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Waldvoegelchen

Ridcully - AMH - Hengst

Ridcully - AMH - Hengst
Waldvoegelchen, 19 Juni 2016
Muemmi, Mohikanerin und Sosox3 gefällt das.
    • Waldvoegelchen
      Gestüt Sapala
      Frühjahrsputz
      02. April 2016



      Kurz nach Neujahr hatte unser Umzug stattgefunden, so dass wir nun seit fast vier Monaten in Holland lebten. Wie ich es bereits gewohnt war, zog sich alles unglaublich. Es hatte gut zwei Monate gedauert, bis alle Pferde umgezogen waren und ein festes Team hatte ich auch noch nicht, da war ich noch fleißig auf der Suche, aber trotzdem kehrte allmählich eine Routine ein. Und ich liebte unser Gestüt. Den Namen hatte ich so übernommen und so lebten wir nun auf Gestüt Sapala.
      Es lag zwischen Wäldern und Wiesen, ziemlich im Abseits und stellte eine herrliche Anlage da. Das wichtigste war zu Hauf vorhanden: Weiden. Zudem besaßen wir zwei Reitplätze und zwei Hallen plus weitere Trainingsmöglichkeiten wie eine Führanlage und zwei Longierzirkel. Und natürlich gigantische Stallungen, was für uns nun mehr als nötig war. Ganz nebenbei war ich ja in mein Wohnhaus verliebt, hier konnte man sich wohlfühlen!
      Den Pferden gefiel es auch, das spürte man deutlich und das Gelände war auch einfach mehr als idyllisch, denn außer unseren Heuwiesen gab es rundum kaum etwas anderes als Felder, Wiesen und Wälder. Ich war endlich in meinem Traumzuhause angekommen und wenn man sich etwas mehr Zeit nahm, war man mit einem halbstündigen Ritt auch direkt am Meer. Wir befanden uns im Friesland, genauer gesagt in Aurich und ziemlich nah an der Küste.
      Die frische Meeresluft tat allen gut und momentan arbeitete ich auch eine lange Liste an Bewerbungen ab, denn wir waren begehrter als gedacht. Nun war schon April 2016 und wie immer erfasste mich die Frühjahrsputz-Laune. Es gab schließlich immer etwas zu tun und es gab auch noch genug Kisten, die noch ungeöffnet irgendwo standen. Besonders in den Sattelkammern hatte ich bisher nur das Nötigste untergebracht, meine Pferde hatten zu viel Kram!
      Die waren momentan übrigens alle in ihrer Schonfrist. Der Umzug war auch für die kräftezehrend gewesen, aber glücklich waren wir alle. Außer ich in dem Moment, denn gerade klingelte mein Wecker – 5 Uhr in der Früh. Bisher sah es an Mitarbeitern noch mager aus, dementsprechend musste ich selber kräftig mit anpacken was Fütterung, Rausbringen und Misten betraf. Dazu kamen der Papierkram und die Vorstellungsgespräche und so bekam ich kaum noch die Gelegenheit zum Reiten.
      Angezogen, frisch gemacht und gefrühstückt tauchte ich im Stall auf und grüßte knapp die anderen Pfleger, die bereits angetanzt waren. Es war kurz nach sechs und draußen tatsächlich schon hell. Oh ich freute mich so auf den Sommer! Dann würden die Pferde auch 24 Stunden auf den Weiden stehen und wir hätten ein bisschen Arbeit weniger. Aber wirklich nur ein bisschen, denn im Sommer wollte ich alle wieder in Höchstform sehen – mich eingeschlossen.
      Füttern und Rausbringen fraß Zeit. Nachdem dann auch gemistet war, war es schon fast 10 Uhr und ich würde mich für das nächste Vorstellungsgespräch fertig machen müssen. Leider überzeugte mich der Herr um die 30 Jahre weder im Gespräch noch auf dem Pferd. Als Dressurtrainer hatte er sich beworben, weshalb ich ihm für den Proberitt Aristo ausgesucht hatte, einer unserer Dressurässer. Doch sein „Was, ein Barockpferd?“ hatte mich eigentlich direkt abgeschreckt und so hatte ich zwar ein freundliches „Ich melde mich noch einmal bei Ihnen“ herausgebracht, war aber erleichtert, als er weg war.
