Bracelet

Romulus │ Paso Fino │ Hengst

Ubk. x Ubk. <3

Tags:
Romulus │ Paso Fino │ Hengst
Bracelet, 5 Jan. 2017
Zion und Rinnaja gefällt das.
    • Bracelet
      Die Sonne weigerte sich aus dem Wolkenberg herauszukommen. Wie seine Freundin in der High School beim gemeinsamen Shoppen traute sie sich nicht heraus. Es war vier Uhr und um diese Uhrzeit saß David immer vor der Haustür auf der teilweise nassen Verandatreppe und rauchte. Das Kratzen in seinem Hals war ihm egal; er brauchte Nikotin wie ein Normaler Luft zum Atmen. Deshalb lebte er auf der großen Ranch in Südalabama alleine. Viel Hilfe brauchte David nicht. Nur zwei Pferde bewohnten einen der drei Ställe, und dank seiner Schroffheit und Aggressivität hat er so manch einen Helfer vergrault.
      "Hrmpf.", die Augen zu Schlitzen verengt, drückte er den Zigarettenstumpf aus, stand auf und streckte sich. Widerwillig stieß er den Zigarettenqualm aus und ging zurück in das Wohnhaus. Auf der Kommode in der Eingangshalle lagen Prospekte und Briefe. Gelangweilt holte er sein Taschenmesser aus der Hose, und schlitzte die Briefe auf. Rechnungen, Verträge, Werbungen, Post aus der Heimat und eine Urlaubskarte. Diese warf er direkt in den Papiermüll. Ohne auf den Absender zu gucken wusste er, dass sie aus Japan kam. Aus irgendeinem Grund hatte David das Gefühl, als würde Geena ihm damit unter die Nase reiben wollen, was er an ihrer Seite geschafft hätte. Am liebsten hätte er sich nun eine weitere Zigarette angesteckt, aber er musste jetzt die Weiden ablaufen und dann den neu gebauten Stall begutachten. Obwohl er nur zwei Pferde besaß, kamen nächste Woche gleich fünf Vollblüter aus England, zwei der Schönheiten waren sogar Halbgeschwister und unterschiedlich wie Mond und Sonne. Trotz der Tatsache, dass sein 'Heimstall' 10 Boxen besaß, von denen rechnerisch gesehen drei besetzt waren, war der Rennstall mit dem anschließenden Paddocks zum Auslaufen für die Neuankömmlinge wohl besser geeignet.

      ♪Sweet Home Alabama
      Where the skies are blue
      Sweet Home Alabama
      Lord, I'm coming Home to you ♪

      [FONT=Times New Roman, serif]Vor sich hinsummend pflückte er Unkraut von der Tagesweide, und kippte das schon länger stehende Wasser aus der Tränke auf den Boden. Die Zeit arbeitete gegen ihn. Mühsam richtete er sich nun auf, und drückte den Rücken durch. Der Gestank von Kuhmist, gemischt mit Abgasen kitzelte seine Nase und angewidert stapfte er zum Rennstall.
      Das Tannengrün der Boxtüren schmeichelte dem hellen Sandbraun, und die dezente Beleuchtung wäre ein Gaumenschmaus für jede Frau gewesen, würde eine Frau nun hier sein. Schmunzelnd lehnte er sich an die Futterkammertür, und dachte an seine letzte Liebschaft vom Lande. Für den ehemaligen Feuerwehrmann waren die Frauen hier einfach zu langweilig. Stattdessen nahm er lieber an den Turnieren hier teil, die noch genug Action für den Mann hatten, außerdem brachten sie genug Geld ein. Und von seiner Frührente konnte er auch so leben. Ein Klingeln riss ihn aus seinen Gedanken. Wer konnte um diese unchristliche Zeit stören?, dachte er und holte sein Handy aus der Hosentasche. Sogleich beruhigten sich seine verhärteten Gesichtszüge und mit einem wissenden Grinsen beantwortete er die Guten-Morgen-Nachricht seiner jüngsten Bekanntschaft Annie. Die junge Reiterin mochte es eigentlich überhaupt nicht, Annie genannt zu werden, aber David hatte es einfach beibehalten und so musste sich die Kleine halt dem fügen.
      "Ich bin gerade in Kanada, bei einer guten Trainerin für meine Schätze und brauche dringend jemanden zum Reden. Ich weiß dass wir uns erst seit einigen Monaten kennen, aber ich halte es nicht mehr aus!"
      Eilig tippte David eine Antwort, versendete sie und ging dann in den etwas belebteren Heimstall. Die erste Box war für die Heurationen reserviert, denn solange er es nicht geschafft hatte, den Heuboden trockenzulegen, lagerte er es in der Box. Der dunkelbraune Hengst in der Box daneben schien sich gar nicht für das Futter zu interessieren, und bearbeitete beständig den Gymnastikball, der in einer Ecke hing. Auch Fahd trat schon auf heiße Kohlen, und David musste nicht lange überlegen. In der Sattelkammer holte er das Westernset samt Putzkasten, und bereitete das Arabische Vollblut für einen morgendlichen Distanzritt vor. Das Gute an der Ranch in Südalabama war, dass er sich keinen Dreck darum scheren musste, ob er Anwohner störte oder nicht. Es gab schlichtweg keine, die sich von ihm gestört fühlen könnten. Fahd tänzelte nervös unter dem Gewicht des Mannes, und er musste zugeben, dass er über Weihnachten und Neujahr wohl einiges zugenommen hatte. Das hinderte ihn aber nicht, den Routineweg zu wählen, der einmal komplett um das Gestüt ging und dann hinein in die Pampa zum Olivetree Stud. Dass dort auch ein Weinladen war, löschte er kurzzeitig aus seinem Gedächtnis. Fahd galoppierte gemächlich – untypisch für die schnelle Rasse – unter seinen Anweisungen; die Strecke kannte er bereits in- und auswendig. Wie oft waren sie die knapp 12 Kilometer schon in kompletter Stille geritten, vor einem gemeinsamen Turnier? Der Araber parierte durch, und süppelte aus einem Fluss. Das Wasser sah recht klar aus, also gewährte David dem Hengst das Durstbedürfnis, ehe es dann zum Stud ging. Bis dahin hielt er es aber nicht aus, und hopste kurzerhand vom Pferd, um in einer halb eingefallenen Holzhütte zu pinkeln. Als er alles soweit richtete, stöhnte eine Masse kurz vor seinen Füßen, setzte sich auf und rieb mit der Hand über seinen Kopf. "Hey Sheriff, regnet es draußen?", lispelte der Kerl und begutachtete fasziniert seine nasse Hand. Kopfschüttelnd stürmte David nach draußen. Fahd scheute kurz, aber nach einer Streicheleinheit beruhigte sich das Tier wieder. Das war zu viel des Guten, und David fing plötzlich an, laut zu lachen, und hörte auf, sobald er auf dem Stud angekommen war. Das Gestüt war leergefegt, und ohne zu fragen ließ er Fahd noch ein wenig aus der Tränke trinken, kratzte seine Hufe aus und kontrollierte den allgemeinen Zustand seines vierbeinigen Gefährten.
      Als er zu Hause angekommen war, musste er noch ein zweistündiges Gespräch mit seiner Mutter überstehen, um sich dann mit Romulus in die Halle zu wagen. Der Wirbelwind hatte heute definitiv einen Schaden. David schüttelte den Kopf, als der Viergänger sich genüsslich an der Bande rieb und dann wie ein junger Hund durch die Halle buckelte. Für seine Annie machte er ein Video, das hauptsächlich aus Buckeln, Bocken und Wälzen bestand. Die letzte Sequenz war besonders beschämend für den stolzen Mann. Romulus trabte ein wenig auf dem unteren Zirkel, wieherte und blieb stocksteif stehen, um seine Blase zu entleeren, nur um sich genau auf dem Fleck zu wälzen. "Gott, Romulus! Du bist nach dem Erbauer und Namensvetter der italienischen Hauptstadt benannt, nicht nach irgendeinem irischen Vollproll!", stöhnte er auf und brummte, als er bemerkte, dass genau dieser Satz auch auf dem Video war. Er brauchte nicht lange auf eine Antwort zu warten, denn kurz darauf kam eine Sprachnotiz, die nur aus Lachen und Kichern bestand. David fand, dass Annie sehr hübsch klang. "Wie lange brauchst du bis nach Alabama?", schrieb er dann, und schnalzte, um den nun eingesandeten Hengst herbeizulocken, der sich dafür aber nicht interessierte und durch die Halle galoppierte. Der Wirbelwind pinkelte erneut, und kam dann auf David zu, der sein Handy wegsteckte und mit einer Hand in seiner Mähne ihn auf den Vorplatz führte, um ihn zu putzen. Der noch feuchte Fleck auf seinem Bauch nahe seines Schlauches konnte ausgerieben und getrocknet werden, aber es stank immer noch nach Urin. Trotzdem ritt er ihn eine Weile sattellos in der Halle, bis er auf der Weide seine unschöne Seite zeigen durfte. Fahd trabte sofort weg, als der Paso auf ihn zu kam wie ein Irrsinniger. Die Hände abklopfend fegte David den Stall durch, und beschäftigte sich mit dem Heuboden.
      Allmählich bekam David Hunger. Die Pferde waren versorgt, und nach einer kurzen Dusche stand er am Herd und briet Eier. Für mehr reichte sein Kühlschrank heute nicht aus. Der Heuboden war fertig, nur das Heu musste er umlagern. Gekonnt klatschte er das braungebrannte Ei auf eine Scheibe Brot, und lief dann kauend in sein Schlafzimmer. Nun kam eine Nachricht von dem Gestüt aus England. Durch einen Umstand würden nur Scarlet in Birth und Washed Out in The Dark kommen, die Halbgeschwister und Coconut mussten noch einmal zum Tierarzt. Unbekümmert schrieb der Mann seine Antwort, und ließ sich dann langsam auf das Bett sinken. Genüsslich schloss er die Augen und begann, eine Melodie zu summen. Irgendwie war doch alles gleich.

      [​IMG]
      12. März 2016
      Gangtraining für Romulus E → A | 3881 Zeichen | © BellaS
      Das letzte Mal, das ich ein Gangpferd trainiert hatte, das weder Tölt noch Pass ging, war schon etwas her. Doch nun, vor einer guten Woche, war wieder ein Auftrag in dieser Richtung eingeschneit. Ein junger Paso Fino der niemandem geringeres als meiner alten Freundin Cata gehörte. Ewig hatte ich nichts mehr von ihr, mit der ich mir einst einen Hof geteilt hatte, gehört. Noch einmal nahm ich den Auftrag zur Hand und stutze. „David Clarke?“ Das war eindeutig nicht Cata, wobei der Auftrag irgendwie schon ihre Handschrift trug. „Ach, soll mir egal sein.“ Wir hatten uns aus den Augen verloren, doch im Moment verspürten wir wohl beide keinen großen Drang das wieder zurecht zu biegen. „Also auf zu Mr. Clarke. Eine Runde Paso Fino trainieren.“
      Unbekanner Hof, unbekannte Leute, unbekannte Pferde. Das tägliche Geschäft eines reisenden Ausbilders. Lange schon hatte ich keine Pferde mehr bei mir trainiert, es sei denn es waren meine eigenen. Ich war schon gespannt von wem ich empfangen werden würde.
      Als ich auf dem Hof ankam, wurde ich erstmal von niemandem empfangen. Etwas unschlüssig stand ich herum, doch hier war niemand den ich nach David Clarke und Romulus fragen konnte. Schließlich wurde mir das unschlüssige herumstehen zu dumm und ich begann nach jemandem zu suchen, den ich fragen konnte. Nach einer Weile fand ich schließlich einen Mann mitsamt einem angebundenen Paso Fino. Volltreffer. Nach den üblichen Begrüßungen, Fragen, etwas Small Talk und ähnlichem ging es dann an die Arbeit. Romulus war schon beinahe fertig geputzt und zu zweit ging es noch schneller. Nach wenigen Minuten hatte der junge Hengst seinen Sattel auf dem Rücken, seine Trense an und war abmarschbereit. Ich hatte mich brav und fleißig auf diese Trainingseinheit vorbereitet, wobei ich zum Glück nicht zum ersten Mal auf einem Paso Fino saß. Den Paso gab es in mehreren Tempovarianten, doch alle waren sehr Töltähnlich. Ein Viertakt der aussah wie trippliger Tölt und auch ziemlich genau so zu reiten war. „Also los.“ Ich stellte die Steigbügel ein, gurtete nach und saß auf. Quasi sofort bemerkte ich, dass ich auf einer tickenden Zeitbombe saß. Romulus wollte los. Wollte laufen. Eine Situation in der der Reiter schnell Mal ein Problem bekommen konnte, egal wie gut er war. „Hui.“, machte ich, als es schon im Trippelschritt in Richtung Außenplatz ging. Ein eingezäunter Platz schien mir momentan zweckmäßiger als eine offene Ovalbahn. Ich wollte im Schritt beginnen, wie immer, zum aufwärmen. Allerdings klappte das nur mäßig. Romulus hatte keine Lust auf Schritt und ich hatte eigentlich keine große Lust auf einen Ritt im Fight-Style. Schließlich hatte ich genug Trippleschritt und beschloss im Paso weiter zu machen. Ich achtete auf meinen Sitz tief im Sattel, nahm die Zügel recht kurz, gab kleine Paraden und trieb. Die Hilfen für den Paso verstand Romulus sofort und setzte sie auch um. Nach längerer Zeit fühlte sich dieser tripplelige Tölt recht komisch an, aber nun verstand ich auch was er vorhin im Schritt gemacht hatte. Ja, der Hengst war schnell und bestimmt auch explosiv wenn man nicht aufpasste, aber er rannte nicht einfach los. Relativ erleichtert lockerte ich meine Körperhaltung ein wenig und sofort wurde der Gang besser. Jetzt konnte ich mich sammeln und mit der eigentlichen Arbeit beginnen. Ein paar Übungen damit der junge Hengst sich entspannte, verschiedene Tempi und Übergänge vom Schritt in den Paso. Mit Ausnahme der Tempovariationen klappte das alles auch recht gut und diese waren für Gangreiten auf A auch noch nicht notwendig.
      Nach guten anderthalb Stunden reichte es mir. Ich ließ Romolus die Zügel aus der Hand kauen, ritt noch ein paar Runden Schritt und saß schließlich ab. Inzwischen war Schritt auch nur noch besagte Gangart. Ich war recht zufrieden und auch Mr. Clarke schien meine Arbeit in Ordnung zu finden. Für A reichte das Training allemal.

