg, nicht das die Grizzly-Bären kommen“, ärgerte ich Zai grinsend und machte mich daran das Lagerfeuer aufzubauen.
      Heute fing Cayden für uns alle einen Fisch, wir versuchten es alle, aber außer Tassila hatte sonst niemand Glück, einen der flinken Fische zu fangen. Das ausnehmen der Fische überließen wir zudem Cayden, denn darauf hatte keiner von uns wirklich Lust.
      Dennoch schmeckte es wirklich köstlich und als Extra gab es noch Brot dazu und so konnte man es sich mitten in der Wildnis doch richtig gut gehen lassen!
      Den letzten Abend hatten wir länger als sonst am Lagerfeuer verbracht, denn das Eis war dann endgültig gebrochen und so kamen wir alle aus dem erzählen nicht mehr heraus.
      Umso mühsamer war dann jedoch das Aufstehen am nächsten Morgen, doch länger schlafen konnten wir uns bei der langen Strecke die noch vor uns lag nicht leisten. Also weckte Joline uns alle streng auf und wir machten uns fertig.
      Morgens kurz nach sechs aus dem Zelt in die nebelige Kälte Kanadas zu steigen, war wirklich nichts für Warmduscher und sich dann noch mit eiskalten Wasser zu waschen – brrr, ich glaube das war für uns alle eine ganz neue Erfahrung.
      An diesem Morgen merkte man, das der Herbst nun endgültig Einzug gehalten hatte. Die Pferde hatten die Nacht auch aneinander gekuschelt verbracht, warteten aber schon gierig auf ihr Frühstück.
      „So, nun ist auch unser Gepäck leichter, wo das gesamte Essen und Futter weg ist“, meinte Maren grinsend und verschnallte gerade ihre Taschen wieder auf dem Pferderücken.
      Die Zelte hatten wir schnell abgebaut und wir saßen auch schnell und vor allem warm eingepackt wieder auf den Pferden. „Bereit zum Abmarsch!“, lachte Cayden und streckte die Faust in den Himmel.
      Die letzten Tage schienen ihm wirklich gut getan zu haben und ich hoffte sehr, dass sich auch in Schottland alles wieder einrenken würde. Doch nun stand noch ein langer Ritt vor uns!
      Unser erstes Ziel waren die Grey Owl's Cabin, welche wir gegen Mittag erreichen würden. Dort wartete eine warme Mahlzeit auf uns und wir konnten uns auch kurz aufwärmen.
      Dennoch war der Weg dorthin weit. Wir mussten noch den restlichen Clear Lake umreiten und dann ging es wieder ein langes Stück durch die Wildnis Kanadas. Dabei entdeckten wir tatsächlich noch einen Grizzly-Bären! Auch wenn nur von weit weit weg, für Zai war furchteinflößend genug, um uns direkt zum weiterreiten zu drängen.
      Oft trafen wir hier unten nun die Wapitihirsche, welche besonders in den Tälern lebten. Doch vor uns stand nun schon der nächste Aufstieg an, denn die Grey Owl's Cabin lagen oben auf der Spitze des Bergs.
      Erneut mussten Pferd und Reiter alle Kräfte sammeln, um auch diesen Berg zu erklimmen. Dafür erwartete uns oben dann eine genug tuende Pause!
      Die Pferde wurden abgesattelt und durften auf kleineren Corrals grasen, während wir Reiter von einer netten älteren Lady bekocht wurden und nun gab es endlich wieder etwas ordentliches warmes zu Essen! Und das würden wir auch brauchen, denn bis zum Hof zurück war es noch ein langes weites Stück.
      Nach der ausgiebigen Pause ging es dann aber auch schon direkt weiter und wir hatten mit dem Abstieg zu kämpfen. Der eigentliche Weg war durch umgefallene Bäume versperrt, also mussten wir uns durch die verwucherten Pfade nach unten kämpfen, das war für alle eine Herausforderung.
      Umso erleichterter waren wir, endlich wieder ebenen Boden unter den Hufen zu haben. Unser nächstes Ziel war der Grayling Lake und hierzu mussten wir ein langes Stück reiten.
      Irgendwann kamen wir auf einen breiten Weg. „Das ist unsere Straße“, erklärte Joline und alle starrten sie ungläubig an. „Aber das ist doch nur ein breiter Trampelpfad?“, fragte Maren ungläubig und schaute sich um.
      Für uns waren diese Straße normal, immerhin sollte durch einen Nationalpark auch nicht zwingend etwas geteert werden, doch für Außenstehende schien das unglaublich zu sein.
      Auf unserem Heimweg begegneten wir noch drei Seen, an welchen wir jeweils eine kurze Pause machten, denn der lange Heimweg forderte die Nerven von jedem. Zuerst kamen wir an den Grayling Lake, danach folgte der Bead Lake, ehe der Tanner Lake folgte. Die Abkühlungen taten allen gut und so ließ sich der lange Weg doch noch erträglich gestalten.
      Unsere Mitreiter unterdrückten ein „Wann sind wir endlich da?“, und versuchten einfach entspannt weiterzureiten und die Landschaft zu genießen. Joline und ich wussten jedoch, dass wir bald da sein würden und forderten die Gruppe zu einem Galopp auf.
      So kamen wir schneller voran und irgendwann sah man von weitem auch schon den Moon Lake. Plötzlich wurde allen bewusst, dass sich der Ritt dem Ende zuneigte und plötzlich wollte keiner mehr nerven, wann wir denn endlich zu Hause ankommen würden.
      Stattdessen wurde die Gruppe ruhiger und jeder ging noch einmal in sich, genoss wirklich die Natur und das Zusammensein mit seinem Pferd. Als wir dann am Moon Lake ankamen, dämmerte es bereits und die Sonne ging allmählich unter.
      Als wir plötzlich vor den Toren Crown Hills standen, hielten wir an und blickten noch einmal zurück. Hinter uns ging die Sonne gerade unter und tauchte alles in ein rötlich-goldenes Licht.
      Still ritten wir auf den Hof und versorgten die Pferde, welche die kommende Nacht wieder in kuschelig warmen Boxen verbringen durften. Wir kümmerten uns um unsere Ausrüstung und als wir mit allem fertig waren, schnappte ich mir meine Teilnehmer und führte sie hinter in den Garten.
      Dort hatte Matthew ein herrlich großes Lagerfeuer aufgebaut und gemeinsam mit Julien hatte er sich um das Essen gekümmert. Es gab ein herrlich hergerichtetes Barbeque und wir stürzten uns wie verhungerte Wölfe darauf.
      Heute würden wir nicht früh zu Bett gehen müssen, heute konnten wir so lange um das Lagerfeuer herum sitzen und reden, bis es wieder hell wurde.
      Auch Matthew gesellte sich zu uns und unterhielt sich vor allem mit Cayden. „Na da haben sich ja zwei gefunden“, meinte ich grinsend zu Joline, welche mir zustimmend zunickte, die beiden sturen Esel passten perfekt zueinander.
      Auch die morgigen Abfahrtspläne waren im Gespräch und alle wollten erst einmal ordentlich ausschlafen und frühstücken, ehe sie sich auf den Heimweg machen wollten. Es war kaum zu glauben, dass die letzten drei Tage sich so schnell dem Ende zugeneigt hatten und wir hier schon an unserem letzten Abend zusammensaßen.
      Auch die anderen konnten es kaum glauben und wollten sich nur schwer von Kanada trennen. Keinem fiel es leicht, daran denken zu müssen, morgen schon wieder nach Hause zu fahren.
      Cayden überlegte sogar noch, ein wenig länger bei uns zu bleiben, anscheinend wollte er noch einiges mit Matthew unternehmen, nachdem die beiden sich nun so prächtig verstanden.
      Plötzlich waren beide wieder voller Tatendrang und planten unendlich viele Sachen, obwohl sie vor drei Tagen noch beide in Grummelstimmung gewesen waren. Aber das verstanden wir eh nicht, es waren eben Männer und die bleiben eben ein wahres Rätsel.
      Gwen
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  • Album:
    Stuten
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    Zaii
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    3 Dez. 2016
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  • Pferdename Scylla
    Rufname ---