      Stattdessen ging der Stress direkt weiter, denn heute sollten einige neue Pferde kommen. Ich war dafür bekannt, regelmäßig aufzustocken und da meine liebe Freundin Julie aus privaten Gründen ihren Hof auflöste, kamen einige Pferde aus Schottland zu uns. Zum einen Van Deyk, ein toller Trakehnerhengst mit großem Potenzial, auf dessen Dasein ich mich schon jetzt freute. Des weiteren Ayumi, ein tolles Fohlen aus der Zucht von Siobhan, was mit einer tollen Abstammung daher kam. Dann noch Key, eine Vollblutstute, welche ich noch aus meiner Nasty Past Zeit kannte. Und als letztes was ganz witziges: Ridcully, ein American Miniature Horse. Er sollte das Gegenstück zu meiner Hollybrook’s Tiny Girl werden und dementsprechend war er sofort eingezogen.
      Heute tanzten die drei an, doch während ich noch gut eine Stunde Zeit hatte, schaute ich bei den ehemaligen Neuzugängen an. Die beiden Vollblutfohen Hidden Flyer und Exciting Force waren mir sehr schnell ans Herz gewachsen und entwickelten sich prächtig, ich hatte mich in beide wirklich verguckt. Da wir ja ein riesiges Gestüt hatten, kamen auch Anfang des Jahres zwei Reitponys zurück. Elisa hatte leider verkleinert und so kehrten Never look back und Raunchy’s Limited zurück. Hatte ich sie noch als zerzauste Jungpferde nach Townsend Acres gegeben, kamen sie nun als schicke Turnierponys zurück. Elisa verstand eindeutig etwas von ihrer Rasse und ihrem Geschäft.
      Dementsprechend hatte sie sich auch über Absinth’s erfolgreiche Körung gefreut und war sich sicher, dass Allelujah und Morning Sun genauso schnell ihre Punkte sammeln würden. Ich hatte da ja noch allerhand zu tun, denn sie waren nicht die einzigen Pferde, die in eine Körung geschickt werden sollten. Priorität hatte auch immer noch Feuervogel, den hätte mir Elisa sicherlich auch trotz Verkleinerung aus den Händen gerissen.
      Selbst bei unserem zerstruppelten Neuzugang Cola hatte sie bei ihrem Besuch (natürlich hatte sie ihre beiden Schätze eigens vorbei bringen müssen) neugierig begutachtet. Sie sah das Potenzial, was hinter dem vernachlässigten Pferd steckte. Wir beide kannten Cola schon sehr lange vom Sehen und Hören. Ich musste auch sagen, dass er sich wirklich ganz gut machte, genauso wie seine Leidensgenossin Autumn Leave in the Sky. Beide stammten aus schlechter Haltung und wurden bei uns nun wieder aufgebaut.
      Bei ihrem Besuch hatte Elisa natürlich meine Reitponys auf den Kopf gestellt. Paddington hatte sie unbedingt einen Besuch abstatten müssen und gestaunt, wie schnell der kleine Kerl wuchs. Mit Hugo Boss und Carachillo hatten wir einen entspannten Ausritt gemacht und ausgiebig geplappert, so wie es sich für zwei Frauen gehörte, ehe sie auch noch ihren Senf zu Naimibia und Sika gegeben hatte.
      Naimibia war schon gekört und bereits von ein paar Fohlen stolze Mutter, bei Sika sah ich das ja noch nicht so, doch Elisa ermunterte mich und sah die Rappscheckstute auch schon gekört. Während ich so schön in Gedanken schwelgte, kam der Transporter an und die neuen Pferde mussten versorgt und ausgeladen werden.
