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sadasha

Samson

Gypsy Vanner | Wallach | Black Tobiano

Samson
sadasha, 14 Feb. 2017
Rinnaja, adoptedfox, Occulta und 2 anderen gefällt das.
    • sadasha
      Verjährte Berichte
      27.01.2016
      Nicht viel Neues

      Es hat sich so viel getan auf dem Gestüt in England. Die Trakehner abgegeben habe ich kurz darauf zwei der Reitponys von Catalina übernommen. Beide schon zur Zucht zugelassen, ein Hengst und eine Stute. Pendragon und Arcany, ich kannte sie bereits von meinen Aufenthalten auf ihrem Gestüt und hatte Pendragon sogar einmal unterm Sattel. Außerdem habe ich euch den einzigen Wallach hier noch garnicht vorgestellt. Samson. Er ist ein Tinkerwallach und ein Allroundtalent. Ursprünglich Western eingeritten und in frühen Jahren auch eingefahren wurde er später auch in die englische Reitweise eingeführt. Er hat mich 'früher' viel begleitet und stets treue Dienste erwiesen. Meine Eltern haben auch heute noch viel Spaß an ihm, er wird hauptsächlich gefahren und als Besucher-Pferd genutzt. Heute kam ein neues Pferd auf dem Hof an, eine Vollblutstute: Chuckling Dancing Mess. Jill hätte sie nicht gemocht. Leicht rosa gesprenkelte Haut um Augen und Maul, fast weißes Langhaar und eine golden glänzende Grundfarbe. Nicht gerade pflegeleicht, aber das würden wir schon hinkriegen. Sie hat einen guten Charakter. Sehr aufgedreht, sehr intelligent, sehr schnell. Für ein englisches Vollblut großartig. Meine Eltern sind begeistert von ihr. Steven hat seine Zweifel. Er hat es gerne pflegeleicht, genau wie Jill. Ja, besonders darf es sein, aber nicht pflegeintensiv. Wahrscheinlich ist das auch der Grund für Jill's Liebe zu braunen Pferden in sämtlichen Schattierungen. Pendragon hätte sie geliebt ja... Oh wenn sie gewusst hätte wie toll Mr. Raw Depression sich auf der Körung gemacht hat.
      Gedankenversunken saß ich im Auto, auf dem Weg Ausrüstung für die neuen Pferde zu besorgen. Vor allem an Ponysachen fehlte es auf dem Gestüt. Erst am späten Nachmittag kehrte ich wieder zu Hause ein. Steven hatte Pendragon bereits bewegt, es war seltsam ihn als Westernreiter in einem englischen Sattel zu sehen, aber er hatte sichtlich Spaß daran etwas Abwechslung in seinen Alltag zu bringen und Neues zu lernen. Ein guter Mann. Ein Glücksgriff.
      Mit mir war gegenwärtig nicht viel anzufangen. Die Anprobe der neuen Reitsachen überließ ich so Jamie, eine junge Frau, die sich seit ein paar Wochen um die Ponys kümmerte. Sie ließ sich dabei von meinen Eltern fernsteuern. Sie studiert zur Zeit Tiermedizin. Dass sie sich so diktieren ließ verwunderte mich jedes mal. Während sie Arcany die mitgebrachten Sachen vorstellte ging ich zur Box von Missy, wie ich die neue Vollblutstute nannte. Mit wachen Augen sah sie mich an. Ich hob die Boxentüre zur Seite und trat ein, streichte über die weichen Nüstern, das seidige Fell am Hals. Diese Fellfarbe brachte ein sehr leichtes, dünnes Fell mit sich. Jetzt im Sommer war das kein Problem. Aber an kühleren Tagen wird sie eine Decke brauchen. Ich glaube nicht, dass sie ein ordentliches Winterfell entwickeln wird. Vorsichtig halfterte ich die Stute auf und brachte sie auf eine leere weide, damit sie rennen konnte. Es war schön ihr dabei zuzusehen. Eine Viertelstunde lang stand ich da und beobachtete sie beim Spinnen. Dann ging ich zurück zum Stall, die Boxen waren nun alle leer. Die Pferde versorgt.
      Am nächsten Tag stand ich früh auf, schlang ein schnelles Frühstück herunter, mistete gemeinsam mit Steven die Boxen und brachte dann Race is Hope und CHH' Lamperd zur Rennbahn. Wieder auf dem Hof kümmerte ich mich um Slap Happy, die nun hochtragend war. Lange konnte es nicht mehr dauern bis ihr Fohlen kam. Wir hatten bereits einen Interessenten für das Fohlen, der es rassegerecht aufziehen würde. Steven hatte sich nach der Stallarbeit Princess Sansa geholt und so beschloss ich mit Bear Totem's Denali auszureiten. Sie hatte sich toll entwickelt und schon einige Turniererfolge eingeholt. In Deutschland war sie immer eher das graue Mäuschen, das niemand beachtete. Hier in England war man begeistert von ihr. Braune Pferde sah man hier zu Hauf, aber ein Blue Roan Vollblut war etwas besonderes. Auf Ausritten mit ihr wurde man ständig angesprochen, was für ein tolles Pferd sie doch sei. Ja das war sie auch, die ausgeglichenste Vollblutstute im Stall. Ausgeglichener als Slap Happy. Jamie war mittlerweile auch eingetroffen und kümmerte sich um Arcany, Pendragon, Iceflower und PFS' Heart of Ocean. Damit war sie den ganzen Tag beschäftigt. Jedes mal wenn ich sie traf, hatte sie ein anderes Pony zwischen. Nach der Mittagspause hatte ich nur noch Mr. Raw Depression vor mir. Auch mit ihm ging es ins Gelände, allerdings nicht für einen Ausritt. Wir trainierten fürs Military. Gut eine Stunde hatte ich ihn zwischen, bis ich ihn auf die Weide entließ, Samson im Vorbeigehen grüßte und schließlich die beiden Renner von ihrem Training abholte und ebenfalls verabschiedete. Feierabend! Seit Wochen hatte ich nichts mehr von Catalina gehört. Nichtmal ein „Hallo.“ schrieb sie mir. Langsam hatte ich die Vermutung, dass etwas nicht stimmte. Abermals versuchte ich sie telefonisch zu erreichen, doch wieder hob niemand ab. Wieder ging ein Tag zu Ende ohne nennenswerte Veränderungen.

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      Tierärztliche Untersuchung, Immunisierung| Pferde des BearBrook ec
      Mein nächster Auftrag führte mich nach England, Lincolnshire, um genau zu sein. Mein Auftraggeber, Hunter Crowley. Wir waren relativ gute Bekannte und unsere Gestüte arbeiteten des öfteren zusammen. Er hatte damals Lamperd gekauft und das erste Nachkommen sollte meins sein. Und das war es auch. Vor einem halben Jahr war ich schon mal dort, um mich um die Geburt von dem Fohlen zu kümmern und natürlich um Slap Happy. Die Geburt dauerte anstrengende und schlafraubende zwei Tage, jedoch ohne Komplikationen. Ich hatte der trächtigen Stute damals einige Schmerzmittel gegeben und führte eine direkte Nachuntersuchung durch. Da es ihr erstes Fohlen war, war es normal das sie zuerst etwas apathisch benahm. Aber als sie ihr kleine kleine Prinzessin sah, war auch dieser Teil des 'Schocks' schnell vergessen. Es war immer wieder wundervoll bei einer Geburt dabei zu sein, jedoch war es diesmal was überaus besonderes gewesen. Da ich einige Tage auf BearBrook ec verbrachte konnte ich auch sofort eine neugeborene Untersuchung durchführen, mit allen wichtigsten Tests, sowie Immunisierungen. Ich konnte bei dieser Untersuchung bei der kleinen Rappstute keine negativen Auffälligkeiten finden und auch die Immunisierungen vertrug sie prächtig. Auch Slap Happy kümmerte sich wunderbar um ih Fohlen, was nicht immer selbstverständlich war, vor allem bei Vollblütern. Nach den schönen Tagen verschwand ich nochmal in den Hintergrund und lies die getaufte 'Glamour of Death' Fohlen sein.

      Dieses mal aber kam ich aber um die kleine ab zu holen und um mich um die anderen Pferde zu kümmern, es standen nämlich Immunisierungen und Grunduntersuchungen an. Als ich ankam wurde ich zuerst sehr nett begrüßt und wir schauten selbstverständlich erstmal nach Glamour. "Sie ist so wunderschön, das haben Slap Happy und Lamperd toll gemacht" lächelte ich. "Alllerdings" erwiederte Hunter und führte mich dann in den geräumigen aber gemütlichen Stall. Zuerst kümmerte ich mich um einen Wallach namens Samson. "Meine Güte, ist der Fluffig". Hunter lachte. Ich begrüßte den stämmigen Kerl und unterzog ihm erstmal die Vitalzeichenkontrolle, dann folgte die Abtastung des Körpers und die Untersuchung der Reflexe. "Alles supi". Dann spritze ich ihm noch die Immunisierungen für das halbe Jahr. Ich hatte das Gefühl das er es noch nicht mal spürte dass da grade etwas pickste. Nur ein regelrechtes Muskelzucken lies mich denken das er doch, ganz vielleicht, was verspürt hatte. Was er nicht mochte war die Wurmkur, aber wer mag die auch, egal wie viel süße Sachen man dazu gibt, es schmeckt für Pferde einfach widerlich. Weiter ging es nach der Belohnung mit Chuckling Dancing Mess. "Was ein Name". Hunter war inzwischen Slap Happy und ihr Fohlen von der Weide holen. Ich wiederholte den Vorgang den ich bei Samson machte bei der Vollblutstute und kam dann zu Slap Happy. "Hallo süße" sagte ich und sie schnaubte mich erstmal an. Sie fand es nicht so toll das ich in die Box von ihr und ihrem Kind kam, konnte sich dann aber doch damit abfinden. Auch hier untersuchte ich die Vitalzeichen beider Stuten und schaute nach weitern Auffälligkeiten. bei Glamour schaute ich nochmal besonders hin und unterzog ihr auch einige Tests die führ Fohlen wichtig sind, sowie Beugproben, abtasten der Muskeln und Knochen etc. "Alles perfekt, Glamour wird dem Namen Vollblut sehr gerecht". Glamour war nun alt genug für die Fohlenlähmungimpfung und auch Slap Happy's Immunierungen, sowie Wurmkur, frischte ich auch. Ich lobte die Beiden und kam dann zu einer besonders schönen Stute, Bear Totem's Denali, bekannt aus dem Grund, dass sie unglaublich viele Erfolge zu bieten hatte. Es war mir wirklich eine Ehre sie behandeln zu dürfen und danach ging es zu Mr.Raw.Depression. Beides waren wundervolle Pferde, und auch hier war nach der Untersuchung keinerlei negativen Aspekte zu finden, dennoch war es mit den Immunisierungen und den Wurmkuren nicht sehr leicht. "Was will man bei Vollblütern auch anderes erwarten" sagte Hunter. "Allerdings" lachte ich. Simon war in Kanada geblieben und kümmerte sich dort um alles. Er war ein wenig eifersüchtig das ich alleine gefahren war. Er wusste das Hunter ein gut aussehender Kerl ist und sein Anwesen sowie der Besitz von bedeutungsvollen Vollblütern und die enge Zusammenarbeit, machte ihm es ja nicht leichter. Aber sie verstanden sich das letzte mal aber sogar sehr gut und Simon wusste auch das ich in dieser Hinsicht niemals an sowas denken würde, das tat ich auch nicht. Hunter war einfach, ein guter Kerl. Jetz kam ich zu Lamperd. "Ohwww...Hallo mein süßer" sagte ich und umarmte ihn. Etwas verwirrt schaute der Hengst mich an, beugte sich aber dann nach unten und begrüßte mich mit einem lauten Schnauben. Er hatte sich prächtig entwickelt. Ich wiederholte den gleiche Prozess bei dem Overo Hengst und landete dann bei den Deutschen Reitponys. Die erste war Arcany. Diese kannte ich auch, dennoch nur vom Namen. Dann zu, Princess Sansa, Iceflower, Pendragon und PFS' Heart of Ocean. Bei allen schaute ich nach den Vitalzeichen, tastete den Körper ab, Kontrollierte extra Reflexe, Ohren, Nüstern, Schleimhäute und Mundbereich und unterzog ihnen die Immunisierungen sowie Wurmkuren. "So, ich hab euch genug gequält". Ich konnte alle Pferde ausgiebig belohnen und Hunter war um zwanzig Äpfel ärmer. "Erstmal Pause" sagte er und wir verschwanden ins Gutshaus.

      Im Gutshaus erledigten wir einigen Papierkram, inklusive des Kaufvertrags von Glamour of Death. "Wir haben acht Uhr, ich glaube langsam wird es Zeit sie fertig zu machen". Etwas traurig schaute mich Hunter an und nickte. Wir bereiteten alles vor und ich kontrollierte nochmal ob mit Glamour alles stimmte. Wir versuchten ihr es so angenehm wie möglich zu machen, dennoch war es logisch das die kleine Angst hatte. Ich hatte zum glück ein kleines Team dabei, die sich um das fachliche kümmerten, somit konnte ich mich um das Stutfohlen kümmern.
      "Auf eine vielversprechende, erfolgreiche und lehrreiche Zukunft" sagte Hunter und verabschiedete uns.

      10. März 2016
      Zeit für eine neue Aufgabe
      Nach dem Stress der letzten Wochen kehrte etwas Ruhe ins Hofleben zurück. Slap Happy machte sich immer besser im Training und mit Ocean hatten sich Steven und Gine rumzuschlagen. Seit dem Trainingsaufenthalt in Kanada war er nicht mehr derselbe. Würde sich sein Verhalten nicht bessern, würde ich wohl demnächst Cooper noch einmal beauftragen müssen. Im Grunde eine gute Gelegenheit um zu hören wie sich Slap Happy's Kind so macht. In meiner Freizeit beschäftigte ich mich aktuell viel mit den einheimischen Pferderassen und ihren Zuchten. Shetlandponys, Irish Sporthorses, Hunter, Gypsies. Die Vollblüter waren mir ja bereits mehr als vertraut. Seit ich Samson jeden Tag sehe spiele ich tatsächlich mit dem Gedanken mich mehr für diese Rasse einzusetzen. Um sie zu züchten würde die Zeit fehlen. Allein die Vollblut und Reitponyzucht ist schon sehr zeitintensiv in ihren Nachforschungen. Außerdem werden Tinker in großem Stil an jeder Ecke gezüchtet und am Ende landen sie als zweitklassige Unterrichtspferde in europäischen Reitschulen. Mein Ziel wird es sein Tinkern, in denen ich Potential sehe, die Möglichkeit zu geben ihr Talent zu beweisen um dann in eine bessere Zukunft zu gehen.
      Eine Woche Urlaub nahm ich mir um mich auf den Auktionen, Märkten und Shows umzusehen und die Umstände waren teilweise katastrophal. Massen von Pferden und Ponys wurden teilweise ohne groß nachzudenken auf enge Marktplätze getrieben um sie in aller Hektik kurz zu „reiten“ und dann möglichst günstig abzugeben. Kein schönes Schauspiel und auch nichts, was ich unterstützen wollte. Meine Reise führte mich schließlich zu einer Pferdemesse auf der verschiedene Rassen vorgestellt und auch verkauft wurden, auf diversen Reitplätzen gab es Shows und Workshops zu bestaunen. Mich zog es zu den Verkäufen. Gut ein Dutzend Tinker standen hier zum Verkauf. Teilweise aus Zuchten, teilweise aus privater Hand. Verschiedenste Farben und Alterklassen waren vertreten. Angetan hat es mir ein Braunschecke, ein Hengst. Er erinnerte mich vom Gemüt her sehr an Samson. Sehr freundlich und aufgeschlossen und gut gebaut war er auch noch. So viel Fell! Mit „Areion“ hatte er auch noch einen wahrhaft göttlichen Namen. Ohne zu zögern erkundigte ich mich nach Infos zu seiner Herkunft und recht bald war klar, dass Areion mit nach Lincolnshire kommen würde.
      „Noch ein Tinker?!“ klagte meine Mutter, als ich den Hengst, der gut 10cm kleiner als Samson war, aus dem Hänger lud. Ohne Worte lächelte ich meine Mutter an, die ihr „Glück“ noch immer nicht fassen konnte. „Du hast doch schon einen Tinker, was willst du mit noch einem?“ - „Mom, Areion wird hier nicht groß auffallen. Er bleibt auch nur solange hier, bis ich ihm eine etwas bessere Ausbildung verschafft habe und ihn dann in verantwortungsvolle Hände geben kann.“ Immer noch missmutig trat meine Mutter an die Fellkugel heran. „Du willst ihn also wieder verkaufen?“ fragte sie ungläubig, während sie mit den Händen durch die dichte lange Mähne fuhr und schließlich den Hals des Hengstes kraulte. „Ja, sobald ich denke, dass er dazu bereit ist.“ gab ich zurück, wobei ich selber noch nicht recht glauben wollte, dass ich dieses Prachtexemplar irgendwann abgeben könnte. „Er hat was besseres verdient, als in irgendeinem 0-8-15 Schulbetrieb zu landen.“ Meine Mutter nickte. „Du bist erwachsen, du weißt was du machst.“ Mit diesen Worten klopfte sie ein letztes mal sanft den kräftigen Hengsthals und schlurfte dann in ihren Badelatschen in Richtung Weiden davon.
      Areion brachte ich erstmal für ein paar Minuten auf einen der Hengstpaddocks, wo er sich alleine austoben konnte. Er stand zuvor mehrere Stunden im Hänger und war froh sich einmal auszulassen. Anschließend machte ich ihn Boxfertig und ließ ihn für den Rest des Tages in Ruhe. Die nächsten Tage kümmerte ich mich um künftige Termine für Areion. Er sollte im Fahren und später auch im Western weitergebildet werden und auch ein Tierarzt-Check-Up war nötig.

