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Sammy

Roi du Soleil

Welsh D | Hengst | gekört || DR: S (0) | SPR: S* (2) | MIL: E (0)

Roi du Soleil
Sammy, 1 Jan. 2019
    • Sammy
      Pflegeberichte aus Roi's Zeit bei Kira auf dem Gestüt Milky Way
      Hoch und Tief
      Pflegebericht
      Der Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich vielleicht mal etwas in die Pötte kommen sollte. Schnaufend befreite ich mich aus der Umarmung. Lars brummelte. Vorsichtig rutschte ich zur Bettkante und schlüpfte mit meinen nackten Füßen in meine Pantoffeln. Es war kalt im Zimmer, bloß schnell in die Küche. Ich reckte mich noch, um mich wieder bewegen zu können und stupste meinen Freund leicht an „Wir müssen aufstehen Lars. Ich bin schon mal unten.“ „Hmmhh..“, er drehte sich rum. Mit einem leichten grinsen und kopfschüttelnd bewegte ich mich die Treppe runter. In der Küche angekommen deckte ich den Tisch, nicht sehr viel Aufwand bei zwei Personen. Grade fertig mit decken tauchte auch Lars auf. „Schon fertig?“ Ich nickte. „Morgen erstmal, ne?“, meinte ich dann grinsend. Ein Lachen konnte er sich nicht verkneifen. „Guten Morgen mein Schatz“, ein Kuss folgte. Am Frühstückstisch würde der Schlachtplan für den heutigen Tag folgen. Ich setzte mich schon mal und begann mein Brötchen fertig zu machen, während Lars sich noch Kaffee kochte. Brrr.. Kaffee – nicht so meins – mit meinem Kakao war ich sehr glücklich. Einen kräftigen Bissen nahm ich von meinem Käsebrötchen, während Lars sich setzte. „So. Was steht heut an? Die Kleinen kommen heute, oder?“ Ich nickte, denn ich war immer noch mit meinem Käsebrötchen beschäftigt. „ Ist alles dafür schon fertig?“ Noch am kauen nickte ich, aber hob die Hand um ihm zu verdeutlichen, dass ich dazu noch etwas sagen wollte. Der letzte Bissen war runtergeschluckt: „ Prinzipiell schon, die kommen doch zu Gracie in den kleinen Laufstall.“ „Meinst du das geht gut?“ Die Kleinen waren nicht nur vom Alter klein, was Grace auch war, sondern wirklich klein. Zwei Miniature Horses. Und Grace war normal groß. „Hoffe ich doch.“ „Okay.“, meinte er nickend. Wir Frühstückten zu Ende ehe wir uns fertig anzogen und auch schon nach draußen verschwanden um das Tageswerk zu beginnen.
      Als wir vor der Tür standen genoss ich es einen Augenblick mein Gesicht der Sonne entgegen zu strecken, die letzte Zeit hatte es viel geregnet, richtiges Winterwetter hatte es diesen Winter bisher kaum gegeben, dennoch war es kalt und ekelhaft gewesen. Dann folgte ich Lars zu den Ställen. Er hatte schon begonnen den Pferden ihr Frühstück zu geben. „Stutenstall ist fertig, ich mach jetzt die Hengste.“ „Gut, dann nehm ich was übrig bleibt.“, meinte ich und schnappte mir einen Futterwagen, womit ich mich aus dem Hauptstall, welcher die Zuchthengste und Anwärter beherbergte, auf dem Weg zu einem der Nebengebäude machte. Hier waren die Pferde und Ponys untergebracht, welche nicht eine unserer Hauptzuchtlinien waren. Also eher die Hobby Pferde. Nacheinander bekamen Davour, Valentine´s Candy Fireflies, Flaschenzieherin, Rumpelstielzchen, Pancake Killer und Umpalumpa ihr Futter. Ebenso wie die Araber, gekört und ungekört, Asfari Sharin, Laheeb al Amara, Eisenmann und Famiah und meine Berber Stute Pangäa, die auch hier untergebracht waren, da sie nur eine Nebenzucht waren. Am Ende des Gebäudes befand sich der Jungpferde Laufstall, in welchen heute die beiden neuen Jährlinge einziehen sollten. Eigentlich schon anderthalb, bald zwei. Am Tor stand Graceful Eclipse. „Na Gracie?“, begrüßte ich die Stute. Das große Mädchen steckte mir freundlich ihren Kopf entgegen, sodass ich sie krabbelte während ich ihr Futter in die Raufe schüttete. Auch hier kontrollierte ich routinemäßig die Tränke und nahm mir kurz die Zeit die Stute in Augenschein zu nehmen, aber wie immer war alles in Ordnung. Glücklich klopfte ich Grace den Hals, worauf hin sie mich an stupste. So ein freundliches Pferd hatte ich selten erlebt und mit Spannung wartete ich darauf wie sie sich unterm Sattel und bei sonstiger Arbeit machen würde. Sie war echt ein Herzenspferd. Aber weiter ging es, also wieder in den Hauptstall und den Futterwagen weggebracht und neu aufgefüllt. Beim Verrichten davon kam ich bei All Pride vorbei, im Gegensatz zu sonst kam er nicht zur Boxentür um sich ein Leckerchen zu egammeln. Noch so eines meiner Lieblingspferde, auch wenn er jetzt wohl noch faul im Stroh lag. Generell haben wir viele wundervolle Pferde. Was würde ich nur ohne sie machen? Und ohne Lars? Aber sie sind alle hier. Glücklich machte ich weiter. Vom Heuboden schmiss ich einen kleinen Quarder Stroh runter und transportierte ihn mit einer Schubkarre zum Hänger. Eine neue Schubkarre könnten wir mal gebrauchen, diese hier war etwas schrottig. Aber es reichte, ich und das Stroh kamen beim kleinen Hänger an, wo ich eine Schicht drin verteilte. Der Hänger war eigentlich ein Schafhänger. Aber wofür den riesen Häger mitnehmen, dieser war für zwei so winzige Pferdchen viel sicherer und auch angenehmer zu fahren. Würde Lars fahren? Das müsste ich ihn noch fragen. Aber so oder so würde ich auf jeden Fall mit zum Abholen. Mit dem restlichen Stroh ging ich zurück zum Hauptstall. Eigentlich könnte ich es auch im Stutenstall verteilen. Wieso nicht? Die würden sich freuen. Also nahm ich einen kleinen Umweg und brachte das restliche Stroh zu den Stuten. Das ganze wurde im Laufstallverteilt, wo die Zuchtstuen standen. Nosferatu, Draculas Wife, Star, Happy Steffi, Siana, Knifes and Pens, Antigone, Vanity und Lillifee freuten sich drüber und ein Großteil stürzte sich sofort drauf. Vanity zickte etwas herum doch Siana bot ihr direkt Einhalt. Dennoch musste ich lachen als Knive lieber reißaus nahm und sich mit etwas Stroh davon machte. Frisches Stroh war recht beliebt, Heu und Kraftfutter oder Frischfutter natürlich mehr, aber momentan gab es für die Zuchtstuten fast nur Heu. Ein paar Zusätze gabs dennoch, für die Entwicklung der Fohlen. Aber es passt so. Es gab immer gesunde kräftige Fohlen. Und ab Frühjahr sind sie ja auch draußen. Nach kurzen Recken nahm ich die Schubkarre wieder auf und ging an den Einzelboxen der ungekörten Stuten, sie standen alle noch im Training, Wie konntest du nur, Drachenlady, I like it, De Luxe, White Dance, Snow Whites Beauty und Juwel der Stille vorbei. Einige neugierige Nasen reckten sich mir entgegen, aber es gab keine Leckerchen. Like versuchte es mit quitschen und empörten treten gegen die Boxentür. „Hör auf du Zicke! Ich hab nichts!“, vesuchte ich ihr klar zu machen. Zufrieden war sie dennoch nicht, sie warf mir einen trotzigen Blick zu. Einfach ignorieren, sie war eben so. Eine der kleinen Stalldiven.
      Grade als ich die Schubkarre abstellte kam Lars an: „Kommst du gleich mal?“ Er machte so ein besorgt-wichtiges Gesicht. Nickend fragte ich: „ Klar, was ist denn?“ „Gleich. Ich muss wieder zu Dracula.“ Schon war er wieder verschwunden. Anscheinend hat er Dracula bewegt. Gut, dann muss ich das nicht mehr machen, der Kerl war auch heute mit Training dran. Worums aber geht..? Hoffentlich ist nichts mit Dracula passiert. Sorgen breiteten sich aus. Das Zurecht legen des Sattelzeuges der Pferde die heute geritten werden sollten müsste warten, erstmal würde ich nach schauen was los ist.
      Lars war grade Dracula am abbürsten. Dee hatte ordentlich geschwitzt sah ansonsten aber quitsch lebendig aus und hibbelte wie immer ein bisschen herum und machte uns das Leben schwer. „HEY!“ Ich schreckte aus meinen Gedanken auf. Lars verpasste Dee einen kräftigen Klaps. „Er hat mich gezwickt.“, entschuldigte er sich und verzog das Gesicht. „Frechdachs. Aber er ist dennoch gut.“ „ Ich hab ihn mal ein bisschen gefordert, Medy hat gute Arbeit geleistet, der geht ne super L Dressur mitlerweile.“ „Wir könnten sie ja nochmal kommen lassen oder meinst du er wäre mit mehr Überfordert?“, fragte ich nachdenklich und kam naher um den Ponyhengst zu krabbeln. Dee ließ mal seine hengstige Seite fallen und drückte sich meiner Hand entgegen. „was du nur immer mit den Pferden machst!“, meinte Lars lächelnd. Dees Lippe zuckte, der Mascho genoss es sichtlich. „Achja und wir können ja mal mit Medy telefonieren was sie dazu meint.“, er schwieg kurz, setzte an etwas zu sagen, aber überlegte es sich doch anders. Nach einem Moment der Stille und einem Stirnrunzeln von mir kam er doch noch zu Punkt: „Ich glaub Pride geht’s nicht so gut.“ Nein! Ich verkrampfe leicht, „ Könnte ne Kolik sein.“ Dracula wurde unruhig, ich hatte unbewusst aufgehört ihn zu krabbeln. Meine Hand hing nur noch angespannt an seinem Hals, ich nahm sie weg. „Es ist noch nicht so schlimm. Ich hab den Tierarzt vorhin schon angerufen er kommt nachher.“ Ich nickte. „Magst du nach ihm schauen? „, fragte er sanft und legte mir seine Hand auf die Schulter. „Du kannst am besten mit ihm. Ich kümmer mich hier um den Rest. „Ja“, kam es leicht krazig aus meinem Mund. Er schenkte mir einen mitleidigen Blick, denn er wusste wie viel mir Pride bedeutete. Dann nahm er Dracula um diesen wieder in seine Box zu bringen. Also auf zu Pride. Wird schon nicht so schlimm sein. Warum hab ich das nicht gemerkt heute Morgen als er nicht raus geschaut hat! Ich hätte nach ihm schauen sollen.
      So schnell war ich noch nie bei einer Box gewesen. Vorsichtig lugte ich durch das Boxen Gitter. Da lag er im Stroh. Zumindest wälzt er sich nicht. Schwitzig sah er aus und er blähte auch die Nüsten. „Hallo Kleiner!“, begrüßte ich ihn leise und schob den Riegel zu Seite um einzutreten. Prides Blick wanderte zu mir. Langsam ging ich zu ihm hin und hockte mich neben ihn. Er legte mir pracktisch seinen Kopf in den Schoß, mir kamen beinahe die Tränen. Ich streifte ihm sein Halfter über und stand dann auf. „Komm! Hoch!“, versuchte ich ihn zum Aufstehen zu bewegen. Schnaufend kam er hoch. Zumindest das Geschafft. Er spannt den Bauch. Jetzt mal ein bisschen Bewegung, dass hilft. Hoffentlich kommt der Arzt bald. Mit einem sanften zupfen am Strick brachte ich ihn dazu mir zu folgen. Aus der Box raus, er sah nicht gut aus. Die Tränke hatte aber funktioniert, also lag es nicht daran. Erstmal würden wir ein paar Runden drehen.
      Es dauerte bis der Tierarzt kam. In der Zwischenzeit war ich mit Pride Runde um Runde gegangen und hatte immer wieder versucht ihm etwas Wasser anzubieten – bisher ohne Erfolg. Lars schaute auch immer wieder vorbei: „Wie geht’s ihm?“ „Nicht so gut.“ „Wenn du was brauchst sag mir Bescheid. Ich hab mein Handy dabei.“ „Klar“, meinte ich und schenkte ihm ein Lächeln. „Looki ist jetzt auch bewegt. Ich war eben mit ihm in der Halle und bin ein bisschen gesprungen..“, er hielt inne und grinste mich leicht an, „.. es war intressant, aber ich glaube nicht das er ein großes Springpferd wird. Cavalettis schafft er aber.“ Lars zwinkerte mir zu. Bei dieser Vorstellung wie er Looki wohl mit großem Aufwand zum Springen gebracht haben musste musste ich lachen. „Überlass das besser uns.“, ich schaute etwas wehleidig zu Pride. Er und ich – das war ein Team – wir waren beide unglaublich springbegeistert und kamen super miteinander aus. Aber ans Springen war momentan nicht im Entferntesten zu denken. „Ich bring jetzt erstmal die Zuchthengste in die Führmaschiene und dann reit ich noch Club.“ Ich nickte. Dann waren zumindest schon mal Admiral, Frisco, Coco´s Landzauber, Legacy of Gold, Golden Pirate, A le Hop und Club Can´t Handle Me bewegt.
      Endlich traf der Tierarzt ein. Ein schaute sich Pride genau an, tastet ihn ab. Drückte hier und da. Armer Kerl, er hatte echt Schmerzen. Und jetzt drückt der Arzt auch noch an ihm rum. Beruhigend streichelte ich ihn. „Also „, setzte der Tierarzt an, „ es ist wie sie dachten eine Kolik. Das Führen war schon eine gute Maßnahme, ebenso wie das Anbieten von Wasser. Ich werde ihm jetzt eine Krampflösende Spritze geben und ein Schmerzmittel.“ Den Strick fest in der Hand streichelte ich Pride und redete mit ihm um ihm abzulenken: „Schau her Junge! Alles wird gut. Hhmm? Ja, mein lieber Pride.“ Der Arzt setzte die Spritzen geschickt und Pride blieb brav. Er war aber auch fertig. “ Sie können ihn dann wieder in die Box stellen. Achten Sie darauf ob er trinkt. Aber er sollte erstmal noch nichts fressen. Wenn es sich bessert kann er wieder kleine Portionen Heu bekommen, was dann langsam gesteigert werden kann. Wenn es aber nicht besser wird sollten sie mich nochmal Kontaktieren, aber ich denke hiermit sollte es getan sein.“, wies der Arzt mich an. „Okay alles klar.“, ich verabschiedete mich mit einem Händeschütteln und brachte Pride etwas erleichtert in seine Box zurück. Dort räumte ich alle Futter Reste raus und stellte ihm zusätzlich zur Tränke einen Eimer mit lauwarmen, frischen Wasser in die Futterraufe. Es schien ihm schon jetzt etwas besser zu gehen. Zumindest steht er und ist nicht mehr schwitzig.
      Nach kurzem Tätscheln ließ ich ihn dann alleine, mein Magen grummelte schon seit geraumer Zeit und es waren noch andere Pferde um die ich mich heute kümmern müsste. Und die zwei Neuen! Erschrocken schaute ich auf meine Uhr. Vier Uhr. Mist. Eigentlich hätte ich vor einer halben Stunde bei der Züchterin sein sollen. Hastig zog ich mein Handy aus der Hosentasche – kein verpasster Anruf. Also machte ich mich auf die Suche nach Lars. Wie es schien hatte er inzwischen schon alle Hengst wieder in ihre Boxen gebracht, denn die Führmaschine war leer. Als ich die Futter- und Sattelkammer betrat bemerkte ich eine Notiz am Brett
      ‚Bin die Kleinen abholen. Hoffe du bist nicht sauer, dass du nicht mit bist ;)
      Lars‘
      Glückgehabt, es wäre mir sehr unangenehm gewesen, wenn niemand pünktlich dar gewesen wäre. Und ich war nicht sauer. Auch wenn ich natürlich schon sehr gerne mitgekommen wäre. Hatte er gut gemacht. Aber ich sehe die Kleinen ja nachher. Motte und Porcelain Doll. Beim Überprüfen der Tabelle stellte ich auch fest das Lars auch anscheinend noch unseren alten Herren Wild Dream geritten war, so hatte ich jetzt eigentlich nur noch ein Pferd heute zu reiten. Bei übriger Zeit würde natürlich sich auch keines der restlichen Pferde dagegen wehren, aber es gab immer einige „Pflicht“-Pferde, danach kamen die Optionen. Aber erstmal ging ich jetzt ins Haus. In der Küche stellte ich auch fest, dass Lars sogar gekocht hatte. Wie ich ihn liebe! Er hatte heute echt gerackert.
      Nach dem Essen ging ich wieder gestärkt erstmal nach Pride schauen, ich erwischte ihn grade mit dem Maul im Wassereimer. Erleichtert seuftze ich, worauf hin er seine Nase hob und ans Gitter presste. „Nein, Pride du kriegst nichts. Du willst doch wieder Gesund werden.“, wähnte ich. Weil ich ihn aber nicht so stehen lassen wollte kraulte ich ihn, es schien ihm schon deutlich besser zu gehen. Wie schön! Ich merkte wie ich deutlich entspannter wurde. So und jetzt kommt der Spaßige Teil des heutigen Tages.
      Roi du Soleil stand schon ungeduldig an seiner Boxen Tür, er war noch ziemlich neu doch hatte er sich schnell eingelebt und wartete nun jeden Tag auf seine Beschäftigung. "Hey du!", begrüßte ich den hübschen Hengst. Roi stampfte mit dem Huf auf und nachdem ich ihm diese ausgekratzt hatte und ihn mit Halfter am Strick aus der Box führte schien er fast etwas beleidigt. Armer Kerl, musste er heute so lange warten bis er dran war. Sonst war er früher.. Also schnell geputzt bis das rote Fell in der restlichen winterlichen Sonne funkelte und dann den Sattel drauf gepackt. Schnell flitze ich noch in die Sattelkammer um meinen Helm zu holen und nahm dabei wieder die halbe Tür mit "Autsch!" "Was für´n Mist!", fluchend ging ich wieder zu Roi zurück, darauf bedacht nicht weitere Ecken mit zu nehmen, der blaue Fleck würde nun reichen. Relativ flott war der Kerl gesattelt und als würde er sich bedanken wollen, dass er jetzt endlich seine heiß ersehnte Bewegung bekäme, stupste er mich sanft an. Lächelnd krabbelte ich ihn zwischen den Ohren. Brav folgte er mir zum Reitplatz, das Wetter war heute wirklich gnädig, blauer Himmel und Sonne. Naja kalt war es immer noch. Und feucht. Vom ganzen Regen. Aber was sollte man erwarten? Mit dem was man hat sollte man sich zufrieden geben und sich freuen. Ich öffnete unter einiger Anstrengung das Tor, da müsste man noch mal was dran machen, es funktionierte nicht mehr ganz so wie es sollte. Darum war ich froh als ich es wieder geschlossen hatte und im weiß umzäunten Reitplatz stand. Roi war hibbelig, das merkte ich schon beim aufsteigen. "Hey!", stehen bleiben war wohl nicht drin.. Schnell schwang ich mich hoch und ihn dann, er war einfach losgelaufen, anzuhalten und rückwärts wieder zum Ursprungsort zurück zu kehren. Dort ließ ich ihn erstmal stehen. Passte ihm natürlich nicht und er schlug mit dem Kopf. "Selber Schuld, wer sich bewegen will muss dennoch auf mich hören.", meinte ich etwas genervt. Als er es dann doch schaffte ruhig zu stehen durfte er dann endlich auch gehen. Im Schritt ging es einige Minuten über den Platz bis Roi gut aufgewärmt war. Dann sollte er traben. Die nächste Hürde an diesem Tag. Lief heut nichts wie es sollte? Sanft berührte ich seine Flanke und Roi preschte los als würde er ein Rennen laufen. Ein Galopprennen. Gegen die Schnellsten. Und er hält mit. "Hör auf!", schnauzte ich ihn an. Ein paar sehr eindeutliche Paraden und Volten ließen ihn zu seinem Glück wieder langsamer werden. So geht man nicht mit mir als reiter um. Hatte er jetzt gemerkt, würde er, hoffte ich für ihn, nicht nochmal machen. "Nächstes mal wirst du vorher longiert!", meinte ich zu ihm. "Was?", kam es zurück. Verwirrt schaute ich mich um und entdeckte Lars am Zaun, der musste natürlich lachen, ich schien wohl recht verdutzt zu schaune. Ich manovrierte Roi im lockeren Trab zu Zaun und ließ ihn dort anhalten. Na bitte, ging doch. Er stand ruhig. "Dachtest du dein Pferd spricht mit dir?", meinte Lars schmunzelnd. "Ich war mir nicht ganz sicher und habe schon an meiner Zurechnungsfähigkeit gezweifelt!", erwiederte ich lachend. "Wo sind denn die Kleinen?" "Ordentlich verstaut im Stall. Alles super gelaufen, sind brav in den Hänger und haben es sich dort bequem gemacht. Zwei ganz süße sind das!" "Super! Ich schau sie mir an, wenn wir hier fertig sind." "Lass dir Zeit mit Roi die Kleinen rennen schon nicht weg!", meinte Lars frech. Ich zog eine Schnute, doch musste dann lächeln, er kannte mich einfach zu gut. "Jaja." Also widmete ich meine Aufmerksamkeit wieder Roi. Erst lobte ich ihn natürlich, dass er so lange brav und ruhig gestanden hatte. Da hatte es wohl klick gemacht wer das sagen hatte. Als ich antrabte meinte Lars noch:"Ich mach schon mal die Abendrunde." Ich nickte nur. Ich hatte gar nicht wirklich wahrgenommen das es schon recht düster wurde, aber der Tag würde bald zuende sein. Roi stellte sich beim restlichen Reiten vorbildlich an, er arbeitete toll mit und bot sich von selber an. Fleißiger Junge! Als ich schließlich beendete schien er mit sich selbst sehr zufrieden zu sein und sich, zum Glück, gut ausgepowert zu haben. Ich würde mit Lars besprechen ein Paddock an seine Box zu Bauen, denn umziehen lassen wollte ich ihn nicht. Dort wo er momentan stand stand er eigentlich gut. Umzüge waren immer so große Pferde hin und her Schieberreien. Denn es konnte ja uch nicht jeder überall stehen. Also wäre ein neues Paddock die simpelste Möglichkeit. Klar, es müsste auch noch ein Durchgang nach Außengebaut werden, aber hey! Wofür hatte man einen handwerklich begabten Freund? Als Roi wieder in seiner Box stand könnte ich gar nicht schnell genug Sattel und Putzzeug wegräumen. Beinahe vergaß ich zu kehren. Doch der drohend in der Stall Gasse stehende Besen erinnerte mich daran. Seuftzend nahm ich ihn und beseitigte den Dreck vor Rois Box. Schließlich konnte ich mich doch endlich in Richtung Laufstall auf machen, auf dem Weg kam mir Lars entgegen. "Sie stehen doch im Laufstall?" "Ja, ich hab ihnen aber erstmal ein eigenes Stück abgetrennt, dass sie nicht sofort zu Gracie müssen." Ich nickte. "Bin gleich auch mit Füttern fertig. Dann geh ich rein. Pride geht es übrigens schon eindeutig besser." Erleichtert lächelte ich, er war mein Liebling, ohne ihn.. ich wollte es mir gar nicht vorstellen. Lars und meine Wege gingen wieder auseinander, ich betrat das Gebäude in welchem sich der Laufstall befand. Dunkelheit empfing mich. Licht an. Da standen sie.. zusammen gekuschelt bei Gracie. Absperren hatte wohl nichts gebracht. Motte und Porcelain Doll hatten sich einfach durch den sorgfältig aufgestellten Zaun gequetsch, wie war auch mir ein Rätsel. Verschlafen blintzelten mir drei Augenpaare entgegen. Lars hatte recht, sie würden mir nicht weglaufen, daher beschloss ich den dreien ihre ruhe zu lassen. Für die beiden Minis war der Tag schon aufregend genug gewesen. Lich aus und wieder raus. Lars war warscheinlich schon fertig. Auf dem Weg zum Haus ging ich nochmal bei Pride vorbei. Ruhig lag er im Stroh. Als ich langsam den Riegel aufschob und zu ihm rein ging, reckte er mir den Kopf entgegen und blieb völlig entspannt liegen. Vor seinem Bauch ließ ich mich nieder und lehnte mich gegen ihn, seinen Kopf legte er mir nun fast in den Schoß. Die Ruhe die er ausstrahlte ging auch direkt auf mich über. Nach diesem stressigen und aufregenden Tag könnte ich endlich wieder durchatmen. Vertrauensvoll ließ er sich von mir umarmen und krabbeln. Wir beide, das war was. Ich liebte diese Momente, die einem beinahe verzaubert vorkamen, etwas unreal, aber dennoch wundevoll. Ich strich noch einige male über sein braunes, weiches Ponyfell, bevor ich auf stand, aus der Box ging und mich, wieder etwas unbefangener, zum Haus und zu Lars aufmachte.

