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Sammy

San Salvador

Barockpinto-Mawari-Mix | Hengst | gekört | F || DR: E (0) | DI: E (0) | FA: E (0)

San Salvador
Sammy, 27 Juni 2013
Cooper gefällt das.
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      San Salvador's Ankunft

      Hollybrook Stud
      April 2012 – San Salvador


      Vor mich hinsummend, saß ich am Frühstückstisch, trank Kaffee und las Zeitung. Automatisch blätterte ich zu den Verkaufsanzeigen, wo mir sofort ein fettgedrucktes "Verkaufe alle meine Pferde"- Banner entgegen leuchtete. Daneben waren die Namen der einzelnen Pferde, Eltern, sowie die Züchter aufgelistet. Interessehalber stöberte ich mal durch, bis mein Blick an einem Namen hängen blieb: San Salvador, gezüchtet von Delilah, Barockpinto-Mawari -Mix. Von Delilah hatte ich bereits zwei meiner erfolgversprechendsten Zuchtstuten. Schnell sprang ich auf und furh meinen PC hoch, um per Online Banking meine Finanzen zu checken. Allzu gut sah das ja nicht aus, aber ich beschloss trotzdem Tequii anzurufen und mich zu erkundigen was sie für den Kleinen haben wollte, beziehungsweise ob er überhaupt noch zu haben war. Tequii nahm bereits nach dem zweiten Klingeln ab und bestätigte mir, dass sie erst ein Angebot für den junge Hengst hatte. Also redeten wir kurz und sie versprach mir, sich die Sache in Ruhe zu überlegen und mir ihre Entscheidung dann mittzuteilen. Erst nachdem ich aufgelgt hatte, fiel mir auf, dass ich überhaupt gar keinen Preis für Salvador genannt hatte.
      Wie immer verging mein Tag nun ziemlich rasch, indem ich mich um meine Pferde kümmerte und die Stallarbeit erledigte. Als ich schließlich wieder ins Haus zurückging, war es bereits sechs Uhr Abends und der Anrufbeantworter blinkte. Eilig rief ich meine Mailbox ab und tatsächlich hatte Tequii mir eine Nachricht hinterlassen, mit der Bitte sie zurückzurufen. Aufgeregt wählte ich ihre Nummer.
      "Ja, Tequii am Apperat, wer ist da?", meldete sie sich schon kurze Zeit später.
      "Hey ich bins Sammy, du hattest angerufen"
      "Ah ja, gut dass du dich so schnell meldest! Ich wollte dir eigentlich nur sagen, dass ich dir Salvador geben möchte, bei dir hat ers sicher gut!"
      Ich atmete einmal tief durch, denn innerlich platze ich fast vor Glück. Nunja jetzt blieb aber immernoch die Frage nach dem Preis.
      "Wow, das ist ja wunderbar! Aber du, was ich vorhin vergessen habe, was hättest du denn gerne für ihn? Das sollten wir vielleicht klären, bevor ich ihn abhole.."
      "Nichts, ich möchte nichts für ihn haben".
      Jetzt war ich sprachlos, holte ein paar mal tief Luft und brachte doch keinen ton heraus. Als ich schließlich wieder etwas sagen konnte, klang meine Stimme ziemlich dünn.
      "Nichts? Womit hab ich denn das verdient?"
      "Naja, ich gehe weg, da kann ich meine Pferde nunmal nicht mitnehmen und bei dir hat ers sicherlich gut. Ich nehme mal an, du kannst das Geld auch für was anderes gebrauchen, oder?"
      Nun war ich wirklich überglücklich und bedankte mich geschätzte tausend Mal bei Tequii. Nachdem wir abgesprochen hatten, dass ich den kleinen Salvador morgen Mittag um Eins abholte, legte ich auf und fiel sofort in mein Bett.

      Am nächsten Morgen stand ich wie immer bereits um halb sechs Uhr auf, um meine Pferde zu füttern. Da heute Sonntag war, durften sie nicht auf die Koppeln, da die Reitschulpferde Sonntags immer rausdurften. Nachdem Mittagessen richtete ich schnell eine neue Box neben Casanova ein. Der junge Hengst war zwar dominant, ging aber in der Regel immer sehr freundlich auf Neuankömmlinge zu, da er einfach unglaublich neugierig war. Um kurz nach zwölf saß ich bereits im Auto und fuhr zu Tequiis Hof. Eine knappe Stunde später war ich dann auch angekommen.
      Tequii erwartete mich bereits und gemeinsam gingen wir zum Putzplatz an dem der wunderschöne Schecke bereits angebunden auf mich wartete. Er sah uns etwas misstrauisch entgegen, ließ sich aber problemlos von mir berühren. Tequii legte ihm Decke und Bandagen an, dann führte ich ihn auf meinen Hänger. Der kleine HEngst war wirklich außerordentlich schick und wenn er erstmal Vertrauen gefasst hatte, würde er sich bestimmt prächtig entwickeln. Ich bedankte mich nochmals bei Tequii und fuhr dann mit meinem neuen Schatz Richtung Pensionsstall. DIesmal brauchte ich natürlich viel länger als auf dem Hinweg, da ich so vorsichtig wie möglich fuhr, damit Salvador sich ausbalancieren konnte. Als wir endlich am Stall ankamen, tönte mir schon das laute Gezetere des Reitlehrers entgegen. Ich seufzte. So wie es sich anhörte, waren wohl die Wochenend-Mädchen wieder da. Das waren Mädchen, die am Wochenende halfen, die Pferde zu versorgen und dafür ab und zu eine kostenlose Reitstunde bekamen. Und wahrscheinlich hatte eine von ihnen mal wieder Mist gebaut. Langsam fuhr ich vor den Stall. Der Reitlehrer hörte sofort mit seinem Geschrei auf und kam auf mch zu als idch ausstieg. "Soso, jetzt bin ich aber gespannt. Hoffentlich bringst du mir nicht noch so einen Hungerhaken wie den letzten auf den Hof!",neckte er mich. Das war definitiv eine Anspielung auf Bloody Valentine, den ich in wirklich erbärmlichem Zustand hergebracht hatte.
      "Nein, keine Sorge, der hier ist ein richtiger Prachtkerl! Aber überzeug dich selbst!"
      Lachend ging ich um mein Auto herum, öffnete die Rampe und lud Salvador dann aus. Das bildhübsche Fohlen reckte den KOpf und sah sich neugierig um.
      "Darf ich vorstellen? Das ist San Salvador!", meinte ich stolz. Der Reitlehrer und seine gackernden Schülerinnen starrten den Hengst nur gebannt an.
      Dann nickte Martin anerkennend: "Der macht wirklich was her, bin gespannt wie er aussieht, wenn er erst ausgewachsen ist!" Ich grinste und führte den schönen Schecken in seine neue Box, wo er auch sofort von Casanova begrüßt wurde. Ich trat einen Schritt von der Box zurück und sah Salvador zu, wie er alles genaustens erkundete und dann mit Casanova die Nase zusammensteckte. Nova quiekte, Salvador ebenso. Dannach beschnüffelten die zwei sich einfach nur. Ich lächelte und ließ sie ein bisschen alleine, Salvador würde sich bestimmt schnell eingewöhnen....

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      San Salvador direkt nach seiner Ankunft
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      Morgenarbeit (von Eddi)

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      Monatsbericht August 2012

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      Monatsbericht Dezember 2012

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      Monatsbericht Mai 2013 (von Eddi)

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      Warmblüter & Ponies - Monatsbericht August 2013

      ~ Paradises Rafinesse & San Salvador ~
      Fröhlich pfeifend ging ich in meinen Warmblüter und Ponystall. Hier standen die Pferde, die zwar fast alle zuchtfähig waren, jedoch nicht zum Hauptstamm meiner Zucht gehörten. Ich begrüßte alle meine Pferde liebevoll und ging dann ans Ende des Stalles, wo meine beiden Fohlen Paradises Rafinesse und San Salvador standen. Die beiden waren schon zu alt um zusammen auf die Koppel zu dürfen, deshalb ließ ich Rafinesse immer mit Mahira und Everybody's Darling und Salvador mit meinen New Forest Hengstfohlen raus. Nun hatte ich ja auch noch zwei Englische Vollblutstutfohlen und ein Hannoveranerstutfohlen, die ich demnächst in die Fohlenherde integrieren würde.
      Rafinesse hörte aufs Wort und war schon gekrönt, deshalb ließ ich sie am langen Strick neben mir her laufen, während ich Salvador etwas kürzer nehmen musste. Der schöne Hengst war nämlich ein wenig scheu. So führte ich meine beiden Jungpferde zum Putzplatz, band sie jeweils an den entgegenliegenden Enden an und begann dann abwechselnd mit meiner Putzarbeit. Als ich schließlich zufrieden war, leuchtete das Fell beider Fohlen. Ich band sie los und lief in Richtung Reitplatz, denn noch war es schön kühl. Rafinesse ließ ich auf dem Weg auf der Stutfohlenkoppel raus, wo sie sofort zu ihrer Freundin Mahira rannte. Darling sah den beiden erst etwas ratlos zu und beschloss dann, trotzdem mitzumachen. Ich lächelte und führte Salvador weiter. Da ich vorhatte den Hengst baldmöglichst auf einer Fohlenschau vorzustellen, war es höchste Zeit ihn dafür vorzubereiten.
      Also übte ich erst einmal die Grundgangarten an der Hand, das Halten aus Schritt und Trab, Rückwärtsrichten und schließlich auch das Freilaufen. Salavdor arbeitete sehr gut mit und ich war wie immer überwältigt von seinen tollen Gängen. Nach einer guten halben Stunde beschloss ich aufzuhören, lobte Salvador überschwänglich, putzte ihn nochmal über und ließ ihn zu den anderen Hengstfohlen auf die Koppe.

