1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
Samarti

Sacramento, DRP *

*2002, im Besitz seit dem 15. Mai 2015

Sacramento, DRP *
Samarti, 21 Juli 2015
Elii gefällt das.
    • Samarti
      [​IMG]
      Turnierausbeute
      17. Mai 2015 - von Elii
      „Du kannst jetzt nicht einfach ein Pferd anschauen! Wir sind in ein paar Miunten dran!“, schrie Elisa mir nach, doch wer wäre ich, wenn ich auf sie hören würde. Zwar war ich heute eigentlich wegen ihr auf diesem Turnier, aber man konnte ja zwei Minuten zum anderen Springplatz laufen, um sich ein potenzielles neues Pferd anzusehen.
      Der Hannoveraner Hengst war ein Riese im Vergleich zu mir, aber er schwebte förmlich mit seinem Reiter über den Platz. Probegeritten hatte ich ihn vor zwei Wochen schon, doch wollte ich ihn nun im Parcours sehen. Man sah deutlich wie sehr der Hengst vorm Sprung anzog und der Reiter Mühe hatte ihn zurückzuhalten, doch war er immer passend am Sprung und riss kein einziges Mal.
      Später würde er noch an einer Dressurprüfung teilnehmen, die ich ebenfalls nicht verpassen wollte, doch zuerst musste ich selbst aufs Pferd.
      Als ich zurückkam sah ich schon von weitem wie Elisa zeternd hin und her rannte, immer wieder auf die Uhr schaute und kurz davor war ihren Reithelm auf den Boden zu pfeffern. „Bin doch schon da.“, murmelte ich genervt und zog mir Handschuhe und Helm an. „Matthew musste Teddy abreiten! Du weißt ganz genau, dass das nichts wird! Wir haben gerade mal einen Sprung synchron geschafft. EINEN!!!“ Sie hörte nicht mehr auf zu meckern und alles was ich machen konnte war, es mir anzuhören. Mein Mund bildete eine gerade Linie und ich starrte einfach nur gerade aus. Sie würde bestimmt nicht merken, dass ich nicht zuhörte.
      „Wir gehen jetzt los. KOMM!“ Ein letzter Schrei von ihr, dann stieg sie auf Yuki und deutete mit ihrer Gerte auf Teddy, die vom eingeschüchterten Matthew gehalten wurde.
      Ein letztes Mal dehnte ich meinen Nacken nach rechts und links, bevor ich aufsaß und zum Eingang des Springplatzes ritt. Elisa schwatze mir nicht wie üblich das Ohr ab, sondern sah mich nur verächtlich an. Das Abreiten mit Matthew musste ihr die letzten Nerven geraubt haben, auch wenn er wahrscheinlich nicht besser davon gekommen war.
      Die vorherigen Reiter verließen den Platz und wir durften hinein. Wir konnten von Glück sprechen, dass Yuki ein so ruhiges Pferd war, Elisa saß im Moment wie ein aufgescheuchtes Huhn auf ihr und hätte jedes andere Pferd schon völlig verunsichert. Teddy sah sich neugierig nach allen Seiten um, vor allem die Blumentöpfe am Rand des Platzes und das Richterhäuschen waren besonders spannend.
      Als die Klingel ertöhnte stellten wir uns nebeneinander auf und grüßten wie gefordert die Richter. Auf mein Kommando galoppierten wir in einem ruhigen Tempo an und steuerten auf den ersten Steilsprung zu. Auch wenn ich etwas zu weit nach rechts driftete, schafften es beide Pferde zetigleich über das Hindernis und konnten in frischem Tempo auf das Kreuz zugaloppieren. Hier sprang Yuki etwas zu spät ab, jedoch waren wir hinter dem Sprung wieder gleich auf.
      Die restlichen Sprünge konnten wir mehr oder weniger gleichzeitig nehmen, ob es für eine Platzierung reichen würde, würden wir allerdings erst später erfahren. Die Teilnehmerzahl war heute besonders hoch. Während Matthew uns die Pferde hielt, während wir abstiegen und uns dann auch beim Absatteln hielt, suchte ich am Handy heraus wann Cloud Nine, der Hannoveranerhengst, starten würde.
      „Was schaust du jetzt schon wieder?“, zischte Elisa und nahm mir mein Handy ab. Nachdem ich ihr ausführlich erklärt hatte, wieso ich unbedingt zu der Prüfung musste, kam sie, unaufgefordert, mit. Matthew musste wie immer, selbst sehen wie er zurecht kam.
      Bis mein Hengst auftreten sollte, waren es noch gute fünfzehn Minuten, weshalb wir beschlossen solange die anderen Pferde am Dressurplatz zu begutachten. Kaum standen wir, kam ein grau-weißer Hengst herein. Elisa war sofort hin und weg, als er als 13-jähriges Deutsches Reitpony angesagt wurde. Sacramento hieß der Porzellanschecke, den auch bei den anderen Zuschauern viel Zuspruch bekam. Ich stupste Elisa mit dem Ellenbogen in die Seite und deutete auf die weiße Schleife in seinem gleichfarbigen Schweif. Sie war kaum zu sehen, doch sie zeigte an, dass dieses Pferd zum Verkauf stand.
      Nach seinem Aufritt lief Elisa gezielt zum Abreiteplatz um dort Pferd und Reiterin abzufangen. Wie gern ich auch mitgegangen wäre, doch die Prüfung von Cloud Nine konnte ich nicht verpassen.
      Er war in der Dressur deutlich weniger gefördert worden und patzte an mehreren Stellen, auch wenn es nur eine einfache A-Dressur war. Doch auch das würde man mit etwas Training verbessern können und da er sowieso mehr als Springpferd bei mir laufen sollte, spielte es kaum eine Rolle.
      Kurz vor Schluss ging ich bereits zum Abreiteplatz und begrüßte den Besitzer des Hengstes, der schon auf mich wartete. Zwar sagte ich ihm zu, den Hengst zu kaufen, jedoch wollte ich ihn noch ein letztes Mal bei ihm auf dem Hof testen.
      Auch Elisa hatte gute Neuigkeiten, hatte sie doch tatsächlich zugeschlagen und den Schimmelhengst mal eben gekauft. Während ich bei der Prüfung zu sah, ritt sie ihn auf dem Abreiteplatz Probe und sagte ohne lange zu überlegen zu.
      „Weiß das Matthew schon?“, fragte ich vorsichtig, doch sie schüttelte nur grinsend den Kopf. Natürlich. Der arme Kerl musste Elisas Entscheidungen schon lange hinnehmen, egal was er davon hielt.


