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Samarti

Sambuca, Knabstrupper

Geboren: 2010 -- Eltern -- Chestnut Leopard -- nicht zur Zucht zugelassen

Sambuca, Knabstrupper
Samarti, 23 Feb. 2014
Elii gefällt das.
    • Samarti
      Pflegebericht 02. März 2014 - Kanada, wir kommen!

      Hochwasser.
      Ein Wort, das allein schon dämlich genug klingt – welcher Idiot hatte sich das denn bitte ausgedacht?
      Nachdem Cornwall noch immer unter Wasser stand und unser ganzes Gestüt tatsächlich darunter zu leiden hatte, indem die Weiden, Reitplätze und auch die Reithalle nun völlig verstört worden waren, hatten Matthew und ich uns dazu entschieden, dass etwas Neues her musste. Und das so schnell wie möglich. Es war auch für die Pferde unzumutbar, sie noch im Stall stehen zu lassen, weshalb diese inzwischen schon auf dem neuen Gestüt untergebracht worden waren.
      So sehr es mir auch im Herzen wehtat, aus England wegzuziehen – hatte ich hier doch eine lange Zeit gelebt – so war es dennoch eine Erleichterung, dass wir zumindest unseren treuen Vierbeinern ein vernünftiges Zuhause bieten konnten. Obwohl wir erst vor knapp zwei Monaten nach Penzance gezogen waren, was für mich ein Stich ins Herz war. Ich liebte England, aber besonders nach der Zeit, die wir im ungewünschten Wasser verbracht hatten, wurde mir klar, dass dringend eine Lösung her musste.
      Zu meinem Glück sah Matthew, mit dem ich mich inzwischen wieder ziemlich gut verstand, das Ganze genauso; ebenso meine anderen paar Mitarbeiter. Bei einigen hatte ich Glück, Matthew, Sophia, Charles und seine Frau Lucy hatten beschlossen, mich zu begleiten, da ihnen die Lage in England förmlich zu Kopf stieg. Hätte ich mich zuvor nicht mit Matthew versöhnt, würde er mich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht begleiten.
      So traf es sich gut, dass neben der Ranch Gwen, dessen Hengst Altair ich bereits im Training gehabt hatte, ein leerstehendes Gestüt zum Verkauf stand. Ursprünglich wollte ich nie nach Kanada ziehen – doch das Mädchen hatte mich dann schlussendlich doch überzeugen können und inzwischen war ich mir ziemlich sicher, dass uns eine schöne Zeit bevorstand. Natürlich war ich mir über die Wetterumschwünge in Kanada im Klaren, dennoch würde es mit Sicherheit eine interessante, neue Erfahrung sein.
      Die letzten Umzugskartons waren gerade verpackt, als jemand von hinten seine Arme um meinen Torso schlang und sein Kinn auf meiner Schulter bettete. Ohne hinsehen zu müssen, wusste ich, dass es sich um Matthew handelte.
      „Ich werde England vermissen“, murmelte er leise in mein Ohr. Sein Atem kitzelte auf meiner Haut; jagte mir einen wohligen Schauer über den Rücken und sorgte dafür, dass sich Gänsehaut auf meinem Körper ausbreitete.
      „Ich auch.“ Meine Stimme war kurz vorm Versagen. Ja, ich würde England vermissen – und wie ich das tun würde. In diesem Land hatte ich so viele Erlebnisse machen dürfen, war selbstständig geworden, hatte mein erstes, komplett eigenes Gestüt aufbauen können, hatte neue Freunde gefunden, Bekanntschaften geschlossen, mit Leuten zerstritten, meistens wieder mit jenen Leuten versöhnt, hatte mir eine neue Menge Pferde gekauft, hatte viele Pferde trainiert und, und, und. Ich könnte die Liste ewig weiterführen, doch irgendwas findet alles sein Ende.
      „Wir schaffen das. Zusammen.“ Er stockte kurz und senkte seine Stimme, während sich auf meinem Gesicht ein Lächeln ausbreitete.
      „Zusammen.“

      Endlich hatte ich den ganzen Trubel um den Check-In am Flughafen hinter mir und konnte mich nun auf den Flug nach Kanada begeben. Mein Handgepäck hatte ich rasch in der Ablage verstaut, nachdem ich meine Sitzreihe, F, gefunden hatte. Matthew war mir dicht auf den Fersen, die Anderen waren schon alle längst in Kanada, um das neue Gestüt auf Vordermann zu bringen. Ich seufzte leise und ließ mich dann auf meinen Sitz sinken, ehe ich mir die Ohrstöpsel ins Ohr steckte und Musik hörte. Meine Musik wurde aber leider Gottes nur kurz darauf von den nervigen Ansagen unterbrochen, die man sowieso vor jedem Flug hörte. Ich konnte sie inzwischen schon auswendig, schließlich flog ich nicht gerade selten, um neue Pferde zu holen oder einfach nur an internationalen Turnieren teilzunehmen.
      Zum Glück war die Ansage schon bald beendet und ich startete mein Handy erneut, um mich Flappy Bird zu widmen. Ich hasste dieses Spiel abgrundtief, hing ich doch immer noch bei meinem Highscore von 73 Röhren fest, doch ich wollte eben diesen unbedingt brechen. Das bedurfte nicht nur einer Menge Geduld, sondern auch viel Zeit – zu viel Zeit. Denn irgendwann gab mein Handyakku auf und ich musste mich anders beschäftigen, weshalb ich Matthew anstieß, welcher kurz zusammenzuckte und dann überrascht aufsah. Es dauerte nicht lange und wir waren in eine Unterhaltung darüber vertieft, wie es wohl in Kanada für uns weitergehen würde.