      ~ Fatimah, Dark Misery, Intolerable Life & Fair Prince ~
      Nun waren meine vier Isländer Dark Misery, Fair Prince und die Zwillinge Fatimah und Intolerable Life an der Reihe. Eddi würde gleich vorbeikommen und dann würde es mit dem Vierspänner ins Gelände gehen. Ich holte meine vier Ponies schon einmal auf den Putzplatz und begann sie zu säubern. Da Prince und Life beide kein bisschen hengstig waren, war es überhaupt kein Problem sie neben den Stuten stehen zu haben.
      Als ich Fatimah und Misery bereits fertig geputzt hatte, kam Eddi mit rotem Gesicht zu mir gelaufen.
      "Oh, bin ich zu spät?", fragte sie ganz außer Atem.
      "Ne Quatsch, du bist zu früh! Aber ich wusste ja, dass du immer früher kommst, deshalb hab ich schon angefangen!", grinste ich.
      Eddi putzte nun Prince und ich Life. Da ich schneller fertig war, ging ich schonmal in die Sattelkammer und holte die Geschirre für die Pferde raus. Die Kutsche stand bereits im Hof. Nun legten wir den Ponies flott die Geschirre an und führten dann zuerst Misery und Fatimah zur Kutsche. Die beiden Hengste waren mutiger und nicht so schreckhaft, deshalb war es gut, wenn sie voraus liefen. Als wir schließlich fertig waren, zogen wir uns beiden auf den Kutschbock, ich nahm die Zügel auf und es ging im gemütlichen Schritt los.
      Zuerst ließen wir die Ponies über Feldwege laufen, bis wir schließlich entschieden, in die Stadt zu fahren. Dort konnten Eddi und ich uns ein Eis gönnen und die Ponies sahen mal etwas anderes. Wir galoppierten noch bis zum Ende des Feldweges, dann parierte ich wieder zum Schritt durch und schon kurz darauf erreichten wir die Stadt. Die Ponies liefen eifrig vorwärts und waren voll bei der Sache. In der Stadt ernteten wir eine Menge neugieriger Blicke und als wir an der Eisdiele Halt machten, kamen ein paar Kinder mit ihren Müttern und fragten schüchtern, ob sie die Ponies streicheln durften. Die vier genossen die Aufmerksamkeit in vollen Zügen, weshalb Eddi und ich unser Eis - anders als geplant- in der Stadt verzehrten und erst dann wieder heimwärts fuhren. Auf dem Hof angekommen, spannten wir die Ponies flott aus, putzten sie nochmals, gaben ihnen die wohlverdienten Karotten und brachten sie dann zurück zur Koppel.

      ~ Ojos Azules & Someone ~
      Da Eddi noch Zeit hatte, beschlossen wir gleich noch einen netten Ausritt hinten dran zu hängen. Ich überlegte kurz welche Pferde wir nehmen sollten und entschied mich dann für Ojos Azules und Someone. Die zwei waren schon länger nicht mehr im Gelände gewesen. Eddi würde Jojo reiten und ich Someone.
      Also holten wir die Hengste aus ihren Boxen, putzten sie und sattelten sie dann auf. Jojo und Someone vertrugen sich sehr gut, da Jojo eigentlich nie Hengstmanieren zeigte. Deshalb hatte ich auch darauf verzichtete Slaters Secret mitzunehmen, denn er und Someone könnten dann durchaus aufeinander los gehen.
      Als die Pferde gerichtet waren, schwangen wir uns in die Sättel und verließen das Gestüt in Richtung Wald.
      Die Pferde griffen fleißig aus und es war alles in allem ein sehr gemütlicher Ausritt. Da es inzwischen auch recht warm geworden war, legten wir nur einen kleinen Galopp ein und kehrten dann im Schritt zum Hof zurück. Ich bedankte mich bei Eddi für ihre Hilfe und brachte die Hengste in ihre Paddocks, wobei ich Jojo zu Khamar, Branagorn, Prince, Life und Orfino stellte, die sich sehr gut vertrugen. Someone dagegen musste in einen Einzelpadock, damit er mir die anderen Hengste nicht kurz und klein schlug.

      ~ Cinnemont's History, Dorina, Benjilala & Mizzi ~
      Bevor ich Mittagspause machte musste ich mich noch um Dorina, Benjilala, Mizzi und meine neue gekrönte DRP Stute Cinnemont's History kümmern. Die vier hatten heute frei, deshab putzte ich sie nur und stellte sie dann auf die Koppel - History zunächst auf ein kleines abgetrenntes Stück neben der großen Koppel, damit sich die Stuten miteinander vertraut machen konnten. Anschließend ging ich ins Haus, um mir mein Mittagessen zu machen.

      ~ Cuchara ~
      Als es Abends kühler wurde, widmete ich mich meinen beiden letzten Pferden Cuchara und Secret. Zuerst wollte ich meine Andalusierstute Cookie bewegen. Ich holte die wunderschöne Rotschimmelstute aus ihrer Box und putzte sie in aller Ruhe. Dann sattelte ich sie auf und führte sie in die Reithalle.
      "Ich weiß meine Schöne, wir haben schon lange nichts mehr alleine gemacht! Aber heute arbeiten wir mal wieder richtig!"
      Ich stellte Cookie auf der Mittellinie auf, gurtete nach, ließ die Steigbügel herunter und schwang mich in den Sattel. Dann wärmte ich Cookie im Schritt und Trab mit viel Biegen und Wenden auf. Seit unserem Desaster ganz am Anfang hatte Cookie sich wirklich prächtig gemacht. Die Stute war zwar immer noch recht schreckhaft, ging aber nicht mehr ohne Grund unberechenbar los und versuchte mich abzuwerfen.
      Nach einer Weile gab ich Cookie die Hilfen zum Angaloppieren. Die hübsche Stute senkte den Kopf und buckelte einmal übermütig, war aber ansonsten brav. Ich ritt sie noch ordentlich trocken und brachte sie dann auf die Stutenkoppel, wo ich ihr nochmals liebevoll über den feinen Kopf strich.

      ~ Slaters Secret ~
      Nun war nur noch mein gekörter Barockpintohengst Slater's Secret an der Reihe. Ich hatte den Hengst als Fohlen ersteigert, hatte ihn aufgezogen und gekört. Dann war er mir durch einen dummen Zwischenfall weggenommen worden und ich hatte zusehen müssen, wie er von Besitzer zu Besitzer weitergereicht worden war, bis ich endlich wieder die Chance hatte, ihn zu kaufen. Nun stand er in meinem Stall und ich konnte meinen Liebling jeden Tag sehen.
      "Hallo Baby!",säuselte ich, während ich dem großen Hengst das Halfter überstreifte. Dann führte ich den Rappschecken zum Putzplatz, wo ich ihn mit kräftigen Strichen durchbürstete, seine Hufe auskratzte, den Behang kämmte und Schweif und Mähne verlas. Dann sattelte ich den Hengst auf und führte ihn auf den Reitplatz. Secret war ein absolutes Verlasspferd, deshalb wollte ich nun endlich dafür sorgen, dass er in der Dressur vorankam. Ich wärmte ihn ordentlich auf, ritt dann Viereck verkleinern und vergrößern, Schulterherein und Schenkelweichen, danach Vorhandwendungen, Zirkel verkleinern und vergrößer und Versammlungen sowie Verstärkungen. Secret arbeitete wie immer super mit und als ich ihn schließlich trocken ritt war ich wirklich stolz auf ihn. Ich musste unbedingt einen Trainer finden, der ihn für höhere Klassen ausbildete, das Zeug dazu hatte er ja definitiv!
    • Sammy
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      Warmblüter & Ponies - Monatsbericht September 2013

      Intolerable Life, Fair Prince, Slaters Secret, Someone & Ojos Azules
      Als ich den Stall meiner Warmblüter und Ponies betrat, wurde ich bereits von lautem Wiehern begrüßt. Mein Saddlebred Hengst Someone schlug ungehalten gegen die Boxentür. "Hey lass das du Spinner!", wies ich ihn zurecht "Ihr kommt ja gleich alle raus, aber hexen kann ich auch nicht", lachte ich dann. Damit Someone nicht dachte, ich würde sein Fehlverhalten belohnen, führte ich nun zuerst Slaters Secret, meinen stolzen Barockpintohengst aus dem Stall, putzte ihn kurz und ließ ihn dann auf seine Hengstkoppel. Dort wieherte er auch sofort drohend Black Soul zu, der seinerseits hoch stieg und mit seinen schwarzen Hufen durch die Luft schlug. Ich schüttelte lachend den Kopf. Dabei waren die Stuten grade nicht einmal in der Nähe!
      Als nächstes nahm ich meine beiden Isländerhengste Fair Prince und Intolerable Life. Die zwei waren so verträglich, dass ich sie problemlos gemeinsam fertig machen und auch mit anderen Hengsten auf die Koppel lassen konnte. Ich putzte beide abwechselnd und brachte sie anschließend zu Branagorn und Orfino auf die Weide.
      "So jetzt bist du dran, du verrücktes Pferd!", neckte ich Someone, als ich wieder im Stall war. Der stattliche Hengst schnoberte meine Hände ab und ließ sich dann ausnahmsweise brav aus der Box führen. Danach war nur noch mein gelassener Andalusierhengst Ojos Azules an der Reihe. Ich putzte den lackschwarzen Hengst und stellte ihn ebenfalls zu den anderen ruhigen Kandidaten auf die Weide.