      Kurzer Zwischen-Pflegebericht
      Ich hatte in letzter Zeit ein bisschen Fehlplanung, weshalb ich schnell aus dem Bett sprang als mein Wecker schrillte. Im Hengststall versorgte ich flott All Pride, Roi du Soleil, Cocos Landwein, Admiral, Look at my Hair, A le Hop, Frisco,Legacy of Gold, Club cant Handel me, Golden Piratmit Frühstück nacheinander. Dann kamen die Zuchtstuten oder solche die es werden sollten dran. Nosferatu, Draculas Wife, Star, Happy Steffi, Lillifee, Vanity , Knives and Pens, Siana, Antigone , De luxe, White Dance, I like it, Juwel der Stille, Snow Whites Beauty, Wie konntest du nur, Drachenlady bekamen auch ihr Futter, worüber sie sich wie jeden Tag her machten. Danach brachte ich Davour, Pangäa, Famiah, Asfari Sharin, Laheeb al Amara, Eisenmann , Flaschenzieherin, Wild Dream auf ihre Koppeln. Ich hoffte niemanden in meiner Eile vergessen zu haben, hinterließ Lars noch eine Nachricht auf dem Küchentisch. Er war noch nicht aufgestanden, aber ich hatte heute Termine so das ich so früh raus musste. Zum Glück hatte ich bald wieder Zeit meinen Pferden die Pflege zukommen zu lassen, die sie brauchten und verdienten.

      So viele Helfer
      Pflegebericht
      Croccantino, Butterblume, Verdine, Roi du Soleil, Lillifee, Star, Vanity, Angel´s Kiss, Nesquik, Sally, Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Antigone, Knives and Pens, Siana, Drachenlady, White Dance, Juwel der Stille, De Luxe
      Es war schon Winter, aber zu meiner Freude erinnerte das Wetter einen noch eher an laue Herbsttage. Somit wehte mir auch kein eisiger, schneidender Wind entgegen, als ich aus dem großzügig gebauten Einfamilienhaus trat. Seit kurzem hatten wir zwei Wohnungen in unserem Haus abgetrennt, aus vorher mehr oder weniger genutzen Räumen. Weniger, musste ich eingestehen. Und Lars hatte schon Pläne für weitere Wohnungen. Nicht das er neuerdings sich als Vermieter versuchte, nein, wir hatten nun Angestellte. Wie merkwürdig das klingt. Ich hatte mich immer alleine um meine Pferde, meinen Hof gekümmert. Aber nun war ich doch glücklich über Lars rationale Denkweise, denn inzwischen war die Größe des Hofes und Menge der Tiere nur noch schwer alleine zu bewältigen. Und somit hatten sich jetzt Peter, alteingesessener Pferdewirt, und Alexandra, welche bisher im Beritt und Reitunterricht tätig gewesen war, aber sich hier auch um die Pflege kümmern würde, dort einquartiert. Bisher verstand ich mich mit beiden recht gut, aber was konnte man schon nach so kurzer Zeit sagen.
      Alex kam grade aus der Tür hinter mir, „Ausnahmsweise kein Regen.“ Nickend stimmte ich ihr zu, denn es war zwar immer noch recht mild, aber wir hatten einige Tage des Dauerregens erlebt. „Ich hoffe der Boden ist nicht mehr so schlammig, ich wollte heute mit Blümchen eine Trainingseinheit im Gelände absolvieren.“, auf diese Idee war ich gekommen nachdem Cata mal wieder da gewesen war. Denn momentan schien Butterblume wohl eine Blockade, mental gesehen, zu haben. Denn trotz Talent und Können hatte sie nun beim Springen Schwierigkeiten. Im Gelände, kleine Hindernisse und Motivation durch andere Pferde(ich hatte Lars dazu verdonnert mir Gesellschaft zu leisten und eine Freundin würde auch mitkommen), hoffte ich würde sie den Spaß bei der Sache wieder finden und über ihren Schatten springen und letzteres wohl auch wortwörtlich. Alex nickte verstehend. „Du bewegst am besten heute erstmal die Zuchtstuten.“, teilte ich ihr mit. Wiederum nickte sie und verschwand Richtung der Besagten.
      Zu den Zuchtstuten zählten alle meine prämierten Stuten, welche zumeist gerade tragend waren und somit nur für einige Zeit aufs Paddock gelassen werden mussten oder für einige Runden in die Führmaschiene kamen. Zum Glück konnte man die Paddocks wieder nutzen. Schweigsames Mädchen, dachte ich noch kopfschüttelnd und machte mich Richtung Nebenstall auf, denn erst würde ich mich heute noch um meinen liebsten Croccantino kümmern. Auf dem Weg zu dessen Box kam ich an Peter vorbei, welcher eifrig, aber dennoch irgendwie gemütlich, dabei war die Boxen zu misten. „Morgen, Frau Esenbeck!“, grüßte er mich. „Morgen Peter, schon so weit?“ „Ja man muss doch anpacken!“ Lächelnd reichte ich ihm den Stroballen, welcher vor der Box lag. Er hat trotz der frühen Stunde schon gute Arbeit geleistet. „Machst du gleich mal Pause und teilst die Morgenrationen aus?“, fragte ich ihn. „Ist schon in Arbeit!“, kam die Antwort, die von der Tonlage nicht hätte passender für so einen alten, bodenstämmigen Mann hätte sein können.
      Mit dem gesattelten Croccantino machte ich mich Richtung Halle auf. Die Reitplätze sahen noch zu unfreundlich aus, auch wenn die Sonne sich gerade durch die Wolkendecke gekämpft hatte. Wenn es so bliebe würde der Ausritt heute schön werden. Croc war derzeit in allen wichtigen Sparten auf L Stand und hatte beste Aussichten ein top Sport- und Zuchtpferd zu werden. Die Körung hatte er zu meiner großen Freude erfolgreich absolviert und würde nun im nächsten Frühjahr mit 5 Jahren bei den Großen anfangen mit zu mischen. Eine lockere Stunde hatte ich angesetzt und so ließ ich ihn nach einer Aufwärmphase ruhig antraben. Mittlerweile war er recht routiniert unter dem Sattel und wundervoll feinfühlig. Nach einigen einfachen Übergängen war der Gute auch munter bei der Sache dabei . Wir nahmen Galopp – Schritt Übergänge hinzu und nachdem er diese talentiert meisterte wagte ich mich auch an den Halt aus dem Galopp. Zu meiner Freude schaffte er es nach ein paar Anläufen. Zwar schien er mir etwas nervös, dass ich etwas von ihm forderte, was er noch nicht kannte, und der Halt war noch ein wenig ruckelig. Dennoch machte er seine Sache super und schien aufmerksam dabei zu sein. Seine Ohren schlackerten etwas hin und her aufmerksam was als nächstes folgen würde. Fröhlich klopfte ich ihm den Hals. Im weiteren Verlauf fragte ich nur bekannte Lektionen ab. Etwas Außengalopp, Kehrtwendungen und das Vergrößern und Verkleinern des Viereckes. An der Bande lag die Abschwitzdecke bereit, welche ich nach dem Training mit Schwung über den Pferderücken schmiss.
      Als Croc wieder in seiner Box stand, nun auch verspätet sein Müsli mampfend und ich aus der Box trat kam eine grinsende Gestalt die Stallgasse entlang auf mich zu. Mit lauter Stimme trällerte sie mir fröhlich entgegen: „Da versteckst du dich also! Wie geht’s dir? Hier findet man ja niemanden ohne GPS-Gerät und Lageplan!“ Ebenfalls grinsend trat ich ihr entgegen:“Louisa! Schön dich zu sehen! Gut, ich hab viel zu tun, aber das macht mich ja alles nur glücklich. Hast du Lars schon begrüßt?“ Besagter kam in diesem Moment um die Ecke, lächelte und beantwortete meine Frage: „Noch nicht, aber das holen wir schon nach! Na kleine Schwester? Gut hergefunden?“ Er umarmte Louisa herzlich, welche darauf im Anschluss mir in die Arme fiel. Als sie von mir abließ schaute mich meine Freundin und jündere Schwester meines festen Freundes an: „Wie ich dich kenne hast du schon was geplant oder?“ „Wir gehen ausreiten, das schöne Wetter muss man doch nutzen!“ „Dann geh ich mich mal grade umziehen, okay?“ „Mach das! Mich hat sie auch noch zum Ausritt abkommandiert.“, Lars klopfte seiner Schwester auf die Schulter. „Als ob du was dagegen hättest!“, meinte diese keck und verschwand richtung Stalltür. „Ich steh nicht so auf Kaffeklatsch !“, rief Lars Louisa noch hinter her. Danach verschwand auch er um Roi du Soleil fertig zu machen. Ich selber wandte mich Butterblume zu, als ich mit dieser ferig war, ging ich nach Louisa schauen, welche bei Verdine zugange war. „Diese hier ist aber neu, oder?“ „Ja, ich dachte mir sie passt zu dir! Lieb ist sie … und sie springt nicht gerne!“, kicherte ich wofür ich eine rausgestreckte Zunge erntete. „Aber gut, dass ich nicht springen muss.“, meinte Louisa sanft lächelnd. Als ich mir sicher war das Louisa problemlos mit Verdine klar kam, die Stute schien meine Freundin zu mögen, wurde diese doch sachte angestupst, ging ich auf die Suche nach Alex.
      „Lillifee, Star, Vanity, Angel´s Kiss, Nesquik, Sally, Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Antigone, Knives and Pens und Siana?“,zählte ich alle auf, man konnte ja nicht wissen ob schon alle Pferde im Petto hatte. „Ja, alle bewegt und wieder glücklich und sauber in der Box!“, meinte sie lächelnd. Ich musste auch grinsen: “Sehr schön! Ich bin jetzt mit Lars und seiner Schwester auf Butterblümchen, Verdine und Roi im Gelände. Du kannst ja noch Drachenlady zusammen mit De Luxe aufs Paddock bringen und White Dance und Juwel der Stille reiten, was du mit den beiden genau machst kannst du dir aussuchen!“ „Mir fällt schon was ein!“
      Das Gelände schien wie gedacht eine positive Wirkung auf Blümchen zu haben. Motiviert lief sie an der Spitze auch wenn Roi immer wieder versuchte sich vor zu drängeln. Darauf hin beschlossen wir ihn ans Ende zu verbannen. Lars war ganz froh nach hinten etwas Platz zu haben, denn der Hengst schien es heute echt hinter den Ohren zu haben und machte Lars das leben schwer. Währenddessen genossen Louisa und ich vor ihm den Ausritt und Verdine und Butterblümchen schienen sich zusammen stark gegenüber dem hinter ihnen randalierendem Hengst zu fühlen. Mit Verdine hatte ich das Richtige Pferd für Louisa ausgesucht, die Stute war brav zu bewegen, wenn auch etwas ängstlich, doch damit konnte meine Freundin umgehen. Als wir eine Strecke erreichten, welche von einigen kleineren Hindernissen gesäumt wurde gingen wir in den Galopp. Die ersten Sprünge ließen wir noch aus, doch dann merkte ich wie Blümchen unter mir zappelig wurde und den an ihr vorbei ziehenden Hürden nachschielte. Louisa und Lars würden nicht Springen, dazu war Roi zu aufgekratzt heute. Louisa und Verdine waren sich einstimmig sicher, dass der Ausritt ohne Sprünge spaßiger sei. Somit lenkte ich vor dem nächsten Baumstamm alleine ab und ging auf die Nebenspur des Waldweges. Gekonnt zog Blümchen an, taxierte und übersprang sorgenfrei das kleine Hinderniss. Neben uns galoppierten die zwei anderen Paare. Vorne ruhig Verdine, hinten zwei etwas muffelige Männer.
      Als wir wieder am Hof ankamen war Roi doch endlich mal zu ruhe gekommen und Lars konnte grade verschnaufen. Aber dieses Glück währte nicht lange, schon fing der Hengst wieder an zu blödeln. Etwas missmutig saß Lars ab und verschwand, sich im gehen eine Gerte und Longe greifend Richtung Halle. „Da wird jetzt aber einer Ärger bekommen.“ „Das ist der Doofe selber Schuld, soll er doch Lars nicht so ärgern!“, meinte ich schmunzelnd. „Aber lustig wars auch irgendwie“, gedankenverloren streichelte Louisa Verdine, welche das sichtlich genoss. Als ich absaß betrachtete ich Butterblümchen, welche endlich wieder eine Freude an den Tag gelegt hatte beim Springen, wie früher. Vielleicht ist sie noch nicht reif für Tuniere? Louisa verschwand ebenso wie ich in einen der Stalltrakte und das Pfderd abzusattel und zu putzen. Später würden wir uns noch alle im Haus wieder sehen, wo sie für die Dauer ihres Aufenthaltes ein Gästezimmer mit Bad bezogen hatte. Ich freute mich jedes Mal wieder wenn eine meiner Freundinnen für einige Zeit zu Besuch kam.

