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Samarti

Refren, DRP

*2009, im Besitz seit dem 29. Juli 2015

Refren, DRP
Samarti, 29 Juli 2015
Veija gefällt das.
    • Samarti
      Rosenhof
      Große Pläne
      25. August 2014 - von Pharlap
      Letzte Woche bekam ich von Eowin und Ravenna einen Anruf. Eowin war die Präsidentin von EC und Ravenna war ebenfalls sehr engagiert in der Reitsport Szene. Sie wollten alle Reitvereine unter einem Dachverband zusammen bringen. Ich war zuerst etwas misstrauisch liess mich dann aber mitreisen. Ich würde also wieder den Joelle Galopp auf die Beine stemmen und Ravenna würde mir dabei helfen. Zusätzlich beschloss ich den Fahrsport ebenfalls noch zu übernehmen und Ravenna würde sich um das Distanzreiten und Eowin um die Englische Reitweise kümmern.
      Ich ging also in mein Büro und setzte alle Hebel in Bewegung um dem Joelle Galopp in kürzester Zeit wieder zu altem Glanz zu verhelfen. In letzter Zeit hatte ich meine private Rennpferdezucht sowieso zurück geschraubt und war auch Turniermässig weniger aktiv gewesen. Nun wollte ich vermehrt meine Energie in das neue Projekt stecken.
      Nach einigen Anrufen und einiger interessanten Diskussionen war es auch schon Mittag. Ich verliess das Büro und ging zum Stall. Dort half ich John bei der Mittagsfütterung. „Reitest du am Nachmittag Black und Morengo auf der Bahn?“ fragte mich John. „Jap, ich denke ich werde sie heute einige Runden locker Traben und dann Intervallsprints machen um an der Geschwindigkeit zu arbeiten“, antwortete ich und streichelte meinen Liebling Morengo. Dann lief ich rüber zur Tafel und studierte das heutige Programm. „Du reitest in diesem Fall Black und Moulan und Melissa wird sich um Refren, Fada und Opium kümmern“, sagte ich und half dann John weiter mit dem verteilen des Heus. Da es seit Tagen regnete blieben die Pferden in ihren Paddockboxen. Das bedeutete mehr Arbeit für uns, war aber besser für die hügeligen Weiden und die Pferde die dort leicht ausrutschen und sich verletzen konnten.
      Ich beobachtete John bei der Arbeit . Er war arbeite zügig und sorgfältig. Die Pferde mochten ihn sehr und er hatte sich vom Stallburschen zu einem begnadeten Jockey hochgearbeitet. Er trug Jeans und ein T-Shirt. Sein Haar war kurz geschnitten und Dunkelbraun. Wieso war mir eigentlich nie aufgefallen wie gut er aussah? „Du, John, willst du nach dem Training mit mir ausreiten? Efeu braucht noch etwas Bewegung und du kannst einen der Hengste reiten“, fragte ich und sah ihn an.
      „Du willst bei dem Wetter ausreiten?! Du bist aber schon ein bischen verrückt?“, sagte er grinsend. Ich lächelte und nickte. „Gut, ich nehme dann aber Race“, sagte er. John mochte Herausforderungen und der dunkle Hengst war voller unkontrollierter Energie. Ich wusste das er fasziniert von dem Tier war und er wusste es mit Pferden wie Race umzugehen.
      Als wir mit dem Füttern fertig waren gingen wir ins Haus. Meine Mutter hatte für alle gekocht und rief uns zu wir sollen doch schon einmal Platz nehmen. Alle Angestellten des Gestüts Rosenhofs assen bei uns Zuhause. Kaum hatten wir uns hingesetzte kamen auch schon mein Vater und Melissa zu Tür herein spaziert. Mein Bruder folgte ihnen.
      Nach dem Essen ritten wir die uns zugeteilten Pferde. Mein Bruder wollte einen kaputten Zaum reparieren und mein Vater fuhr ins Dorf um Kraftfutter zu kaufen.