      Das neue Gestüt war riesig. Mir stand der Mund vor lauter Staunen offen, als ich aus dem Taxifenster blickte und unser großes Gelände erspähen konnte. Überall erstreckten sich lange, grüne Wiesen, dichter Wald umgab uns und hin und wieder sah man einmal ein Feld. Kurzum: Es war unglaublich. Das CHS in England war im Vergleich zu diesem winzig gewesen und ich zweifelte daran, ob es gut war, ein solch großes Gestüt zu besitzen. Schnell schlug ich mir den Gedanken wieder aus dem Kopf. Wir hatten uns vergrößert und würden auch demnächst noch einige neue Pferde erwarten, weshalb so viel Platz vielleicht ein ziemlicher Vorteil war, sollten doch bald eventuell sieben weitere Zuchtpferde von Elena bei uns ankommen, um die wir uns kümmern sollten.
      Mein Weg führte mich zunächst einmal ins Haus, wo Matthew und ich die restlichen Kartons und Koffer ablegten, ehe er mich völlig unerwartet bei der Hand nahm. Ein leichtes Kribbeln breitete sich an der Stelle aus, weshalb ich lächelnd zu Boden sah und ihm nicht ins Gesicht blicken wollte. Er grinste kurz, zog mich dann aus dem Haus heraus und wir standen etwas ratlos auf dem Gestüt herum, da wir nicht wussten, wo was war – weshalb wir uns erst einmal zu dem längsten Gebäude begaben, welches, wie nicht anders zu erwarten, der Stall war.
      Die Pferde standen momentan alle in ihren Boxen und zermalmten zufrieden ihr Heu, während wir an den neuen Außenboxen vorbeiliefen. Diesmal hatten wir uns gegen die Innenboxen und für die Außenboxen entschieden, da die Pferde somit einfach mehr „Luft“ hatten, es schien ihnen allerdings auch zu gefallen. Scheinbar hatten sie alle die anstrengenden Reisen gut überstanden, lediglich Pushin' Jazz for Cash hatte eine kleine Schürfwunde an der Brust, welche jedoch nicht allzu schlimm aussah. Kein Grund, sich Sorgen zu machen.
      Casey brummelte mir freundlich zu und sah neugierig auf, als wir an ihrer Box vorbeiliefen, doch ich streichelte ihre Stirn nur kurz zur Begrüßung und wir liefen weiter. Rapsoul beachtete mich nicht weiter, ebenso Audio Delite at Low Fidelity – sie beide waren nur mit ihrem Heu beschäftigt und hatten keine Zeit für uns übrig. In der Box gegenüber der Mixstute stand eine Kabstrupper-Stute, die ich vor kurzer Zeit von Elena gekauft hatte, aber bisher noch nicht selbst in Empfang nehmen konnte, da sie sofort nach Kanada gebracht worden war, ohne einen Zwischenstopp in England einzulegen. Die Gute hieß Sambuca und wollte sich lediglich einige Streicheleinheiten erbetteln, ehe auch sie sich wieder dem Futter zuwandte.
      Die drei kleinen Fohlen auf unserem Gestüt Dajeen, Beverly und Lunaris schienen sich trotz ihres niedrigen Alters ebenfalls schon ziemlich gut eingelebt zu haben, widmeten doch auch sie sich lieber dem Futter, als mich zu begrüßen. Lediglich der neue Hengst im Bunde, ein Buckskin Roan aus der Zauberhaft, der vor einem Tag geboren worden war und dementsprechend noch wackelig auf den Beinen stand und sich nur bei Zauberhaft in der Box befand, sah mich etwas verängstigt an. Der kleine war ein Nachkomme von dem Deutschen Reitponyhengst Unique Affair, der in der Zucht Burnin' Valentine stand und hatte daher auch seinen Namen bekommen: Burnin' Unbridled Dreams.
      Auch Sonic Syndicate war gut angekommen, ebenso Nacromancer in the Dark und Nickles 'n Dimes, auf den ich inzwischen meine ganzen Hoffnungen setzte. Der schon etwas ältere Kerl hatte eine ausgesprochen interessante Fellzeichnung, die auch der Farbzucht neues Leben einhauchen würde. Romantica und Ace of Clubs, die Farbwechsler-Stute, hatten wir inzwischen wieder auf dem Gestüt, nachdem sie eine Zeit lang bei Lisa auf dem Hof gelebt hatten, wo sie in der Dressur jeweils eine Stufe höher trainiert worden waren. Monsta lag dösend in ihrer Box und schien nicht mehr hungrig zu sein; sie blickte allerdings auch nicht auf, als ich an ihrer Boxentür vorbeiging und kurz herein sah. Das letzte meiner inzwischen sieben Sportponys war nun Firebird geworden, die junge Sooty Palomino-Stute, die ich von kira gekauft hatte.
      Schließlich folgten noch die Zuchtpferde, die wir uns einen Moment lang ansahen und bei denen wir kontrollierten, ob alles in Ordnung war. Beginnend bei Herbstblatt arbeiteten wir uns weiter voran, besuchten Pamino, Dahiba, Da Vinci und auch Star's Diamond nacheinander. Bei Goldherz verharrten wir eine Sekunde – sie brummelte mir erfreut zu und schmiegte sofort ihren Kopf gegen meine Brust, als sie mich sah. Das zwischen uns hatte sich wirklich zu etwas Besonderem entwickelt, so kitschig es sich jetzt auch für Außenstehende anhören mag. Sie war schon immer mein Lieblingspferd gewesen und nichts oder niemand könnte sich jemals wieder zwischen uns stellen, waren wir doch inzwischen beste Freunde geworden. Sie begleitete mich überall hin und das bereits seit fast fünf ganzen Jahren. Um nichts in der Welt würde ich sie jemals eintauschen oder hergeben wollen, so viel stand fest.
      Nachdem ich mich von Goldherz lösen konnte, liefen Matthew und ich zur nächsten Box, in der Zauberhaft ihr Heu fraß. Direkt neben ihr stand der einen Tag alte Hengst von Unique Affair, der es mir schon im ersten Moment angetan hatte. Ich hoffte wirklich, dass aus ihm mal ein ganz Großer werden würde, denn die richtigen Veranlagungen dazu hatte er allemal.
      Die letzten drei vergebene Boxen waren von den drei Neuen belegt worden. Wir hatten sie, wie auch Star's Diamond und Zauberhaft, von Husky kaufen können und so standen sie nun bei uns in Kanada. Ebenso wie Sambuca waren auch sie sofort nach Kanada gebracht worden, sodass ich sie zuvor noch nicht wirklich hatte sehen können.
      Der erste Hengst war ein Brauner, der bereits zwölf Jahre alt war; Dancer in the Moonlight. Der Hengst war ziemlich menschenbezogen, was mir schon in den ersten Sekunden auffiel: Er kam sofort zu mir, drückte sein Maul gegen meine Jackentasche und suchte nach Leckerlis, wollte aber zeitgleich auch gestreichelt werden.
      Daraufhin folgte Kronjuwel, der Papa von meiner Stute Zauberhaft. Er war ein wirklich schöner Buckskin, wurde ebenfalls im Jahre 2002 geboren und sein Charakter ähnlich wie der von Dancer in the Moonlight. Liebenswert, menschenbezogen und einfach ein Prachtkerl, der nicht nur sein faszinierendes Äußeres, sondern auch sein Interieur bisher immer mit vollem Erfolg weitergeben konnte.
      Das letzte der drei neuen Ponys war eine gekrönte Deutsche Reitponystute, die ich bereits von früher nur zu gut kannte. Inzwischen hatte ich eine stolze Zahl von vier gekrönten Deutschen Reitponystuten im Stall stehen, was mich ziemlich erfreute – war es doch vor gut zwei Monaten lediglich Goldherz, die bei mir im Stall stand. Nun jedoch hatte auch Star's Diamonds Mutter, Star, zu uns gefunden, die früher mal Juliane gehört hatte, mit der ich vor einigen Jahren mal das Gestüt Liberté geführt hatte. Ich war besonders froh darüber, sie bei mir haben zu können, strahlte sie doch schon früher solch einen Lebensmut aus, dass er beneidenswert war. Zwar war sie inzwischen schon fünfzehn Jahre alt, führte sich aber dennoch immer noch auf, als wäre sie eine dreijährige Stute, die erst noch eingeritten werden müsste.