      [​IMG]
      31. Mai 2016
      Romulus & Tilviljun Galopp E → A, Mayalie Fahren A → L, Brött Distanz E → A | 4021 Zeichen | © BellaS
      „Bella, du weißt ganz genau wie sehr ich es hasse, wenn das Training vergessen wird.“ „Komm mir nicht so! Ich habe alles mögliche im Kopf, du kannst auch mal an das dämliche Training denken!“ Bella war in Fahrt und gerade genauso gestresst wie streitlustig, wobei das eine wahrscheinlich aus dem anderen herrührte. „Beruhige dich. Wir teilen uns das jetzt flott auf und dann haben wir die drei in eins, zwei Stunden fertig.“ „Du bist ein Schatz.“, kam es erleichtert von Bella, gefolgt von einem Kuss auf den Mund. So schnell konnte auch nur ihre Stimmung schwanken. Ich fühlte mich versucht das Training von ein Weilchen Training sein zu lassen, aber im Moment würde Bella das wohl kaum besonders gut finden. Schade eigentlich. Ich lenkte meine Gedanken zurück zu den Pferden. „Weißt du was, dann pack‘ du das Plüschtier alias Mayalie vor die Kutsche. Fahren L ist das Ziel. Ich denke das kriegt ihr gut hin. Linn kann dann mit Brött raus und Distanz auf A bringen. Brötts Kondition lässt zwar noch zu wünschen übrig, aber seis drum.“ „Super. Fehlt nur noch Romulus.“ „Den nehme ich. Ich hätte Lust auf ein bisschen Galopprennen. Vielleicht gegen Finley. Wenn er Juni nimmt, haben wir auch noch ernsthafte Konkurrenz.“ „Genial.“
      Ich unterrichtete noch schnell den Rest des Teams, bestehend aus Linn und Finley, von unserem Plan und schließlich putzen wir vier unsere Pferde und machten sie trainigsfein. Galopprennen war gerade ganz nach meinem Geschmack und auch der feurige Hengst schien nicht abgeneigt zu sein. Auch die sonst brave Tilviljun freute sich auf die Geschwindigkeit, kaum erblickte sie die Bahn. Während ich die Bügel verkürzte, damit ich im leichten Sitz reiten konnte, sah ich aus dem Augenwinkel Bella, die mit Mayalie vor der Kutsche in Richtung Strand fuhr. Linn auf Brött neben ihr reitend. Die Beiden würden klar kommen. Ich musste mich jetzt erstmal auf Romulus konzentrieren, der bereits mit den Hufen scharrte. Schon beim aufsitzen trippelte der Hengst auf der Stelle und das Warmreiten sowie die Trabphase konnten gar nicht schnell genug um sein. Juni war entspannter, auch wenn sie sich ebenfalls sichtlich auf ein Rennen freute. Ich galoppierte Romulus an und ritt eins, zwei Trainingsrunden alleine, ehe wir zu unserem rennen kamen. Filey brachte Juni an einer der kurzen Bahnseiten zum stehen und ich schloss zu ihm auf. Da wir keinen Helfer hatten, würden wir mit Coutdown starten. „10….9….“, begann Filey. Das war fairer als wenn man mir drei begann. So hatte der andere Reiter auch eine Chance auf einen guten Start. „2….1….Los!“ Mein Körper reagierte genau in dieser Sekunde beinahe von allein und mehr brauchte es nicht um Romulus losschießen zu lassen. Der hatte mit seiner höheren Körpergröße einen kleinen Vorteil, den Junis Kondition allerdings ausglich. Wir lieferten uns ein kleines Rennen, stellten aber schnell fest, dass eine Ovalbahn für Gangreiterein nicht ganz das Wahre war um ein Rennen darauf auszutragen. Auch waren die normalen Reitsättel unserer Pferde eher unpraktisch und zu schwer für echtes Tempo. Erst jetzt fiel mir ein, warum ich überhaupt Galopprennen im Hinterkopf gehabt hatte. Ich würde mit Romulus am 1. Amateurrennen der Joelle-Vereine teilnehmen. Da konnte etwas Training ganz eindeutig nicht schaden. Um Pferde und Boden zu schonen verlegten wir unser chaotisches Renntraining an den Strand, der viel Platz und schönen Untergrund bot. Zwei weitere Rennen trugen wir aus, dann waren die Pferde erschöpft. Während es auf der Bahn unentschieden geendet hatte, gewannen hier einmal Finley mit Juni, einmal Romulus und ich. Unentschieden. Gut, dass Tilviljun nicht beim Amateurrennen starten würde. Gut für mich, schade für sie.
      Als wir zum Hof zurück kehren wollten, kamen und Linn und Brött entgegen. Ihr Ritt war, laut Linn, ziemlich ereignislos verlaufen und als uns Bella, kaum waren wir am Reitplatz vorbei gekommen, auch noch zu sich rief um auf dem Wagen als Gegengewicht zu fugieren wusste ich, dass das Training heute eine gute Lösung gewesen war.

      [​IMG]
      30. Juni 2016
      Gangtraining für Romulus A → L | 2560 Zeichen | © BellaS
      „Woho. Romy. Ruuuhig.“ Immer wieder zeigte sich, dass der südamerikanische Hengst einiges an Feuer zu bieten hatte. So zeigt er sehr deutlich, wenn ihm etwas nicht passte. Schnell kontrollierte ich seinen Sattel und stieß auf das Problem. Auf der anderen Seite hatte ich das untere Sattelblatt umgeschlagen, was Romulus mir deutlich zu verstehen gab. Schnell korrigierte ich meinen Fehler, zupfte das Pad zurecht und angelte nach dem Gurt, der an der anderen Bauseite herabhing. Nach wenigen Minuten war mein Hengst trainingsfein. Ich schnappte mit Helm und Reithandschuhe, gurtete noch einmal nach und saß an Ort und Stelle auf. Ein echter Vorteil, wenn man einen eigenen Hof hatte, keiner machte einem Vorschriften.
      Wir gingen auf die Ovalbahn, denn heute war Gangtraining angesagt. Romulus war zwar kein Isländer, aber als Paso Fino beherrschte der mit dem Paso eine sehr töltähnliche Zusatzgangart. Wie immer begannen wir mit dem Warmreitem im Schritt, ehe es an die Arbeit im Paso ging. Nach einigen Rundern fasste ich die Zügel kürzer, verlagerte mein Gewicht nach hinten und trieb gegen den Zügel. Die Tölthilfe, die auch hier problemlos verstanden wurde. Der Paso sah aus wie Tölt und fühlte sich auch so an. Viele bezeichneten die Gangart deshalb der Einfachheit halber auch genau so. Dementsprechend waren die Bestimmungen für „Gangreiten auf A“ ziemlich die selben wie die in der T6 der Isländer. Das hieß schnelles und langsames Tempo und das Überstreichen der Zügel wurde gefordert. Letzteres war heute unsere Baustelle, denn sobald ich mit der Hand vor ging, verstand der Hengst das als Signal zum losrennen. Das Tempo sollte allerdings konstant bleiben und natürlich durfte das Pferd erst recht nicht die Gangart wechseln. Ich weiß nicht wie oft ich in den nächsten zwei Stunden versuchte meinem Pferd klar zu machen, des es nur auf die Schenkelhilfe hin anzugaloppieren hatte. Reichlich entnervt fragte ich schließlich Robin um Rat, der schon seit längerer Zeit an der Bahn stand und zuschaute. „Knote doch mal die Zügel und pack‘ sie ihm vorne auf den Hals. Versuch dann so zu reiten. Vielleicht kapiert er es ja.“ Der Braune reagierte anfänglich verwirrt, doch langsam begann er sich auf die Hilfen außerhalb der Zügel zu konzentrieren. So bemerkte er nichmal, dass ich selbige nach einer Weile wieder in die Hand nahm. „Hm. Vielleicht müssen wir mal mit einem Halsring arbeiten.“, stellte ich fest. „Aber für A reicht es.“ Ich wollte mich eben bei Robin bedanken, doch der war bereits verschwunden und ging wieder seiner Arbeit nach. Typisch.

      [​IMG]
      18. Juli 2016
      Fohlenzeit | 11700 Zeichen | © AlfurElfe & BellaS
      Bellas Sicht
      Ich stand am Zaun der Wattweide und hing meinen Gedanken nach. Verträumt betrachtete ich die kleine Vaena, die inzwischen fast vier Wochen alt war. Ganze vier Wochen waren vergangen, seit Robin mich geküsst hatte. Wie immer, wenn ich an ihn dachte, überließ mich ein angenehmer Schauder. Es war eindeutig nicht bei diesem einen Kuss geblieben… Schön, meine Fantasien mussten warten, jetzt waren meine Schützlinge dran. Vidja war seit Wochen wirklich überfällig. Das Fohlen, dessen Vater ein junger Hengst eine befreundeten Züchterin namens Ljóski war, meinte offensichtlich sich Zeit lassen zu müssen. Diese Tatsache kostete Linn jeden Tag mehr Nerven. Sie konnte die Geburt kaum mehr erwartet und mit jeder weiteren Woche, die der gedachte Termin überschritten wurde, wurde die Sorge um ihre Stute in ihren Augen deutlicher. Auch Frejka und Laufey bewohnten noch die Geburtsboxen, aber beide waren noch nicht überfällig. Im Gegenteil, gerade Laufey hatte eher noch etwas Zeit, aber bei ihrer unvorsichtigen Art hatte ich lieber zu früh als zu spät angefangen, sie nachts in die Box zu stellen. Wobei ich das bisher noch nicht konsequent durchgehalten hatte. Die letzten, sehr sommerlichen, Tage hatte Laufey noch auf der Wattweide verbracht, da ich zu faul war mir jeden Abend das „ich will aber nicht rein“-Spiel anzutun. Ich sammelte das Halfter auf, das mir aus der Hand gefallen war und holte Stássa. Seit Silfurtoppa abgesetzt worden war, war sie etwas lethargisch und ich wollte meine Stute endlich wieder auf Trab bringen. Seit der Geburt ihres zweiten Fohlen war sie noch nicht wieder geritten worden. Ich hatte einfach zu viel zu tun gehabt und sie quasi vergessen. Thowra hatte ich vor kurzem verkauft und auch Fjara hatte bereits einen neuen Besitzer und würde uns in naher Zukunft verlassen. Stássa war dabei ein wenig ins Hintertreffen geraten. Wahrscheinlich war auch ihre Kondition im Eimer, sodass heute nur ein kurzer Schrittausritt zum Strand drin war. Ohne Sattel, da sie noch immer etwas dicker war, als gewöhnlich. Das rührte zwar eher von der Überweidung, als von der Trächtigkeit her, doch ich wollte dem Sattel nicht schaden. Mit dem Training würde sich auch ihre Figur verbessern.


      Linns Sicht
      "BELLAAA!", rief ich quer über den Hof. Na toll. Immer, wenn man sie brauchte, konnte man sie nicht finden. Das verschlechterte meine Laune noch mehr, obwohl das schon fast garnicht mehr ging. Ich suchte den ganzen Hof ab und fand sie schließlich am Zaun der großen Weide. Verträumt beobachtete sie die spielenden Fohlen. "Hörst du schlecht oder WAS? Viðjas Fohlen kommt!", schnauzte ich sie an. Skeptisch sah sie mich an. "Bist du dir ganz sicher?", fragte sie. Ich nickte. "Du weißt schon, dass die meisten Fohlen nicht nachmittags auf die Welt kommen, oder?", fragte sie mich. "Jaaa, Bella, ich bin auch nicht ganz unerfahren, aber Nachmittag ist doch besser als wenn man nachts deswegen aus dem Bett geworfen wird. Und jetzt komm, sonst verpassen wir es noch!" Gemeinsam trabten wir hinüber zum Stall, den wir leise betraten. Bella schrieb noch schnell Finley und Robin, die gerade mit Snót und Kjarkur am Strand waren, dass die Geburt anfing, dann gesellte sie sich zu mir an die Boxenwand. Pferdegeburten waren zugleich eine schönsten und eine der ekligsten Sachen, die ich je gesehen hatte. Doch da es das Fohlen meiner Lieblingsstute war, war die Geburt doch ein Erlebnis. Viðja hatte sich inzwischen hingelegt und man konnte bereits die beiden kleinen Vorderhufe sehen. Ich hoffte inständig, dass es nicht so kompliziert wie bei Vænas Geburt werden würde. Als schließlich ein kleines Scheckfohlen im Stroh lag, war Bella kaum zu halten, denn ich hatte ihr das Fohlen versprochen. Viðja leckte das kleine ab, bevor es das erste mal versuchte, auf seinen stelzigen Beinen zu stehen. "Es ist ein Hengst!", flüsterte Bella. Ich grinste. "Wie wäre es mit 'Ljósfari', der, der mit dem Licht reist?", schlug ich vor. "Ja, das ist ein toller Name! Ich rufe gleich Occu an und erzähle es ihr!", sagte sie, vielleicht doch etwas zu laut, warf dem kleinen Hengst, der nun schon mit dem Trinken begonnen hatte, noch einen verliebten Blick zu und verschwand dann aus dem Stall.


