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Eddi

Sarabi

Trakehner ♀ gekrönt

Sarabi
Eddi, 8 Dez. 2020
    • Eddi
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      Ankunft
      05. Oktober 2016
      „Aaaah, wer hat Eddi nur das Wlan-Passwort gegeben!“, jammerte Alexa theatralisch auf und fing an zu lachen. Auch Tami und Tassilo stimmten in das Gelächter mit ein und ich verdrehte nur grinsend die Augen. „Also ich habe die ja nun nicht am gleichen Tag gekauft! Und es war Zufall!“, versuchte ich mich zu verteidigen, aber das war wohl zwecklos, nachdem ich die Ankunft von fünf neuen Pferden angekündigt hatte. Meiner Meinung nach konnte man ja davon zwei zusammenfassen, also nur vier Pferde.
      Alexa mischte fröhlich das Futter für die Turnierpferde, während ich die Eimer für unseren Nachwuchs vorbereitete. „Ich bin gespannt“, meinte sie ehrlich und lächelte mich an. „Neue Pferde sind gut, die bringen Abwechslung rein – nicht, dass uns noch langweilig wird!“, lachte sie fröhlich und entschwand dann mit der Schubkarre voller Eimer. Ich tat es ihr einige Minuten später gleich und schon bald waren alle Pferde gefüttert.
      Danach fanden wir uns alle erst einmal im Esszimmer am Frühstückstisch ein, denn die Pferde waren versorgt und standen nun auf den Weiden. Tassilo blickte stirnrunzelnd aus dem Fenster. Der Himmel war grau und bewölkt, es sah sehr nach Regen aus. „Vielleicht haben wir Glück und es regnet nicht den ganzen Tag“, warf Tami ein, unsere kleine Optimistin.
      Ja, der Herbst war offiziell da und mit ihm die wundervollen Regentage. An sich machte uns das kaum etwas aus. Dann kamen die Pferde mit Regendecke auf die Weide und das Training wurde zum großen Teil in die Halle verlegt. Mehr machte es uns nicht aus, wir waren alle stets bestens auf das Matschwetter vorbereitet.
      „Ok, nun erzähl mal wer alles kommt!“, meinte Tassilo neugierig und schon wurde ich von drei Seiten erwartungsvoll angeschaut. „Äääh“, murmelte ich nur, denn ich wusste gar nicht wo ich anfangen sollten. „Okay. Mein Favorit ist Sarabi. Eine Trakehnerstute mit traumhafter Abstammung. Leider noch recht jung, aber das ideale Gegenstück für Cover the Sun. Ein Fohlen aus den beiden wird der Burner“, stellte ich Pferd Nummer eins vor und alle spitzten die Ohren, denn so eine Trakehnerstute ließ sich niemand entgehen.
      „Pferd Nummer zwei ist eigentlich Nummer eins gewesen: Shattered Glass. Eine Paint Horse Stute. Jaaa, keine Ahnung was mich geritten hat, aber ich liebe sie“, erklärte ich entschuldigend. „Und dann ziehen Batida de Coco und Polka Dot ein. Zwei Shettys!“ – und ich hatte das Gefühl meinem Team fiel gleichzeitig die Kinnlade herunter…
      „Ich dachte für unseren Kinderreitunterricht wären sie toll und stellt euch die beiden mal an der Kutsche vor!“, guut, dieser Kauf war vielleicht nicht der klügste gewesen, aber ich bereute es nicht. Trotzdem machte ich schnell weiter. „Letzte ist Lila Wolken. War schon einmal in meinem Besitz und ist es deshalb jetzt wieder. Ich habe sie als Schulpferd eingeplant, ich denke da wird sie uns gute Dienste erweisen“, ihre Rasse verschwieg ich geflissentlich, denn niemand hier mochte Isländer.
      Der Tag verlief ganz normal, bis ich mit Tassilo losfuhr, um die ersten beiden Pferde persönlich abzuholen. Es ging zu Occulta Smith, wo wir Sarabi und Lila Wolken abholen würden. Beide Pferde stammten aus ihrer Zucht und ich war mehr als dankbar, dass ich beide nun mein Eigen nennen durfte.
      „Guter Kauf“, meinte er knapp, lobte mich dann aber besonders für Sarabi. Beide Pferde hatten sich problemlos aufladen lassen und so waren wir schon schnell wieder auf dem Heimweg. Dort wurde insbesondere Sarabi schon sehnsüchtig erwartet. „Awr, die ist schön!“, quietschte Tami begeistert, als wir die Stute ausluden, weshalb ich sie ihr auch direkt in die Hand drückte.
      Auch Lila Wolken bekam allerhand Komplimente, besonders in Richtung „Also für einen Isländer ist sie echt toll!“. Ach, mein Team war schon liebreizend. Beide Stuten durften für heute jeweils auf einen der größeren Paddocks, um erst einmal anzukommen. Bei der Eingliederung in die Herden wollte ich mir Zeit lassen.
      Die beiden kleinen Ponys würden gebracht werden, so dass es nun für mich Warten hieß, beziehungsweise konnte ich in der Zeit gut meine Büroarbeit erledigen. Und dann kamen sie: Polka Dot und Batida de Coco. Beide mehr als süß und beide sofort geliebt und umtüddelt von meinem Team.
      „Ja ja, aber erst grummeln“, lachte ich und überließ die beiden kleinen Stuten meinen Mädels, die waren nämlich total hin und weg. Nun fehlte also nur noch Shattered Glass. Laut Verena O’Connor sollte sie bald samt Pfleger hier eintreffen und tatsächlich: Eine halbe Stunde später als erwartet kamen sie.
      Alle betrachteten die Porzellanschecke neugierig und schienen sichtlich begeistert. „Zwar ein Westernpferd, aber ein tolles!“, rief Alexa fröhlich und lobte mich für den Kauf. „Solltest öfters das Wlan nutzen dürfen“, neckte sie mich fröhlich und ich verdrehte nur erneut die Augen, ehe ich sie lachend in die Seite knuffte. „Für die nächsten Jahre reichen die aber erstmal!“, meinte ich warnend (an mich selbst).
    • Eddi
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      Dressur E auf A