      „Scheint, als ginge es ihnen allen gut“, bemerkte Matthew das Offensichtliche und ich lachte als Antwort nur kurz auf. „Ja, da magst du recht haben. Zum Glück haben sie die Reise alle gut überstanden“, seufzte ich erleichtert und fügte dann hinzu: „Aber jetzt werden wir erst einmal unsere neue Nachbarin begrüßen gehen.“
    • Samarti
      Pflegebericht 27. Juli 2014 - Zurück nach Deutschland

      Platzhalter!

      Momentan stand ich wirklich unter Stress, und das bekamen leider auch meine vierbeinigen Lieblinge zu spüren. Ich beschäftigte mich kaum noch mit ihnen, ließ vielmehr mein Personal alles mit ihnen machen und sie trainieren und das nur, weil ich kurzerhand zurück nach Deutschland reisen musste, um dabei zuzusehen, wie meine Tante ihre letzten Stunden mit ihrer Familie verbrachte. Sie leidete schon länger an Krebs, der inzwischen so weit fortgeschritten war, dass ihr nicht mehr viel Zeit blieb – genauer gesagt erwarteten die Ärzte ihren Tod in wenigen Tagen, weshalb ich auch noch einmal anreisen wollte, um sie ein letztes Mal zu sehen.
      Während sich Rapsoul, Casey, Beverly, Audio Delite at Low Fidelity, Pushin' Jazz for Cash, Skyrim, Dajeen, Burnin' Unbridled Dreams, Sambuca, Sonic Syndicate, Romantica, Nacromancer in the Dark, Monsta, Nickles 'n Dimes, Ace of Clubs, Firebird, Trés Jolie, Santa Fee (die vor kurzem wieder zu uns zurückgekehrt war), Herbsblatt, Pamino, Dahiba, Da Vinci, Star's Diamond, Star, Zauberhaft, Goldherz, Dancer in the Moonlight, Kronjuwel, Darym, Yanetha, Casablanca, Laurencio, Fine Frenzy, Draugsa, Silenc Dream und Season's Princess also in Kanada auf den weitläufigen Weiden fröhlich ihre Bäuche vollschlugen, verbrachte ich meine Zeit in meinem Heimatland. Und erst dann wurde mir klar, wie sehr ich meine Familie vermisst hatte – dennoch zog es mich zurück nach Kanada.