      Bellas Sicht
      Als ich die alte Scheune verließ, war es erst später Nachmittag. Dass Vidja heute drinnen gestanden hatte, war wohl Vorsehung gewesen. Laufey und Frejka wanderten jedenfalls noch auf der Wattweide umher. Ich war glücklich. Ein gesundes Fohlen auf die Welt kommen zu sehen löste immer wieder ein wunderbares Gefühl in mir aus. Ich schlenderte am Zaun der großen Wattweide entlang und traf schließlich auf Robin. Er war offensichtlich gerade von seinem Ausritt mit Finley zurück gekehrt und kam mir nun mit neugierigem Blick entgegen. „Ein Hengst. Ljósfari haben wir ihn getauft.“, erzählte ich schnell, bevor mein Freund fragen konnte. „Und das beste daran: Meiner!“ Er grinste und küsste mich einfach auf den Mund. Gut, dass uns hier keiner sah. Vor den anderen herumzuknutschen schien mir noch immer unpassend. Zwar waren auch Linn und Finley zusammen, doch ich mochte es trotzdem nicht. „Ach Bella. Entspann dich doch mal.“ Und wie immer hatte Robin recht. Ich wollte gerade meine ganze Aufmerksamkeit auf ihn lenken, als Laufey in mein Blickfeld getrottet kam. Normalerweise hätte mich das nicht davon abgehalten, Robin zu fokussieren, doch irgendetwas mit meiner Stute stimmte nicht. Ich liebte Laufey. Drohten mich meine Gefühle zu überwältigen, half es mir immer mit ihr auszureiten. Sie kannte mich, in alle Situationen und das hatte zur Folge gehabt, dass auch ich sie kannte. „Mit ihr stimmt etwas nicht.“ Robin war nun vollkommen nebensächlich und ich trat an den Zaun der Wattweide. „Hey, Feechen, komm mal her.“ Sie reagierte. Nicht unbedingt ein gutes Zeichen. Ich kletterte über den Zaun und nahm sie einmal komplett in Augenschein, um gleich darauf einen riesigen Schrecken zu bekommen. Ihr Schweif war blutverkrustet. Nach Luft schnappend suchte ich schnell nach der Ursache. Sie blutete nicht mehr. Die Geburt hatte also noch nicht begonnen. Hätte sie ihr Fohlen allerdings schon alleine auf der Weide bekommen, wäre es jetzt bei ihr. „Robin... Oh scheiße.“ Viel mehr fiel mir im Moment nicht ein. „Bitte lass es nicht das sein, was ich denke, dass es ist….“, betete ich still und fieberhaft. Erst jetzt ließ ich den Blick angstvoll über die Wattweide schweifen und er blieb an etwas hängen, das meine Angst in pure Freude verwandelte. Ein goldenes Etwas kam auf Laufey zugesprungen und forderte konsequent etwas zu Essen ein. Das Fohlen musste schon gestern, oder vorgestern auf die Welt gekommen sein, denn es war bereits sehr sicher auf den Beinen. Außerdem hatte die kleine, goldene Stute wohl ziemlich fiel von ihrer Mama abbekommen. Das erkläre, warum sie schon jetzt alleine herum hüpfte und sich von Laufey entfernte. Kaum war die kleine wieder in Sicht, blühte auch meine Fee wieder auf. Stolz stupste sie ihre Tochter an. Glück im Doppelpack!

      Halastjarna, Sternschnuppe, hatte ich Laufeys Fohlen genannt. Das Abzeichen auf der Stirn und die schicke, goldene Färbung hatten den Ausschlag gegeben. Zwar hasste Linn Namen für Pferde, die mehr als drei Silben hatten, doch das war mir mal wieder reichlich egal gewesen. Bei Linns Stuten durfte sie schließlich die Namen auch selbst aussuchen. Auch wenn ich gerne noch länger am Zaun der Weide gelehnt hätte, wartete doch wieder die Arbeit auf mich. Wir hatten zwei Neuzugänge und zwei Pferde vom Körservice, die umsorgt werden wollten. Die Isländerstuten Fenja und Luna hatte ich beide in mäßigem Zustand für wenig Geld in Verkaufsställen entdeckt. Luna wollte ich allerdings nur kören und dann wieder verkaufen, Fenja hingegen hatte ich lieb gewonnen. Sie war es auch, die ich nun bewegen würde. Ich sattelte sie schnell und putze auch Tilviljun über. Beide Stuten waren im Galopp sehr schnell und so konnte ich Juni gut als Handpferd mitnehmen, denn sie kam wenigstens hinterher. Währenddessen plagte sich Linn in der Halle mit der halben Fohlenherde ab. Sie hatte den großen Gymnastikballl am Start und Hlín, Litfari, Silfurtoppa und Glanni tobten munter mit ihr im Sand herum. Ich sagte ihr kurz Bescheid, dass ich ausreiten würde und scheuchte Finley von der Bande, auf der er es sich bequem gemacht hatte. „Könntest du bitte dafür sorgen, dass die Hengste rauskommen? Alvari, Uprising, Blossi und Sólfari müsstest du zusammen stellen können. Außerdem wäre es cool, wenn du noch Topar ein bisschen Bewegung angedeihen lassen könntest. Der zerlegt noch seine Box.“ Ich ließ meine Worte so im Raum stehen und marschierte nach draußen um endlich meinen Ausritt anzutreten. Eigentlich hatten wir viel zu viele Pferde für uns vier Leute. Wir schafften es nie, jeden Tag alle zu bewegen. Keine Chance.


      Robins Sicht
      Ich konnte Bella nur Recht geben. Wir hatten einfach zu viele Pferde für vier Personen. Auch wenn ich einige Pferde durchaus vermissen würde, war es doch gut, dass meine Freundin vor hatte etwas zu verkleinern. Er würde uns sonst irgendwann einfach über den Kopf wachsen – sofern das nicht schon längst passiert war. Im Gegensatz zu Bella hatte ich ja „nur“ vier Pferde zu versorgen, von denen Frejka auch noch trächtig war und deshalb nicht geritten werden musste. Zuwendung brauchte sie natürlich trotzdem, weshalb ich auch im Moment auf dem Weg zu den Geburtsboxen war, um noch einmal nach ihr zu sehen. Kjarkur hatte ich heute schon bewegt, mit Black Lemontree war ich auch auf der Ovalbahn gewesen und mit Faera war ich dabei die Kondition wieder aufzubauen, die sie nach zwei aufeinanderfolgenden Trächtigkeiten verloren hatte. Außerdem hatte ich mit Kylja, Vina und Blaer weiter daran gearbeitet Sattel und Zaumzeug zu akzeptieren, was gerade bei der letzten der drei Stuten eine echte Herausforderung darstellte. Viel mehr schaffte kein Normalsterblicher an einem Tag, wenn man auch hin und wieder eine Pause machen wollte. Bella hatte also eigentlich überhaupt keine Chance ihre 15 Pferde zu bewegen, auch wenn manche noch nicht geritten werden mussten oder mit Trächtigkeit oder jungen Fohlen ausfielen. Ich bewunderte sie schon jetzt für ihre Ausdauer, sich jeden Tag wieder an die Arbeit zu machen und zusätzlich auch noch alles zu erledigen, was man so tun musste, wenn man einen Hof führte. Mittlerweile war es dämmrig. Kein Wunder, auch im Sommer ging die Sonne irgendwann unter und ein Blick auf meine Armbanduhr sagte mir, dass es bereits halb zehn war. Ich öffnete die knarrende Tür und wurde direkt von Laufey und Vidja begrüßt, die mitsamt Nachwuchs drinnen nächtigten. Frejka jedoch war von der Tür aus nicht zu sehen. Ich spähte in ihre Box und stöhnte sogleich halb begeistert, halb entnervt auf. Das konnte doch nicht wahr sein. Schnell schnappte ich mir mein Handy und tippte eine Nachricht an die Hof-Gruppe. „Frejka ist scheinbar auch noch dran.“ Fünf Minuten später standen Linn und Finley neben mir, Bella kam kurz darauf und brachte direkt Kaffee und Brötchen mit. „Könnte eine lange Nacht werde.“, meine sie nur schulterzuckend. Kurz nach Mitternacht brachte auch Faera ihr Fohlen zur Welt. Fáfnir tauften wir den kleinen Hengst, ehe wir allesamt in unsere Betten fielen. Drei Fohlen an einem einzigen Tag, auch wenn sie offiziell jeder an einem anderen Tag geboren worden waren. Halastjarna am 11.07, Ljósfari am 12.07 und Fáfnir am 13.07. Damit war der Fohlenwahnsinn nun hoffentlich beendet. Bald würden wir sogar schon für die kommende Saison decken. Wieder Sommerfohlen, allerdings von anderen Stuten. Die Verpaarungen NáttdisHnakki und Slaufa Alvari standen bereits fest und auch Meyja sollte ein Fohlen bekommen. Doch jetzt dürfte erstmal ein Jahr Ruhe sein.

      [​IMG]
      3. August 2016
      Ein Wirbelwind | 9388 Zeichen | © BellaS
      Wie eigentlich jeden Morgen nach dem Frühstück wanderte ich mit mindestens einem Halfter in Richtung Wattweide um mindestens ein Pferd zum Training zu holen. Heute sollte als erstes Nátti dran glauben und dementsprechend hielt ich das obligatorisch lila-pinke Halfter in der Hand. Dass jedes meiner Pferde eine eigene Farbe für Halfter Schabracke und Dekoteile der Trense hatte, hatte sich irgendwie einfach so ergeben. So trug Sólfari zum Beispiel dunkelblau, Hnakki giftgrün und Laufey orange. Die Jungpferde bekamen mit dem ersten eigenen Sattel und der ersten eigenen Trense ihre Farbe zugewiesen, doch ich war so lange nicht mehr auf dem Festland einkaufen gewesen, dass einigen Pferden noch immer eigene Trensen fehlten. Brött zum Beispiel wurde schon länger geritten und war nur mit unserer grau-weißen Standartschabtracke ausgestattet. Auch Blaer sollte bald ihre eigenen Sachen bekommen und Fenja und Luna fehlte auch noch alles. Es war höchste Zeit für einen Trip nach Deutschland, da ich dort viel lieber Pferdesachen kaufte, als hier in Dänemark. Warum wusste ich auch nicht so genau, aber wenn man nah an der Grenze wohnte, konnte man sich das leisten. So in Gedanken versunken wanderte ich am Weidezaun entlang zum Tor und schrk plötzlich zusammen, als neben mir eine fremde Stimme ertönte. „Entschuldigen sie. Kennen sie sich auf diesem Hof aus?“ Überrascht drehte ich mich zu der unbekannten Frau um und musterte sie. Sie hatte mich auf englisch angesprochen. Urlauberin also. „Muss ich wohl. Ich bin die Eigentümerin.“, erwiderte ich automatisch in der selben Sprache. Wenn man mehrere Jahre in Schottland gelebt hatte, in Deutschland aufgewachsen war und nun in Dänemark wohnte, fiel einem das Wechseln zwischen den Sprachen leicht. „Oh gut.“, freute sie sich. „Ich würde gerne wissen ob es möglich ist, hier Reitunterricht zu nehmen.“ Ich war nun wirklich verwundert. Wir boten keinen Unterricht an und normalerweise nutzen die Touristen so oder so zum reiten den Hof Kommandørgården, da er zur gleichnamigen und einzigen Hotelkette dieser Insel gehörte. Wieso kam diese Frau also zu uns, die wir uns sowohl im Internet als auch am Tor als reinen Zuchtbetrieb ausgewiesen hatten. „Eigentlich sind wir hier nur ein reiner Zucht und Trainingsbetrieb. Wenn sie Unterricht oder Ausritte für...“ Aber weiter kam ich nicht, denn eine begeisterte Kinderstimme unterbrach mich. „Mama, guck mal. Frag mal ob ich die reiten darf. Die ist sooo süß!“ Erst jetzt bemerkte ich das ungefähr 10 Jahre alte Mädchen, das am Zaun stand und Koni an der Nase kraulte. „Unser Kinderpony.“, dachte ich amüsiert und realisierte erst jetzt, dass das Mädchen deutsch gesprochen hatte. „Sie sind aus Deutschland?“, fragte ich, jetzt ebenfalls in meiner Muttersprache sprechend. Erfreut hob die Frau, die offenbar die Mutter der Kleinen war den Kopf. „Ja, sind wir. Sie scheinbar auch. Sie sprechen sehr gutes Deutsch. Akzentfrei.“ „Muttersprachlerin. Hannoveranerraum.“, erklärte ich mich, nicht ganz ohne Stolz in der Stimme. Immerhin war Hannover für das beinahe reinste Hochdeutsch bekannt. Das hatten mir auch zwei andere Sprachen, die ich alltäglich sprach, nicht nehmen können. Ich dachte auch noch auf Deutsch, während Linn im Kopf wahrscheinlich inzwischen bei dänisch war. Die Frau grinste. „Wir kommen aus Kiel. Ach ja. Mein Name ist Marion Hofer und das“, sie deutete auf das Mädchen, „ist Amelie, meine Tochter.“ „Und dann Urlaub an der Nordsee.“ Ich war etwas überrascht. Wenn man sowieso schon am Meer wohnte, musste man doch nicht an einem Meer Urlaub machen, das genauso wenig zum schwimmen geeignet war. „Ähm, also... ja. Warum auch nicht? Und Sie haben mir die Frage zum Thema Reitunterricht noch nicht beantwortet.“ Frau Hofer wich mir aus, das war klar, aber meine Neugierde war hier auch fehl am Platz. Erstmal vorstellen wäre vielleicht angebracht. Und dann die Frage beantworten. Oder anders herum? „Ich heiße Annabell Schmidemann. Und ich wollte meinen Satz gerade beenden. Wir geben eigentlich keinen Reitunterricht. Wenden sie sich an Kommandørgården. „Von dort kommen wir bereits.“ Frau Hofers Stirn legte sich in Falten. „Die Bedingungen der Touristenpferde sind an vielen Stellen unmöglich. Unpassendes Sattelzeug, verletzte Pferde.“ „Oh. Sie kennen sich aus?“ „Natürlich. Ich reite seit ich so alt bin wie meine Tochter jetzt.“ Das Lächeln stahl sich zurück auf ihre Lippen. „Und ich bin Tierärztin.“
      „Wie? Was? Tierätztin?“, erklang plötzlich eine andere, vertraute Stimme hinter mir. Robin. Natürlich. „Wir könnten eine gebrauchen. Topar der Irre hat sich...“ „Langsam Robin. Das sind Urlauber.“, hielt ich ihn zurück, doch Frau Hofer sah in bereits in Bereitschafthaltung an. „Ähm. Frau Hofer. Sie sind im Urlaub und überhaupt...“ Mir war gar nicht wohl dabei, eine Fremde an meine Pferde zu lassen, nur weil sie sich als Tierärztin vorgestellt hatte. „Marion und Unsinn. Natürlich schaue ich mir das Pferd an. Topar.“ „Danke.“ Robin war wieder schneller als mein dämliches Misstrauen und nahm Marion mit. Ich blieb mit Amelie an der Wattweide zurück. „Na dann. Wenn deine Mutter uns schon einen Gefallen tut… Sie heißt Vinkona. Du hast ja eben schon verkündet, dass du sie reiten möchtest.“ Das Gesicht des Mädchens hellte sich auf. „Wie als bist du? Zehn?“ „Elf.“, kam es empört von Amelie und ich musste grinsen. „Und du kannst schon reiten?“ „Na klar!“
      ~
      Ich folgte dem großen, dunkelhaarigen Mann, den Annabell als Robin bezeichnet hatte. Es ging offensichtlich um einen Hengst, denn er hatte ‚der‘ Irre gesagt. Und scheinbar ging es um ein Tier, das häufiger Probleme machte oder hatte. Ich wurde zu einem Anbindeplatz geführt und erkannte das Problem sofort. Der Hengst hatte sich eine lange Wunde am rechten Vorderbein zugezogen. Sofort trat ich heran und besah sie mir genauer. Recht frisch.Maximal zwei Stunden alt, noch offen und relativ tief. Warum hatte ich meine Sachen jetzt verdammt nochmal nicht zur Hand? Als improvisieren. „Haben sie Wasserstoffperoxid 3%?“ Er verneinte. Robin sprach und verstand Deutsch, allerdings die Standartausführung, die man in der Schule oder einem Sprachkurs lernte, verfeinert durch regelmäßige Benutzung. „Teebeutel? Salbei oder Kamille?“ „Ja. Sogar in der Stallapoteke.“ Ah super. Und es wäre super, wenn Sie schon Wasser heiß machen könnten.“ „Kommen Sie mit.“ Während er in eine Richtung davon eilte und ich ihm folgte, begann ich mich umzusehen. Ein ordentlicher Hof, keine Gefahrenquellen für Pferde, gepflegte Pferdenasen die die Aussicht aus ihren großzügigen Boxen genossen. Ein guter Eindruck.
      Die besagte Stallapoteke befand sich, genau wie der Wasserkocher, in der Futterkammer. In dem ausrangierten Medizinschrank entdeckte ich neben dem Tee auch noch einige Salben, nicht brennendes Desinfektionsmittel, Verbandsmaterial und Drachenblutpflaster. Perfekt. Während Robin sich um die Teebeutel, zwei, Kamille, kümmerte, desinfizierte ich die Wunde schon einmal. Es fehlte zum Glück ein Stück Haut. Ein Hautlappen wäre unter diesen, nicht ganz idealen Bedingungen eher zur Brutstätte für unvorteilhafte Bakterien geworden. Schließlich drückte ich die Teebeutel, die gezogen hatten, auf die Wunde und sprühte etwas von der Drachenblutpflaster-Tinktur darauf. Diese hatten den Vorteil die Wunde desinfiziert zu halten und die Wundheilung zu beschleunigen, dabei aber kein Vakuum für lustiges Bakterienwachstum zu erzeugen. „So. das hätten wir. Und es wäre wahrscheinlich ganz sinnvoll rauszukriegen woran er sich verletzt hat.“ Erst jetzt viel mir auf, dass ich Amelie ganz vergessen hatte, doch bevor ich in Panik ausbrechen konnte, sah ich meine Tochter mit der Apfelschimmelstute am Strick auf den Anbinder zumarschieren. Annabell hatte sich offenbar doch zu einer Reitstunde bereit erklärt.
      ~