      27. November 2016 - von Muemmi

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      "Nimmst du die Kamera mit?" Ich lächelte Mia an, die mir heute beim Training helfen sollte. "Ja, mach ich, für unsere Homepage!" "Dann muss ich mich und die Pferde ja schick machen!" lachte ich und pfiff dann nach Idefix. "Na dann. Los geht´s!"
      Ich hatte diese Woche zwei Pferde auf dem Sportzentrum, Sarabi, eine Trakehnerstute und Attentivenly, eine Oldenburgerin. Sarabi wollte ich in der Dressur zuerst trainieren. Die Hübsche war ein Fohlen meiner Seana und ich freute mich wahnsinnig, sie in der Dressur weiter zu fördern. Eddi Canary hatte sie mir deshalb anvertraut. Sarabi war eine wirklich unglaublich liebe Stute, sie ließ sich von mir putzen, satteln und hinüber zum Platz führen. Es war frisch, aber für Ende November noch warm genug, um dort zu trainieren. Ich schwang mich auf Sarabis Rücken und streichelte ihr den Hals. "Lassen wirs langsam angehen." Ich ritt sie langsam warm und fragte ein paar einfache Bahnfiguren ab. Brav folgte sie meinen Hilfen. Ich trieb sie im Schritt in Mitteltempo und trabte sie dann sauber an. "Brav meine Gute, gut gemacht!" lobte ich sie und ritt leichttrabend auf den Zirkel. In der nächsten Ecke galoppierte ich sie an und saß tief ein. Sie spielte mit den Ohren und reagierte auf die feinen Hilfen zwar noch zögerlich, aber dann immer mehr mit Vertrauen. Sie brauchte nur eine ruhige und zielgerichtete Hand. Ich war also von der Konzentration voll gefordert. Sie war wie ein Spiegel und zeigte sofort, wenn sie etwas nicht ganz verstanden hatte. Ich lobte sie immer wieder, klopfte ihr den Hals und wechselte die Hand. In engen Wendungen, Volten und Bahnwechseln, Schlangenlinien und Bögen fragte ich in Abwechslung immer wieder ihre Reaktionen ab und war wirklich sehr zufrieden. Sie würde in der Klasse A keinerlei Probleme haben. "Jetzt das Viereck verkleinern!" rief mir Mia aus dem Aufgabenbuch erneut zu. Ich war wirklich froh, sie als Hilfe zu haben, ansonsten würde ich vemutlich das ein oder andere vergessen. Als es an die Galoppwechsel ging, schoß Mia auch ein Foto von uns beiden. Später sollte ich sehen, dass Sarabi dort in einer wunderschönen, ruhigen Anlehung gelaufen war. Zuletzt übten wir das richtige Stellen und dann Rückwärtsrichten, mit dem die Trakehnerin noch etwas Schwierigkeiten hatte, aber auch das klappte nach einigen Übungen sehr gut. "So, Schluss für heute. Ich werde sie übermorgen nochmal unter den Sattel nehmen, bevor Eddi sie wieder abholt." meinte ich und ließ Sarabi die Zügel aus der Hand kauen. "Bis dahin werde ich das Foto entwickeln lassen!" meinte Mia und bereitete die andere Stute vor, die ich heute noch trainieren sollte, bevor ich mit Sarabi in den Stall zurück kehrte, sie abrieb und versorgte.
      Zwei Tage später kam Eddi mit ihrem Hänger auf den Hof gefahren und bekam von mir einen ordentlichen Bericht, die Fortschritte und gerittenen Lektionen erklärt. Sie sah mir auch beim zweiten Training noch einmal zu und war mit Sarabis Ausbildung sehr zufrieden. "Ich freue mich, wenn du mir ihr demnächst erfolgreich auf Turnieren durchstarten kannst. Der Grundstein dafür ist hiermit gelegt, hoffentlich beehrt ihr uns bald wieder!" meinte ich, reichte Eddi die Hand und verabschiedete sie vom Sportzentrum Naundorf.

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    • Eddi
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      Weihnachtsfeier
      24. Dezember 2016
      Heute war ich schon seit fünf Uhr morgens auf den Beinen und im Stall unterwegs. Unser großes Weihnachtsfest stand an und obwohl wir schon alle Vorbereitungen auf die letzten Tage geschoben hatten, gab es heute noch einiges zu tun. Nebenbei mussten natürlich auch unsere Pferde versorgt werden, weshalb mein Team ausnahmsweise auch schon eher in den Tag startete.
      Nach der Fütterung widmeten wir uns direkt dem Misten, ehe dann schon die ersten Leute eintrafen. Wir veranstalteten ein kleines Turnier, sowieso eine Quadrille und einige Showeinlagen. Deshalb kamen auch einige Leute von außerhalb, welche sich bei uns einquartierten. Das Organisatorische hierfür übernahm Alexa und wies alle Neuankömmlinge ein. Sie hatte auch direkt ein Blatt gemacht, wo alle wichtigen Informationen und Regelungen standen – sehr gut mitgedacht.
      Ich kümmerte mich hingegen um unsere Schüler, welche heute auch dabei sein würden. Diese waren natürlich wesentlich aufgeregter als die alten Hasen, die schon oft bei Turnieren und Shows mitgemacht hatten. Mila und Jilly, zwei unserer jüngsten, würden heute eine kleine Vorstellung mit den beiden Shettystuten machen. Deshalb waren sie schon tatkräftig bei Batida de Coco und Polka Dot am Werk, um die beiden einzuflechten.
      Tami kümmerte sich um die Pferde für das Ponyreiten. Dafür hatte sie ihre arme Schwester mit angeschleppt und die beiden machten gerade Lila Wolken und Shattered Glass fertig. Ponyreiten war eventuell übertrieben oder falsch ausgedrückt. Aber wir gaben Kindern gerne die Chance, sich für einen kleinen Spaziergang um das Gestüt in den Sattel zu schwingen.
      Dafür nahmen wir natürlich unsere liebsten Pferde und ehrlich gesagt hatten wir heute gar nicht so viel Auswahl, da viele Pferde bei dem Turnier oder der Quadrille teilnahmen. Raunchy’s Limited, Feuervogel und He’s called Trüffel liefen alle drei unter vielversprechenden Reitern bei dem Turnier mit.
      Unsere Quadrille wurde nur von uns Teamleuten geritten, denn da sah ich ungern andere auf den Pferden. Mein Reittier war natürlich Pajero. Tassilo ritt Thorondor, Alexa saß auf Aristo und Tami schwang sich in den Sattel von Cover the Sun. Wir waren eine sehr bunte Truppe, aber genau das machte die Weihnachtsquadrille dann auch so lustig.
      Danach folgten die Showeinlagen und dann war auch schon das Turnier an der Reihe. Während sich unsere Zuschauer also aufteilten, konnten wir nun auch das Ponyreiten anbieten, ebenso wie kleine Kutschfahrten. Dafür liefen Erutan Wishes und What does the Fox say vor unserer kleinen Kutsche und wurden von Tassilo geführt.
      Natürlich gab es auch einige Pferde, denen ich solchen Stress noch nicht zutraute. Das war zum einen unsere junge Stute Sarabi, welche noch gar nicht lange bei uns war und deshalb heute frei hatte, weit abseits auf einer ruhigen Weide und auch Dr. Insektor blieb außen vor, denn mein Rapphengst sollte demnächst bei einer Hengstkörung antreten und konnte keine Ablenkung gebrauchen.
      Auch Dissident Aggressor ließ ich dieses Jahr außen vor. Er war der totale Liebling von allen Besuchern und deshalb auch immer argen Stress ausgesetzt. Deshalb hatte er heute schlichtweg frei und genoss das auch sichtlich auf seiner Weide.
      Der heutige Tag neigte sich dann auch alsbald dem Ende. Die Auswertung und Siegerehrung des Turnieres fand statt und als es 16 Uhr begann zu dämmern, luden wir alle noch zum großen Lagerfeuer und Punsch ein. Der Tag war zwar stressig und anstrengend gewesen, aber trotzdem schön!
    • Eddi
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      Springen A auf L
      31. Januar 2017 - von Cascar
      Ich sprang regelrecht vom Beifahrersitz des beigen Geländewagens auf den vor Nässe dunklen Schotterweg und lief einmal um das sperrige Fahrzeug, um die Rampe des Pferdehängers herunterzulassen. Oliver eilte mir zur Hilfe und gemeinsam bugsierten wir nicht nur das Metall auf den matschigen Boden sondern auch ein Pferd ins Freie. Vor mir stand Sarabi, eine etwas zerzauste und lieb-verwirrt dreinblickende Trakehnerstute, die ab heute bei mir im Training war. Ihr Fell hatte momentan eine winterliche Länge, konnten aber die kräftigen Muskeln nicht verbergen und so rieb ich insgeheim voller Vorfreude die Hände. Abgesehen davon glänzten ihre Augen erwartungsvoll und sie beäugte uns alles andere als scheu. "Na, wie geht's dir so?", fragte ich sie und nahm Olli den Führstrick ab. "Komm, wir vertreten uns mal die Beine."
      Mit diesen Worten trieb ich sie sachte und wir setzten uns zu dritt in Bewegung. Sarabi machte einen ausgezeichneten Ersteindruck, schon auf dem kurzen Weg zum Paddock. Dort ließen wir sie erstmal ziehen, damit die Sandfarbene ihre neue Umgebung in Ruhe betrachten und sich ein wenig auslasten konnte. In der Zwischenzeit widmete ich mich ihrer Box: Sie sollte während ihrer Trainingszeit in den Stutenstall der Winterscape Stables, zu Cheetah und Razita ziehen. Die drei würden auch auf der Weide für die kommenden zwei Wochen gut zusammen auskommen, hatte ich mir überlegt. Aus diesem Grund wurde ihre vorübergehende Heimat dick mit Stroh eingestreut und ich las von einem handschriftlichen Zettel, den ich von Eddi erhalten hatte, die Abendration Kraftfutter ab. Das gräuliche Blatt Papier heftete ich daraufhin an die kleine Magnetwand, außen an der Box.
      Damit war ich fertig. Als sich die Sonne langsam den Horizont neigte, band ich Sarabi auf dem Paddock an und putzte sie, um mich mit ihr vertraut zu machen. Sie bleib während der ganzen Zeit ruhig stehen und lauschte meinen Bewegungen, gab mir ohne zu mucken nacheinander ihre Hufe und stellte sich auch insgesamt als genießende Stute dar. Ihr Auftreten verleitete auch mich zu tiefer Ruhe und so hatte ich ein erstes Bild davon, wie unser Training ab morgen aussehen könnte. Nach der Pferdesäuberung brachte ich sie dann auf die Weide, zu den beiden anderen Stuten und sah mir noch ein wenig das mäßige Gezicke an. Alle drei hatten irgendwie so einiges zu sagen, grasten aber keine dreißig Minuten später friedlich nebeneinander. Gegen sieben holten Olli und ich sie alle in den Stall.