      Fatimah, Dark Misery & Cuchara
      "So meine Damen und jetzt ihr!", rief ich anschließend fröhlich meinen Stuten zu. Meine beiden Isländer Fatimah und Dark Misery, sowie meine Andalusierstute Cuchara hatten heute ihren freien Tag. Missy und Fatimah nahm ich zusammen, säuberte ihr flauschiges Fell und führte sie auf die Koppel, wo bereits Samiyah und Angels Fall First warteten. Mit Cookie wiederholte ich das Spielchen und entließ sie dann ebenfalls auf die Weide. Die schöne Rotschimmelstute legte sofort die Ohren an und stürmte auf Samiyah zu, die ebefalls sofort zurück giftete. Die beiden stritten sich seit Sami's Ankunft andauernd um die Position der Leitstute und ich war schon versucht, die Gruppe zu trennen.

      Paradises Rafinesse & San Salvador
      Als ich in den Stall zurück kehrte, wieherte mir Paradises Rafinesse vorwurfsvoll zu. Ich lächelte und holte auch sie aus ihrer Box. Die hübsche Scheckin kam heute das erste Mal zu den Erwachsenen auf die Koppel und ich war gespannt, wie sie sich benehmen würde. "Na mein Mädchen? Wie konnte ich es nur wagen, die anderen vor dir zu beachten, hm?", säuselte ich, während ich über ihr geschecktes Fell fuhr. Rafinesse fuhr mir vorsichtig mit ihrer weichen Nase über den Arm. "Du bist schon etwas ganz besonderes mein Schatz. Sei so gut und vertrag dich mit den anderen, ja? Mahira kommt dann später auch", mit diesen Worten löste ich den Führstrick und ließ Rafinesse auf die Weide. Sofort hörten Cookie und Samiyah mit ihren Streitereien auf und starrten die neue Stute argwöhnisch an. Rafinesse blickte sich ein wenig erstaunt um, sie suchte wohl ihre Freundin Mahira. Als sie einen zögerlichen Schritt nach vorne machte, kam Sami angerauscht und legte mit böse blitzenden Augen die Ohren flach an den Kopf. Ansonsten war Samiyah ein Engel, doch in 'ihrer' Herde konnte sie ein richtiges Biest sein. Meine wundervolle Rafinesse machte einen erschrockenen Satz rückwärts und sah Samiyah unsicher an. Die Stute ließ es sich trotzdem nicht nehmen, Rafinesse quer über die Weide zu scheuchen, bis sie schließlich genug hatte und wohl beschloss, dass Rafinesse ihr nicht gefährlich werden würde. Da hatte ich bei Mahira schon eher Bedenken...

      Cinnemont's History & Dorina
      Nun waren meine beiden Deutschen Reitponystuten Dorina und Cinnemont's History an der Reihe. Anna kam mir bereits entgegen, als ich die beiden Stuten aus ihren Boxen holte. Dorina war schon recht lange in meinem Besitz, während ich History erst vor kurzem gekauft hatte.
      "So Anna. Ich dachte wir machen heute ein bisschen Dressur auf dem Reitplatz. Was hälst du davon?", fragte ich das schüchterne Mädchen lächelnd. Ich weiß nicht genau warum, doch ich hatte Anna von Anfang an sehr gern gehabt. Meine übrigen Pfleger waren größtenteils männlich und machten sich nicht viel aus dem Reiten. Anna war da anders. Erst vor kurzem hatte sie sich auf Melody's Girl ins Gelände gewagt, nachdem sie seit einem Reitunfall Jahre lang nicht mehr geritten war.
      Anna schaute mich an. Sie war etwas bleich im Gesicht. "Wen soll ich denn reiten?", fragte sie schließlich.
      "Ich dachte, du könntest Dorina nehmen. History bin ich noch nicht geritten, seit ich sie habe und Dorina kennst du auch schon eine Weile.", antwortete ich.
      Das junge Mädchen schien erleichtert und begann flott Dorina zu putzen und aufzusatteln. Dann führten wir die beiden Stuten zusammen auf meinen großen Dressurplatz.
      "Wärm Dorina erst mal im Schritt auf und wenn du dich sicher genug fühlst, kannst du auch gerne traben und galoppieren.", gab ich Anna Anweisungen. Bei unserem Ausritt waren wir nur Schritt gegangen und ich war gespannt, ob das Mädchen seine Angst schon ein Stück weit überwunden hatte. Doch als ich meine fleißige History nach vielen Lektionen und einer guten Viertelstunde Galopparbeit schließlich zum Schritt durchparierte, hatte Anna noch immer keine schnellere Gangart eingelegt. Die sonst so sanftmütige Dorina wurde ungeduldig und schlug mit dem Kopf. Sofort machte Anna die Beine zu und zog an den Zügeln.
      "Oh oh.", machte ich und ritt schnell zu den beiden hinüber. Ich sah das weiße in Dorina's Augen und sie hatte die Ohren unsicher nach hinten gelegt.
      "Anna ganz ruhig. Sie möchte doch nur laufen. Glaub mir, Dorina würde niemals durchgehen oder so etwas in der Art. Warte kurz hier, ich bringe History schnell weg und nehme dich dann an die Longe.", sagte ich besänftigend.
      "Nein warte. Ich ich geh nicht weg bitte. Was ist wenn Dorina dann Angst bekommt?", fragte Anna und schaffte es kaum, das Beben in ihrer Stimme zu verbergen.
      In genau diesem Moment kam Eddi. Wir waren zum Ausreiten verabredet. Schnell führte ich meine Fuchsstute zum Zaun.
      "Hey Eddi! Meinst du du könntest History versorgen? Ich möchte Anna gern kurz an die Longe nehmen, aber sie möchte nicht alleine hier bleiben...Ich komme dann auch sofort, ich dachte wir könnten Mizzi und Benjilala nehmen!" Eddi lächelte und nahm mir die Zügel aus der Hand.
      Ich schnappte mir die Longe, die über dem Reitplatzzaun hing und befestigte sie mit Longierbrille an Dorina's Trense. Sofort wurde Anna merklich ruhiger und auch Dorina regte sich schnell wieder ab.
      "Okay. Jetzt gib ihr mal die Hilfen zum Antraben", forderte ich Anna auf. Sie sah mich erschrocken an, doch als ich nichts weiter sagte, nahm sie die Zügel auf und drückte zaghaft die Beine an. Die gut ausgebildete Dorina fiel trotzdem sofort in einen zackigen Trab, womit Anna offensichtlich nicht gerechnet hatte. Sie zog wieder an den Zügeln und der alt bekannte panische Ausdruck erschien auf ihrem Gesicht. Ich schüttelte den Kopf und holte Dorina zu mir her. Dann legte ich meine Hand auf Anna's Bein und sagte: "Hör zu. Ich sehe das du Angst hast. Aber ich sehe auch, wie gerne du reitest. Versuch einfach ganz locker zu bleiben, dann klappt auch alles."
      Anna hatte Tränen in den Augen: "Ja ich glaube dir ja, aber ich kann Dorina einfach nicht vertrauen. Ich hab es wirklich versucht..."
      Ich überlegte kurz: "Gibt es denn ein Pferd auf dem Hof, dem du vertraust?", fragte ich vorsichtig.
      "Ja...Bloody Valentine. Er ist so unglaublich!"
      Oh je. Naja einen Versuch war es vielleicht wert: "Na gut ich mache dir einen Vorschlag: Wenn du jeden Tag weiterhin Dorina und vielleicht Melody reitest, kannst du mir dabei helfen Valentine einzureiten und darfst dann später mit ihm arbeiten". Anna schaute mich ungläubig an und trabte im Anschluss tatsächlich zwei Runden mehr oder weniger locker an der Longe. Ich lobte sie und eilte dann zum Stall, um endlich mit Eddi auszureiten.