      Zwei Wochen später kamen zwei Pferdeanhänger hintereinander die Landstraße entlang. Einer bog zu den Corwn Hills Stables ab, der andere kam zu mir. Drinnen befand sich Cloud Nine, bei dem ich nach dem zweiten Probereiten beim besten WIllen nicht mehr nein sagen konnte. Nach der langen Fahrt durfte er erst einmal auf die Koppel und sie dort etwas austoben, das schöne Wetter bot es einfach an.
      Da ich mit Elisa, Gwen und Jojo zum Kaffeetrinken verabredet war, setzte ich mich kurze Zeit später in mein Auto und fuhr zu Elisas Hof. Dort stand der Rest der Gruppe um ein Pferd herum, bei dem es sich um den Porzellanschecken vom letzten Turnier handelte. Auch dieser durfte, nachdem alle einmal gekuschelt hatten, auf die Koppel und sich sein neues Zuhause ansehen.
    • Samarti
      [​IMG]
      Dressur E-A
      31. Mai 2015 - von Gwen
      „Na dann zeige mir mal deinen Wunderknaben“, meinte ich gähnend und folgte Elisa in den Stall. Ich hatte gar nicht erst überlegen brauchen, wer wohl am anderen Ende der Leitung war, als heute Morgen (um sechs!) mein Handy klingelte und mich aus dem Tiefschlaf riss. Natürlich Elisa, wer sonst?
      Und warum? Wegen ihren neusten Liebling im Stall. Einem Reitponyhengst, welchen Elena ihr angeschleppt hatte und wer war heute da? Richtig, Elena! Meine Freude hielt sich in Grenzen, immerhin war ich noch hundemüde, hatte bisher nicht gefrühstückt und lief so ziemlich schnell Gefahr, das Opfer von schlechten Witzen zu werden.
      Wenigstens schien Sacramento ein Lichtblick zu sein. Der hübsche Porzellanschecke wirkte aufmerksam und freundlich, das Training mit ihm würde sicherlich einfach werden, zumindest wenn nicht gerade Elisa oder Elena anwesend waren. Während ich mich mit dem Hengst bekannt machte und ihn putze, begann Elena fröhlich zu plappern. Anfangs hörte ich nicht wirklich zu, aber dann wurde ich stutzig.
      „Erinnerst du dich noch an Beauty? Ich habe heute Nacht von ihr und dir geträumt! Beauty war ein Schaf und du hast versucht sie zu bandagieren. Hast es natürlich nicht hinbekommen. Stattdessen hatte sie dann einen Klumpfuß. Und dann sind wir alle ganz klein geworden und durch Beautys Blutbahn geflogen! Da waren auch zwei heiße Kerle, aber die habe ich nur zwei Sekunden gesehen und dann waren sie schon wieder weg!“
      Elisa und ich starrten uns einvernehmlich an. „Wer soll ihr zuerst eine klatschen, ich oder du?“, fragte ich grinsend und Elena starrte uns fuchsteufelswild an. „Übe du mit dem erst einmal die Galoppwechsel, danach können wir weiter reden“, meinte sie knapp und verließ erhobenen Hauptes den Stall.
      Als ich mit einem gesattelten Sacramento den Stall verließ, stand sie bereits am Zaun des Reitplatzes, weit gekommen war sie also nicht. Schweigend schritt ich an ihr vorbei, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Sacramento war zwar gemessen nur 147cm groß, aber er wirkte optisch viel größer, typisch Hengst.
      Wir wärmten uns in aller Ruhe auf, wobei ich mir viel Zeit ließ, in der Hoffnung Elena würde doch noch gehen. Stattdessen gesellte sich Elisa mit zwei Capri-Sonnen dazu und nun standen da schon zwei gaffende Affen. Aber Sacramento enttäuschte mich nicht.
      Der Hengst war wahrlich ein Charmeur, locker flockig ließ er sich reiten, stand weich und sehr fein an den Hilfen und machte das Training somit mehr als angenehm. Die beiden Grazien am Zaun hatten den Schecken auf einer A-Dressur aufgegabelt, dass ließ doch sehr vermuten, dass er bereits weiter ausgebildet war, als angegeben.
      Tatsächlich zeigte Sacramento nicht nur fehlerfrei die Grundlagen einer E, sondern auch der Rest saß. Mitteltrab und Mittelgalopp ließen sich mit einer kleinsten Hilfe abrufen und man konnte beinahe wie bei einem Schalter zwischen den Tempi hin und her schalten.
      Der Schritt-Galopp-Übergang war eh kein Problem, da hatte ich eher Probleme, ruhig sitzen zu bleiben, denn es kam ein ordentlicher Schub aus der Hinterhand. Generell trug sich Sacramento angenehm selbst und trat ordentlich unter. Er hatte auf jeden Fall eine gute Ausbildung genossen, aber man durfte auch nicht vergessen, dass der werte Herr schon 13 Jahre alt war, da sollte man schon das ein oder andere können.
      Viereck verkleinern und vergrößern klappte fast einwandfrei, wenn ich mich nicht so verhaspelt hätte und die Hilfe ein wenig zu stark gegeben hätte. Beim zweiten Anlauf klappte es wesentlich besser. Nun kamen wir zu meiner größten Angst: dem einfachen Galoppwechsel.
      Irgendwas sagte mir, dass es da einen Haken gab, denn Elena grinste schon so hämisch, das war nie ein gutes Zeichen. Tatsächlich klappte es die ersten zwei Male gar nicht. Aber alle guten Dinge waren drei! Und dann hatte ich endlich raus, wie ich die Hilfe bei Sacramento geben musste und schwupp sprang er fehlerfrei um. So schwer war es doch gar nicht!
      Zum Schluss testeten wir noch das Rückwärtsrichten und das Zügel aus der Hand kauen. Prüfung bestanden! So großartig war das Training jetzt nicht gewesen, denn Sacramento konnte das alles eigentlich schon, nur als Reiter musste man sich erst einmal einfitzen und verstehen, wann man welche Hilfe geben musste.
      Also wurde ich zum Glück direkt wieder aus dem Dienst entlassen. Sacramento und ich hatten unser Können unter Beweis gestellt und damit war es geschafft. Wie ich Elena hörte, durfte direkt Morgen Elisa ihr Glück versuchen. Heute hatte sich Elena ja regelrecht mit Kommentaren zurückgehalten.
      Dafür war ich ihr sehr dankbar und gab ihr direkt einen Latte Macchiato und ein Stück Erdbeertorte aus. Beides ließ sich in Elisas Küche finden, aber pst.
    • Samarti
      [​IMG]
      Fahren E-A
      01. Juni 2015
      „Ich hab keine Lust auf Dressurfahren! Lass uns Geländefahren machen, bitte“, nörgelte ich und schmollte, als Matthew mein Bitten und Betteln geflissentlich ignorierte und einfach seinen Weg in Richtung des Hengststalls fortsetzte, um Sacramento zu holen. Der Porzellanschecke sollte heute im Fahren trainiert werden, denn das war das, worin wir ihn am meisten fördern wollten – ein schicker Schimmelschecke vor der Kutsche machte eben doch so einiges her! Und wenn ihn dann jemand vor der Kutsche würde laufen sehen … hach, allein bei der Vorstellung lief ich selbst schon mit Herzchenaugen durch die Gegend.
      Natürlich wusste ich, dass dazu zunächst das Dressurfahren fällig war, aber das war so langweilig! Seit ich mit Teddy das Geländefahren ausprobiert hatte, war ich hin und weg von der Disziplin. Meinetwegen könnten wir gleich alle meine Pferde aufs Geländefahren umschulen, das machte Spaß und hielt frisch, besonders, wenn eine gewisse Elena dabei Badeausflüge unternahm.
      „Dann mach wenigstens vernünftige Musik an!“ Schon fast beleidigt zupfte ich an Matthews Ärmel herum, bis dieser sich schließlich einfach zu mir umdrehte und meine beiden Hände fasste, damit ich aufhörte, an ihm herumzufummeln. Hey, sonst mochte er das auch immer ganz gerne, wenn ich das tat! Bei dem Gedanken konnte ich nicht anders, als schelmisch zu grinsen und zu ihm hoch zusehen. Dann wippte ich auf meinen Füßen nach vorn und wieder zurück, sah ihn abwartend an und wartete auf seinen nächsten Zug. Der bestand aber leider nur daraus, den Kopf zu schütteln, mir herablassend den Kopf zu tätscheln und dann seinen Weg fortzusetzen. Pfff! Ich quittierte seine Aktion mit einem hitzköpfigen Schnauben und rannte ihm dann einfach wie ein Hund hinterher.