      20. April 2016
      Black Beauty

      „Dad... Nein.“ ich schüttelte den Kopf um meine Aussage zu unterstreichen. Mein Vater fing schon wieder von Schafen an. „Das sind Schnucken, keine Schafe!“ protestierte er, als würde das einen Unterschied für mich machen. „Wir haben so oder so Geldprobleme, da müssen wir nicht auch noch Schafe kaufen.“ Diskussion beendet. Dachte ich, als mein Vater abermals den Mund aufmachte unterbrach ich ihn sogleich. „Ihr habt eure fünf Esel und die damit verbundenen Feriengäste. Das reicht für's Erste!“ Im Laufschritt verließ ich den Raum um das Gespräch zu beenden. „Hi... Mr. Crowley?“ eine unsichere, recht helle und mir unbekannte Stimme klang in meinen Ohren. „I-ich... ihre Mutter hat mich zu Ihnen geschickt.“ Das dunkelhaarige Mädchen mit den großen kastanienbraunen Augen sah mich an als würde ich sie jeden Moment zusammenfalten. „Wer bist du denn?“ fragte ich noch immer etwas genervt von meinem Vater und musterte sie misstrauisch. „Ehm... ich helfe seit ein paar Wochen hier aus, beschäftige die Feriengäste und so...“ erklärte sie mir. Aaah, das war also das Mädchen von dem meine Mutter sprach. Wie hieß sie gleich? Lara? Sarah? Mara? Irgendwie sowas. „Ahja, sie hatte mir davon erzählt.“ sagte ich eher beiläufig und ging in den Stall, während mir das Mädchen folgte und weitersprach: „Ich hab nur noch etwa einen Monat Schule und ich würde gerne wissen ob ich Chancen auf Arbeit hätte.“ sie hatte für diesen etwas längeren Satz allen Mut zusammengenommen, den sie aufbringen konnte, das konnte man spüren und die Erleichterung, den Satz fehlerfrei herausgebracht zu haben stand ihr ins Gesicht geschrieben. Ich schenkte ihr ein Lächeln. „Wir reden später, ja?“ Sie nickte und blieb stehen, während ich die Stallgasse hoch ging bis zur allerletzten Box, bevor es nach rechts zu den Offenställen oder der Reithalle ging. Moulan, die schwarze Schönheit stand vor mir. Wie immer war sie unsicher und stand in der hintersten Ecke ihrer Box. „Oh! Sie hat heute keinen guten Tag.“ Ich zuckte zusammen, als Gine mich mit ihrer viel zu lauten Stimme ansprach. „Sorry...“ sie lachte kurz. „Warst du mal beim Arzt?“ Sie stellte mir diese Frage seit etwa einer Woche täglich... Nachdem Steven mir einen Dolch ins Bein gejagt hatte, war ich... etwas eingeschränkt was die Arbeit betraf. Aber um die Pferde, die nur vom Boden ausgearbeitet wurden konnte ich mich dennoch kümmern. „Hunter?“ - „Keine Zeit, Gine.“ Ich schob die Boxentüre auf und schlüpfte durch den Spalt, der sich dadurch ergab, in Moulan's Box. Die Boxentüre wieder verschlossen hörte ich die nun irgendwas vor sich hinmurmelnde Gine weiterziehen. „Hey Blacky.“ flüsterte ich fast, als die Rappstute mich mit hellwachen Augen ansah. Die Ohren drehten sich, als suchten sie ein Signal. „Alles gut, das hatten wir doch schon.“ Langsam näherte ich mich der scheuen Stute. Wir hatten alle Zeit der Welt. Je näher ich kam, desto unsicherer und nervöser wurde die schwarze Schönheit und so blieb ich immer wieder stehen, damit sie sich mit der Nähe vertraut machen konnte. Ich hatte kein bestimmtes Ziel. Ich nahm, was sie mir gab. Immer wenn jemand an der Box vorbeilief schnellte ihr Kopf hoch und die Ohren nach hinten. „Alles gut.“ wiederholte ich mehrfach, in dem Glauben es würde sie etwas beruhigen. Moulan war jetzt seit etwa einem Monat auf dem Bear Brook EC und hatte schon ein paar Fortschritte gemacht. Sie ließ sich von Gine problemlos aus der Box führen, putzen und auch ein wenig longieren, auch wenn sie dabei immer mal ausbrach, wenn sie im Stall etwas hörte. An Platzarbeit oder Gelände war in jedem Fall noch nicht zu denken. Mit Männern hatte sie noch mehr Probleme. Irgendjemand hatte ihr Vertrauen furchtbar missbraucht. So zumindest unsere Vermutung. Für heute jedenfalls beließ ich es bei ein paar wenigen Berührungen, bis ich die Box wieder verließ. „Sie hat noch immer große Angst vor dir.“ klärte Gine mich auf, als ich aus der Box kam. Sie hatte gerade mit Eismärchen gearbeitet, die noch auf der Stallgasse stand. „Ja, aber das wird schon.“ - „Apropros das wird schon...“ Gine hielt mich am Arm fest, bevor ich flüchten konnte. „Du musst zum Arzt, wenigstens der Verband sollte mal gewechselt werden. Ich sehe doch wie du gehst.“ sie sah mich in einer Mischung aus Sorge und Wut an. „Mhmmm... Wie gehe ich denn?“ gab ich zur Antwort und hoffte, das Thema sei damit erledigt. Ich löste mich aus ihrem Griff und ging weiter. „Mensch... Hunter!“ Ich zuckte zusammen. So hartnäckig war sie sonst nie. „Jetzt geh rein. Ich komm in zehn Minuten nach. Ich mach nur noch Eismärchen fertig für die Weide.“ Ich schluckte und ging rein. Keine zehn Minuten später kam Gine wie versprochen dazu und sah mich noch immer mit... diesem Blick... an. Ganz so als hätte ich irgendwas verbrochen. „Ich hab doch morgen eh einen Termin be-“ „-und genau deshalb sollte der Verband erneuert werden. Die reißen dir doch den Kopf ab, wenn du da mit einem eine Woche alten Verband ankommst!“ unterbrach sie mich. Gut. Wenn sie meinte... Ohne weitere Widerworte ließ ich sie den Verband wechseln. „Und Frau Doktor, darf ich jetzt weiter arbeiten?“ Sie wisperte irgendwas von wegen „Mach doch was du willst...“ und ließ mich alleine. Frauen... Am späten Abend kam Catalina von der Arbeit nach Hause und wirkte gestresst. Wir hatten noch immer nicht gesprochen, Steven hatte in seinem Suff ein paar nicht allzuschöne Details über sie herausposaunt. Unsere Gespräche beliefen sich seitdem nur auf Smalltalk. Vorerst würde ich an dieser Situation auch nichts ändern. Ich hatte wahrlich genug um die Ohren. Zwei meiner Stuten waren noch immer tragend und bei den Pineforest Stables wartete ein Fohlen, das ich in einem halben Jahr abholen würde. PFS' Savory Blossom hatte ich entdeckt, als ich Mr. Raw Depression's ersten Nachwuchs besucht hatte. Die junge Stute hatte sofort meine Aufmerksamkeit, als ich die Fohlen des Gestüts gesehen hatte und so kam ich nicht umher mit der Inhaberin einen Deal zu schließen. Aber auch hier würde bald noch mehr Nachwuchs erwartet. Slap Happy und Bear Totem's Denali sind noch immer tragend. Vor allem bei Denali müsste es bald soweit sein. Vielleicht noch zwei oder drei Wochen. Slap Happy hatte da noch mehr Zeit. Den heutigen Tag ließ ich damit ausklingen Samson zu longieren. So dachte ich zumindest. „Mr. Crowley?“ wieder diese helle Stimme. „Achja. Lara?“ - „Tara.“ korrigierte mich das Mädchen sofort. „Tara. Wir können dich gerne einstellen jetzt wo uns ein Mann fehlt. Du bist Springreiterin oder?“ sie nickte. „Gut. Ich mache die Papiere fertig und dann reden wir über alles Weitere. Achja und wir duzen uns hier. Davon bist du nicht ausgeschlossen, ich bin Hunter.“ Sie strahlte über das ganze Gesicht. „DANKE!“ - „Nichts zu danken.“ ich schmunzelte und kümmerte mich weiter um den Tinkerwallach am anderen Ende der Longe, der geduldig darauf wartete, dass es weiter ging.

      07. Mai 2016
      Hufschmiede Glorieas
      Großauftrag für 13 Pferde
      Heute kam der erste Großauftrag von einem Mister Crowley. Er hatte 13 Pferde die einen Hufschmied bräuchten. Gestern erst rief er mich aus England an und fragte ob ich kurzfristig kommen könnte. Darum machte ich mich am Abend noch auf den Weg nach England. Ich flog mit der letzten Maschine, in England hatte ich einen netten Kollegen der mir sein gut ausgerüstetes Mobile Hufschmiedwerkstadt lieh. Ich musste nur die Materialien die ich benötigte ersetzen, aber das war vollkommen okay.
      Mein Flug war okay, und holte um 6:30 das versprochene Hufschmiedauto und fuhr dann direkt zu mstr.Crowley. Ich war leicht aufgeregt, denn ich wusste nicht, wie er reagieren würde, wenn plötzlich eine Frau vor ihm stehen würde. Der Beruf ist sehr männerlastig. Ich kam gegen 7:30 an und wurde von einem charmanten gut aussehenden Hunter Crowley.
      Nach unserer kleinen vorstellungsrunde begann ich zuerst mit Heart of Ocean. „ Er ist seit neuestem schwierig mit fremden Menschen, hatte was Schlechtes erlebt. Hab aber leider keine Zeit um dabei zu sein!“ hörte ich noch die neben Info von Hunter. „ Keine Sorge, ich krieg das hin!“ sagte ich und beschloss mit dem schwierigsten anzufangen. Ich baute alles auf und holte mir dann den Rapproanhengst Heart of Ocean.
      Schon in der Box kam er mit angelegten Ohren auf mich zu, doch ich bemerkte natürlich dass er zwei seiner Beine nie richtig belastete. „ Na was hast du für ein Problem süßer!“ redete ich ruhig auf ihn ein. Geduldig wartete ich ab bis er sich beruhigte und legte gekonnt sein halfter auf. „Na komm mal mit! Lass mich das Ansehen!“ ich tat so als würde Ocean mich verstehen und lief zu meinem Arbeitsplatz. Nun vom ersten Blick sahen die Hufen zwar gepflegt aus, aber ziemlich abgenützt aus.
      Ich hob das linke Vorderbein und schaute es mir genauer an. Bald entdeckte ich die stelle die sich entzündet hat und eine Quetschung. „Er hat eine Pododermatitis, das ist eine Huflederhaut Entzündung, dies kann viele Ursachen haben, matschiges Paddock, Dreck, falsche Pflege der hufe, zu langes Reiten auf hartem Untergrund und vieles mehr. Sie sollten ihn jetzt ein paar Tage schonen, am besten kein Training bis es wieder verheilt ist, das ist schmerzhaft, sollte er immer noch schmerz anzeigen, würde ich empfehlen einen Ta für einen Schmerzspritze zu rufen. Bei gründlicher Pflege und Reinigung, sollte das in ein paar Tagen verheilt sein. 2x täglich das Bein 10 Minuten lang mit kaltem Wasser kühlen.!“ Sagte ich zu einem Stallburschen Dieser verzog die Mine leicht sagte aber dann dass er das weiterleiten würde. Ich kürzte dann die restlichen hufen, und entlies Ocean in seine Box und holte mir das nächste Pferd. Diesmal war es ein Tinkerwallach namens Samson. Ich kontrollierte zuerst seine hufe. Diese waren in Ordnung, nun raspelte ich sie etwas kürzer und hinten sollten sie Allu eisen bekommen. Da er viel auf harten untergründen gefahren wird, würde ich für ein Stolleneisen entscheiden, da kann man wenn nötig noch 2-4 Stifte reindrehen, damit das Rutschgefahr verringert wird. Also suchte ich seine Größe heraus und begann mich an die Arbeit Den Ofen schon angeschmissen suchte ich die Größe von Samson. Nun legte ich die Eisen eine Weile in den 100 Grad heißen Ofen, und als diese dann soweit waren hielt ich es an Samsons Huf. Es qualmte und das verbrannte Horn stank bestialisch. Samson stand still und so ging meine Arbeit sehr schnell voran, der letzte Nagel sitzt und ich betrachtete Samson noch einmal. Ich hatte noch nie einen Auftrag bekommen, die Pferde hinten zu beschlagen. Nach langen eigenen Recherchen fand ich heraus, dass es einige aber jedoch wenige Pferde gab die von hinten beschlagen wurden, deshalb war es für mich dann nicht mehr so abstrakt. Nun fettete ich noch die Hufen von Samson ein und konnte mich dem nächsten Pferd widmen.
      Als nächstes kam eine chuckling dancing mess, Missy wie sie von allen genannt wurde, war eine goldfarbende Englisches Vollblut. Da sie Barhuferin war, musste ich keine Eisen vorbereiten. Ich ließ mir die Stute vorlaufen und entdeckte keine Fehlstellung. Sie waren etwas zu lang, aber das war kein Problem. Ich fing mit dem ersten Bein an und arbeitete ruhig weiter nach hinten. Missy hielt brav still und ich lobte die 6 jährige Stute. Die Hufzustand waren sehr gut. Wenn der Abnützung so bleibt bräuchte sie nicht beschlagen werden zu mindestens jetzt nicht. Nach ca. 20 Minuten war ich auch mit ihr fertig und als nächstes kam Slap Happy. Die junge Vollblutstute raubte mir den Atem. Ich hatte sie auf einer Stutkörung gesehen und nun stand sie da und sollten die hufen gemacht bekommen. Ich strich der hübschen stute übers Fell und schaute mir ihre Hufen an. Sie waren in Ordnung etwas lang, aber das war bei Mutterstuten häufiger der Fall, da das Fohlen aber bereits abgesetzt wurde, bekam happy nun ihre Maniküre. Happy ließ sich das nur wiederwillig gefallen. „ Normalerweise ist sie nicht so“ meinte Hunter zu mir. Ich erklärte ihm dass die meisten Pferde nach der Geburt ihres erstens Fohlens ihre Charaktereigenschaften verbessern oder gar verschlechtern können. Und das es für mich kein Problem war. Nun war auch Happy fertig und sie konnte wieder in ihre Box. Nun kam einer der Stallburschen mit einem schönen AraberHengst. Auch ihn ließ ich Vortraben und beobachtete genau wie er läuft. Mit hocherhobenen Hauptes und Schweifes präsentierte sich der Braunschecke. Er wusste wie. „ Das ist Mjad, ein aus Saudi-Arabien gezogener 2 Jähriger Araberhengst!“ erzählte mir hunter stolz. „ Das soll ein Hengst sein?“ fragte ich etwas ironisch gemeint, denn der Hengst stand gelassen still da obwohl gerade eine sichtlich rossige stute vorbeigeführt wurde. Nun hob ich seinen ersten Vorderhuf und sah mir es genau an. „ Die hufen sind etwas trocken, fett müsste reichen!“. Gab ich neben bei meine Meinung kund. Seine Hufen waren sonst sehr gut gepflegt, ich musste auch nicht viel wegnehmen. Ich arbeitete routiniert meine Arbeit und da der Hengst so brav stand waren wir auch schnell fertig. Und das für einen 2 jährigen. „ Wie machst du das? Hast du Tipps?!“. In meiner Karriere als Schmiedin lernte ich einige 2 jährige kennen die nicht so artig still standen. „ Er liebt Pfefferminze! Ich hoffe du hast welche!“ bemerkte hunter grinsend als er sah das ich ihn loben wollte. Natürlich hatte ich welche dabei. Mjad nahm das Leckerli an und kaute zufrieden und genüsslich rum nun konnte er wieder in seine Box. Nun kam eine DRP Stute namens Eismärchen.“ Sie ist von Geburt an auf einem Auge Blind!“ erklärte mir Hunter. Ich ließ sie mir kurz Vortraben und sah dass alles in Ordnung war. „ Also mit den Hufen hat sie nichts! Gut gewachsen, richtige Stellung, jetzt nur noch 1-2 cm wegnehmen und dann ist sie da wieder fit!“ lächelte ich. Gesagt getan. Ich machte mich ans Werk. „ Nach der Stute trinken wir einen Kaffee!“ sagte Hunter und grinste mich an. Ich sah kurz auf die Uhr, ich war schon, 3h am Werk, wie die Zeit verging. Eismärchen stand brav da und knabberte hin und da mein Hosenbund an. Endlich kam ich am letzten huf an und hunter ging in die Küche um den Kaffee aufzusetzen. Nun da Eismärchen fertig war, wusch ich mir die Hände und ging in die Küche. Dankend nahm ich die heiße Tasse Kaffee entgegen. „ Du Joicy, was ich….. fragen wollte, Bildest du auch aus? Würdest du mich als Lehrling nehmen?!“ fragte mich Hunter. Ich blickte kurz auf nahm einen Schluck meines Milchkaffees und setzte diese ab. „ Ja ich darf ausbilden, und eigentlich arbeite ich gerne alleine, ich wurde schon zu oft enttäuscht, du setzt da viel Herzblut rein, um dann von anderen gehört zu kriegen wie streng oder scheiße ich sei!“ Kurze Pause. „ Aber wenn du wirklich willst und du dich einen Monat ins Zeugs legst dann würde ich nochmal eine Ausnahme machen. „ Ich werde dich nicht enttäuschen!“ sagte mir hunter. „ Na dann legst du mit dem Rest hier mit an! Sagte ich und Stand auf als nächstes kam die tragende bear totem denali an die Reihe. Ich ließ mir die Stute Vortraben. „ Was siehst du?!“ fragte ich meinen neuen lehring. „ Das sie Risse im huf hat? Und einen B..Bockhuf?!“ kam zur Antwort. Das war recht gut, denn genau das gleiche hatte ich auch festgestellt. „ Die risse sind nicht schlimm mit einer speziellen Knetmasse kleben wir diese zu nachdem wir sie ausgeschnitten haben!“ erklärte ich. Sorgfältig machte ich den ersten Vorderhuf und den Hinterhuf, zeigte hunter wie das ging, und die zweite Seite machte er mit meiner Hilfe. Beim ausschneiden stellte er sich etwas tollpatschig an und schnitt sich mit dem Hufmesser in den Handballen, wie man sowas schaffte wusste ich nicht. Nun da hunter sich verletzt hatte schaute er einfach zu und ich machte Denali fertig. Dann drückte ich die Knetmasse ein und fettete die hufen ein. Nun kam der englische Vollbluthengst Mr. Raw Depression an der Reihe. Seine Hufen waren in Ordnung, ich musste nur einige ausgefranste stellen korregieren und fette auch diese ein. Der Hengst war atemberaubend, ob er wohl auf meine gekehrte Trakehners tute Musical Star sollte wäre wirklich eine Überlegung wert. Nun nachdem Raw brav war bekam er ein Leckerli und nun kamen wir zum vorletzten Pferd CHH´Lamperd. Von ihm hatte Vorbesitzer des Gestütes Van Helsing ein Nachkommen aus Star gezogen. Und es war eine gute Entscheidung. Der kleine entwickelte sich prächtig. Auch lamperd´s hufen waren schnell gemacht und so kamen wir zum letzten Pferd einen Tinkerhengst namens Areion. Auch er sollte hinten allu eisen bekommen. Hunter wärmte den Ofen auf. Ich erklärte ihm warum ich gerne heiß beschlage. „ Es gibt zwei verschiedene Beschlag Arten. Kalt beschlag verwendet man häufiger bei Isländern oder jungen Pferden, oder auch welche die Rauch und Feuer nicht abkönnen, hat einen Nachteil, wenn du den huf ausschneidest, entstehen kleine Luftbläschen und diese bleiben auch beim kaltbeschlag bestehen, und so fällt das eisen schneller ab. Beim heißbeschag, macht man das eisen zuerst heiß, ca. 70-100 Grad, legt es auf das Horn, das eisen brennt sich in den huf ein und verschließt diese Bläschen, und so verlieren die Pferde weniger die eisen!“ nun schnitt ich die hufen aus, und hunter gab mir von Anhieb an, die richtige Größe des Eisens. „ Ein Naturtalent!“ lachte ich. Es machte mehr Spaß wenn man zu zweit ist das musste ich eingestehen. Um 16:15 war ich mit dem letzten Bein fertig. Und so konnte ich mich auf dem Weg nachhause machen.
      10.457 Zeichen | by Elsaria | Hufschmiede Glorieas

      29. Mai 2016
      Neue Gesichter

      Ein gleichmäßiges Surren, ein regelmäßiges Piepsen und hin und wieder Schritte drangen an meine Ohren. Die Lider waren schwer und der gesamte Rest des Körpers fühle sich an wie Blei. Dann kam jemand näher an mich heran, das hörte ich an den Schritten. „Mr. Crowley?“ eine unbekannte Frauenstimme. Ich öffnete die Augen und sah in ein fremdes Gesicht. „Gut Sie sind wach.“ sie lächelte mich an und verschwand wieder. Ich hätte mich so gerne aufgerichtet um zu sehen wo sie hinging, aber mein Körper war zu träge. Wenige Minuten später kam die Frau zurück in Begleitung eine weitere Ärztin. Ich wusste mittlerweile wo ich war. Aber wie war ich her gekommen? „Wie fühlen Sie sich?“ fragte die deutlich jüngere Ärztin und prüfte die Werte, die die Geräte anzeigten, an denen man mich angeschlossen hatte. Mein Mund war staubtrocken, würde ich jetzt etwas sagen wollen, würde es sowieso niemand verstehen. Stattdessen hob ich den Kopf vom Kissen um das Zimmer anzusehen. „Sir?“ sie drückte mich wieder zurück und leuchtete mir in die Augen. „Können Sie mir sagen, welcher Tag heute ist?“ Noch eine Frage... Ich räusperte mich. „Mittwoch.“ meine Stimme war rau, aber besser als ich es erwartet hätte. Die Schwester lächelte immer noch. Sie war von eher plumper Statur und mit Sicherheit schon über vierzig. Die Haare hatte sie zu einem festen Knoten gebunden. „Nun, wir haben Samstag. Nur für's Protokoll.“ Die Ärztin wirkte weniger freundlich, aber vermutlich hatte sie einfach Stress. Sie war jung, vielleicht in meinem Alter? Aber durch die Stressfalten und den strengen Gesichtsausdruck wirkte sie älter. „Mr. Crowley. Wie fühlen Sie sich?“ wiederholte sie mit Nachdruck. Gute Frage! Keine Ahnung. Ich weiß ja nicht mal wie ich hergekommen bin. Das Gefühl fand nach und nach seinen Weg zurück in die müden Glieder. Einen Versuch mich aufzurichten vereitelte die Schwester sogleich. „Was ist passiert?“ fragte ich zurück, da ich keine Antwort auf die Gefühlsfrage wusste. „Woran erinnern Sie sich?“ Fragen... wieder eine neue! Könnte Sie mir nicht einfach antworten. „Mhm...“ ich dachte tatsächlich nach, aber konnte nichts entdecken, was mich hierher hätte bringen können. „Was ist das letzte, was Sie Ihrer Erinnerung nach getan haben?“ Wahnsinn, die Ärztin konnte lächeln. Das Letzte... „Ich hab mein Pferd für ein Turnier vorbereitet und wir wollten es in den Hänger laden. Aber...“ ich legte die Stirn in Falten, das konnte nicht sein. Pendragon ist eines der ausgeglichensten Pferde, die wir auf dem Hof haben. Außerdem... „...das war aber mittwochs.“ Was ist denn passiert, zur Hölle?! Die Ärztin stellte mir noch einige belanglose Fragen, die ich zur Hälfte nicht beantworten konnte. Dennoch wirkte sie am Ende halbwegs zufrieden. „Physisch geht es ihnen den Umständen entsprechend gut. Aber wegen ihren Erinnerungen setz ich einen Psychologen auf sie an, das gefällt mir nicht.“ sprach sie jetzt absichtlich nicht im Fachchinesisch, weil sie mich für irre hielt? Ich nickte nur und sie verschwand. Die Schwester hatte sich schon während des Gesprächs aus dem Staub gemacht.