    • Samarti
      Pflegebericht 20. September 2014 - Arbeitslos

      - POV: Matthew -
      Nach meiner Auseinandersetzung mit Joline brauchte ich nur noch eins: Ruhe und einfach nur Zeit für mich.
      „Na? Welche Laus ist dir denn heute wieder über die Leber gelaufen, Heulsuse?“, erklang eine Frauenstimme neben mir, der sarkastische, schadenfrohe Unterton war nicht zu überhören.
      „Sophia, hör endlich auf, dich über mich lustig zu machen“, stöhnte ich und wandte dann meinen Blick in ihre Richtung. Die eisblauen Augen starrten mich frech an, das lange, schwarze Haar wehte ihr ins Gesicht und auch wenn sie es die ganze Zeit versuchte zu verhindern, diese eine störrische Strähne verfing sich ständig wieder in ihren Wimpern.
      Völlig genervt klemmte sie sich die Haarsträhne dann hinter die Ohren und verschränkte die Arme vor der Brust.
      Sophia war eine Person für sich. Sie zeigte nicht gern Gefühle oder konnte sie nicht ausdrücken – was genau es war, wusste keiner von uns, denn sie sprach nicht über ihre Probleme.
      „Hast du Sambuca schon gearbeitet?“
      „Ich war mit ihr vorhin im Gelände, mehr nicht. Ich bin nicht so der Dressurfreak, das solltest du inzwischen wissen. Na gut, vielleicht auch nicht, momentan hast du ja eher die eine rosarote Brille auf der Nase sitzen, die es dir nicht erlaubt, irgendetwas zu bemerken.“ Ein spitzbübisches Grinsen schlich sich auf ihr Gesicht, dann wickelte sie eine Haarsträhne um ihre Finger und lächelte mich vielsagend an.
      „Kümmer dich um deinen eigenen Kram, das geht dich überhaupt nichts an“, knurrte ich genervt, betrachtete dann Sambuca, die sich am Weidetor befand. Die Stute war in der letzten Zeit mehr gearbeitet worden und es wurde auch viel mehr von ihr gefordert als sie es kannte. Mit ihren vier Jahren war sie inzwischen soweit, dass auch ruhig mit ihrem Training begonnen worden konnte, mit ihr wollten wir es nicht übertreiben. Denn obwohl sie eifrig bei der Arbeit war, ließ sie sich noch nicht ganz fallen und bevor wir wirklich mit ihr arbeiten wollten, sollte sie erst einmal mehr Selbstvertrauen in sich haben und ihre Fähigkeiten zu schätzen wissen.
      „Dann werde ich mich mal an die Arbeit machen und mit Filly ein wenig trainieren“, meinte ich dann knapp zwei Minuten nach meiner letzten Aussage. Eigentlich war es schwachsinnig, dass ich mich um Audio Delite at Low Fidelity kümmerte und Sophia sich um Sambuca, schließlich fiel der Mix eher in Sophias Schema und Sambuca in meines. Dennoch hatten wir uns am heutigen Morgen darauf geeinigt.
      „Falsch“, grinste die schwarzhaarige Frau mich an, „ich war mit Filly ebenfalls schon draußen. Distanz ist doch nicht so deine Disziplin?“
      „Du kannst es auch nicht lassen, oder?“, schmunzelte ich dann schon etwas besser gelaunt, auch wenn sie mir die heutige Arbeit so gesehen geklaut hatte.
      „Nein, ich kann dir doch nicht das Training eines Distanzpferdes überlassen“, lachte sie leise, „aber Filly … sie braucht jemanden, der auch Ahnung hat. Machen tut sie sich aber klasse, ihre Ausdauer steigt von Mal zu Mal und generell scheint sie inzwischen sehr viel Spaß daran gefunden zu haben. Übrigens mag sie mich sowieso mehr als dich, also trainiere ich sie lieber.“ Der neckische Unterton in ihrer Stimme war nicht zu überhören, doch es stimmte irgendwie.
      Filly war nicht sonderlich angetan von mir, das zeigte sie mir jedes Mal aufs Neue und dazu nutzte sie auch jede erdenkliche Chance. Sie ignorierte mich so gut es ging, denn ich hatte zu Beginn nicht wirklich Zugang zu ihr gefunden, das war eher Elisa und Sophia gelungen, die beiden wollte sie kaum noch gehen lassen.
      „Für einen Spaziergang hat sie bestimmt noch genug Ausdauer, meinst du nicht?“
      „Wer?“, fragte Sophia verwirrt und zog die Augenbrauen hoch.
      „Na, Sambuca und Filly.“ Mit diesen Worten verschwand ich kurz um die Ecke und als ich dann wieder bei der Frau stand, drückte ich ihr wortlos das Halfter der Sabino-Stute in die Hand.
    • Samarti
      Pflegebericht 22. Dezember 2014 – Weihnachtliche Vorbereitungen

      „Star's Diamond und Trés Jolie befinden sich in den Boxen, holst du eben Ace of Clubs und Romantica? Dann kümmere ich mich noch um Monsta und Goldherz. Julien, nimm du bitte noch Beverly und bring sie in die Box!“, bat ich Joline und Julien im Vorbeigehen im Stall, eilte dann zu den Halfterhaltern und zückte die Halfter der beiden Reitponystuten, welche ich in ihre Boxen bringen wollte. Die verbleibenden Stuten Audio Delite at Low Fidelity, Sambuca, Pina, Star, Yuki, Star und neuerdings auch Hall of Fame standen auch nicht mehr auf der Weide.
      Unbridled Dreams, Skyrim und Bacardi Mojito waren schon gut versorgt und standen in ihrem Stall, ebenso wie Pinero.
      Auch die Hengste des Gestüts – Rapsoul, Kronjuwel, Capriciasso, Diggin' in the Dirth, Levi, Unbroken Soul of a Rebel und Cardillac – machten sich bereits eifrig über ihr Futter her.
      Es war ein anstrengender Tag gewesen und die Kälte machte dies nicht besser. Nächsten Samstag sollten es bis zu -25 Grad Celsius werden! Minus!
      Umso glücklicher war ich, als ich endlich mit Julien im Haus verschwinden und mich vor den Kamin schmeißen konnte. Doch natürlich musste diese schöne Stille direkt unterbrochen werden.