      Wie geanu es dazu kam, kann ich nicht mehr ganz genau sagen. In jedem Fall tauchten Marion und Amelie in den nächsten zwei Wochen beinahe täglich bei uns auf und wurden zur echten Hilfe, sowie zu guten Freunden. Auch Linn und Finley mochten die zwei auf Anhieb, sodass es bald völlig normal war, sie bei uns auf dem Hof anzutreffen. Schließlich fiel mir jedoch auf, dass die Sommerferien in Deutschland bereits seit einer Woche vorbei waren. Was machten die Zwei also noch hier? Amelie musste auf jeden Fall zur Schule! Mein Misstrauen, das sich in den letzten Wochen verflüchtigt hatte, kehrte mit einem Schlag zurück. Doch bevor ich in misstrauische Grübelei versinken konnte, beschloss ich einfach zu fragen. Ich passte Marion alleine ab, die entsetzt reagierte. Etwas schien sie einzuholen, sodass ich sie oben in meiner Wohnung aufs Sofa platziert und schließlich die ganze Geschichte verlangte, wie sie auch lauten würde.
      Dass ich schließlich eine Geschichte von einer Scheidung, häuslicher Gewallt und einer überstürzten Flucht hören würde, war mir bis zu diesem Moment nicht klar gewesen. Tja, und ungefähr so kam es, dass Amelie in die sechste Klasse einer Schule auf dem Festland angemeldet wurde und sie mit Marion die freie Dachwohnung bezog. So konnte es kommen und dass das Team erweitert wurde, störte bei den Unmengen an anfallender Arbeit auch wirklich keinen. Marion konnte sogar ihre Arbeit als Tierärztin wieder aufnehmen, da wir auf Amelie aufpassten, wenn sie weg war. Sie war ein kleiner Wirbelwind, der uns allen ordentlich Schwung verpasste. Und wir alle liebten sie, Amelie wie ihre Mutter.

      [​IMG]
      5. September 2016
      Hufkontrolle | 3994 Zeichen | © Sosox3
      Nach zwei Tagen in Norwegen machte ich mich weiter zu meinem nächsten Kunden, naja eher Kundin. Ich wurde herzlich von ihr empfangen und wir sprachen ein wenig über unsere Arbeit. Auch über Rachels letzten Besuch in Dänemark. Scheinbar hatte sie sehr viel preisgegeben und konnte sich dennoch nicht richtig entscheiden, was sie denn jetzt züchten wollte. Doch unser Gespräch lenkte sich immer mehr in Richtung Arbeit. Ich seufzte. „Wer ist denn der erste?“, fragte ich neugierig, da es hieß, ich würde heute nicht nur Isländer bearbeiten. „Romulus, ein Paso Fino. Ich bringe dich gerade zu ihm“, sagte Anabell zu mir und begleitete mich zu ihrem Putzplatz. Dort breitete ich schon mal meine Utensilien aus, während die junge Frau ihren Braunen zu mir führte. „Was braucht der Hübsche denn?“ „Nur eine Kontrolle und die Hufe sollten gekürzt werden. Ich bin in der Zeit gerade die Fohlen am bespaßen.“ Ich nickte und kratzte ihm zuerst die Hufe aus um sie dann einer ordentlichen Kontrolle zu unterziehen. Er wies ziemlich harte Hufe vor und hatte eine leichte Fehlstellung hinten links, die ich im Laufe der Bearbeitung noch bearbeiten würde. Hier und da tänzelte er mal und erwies sich als etwas temperamentvoller als ich zu Anfang dachte. Es dauerte also ein wenig länger bis ich ihm die Hufe ordentlich gekürzt hatte. Kurz darauf rief ich seine Besitzerin an, welche mir sagte, dass ich gleich das nächste Pferd empfangen würde. Einer ihrer Stallburschen würde Romulus nehmen und mir dann Fenja bringen. Sie würde genau dasselbe bekommen.
      Fenja war noch beschlagen, also musste ich ihr erst die Eisen abnehmen und ihre Hufe dann säubern. Beim ersten Blick fielen mir dann auch schon ihre viel zu langen Hufe auf, die auch noch in einem optimalen Zustand waren. Bei der Kontrolle fiel mir dann vorne links eine Fehlstellung auf, die ich gleich bearbeitete beim Kürzen. Auch sie war eher eine von der unruhigen Sorte, genau wie Romulus. Doch hielt mich das nicht von meiner Arbeit auf. Nach dem Feilen brachte mir der gleiche Stallbursche eine Isländerstute namens Brött.
      Genau wie die zwei vorherigen war sie etwas übermütig und was alles noch schwieriger machte, war ihre Unwissenheit gegenüber mir, dem Schmied. Es machte alles zwar ein wenig schwieriger und komplexer, denn sie hatte ziemlich lange Hufe, die dringend gemacht werden mussten. Die Kontrolle verlief sehr gut und sie konnte keine Fehlstellungen aufweisen, so machte ich mich dann ans kürzen. Dem Horrortrip wäre ich lieber entkommen, aber da musste sowohl ich als auch die Junge Stute durch.
      Das nächste Pferd war eine Paint Horse Stute, immerhin ein Engel im Umgang und auch beim Kürzen der Hufe war sie ruhig und pflegeleicht. Im Gegensatz zu Brött und ihrer Unwissenden Ader, wobei sie dafür ja nichts konnte. Ich war ihr erster Hufpfleger. Ice Coffee hatte gute Hufe und auch nicht allzu lange, sodass nicht viel wegmusste. Während ich meine Arbeit machte, döste sie und gab mir ihre Hufe fast schon von alleine.
      Luna und Blaer waren die nächste. Rachel hatte Luna schon einige Male auf Turnieren vorgestellt und Blaer sollte eigentlich mal zu uns auf den Hof, aber wir hatten damals andere Probleme mit unseren Pferden. Luna hatte hinten rechts eine etwas größere Fehlstellung, da würde ich wohl öfter mal dran, aber es war machbar. Beim Kürzen war sie artig, ich hatte auch nichts Anderes erwartet, bei Blaer verlief das ganze fast genauso wie bei Brött. Sturheit war fast schon der Schlüsselbegriff der Situation und so dauerte es ein Weilchen bis ich fertig mit dem Kürzen ihrer Hufe war.
      Die letzte war dann Vin, der ich erst die Hufeisen samt Stollen abnahm und dann die Hufe kontrollierte und kürzte. Bis die Eisen erhitzt waren schmusten wir ein wenig und dann legte ich ihr die Eisen an. Da es Sommer war, dieses Mal ohne Stollen, wie sie es im Winter trug. Ich war für heute mehr als geschafft und war heilfroh, dass ich jetzt erst einmal einen Tag Pause hatte bis der nächste Flug nach Island auf mich wartete.

      [​IMG]
      19. September 2016
      Trainingsbericht Romulus Distanz von E auf A | 5845 Zeichen | © Samanta