      Am nächsten Morgen fütterte ich die vier Stuten des Stalls und putzte in der darauffolgenden halben Stunde Sarabi, die nebenbei genüsslich ihr Müsli kaute und einiges an Möhren verputzte. "Na dann machen wir wohl erstmal einen Verdauungsspaziergang, was?", fragte ich sie daraufhin und wir taperten eine Weile über das Hofgelände. Unsere Reise endete abrupt im Roundpen, wo ich das Pferd dazu aufforderte, zügig im Schritt zu gehen. Zu meiner Freude - aber auch ein wenig Langeweile - zeigte sich die Sandfarbene auch hier gut erzogen und schnaubte kurz darauf im Trab fröhlich, während sie sich fleißig, mit mir zugewandten Ohren und perfekt leicht nach innen Schauend, longieren ließ. Während ich ihre Gänge beobachtete bekam ich außerdem richtig Lust auf die Reiterei. Ob sie von oben gesehen auch so prima lief?

      Um das herauszufinden wiederholten wir die Prozedur am folgenden Tag. Mit dem kleinen Unterschied, dass auf Sarabis Rücken ein schwarzer Springsattel lag. Und dass ich nach dem Longieren sorgfältig, dass auch ja kein Winterfell eingeklemmt wird, nachgurtete, die Steigbügellänge kontrollierte, um dann zufrieden aufzusteigen.
      Als erstes fiel mir auf, dass Sarabis Hals ziemlich schmal von oben aussah. Nicht, dass mich das beunruhigte. Im Gegenteil, wahrscheinlich wirkte er nur so, weil die Stute die innen dunklen Ohren so weit nach hinten gedreht hatte und still stehend und zaghaft am Gebiss kauend auf Hilfen meinerseits wartete. Entzückt beschloss ich sie zu erlösen und wir gingen im Schritt los. Die heutige Reitstunde sollte nichts mit dem Springtraining zu tun haben. Ich wollte ein Gefühl für das Pferd bekommen und vor allem Sarabi Sicherheit geben - am Sprung sollte sie schließlich auch meine Hilfen interpretieren können und das flink und in kleinster Ausführung.
      So kam es, dass wir etliche Bahnfiguren ritten; die meisten im Trab und so einige im Galopp. Nach glatten anderthalb Stunden parierte ich zum letzten Mal durch und lobte die Liebe, die ihrerseits schnaubte, für ihre ausgezeichnete Mitarbeit. Kurz darauf ging es mit der Abschwitzdecke in den Stall und später, mit trockenem Fell, auf die Weide.

      Den folgenden Tag verbrachten wir ähnlich. Dieses Mal allerdings bezogen wir Stangenarbeit und Cavaletties mit ein. So bauten wir nicht nur langsam Vertrauen zueinander, sondern auch Sarabis Vertrauen in ihren Körper und ihr Können auf. Kurz darauf, es war mittlerweile Mittwoch, gab es eine weitere Premiere: wir schlugen uns über Mittag, als es gerade mal nicht schneite, in das für die Stute völlig unbekannte Gelände Neuseelands. Voller Vorfreude putzte und sattelte ich die Liebe an diesem Morgen und ebenso beschwingt ging es vom Hof. Zu Beginn quängelte sie ein bisschen, wollte ungern mit mir allein in das dichte Weiß. Doch mit gutem Zureden und letztendlicher Ausdauer und Konsequenz gelang es uns schließlich, in den nächsten Waldweg einzubiegen. Damit sah ich mich wiederum bestätigt, das Vertrauen der Sandfarbenen irgendwie gewonnen zu haben. Und es wurde sogar auf die Probe gestellt: querfeldein, über Baumstämme und offene Ebenen und schließlich am See zurück taperten wir über zwei Stunden durch eine vollkommen stille, unberührte Wildnis. Als wir wieder zu Hause ankamen, waren meine Wangen und meine Nase sehr rot, die Füße kalt und an Sarabis Barthaare und Kötenbehang hatten sich kleine Eisklumpen gebildet. Fürsorglich sammelte ich jene im Folgenden im beheizten Stall ab und ließ das Pferd allgemein erstmal auftauen, bevor es mit der Decke auf dem Rücken auch an diesem Tag für einige Stunden auf die Weide ging. Sarabi machte dort beim Graben im Schnee und Grasen einen ausgelasteten und zufriedenen Eindruck auf mich. Ich hoffte auch sehr, dass sie sich bei uns wohlfühlte und beschloss kurzerhand, am nächsten Tag aktiv mit dem Training zu beginnen.