      Sacramento sollte erst einmal die Gangarten einer gefahrenen A-Dressur lernen, dabei stand der Gebrauchstrab ganz vorn auf der Liste. Der bezeichnete das Tempo zwischen dem versammelten und dem starken Trab, wobei Sacramento frei und gerade vorwärts treten sollte, indem er mit der Hinterhand untertrat und entsprechend weich an den Leinen stand. Durch das Untertreten und die raumgreifenden Bewegungen folgte dann automatisch eine dem Rahmen entsprechende Aufrichtung. Es war nicht sonderlich schwer, meinem Hengst das beizubringen, denn er war genauso schlau wie ich! Okay, eigentlich war er nur aufmerksam und lernwillig und lernte auch entsprechend schnell. Das war wahrscheinlich eher der Grund dafür.
      Danach widmeten wir uns dem Tritte verlängern. Dies konnte man als Vorstufe des Mitteltrabs verstehen. Sacramento sollte raumgreifendere Tritten machen, ohne in der Trittfolge eiliger zu werden. Zudem sollte er übertreten und durch den Schub aus der Hinterhand leichter abfedern und vermehrt vortreten, um ihn noch mehr zu gymnastizieren.
      Auch wichtig in einer gefahrenen Dressur waren die ganzen Wendungen, die das Pferd können musste. Dazu gehörten Kreisbögen, die Ecken, Achten und auch Kehrtwendungen. Sie alle sollten ohne Unterbrechung und fließend gefahren werden. Sacramento führte das schon zu Beginn ziemlich gut aus und bog sich im Genick, im Hals und sogar mit den Rippen in die Richtung, in die auch die Wendungen gingen. Wir mussten uns also hier nur noch darum kümmern, dass er die Wendungen noch etwas enger und nicht mehr ganz so steif laufen konnte, wobei dies wirklich nur eine sehr perfektionistische Äußerung war.
      Das Leinen aus der Hand kauen lassen war irgendwie das Gegenstück zur Lektion Zügel aus der Hand kauen lassen in einer gerittenen Dressur. Da Sacramento dies schon drauf hatte, ging es hier nur noch um die richtige Technik, denn eigentlich konnte er das schon – nur nicht vor der Kutsche. Demnach war dies keine Hürde, die wir nicht bewältigen konnten.
      Zu guter Letzt stand nur noch das Halten auf dem Trainingsplan, bis Sacramento A-fertig eingetragen werden konnte. Beim Übergang zum Halten musste man darauf achten, die Vorwärtsbewegung des Pferdes geschmeidig aufzufangen und kein abruptes Stehen herauszufordern. Sacramentos Hinterbeine sollten also gleichmäßig in Richtung unter den Körperschwerpunkt fußen, bis er zum endgültigen Halten kam. Dann stand er gerade gerichtet, unbeweglich, ausbalanciert und geschlossen. Das kannte er allerdings ebenfalls aus der gerittenen Dressur, weshalb wir auch hier nicht viel üben mussten.

      „Maaaatthew! Jetzt können wir aber bald mit Sacramento und dem Geländefahren anfangen, oder? ODER?“
      „Nerv mich nicht, Elisa.“
      „DAS hast du nicht gesagt?!“
      „Oh, anscheinend schon. Ups?“, grinste er mich hämisch an und kam einen Schritt auf mich zu, um mich rückwärts zu drängen. Dabei kam mir der 1,90 Meter große Mann ziemlich nah, viel zu nah! Vergeblich versuchte ich, mich unter seinen Armen wegzuducken, doch das klappte nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Stattdessen traf ich mit dem Rücken später auf eine kalte Wand und war der Hohlbirne vor mir hilflos ausgeliefert. Das fand der wohl ziemlich lustig, weshalb ich ihm einfach in die Seite boxte und auf Rettung hoffte, die allerdings nichts kam.
      Natürlich war auf meinem Hof immer was los. Nur dann, wenn ich die ganzen Menschen hier am meisten brauchen konnte, ließen sie mich mit dem Blödmann vor mir einfach allein.
    • Samarti
      [​IMG]
      Trainer trainieren
      07. Juni 2015 - von Elii
      „Meine Güte, Elisa! Wie schwer kann es denn bitte sein einen Galppwechsel zu reiten. Es sind nichtmal Einer-Wechsel, stell dich nicht so an!“, rief ich der Reiterin und ihrem Schimmelschecken hinterher, die, zum vierten Mal in Folge, nach dem Handwechsel im Aussengalopp waren.
      Als ich das letzte Mal beim Training von Sacramento zugesehen hatte, zeigte er sich so brav und lernwillig unter Gwen, aber jetzt?! Elisas Einfühlsvermögen war am heutigen Tag so groß wie das von einem Stück Metall und je länger sie drauf saß, desto schlimmer wurde es.
      „Dann setz du dich drauf und mach es besser!“, pampte Elisa mich an und schwang sich aus dem Sattel. Genervt verdrehte ich die Augen. Das man auch alles selbst machen musste heutzutage.
      Ich stieg auf und galoppierte nach wenigen Schritten an, so dass ich Elisa so schnell wie möglich einen Denkzettel verpassen konnte.
      „Und dann ganz einfach bei X“, ich wechselte die Lage meiner Beine, „springt dein Pferd um.“
      Elisa klappte die Kinnlade herunter, als Sacramento gekonnt umsprang und brav im Innengalopp weiterlief. Gwen hingegen grinste wie ein Honigkuchenpferd und brach dann in lautes Gelächter aus. „Ein Glück ist es nicht nur bei mir so!“, schrie sie durch die Halle und rollte kurze Zeit später auf dem Boden herum. Als man ein Krachen und Scheppern hörte, endete das Lachen abrupt. Vielleicht hätte Gwen sich nicht direkt neben der Treppe zum Eingang hinlegen sollen.
    • Samarti
      [​IMG]
      Vielversprechende Enttäuschungen
      12. Juli 2015
      „OH MEIN GOTT! ELISA! LAUERST DU MIR AUF?!“ Gwens Geschreie war kaum viel mehr als ein kehliges Quieken, weshalb sie sich gleich einen Schlag in den Nacken von Elena einfing.
      „Nein, aber ich sehe das doch, wenn du auf meinen Ho-“
      Elena unterbrach mich: „Sie lauert dir auf.“
      Mit den Augen rollend brachte ich nur ein gemurmeltes „Jaja“ heraus und drückte dann beiden Frauen jeweils ein Halfter in die Hand. Das eine schwarz, das andere dunkelbraun.
      „Wessen sind das?“, fragte Elena argwöhnisch und betrachtete das schwarze Halfter in ihrer Hand genauestens. „Sacramentos“, ich deutete auf das in Elenas Hand, „und Azraels.“ Diesmal zeigte meine Hand auf das Halfter, welches Gwen sich über die Schulter geworfen hatte. „Und das hier, weil ihr fragt, ist Avantis.“ Demonstrant hielt ich das gelbe Halfter in die Höhe.
      „Haha, ihr werdet genötigt!“, unterbrach Jojo meine Showeinlage, die in dem Moment mit Pacco (oder wie sie ihn noch immer hartnäckig nannte: Pax) daherlief und mich provokant ansah. „Elisa, du solltest doch was mit dem armen Pac-, äh, Pax machen! Der ist so einsam, jetzt musste ich was mit dem machen!“
      „Jojo, es ist dein Fohlen“, entgegnete ich, verdrehte die Augen und stemmte die Hände in die Hüften.
      „Ja, ja. Bla, bla, blaaaaaa“, machte Jojo nur und streckte mir die Zunge raus. „Wir gehen jetzt spazieren. Tschüss! Leb mit deinem schlechten Gewissen!“ Schon war sie wieder von der Bildfläche verschwunden.
      „Und wir hier“, nun deutete ich erst auf Elena, dann auf Gwen und schließlich auf mich, „gehen jetzt ausreiten!“

      Meine drei Hengste hatten wir bald von der Weide geholt, auf der sie zuvor gestanden hatten. Sacramento war direkt auf uns zugekommen und hatte seinen Kopf sogar schon in das Halfter in meiner Hand stecken wollen, also hatte Eli ihn erst davon überzeugen müssen, seine Nase in das in ihrer Hand zu stecken.
      Azrael war zwar nicht davon begeistert, jetzt dieses Ding über den Kopf gestreift zu kriegen, dennoch blieb er auf der Stelle stehen und ließ es ohne zu murren über sich ergehen.
      Avanti hingegen machte sich einen Spaß daraus, vor mir wegzulaufen, dann stehen zu bleiben, auf mich zu warten, und schließlich wieder auf dem Absatz kehrt zu machen. Immer wieder drehte er sich vor mir, galoppierte mit hoch erhobenem Schweif wieder einige Meter weit weg und spielte dieses Spiel eine gefühlte Ewigkeit mit mir. Elena und Gwen, die ihre Hengste inzwischen schon aufgehalftert und neben sich stehen hatten, lachten mich lauthals aus, feuerten Avanti noch mit einem ironischen „Vorwärts, Avanti, vorwärts!“ an und schienen das Schauspiel köstlich zu genießen.