      Pflegebericht für Kiras Hengste
      "Hallo, ich bin Kira Esenbeck, schön, dass du kommen konntest", stellten sich mir die junge Frau vor, die soeben aus dem Stall gekommen war. Ich war hier, um mich heute um die Hengste des Gestüts zu kümmern. Ich wusste zwar nicht den genauen Grund, warum sie niemanden hatte, der sie Hengste versorgte - wahrscheinlich war ihr Stallhelfer krank oderso -, aber dennoch hatte ich mich kurzfristig bereit erklärt, ihr heute unter die Arme zu greifen. Da ich noch nie auf dem Hof gewesen war, zeigte mir Kira alles, was ich heute brauchte. Zu aller erst natürlich den Hengststall, wo mir schon viele neugierige Augen entgegen sahen, dann noch die Futterkammer, wo Behälter mit diversen Müslis standen und die Sattelkammer, wo das ganze Zubehör der Pferde ordentlich verstaut war. Dann verabschiedete sie sich in den Stutenstall, denn auch für sie gab es heute viel zu tun. Ich schnappte mir derweil das nächstbeste Halfter und suchte dann im Stall nach einem Boxenschild das mit dem selben Namen wie der Haken, an dem das Halfter gehangen hatte, beschriftet war. Schnell wurde ich fündig und holte den Welsh A-Hengst namens Admiral aus seiner Box und band ihn im Gang an. Während ich in der Sattelkammer nach seinem Putzzeug stöberte, knabberte der Hengst gedankenverloren an seinem Strick. Zuallererst kam - wie immer - die Fellpflege, die bei dem kleinen Hengst zum Glück nicht lange dauerte, dann säuberte ich ihm gründlich die Hufe und brachte ihm sein Futter. Während er noch fraß, holte ich auch schon den nächsten Stallbewohner aus der Box; ebenfalls einen Welsh A-Hengst, der den Namen Coco's Landzauber trug. Mit einem Sicherheitsabstand von drei Metern zu Admiral band ich auch ihn im Stallgang an. Ich glaubte zwar nicht, dass sich die beiden zanken würden, aber sicher war sicher. Auch Coco musste eine ausgiebige Putzeinheit über sich ergehen lassen, gründlich wie ich war. Kaum hatte ich ihm sein Futter hingestellt, senkte er auch schon den Kopf darüber und begann es gierig zu fressen. In Sachen Futter waren doch wirklich alle Pferde gleich. Jetzt, da Coco beschäftigt war, sah ich wieder nach Admiral, der seine Futterschüssel schon geleert hatte. Ich brachte ihn zurück in seine Box und öffnete die Tür zu seinem Paddock. Heute hatten die Pferde einen Ruhetag, also konnte sie den ganzen Tag fressen und dösen, was Pferde hält so den ganzen Tag machten. Froh darüber, dass Admiral gleich durch die Tür nach draußen marschierte, schnappte ich mir Mistgabel und Schubkarre und holte die dreckige Streu aus der Box, um sie durch neue zu ersetzen. Auch die Box von Coco's Landzauber säuberte ich, bevor auch er auf den Paddock durfte. Nun holte ich Golden Pirate aus seiner Box. Der kleine Hengst bekam wie auch die beiden anderen das Fell ordentlich geputzt und dann sein Futter. Während er fraß machte ich auch seine Box frisch, genauso wie die Boxen von A Le Hop, All Pride, Auftakt, BonnyBoy und Single Malt, welche ebenfalls geputzt wurden und ihre tägliche Portion Futter bekamen. Erstaunt stellte ich fest, dass mittlerweile die Hälfte der Hengste versorgt war, weshalb ich eine kleine Pause einlegte. Dann holte ich Fürst der Finsternis und Dracula, welche, wie mir auffiel, vom Namen als auch von der Fellfarbe her gut zueinander passten, und versorgte auch sie mit Striegel und Futter. Bei Dracula dauerte dies etwas länger, da ich die ganzen Späneschnipsel, die sich in seinem Schweif verfangen hatten, alle einzeln herauszupfen musste. Deshalb war ich froh, als ich die beiden Rappen auf den Paddock ihrer frischgemachten Box bringen konnte und Legacy of Gold aus seiner Box holen konnte. Bei dem Lichtfuchs brauchte ich nicht lange, um ihn wieder zurück zu seiner Box zu bringen, denn sein Fell war fast ganz staub- und Druckerei und auch das Futter war schnell im Pferd verschwunden. Als ich die nächste Box öffnete, bekam ich fast einen kleinen Schreck, denn der Welsh D-Hengst Roi du Soleil sah im ersten Augenblick wie ein Pferd auf dem ich reiten gelernt hatte aus. Auch Rois Fell beanspruchte nicht viel Zeit, allerdings ließ er sich beim Fressen doch etwas Zeit, sodass ich seine Box gründlich ausmisten konnte. Auch Roi ging, wie auch die anderen Hengste erst einmal auf den Paddock, nur um dann in der Sonne zu dösen. Mittlerweile waren nur noch drei Pferde unversorgt; Look at my Hair, Frisco und Club can't handle me, allesamt Fellponys. Die drei waren alle quirlige Kerle, die sich in der Box wohl die ganze Nacht gewälzt hatten, nach den Millionen Späneschnipseln in ihrem Fell zu schließen. Doch auch sie waren schnell versorgt und ich holte Heu vom Heuboden, welches ich gerecht auf die Heunetze der Hengste verteilte. Dann meldete ich Kira, dass es allen Hengsten gut ging und ich sie alle mit Futter versorgt hatte. Sie dankte mir überschwänglich. Da ich heute noch nach Hause kommen musste, verabschiedete ich mich bald von ihr und den Pferden. Es hatte Spaß gemacht, einmal ein paar andere Pferde als die altbekannten zu sehen.

      Schlammmonster, lahmende und andere Ponys
      Pflegebericht
      Armani, Coco´s Landzauber, All Pride, Frisco, Admiral, Auftakt, BonnyBoy, Golden Pirate, Legacy of Gold, A le Hop, Look at my Hair, Single Malt, Fürst der Finsternis, Dracula, Stromer´s Painting Gold, ZM´s Zanaro, Club Can´t Handel Me, Lady Moon, Butterblume Roi du Soleil
      Unschlüssig was er tun sollte stand Armani neben mir, Alex hatte mich gerade aufgehalten. Mit Coco´s Landzauber am Strick stand sie vor mir. „Ich glaube er lahmt, kannst du dir das später mal ansehen? Ich bringe ihn erst mal zurück in die Box.“. „Mach das! Ich schau ihn mir nachher mal an.“, nickte ich ihr zu und setzte dann meinen Weg zur Weide fort. Armani folgt mir etwas entspannter, mit Coco hatte er noch nichts zu tun gehabt, auch wenn er bald mit der ganzen Ponyhengstherde vergesellschaftet werden sollte.
      Vorläufig ließ ich ihn aber wieder zusammen mit All Pride, Frisco und Admiral auf eine der Weiden. Die drei Hengste waren besonders verträglich und so hatte ich den Neuen erst in diese Teilgruppe integriert, damit er später nichts von allen Seiten gemobbt wurde. Gerne hätte ich Armani auch mit Auftakt zusammen gestellt, denn dieser war vom äußerst friedlichen Gemüt, doch dieser war der Weidepartner von BonnyBoy, welcher keine anderen Hengste akzeptierte und diese ordentlich zusammen faltete. So konnte er nur mit Stuten oder Auftakt zusammen stehen. Dieser kam neugierig an den Zaun als ich mit Armani vorbei ging. „Na großer?“, rief ich den Hengst zu und konnte mich nicht dagegen wehren kurz stehen zu bleiben um den mittlerweile 16 jährigen die Stirn zu kraulen. Genüsslich schubberte er seinen kräftigen Kopf an meiner Hand. Bou begann sich missmutig zum Zaun zu bewegen, als er Armani entdeckte. Mit einem Klopfen auf den Hals verabschiedete ich mich um Zankereien zu entgehen.
      Heute war ausnahmsweise mal Wetter, welches man fast Sommer nennen konnte. In letzter Zeit hatte es viel geregnet, doch heute strahlte mir passend zu meiner guten Laune auch ein blauer Himmel entgegen. Armanis Weidepartner hatten sich schon über ihr Stück Wiese verteilt. Armani selbst deutete einen Sprint an, als ich den Strick aushakte, überlegte es sich aber nach einigen Metern und senkte abrupt den Kopf richtig Gras. Ich musste grinsen, jedes Pony war verfressen, so gut manche es auch verbergen mochten, Futter liebten sie alle. Da heute auch keine Reitstunden waren, standen die meisten Pferde draußen und durften sich einen schönen Tag machen. Die Hengste wurden sowieso eher wenig für den Unterricht genutzt. Auf meinem Rückweg zum Hof ging ich den Rundgang um die große Stutenweide weiter um so bei meinen anderen Zuchthengsten vorbei zu kommen.
      Schon von weiten sah ich Golden Pirate und Legacy of Gold mir entgegen leuchten, ihr goldenes Fell reflektierte die Sonne und hob sie aus dem grünen Gras hervor. Aber auch wenn beide Golden waren so wurde dies bei Gold durch das Flaxengen und Pangare und nicht wie bei Pirate durch Cream hervorgerufen. Mein Blick schweifte über die Weide auf der Suche nach meinem dritten aufgehellten Fuchs, aber ich entdeckte nur A le Hop, ein Dunkelfuchs, der grade begeistert sich im feuchten Sand-Schlamm-Gemisch vom Flussufer wälzte. Auch Look at my Hair stand am Flussufer und planschte mit dem Huf im Wasser. Neben ihm prustete ein lehmfarbenes Pferd Luftblasen ins Wasser um dann darauf den Kopf zu heben und seine Rosa-Cremefarbene Nase zu zeigen. Single Malt hatte ich somit nun auch entdeckt, doch der Cremello war nicht wieder zu erkennen, sein Fell war dunkel vom wälzen im Schlamm. Ich war froh heute nicht den Plan zu haben ihn zu reiten. Die letzten im Bunde, Fürst der Finsternis und Dracula, bewegte sich langsam unter einigen Bäumen hervor – ihnen war es wohl zu warm in der Sonne geworden. Während Fürst nach einigen Metern zu den anderen hinüber schwenkte, schritt Dee zielstrebig auf mich zu,. Wartend lehnte ich mich an den Zaun. Die weiche Ponynase find an meine Kleidung zu durchwühlen und Dee knabberte frech an einer Hose. „Hey!“, rief ich ihn zurecht, als er meine Haut mit erwischte. Verdutzt schaute er ich an. Nach einiger Zeit riss ich mich los, nachdem ich auch einiges an Leckerchen los geworden war.
      Mein Weg zurück hätte mich eigentlich ein Stück durch den Wald geführt, doch da ich keine Lust auf Mücken hatte und auch nicht allzu viel Zeit hatte ich mich als Abkürzung an der Stutenweide entlang gequetscht, was nicht ohne Blessuren an mir vorbei gegangen war. Es war halt kein Weg, sondern ein ganz schönes Dickicht. Ich rieb mir über den Oberarm, wo ein roter Striemen diesen zierte. Als ich a alten Putzplatz vorbei kam erntete ich verwunderte Blicke, ich sah wohl etwas zerzaust aus. „Ich hab ne Abkürzung genommen.“, rief ich Andrew entschuldigend zu und zuckte mit den Schultern. Dieser grinste mir nur entgegen, „Solange wir pünktlich los kommen!“ , und striegelte weiter über Stromer´s Painting Golds buntes Fell. Ich nickte. Die schmale Vollblut Stute genoss dies sichtlich. Neben ihr stand ZM´s Zanaro, völlig entspannt am dösen. Ich machte mich rasch auf dem Weg zum Haus u meine Kleidung etwas reittauglicher zu gestalten. Mit Jeans und Hemd konnte man zwar auch aufs Pferd, doch erschien es mir nicht angemessen. Andrew und ich hatten im nahegelegensten Rennstall die Erlaubnis bekommen, heute deren Rennbahn zu nutzen. Daher wollten wir mit meinen beiden Vollblütern pünktlich los und die Zeit ausnutzen zu können. Die Zusage war etwas unvermittelt gekommen, weshalb mein Freund Lars andere Termine für mich hatte übernehmen müssen, was mir gar nicht gefiel, aber so war es nun mal manchmal. Ich war schon froh jetzt Andrew Cole auf meinem Hof zu haben, der sowohl Rennpferde wie auch normale Sportler verstand. Gebürtig kam er aus England, arbeitete aber schon länger in Deutschland, woher auch seine Mutter stammte. Daher konnte er auch nahezu perfekt Deutsch, was die gemeinsame Arbeit erleichterte.
      Fertig umgezogen wollte ich nun noch nach Coco´s Landzauber sehen, Andrew kam mir mit der in eine Fliegendecke eingepackten Goldie entgegen. „Ich komm gleich, Landi läuft wohl nicht ganz klar, dass muss ich mir vorher noch anschauen.“, meinte ich zu ihm. Mit einem keinen blauen Halfter holte ich den Hengst raus, das mir Alex in die Arme lief kam mir gerade gelegen. „Kannst du mir mal helfen? Ich wollte ihn mir grade anschauen.“ „Klar! Kann ich Club Can´t Handel Me gerade noch zum anbinden gehen?“ , etwas verschlafen schaute der murmelige Ponyhengst neben ihr drein. „Ich hab leider nicht so viel Zeit, stell ihn doch einfach kurz in Landi´s Box.“. Gesagt, getan, Club wurde in die Box gestellt, was ihm völlig egal zu sein schien. „Was willst du nachher mit Club machen?“, fragte ich sie. „Die Speckmurmel soll mal was arbeiten, ich hatte gedacht in der Hale etwas Dressur- und Stangenarbeit.“ „ Oh ja, gute Idee, lass ihn ordentlich schwitzen!“.
      Aus dem Stallgebäude draußen, ließ ich Alex mir Landi im Schritt und Trab auf dem gepflasterten Hof und normalem Erdboden vorlaufen. Im Schritt zeigte es sich kaum bis gar nicht, aber im Trab auf hartem Boden, wurde sehr deutlich, dass er hinten links lahmte. Ich stoppte Alex und kontrollierte sicherheitshalber seine Hufe auf Steine – nichts. Seufzend stellte ich fest, dass wohl ein Tierarzt kommen musste, ich hoffte er habe sich nur vertreten und ein Zerrung und nichts Ernstes. Kannst du einen Tierarzt anrufen bevor du mit Club in die Halle gehst? Das wäre super, er lahm hinten links schon ziemlich. Und würdest du ihn wieder weg bringen, ich hab´s leider etwas eilig.“. “Klar, kein Problem!“. Der arme Landi verschwand im Stall während ich mich beeilte in den Wagen zu kommen.
      Die Fahrt zum Rennstall, dessen Bahn wir nutzen heute durften, dauerte 30 Minuten. Das war zwar nicht kurz, aber sinnvoller als eine eigene Rennbahn, denn außer den zweien im Hänger hatte ich keinen Galopper im Stall. Und Zanaro hatte zwar Spaß am Rennen, aber die klassischen Disziplinen lagen ihm mehr. Goldie war das Rennpferd, mit hervorragendem Stammbaum, kam sie aus England von dem Pineforest Stable. Dieser hatte sich ganz der Zucht und dem Training von Vollblütern verschrieben, welche erfolgreich im Rennsport, aber auch in allen anderen Sparten waren. Auch Zanaros Abstammung konnte sich sehen lassen, aber er war erwartungsgemäß nicht auf Rennen gezogen.
      Am Stall angekommen hielten wir kurz um im Büro Bescheid zu geben, dass wir da waren. Die Bahn war frei und so fuhren wir direkt zu dieser hoch um dort die Pferde auszuladen und aufzuzäumen.
      Andrew schwang sich auf Goldie, während ich auf Zanaro stieg. Die Bahn war wirklich sehr schön und ordentlich gehalten. Gemächlich drehten wir einige Runden im Schritt, ehe wir die Steigbügel verkürzten. Startboxen hatten wir keine, aber diese waren auch nicht notwendig und zudem kannten beide Pferde diese schon. Vor einiger Zeit waren Zanaro und Goldie in einem Aufgewichtsrennen gestartet, wo mein Hengst in seiner Klasse den 5. und Goldie in ihrer für ihr junges Alter einen wirklich guten 6. Platz.
      Ruhig ließen wir die Pferde angaloppieren. Goldies Ohren schwangen hin und her und Andrew hatte Mühe die junge Stute zurück zu halten, doch wir wollten die ersten Meter die Pferde entspannt laufen lassen. Zanaro hielt sich an das Tempo. Dann ließen wir die Pferde Gas geben. Goldie preschte übermütig nach vorne, während Zanaro langsam aber stetig beschleunigte. Goldie war mit Andrew uns schon ein gutes Stück vor raus, dieser versuchte die Stute etwas ruhiger zu bekommen damit sie auch die restlichen Meter schaffen würde. Bis zum Ziel hatten wir das andere Paar grade überholt, war doch Zanaros Ausdauer und Erfahrung höher. Dennoch besaß Goldie deutlich höheres Potential.
      Wir ritten die Pferde ab, ehe sie wieder in den Hänger kamen und wir uns auf den Heimweg machten. Andrew wollte in nächster Zeit vermehrt an Goldies Ausdauer arbeiten und versuchen die Stute ruhiger starten zu lassen. Für Zanaro stellte das Rennen eher eine spaßige Abwechslung zur normalen Ausbildung dar.
      Als wir auf den Hof fuhren kam Alex uns schon entgegen. „Ich hab mit dem Tierarzt telefoniert, er kommt sich morgen mal Landzauber anschauen.“. „Alles klar! Wie lief es mit Club?“, fragte ich sie. Andrew war schon damit zugange die Pferde weg zu bringen. Währenddessen rollte auch ein blauer Jeep auf den Parkplatz. „ Ganz gut, wie erwartet faul, aber mit viel Treiben war er dann auch am Ende fertig!“, lachte sie mir entgegen, ich grinste mit. Der Ponyhengst war wirklich ein verfressenes faules Ding. Hinter mir hörte ich plötzlich ein noch etwas quietschendes begeistertes bellen. Während ich mich rumdrehte, fiel mir ein, dass Lars heute unseren Welpen abgeholt hatte. Der Kleine war vorbei an Lars aus dem Kofferraum gesprungen und schnüffelte aufgeregt herum, als er uns entdeckte kam er schwanzwedelnd auf uns zu, Lars folgte ihm mit einem Lächeln. „ohhhh“, kam es neben mir von Alex. „Na hallo kleiner!“, ich hockte mich runter und krabbelte den kleinen Hund, welcher sich auf den Rücken schmiss. „Er ist wirklich schick und so ein lieber!“, meinte ein Freund anerkennend welcher ihn heute zum ersten Mal in live gesehen hatte. „Hab ich gut ausgesucht, was?“, grinste ich.
      Noch brauchte der Barsoi Welpe einen Namen, aber dafür war auch noch später Zeit. Lars nahm ihn mit ins Haus, während ich zu Lady Moon ging. Die 8-Jährige versprach mit Training einmal eine große Sportlerin zu werden. Bisher war sie noch nicht viel gefördert worden und so wollte ich es auch erst langsam angehen lassen. Das verbleibende Licht nutze ich für einen Ritt ins Gelände. Hinter dem Nebenstall, an der großen Stutenweide vorbei ging es in den Wald. Mit Elan sprang die Stute die kleinen festen Hindernisse im Wald. Als die Lady anfing zu schwitzen machte ich mich langsam auf den Rückweg. Dafür, dass sie vor meinem Kauf lange Zeit nicht mehr gearbeitet wurde, hatte sie noch eine gute Ausdauer. Aber ich wollte sie auch nicht überstraperzieren.
      Als Lady wieder versorgt war, holte ich noch schnell Butterblume. Bevor ich Roi reiten würde wollte ich die Stute noch nach draußen bringen. Auf dem Weg zu dem kleinen Sand Paddock wurde die Stute nervöser je näher der Wald kam, doch sie ließ sich noch Händeln was eine Verbesserung war. Sicherheitshalber ging ich mit auf das Paddock und hievte die Balken des Tores wieder in die Metallhalterungen, ehe ich den Strick ausklinkte. Angespannt stürmte Blümchen los bis sie der nahende Zaun zum stoppen zwang. Unglücklich durch diese Grenze hüpfte sie vor dem Zaun mit der Vorhand. Zum Glück war der Zaun dieses Sandpaddocks extra hoch und so wagte die S-Springstute dann doch keinen Versuch diesen zu überspringen. Langsam kam sie etwas zur Ruhe, sodass ich durch den Zaun schlüpfen und sie guten Gewissens für einige Zeit alleine lassen konnte.
      Mit Roi du Soleil hatte ich Dressurarbeit vor, in der Halle lagen noch die Stangen von Alex Arbeit mit Club und so beschoss ich diese auch in das Training einzubauen. Nach kurzen Dominanz gehabe machte der Hengst begeistert mit, schwungvoll trabte er über die Stangen und es schien fast so als würde er sich selber ärgern wenn er eine dieser berührte. Lobend klopfte ich den kräftigen Hals des Hengstes. Durch die Fenster schien noch das letzte Licht des Tages und tauchte die Halle in ein goldgelb. Roi hatte deutich an Kondition dazu gewonnen, durch sein Distanztraining vor einiger Zeit und so war der Hengst am Ende nicht annähernd erschöpft. Der Kraftprotz sollte nun täglich bewegt werden um ausgelastet zu sein und ich freute mich schon auf die nächsten Turniere mit ihm.
      Zuletzt brachte ich noch Blümchen wieder in ihre Box. Beim Paddock fand ich zu meiner Freude eine entspannte Stute vor, die vertrauensvoll zu mir kam und kuschelte. Ihr schwarzes Fell war von feinem Staub bedeckt, daher bürstete ich sie mit einem weichen Striegel über. Nach dem Hufe auskratzen ließ Blume sich auch brav in den Stall bringen.