      Während Van Deyk erst einmal seine Box mit Paddock bezog, wollte ich Ridcully und das Stutfohlen direkt vergesellschaften. Auf einer kleineren Weide traf Ridcully auf Heartbreaker. Mein Welshhengst war der Chef unserer Zwergengruppe und wenn er Ridcully akzeptierte, würde das auch der Rest tun. Der Rest, das waren Window und Hoppla auch beide problemlos und so stand Ridcully eine halbe Stunde später bei unseren Zwergenhengsten und genoss das herrliche Wetter.
      Ayumi sollte heute nur auf CH’s Destiny Horror und Mon petit écrou treffen. Beides eher ruhigere und ältere Jungpferde und dementsprechend perfekt geeignet und siehe da, es klappte wirklich gut und auch das Fohlen war untergebracht. Um auch Van Deyk noch etwas Abwechslung zu bieten, ging ich mit dem Schecken eine kleine Runde über das Gestüt und kennte ihn etwas lernen.
      So wirklich zum Frühjahrsputz kam ich heute ja nicht, denn es standen noch zwei Schnupperstunden an. Ich hatte entschieden, im kleinen Rahmen gutes Reiten anzubieten und nutzte die Chance einer Ponyschule, um meine Zwerge unter einen Deckel zu bekommen. Da die Ponyhengste heute aber schon genug Aktion hatten, waren die Mädels an der Reihe.
      Tatsächlich hatte sich sogar jemand für Little Chocolate Chip gefunden. Ein kleines dreijähriges Mädchen schwärmte von Ponys und ihre Mutti schien selbst pferdevernarrt zu sein und so kamen sie heute mal zu Besuch. Auch Mondscheinsonate, Occani und Werina waren heute an der Reihe. Alle Kinder waren unter 10 Jahre und bekamen beim Putzen und Satteln die Unterstützung von mir und ihren Eltern (zumeist die Mütter).
      Als alle fertig waren, gingen wir auf den Reitplatz, wo wir erst ein kleines bisschen Theorie paukten und es dann endlich in den Sattel ging und wir die ersten kleinen Runden drehten und auch allerhand Übungen machten. Die Ponyschule war eine schöne Idee, aber ich brauchte auf jeden Fall Helfer. Zum Glück waren es heute nur Schnupperstunden, aber Kinder und Eltern waren mehr als begeistert und so war auch ich glücklich.
      Zweiteres war eine Reitstunde für Fortgeschrittene und unter 18-Jährige. Altersbeschränkungen waren mir an sich egal, aber für das Klima in der Stunde war so etwas doch immer sehr angenehm und die Erwachsenen waren auch immer lieber unter sich. Als Schulpferde hatten sich bereits damals unsere Lewitzer bewährt und auch heute wählte ich fünf von ihnen. Cheveyo, Donatella, They call her Fiorina, Piccolo’s Blaze und Elliot. Die Mädels waren begeistert von ihren Schecken und auch davon, dass man bei uns die Pferde selbst holte und fertig machte.
      Natürlich kontrollierte ich alles und gab Tipps, aber sie machten das wirklich gut. Auch im Viereck konnten sich die fünf Reiterinnen sehen lassen. Natürlich hatten sie ihre Fehler und Probleme, aber genau deshalb kamen sie ja zu uns. Anscheinend kamen diese Schnupperstunden mehr als gut an und während die Mädels quatschend abritten, baute ich meine Geschäftsidee aus, indem ich auch Reitstunden für reine Jungsgruppen und Senioren anbieten wollte. Alles Gruppen, die man so anlocken konnte.
      Mein Prinzip war lediglich, dass für das Pferd pro Reitstunde mind. zwei Korrekturstunden kamen, so dass einerseits sehr gute Schulpferde vorhanden waren, aber eben auch diese nicht überstrapaziert worden. Also würde sich das Pensum auch mehr als Gering halten. Nachdem alle Pferde versorgt waren, ging ich Lewitzerliste kurz durch:
      Vertigo wollte ich im Turniersport, so fiel er als Reitpferd für Schüler weg und bei Talya war ich mir auch nicht sicher, ob es das Richtige war. Genauso wie bei Elliot. Er hatte seine Sache heute gut gemacht, aber ich glaube, Caillou konnte ich mir da besser vorstellen. Und Amazed Marlin ließ ich bisher auch lieber außen vor, sie sollte sich auf ihre Krönung konzentrieren.
      Zum Glück hatten die Fohlen nicht solche Probleme. Sowohl Amadahy, Frozen Bubble, Nabiri und Rosewell als auch die beiden Hengstfohlen Panta Rhei und Calimero II tobten mit dem Rest zufrieden über die Weiden. Aber irgendwann würde auch für sie der Ernst des Pferdelebens kommen. Obwohl, sie hatte noch Zeit.
      Den Nachmittag verbrauchte ich im Büro und plante für die Fohlen. Das machte ich gerne und es war auch nötig, denn so erinnerte ich mich wieder daran, dass ich einige „Fohlen“ hatte, die schon längst nicht mehr so klein waren wie ich dachte, sondern schon mehr als bereit. Hollybrook’s Fairy Bluebird war eine tolle Ponystute geworden, nun bald sechs Jahre, hatte bisher aber noch keinen Reiter gesehen.
      Das Gleiche galt für Prazzy’s Goldbell, dabei wollte ich meinen geliebten Pajero-Sohn gerne langsam unter dem Sattel sehen, er würde seinem Vater alle Ehre machen! Apropos, einen Ausritt mit Pajero würde ich mir heute Abend noch gönnen müssen, zum Glück blieb es immer länger hell. Ach, ich war doch ganz froh, den Winter hinter mir zu haben, auch wenn der Sommer sicherlich wieder heiß werden würde.
      Bei Outlaw Torn war ich mir bezüglich der Ausbildung sehr unschlüssig. Er war bald vier und schon sehr weit, eben weil das bei Paint Horses so gehandhabt wurde, aber genau deshalb wollte ich ihm Zeit lassen und es war ja nicht so, als wäre das Reiten für ihn essentiell wichtig. Das sahen HGT’s Unitato und Cruel Twist of Fate nicht anders und so ließ ich meinen Westernpferden gerne mehr Zeit.
      Und dann gab es da noch meine Welshnachkommen. Alle behalten, nachdem die ältere Generation verkauft worden war. Herbstmond und Acariya waren bisher immer noch meine Favoriten, aber auch Sacre Fleur liebte ich, ebenso wie Shawnée und Sibiria, auch wenn ich nicht recht wusste, was ich mit zwei Welsh D Stuten anfangen sollte, aber irgendwas würde sich schon finden.
      Dann gab es da nur noch Abendprinz und Caruso. Zwei Fohlen sondergleichen, die ich beide sehr liebte. Geplant war in weiter Zukunft ein Fohlen aus Fairy von Zarin, welches als Gegenstück für Caruso dienen sollte, aber im Gegensatz zu Zarin war Fairy noch nicht gekört.
      Und dann hatte ich mich in die Araber verguckt, neben Abendprinz gab es bisher zwei Stuten: Scheherazade und CH’s Sun is Shining. Zwei wunderbare Tiere und eine sogar schön gekrönt. Aus der Zucht meiner besten Freundin Sammy würde mich auch noch ein wahrer Wüstenstürmer erwarten, aber bisher war er noch nicht so weit, ich freute mich aber schon auf ihn.
      Den heutigen Abend verbrachte ich zu meiner Freude dann doch noch auf den Pferd und erkundete mit Pajero die neuen Wege rund um das Gestüt und freute mich natürlich riesig, denn es war so toll! Irgendwann mussten wir einen großen Ritt ans Meer machen, aus unserer Frankreich-Zeit wusste ich, wie sehr Pajero das liebte.

      Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus und wieder war viel los, wie eigentlich jeden Tag auf dem Gestüt. Zur Abwechslung beschäftigte ich am Morgen aber erst einmal Thorondor mit viel Bodenarbeit, damit mein Berber nicht verrückt wurde, denn nur Weide war für ihn einfach gar nichts und so war er einer der wenigen, die mich mindestens fünfmal die Woche zu Gesicht bekamen.
      Ach und die Führanlage hatte ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Spätestens als sie Pawaneeh und Golden Ebano die nötige Bewegung verschaffte. Bei Classic Gold und Khiara El Assuad war die aber noch wichtiger. Die Vollblüter wären mir sonst explodiert. Wer witzigerweise auch richtig Gefallen daran fand, war Freeway, unsere Tinkerstute. Eigentlich ein Pferd, was ich nie in die Führanlage gepackt hätte, aber sie liebte es.
      Heute war mal wieder Bewegungstag, gestern hatte ich ja Pause gehabt. Am Morgen longierte ich Deep Silent Complete und Herbsttraum, ehe ich mit Come Whatever May auf den Springplatz ging. Flott weiter ging es mit einem Ausritt: Apaches Tomahawk als Reitpferd und Caribic Sue als Handpferd. Was die Bewegung betraf, kamen mir die Schnupperstunden recht. Heute war wieder eine und so waren Kürbis, Lila Wolken, Milka Luflee, Walking in the Air und Quintesse beschäftigt und ich auch.
      Danach hätte ich zu gerne eine Pause gehabt, raffte mich aber noch auf Like Honey and Milk zu longieren. Ihre Vorbesitzerin war immer sehr hinterher, dass es der Stute gut ging und so kam sie auch jetzt definitiv nicht zu kurz. Eine Pause stand an und die genoss ich auch wirklich, denn heute Abend hatte ich etwas Besonderes für meine treuen Pfleger geplant. Bisher dachten sie, sie würden zu einer Besprechung antanzen müssen, dementsprechend ahnten sie nichts.
      Doch als es dann so weit war, eröffnete ich ihnen einen Ausritt an den Strand und alle waren begeistert. Wir waren zu elft, also eine ziemlich große Mannschaft, die gute und ruhige Pferde benötigte. Guten Gewissens hatte ich mir direkt Schneeleopard rausgepickt und dann die beiden Westernstuten Ice Coffee und Kisshimbye. Flintstone und Joyce kamen auch zum Einsatz. Die Hälfte war abgedeckt. Für mich hatte ich Fandango rausgesucht, mein kleiner Sonderling im Stall und so fehlten nur noch fünf Pferde und wir waren vollständig. Call me a Twist und Dissident Aggressor waren sowas von mit dabei und dann nahm ich noch Bandit und Albertino mit. Als letztes hatte Varulv die Ehre und so ging es gefühlt auf einen Riesen-Ausritt, den alle Beteiligten sehr genossen, denn am Strand erwartete uns auch noch ein Lagerfeuer.