      „Ich hab heute Morgen mal in meiner Steam Bibliothek geguckt und irgendwie … habe ich da ein Survival Game mit Haien drin? Ich weiß nicht, wieso, aber … es ist mit Haien! Und es heißt Depth. Kennt ihr das?“, plapperte ich munter drauf los, während wir auf den Rücken der drei Reitponyhengste saßen und durch die kanadischen Wälder streiften. Wir waren bereits eine knappe halbe Stunde unterwegs und hatten dennoch noch nicht viel zu sehen gekriegt. Irgendwie verkrochen sich die Waldbewohner momentan und versteckten sich vor uns. Aber gut, bei 18 Beinen würde ich das wahrscheinlich auch tun. Und in dem Moment überkam mich die Vorstellung eines Tausendfüßers – angeekelt schüttelte ich mich, erntete deshalb verwunderte Blicke und zuckte nur mit den Schultern. „Was?“, fuhr ich die beiden anderen Reiterinnen an und wandte dann meinen Blick ab, was sie mir gleich taten.
      „Elisa“, setzte Elena an, „wenn du deine Klappe mal halten würdest, würde man sogar das Hufgetrappel der Pferde hören, aber so … nope, is' nich'.“
      Gwen hingegen ließ sich von mir mitreißen: „Das klingt ja cool! Vielleicht können wir das ja später mal zusammen spielen!“ Ihre Augen glänzten begeistert auf und ich wackelte vielsagend mit den Augenbrauen. „JA!“ Dann drehte ich mich zu Elena: „Und du?“
      „Nee. Die Anforderungen erfüllt mein PC bestimmt nicht.“
      „Langweiler“, seufzte ich und wir alle blieben für einen Moment still. „Ich kann dir aber mal den Trailer zeigen, ich hab den auf dem Handy!“, schlug ich ihr dann begeistert vor und Elena sah mich zwar erst skeptisch und mit einer gewissen Portion Misstrauen an, nickte dann aber. „Okay.“
      Nachdem sie den Trailer gesehen hatte, kam nur ein „Oh Gott, kämpfen. Kämpfen kann ich nur bei Lego“ zurück, weshalb ich erwiderte: „Aber du kannst sogar einen Hai spielen.“
      „WAAAAS? Oha, wie cool! OHA!“, empörte sich Elena, änderte aber ihre Meinung nicht, dass sie nicht mitspielen würde. Aufgrund ihrer beleidigten Aussage bekam sie es als letzte mit, dass wir anderen bereits angaloppiert waren und den breiten Sandweg nutzten, um den Hengsten die Möglichkeit zu geben, sich mal wieder richtig auszutoben.

      Nach unserem Ausritt kamen wir alle ziemlich fertig auf dem Hof wieder an, ließen die Hengste wieder auf die Weide und begaben uns dann nochmal in Richtung der anderen Weide – der Weide, auf der Nessaja, der Eistee, Pina und Beverly momentan standen. Icetea und Nessi waren jetzt weitere zwei Stuten, die in die Ausbildung einsteigen würden. Icetea war zwar schon etwas weiter fortgeschritten, aber auch Nessi war inzwischen dreijährig und würde in einiger Zeit dann zumindest an Sattel und Trense gewöhnt werden können. Als ich gehört hatte, dass Nessi sowohl eingeritten als auch eingefahren sein sollte, war mir nichts weiter als ein Kopfschütteln eingefallen. Eddi hatte es mir so erzählt, anscheinend von den Vorbesitzern erfahren, dennoch glaubte und hoffte ich das noch nicht so ganz. Obwohl die Stute schon ziemlich reif und vor allem erfahren für ihr Alter war, war es definitiv noch nicht an der Zeit, sie bereits vollständig eingeritten zu haben.
      Mit Bee könnte es momentan eigentlich kaum besser laufen. Langsam wurde sie inzwischen angeritten, nachdem sie sich endlich an das Sattelzeug gewöhnt hatte und sogar damit an der Longe gelaufen war. Auch die Stimmkommandos saßen inzwischen einwandfrei und stellten kaum noch Probleme dar, sodass wir bald mit dem Reitergewicht einsteigen würden.
      Pina war … Pina. Noch immer ziemlich misstrauisch, wenn es darum ging, mit jemand Anderem als Gwen oder mir zu arbeiten, weshalb wir beide es waren, die sich mit der Ausbildung der Stute auseinandersetzten. Dennoch hatten wir noch einen ziemlich weiten Weg vor mir, weshalb wir uns besonders bei ihr größtenteils auf die Bodenarbeit und die wesentlichen Aspekte des Vertrauensaufbaus beschränkten. Zwar war die kleine Stute nun seit fast einem Jahr bei uns, trotzdem wollten wir nichts überstürzen; gerade wegen ihrer schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit.
      Auch Icetea würde bald wieder ins Training einsteigen können. Obwohl sie zuvor bereits angeritten worden war, so hatten wir noch jede Menge Arbeit vor uns, bis sie wirklich so weit war.
      „Wann wollen wir mit ihr einsteigen?“, fragte Matthew, der neben mir stand, in dem Moment und deutete dann mit dem Kopf in Richtung der dunklen Ponydame.
      Ich zuckte nur mit den Schultern. Eigentlich war Icetea mehr als bereit, aber ich wollte ihr die Zeit lassen, die sie brauchte, besonders wenn es die Umgewöhnung von der Hitze Wyomings zur Kühle Kanadas betraf. Laut Eddi war es die letzte Zeit in Wyoming brechend heiß gewesen und der Umschwung zum vergleichsweise doch ziemlich erfrischenden Kanada war dann vielleicht nicht so das Wahre, um direkt zu beginnen. Das würde wahrscheinlich weder Icetea noch uns zugute kommen.
      „Ich weiß nicht“, erwiderte ich deshalb nur. „Wir werden dann anfangen, wenn sie sich an ihr neues Zuhause gewöhnt hat. Auch, wenn ich noch nicht einmal weiß, wie lange wir noch etwas von ihr haben werden.“ Gleichgültig winkte ich ab, drehte mich dann um und ging zurück ins Haus, um mir nun endlich das langersehnte Haispiel zu downloaden, von welchem wir nur noch knapp drei Stunden haben würden, es war schließlich nur ein Testwochenende! Und Wochenenden endeten nun mal sonntagabends!

      Depth war eine richtige Enttäuschung. Also, so wirklich. Wir hatten uns ausnahmsweise mal bei Gwen verabredet, also hatte ich bald mit meinem Laptop in der Hand in ihrem Wohnzimmer gestanden, alle Anwesenden begrüßt und war dann schon wieder in Gwens Zimmer verschwunden, wo ich sie glücklicherweise angetroffen hatte. Wir beide hatten uns das Spiel schon installiert, aber so wirklich verstehen taten wir es nicht.
      Deshalb hatten wir von den 19 Spielminuten, die uns bei Steam angezeigt wurden, nicht eine einzige gespielt, sondern nur in irgendwelchen öffentlichen Lobbys gegammelt, weil die dämlichen Leiter nie anwesend waren.
      „Deinstallation?“, fragte ich Gwen nach endlos vielen missglückten Versuchen und sah sie abwartend an.
      „Deinstallation“, besiegelte sie es und ich seufzte nur erleichtert auf. Zum Glück.
    • Samarti
      [​IMG]
      Fahren A-L
      29. Juli 2015
      Es war mal wieder eine dieser Trainingseinheiten, die mich wie einen vollkommenen Idioten aussehen ließen.