      13.02.2017 - Pflegebericht - kira
      Admiral, Dracula, Golden Pirate, Armani, Auftakt, All Pride, Coco´s Landzauber, ZM´s Zanaro, Lady Moon, Butterblume, Roi du Soleil, Viona, Nandalee, Club Can´t Handel Me, Legacy of Gold, A le Hop, Daydreaming Sorrow, BonnyBoy, Single Malt, Fürst der Finsternis, Wie konntest du nur, I like It, Frisco, Look at my Hair
      Es war noch sehr früh, doch das Dämmerlicht welches inzwischen herrschte verriet, dass der Winter sich nun dem Ende neigte. Die Tage wurden wieder länger. Jascha hatte ich noch nicht zum aufstehen bewegen können und im Stall herrsche auch noch verschlafene Ruhe. Die letzte Woche hatte der Winter sich noch einmal mit Schneeregen und Frost gezeigt und so war ich sehr froh, dass nun der Boden wieder trocken war und ich die erste Fuhre der Zuchthengste hinausbringen konnte. Hibbelig folgten mir Armani, Auftakt, All Pride und Coco´s Landzauber. Auch wenn die beiden Vater-Sohn-Gespänne eigentlich zu den ruhigeren gehörten, vor allen Armani war noch immer recht zurückhaltend, auch wenn er nun schon 9 Monate auf einem Gestüt lebte, doch das schlechte Wetter hatte den Weidegang stark eingeschrenkt. So düßten die vier mit einer Energie los, welche jedes Vollblut stolz gemacht hätte. Ich brachte noch Admiral, Dracula und Golden Pirate hinterher, bevor ich mich einzelnen Pferden zuwenden konnte. Die Stuten würde heute einer der Angestellten raus bringen und auch den Wechsel auf der Hengstweide würde einer diese übernehmen. Im Stall überprüfte ich ersteimal das Aufgaben Brett. Um 11 Uhr gab ich eine Reitstunde und nach der Mittagszeit ebnfalls eine, aber für die Fortgeschrittenen. Die 11 Uhr Reitstunde würde ich an Marion abgeben. Ich trug das reinbringen der Hengst in Alex´s Spalte ein und fügte noch hinzu, dass sie im Anschluss auf die selbe Weide raus bringen sollte. BonnyBoy war ein etwas schwieriger Kandidat, was seine Weide oder Paddock Partner anging. Malt und Fürst waren aber selber kleine Machos und standen auch schon bei ihrem Vorbesitzer mit BonnyBoy zusammen, weshalb die beiden sich gegen den Hengst behaupten konnten.
      Nachdem ich Marion angewiesen hatte die Reitstunde z leiten, machte ich noch die Zuweisung der Ponys, in der 11 Uhr-Stunde würden Wie konntest du nur und I like It, sowie die beiden außerst gutmütigen Fellpony Hengste Frisco und Look at my Hair laufen. Gerne setzte ich, wenn möglich, von meinen Zuchtponys im Unterricht ein. So lernten die Kinder auf zumeist gut ausgebildeten Ponys reiten und diese hatten genügend Bewegung, denn ich selber konnte täglich nur einen kleinen Teil dieser reiten. Vorallem aber die Fellponys hatten die Kinder gerne, denn sie brachten nicht nur gemtliche Gänge mit sich sondern waren auch gutmütige und ruhige Tiere, was bei den auch von arabischen Vollblütern abstammenden Welsh´s nicht unbedingt gegeben war.
      Zum Frühstück erwartete mich Lars bereits, mit Eiern und Brötchen konnte er mich wie jeden Morgen begeistern. Die Zeit zum gemütlichen Frühstück nahm ich mir doch fast jeden Morgen. Bevor ich mich setzte gab ich noch Jascha auf dem Flur sein Futter, inzwischen konnte an ihn auch fast ausgewachsen nennen. Der Barsoi Rüde war ein toller Anblick mit seinem seidigen langen Fell und schlanken Körperbau.

      13.06.2017 - Kostümparty für die einen, Arbeit für die anderen - Canyon
      Pflegebericht
      "Das ist doch albern."
      "Nein, das ist niedlich."
      "Haha." Sie lachte trocken und bedachte ihn mit einem ungläubigen Blick. "Und ich bin der Weihnachtsmann."
      "Da bist du aber nicht sehr glaubwürdig!" Diesmal blickte er gespielt abschätzig vom Pferd aus auf seine Freundin herab, streckte ihr dann jedoch als Zeichen eines Scherzes die Zunge raus.
      "Ich bin ohne Kostüm genauso glaubwürdig wie du es mit Kostüm bist, das habe ich versucht dir damit verständlich zu machen!" Sie versuchte sich aus dieser Lage wieder zu befreien, da ihr jedoch nichts passendes einfiel, verschränkte sie die Arme und schaute absichtlich in eine andere Richtung.
      "Bekomme ich nun trotz des oberniedlichen Hasenkostüms eine Aufmunterung? Immerhin bin ich hier, um die Ehre unseres Gestüts zu verteidigen!"
      "In einem Hasenkostüm!?" Entsetzt blickte sie ihn wieder an. "Du ziehst unsere Ehre in den Dreck!"
      "Weißt du was mir gerade einfällt? Ich weiß noch was "Ehre" auf Russisch heißt!"
      Diesmal musste sie lachen und als sie sich auf die Zehenspitzen stellte, um ihm einen Kuss auf die Lippen zu drücken, lächelte sie liebevoll. "Ich gebe es zu, es ist wirklich niedlich!"
      "Sagte ich doch!" Seine Brust schwoll an und er grinste schon wieder.
      "Jaja...", nuschelte sie. "Wir sehen uns nachher, holst du mich ab?"
      "Immer doch, Liebling, immer doch!"
      Die Kostümparty auf dem Gestüt Milky Way war eine der bekanntesten weit und breit. Viele Besucher kamen mit und ohne Pferd, doch waren sie stets verkleidet, wie es die Regeln besagten. Die einzige, welche heute nicht in eine, lächerlichen oder gruseligen Kostüm steckte, war-
      "Charlotte von Eylenstein." Freundlich streckte sie ihre Hand aus und ergriff die des Mannes. "Peter", meinte dieser nur. Charly tat es gut, nach so langer Zeit wieder ihre Muttersprache sprechen zu können. Fast hatte sie das Gefühl, sie verlernt zu haben. Es lähmte ihr die Zunge und die Wörter, welche sie so viele Jahre lang Tag für Tag gebraucht hatte, schienen hinter all den anderen Dingen in ihrem Kopf verschwunden zu sein. Deswegen nickte sie nur kurz und lächelte zögerlich.
      "Hat dir Kira bereits eine Einführung gegeben?"
      "Nur ganz kurz." Meinte sie. "Das Nötigste eben."
      Peter brummte. "Ok, dann komm mit."
      Der morgendliche Schein der Sonne kroch erst langsam über die Spitzen der hügeligen Landschaft und ließ das Gestüt trotzt des warmen Sommers noch kühl und leer erscheinen. Einige Autos besiedelten schon den Parkplatz und bis zum Nachmittag würden es noch einige mehr werden. Kira hatte sich wie immer jede Menge Mühe für ihre reichlichen Gäste gegeben, Nico freute sich jetzt auf die Mahlzeiten - er mochte deutsches Essen.
      Peter verlor nicht viele weitere Worte, sondern teilte Charly einige Pferde im Hengststall zu, drückte ihr einen Futterplan in die Hand und sie versuchte ihr bestes, das ihr fremde Fütterungsprinzip in die Tat umzusetzen.
      "Ponys, Ponys, Ponys-" murmelte sie und fuhr mit dem Finger die Liste herab. Es waren einige Tiere zu füttern und die Zeit drängte. Die meisten Pferden mussten auf den Weiden sein, bevor der Ansturm an Gästen auf das Gestüt drängte.
      Sie begann, wie man meisten begann. Ganz vorne am Anfang. Obwohl sie unter zeitlicher Anspannung stand, nahm sie sich für jedes Pferd kurz Zeit. Admiral war also der erste, bei welchem sie die Tränke kontrollierte und Heu nachfüllte. Danach folgten viele weitere Ponys: Coco's Landzauber, Armani, Golden Pirate, A Le Hop, All Pride, Auftakt, BonnyBoy, Single Malt, Fürst der Finsternis, Dracula, Daydreaming Sorrow, Legacy of Gold, Look At My Hair und Frisco. Sie war reichlich überrascht, dass der größte Teil der kleinen Pferde erfolgreich gekört war.
      Die Hengste würden heute jedoch drinnen bleiben. Zu viele fremde Pferde waren unterwegs, sodass Charly nach getaner Arbeit bei den Hengsten zu den Stuten ging. Hier lernte sie Alexandra kennen. Diese war ein paar Jahre jünger als sie, aber Charly mochte ihr nettes Lächeln und die beiden Frauen verstanden sich, ohne viel von einander zu wissen. Was Pferde und ein kleines Lächeln bewirken konnten, dachte Charly und griff das Halfter an der ersten Box. Alexandra und Peter hatten bereits die Stuten gefüttert, sodass diese nun auf die Weiden sollten. "Imma zwe auf einma'", hatte Peter gesagt, während Charly nur verständnislos geschaut und Alexandra gelacht hatte. Peter hatte erst nicht gewusst, was er getan hatte, lachte dann jedoch auch, als er es verstand.
      Lilifee und Star hießen die ersten beiden Stuten. Charly mochte einfallslose Namen nicht, verzieh es den beiden jedoch durch ihr hübsches Aussehen sehr schnell. Peter griff sich Vanity und Angel's Kiss, während Alexandra Nesquik und Sally nahm. Die Ponys kannten den Weg schon fast selbst und weit war er auch nicht, sodass nach kurzer Zeit auch Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Argenté Noir, Knives and Pens, Siana und Antigone auf der Weide waren. Peter klopfte sich zufrieden die Händen an der Hose ab. "Jut, dann geht jetzt ener zu den Trainingspferden und die anderen beiden zum Nebenstall. Alex machst du dat? Ich nehme Charly mit, schicke sie dir jedoch, sobald wir fertig sind." Die beiden Frauen nickten zustimmend und machten sich auf den Weg zu den jeweiligen Pferden.
      Die sieben Trainingspferde standen nicht weit abseits. Auch sie mussten gefüttert und anschließend auf die Weide gebracht werden. Wieder gab es für sie einen Futterplan, während Peter das von ihr vorbereitete Futter zu den Pferden brachte.
      "Das ist für Viona und das ist für Nandalee", sagte sie und deutete auf zwei Eimer. "Als nächstes kommen dann Drachenlady und-", sie stockte, "-Wie konntest du nur?" Zweifelnd blickte sie zu Peter auf. "Heißt der wirklich so?" Peter nickte und griff stumm zu den Eimern, während Charly sich kurz lachend schüttelte. Gerade habe ich mich noch über die Namen beschwert, dachte sie, aber jetzt-.
      Zum Schluss kamen nur noch I like it, Club can't handel me und Roi du Soleil und auch diese kamen, nachdem sie genüsslich aufgefressen hatten auf die Weide.
      "Geh' du jetz ma zu Alexandra, ich mache die Boxen hier alleine." Charly nickte und machte sich auf den Weg zum Nebenstall, welche gerade einen unglaublich niedlichen Miniatur Hengst namens Umpalumpa den Schweif kämmte.
      "Ah sehr gut! Dich könnte ich jetzt gut gebrauchen! Du musst mir mal mit Croccantino und ZM's Zanaro helfen, ich würde die beiden gerne in die Führanlage bringen." Sie drückte Charly den jungen Vollblut Hengst Zanaro in die Hände, während sie selbst Croc nahm. "Nachher kommen auch noch Butterblume und Lady Moon, aber die will ich nicht zur gleichen Zeit-" Sie brach ab, denn aus einer der benachbarten Boxen drang ein lautes klagendes Wiehern. "Das ist Stromer's Painting Gold, die mag es nicht, wenn man sie alleine lässt. Vielleicht nehme ich sie nachher mit in die Führanlage." Sie verließ den Stall und Charly folgte ihr. "Aber erst nach dem Mittagessen, logischerweise." Fügte sie noch hinzu.
      Der Nachmittag war erstaunlich Pferdeleer. Nur hin und wieder wurden ein paar Pferde in die Führanlage gebracht und nach kurzer Zeit wieder abgeholt. Ansonsten machte Charly genau die Arbeit, welche sie von Zuhause gewöhnt war. Boxen sauber machen und Weiden abäppeln.
      "Ach wie viel angenehmer wäre das Leben, wenn es auch Pferdetoiletten mit Spülung gäbe." Meinte sie am späten Abend zu ihrem Freund. Ihre Arbeitskleidung hatte reichlich gelitten und ihre Haare waren von Staub und Dreck überzogen. Nico derweilen saß immer noch im blauen Hasenkostüm auf einer der Partybänke und hielt eine Flasche Bier in der Hand. Als Charly diese erblickte, seufzte sie. "Sage nicht, dass ich nun auch noch Autofahren muss!"
      "Keine Angst Schatz, ich habe erfolgreich unsere Ehre verteidigt und eines der beliebten Gästezimmer ergattert!" Seine Brust schwoll vor Stolz.
      "Hoffentlich hast du auch etwas Werbung für unser Gestüt gemacht, das war schließlich deine Aufgabe."
      "Natürlich! Was denkst du denn von mir?" Empört richtete er sich auf. "Dass ich ein Taugenichts bin oder was?"
      Charly hustete. "Ach nö nö, quatsch!" Sie hustete wieder.
      "Glaube mir, die werden uns in Scharen besuchen kommen! Wenn ich eines bin, dann überzeugend und weißt du was? Ich habe noch einen Meilenstein heute erreicht!" Zweifelnd blickte Charly auf. "Lass dich überraschen Hase, lass dich überraschen."
    • Sammy
      UHAP Ocean Wave
      Trainingsbericht Dressur E-A