      Obwohl ich weder trank noch irgendwas desgleichen tat, fühlte ich mich am nächsten Morgen verkatert. Ein langer Ritt plus ein langer Abend waren nichts für jemanden, dessen Wecker fünf Uhr morgens klingelte und so kam ich auch fast zu spät zum Proberitt meiner eventuellen neuen Reitlehrerin. Diese hatte ich auf Altyn gesetzt, was etwas fies war, aber mir dann auch direkt zeigte, dass sie die richtige war, denn mein junger Hengst lief unter ihr wirklich traumhaft, nachdem sie zusammengefunden hatten.
      Halb dösend bespaßte ich nach diesem Erfolg Cover the Sun im Longierzirkel mit etwas Stangenarbeit. Die nutzte ich kurz darauf auch noch einmal mit Possy Pleasure Mainstream, um Rücken- und Bauchmuskeln zu aktivieren. Eigentlich war meine Liste heute mehr als lang, aber aus privaten Gründen bekamen Hákur und HGT’s End of Day frei, so dass ich nur mit Dr. Insektor ins Dressurtraining musste und danach eine Pause im Gelände mit Cual Maniaca einlegte.
      „Ich bewundere dich für dein Durchhaltevermögen!“, hörte ich dann am Telefon, als ich mit meiner Mutti bezüglich meines Geburtstags Ende April sprach, denn ich lud sie nach Holland ein. Und bisher waren sie nicht abgeneigt. Währenddessen ließ ich He’s called Trüffel und Hýreygur freispringen, aber trotz maximaler 50cm war zweiterer einfach nicht begabt.
      Mein Abend endete wieder mal auf dem Pferderücken, nämlich auf Morrigans, welcher mich entspannt gen Gestüt trug, nachdem wir einmal über die schöne Waldwiese gejagt waren und nun genüsslich entspannt in unseren Feierabend spazierten.
    • Waldvoegelchen
      Mit dem Blick auf die Uhr war ich hellwach. Ich hatte tatsächlich verschlafen! Schnell warf ich mir die Arbeitskleidung über und sprintete unfertig raus zu den Pferden. Die brummelten mich alle ungeduldig an. Ich warf auf jede Weide die Portion Heu, die ich jeden Tag gab und füllte Kraftfutter in die Boxen von Heimerdinger, Bittersweet Memory, Istas und Dashing Blade. Die brachte ich dann alle nacheinander rein, damit sie ihr Frühstück genießen konnten.
      Währenddessen holte ich den kleinen Ridcully und führte ihn etwas auf dem Hof herum. Er hatte ein auffällig dickes Bein. Wenn es bald nicht besser wurde, würde ich den Tierarzt holen müssen, doch bislang sah das sehr harmlos aus. Vermutlich hatte er sich nur blöd vertreten. Ich entschied mich, ihn auf der Weide zu lassen und ihn nicht in eine Box zu stellen. Erstens konnte er dort nicht rausgucken und außerdem lahmte er nicht, er hatte also keine Schmerzen.
      Ich prüfte, ob die Hengste ihr Frühstück gefuttert hatten und holte dann Dashing Blade aus der Box, prüfte seine Hufe und longierte ihn auf dem Roundpen. Als ich sah, wie Lukes Wagen auf den Hof fuhr, war ich erleichtert. Er parkte, stieg aus und kam auf mich zu. "Gott sei dank bist du da", rief ich ihm zu, "ich hab total verpennt, ich hab gleich noch 'nen Termin, kannst du für mich die Hengste machen? Ihn hier mach ich noch fertig, aber dann muss ich auch los." Luke lachte mich aus, machte sich aber an die Arbeit.
      Er holte Memo aus der Box, putzte und zäumte ihn und machte leichte Dressurarbeit mit ihm auf dem Platz. Als ich mit Dashing Blade fertig war, durfte der helle Hengst wieder auf die Weide. Er schüttelte sich und trabte dann weiter nach hinten, wo das Gras wohl am besten schmeckte. Luke war inzwischen auch fertig mit Memo. Er ritt ihn nurnoch ab und schwang sich dann aus dem Sattel. Ich rannte ins Haus, machte mich in Rekordzeit fertig und fuhr los zu meinem Termin.
      Luke stellte den Ponyhengst zurück auf die Weide, der sich direkt erstmal wälzte. Mit Heimi machte Luke dann Cavalettiübungen, die der Hengst mit Bravour meisterte, er war einfach ein Konzentrationstalent und brauchte solche Beschäftigung. Auch er durfte wieder auf die Weide und gesellte sich zu Dashing Blade. Die beiden waren gute Freunde geworden, ich hatte Glück, dass meine Hengste so gut sozialisiert waren, Istas mal ausgenommen.
      An den wandte sich Luke auch als nächstes. Istas machte erst keine Anstalten, sich aus der Box auch nur einen Millimeter herauszubewegen und später am Putzplatz konnte er nicht still stehen. Luke entschied sich, ihn einfach auf dem Platz laufen zu lassen, reiten war ihm zu heikel auf dem Punktetier. Der wollte sich dann aber auch dem Platz wieder nicht bewegen, also gab Luke es auf. Er war ohnehin nicht für Istas zuständig, die beiden fanden überhaupt nicht zusammen. Ich selber hatte zwar auch nicht den perfekten Draht zu dem Hengst, aber immerhin wusste ich inzwischen, wie man mit ihm anständig arbeiten konnte.