      Der Nachteil an diesem Beschluss war, dass ich am Morgen die Sprünge aufbauen musste. Obwohl mir Oliver half ("Das ist dein Ausbildungspferd, das kannst du alleine … Scherz.") dauerte das mehr als eine Stunde. Wir kontrollierten und korrigierten uns gegenseitig, um Fehler bestmöglich auszuschließen.
      Erst danach ging es in den Stall, wo Sarabi ihr Verdauungsschläfchen hielt. Es war bereits um elf, das Futter lag also nicht mehr so schwer im Magen und vielleicht aus diesem Grund war das Pferd heute merkbar aufgeweckter als sonst. Trotzdem erreichten wir pünktlich unseren Arbeitsplatz und begannen ruhig mit dem Ablongieren und Warmreiten. Dann tasteten wir uns langsam an die höheren Lektionen. Kombiniert mit Stangen, Cavaletties und Ruhepausen absolvierten wir unsere Gymnastiksprünge, zumeist fehlerfrei, bis wir sicher auf der A-Höhe arbeiten konnten. Da schwitzte mein Stütchen schon; trotzdem forderte ich sie ein wenig in ihrer Wendigkeit und Geschwindigkeit. Das war schließlich auch wichtig für ihre Muskeln. Sarabi schnaubte und ich parierte zum Trab durch, wenig später in den Schritt. Wieder hatte ich allen Grund zum Loben und nahm mir Zeit zum trocken reiten. Den Grundstein für die Stufenerhöhung hatten wir damit gelegt.

      Das Training der folgenden Tage ähnelte, von einem Ruhetag durchsetzt, dem dort abgehaltenen. Es ging mir um den langsamen Muskelaufbau und die ebenso sorgsame Heranführung des Pferdes an die neue Hindernishöhe. So bauten wir im Laufe des Trainings einzelne Hindernisse auf L-Höhe ein, bis schließlich beinahe der ganze Parcours aus ihnen bestand. In diesem Fall, unserem letzten Trainingstag, fanden wir uns wie die zahlreichen Tage davor am Vormittag in der Halle ein und arbeiteten unser Programm ab. An Sarabis Verhalten hatte sich seit dem ersten Tag wohl geändert, dass sie mir gegenüber deutlich aufgeschlossener geworden war. Eine äußerliche Veränderung konnte ich während des Longierens nicht feststellen, beim Reiten hatte ich aber den Eindruck, als wäre die Stute im Rücken stabiler und am Sprung insgesamt um einiges sicherer geworden. Übung machte ja erfahrungsgemäß auch den Meister, dachte ich stolz.