      »Last Christmas I gave you my heart,
      But the very next day, you gave it away.
      This year, to save me from tears,
      I'll give it to someone special.«

      „Mach es sofort aus!“, rief ich verzweifelt und stürzte in Richtung des Radios, um dieses schreckliche Lied endlich zum Verstummen zu bringen. Es war genau wie letztes Jahr, als wir an Heiligabend alle beisammen waren und plötzlich Last Christmas ertönte. Jedes Jahr war es dasselbe, dämliche Lied, welches die Radiosender in Dauerschleife auf und ab spielten, und es nervte mich. Umso schöner war die Stille, wenn die letzten Töne verklungen und ich diese Melodie nicht mehr hören musste.
      Möglicherweise war ich ein Weihnachtsmuffel, den man erst einmal in Stimmung bringen musste, doch genau mit diesem Lied ging es in die ganz falsche Richtung, weshalb das Radio bei uns an Heiligabend ein totales No-Go war.
      „Ich sag' es zwar nicht gern, aber Matthew hat mich geschickt, um dir zu sagen, dass er mit dir reden möchte“, stürmte Joline in das Zimmer und vergewisserte sich erst dann, dass niemand in der Nähe war. Bis auf Julien war dies nicht der Fall – und der konnte es meinetwegen wissen.
      Woher der plötzliche Sinneswandel?“, wollte ich fragen, doch ich hielt lieber meinen Mund und nickte ihr dankend zu, ehe ich zu Matthew ging, von dem ich wusste, dass er sich in seinem Schlafzimmer verkrochen hatte.
      „Hey“, lächelte Matthew mich zaghaft an, nachdem ich sein Zimmer betreten hatte und wir uns einige Minuten stillschweigend und irgendwie steif angesehen hatten. Still erwiderte ich sein Lächeln und seufzte dann.
      „Äh, ich wollte dir nur sagen, dass ich es total schade finde, wie es gelaufen ist und … na ja, es tut mir leid.“ Der Mann hob den Blick und sah mir direkt in die Augen, was mir einen Schauer über den Rücken sandte.
      „Schon … okay“, stammelte ich nervös und nickte dann, „mir tut es auch leid. Vergeben und vergessen?“
      „Ich verspreche dir, ich versuche, mich zu bessern. Du hast mir wirklich gefehlt.“ Angespannt stand er von seinem Stuhl auf und bewegte sich auf mich zu.
      „Ich hab dich wirklich vermisst“, flüsterte ich in Matthews Schulter, als er mich in seinen Arm genommen hatte und ich mich an seine Brust kuschelte. Ich liebte es, wenn Männer gut rochen – und dieses Exemplar tat dies momentan ganz besonders gut.
      Nach einer Weile entfernten wir uns etwas voneinander, doch der Mann vor mir beobachtete mich noch immer ganz genau und sah mir eindringlich in die Augen. Seine Augen wanderten zwischen den meinen und meinen Lippen hin und her, und auch, wenn ich intuitiv wusste, worauf er hinaus wollte, zögerte ich keine Sekunde, als der Abstand zwischen unseren Mündern immer kleiner wurde und schließlich ganz verschwunden war und wir unsere Lippen versiegelten. Und Gott, fühlte sich das gut an!
    • Samarti
      Pflegebericht 28. Februar 2015 - Ein bunter Neuankömmling

      Elena hatte mich ja schon davor gewarnt, dass Capulet, meine neueste Errungenschaft, kein Deutsches Reitpony war und mich eindeutig für blöd erklärt. Die Blondine machte ihrer Haarfarbe alle Ehre, als sie mich völlig überstürzt angerufen und mir nur irgendwelche Sätze an den Kopf geworfen hatte, dass das „Katapult“, wie sie den Hengst, der Jojos und meine zukünftige Zucht bereichern sollte, nannte, weil sie sich den Namen nicht merken konnte, ja überhaupt nicht in mein sogenanntes „Beuteschema“ passen würde, weil … na ja, er war halt einfach kein Deutsches Reitpony und das reichte für Eli schon als triftiger Grund, dass ich krank wäre und sie sich ja so Sorgen um mich machen musste!
      Nicht anders verhielt es sich mit Gwen und Joline, mit denen ich in Reih und Glied auf dem Hof stand und auf das Auto mit Pferdehänger wartete, in welchem sich Capulet befinden sollte.
      Jojo hatte ich schon zuvor darüber informiert und sie war es auch, die sich am meisten freute und es überhaupt nicht unrealistisch fand, dass ein solches Pferd auf mein Gestüt fand. Besonders den Namen des Pferdes fand sie total klasse und während ich mit ihr telefoniert hatte, hatte sie ständig nur ein unproduktives „Capulet ist so ein toller Name!“ eingeworfen.
      Als aus der Ferne dann ein Motorengeräusch ertönte, das sich dem Gestüt langsam näherte, begannen Jolines Augen schon, zu glänzen, weil sie genau wusste, dass der Scheckhengst ein Kandidat für sie sein würde, war er doch auf das Westernreiten spezialisiert. Dennoch wusste sie nur das und kannte den Namen des Hengstes, viel mehr hatte selbst sie noch nicht erfahren.
      Schnell stellte sich heraus, dass das sich nähernde Auto nur Matthew war, der vom Einkaufen zurückgekommen war. Mit Einkaufstüten beladen stieg er aus dem Auto und als er unsere genervten Blicke, die sich gegen ihn richteten, realisierte, betrachtete er uns nur verdutzt, tat unser Verhalten dann mit einem Kopfschütteln ab und hievte lieber die Einkäufe in das Haus.
      Nach einer weiteren Viertelstunde, in der wir uns ungeduldig die Hände abgefroren hatten – verdammt, es war noch immer zu kalt in Kanada! –, traf dann endlich das langersehnte Auto ein, das einen Anhänger hinter sich herzog. Sambuca, die auf der Weide stand, hob interessiert den Kopf und nachdem sie erkannt hatte, worum es sich dort handelte, ertönte aus ihrer Richtung ein helles, lautes Wiehern, welches von Capulet mit einem ebenso geräuschvollen Wiehern beantwortet wurde.
      „Oooh, hat der aber ein schönes Wiehern!“, schwärmte Joline, die bereits jetzt schon total verliebt in das Pferd war, obwohl sie es noch nie gesehen hatte, doch Gwen und ich beachteten dies gar nicht weiter. Unser Anblick musste für den Fahrer wahnsinnig lustig aussehen, wie wir dort wie drei Erdmännchen nebeneinanderstanden und versuchten, einen Blick in den Pferdehänger werfen zu können,während der Fahrer das Gefährt wendete.
      Nachdem er eingeparkt und uns begrüßt hatte, öffnete er die Rampe des Hängers und zum Vorschein kam ein schwarzer Schweif, der zu einem kräftigen Braunen mit weißem Fleck am Hintern gehörte.
      „Wow!“, hauchte Joline nur und aus dem Augenwinkel bemerkte ich, wie Gwen mit dem Kopf schüttelte.
      Nach der Übergabe des Pferdes und dem Abklären aller nötigen formellen Informationen fuhr dann auch der Fahrer mit einem leeren Pferdehänger wieder vom Hof und ich, die den Strick des bunten Hengstes in der Hand hielt, betrachtete Gwen, die sich skeptisch die Papiere von Capulet durchlas.
      „Ähm, Elisa? Bist du sicher, dass das das richtige Pferd ist?“ Misstrauisch runzelte sie die Stirn und hob die Augenbrauen. „Oder hat man dir hier etwa ein falsches angedreht?“, fragte sie mich vorsichtig und deutete dann auf eine Zeile im Pferdepass.
      „Wieso?“ Verwundert schüttelte ich den Kopf und blickte sie an, völlig ratlos und irgendwie verstand ich gar nicht, worauf sie hinaus wollte.
      „Bist du krank? Hast du deine Brille verloren? Wer hat dir das Gift unters Essen gemischt? Was hat Jojo bitte für einen Einfluss auf dich? Das ist verdammt nochmal kein Deutsches Reitpony!“
    • Samarti
      Pflegebericht 31. März 2015 - Wenn auf den Rest kein Verlass ist