      Über Mittag wurde ich auf Normalstation verlegt, bekam allerdings ein Einzelzimmer. Gut eine Stunde später trudelte eine abgehetzte Person ins Zimmer, zog einen der umstehenden Holzstühle zu sich und setzte sich erstmal um zu verschnaufen. „Alles okay?“ fragte ich, als die Frau auch nach gut einer Minute noch nichts gesagt hatte. Endlich wandte sie sich mir zu. „Ja, ehm, Mr. Crowley, richtig?“ sie warf einen Blick auf ihr Klemmbrett und sah dann wieder zu mir. Ich richtete mich etwas auf und nickte. „Guten Tag, ich bin Ihre psychologische Betreuung für die nächsten Wochen.“ Hatte ich da jetzt richtig gehört? Für die nächsten WOCHEN?! Ich schluckte, aber sie lächelte mich weiterhin unverhohlen an und rückte näher ans Krankenbett. „Sie haben Schwierigkeiten sich zu erinnern, wie sie hier her gekommen sind, hab ich gehört?“ Sie sagte das mit einer Süßlichkeit in der Stimme, dass ich das Gefühl hatte, sie wollte nun Freundschaft schließen. Psychologenspielerei. „Ja.“ antwortete ich knapp und bemühte mich ihr nicht in die Augen zu sehen. „Das Letzte woran Sie sich erinnern ist, dass sie ihr Pferd transportfertig machten.“ Ich nickte abermals. „Sie reiten?“ Wieder nickte ich. Sie lachte leise. Ihre Stimme war sanft und ruhig, aber dennoch sehr feminin. „Man trifft nicht häufig Männer, die im Reitsport unterwegs sind. Wie kamen Sie dazu?“ Verdammt! Keine Ja/Nein-Frage. Ich atmete tief ein und aus. „Ich bin so aufgewachsen.“ Das war die kürzest mögliche Antwort, die mir einfiel und ich ahnte bereits, dass ihr das nicht reichen würde. Unsicher sah ich zu ihr, in Augen die so grün waren, dass selbst das Gras daneben Grau wirkte. Fesselnd. Ich wandte den Blick ab. Ich wollte ihr nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken, auf Psychologengespräche hatte ich keine Lust. „Nun.“ fing sie an und ich atmete laut aus, sah aus dem Fenster auf der anderen Seite des Betts. In eben diesem Moment setzte sie sich noch ein Stück näher an mich heran, näher ging jetzt nicht mehr. Ihre Knie berührten die Stangen des Bettrahmens. „Was genau machen Sie denn im Reitsport?“ Vollendete sie ihre nächste Frage und ignorierte meine Abneigung. „Hauptsächlich Springreiten.“ Wieder eine knappte Antwort. Nichtmal sonderlich spezifisch, aber wenn ich jetzt Military oder Cross Country gesagt hätte, wüsste sie vermutlich nicht mal was das ist. „Und was für ein Turnier war das wo sie mit ihrem Pferd hin wollten?“ - „Springturnier.“ Man war ich dreist. Sie schnaubte verächtlich. „Mr. Crowley...“ sie hörte sich tadelnd an, also wandte ich mich ihr wieder zu. „Ja, Miss...?“ sie hatte mir nicht mal ihren Namen verraten. „OH, mein Name ist Kerry Robertson! Das hab ich in der Eile ganz vergessen.“ Ein verschmitztes Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht. Ich schmunzelte zufrieden. War sie neu in dem Job? „Nun, Sie müssen sich etwas auf mich einlassen, sonst klappt das hier nicht.“ Ich schmunzelte weiter und schien sie damit ein wenig aus der nicht vorhandenen Ruhe zu bringen. „Was soll ich machen?“ fragte ich und freute mich innerlich darüber, die Zügel in der Hand zu haben. „Sie... ach...“ Sie winkte ab und vergrub sich in ihren Akten. „So hat das keinen Sinn mit Ihnen. Wenn Sie nicht wollen, kann ich auch nicht helfen.“ Meine Rede... Ich setzte mich nun ganz auf und spürte zum ersten Mal warum das Krankenhaus aktuell der richtige Ort für mich war. Ein betäubender Schmerz zog vom Knie bis hoch in die Hüfte und ließ mich keuchend zurück in die Kissen sinken. „Alles okay?“ diesmal war es Miss Robertson die diese Frage stellte. Ich lachte, da hatte sie gut gekontert. „Alles Bestens!“ log ich und sie spielte an ihrem Pieper rum. „Sie haben auch so einen?“ fragte ich ohne eine Antwort zu erwarten. Der Schmerz ließ langsam wieder nach und ich entspannte mich. „Ja, ich hab auch so einen.“ wiederholte sie lächelnd. „Nun, Sie wirken nicht auf mich, als hätten Sie Spaß daran sich Schmerzen zuzufügen. Wieso haben Sie sich aufgerichtet obwohl ihr Bein kaputt ist?“ Ich schluckte. Ertappt! „Ich hatte keine Ahnung...“ antwortete ich unsicher. „Ich weiß nicht mal was mit dem Bein ist.“ - „Oh, ich schon.“ sie lächelte. „Ich weiß auch wie Sie hier her gekommen sind. Aber ich hätte es lieber, wenn Sie sich selbst daran erinnern würden.“ Die Situation wurde zunehmend unangenehmer für mich. „Interessant, dass Sie scheinbar mehr über mich wissen als ich.“ - „Nicht mehr über Sie, aber mehr über die letzten Stunden, bevor sie hier aufgewacht sind.“ korrigierte sie mich sofort. „Nagut, ruhen Sie sich aus. Ich schicke Ihnen jetzt einen Arzt, nicht dass da noch mehr kaputt gegangen ist.“ sie schielte zu meinem Bein. „Bis morgen. Vielleicht schau ich auch heute Abend nochmal kurz rein um Gute Nacht zu sagen.“ scherzte sie und verließ das Zimmer.

      Am Abend kam Miss Robertson tatsächlich noch einmal rein, davon bekam ich allerdings herzlich wenig mit, da ich bereits schlief. Der nächste Tag begann, indem man mich unwirsch aus einem Traum riss. „Mr. Crowley. Gut, da sind Sie ja. Sie haben im Traum gesprochen, erinnern Sie sich daran?“ Ich war vollkommen außer Atem, nass geschwitzt und absolut verwirrt. Miss Roberston saß vor mir, hellwach, mit einer Tasse Kaffee in der linken, ihrem Klemmbrett in der rechten Hand. „Ich, ehm... nein.“ Ich runzelte die Stirn. „Gut beruhigen Sie sich erstmal.“ Sie beobachtete wie sich mein Brustkorb in viel zu schnellem Tempo hob und sank. Ein paar Minuten Ruhe gönnte sie mir, bis sie mich wieder ansprach. „Erinnern Sie sich jetzt?“ Sie wirkte wesentlich professioneller heute. „Ich bin mir nicht sicher.“ gab ich zu und wühlte in meinen Gedanken. Ich war absolut verwirrt. Wie spät war es eigentlich? Ich suchte verzweifelt nach einer Uhr, doch es hing keine in diesem Raum. „Ich weiß, dass ich nach dem Turnier am Mittwoch nach Hause kam und dass am Samstag, an dem ich hier aufgewacht bin, ein weiteres anstand.“ - „Soso... erinnern Sie sich auch an Details vom Samstag?“ Sie sah nur beiläufig zu mir. Sie war so abweisend. Und wie ich mich erinnerte. „Ja...“ Noch bevor Miss Robertson weiter stochern konnte, erzählte ich von mir aus wie diese Details aussahen. „Wir waren im letzten Drittel der Strecke. Mit wir meine ich mein Pferd und mich. Es war komplett verregnet, wir waren beide bis auf die Haut durchnässt. Bei so einem Turnier keine Seltenheit, das waren wir gewohnt. Dennoch... So erfahren wir auch beide waren, bei einem Wasserhindernis, wo wir von einem kleinen Abhang in Gewässer springen mussten, rutschte mein Pferd beim Absprung ab. Ich erinnere mich noch, dass ich mit einem Fuß im Steigbügel hängen geblieben bin... Weiter weiß ich nicht.“ Die Psychologin nickte anerkennend. „Mehr können Sie nicht wissen, weil sie bewusstlos wurden.“ Mein Magen zog sich zusammen. Was war mit Lamperd passiert? „Wissen Sie ob mein Pferd okay ist?“ fragte ich hoffnungsvoll, doch die Frau schüttelte entschuldigend den Kopf. „Aber vielleicht können Ihnen Ihre Verwandten da weiterhelfen, die dürfen Sie ab heute Nachmittag besuchen.“ Freude mischte sich in das mulmige Gefühl.
      „Gut, wir haben denke ich heute eine Menge erreicht, heute Abend sehe ich nochmal vorbei.“

      Am Nachmittag kamen wie versprochen meine Eltern vorbei. Mit Lamperd war soweit alles in Ordnung, sie hatten aber zur Vorsicht einen Tierarzttermin vereinbart. Selbstverständlich fragte ich auch nach den anderen Schützlingen und hörte nun zum ersten Mal etwas von „den“ Fohlen. Dabei habe ich nur eines im Kopf. Außerdem kam das Gespräch auf Catalina, meine Exfreundin. Ich gab es vor meinen Eltern nicht zu, aber ich hatte keine Ahnung von wem sie da sprachen. Nachdem die beiden wieder weg waren kam jemand und brachte mir ein paar Krücken, damit ich aufstehen konnte. Nach ein paar Übungsschritten, war ich recht sicher unterwegs. Krücken kannte ich schon aus früheren Verletzungen. Miss Robertson fing mich abends vor der Türe ab, wo ich gerade rauchte. „Hier stecken Sie!“ Sie sah mich mit einer Mischung aus Erleichterung und Empörung an. Wie schaffte sie das? Ich stieß einen Schwall Rauch aus und steckte die Zigarette aus. „Schon so spät?“ fragte ich, während ich die angelehnte rechte Krücke wieder in die Hand nahm. Miss Robertson nickte. „Wir können ja etwas spazieren gehen, wenns Ihnen nichts ausmacht?“ Sie schielte auf mein kaputtes Bein. „Gerne.“ gab ich zurück und wir schlenderten langsam in Richtung Krankenhauspark. „Und wie geht es ihrem Pferd?“ - „Gut soweit.“ - „Das ist schön.“ Eine lange Pause des Schweigens trat ein. Wie konnte ich am besten ansprechen, dass ich mich nicht an meine Exfreundin erinnerte? Nicht an sie und nicht an alles was mit ihr zusammenhing? „Was bedrückt Sie?“ - „Wie?“ - „Na hören Sie, ich bin Psychologin, ich merke wenn jemand über etwas grübelt.“ Sie lachte leise und bugsierte mich zur nächsten Bank, wo wir uns setzten. „Mhm... Da... Meine Eltern haben heute Nachmittag eine Frau erwähnt, meine Ex-Freundin...“ - „Ja?“ sie wirkte verwirrt. Konnte sie mir noch folgen oder war das jetzt schon zu kompliziert? Einen Moment zögerte ich, dann fuhr ich fort. „Ich erinnere mich nicht an sie... auch nicht an sämtliche Ereignisse die mit ihr in Verbindung stehen. Es ist mir alles fremd. Klingt das irgendwie logisch?“ Nun war es an Miss Robertson zu grübeln. „Es wäre da natürlich gut mehr über Sie und Ihre Freundin zu wissen.“ - „Ex...“ korrigierte ich. „Und für mehr Infos sind Sie bei mir im Moment falsch...“ ich lachte. Das ganze war so verrückt. Wie konnte man denn eine ganze Person einfach vergessen? „Wäre es möglich ihre Ex-Freundin herzubestellen?“ Ich schüttelte den Kopf. „Sie ist vor Kurzem gestorben.“ Ihre Augen weiteten sich, als hätte sie gerade den Einfall ihres Lebens. „Das wäre möglicherweise eine Erklärung.“ - „Ach ja?“ - „Traumatische Erlebnisse werden manchmal verdrängt.“ - „Aber wieso erst nach dem Unfall?“ Ich war verwirrt. „Weil sie sonst daran kaputt gegangen wären... Ich werde morgen mit ihren Eltern sprechen, wenn Ihnen das recht ist?“ Ich nickte. „Gut, dann belassen wir es für heute dabei.“ Wir standen auf und gingen gemeinsam zurück ins Krankenhaus, wo sich unsere Wege schließlich trennten.
      Die nächsten Tage waren für Miss Robertson sehr aufschlussreich. Sie wusste jetzt wo sie anpacken musste. Mein Erinnerung kam dennoch nicht zurück. Sie riet mir nicht in Panik zu geraten, das würde nach und nach kommen, wenn ich wieder nach Hause käme. Erstmal wurde ich in Reha geschickt, wo ich die nächsten vier Wochen verblieb. Erst danach kehrte ich nach Hause.

      „Oh mein Baby!“ meine Mutter schloss mich wie immer, wenn ich lange weg war oder etwas passiert war in ihren Arm. Dieses mal wehrte ich mich nicht dagegen. Zum einen weil sich das auf Krücken schwer gestaltete und zum anderen, weil doch ganz gut tat. „Miss Robertson hat gesagt sie möchte versuchen mindestens jeden zweiten Tag einmal herzukommen, damit du nicht in die Tagesklinik musst. Sie denkt das wäre hilfreicher für dich in deiner gewohnten Umgebung.“ Ich nickte und lächelte. „Ja, das hat sie mit mir abgesprochen. Alles okay.“ Mein Vater schleppte nach der Begrüßung meine Tasche ins Haus. „Willst du was essen?“ Das änderte sich wohl nie. Ich lachte. „Nein, danke. Ich geh in den Stall.“ Ich wollte sehen ob das meinem Kopf auf die Sprünge half. Zu meinem Entsetzen fand ich hier einige Pferde, die mir nichts sagten. „Haben wir Einstaller bekommen?“ Fragte ich Gine verwirrt, da sie gerade mit CHH' Lamperd auf der Stallgasse stand. Sie schüttelte besorgt den Kopf. „Aber erstmal 'Hi'. Schön dich wieder zu sehen.“ Den Striegel noch in der Hand kam sie auf mich zu und umarmte mich kurz. Sie wirkte furchtbar besorgt. „Alles okay?“ fragte ich schließlich, wer weiß was ich noch vergessen hatte. Ich wollte keinesfalls grob wirken, indem ich meine Mitarbeiter ignorierte. Sie schüttelte bedächtlich den Kopf, eine Träne rollte über ihre Wange. „Was ist denn passiert?“ ich lehnte die Krücken an die Boxentüre und öffnete die Arme um sie zu halten. Kaum hatte sich sie eingeschlossen fing sie an zu schlurchzen. „Hey...“ Behutsam strich ich über ihren Hinterkopf. Dann löste sie sich aus der Umarmung und sah mir mit feuchten Augen an. „Du erinnerst dich wirklich an Nichts?“ fragte sie. „Nun, 'Nichts' ist ein hartes Wort. Ich kenne Lamperd da hinten, ich kenne dich... Slap Happy und Samson sind mir auch ein Begriff und von Slap Happy's Fohlen weiß ich auch noch.“ - „Welches?“ - „Na den braunen Hengst.“ Verdutzt starrte sie mich an. „Moment, du erinnerst dich an Raving Hope Slayer, aber nicht an Bearing Spots und Accomplishment? Wie geht das, die beiden waren vor dem Hengst da.“ Was fragte sie mich das... „An wen erinnerst du dich noch?“ Sie zog mich ein Stück durch die Stallgasse. „Was ist mit dem hier?“ Ihr Blick fiel auf einen braun gescheckten Araber. „Keine Ahnung.“ - „Das ist Majd. Du hast ihn von Catalina bekommen. Genauso wie Eismärchen, Arcany und Pendragon. Arcany ist übrigens die Mutter von Accomplishment.“ - „Mhm...“ Ich hatte längst den Faden verloren. „Den nächsten kenn ich. Das ist PFS' Heart of Ocean.“ Zufrieden grinste ich, während Gine lachte. „Und ich hatte noch zwei Stuten dazu. Iceflower und Princess Sansa.“ Sie nickte anerkennend. „Die beiden sind übrigens bald bereit für ihre Zuchtzulassung, du kannst dir schon mal was überlegen für die jeweilige Kür.“ Sie warf das so nebensächlich rein. Das war doch großartig! Und es würde mich die nächsten Tage etwas ablenken von meinen eigentlichen Problemen. „RAY!“ Hätte mein kaputtes Bein mich schon richtig getragen, hätte ich mich aus Gine's Unterstützung gerissen und wäre zur Box meines zweiten Vollbluthengstes gelaufen. „Ah, den kennst du auch noch, eh?“ Sie grinste und rieb sich mit einer Hand über die noch immer etwas feuchten Augen. „Bear Totem's Denali ha-“ - „Denali kenn ich noch.“ - „Ja, sie ist die Mutter von Bearing Spots. Das zweite fohlen an das du dich nicht erinnerst.“ Wieder brummte ich. „Wo stehen die Stuten?“ - „Sie sind draußen. Komm.“ Gemeinsam schlenderten wir zu den Weiden, wo ich auch Missy und Moulan wieder erkannte, wenn auch nur nach reichlich Überlegungszeit. „Zwei sehr expressionistische Scheckungen.“ fiel mir auf. „Ja, die helle ist Bearing Spots und die Braune ist PFS' Savory Blossom. Sie sind Halbgeschwister.“ Das erklärte die Ähnlichkeit. „Hast du Hunger?“ fragte ich Gine schließlich. Als sie nickte gingen wir ins Haus, sammelten auf der Stallgasse meine Krücken ein und aßen etwas. Meine Mutter freute sich, dass ich mich doch entschlossen hatte noch etwas zu essen, obwohl ich voll war. Es hätte sie gekränkt, wenn ich ohne ihr Essen schlafen gegangen wäre. Die nächste Zeit würde es viel zu regeln geben. Erst am nächsten Morgen begriff ich wie hart es für mich war so viele für mich fremde Pferde im Stall stehen zu haben. Einige davon gehörten noch Catalina und mussten verkauft werden.
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      Tages Bericht von Rinnaja
      vom 16.06.2016
      Mein Erster Tag bei Samson

      Ich machte mich Früh los da ich eine Rb hatte. Jeder der mich Fragte wollte wissen wieso ich mir eine Rb angeschaft hatte. Ganz einfach ich wollte wieder mit einen Tinker Arbeiten, Wollte aber den noch mir kein neues Pferd zuholen. Ersten habe ich eigentlich nicht die Zeit da zu und Zweitens Fehler mir das Geld. Wo ich mehr auf zweiten Tentierte. Ich machte mich auf den Weg zu BearBrook Hof wo der Tinker Wallach auf mich wartete. Ich wusste nur das er 12 Jahre alt war und ein Rappschecke war mit eine Masse von 1.62. Nach einer Gefühlten Stunde kam ich bei BearBrooken auf den Hof an. Ich stellte das Auto ab und ging los und guckte mich auf den Hof um. Es roch nach Pferd,Heu und Stroh genau mein Liebling geruch dachte ich mir und lief weiter. Es war nicht viel Auf hof los und BearBrook fande ich auch schnell. Sie war grade im Stall und Versorgte hiere Pferde. Als ich sie Begrüßte, ich sagte hier das ich die dame am Telfefon sei und ich mich für Samson intressieren wurde und gerne mit ihn ein wenig Arbeiten wurde. Sie lachelte und zusammen gingen wir zu Samson der gemutlich in seinen Stall stand. Sie erzahlte mir das er das er gut in Western wahre und er mal vor langer Zeit auch eingespannt wurde. aber man noch ein wenig Pfeilen musste damit er wieder rein kommen wurde. das aber mehr in gespannt, Ich nickte hier zu und sagte das ,das kein Problem sei und nahm sich Samson´s Halfter und streifte es ihn über. Sie sagte mir auch das sehr Liebenwürdigt sei aber er seine Grenzen gerne testen wurde. Ich lachte und meinte nur so ne Pferd habe ich auch im Stall werde damit schon klar kommen. zusammen ging wir in die reithalle samson machte einen Sehr enspannten ein druck und lief hinterher als hatte er alle Zeit der welt. auf den ersten Blick gefiel mir der Rappscheck sehr und auch seine ruhe war sagen haft. Ob das alles nur teuchung ist wir werden sehen ? dachte ich mir. In der reithalle lies BearBrook den wallach los und er lief los. ein paar runden im Schritt, Trab und auch Später Galopp. Er hatte eine wunder schöne bewegung und war nicht aus der Ruhe zu bringen. Am meisten hatte es mir seine sehr lange Mahne angetahn die schön im wind wehte wenn er Galoppiere. Naturlich machte ich ein Paar fotos bevor er wieder im schritt parierte und er machen durfte was er wollte. Ich und BearBrook hatten und aus geredet und alle fragen wurden gestellt. Zusammen brachten wir Samson wieder in den Stall dies mal frührte ich ihn zuruck und er lief super mit. Als er in seiner box war und das halfter ab machte schbaute er beruhgen ab und ich ging raus. BearBrook. erzahlte und Zeigte mir noch alles vor samsun und erzahlte mir was zu beachten habe und zu tun hatte. Nach einer weile verabschiedet ich mich von Bear und ging wieder zu meinen Auto. Es war echt ein sehr schöner Vormittag und freude mich auch weiter Treffen mit Samson und Naturlich BearBrook.

      Tages Bericht von Rinnaja
      vom 05.09.2016

      Es war mal wieder Zeit zu meiner Rb Samson zu Fahren und ihn ein wenig zu bewegen. Als ich auf hof angekommen war machte ich mich gleich auf weg zum stall aber Samson war heute draußen auf der weide. Ich nahm sein Halfter mit und holte ihn runter und ging mit ihm zum Putzplatz.Wo ich ihn erst mal grundlich Putze und danach wenig spatzieren ging mit ihm. Ich muss mich auch wann mal drauf setzten aber ich wusste das Western nicht so mein fall war. Ich guckte mit ihm mir die umgebeung an und freude mich über sie schöne neue umgebung. es war halt ganz anderes als bei uns aber dennoch schön. Zuruck auf dem hof angekommen bekamm Samson sein Futter und ich machte noch mal die Hufen sauber. Samson war ein sehr ruhg Zeit genosse und ich genoss jeder minute mit ihm. Ich war echt froh das ich ihn Pflegen durfte und später reiten durfte. aber erst mal Vertrauen das war mein haubtziel. als er Fertig war brachte ich ihn wieder zuruck auf der Weide wo ich ihn gefunden hatte. Packte alles sauber und Ordenlich zusammen und machte mich auf den weg wieder nach hause. es war ein sehr schöner tag und ich freude mich auf das näste mal schon mit ihm.


      06. September 2016
      Exhausting

      Bei vier Fohlen und zwei Neuzugängen, die eingewöhnt und in den Alltag integriert werden müssen bleibt nicht viel Zeit um über anderes nachzudenken. Die Therapie steckt aktuell auch fest. Ich mein, es geht mir gut... aber Erinnerungen kamen bisher nur wenige zurück. Mit den Pferden bin ich wieder vertraut wie eh und je. Meinem Bein geht es ebenfalls wieder gut. Meine Eltern halten wieder Ausschau nach Pferdetrainern und geben mir immer kurz vorher Bescheid, wenn einer kommt. Zuletzt kam spontan jemand um den Reitponyhengst PFS' Heart of Ocean im Fahren zu trainieren. Er macht es einem nicht leicht, aber er wurde so vorsichtig herangeführt, wie es eben möglich war. Seit gestern ist Ocean offiziell eine Leistungsklasse aufgestiegen. An Iceflower und Princess Sansa kommt er damit zwar nicht heran, aber Eismärchen würde bald ebenfalls auf das A Niveau gebracht werden und dann könnte man daraus ein Gespann bilden. Mal sehen ob das klappt. Noch liefen sich die beiden Tigerschecken nur äußerst selten über den Weg. Die gekrönten Reitponystuten jedenfalls hatte ich meiner Kollegin in Deutschland vermacht. Iceflower und Princess Sansa würden es bei Joicy gut haben.