      Mein dreizehnjähriger Reitponyhengst Sacramento trottete mir wie ein Dackel hinterher, während ich allerdings mit den auffälligen Pylonen auf dem Kopf herumlief und es als Partyhut benutzte. Wahrscheinlich würde ich mich mit dieser Methode wahnsinnig lächerlich machen, wenn ich dabei beobachtet werden würde, aber glücklicherweise war ich momentan allein und so sah das Ganze schon gleich viel besser aus, denn so konnte ich mich vor niemandem mehr blamieren. (Außer vor Gwen. Und Elena. Und Jojo. Und Matthew. Und den ganzen anderen Leuten auf meinem Gestüt – aber die kannten mich ja eigentlich auch nicht anders. Wäre ja auch zu schön, wenn doch.)

      Sacramento ließ sich davon aber nur wenig beeindrucken und zeigte mir schnell, dass ihn meine Tanzeinlagen mehr als nur langweilten. Zwar war der Hengst immer eifrig und konzentriert bei der Arbeit dabei, war lernwillig und klug, aber gerade deshalb wurde es für ihn wahrscheinlich einfach nur öde.
      Dementsprechend widmeten wir uns schon bald dem eigentlichen Training, denn der Anfang hatte nur dazu gedient, meinen Pony zu zeigen, wie das Hindernisfahren funktionierte. Ihn wollte ich diesmal auf das L-Niveau im Fahren trainieren, was für ihn bedeutete, dass er vorerst das Dressurfahren hinter sich lassen könnte und sich erst einmal auf das Hindernisfahren und die zu bewältigenden Hürden konzentrieren sollte.
      Tatsächlich hatte Daniel mir nämlich großzügigerweise erlaubt, mein Pferd zu trainieren und ihn während meiner Arbeit auf meinem Gestüt als Beifahrer zu missbrauchen. Nicht so wie das letzte Mal, als er mich als Groom benutzt beziehungsweise gar nicht ins Training integriert hatte. Und das war sogar noch das Geländefahren gewesen, so ein doofer A … meisenkopf!

      Dass Sacramento mehr als talentiert war, wenn es um das Fahren ging, war auf dem Gestüt längst kein Geheimnis mehr. Aber auch heute musste er mal wieder zeigen, was er tatsächlich drauf hatte und das ließ er sich nicht nehmen. Gerade, als Matthew an den Zaun trat, um das Training ein wenig zu beobachten (er hatte halt trotz allem noch (mehr oder weniger (eher weniger)) viel zu sagen), gab er sich gleich noch dreimal mehr Mühe, als er es eh schon tat und versuchte um jeden Preis, dem Mann zu imponieren, obwohl er eben ein Mann und keine Stute war. Aber gut, Hengste und Männer waren halt die Dinge, die man sowieso nicht immer nachvollziehen musste. Hätte mich vielleicht schon damals mehr von ihnen fernhalten sollen, aber jetzt steckte ich nun mal mittendrin und bereute es manchmal zutiefst. Auch, wenn ich froh war, ihn zu kennen, so würde ich doch oft genug einfach gerne in einer Welt voller Männer leben; fortpflanzen würde man sich bestimmt auch ohne sie können. Ich war nicht sonderlich bewandert auf dem Gebiet, aber zur Zeit konnten Kerle mir einfach gestohlen bleiben – menschliche natürlich. Meine Hengste und Pebbles würde ich niemals plötzlich von mir verstoßen wollen. Menschliche Kandidaten gab es da aber durchaus genügend.

      Das Hindernisfahren nutzten wir alle gern als Vorbereitung auf das Geländefahren. Sacramento musste hier durch Tore fahren, die aus zwei Pylonen bestanden, die den Rand markierten. Das Tor war immer so breit, wie das Gespann war – plus eine Mindesttoleranzgrenze von etwa zwanzig Zentimetern, um die Durchfahrt zu erleichtern.
      Auf den Pylonen lagen lose Bälle, die bei dem leichtesten Kollidieren mit einer Pylone schon herunterrollen könnten, wenn man zu unvorsichtig war. Sobald ein Ball fiel, musste man mit Strafpunkten rechnen, also sollte man bestenfalls vermeiden, auch nur einen Ball herunter- oder eine Pylone umzuwerfen.
      Mein Porzellanschecke war hingegen mehr als nur intelligent und vermied es daher schon von Anfang an, auch nur eine nähere Beziehung zu den Pylonen aufzubauen, sodass auch keine Gefahr auf Körperkontakt bestand. Auch, wenn wir hin und wieder mal an eine Pylone stießen und der Ball von der Spitze fiel und auf dem Boden herumkugelte, so verlief das Training doch größtenteils nach Plan.

      „Wollen wir heute nochmal trainieren?“, fragte Daniel mich eines Morgens, als ich gerade im Stall bei den Hengsten unterwegs war und diese bei der Morgenfütterung beobachtete. Auch ich stand hie und da mal früher auf, gerade als Trainerin und Gestütsbesitzerin sollte man nun mal ein waches Auge haben – zu jeder Zeit. Leider. Aber ich übte schon fleißig, denn ich war inzwischen nachts und auch tagsüber war! Ich schlief nur noch zwölf Stunden und dann lief ich im Wechsel am Tag oder in der Nacht über das Gestüt und trainierte. Es war sogar schon vorgekommen, dass ich Avanti um drei Uhr nachts einfach aufgeweckt und zum Springtraining verdonnert hatte. Man musste sich eben zu helfen wissen, und das tat ich.
      „Nö, Sacramento ist schon L-fertig“, tat ich Daniels Frage ab, der mich nur irritiert ansah. „Hä? Wie meinst du das?“
      „Na ja, ich hab mit ihm trainiert. Hab mir 'nen anderen Groom gesucht. Gwen war da ganz geeignet.“
      „Du kannst doch nicht einfach ohne mich trainieren!“