      So hatte ich an diesem Tag Grund zu feiern. Ich holte Sarabi am Abend persönlich in den Stall, als das erste Pferd, dessen Training ich allein geplant und durchgeführt hatte. Und das erfolgreich. Ich war mit ihrer letztendlichen Leistung sehr zufrieden und freute mich darauf, Eddi am nächsten Tag, vor der Heimreise, den immensen Fortschritt ihrer Stute präsentieren zu dürfen.
    • Eddi
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      Winterroutine
      07. Februar 2017
      Wenn der Winter Einzug hielt, veränderte sich auch das Leben auf dem Gestüt. Die Turniersaison war im Herbst beendet und in den Wintermonaten gab es nur hier und da ein paar kleinere Hallenturniere. Ich nutzte diese Zeit dann gerne, um unsere Youngster an die neue Atmosphäre heranzuführen und generell auf die neue Turniersaison vorzubereiten. Das galt natürlich auch für die Turnierpferde, für welche ab Oktober meist das Wintertraining begann.
      Natürlich wurden unsere Pferde allumfassend trainiert, so dass für alle der Muskelaufbau und die Verbesserung der Techniken auf dem Plan stand. Trotz der allgemeinen Einheiten gab es aber auch diejenigen, bei welchen wir uns auf die individuellen Stärken und Schwächen unserer Pferde konzentrierten und auch deren Hauptdisziplin in den Fokus nahmen.
      Über Weihnachten und Neujahr war viel los gewesen auf dem Gestüt, immerhin musste man sich auch repräsentieren, wenn man wahrgenommen werden wollte. Bei uns war das wirklich erfolgreich gewesen und danach waren wir entspannt in das neue Jahr gerutscht. Momentan lief alles routiniert und ruhig ab, auch heute war wieder einer der Tage, an denen ich mir keine Gedanken machen brauchte.
      Mein Team war fit und motiviert, alle drei waren anwesend und bei bester Laune. Aber immerhin hatten wir auch einen wunderschönen Wintertag mit Schnee und Sonnenschein erwischt. Das war hier in Deutschland ja dann doch nicht der Normalfall für einen Winter, also musste es auch wirklich genossen werden.
      Die Pläne für heute standen und nachdem alle Pferde gefüttert waren, wurde eingedeckt und dann auf die Weiden hinausgebracht. Auch im Winter durften unsere Vierbeiner den gesamten Tag draußen verbringen und es tat ihnen sichtlich gut. Wir mühten uns dann stattdessen mit den Stallarbeiten ab und bereiteten schon alles für den Abend vor, um da dann schneller zu sein.
      Und dann ging es mit der ernsten Arbeit los. Momentan standen für mich Sarabi und Shattered Glass im Fokus. Bei den beiden Stuten nutzte ich die Wintermonate, um sie auf ihre Prämierungen vorzubereiten. Hierzu war Sarabi erst kürzlich wieder bei einer Trainerin gewesen und hatte sich im Springen fortgebildet. Die junge Stute entwickelte sich prächtig und zeigte auch auf Turnieren eine tolle Präsenz. Heute ritt Alexa sie in der Halle Dressur und feilte an den Lektionen.
      Shattered Glass ließ ich hingegen noch etwas in Ruhe, hatte sie dennoch immer im Auge. Fleißig ging auch sie hier und da auf Turniere und zeigte sich von ihrer besten Seite. Ihr Training war hingegen entspannt, da ich noch nicht recht wusste, in welche Richtung ich mit der Stute gehen wollte. Für sie stand heute ein wenig lockere Arbeit unter Tami an. Unsere Auszubildende hatte sich ja in die Scheckstute ein bisschen verliebt.
      „Bringst du sie in die Führanlage?“, fragte ich Tami, die gerade mit Shattered Glass durch die Stallgasse lief. Sie bejahte und ich drückte ihr gleich noch Teasie und Walking in the Air in die Hand, um sie mit in die Führanlage zu packen. Die beiden Scheckstuten würden sich nur eine Viertelstunde warmlaufen, aber Wita wollte ich danach noch etwas traben lassen und dann war sie für heute auch schon fertig.
      Mit zwanzig Jahren musste man es in der Wintersaison auch nicht übertreiben und meistens ging sie im Unterricht mit, so dass sie sehr gut ausgelastet war. Ich schnappte mir stattdessen heute Teasie. Schnell geputzt und gesattelt, ging es für uns beide in die Halle, wo Alexa bereits Sarabi abritt und Tami hingegen Shattered Glass warmritt.
      Wir gesellten uns dazu und ich wärmte Teasie in aller Ruhe auf. Teasie war immer vor allem eine Zuchtstute gewesen und hatte nie viel mit Turnieren am Hut gehabt. Das wollte ich ab kommenden Frühjahr aber ändern, da ich merkte, wie viel Spaß ihr das machte und sie diese Aktion auch brauchte. Also arbeiteten wir heuten an den grundlegenden Lektionen, Tempiunterschieden und Bahnfiguren.
      Teasie war für einen Araber ausgesprochen schön zu reiten und ich war wirklich zufrieden, als ich mit ihr dann fertig war und sie abritt. Im Stall durfte die verschwitzte Stute dann für ein Viertelstündchen unter das Solarium, ehe sie eingedeckt wieder auf die Schneeweide hinausdurfte. In der Zeit traf Lynn im Stall ein. Sie war die Reitbeteiligung von Lila Wolken.
      Tendenziell vergab ich keine Reitbeteiligungen, es sei denn, sie konnten etwas, was ich nicht konnte, nämlich einen Fünfgänger reiten. Lynn konnte das und umsorgte Lila Wolken schon gefühlt seit immer. Sie war sehr zuverlässig, ritt gut und hatte eine tolle Art mit Pferden umzugehen. Dementsprechend war sie bei uns stets willkommen.
      „Eddi, kurze Absprache?“, fragte Tassilo und riss mich so aus meinen Gedanken. Ich nickte nur kurz und folgte ihn raus zu der Weide unserer Youngster. Ich ahnte, worauf er hinauswollte. „Jaaa, die beiden sind diesen Winter an der Reihe. Willst du das machen?“, fragte ich ihn grinsend und Tassilo nickte begeistert. Es ging um die Junghengste HGT’s Unitato und Outlaw Torn.
      Junghengste war wohl untertrieben, denn beide waren nun eigentlich schon erwachsen, aber für mich waren sie immer noch Babys. Nichtsdestotrotz stand für sie diesen Winter das Einreiten an und ich wusste, dass Tassilo indirekt darauf brannte, die beiden selbst auszubilden. Ich vertraute ihm da und überließ ihm meine beiden Schätze. Es wurde auch langsam echt Zeit für die zwei.
      Paddington und Amadahy hatten da noch ein Jahr Zeit, würden dieses dann aber auch schon anlongiert werden und vom Boden aus in aller Ruhe vorbereitet werden. Das ersparte dann später viele Mühen. Fraglich für mich war hingegen Korah. Sie wurde dieses Jahr bereits vier, nur konnte ich sie noch gar nicht einschätzen, ob sie noch etwas brauchte oder bereit war. Ich würde wohl bis zum Frühjahr warten, ehe eine Entscheidung gefällt wurde.
      Calimero II war da auch so ein fraglicher Kandidat, aber auch ihm ließ ich noch ein wenig Zeit. Stattdessen widmete ich mich lieber noch den großen Sportponys. Raunchy’s Limited wurde gerade von Alexa geritten und Feuervogel hatte heute frei. Schon öfters war ich gefragt wurden, wann ich denn ein Fohlen aus beiden ziehen wöllte, aber ehrlich gesagt, wusste ich das noch nicht. Vielleicht nächstes Jahr.
      „Acariya wird auch vier“, meinte Tami mahnend, als sie einen Blick über meine Schulter warf und die Liste durchlas. Kurz wollte ich ihr widersprechen, dann rechnete ich aber nach und seufzte. „Ja stimmt“, murmelte ich nur und schrieb sie auch zu den Vierjährigen. Wenigstens hatten Maelis und Herbstmond noch Zeit!
      Die jüngeren beschäftigten wir nur regelmäßig mit den Grundlagen des Fohlen ABC und sonst durften sie ihre freie Zeit genießen und Fohlen beziehungsweise Pferd sein. Like Honey and Milk lief gerade seelenruhig hinter einer Reitschülerin her. Sie war heute zu einer Probestunde da und wurde von Alexa unterrichtet.