      Das Training der einzelnen Pferde lief gut und ich war zufrieden. Danach sattelte ich Efeu und John Race. "Ich habe mir überlegt alle Zuchtpferde auf Carente auszuschreiben", erzählte ich John als wir aufstiegen und im Schritt gemütlich los ritten. "Dann würden die Pferde mehr gesehen werden und das würde sicherlich zusätzliche Einnahmen bringen." John nichte und sagte dass, das sich gut anhören würde. "Aber nun lass uns auch mal über was nicht geschäftliches reden", schlug John grinsend vor. Ich musste ebenfalls grinsen. Er hatte rehct ich dachte ständig nur an den Stall und die Pferde. Aber sonst existierte auch kaum etwas in meinem Leben. "Gut, über was willst du sonst reden?" fragte ich neugierig. "Über dich ...", sagte John ernst lächelte dabei aber. Ich schluckte. Was sollte das jetzt wieder heissen? "ÄHM, okay?"
      "Willst du mir morgen abend ausgehen?" fragte John weiter und in seinem Blick lag etwas herrausforderndes. Ich sah ihn etwas überrascht an. Mit JOhn ausgehen? Meinte er das wirklich ernst? ich mochte John, aber er arbeite für meine Familie und ich hatte deswegen nie mehr als einen Freund ihn ihm gesehen. "Ist das ein Date?", fragte ich vorsichtig. "Kommt darauf an wie du es betrachtest. Nun sag schon Ja!"
      Also willigte ich ein. Nach unserem Gespräch galoppierten wir noch eine Runde durchs Gelände. Danach tratten wir den Heimweg an um nicht zu spät nach Hause zu kommen. Wir sattelten Efeu und Race ab und stellten sie shconmal in ihre Boxen. Mein Vater hatte schon Requiem und Beck von der Hengstweide geholt. Ich half ihm anschliessend Pharlap und Shihan hinein zu holen. Johnund Melissa führten die stuten hinein. Anschliessend verteilte ich an alle ihr KraftFutter und die anderen verteilen das Heu. Dann fegte ich noch mit Melissa die Stallgassen und ich erzählte ihr von John. Ich hatte ein Date! Man war das aufregend :)
    • Samarti
      Rosenhof
      Gekonntes Einspringen
      12. März 2015 - von Eddi
      Es war bereits nach 17 Uhr als mich plötzlich ein wichtiger Anruf ereilte. „Eddi? Oh Eddi! Gott sei Dank! Endlich erreiche ich jemanden!“, ertönte eine erleichterte Stimme. „Ich bins! Fiona! Du kannst dich nicht zufällig die kommenden drei Tage um meine Pferde kümmern? Ich hatte einen bösen Unfall und liege im Krankenhaus und Melissa schafft das nicht alleine!“, erzählte Fiona mir die Kurzfassung und natürlich sagte ich sofort zu! Nachdem ich aufgelegt hatte, scheuchte ich Ethan und Kat auf, damit sie sich um unsere Vierbeiner kümmern würden, während ich mich bereits warm einpackte und dann ins Auto stieg, um mich auf den Weg zum Rosenhof.
      Eine Stunde später war ich auch dort und fand eine definitiv gestresste Melissa. Na ja, eigentlich war sie mit den Nerven schon am Ende. „Ich schaffe das einfach nicht!“, stöhnte sie und schüttelte den Kopf. Ich munterte sie auf und gönnte ihr eine kurze Pause, ehe wir die letzten Boxen im Stall misteten und frisch einstreuten. Zu zweit ging das natürlich definitiv schneller von der Hand, aber mit den Pferden würden wir noch die Hände voll zu tun haben! „Also ich habe heute nicht annähernd alle geschafft. Alleine ist das fast unmöglich!“, erklärte sie mir und zählte dann, was sie geschafft hatte.
      Das Stutfohlen Perfect Noblesse hatte seine tägliche Portion Erziehung erhalten. Danach hatte sie Citation und Dahiba longiert, ehe sie noch Refren geritten war. „Ich dachte ja, ich schaffe alle…“, murmelte sie, während sie mir zwei Halfter zuwarf, doch dann schüttelte sie nur den Kopf. Draußen war es bereits fast dunkel, dabei mussten noch alle Pferde in den Stall. Die kamen dafür aber auch direkt freiwillig zu uns. Ich holte Black Dragon und Fada Fid von ihren Paddocks in den Stall, während Melissa die beiden Stuten Vai Alida und Moulan einfing. Dann waren noch Morengo, Efeu und Opium an der Reihe.