      Nachdem es bei mir privat drunter und drüber gegangen war und ich mich erstmal aus dem Berufsleben zurückgezogen hatte, konnte ich nun mit neuer Energie und frischen Ideen wieder einsteigen. Meine Kunden hatten es mit Fassung getragen und waren mir auch weiterhin treu geblieben. Dazu gehörte auch Annabell. Sie war eine neue Kundin und es hatte mich überrascht, dass sie nicht abgesprungen war, aber auch umso mehr gefreut. Also hatte ich mich direkt ins Auto gesetzt und hatte mich auf den Weg gemacht. Der Hof war wunderschön gelegen und bot alle Vorraussetzungen, die ich für das Distanztraining mit dem Paso Fino Romulus brauchte. Ich wurde von einer fröhlichen jungen Frau begrüßt, die sich mir als Annabell vorstellte. Nachdem sie mir meine Unterkunft gezeigt hatte, gingen wir direkt zum Stall hinüber, wo ich Romulus vorgestellt wurde. Der Hengst war neugierig und man sah ihm an, dass er viel Temperament hatte. Als eine Stute am Stall vorbeiging, zeigte sich sofort seine Machoseite und er machte einen imposanten Hengsthals. Ich schmunzelte und kraulte den Hengst, der sich schließlich wieder beruhigte. Nachdem ich ihn aufgehalftert hatte, putzte ich ihn erstmal ausgiebig, um mich mit ihm bekannt zu machen. Neue Pferde longierte ich grundsätzlich am ersten Tag oder ließ sie wahlweise laufen, um mir ein Bild zu machen und auch sicherzustellen, dass sie lahmfrei waren. Bei Romulus entschied ich mich fürs Freilaufen lassen. Wir gingen hinüber in die Halle und ich ließ den Hengst frei laufen. Er zeigte beeindruckende Gänge, ein überschäumendes Temperament und Vorwärtsdrang. Lahmfrei war er und ich merkte schnell, dass er sich zwar leicht von Außengeräuschen ablenken ließ, aber trotzdem nicht völlig die Aufmerksamkeit nach außen richtete. Nachdem ich ihn wieder eingefangen hatte, brachte ich ihn zurück in den Stall, wo ich ihn noch einmal ausgiebig putzte, um mich mit ihm vertraut zu machen. Am nächsten Tag würde das richtige Training beginnen. Heute lernten wir uns nur kennen. Ich verbrachte den Rest des Tages damit, den Hengst zu kraulen, zu putzen und mich einfach in seiner Nähe aufzuhalten. Schließlich war ich zu Bett gegangen, um früh am nächsten Morgen wieder aufstehen zu können. Um 8 Uhr frühstückte ich gemeinsam mit Annabell, bevor ich mich um halb neun auf den Weg in den Stall machte, um Romulus für das erste Training fertig zu machen. Heute wollten wir einfach einen gedehnten Ausritt mit Steigungen, Gefällen und geraden Strecken machen. Es war wichtig, dass man die Ausdauer des Pferdes, seine Trittsicherheit und seine Ruhe förderte, damit das Pferd auf langen Distanzritten in fremden Gebieten nicht furchtsam wurde. Nachdem ich ihn gesattelt und getrenst hatte, ließ ich mir von Annabell eine Karte der näheren Umgebung geben und wir machten unseren ersten Ritt. Romulus war ein sehr lauffreudiges Pferd, das man immer wieder in seinem Übereifer bremsen musste. Obwohl er extrem schnell war, hatte man jedoch nie das Gefühl, dass man ihn nicht mehr halten konnte. Trotzdem mussten wir uns erst aneinander gewöhnen, bevor wir richtig anfangen konnten zu trainieren. Die nächsten drei Tage machte ich Ausritte in ihm bekannten Gelände und machte mich mit dem feurigen Hengst vertraut. Erst dann wagte ich neue Wege zu gehen und stellte schnell fest, dass er zwar überschäumendes Temperament hatte, aber sehr mutig war. Auch in fremden Gelände blieb der Hengst gelassen und vorwärtsdrängend. Eine wirklich gute Voraussetzung für ein Distanzpferd. Nachdem wir drei Tage lang trainiert hatten, legten wir zwei 'Ruhetage' ein, an denen ich mit ihm spazieren ging und gedehnte Schrittausritte machte, damit sich seine Muskeln aufbauen konnten. Es war wichtig, dass man gerade Pferde, die erst am Anfang standen, nicht gleich überforderte und auch die Ausritte erst nach und nach steigerte von der Länge her. Wir arbeiteten vier Wochen in diesem Rhytmus, bevor ich mich bei BellaS erkundigte, ob es die Möglichkeit gab, mit Romulus übers Wochenende einen Wanderritt zu machen, damit er lernte, auch weitere Strecken zu bewältigen. Sie suchte gemeinsam mit mir zwei Ziele aus, die wir anreiten konnten und ich genoss die langen Strecken mit dem Hengst wirklich sehr. Ab und zu musste er mal den Hengst raushängen lassen und ich musste ihn wieder zur Ordnung rufen, aber ansonsten kamen wir gut miteinander aus. Das Wochenende ging relativ schnell vorbei und als wir Montags wieder am Hof ankamen, wurden wir bereits von Annabell erwartet. "Es hat wirklich gut geklappt", teilte ich ihr lächelnd mit. Dienstag und Mittwoch hatte Romulus dann komplett Pause. Ich kam nur zu ihm, um ihn zu putzen und etwas zu betüddeln, aber ansonsten ließ ich den Hengst erst einmal in Ruhe. Wir trainierten nun die Woche über wieder im Gelände, wechselten uns mit Steigungen und Gefällen ab und machten auch einige Schrittausritte, die auch für die Ausdauer besonders wichtig waren. Insgesamt brauchte ich 7 Wochen, um Romulus für die nächsthöhere Distanzklasse zu trainieren und am Ende des Trainings waren wir beide in guter Kondition. Wir hatten immer wieder kleinere Wanderritte mit unterschiedlichen Streckenlängen unternommen, waren ausgeritten, hatten aber auch in der Halle gearbeitet und Spaziergänge unternommen, damit er immer wieder Abwechslung bekam und sich auf die Ritte freute. Am letzten Trainingstag zeigte ich Annabell, wie sich Romulus Ausdauer verändert hatte, in dem ich einen Ausritt mit ihr unternahm. Am nächsten Tag verabschiedete ich mich von Romulus und Annabell. Mir hatte das Training Spaß gemacht, auch wenn ich mich ehrlicherweise nicht so gut mit Distanzreiten auskannte, hatten wir es trotzdem geschafft, das Training zu beenden und erfolgreich abzuschließen. Wieder an meinem Hof angekommen, machte ich erstmal eine Woche lang Pause, bevor ich mich auf den Weg zum nächsten Auftrag machte.
    • Bracelet
      Teilnahme an den 65. Reiterspielen
      Januar 2017

      Schnee. Zuerst hatte ich mich ja sehr über die weiß glitzernde Masse gefreut, die so massereich überall auf meinem Gestüt zu finden war. Doch dann wurde mir zum ersten Mal bewusst, was ein Winter in Schweden bedeutete. Umso erfreuter war ich, als ich am Morgen des vierten Januars meine Sachen packte um zu den 65. Reiterspielen zu fahren. Trense, Sattel, Bandagen, Stall- und Abschwitzdecke sowie zwei Kübel Kraftfutter und einen gigantischen Koffer mit Winterkleidung wanderten dazu in meinen Pferdetransporter. Dann wurde Romulus verladen, der erst seit kurzem in meinem Besitz war. Dennoch wusste ich, dass die Zeit gekommen war und ich guten Gewissens sagen konnte, dass wir bereit waren zusammen ein Reiterspiel zu bestreiten.
      Am nächsten Morgen machte ich Romy, wie ich meinen Hengst liebevoll nannte, in den Gaststallungen fertig. Ich legte ihm weiße Bandagierunterlagen und weinrote Bandagen, passend zu Schabracke und meiner Jacke, an. Dabei kaute er nur zufrieden an seinem Heu und schien sich bereits gut eingelebt zu haben, was ein großer Vorteil war, da ich vor hatte einige Turniere mit dem hübschen Braunen zu bestreiten, die weit von seiner Heimat entfernt waren.
      Eine halbe Stunde nachdem Romy fertig war kamen wir auch schon dran. Eine Mitarbeiterin drückte mir einen lauwarmen Becher Glühwein in die Hand. ,,Was Sie nicht verschütten gehört er Ihnen.'',sagte sie dabei schadenfroh grinsend. Ich ging mit meinem Hengst also zu Fähnchen A und ließ ihn in seinen angenehmen Paso fallen. So gelang es mir sogar mit der gesamte Flüssigkeitsmenge am anderen Ende, bei Fähnchen B, anzukommen. Einige Zuschauer applaudierten und ich grinste und zeigte der Richterin meinen Becher.
      Die nächste Aufgabe gestaltete sich da auch schon schwerer: Wir sollten einen kleinen Tannenbaum hinter uns her ziehen und anschließend aufstellen. Da Romulus allerdings nicht angefahren war bekam er zunächst etwas Panik und trat auf das grüne Monster aus. Dennoch begriff er schnell was zu tun war und meisterte die Aufgabe im Endeffekt. Ich sprang anschließend vom Pferd und stellte die Tanne etwas schief, auf dem markierten X, auf. Dann sprang ich wieder auf mein Pferd und galoppierte ihn an. Er wäre wohl gar kein schlechtes Mounted Pony.
      Im Galopp ging es zu einem kleinen Fass, welches Dekorationsgegenstände beinhaltete mit denen ich dann von Romys Rücken aus den Baum schmückte. Kugeln, Lametta und sogar eine hübsche, goldene Sternspitze war dabei. Romulus zeigte sich davon sehr unbeeindruckt und fragte sich wohl nur, wieso er, seiner Ansicht nach, unnötig in der Gegend herum stand. Nach drei Minuten klingelte ein Wecker und wir mussten den Baum so lassen, wie er nun war. Ich war zufrieden.
      Last but not Least ein Slalom im Trab mit dem zusätzlichen Schwierigkeitsgrad währenddessen Mistelzeige pflücken zu müssen. Ich trabte Romy also an, was ihm nicht wirklich gefiel und ritt in den Slalom ein. Mit einer Hand manövrierte ich meinen Hengst und mit der anderen griff ich nach den grünen Zweigen. Es gastaltete sich schwieriger als gedacht. Nicht aber der Zweige wegen. Eher Romulus im Trab zu halten, da er viel lieber Schritt oder Paso ging und zwischendurch drei mal kurz davor war in eben diese Gangart zu wechseln. Trotzdem schafften wir es fehlerfrei und ich gab die Zweige bei der Richterin ab.
      Anschließend wurde gegrüßt und zurück zum Stall gegangen. Hier stattete ich Romy mit seinen hellblauen Transportgamaschen aus und führte ihn in den Transporter, wo ich ihm seine Decke und das Transportflüschihalfter anzog. Kurz danach fuhren wir zurück nach Schweden.​
    • Bracelet
      Graue Stunden
      1. Februar 2017

      Die beißende Kälte hatte mittlerweile die Mauern meiner Schützenden Behausung durchdrungen und nagte nun einmal mehr an mir als ich um halb fünf Uhr morgens aus meinem Bett stieg. Ich hüllte mich in eine dicke Wollweste und ging die Treppen des Haupthauses hinunter. Nie hätte ich gedacht, dass mir Kälte so viel ausmachen würde; war ich doch immer ein sehr unempfindlicher Mensch diesbezüglich gewesen. Doch dies war auch der erste Winter im neuen Heim, der erste Winter in Schweden, den ich miterlebte. Doch es lang nicht an den eisigen Temperaturen, dass ich die ganze Nacht nicht schlafen konnte. Während ich mir den Kamin einheizte versank ich dann endgültig in Gedanken. Meine Sorgen kamen wie schon so oft von meinem Deo Volente. Der Rappe brachte mich nun seit über drei Jahren regelmäßig auf die Palme, oder eher hinaus ins Universum. Schon als ich ihn bekam wusste ich, was ich mir da aufhalste. Er war absolut kein leichtes Pferd. Wofür andere zwei Wochen brauchten brauchte Deo vier. Einfach und alleine schon aus dem Grund, dass er einfach nicht mitarbeiten wollte. Andere Pferde taten sich schwer und der Trainingserfolg verzögerte sich deswegen. Bei Deo war es schlicht und ergreifend einfach sein Sturschädel, der jede noch so kurze Trainingseinheit mit ihm zu einer nervenaufreibenden Sache machte, die nicht selten mit meinem Unfreiwilligem Abstieg endete. Nein, an Deos Potential lag es nicht. Davon hatte er genug und dies war einer der Gründe dafür, dass ich einer Freundin vor kurzem erzählt hatte, dass ich überlege den rabenschwarzen Wildfang zu verkaufen und genau diese Freundin hatte sich vor einigen Tagen bei mir gemeldet und ihr Interesse bekundet.
      Seufzend saß ich beinahe eine Stunde vor meinem Kamin und starrte in die Decke. Es war so traurig. Aber es würde wohl das Beste für ihn sein. Hier auf dem DVTS würde er nicht weiter kommen. Er würde praktisch verstauben weil ich mich immer vor dem Training mit ihm drückte und Anastasia wollte ich das nicht antun. So hart dies klang. Es war einfach zu gefährlich und ich wollte nicht die Verantwortung dafür übernehmen, wenn mein Rappe seine fünf Minuten bekam und sie dabei verletze.
      Hustend verließ ich dann meinen bequemen Sessel, zog mich schnell um und ging in den Stall um die Pferde zu verpflegen. Als ich die Stallgasse betrat beäugte mich auch schon meine Hummels Enterprise. Sie schien nichts dagegen zu haben heute schon etwas früher an ihr Heu zu kommen. Sie zauberte mir ein kleines Lächeln auf die Lippen und ebenso taten es Dempsey, Vaconda und Christmas Joy, die ihre Hälse nun ebenfalls neugierig in die Höhe ragten. Ich schlenderte also hinüber zur Futterkammer und ging dann bewaffnet mit Scheibtruhe, Heugabel und Heu die Boxen ab. Dabei begann ich bei Take my Hand und Takada. Die letzte war Dreaming Of Better Days, die sich am gelassensten gab und am wenigsten Hunger klagte.
      Anschließend verschlug mich meine Morgenmotivation, oder wohl eher mein Ablenkungsritus, in die Sattelkammer, wo ich beschloss, dass es an der Zeit war neue Schabracken unter die Sättel zu geben. Mein Neuling Roommate zum Beispiel hatte noch nicht mal eine. Dies änderte sich nun. It's Showtime stieg von Dunkelblau auf Weinrot um, Batman's Rendezvous von Grün auf Beige, Master Of Gold von Weiß auf Schwarz und N'oubliez Jamais von Hellblau auf Pastellgelb. Danach putzte ich noch eine knappe halbe Stunde die Trensen meiner Spitzenhengste Seattle's GT'aime und Costa de la Bryére.
      Als dies auch vollbracht war brachte ich meinen Party Shaker zusammen mit Waldjunge raus aufs Paddock. Ich sah den Beiden anschließend kurz zu und brachte dann Romulus, Sir Donnerhall, Wastl, Nephilim und Vina auf die Weide. Ihnen folgten Scarlet Sun, Pinochio, Sookie, Birdcatcher, Black Pearl, Herbstblüte, Donella, Golden Eye, Angels Kiss und I've got the moves like Jagger.
      Dies lenkte mich eine Zeit lang ab. Inzwischen waren auch meine Mitarbeiter schon auf den Beinen und freuten sich einen Kaffee länger genießen zu dürfen, da ich die Pferde ja schon auf die Koppeln gebracht hatte. Nur Anastasia traf ich in der Stallgasse an. Sie hielt ihren Reitplan in den Händen und grübelte ob sie nun mit Only Known in Texas oder Simple Little Melody beginnen sollte. Ich grüßte sie nett und ging holte Hollywood King Guns Putzzeug. Diesen putzte ich ausgiebig und schmuste ein wenig mit ihm. Ich hatte ihn leider noch nicht sehr lange aber jeder Tag mit ihm brachte mir eine Menge an Glücksgefühlen. So auch heute.
      Nachdem ich Husky, wie wir ihn zu nennen pflegten, in der Halle gearbeitet hatte ging es für mich am heutigen Tage zu den Jungpferden. Chestnut und VK Gunna Whiz trainierte ich momentan gerade für das bevorstehende Anreiten. Sie machten sich sehr gut, weshalb ich diesem sehr positiv entgegenblickte.
      Leider war der Tag nun noch immer nicht vorbei und meine Trauer um den bevorstehenden Abschied, welcher unausweichlich immer näher kam, drohte überzuschwappen. Deshalb beschloss ich nun zur Koppel meiner Zuchtstuten zu gehen, da mich der Anblick dieser mit ihren Fohlen immer und immer wieder glücklich machte. Bereits auf dem Weg dorthin sah ich Caddylack, Capri, Bambina und Backfett durch den hohen Schnee toben und fühlte mich ein klein wenig besser. Dann sah ich sie endlich. HGT's Nightmare trabte gerade mit aufgestellter Schweifrübe den Trampelweg entlang, der sich im Laufe der letzten schneelosen Tage gebildet hatte. Neben ihr im vollen Galopp DVTS' Colour the Nightsky; mein erstgeborenes Zuchtfohlen. Die Kleine musterte sich immer mehr, wenn sie auch noch etwas tollpatschig war. Sie hing sehr an ihrer Mutter, konnte jedoch mittlerweile auch schon damit umgehen von ihr getrennt zu sein, wenn ich Nighti etwas arbeitete. Sie stand dann immer mit Vintage Gold und deren Fohlen DVTS' Cascadeur de la Vie zusammen. Winterzauber und ihr Fohlen grenzen sich immer ein wenig von der kleinen Herde ab, standen interessanterweise konstant alleine immer zehn bis fünfzehn Meter entfernt. DVTS' Seattle's Wintertime war trotzdem ein sehr soziales Fohlen. Bloß ihre Mama schien keine Lust auf den Trubel zu haben.
      Am Abend erreichte mich dann der erwartete Anruf. Meine Freundin fragte nach, wie es denn mit Deo aussah und ich willigte schweren Herzens ein. Nachdem ich den Hörer zur Seite gelegt hatte ging ich noch ein letztes Mal für den heutigen Tag in den Stall. Deo Volente stand nichtsahnend in seiner Box. Wie gewohnt begann er zu Scharren als er mich kommen hörte und erwartete, dass ich ihm einen Leckerbissen mitgebracht hätte. Meist war dem allerdings nicht so und Deo ließ mit seiner lästigen Angewohnheit nicht locker. Diesmal allerdings hatte er Glück: Ich hatte ihm extra einen halben Kilo Möhren mitgebracht. Diese nahm er gerne an.
      Nachdem ich meinen Rappen anschließend ein wenig geputzt hatte kamen mir dann endgültig die Tränen. Ich wusste, dass er es gut haben würde doch leicht würde es wohl nie werden ein Pferd zu verkaufen, das man schon so lange besaß wie ich Deo.​
    • Bracelet
      Stallburschen im Urlaub