      Ich war mir sicher, dass sie begeistert sein würde, auch wenn ich das Pferd wohl anders gewählt hätte, aber das musste Alexa wissen. So viel ich weiß, ritt das Mädchen schon länger und da wären Aristo oder sogar He’s called Trüffel auch eine sehr gute Wahl gewesen. Wobei zweiterer eventuell etwas zu klein hätte sein können, das wäre dann doch nicht so stimmig gewesen.
      „Ausritt?“, fragte ich Tami und sie nickte begeistert. Ich holte mir Thorondor von der Weide und sie sich Call me a Twist. Wir machten beide Hengste fertig und entschwanden dann für zwei Stunden in unser Winter Wonderland und genossen einfach die Sonne.
      Danach war ich wirklich motiviert und hatte Kraft getankt, weshalb ich mir Pajero schnappte und für ein Springtraining vorbereitete. Tassilo war auch sofort dabei und sattelte sich Cover the Sun. Die beiden Hengste liebten das Springen und die heutige Stunde machte auch wirklich Spaß. Alexa nahm sich sogar kurz Zeit, um uns beide noch etwas zu korrigieren und so war die Stunde ein voller Erfolg.
      Während Pajero dann unter dem Solarium döste, brachte ich Dr. Insektor und Dissident Aggressor in die Führanlage. Sie sollten sich heute bewegen, aber ruhig und kontrolliert, dementsprechend war die Führanlage ideal. In der Zeit besprach ich mit Alexa, wie unsere heutige Ponystunde aussehen würde und wen wir nehmen wollten.
      „Ich bin für Polka Dot und Batida de Coco“, meinte Alexa und ich stimmte ihr zu. „Übrigens hab ich gestern in der Zeitung etwas von einer neueröffneten Zirkusschule gehört, vielleicht könnte man die gute Frau mal zu uns einladen, um den Kindern das zu zeigen?“, gab Alexa als Vorschlag und ich meinte, dass ich darüber nachdenken würde. Es klang gut, nur musste ich eben erst wissen, um wen es ging.
      Da nun die beiden Ponystuten heute im Einsatz waren, mussten unsere Hengste noch versorgt werden. Erutan Wishes nahm ich für eine halbe Stunde an die Longe und mit What does the Fox say machte ich Bodenarbeit. Shetland Ponys waren bald anstrengender als Großpferde, denn die Zwerge mussten täglich beschäftigt werden. Sie wurden sonst erstens dick und zweitens maulig.
      Für uns stand heute dann nur noch 17 Uhr die Reitstunde an und dann kehrte auch langsam Ruhe auf dem Gestüt ein. 18 Uhr ging es für alle Pferde in den Stall, es gab Futter und dann wurde noch der letzte Abendrundgang gemacht, ehe wir uns alle in unsere eigenen vier Wände zurückzogen.
    • Eddi
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      Pferdepraxis Sapala
      12. Februar 2017
      Die Wintermonate hatte ich gut dafür genutzt, um die nachfolgenden Zuchtanwärter für die kommenden Prüfungen vorzubereiten. Im Fokus standen da momentan Sarabi und Shattered Glass. Meine Porzellanscheckin hatte jedoch noch etwas Zeit. Sie war noch nicht so lange bei uns und auch noch nicht bei dem Punkt, wo ich sie guten Gewissens auf eine Prämierung geschickt hätte. Anders sah es da bei Sarabi aus.
      Schon von Anfang an hatte die junge Stute uns mit ihrem Talent überrascht, lernte unglaublich schnell und sahnte viele Schleifen ab. Bei ihrer Abstammung jedoch auch kein Wunder und so war die Anmeldung für die kommende Prämierung bereits raus. Heute stand deshalb für sie der entscheidende Vet-Check an.
      Und da Shattered Glass im Frühjahr sicherlich auch so weit wäre, machte ich sie heute direkt mit. Da ich es ungern als eigene Besitzerin des Pferdes machte, kam meine altbekannte Freundin und Kollegin Rebecca zum Gestüt und führte die Untersuchungen mit mir durch.
      Ich hatte bereits Shattered Glass aus der Box geholt als sie kam. Also führte ich ihr die Stute einmal im Schritt und einmal im Trab vor. Dann kontrollierten wir die Werte von Herz und Lunge, ehe Augen, Ohren und Zähne kontrolliert wurden. Shattered Glass war topfit, weshalb sie direkt die Impfungen bekam und danach noch die Wurmkur folgte.
      Die Stute war fertig und ich entließ sie wieder in ihre Box. An der Tür befestigte ich direkt unser Schild, damit alle wussten, dass Shattered Glass heute geimpft worden war und die kommenden drei Tage ihre Ruhe hätte. Danach war auch schon Sarabi an der Reihe. Wie immer benahm auch sie sich vorbildlich.
      Ich führte sie vor, dann wurde sie abgehört und untersucht und danach gab es noch die Impfungen und die Wurmkur. Auch sie war schnell durch und kam zurück in die Box. Meine Kollegin stellte die Zertifikate aus und erneuerte die Impfpässe. Ich dankte ihr noch einmal herzlich und dann entschwand sie auch wieder.
    • Eddi
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      448. Stutenkrönung
      12. Februar 2017
      Schon länger waren wir nicht mehr auf einer Stutenkrönung unterwegs gewesen und dementsprechend war der Trubel, welcher uns umgab, sehr erfrischend. Heute waren wir mit Sarabi zugegen und ich war etwas aufgeregt, denn in die Trakehnerstute steckte ich große Hoffnungen. Sie kam mit einer verdammt guten Abstammung daher und war selbst ein wirklich tolles Pferd.
      Es war erst Mitte Februar und dementsprechend kalt, so dass Sarabi selbst beim warmreiten noch ihre dünne Decke trug. Erst kurz bevor wir in die Halle ritten, nahm Alexa sie uns ab. Und dann ging es auch direkt los. Wir ritten hinein und direkt zu X, wo ich geschlossen anhielt und die Richter grüßte.
      Erneut trabten wir an und gingen auf die linke Hand. Nach einer Runde ging ich auf den Zirkel, ließ Sarabi angaloppieren und wechselte dann wieder auf die ganze Bahn. Schwungvoll und motiviert ging die Stute vorwärts, war aber etwas geladen, so dass ich selber ruhig bleiben musste, damit mein Pferd bei mir blieb.
      Die Galoppphase brachten wir aber sehr gut hinter uns und parierten bei A zum Schritt durch. Ich gab Sarabi mehr Zügel und sie schritt fleißig voran. Wir wechselten durch die ganze Bahn auf die rechte Hand, wo wir im Schritt noch eine Zirkelrunde drehten und dann erneut antraben.
      Aufgabe war es schlichtweg, alle drei Grundgangarten auf jeder Hand vorzustellen, weshalb wir im Trab noch zwei Runden drehten und dann wieder angaloppierten. Als das geschafft war, versammelte ich sie etwas mehr, bog auf die Mittellinie ab und wir hielten wieder bei X geschlossen an.
      Ich grüßte die Richter und ließ danach die Zügel locker und lobte Sarabi ausgiebig. Im Schritt am langen Zügel verließen wir die Halle und meine Stute schnaubte zufrieden unter mir ab. Draußen empfing uns Alexa direkt mit Abschwitzdecke und ich konnte Sarabi in Ruhe abreiten, ehe sie ausgiebig versorgt wurde und wir auf das Ergebnis warteten.
    • Eddi
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      Hufschmiede "Tänzelndes Pony"
      16. Februar 2017 - von Arktiswolf
      Als Malte Osswald durch die Windschutzscheibe seines Wagens gen Himmel blickte, nickte er zufrieden, schaltete den Scheibenwischer aus und sah wieder nach vorne auf die Straße.
      Die Wolkendecke hatte sich etwas aufgelöst und die Sonnenstrahlen ließen die Pfützen am Straßenrand munter aufleuchten
      Den ganzen Morgen hindurch hatte es nur geregnet und es war bis vor kurzem kaum ein Ende in Sicht. Nun endlich hatte es aufgehört.