      Die Fohlen Raving Hope Slayer, Bearing Spots und PFS' Savory Blossom entwickelten sich gut. Herausragend waren sie alle auf ihre eigene Art. Bear Totem's Denali, Arcany und Slap Happy waren wieder vollwertig einsetzbar im Reitsport. Isaac und Gine hatten reichlich zu tun. Ich natürlich auch. Wobei sich meine Arbeit eher bei den Hengsten abspielte, so gerne ich auch mehr Zeit für Scheppi hätte, im Moment war es nicht drin sich ausführlich um meine erste Stute zu kümmern. Nun hatten wir auch noch Scarlet in Birth da, an der Isaac einen Narren gefressen hatte. Moulan war wieder so fit, dass sie auch recht gute Zeiten einlief auf der neuen Rennbahn. Chuckling Dancing Mess brachte gute Leistungen wie immer. Jeder mag Missy. Vielleicht würde sie bald den Besitzer wechseln.

      Mr. Raw Depression, CHH' Lamperd und Pendragon standen gut im Training, da sie für die Decksaison natürlich gut aussehen sollten. Besonders beschäftigte mich bei den Hengsten Majd, den ich vermehrt auf Turnieren vorstellte. Der Araber sammelte so fleißig Punkte, dass er wohl bald für die Hengstleistungsprüfung bereit war. Zu Come Back Cupcake und Samson gesellten sich nun auch zwei Jungpferde: Mephisto und Vikar. Die beiden Gypsy Cobs legten den Grundstein für eine neue Zuchtrasse auf dem Gestüt. Beide Junghengste waren sehr vielversprechend. In erster Linie durften sie aber Kind sein und wuchsen bei den Freizeitpferden auf, weil die Weide für Jungpferde noch im Aufbau war. Eigentlich fing gerade die Phase der Zucht an, in der die Pferde zu 90% zuchtfertig waren, die Ställe gut bestellt, das Personal glücklich und die Kunden ebenfalls. Eigentlich. Uneigentlich fing das Chaos jetzt erst so richtig an. An allen Ecken wurde gebaut. Die Youngsters sollten nicht nur eine eigene Weide, sondern auch einen großzügigen Offenstall bekommen. Nächstes Jahr kamen schon die nächsten Fohlen und dann würde es eng werden, sollten die Ein-, Zweijährigen keinen Platz machen können.

      Das alles heruntergerattert aufzuschreiben zeigt einmal mehr wie hektisch die Tage sind. Die Veränderung klopft von allen Seiten an und verlangt nach Einzug. So schnell konnte ich garnicht laufen um allen gerecht zu werden. Bei weitem nicht. Aber ich tat mein bestes. Heute Stand die Vorbereitung für neue Fohlen an. Sieben Fohlen sollten nächstes Jahr hier zur Welt kommen, wenn alles gut ging. Sieben. Alle außer eines von fremden Stuten, sodass ich zum Teil fremde Stuten auf dem Hof hatte und zum Teil sechs Monate, bis zum Absetzen, immer zwischen dem Hof auf dem die Stute stand und dem Bear Brook EC pendeln musste. Was für ein Spaß. Bei dem Gedanken lief es mir eiskalt den Rücken runter.

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      Haare raufend saß ich am Schreibtisch. Draußen war es bereits dunkel und man hörte nur hie und da ein Wiehern oder Schnauben der Pferde, die nachtaktiv waren. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es bereits 11pm war. Egal. Ein weiterer Schluck Kaffee würde mir wieder etwas Energie einhauchen. „Dein wievielter Kaffee ist das heute?“ Die sanfte Stimme Isaacs klang dumpf in meinen Ohren. Ganz so, als hätte ich es nur geträumt. Schließlich war ich alleine hier und alle anderen schliefen bereits tief und fest. Erst als er mir eine Hand in den Nacken legte schrak ich hoch. Das war definitiv eine bessere Methode um wieder wach zu werden, als abermals einen Schluck kalten Kaffees zu nehmen. Verwirrt drehte ich mich um und sah in ein fragendes, aber immer noch freundliches Gesicht. „Keine Ahnung.“ gab ich mit angeknackster Stimme zur Antwort. „Ich zähle nicht mehr mit.“ - „Du solltest schlafen, was machst du da?“ Neugierig wie er war beugte er sich über mich um zu sehen was ich gerade auf dem Bildschirm hatte. „Die Baufirma, hm?“ Die Stirn in tiefe Falten gelegt las er sich die Mail durch, die ich geöffnet hatte. Nickend klappte ich den Laptop zu. „Gibt es Probleme?“ fragte Isaac besorgt, dessen Hand noch immer auf meiner Schulter ruhte. Mit einer sehr langsamen Bewegung hob ich mich aus dem Stuhl und streckte mich in einem Zug. Ein paar der Rückenwirbel knackten vorwurfsvoll. „Hunter?“ Isaac sah mich noch immer fragend an. „Bitte?“ fragte ich, da ich schon wieder vergessen hatte was er wollte. „Schon gut.“ Jetzt grinste er wieder. „Sagmal willst du heute nicht nach Hause?“ Nun war es an mir ihn verwirrt anzusehen. Es war spät und er noch auf dem Hof. Sein Heimweg daurte rund eine Stunde. Das lohnt sich schon fast nicht mehr für ihn überhaupt loszufahren, falls er noch Schlaf haben wollte. Dann bemerkte ich dass er sowieso den Kopf schüttelte. Gut... war das geplant? „Findest du dein Zimmer oder soll ich dir eine Wegbeschreibung geben? Du siehst aus als würdest du nichtmal den Weg zur Tür finden.“ Belustigt deutete er auf die Tür hinter sich. Ich schnaubte verächtlich. „Danke ich komme zurecht.“ Kam ich nicht. Aber das würde ich niemals zugeben. „Gute Nacht, Isaac.“ beendete ich das merkwürdige Gespräch, klemmte mir den Laptop unter den Arm und schlenderte aus dem Wohnraum um ins Bett zu gehen. Die dumpfen Schritte von Isaac verrieten mir dass er auch schlafen ging. Allerdings führte ihn sein Weg in eines der Gästezimmer. Warum schlief er noch gleich hier, diese Nacht?

      Am nächsten Morgen wurde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen, als meine Mutter ins Zimmer platzte. „Deine Therapeutin ist da!“ Stöhnend zog ich mir das Kissen über den Kopf. „Wie spät?“ fragte ich, bekam jedoch keine Antwort mehr. Nach ein paar Sekunden Halbschlaf richtete ich mich auf und sah aus dem Fenster. Regen... Großartig. Kein Wunder, dass ich nicht wach werde. „Es ist 9am, Hunter.“ Das war nicht meine Mutter. Hektisch sprang ich auf, wandte mich um und riss dabei mein Smartphone vom Nachttisch. Kerry Robertson lachte und sprach sanft weiter. „Guten Morgen!“ Perplex starrte ich sie an. Mittlerweile hatte sie sich an den Rand meines Bettes gesetzt. Was zur Hölle?! „Setz dich, wir müssen reden.“ - „Darf ich mich vielleicht erstmal fertig machen und einen Kaffee holen?“ fragte ich ein wenig schroffer als gewollt. Sie wandte sich um und sah mich herrisch an. „Nein. Setzen!“ Stumm platzierte ich mich neben ihr und starrte auf den Boden vor uns. „So... Man sagte mir du schläfst kaum und arbeitest dich stattdessen lieber kaputt?“ Finster sah ich auf. „Ist das etwas Neues?“ In ihrem Blick erkannte ich, dass sie mir am liebsten irgendwas über den Kopf gezogen hätte für diesen Spruch... einen schweren Atlas oder einen Ziegelstein vielleicht? „Hunter, ich hab die Macht dich in eine Anstalt zu versetzen. Verscherz es dir nicht mit mir.“ Mit vollster Genugtuung sah sie wie ich mich etwas aufrappelte und sie aufmerksam ansah. „Gut so.“ - „Mach dich fertig, wir sehen uns im Stall.“ Ohne eine Antwort abzuwarten stand sie auf und verschwand. Was war das denn für eine Aktion? Was ist los mit den Menschen?

      Eine kalte Dusche und ein Kaffee weckten die letzten müden Glieder in mir und gut eine halbe Stunde nach Kerrys Auftauchen stand ich auf der Stallgasse. Die Pferde waren schon gefüttert und im hinteren Teil des Stalls stand Kerry zusammen mit Gine. Die beiden hatten Pendragon und Ocean geputzt und gesattelt. Die Hengste vertrugen sich und standen mehr oder weniger ruhig da, während Majd in seiner Box am Rad drehte. Neugierig trat ich an die beiden Frauen heran. „Hey Hunni, ich mach heute die Jungpferde, Isaac ist mit den Stuten beschäftigt und dein Vater hat Lamperd schon zur Rennbahn gebracht und longiert gerade Ray ab.“ erklärte sie mir in einer unmenschlichen Geschwindigkeit. „Und warum stehen die beiden hier gesattelt rum?“ fragte ich als ich alles verarbeitet hatte. „Weil wir jetzt einen Ausritt machen.“ antwortete Kerry. Ich lachte kurz, bis ich erkannte dass sie das ernst meinte. „Ich dachte du reitest nicht?“ fragte ich verwirrt. Sie lächelte und stieg auf Pendragon. „Einen gemütlichen Ausritt kriege ich gerade so noch hin. Los, Aufsitzen!“ Seufzend stieg ich in den Sattel. Gine hatte sogar die Steigbügel schon auf meine Länge eingestellt. „Wohin solls gehen?“ fragte ich während wir auf den Innenhof ritten. Kerry zuckte mit den Schultern. „Irgendwo hin wo es schön und ruhig ist.“ - Wald... dachte ich. Aber auf freiem Feld würde ich mich wohler fühlen, also ritt ich über die große Einfahrt vom Hof und überquerte mit Kerry die Straße. Rechts lag nun ein Rapsfeld und links eine Wiese, die erst gegen Jahresende bestellt werden würde. Es regnete übrigens noch immer, aber so schwach, dass sich das Wasser nur schleichend durch die drei Lagen Stoff grub. Einige Minuten ritten wir schweigend hinterinander her. Irgendwann trabte Kerry Pendragon an und holte auf um mit mir sprechen zu können. „Kann man irgendwo Rast machen?“ fragte sie nur. Misstrauisch sah ich sie an. „Der See ist etwa zehn Minuten entfernt.“ Zufrieden grinste sie mich an. Bis zum See sagte niemand ein Wort. Erst als wir ankamen und Kerry abstieg ergriff ich das Wort. „Was hast du vor?“ mir war mulmig. Beim See war ich schon sehr lange nicht mehr, irgendwas hielt mich fern von hier. Das hatte sich nicht geändert. Alles in mir schrie danach wieder zu gehen. „Ich möchte nur mit dir reden, komm schon.“ aufmunternd sah sie mich an. „Steig schon ab.“ Während sie Pendragon abstellte, stieg ich ab. Ocean stellte ich gleich neben den Braunen. „Komm her und setz dich.“ Kann die auch was anderes sagen? Wortlos setzte ich mich neben sie und starrte mit ihr auf die glitzernde Wasseroberfläche des Sees. „Schön oder?“ fragte sie immer noch glücklich. „Wieso bist du so angespannt? Was erwartest du?“ Sie hatte meinen Blick bemerkt und sich nun etwas mehr an mich gewandt. „Keine Ahnung.“ murmelte ich ohne aufzusehen. „Kannst du schwimmen?“ Mit dieser Frage hatte sie etwas in mir zerbrochen. Ich konnte nichtmal sagen was es war. Was ich wusste war, dass mir jetzt tausende Gedanken durch den Kopf schossen. Alle drehten sich um den See und um die Erinnerung an einen Tag... Erst als Kerry mich erneut ansprach konnte ich klarer denken. „Komm ins Wasser. Das wird dir gut tun.“ Ungläubig sah ich sie an. Sie war mitsamt Kleider einfach in den See gegangen und ein bisschen rausgeschwommen. Das nannte sie Therapie? „Was für eine Methode ist das?“ fragte ich immer noch abgeneigt. Was auch immer sie versuchte, es klappte nicht. „Konfrontationstherapie, Hunter. Komm her, dann erkläre ich es dir.“ sagte sie ruhig und damit so leise, dass ich es fast nicht verstand. Ein hilfesuchender Blick zu den Pferden verriet mir, dass es wohl kaum einen Weg gab der mich am eiskalten Nass vorbeiführte. Langsam tastete ich mich ans Wasser heran bis ich mich schließlich ans Ufer setze. „So jetzt bin ich nass, reicht das?“ - „Nein.“ Ich seufzte schwer und schwamm zu ihr. Wieder schossen Erinnerungen an mir vorbei. Sie waren sehr wage, aber ich wusste jetzt dass ich mit Catalina hier war. Das war damals unser erstes 'Date'. „Können wir wieder an Land? Das Wasser ist eiskalt.“ - „Man gewöhnt sich aber daran.“ warf Kerry ein und grinste mich an. „Willst du dann reden?“ Ich nickte stumm und schwamm zurück. Angestrengt versuchte ich meine Gedanken zu sortieren bis Kerry ebenfalls an Land kam und sich mir gegenüber setzte. „Also?“ fragte sie und suchte meinen Blick. Ich nahm einen tiefen Atemzug bevor ich anfing ihr von dem Tag mit Catalina zu erzählen. Je mehr ich darüber sprach, desto mehr Details fielen mir ein. Am Ende des Tages hatte ich ein klares Bild meiner toten Freundin im Kopf. Sie hatte lange dunkle Haare, dunkler als Kerry und länger. Sie hatte dunkle, fast schon schwarze Augen. Wenn sie sauer war konnten sie sehr bedrohlich wirken. Sie war ein ganzes Stück kleiner als Kerry. Halt. Was mache ich da? Ich kann doch meine tote Freundin nicht mit meiner Therapeutin vergleichen! Erschrocken und verwirrt über diese Gedanken wich ich Kerrys Blicken aus. „Das war gut, Hunter.“ klang die viel zu ruhige Stimme in meinem Ohr. Catalina war da anders... Aber da durfte ich nicht dran denken.

      Wir beide froren wie bekloppt. Wir konnten von Glück reden, dass es aufgehört hat zu regnen und wir wenigstens ein bisschen in der Sonne trocknen konnten bevor wir wieder zum Stall ritten. Ocean und Pendragon freuten sich als wir wieder aufbrachen. Zwei Stunden gesattelt am See zu stehen war sicherlich keine angenehme Beschäftigung für die Hengste. Den Rückweg über sagte wieder niemand ein Wort. Erst als wir die Pferde abgesattelt und in die Boxen gebracht hatten nahm Kerry wieder das Gespräch auf. „Ich glaube, Hunter... Dass die Therapie bald beendet werden kann.“ sagte sie mit einem Gesichtsausdruck der sich nicht entscheiden konnte ob er glücklich oder traurig war. Was war das für ein seltsames Lächeln? „Glaubst du...“ gab ich brummend zurück, während ich Pendragons Halfter an seine Box hängte. Sie nickte stumm. Ungewöhnlich. Wieso sprach sie nicht, hat es ihr die Sprache verschlagen? Als ich mich umdrehte wich sie meinem Blick aus. „Was ist los?“ fragte ich stirnrunzelnd. „Nichts.“ der Unterton der ihrer Stimme mitschwang verhieß nichts Gutes. Ich machte mir nichts daraus und zuckte mit den Schultern. „Nun, hast du Hunger? Ich kann was kochen.“ Wenn man das so nennen konnte. Ich war ein grausamer Koch. Meine Mutter hatte heute keine Zeit dafür und wir waren eher von unserem Ausflug zurück als ich erwartet hatte. Noch immer schwirrten mir die Bilder von Catalina durch den Kopf, aber es ging mir ganz gut damit. Vermutlich würde ich erst heute Abend Gelegenheit bekommen das alles zu sortieren um schlussendlich daran zu verrecken. Seis drum. Kerry lehnte ein Essen ab und fuhr stattdessen wieder ab. Die Therapietage waren immer merkwürdig, aber so schlimm wie heute war noch keiner. Irgendwas stimmte nicht.

      Am nächsten Morgen stand ich freiwillig schon um 4am auf. Ich konnte so oder so nicht schlafen, wenn ich alle halbe Stunde auf die Uhr sah. Wie erwartet hatten mir die Gedanken den Schlaf geraubt. Mit Catalina hatte ich nun abgeschlossen. Mir ist einiges wieder klar geworden und es war eine riesige Last die mir da von den Schultern fiel. Dadurch dass Catalina nun auch schon eine Weile tot war und ich sie so lange verdrängt hatte konnte ich nichtmal traurig sein, dass das was war jetzt nicht mehr ist. Es war wie ein Buch, dass ich nun zuklappen konnte. Viel mehr Kopfzerbrechen bereitete mir Kerry, die sich so seltsam verhalten hatte, dass ich sie am liebsten angerufen hätte. Vermutlich hätte das aber den falschen Eindruck gemacht. Sie war nur meine Therapeutin, keine Freundin. Die Distanz hatte sie bisher immer gewahrt und ich würde sie nicht durchbrechen. Dankbar war ich ihr trotzdem. Der Alltag ließ sich nun trotz der Schlafstörungen einigermaßen gut meistern und laugte mich nicht mehr allzu sehr aus.
      15.822 Zeichen | sadasha

      14. November 2016
      Vorbereitungen
      Mephisto (Fohlen ABC - Teil 1)
      Lady Lyneth Bowen | Vikar | Samson

      Hunter | Es war bereits Mittag, als ich von der Rennbahn zurückkam um die restlichen Arbeiten auf dem Gestüt anzugehen. Mephisto würde heute eine Trainingseinheit bekommen, mit ganz viel Pflege. Der junge Hengst genoss die Zeiten, in denen man sich nur um ihn kümmerte. Besonders die Kinder hatten massig Spaß an dem immer größer werdenden Palominoschecken.
      Der Hengst stand seit heute Vormittag draußen auf der Weide, zusammen mit Vikar, der schon um einiges älter war. Voll Motivation schnappte ich mir Mephistos Halfter und betrat die Koppel. „Mephisto! Komm her!“ rief ich quer über die Wiese, die heute mehr schlammig als grün war. Lange durften hier keine Pferde mehr drauf stehen, sonst würde hier nichts mehr wachsen ohne dass man neu aussäht. Mephisto kam natürlich nicht von selbst. Seufzend bahnte ich mir einen Weg über die schon wieder trockenen Stellen der Wiese bis hin zu dem Junghengst, den ich haben wollte. Ruhig blieb er stehen und beobachtete mich bei meinen Umwegen, bis zu ihm. Er ließ sich ohne weitere Probleme aufhalftern und kam dann mit zurück zum Stall. Übrigens war von seiner Scheckung kaum noch etwas zu sehen, die Übergänge verschwammen im trockenen Dreck, der vom Wälzen an ihm haftete. Auch im Langhaar hatten sich ein paar trockene Erdbröckchen gebildet.
      In der Stallgasse machte ich Mephisto fest. Wir hatten hier unsere Ruhe, die Pferde in diesem Abteil standen alle auf den Weiden.