      Dadurch, dass meine Stallburschen Urlaub hatten mussten ich und Ana eine Woche um alle Pferdchen kümmern. Misten, Füttern und alles mögliche andere stand dabei auf dem Plan. Am ersten Tag war bereits das füttern wirklich schwierig, da wir ja zu genügen Pferde hatten. Ich begann dabei bei den Youngsters Chestnut, VK Gunna Whiz, Caddylack und Vina, ehe es zu meinen Trakehnern ging; Cost da la Bryére, HGT's Nightmare, N'oubliez Jamais, Party Shaker, Takada, Seattle's GT'aime, Waldjunge, Batman's Rendezvous, Master of Gold, Dreaming of better Days, Christmas Joy, Winterzauber, Vintage Gold, Vaconda, It's Showtime, Roommate, Hummels Enterprise, Dempsey, Akira, Take my Hand, Give me Chocolate, Raffinessca und Traumfänger. Anschließend bekamen meist Dreammaker, Mihály, Lead me Home, Cornetto, Last in Love, Cotsworlds Eik, Wastl, Romulus, Sir Donnerhall, Scarlet Sun, Pinochio, Hollywood King Gun, Only Known in Texas, Nephilim Son Of Angel & Devil, Sookie, Angels Kiss, Birdcatcher, Black Pearl, Donella, Golden Eye, Herbstblüte, I've got the moves like Jagger, Simple little Melody, Aiana, DVTS' Takinou, DVTS' Magic Movements, Sir Bacardi, DVTS' Seattle's Wintertime, DVTS' Cascadeur de la Vie, DVTS' Colour the Nightsky, Backfett, Bambina und Capri Heu. Anschließend begann ich wieder von vorne die Pferde auf die Koppeln zu bringen ehe es los ging mit dem Reiten. Das würde noch eine anstrengende Woche werden.
    • Bracelet
      Frischer Wind

      Viel früher als gewohnt ereilte uns nach dem kurzen, milden Sommer auch schon wieder die eisige Kälte, die uns der Nordwind gebracht zu haben schien. Die kurzen T-Shirts, die ich diesen Sommer doch so sehr lieben gelernt hatte, wurden bereits Anfang September durch Pullover und funktionelle, langärmlige Funktionsunterwäsche ausgetauscht. Die Jacken dicker den je für diesen Monat. Schweden hatte leider, wenn es den wunderschönen Schleier ablegte und damit das vermeintlich schöne Gesicht zum Vorschein kommen sollte, eine nicht all zu schöne Seite an sich. Die allgegenwärtige Kälte schien mir dieses Jahr gar nicht gut zu tun. Sie schlug mir mehr als merklich aufs Gemüt und schwächte mich körperlich mehr als je zu vor.
      Objektiv betrachtet hatte das Ganze jedoch schon seinen Reiz. Als ich kurz vor 10 Uhr die Trainingspläne für die kommende Woche fertiggestellt hatte und vor die Haustüre trat wirbelte der Wind gerade gelbe, orangene und rotbraune Blätter über den Asphalt. Die Sonne stand hoch am himmel und wärmte sanft meine eisigen Hände, dich ich dieser jedoch bald entzog und in wärmende Handschuhe einpackte.
      Auf dem Weg in den Stall kamen mir zwei meiner Stallburschen entgegen, die soeben Aiana, Bambina, Backfett und Vina in die entgegengesetzte Richtung, zu den Stutenkoppeln, führten. In der Stallgasse angekommen wartete auch schon Neuzugang Mihály fertig getrenst und aufgesattelt auf mich in seiner Box. Mit dem hübschen ungarischen Halbbluthengst hatte ich mir einen ganz großen Traum erfüllt. Schon lange hatte ich nach einem Pferd wie ihm gesucht. Einem Pferd, dem die Welt offen zu stehen scheint wie kaum einem anderen. Es gab keine Sparte des Reitsportes, in dem ich bei Mihály von Anfang an zu wissen schien, dass ich diese mit ihm nicht komplett episch gestalten würde. Und noch dazu war er ein ungarisches Halbblut; eine Rasse von der ich immer schon geträumt hatte. Umso glücklicher war ich jeden Tag wenn ich ihn reiten durfte. Heute gab es jedoch alles andere als Intensivtraining. Es war Sonntag. Ruhetag, wie er bei uns ganz klassisch praktiziert wurde. Ein kleiner Ausritt stellte jedoch sicher, dass der Hengst sich am heutigen Tage dennoch etwas bewegte. Da Mihály im Gelände absolut gelassen war drifteten meine Gedanken zur zukünftigen Gestütsplanung ab. Die Youngsters, die ich eigentlich im Frühling schon anreiten wollte, durften diesen Sommer noch wilder denn e und je auf der gebirgigsten Wiese meines Eigentums verbringen. Sie war riesig und relativ weit vom Stalltrubel weg. Der perfekte Ort für junge Hengste um sich noch einmal so richtig auszutoben. Natürlich hatten sie nun alle ihre Geschlechtsreife erreicht und Vina wurde bereits in die Stutenkoppel integriert und war nicht mit ins Geschehen involviert. Caddylack, Chestnut und VK Gunna Whiz jedoch verwilderten jedoch beinahe ein wenig. Natürlich verbrachten sie den Sommer nicht ohne Aufsicht meiner alten Hasen. Nunja; alt waren sie noch nicht wirklich. Dennoch bekam sie eine Sommerpause, da sie in ihren jungen Jahren ohnehin schon genug geleistet hatten und ich mich dieses Jahr vorwiegend auf die Nachwuchspferde des Gestüts konzentriert hatte. So fiel die Wahl damals unter anderem auf Wastl, der mittlerweile 16 Jahre alt war, was natürlich für heutige Verhältnisse noch lange nicht alt war. Dennoch wurde dieser von mir nur noch spaßhalber geritten. Natürlich durfte er noch seine Lektionen laufen und wurde hin und wieder gesprungen. Dennoch war dies nicht mehr so sehr auf Druck wie früher. Er war immerhin gekört und solange keine Vorstellungen mit ihm stattfanden musste ich ihn diesem Stress einfach nicht mehr aussetzen. Dasselbe galt für seinen zwölfjährigen Koppelkollegen Seattle's GT'aime, der zusammen mit ihm den Somer über die Junghengste etwas erziehen sollte. Die Zeit in den Bergen schien ihnen gut zu tun, weshalb ich sie, wie auch Chesi, Caddy und Nano wohl erst gegen Ende des Septembers herunter holen würde, wenn es dann auch langsam gefährlich werden würde über Stock und Stein zu huschen und ein schützender Stall von Vorteil war.
      Nachdem ich mit Mihály wieder zurück war machte ich mich daran ein paar Sprünge aufzubauen und seitlich ein Flatterband zu ziehen. Freispringen stand auf dem Programm. Zuvor ließ ich die Kandidaten sich aber in der Schrittmaschine warm laufen und sich in der Halle ein wenig austoben. Gerade die Pferde mit ohnehin schon zu viel Energie schabten mir in den letzten tagen endgültig über. Allen voran mein wunderschöner, brauner Deckhengst Master Of Gold. Dieser war zusammen mit seinem Kumpel N'oubliez Jamais als erstes an der Reihe. Bei den Beiden ließ ich mir die Freiheit die Stangen mit der Zeit ein wenig höher zu legen, da sie frei locker über die 160cm-Marke sprangen. Sie schienen ihren Spaß zu haben, weshalb ich ihnen relativ viel Zeit ließ, bis mich Ana dann schon mit den nächsten beiden Pferden dazu zwang ihr meine beiden Hengste wieder mitzugeben. Party Shaker, Batman's Rendezvous, Christmas Joy, Dreaming Of Better Days, Winterzauber, HGT's Nightmare, Takada, Vintage Gold, Hummels Enterprise, Raffinessca, Take my Hand, Akira, Give me Chocolate und auch Herbstblüte folgten. Glücklich über die Masse springbegabter Pferde auf dem DVTS ging es für mich dann zum Essen, ehe ich Waldjunge eine halbe Stunde lang locker longierte, was ich dann auch mit Black Pearl machte. Anschließend ritt ich Dempsey auf dem Platz ein wenig vorwärts abwärts. In der Zwischenzeit war Anastasia ebenfalls schon am Reiten und drehte mit Romulus und Sir Donnerhall eine kleine Runde im Gelände.
      Für mich ging es daraufhin ebenfalls ins Gelände. Nachdem ich mit Hollywood King Gun und Golden Eye bloß jeweils eine halbe Stunde draußen Schritt gegangen war galoppierte ich meine beiden englischen Vollblüter Cotsworlds Eik und Last in Love ein ordentliches Stück auf der Galoppstrecke. Es war für die beiden zwar nicht sonderlich fordernd; dennoch erfüllte es den Zweck sie ihre Energie ausleben zu lassen.
      Davon wieder zurück berichtete mir Ana, dass sie Scarlet Sun und Only Known in Texas freilaufen gelassen hatte und Pinochio longiert hatte. Es war mittlerweile schon relativ spät, weshalb ich beschloss Sookie, Birdcatcher, I've got the moves like Jagger, Donella, Angels Kiss und Lead me Home, die ich heute noch für etwas Bewegung einspannen wollte, lediglich in die Schrittmaschine stellte.
      Damit neigte sich der Sonntag auch schon wieder dem Ende zu. Am nächsten Tag trug ich noch in die Trainingstabelle des Hofes die ausstehenden Stunden ein, die ich mit Training mit Vaconda, Costa de la Bryére, It's Showtime und Roommate auffüllte. Anschließend erzählte mir Anastasia noch vom gestrigen, abendlichen Longieren mit Cornetto, Nephilim Son Of Angel & Devil, Traumfänger und Simple Little Melody.
      Weitaus spannender jedoch waren für mich meine Überlegungen was ich mit Dreammaker machen würde, der ja nun wieder zu mir zurück gekommen war. Obwohl ich den hübschen Holsteiner mit den auffällig gefärbten Abzeichen wirklich gerne hatte war ich mir mittlerweile relativ sicher, dass ich den Süßen bald wieder abgeben würde. Ob es nun aus einer Laune heraus zu sein schien oder deswegen, weil ich mit meinen anderen Pferden bereits genug zu tun hatte, konnte ich nicht mit Sicherheit sagen. Deswegen würde er vorerst wohl doch noch hier bleiben, ehe es dann Adieu hieß.
      Ein Pferd, für das es jedoch so bald nicht mehr Adieu heißen wird, kam Mitte September zu mir. Es war ein ganz besonderes Pferd, das ich schon seit Jahren im Auge hatte. Es handelte sich dabei um Magic Attack; einen wundervollen englischen Vollbluthengst, der abgesehen von seinem unfassbaren Talent zu laufen auch noch eines der schönsten Pferde war, die ich je zuvor gesehen hatte. Der prämierte Schönling wurde mir mit einem bekannten Transportunternehmen am Morgen des 12. Septembers auf den Hof gebracht, wo ich schon sehentlich auf ihn wartete. Bereits beim Entladen des Hengstes fielen mir seine guten Manieren auf. Er reagierte sehr fein auf meine Körpersprache und verzauberte mich damit ein weiteres Mal. Magic, wie ich den Schabrackenschecken ab nun liebevoll nannte, durfte nun erstmal eine Woche bloß auf der Koppel verbringen, ehe ich langsam wieder beginnen wollte ihn ein wenig locker zu arbeiten. Noch standen meine genauen Pläne für den Zehnjährigen in den Sternen. Dennoch hatte ich da schon meine Ideen für den Süßen - wenn sich diese auch teilweise nicht verwirklichen ließen, wie ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste. Wenn meine Gebirgspferdchen nämlich wieder da waren wollte ich probieren den Hengst in die kleine Herde zu integrieren, was jedoch, wie ich später, kurz vor knapp, herausfand keine gute Idee gewesen wäre, da Magic ein Pferd war, dass sehr harmoniebedürftig zu sein schien und deswegen wohl nicht glücklich mit der Aufgabe gewesen wäre. Was ihn jedoch glücklich machte war es, mit seinen neuen Kumpel Eik jeden Schritt auf der Koppel zusammen zu gehen. Eik, der ja bekanntlich ein sehr dominantes Pferd war, hatte Magic, der sich, ohne je aufmüpfig zu sein, von Anfang an untergeordnet hatte sehr schnell ins Herz geschlossen. Er beschützte seinen neuen Freund vor all den anderen Pferden, wenn sich diese Magic anlegen wollten. Nicht etwa, dass der hübsche Schecke es notwendig gehabt hätte. Trotzdem war es für diesen wohl sehr bequem.
      Da sich mein Neuankömmling so gut einlebte konnte ich mich relativ intensiv meinen Nachwuchspferden widmen, für die die Sterne in ihren jungen Jahren noch ganz wo anders standen. Sie würden erst zeigen müssen was sie konnten und wie ihr zukünftiges Leben wohl aussehen sollte. DVTS' Takinou, DVTS' Magic Movements, Magic Attacks Sohn, Sir Bacardi, DVTS' Seattle's Wintertime, DVTS' Cascadeur de la Vie, DVTS' Colour the Nightsky und Capri wussten dies jedoch klarerweise noch nicht und wuchsen erst noch stresslos auf den schönen Koppeln des Gestüts auf, ehe der Ernst des Lebens wohl eher früher als später beginnen würde. Dennoch war ich bereits jetzt schon zuversichtlich, dass sie alle Hürden, die ihnen noch in den Weg gelegt werden würden, gut meisten würden.
    • Veija
      Kurzer Pflegebericht für:
      Éamonn, Belmonts Beo, Caddylack, VK Gunna Whiz, Chestnut, Vina, Brouk, Poltergeist, Costa de la Bryére, HGT's Nightmare, N'oubliez jamais, Party Shaker, Seattle's GT' aime, Takada, Batman's Rendezvous, Waldjunge, Master of Gold, Christmas Joy, Dreaming Of Better Days, Winterzauber, Vaconda, Vintage Gold, It's Showtime, Dempsey, Hummels Enterprise, Roommate, Traumfänger, Raffinessca, Akira, Give me Chocolate, Take my Hand, Magic Attack, Dreammaker, Mihály, Lead me Home, Cornetto, Last in Love, Cotsworlds Eik, Romulus, Sir Donnerhall, Wastl, Scarlet Sun, Hollywood Kind Gun, Only Known in Texas, Pinochio, Nephilim Son of Angel & Devil, Sookie, Angels Kiss, Birdcatcher, Black Pearl, Donella, Golden Eye, Herbstblüte, I've got the moves like Jagger, Simple Little Melody, Aiana, DVTS' Takinou, DVTS' Magic Movements, Sir Bacardi, DVTS' Seattle's Wintertime, DVTS' Cascadeur de la Vie, DVTS' Colour the Nightsky, Backfett, Bambina, Capri