      Malte hatte nun auch sein Ziel erreicht und lenkte den Wagen auf den Hof von Eddi Canary, wo er heute noch zwei Pferde zu versorgen hatte. Beide bekamen von ihm eine Grundbehandlung sowie neue Hufeisen.
      Vor dem Stallgebäude wurde er schon in Empfang genommen, kaum das er aus dem Auto gestiegen war.
      Mit einem charmantem Lächeln begrüßte er die nette Frau und entschuldigte sich ausgiebig für die Verspätung. Ihm war noch etwas dazwischen gekommen was ihn aufgehalten hatte.
      Nach einem kurzem Gespräch ging Eddi dann auch los um den ersten Kandidaten aus dem Stall zu holen und der Hufschmied legte sich schon einmal seine Arbeitsgeräte zurecht.

      Als erstes war Sarabi an der Reihe. Eine schöne Trakehnerstute mit aufmerksamen, ruhigem Blick und braunem Fell. Wie immer lies der Hufschmied erst einmal an sich herum schnuppern damit er sich ein wenig mit dem Tier bekannt machte, mit dem er es zu tun bekam.
      Sarabi schien recht entspannt zu sein und lies sich auch willig die Hufe aufnehmen, so das Malte ohne Komplikationen arbeiten konnte.
      Zuvor musste Sarabi allerdings ein wenig Laufstegmanieren zeigen um dem Mann ihre Bewegungen zu demonstrieren. So konnte der Hufschmied erkennen ob etwaige Fehler im Bewegungsapparat des Pferdes bestanden durch ungünstigen Hornwuchses des Hufs.
      Aber bei Sarabi war soweit alles in Ordnung und so schnitt der nur überschüssiges Horn weg und prüfte die Beschaffenheit des Hufs.
      Nachdem er mit allen vier Hufen fertig war, kümmerte sich der Schmied um die Eisen für das Pferd. Seinen mobilen Ofen im Wagen hatte er bereits schon aufheizen lassen und konnte nun nach und nach die Eisen passgenau anfertigen.
      Der Stahl lies sich problemlos formen und auch Sarabi blieb soweit brav das es nicht mehr lange dauerte bis die Pferdedame ihre neuen Schuhe einmal vorführen durfte.
      Als die Arbeit vom Schmied und auch der Besitzerin abgesegnet war, durfte die Stute mit einer Möhre im Maul wieder gehen und würde ihrem Nachfolger nun Platz am Schmiedewagen machen.
    • Eddi
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      Weidezeit
      06. Mai 2017
      Es war der 6. Mai. Eigentlich kein besonderes Datum, aber ich hatte mich dafür entschieden, dass nun endgültig die Weidesaison für unsere Pferde losgehen sollte. Den gesamten April über hatten wir sie in aller Ruhe angeweidet und nun sollte es auf die ersten großen Sommerweiden gehen. Ich machte daraus immer gerne ein kleines Event, weil es doch was Anderes war und uns endlich von unserer Winterroutine löste.
      An diesem Morgen wurden dennoch alle Pferde noch einmal im Stall gefüttert. Meine Truppe war auch schon früh gemeinsam zugegen, denn alle wollten es miterleben. Gestern Abend hatte ich mir noch einmal Gedanken über unsere Weideaufteilungen gemacht. Die Hengste hatten wir in zwei Gruppen geteilt und die Stuten ließen wir aber zusammen.
      Auch heute fühlte sich das noch gut an, so dass wir guten Gewissens die Pferde nacheinander rausschaffen würden. Ich hatte die Hengstgruppen so aufgeteilt, dass sie gut ausbalanciert waren. Es gab in jeder Gruppe sowohl jüngere als auch ältere Hengste, denn ich erachtete das für die Sozialisation als sehr wichtig.
      So durften die drei „Oldies“ Call me a Twist, Pajero und Dissident Aggressor mit Cover the Sun, HGT’s Unitato, Outlaw Torn, Altyn und Calimero II auf die Weide. In der zweiten Gruppe waren somit Thorondor, Aristo, Dr. Insektor, Erutan Wishes, What does the Fox say, Nochnoi Dozor, Feuervogel und He’s called Trüffel. Generell erschien mir die erstere Gruppe definitiv die aktivere, aber das war ja nicht schlimm.
      Die Sommerweiden boten den Pferden genügend Platz und frisches Gras. Zusätzlich gab es einen geräumigen Unterstand, wo wir jetzt zu Anfang auch noch Heu anbieten würden. Dort ließ sich auch eine von zwei vorhandenen Tränken finden.
      Die älteren Hengste wussten bereits genau, worum es heute ging. Unsere beiden Neulinge Altyn und Nochnoi Dozor hatten sich auch schon sehr gut eingefunden und nun null Probleme, mit ihren neuen Freunden auf die Weiden zu jagen. Es war wirklich schön anzusehen, wie da jeweils die Gruppen aus acht Pferden über die Wiese preschten.
      Als nächstes machten wir direkt mit den Stuten weiter. Insgesamt beherbergte das Gestüt momentan zehn Stuten und im Gesamten waren das alles sehr ruhige und liebe Zeitgenossen. Aus dem Grund wollte ich die Gruppe auch nicht teilen.
      Walking In The Air und Teasie waren die ältesten, aber auch gleichzeitig ranghöchsten. Danach folgte Sarabi, welche schon gerne einmal den Besitzanspruch der beiden älteren anfechtete und danach ergab sich der Rest ein bisschen von alleine. Lila Wolken zog sich vorzugsweise immer etwas zurück und genoss ihre Ruhe.
      Batida de Coco und Polka Dot waren generell auch sehr gern für sich. Zumindest wenn sie nicht ihre fünf Minuten hatten und den Großen auf den Keks gehen wollten. Sie waren aber auch gerne in der Nähe von den zwei absoluten Ruhepolen Shattered Glass und Like Honey and Milk. Die beiden machten ihrem Westernpferde-Dasein nämlich alle Ehre.
      Raunchy’s Limited und Amadahy waren irgendwie die Küken der Gruppe und waren sich dementsprechend bezüglich ihres Platzes noch nicht so sicher. Aber sie hielten sich auch gerne eher im Hintergrund auf. Außerdem hatte Raunchy im Moment auch noch Feuerdrache bei Fuß, aber das lief erstaunlich gut und er würde ja schon bald abgesetzt werden. Bei den Stuten ging es auch ruhiger zu und der Großteil begann sehr schnell zu grasen.
      Nun fehlten nur noch unsere Jungpferde. Dahingehend hatten wir momentan gar nicht viele und da wir auch die Hengste von den Stuten trennten, bekamen die jeweiligen Gruppen auch kleinere Areale. Also verhältnismäßig kleiner, für die Dreiergrüppchen waren sie dennoch riesig, aber den vollen Platz hätten sie nie nutzen können.
      So zunächst Applaus und Paddington alleine eine Gruppe, ehe Ende Sommer noch Feuerdrache dazu stoßen würde. Die Stuten bestanden hingegen aus Maelis, Acariya, Herbstmond und Korah. Alle bereits halbwüchsig und auch sehr aufgeweckt.
      Nachdem nun alle Pferde die Stallungen verlassen hatten, begann für uns erst der wahre Akt. Über den Sommer würden die Boxen nicht wirklich in Benutzung sein, also wurden sie komplett ausgemistet, ausgekehrt und auch direkt einmal mit dem Wasserschlauch ausgespritzt.
      Außerdem putzten wir die Tränken und Tröge, säuberten grob die restlichen Oberflächen und die Fenster. Auch die Paddocks mussten abgeäppelt werden.
      Am Ende hatten wir aber einen blitzeblanken Stall und waren wirklich zufrieden mit uns. Der Tag war jedoch noch längst nicht rum, denn immerhin sollte ein Großteil der Pferde heute auch bewegt werden. Besonders die momentanen Anwärter standen unter Beobachtung.
      Dazu zählten insbesondere Altyn und Nochnoi Dozor, die beiden neuen Achal Tekkiner, in welche ich große Hoffnungen legte. Aber auch Calimero II sollte langsam aus sich herauskommen, genauso wie HGT’s Unitato. Die vier hatten momentan einen strengen Trainingsplan einzuhalten.
      Ich kümmerte mich hingegen um Outlaw Torn, der war zwar bereits zur Zucht zugelassen, aber unter dem Sattel musste er dennoch noch viel lernen. Alexa nahm sich da lieber unsere Shettys zu Hand, denn daran hatte sie besonders viel Spaß. Die Shettyhengste fuhr sie heute und mit den Stuten machte sie Freiarbeit.
      Ich gönnte mir heute dann noch einen Ausritt mit der jungen Amadahy, die zu meinen geheimen Lieblingen gehörte. Und außerdem schaute ich noch einmal bei Sarabi vorbei, von welcher ich nämlich diesen Monat noch ein Fohlen erwartete. Das Treiben auf dem Gestüt war dementsprechend in vollem Gange und so hatten wir alle Hände voll zu tun.
    • Eddi
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      Willkommen kleiner Hengst!
      04. Juni 2017
      „Danke“, flüsterte ich Alexa zu und nahm die Tasse mit dampfenden Kaffee entgegen. Normalerweise war ich kein Kaffeetrinker, aber normalerweise saß ich nachts um drei Uhr auch nicht mitten im Stall und versuchte, wachzubleiben. Grund hierfür war Sarabi, welche sich nun schon zweimal gedreht und hingelegt hatte, dann aber leider wieder aufgestanden war.
      Wir erwarteten heute Nacht unser langerhofftes Trakehnerfohlen. An sich war es mir gar nicht so wichtig, die Geburt mitzuerleben, so lange alles gut lief, aber auf dieses Fohlen hatte ich wortwörtlich daraufhin gearbeitet. Denn sowohl die Mutterstute als auch der Hengst hatten einen vorbildlichen Stammbaum und in diesem Fohlen wurde dieser nun vereint.
      Es war nicht das erste Mal, dass ich diese Anpaarung wählte. Allerdings hatte ich das erste Trakehnerfohlen der beiden an Gut Sanssouci vermacht. Cover the Stars hieß der kleine Hengst, welcher im März 2016 geboren worden war. Nun sollte er ein Geschwisterchen bekommen.
      Insgeheim hoffte auch ich auf einen Hengst, immerhin hatte ich mit Maelis bereits ein Trakehnerstutfohlen, welche eine neue Linie mit in meinen Stall brachte. Alexa ließ sich neben mich sinken und warf einen Blick in die Box. Wir warteten nun schon lange, aber Sarabie ließ uns immer weiter warten.