      Mizzi & Benjilala
      Als ich beim Putzplatz ankam, standen meine Saddlebredstute Mizzi und meine Barockpintostute Benjilala bereits gesattelt und getrenst da und warteten.
      "Oh Eddi , tut mir wirklich Leid! Ich hab nur solches Mitleid mit Anna...". setzte ich an, doch Eddi winkte lachend ab.
      "Weiß ich doch. Und ich finde es toll, was du machst. Lass uns jetzt gehen, die Damen werden schon ungeduldig...Ich nehme an du nimmst Benji?"
      Ich nickte und band die gescheckte Stute los. Anna, die uns mit Dorina entgegenkam, wünschte uns viel Spass und winkte uns zu.
      "Wow sie sieht richtig fröhlich aus. Dabei dachte ich, als ich vorhin da war, sie fängt gleich an zu weinen.", bemerkte Eddi erstaunt, während wir im Schritt den Hof verließen.
      "Ja hat sie auch. Aber ich habe ihr versprochen, dass sie mir mit Bloody Valentine helfen und ihn später arbeiten darf, wenn sie jetzt mit Dorina und Melody am Ball bleibt."
      "Was? Sammy ich weiß, du meinst es nur gut, aber bist du sicher, dass das eine so tolle Idee ist? Ich meine Bloody ist ein junger Hengst, der zudem auch schon ziemlich viel erlebt hat...", wandte Eddi vorsichtig ein.
      "Ja ich weiß. Aber er mag Anna. Und Bloody ist mittlerweile wirklich sehr brav im Umgang. Einreiten werde ich ihn natürlich selbst und sie darf ihn auch nur reiten, wenn sie mir beweist, dass sie den Pferden weder in den Rücken fällt, noch im Maul reißt. Ich werde sie auch Dorina und Melody nur noch gebisslos reiten lassen, am besten mit Halfter...Aber jetzt lass uns endlich reiten, Benji ist viel zu ruhig und dem traue ich nicht!", sagte ich lachend und trieb die Rappscheckstute in einen flotten Trab. Mizzi setzte sofort hinterher. Die hübsche Fuchsstute war sehr angenehm zu reiten, doch wenn man ihr falsche Hilfen gab, setzte sie einen auch gerne einmal in den Sand. Deshalb durfte bisher auch nur Eddi sie reiten. Benji dagegen war auf dem Platz, vor allem bei der Dressurarbeit ein Engel. Doch sobald es ins Gelände ging, führte sie sich auf, als wäre eine Horde Pferdefresser hinter ihr her. Da ich die Stute jedoch bald Einfahren wollte, musste sie dieses Verhalten unbedingt ablegen.
      Nach einer guten Stunde kamen wir lachend aber ziemlich fertig wieder auf dem Hof an. Benji war die erste Hälfte des Rittes totenbrav gewesen und hatte dann plötzlich aus dem nichts angefangen zu spinnen, sodass sie mich fast aus dem Sattel katapultiert hätte. Mizzi hatte sich auch sogleich von der Aufregung anstecken lassen und so hatte auch Eddi alle Hände voll zu tun gehabt.
      "Mann die hatten heute ganz schön Pfeffer unterm Hintern", keuchte sie, während sie abstieg und Mizzi absattelte. Wir machten die Stuten fertig und stellten sie dann noch für ein paar Stunden auf die Koppel....
    • Sammy
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      Bewegungskünstler - Monatsbericht November 2013

      Mizzi, Benjilala, Paradises Rafinesse & American Baby
      "Verdammt ist das wieder kalt heute!", sagte ich bibbernd und zog schnell die große Stalltür hinter mir zu. Die 13 Köpfe meiner hübschen Großpferde wandten sich mir zu und ich ging von Box zu Box, um jedes von ihnen zu begrüßen. Anschließend machte ich mich daran, die Pferde die heute frei hatten auf die Koppel zu lassen. In diesem Stalltrakt waren das heute Mizzi, Benjilala, Paradises Rafinesse und American Baby. Mit allen hatte ich gestern gearbeitet und Rafinesse wurde zur Zeit gerade eingeritten.
      Zuerst holte ich die Saddelbredstute Mizzi und die Barockpintostute Benjilala aus ihren Boxen, machte sie in der Stallgasse fest und begann sie zu putzen. Als ihr Fell glänzte, ich die Hufe ausgekratzt hatte und Mähne und Schweif gekämmt hatte, bekamen die beiden ihre Weidedecken auf und durften zum Spielen nach draußen. Es war erst acht Uhr und gerade erst hell geworden. In spätestens einem Monat hätten die Stuten wahrscheinlich nur noch ein paar Stunden, bevor sie wieder in den Stall geholt wurden.
      Als nächstes waren Rafinesse und American Baby an der Reihe. Baby war der perfekte Gegensatz zu meinem recht hibbeligen jungen Stütchen Rafinesse. Die Kleine war gerade in ihrer Flegelphase und ich hatte zuweilen alle Hände voll zu tun, um mit ihr zurecht zu kommen. Während ich Rafinesse's lange Mähne vorsichtig kämmte, kam Eddi in den Stall gestürmt. Sie würde heute zwei meiner Pferde reiten. "Hey! Du bist noch ein bisschen zu früh. Ich bin grade dabei, die Pferde rauszubringen!", sagte ich lächelnd.
      "Kein Problem, dann helfe ich dir einfach und wir sind schneller!", antwortete Eddi und begann sofort damit, Salwa's silbernen, langen Schweif zu verlesen. Als wir fertig und die beiden Stuten gut eingepackt waren, ließen wir sie zu den anderen auf die Koppel und kehrten dann in den Stall zurück, um uns um die Hengste zu kümmern.

      Ojos Azules, Slaters Secret, San Salvador & Someone
      Zuerst kümmerten wir uns um Ojos Azules und San Salvador. Das junge Hengstfohlen kam nun zum ersten Mal mit den großen auf die Koppel, da er zu alt war, um mit den Stutfohlen zu spielen und Casanova und Classic Moment sowieso nur zusammen hingen. Da Salvador zwar ängstlich sonst aber umgänglich war, hatte ich beschlossen ihn heute mal mit Jojo und Branagorn hinauszulassen. Die zwei hatten kaum Hengstmanieren und waren sehr verträglich, deshalb würden sie sicherlich gut miteinander auskommen.
      Während Eddi liebevoll das weiche Fohlenfell von Salvador bürstete, befasste ich mich mit meinem lackschwarzen Tänzer Jojo. Beide Hengste benahmen sich vorbildlich, so dass wir relativ schnell fertig waren und sie auf die Weide lassen konnten. Salvador schien zuerst ein wenig überrascht über die neue Aufteilung, doch als Jojo und Branagorn über die Weide galoppierten, machte der junge Hengst einen Satz und jagte ihnen hinterher. Eddi und ich sahen und lächelnd an. Jetzt mussten wir uns nur noch um zwei Stuten und zwei Hengste kümmern.

      Cuchara & Salwa
      "So, lass uns mit dem Dressurtraining für Cookie und Salwa anfangen und später reiten wir dann mit den Hengsten aus!", überlegte ich laut. Eddi nickte und wir machten uns daran die beiden Schimmelstuten fertig zu machen.
      Kurz darauf schwang sich Eddi auf den grau geäpfelten Rücken von Salwa und ich klopfte Cookie ein letztes Mal den rötlich schimmernden Hals, bevor ich den Gurt anzog und ebenfalls aufstieg. Mit Cookie wollte ich demnächst an einer Quadrillie und später vielleicht sogar an einem Par de Deux teilnehmen, daher konnte sie ein wenig Dressurtraining ganz gut vertragen. Vom Ausbildungsstand her hatte sie Salwa um einiges voraus, doch bei diesen Disziplinen ging es nunmal um die Feinabstimmung. Eddi und ich wärmten die beiden Stuten zuerst unabhängig voneinander auf, Während sie Salwa abgaloppierte, legte Cookie ein paar Bocksprünge ein. Die junge Stute war bei diesem Wetter einfach unglaublich knackig. Ich fasste die Zügel kürzer und rief Eddi zu, dass ich auch kurz galoppieren würde. Kurz darauf flog ich bereits auf Cookie um die Bahn. Das viele Dressur- und Fahrtraining der letzten Wochen zahlte sich wirklich aus: Cookie lief viel gesetzter und versammelter und reagierte auf die leiseste Hilfe meinerseits. Nachdem ich sie durchpariert hatte, war ich dauerhaft am grinsen.
      "Na da scheint ja jemand auf Wolke sieben zu schweben!", neckte Eddi mich lachend. Ich grinste zurück und wir begann mit unserem Training. Eine knappe Stunde lang ritten wir nebeneinander, hintereinander oder kamen uns von zwei verschiedenen Seiten entgegen. Bis auf ein paar Fehler, an denen Eddi und ich allerdings auch Schuld waren, klappte es ganz ordentlich und wir überschütteten die Pferde am Ende geradezu mit Lob und Leckerchen.