      Es war ein ganz kurzer Besuch bei Bracelet und ihren Pferden, denn das Frühjahr und damit der alljährliche Stress um den Frühjahrsputz ließ auch sie und ihren Hof nicht aus. Ich hatte mir vorgenommen zu erst am Angus Og Stud vorbeizuschauen, denn dort standen zwei Pferde. Èamonn und Beo. Schicke Tiere, die leicht zu händeln waren. In der Youngsterstallung traf ich ein altes Gesicht, VK Gunna Whiz. Es freute mich zu sehen, dass er sich gut bei Bracelet machte. Trakehner hatte sie eine ganze Menge, fast mehr als wir Westernpferde- und fast genauso bunt. Fohlen! Fohlen hatte sie eine ganze Menge. Sir Bacardi und Movements, das fleckige Vollblut, gefielen mir dabei besonders gut. In den Nebenstallungen erkannte ich auch ein paar Pferde wieder. Magic Attack, von dem ich schon viel gehört hatte zum Beispiel. Doch auch King Gun, der mal der alten Gips Reminder Ranch gehört hatte. Er hatte sich auch toll entwickelt.
      Das war es auch schon für dieses Mal gewesen, alle Pferde waren versorgt und Bracelet musste sich keine Sorgen um ihre Schützlinge mehr machen.​
    • Mohikanerin
      Besuch aus Berlin - zwei Tage in Schweden
      15. September 2018


      Balounito | CHH' Sence of Humor | Brouk | Poltergeist | Costa de la Bryére | N'oubliez jamais | Party Shaker | Seattle's GT'aime | Batman's Rendezvous | Waldjunge | Master of Gold | It's Showtime | Roommate | Traumfänger
      Cherokee Gold | HGT's Nightmare | Takada | Christmas Joy | Dreaming Of Better Days |

      Winterzauber | Vaconda | Vintage Gold | Dempsey | Hummels Enterprise | Raffinessca |
      Akira | Give me Chocolate | Take my Hand
      Magic Attack | Dreammaker | Mihály | Lead me Home | Cornetto | Last in Love | Cotsworlds Eik | Romulus | Sir Donnerhall | Wastl | Hollywood King Gun | Pinochio | Nephilim Son Of Angel & Devil | Black Pearl | Golden Eye
      Scarlet Sun | Sookie | Angels Kiss | Birdcatcher | Donella | Herbstblüte | I've got the moves like Jagger | Simple Little Melody
      DVTS' Takinou | DVTS' Magic Movements | Sir Bacardi | DVTS' Cascadeur de la Vie | Capri
      Aiana | DVTS' Seattle's Wintertime | DVTS' Colour the Nightsky | Backfett | Bambina


      “Ich hab eine Überraschung für euch”, erzählt Vater beim Essen und wir gucken ihn Gespannt an.
      “Wir fahren zu Bracelet auf den Vackra Trakehner Stud nach Schweden. Sie züchtet Trakehner und hat auch noch ein paar andere Großpferde zu stehen.Deshalb habe ich organisiert, dass wir alle dort einen Tag verbringen. Vriska kommt auch mit.”, beendet er die Überraschung.
      “Um 23 Uhr geht es dann los. Also packt eure Reitsachen und alles ein. Wir fahren eine Weile.

      Der Weg dauert ewig und ich schlafe immer wieder ein. Wir alle wirken sehr gelangweilt.
      “Links seht ihr die ersten Weiden. Wir sind also so gut wie da.”, sagt Vater. Ein Jubeln geht durchs Auto. Die 10h Fahrt war ziemlich anstrengend und ich bin froh mich erstmal strecken zu können.
      “Willkommen, ich bin Bracelet. Wahrscheinlich war die lange Fahrt anstrengend. Wir haben was zu Essen vorbereitet. Kommt mit. Wollt ihr vorher eure Zimmer sehen?”, erzählt Brace und Vater nickt. Aus dem Auto nehmen wir also die Sachen und gehen zu den Zimmern. Es stehen drei Schlafzimmer zur Verfügung. Also müssen wir nur noch die Einteilung klären, aber das läuft schneller ab als Gedacht. Tyrell und Ilja teilen sich ein Zimmer, eine Eltern und Vriska und ich gehen in das “Kinderzimmer”. Dort steht nämlich ein Hochbett.
      Wir haben ein Frühstücksbuffet vorbereitet. Also bedient euch. Zusammen mit den Angestellt stärken wir uns, bevor es los geht. Hier wirkt alles sehr familiär wie bei uns.
      Nach einer Hoftour geht es an die Pferde. Als erstes stellt sie uns die Fohlen vor, bei denen wir noch nicht waren. Die Stuten stehen natürlich getrennt von den Hengst. Dieser riesige Hof ähnelt unserem in vielen Punkten, was mich überrascht und fasziniert.
      Sie erzählt: “Aktuell haben wir 5 Hengste und 5 Stuten wovon 4 bald an den Hof kommen, um mehr und besser mit ihnen zu arbeiten.” Gemeinsam gehen wir auf die Hengstweide und Brace stellt uns die Pferde vor. “Der Graue hier, Tacki, stammt aus unserer Zucht. Magic, der mit den Punkten auch. Casi, der Schecke dort hinten dürfen wir auch schon von Anfang an begleiten. Ansonsten sind das noch Capri und Backi.”, stellt sie und die Pferde vor. Wir streicheln die kleinen Großen und geben ihnen einige Leckerein, bevor wir weiter zu den Stuten gehen. “Aus unserer Zucht sind Winter und das Prinzesschen hier.”, erzählt ihr als eine Overo Stute streichelt. “Ansonsten sind hier noch Aina, Backfett und Bambi.”, stellt sie uns die anderen Stuten vor. Auch die bekommen ein paar Leckerchen von uns und wir gehen zurück zum Hof. Nebenbei erzählt Brace ein paar Geschichten der Pferde.
      “Was haltet ihr von Ausreiten?”, fragt sie als wir wieder angekommen sind. Ein positives Feedback kommt aus der Gruppe und wir gehen gemeinsam in den Trakehner Stall. Brace sagt uns, wer welches Pferd nehmen könnte und hilft uns dann beim holen der Pferde. Ich habe mir einen tollen Hengst ausgesucht - Traumfänger. Er soll ein absolutes Traumpferd sein. Ich bin gespannt und freue mich schon. Vriska hat sich auch schon mit ihrer Wahl angefreundet. Hummelchen ist auch eine hübsche Stute. Ich bin fast neidisch. Tyrell hat Raffinesca, eine Dunkelfuchsstute, bekommen. Vater kann sich mit Handy begnügen, die laut der Beschreibung eine freundliche Stute ist. Bisher gibt es keine Schwierigkeiten. Mutti hat auch eine liebe Stute bekommen, die Dreamy heißt. Choco, ebenfalls eine Scheckstute, kann Ilja nehmen. Sie ist wohl im Gelände etwas schwieriger, aber er packt das schon. Am Hof arbeitet schließlich mit Ponys, die auch nicht immer ganz leicht zu händeln sind. Bruce nimmt ihren Brouk, dann sie wohl vorher schon als Reitbeteiligung hatte. Gemeinsam machen wir die Pferde fertig. Im gleichen Moment arbeiten bereits Bracelets angestellten mit den Zuchthengsten. Costa und Party werden gerade auf dem Reitplatz longiert, während Schnuller und Seattle in der Halle geritten werden.
      Der Ausritt beginnt völlig entspannt, auch Ilja kommt mit Choco gut klar. Nach einigen Diskussionen sind die Beiden sich einig. Traumfänger ist wirklich so toll wie versprochen. Auch alle Anderen wirken sehr zufrieden, besonders Mutti, die ungern andere Pferde reitet nach ihrem Unfall vor ein paar Jahren. “Ich hatte die Idee, dass wir einen kurzen Abstecher zu den Zuchtstuten machen. Aktuell sind sie alle noch trächtig. Deshalb kann ich euch keine niedlichen Fohlen zeigen, außer die Anderen, bei denen wir bereits waren”, sagt sie und trabt Brouk an. Mit ein paar Schwierigkeiten trabt auch Vriska an und ist ganz hinten. Ich pariere den Hengst wieder durch um auf Vriska zu warten. “Wäre nicht nötig gewesen”, witzelt sie und wir schließen zusammen zur Gruppe auf.
      An der Weide angekommen, passen Mutti und Vati auf die Pferde auf, während wir die Weide betreten, um nach den Stuten zu schauen. Neugierig kommen bereits sie bereits zum Zaun. “Aww, da ist ja die Mutter von Amnesia”,sage ich begeistert und gehe sofort zu Takada. Bracelet lacht und geht zu Vintage. Danach wirft sie noch einen Blick auf Jagger. Vriska folgt mir, während Ilja Winter und Tyrell Nighti kontrolliert. Alles okay und wir steigen wieder auf die Pferde. Der Ausritt geht genauso entspannt weiter und nach einer Stunde sind wir zurück am Hof. Die Angestellten sind gerade dabei Baty und Bubi zu reiten auf dem Dressurplatz und zwei andere sind wieder am lonigieren von Magic und Wastl. Wir versorgen die Pferde und bringen sie zurück in den Stall. Für mich, Vriska und Tyrell ist keine Pause angesagt. Wir bekommen eine Reitstunde von Brace im Springen. Vriska hat noch etwas Angst, weshalb sie eine freundliche Stute bekommt - Chero. Ich darf Nino nehmen und Tyrell Ghost. Nephilim wird nebenbei auch mit geritten auf dem Springplatz. Die Anderen der Truppe helfen beim Pferde versorgen.
      Die Reitstunde war ein Traum. Nino zeigte sich ähnlich wie mein Rappe, den ich gehen lassen musste. Auch Vriska hat sich getraut über ein Kreuz zu springen und eine zweifache Kombination. Das hat sie echt gut gemacht.
      Langsam naht der Abend und wir umsorgen noch Sence, Showtime, Mate, Joy, Waldjunge,
      Vaconda, Dempsey, Akira, Dreamaker, Lead me Home und Cornetto. Die Pferde bekommen eine Fuhre Heu und etwas Aufbau fressen.
      Für uns gibt es ein Abendbuffet und freue mich schon sehr aufs Essen. Auch jetzt ist die Auswahl ziemlich groß. Auf dem Zimmer gucken wir alle zusammen noch einen Film und reflektieren den heutigen Tag. Morgen gucken wir uns noch ein paar Pferde an, bevor die Heimfahrt antreten.
      Der nächste Tag begann ziemlich früh und Bracelet hat uns direkt mit eingeplant. Beim Frühstücker zählt sie uns den Plan. Heute ist Dressur angesagt. Ich darf Mihály nehmen, Vriska bekommt Sookie, Tyrell Birdy und Ilja Herbstblüte. Nach dem Frühstück geht es dann auch schon los. Die Angestellten haben zuerst die Führanlage angemacht in der Eik, Love, Romulus und Scarlet ihre Runden drehen. Auch meine Eltern sind auf dem Hof noch etwas unterwegs. Mama bekommt Unterricht auf King Gun, da sie zuhause selber die Westernpferde reitet. Man lernt schließlich nie aus. Papa wird gleichzeitig von einem kleinen Schlingel beknabbert. Pinochio durfte mit die Halle um sich zu bewegen, aber lieber nervt er Vati. Der Reitunterricht läuft gut. Bracelet hat mich noch ein paar Tricks gezeigt, was mir bei den Jungpferden helfen kann, da es mir noch schwer fällt die Gerte zu verwenden in der Dressur. Im Springen ist diese schließlich viel kürzer. Als wir zurück kommen stehen wieder andere Pferde in der Anlage. Es sind Donnerhall, Angel, Donella und Melody. Gegen Mittag machen wir uns auf den Rückweg. Zuvor haben wir und noch mit Bracelet über den Hof und einzelne Pferde unterhalten. Die beiden Tage auf einem Hof waren eine ganz neue Erfahrung für mich und trotzdem freue ich mich wieder auf meine Tiere zuhause. Wir verabschieden uns und fahren los. Die meiste Zeit schlafen wir, weil es schon ziemlich anstrengend war.
    • Bracelet
      Frühlingsüberlegungen
      14. März 2019