      Nach weiteren eineinhalb Stunden dann legte sich Sarabi erneut hin und prustete ungeduldig auf. Alexa und ich waren trotz Kaffee schon dabei gewesen, wegzudösen, aber nun waren wir wieder hellwach, denn Sarabi blieb liegen.
      Und dann ging alles recht schnell. Wir ließen die Stute ihre Sache machen und ein paar Minuten später erblickte das zweite Fohlen dieses Jahres auf unserem Gestüt das Licht der Welt. „Sicher, dass das das richtige Fohlen ist?“, fragte Alexa irritiert und grinste mich an.
      Auch ich musste lachen, denn der kleine Hengst, der soeben versuchte, auf wackeligen und staksigen Beinen Halt zu finden, sah seinen Eltern in keinster Weise ähnlich. „Oh je, da ist wohl voll die vorherige Generation durchgeschlagen“, meinte ich kopfschüttelnd.
      Vor uns in der Box stand ein kleiner, grauer Schecke, welche Farbe er genau trug, würden wir wohl erst Morgen im Tageslicht erfahren. Auf jeden Fall hob er sich gut von seiner braunen Mutter ab. „Hallo kleiner Cover the Moon“, begrüßte ich unseren Neuankömmling flüsternd.
      Der Name hatte schon seit dem Deckdatum festgestanden, denn gerade die Linie meines Trakehnerhengstes wollte ich gerne weiterführen und was war da besser als drei Hengste, welche sich Cover the Sun, Cover the Stars und Cover the Moon nennen durften?

      Alexa und ich hatten uns spät nachts von Sarabi und ihrem Hengstfohlen verabschiedet und versucht, zumindest noch ein paar Stunden Schlaf zu ergattern. Großartig gelungen war mir das jedoch nicht, so dass ich nun kurz nach sieben total fertig in der Küche stand und versuchte, irgendetwas essbares zusammenzufriemeln, ehe ich wieder in den Stall entschwinden würde.
      Dort traf ich dann auch auf Tassilo und Tami, welche total angetan waren von unserem Hengstchen. „Immerhin hat er die Birdcatcher Spots von seinem Papa geerbt“, meinte Tami grinsend. Nun, im Hellen sah man auch das helle Langhaar von Cover the Sun und sein silbernes Fell. „Tja, da wollte jemand etwas Besonderes sein und das zu recht“, meinte ich lachend.
      Etwas später sollte es für Sarabi und ihr Fohlen dann hinaus auf die Weide gehen. Sie würde sich vorerst zusammen mit Raunchy’s Limited und deren Fohlen Feuerdrache die Weide teilen, damit die jungen Fohlen noch etwas Ruhe hätten, ehe wir sie in die größere Stutenherde eingliedern würden.
      Aber bis dahin war noch genug Zeit und außerdem durften wir neben unseren Frischlingen auch die bereits vorhandenen Pferde nicht vergessen.
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  • Album:
    Stutenstall
    Hochgeladen von:
    Eddi
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    8 Dez. 2020
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  • Name: Sarabi
    Geboren: 2010

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    Von: Cantastor

    von: Cataract
    aus der: Belinda


    Aus der: Seana

    von: Pacey
    aus der: Samantha

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    Rasse: Trakehner
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Wild Bay Minimal (suppressed) Tobiano
    Stockmaß: 170cm

    Beschreibung:
    Sarabi ist eine sehr ruhige und kluge Stute. Im Umgang ist sie vorbildlich und gut erzogen, auch unter dem Sattel zeigt sie sich stets motiviert und fleißig. Als Reiter muss man jedoch wissen, was man erreichen möchte und auf welche Weise. Sarabi bringt ihrem Reiter sehr viel Respekt und Vertrauen entgegen, fordert diesen jedoch ebenso wieder ein. Verfügt man über eine klare und faire Führung, dann ist sie auch bereit selbst viel zu investieren. Wiederum tut sie sich sehr schwer bei unsicheren oder in der Hilfegebung unklaren Reitern. Dementsprechend gehört Sarabi in erfahrene Hände, wo sie sich sicherlich zu einem tollen Turnier- und Zuchtpferd entwickeln wird.

    Ersteller: Occulta
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: Occulta

    Springen S -- Dressur A -- Distanz A

    1. Platz 269. Distanzturnier
    2. Platz 166. Synchronspringen
    2. Platz 395. Springturnier
    2. Platz 396. Springturnier
    3. Platz 395. Dressurturnier
    3. Platz 170. Synchronspringen

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    Gekört: ja, [SK 448] Großpferde
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    Nachkommen:
    Cover the Moon
    Cover the Stars
    Cover the Venus