      Während wir zu den weiter entfernten Weiden liefen, erzählte Melissa weiter. „Ich bin dann mit Cazador ausgeritten und hatte Morrigan als Handpferd. Eigentlich wollte ich mit Chaira auch eine Runde drehen, aber die muss heute eine Auseinandersetzung mit Elanor gehabt haben, weil sie ein wenig lahmte“, das überprüften wir direkt, aber auf dem Weg zum Stall lief Chaira wieder viel klarer, trotzdem zickten sich die beiden Stuten weiterhin an. Ich führte Rubina und Angels Kiss und die beiden wollten sich dann tatsächlich auch noch zoffen! Umso froher war ich, als die dann in ihren Boxen standen. Melissa bereitete dann bereits das Abendbrot für die Pferde vor, während ich die Hengste Requiem und Race is Hope in den Stall holte.

      Auch Saphira und Far Cry folgten mir brav und ließen sich dann ihr Futter schmecken. Shihan hingegen machte ein riesiges Theater, weil er mich nicht kannte und lief mit mindestens einem Meter Abstand neben mir. Dafür begrüßte mich Pharlap mit einem Wiehern, der Hengst war einfach ein Engel! Plötzlich ertönte ein leises Wiehern und beinahe hätte ich die kleine Becks Experience vergessen! Als dann auch der Zwerg im Stall stand, half ich Melissa noch bei der restlichen Fütterung und dann hatten wir es geschafft. Nun machten wir uns an die Planung für den morgigen Tagesablauf und das Training.
    • Samarti
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      Von „Schlafwandlern“, den Neuen und Verschwörungen
      29. Juli 2015
      Es war mal wieder eine dieser Nächte, in denen man sich stundenlang schlaflos im Bett wälzte und darauf hoffte, dass man a. endlich einschlafen konnte oder b. es wieder hell werden würde, damit man aufstehen könnte.
      Bei mir trat aber keiner der beiden Fälle ein. Als ich das letzte Mal auf die Uhr gesehen hatte, war es 3:42 Uhr gewesen, inzwischen war es kurz nach 5 und ich hatte noch immer keinen Schlaf gefunden. Nicht nur die Kopfschmerzen beeinträchtigten mich erheblich, auch mein Kopf wollte einfach nicht seine Klappe halten und aufhören, mich mit unnötigen Dingen vollzulabern, über die ich mir momentan eben keine Gedanken machen wollte. Dennoch bombardierte er mich förmlich mit jenen Gedankengängen, obwohl mein Hirn schon mehr als nur randvoll war – als wäre er ein Postbote, der in den sowieso schon überfüllten Briefkasten mit Ach und Krach noch mehr Briefe hineinquetschen musste. Nur leider ließ die langersehnte Briefbombe auf sich warten.
      Nachdem ich mich noch ewig immer wieder auf die andere Seite gedreht hatte, legte ich mich auf den Rücken, streckte meine Gliedmaßen von mir fort und seufzte laut auf. Wenn das so weiterging, würde ich diese Nacht wohl durchgehend wach bleiben. Ob ich wollte oder nicht – und ich wollte definitiv nicht.
      Also krabbelte ich unter meiner Bettdecke hervor, tapste auf nackten Füßen über den Holzboden in meinem Schlafzimmer, öffnete die Tür und trat auf den Flur. Den Weg hätte ich wahrscheinlich auch im Schlaf noch auswendig gekonnt, denn so anstrengend war er nicht. Dem Flur folgen, dann nach rechts abbiegen und sofort die erste Tür links.
      Direkt, als ich das Zimmer betrat, vernahm ich eine gleichmäßige, ruhige Atmung. Daraufhin hörte ich, wie sich der Körper im Bett wandte, aber er wachte nicht auf. Tief atmete ich durch, dann schloss ich die Zimmertür hinter mir, ging zum Bett, hob die Bettdecke leicht und vorsichtig an, um darunter zu kriechen, und legte mich dann neben den warmen Körper. Mit einem wohligen Seufzen schlief dann auch ich endlich ein, nachdem sich ein Arm um meinen Oberkörper gelegt und mich an sich gezogen hatte.

      „Elisa?“ Matthews raue Morgenstimme war eine dieser Dinge, an die ich mich gewöhnen könnte. Nichtsdestotrotz war sie mir in diesem Moment eher unsympathisch.