      Ich grinste, winkte ab und biss desinteressiert in den roten Apfel, den ich in der Hand hielt, bevor ich mich zum Gehen wandte. „Aber wieso denn? Kannst du doch auch!“
    • Gwen
      [​IMG]
      Der mystisch-magische Distanzritt
      26. August 2015
      „Cool, Elena hat rausgefunden, wie man sich teilen kann!“, meinte Jojo aufgeregt, während sie zu uns zurückgerannt (eher gestolpert) kam. In den Händen hielt sie die Teilnehmerliste und zwar die Teilnehmerliste für das heutige Distanzturnier. Elena, Elisa und ich wollten mitmachen und natürlich wie immer unter die ersten drei kommen, wenn schon denn schon! Lediglich Jojos Aussage verunsicherte uns nun.
      Elena hatte bereit ihren „Oh Mist“-Blick aufgesetzt und dementsprechend vorwurfsvoll entriss Elisa Jojo die Liste und überflog sie. Fünf Sekunden später ertönte ein „ELENA?! Bist du bescheuert?!“ und ab da wollte natürlich auch ich gerne wissen, was hier denn eigentlich los war. „Haha!“, kommentierte ich das Ganze nur lachend, nachdem auch ich die Liste überflogen hatte. „Elena du bist dämlich, hast du noch geschlafen oder was?“
      Neben den anderen Teilnehmern (die alle unseren Staub fressen würden), gab es einmal eine Teilnahme Gwendolyn Campbell mit Minou, eine Elena Reese mit Avanti und (oho!) eine Elena Reese mit Sacramento. Die Diskussionen begannen in 3, 2, 1 und los!
      Da wir jedoch eh schon wie immer ziemlich knapp an der Zeit waren, verlegten wir die Diskussionen auf nach dem Putzen und Satteln. Minou stand entspannt da und ließ sich von niemanden stören, für ihr junges Alter war sie die Ruhe pur und das trotz der beiden Hengste neben sich. Die war da wesentlich aufgeregter, wobei sie wahrscheinlich auch einfach nur genervt von ihren Reiterinnen waren.
      Zwischen Elisa und Elena war erneut ein Handgemenge ausgebrochen und dazwischen befand sich Avantis Kopf, das fand der Reitponyhengst nicht ganz so toll und brachte dies auch zur Geltung, als er Elena eine Kopfnuss verpasste, Die entrüstete Blondine hielt sich jaulend den Kopf und Jojo besorgte ihr schnell etwas Eis. Jojo war übrigens heute unser Laufbursche, sie hatte nicht teilnehmen dürfen, weil es eben nur drei Schleifenplätze gab und dann hätte zwangsweise einer von uns verloren. Dem hatte sie grummelnd Recht gegeben und war dann still gewesen.
      Elisa hatte nun entschieden, dass sie dann eben als Elena Reese 2.0 mitritt, anscheinend fiel das eh niemanden auf und hey, wir waren in Kanada, es gab weitaus schlimmere Verbrechen. Also standen wir eine halbe Stunde später am Start. Ich auf Minou und links und rechts neben mir jeweils eine Elena. Ich diente als Puffer, damit die beiden sich nicht wieder gegenseitig beschimpften.
      Und dann schellte auch schon die Startglocke! Es war eine kurze Strecke, circa 30km galt es zu bewältigen und insgesamt drei Stopps, die wir mit guten Werten erreichen mussten. Im Gegensatz zu vielen anderen ließen wir unsere Pferde zu Beginn nur gemütlich traben, während der Rest beinahe übermotiviert im Stechtrab oder Galopp losschoss. Also entweder hatten sie keine Peilung von Distanzritten oder einfach nur ihre Pferde nicht unter Kontrolle, egal, das waren alles Vorteile für uns.
      Den ersten Stopp erreichten wir drei noch gemeinsam. Sacramento und Minou hatten perfekte Werte und musste nur eine kurze Zeit verweilen. Avanti schien etwas aufgeregter zu sein und bekam ein paar Minuten mehr. Dementsprechend trennten sich hier schon allmählich unsere Wege. Auf den nächsten zehn Kilometern wurde das auch nicht besser, man sah sich ab und an, aber ab jetzt hieß es eben auf die Bedürfnisse des Pferdes achten und die drei waren sehr unterschiedlich, so dass auch die Pausen anders gestaltet wurden. Mal waren wir vorne, mal Elena eins und mal Elena zwei.
      Wir trafen uns immer seltener uns so langsam klärte sich auch das Feld und die Reihenfolge wurde immer genauer. Für Elisa war der letzte Stopp besonders ärgerlich. Irgendeine Zippe hatte ihre rossige Stute nicht unter Kontrolle, welche fröhlich durch das Lager fegte und Sacramento nervlich echt fertig machte, so dass die beiden wesentlich länger als geplant pausieren mussten. Elisa ließen wir also mit säuerlicher Miene zurück und nun ging es zum Endspurt!
      Es war nicht verwunderlich, dass Elena es als erste ins Ziel schaffte. Avanti trug seinen Namen nicht grundlos und den Endspurt hatte er in einem locker-flockigen Galopp hingelegt und kam dennoch ruhig atmend ins Ziel. Minou und ich schlugen uns für das erste gemeinsame Distanzturnier aber auch nicht schlecht und kamen einige Minuten später als zweite ins Ziel! Und was Elisa leistete war echt beachtlich! Trotz der Verzögerung hatte sie auf den letzten Kilometern mindestens fünf Reiter überholt und ergatterte sich samt Sacramento den dritten Platz. Der war etwas geschaffter als Avanti, aber immerhin hatte er auch aufholen müssen und nicht an der Spitze chillen dürfen. Gemeinsam mit Elisa regten wir uns noch über die dumme Kuh auf, die ihr Pferd nicht unter Kontrolle gehabt hatte. Ohne die, wäre nämlich eher ich auf dem dritten Platz gelandet und Elena und Elisa hätten sich ein Battle geleistet. „Nächstes Mal“, meinte Elisa dann aber grinsend und ließ sich aus dem Sattel gleiten.
      Gemeinsam machten wir uns wieder auf den Weg zu Jojo, um die Pferde zu versorgen, immerhin hatten die drei heute echt was geleistet. Tja und dann kam die Siegerehrung und trotz dem zweimaligen Aufruf einer Elena Reese schien sich niemand zu wundern. „Wer weiß, wie oft es dich in Kanada gibt“, flüsterte ich Elena grinsend ins Ohr, die schaute mich nur geschockt an, denn sie konnte es gar nicht leiden, dass es auch noch andere Elenas auf der Welt gibt. „Nächstes Mal sollten deine Eltern sich den Namen patentieren lassen“, lachte Elisa.
    • Gwen
      [​IMG]
      Dressur A-L
      27. August 2015
      „Deine armen Pferde. Ständig werden sie nur im Fahren trainiert. Das kann nicht gut sein!“, belehrte ich Elisa, auch wenn wir eine Diskussion ohne jegliche sinnvolle Argumentation führten. Diese endete damit, dass ich Elisa erneut den Führstrick von Cardillac aus der Hand nahm und den hochedlen, königlichem Blut entstammenden, Reitponyhengst mit mir nahm. Unwillig stiefelte der Perlino hinter mir her zum Putzplatz. Dort band ich ihn an und machte da weiter, wo ich vorhin von Elisa unterbrochen wurde.
      Geputzt war er schon, nur noch die Hufe auskratzen und satteln. Ich hatte vorhin mit Cardillac geschimpft, weil er so gezappelt hatte und sofort war Mama Elisa aufgekreuzt und ihren kleinen Prinzen in Schutz zu nehmen. Sie hatte ihn beinahe am liebsten direkt wieder raus auf die Weide gebracht, aber ich bestand auf unsere letzte Trainingseinheit.
      Seit zwei Wochen stand der hübsche Kerl nämlich unter meiner Obhut und sollte in der Dressur von L auf M gebracht werden. Ich hatte mich für die Dressur entschieden, da dort das Training am einfachsten war und die meisten Pferde schon mehr konnten als man dachte. Dementsprechend hatte es bei Cardillac auch nicht lange gedauert, bis er die verstärkten Gangarten beherrscht hatte.
      Das Halten aus dem Galopp war ebenso ein Kinderspiel für Cardillac, genauso wie die fliegenden Galoppwechsel. Aber an den Seitengängen hatte es gehapert, denn Ruhe und Geduld waren nicht wirklich Cardillacs Stärken. Stattdessen hatten wir lange mit Schulterherein, Traversale und Travers gekämpft, bis es endlich gesessen hatte.
      Nun war Cardillac so gut wie fertig, aber ein letztes Mal wollte ich sein Können überprüfen und schauen, ob wirklich alles saß, oder manches einfach nur Glück gewesen war. Erst einmal wärmte ich Cardillac auf. Auch wenn er heute etwas zickig war, arbeitete er ordentlich mit und so hatten wir schnell sämtliche Lektionen durch. Gut, was hieß schnell. Wir hatten immerhin trotzdem eine gute Stunde auf dem Reitplatz verbracht und waren beide froh, als wir ihn wieder verließen.
      Im Stall drückte ich Elisa lächelnd Cardillacs Zügel in die Hand, vorhin hatte sie sich ja schließlich auch darum gerissen, und machte mich auf den Weg zu Sacramento, Elisas schönen Porzellanschecken. Mit Sacramento hatte das Training tierischen Spaß gemacht und das hatte nicht nur an seinem Charme gelegen, na ja, fast. Auf jeden Fall war er ein sehr schneller Lerner und die Lektionen einer L-Dressur hatte er sehr schnell auf dem Kasten gehabt.
      Seit zwei Wochen stand auch der hübsche Kerl unter meiner Obhut und sollte in der Dressur von A auf L gebracht werden. Ich hatte mich auch bei ihm für die Dressur entschieden, da wir so am schnellsten fertig waren. Dementsprechend hatte es bei Sacramento auch nicht lange gedauert, bis er den versammelten Trab und den versammelten Galopp beherrscht hatte.
      Den Außengalopp hatte er bereits mit Elisa einige Male geübt und so war auch dieser kein Problem gewesen. Etwas nervenaufreibender waren hingegen die Kehrtwendungen gewesen. Es hatte ein Weilchen gedauert, bis Sacramento wirklich ruhig durch die Lektionen gegangen war, ohne mir etwas beweisen zu müssen.
      Auch ihn ritt ich heute zum letzten Mal, vor allem zur Kontrolle des bereits Gelernten. Diesmal schauten uns auch Elisa und Elena zu und naiver Weise hoffte ich auf den ein oder anderen sinnvollen Kritikpunkt. So wirklich erhalten tat ich den aber nicht, wobei ich mir da sowieso keine Hoffnungen hätte machen müssen. Aber Sacramento schlug sich wirklich gut und nach einer Stunde waren auch wir beide fertig.
      Schneller als gedacht hatte ich also Elisas beiden Hengste fertig und konnte nun noch Sacramento versorgen, ehe ich die Zertifikate ausstellte und dann eine Runde Chillen ging. „Dein Pool ist doch bestimmt noch frei?“, fragte ich Elisa grinsend und nachdem Sacramento wieder auf der Weide stand, machte ich mich direkt auf den Weg in Richtung Garten.
    • Samarti
      [​IMG]
      Hungry Little Elenas
      25. September 2015
      „Desto mehr PLL man schaut, desto weniger versteht man es“, grummelte Elena vor sich hin, als sie die Zinken der Mistgabel gewalttätig in das Stroh bohrte und dieses dann schwungvoll in die Schubkarre warf – zu schwungvoll. Sie verfehlte die Schubkarre nämlich und verteilte das gesamte dreckige Stroh in der Stallgasse.
      Ich seufzte nur. „Du weißt, dass ich das nicht wegmachen werde? Das kannst du schön selbst machen.“ Elena sah sich hilfesuchend um. „Nein, weder Nate noch Colin sind hier, um das für dich zu erledigen. Vergiss es.“ Mit diesen Worten drückte ich ihr die Schaufel in die Hand und ließ sie dann dort stehen, um sie nicht von ihrer Bestimmung (oder war es ihre Berufung?) abzuhalten.
      „Noch ein Grund, kein PLL zu gucken“, kommentierte Jojo, auf die ich traf, kurz nachdem ich die Box verlassen hatte, das Geschehen und musterte kritisch, wie Elena nun dort stand und missmutig die Stallgasse säuberte.
      Kurz hielt ich an und zog eine Augenbraue hoch: „Was? Dass man es immer weniger versteht oder dass man dadurch noch mehr Aufgaben aufgebrummt kriegt, als man ohnehin schon zu erledigen hat?“
      „Dass man es immer weniger nachvollziehen kann“, entgegnete Jojo und schüttelte den Kopf. „Aber ja, du hast recht, das Zweite könnte auch als signifikanter Faktor dazu beitragen, dass ich diese Serie vermeiden sollte, solange es mir noch möglich ist.“
      Jetzt war ich es, die den Kopf schüttelte und einfach wortlos davonging, ohne mich auch nur noch einmal umzudrehen. Elena, die den Mist im ganzen Stallgebäude verteilte, und Jojo, die mal wieder ihre Phase hatte, in der sie versuchte, sich gehoben auszudrücken.
      Und was genau würde mich jetzt bei Gwen erwarten?