      Zur Zeit standen einige Veränderungen auf dem Gestüt an. Es ging mal wieder darum welche Pferde in der kommenden Saison aktiv im Turniersport gehen sollten und welche eventuell verkauft werden sollten. Ebenfalls standen einige Fellnäschen auf der Liste für eine mögliche Rente; ob bloß aus dem hohen Sport oder allgemein.
      Die Youngsters, kleinsten Fellnäschen und Trakehner im allgemeinen sollten relativ unverändert bleiben. Bezüglich der Nebenstallungen war ich allerdings am unschlüssigsten. Magic Attack sollte allmählich in Rente gehen; vielleicht allerdings zuvor noch ein oder zwei Fohlen zeugen. Dreammaker sollte etwas weiter ausgebildet werden und nachließen verkauft werden. Bezüglich Romulus war ich unschlüssig. Mihály sollte 2019 häufiger auf Turnieren vorgestellt werden; genauso wie Lead me Home, Cornetto, Last in Love, Cotsworlds Eik, Sir Donnerhall, Hollywood King Gun und Scarlet Sun. Wastl und Nephilim Son Of Angel & Devil sollten dieses Jahr ein paar mal öfter decken. Pinochio sollte weiter ausbildet werden. Cookie und Birdcatcher waren demnächst bereit einen Krönungsversuch zu unternehmen, Black Pearl sollte Turniererfahrung sammeln und Angels Kiss und Donella eventuell in Rente gehen. Golden Eye wollte ich 2019 körfertig bekommen, Simple Little Melody und Herbstblüte Schleifchen sammeln schicken. Bezüglich Ive Got The Moves Like Jagger war ich mir unsicher. Sollte sie dieses Jahr ein weiteres Fohlen bekommen oder eine Pause haben? Sie in Rente schicken? Eine schwere Angelegenheit; immerhin lag mir die wunderschön gefärbte Vollblutstute sehr am Herzen.​
    • Bracelet
      Irische Aussichten
      September 2019

      Das letzte Jahr über hatte ich intensiv daran gearbeitet meinen Zweitstall, einen idyllischen Hof in Irland, bezugsbereit für einige meiner Pferde, die zur Zeit auf dem DVTS standen, vorzubereiten.
      Es handelte sich dabei um ein nun wieder unbezahlbares Juwel in Mitten der weitläufigen, märchenhaften Natur, die es umgab. Bevor die letzten Besitzer es besaßen, war es bereits vor über 50 Jahren erbaut worden, hatte einen altertümlichen Cham, konnte jedoch locker mit all den neuen Reitställen mithalten, die ich so kannte. Es hatte etwas magisches; man fühlte sich hier sofort wohl, geborgen.
      Aber was das wichtigste war: es war ein Paradis für meine Vierbeiner. Untertags bat es die Möglichkeit alle Pferde auf weitläufige Graskoppeln zu stellen und auch Schlechtwetterkoppeln standen zur Verfügung. Im letzten Jahr hatte ich auf sämtlichen Wiesen und Paddocks Selbsttränken installiert und überdachte Heuraufen, sowie Unterstände, aufgestellt. Einige Wiesen hatte ich neu umzäunt, andere waren nach wie vor in gutem Zustand geblieben. So zum Beispiel auch die von Èamonn und Belmonts Beo, die ich damals ja samt Hof übernommen hatte und praktisch komplett in Gingers Obhut standen; damit also bloß auf dem Papier mir gehörten.
      Das hübsche Angus Og Stud besaß einen hübschen Stall, dessen Stallgebäude aus 2 Trakten bestand und Platz für 30 Pferde besaß. Es handelte sich dabei um ein lichtdurchflutetes Gebäude, was den vielen Glasfenstern zu verdanken war. Auch ein großer Pluspunkt war einerseits die wirklich optimale Belüftung; dennoch zog es zu keinem Zeitpunkt, andererseits die pferdegerechte Haltungsmöglichkeit; die Boxen waren nämlich so konzipiert, dass die Vierbeiner Kontakt zu einander hegen konnten, auch größere Pferde genug Bewegungsfreiheit hatten und in die Stallgasse blicken konnten. In der wärmeren Jahreszeit konnte man die Fenster öffnen, wodurch die Fellnäschen auch das Geschehen außerhalb des Stalles mitverfolgen, oder sich auch einfach nur ein wenig die Sonne aufs Köpfchen scheinen lassen konnten.
      Als ich das AOS übernommen hatte, bot es ebenso Platz für Pferde in insgesamt 4 Offenställen, wovon ich nur zwei so beibehielt. Die übrigen beiden wollte ich zu Schlechtwetterkoppeln umfunktionieren; einer erneuten Umwidmung stand jedoch nichts im Wege, falls die Kapazität einmal nicht mehr genügen würde.
      Abgesehen davon besaß das Gestüt ein hübsches Haupthaus, wie auch die übrigen Gebäude in einer netten Steinoptik, mit einer hölzernen Veranda davor. Ein bisschen Efeu schlängelte sich gleich einiger Kletterrosen an den Wänden empor. Im Gebäude fand man einen leicht rustikaler Look, klassisch mit einem Kamin im Wohnzimmer, vor. Ginger besaß ein nettes Zimmer im zweiten Stock und auch ich hatte mir eines für die Tage eingerichtet, in denen ich hier war.
      Allmählich hatte ich es hier lieben gelernt. So gerne ich auch auf dem DVTS in Schweden war, war dieser Ort ein wahrer Traum; nicht unweit der Cliffs of Moher, an der Westküste Irlands. Umso schöner, dass dieses Juwel tatsächlich mir gehörte.
      Zum Glück hatte dieser Platz etwas, was einem einem neue Energie gab, denn die Vorbereitungen für den Umzug, Renovierungsarbeiten und die Leitung eines Zucht- und Sportpferdestalls war wohl keine leichte, unanstrengende Aufgabe. Ebenso die Entscheidungen zu treffen welche Pferde denn nun tatsächlich umziehen sollten.
      Die Youngsters Caddylack, VK Gunna Whiz, Vina und Chestnut waren davon genauso wenig betroffen wie meine Fohlen. Immerhin sollten diese die Grundausbildung bei mir und meiner besten Bereiteren genießen.
      Bei den Trakehnern war die Entscheidung durch die gleiche Überlegung geprägt; Balounito, CHH’ Sence of Humor, Cherokee Gold, Brouk, Poltergeist, Waldjunge, Vaconda, Dreaming of better days, Christmas Joy, It’s Showtime, Dempsey, Hummels Enterprise, Roommate, Traumfänger, Raffinessca, Akira, Give me Chocolate und Take my Hand sollten weiterhin gefördert werden und ihre Turniere laufen. Costa de la Bryére, HGT’s Nightmare, N’oubliez Jamais, Party Shaker, Seattle’s GT’aime, Takada, Batman’s Rendezvous, Master of Gold, Winterzauber und Vintage Gold standen als Zuchtpferde; aktiv oder nicht, ebenso nicht zur Disposition.
      Interessant war es also bei den Pferden die zur Zeit in den ,,Nebenstallungen’’ standen. Für meine beiden Vollblüter Last in Love und Cotsworlds Eik würden sich durch die zahlreichen Galoppstrecken um das AOS herum eine gute Trainingsmöglichkeit bieten. Dennoch haderte ich nach wie vor mit mir, da ich bei ihrem Training sehr heikel war. Magic Attack hingegen war ein Kandidat bei dem ich mir ziemlich sicher war, dass der gute bald den weg nach Irland einschlagen würde. Er hatte schon einige Fohlen gezeugt und Tiefkühlsperma war von ihm auch noch reichlich vorhanden. Schon länger hatte ich darüber nachgedacht ihn denn nicht in seine wohlverdiente Pension zu schicken; nicht endgültig, geritten werden sollte er sehr wohl noch und eventuell eignete er sich auch als Lehrmeister um mit Ginger noch ein paar kleine Turniere zu gehen. Immerhin war der Zwölfjährige noch gut in Form und wusste sich zu präsentieren. Wastl war ebenso ein Kandidat dafür, weswegen er Magic wohl folgen würde und wo wir schon bei Warmblütern waren: Sir Donnerhall, Scarlet Sun, Simple Little Melody und Golden Eye sollten ebenso schon sicher nach Irland ziehen. Nephilim Son of Angel & Devil, Cornetto und Mihály hingegen würden zu 100% bei mir in Schweden bleiben. Bezüglich Dreammaker, Lead me Home, Romulus, Hollywood King Gun, Pinochio, Sookie, Birdcatcher, Angels Kiss, Black Pearl, Donella, Herbstblüte und I’ve got the moves like Jagger war jedoch noch alles offen.
      Einige Pferde überlegte ich auch in die Vollpension, in einen der Offenställe in Irland, zu schicken. Genau genommen handelte es sich dabei um Donella, Angels Kiss und Golden Eye. Dies stand allerdings noch in den Sternen.
      Nun hieß es erstmal den September über noch alle nötigen Handlungen durchzuplanen, die notwendigen Papiere zu besorgen und die Transportfirmen zu engagieren und anschließend hoffte ich, dass alles gut ging. Die Vorfreude auf meinen zweiten Stall überwiegt jedoch gegenüber allen Sorgen.
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    Nebenstallungen ♥
    Hochgeladen von:
    Bracelet
    Datum:
    5 Jan. 2017
    Klicks:
    567
    Kommentare:
    9

    EXIF Data

    File Size:
    497,9 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Romulus
    ,,Romy''

    Abstammungsnachweis ~
    Aus der: Unbekannt
    Von: Unbekannt

    Grunddaten ~
    Rasse: Paso Fino
    Geschlecht: Hengst
    Stockmaß: 1,42 m
    Fellfarbe: Brauner (Bay)
    Gencode: EEAa CC dd gg toto zz splspl
    Geburtstag: 21. März
    Fohlenjahrgang: 2010

    Beschreibung ~
    energiegeladen | temperamentvoll | verschmust
    Der südamerikanische Hengst hat Feuer im Blut. Seine Gänge sind klar definiert, und nicht umsonst wird er El Torbellino, 'Der Wirbelwind' genannt. Bei einigen Turnieren hat er schon sein Können bewiesen. Obwohl der Hengst eine totale Rampensau auf der Weide ist, weiß er sich um Stuten und Frauen gut zu benehmen, und wenn diese dann noch Liebkosungen ausschütten, umso besser. Dennoch kann der Viergänger sein ganzes Potenzial auf dem Rennplatz nutzen, und auch bei hiesigen Turnieren fährt er gelegentlich Erfolge ein – er braucht nur den richtigen Reiter.

    Grundgangarten ~
    Schritt | elegant, schnell
    Trab | schlechter Trab, Paso-lastig
    Galopp | gesprungen, schnell
    Paso | sehr ausdauernd, weich

    Ausbildungsstand ~
    Führen | Fohlen ABC | Sattel & Zaumzeug | eingeritten | Naturpaso

    Gang (Paso):
    S** (S***)
    Viergang: V1 (V)
    Rennsport: A (S)
    Distanz: A (S***)

    Erfolge ~

    [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

    69. Gangturnier | 73. Gangturnier | 79. Gangturnier | 80. Gangturnier | 93. Gangturnier | 121. Gangturnier | 122. Gangturnier | 130. Gangturnier | 180. Gangturnier

    [​IMG]

    331. Galopprennen

    [​IMG]

    124. Synchronspringen

    [​IMG]
    Zweitplatzierter in der Kategorie Kaltblüter & Ponys des 1. Amateurrennen der Joelle-Vereine

    Gesundheitszustand ~
    Gesundheit: ausgezeichnet
    Beschlag: keiner

    Besitzerdaten ~
    Besitzer: Bracelet
    Vorkaufsrecht: verfallen
    Bei verkauf an: BellaS (Vorbesi)
    Ersteller: Mohikanerin

    Sonstiges ~
    PNG
    Puzzle PNG
    Offizieller HG