      „Hm?“, murmelte ich nur in mein Kissen und vergrub mein Gesicht tiefer darin.
      „Bist du betrunken oder was machst du in meinem Bett?“
      Langsam hob ich den Kopf und drehte mein Gesicht dann in seine Richtung, um Matthew in seines blicken zu können. „Darf ich nachts nicht mal ein anderes Bett ausprobieren?“
      „Ich denke, so langsam sollte dir mein Bett eigentlich bekannt genug sein.“ Er schmunzelte. „Aber ich glaube wirklich, dass du getrunken hast“, stellte er dann trocken fest und wollte gerade aufstehen, da streckte ich meinen Arm aus und griff nach Matthews Oberarm, um ihn am Gehen zu hindern.
      Er wusste, dass es keinen Zweck haben würde, denn gegen eine Elisa im Halbschlaf kam so niemand an. Da gab es zwar genug Möglichkeiten, mich loszuwerden, doch die wenigsten kannten sie. Matthew gehörte zu dieser Minderheit.
      (Okay, eigentlich gab es genau zwei Möglichkeiten:
      Nummer 1: Versprecht mir einen Ausritt. Mit Cressi.
      Nummer 2: Droht mir mit Cressi-Verbot.)

      Mühsam streckte ich mich, gähnte laut und bemerkte dann erst, dass ich nicht in meinem eigenen Bett lag.
      Wie von einer Tarantel gestochen jagte mein Oberkörper in die Luft und nur den Bruchteil einer Sekunde saß ich aufrecht im (fremden!) Bett, mehr als überfordert mit der jetzigen Situation. Die Erinnerung an letzte Nacht setzten sich aber langsam dann auch zusammen und als ich endlich alles beisammen hatte, stöhnte ich genervt von mir selbst auf, schlug mir die Hände ins Gesicht und wollte mich am liebsten nur noch darin verstecken – oder gleich im Erdboden versinken.
      Um es klarzustellen: Schlafentzug hatte ähnliche Auswirkungen auf mich wie Alkoholeinfluss. Ich wurde sentimental(er), anhänglich und brauchte Körperkontakt. Besonders, wenn ich diesen nicht bekam, kuschelte ich mich einfach an die nächste Person, die mir in die Quere kam und besorgte mir dann eben so meine menschliche Nähe (oder tierische. Manchmal mussten auch Fay und Pebbles dran glauben, aber die störte das eher weniger).
      Im nächsten Moment fühlte ich mich wie in einem dieser schlechten Filme, in denen der Protagonist einen One Night Stand gehabt hatte und dann auf die leere Bettseite neben sich blickte, auf der nur ein Zettelchen lag. Auf diesem stand aber weder etwas von wegen „Ruf mich an“, noch „War 'ne geile Nacht!“, also war es dann doch nicht mehr ganz so tauglich für einen Blockbuster.
      Stattdessen hatte Matthew nur ein „Ich bin nicht mehr da, aber dafür etwas Anderes. Komm raus, ich muss mit dir reden.“ auf dem Zettel hinterlassen und mir fielen natürlich auf Anhieb dreiundzwanzig Dinge ein, die ich falsch gemacht haben könnte.

      Eine knappe halbe Stunde später stand ich draußen – frisch geduscht, angezogen, geschminkt, aber noch mit klatschnassen Haaren. Das Traurige an der Sache war, dass mich das nicht einmal im Geringsten interessierte. Erstens würden meine Haare an der Sonne eh wieder trocknen und zweitens juckte es mich kein bisschen, dass die mich mit nassen Haaren sehen würden. Ich meine, hey, die kannten mich alle schon besoffen! Schlimmer konnte es eh nicht mehr werden.
      Meine schlechte Laune, die sich in jeder Faser meines Körpers ausgebreitet hatte, als ich das Zimmer erkannt hatte, in welchem ich aufgewacht war, war wie weggeblasen und verflogen, als ich bemerkte, was mich im Garten erwartete: Unser Pool war fertig!
      Seit einigen Wochen war daran gearbeitet worden, auch, wenn Matthew davon anscheinend nichts mitgekriegt hatte, was mich ja schon … verwunderte? Auf jeden Fall war er es, der mit einem skeptischen Blick auf mich zu gestampft kam und wissen wollte, woher der Pool denn auf einmal käme.