      Gwen stand seelenruhig in meiner Küche. An meinem Herd. Und um es genauer zu nehmen: Sie saß auf einem meiner Stühle vorm Herd, um es sich bequemer zu machen.
      „Wieso wundert mich das eigentlich noch …“, murmelte ich nur leise und fasste an den Griff des Kühlschranks, um den zu öffnen und einen Blick hineinzuwerfen.
      „Der ist doch leer“, entgegnete Gwen monoton und rührte dann in einer Pfanne rum, weshalb ich mürrisch den Kühlschrank zuknallte und zu meiner Nachbarin schlürfte.
      „Achja, da konnte sich ja jemand wieder nicht zurückhalten. Die arbeitet übrigens gerade ihre Strafe ab und macht meine Stallarbeit. Wenn man das überhaupt Arbeiten nennen darf.“ Hungrig starrte ich auf den Pfannkuchen, den Gwen jetzt gerade aus der Pfanne hob und auf einen Teller legte, auf dem (ungelogen!) schon fünfzehn Pfannkuchen lagen.
      „Ey, die werden doch kalt!“
      „Na und. Die schmecken auch kalt.“
      „Nein, ich esse die jetzt. Meine Küche, meine Zutaten, mein Essen.“ Hoffnungsvoll schnappte ich mir einen Pfannkuchen vom Teller, schmierte ein wenig Nutella drauf und klappte ihn dann zusammen, um ihn schließlich zu essen. Und Gott, war ich froh, dass Elena nicht da war! Sonst wäre nämlich jemand Anderes weg – mein Pfannkuchen.
      Ich schluckte den Bissen runter und sah dann zu Gwen. „Mit Apfel?“
      „Jap.“
      „Is' geil“, lobte ich sie für das leckere Essen und stutzte dann. „Aber seit wann kannst du Pfannkuchen machen, ohne sie anbrennen zu lassen?“ Skeptisch betrachtete ich das Essen auf meinem Teller, zuckte dann jedoch mit den Schultern und nahm noch einen Bissen.
      „Keine Ahnung, muss an den Äpfeln liegen.“
      Aha.