      „Im Ernst? Ihr könnt doch nicht einfach abspringen!“, entgeistert starrte ich Joline und Matthew an, aber die waren schon so gut wie fast weg. Na toll, wenn ein Mann fehlte, da ging es hier auch direkt drunter und drüber! Dementsprechend hatten nun sechs Stuten für heute bisher keine Beschäftigung. Alleine würde ich die aber definitiv auch nicht schaffen und großartig Lust hatte ich dazu ehrlich gesagt auch nicht, also hieß es nun schnell eine Lösung zu finden.
      Aber vorher wollte ich zumindest zwei davon alleine machen, als Gestütsleiterin musste schließlich (und leider) auch ich Initiative zeigen. Deshalb holte ich meine hübsche Namida von der Weide und putzte sie erst einmal gründlich. Die Stute hatte mal wieder jedes Matschloch auf der Weide ausfindig gemacht und so sah sie auch aus. Also begann ich seufzend zu putzen und brauchte eine gute halbe Stunde.
      Danach stattete ich sie mit Kappzaum und Longe aus und auf ging es. Ein wenig Bodenarbeit und Muskelaufbau würde ihr sicherlich nicht schaden. Demnächst sollte immerhin auch Namida Turniere gehen und wenn mein Team dann auch mal wieder Zeit hatte, würde sie auch in Form kommen, aber heute war nun einmal leider ich dafür zuständig.
      Anfangs war ich recht unmotiviert, aber Namida machte gut mit und so arbeiteten wir tatsächlich eine halbe Stunde recht anständig mit guten Resultaten. Danach spritzte ich Namidas Beine ab und die Stute durfte zurück auf ihre Weide. So konnte ich sie zumindest schon einmal von der Liste streichen, wer nun? Diamond? Yuki? Oder doch Sambuca?
      Auf keine hatte ich wirklich Lust, stattdessen holte ich mir Romantica von der Weide, putzte und sattelte meine Scheckstute und ging mit ihr auf den Reitplatz. Ein wenig lockeres Reiten würde auch ihr mal wieder gut tun. Und sie machte gut mit, ich sollte eindeutig mal wieder öfter meine Stuten reiten, dachte ich mir grinsend.
      Nach der entspannten Stunde, gönnte ich mir eine kleine Pause und entschied dann, Gwen anzuhauen. Die hatte immer Zeit, also ja wohl auch heute! Mein Plan war einfach und hoffentlich ging er auch auf. Zumindest stand schon einmal Gwen eine halbe Stunde später vor dem Stall.
      Vier Stuten brauchten noch Bewegung und ich dachte an einen gemeinsamen Ausritt. Gwen und ich und jeder mit einem Handpferd. Risikoreich? Vielleicht. Praktisch? Auf alle Fälle!
      Und so war es entschieden: Gwen setzte ich auf Sambuca und als Handpferd bekam sie Yuki, da würde schon nichts schiefgehen. Ich würde Très Jolie, kurz Teddy, reiten und Star’s Diamond als Handpferd nehmen. Also machten wir die Stuten fertig und schon ging es los.
      Anfangs war es echt anstrengend und schwer, aber allmählich hatten wir beide den Bogen raus und dann klappte es besser als gedacht und wir kamen gut vorwärts. Es war ein recht entspannter ausritt ohne großartige Vorfälle und so kamen wir sechs auch heile wieder auf CHS an.
      „Perfekt!“, meinte ich lächelnd, nachdem auch die restlichen Stuten wieder auf der Weide standen, da hatte ich doch mal wieder alle unter einen Hut bekommen, ich war ein wahres Naturtalent! Aber das wusste ich ja schon.
    • Gwen
      Pflegebericht 28. April 2015 - Zimtzicke