    Von unbekannt
    Aus der unbekannt

    Rasse Connemara Pony
    Geschlecht Stute
    Geburtsdatum 2009
    Farbe Schimmel
    Stockmaß 147cm

    Scylla ist ein Pferd für sich. Sie hasst Wasser - lieber würde sie sterben, als es auch nur mit einem Huf zu betreten!
    Spaziergänge mit Pfützen - da hat man die Rechnung ohne Scylla gemacht. Ansonsten ist sie wie die meisten Connemaras; ein liebes, trittsicheres Freizeitpferd. Putzen, streicheln, lärmende Traktoren sind alles Dinge, die sie über sich ergehen lässt. Auch im täglichen Training zeigt sich der Schimmel unerschrocken und stets motiviert. Es wird erwartet, dass ihre Fohlen diese Eigenschaften erben.

    Nachkommen
    Saoirse
    (*2018) von Moon's Wishing Well

    Besitzer Zaii
    -- Ravenna
    Ersteller vampyrin
    Vorkaufsrecht vampyrin

    Eingeritten Ja
    Dressur M -- Springen A -- Military E -- Distanz M -- Fahren E - Wendigkeit A

    SK 449 | RS 64
    301. Dressurturnier | 78. Synchronspringen | 231. Distanzturnier | 264. Distanzturnier | 390. Springturnier

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    Offizieller Hintergrund