      Gine | Voll Energie fuhr ich zur Arbeit. Einen Coffee to Go im Becherhalter des Autos und das Chart-Radio voll aufgedreht. Laut mitsingend fuhr ich auf den Hof, schnappte mir Kaffee und Sporttasche und ging mit federnden Schritten ins Haupthaus um die Crowleys zu grüßen. Hunter war schon unterwegs zur Rennbahn, wie mir seine Eltern berichteten. „Wollte er nicht die Kaltblüter machen?“ Mr. Crowley Senior zuckte nur die Schultern und wandte sich dann wieder seiner Zeitung zu. „Na gut...“ murmelte ich. Mit etwas gedämmter Laune ging ich ins Bad um mich umzuziehen. Wenn Hunter es nicht machte, musste ich wohl ein wenig Vorarbeit leisten. Gedankenverloren machte ich meinen Zopf neu, der sich beim Umziehen etwas gelöst hatte. „Ihr könnt Hunter ja sagen, dass ich Lady Lyneth Bowie...“ - „Bowen!“ - „Genau... schon gemacht hab.“
      Gesagt getan. Die Stute wurde seit ihrer Ankunft vor etwa einer Woche noch nicht richtig gearbeitet. Als ich mit Halfter und Strick auf die Weide trat stieg meine Lust wieder ins Unermessliche. Motiviert pfiff ich nach der großen Drum Horse Stute, welche mich aufmerksam vom Ende der Koppel beobachtete. „Wieso stehen die eigentlich immer am Arsch der Welt?“ lachte ich und lobte Samson kurz dafür, dass er sofort angetrabt kam auf meinen Pfiff hin. Aber ihn meinte ich heute nicht. Energisch arbeitete ich mich vor bis ich Lynn das Halfter überstreifen konnte. Neugierig kam sie mit mir. Neben ihr fühlte sogar ich mich klein und das obwohl ich mit fast 170cm eine normale Größe für eine Frau hatte.
      „So meine Kleine.“ flüsterte ich fürsorglich, während ich die dicke Mähne ein wenig nach hinten Strich um sie unter dem Hals kraulen zu können. „Jetzt putzen wir dich erstmal.“ - Nach zehn Minuten putzen war ich mit dem Groben fertig. Beim Behang müsste ich nochmal separat dran, den würde ich am liebsten verlesen so unsicher war ich mir mit der Pflege. Erstmal kümmerte ich mich um das Deckhaar, den Kopf und das Langhaar. Mittlerweile war ich beim normalen Striegel angekommen und fegte den restlichen Staub und lose Haare aus dem nun glänzenden Fell der Drum Horse Stute. Lynn wurde immer unruhiger, wollte aber gefallen und riss sich sichtlich zusammen. „Gutes Mädchen.“ lobte ich sie immer zwischendurch. Das Bürsten von Mähne und Schweif stellte meine Geduld jedoch auf die Probe. Immer wieder riss mir Lynn die Strähnen aus der Hand, die ich gerade versuchte zu entwirren. Der Prozess dauerte dadurch nur noch länger als nötig. Als ich fertig war hockte ich mich seufzend zum Behang runter. Hilflos begann ich auch diesen durchzubürsten, doch ich hatte nicht das Gefühl bis zur letzten Strähne durchzukommen. „Miss Houghton...“ ertönte plötzlich eine vertraute Stimme hinter mir. Erschrocken wirbelte ich herum und machte Lynn damit noch nervöser, als sie eh schon war. Es war George Crowley. Er lachte, was die Situation für mich etwas erträglicher machte. „Ja?“ fragte ich, als ich mich beruhigt hatte und streichelte die Stute neben mir, um sie ein wenig zu beruhigen. „Sie haben noch nie so dichten Behang gepflegt oder?“ er schmunzelte. Da war er seinem Sohn wirklich sehr ähnlich, fast wie eine ältere Version von ihm, nur mit hellen Augen statt dunklen. Ein wenig beschämt schüttelte ich den Kopf. „Kein Problem, Miss Houghton. Schauen sie, sie machen das so...“ er nahm mir die kleine Bürste ab und griff nach einem Kamm und Mähnenspray. „Sie arbeiten am besten von innen nach außen, wenn möglich.“ erklärte er mir. Er bearbeitete den Behang wie selbstverständlich, dabei hatte er doch selbst nie so fellige Pferde... Woher kannte er diese Vorgehensweise? Interessiert beobachtete ich, wie der Behang immer seidiger und sauberer wurde. Als Mr. Crowley Senior fertig war sah man einen deutlichen Unterschied zu den anderen drei Füßen. „Ach...“ meinte er stöhnen, als er sich aufrichtete und den Rücken hielt, der beträchtlich knackste, als er ihn durchbog. „Wenn sie den Behang fertig haben, sollten sie sich auch um die Hufwände etwas sorgfältiger kümmern als bei anderen Pferden. So schwere Pferde sind da manchmal ein wenig anfälliger für Krankheiten, Ungeziefer und Verletzungen.“ - „Okay, danke!“ Ich war total baff und musste die Informationen erstmal einsortieren, ehe ich weiter denken konnte. „Mr. Crowley?“ sagte ich just in dem Moment, wo er eigentlich weiter ziehen wollte. Als er stehen blieb und sich mir wieder zuwandte sprach ich weiter. „Hatten sie früher auch Kaltblüter mit so viel Behang? Abgesehen von Samson?“ Wobei Samson deutlich weniger Behang hatte als Lynn. Mr. Crowley lächelte. „Ja, wir hatten für ein paar Jahre Gypsy Cobs. In der Regel hatten die auch so viel Behang. Aber lassen wir uns da später drüber sprechen.“ sagte er freundlich mit Blick auf die nun etwas tänzelnde Stute neben mir. „Oh... Ja... Natürlich.“ gab ich zu und machte mit seiner Technik weiter mit den anderen drei Beinen von Lynn. Die Stute beruhigte sich wieder etwas, vermutlich weil sie mir auch nicht auf Füße oder Hände treten wollte. Auf Mr. Crowleys Rat hin kümmerte ich mich besonders um die Hufwände, beim Reinigen der riesigen Schüsseln. Wenige Minuten später war Lady Lyneth Bowen komplett sauber und konnte an die Arbeit gehen. „Miss Houghton?“ wieder zuckte ich zusammen und wandte fragend mich um. „Der hier müsste passen.“ Mr. Crowley reichte mir einen riesigen Kappzaum. „Woher haben sie den?“ fragte ich verblüfft. „Er ist alt, war ein Fehlkauf als wir Samson ausgestattet haben. Seitdem hängt er ungenutzt in der Kammer.“ Interessiert sah ich mir den Zaum an und prüfte die Sollbruchstellen auf ihren Zustand. „Dafür dass er nur herumhing sieht er gut aus.“ meinte ich und konnte kaum glauben, dass er schon so alt sein sollte. Mr. Crowley lachte. „Hunter hat ihn gut gepflegt.“ So schnell wie er kam, war Mr. Crowley auch wieder verschwunden. Tatsächlich passte der alte Kappzaum nach ein paar Längenanpassungen auf Lyneths Kopf. Bevor die Stute noch unruhiger wurde führte ich sie gleich nach dem Aufzäumen in die Halle und begann damit sie zu longieren. Sie kannte das, das merkte man sofort. Sie hielt ohne Umstände so viel Abstand, dass die Longe ein wenig durchhing und reagierte fein auf die Hilfe, die man ihr gab. Auch für der Peitsche hatte sie keine Angst und ließ sich dadurch noch besser koordinieren. Nach einigen Aufwärmrunden im Schritt schnalzte ich ein paar mal im Takt und schob mit der Peitsche hinterher, damit Lyneth antrabte. Mit ordentlich Schub aus der Hinterhand donnerte sie los. Im ersten Moment befürchtete ich schon, dass sie gleich angaloppieren würde, doch sie hatte nur ein paar sehr enthusiastische Ausfallschritte gemacht, bis sie in ein angenehmes Tempo fiel womit ich arbeiten konnte.

      Hunter | Es dauerte lange bis ich den fest sitzenden Dreck aus dem eigentlich so weichem Fell gebürstet hatte. Mephisto ließ das Prozedere recht ruhig über sich ergehen, selbst als ich aus lauter Verzweiflung zum Metallstriegel griff um einen besonders hartnäckigen Fleck grob zu lösen, bis er sich mit der Wurzelbürste aus dem Fell ziehen ließ. Allenfalls warf er mir einen aufmerksamen Blick zu, stupste mich an oder zog an dem Teil meiner Kleidung an den er gerade ran kam. Einmal zog er mir sogar das Bein weg, sodass ich mit dem Kinn unsanft auf den Boden schlug. Er war zwar noch klein, hatte aber den Überraschungseffekt auf seiner Seite. Die meiste Zeit über döste er verträumt vor sich hin und ließ mich einfach machen. Als endlich das ganze Fohlen wieder sauber und mehr oder weniger fluffig vor mir stand, kratzte ich noch die Hufe aus und räumte anschließend die Putzsachen weg. Am Halfter führte ich ihn ein wenig über den Hof, bis ich mit ihm die Reithalle betrat um ihn laufen zu lassen. Gine war gerade mit Lyneth fertig, als wir kamen. „Wie macht sie sich?“ fragte ich und musterte die große Stute aufmerksam. Sie war ein Prachtexemplar. Drum Horses hatte ich für mich entdeckt, als Kerry mich auf einen Mittelaltermarkt geschleppt hatte. Mittlerweile kam Kerry auf den Hof um zu reiten und nicht mehr um mich zu therapieren. Sie war jetzt eine Freundin und kein Therapeut mehr, wenngleich die Situation immer noch seltsam war. Mit der Zeit gewöhnte ich mich daran und vergaß, dass sie mich lesen konnte wie ein Buch, wenn sie denn wollte. Beim Marktbesuch jedoch bewies sie mir, dass sie nicht daran interessiert war alles über mich zu wissen. Sie hatte viel mehr Spaß daran mir ihre Welt zu zeigen. Diese Märkte waren immer etwas, für das sich meine Eltern interessiert hatten und ich war das ein oder andere mal als Kind dabei. Irgendwann fehlte jedoch die Zeit und die gleichaltrige Gesellschaft um am Ball zu bleiben. Morgen stand wieder ein Marktbesuch an, diesmal würde sich Kerry passend zum Thema kleiden und uns dadurch näher an die Veranstalter bringen. Ich ließ sie machen, interessant fand ich das Ganze ja schon. Solange ich nicht zum zubern gezwungen wurde, konnte sie alles mit mir machen was man auf so einem Markt tun konnte.
      Gedankenverloren hatte ich gar nicht gehört was Gine mir von Lyneth erzählt hatte. „Du hörst ja gar nicht zu!“ maulte sie empört und riss mich damit aus meinen Tagträumen. „Entschuldige...“ mit einem Lächeln versuchte ich sie zu besänftigen. „Was hast du gesagt?“ - „Bis wann hast du denn noch zugehört?“ fragte sie fast schon genervt. 'Bis... gar nicht?' dachte ich und verwarf den Gedanken diese Worte laut auszusprechen sofort wieder. Zu meinem Glück beendete Gine das Gespräch und zog weiter mit den Worten. „Da hab ich jetzt keine Zeit für. Bis später.“ Entschuldigend rief ich ihr noch hinterher, dass wir später reden konnten, beim Essen. Plötzlich fiel mir wieder ein wieso ich überhaupt in der Halle stand. Mephisto sah sich neugierig um, blieb aber so ruhig stehen, dass ich ihn in meiner Träumerei komplett vergessen hatte. Erst als ich den Strick aus seinem Halfter löste sprang der junge Hengst weg und rannte ein wenig umher. Gut fünfzehn Minuten hielt ich ihn in Bewegung, bis ich ihn wieder einfing und auf die Weide zu Vikar brachte.
      Auf dem Rückweg zum Stall um den Strick an seinen Ort zu bringen sah ich wie jemand an die Hauswand gelehnt wartete. Als ich näher kam wurden die Details klarer und ich erkannte dass es Kerry war. Sie hatte eine Tasche bei sich und sah aus, als hätte sie heute ihren Soll schon erledigt. Freudig begrüßte ich sie. „Wie war deine Reitstunde mit Isaac?“ fragte ich neugierig. Mit einem vielsagendem Blick tat sie diese Frage ab. Die Stunde war also nicht ganz zu ihrer Zufriedenheit verlaufen. Mehr Informationen müsste ich von Isaac erfahren. „Hunter, ich hab einen Überfall für morgen geplant.“ sagte Kerry ernst. Lachend sah ich sie an. „Du hättest mich nicht warnen dürfen, wenn es ein Überfall werden sollte.“ korrigierte ich, doch ihr ernstes Gesicht beunruhigte mich. „Witzig...“ tadelte sie mir sarkastisch. „Lass uns reingehen, geh duschen und dann erkläre ich dir was es mit der Tasche und dem Überfall auf sich hat.“ Mir entging nicht, dass Kerry mich immer wieder prüfend ansah und von oben bis unten musterte. Was zur Hölle hatte sie vor? Ich tat wie mir gehießen und kam später frisch geduscht ins große Wohnzimmer im unteren Bereich des Wohnhauses. Gine und Kerry unterhielten sich angeregt und griffen immer wieder in die große Tasche von Kerry, die nun offen auf dem Tisch stand. Es war Kleidung darin. Etwas zurückhaltend betrat ich den Raum und schloss die Türe so leise, wie es eben ging um keine Aufmerksamkeit zu erhaschen. Doch als die Tür ins Schloss fiel verstummten die beiden Frauen und ich konnte ihre Blicke im Nacken spüren. Als ich mich umdrehte lächelte ich verlegen. „Ich kann auch wieder...“ fing ich an und deutete eine Gehbewegung zur Tür an. Sofort schüttelten die beiden ihre Köpfe. „Komm her.“ meinte Kerry und tat ein paar schritt auf mich zu, um mich sicher zu ihrer Tasche zu geleiten. Jetzt wo ich einmal da musterte ich die oben liegenden Kleidungsstücke, bzw. das was man davon sah. Es waren dunkle oder erdfarbene Kleider in Leinenoptik. Schlicht, ein Teil hatte eine Stickerei am Saum. Was da im einzelnen lag würde ich wohl noch früh genug erfahren. Erstmal nahm ich auf dem Sofa platz und sah die beiden Frauen fragend an. „Wie war das jetzt mit dem Überfall?“ fragte ich und bemühte mich darum Desinteresse vorzutäuschen. Gine grinste bis über beide Ohren. Kerry schmunzelte und griff erneut in die Tasche. Es war gruselig! Wie zwei Hexen, die einen bitterbösen Plan geschmiedet hatten. „Keine Sorge, es ist nichts Schlimmes.“ - „Dann ist es was Schlimmes.“ gab ich ohne nachzudenken zurück und erntete einen bösen Blick von Gine. Kerry schmunzelte weiterhin. Als sie das Teil, das sie suchte gefunden hatte ließ sie es uns mit einem erfreuten „AHA!“ wissen und zog es aus der Tasche. Es war ein Umschlag. „Das hier sind die Karten für den Markt morgen. Schau rein.“ Eine leise Stimme in meinem Kopf fragte ob ich das wirklich wollte und ob ich nicht bereits wüsste, was die Karten sagen. Eine andere Stimme war so laut und neugierig, dass ich den Umschlag öffnete und las was da stand.

      „8. Mittelalter-Lagerey zu Lincolnshire
      Hunter Crowley – Altertümliche (Huf-)Schmiedekunst – Neuzugang

      Anlagen: Tagesabläufe, Lageplan, Anfahrt, Kontaktdaten“

      Stirnrunzelnd blätterte ich durch die Anlagen und verschaffte mir einen Überblick. Als ich alles gesehen hatte sah ich auf. „Ich hab ein paar Fragen.“ sagte ich ernst und Kerry nickte. „Was genau ist mit 'altertümlicher Schmiedekunst' gemeint? Ich hab keine Ahnung davon!“ Behutsam legte sie mir eine Hand auf die Schulter und sah mich durchdringend an. „Du hast etwa 12 Stunden Zeit, alles darüber zu lernen.“ sagte sie mit einem nur schwer zu deutenden Blick. Mir war die Kinnlade runter geklappt und ich rang nach Worten, die mir aus dieser Situation helfen konnten. Irgendwann fing Kerry schallend an zu lachen. „Du bist so leicht zu verunsichern, weißt du das?“ - „Wie meins-“ - „Du bist die erste Zeit jemandem untergestellt, der dir das alte Handwerk zeigt. Keine Panik.“ Man sah sichtlich wie enttäuscht sie war, dass ihr Scherz schon vorbei war. Sie hätte mich nur zu gerne noch weiter damit aufgezogen. Immer noch brachte ich kein Wort raus, meine Gedanken sponnen sich um die Infos aus den Anlagen und darum was mich mit dem Rest der Tasche erwartete, die noch immer auf dem Tisch vor uns stand. Mit einem Mal warf mir Gine ein paar Sachen auf den Schoß. „Probier das mal an. In deinen normalen Klamotten kannst du da morgen nicht aufkreuzen.“ - „Als was werdet ihr da sein?“ fragte ich neugierig. Gine hob die Hände neben den Kopf. „Ich werde nicht dabei sein, irgendjemand muss sich ja um deinen Hof kümmern, während du weg bist.“ - „Isaac? Meine Eltern? Die Kids?“ zählte ich belustigt auf, doch ich wusste was Gine meinte und stand deshalb auf um in einen anderen Raum zu gehen, um mich umzuziehen.
      Einige Minuten später kam ich zurück. Ich trug eine dunkelrote Leinenhose, ein helles Hemd und einen Gürtel aus Leder. „Sind die immer barfuß gegangen oder krieg ich noch Socken und Stiefel?“ fragte ich, doch bevor ich mich setzen konnte hatte Kerry mir schon ein anderes Set Klamotten in die Hände gedrückt. „Abmarsch!“ befahl sie mir und ich ging mich abermals umziehen. Als ich zurück kam hatte ich eine erdfarbene Hose, ein schwarzes Hemd und den Langgürtel von eben an. „Besser.“ Kerry und Gine nickten anerkennend. „Deine 'Socken' müssen wir dir kurz erklären.“ sagte Kerry und zeigte mir ein Bündel Stoff, das mich an Bandagen für Pferde erinnerte. „Im Grunde läuft das wie bei den Pferden, nur hast du hier keinen Klettstreifen als Verschluss.“ fing sie an und begann mein linkes Bein zu bandagieren. Als sie oben angekommen war sprach sie weiter. „Das hier ist eine mini Tuchnadel. Eigentlich brauchst du die bei dieser Wickel nicht, aber für den Anfang gibt sie dir mehr Sicherheit, falls deine Wickeltechnik nicht ganz ausgereift ist. Schau hin, so macht man die fest. Achte darauf nicht nur den oberen Lappen zu durchstechen, sonst bringt die nichts.“ Sie nahm das weitere Ende der Bandage in die Hand, das deutlich dünner war als der Rest. „ Das kannst du jetzt einfach oben ein paar mal rumwickeln oder für etwas mehr Halt über Kreuz nach unten und dann wieder nach oben. So.“ während sie sprach wickelte Kelly eine Art Muster um die Bandage herum und knotete das Ende oben fest. „Fertig. Jetzt mach du das andere Bein selbst.“ erwartungsvoll sah sie mich an und reichte mir die zweite Wickel. Das bandagieren an sich konnte ich gut, wenngleich es etwas merkwürdig war sich selbst und nicht eines der Pferde zu bandagieren. Beim Befestigen der Nadel hatte ich zuerst meine Schwierigkeiten beide Stofflagen zu erwischen, doch auch das bekam ich nach ein paar Fehlversuchen hin. Zuletzt probierte ich die hübsche Wickelung des dünneren Stoffes nachzuahmen, bekam es aber bei Weitem nicht so gut hin wie Kerry. Nach dem x-ten Versuch zog sie mein Bein zu sich rüber, sodass ich fast vom Sofa rutschte. „Oh. Sry Hunter, ich hab vergessen dass du da ja dran hängst.“ meinte sie lachend und beendete die Wickelei. Gine reichte mir ein paar alte Lederschuhe, die ich gleich anzog. „Wenn du nicht barfuß in den Schuh gehen willst kannst du dir vor dem bandagieren auch sowas über den Fuß ziehen. Gine hielt mir einen sockenartigen Lappen vors Gesicht. „Okay.“ - „Das andere Set geht zurück, das hatte nicht recht gepasst. Aber du kriegst noch einen Wams und einen Gehrock für kältere Tage.“ - „Hatten die sowas überhaupt?“ Gine sah mich tadelndem Blick an. „Später schon, du bist in jedem Fall kein Wikinger.“ erklärte sie mir. „Dein Stil reicht schon sehr nahe an die Renaissance.“ sicher schien sie sich nicht zu sein. „Sollte ich nicht wissen aus welcher Zeit ich komme?“ fragte ich verwirrt und die beiden nickten. „Super.“ - „Sag einfach dass du erst seit heute dabei bist und die werden dir deinen Kopf verschonen. Du sollst ja erstmal reinkommen.“ warf Kerry ein, die sich bisher relativ zurück gehalten hatte.
      Bis zum nächsten Morgen versuche ich neben ein paar Stunden Schlaf auch ein bisschen was über die alte Schmiedekunst in Erfahrung zu bringen. Natürlich hatte ich während meiner Ausbildung viel Theoretisches gelernt, aber wirklich angewandt hatte ich diese alten Verfahren nie. Wieso auch, wenn die neue Technik weitaus bequemer, besser und schneller war? Bevor wir losfuhren prüfte ich noch einmal ob alle Mitarbeiter und Pferde soweit versorgt waren und ich ruhigen Gewissens für eine Woche den Hof verlassen konnte. Erst als Kerry mir gegenüberstand ließ ich von Isaac ab, dem ich eine kleine Aufgabe nach der anderen erteilte, die in der Woche erledigt werden musste. „Hunter es reicht. Jetzt komm!“ ungeduldig zog sie mich am Arm und nach einem letzten Hinweis, sich um die Jungpferde zu kümmern, gab ich ihr nach. Im Auto herrschte eine unangenehme Stille, bis wir auf das Gelände des Lagers fuhren und sofort ein paar Bekannte von Kerry zum Auto kamen, die ebenfalls gerade erst angekommen waren.
    • sadasha
      Aktuelle Pflege
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      25. Januar 2017 | 7428 Zeichen von sadasha
      Pflege für Samson, Come Back Cupcake, Emrys, Majd, Pendragon, PFS' Heart of Ocean, Arcany, Eismärchen

      Gine | „Hunter!“ Es war absolut unnötig, aber trotzdem musste ich ihn umarmen, wie er da aus dem Wagen stieg und seine neuen Klamotten nach gerade mal vier Tagen aussahen als seien sie hundert Jahre alt. „War es schön?“ fragte ich grinsend, als ich ihn losließ. Er sah erholt aus, war es doch eine gute Entscheidung ihn mal weg zu schicken. Er murmelte irgendwas vor sich hin, während er zum Kofferraum schlenderte und seinen Kram auspackte. Ich nickte zustimmend und wandte mich stattdessen an Kerry, die ebenfalls wieder da war. „Er hat sich gut geschlagen.“ meinte sie schmunzelnd und sah Hunter hierher, der voll bepackt zum Haus schlenderte. „Ja sicher?“ fragte ich ein wenig beunruhigt. „Er ist zwar immer ruhig, aber gerade ist ja schon fast ignorant!“ - „Ach lass ihn...“ Kerry lachte und nahm die übrigen zwei Taschen aus dem Wagen, ließ den Kofferraum zufallen und nahm mich mit ins Haus. „Wir haben ein paar Sachen mitgebracht.“ erzählte sie mir auf dem Weg. „Mach dir keinen Kopf um Hunter, er hatte in den letzten Tagen etwas mehr Aufmerksamkeit als ihm lieb war.“ Kerry schubste mich zur Seite und rüttelte mich damit aus meinen Gedanken. „Ja, ok.“ meinte ich nur und ging durch zur Küche um etwas zu Trinken zu holen, bevor ich ebenfalls in den Wohnraum kam, wo Kerry und Hunter schon ihren Krempel auspackten. Hunter lächelte, na immerhin! „Ich hab hier Kaffee und Wasser hingestellt. Ich schau jetzt eben nach unseren Ponys.“ Es war eine ganz seltsame Stimmung und statt doof daneben zu stehen ging ich lieber. Die Ponys würden es mir danken. Auf der Weide draußen standen Samson,Come Back Cupcake, Emrys, Arcany und Eismärchen. Die fünf waren mittlerweile eine harmonische Gruppe. Mit einem Pfiff lockte ich Samson und damit auch den Rest des Vereins zu mir. „Na mein Süßer.“ grüßte ich den Tinker und kraulte ihn unter der dichten Mähne. „Dann komm mal mit.“ Am Koppelzugang hingen Halfter und Stricke, sodass ich Samson sofort mitnehmen konnte. Etwas Bodenarbeit würde ihm und mir gut tun.