      „Hast du in den letzten Wochen denn nicht ein einziges Mal in den Garten geguckt?“, hakte ich ungläubig nach und schüttelte den Kopf. Das ging doch nicht?
      „Nein.“ So, so. Wir wurden also mal wieder wortkarg. Aber gut, das konnte ich auch!
      „Okay.“
      Dann drehte ich mich um und ging.

      Mein Weg führte mich – natürlich – direkt zu Ace of Clubs. Die war sichtlich überrascht, als in ihrer Box auftauchte (wieso stand sie überhaupt noch mittags in ihrer Box? Ich musste dringend mal mit meinen Angestellten schimpfen!), widmete sich dann aber wieder ihrem Heu, nachdem sie einen Apfel von mir zugesteckt bekommen hatte. Den hatte sie erst fröhlich zerkaut, mich danach immer wieder mit der Nase angestupst und sich letztendlich dann doch wieder dem Heunetz zugedreht. Das brachte mich dazu, mich auf ihren Rücken zu setzen, um mich dann auf ihren Hals zu legen und sie einfach nur eine ganze Weile lang zu umarmen. Nur kurz drehte der Multivitaminsaft seinen Kopf in meine Richtung, dann nickte sie nur und fraß weiter.
      Ich war zugegebenermaßen mehr als nur stolz auf ihre überwiegend positive Entwicklung. Dadurch, dass ich ihr bereits zu Beginn ziemlich viel Vertrauen geschenkt hatte, hatte die Stute gelernt, mir dasselbe zurückzugeben und mir blind zu vertrauen. Wahrscheinlich könnte ich mit ihr eine dieser Öko-Tanten mit Knotenhalfter und Fellsattel (sorry, Gwen! Nimm's nicht persönlich, hab' dich lieb!) werden und sie würde es mitmachen. Einfach, weil sie jeden Blödsinn mitmachte, wenn man sie nur machen ließ.
      Tatsächlich hatte ich es geschafft, auf dem Rücken des Ponys einzuschlafen. Als hätte ich nicht lange genug geschlafen – es war übrigens sechzehn Uhr –, nope. Ich schlief auch noch ein, wenn ich ohne alles auf einem Pony saß. Wie durch ein Wunder lag ich aber nicht im Stroh, als ich aufwachte, sondern noch immer auf Ace, die ebenfalls am Dösen war. Lächelnd klopfte ich ihren Hals, glitt dann von ihrem Körper und verabschiedete mich mit einer Möhre; sie musste ihrem Namen ja irgendwie gerecht werden.
      Dann verließ ich auch Aces Box wieder und ließ die Stute dort zurück; würde wohl seinen Grund haben, warum sie nicht auf der Weide stand.
      Apropos Weide: Als ich das Stallgebäude verließ, konnte ich aus dem Augenwinkel Romantica erkennen, die am Zaun stand und Rozene praktisch an sich kleben hatte. Das Stutfohlen war jetzt knapp sechs Monate alt und würde bald entwöhnt werden können, je nachdem, wie ihre weitere Entwicklung aussehen würde. Wir wollten mit der jungen Stute nichts überstürzen, denn eilig hatten wir es mit ihrer Ausbildung keineswegs.

      Ich wurde allerdings schon bald jäh aus meinem Tun gerissen, denn als ich hörte, wie ein Auto auf den Hof fuhr, ahnte ich bereits, wer mich dort erwartete. Um niemanden warten zu lassen, drehte ich also wieder um und lief zum Parkplatz, wo das Auto schon gehalten hatte und die Laderampe des Hängers gerade geöffnet wurde. Domenic hatte mir zuvor zugesagt, die zwei Neuankömmlinge vom Flughafen abzuholen. Es handelte sich hierbei um Refren, einen Deutschen Reitponyhengst, und Dahiba, die nicht zum ersten Mal zu uns gefunden hatte. Sie hatte zuerst Michelle gehört, hatte dann bei uns gelebt, bis Michelle sie wieder zurück zu sich genommen hatte und jetzt sollte sie wieder auf Townsend Acres leben, worüber ich mehr als nur glücklich war. Die schicke Schimmelstute war mir eben auch ans Herz gewachsen, als sie hier mehrere Monate lang gewohnt hatte, da ging so etwas nicht spurlos an einem vorbei.