      Pierre & Candle in the Wind
      "Brrr ist das kalt!", sagte ich frierend, zog mir meinen Schal noch weiter ins Gesicht und fasste Pierre's Zügel ein bisschen nach. Gott sei Dank war der Hengst so ausgeglichen, denn meine Finger waren fast zu steif um irgendwelche leichten Zügelhilfen zu geben. Eddi auf Candle in the Wind sah auch nicht viel besser aus. Sie hatte sich gefreut ihren ehemaligen Hengst mal wieder reiten zu können und ich war froh darüber, dass sie mir behilflich war. Wir ritten nun bereits seit einer halben Stunde durch den Wald und hatten auch schon einen zackigen Galopp hinter uns, doch es war einfach immer noch viel zu kalt. Daher beschlossen wir auch nach einer weiteren Viertelstunde wieder umzukehren und galoppierten die Pferde an. Wieder auf dem Hof, sattelten wir die beiden Hengste ab, legten ihnen Abschwitzdecken auf und führten sie noch eine Viertelstunde in der Reithalle herum. Anschließend tauschten wir die Abschwitzdecken aus Fleece gegen Weidedecken aus und ließen beide Hengste zu Jojo, Salvador und Branagorn auf die Koppel
    • Sammy
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      Der große Umzug
      Teil I und II [Umzugsgedanken & Planen, planen, planen!]