      „GWENDOLYN!“, tönte es plötzlich verdammt nah ein meinem Ohr, eindeutig zu nah! Erschrocken sprang ich auf und schubste dabei fast Elisa um, die direkt vor mir stand. „Geht’s noch?!“, meinte ich vorwurfsvoll und schob mir die Sonnenbrille auf den Kopf, ich hatte so schön gedöst! Seufzend nahm ich die Kopfhörer aus dem Ohr und hörte mir einen Fragenkatalog über gefühlte 150 Items von Elisa an. „….Was machen die da? Kannst du nicht mal auf deine Pferde aufpassen?“, fragte sie vorwurfsvoll und deutete auf die Wiese neben dem Stall, wo Andvari und Nimué frei standen und grasten. „Ich mähe Rasen, sieht man doch!“, meinte ich nur knapp und ließ mich zurück in meine Sonnenliege sinken. War ja klar, dass der Tag nicht ewig so schön sonnig und unbeschwert blieb.
      So wirklich Lust hatte ich jetzt nicht, mich mit Elisa zu streiten, immerhin schien endlich wieder die Sonne und es war warm und immerhin wollte ich ein wenig braun werden! Allerdings fielen mir jetzt erst die beiden anderen Reiterinnen auf. Joline saß auf Filly und hielt die Zügel der reiterlosen Sambuca, also vermutlich Elisas Pferd. Und das dritte war der Farbtopfeimer Unbroken, nur seine Reiterin… ihr Name wollte mir partout nicht einfallen, obwohl ich sie schon ab und an gesehen hatte. Elisa schien meinen Blick zu folgen und zu verstehen. „Das ist Sophia“, machte sie uns knapp bekannt. „Eigentlich wollten wir fragen, ob du mit ausreitest?“, kam Elisa nun darauf zu sprechen, als Ruhe eingekehrt war.
      „Äh, ne sorry, hab hier zu tun“, meinte ich entschuldigend und deutete auf die beiden Hengste die grasend auf der Wiese standen. „War ja klar, dass sie keine Zeit hat“, meinte diese Sophia mit einem abschätzigen Blick auf die Ranch. „Wieso wir uns überhaupt die Mühe gemacht haben, zu diesem Häufchen von Hof zu reiten?“, fügte sie an Joline gerichtet hinzu und da reichte es mir schon. „Ich habe dich definitiv nicht eingeladen. Ich habe keinen Bedarf an Zimtzicken auf meinem Häufchen von Hof!“, gab ich fauchend zurück und hätte gern das ein oder andere noch hinzugefügt, wenn Elisa mich nicht zurückgehalten hätte.
      „Hm, ich glaube wir machen uns dann mal wieder auf den Weg“, meinte sie murmelnd und vermied mich anzuschauen. „Das nächstes Mal solltest du deine Raubtiere lieber im Käfig lassen, anstatt sie auf die kanadische Bevölkerung loszulassen“, rief ich noch hinterher, als die drei den Hof wieder verließen. Elisa drehte sich um und musste grinsen, um sich schweren Herzens ein herzliches Lachen zu verkneifen. Grinsend drehte auch ich mich um und sammelte Nimué und Andvari ein, die die ganze Zeit friedlich dort auf der Wiese gegrast hatten ohne Strick und Zaun. „Brave Mäuse“, meinte ich lächelnd und brachte sie zurück auf ihre Weide.
      Dann schnappte ich mir für heute noch Foxy, putzte mein süßes Shetty und wollte heute mit ihm die Doppellonge angehen. Das hatte ich schon länger ausprobieren wollen, aber es hatte nicht wirklich geklappt (aus Faulheit), aber nun wurde es langsam Zeit und so drehten wir eine kleine Runde über den Hof und durch den Wald und das an Doppellonge beziehungsweise Führzügel und Foxy schlug sich wirklich gut. Allerdings drehten wir schon bald um, denn der schwarzhaarigen Schönheit namens Sophia wollte ich ungern noch einmal begegnen, solche Menschen waren mir nicht sonderlich sympathisch. Stattdessen kümmerte ich mich darum, auf den Weiden noch nachzustecken, so dass die Pferde langsam angegrast wurden und danach verkrümelte ich mich mit meinem Buch wieder auf meine Liege in der Sonne.
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    • Gwen
      Pflegebericht 21. Mai 2015 - Die Chaos-Theorie

      Es gibt eigentlich nur drei Dinge, vor denen ich mich ernsthaft fürchten sollte. An dritter Stelle stand das pleite sein (ja, ein wenig Zukunftsdenken muss auch sein!). An zweiter Stelle stand ein wildes Elena, zumindest so lange, wie man diesem nicht ausweichen konnte. Aber an erster Stelle stand auf jeden Fall eine aufgedrehte Elisa auf einem aufgedrehten Pferd namens Avanti.
      Unwissend der ersten Stelle, da diese erst vor fünf Minuten ihren Platz auf meiner Liste eingenommen hatte, brachten Wishing Well und ich uns beim heutigen Geländetraining ernsthaft in Gefahr eines Herzinfarkts oder Nervenzusammenbruchs.

      Seit einer Woche besaß Elisa einen neuen Reitponyhengst. Der Gute hieß Avanti und machte seinem Namen alle Ehre (Ich zitiere Jojo: „Das ist Italienisch für Vorwärts. Ihr kennt doch: Avanti Avanti!“). Wenn da dann noch eine fröhlich grinsende und begeisterte Elisa drauf saß, war keiner mehr sicher.
      Nach dem ersten Durchlauf, den Wish und ich angeführt hatten, entschied ich mich dafür, immer Elisa den Vortritt zu lassen. Sie war uns während des Ritts beinahe dreimal in den Hintern geritten, zweimal an uns vorbeigejagt und hatte mich beinahe aus dem Sattel geworfen und einmal ist sie auch voll in Matthew und Sambuca, die unser Training beaufsichtigten, gejagt. Da bekam man dann tatsächlich mal was von der globalen Erderwärmung mit, als der Vulkan erst rot anlief und dann ausbrach.