      Der Grund für das Eintreffen der beiden war aber nicht sonderlich erfreulich, ganz im Gegenteil: Michelle wollte ihr Gestüt weitestgehend auflösen, da sie einfach überfordert mit der gesamten Situation war und es auch verlockender klang, sich einfach zurückzuziehen. So hatte es sich ergeben, dass Dahiba wieder zu uns kommen würde; Refren begleitete sie, weil Michelle sich sicher war, dass er sich unter seinesgleichen wohlfühlen würde. Deutsche Reitponys gehörten eben immer noch auf das Townsend Acres, da konnte Wikipedia meine IP so oft blocken, wie es wollte, das änderte ja nichts an den Tatsachen!

      Am späteren Nachmittag hatten Gwen und ich es uns an unserem neuen Pool gemütlich gemacht. Elena wollte ich noch nicht herholen, weil die Dahiba direkt sehen würde, da würde sie den ganzen Abend nicht mehr die Box der Schimmelstute verlassen, weil sie Dahiba besessen hatte, als die Stute noch ein Fohlen gewesen war. Und Jojo? Der hatte Dahiba auch einmal gehört; eigentlich müsste Gwen sie auch noch besitzen. Aber so schnell wollte ich sie dann doch nicht wieder hergeben.
      Also waren es heute nur Gwen und ich, die Cocktails schlürfend neben dem Pool saßen und das Wasser beobachteten. Es waren sogar knapp 26°C und das, obwohl es bereits 16 Uhr war – so oft hatten wir das dieses Jahr noch gar nicht erleben dürfen.
      Viel hatten wir von unseren Cocktails dann allerdings auch nicht mehr, denn irgendwann zog ich Gwen hoch, die sich natürlich wehrte („leider“ erfolglos), und schubste sie mit Müh und Not in das kühle Nass.
      Womit ich nicht gerechnet hatte, war dann aber, dass Matthew (woher auch immer der jetzt wieder kam?!) mich hoch hob, mich direkt hinterher schmiss, selbst dann hineinsprang und er und Gwen sich einen Spaß daraus machten, mich immer wieder unterzutauchen.
      Jetzt verschworen die sich auch noch gegen mich.
    • Gwen
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      Dressur E-A
      27. August 2015
      „Ich will den nicht machen. Ich trainiere ihn einfach nicht.“
      Während Elena die Augenbrauen hochzog, runzelte ich die Stirn und eine Sekunde später mussten wir beide lachen, weil wir ziemlich genau den gleichen Gedanken hatten. Elisa drehte sich um und schaute uns mit diesem vorwurfsvollen „Ihr könnt mich alle mal“-Blick an. „Ach Lieschen, nimms dir nicht so zu Herzen“, meinte Elena und drückte Elisa kurz, ehe sie in der Küche verschwand. Es folgten einige Schimpftiraden über Elisas leeren Kühlschrank und dann war es auf einmal still.
      „Eli? ELENA! NEIN!“, quietschte Elisa los und rannte quer durch das Wohnzimmer zur Küche. Viel verstand ich nicht mehr nur noch ein „…meiner…“, „…Kuchen…“ und „her damit!“. Damit hatte sich für mich aber auch schon die Sache geklärt und ich verschwand lieber direkt in den Stall, dort war ich wenigstens sicher vor den tollen Menschen, die mich tagtäglich begleiteten.
      Im Stall traf ich auf Matthew, der gerade wieder Grummelstimmung hatte. Trotzdem fragte ich ihn, welches dieser hochedlen Reitponys denn Refren sei. Das war das neuste DRP von Elisa und ehrlich gesagt hatte ich ihn mir noch nie so genau angeschaut. Umso erstaunter war ich, als da ein recht hübscher Fuchs vor mir stand. „Danke“, sagte ich zu Matthew und nahm ihn den Strick aus der Hand.