      Umzugsgedanken…
      Aufgeregt und voller Vorfreude stieg ich aus dem Flugzeug, lief zum Kofferband und lud so schnell ich konnte meine Tasche ab. Anschließend ging ich nach draußen und atmete die kühle Luft des Londoner Flughafens ein. Jetzt im Januar war es noch ziemlich frisch. Ich sucht mir ein Taxi und nannte dem Fahrer mein Ziel: ein kleines Hotel in Winchester. Von dort aus wollte ich endlich meine Suche starten – die Suche nach meinem neuen Gestüt.
      Ich hatte mir schon vor einiger Zeit überlegt umzuziehen und zunächst hatte es mich nach Kentucky in die USA gezogen. Nach reiflicher Überlegung war mir dieser Plan jedoch zu gewagt. Amerika war einfach zu weit weg, diese lange Reise wollte ich meinen Pferden nicht antun. Zudem wären auch die Umzugskosten kaum zu stämmen, da ich ja auch den neuen Hof noch bezahlen musste. Nicht zuletzt wäre ich auch völlig ab vom Schuss gewesen und hätte all meine Freunde zurückgelassen. England jedoch lag nicht ganz so sehr aus der Welt und gab auch ein schönes Plätzchen für einen Kurzurlaub ab. Ich hatte auch schon mit einigen Leuten telefoniert, die Gestüte und Höfe zu verkaufen hatten und erhoffte mir von diesen Besuchen natürlich viel. Ich hatte ein ganz genau festgelegtes Budget, welches für den Kauf, eventuelle Renovierungen und Umbauten reichen musste. Den Rest brauchte ich dann für den Umzug und natürlich die tierärztliche Versorgung meiner Pferde. Ich hatte eine ganze Weile gebraucht, um endlich eine Woche zu finden, in der ich nach England fliegen konnte. Zu Hause war momentan schrecklich viel los. Für Wüstentänzer und Melody’s Girl standen nächste Woche Körungen an, Unannounced Pleasure, San Salvador und Reminiscent Inspiration sollten auf Fohlenschauen gehen und natürlich waren viele meiner Pferde für die laufenden Turniere gemeldet. Gott sei Dank hatten sich einige meiner Freunde bereit erklärt, sich diese eine Woche um meine 73 Pferde zu kümmern. Drei davon würde ich auf alle Fälle verkaufen, bei zweien war ich mir noch nicht sicher. Der Rest jedoch durfte bleiben und würde meine Zucht begründen. Früher mit Rawwrrr hatte ich nur New Forest Ponies gezüchtet. Nun wollte ich neben meinen geliebten New Forests jedoch auch Araber, Englische Vollblüter, Trakehner, Hannoveraner, Holsteiner, Isländer, Deutsche Reitponies, Welsh As, Welsh Bs, Andalusier, Lusitanos, Saddlebreds und Barockpintos züchten, sodass ich insgesamt auf 14 Rassen kam. Desweiteren überlegte ich mir auch Quarter Horses und Paints in die Zucht mit aufzunehmen. Dafür hatte ich schon zwei Stuten: einmal meine American Baby, die schon gekört war und dann noch My Golden Heart, eine junge und sehr viel versprechende Paint Horse Stute. Mit diesen beiden Rassen könnte ich auch die Westernreiter abdecken, was mir sicherlich eine etwas größere Kundschaft einbrachte. Sonst waren meine Pferde nämlich bis auf zwei Ausnahmen englisch geritten und ausgebildet.
      Neben der Zucht hatte ich außerdem vor, auch meinen Ausbildungsbetrieb , die Hollybrook Stud Training Stables weiterzuführen. Dies würde allerdings von da an auf meinem Gestüt stattfinden, da ich dann hoffentlich die richtige Anlage dafür bieten konnte.
      Der Taxifahrer hielt vor einem kleinen, aber netten Hotel. Ich bezahlte, stieg aus und checkte schnell ein. In zwei Stunden hatte ich bereits meinen ersten Termin. Solange wollte ich schon einmal auspacken und mich im Internet nach weiteren Angeboten schlau machen.
      Bisher hatte ich vier hoffnungs erweckende Termine, doch ich rechnete eigentlich damit, mir noch mehr Anwesen ansehen zu können. In England gab es eine Vielzahl wunderschöner, alter Höfe, Villen, Schlösser – viele waren jedoch zu teuer oder standen unter Denkmalschutz. Daher war ich umso gespannter, was mir meine Besichtigungen bringen würden.
      Zwei Stunden später hatte ich bereits vier weitere Besichtigungstermine rund um Winchester vereinbart und außerdem für Freitag einen Ausflug in den New Forest Nationalpark geplant. Vier Tage würden mir mit Sicherheit reichen, um ein passendes Gestüt zu finden.
      Mein erstes Ziel lag zwischen Winchester und Stonehenge. Ich hatte mir für diese Woche ein Auto mit Navi gemietet und fand den Hof so auch recht schnell. Es war ein nettes Anwesen, mit einem modernen Stallgebäude und einem schönen Garten. Für mich jedoch viel zu klein und vor allem auch völlig überteuert. Dies lag wohl an der Nähe zu Stonehenge, da der Ort natürlich viele Touristen anlockte. Ich verabschiedete mich schon sehr schnell wieder von der Frau und besichtigte Stonehenge, um mir die Zeit totzuschlagen.
      Mein nächster – und für heute auch letzter – Termin war nahe bei Southampton. Ich fuhr eine kurze Auffahrt hinauf und wurde prompt von einer molligen jungen Frau begrüßt. Sie führte mich über den Hof und erzählte, dass sie das gute Stück geerbt hatte, aber eher ein Stadtmensch war. Der Hof besaß ein paar wirklich schöne Gebäude und sah auch ordentlich gepflegt aus. Renovierungsarbeiten würden hier wohl kaum anfallen. Ich vereinbarte mit der Frau, dass ich mich bis Ende dieser Woche wieder bei ihr melden würde und versicherte ihr, dass ich auf jeden Fall Interesse hatte. Billig war der Hof zwar nicht, aber für das was geboten wurde auf jeden Fall angemessen…
      Die Tage vergingen und viel zu schnell war es Freitag geworden. Ich hatte mir nun vierzehn Höfe angesehen und bereits morgen früh würde ich wieder nach Deutschland fliegen. Nun hatte ich vier Höfe ausgewählt, die in Betracht kommen würden. Keine Frage, es waren alles sehr schöne Anwesen, nur so wirklich „klick“ gemacht, hatte es bei keinem von ihnen. Es fehlte einfach das Gefühl, das perfekte neue Zuhause gefunden zu haben. Ich packte gerade meine Sachen und richtete mir dann belegte Brötchen und etwas zu trinken für meinen Ausflug in den New Forest Nationalpark.
      Von dort stammten meine beiden Gründerponies Caspar und Precious Scream ab. Somit hatten auch ihre Nachkommen Caradoc, Cheeky Jot, Valentine, Casanova, Classic Moment, Nymphomaniac Fantasia und Fairy Bluebird Vorfahren in England. Als ich fertig war, trat ich aus dem Hotel, setzte mich in mein Auto und fuhr los.
      Als ich einige Zeit später schließlich endlich in Tiptoe, einem kleinen Dorf im New Forest ankam, blickte ich mich überwältigt um. Diese Landschaft hier war einfach wunderschön. Ich kaufte mir noch eine Karte der näheren Umgebung und zog dann los, immer faszinierter von der Natur um mich herum. Wohin man auch blickte, waren Wiesen, rießige Bäume, idyllische Waldwege, Brücken und Lichtungen zu sehen. Ab und an stieß man auf ein winziges Dorf, dass aussah als wäre es dem Mittelalter entflohen. Als ich gerade die Dorfstraße entlanglief, kamen mir plötzlich zwei Ponies entgegen. Da die Menschen sie überhaupt nicht beachteten, fragte ich einen Mann danach. Dieser antwortete grinsend: „Ach sie sind Touristin, ja? In diesen Teil des Waldes verirren sich eher weniger Leute..Die Ponies gehören einer Familie aus dem Dorf. Das weiß jeder und deshalb dürfen sie frei herumlaufen. Sie entfernen sich auch nie weiter als ein paar hundert Meter und kommen, sobald man sie ruft.“ Ich bedankte mich und sah staunend den beiden Ponies hinterher. Kurz darauf befand ich mich wieder im Wald und genoss die Ruhe, als ich plötzlich ein weiteres Pony auf mich zugaloppieren sah. Erst dachte ich, das wäre ebenfalls in Ordnung so, doch dann hörte ich eine Kinderstimme rufen. Ich holte schnell ein Stück Zucker aus meiner Tasche und hielt es dem Pony hin. Dieses hob den Kopf, fiel in den Schritt und nahm mir vorsichtig den Leckerbissen ab. Ich griff schnell nach der Mähne des Ponies und wartete auf den kleinen Jungen, der mir mit hochrotem Kopf entgegengerannt kam.
      „Danke, dass sie Funny eingefangen haben! Das ist schon das dritte Mal in dieser Woche, dass sie ausgebüxt ist. Mein Opa wäre sehr wütend geworden, wenn ich sie diesmal nicht gefunden hätte.“
      „Ach kein Problem, das hab ich doch gern gemacht. Wohnt ihr hier in der Nähe?“, fragte ich den Jungen.
      Der antwortete: „Ja noch. Aber wahrscheinlich nicht mehr lange. Mein Opa hat nicht genug Geld um so ein rießiges Grundstück in Schuss zu halten, sagt er. Ich mache jetzt bei ihm Ferien und meine Mama hilft ihm all seine Sachen zu packen. Aber niemand will den Hof kaufen. Und weil Opa jetzt immer so schlechte Laune hat, spricht er die ganze Zeit davon, Funny zu verkaufen! Dabei hab ich sie doch so lieb!“
      Ich sah den Jungen ein wenig entgeistert an. So einen Gefühlsausbruch hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Dann fragte ich: „Dein Opa hat einen Hof zu verkaufen sagst du? Mein du du könntest mich mal zu ihm bringen? Ich bin nämlich gerade auf der Suche nach einem schönen Grundstück für mein neues Gestüt.“
      „Wirklich? Oh das wäre ja schön! Obwohl. Sie sehen so nett aus, da gefällt ihnen der Hof bestimmt nicht. Bisher sind alle netten Leute schnell wieder gegangen und die blöden, hochnäsigen wollten alles abreißen und irgendwelche blöden Hotels darauf bauen.“
      Ich lief neben dem Jungen her und unterhielt mich solange mit ihm über sein Pony. Die kleine Stute war ein New Forest Pony-Mix und ziemlich dick. Er erzählte mir, dass er versuchte, sie auf Diät zu setzen, doch Funny lief einfach immer wieder davon und schlug sich irgendwo anders den Bauch voll.
      So verging die Zeit recht schnell und ein rießiges, schmiedeisernes Tor kam in Sicht. Ich schluckte. Das sah irgendwie ziemlich beklemmend aus. Wir traten durch das Tor und gingen auf ein recht großes, jedoch ziemlich verfallenes Herrenhaus zu. Obwohl der Hof auf den ersten Blick recht verwahrlost wirkte, verliebte ich mich sofort in diesen Ort. Ich wusste nicht wieso, doch ich fühlte mich hier auf Anhieb richtig wohl. Eine wütende Stimme riss mich aus meinen Träumereien: „Wo zum Geier kommst du her? Wir warten mit dem Tee auf dich! Sag bloß das verflixte Tier ist dir schon wieder abgehauen? Deine Mutter hat sich Sorgen gemacht! Und wer ist überhaupt diese Frau?“
      Dann sagte der ältere Mann freundlich zu mir: „Hat er sie etwa belästigt Madam?“
      „Oh nein nein im Gegenteil. Er sagte mir, dass sie einen Hof zu verkaufen haben und zufälligerweise bin ich zur Zeit auf der Suche nach einem. Ich habe mir auch bereits 14 Höfe angesehen, aber wirklich das Passende war nicht dabei.“, erwiderte ich schnell.
      „Timm? Los gib mir das Pony und geh dann zu deiner Mutter. Ich werde die Dame über den Hof führen.“ Mit diesen Worten nahm der Mann dem Jungen Funny’s Strick aus der Hand und ging mit dem Pony los.
      „Also ich weiß nicht was sie führ Ansprüche haben, aber wie sie sehen ist der Hof nicht mehr das, was er einmal war. Früher war dies ein Herrenhaus mit wunderbaren Ställen und einem rießigen Park. Nun..naja das sehen sie ja selbst. Also. Was haben sie denn mit dem Hof vor?“, fragte er.
      „Ich habe 74 Pferde, mit denen ich mir eine erfolgreiche Zucht aufbauen möchte. Außerdem leite ich einen Trainings- und Ausbildungsbetrieb den ich hier gerne weiterführen möchte. Daher suche ich ein Anwesen das ausreichend Platz für ein großes Haus, Top moderne Ställe für ca 100 Pferde, Trainingsanlagen und Weiden bietet. Schöne Ausreitmöglichkeiten wären ebenfalls von Vorteil.“, antwortete ich, wie aus der Pistole geschossen.
      „Aha“, meinte der Alte „Naja wenn ich ehrlich bin, sind die ganzen Gebäude die hier stehen nicht mehr zu gebrauchen. Sie sind alt, morsch, viel zu klein und dunkel. Die Zäune , die den Hof umgeben sind ebenfalls größtenteils kaputt. Das einzige, was mit ein wenig Aufwand wieder in Stand gesetzt werden könnte, wäre das Haupthaus. So viel zu den Nachteilen des Hofs.“, er sah mich erwartungsvoll an, als würde er damit rechnen, dass ich sofort reiß aus nehmen würde. Als ich jedoch nichts sagte, fuhr er fort: „Die Vorzüge des Anwesens liegen sicherlich zum einen in seiner Größe. Ich werde gleich den Wagen holen, wenn wir Funny weggebracht haben, denn zu Fuß schaffe ich das nicht mehr. Es grenzt westlich direkt an den Wald und im Osten an die Heiden. Im Norden liegt in ca fünf Minuten Entfernung das Dorf Sway. Ein sehr hübscher Ort übrigens. Dorthin werde ich ziehen, wenn ich den Hof verkauft habe. Meine Tochter und ihr Mann haben mir netterweise ein Zimmer in ihrem Haus angeboten. Wo war ich jetzt noch gleich stehen geblieben? Ach ja. Im Süden liegen vor allem Felder und Wiesen und außerdem die Bundesstraße. Von dort aus gelangen sie nach etwa fünf Milen nach Milford on Sea, welches direkt am Ärmelkanal liegt. Platz und Ausreitmöglichkeiten hätten sie hier auf jeden Fall mehr als genug.“, schloss er seinen Bericht. Ich hatte aufmerksam zugehört und schwärmte immer mehr für den idyllisch gelegenen Hof. Da auch die Anbindung zur Schnellstraße gut war und Sway einen Bahnhof besaß, wäre mein Gestüt auch sehr leicht erreichbar, was mir sehr wichtig war.
      „Also ich muss sagen, das hört sich alles nicht schlecht an. Könnten wir vielleicht einmal über das ganze Anwesen fahren?“, bat ich den Mann. Dieser nickte und stellte Funny auf eine kleine, mit Stromzaun umsteckte Weide. Dann knipste er kopfschüttelnd den Strom an. „Der Junge ist wirklich unmöglich. Wundert mich nicht, dass das kleine Biest immer abhaut, wenn nie Strom auf dem Zaun ist. Ich lächelte in mich hinein und wir gingen zu einem alten Auto. Ich war recht froh, mal aus der Kälte rauszukommen und wäre gleichzeitig am liebsten draußen geblieben, um mir alles ganz genau anzusehen. Der alte Mann fuhr zunächst um das Herrenhaus herum und dann in weiten Bögen über das Anwesen. Es waren kaum Gebäude zu sehen, eigentlich nur kaputte Zaune und Wiesen. Außerdem lief ein schmaler Bach durch das Anwesen. Es war weitgehend flach, nur hier und da erhob sich ein Hügelchen aus dem Boden. Um den gesamten Hof lief eine halb zerfallene Steinmauer und dahinter konnte man bereits Einblicke in die darumliegenden Wälder und Felder bekommen. Auch wenn dieser Hof unglaublich arbeitsintensiv war, ich hatte mich hoffnungslos verliebt. Der Platz war ausreichend, um einen rießigen Stall, viele großzügige Koppeln, Reitplätze, eine Halle, eine Rennbahn und noch mehr aufzubauen. Die Möglichkeiten hier waren schier unbegrenzt.
      Als wir schließlich wieder vor dem Haupthaus standen, kamen bereits Timm und seine Mutter hinaus und sahen mich gespannt an. Auch der alte Mann schien zu warten, dass ich etwas sagte.
      „Wie viel hätten sie denn gerne für das Anwesen?“, fragte ich dann.
      „Sie..Sie wollen es nehmen? Ich meine, sie kaufen es und bauen dann hier ihr Gestüt?“, stammelte der alte Mann und ich hatte schon ein bisschen Angst, dass er gleich umfallen würde.
      „Naja , ich hätte auf jeden Fall großes Interesse. Aber das kommt natürlich auf den Preis an. Hier ist so viel Instand zu setzen und ich habe leider auch nicht alles Geld der Welt zur Verfügung.“
      „Das verlangt ja auch kein Mensch! Meine Notlösung, dieser reiche Schnösel, der hier ein Hotel bauen wollte, hat mir 200ts Joellen geboten. Er meinte, wenn ich diese Woche noch einwillige und sofort hier verschwinde, verdoppelt er sein Gebot sogar noch.“
      Ich sah meinen Traumhof in Gedanken bereits zerplatzen. So viel war einfach nicht drin, wenn ich die ganzen Renovierungsarbeiten und Materialkosten einrechnete. Dies wollte ich dem Mann gerade mitteilen, als er fort fuhr: „Mir geht es aber nicht darum, dieses Anwesen möglichst teuer zu verkaufen. Ich möchte jemanden, der es zu schätzen weiß und gut damit umgeht. Der Schnösel hätte alles platt gemacht und überall hässliche Betonkästen hingestellt. Das möchte ich aber nicht. Mir gefällt die Idee hier bald ein Gestüt zu haben, viel viel besser. Daher würde ich ihnen anbieten, dass sie mir 20ts Joellen für das Grundstück zahlen und dann hier das schönste Gestüt in der Gegend aufbauen!“
      „Ja! Und wenn sie hier sind, um die Bauarbeiten zu überwachen, können Sie gerne bei meiner Familie unterkommen. Wir haben ein großes Haus mit Gästezimmer, nur fünf Minuten von hier entfernt!“, setzte seine Tochter hinzu. Timm strahlte mit den beiden Älteren um die Wette.
      Ich schaute die drei völlig fassungslos an. 20ts war für so ein rießiges Anwesen eigentlich nichts. Schon fast geschenkt. Ich nickte glücklich und ging mit den dreien ins Haus, um sofort den Kaufvertrag zu unterschreiben. Der alte Mann ließ auch sofort einen Notar kommen, der uns das Ganze beglaubigte und dann gehörte das Grundstück tatsächlich mir. Ich konnte es kaum glauben.
      „Miss? Wenn sie doch hier einen Trainingshof aufmachen, darf ich dann ab und zu mit Funny kommen? Sie ist manchmal soo störrisch. Ein bisschen Training würde ihr sicherlich nicht schaden!“, fragte Timm mich leise. Ich wollte gerade antworten, da viel sein Großvater mir ins Wort:
      „Also Timm was erlaubst du dir? Bitte Madam, hören sie einfach nicht auf ihn. Ach so eine Sache noch, würde es sie stören, wenn ich erst morgen ausziehe? Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich nun so schnell einen passenden Käufer finden würde.“
      „Aber natürlich! Ich fliege morgen früh zurück nach Deutschland. Dort werde ich dann erst einmal alles regeln und komme in frühestens zwei Wochen zurück. Also lassen sie sich ruhig Zeit. Und Timm – wenn ich Zeit habe, darfst du gern mit Funny herüber kommen. Weißt du, ich habe auch New Forests. Zwei davon stammen sogar von hier.“
      Ich verabschiedete mich fröhlich von den drei Leuten, nahm einen Bus zu meinem Auto und fuhr dann nach Winchester zurück, wo ich das Auto wegbrachte, meine Sachen packte und schnell den anderen vier Hofbesitzern absagte.
      Am nächsten Morgen um sieben saß ich bereits im Flugzeug nach Deutschland und konnte es kaum erwarten, meinen Freunden von dem Hof zu erzählen und alles haarklein zu planen…