      von Vhioti
      09. April 2015
      Die Sonne gab heute noch einmal ihr Bestes. Obwohl es bereits Nachmittag war und Bella und ich langsam begonnen, die Pferde und Fohlen in den Stall zu bringen, kam Kira mit ihrem Welsh D Roi und dem Hanno Croc noch auf den Hof gefahren. Dankbar, dass sie noch heute kommen konnte, brachte ich die beiden zunächst in ihre Boxen. Kira lehnte das Angebot, auf dem Hof zu übernachten, ab und fuhr stattdessen sofort los. Da ich mit Croc morgen erst wirklich trainieren könnte, zog ich los zum Welsh D, um ihn für eine kleine Überprüfung zu reiten.
      Wie Kira mir bereits am Telefon erklärt hatte, wies der Hengst gute Gänge und Manieren auf, zeigte aber, sobald er in eine Herde lief, ein sehr 'hochnäsiges' Benehmen. So auch jetzt. Er schäkerte mit meinem Isländerhengst Blacky und stampfte gehörig mit dem Hinterhuf auf, als ich ihn wegbrachte, anband und putzte. Erst beim Satteln wurde er widerspenstig. Der Gurt lang direkt vor den Ellbogen, daher war es verständlich, dass er seine Probleme hatte. Ich war dafür aber nicht empfänglich und festigte den Sattel. Die Steigbügel stellte ich erst einmal grob ein, und ging dann zum Auftrensen über. Störrisch wie ein Pony (oder ein Esel) zog er den Kopf hoch und schüttelte ihn, als ich ihm das Maulstück anbot. Schließlich aber war alles bereit, ich fischte mir eine kurze Bortengerte aus der Sattelkammer, setzte meinen Reithelm auf und führte den hübschen Hengst in die Reithalle.
      Da es bereits fünf Uhr abends war, wollte ich ihn nur eine Stunde bewegen und dann für heute Schluss machen. Sehr früh für eine Trainerin, aber morgen war mein Geburtstag und ich wollte dann früh genug wach sein. Ich saß kurzerhand auf, verkürzte die Steigbügel und trieb ihn dann auf den Hufschlag. Wir gingen ganze Bahn im Schritt. Bei C trabten wir an und zogen so unsere Kreise im Span. Nach anderthalb Runden (also bei A) saß ich aus und gab dem Hengst Galopphilfen. Diese setzte Roi auch direkt um und gab dabei die Vorderhand weit vor, als sei er ein Gangpferd. Ich zügelte ihn bei E, damit ich ihn auf den Zirkel vorbereiten konnte und er da nicht so durchrannte. Aber weitgefehlt. Bequemer wie so mancher Isländer nicht sein konnte folgte er der eingetretenen Linie des Zirkels, ging dann ganze Bahn und parierte. Mit leicht hängendem Kopf trabte er weiter, bis er dann stehen blieb und äppelte. Danach schnalzte ich laut, gab ihm mit Schenkelhilfen zu verstehen, dass er weiter machen sollte und ging dann mit ihm noch eine Runde. Dann durfte er stehen bleiben. Ich saß ab, band die Steigbügel hoch und ihn an der Hallenmauer fest, damit ich die Halle abäppeln und Rois Hufe auskratzen konnte. Anschließend führte ich ihn in den Stall, sattelte ihn ab und brachte den Welsh in seine Box.
      Tag 2
      Früh am Morgen holte ich Croc aus seiner Box und stellte ihn neben den Einzelkarren. Der Hengst wurde erst einmal gründlich geputzt und anschließend aufgetrenst. Auf dem Mundstück kauend führte ich ihn in die Halterung des Karrens und legte zunächst den Gurt an, indem später die Halterung befestigt werden sollte. Diese wurde nun eingehakt und ich testete, wie belastbar der Karren nun war. Da dieser eigentlich keine Kutsche für Fahrten war sondern eher ein Lastkarren war, gab es auch keine Bank zum Sitzen, aber zum Eingewöhnen war sie ganz gut. Der Hengst bemerkte gar nicht, was hinter ihm war, aber als ich ihn dann an der Trense auf dem Hof herumführte, strengte er sich an, um das – wenn auch nicht so schwere – Gewicht hinter sich herzuziehen. Lobend ging ich mit ihm dann auch einige Runden im Trab, und recht zögerlich hob er die Beine an, damit er nicht gegen den Karren trat. Wir behielten das Tempo bei, gingen aber auch auf den Weg, der vom Hof wegführte und liefen so noch gut eine halbe Stunde hin und her, bis ich es für jetzt als genug empfand, im Schritt mit ihm zurück ging und ihn dann wohlbehalten auf die Weide entließ, wo er sich erst an die Tränke stellte und dann graste. Heute abend würde ich ihn vor eine richtige Kutsche stellen.
      Direkt nachdem Croc auf der Weide graste, holte ich Roi ab. Der wirkte heute total begeistert und so ging das Putzen und Satteln sehr flott. Dafür wurde er ausführlich gelobt und dann auf den Hof geführt. Dort saß ich direkt auf und ging mit ihm auf den Reitplatz, da die Sonne schien und so das Wetter ideal war um draußen eine Kür zu reiten. Es ging natürlich wieder los mit einer zehnminütigen Aufbauphase. Meine Lehrerin hatte mir immer erzählt, dass man jedes Mal, wenn man wieder auf dem Pferd saß, körperlich und geistig zu ihm finden musste. Daher atmete ich tief ein und aus, gab ihm mit sanften Schenkeldruck zu verstehen, dass wir traben sollten und gingen dann regelmäßig auf den Zirkel. Der Hengst bog sich richtig schön in die Bewegung hinein. Plötzlich zog er auf dem Zirkelbogen nach innen, das heißt in die Halle hinein und trabte sehr staksig zur Hallenwand. Dort streckte er den Kopf in die Höhe und stieß ein lautes Wiehern von sich. Grace und Meyja antworteten ebenso laut. "Nein, nicht rumschäkern, Roi!", rief ich genervt und trieb ihn zurück auf den Hufschlag. Dort lenkte ich ihn mit kleineren Figuren ab, wie zum Beispiel Schlangenlinien, einfaches Hufschlagwechseln und Volten. Als er dann meiner Meinung nach genug getrabt war galoppierten wir auch noch etwas auf dem Zirkel und bogen dann auf die Bahn ab. Schließlich war das heute genug Training für den 'König', daher brachte ich ihn auf den Putzplatz und sattelte ihn ab. Mit der Gummibürste und einer Massagebürste kümmerte ich mich nun primär um die verspannten Muskeln des Falben, bis ich dann die Hufe auskratzte und ihn in die Box stellte.
      Gegen Mittag waren alle Pferde gefüttert. Auch Roi. Der hatte für heute erst einmal Pause. Weiter ging es mit Croccantino. "Du Drecksspatz!", rief ich grinsend. Er war komplett eingesaut und musste nun dringendst geputzt werden. Ich arbeitete stumm, denn ich genoss die Sonnenstrahlen des bald endenden Tages. Schließlich war der Hengst sauber und bekam eine Möhre von mir. Gemeinsam mit Bella dann holte ich die kleine Kutsche aus dem Schuppen und spannte den Hannoveraner davor. Wir saßen auf der Bank, ich nahm die Zügel auf und los ging es. Statt nur auf dem Hof zu bleiben zogen wir los auf die Wege und Straßen der näheren Umgebung. Es ging dabei nur in Schritt mit einigen Trabintervallen, da er noch sehr frisch als Kutschpferd war. Wir zogen an kleineren Feldern und Wäldern vorbei, bis die Sonne langsam unterging und wir zurück fuhren.
      Am Stall brachte Bella die Kutsche weg. Der Hengst wurde von mir geputzt und dann geliebkost; hatte er doch gute Leistungen erbracht. "Hast du klasse gemacht.", Croc schnaubte ich wackelte mit den Ohren. Lachend stellte ich ihn in seine Box und ging dann nach Hause in mein Bett.
      Roi du Soleil hat erfolgreich am A-Dressurtraining der UHAP Ocean Wave Trainerin Catalina teilgenommen.
    • Sammy
      Trainingsstall "Project Second Chance"
      Trainingsbericht Dressur A-L

      von Samanta
      27. Oktober 2015
      "Denkst du daran, dass Simba unbedingt Auslauf braucht? Er war in letzter Zeit etwas geladen und kontrollier bitte die Zäune an den hinteren Koppel, ich bin mir nicht sicher, ob da noch alles so ganz frischt ist und ..."Er unterbrach mich und sagte:"Ich weiß das alles. Mach dir keine Sorgen, Sam, okay?"Ich seufzte und nickte dann."Ich weiß ja, dass ihr alles im Griff habt, Jonathan und ich vertraue euch, aber ich werde wieder für ne ganze Weile weg sein und ich vermisse euch dann alle schrecklich."Er lächelte und sagte:"Wir werden jeden Abend anrufen."Abwehrend hob ich die Hände und sagte:"Um Gottes Willen, nicht jeden Abend. Das würde ich nicht aushalten."Lachend parkte er den Wagen am Flughafen und wir stiegen aus. "Machs gut",sagte er, nachdem ich meine Koffer aufgegeben hatte und wir umarmten uns. Er drückte mir noch ein Lunchpaket von Isabella in die Hand."Ich musste ihr versprechen, dass ich dir das noch gebe",sagte er grinsend und ich nahm es entgegen."Sag ihr danke von mir."Er nickte und wir umarmten uns nochmal. "Und nicht vom Pferd fallen, hörst du?"Ich nickte und sagte:"Ich werde mir Mühe geben."Dann war es wirklich Zeit zu gehen.Im Flugzeug überlegte ich, ob ich wirklich alle Instruktionen gegeben hatte, aber mir fiel nichts ein, was ich vergessen hätte können und meine Leute waren durchaus fähig genug, um auch eigene Entscheidungen zu treffen. Bereits wenige Stunden später war ich auf Kiras Hof angekommen, hatte meine Sachen verstaut und konnte es jetzt gar nicht abwarten Roi du Soleil endlich kennen zu lernen. "Wow",war das erste, was mir entfuhr, als ich den Hengst zu Gesicht bekam.Ich hatte den Hengst ja schon beim ersten Mal gesehen, aber das auch nur ganz kurz und jetzt, wo ich so vor ihm stand,war er noch beeindruckender."Er ist wirklich wunderschön."Kira lächelte und sagte dann:"Das ist er definitiv und er weiß auch ganz genau, was er will."Das konnte ich mir gut vorstellen. Ich streckte ihm meine Hand hin und kraulte ihn vorsichtig, was ihm wohl zu gefallen schien.Kira drückte mir schließlich ein Halfter in die Hand und sagte:"Mach dich schon mal mit ihm vertraut. Ich habe noch was zu erledigen, aber wenn ich es schaffe, dann schaue ich nachher mal beim Reiten vorbei."Ich nickte und halfterte den Hengst auf. Beim Putzen und auch beim Satteln und Trensen war er die Ruhe selbst.Er versuchte zwar erst beim Trensen einfach den Mund nicht zu öffnen, aber mit etwas Druck auf den Kiefer gelang es mir doch das Gebiss ins Maul zu schieben.Als ich ihn aus der Box führte, begann er neben mir herzutänzeln und sich aufzurichten. Er hatte offenbar Temperament. Ich ruckte zunächst leicht an den Zügeln und dann nochmal stärker, um ihn davon abzuhalten und es zeigte kurzzeitig Wirkung. Ich musste ihm noch ein paar Mal klar machen, dass ich das Sagen hatte und so ganz schien er mir das nicht zu glauben. Ich überlegte erst, ob ich ihn einfach zuerst longieren sollte, aber dann entschied ich mich dagegen. Ich hatte keine Angst vor seinem Machogehabe.Nachdem ich nachgegurtet hatte, stieg ich auf und ritt ihn im Schritt an. Für den ersten Ritt mit ihm klappte es eigentlich schon ganz gut. Zwischenzeitlich wollte er nicht auf den Zirkel abwenden oder die Gangart wechseln, so wie es ihm passte, aber ansonsten war er ein fleißiges Pferd, das sich gut anbot und offenbar auch sehr gut trainiert worden war. Ich war zufrieden mit dem ersten Training. Kira hatte ganz zum Schluss nochmal reingeschaut und sich erkundigt, wie es gelaufen war und schien sichtlich erleichtert, dass ich mit ihm ganz gut klar kam."Das ist nicht immer so. Er hat einen starken Willen und den will er natürlich auch durchsetzen."Ich nickte und sagte schmunzelnd:"Das hab ich gemerkt."Am Abend rief Jonathan wie versprochen an und ich konnte ein kurzes Gespräch mit all meinen Angestellten führen. Natürlich redeten sie alle kreuz und quer und wollten mir alle erzählen, was sie gemacht hatten.Wie kleine Kinder,aber sie waren in England sowas wie meine Familie und ich liebte sie alle wirklich sehr. Schließlich ging ich zu Bett, um für den nächsten Tag ausgeruht zu sein. Die nächsten Tage verbrachte ich damit, mich mit ihm bekannt zu machen und schon ein paar A-Dressur Lektionen zu fordern, um ihn beschäftigt zu halten, denn je weniger er beschäftigt wurde, desto mehr wollte er selbst bestimmen. Das hatte ich schon bald herausgefunden und so gab ich ihm die Beschäftigung. Er war auf einem guten Trainingsniveau und ich hatte nichts an seiner Ausbildung auszusetzen, sodass das Training recht flott vorwärts ging. Zunächst beschäftigte ich mich mit dem Überstreichen im Trab. Dies gelang relativ schnell, er verstand sehr gut, dass er das Tempo beibehalten sollte und so brauchte ich nicht lange, um ihm das anzutrainieren, sodass ich mich dem versammelten Trab und dem versammelten Galopp zuwenden konnte. Die Versammlung im Trab trainierte ich zunächst immer so, dass ich ihn aus dem Mitteltrab etwas zurücknahm. Später musste er natürlich in allen Lebenslagen in die Versammlung übertreten können, aber so war es für den Anfang am einfachsten. Viele Tempowechsel und immer nur ein paar Tritte in der Versammlung waren der Schlüssel zum Erfolg. Schon bald merkte ich, dass Roi soweit war, dass ich ihn in beinahe jeder Lebenslage im Trab versammeln konnte, sodass ich begann die Versammlung auch längerfristig zu trainieren. Bisher hatte ich immer nur ein paar Tritte verlangt, aber er hatte die notwendigen Muskeln aufgebaut, um auch länger in der Versammlung zu gehen. Ich trainierte noch einige Tage sowohl Trab, als auch Galopp in der Versammlung, bevor ich mich den nächsten Lektionen zuwendete. Der Außengalopp sollte keine zu große Schwierigkeit darstellen, wenn das Pferd die Hilfen korrekt annahm, dennoch trainierte ich ihn ausgiebig und immer wieder, achtete aber auch darauf, dass ich immer wieder im 'korrekten' Galopp galoppierte, um ihm nicht anzugewöhnen nur noch im Außengalopp zu gehen. Man musste für alles ein gewisses Mittelmaß finden. Nach wenigen Wochen war ich mit Rois Leistungen mehr als zufrieden. Er hatte sich gut gegeben. Zwischenzeitlich hatten wir unsere Machtkämpfe ausgefochten, aber ansonsten konnte ich mich nicht beklagen. Nun war da nur noch das Reiten mit der Kandare. Etwas, was er in diesem Leistungsstand einfach gewohnt sein musste. Es war immer einfacher, wenn einer der beiden Partner das bereits kannte und da ich Trainer war, wäre es verwunderlich, wenn ich damit nicht reiten konnte. Kira sah mir beim Training mit der Kandare zu. Man könnte denken, dass alles reibungslos verlief, aber dem war nicht so. Roi reagierte am Anfang extrem sensibel auf die Kandare und hatte irgendwann herausgefunden, dass es ihm so auch leichter war, sich zu entziehen. Das mussten wir natürlich erstmal in den Griff bekommen, bevor ich daran denken konnte irgendwelche Lektionen mit ihm zu reiten, aber nach einer Woche intensivem Training war es dann auch geschafft. Der Hengst hatte eingesehen, dass er sich auch mit der Kandare an meine Spielregeln zu halten hatte und die Lektionen stellten dann kein Problem mehr dar. Seine letzte Prüfung war dann die, die er mit Kira bestreiten musste. Sie hatte sich dafür entschieden, dass sie mit Kandare reiten wollte, denn das war auch in Bezug auf Roi für sie neu. Ich gab ihr vorab einige Tipps und stellte fest, dass sie diese sehr gut umsetzen konnte. Sie kannte Roi eben auch und offenbar hatte er genug Respekt vor ihr. Ich war wirklich zufrieden mit den beiden und auch Kira lächelte glücklich, als sie den Hengst trocken ritt."Ich denke ihr beiden seid auf einem sehr guten Weg. Er hat wirklich Talent."Ich lächelte sie an und gemeinsam versorgten wir den Hengst."Bleibst du noch einen Tag",fragte Kira, aber ich schüttelte den Kopf."Ich möchte jetzt gerne nach Hause,aber wir sehen uns ja in einer Woche wieder und vielleicht können wir uns ja auch mal außerhalb meines Trainings sehen."Ich packte meine Sachen und umarmte sie zum Abschied."Bis nächste Woche."Der Flug verlief ohne nennenswerte Ereignisse und als ich am Flughafen ankam, holte Allison mich ab, sodass auch die Fahrt sehr schweigsam verlief. Ich seufzte zufrieden, als endlich mein Hof in Sicht kam. Wie schön wieder zu Hause zu sein.
      8225 Zeichen|überprüft mit lettercount.com | © Samanta
    • Sammy