      Eine Stunde später kam ich mit einer Tafel Schokolade zurück und dankte Luke ganz herzlich, bevor ich mich um die Stuten kümmerte.
    • Waldvoegelchen
      Ich saß mit Luke und Mr Flynn gemütlich bei Kaffee und Kuchen im Wohnzimmer. Das Feuerholz im Kamin verbreitete eine wohlige Wärme und es herrschte eine angenehm vorweihnachtliche Stimmung. Es war schön, die Sorgen mal ganz weit weg zu lassen und sich einfach nur um das Hier und Jetzt zu kümmern. Luke berichtete uns von seiner neuen Freundin. Die beiden waren frisch verliebt und erst zwei Wochen zusammen. Ich freute mich für die beiden. Sie wollte morgen vorbeikommen. Mit Pferden hatte sie nichts zu tun, hatte sogar etwas Angst vor den großen Tieren, aber schön fand sie die trotzdem.
      Nachdem der Kuchen verputzt war, schlug ich einen kleinen Spaziergang vor. Mr Flynn entschied, dass wir doch die Ponys mitnehmen konnten. Gesagt, getan. Ridcully und die weiße Stute wurden von der Weide geholt, und da wir kein drittes kleines Pony hatten, holte ich Dashing Blade. Der Hengst konnte sowieso nie genug Bewegung haben. Wir kratzten die Hufe der Tiere, Blade trenste ich auf und die Ponys durften mit Halfter und Strick mitkommen. Das schlimmste, was die tun konnten, war am Wegrand stehen bleiben und Gras fressen, wobei wir das schon ganz gut im Griff hatten.
      Blade benahm sich ausgesprochen gut beim Spaziergang. Er war zwar allgemein ein sehr liebes, personenbezogenes Pferd, aber das Tempo war absolut nicht seins. Die Kleinen gingen nunmal nur halb so schnell wie er. Ich musste ihn zwar ab und an etwas bremsen und eine Volte drehen, aber irgendwann hatte er herausgefunden, welche Geschwindigkeit wir von ihm wollten. Wir brauchten für eine Runde von 4km so etwa 45Minuten, aber wir haben auch keine Eile gehabt.
      Als wir wieder zurückkamen hörten wir nur Gequitsche von Pferden von der einen Hengstweide. Normalerweise vertrugen sich die Hengste ganz gut, aber sowas kam trotzdem ab und an mal vor. Als das Gezicke aber nicht aufhörte, drückte mir Luke Ridcully in die Hand und ging zu der Weide. Dazwischen gehen konnte er eh nicht, das war zu gefährlich. Ich band die Pferde an und ging ihm nach, Mr Flynn blieb am Putzplatz und kümmerte sich um die Tiere.
      An der Weide war ich ganz erschrocken. Badawi hatte sich schon wieder von seiner Weide befreit und forderte gerade Peacekepper heraus. Der ging eigentlich nie gegen etwas an und war eher rangniedrig, doch von so einem kleinen frechen Halbstarken ließ er sich dann doch nichts gefallen. Badawi versuchte immer, von hinten auf den älteren Hengst loszugehen, doch der schlug nach unzähligem Androhen dann aus und traf den Araber an der Brust. Das sah schon nach einem fiesen Treffer aus, ich hoffte da war alles gut gegangen. Badawi wandte sich aub und Peacekepper jagte ihm mit angelegten Ohren im Tiefflug nach, blieb dann aber irgendwann aufgeplustert und pustend stehen. Ich nutzte die Gelegenheit und fing den Rappen ein, der gerade sehr nah am Zaun stand, was das alles sehr einfach machte.
      Ich brachte ihn zunächst in eine Box. Dieses Pferd war echt ein Meister im Zerstören von Zäunen, wir musste also schon wieder eine Schwachstelle finden. Einfach durchschlüpfen konnte er bei sich nämlich nicht, dafür waren die Balken zu nah aneinander.
      Ich untersuchte ihn nochmal auf offene Stellen, aber fand nichts. Vermutlich wurde er wirklich nur einmal an der Brust getroffen, wo er wohl jetzt eine Prellung haben würde. Luke untersuchte derweil den Trakehner nachdem der sich beruhigt hatte, fand aber auch nichts. Wir würden die beiden die Tage beobachten und wenn uns etwas auffällt, noch den Tierarzt rufen. Bisher sah aber alles so aus, als wären wir mit einem Schrecken davongekommen.
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  • Album:
    Wohlverdienter Ruhestand
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    Waldvoegelchen
    Datum:
    19 Juni 2016
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  • Ridcully
    ═════════════════════════════════════
    unbekannt x unbekannt
    unbekannt x unbekannt unbekannt x unbekannt