      Planen, planen und nochmals planen!
      Kaum war ich wieder Zuhause angekommen, rief ich sofort Edfriend an, um ihr die tollen Neuigkeiten mitzuteilen. Sie sagte mir außerdem zu, mir zu helfen wo sie nur konnte. Ich erzählte ihr alles was ich bisher über den Hof wusste. Der alte Mann, Mister Bane, hatte mir inzwischen die früheren Baupläne, sowie Lagepläne und genaue Auflistungen über den Hof zukommen lassen, so dass meiner Organisation eigentlich nichts mehr im Wege stand. Nachdem Eddi und ich uns für nächste Woche verabredet hatten, lief ich hinaus auf den Hof, um Immanuel zu finden. Ihm gehörte der Stall, indem ich 27 meiner Pferde untergebracht hatte. Nämlich meine 17 New Forest Ponies und meine Hannoveraner, Holsteiner und Trakehner. Er erließ mir einen Teil der Stallmiete, dafür dass ich seinen Schülern Unterricht gab oder auch Vorführungen mit meinen Pferden ritt.
      Bei Klaus, der einen Stall ca 6 Kilometer von hier entfernt besaß, hatte ich meine englischen und arabischen Vollblüter, also 21 Pferde untergestellt. Ihm half ich beim Trainieren und Korrigieren seiner Privatpferde und stellte sie ab und an auch auf Turnieren vor.
      Die restlichen 26 Pferde standen 20 Kilometer entfernt, auf einem recht großen Zuchtgestüt. Auch hier half ich wo ich nur konnte, um meine Stallmiete so gering wie möglich zu halten. Auch wenn ich Immanuel und Klaus mittlerweile sehr lieb gewonnen hatte, war ich doch unglaublich froh, bald endlich wieder mein eigenes Gestüt zu leiten. Es war einfach nicht dasselbe, ‚nur‘ ein Einsteller zu sein und außerdem waren die Stallmieten trotz meiner tatkräftigen Mithilfe immer noch horrend.
      Ich teilte also allen dreien mit, dass ich mir einen eigenen Hof gekauft hatte und diesen in nächster Zeit in Stand setzen würde. Immanuel und Klaus sicherten mir zu, beim Transport der Pferde zu helfen und meinten außerdem, sie würden mir die Kündigungsfrist erlassen, damit ich mir um das genaue Umzugsdatum keine Sorgen machen musste. Sollte ein Monat angebrochen werden, würden sie die Kosten einfach anteilig berechnen. Nicht so hingegen Herr Kramer, dem das Zuchtgestüt gehörte. Er verlangte sofortige Auskunft darüber, wann ich umziehen wollte, bestand auf einer fristgerechten Kündigung und meinte außerdem hämisch grinsend, dass ich natürlich die gesamte Monatsmiete zu zahlen hätte, wenn ich erst einen Tag später als geplant den Stall verließ. Ich seufzte resigniert. Der Kerl hatte über 250 Boxen auf seinem Gestüt und über die Hälfte davon stand leer. Aber natürlich konnte er ja nicht wissen, wann genau er die Boxen meiner 26 Pferde brauchen würde!
      Nun gut, das musste ich eben in meiner Planung berücksichtigen. Dann mussten die Pferde, die bei ihm standen, eben zuerst umziehen. Ich fertigte Tabellen an, in die ich all meine Pferde eintrug. Dann überlegte ich: Wir waren vier Leute, die mitfahren würden. Immanuel und Klaus besaßen je einen dieser rießigen Pferdetransporter, in denen man bis zu 10 Pferden transportieren konnte. Eddi und ich hatten beide einen Vierer-Hänger. Somit könnten wir pro Fahrt 28 Pferde nach England bringen. Das wiederum bedeutete dreimal England und wieder zurück. Das war natürlich eine große Belastung, vor allem da Immanuel, Eddi und Klaus ja ihre eigenen Gestüte zu führen hatten. Ich beschloss, einmal bei Herrn Kramer nachzufragen, ob ich seinen großen Pferde-LKW mieten konnte und vielleicht einen seiner Stallburschen als Fahrer. Da wir sowieso zeitversetzt fahren würden und die Fähren nach England jede Stunde ablegten, sollte das kein Problem werden. Die erste Fahrt würde auf jeden Fall ich machen und Eddi sollte das Schlusslicht bilden. So war ich bei der Ankunft der Pferde bereits da und Eddi konnte das Verladen gut im Auge behalten. Außer mir kannte sie meine Pferde immerhin am besten. Ich griff sofort zum Hörer und rief im Büro von Herr Kramer an.
      „Na haben Sie jetzt endlich einen Kündigungstermin für mich?“, bellte er ins Telefon.
      Ich verkniff mir einen bissigen Kommentar und fragte so höflich wie möglich: „Nein, leider noch nicht. Ich muss erst mit den Bauunternehmen reden. Aber ich wollte Sie fragen, ob ich mir ihren großen Pferde-LKW für zwei Fahrten ausleihen könnte? Und vielleicht einen Pfleger der ihn fährt? Selbstverständlich bezahle ich Ihnen auch etwas.“
      Herr Kramer lachte: „Na von mir aus können Sie das tun. Ich möchte für jede Fahrt 1000 Joellen. Zusätzlich zu der Tagespauschale von 500 Joellen. Ach und natürlich müssen sie mir meine Stallkraft ersetzen. Macht noch einmal 1000 Joellen pro Tag.“
      Ich schluckte, konnte meine Wut jedoch nicht völlig unterdrücken: „Sie verlangen von mir 8000 Joellen, dafür dass ich ihren Hänger für eineinhalb Tage miete?“
      „Ja. Wenn sie das nicht möchten, suchen sie sich jemand anderen, auf Wiederhören.“, damit verabschiedete sich der widerliche Kerl und legte einfach auf. Nun gut, ich würde erst einmal mit Immanuel, Klaus und Eddi reden, bevor ich mir überlegte einen Transportverleih zu kontaktieren. Wobei der garantiert immer noch günstiger war, als das Angebot von Herrn Kramer.
      Eine halbe Stunde später saß ich wieder vor meiner Tabelle. Alle drei hatten zugesagt, zu jeder Fahrt mitzukommen, sie würden aber am Tag darauf auch wieder nach Deutschland fahren. Ich war wirklich gerührt von ihrer Hilfsbereitschaft.
      Wenn wir bei den ersten beiden Fahrten alle Transporter voll machten, waren bereits 56 Pferde in England. So könnte ich dann schon dort bleiben, um alles zu regeln und die Pferde zu versorgen. Die restlichen 17 Pferde konnte man dann anders verteilen. Klaus konnte zu Hause bleiben und noch mit nach Immanuels Pferden sehen. Immanuel dagegen würde noch einen Vierer-Hänger an seinen LKW koppeln und Eddi wiederum mit ihrem Vierer-Hänger das Schlusslicht bilden. Immanuel sagte, er würde nicht so gerne mit zwei Anhängern fahren, doch für das eine Mal konnte er eine Ausnahme machen. Nun galt es nur noch zu überlegen, welche Pferde in welchem Transport mitfahren sollten.
      Ich beschloss meine Sensibelchen auf der zweiten Fahrt mitzunehmen. So hatten sie mich die ganze Zeit um sich und sahen bei ihrer Ankunft auch schon ein paar vertraute Gesichter wieder.
      Dazu zählten: Hollybrook’s Cheeky Jot, Hollybrook’s Bloody Valentine, Naboo, Isola delle Pirateria, Walk of Fame, Precious Scream, Wüstentänzer, Sahira, Adina De Ra’idah, Samiyah, Mahira, Cuchara und Black Soul. Also war noch Platz für 15 Pferde. Ich beschloss die Hengste in einen der großen Hänger zu stecken, damit ich zu den nervösen Kerlen auch noch ein paar ruhige stellen konnte. Also brauchte ich noch sechs Hengste. Ich entschied mich für Orfino, Khamar al Sanaa, Branagorn, Warrior, Ghostbuster und Juego. Damit war einer der LKW’s belegt.
      Die acht Stuten wollte ich dagegen aufteilen. Zwei sollten je in einen der Vierer-Hänger und die restlichen Vier kamen in den zweiten LKW. Ich würde Isola delle Pirateria, Adina De Ra’idah, Magical Moment und Thousand Sunny in meinen Hänger nehmen. Eddi bekam Sahira, Precious Scream, Melody’s Girl und Rose de Soleil. In den zweiten LKW kamen demnach Naboo, Walk of Fame, Samiyah, Mahira, Golden Flair, Fairylike Facility, Aimiliani, Cuchara, Angels Fall First und Wild Lady Roxanne. Zufrieden mit meiner Einteilung harkte ich die Pferde in meiner Tabelle ab und widmete mich den anderen beiden Fahrten. Meine Fohlen kamen auf jeden Fall in die letzte Fuhre. Und in der ersten sollten möglichst viele Pferde vom Gestüt von Herr Kramer mitfahren.
      Wieder begann ich aufzuteilen: Bei Kramer im Gestüt standen 26 Pferde. Cuchara und Juego würden allerdings erst in der zweiten Woche nachkommen, die konnte ich dann solange bei Immanuel unterbringen. Blieben 22 Pferde für die erste Fahrt, um bei Kramer die Boxen frei zu räumen. Die Fohlen Mississle und San Salvador würde ich bereits vorher abholen und zu Immanuel stellen.
      Es waren genau 10 Hengste, die ich alle zusammen in einen der großen LKWs stecken wollte. Somit wären Candle in the Wind, Laruna, Ojos Azules, Someone, Slaters Secret, Pierre, Fair Prince, Intolerable Life, Daemon und Hollywood Undead versorgt. Die 14 Stuten würde ich auf den zweiten LKW und auf einen der Hänger verteilen, sodas noch ein Hänger blieb, in den ich Hengste laden konnte. In den Vierer-Hänger sollten Fatimah, Dark Misery, Paradises Rafinesse und Mizzi. Den LKW würden dann My Golden Heart, American Baby, Benjilala, Salwa, Dorina, Cinnemont’s History, Little Big Girl und Kolibri belegen. Außerdem sollten ihnen Haadeh und Little Miss Sunshine Gesellschaft leisten. In den Vierer-Hänger würde ich Levistino, Fantastic Fly, Caradoc und Caspar stellen. Somit waren die Pferde für die zweite Fahrt ebenfalls aufgeteilt.
      Fehlten nur noch die 18 Pferde für die letzte Fahrt. 9 von ihnen waren Fohlen – 6 Stutfohlen und 3 Hengstfohlen. Meine insgesamt fünf Hengste sollten zusammen mit den Stutfohlen in den großen Hänger. Somit wurde der LKW von Tschiwabschischi, El Racino, San Salvador, Hollybrook’s Casanova, Hollybrook’s Classic Moment und den Stutfohlen Reminiscent Inspiration, Unannounced Pleasure, Backup, Mississle und Ravenback belegt. In Eddi’s Hänger würden Everybody’s Darling, Hollybrook’s I Love You My Dear, Sharley und Bittersweet mitfahren. Der Hänger, der an den LKW gekoppelt wurde, würde somit von Fallen Immortaliny, Ace of Spades, Black Pearl und Pirate Island belegt werden.
      Aufatmend machte ich mir eine Tasse Tee und überdachte meine Aufteilung dann noch eine Weile. Im Großen und Ganzen war ich aber ziemlich zufrieden. Nun musste ich noch mit Immanuel abklären, dass Cookie, Juego, Mississle und San Salvador für eine Weile in seinem Stall unterkommen sollten, damit ich die Boxen bei Herr Kramer alle zusammen kündigen konnte. Immanuel erklärte sich sofort einverstanden und so konnte ich diesen Punkt auf meiner Liste auch abhaken. Nun ging es an den aufwändigeren Teil: Ich musste mir überlegen, wie mein Gestüt aussehen sollte, das Ganze mit Architekten abklären und natürlich Baufirmen beauftragen, damit die Renovierung schon bald beginnen konnte.
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  • Album:
    Gnadenweide
    Hochgeladen von:
    Sammy
    Datum:
    27 Juni 2013
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    Kommentare:
    32
  • San Salvador
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    Spitzname: /