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      Trainingsbericht Distanz E-A
      von Canyon
      30. Juni 2016
      Zu Kira Esenbeck und ihren Pferden hatte mich mein Weg noch nicht hin verschlagen gehabt, weswegen es nun höchste Zeit war, sie und ihren Hof kennenzulernen. Natürlich hatte ich nicht nur aus Spaß die weite Reise in die Eifel nach Deutschland unternommen, sondern um dort vier ihrer Pferde zu trainieren.
      Ich wusste noch nicht viel, nur ihre Namen und, dass ich zwei von ihnen im Fahren und zwei von ihnen im Distanzreiten fördern sollte. Beides waren mit meine Lieblingsdisziplinen und so hatte ich mich auf diese beiden in den letzten Jahren genauer spezialisiert.
      Ich nahm mir dieses Mal die Zeit mit dem Schiff und dem Zug die weite Distanz zwischen Norwegen und Deutschland zu überbrücken. Ich kannte Deutschland noch nicht allzu gut, was ich bedauerte, und so genoss ich die Fahrt in die Eifel.
      Obwohl es Hochsommer war, goss es an diesem Tag aus allen Kübeln und ein weiteres Mal war ich froh, im trockenen Zug zu sitzen, vom Regen durch eine Glasscheibe getrennt.
      Zum Glück hatte sich Kira dazu bereits erklärt, mich bei diesem strömenden Regen vom Bahnhof abzuholen, sodass ich auch diesmal nicht nass wurde. Unterwegs lernten wir uns bereits besser kennen, denn immerhin mussten wir die nächsten Tage und auch Wochen, je nachdem wie lange das Training dauern würde, miteinander auskommen. Besonders interessierten mich die vier Pferde, um welche ich mich in nächster Zeit kümmern würde und so ging mein erster Gang nach der Ankunft auf dem Gestüt auch sofort zu den vier Pferden.
      Der kleinste der vier war definitiv Umpalumpa, welcher gerade mal 80 cm maß. Mit ihm würde das Fahrtraining bestimmt interessant werden, denn selten hatte ich solche Miniaturpferde im Training.
      Das zweite Pferd, welches ich auch im Fahren trainieren sollte, war da schon viel größer. Juwel der Stille, eine hübsche Welsh D Stute, welche mich vor allem mit ihrem ruhigen und gemütlichen Charakter begeisterte.
      Zum Schluss blieben nur noch die beiden Distanzpferde White Dance und Roi du Soleil, wieder zwei Welsh Ds, welche zum Glück auch größer waren als Umpalumpa.
      Eigentlich hatte ich für heute geplant, mich bei einem Spaziergang mit den Pferden bekannt zu machen, doch bei diesem strömenden Wasser, welches seit Stunden vom Himmel kam, würde das wohl nichts werden. Ich verschob deswegen die ersten Arbeitsschritte auf Morgen und ließ den Tag ruhig ausklingen.
      *
      Am nächsten Tag hatte der Regen zum Glück ein Ende gefunden und ich hoffte, dass dies auch während meiner Zeit in Deutschland so bleiben würde. Ein Dressurtraining kann auch in der Halle stattfinden, für ein Distanztraining muss man nun mal hinaus ins Gelände, um das Pferd perfekt zu trainieren.
      Allerdings würde ich mich auch als Erstes mit Umpa und Juwel abgeben. Beide würde ich abwechselnd trainieren und mich erst danach mit den anderen beiden beschäftigen
      Umpa war der erste an diesem Morgen. Es war ein komisches Gefühl, mich fast auf den Boden legen zu müssen, um den kleinen Hengst putzen zu können. Dafür brauchte ich auch nicht allzu lange, bis dieser sauber war. Der Hengst besaß bereits einige Erfahrungen was das Fahren betraf, sollte nun aber auf die Stufe L aufgestuft werden.
      Wie immer begann ich meine Arbeit damit, dass ich mit dem Hengst eine Runde spazieren ging, in welcher ich versuchte, ihn und seine Eigenschaften besser kennenzulernen. Hatte er Angst vor Wasser, interessierte er sich für ihm fremde Dinge und wie weit vertraute er mir, einem Fremden.
      Der Spaziergang dauerte nicht lange, jedoch hatte ich nach Beendigung bereits das Gefühl, den Kleinen viel besser zu kennen. Ich ließ ihm auch eine kleine Verschnaufpause, bevor ich ihm abermals das Halfter umlegte und ihn in die Halle zu einem kleinen Longiertraining verfrachtete. Ich hatte während meiner langen Ausbildung gelernt, dass es in jeder Disziplin wichtig war, dass Pferd zur Entspannung und Gymnastizierung regelmäßig zu longieren und da mich Umpa schon bald ziehen musste, würde er die Muskeln natürlich auch brauchen.
      Am Nachmittag war dann auch die hübsche Juwel an der Reihe. Auch mit ihr begab ich mich auf einen kleinen Spaziergang durch die von Regen durchtränkte Eifel, konzentrierte mich hier ganz auf die Stute und versuchte von dieser zu lernen. Juwels Schritt waren natürlich größer und schneller, weswegen ich den Spaziergang etwas erweiterte, in der Hoffnung mich nicht gleich am ersten Tag zu verlaufen. Zum Glück schien Juwel den Rückweg zu kennen, sodass auch ich unbeschadet zurück aufs Gestüt fand.
      Juwel lief im Fahren erst auf A, sodass ich mit ihr vielleicht nicht ganz so viel Arbeit haben würde wie mit Umpa. Allerdings stand auch für Juwel das Longiertraining am frühen Abend an, denn natürlich musste ich auch sie für eine Kutschfahrt stärken.
      Bereits beim Longieren erprobte ich, wie gut die Sute auf Stimmkommandos achtete, denn diese waren vor allem im späteren Straßenverkehr wichtig.
      In den nächsten Tagen war geplant, dass ich die beiden immer wieder nebenbei longieren würde, um den beiden so ein Ausgleich zu dem anstrengenden Fahrtraining zu ermöglichen.
      *
      Bereits am nächsten Tag begann ich mit Umpa das Training vor dem Sulky. Ich war nicht gerade klein, wog aber zum Glück auch nicht all zu viel, was mich aber nicht davor beschützte, mich in dem Sulky zusammenfalten zu müssen.
      Geplant war für heute nur eine kleine gemütliche Ausfahrt, bei welcher ich Umpas Kenntnisse nochmal vom Bock aus besichtigen wollte, bevor ich den Schwierigkeitsgrad peu a peu nach oben schrauben würde.
      Heute ließ ich mir beim Anschnallen des Hengstes viel Zeit und überprüfte lieber noch ein drittes Mal, ob wirklich alle Gurten richtig saßen, damit ich heute Abend keine böse Überraschung in Form von Wunden erleben durfte. Dann streifte ich mir meine Handschuhe über, nahm zur Vorsicht noch einen Regenmantel mit und platzierte mich auf dem Kutschbock. Dort nahm ich die Zügel in die Hand und gab dann dem kleinen Umpa das Zeichen zum Starten.
      Es war nur natürlich, dass der Hengst einige Meter brauchte, bis er sich wieder richtig eingelaufen hatte und so nahm ich die anfänglichen Stolperer einfach hin.
      Ich fuhr heute mit Umpa die Strecke, die wir gestern noch gelaufen waren. Das hatte den Vorteil, dass ich sie bereits gut kannte, was ja von Vorteil sein sollte.
      Ich blieb auch erstmal die ganze Zeit im Schritt, nutzte allerdings das Gelände, um mit Umpa bereits zu trainieren. Um die Bäume am Wegesrand ließ es sich gut Slalom fahren und die bellenden Hunde erfüllten schonmal einen Teil des Schrecktrainings. Auch vertiefte ich mit Umpa nochmal alle Stimmkommandos und arbeitete da vor allem am Stehenbleiben. Am Anfang gaben vor allem die Zügel das Kommando zum Stehenbleiben, jedoch versuchte ich meine Stimme immer mehr in den Vordergrund zu bringen und ihn darauf zu trainieren. Am Ende der kleinen Ausfahrt ließ ich ihn auf einem Feldweg, welcher leicht bergauf ging, antraben und war ganz erstaunt, wie schnell der Kleine trotz seiner kurzen Beine war. Nach einer guten Stunde kam ich dann wieder auf dem Gestüt an, entgurtete Umpa und entließ ihn dann in seinen Feierabend.
      Am Nachmittag war dann auch wieder Juwel dran. Die Stute bekam einen etwas größeren Einspanner, da sie ja mit ihren 1,54 m zu den etwas Größeren zählte. Auch bei ihr dauerte das Anspannen länger, allerdings würde es dafür die nächsten Male schneller gehen.
      Die darauf folgende Prozedur war genau die gleiche wie bei Umpalumpa. Ich ging auch mit ihr den Weg, den ich gestern mit ihr gegangen war und versuchte das Training bereits mit einem Antischrecktraining und den Stimmkommandos zu verbinden. Es zeigte sich deutlich, dass sich Juwel noch etwas unsicherer im Gelände bewegte und die Kutsche hinter sich noch nicht ganz akzeptiert hatte wie Umpa, aber auch das würde sich hoffentlich bald legen.
      Als ich am frühen Abend dann wieder auf dem Hof einkehrte, versorgte ich die Stute ausreichend und brachte sie dann zu ihren Freunden.
      Für mich war der Arbeitstag allerdings noch nicht zu Ende - Ich lieh mir von Kira ein älteres Fahrrad und machte mich dann auf die Suche nach guten Geländewegen und Möglichkeiten, die Pferde auch außerhalb des Platzes trainieren zu können. Ich genoss die rote Abendsonne und die Stille und war froh, mich dafür entschieden zu haben noch eine kleine Runde zu drehen.
      Als die Sonne dann langsam hinter den Berggipfeln verschwand und ich mitbekam, dass das verrostete Fahrrad keine Lampe besaß, musste ich wohl oder übel umdrehen und so suchte ich mir dann durch die Abenddämmerung den Weg zurück zum Gestüt.
      *
      Den nächsten Vormittag verbrachte ich dann vor allem damit, den Springplatz des Gestüts zu einem Fahrplatz umzuformen. Kira hatte mir erlaubt, etwas Fahrtraining auf dem Platz zu veranstalten und mir dann noch einige gut nützliche Utensilien bereitgestellt, sodass ich mit guten Möglichkeiten ans Werk ging. Mein Plan war es, aus dem Springplatz einen Hindernisparcours zu bauen und so entstand nach und nach mit Plastefolien, Heuballen, Trabstangen und Flatterbändchen ein richtiger Parcours.
      Nach dem Mittag musste dieser natürlich auch noch ausprobiert werden und so holte ich mir den kleinen Umpalumpa wieder von seiner Weide, spannte ihn vor den kleinen Sulky und brachte ihn dann auf den Springplatz (oder jetzt eben Fahrplatz).
      Es schien fast so, als würde sich der neugierige Kerl nur so freuen, die ganzen Hindernisse kennenzulernen und so war es für mich kein Problem, Umpa davon zu überzeugen, einfach alles mitzumachen. Die große knisternde Decke fand er am Anfang noch etwas angsteinflößend, aber je öfter ich darüber fuhr, desto selbstsicherer stolzierte er darüber. Im Gegenteil dazu machten ihm die Flatterbänder keine Angst und er schien die Berührung fast zu genießen. Noch etwas ungenau und nicht mittig ging er zwischen zwei Trabstangen entlang, was ich also noch öfter in den nächsten Tagen mit ihm üben würde.
      Ich hatte auch ein paar größere Kieselsteine gesammelt und aus diesen einen Holperweg gemacht, bei welchem ich wahrscheinlich mehr litt als der kleine Hengst selbst. Zum Schluss stand noch für ihn der kleine Slalomparcours bereit, bei welchem wir aber einen gelungenen Abschluss fanden und ich Umpa zufrieden ausspannen konnte.
      Mit Juwel wollte ich noch etwas mit dem Hindernisparcours warten und beschäftigte mich so den Nachmittag eher mit der Doppellonge und wieder einmal den Stimmkommandos. Morgen früh würde jedoch auch sie den Parcours gehen dürfen.
      Am Abend musste ich Umpa nochmal in die Halle zerren. Ich merkte, dass er heute Abend wenig Motivation aufweisen konnte, allerdings schien er trotzdem daran interessiert, zu wissen was heute so anstand. Enttäuscht musste er dann feststellen, dass es nur wieder die Longe war, welche noch auf ihn wartete.
      Auch hier zog ich das Training nicht unendlich in die Länge und entließ ihn dann auch schon bald in den Feierabend.
      *
      Wie bereits geplant war Juwel am nächsten Morgen die erste, welche ich zum Training holte. Mit ihr ließ ich es wieder etwas entspannter angehen und fuhr mit ihr zuerst einmal an allen Hindernissen vorbei, übte dann locker ein paar Stimmkommandos uns widmete mich dann erst dem Parcours. Auch mit ihr fing ich mit der knisternden Plane an, merkte jedoch, dass sowas nicht so ihres war und sie dann definitiv nicht zu den Flatterbändern weiter wollte, schob ich den Slalom und die Gasse der beiden Trabstangen dem Schrecktraining vor. Im Gegenteil zu Umpa, brauchte Juwel nur wenige Versuche, um akkurat zwischen den beiden Stangen entlangzufahren. Allerdings lagen diese heute auch etwas weiter auseinander, da ja Juwels Kutsche breiter war.
      Vor der Buckelpiste schien sie sich etwas zu zieren, ging dann aber trotzdem recht ordentlich drüber. Zum Schluss versuchte ich noch ein gutes Ende bei der Plane zu finden, was mir auch so halb gelang. Immerhin ging sie zum Schluss ordentlich drüber, auch wenn sie ihre Beine etwas höher hob als normal.
      Als ich gerade schon von der Kutsche absteigen wollte, packte mich die Idee, mit Juwel nochmal eine kleine Runde zu drehen und so lenkte ich sie in Richtung Gelände, anstatt zum Stall.
      Leider war es in den letzten Tagen wieder sehr warm geworden und die Insekten stürzten sich nur so auf das bereits verschwitzte Pferd, sodass mein Traum von einer gemütlichen Fahrt schnell zerplatzte und ich umkehrte und wieder zurück zum Gestüt fuhr.
      Den Nachmittag hatten beide Pferde frei und auch ich genoss es einfach mal entspannen zu können.
      *
      Dieser Tag war vielleicht mit der wichtigste. Ich hatte die beiden Pferde in den letzten Tagen trainiert, ihre Muskeln gestärkt und ihnen versucht das Vertrauen in den Fahrer und in die Kutsche zu geben.
      Heute würde ich, zuerst mit Umpalumpa, dann mit Juwel, eine längere Geländefahrt unternehmen und diesmal würde es in schwierigere Gebiete gehen. Nicht nur eine Landstraße, ein lauter Schrottplatz und eine Kleinstadt lagen heute auf unserem Weg, sondern auch steile Hügel, kleine Kinder und bellende Hunde, all das, was einem so begegnen konnte. Außerdem würde ich heute auch versuchen, längere Strecken zu traben und vielleicht auch auf geeignetem Weg kurz zu galoppieren.
      Heute begleitete mich in den Sulky auch noch eine Flasche Mückenspray, denn diese kleinen nervigen Insekten konnten nicht nur dem Pferd, sondern auch mir, die Fahrt verderben
      Der erste Teil der Fahrt war mir noch ganz bekannt, den Rest kannte ich nur vom Sattel meines Fahrrads aus, aber diesen konnte man ja nicht mit einer Kutsche vergleichen.
      Umpa war ein angenehmes Fahrpferd, welches zügig und gleichmäßig lief und eher neugierig als erschrocken kleinen Kinder nachblickte. Auch in der Stadt meisterte er seinen Job perfekt, auch wenn er es nicht einsah, warum er nicht einfach in der Mitte der Straße laufen konnte. Hier machte sich unser Trabstangentraining bemerkbar, denn auch hier im Gelände konnte er nicht einfach dort laufen, wo er gerade wollte.
      Auf einer etwas ruhigeren Landstraße trabte ich mit ihm das erste Mal und er hielt es sogar recht lange durch, allerdings merkte ich, dass er an einem kleinen Aufstieg schlapp machte und so parierte ich ihn wieder durch.
      Wir hatten außerdem bis jetzt Glück mit dem Wetter. Es war nicht ganz so heiß und ein kleiner Wind wehte uns die Insekten aus dem Gesicht. Perfekt!
      Auch der kleine Galopp zum Schluss saß fast perfekt, auch wenn er einmal nach links in den Graben auswich, als vor uns aus dem Gebüsch ein Hase auf die Straße sprang und wahrscheinlich war der kleine auch ganz erstaunt, da ein kleines Pony zu sehen.
      Als es wieder nach Hause ging, wurden Umpas Schritte wieder schneller und so ließ ich ihn noch ein Stück traben, bevor ich ihn dann kurz vor dem Gestüt noch gemütlich auslaufen ließ.
      Ich war stolz auf den Kleinen, er hatte viel gelernt und verinnerlicht und ich war mir sicher, dass einer Aufstufung nun nichts mehr im Wege stand.
      Natürlich war am Nachmittag auch wieder das Training von Juwel dran. Auch sie würde heute die gleiche Runde wie Umpa erwarten, allerdings würde bei ihr mein Augenmerk noch nicht ganz so auf Schnelligkeit, sondern eher auf der Genauigkeit liegen, denn die Stute war immer noch etwas zurückhaltender und schreckhafter.
      Der Beginn der Fahrt verlief nicht schlecht, allerdings wurde es in der Stadt für mich etwas schwieriger. Juwel wich kleineren Hindernissen, wie Gullideckeln immer in einem großen Bogen aus, blieb zwischendurch auch abrupt stehen, als sie hinter uns ein lautes Motorrad hörte. Ich versuchte aber ruhig zu bleiben und brachte den Trubel der Stadt dann so schnell wie möglich hinter uns. Vielleicht hatte ich von der Stute noch zu viel verlangt, immerhin fehlte ihr noch einiges an Erfahrung. Der Rest der Fahrt wurde dafür umso schöner. Auf der Landstraße und auch der spätere Wald- und Feldweg lief sie so entspannt und ruhig, wie ich sie eigentlich kannte. Sie schien richtig Spaß an der Sache zu finden und so konnte auch ich mich wieder entspannen.