      Hunter | Gine hatte wohl etwas in den falschen Hals bekommen. Es war jedenfalls nicht meine Absicht sie wegzuekeln. Doch verstimmen konnte sie mich damit nicht. Zusammen mit Kerry packte ich die Kleinigkeiten aus, die sich über die Woche angesammelt hatten. Als wir die Taschen geleert hatten sortierten wir wer was mitnimmt. Irgendwann spürte ich, dass Kerry mich musterte. „Alles ok?“ fragte ich hielt kurz an um sie anzusehen. Sie schmunzelte. „Ja, mach ruhig weiter.“ Sie unterstützte ihre Aussage mit einer Geste. „Du könntest mir helfen.“ schlug ich vor, da mir nicht wohl dabei war, so beäugt zu werden. Doch Kerry lachte nur. „Du machst das prima!“ Ich hörte wie sie sich an den Tisch lehnte, der knarzend etwas nachgab. „Huch!“ Sie erschrak und auch ich wandte mich sofort rasenden Herzens um. „Wir haben Stühle, Kerry!“ -“Jaa...“ sie lachte leise. „tut mir leid, Hunter...“ Als sie sich nun tatsächlich auf einen Stuhl setzte schmunzelte ich. „Jetzt hilf mir, verdammt noch mal.“ - „Was denn nun?“ - „Komm jetzt hier hin!“ befahl ich und sie horchte. Gut eine halbe Stunde brauchten wir um die Sachen zu ordnen. Als alles wieder in Taschen verstaut war bemerkte ich, dass wir ja noch immer die Sachen vom Lager anhatten. „Ich zieh mich eben um, soll ich dich dann heim fahren?“ fragte ich und schnappte mir meine Taschen um sie in einem hoch zu bringen. Kerry nickte und setzte sich wieder auf ihren Stuhl. Ich duschte schnell und zog mir normale Kleidung an, bevor ich zurück zu Kerry kam die an ihre Medaillon herumspielte. „Das leiert aus, wenn du es ständig auf und zu klappst.“ merkte ich an und riss sie damit fast vom Stuhl. „Verdammt, schleich dich nicht so an!“ fauchte sie und stand auf. „Ich möchte mich auch umziehen, dann kann ich noch ein bisschen auf dem Hof aushelfen?“ Einen Moment lang überlegt ich was ich ihr an Aufgaben zuteilen konnte, stimmte dann aber ein. „Ich geh schon mal raus und hole Pendragon und PFS' Heart of Ocean auf die Stallgasse, die kennst du ja schon.“
      Draußen prüfte ich kurz die Weide. Die kleine Gruppe war vollzählig. Bei den Hengstpaddocks fehlte nun Majd. Ein Blick in die Halle verriet mir, dass Gine den Araber hier arbeitete. „Sieht gut aus!“ motivierte ich sie kurzerhand. Als Gine auf mich zutrabte blieb ich stehen. „Hunter, Samson ist schon bewegt. Majd hab ich erst seit ein paar Minuten in Arbeit.“ erklärte sie mir. „Danke.“ antwortete ich lächelnd und wandte mich ab. Gerade als ich die Reitponyhengste auf der Gasse angebunden hatte kam Kerry schon dazu. „So, was kann ich tun?“ fragte sie höchst motiviert. „Putzen.“ antwortete ich knapp und drückte ihr den Striegel in die Hand, mit dem ich eigentlich gerade anfangen wollte Pendragon zu putzen. „Okay?“ Kerry sah mich verdutzt an. „Ist das dein Ernst?“ fragte sie und ließ die Schultern hängen wie ein begossener Pudel. „Ja, soll ich es dir erklären?“ Sie schüttelte den Kopf und fing murrend an den Braunen zu striegeln. Ich holte mir währenddessen einen neuen Striegel und putzte Ocean. „Hast du keine Angestellten für sowas?“ - „Ich mach das gerne selbst. Kannst du die Hufe auskratzen?“ fragte ich und hielt ihr einen Auskratzer vor die Nase. „Weißt du wann ich das zuletzt gemacht hab?“ fragte sie verblüfft. Ich schüttelte den Kopf. „Nein, weiß ich nicht. Nimm. Du schaffst das.“ grinsend wartete ich bis sie den ersten Huf in die Hand nahm. Pendragon war sehr gnädig mit ihr und gab ihr den Huf ohne zu meckern. „Kannst du auch satteln und auftrensen?“ fragte ich im vorbeigehen, als ich mit Ocean fertig war und den Sattelkram holen wollte. Kerry schnaubte herablassend. „Du forderst es heraus, nicht wahr?“ fragte sie genervt. Grinsend antwortete ich. „Wieso nicht? Das ist ja nicht schwer.“ Am Ende war ich es der die beiden Hengste fertig machte. „Aufsteigen schaffst du aber alleine oder?“ gespielt genervt sah ich sie an. Als Kerry mir gegen die Brust stieß ging ich einen Schritt zurück. Mit viel zu viel Schwung stieg sie auf. Beinahe wäre sie gleich zur anderen Seite wieder abgestiegen, doch sie konnte sich noch halten. Ich verkniff mir ein Lachen und stieg stattdessen auf Ocean auf. „Wir reiten nur eine kleine Runde im Wald. Einige Wege sind vereist und das wäre zu gefährlich für die Pferde.“ Sie nickte und ritt an.

      Gine | Enttäuscht sah ich Kerry und Hunter hinterher, als ich die Halle verließ. „Ja, genau... Danke, Hunter! Danke, dass du mir Bescheid gegeben hast, dass du ausreitest. - Arsch...“ rief ich ihnen hinterher, bekam jedoch keine Reaktion. Vermutlich waren sie doch schon zu weit weg. Meine Laune sank mit jeder Minute, die Hunter wieder da war. Fluchend sattelte ich Majd ab und brachte ihn in mit Abschwitzdecke seine Box. Als Isaac auf den Hof kam fiel mir ein Stein vom Herzen. „Schnapp dir Arcany, ich nehm Eismärchen. Ich muss reden.“ überfiel ich ihn und nutzte den Ritt in der Halle dazu mich bei ihm darüber auszulassen was für ein Idiot Hunter doch ist und wie unpassend Kerry ist. Isaac kam nicht dazu etwas zu sagen und warf immer mal ein „Verstehe“ oder ein „Mhmmm“ ein. Erst als ich längere Zeit aufhörte zu reden sagte er einen Satz, der den Vogel für mich abschoss. „Aber, Gine... Wolltest du nicht, dass er mit Kerry da hin geht?“ Das Gespräch war damit für mich beendet, wie auch das Training mit Eismärchen.

      Training

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      September 2016, by Veija
      Hunter und die Kunst des Westernreitens
      Samson Horsemanship E-A, PFS' Heart of Ocean im Gelände, Scarlet in Birth Galopprennen A-L


      Caleb
      Vor ein paar Monaten hatte ein gewisser Hunter Crowley bei Verena angefragt, ob sie nicht nach Lincolnshire, in den Westen Englands fliegen und ihm die Westernreiterei ein wenig näher bringen könnte. Zugesagt hatte sie, jedoch nicht, wann sie Zeit finden würde, um zu ihm zu fliegen. Da sie allerdings durch den Umzug und die neuen Pferde gar keine Zeit hatte, rüber zu fliegen, sollte ich das nun machen. Ich konnte nicht nur besser reiten als sie, ich würde dem Mann, der leider etwas älter als ich war, schon etwas beibringen.
      “Ich will Gun and Slide mitnehmen, damit er nicht nur auf seinem Pferd, sondern auch auf einem richtig ausgebildeten Pferd lernen kann.”, sagte ich zu Verena und sie nickte. “Ja, ist oke. Nehm ihn mit und richte Hunter schöne Grüße von mir aus, er müsste mich ja mich ja noch kennen.”, lachte sie und klopfte mir auf die Schulter. Also ging ich in den Stall, denn meine Tasche war schon gepackt, ich müsste nur noch das Pferd fertig machen. Während ich Gun and Slide, welchen wir alle auch liebevoll Blue nannten, die Transportgamaschen anlegte, rief Verena am Flughafen an und quatschte mit ihrem Lieblingsmensch dort, dass wir ein Pferd rüberfliegen würden. Schnell war alles geklärt, so dass Verena Blue und mich nach Calgary fahren konnte. Die Fahrt dauerte nicht lange, so dass Blue und ich in Null Komma nichts im Flieger saßen, bzw standen, denn ein Pferd konnte ja bekanntlich nicht sitzen.
      Die Reise nach England überstanden wir beide mehr als gut, so dass wir am späten Abend auf Bear Brook EC ankamen. Hunter begrüßte uns freundlich und zeigte mir, wo ich Blue hinstellen konnte. Er schien mehr als überrascht darüber, dass ich ein Pferd mitgebracht hatte, doch er würde später noch sehen, was ich damit vor hatte. Wir aßen noch gemeinsam zu Abend, ehe wir ins Bett gingen.

      Am nächsten Morgen war ich schon früh auf den Beinen und sattelte Gun and Slide, ehe mir Hunter über den Weg lief. “Hast du Zeit mit auszureiten? Dann kannst du ein wenig über deine Erfahrungen erzählen.”, sagte ich zu ihm und er nickte. In Windeseile hatte er Samson, seinen Gypsy Vanner Wallach gesattelt und es konnte losgehen. Hunter zeigte mir ein wenig die Gegend und erzählte mir auch ein wenig von sich, was vielleicht von Belang sein würde. So auch, dass der den Motorsport liebte und selbst Motorrad fuhr. “Ich war lange Zeit beim Rodeo, bin Bullen geritten und hab mich einmal fast selbst umgebracht. Hab lange im Rollstuhl gesessen und kann von Glück reden, dass ich wieder laufen und sogar reiten kann. Von da an war es mit der Karriere als Rodeoreiter leider vorbei.”, erklärte ich ihm schulterzuckend und merkte sofort, dass er sich anders verhielt, als ich ihm von meiner Rollstuhlzeit erzählte. Anscheinend hab es da etwas, über das er absolut nicht reden wollte.
      Desweiteren erzählte er mir von seiner reiterlichen Laufbahn, auch dass er eher im Spring- und Militarysport zu finden war und eher weniger etwas mit dem Westernreiten zu tun hatte. Er hatte eine seiner Stuten, Princess Sansa, auf einer Krönung im Westernsattel vorgestellt. “Ach, dich habe ich glaube ich sogar reiten sehen an dem Tag.”, meinte ich beiläufig. “Wirklich?”, fragte Hunter fast ungläubig. “Ja, wir sind dort mit einer unserer Paint Stuten hin gefahren… doch doch, ich meine mich zu erinnern, dass ich noch mit Verena darüber geredet hatte, dass man mit Snaffle Bit zweihändig reitet und dass dein Pferd ein wenig zu viel geblinkt hat.” “Du warst das?” “Ich war was?” “Gine meinte, sie hätte mitbekommen, dass jemand aus dem Publikum gesagt hatte, dass ich falsch reite et cetera.” “Ja, denke das war ich.”, meinte ich lachend und zupfte einmal an Blues Trense, da er wieder in der Gegend herum schaute und nicht mehr auf den Weg, wo er eigentlich langlaufen sollte. “Hast du deinen Ritt von der Krönung zufällig aufgenommen oder aufnehmen lassen? Dann könnten wir uns den gleich auf deinem Hof anschauen und ich kann dir sagen, was du besser machen kannst beziehungsweise kann dann schon sehen, was du überhaupt kannst.”, erklärte ich und er nickte. “Ja, zufällig hab ich das sogar auf Video.”, meinte er, bevor wir schweigend zurück zum Hof ritten. Wenn ich ihn nichts fragte, schwieg er. Aber Verena hatte mich schon vorgewarnt, dass er charakterlich wirklich eigen war und ich aufpassen musste, was ich sagte, da ich ziemlich aufmüpfig sein konnte. Hunter bezahlte mich ja auch, da musste ich auch mal in den sauren Apfel beißen und netter tun, als ich eigentlich war. Wir machten also die Pferde fertig für die Koppel- Hunter hatte ein kleines Stück Weide abgesteckt für Gun and Blue, so dass er zwar raus konnte, aber von Hunters Pferden weg blieb.
      Zusammen gingen wir nach drinnen und setzten uns in die Stube, wo der Braunhaarige das Video in den Fernseher schmiss. Im Schritt ritt er in die Halle und hielt in der Hallenmitte an. “So weit so gut.”, sagte ich und nickte. “Was ich dir noch zu den Klamotten sagen will, die sind eigentlich gut so, du darfst dir aber auch ruhig etwas Farbe zutrauen. Dein Hemd hätte zum Beispiel auch rötlich sein können, so wie dein Pad. Aber das ist komplett dir überlassen, welche Farben du auswählst. Was ich zu der Hose zu sagen habe… die ist auch gut so, wenn du jetzt jedoch zum Beispiel eine Reining reiten wölltest, könntest du auch Chaps tragen. Die sehen im englischen ganz anders aus, als im Westernreitsport.”, sagte ich und suchte ein Bild auf Google, um ihm zu zeigen, was ich meinte. Diese Westernchaps gingen nämlich von der Gürtellinie bis auf den Boden. “Bevor wir jetzt weiter machen lass dir gesagt sein, dass jeder etwas anders trainiert als der andere. Verena achtet zum Beispiel auf andere Dinge, als ich es tue. Dementsprechend kann ich dir jetzt nichts aufzählen, was dich zum Profi-Westernreiter macht. Ich kann dir lediglich Hilfen anbieten, die auch ich gelernt habe, die mir geholfen und mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin.” “Das ist schon okay.”, meinte er dann knapp und schaute von der Fernbedienung zu mir, anscheinend wartete er auf mein Ok, dass er den Film wieder laufen lassen konnte.
      Um ihn nicht länger warten zu lassen nickte ich.”Linke Hand ganze Bahn im Walk, das heißt Schritt… dann Jog, super. Oh.. oh.. was hat sie denn jetzt?”, fragte ich mehr mich selbst als Hunter und beobachtete Sansa dabei, wie sie die Ohren in den Nacken legte und wie verrückt mit dem Schweif schlug. Dann erkannte ich Hunters Fehler. “Also zu erst: Ich dachte bis gerade noch, dass du die Zügel in zwei Hände nimmst.. auf einem richtigen Westernturnier hättest du sofort abbrechen und die Halle verlassen können, aber da haben die Richter nichts gesagt. Mit Snaffle Bit, also Wassertrense, reitet man zweihändig und bis zu einer gewissen Klasse. Sobald es erlaubt ist Bit with Shanks, also die Westernkandare, zu benutzen, reitet man einhändig…. Die hat aber auch einen blöden Trab... “, kommentierte ich dann und schüttelte den Kopf. “Spul mal zurück bis da hin, wo du antrabst.”, erklärte ich und er spulte zurück. “Stop.”, sage ich irgendwann. “Hast du gesehen? Beim Antraben bist du ihr voll in den Rücken geknallt und hast den Takt verloren. Das stört sie, deshalb die angelegten Ohren. Aussitzen ist nicht immer so einfach.”, sagte ich dann lachend und nickte ihm zu, dass er wieder auf Play drücken sollte. Dann stoppte er Sansa aus dem Trab. Dort hatte ich nichts zu meckern, dann ging es jedoch wieder los. Er machte eine 360° Drehung und galoppierte aus der Wendung heraus an. “Stop.”, sagte ich und schnappte mir selbst die Fernbedienung, woraufhin er mich zwar verdattert ansah, aber nichts sagte. Ich hatte das leise Gefühl, dass ich ihn zu sehr kritisierte und ihm das nicht passte, aber damit musste er leben- oder eben sagen, dass es ihm nicht passte. Noch war er jedoch still. “Kannst du mir erklären, was das darstellen sollte?”, fragte ich ihn und kratzte mich grinsend am Hinterkopf. “Das.. sollte… ähm.. wie nennt man das.. Spin? Ich glaube ich wollte einen Spin machen. Oder Roll Back, irgendwie so hieß das doch…”, nuschelte er und ich nickte. “Leider hast du das irgendwie zusammen geworfen und beides zusammen gemacht, was so natürlich absolut unzulässig ist. Kennst du den Unterschied zwischen Spin und Roll Back?”, fragte ich ihn dann nett und konnte seinen Kopf rauschen sehen, er dachte wirklich nach. “Ein Spin ist eine Hinterhandwendung?” “Ist das eine Frage, oder eine Aussage?”, fragte ich scherzhaft und bekam einen bösen Blick von ihm ab. “Ja ok, du hast recht.”, meinte ich dann. “Wie viele?” “Was meinst du, wie viele?” “Na wie viele Hinterhandwendungen man machen muss, damit es ein richtiger Spin wird.” “Ist das eine Fangfrage?” “Nein… okay ich sag es dir, es sind 4. Das werde ich dir mit Blue auch noch zeigen.”, erklärte ich dann nett. “Und was ist ein Roll Back?”, fragte ich ihn dann und gähnte einmal. Theorie war so langweilig. Aber Hunter hatte mich, beziehungsweise Verena, darum gebeten. Also musste ich das hier durchziehen. “Ein Roll Back ist… eine 360° Drehung, die…” “Bööp. Falsch. Ein Roll Back ist nur eine 180° Drehung, die durch einen Sliding Stop eingeleitet wird. Nicht so gute Pferde und Reiter machen erst den Sliding Stop, verharren ein paar Sekunden und machen dann mit dem Roll Back weiter. Richtig gute Pferde und Reiter machen den Sliding Stop und springen sofort rum, bevor das Pferd richtig steht. Aber das ist wirklich schwer, nicht nur für das Pferd…”, erläuterte ich ihm. “Und was macht man dann?” “Dann galoppiert man los.” “Richtig!”, lobte ich ihn und drückte auf Play. “Galoppwechsel sind anscheinend kein Problem, auch wenn ich dir noch zeige, wie man die beim Westernreiten einleitet und reitet, ist ein bisschen anders als im Englischen, glaube ich. Aber ist nicht schlimm, dass verstehst du sofort, du kannst Pferde ja wechseln lassen.”, Kritik und Lob in einem, wow. Er ritt mit Sansa einen Zirkel und erweiterte diesen dann ganz komisch, auch wenn er nicht wirklich schneller wurde. “Was machst du da?”, fragte ich ihn beiläufig und drückte auf Stopp. “Ich äh.. reite Galopp, also Lope. Der wird ja immer so mega langsam geritten, also hab ich..” “Stop.”, sagte ich lächelnd. “Jetzt rutschst du in die Pleasure ab. In der Reining wird sehr wohl schnell galoppiert, kann ich dir auch auf Blue zeigen.”, legte ich ihm dar. “Die kleinen Zirkel werden meist langsamer galoppiert, die großen Zirkel ziemlich schnell. Speed Control nennt man das auch. Zumeist werden ein kleiner Zirkel und dann zwei Große geritten, ehe es einen fliegenden Galoppwechsel an X gibt und das Ganze in umgekehrter Reihenfolge auf der anderen Hand geritten wird. Aber das ist auch Patternabhängig.”, quatschte ich ihn voll. “Ich weiß, dass ist viel zu lernen, aber ich zeig dir morgen auch nochmal alles in der Praxis, oder heute Abend schon, mal sehen.”, beruhigte ich ihn und klopfte ihm auf die Schulter. Wieder drückte ich auf Play und schaute mir an, wie sie übr die vier Stangen gingen. “Super, hast sie schön gucken lassen, ohne dass sie stehen bleibt… warum gehst du bis vor die Wand?... Oh je…”, kommentierte ich sein Rückwärtsrichten dann. “Riesen Baustelle, aber leicht zu beheben.”, munterte ich ihn auf. “Als von Anfang an: Warum bist du bis vor die Wand geritten, um sie rückwärts zu richten?” “Es fällt ihr dann leichter, hab ich gedacht…”, verteidigte er sich und ich nickte. “Akzeptables Argument.”, musste ich zugeben. “Dann zum Rückwärtsrichten, dem Back Up. Du blockierst sie, sitzt irgendwie auf dem Video total gegen die Bewegung, schon leicht nach vorne geneigt. Da hast du bestimmt nicht dran gedacht.”, meinte ich erneut schulterzuckend. “Sowas kommt immer aufs Pferd an, bei manchen Pferden muss man nur minimal sein Gewicht nach hinten verlagern, bei manchen Pferden muss man vorne enorm Zug aufbauen, bei manchen Pferden muss man nur die Beine vom Bauch nach vorne wegstrecken oder mit Stimmkommando und Druck gegen den Bauch arbeiten, da kann ich dir jetzt keine hundert prozentige Lösung geben, das musst du selbst lernen, bei jedem Pferd anders.”, sagte ich lächelnd und drückte wieder auf Play. Hunter schwieg schon die ganze Zeit… Entweder passte ihm das Ganze hier nicht, oder ich hatte ihn in seinem reiterlichen Wissen gekränkt, keine Ahnung. Aber beim Reiten würde er bestimmt nochmal aufblühen, dachte ich mir und schaute nochmal zum Fernseher. “Ja… auf der Vorhand latscht sie eben genau wegen dieser Fehler, aber deshalb bin ich ja hier.” Wir schauten ein wenig weiter, während Hunter im Galopp die Halle verließ. “Oh, mach das nie. Nie, nie, nie.”, lachte ich. “Du hattest jetzt nur eine Wassertrense drin, bei Bit with Shanks, also den Kandaren, müssen wir oft absteigen und das Gebiss den Reitern vorführen, dann wird die Trense wieder angezogen und aus der Halle geführt. Ansonsten immer im Schritt, höchstens im Trab die Halle verlassen… Oh, das wars ja schon.”, sagte ich, als das Band zu Ende war. Nach einem Blick auf die Uhr wurde mir klar, dass wir noch reiten gehen konnten. “Gut, ich sattel eben meinen Blue. Kommst du dann gleich in die Halle? Samson brauchst du nicht. Ich will dir ein paar Dinge auf meinem Hengst zeigen.”, erklärte ich und er nickte, ehe ich aufstand und zu Blues abgesteckter Koppel ging.
      “Och Blue…”, seufzte ich und zog ihm das Halfter an, ehe ich mein durch Schlamm komplett braunes Pferd an der Stallwand anband und putzte. Irgendwann gab ich es auf, ihn komplett sauber zu bekommen und putzte ihn nur da, wo der Sattel lag. Dann sattelte ich ihn legte ihm auch Bandagen und Skid Boots an, bevor ich mit ihm in die Halle ging und ihn warm ritt. Irgendwann kam Hunter dazu, der mich bei manchen Übungen einfach nur fragend ansah. So zum Beispiel, als ich mit Blue Spins übte, er in der Schulter total steif war und ich die Zügel teilte, so dass ich in jeder Hand einen hatte, ehe ich den linken Zügel ganz normal hielt und mit dem rechten Blues Kopf auf mein Knie zog, während ich ihn mit dem rechten Bein im Kreis herum drückte. “Der läuft nicht so schön wie er laufen kann, der soll sich biegen.”, sagte ich knapp und zog seinen Kopf auch auf mein anderes Bein. Dann gab ich wieder die Hilfen zum Spin, den er dieses Mal wesentlich besser machte als das letzte Mal.
      Ich ritt zu Hunter, stieg ab und er konnte aufsteigen. “Ich hab ihm extra die Wassertrense angezogen, damit das für dich einfacher ist, weil du ihn dann mit beiden Händen reiten kannst.”, erklärte ich ihm und überlegte dann. “Reite zu erst einmal einfach wie du möchtest, Schritt, Trab und Galopp, damit du dich an ihn gewöhnen kannst.”, war meine Anweisung, die er auch genau so befolgte. Nach einer Weile bat ich ihn, zu mir in die Mitte zu kommen. “Gut, ich würde gerne Elemente aus der Pleasure, dem Trail, der Reining und der Horsemanship üben, womit magst du anfangen?”, fragte ich ihn und verschränkte die Arme vor der Brust, ehe ich selbst noch etwas an meinen Satz dran hängte: “Am besten mit der Reining, wenn ich du wäre. Weil das kannst du mit deinem Tinker nicht machen.”
      “Ja oke, dann üben wir davon was.”, sagte er und ich nickte. “Fall mir ja nicht runter.”, lachte ich und ging ein paar Schritte zur Seite, damit er und Blue Platz hatten. “Wir starten mit dem Back Up. Dazu lehnst du dich… Stop!”, sagte ich gerade noch rechtzeitig, bevor Blue wie ein verrückter nach hinten lief. “Langsam, Hunter!”, knurrte ich ein wenig- ich war kein guter Lehrer. “Hör am besten zu erst zu.” “Na gut.”, murmelte der Mann und setzte sich locker in den Sattel. “Zu erst nimmst du die Zügel richtig in beide Hände… ja genau, oben drüber wird so eine Brücke gemacht.. ja.. super.”, erklärte ich, ehe ich wieder ein paar Schritte von den beiden weg ging. “Dann verlagerst du dein Gewicht auf dein Gesäß, bevor du die Beine nach vorne hin ein wenig wegstreckst, die Zügel minimal annimmst und ein paar Mal whoa sagst. Je langsamer du das alles machst, desto langsamer geht er, wirst du hektisch, rennt er. Glaub mir, er kann rückwärts so schnell laufen wie er vorwärts traben kann, das ist kein Problem.” - ich machte ich ja auch keinen Druck oder so, dachte ich im Nachhinein. Aber Hunter konnte damit bestimmt umgehen, falls nicht, würde ich das merken. “In der Reihenfolge wie ich das gesagt habe. Zu erst das Gewicht, dann Beine und Zügel und erst dann die Stimme… ja… wow, super!”, lobte ich die Beiden, als Blue langsam nach hinten ging. Ein paar Mal schnalzte ich noch, da er unruhig mit den Ohren zuckte und gar nicht so recht wusste, was er da eigentlich machen sollte. Als er mein Schnalzen jedoch hörte, ging das Ganze ein wenig flüssiger und nicht mehr so stockend. “Alle Hilfen weg… ja.. genau. Eaaaasssyyy. Ja, super.”, dirigierte ich die beiden. “Das war wirklich klasse, super gemacht ihr zwei!”, lobte ich sie und überlegte dann. “Für den Spin… erst zuhören, dann machen.”, ermahnte ich ihn. “Für den Spin…”, setzte ich wieder an, unterbrach mich dann jedoch selbst wieder. “Stell dich mal gerade in die Bügel, dann setz dich wieder hin.”, befahl ich und lief ein paar Runden um das Pferd. “Ich dachte du hättest eine schiefe Hüfte, aber sah nur so aus, alles gut.”, sprach ich und erklärte dann weiter, setzte also zum dritten Mal an: “Für den Spin, wir machen ihn zu erst rechts herum, versetzt du deine beiden Hände so, so dass deine linke Hand die Position deiner rechten einnimmt und die rechte nach rechts hin Platz macht. Mach das mal.. ja, genau. Reicht das nicht, gehst du mit den Händen weiter nach rechts. Genau.. wieder in die Mitte. Dann streckst du dein rechtes Bein vom Pferdebauch weg.. später nimmst du nur minimal den Druck weg, aber jetzt zum üben übertreiben wir lieber ein bisschen… nimmst also das Bein komplett vom Bauch weg, bevor du dein linkes Bein an den Bauch legst, mit der Ferse Impulse gibst und rhythmisch schnalzt. Auf Turnieren wird immer vier Mal auf jeder Seite gedreht, du machst aber so viele wie du schaffst, und wenn es nur eine Umdrehung ist.”, erklärte ich und nickte ihm dann zu. “Und los.” Er machte, was ich ihm aufgetragen hatte und Blue drehte sich. Er war wirklich das perfekte Anfängerpferd. Bei Anfängern war er vorsichtig und machte lieber etwas langsamer, als zu schnell. Bei Erfahrenen oder Profis wusste er genau was zu tun war und machte immer, was von ihm verlangt wurde. Kaum zu glauben, dass Verena diesen Hengst verkaufen wollte, da würde ich auf jeden Fall dazwischen gehen, und wenn ich ihn selbst kaufen müsste.
      Hunter schlug sich gut, so dass er nach zwei Runden auf der rechten Seite auch zwei Runden auf der linken Seite schaffte. “Ziel ist es dabei, möglichst schnell zu spinen, das Pferd mit der Hinterhand fast auf einem Fleck drehen zu lassen und nachher auch genau auf den Punkt aufzuhören und zum Stehen zu kommen, ohne zu überdrehen.” , erklärte ich und sah ihn nicken. “Gut, dann galoppier gleich mal auf der rechten Hand an. Mach einen kleinen Zirkel und zwei Große. Bevor du an X ankommst nimmst du die Zügel ein wenig nach links und nimmst dein linkes Bein weg, das rechte legst du an. Dann müsste er umspringen. Später, wenn du das besser kannst und nochmal zu mir ins Training kommen willst, wirst du es sehr viel präziser lernen…” “Und wie?”, wollte er wissen und ich grinste. “Später, wenn du das besser kannst, hälst du ihn auf der rechten Hand, bis du genau auf X bist. Linkes Bein weg, rechtes dran, Zügel nach links. Da die Pferde bei den großen Zirkeln wirklich schnell galoppieren, hast du dafür nur ein paar Sekunden Zeit, das ist das Schwierige daran… Vom Langsamen auf den langsamen Zirkel wechselst du bitte nicht, da hat er Probleme und springt dauernd nach, der hebt dich aus dem Sattel, wenn er nicht mehr hinterher kommt.”, lachte ich. “Los, hopp. Galopp.. ach und nimm ihn um Himmels Willen gleich langsam zurück, der soll nicht stoppen. Du fliegst aus dem Sattel.”, warnte ich ihn vor und sah ihm dann zu, wie er zu erst den langsamen Zirkel galoppierte, ehe er auf den großen ging und Blue einen Zahn zulegte, welchen Hunter total aus dem Gleichgewicht brachte. Er hatte wohl nicht damit gerechnet, dass er so schnell werden würde. Ich lachte still in mich hinein und schaute ihm weiter zu. Der Galoppwechsel war mehr schlecht als recht, aber darüber sah ich mal hinweg. Beim Verlangsamen auf den kleinen Zirkel hatte Hunter ein paar Probleme, aber er bekam das selbst wieder in den Griff. Schließlich kam er vor mir zum Stehen. “Du bist besser, als ich gedacht habe. Respekt… und das sag ich nicht jedem.”, meinte ich zwinkernd und klopfte Blues Hals. Er war schon ganz schön am Pumpen, aber er hatte es ja gleich geschafft, schließlich hatte er zwischen den Übungen immer wieder ein wenig Pause. “Jetzt noch zwei Übungen, die können wir verbinden. Den Sliding Stop machst du zu erst aus dem Trab, dann aus einem langsamen Galopp. Klar, rutschst du dann nicht spektakulär über den Boden mit Blue, aber wenn ich dich in vollem Tempo stoppen lassen, fliegst du mir durch die Halle, und das wollen wir beide nicht. Also trab mal an.. ja genau.. weiter.. weiter… dann lehnst du dich stark nach hinten, Beine nach vorne und sag whoa… ja genau! Jetzt im Galopp.”, gab ich wieder Befehle und schaute ihm zu, wie er das Ganze aus dem Galopp machte. Blue stoppte, Hunter flog nach vorne. “Nicht schlimm. Jetzt machst du das so genau nochmal, wenn du stehst, sortier erst deinen Sitz… Dann Zügel so weit es geht nach rechts, linkes Bein dran, rechtes Bein weg und Küsschen geben. Dann springt er rum und galoppiert los. Nehm die Zügel am besten in eine Hand und halt dich mit der anderen am Horn fest, beim Galopp jetzt auch schon.”, versuchte ich ihm zu erklären und schaute ihm dann zu. Er galoppierte, stoppte, überlegte… und sprang dann rum. Man sah wirklich, wie ein richtiger Ruck durch seinen Körper ging, als Blue angaloppierte. Zum Glück hatte er die Zügel nur locker in eine Hand gehabt, sonst hätte er ihm total im Maul herum gezogen. “Jetzt auf der anderen Hand”, rief ich ihm zu und wartete, bis sie das auch da gemacht hatten. “Gut, reite ihn im Schritt noch ein paar Runden.”, sagte ich zum Schluss und nahm mein Pferd dann in Empfang. “Und, wie fühlt es sich an?” “Ich bin total baff, so viel Neues.. Alles ganz anders, und doch reagiert Blue total fein auf meine Hilfen, auch wenn ich nicht so recht Ahnung davon hatte, was ich da eigentlich gemacht habe.”, schwärmte er. Ich lachte. “Reining war das Schwerste, aber du musst morgen die gelernten Sachen bei Samson anwenden, vielleicht reite ich ihn auch morgen früh mal kurz selbst, um zu sehen, was er eigentlich kann.” “Ja, klar. Kein Problem, kannst du gerne machen.”, erlaubte Hunter mir, ehe wir beide in Richtung Stall gingen, wo sich unsere Wege trennten. Ich machte Blue für die Box fertig, Hunter kümmerte sich um seine Pferde. Im Haus trafen wir uns dann wieder, wo er mich auf etwas ansprach: “Ich habe noch zwei Pferde die trainiert werden müssten, hast du Lust?” “Eigentlich schon, worum gehts denn?”, fragte ich dann und stand auf, da Hunter zur Tür gegangen war und mich erwartungsvoll anschaute. Also gingen wir zusammen zum Stall, wo er mir zu erst Scarlet in Birth zeigte. “Noch ein Vollblut, als hätte ich davon nicht schon genug zu Hause.”, sagte ich seufzend, lachte jedoch. “Galopprennen A auf L wäre es bei ihr.”, erklärte mir Hunter, ehe wir weitergingen zu einem lustig gescheckten Deutschen Reitpony aus der Zucht von Occulta: PFS’ Heart of Ocean “Und hier wäre es Military auch von A auf L.”, erklärte er mir und ich nickte. “Ich ruf gleich mal auf der Ranch an, ob sie mir Nick hier hin schicken können, dann kann ich dir beide Pferde trainieren, sonst nur das Reitpony, ich habs nicht so mit Vollblütern.”, meinte ich schulterzuckend. Hunter nickte und ließ mich dann alleine stehen. Ich zückte mein Handy und rief kurz bei Verena an, ehe ich ihr erklärte, warum ich Unterstützung von Nick brauchte. Sie willigte ein und schickte ihn mit dem nächsten Flug nach England.