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    ~ Abstammung ~
    Von:
    San Tari
    V: Sarangerel
    M: Mayan Sun

    Aus der: Orca
    V: unbekannt
    M: unbekannt


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    Rasse: Barockpinto x Mawari
    Geschlecht: Hengst
    Geburtsdatum: 22. November 2010
    Stockmaß: wird ca. 1.60m
    Fellfarbe: Smoky Black Tobiano / Kohlfuchsschecke
    Kopfabzeichen: Blesse
    Beinabzeichen: v.l. weißer Fuß, v.r. weiße Fessel, h.l. weißer Fuß, h.r. weiße Fessel

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    ~ Beschreibung & Charakter ~
    San Salvador ist ein aufgeweckter Junghengst, der Menschen gegenüber jedoch eher misstrauisch und zurückhaltend gegenübertritt. Dennoch ist er sehr verspielt und liebt es im gestrecktem Galopp über die Weide zu toben. Seine Schnelligkeit erbte er von seinem erfolgreichen Vater San Tari, während seine Mutter Orca ihm überdurchschnittlich gute, schwungvolle Grundgangarten vererbt hat.
    Salvador ist oft sehr ängstlich und braucht daher länger als andere Fohlen, um neue Dinge zu akzeptieren, doch wenn man ihm die Zeit lässt, die er braucht, ist Salvador ein wunderbares Fohlen mit einer vielversprechenden Zukunft.

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    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer:
    Ersteller: Delilah
    Vkr:
    ///

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    ~ Qualifikationen ~
    Dressur:
    /
    Distanz: /
    Fahren: /

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    ~ Schleifen ~

    Gewinner der [FS 227] Fohlen mit Beinabzeichen
    [​IMG]

    1. Gewinner der [FS 228] Schecken
    [​IMG]

    Damit automatisch gekört

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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig: nein
    Nachkommen: ///
    Geschwister: folgt