      Eli traf dann schließlich doch noch ein. Stinkend (wobei stinkig auch ganz gut passte), verschwitzt und hungrig. Und wenn Elena hungrig war, sollte man möglichst schnell das Weite suchen. Gut, dass der Großteil der Pfannkuchen das schon getan hatte, auch, wenn „das Weite“ in diesem Fall mit meinem Magen gleichzusetzen war.
      „Nur noch sechs Pfannkuchen für mich?“ Traurig und völlig niedergeschlagen starrte Eli den Teller mit den restlichen Pfannkuchen an und ich hätte schwören können, dass ihr die Tränen in den Augen standen.
      „Du kriegst noch mehr, wenn du mit uns ausreiten kommst“, versprach Gwen ihr und innerlich konnte ich meiner Freundin gerade nicht dankbarer sein.
      Elena war sofort Feuer und Flamme; es war ihr sogar „egal“, auf wen wir sie setzen würden, also fand sie auf Rapsoul Platz. Zumindest für uns war das ziemlich lustig, denn Rapsoul war nun einmal stürmisch und nicht unbedingt ein Verlasspferd – aber so hatten Gwen, Jojo und ich definitiv unseren Spaß.
      Jojo saß auf Sacramento und Gwen auf Azrael. Ab diesem Moment war ich froh, dass wir keine Stute dabei hatten, denn mit zwei Hengsten, die viel zu oft und viel zu gerne das andere Geschlecht um den Finger wickeln wollten, wäre das wohl mehr als nur anstrengend gewesen.
      Ich schaukelte währenddessen auf Dead Memories nebenher und lag halb auf seinem Hals. Den Rotfalben interessierte das herzlich wenig, dafür hatte er sich später noch eine Extraportion Leckerlis verdient.
      Und während ich mich so von ihm tragen ließ und beinahe einschlief, murmelte ich nur: „Memo ist schon ein richtig heißer Kerl, also echt jetzt.“
      „Ja, ist er“, stimmte Gwen mir zu, klang dabei aber so gelangweilt, dass es mich beinahe verletzte.
      „Muss am Namen liegen, meinen Ex haben auch alle Memo genannt und der sieht auch verdammt gut aus.“
      „Sag mal, du hast es auch irgendwie mit M, oder? Jetzt ist es aber halt Matthew und nicht mehr Memo. Muss am Namen liegen“, kommentierte Elena sarkastisch und fing sich einen bitterbösen Blick von mir ein.
      „Keine Pfannkuchen mehr für Elena“, schnaubte ich und richtete mich auf dem Pferderücken wieder auf, um ihr weiterhin Todesblicke zuwerfen zu können. Nur ging das nicht so gut, wenn man mit dem Gesicht auf einem Pferdehals lag.
      „Äh, ich hab nichts gesagt, das mit Matthew war natürlich nur ein Spaß!“
      „Nicht lustig.“
      „Okay! Es war nicht lustig, du hast Recht! Aber bitte nimm mir nicht meine Pfannkuchen weg!“, jammerte die Blondine kläglich herum und in dem Moment knurrte ihr Magen, als wollte er ihre Aussage untermauern. Dabei war das Knurren allerdings so laut, dass man hätte meinen können, ein Gewitter wäre im Anmarsch. Das brachte Jojo und Gwen dann laut zum Lachen und ich musste geschlagene drei Minuten darauf warten, dass ich auch wieder zu Wort kommen dürfte, denn von ihrem Lachanfall kamen die zwei ewig nicht los.
      „Das halte ich heute kein zweites Mal aus“, gab ich zu und deutete ergeben mit dem Zeigefinger auf Elenas Bauch, „das wäre Selbstmord.“
    • Samarti
      [​IMG]
      Dressur L-M
      27. September 2015
      Sacramento brummelte mir schon leise zu, als ich mit dem Halfter mühsam (und tatsächlich sehr unbeholfen) über das Weidetor kletterte. Zum Glück gab es Holzzäune, da konnte man so etwas machen. Wäre sonst ja langweilig.
      Für den Hengst sollte es in einigen Wochen auf eine Körung gehen, sodass ich ihn noch perfekt darauf vorbereiten musste. Dazu wollte (musste, Matthew hatte mich dazu verdonnert) ich ihn in der Dressur nochmal auf das M-Niveau trainieren, um die Richter mit seinen supertollen Skills zu beeindrucken. Hoffentlich würde Matthew wenigstens die Kür selbst reiten, ich wäre das Ganze viel lieber gefahren. Im Gelände, Dressurfahren war auch ziemlich öde im Gegensatz zum Geländefahren.
      Okay, Hindernisfahren wäre auch noch in Ordnung gewesen.

      Da Gwen ihn letzten Monat L-fertig in der Dressur trainiert hatte, wollten wir diesen Monat dort anknüpfen und ihn dann M-fertig machen.
      Die M-Dressur forderte zusätzlich zum versammelten Trab und dem versammelten Galopp noch den versammelten Schritt – außerdem wurden sowohl der Trab auch als auch der Galopp im starken Tempo erwartet.
      Neue Hufschlagfiguren traf man diesmal keine an, stattdessen lief es aber auf eine Hand voll neuer Lektionen hinaus, obwohl ich die Lektionen nicht einmal an einer Hand abzählen konnte. Das betraf also die Seitengänge: Schulterherein, Travers, Renvers und Traversalen. Außerdem gefordert waren fliegende Galoppwechsel und Schrittpirouetten.
      Wir kümmerten uns zunächst um die verlangten Gangarten. Sacramento hatte es bereits verstanden, den Trab und den Galopp zu versammeln – auch im Schritt zeigte er eine ordentliche und saubere Versammlung, bei der ich nicht einmal mehr sonderlich viel korrigieren musste, nachdem wir sie erst mal in Angriff genommen hatten.
      Die Verstärkung im Trab und im Galopp hatten wir ebenfalls schon bald erarbeitet. Es erfolgte eine Rahmenserweiterung und die Tritte beziehungsweise Galoppsprünge des Reitponyhengstes wurden raumgreifender, ohne dass er in der Bewegung eiliger wurde.
      Auf die Gangarten folgten noch die Lektionen. Zunächst einmal beschäftigten wir uns mit den Seitengängen. Da er das Schulterherein bereits beherrschte, gingen wir gleich zum Travers über.
      Beim Travers sollte Sacramento auf dem Hufschlag bleiben – zumindest mit der Vorderhand. Die alternative Bezeichnung der Lektion, „Kruppe herein“, sagte dabei schon alles aus: Die Hinterhand musste der Porzellanschecke ins Bahninnere führen.
      Dahingegen gab es noch das Renvers, auch genannt „Kruppe zur Wand“ oder „Kruppe heraus“. Schon an den anderen Bezeichnungen wird klar, dass hier praktisch das Gegenteil verlangt wird: Die Hinterhand bleibt auf dem Hufschlag, während die Vorderhand in die Bahn geführt wird. So ist es praktisch ein spiegelverkehrtes Travers.
      Beide Lektionen dienten zur Vorbereiterung auf die Traversalen.
      Zu guter Letzt widmeten wir uns noch dem fliegenden Galoppwechsel und den Schrittpirouetten. Bei beidem zeigte Sacramento aber keine Probleme, sodass ich dies nicht lang mit ihm üben musste.

      „Beim nächsten Mal entscheide ich mich wirklich lieber wieder fürs Fahren. Das ist einfach cooler. Wenigstens ist er jetzt M-fertig“, grummelte ich, als ich Matthew am Ende der letzten Trainingseinheit Sacramentos Zügel in die Hand drückte und mich dann verabschiedete. Ich musste meinem Ruf, meine Pferde nie selbst zu verpflegen, ja auch mal gerecht werden – immerhin kam der von Jojo, Gwen und Elena, also musste irgendwas Wahres dran sein.
      Damit konnte man arbeiten.
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    2.2 - Südstall
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    21 Juli 2015
    Klicks:
    1.278
    Kommentare:
    23

    EXIF Data

    File Size:
    473,7 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Rufname: --
    geboren: Januar 2002


    [​IMG]
    ____I____
    I_________I
    [​IMG]
    [​IMG]
    ________I _____ I________
    I________I_______I________I
    [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]


    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Porzellanschecke (Ee aa Gg Toto)
    Stockmaß: 147 cm

    Beschreibung:

    Sacramento ist ein kluger und selbstbewusster Hengst, der schnell jegliches weibliches Wesen um den Finger wickelt. Selbst bei den männlichen Zweibeinern verfehlt der Porzellanschecke selten seine Wirkung.
    Zum einen sieht er einfach bezaubernd aus und zum anderen ist er ein wahrer Charmeur. Dementsprechend talentiert zeigt er sich auch in der Dressur und im Fahren, bei beidem macht er eine wunderbare Figur.
    Das Ganze ist gepaart mit einem aufmerksamen und lernwilligen Charakter zu dem man einfach nicht nein sagen kann, wenn er mit seinen weichen Nüstern ankommt und sich mal wieder von irgendwoher ein Leckerli herbeizaubern lässt.


    Besitzer: Samarti
    Ersteller: Elii

    Dressur S - Fahren M - Springen M

    HK 476
    SW 430
    219. Distanzturnier
    99. Synchronspringen
    5. Synchronfahren
    312. Westernturnier
    100. Synchronspringen

    [​IMG] [​IMG]

    Offizieller Hintergrund