      Am nächsten Morgen kam Nick dann auf Bear Brook EC an. Ich schickte ihn jedoch zu erst ins Bett, bevor ich ihn an das Pferd lassen wollte. “Also Hunter, sattelst du Samson? Dann fangen wir mit dem Training an.”, sagte ich und klatschte motiviert in die Hände. “Kann das noch eine Stunde warten? Ich muss noch was dringendes erledigen…”, murmelte er und wuschelte sich einmal gestresst durch die Haare. “Ja, kein Thema, dann schnapp ich mir einfach Heart of Ocean und mache was mit ihm.”, meinte ich knapp und ging mir den DRP Hengst von der Koppel holen, ehe ich ihn gründlich putzte und dann mit ihm in die Halle ging. Ich wollte ihn ein wenig freispringen lassen. Hunter hatte mich vorgewarnt, dass der Hengst psychisch total kaputt war. Da ich selbst eher grob im Umgang mit den Pferden war, hatte ich mir hier etwas tolles zugemutet, denn Feinfühligkeit lag mir absolut nicht. Beim Putzen hatte ich jedoch versucht ruhig, aber konsequent mit ihm umzugehen, was auch wirklich geklappt hatte, denn bis jetzt war das Pferd ziemlich ruhig, auch wenn seine Ohren panisch hin und her zuckten und er die Augen weit aufgerissen hatte. Ich fragte mich, was das Pferd wohl mitgemacht hatte, dass er so kaputt war. Doch ich musste das Beste aus der Situation machen und grenzte die Halle ein wenig ab, ehe ich A und L Sprünge aufbaute. Im Springen war der Hengst schon auf M, weshalb das eigentlich kein Problem für ihn sein sollte. “Na komm.”, sagte ich und schnalzte ein paar Mal, damit er vor mir weg nach außen trabte. Schließlich galoppierte er an und sprang auch ohne Abwurf über die Hindernisse. Das Ganze machte ich drei Runden lang, ehe ich ihn einfach ein wenig sich selbst überließ. Zu meiner Verwunderung sprang er von sich aus ein paar Mal über die Hindernisse, beziehungsweise nur über eins: das Höchste. Er sprang rüber, trabte aus, wendete und sprang wieder rüber. Verstehen konnte ich das nicht, aber vielleicht liebte er das Springen einfach?
      Nach einer Weile fing ich ihn mir dann wieder ein und brachte ihn weg, ehe ich Hunter davon berichtete. “Ja, er ist wirklich nicht von schlechten Eltern, sind beide ziemlich springbegabt.” “Ach deshalb vielleicht…”, murmelte ich und strich Samson über die Nase. “Ein hübscher Braunschecke ist das.”, merkte ich an und schaute im gleichen Moment total verdattert zu Hunter, weil er angefangen hatte zu lachen. “Der ist ein Rappschecke, ein Farbwechsler.” “Wow.”, merkte ich an und grinste, ehe ich in die Halle ging und mir überlegte, womit ich die beiden quälen konnte. Ich entschied mich, mit ihnen eine einfache Horsemanship zu reiten, denn es war ja auch das, in was ich Samson trainieren sollte. Ich hatte nie viel für die Bustaben an den Seiten übrig, doch heute orientierte ich mich mal ein wenig danach. Bei A kam Hunter gleich mit Samson rein. Zu seiner Rechten war dann der Bustabe F, zu seiner Linken K. Neben K war E. Ich stellte also zwischen K und E eine Pylone auf den Boden. Die nächste Pylone stellte ich zwischen E und H, denn H folgte an der langen Seite sofort nach E. Genau gegenüber, zwischen B und M stellte ich die dritte Pylone. Das wars auch schon für heute, mehr würden wir nicht machen.
      Hunter kam nun endlich in die Halle und schaute verdattert von einem Fleck zum Anderen. “Keine Panik, ich erkläre dir gleich alles.”, munterte ich ihn auf und schickte ihn erst Mal alleine auf sich los, damit er Samson warm ritt. “Willst du sofort loslegen oder soll ich erst mal vorreiten?” “Vorreiten.”, sagte er knapp und schwang sich von Samsons Rücken. Ich stieg auf und ritt den Wallach zu erst ein wenig quer durch die Halle, ehe ich zum Halleneingang ritt. “Die erste Pylone ist A, die Zweite B und die Dritte C. Wenn es in der Pattern heißt, Walk to A, reitest du im Schritt bis zu Pylone A. Jog at A… ach, ich zeig es dir einfach. Die Pattern kannst du ja selbst lesen, wenn du danach reiten musst.”, sagte ich lachend und trieb Samson im Schritt an. Ab Pylone A trabten wir dann bis zu B, wo ich ihn stoppte. Das war ein wenig holprig, aber noch vertretbar. Ich gab ihm die Hilfen zum “Spin”, denn wir mussten eine 180° Drehung machen, es passierte jedoch nichts. “Naja, hier muss ich dann beim nächsten Mal ran, du brauchst das nicht zwingen. Wollte dir das nur mal zeigen.”, sagte ich lachend, stieg dennoch ab und fing an, ihn von links nach rechts weg zu schieben. Ich piekste ihm dafür mit dem Fingernagel in die Schulter und schnalzte, bis er Koloss sich bewegte und anfing, sich von mir weg zu bewegen. Ich machte das eine ganze Runde lang, ehe ich wieder aufstieg und es erneut versuchte. Nun drehte er sich- wenn auch schwerfällig. Er war aber auch ein Koloss von Pferd, ich wusste gar nicht, dass Tinker so fett sein konnten. Nachdem wir uns dann gedreht hatten, trabte ich ihn an und ritt ihn in einem Halbkreis zu C, ehe ich neben C stoppte und ein paar Schritte nach hinten ging, genauer gesagt eine Pferdelänge, was er wirklich super machte.”So, du bist dran.”, sagte ich und schwang mich von Samsons’ Rücken, ehe ich Hunter hinauf half- das war schonender für den Rücken.
      Die beiden schafften das ganz gut- es war ja auch alles nicht schwer, wenn man reiten konnte und das konnte Hunter definitiv. “Wenn du es hinbekommst, dass er die Drehung morgen hinbekommt, gebe ich dir eine neue Pattern zum Üben, abgemacht?”, fragte ich ihn und spornte seinen Kampfgeist an. “Alles klar, ich geh dann mit Ocean ins Gelände.”, sagte ich ihm und ließ die Beiden üben. Bevor ich mir Ocean schnappte, aß ich noch etwas. Dann ging ich auf die Koppel und nahm mir den Hengst, bevor wir zum Stall gingen und ich ihn putzte und sattelte. Dann zog ich meine Schutzweste und meinen Helm an, ehe wir ins Gelände gingen. Ich war ja gespannt, ob ich gleich wieder auf der Erde liegen würde, denn bis zur Strecke führte ich ihn, ehe ich nachgurtete und aufsteigen wollte. Sofort lagen seine Ohren flach am Kopf und er spannte sich an. “Du bist mir ein Affe, ich hab gar nichts gemacht, lass den Quatsch.”, sagte ich genervt und entschied mich dann dazu, ihn ein wenig über das Gelände zu führen. Ich machte also die Zügel auf der einen Seite los, so dass ich diese wie eine kurze Longe benutzen konnte, damit er in einem gewissen Abstand von mir mitlief. Das klappte sogar besser, als ich gedacht hatte, so dass er auch einen Sprung so an der Hand schaffte, ehe ich die Zügel wieder fest machte und ohne zu zögern aufstieg. Ich ließ die Zügel doch recht locker und ritt ihn einfach ein bisschen über die Wiese gehen, da hin, wo er gerade wollte, ehe ich langsam die Zügel aufnahm und ihn angaloppieren ließ. Immer wieder schmiss er seinen Hintern in die Luft. Hunter hatte mir geraden, ihn nicht grob anzufassen, weshalb ich mir das einfach gefallen ließ- einem anderen Pferd hätte ich längts eine rüber gezogen, aber bei Ocean war das eher kontraproduktiv, weshalb ich ihn einfach auf einem Zirkel galoppieren ließ, den ich immer kleiner machte, bis er so sehr mit seinem Gleichgewicht zu kämpfen hatte, dass er das Buckeln total vergaß. Nach und nach vergrößerte ich den Zirkel wieder und steuerte aus der Biegung heraus auf den ersten Sprung zu, so dass der Hengst sofort all seine Konzentration auf den Sprung legen musste, sonst wäre er da voll hinein gekracht. So ging es auch mit allen anderen Hindernissen: meinte er, dass er rumzicken musste, ritt ich ihn in immer kleiner werdenden Zirkeln. Benahm er sich wieder, wurden diese Größer. Im Wassergraben meinte er auch einmal, er müsste wieder auf stur stellen, so dass er im Wasser seine Runden drehte, zwar nur im Trab, aber ich handelte sofort.
      So kam es dann auch, dass ich mit einem total braven, aber vor allem auch fix und fertigen Hengst am losen Zügel zurück zu Hunter geritten kam. “Was hast du denn mit dem angestellt?”, fragte er mich- man hörte seine Sorge in der Stimme. “Er musste heute einfach wahnsinnig viel galoppieren. Wenn er mir gebuckelt hat oder total gegen die Hand gegangen ist, habe ich ihn auf dem Zirkel galoppiert und den Kreis so lange verkleinert, bis er so sehr mit seinem Gleichgewicht beschäftigt war, dass er keine Zeit mehr hatte, Quatsch zu machen- und so nass ist er, weil wir so eine Einheit auch im Wassergraben machen mussten, weil er mir da gestiegen ist.”, erklärte ich ihm und sah ihm an, dass ihm das nicht passte. “Ich würde jetzt schon sagen, dass er in einer höheren Klasse laufen kann. Du kannst ihn vermutlich viel besser trainieren als ich, denn er und ich passen absolut nicht zusammen, weshalb ich das Training jetzt hier abbreche. Tut mir Leid.”, erklärte ich und stieg ab, ehe Hunter mir seinen geliebten Hengst abnahm. Military war leider nicht meine Stärke und ich hatte auch nicht die Nerven, mich mit so einem Pferd auseinander zu setzen, weshalb ich das Training abbrach. Vom Potenzial her konnte er locker in der Klasse L laufen, er brauchte eben nur noch etwas Training- ganz verfehlt hatte ich mein Ziel also nicht.
      Mittlerweile war dann auch Nick wach, so dass wir mit Scarlet in Birth’ Training anfangen konnten. Das würden wir nur heute und morgen machen, denn dann konnte Hunter sie selbst weiterbilden. Bei Vollblütern war es leider nicht mit ein paar Mal rennen getan, sie mussten jeden Tag auf die Bahn. Während Nick die hibbelige Stute fertig machte, blätterte ich durch das Trainingsbuch. “Oh schau mal, das letzte Mal wurde sie von einem Mitarbeiter von Occulta trainiert, dann kann sie nur gut auf der Bahn sein.”, meinte ich zu Nick. “Sie haben Starts geübt und ein Intervalltraining abgeleistet, 1000 Meter, wobei die letzten 400 Meter in 30 Sekunden zurückgelegt wurden. Das schaffen wir auch.”, sagte ich lachend. “Mal schauen, wie wir das ausbauen können.”, murmelte ich und schaute ihm zu, wie er professionell den Sitz des Sattels überprüfte. “Können wir?”, fragte ich und nahm das Trainingsbuch mit zur Bahn. “Wärm die erst mal im Schritt und Trab auf der Bahn auf, dann sehen wir weiter.”, erklärte ich und setzte mich auf den Zaun der Rennbahn, ehe ich auf mein Handy schaute und Trainingszeiten verglich. “Das letzte Mal ist sie circa 5 Furlongs galoppiert, wir machen heute sofort 6, das sind immerhin ungefähr 200 Meter mehr.”, redete ich mit mir selbst und suchte Markierungen an der Bahn, die ich dann auch fand. Nun kam Nick auf mich zu. “Wir machen heute einen fliegenden Start.”, sagte ich knapp und sprang vom Zaun, ehe ich zeigte, wo er starten und wo er sie ausgaloppieren lassen sollte. “Alles klar.”, sagte Nick, wendete und galoppierte sie an. Ich schaute auf meine Stoppuhr, hielt sie mir vor die Nase und drückte auf den Knopf, als er vor mir durchstartete. “Na komm, zieh.”, murmelte ich in meinen nicht vorhandenen Bart und schaute den Beiden gespannt zu. Scarlet war wirklich ein gutes Pferd, die Pferde der Gips Reminder Ranch mussten sich da wirklich in Acht nehmen, denn gegen sie zu gewinnen wäre nicht einfach, das sagte mir dann auch meine Stoppuhr- 109 Sekunden, gar nicht schlecht!
      Als Nick wieder bei mir vorbei kam, sagte ich ihm die Zeit. Er nickte und ritt die Stute ein wenig trocken, bevor wir sie im Stall fertig für die Box machten. “Morgen früh starten wir um 5.”, erklärte ich und ging dann ins Haus- es war schon spät.