      Refren wurde nun geputzt und gesattelt. Dabei stellte er direkt unter Beweis, dass er ja doch ein ganz Lieber sein konnte und den so gar nichts schocken konnte. Das würde doch mal ein angenehmes Training werden! Das dachte ich zumindest bis zu dem Moment, in welchem ich aufstieg und los ritt. Refren war faul. Nicht so faul wie ein Schulpferd, aber auch nicht so fleißig wie es eigentlich von Elisas Pferden gewohnt war. Also musste ich meine Taktik ein wenig umstellen und während ich noch probierte, ertönte plötzlich lauter Krach vom Haus aus. Elena rannte. Mit einem Kuchen in der Hand und Krümeln um den Mund. Elisa rannte hinterher. Mit einem Holzlöffel in der Hand.
      Refren bewies, wie cool er war, denn ihn interessierte dieser eher seltsame Anblick so gar nicht, sondern er arbeitete weiter. Das tat ich auch und fokussierte mich nun auf die Anforderungen einer A-Dressur. Es kamen der Mitteltrab und der Mittelgalopp dazu. Außerdem Schritt-Galopp-Übergänge, Rückwärtsrichten und Seitengänge.
      Ich erahnte bereits, dass Refren schon allerhand konnte, er ließ sich jetzt nicht wie eine Remonte reiten. Also hatte er eindeutig schon mehr Erfahrung. Tatsächlich saßen das Rückwärtsrichten und die Seitengänge bereits. Am Übergang würden wir noch arbeiten müssen, genauso wie bei den Verstärkungen, aber dafür hätten wir auch noch Morgen Zeit. Für heute reichte es erst einmal, außerdem musste ich auch noch Diggin‘ in the Dirth trainieren.
      Der braune Hengst kannte mich bereits und so war es für uns beide heute ein leichtes, wieder zueinander zu finden und mit dem Training zu beginnen. Ich wollte mit Diggi nun das M-Niveau im Springen erreichen und dafür mussten wir allerhand tun. Heute begannen wir mit dem Aufbautraining und das bedeutete Stangenarbeit. Viel Stangenarbeit. Trabstangen, Cavaletti, Gassen, Kreuze und vieles mehr. Diggi liebte das Springen und war dementsprechend auch mit vollem Herzen dabei.
      So merkte ich erst, wie die Zeit vergangen war, als Elena über den Reitplatz rannte, Elisa sie mit einem Sprint einholt und sich auf sie warf. Sie landeten eigentlich direkt vor unseren Füßen. „Alle“, meinte Elena grinsend und hielt Elisa die krümelübersähten Hände hin. Elisa lief derweil rot an und fluchte, während sie sich erhob, kurz Diggi kuschelte (das war so ein Elisa-DRP-Urinstinkt) und dann Elena ins Haus zwang. Ich schüttelte nur kurz den Kopf und ritt Diggi dann ab.
      Die nächste Zeit ritt ich Refren und Diggi täglich und trainierte mit beiden. Nach zwei Wochen waren wir dann so weit, dass ich die Zertifikate ausstellen lassen konnte. Refren ging nun A-Dressuren und Diggi hatte tatsächlich die M-Springklasse erreicht. Das war auch ein hartes Stück Arbeit gewesen. „Und wie hast du das so schnell gemacht?“, fragte Elena in ihrem üblichen klugen Ton nach. Ich grinste nur. „Das erzähle ich dir ein ander‘ Mal.“
      Samarti gefällt das.
    • Gwen
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      Abendlicher Ausritt
      30. August 2015
      „Ich will aber nicht! Lass mich in Ruhe! Bitte!!“, jaulte ich herum und versuchte mich zwanghaft am Sofa festzuklammern, doch Elisa zog unerbitterlich weiter an mir herum. Keiner hatte damit gerechnet, dass sie Sonntagabend auf der Matte stand und mich zu einem Ausritt zwingen würde! Es war Sonntag! Es war frei! Ich musste gar nichts tun!
      „Doch musst du! Los bewege deinen faulen Hintern nach draußen! Eli wartet schon auf uns!“, wurde weitere auf mich eingeredet, bis ich meinen Widerstand ein wenig nachließ. „Was bekomme ich dafür?“, fragte ich und schaute Elisa fordernd an, die verdrehte nur genervt die Augen.
      „Danach gehen wir in den Pool und essen Eis“, meinte sie knapp und schon war ich dabei. Fröhlich sprang ich auf und lief aus dem Haus, hörte das „Du brauchst noch Schuhe!“ beinahe gar nicht mehr. Um mich dann aber nicht vor Eli zu blamieren, zog ich noch schnell meine Stiefel an.