    Allgemein
    ══════════════════════════════════════
    Geburtsdatum
    12.04.2010

    Geschlecht

    Wallach

    Rasse

    American Miniature Horse

    Fellfarbe
    Tigerschecke


    Stockmaß

    85 cm

    Besitzer
    Waldvoegelchen


    Pferd erstellt von
    Waldvoegelchen



    Eigenschaften
    ══════════════════════════════════════
    Ausgeglichen ●●●Unausgeglichen
    Aufmerksam ●●●● Unaufmerksam
    Intelligent ●●● Unintelligent
    Sozial●●● Unsozial
    Begabt ●●●● Unbegabt
    Ruhig ●●●● Nervös
    Loyal ●●●● Untreu
    Gutmütig ●●● Boshaft
    Nervenstark ●●● Scheu
    Temperamentvoll ●●●Faul


    Ridcully ist ein aufgeweckter kleiner Kerl, der von den Meisten immer direkt ins Herz geschlossen wird. Das schafft er zum einen durch seine Größe und sein Aussehen, aber auch durch seinen liebenswürdigen Charakter. Ridcully schmust sehr gerne und kann auch mit Kindern gut umgehen. Besonderes Talent zeigt er in Dressur- und Zirkuslektionen an der Hand, was wir auf jeden Fall auch vertiefen wollen.


    Ausbildung & Qualifikation
    ══════════════════════════════════════

    Fohlen ABC
    Eingeritten

    Eingefahren

    Galopprennen E A L M S S* S** S***

    Western E A L M S S* S** S***
    Springen E A L M S S* S** S***
    Military E A L M S S* S** S***
    Dressur E A L M S S* S** S***
    Distanz E A L M S S* S** S***
    Wendigkeit E A L M S S* S** S***



    Erfolge
    ══════════════════════════════════════
    keine vorhanden


    Zustand
    ══════════════════════════════════════
    Gesundheit
    ●●●●●


    Letzter Tierarztbesuch
    unbekannt


    Hufzustand
    ●●●●●


    Letzter Hufschmiedbesuch

    unbekannt



    Zuchtdaten
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