      Da Juwel recht verschwitzt war, legte ich zum Schluss nur einen kurzen Trab ein und ließ sie ansonsten entspannt zurück aufs Gestüt laufen.
      Natürlich musste auch Juwel noch viel lernen, allerdings hatte ich mir in den letzten Tagen die größte Mühe gegeben, um sie weiterzubilden und nun war es wohl soweit, dass auch sie mein Training bestanden hatte und nun eine Stufe höher laufen durfte.
      Beide Pferde hatten ausreichen Longentraining bekommen, beide immer wieder in den verschiedensten Situationen Antischrecktraining und natürlich das wichtigste: Das Training vor der Kutsche auf dem Platz und im Gelände. Bei diesen beiden Ponys konnte ich meine Aufgabe als erledigt ansehen und ich hoffte, dass auch Kira mit meiner Arbeit zufrieden war.
      *
      Trotzdem konnte ich natürlich noch lange nicht abreisen, denn erst die Hälfte der Pferde hatten eine Trainingseinheit von mir bekommen, was bedeutete, dass noch zwei fehlten.
      Auch dieses Training wollte ich vielseitig aufbauen, um den beiden Pferden so viel Abwechslung wie möglich zu bieten und trotzdem ihnen etwas lehren können.
      Bereits am nächsten Tag fing ich mit der hübschen cremello Stute an. White war mir als sensibel und leichtfüßig beschrieben wurden und um das zu überprüfen, blieb mir nichts anderes übrig, als mit ihr ins Gelände zu gehen und es auszuprobieren.
      Am frühen Morgen holte ich sie zu mir, putzte sie ausführlich und sattelte sie dann. Nachdem ich die letzten Tage nicht mehr auf einem Pferderücken gesessen hatte, war es fast ungewohnt, als ich mich in den Sattel schwang. White schien noch etwas skeptisch zu sein, durfte sie ja auch und ich merkte jetzt schon, dass ich mich wohl viel mit ihr beschäftigen musste, um ihr Vertrauen zu erwecken.
      Für heute war nur ein gemütlicher Ausritt geplant und zum Glück hatte ich die Geländewege mittlerweile gut kennengelernt, sodass ich nicht mehr ganz so planlos startete wie am ersten Tag.
      Die Beschreibung "leichtfüßig" passte wirklich perfekt auf White. Ohne zu stolpern überquerte sie den Waldweg, auf welchem es nur so von gefährlichen Stolperwurzeln wimmelte und auch ansonsten war sie ganz fein zu reiten, also eine perfekte Voraussetzung Der Ausritt sollte entspannt werden, trotzdem testete ich schonmal auch die anderen beiden Gangarten der Stute, welche beim Distanzreiten ja mit die Wichtigsten waren.
      Die Stute hatte viel Spaß sich schnell zu bewegen und ließ sich in den beiden anderen Gangarten genauso gut reiten wie im Schritt. Ein tolles Pferd, in welches ich mich bereits am ersten Tag schnell verliebte. Ich war gespannt, wie sich das Training entwickeln würde, denn immerhin musste ich sie auf L aufstufen, was nicht allzu wenig Arbeit war.
      Auch mit dem anderen Pferd, Roi du Soleil, machte ich am Nachmittag einen Ausritt. Schnell merkte ich den Unterschied zu der sanften Stute. Roi konnte es gar nicht abwarten schneller zu laufen, war sehr aufgeregt und ich konnte ihn nur schwer zurückhalten. Allerdings beruhigte er sich, je länger wir unterwegs waren und war sogar gar nicht mehr ganz so aufsässig wie am Anfang. Auch mit ihm erlebte ich einen tollen Ritt und bekam vor allem seine Lauffreude zu spüren. Allerdings musste ich mit ihm daran arbeiten, dass er seine ganze Energie einteilte, sonst könnte es bei einem Turnier passieren, dass er wegen zu hoher Pulswerte ausscheidet. Eine gute Kondition war hier das A und O und daran würde ich mit dem kleinen König arbeiten müssen.
      Auch hier beendete ich den Ausritt nach nicht allzu langer Zeit und kehrte zurück aufs Gestüt.
      *
      Wie auch bereits mit Umpalumpa und Juwel der Stille, war mein Plan, dass ich in den nächsten Tagen die beiden Distanzpferde immer wieder longieren würde, denn auch hier hatte es genau den gleichen Sinn wie beim Fahren. Die Pferde fanden einen Ausgleich ohne das Reitergewicht auf ihrem Rücken und konnten gleichzeitig ihre Muskeln aufbauen und ihre Ausdauer stärken.
      So verbrachte ich den nächsten Vormittag mit den Beiden in der Halle, holte mir heute zuerst den kleinen Roi und nach dem ich mit ihm die Arbeit beendet hatte, ging es auch für White nochmal ran.
      Am Nachmittag ging ich mit beiden nochmal ins Gelände. Roi war wieder der erste, allerdings passte ich den Ausritt gleich einem E-Distanzritt an, nahm also auch meinen Pulsmesser mit und hielt mich an die Vorgabe, nicht schneller als 12 km/h zu reiten, was bei den meisten Einführungsritten noch Pflicht war.
      Roi schien noch nicht ganz so zu wissen, was auf uns zu kam und wollte gleich wieder hinaus in die weite Welt. Ich erwärmte ihn vorher ausführlich auf dem Platz, nahm vor dem Start seine Pulswerte und ritt dann erst los.
      Heute war der Trab unsere Hauptgangart, ich hoffte jedoch, dass ich es wenig später auf den Galopp steigern konnte.
      Roi war von Anfang an gut dabei und wieder wurde er mit der Zeit ruhiger, so dass ich bei unserer kleinen Pause einen doch noch ganz guten Wert maß, bevor wir in den zweiten Teil aufbrachen, welcher wieder nach Hause führte. Ich merkte es Roi an, dass er nach Hause wollte, trotzdem ließ ich ihn nicht unkontrolliert schneller werden, sondern achtete weiterhin darauf, dass wir nicht allzu schnell unterwegs waren, sondern ein einigermaßen gleichmäßiges Tempo behielten.
      Auch als wir wieder auf dem Gestüt waren, ließ ich ihm zehn Minuten um herunterzukommen und nahm dann das dritte Mal seine Pulswerte. Ideal war es, wenn diese genauso hoch waren wie vor dem Start. Roi war schon nah dran, allerdings konnte man da noch einiges verbessern. Trotzdem entließ ich ihn für heute auf die Weide, da ich ja auch noch White vor mir hatte.
      Mit White machte ich genau das gleiche: Eine kurze Erwärmung auf den Platz, Pulswerte, einen Übungs-Distanzritt auf der Stufe A und in der Pause abermals die Messwerte nehmen. Bei White merkte ich, dass sie bereits mehr Ahnung hatte. Ihr Tempo war viel gleichmäßiger und ruhiger und trotzdem hatte sie ein schönes Tempo, welches sich gut sitzen ließ und nicht zu langsam war. Auch waren ihre Pulswerte so einiges besser als die von Roi, was aber nur normal war. Mein Ziel war es, den Hengst so zu trainieren, dass er so gut werden würde, wie es White jetzt war.
      Bei White legte ich bereits mehr Galoppaden ein, übertrieb es für den Anfang nicht. Als ich am Ende ein letztes Mal ihre Pulswerte nahm, waren die fast perfekt identisch. Ich war gespannt, wie es bei einem richtigen Distanzritt sein würde. Für diesen Tag hatten die beiden Pferde genug geleistet und auch ich merkte das Reiten so langsam in den Beinen, sodass ich nur noch eine Dusche nahm und mich dann auch ins Bett begab
      *
      Heute wollte ich mich den ganzen Tag mit einer anderen Sparte beschäftigen: Der Dressur. Auch diese war wichtig beim Distanzen. Diesmal hatte ausnahmsweise Roi den Vorteil, da der Hengst bereits auf L lief und White erst auf A. Deswegen fing ich heute auch wieder mit Roi an.
      Ich ließ mir viel Zeit beim Aufwärmen, ging dann zur Gymnastizierung ein paar Volten und alle Schlangenlinien, die Roi bereits beherrschen sollte. Auch Roi schien die Abwechslung zu gefallen und willig arbeitete er auch mit. Auf dem Platz war der Hengst ein ganz anderer und ließ sich, im Gegenteil zum Gelände, auch gut in Anlehnung reiten. Immer wieder machte ich kleine Entspannungszeiten, in welchen ich die Zügel lang ließ, damit sich Roi dehnen konnte.
      Ich wollte mit Roi heute kein Dressurtraining machen, weswegen ich die schwierigeren Lektionen, wie die Kehrtwendung auf der Hinterhand, entfallen ließ. Mein Augenmerk lag heute auch auf der Arbeit mit den Trabstangen, den Bahnfiguren und leichteren Lektionen. Nach einer guten Stunde gutem Training beendete ich die Arbeit und gab Roi für den restlichen Tag frei.
      Am Nachmittag war dann allerdings seine Trainingspartnerin an der Reihe. Mit White wollte ich heute ein paar Lektionen und Bahnfiguren der Stufe A durchgehen und fing dabei genauso an, wie mit Roi. Erst ein paar Schlangenlinien, gymnastizierende Übungen und leichtere Lektionen. Zum Schluss dann noch etwas Stangenarbeit. Allerdings war Whites Ausdauer bereits um einiges besser, weswegen ich die meisten Übungen zusätzlich noch im Trab und Galopp übte. Auch mit White beendete ich das Training nach einer Stunde, denn immerhin hatten wir in den nächsten Tagen noch genug Arbeit.
      *
      Die nächsten beiden Tage waren gleich aufgebaut. Beide Pferde bekamen am Morgen ihre Longeneinheit und am Nachmittag stand dann der Ritt ins Gelände an. Ich machte das Training immer schwerer, erweiterte die Runden und blieb immer länger im Trab und Galopp. Nach zwei Tagen hatte ich die Kondition beider Pferde um einiges erhöht und war bereit mit Roi einen 20 Kilometer Ritt im Distanztempo gegangen. Auch White hatte erfolgreich ihren 35 Kilometer Ritt bestanden, sodass ich die beiden dazu bereit sah, ein richtiges Distanzturnier überstehen zu können.
      *
      Mit Kiras Hilfe, welche mir auch gütiger Weise ihren Anhänger zur Verfügung stellte, machten wir uns am nächsten Morgen mit beiden Pferden und jeder Menge Ausrüstung, auf dem Weg zu einem kleinen Turnier in der Nähe. Beide Pferde hatte ich noch kurzfristig an zwei der Ritte anmelden können und so war ich gespannt, ob es beide schaffen würden.
      Auch für mich würde es nicht allzu einfach werden, allerdings hatte ich ja zum Glück schon so einige längere Ritte geschafft, sodass ich diese beiden hoffentlich auch überstehen würde.
      Nach der Anmeldung und der Erhaltung der Check-Karte, auf welcher im Laufe des Ritts alle Auffälligkeiten und nennenswerte Dinge eingetragen wurden, bauten wir zwei Paddocks auf und gaben den beiden Pferden nochmal die Möglichkeit, nach der Fahrt sich zu entspannen.
      Whites Ritt war der erste, da er einige Kilometer länger war als der von Roi und so musste ich sie nach einer kurzen Pause bereits satteln.
      Da das Wetter wieder wärmer geworden war und so auch die Insekten wieder angriffslustiger, hatte ich für White und Roi eine Insektenschutzdecke mitgenommen, so wurde der Ritt für uns beide angenehmer.
      Kira würde mich unterwegs als Trosser unterstützen und an den kleinen Rastpunkten mit Wasser für mich und das Pferd warten.
      15 Minuten bevor White und ich starten würden, erwärmte ich sie etwas auf einer Wiese neben dem Start, was den Vorteil hatte, dass wir dann gleich im Trab starten konnten. Da es heute Einzelstarts waren und so ein Starter immer alle drei Minuten auf die Strecke gelassen wurde, hatten wir noch etwas Wartezeit am Startpunkt. Als wir dann allerdings an der Reihe waren, lief ich die ersten Meter im Schritt und fing dann erst an zu traben. Ich hörte Kira noch "Viel Glück" rufen, bevor ich ganz in der Welt des Distanzreitens verschwunden war. Ich hatte mir die Karte vorher gut angeschaut und so hatten wir den ersten Teil mit dieser kaum Probleme. Aus Erfahrung wusste ich, dass der erste Teil meist der Schwierigste war, da White und auch ich uns noch aufwärmen mussten.
      An Kreuzungen nahm ich das Tempo immer wieder zurück, versuchte mich zu orientieren und dann die Markierungen am Wegesrand zu suchen. Erst als ich mir sicher war, dass es der richtige Weg war, ging es wieder schneller weiter.
      Als der Vet-Check so langsam näher rückte, stieg ich von der Stute ab und führte diese die letzten Meter zum Untersuchungspunkt. Das hatte den Vorteil, dass wir schneller wieder weiter konnten, da Whites Pulswerte bereits bei der Ankunft unter 64 lagen. Nach einer kurzen Trinkpause, den Untersuchungen und dem Vorführen im Trab, ging es dies dann auch.
      Ich merkte deutlich, wie White und auch ich uns so langsam eingelaufen hatten und wir unseren Rhythmus gefunden hatten. An steilen oder steinigen Wegen stieg ich immer wieder ab und führte White im Schritt und Trab, sodass vor allem sie beim wieder Aufsteigen deutlich erholter war.
      Kurz vor dem zweiten Vet-Check stieg ich wieder ab und machte es wie beim ersten. Wir hatten wieder Glück und Whites Werte lagen wieder unter 64. Wir starteten schneller als beim ersten Mal, da nun das Vorführen wegfiel.
      Im letzten Teil des Rittes hatte sich um uns bereits ein kleines Reitergrüppchen versammelt, welche auch so wie wir lieber kurze Strecken um Schritt liefen und dann dafür etwas schneller im Trab und Galopp unterwegs waren.
      Zur Ablenkung waren Gesprächspartner meist nicht schlecht und so schafften wir auch die dritte Runde ohne größere Probleme.
      Gleich nach unserem Zieleinlauf und auch 20 Minuten später, war wieder eine Kontrolle an der Reihe, in welcher sichergestellt wurde, dass wir beide ohne Druckstellen oder Atemprobleme etc den Ritt überstanden hatten. Glücklich war ich dann, als uns gesagt wurde, dass wir in zwei Stunden zur Nachuntersuchung zugelassen waren. Diese würde allerdings Kira mit der Stute bestreiten müssen, da ich bereits in wenigen Minuten mit Roi zu meiner zweiten Runde aufbrach. Diese würde zum Glück etwas angenehmer und leichter werden, ich hoffte bloß, dass wir alle Kontrollen gut überstehen würden!
      Auch Roi bekam die Fliegendecke von mir übergelegt, denn mit dieser hatte ich gute Erfahrung beim Distanzen gemacht.
      Auch Roi erwärmte ich eine Viertelstunde früher, allerdings hatte ich bei ihm das Glück, dass wir gleich am Anfang starten durften. Mit Roi verfolgte ich beim Reiten ein etwas anderes Konzept. Da er gerne übermütig wurde, wollte ich mit ihm versuchen, ein gleichmäßiges Tempo aufzubauen und die meiste Zeit im angenehmen Trab zu reiten.
      Als der erste Vet-Check in Sicht kam, stieg ich ab, machte sogar kurze eine Pause in welcher ich den Hengst grasen ließ und lief dann erst etwas aufgeregt zur Kontrolle. Bis jetzt waren Rois Werte immer ganz knapp gewesen und so hoffte ich, dass es auch diesmal sein würde. Erstaunt war ich dann, als Roi einen neuen Rekord aufstellte und ging so dann auch viel erleichterter in den Teil zwei über.
      Deutlich merkte ich, dass Rois Gänge entspannter und gleichmäßiger nach dieser kurzen Pause waren und auch er nun seinen Rhythmus gefunden hatte. Allerdings waren diesmal wenige Reiter dabei, welche im gleichen Tempo wie wir ritten, weswegen ich den meisten Teil der Strecke alleine zurücklegte.
      Nachdem wir auch den zweiten Vet-Check überlebt hatten, merkte ich, wie auch meine Kraft sich langsam senkte und hoffte, dass trotz der prallen Sonne, auch Roi nicht aufgab.
      Ich schien ordentlich gehofft zu haben, denn auch am Ziel überstanden wir die Untersuchung, obwohl ich beim Vortraben wahrscheinlich ziemlich komisch umher trampelte.
      Ich war zufrieden mit mir und natürlich mit beiden Pferden. Bei beiden Ritten hatten etwa nur die Hälfte alles überstanden und nun die Chance auf einen Platz weiter vorne. Bis zur Siegerehrung versorgten wir beide Pferde gründlich, kühlten sie ab und packten sie dann mit Abschwitzdecke auf ihre Paddocks, wo sie es ich nicht nehmen ließen, sich samt frisch gewaschener Decke in den Dreck zu schmeißen.
      Im Endeffekt hatte White bei ihrem Ritt einen sehr guten fünften Platz belegt und das von eigentlich 22 gestarteten Reitern. Roi lag auf Platz sieben, was allerdings auch eine sehr gute Leistung war, für das was er geschafft hatte.
      Noch am späten Abend machten Kira und ich uns deswegen auf den Heimweg, sodass die Pferde bei Einbruch der Dunkelheit, wohl behütet zu Hause in ihren Boxen standen.
      *
      Am nächsten Tag war es dann auch für mich Zeit, mich zu verabschieden. Roi und White würden die nächsten Tage Ruhe brauchen, sodass es für mich der perfekte Punkt war, abzureisen.
      Kira drückte ich all die Aufzeichnungen in die Hand, welche ich während der letzten Tage gemacht hatte, denn sie würde diese wahrscheinlich irgendwann wieder brauchen. Dann stieg ich endlich in das Taxi, welches mich zum Bahnhof bringen würde, denn auch ich freute mich nun unheimlich auf mein Zuhause.
    • Sammy