      Am nächsten Morgen traf ich Nick pünktlich um fünf auf der Rennbahn, Scarlet war aufgewärmt und wir konnten loslegen. “Galoppier sie 2 Furlongs langsam, dann einen schnell, dann wieder zwei langsam. Dann kommst du zur Startbox.”, erklärte ich ihm und ging schon mal vor zu den Startboxen. Scarlet machte, was Nick von ihm verlangte und so kamen sie heil bei mir an. Die Stute in die Startbox zu bekommen war gar nicht so einfach, doch nach einer Weile stand sie drin. “Genau wie gestern, zieh ein wenig mehr an auf den letzten hundert Metern.”, erklärte ich und schon öffnete sich die Startbox. Scarlet schoss mit Nick nach vorne und ich schaute den beiden zu, wie sie galoppierten. Auf den letzten Hundert Metern streckte sich Scarlet immer mehr, bis sie ins Ziel flogen. Ich lächelte, bei einem Blick auf die Uhr. Da war noch so viel Potenzial nach oben, bei der Stute. Fast 109 Sekunden, aber eben nur fast. Sie war schneller als gestern.
      Am Nachmittag hatte ich dann wieder eine Einheit mit Hunter. Heute klappte es schon viel besser, so dass ich ihm eine neue Aufgabe zuteilte: der Halbkreis wurde jetzt nicht mehr getrabt, sondern galoppiert. Ich schaute den beiden eine Weile zu, ehe ich Hunter von unseren Erfolgen mit Scarlet erzählte und Nick und ich uns auf den Heimweg machten- Zuhause warteten auch Pferde.
    • sadasha
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      03.03.2017 | 2973 Zeichen von adoptedfox
      Samson kann auch anders!

      Aus dem Fenster sehend, beobachtete ich wie die Bäume vorbeizogen. Mir schien es, als wäre ich gerade erst aus dem Flugzeug gestiegen, als auf dem Bildschirm meines Smartphones ein verpasster Anruf von Hunter erschien. Er erzählte, dass sein fest eingeplanter Turnierreiter Isaac krankheitsbedingt ausfiel und er sich mit dem Gedanken, mich zu fragen, unwohl fühlte. "Zerbrich Dir nicht den Kopf, natürlich helfe ich Dir!" war meine Antwort gewesen und nun saßen wir gemeinsam im Wagen und fuhren auf den Hof ein, auf welchem die Wallachschau statt fand. Nachdem wir den uns zugewiesenen Standplatz gefunden hatten, erledigte Hunter die nötigen Formalitäten während ich Samson aus dem Hänger lud, ihm die Transportdecke abnahm und nochmals abbürstete. Als Hunter zurück kam reichte er mir die Startnummer welche ich sogleich an Samson's Trense befestigte während er den Wallach sattelte. Als die Nummer befestigt war reichte ich Hunter die Trense und holte meinen Reithelm und die Stiefel von der Rücksitzbank. "Denk dran, er wird dich testen." sagte Hunter und hielt mir die Zügel hin. Ich atmete tief durch, nahm die Zügel und ging mit Samson in Richtung Reitplatz. Das Aufsteigen fiel mir leicht. Nachdem ich die richtige Sitzposition gefunden hatte stellte ich die Steigbügel in meine Länge ein und bat ein junges Mädchen, welches gerade am Tor stand, mir dieses zu öffnen. Samson setzte sich sofort in Bewegung. Nach ein paar Runden im Schritt gab ich Samson die Hilfen zu galoppieren. Nach einer Runde zog er das Tempo an. Wenn er mich loswerden wollte hatte er sich geschnitten! Ich ritt ihn in den Zirkel und verengte diesen zusehends so dass er gezwungen war sein Tempo zu drosseln, was er auch tat. Ich klopfte seinen Hals, parierte den Wallach in den Schritt und ließ ihm die Zügel lang damit er sich strecken konnte. Nach einer virtel Stunde wurden wir aufgerufen. Da Mädchen, welches uns schon auf den Platz ließ öffnete uns das Tor und so konnten wir direkt zur Halle reiten, in welcher die Schau statt fand. "Jetzt kommt es drauf an!" sagte ich, klopfte Samson's Hals und im Trab ritten wir in die bunt geschmückte Halle ein. In der Mitte der Halle parierte ich ihn in den Stand und grüßte die Richter. Im Schritt brachte ich Samson in die Bahn. Auf Höhe von A trieb ich Samson an und er fiel in einen schwungvollen Trab. Auf H wechselte ich mit Samson, noch immer im Trab, durch die ganze Bahn. Nach einer weiteren Runde gab ich Samson die Galopphilfe und brachte ihn auf den oberen Zirkel. Ich ließ ihm etwas mehr Zügel und wechselte auf den unteren Zirkel. Für das Ende der Kür brachte ich Samson wieder auf die ganze Bahn und parierte ihn auf C in den Trab für den Bahnwechsel. In der Mitte der Halle brachte ich Samson schlussendlich zum stehen, klopfte seinen Hals lobend, verabschiedete mich von den Richtern und ritt mit Samson aus der Halle. Nachdem das Tor geschlossen war stieg ich ab, lockerte den Gurt und ging mit Samson in Richtung Standplatz.
    • sadasha
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      16. Mai 2017 | von sadasha
      Widerwillig knurrend schaltete ich nach vier Snooze Durchgängen meinen Wecker aus und rappelte mich hoch. Gerade als ich mein Schlafzimmer verlassen wollte hämmerte es gegen die Türe: „Aufstehen, Frühstück wird kalt!“ rief meine Mutter und sah mich erschrocken an, als ich sofort die Tür öffnete und vor ihr stand. „Morgen.“ murrte ich und glitt an ihr vorbei ins Bad um mich fertig zu machen. Nach etwa einer halben Stunde hatte ich so viel Kaffee intus, dass ich voller Tatendrang war. Ein kurzer Blick auf den Arbeitsplan verriet mir, dass ich heute den Vormittag bei meinen Vollblütern verbringen würde. Gine hatte die Offenställe von Mr. Raw Depression, Ehrengold und CHH‘ Lamperd schon geöffnet, sodass die Hengste nach draußen gehen konnten. Die Stuten jedoch warteten noch ungeduldig darauf herausgelassen zu werden. Blütenzauber streckte ihren Kopf in die Stallgasse, als ich mit den passenden Halftern näher kam. Neben Blütenzauber, nahm ich auch Bear Totem’s Denali, LMR Lady Luna samt Little Miss Backyard, Scarlet in Birth samt Stars of Magic und Riven in a Dream samt Rouge Trap mit raus. Natürlich musste ich mehrmals laufen. Immer eine Stute links, eine rechts. Hatte die Stute ein Fohlen bei Fuß, so lief es ohne mein Zutun mit. Nachdem alle Stuten auf dr Weide standen kümmerte ich mich um die Youngsters. Golden Sugar und PFS Strolch standen zusammen mit Raving Hope Slayer auf der Bachelor Weide. CHH‘ Classic Spring hatte Gine gerade im Training. PFS‘ Savory Blossom war mit einem der Jockeys auf dem Weg zur Ovalbahn.

      „Jetzt sind es nur noch wir beide.“ sagte ich zu Moulan, während ich meiner Rappstute das Halfter überstreifte. Moulan ließ das bei mir mittlerweile ohne Angst zu. Auf der verlassenen Stallgasse machte ich sie fest und holte ihren Putzkoffer. Beim Putzen ließ ich mir ordentlich Zeit und untersuchte meine Stute auch auf Ungeziefer oder Schrammen. Moulan war im besten Zustand seit Langem. Wir hatten seit ein paar Tagen die Testergebnisse ihrer Farbgene da. Sie war ein reinerbiger Rappe, was mir sehr zusagte. Zwar war mir die Farbe meiner Pferde im Grunde egal, wenn ich jedoch die Wahl habe würde ich immer mehr zum Braunen oder Rappen tendieren als zum Fuchs. Bei der nächsten Decksaison ist Moulan auch dabei. Mit 10 Jahren war sie eine verhältnismäßig alte Maidenstute, doch sie brauchte die Zeit.

      Eine halbe Stunde später stand ich mit Moulan auf dem Springplatz. Vor dem Platz hatten es sich meine Mutter und Kerry gemütlich gemacht. „Was machst du hier?“ wollte ich Kerry wissen, die ich heute nicht eingeplant hatte. Sie lächelte nur und wank ab. Weiß der Himmel was sie wieder hatte. Ich dachte nicht weiter daran und konzentrierte mich auf Moulan unter mir. Wir nahmen zuerst ein paar Cavalettis zum warm werden, bevor ich sie auf den aufgebauten Parcours brachte. Fehlerfrei waren unsere Durchgänge heute nicht, jedoch hatte ich das Schwierigkeitslevel erhöht. Sie musste engere Kurven gehen und sich schneller auf die neuen Hindernisse einstellen als üblich. Am Ende konnten wir aber doch zufrieden sein. Ein Durchgang ohne gefallene Stange war wirklich lobenswert für eine Stute, die eigentlich nicht als Springpferd geboren ist. Nach dem Abreiten lobte ich Moulan abermals und brachte sie schließlich mit ihrer Abschwitzdecke auf die Weide zu den anderen Stuten. Der Vormittag war damit vorbei.

      Nach der Mittagspause setzte ich mich in meinen Wagen. „Wohin willst du?“ Kerry… Die hatte ich schon ganz vergessen. „Zum Pineforest Stable.“ gab ich knapp zurück und legte den Sicherheitsgurt an. „Aha, was machst du da?“ sie warf einen suchenden Blick auf den Beifahrersitz neben mich. „Ich besuche dort ein Fohlen, das ich gekauft habe.“ Kerry fing an zu strahlen. „Darf ich mit?“ Natürlich sagte ich nicht Nein. Ich hätte keinen triftigen Grund gehabt.
      Auf dem Gestüt von Occulta Smith herrschte regen Treiben. Kerry war begeistert wie viele Pferde und Mitarbeiter es hier gab. An jeder Ecke blieb sie stehen um sich etwas genauer anzusehen. Ich hingegen lief suchend von Gebäude zu Gebäude bis ich Occulta fand. Wir grüßten uns herzlich, bevor sie mich zu PFS‘ Storm Cat führte. Das junge Schimmelstutfohlen tollte auf der Weide und man sah ihr Rennpotential ganz deutlich. Ich war begeistert. Bis zuletzt hatte ich immer versucht mich mehr auf meinen Sport zu fokussieren, doch jetzt da ich eine eigene Ovalbahn hatte, hatte ich die freie Wahl. „Und immer noch zufrieden mit deiner Wahl?“ wollte Occulta wissen und ich nickte. Mehr als das. Ein Schimmelfohlen war schon immer mein Traum. Mit Storm Cat wurde dieser erfüllt. Eine ganze Weile blieb ich am Zaun stehen und sah meinem zukünftigen Pferd zu. Kerry lief währenddessen überall herum, bis sie auch das irgendwann langweilig fand und wieder zurück wollte.

      Erst gegen Abend trafen wir wieder auf dem Bear Brook EC ein. Der Feierabendverkehr hatte uns voll erwischt. Gut zwei Stunden standen wir im Stau. Erst als ich die drei auf der Weide sah fiel mir ein, dass ich sie vollkommen vergessen hatte. „Mist…“ murmelte ich und Kerry sah mich mitfühlend, aber verwirrt an. „Was denn?“ fragte sie. „Eigentlich hätte ich heute Iseabail, Felan und Lady Lyneth Bowen bewegen sollen.“ gab ich zurück und sprang aus dem Wagen, als ich ihn geparkt hatte. Gine war noch immer auf dem Hof, zumindest stand ihr Wagen hier. Ohne Kerry weiter zu beachten suchte ich sie und fand sie in der beleuchteten Reithalle. „Es tut mir leid, Gine. Hast du die drei auch noch bewegt?“ fragte ich. Gine saß gerade auf Mister Blockhead und es sah ganz so aus, als wäre sie gerade fertig mit ihm. Sie nickte lächelnd. „Alles gut, deine Mutter hat mir geholfen und die Reitponystuten mit bewegt.“ Das hieß Princess Sansa, Iceflower, Arcany und Eismärchen waren auch beschäftigt worden. „Wen hast du noch gemacht?“ fragte ich, da ich meine Gedanken gerade nicht sortieren konnte. „Samson, Niffler, Pendragon, PFS‘ Heart of Ocean und Zuckerwatte.“ gab sie zurück und stieg ab. „Das reicht für heute oder?“ fragte sie neckend. „Isaac kam aber auch noch, er hat Come Back Cupcake gemacht und sich dann um Emrys, Mephisto und Vikar gekümmert.“ Nun war ich komplett raus. „Morgen wird es besser.“ versprach ich. Mir tat es wirklich leid, die beiden so allein gelassen zu haben, aber mein Kopf ist heute Morgen anscheinend im Bett geblieben.
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  • Album:
    Gnadenweide | Pferdehimmel
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    sadasha
    Datum:
    14 Feb. 2017
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  • Stammbaum
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    Von unbekannt
    Aus der unbekannt

    Exterieur
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    Wallach

    14 Jahre
    Rasse: Gypsy Vanner
    Stockmaß/Endmaß: 162cm
    Gewicht: 499kg
    Fellfarbe: Rappschecke (Farbwechsler)
    Geno: x

    Interieur + Beschreibung
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    Verhalten in der Box: Ruhig
    Verhalten auf der Weide: Neutral


    Charaktereigenschaften

    Ausgeglichen, Fleißig, Gutmütig, Loyal, Ruhig, Sozial, Nervenstark

    Charakter
    Liebenswürdig und übereifrig. Das ist Samson. Er ist sehr charakterfest und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Gehen andere Pferde durch, ist er der Einzige den das herzlich wenig interessiert. Er testet seine Grenzen bei jedem Reiter aus. Er buckelt nicht, nein. Aber er rennt und schlägt Haken. Ungeübte Reiter kann er so abschütteln. Samson ist sehr sensibel an den Beinhilfen und recht stumpf im Maul. Vor Gerten hat er panische Angst.

    Beschreibung
    Der eher braun erscheinende Rappschecke ist in der Herde immer recht hoch angesehen und auch bei den Menschen beliebt. Er ist ein Hingucker für alle, die Tinker lieben. Als Multitalent liegt sein Steckenpferd beim Fahren. Mit Kindern kommt er zurecht, lässt sich aber nur bedingt von ihnen reiten, da er durch seine Größe und Masse gelernt hat, dass er die Zügel in der Hand hat, wenn solche Leichtgewichte auf ihm reiten wollen. Dabei geht er dann auch durch Zäune, wenn es denn sein muss.


    Vorgeschichte
    Samson ist in Irland geboren und von einem deutschen Pferdehändler nach Deutschland gebracht worden. Hier ging er durch viele private Hände, bis er von den Crowley's zurück auf die Insel geholt wurde, wo er seither lebt.

    Unterbringung: Offenstall mit Come Back Cupcake
    Einstreu: Stroh
    Futtersorte: Heu, Saftfutter, je nach Arbeit Kraftfutter
    Fütterungszeiten: morgens, abends


    Besitzer: sadasha
    VKR/Ersteller: sadasha


    Qualifizierungen + Erfolge
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    ● Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Qualifikation durch TB's

    Dressur E A L
    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S


    Springen E A
    Show Jumping: E A*


    Fahren E A L M S
    Dressurprüfung: CAI-A1 CAI-A2 CAI-A4

    Ausdauerprüfung: CAI-M-A1 CAI-M-A2 CAI-M-A4
    Hindernisfahren: CAI-C-A1 CAI-C-A2 CAI-CA4

    Western E A L M S
    Reining: LK5 LK4

    Trail: LK5 LK4 LK3 LK2


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯

    Offiziell
    54. Wallachschau (grün) | 53. Wallachschau (blau)
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    323. Westernturnier | 334. Westernturnier | 338. Westernturnier
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    Inoffiziell


    Ausbildung + Zuchtdaten
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Trainingsplan
    Fohlen ABC ✓ | Eingeritten ✓ | Eingefahren ✓

    Gelassenheitstraining
    1 = Sehr gelassen, 6 = schlechtes / unsicheres Verhalten
    ● Angeboren
    Antrainiert Prüfung Abgeschlossen

    Fremde Umgebungen: 5 4 3 2 1 ✪
    Platz/Halle: 5 4 3 2 1
    Tierarzt: 5 4 3 2 1 ✪
    Hufschmied: 5
    4 3 2 1
    Gelände: 5
    4 3 2 1 ✪
    Wasser(schwimmen): 5
    4 3 2 1 ✪
    Straßen: 5 4 3 2 1

    Stangenarbeit: 3 2 1 ✪
    Longenarbeit: 3 2 1 ✪
    Verladefromm: 3 2 1 ✪
    Schrecktraining: 3 2 1 ✪

    Bodenarbeit
    Treiben + Bremsen ✓ | Rückwärtsrichten ✓ | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Halten ✓
    Abstand halten ✓ | Wenden + Handwechsel ✓ | Abruf ✓


    Freiheitsdressur/Zirzensik
    Kompliment x | Knien x | Liegen x | Sitzen x | Stehen x
    Rückwärtsrichten x | Spanischer Schritt x | Spanischer Trab x
    Passage x | Piaffe x | Seitengänge x | Traversalen x | Fliegender Wechsel x | Pirouette x
    Steigen (undefiniert) x | Levade x | Pesade x | Ballotade x | Croupade x
    Kapriole x | Courbette x | Lancade x

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Pferdepass

    Zur Zucht zugelassen: nein
    Eingetragene Zucht: x
    Züchter/Herkunft: x


    Gesundheit
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯

    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt
    Chipnummer: x
    zuletzt kontrolliert []

    Letzte Zahnpflege (jedes Jahr) überfällig
    Wurmkur (jedes Jahr)
    Tollwut Impfung (jedes Jahr)
    Tetanus Impfung (alle 2 Jahre) überfällig
    Influenza Impfung (alle 6 Monate) überfällig
    EHV-1 + EHV-4 (alle 6 Monate) überfällig

    Gesamteindruck: sehr gut
    Aktue Krankheit/en: x
    Chronische Krankheit/en: x
    Erbkrankheit/en: x

    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt
    Ausgeschnitten/Korrigiert: x
    Hufbeschaffenheit: gut, fest, zur Trockenheit neigend
    Hufkrankheit/en: x

    Beschlag vorne: x
    Beschlag hinten: ✓


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Offizieller HG | PNG | Puzzle-PNG