      Und als wäre das nicht genug für unser chaotisches Training traf zufällig eine Viertelstunde später Jojo auf Capulet ein. Der natürlich immer sehr rücksichtsvolle Lewitzerhengst gab sich natürlich beste Mühe sich zu benehmen und das Training nicht zu stören – von wegen. Das Katapult machte wie eh und je auch seinem Namen alle Ehre und setzte bei jedem Sprung, den Elisa oder ich unternahmen, zu einer Buckeltirade an.
      Als dann auch noch ein wildes Elena (siehe Anfang) eintraf und Elisa an den Kopf warf, wie ungesund und tödlich Sport war (hey, da konnte ich ihr aber zustimmen!), war es dann mit meinen Nerven vorbei und mit Wishs auch. Mein Hengst streikte und verweigerte den nächsten Sprung, ehe er so lange rückwärts lief, bis wir im Wald standen.

      „Kein Benehmen haben eure Pferde!“, garstete Elena weiter. „Der eine kann nur buckeln, der andere nur herumrasen und der letzte hat nur noch einen Rückwärtsgang!“, das unterstrich sie mit ausgreifenden Gestikulieren und ihre Mimik war auch nicht von schlechten Eltern.
      „Irgendwie erinnert mich das hier ja gerade an die Chaostheorie!“, meinte Jojo mit erhobenen Zeigefinger und bekam wieder ihren Anfall von wissenschaftlichen Genie. Elena passierte der Fehler, dass ihr ein „Bitte was?!“, herausrutschte, welches Jojo direkt als Anlass für einen zehnminütigen Vortrag hielt.

      „…dass man nicht alles genau planen, weil immer noch Faktoren eintreten können, die man vorher nicht absehen kann und die alles verändern.“, endete sie und sogar ich hatte da das ein oder andere verstanden und war definitiv auch der Ansicht, dass das hier der Chaos-Theorie alle Ehre machte. Nur das für mich die unvorhergesehenen Faktoren auf jeden Fall das aufgedrehte Elisa-Avanti-Paar, Jojo und Elena waren.
      Irgendwann schaltete sich still Matthew ein, der sich witziger Weise in Elenas Gegenwart benahm – warum war ja klar -, und erklärte das Training für beendet. Dankbar bugsierte ich Wish aus dem Busch. Elisa raste förmlich mit Avanti zurück zum Hof und Jojo ließ Capulet mit einem kleinen Buckler antraben und verabschiedete sich. Letztlich blieb Elena alleine verdutzt auf dem Platz stehen, wie war sie eigentlich hierhergekommen so ohne Pferd?
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  • Album:
    3 - Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    23 Feb. 2014
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    8
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    Sambuca

    von: Pount
    ubk x ubk

    aus der: Saphir
    ubk x ubk

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    Grundinformationen

    Geburtsjahr: 2010
    Geschlecht: Stute
    Rasse: Knabstrupper

    Stockmaß: 165 cm
    Deckhaar: Chestnut Leopard
    Abzeichen: --

    Besitzer: Samarti
    Ersteller/Züchter: Elii [Gut Sanssouci]


    Kaufpreis: 8250 Joellen
    verkäuflich [✗]

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    Beschreibung


    Sambuca verlässt sich lieber auf sich selbst und ist auch in der Herde eher eigenständig. Vom Menschen lässt sie sich gerne verwöhnen, eine engere Beziehung kann sich allerdings erst nach längerer Zeit entwickeln. Doch selbst dann lässt sie sich nicht völlig fallen, sondern ist noch immer etwas zurückhaltend und versucht stets, sich nicht zu sehr an jemanden zu binden, um nicht abhängig von einer Person sein zu müssen. Falls man es jedoch schafft, dass sie einem vertraut, muss man damit rechnen können, dass Sambuca sich niemals ihren eigenen Willen nehmen lassen und einem aufs Wort gehorchen wird - sie wird weiterhin immer versuchen, auf eigenen Beinen im Leben stehen zu können.

    Das Steckenpferd der jungen Stute ist die Dressur, hierbei erlernt sie neue Lektionen äußerst schnell und ist fleißig bei der Arbeit. Sie zeigt ebenfalls eine gute Manier am Sprung, wurde aber nicht weiter gefördert.

    Auch, wenn sie immer mal wieder versucht, ihren Kopf durchzusetzen, ist sie ruhig und gelassen, tut dies nur, wenn sie damit niemanden verletzt und verzeiht auch unerfahrenen Reitern mal Fehler, wenn ihm welche unterlaufen, weshalb sie auch gut für Reiteinsteiger geeignet ist.

    Dennoch wird sie ungeduldig, wenn sie nicht ausreichend gefördert oder zu selten gearbeitet wird und kann nach einigen Tagen, in denen sie nur stand, sehr hibbelig und nervig werden.


    Vorgeschichte

    Gezüchtet wurde die Knabstrupper-Stute auf dem Gut Sanssouci in Deutschland, von wo sie schließlich den anstrengenden Weg nach Kanada antrat, um auf dem Gestüt Crown Hill leben zu können.

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    Ausbildungsstand


    eingeritten [✓]
    eingefahren [✗]

    Reitstil: Englisch


    Schwerpunkt-Disziplin(en): Dressur
    Eignung(en): Dressur, Springen

    Dressur E -- Springen E

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    Zuchtdaten

    zur Zucht zugelassen [✗]
    steht als Leihmutter zur Verfügung [✗]
    Leihmutterschaft: --


    Gencode: n. v.

    Vererbung
    noch nicht getestet

    Nachkommen
    --

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    Körperliche Gesundheit


    gechippt [✗]
    Letzte Kontrolle: --
    Beschwerden: keine

    Hufzustand

    beschlagen [✗]
    Letzte Kontrolle: --
    Beschwerden: keine


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    Offizieller Hintergrund | PNG | Puzzle PNG