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      Trainingsbericht Distanz A-L
      by Canyon
      19. August 2016

      Heute war ich mal wieder auf dem Weg zu Kira Esenbeck und ihren Pferden in der Eifel. Erst vor ein paar Wochen hatte ich dort vier ihre Pferde für längere Zeit betreut und dieses Mal war einer viermal wieder an der Reihe. Meine Zeit reichte leider nur für einen kurzen Wochenendbesuch über drei Tage, sodass mein Zeitplatz sehr straff war.
      Wie immer wurde ich freundlich von Kira begrüßt, welche mir auch sogleich das Pferd zeigte, welches ich in der Distanz fördern sollte. Den kleinen Roi du Soleil kannte ich bereits gut und so freute ich mich ein weiteres Mal darauf, ihn trainieren zu dürfen. Ich kannte mich auf dem Gestüt mittlerweile schon recht gut aus, weswegen mich Kira nach einer kurzen Einführung allein ließ, damit ich Roi auf unsere erste Trainingseinheit vorbereiten konnte.
      Heute stand erstmal nur ein kleiner Ausritt und am Abend dann eine Longiereinheit an. Beides diente zur Vorbereitung, damit ich an den anderen beiden Tagen das Training dann ganz im Gelände erledigen konnte.
      Ich kannte den Hengst bereits recht gut, sodass der Ausritt ein purer Erfolg wurde. Ich merkte deutlich, wie viel Lust er am Laufen hatte und das er viel Ausdauer besaß.
      Auch bei der Longierstunde am frühen Abend zeigte er Begeisterung und so zog ich diese auch nicht in die Länge, damit er am nächsten Tag mit genau der
      gleichen Motivation an die Arbeit gehen würde.
      *
      Ich hatte riesen Glück, denn als ich am nächsten Morgen den Hengst aus seiner Box holte, um ihn zu putzen und zu satteln, schien er bereits zu wissen, dass es gleich wieder ins Gelände ging. Unruhig tippelte er auf und ab, entspannte sich aber merklich, als ich ihn zur Beruhigung länger bürstete als normal. Dann sattelte ich ihn, kontrollierte nochmal unsere Ausrüstung, nahm seinen Puls und begab mich dann mit ihm ins Gelände. Manchmal erwärmte ich die Pferde vorher auf dem Platz, Roi war dafür jedoch zu aktiv, weswegen ich das Ganze einfach im Gelände tat und die ersten fünfzehn Minuten Schritt ging, bevor ich das Welshpony antrabte.
      Heute würde unsere Strecke etwa 20 Kilometer sein, welche wir in etwa 1 1/2 Stunden geschafft haben sollten, wenn alles gut ging. Roi schien ein Pferd zu sein, welches gerne trabte und heute konnte er das auch mal so richtig ausnutzen. Nur an schwierigen parierte ich ihn lieber durch, um Unfälle zu vermeiden.
      Nach der Hälfte der Strecke entschloss ich mich dazu, eine kleine Pause einzulegen. Der Hengst war mittlerweile verschwitzt und um einiges ruhiger als zu beginn, sodass ich von ihm abstieg und ihn noch einige Meter führte, um seinen Puls so niedrig wie nur möglich zu bekommen. Als ich anhielt, ließ ich ihn kurz verschnaufen, nahm dann seine Pulswerte und notierte mir diese wieder. Die Pause zog ich nicht allzu in die Länge, sondern schwang mich etwas später gleich wieder in den Sattel.
      Auch der zweite Teil der Strecke klappte reibungslos. Die Schritte wurden mit der Zeit zwar immer kleiner und ungenauer, das war jedoch normal, denn die Konzentration ließ einfach nach. Zwischendurch galoppierten wir etwa zwei Kilometer, als der Weg jedoch wieder unebener wurde, wechselte ich wieder in den Trab zurück.
      Wie ich es vorausgesagt hatte, hielten wir mein Zeitlimit perfekt ein und kamen wenig später wieder auf dem Gestüt an. Sofort nahm ich Roi den Sattel ab, legte ihm eine Abschwitzdecke über uns nahm zum dritten Mal seine Werte. Dann brachte ich ihn zurück in seine Box und ließ ihn für den Rest des Tages auch allein.
      *
      Am Sonntag, bereits in aller Frühe, stand dann der letzte Trainingsschritt an. Heute wollte ich mit Roi so schnell wie möglich die 30 Kilometer knacken und mich dabei natürlich trotzdem an die Gesätze des Distanzreitens zu halten. Wie auch schon gestern sattelte ich ihn, nahm den Puls und erwärmte ihn dann wieder im Gelände, bevor ich das Tempo wieder erhöhte. Diesmal galoppierte ich mit ihm schon in der ersten Hälfte der Strecke, machte dafür jedoch öfter Schrittpausen, um dem Hengst Verschnaufpausen zu gönnen. Erstaunt war ich, als er in der Pause beim Puls messen erstaunlich gute Werte hatte, welche sogar die vom Vortag überschritten, auch wenn die Strecke heute noch anstrengender war.
      Ein kleiner Verreiter im zweiten Teil verlängerte zwar unsere Strecke um etwas zwei Kilometer und trotzdem kamen wir auch dieses Mal gesund und munter ins Ziel, wo wir heute bereits von Kira erwartet wurden, welche uns in Empfang nahm und gleich ihr Pferd versorgte. Sobald dieser versorgt war, verabschiedete ich mich von Kira und händigte ihr meine Notizen aus, welche sie für weitere eigene Trainingseinheiten bestimmt gut gebrauchen konnte.
      Auch wenn nicht viel Zeit gewesen war, so hatte Roi trotzdem die Aufstufung bestanden und konnte von nun an auf Stufe L im Distanzreiten laufen.
    • Sammy
      Trainingsbericht Fahren E-A
      von Ofagwa
      28. Februar 2017

      Nun ging es weiter, Kira brachte mir den nächsten Kandidaten. Dieser war Roi du Soleil, ihr Rotfalb Hengst. "Na du Schicker", sagte ich und steckte dem Hengst einen Keks zu. Roi sollte in der Disziplin Fahren eine Hochstufung erhalten, also musste ich zunächst auf dem Dressurplatz einen Fahrparcours aufbauen, wobei mir Kira netterweise half. Ich saß auf, zumindest auf der Kutsche, und ließ ihn sich im Schritt warm laufen. Der Sand auf diesem Platz war nicht ganz so tief, also konnte er hier recht gut laufen. "Weeiter", sagte ich sanft den Roi wurde langsamer. Kira saß am Bahnrand und schaute uns gespannt zu. Ich ließ Roi antraben und erstmal um die Bahn herum einlaufen. "Klasse weiter so ", sagte ich und schickte ihn weiter. Der junge Hengst war ganz aufgeregt, als würde er wissen warum ich heute da war und sich auf seine Prüfung freuen. Ich lenkte ihn in Richtung der ersten Hütchen, er war zunächst etwas verwirrt, denn bisher war er nur mit Kira gefahren, und der neue Mensch da hinten war anfänglich sehr komisch für ihn. Dennoch nahm der das "Hindernis" tapfer und trabte weiter, ehe ich ihn anhielt. "Suuuper, und komm ", ich schnalzte, Roi trabte wieder an und ich lenkte ihn wieder in die Richtung der Hütchen. Dieses Mal war er schon etwas gefasster und schaute nicht fragend nach hinten, sondern trabte artig durch die Hütchen. "Das macht er gut!", sagte ich zu Kira und ließ ihn weiter traben. Nun sollte er eine Acht durch verschieden aufgestellte Hütchen laufen, was er zunächst im Schritt tun durfte. "Weiter ", sagte ich erneut und Roi war mit den kleinen, orangenen Dingern sehr achtsam und riss auch keines um. Nun trieb ich ihn wieder und er trabte artig an. Wir trabten auf die nächsten Hütchen zu, die auch etwas weiter auseinander standen, und ich ließ ihn machen. "Jaa suuuper Roi!", freute ich mich als er die Lektion fehlerfrei durchlaufen hatte. Roi war schon recht nass und ich lenkte ihn direkt auf die Brücke zu, er stockte etwas, ich tickte ihn eilig mit der Gerte an und sofort legte er einen Schritt zu und trabte über die Holzbrücke. "Feiner Kerl!", rief Kira von der Seite her zu uns, und auch ich war begeistert und ließ den Rotfalben angaloppieren. Zum Schluss musste er noch einmal im Galopp über die Brücke, was der Kasper zu gerne tat, denn auf der Brücke versuchte er etwas zu Bocken, ich lache und ließ ihn wieder versammelter galoppieren und dann noch eine Bahn außen rum.
      "Das habt ihr gut gemacht! Wirklich!", lobte ich Kira und auch Roi, der von mir noch einen Keks zugesteckt bekam.
    • Sammy
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      Der Sonnenkönig zieht ein!
      31. Juli 2017
    • Sammy
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      Trainingsbericht Dressur L-M
      31. Juli 2017
      Schnaufend wischte ich mir die feinen Schweißperlchen ab, die mir über die Stirn liefen. Gerade überquerte ich mit meinem Welsh D Hengst Roi du Soleil den Hof, um den kühlenden Schatten der Reithalle zu erreichen. Die Sonne brannte heute unerbittlich auf uns herunter und mittlerweile hatten wir über 30 Grad. Dabei war es erst zehn Uhr morgens. Mittags und am frühen Nachmittag fand zur Zeit überhaupt kein Training statt, um Mensch und Pferd zu schonen. Der stolze Hengst befand sich noch nicht lange in meinem Besitz, dennoch hatte er bereits große Fortschritte gemacht. Roi du Soleil besaß eine außergewöhnliche Begabung für die Dressur und sollte heute den Aufstieg in Klasse M erreichen. Bei seiner Vorbesitzerin hatte er bereits entsprechende Erfahrungen sammeln können und ich bildete ihn nun zum Vielseitigkeitspferd aus. Am Sprung zeigte sich mein kleiner Sonnenkönig mutig und aufgeschlossen, doch sein Herz schlug ganz eindeutig für den Tanz durchs Viereck. Genau aus diesem Grund würde ich ihn zunächst in der Dressur fördern und das Springtraining allmählich mit einbeziehen. In der Halle angekommen, schloss ich die Bandentür hinter uns - erleichtert der sengenden Sonne für den Moment entkommen zu sein. Ich liebte die Sonne, musste mit meiner alabasterhellen Haut jedoch höllisch aufpassen, um mir keinen Sonnenbrand einzufangen. Außerdem war es ab einem gewissen Grad auch einfach zu viel des Guten. England war eigentlich mit recht moderatem Wetter gesegnet, doch in diesem Jahr schien sich der Sommer durch nichts und niemanden aufhalten zu lassen. Selbst der für das Land so typische Regen ließ seit einiger Zeit auf sich warten. Dennoch strotzte der glänzende Hengst neben mir regelrecht vor Kraft und Tatendrang. Roi du Soleil war ein sehr arbeitswilliges Pferd, dem schnell langweilig wurde. Er war gut zu händeln, hatte aber seinen eigenen Kopf. Ich gurtete nach, zog die Steigbügel herunter und schwang mich in den Sattel. Dann wärmte ich den Hengst in aller Ruhe auf und genoss wieder einmal seine herrlichen Gangarten. Sie und der stolze Blick des Hengstes hatten tatsächlich den Ausschlag gegeben, ihn zu kaufen. Eigentlich hatte ich mir nicht noch mehr Ponys beziehungsweise Kleinpferde zulegen wollen, doch Roi hatte mich einfach in seinen Bann gezogen. Passenderweise hatte ich mit ihm zugleich einen Gefährten für meine beiden Welsh D Stütchen Shawnée und Siberia.
      Als Roi ordentlich aufgewärmt war, wiederholte ich den Halt aus dem Galopp und den fliegenden Galoppwechsel. Roi's Galoppade stand der eines Großpferdes in nichts nach und ich genoss den Wind im Gesicht. Richtig glänzen konnte der Hengst auch im Trab. Er ließ den aufgewölbten Rücken schwingen, bog den kräftigen Hals und trat mit der Hinterhand schön unter. In dieser Gangart widmeten wir uns auch dem Hauptthema des Stufenaufstiegs in Klasse M: den Seitengängen. Dies waren das Schulterherein, Travers, Renvers, Traversale und als krönender Abschluss die halbe Pirouette im versammelten Schritt.
      Roi du Soleil führte all diese Lektionen zu meiner vollsten Zufriedenheit aus und ich klopfte ihm lobend den Hals. Damit war sein Aufstieg in Klasse M der Dressur offiziell und ich konnte seine Papiere dementsprechend abändern. Nun hatte sich der eifrige Hengst eine ausgiebige Dusche verdient!
    • Sammy
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      Trainingsbericht Dressur M-S
      01. August 2017
      "Guten Morgen euer Hoheit, alles klar soweit?", begrüßte ich meinen großen Welsh D Hengst Roi du Soleil neckend. Mein Sonnenkönig hatte sich prächtig entwickelt, seit er sich auf meinem Gestüt befand und ich war gespannt darauf, ihn endlich auf den ersten Turnieren und Schauen vorstellen zu können. Heute stand jedoch erst einmal der Stufenaufstieg in der Dressur an. Der intelligente und fleißige Hengst war bereit für die Klasse S. Das freute mich sehr, denn somit konnten wir auf seiner späteren Körung eine wundervolle Kür zeigen. Ich holte Roi aus seiner Box, putzte ihn gründlich, flocht seine üppige Mähne ein und sattelte ihn anschließend auf. Erst gestern hatte ich gemeinsam mit meinen Angestellten das Sattelzeug geputzt, sodass ich nun genüsslich den Geruch des frisch polierten Leders einatmete. Roi sah mit der Dressurkandarre und dem dazu passenden Sattel wirklich königlich aus. Die Sommerhitze war noch immer nicht vorüber, doch heute morgen war ich vom befreienden Geräusch des prasselnden Regens aufgewacht. Alle Bewohner des Hofes waren der ständigen Hitze allmählich überdrüssig und auch die Weiden hatten etwas Himmelswasser dringend nötig. Ich joggte mit Roi über den Hof und betrat die Halle. Die Türen ließ ich offen, damit ein wenig Luft in die staubige Halle gelangte. Auch Roi schnupperte mit aufgestellten Ohren in Richtung der Tür und zog mit geblähten Nüstern die kühle Luft ein. Ich streichelte seinen kräftigen Hals, gurtete nach und schwang mich auf seinen Rücken. Der Rotfalbe schritt auf mein Kommando hin los und umrundete die Bahn. Mit der heutigen Stunde war Roi's Dressurausbildung fürs erste abgeschlossen und wir würden uns dem Springen widmen. Erst, wenn er auch dort herausragend war, folgte die Vielseitigkeit. Das hielt ich natürlich bei jedem Pferd anders - je nachdem wie dessen Vorlieben lagen. Roi's Herz schlug nun einmal für die Dressur. Allerdings hatte er im Springen kaum Erfahrung, als änderte sich diese Einstellung vielleicht sogar noch. Solange die Dressurarbeit ihm jedoch so viel Spaß bereitete, wollte ich sie ihm nicht nehmen. Ich ließ Roi du Soleil antraben und ritt am langen Zügel Zirkel, Volten und einfache Schlangenlinien. Der Hengst reagierte mittlerweile wunderbar auf jede noch so kleine Hilfe meinerseits. Ich fragte ein paar Lektionen aus niedrigeren Klassen ab und widmete mich dann dem eigentlichen Abschlusstraining. Selbstredend hatte ich Roi all diese Lektionen bereits beigebracht. Dies war nur das offizielle Training fürs Papier. Wir begannen mit der Schaukel, wiederholten gleich darauf Piaffe und Passage und zum Schluss die Traversalverschiebung im Galopp. All diese Übungen hatten Roi du Soleil und mich zwar einiges an Zeit gekostet, doch insgesamt hatte der Hengst wirklich sehr schnell gelernt und führte die Lektionen nun beinahe perfekt aus. Schon diese außergewöhnliche Dressurbegabung gepaart mit seiner Fellfarbe machten ihn zum begehrten Zuchthengst, doch wenn er nun auch noch im Parcours Talent zeigte, stieg sein Wert ohne gleichen. Wobei ich keinesfalls vorhatte, den schönen Hengst wieder abzugeben. Mittlerweile hing ich immerhin auch seelisch sehr an ihm. Er war mir ein treuer Freund geworden, den ich nicht mehr missen wollte.
    • Sammy
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      Trainingsbericht Springen E-A
      13. September 2017
      "So mein Guter, Zeit für deine erste Stufenerhöhung im Springen!", sagte ich aufgekratzt zu meinem Welsh D Hengst Roi du Soleil. Mein Sonnenkönig hatte seine Dressurausbildung erst einmal abgeschlossen, weshalb ich vor einiger Zeit mit der Ausbildung im Springparcours begonnen hatte. Anfangs konnte Roi damit nicht wirklich viel anfangen, doch mittlerweile sprang er richtig gerne, auch wenn die Dressurarbeit ihm immer noch mehr Spaß bereitete. Ich sattelte den Hengst auf und führte ihn hinüber zum Springplatz. Die sengende Sommersonne war leichtem Wind gewichen und die ersten Blätter an den Bäumen verfärbten sich bereits. Zum Arbeiten war dieses Wetter wesentlich angenehmer und auch die Pferde wurden wieder munterer. Roi tänzelte neben mir her, als er den aufgebauten A-Parcours sah und ich musste ihn beim Aufsteigen ermahnen, still zu stehen. Andererseits freute mich der Übermut des Hengstes, zeigte er doch seine Lust am Springen. Doch zuerst war wie immer das ordentliche Aufwärmen an der Reihe. Somit ritt ich Roi du Soleil im Schritt, Trab und schließlich im lockeren Galopp um die Hindernisse herum, bis wir endlich an den Start des Parcours ritten. Der Hengst war immer noch aufgekratzt, aber nun wesentlich geschmeidiger. Außerdem nahm er meine Hilfen nun wieder so an, wie ich es gewohnt war. Mit einem leichten Schenkeldruck und einem auffordernden Zungenschnalzen galoppierte ich Roi du Soleil erneut an und ritt auf das erste Hindernis - einen Steilsprung zu. Ein paar Sekunden später flog der Hengst mit gestrecktem Hals und eng an die Brust gezogenen Vorderbeinen hinüber und ich konzentrierte mich sofort auf das nächste Hindernis. So überwanden wir einen Sprung nach dem anderen, bis ich Roi schließlich zum Schritt durchparierte, die Zügel lang ließ und den Hengst ausgiebig lobte. Damit hatte er seinen ersten offziellen Aufstieg im Springen geschafft und lief nun auf A-Niveau. Allerdings war ich mir ganz sicher, dass noch wesentlich mehr in dem fleißigen Hengst steckte.
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  • Album:
    Showpferde
    Hochgeladen von:
    Sammy
    Datum:
    1 Jan. 2019
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  • Roi du Soleil
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    [Franz.: "König der Sonne"]
    Spitzname: Roi

    --------------------------------------------------

    ~ Abstammung ~
    Von: ?

    V: ?
    M: ?
    Aus der: ?
    V: ?
    M: ?

    --------------------------------------------------

    Rasse: Welsh Pony Sektion D
    Geschlecht: Hengst
    Geburtsdatum: 14. Juni 2008
    Stockmaß: 1,50m
    Fellfarbe: Rotfalbe
    Gencode: ee Ata Dd
    Kopfabzeichen: Laterne
    Beinabzeichen: ///

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    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Roi ist, ganz wie sein Name sagt, ein König. Er ist stolz und zeigt dies auch gerne, wenn er hocherhobenen Kopfes und Schweifes mit donnernden Tritten über die Weide galoppiert - ein majestätischer Anblick. Dennoch ist er auch ein sanfter und anhänglicher Kraftprotz, er weiß halt auch wie er mit anderen umgehen muss, um gemocht zu werden. Gerne lässt er sich kraulen oder zeigt selber seine Zuneigung anderen, egal ob Mensch oder Tier. Dennoch möchte er in der Rangordnung oben stehen, was er auch konsequent durchsetzt, weshalb man es als Reiter manchmal schwer hat sich gegen ihn durch zusetzten.
    Vor allem im Dressurviereck macht Roi du Soleil eine mehr als gute Figur, doch auch im Parcours und beim Geländespringen kann der Hengst sich sehen lassen. Daher liegt der Schwerpunkt seiner Ausbildung von nun an in der Vielseitigkeit. Weiterhin darf Roi als einziger Welsh D Hengst von Hollybrook Stud, die bald entstehende Ponylinie begründen.
    --------------------------------------------------

    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: Kira
    Ersteller: Occulta
    Vkr: ///

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    ~ Qualifikationen ~
    Dressur:
    S
    Springen: S*
    Military: E
    Distanz: L
    Fahren: A


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    ~ Schleifen ~
    HK [501] Großpferde
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    BZSW [409] Halloween
    [​IMG]

    531. SPR | 269. SynSPR
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    2. Platz E Springen 1. Hofturnier UHAP Ocean Wave
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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig:
    Ja
    Nachkommen: ///


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    Hintergrund by Samarti! ♥
    Offizieller HG