      Elena stand gelangweilt draußen auf meinem Hof und hielt drei Pferde in der Hand. Also theoretisch. Praktisch saß Eli im Schneidersitz auf dem Gras und entspannte, während die drei Hengste irgendwo grasten. Aus dem Grund klappte Elisa erst einmal die Kinnlade herunter und sie beeilte sich, um Rapsoul, Refren und Capriciasso wieder einzusammeln.
      Als sie wieder da war, drückte sie mir die Zügel des Fuchses in die Hand- „Hä? Ich kenn den doch gar ni-“, wollte ich schon protestieren, als mir wieder einfiel, dass ich Refren sogar schon trainiert hatte. Genervt warf ich ihm die Zügel über den Kopf, kontrollierte noch einmal den Sattelgurt (bei Elisa und Elena wusste man schließlich nie!) und schwang mich dann in den Sattel.
      Elisa und Elena taten es mir gleich. Erstere saß auf Capri und zweitere auf Rapsoul. Mal sehen, ob Elisa heute wieder einen sanften Abflug von ihrem Apfelschimmel vollführen würde. Natürlich sprach das keiner an, aber ein getauschter Blick mit Elena reichte, um zu wissen, dass wir das gleiche dachten.
      Unmotiviert ritt ich los und folgte den anderen. Eigentlich hatte ich für heute schon alles fertig und wollte nur noch schlafen oder irgendeinen Film schauen. Ausreiten stand jedenfalls nicht mehr auf meiner To-Do-Liste. Dementsprechend war ich auch öfters kurz davor, auf dem Pferd einzupennen.
      Mit Refren konnte man das auch sehr gut machen, denn er war unerschrocken und sogar etwas faul, also trödelten wir entspannt hinter den anderen beiden her. Zum Glück war ich ja auch nur Ersatz für den nicht vorhandenen Reiter, also stand in meinen AGBs nichts von der Unterhaltung mit anderen Menschen.
      Das sahen Elisa und Elena aber irgendwann leider anders und nachdem Eli mich fast runtergeschubst hatte, setzte ich mich wieder aufrecht hin und unterhielt mich gezwungenermaßen mit den anderen beiden, auch wenn ich gar nicht wirklich für voll nahm, um was es überhaupt ging.
      Fakt war, dass Elena dann spontan die tolle Idee eines Wettrennens hatte, uns jedoch davon nicht in Kenntnis setzte, sondern einfach losschoss und uns in einer Staubwolke zurückließ. Während Refren gemächlich in den Galopp wechselte, war Capriciasso direkt Feuer und Flamme, den Rappschecken aufzuholen, nur dass er damit den Interessen seiner Reiterin kollidierte.
      Elisa sah nämlich gar nicht ein, dass der Schimmel einfach machte, was er wollte uns so drehten sie erst einmal ein paar Kreise, ehe es weiterging. In der Zeit hatten sogar Refren und ich sie eingeholt und das machte Capriciasso nicht wirklich ruhiger. Stattdessen begann er fast so zu buckeln wie Capulet und Elisa hatte alle Hände voll zu tun, dass sie oben blieb.
      In dem Buckeltempo ging es auf Elena zu und die wartete nur grinsend auf Rapsoul und zählte fleißig die Sekunden bis Capriciasso wieder stehen blieb. „Alle Achtung! 12 Sekunden hast du dich wacker geschlagen!“, meinte sie und klopfte Elisa auf die Schulter. Die wiederum war ganz schön aus der Puste und so gar nicht glücklich über das Verhalten ihres Hengstes.
      Da war ich über Refren ganz dankbar, denn selbst auf dem Rückweg blieb der Fuchs chillig und ich konnte mit meinen Gedanken bereits Richtung Bett wandern, während er brav hinter den anderen hertrippelte.
      „Moooooment. Wo ist mein Eis?“, fragte ich eine halbe Stunde später Elisa, als ich mich gerade in den doch recht kühlen Pool sinken ließ. Da Elena aber bereits drin saß, wollte ich nicht als Weichei dastehen, also ließ ich die Kälte an mich heran, eigentlich war mir gerade sogar ein Tee lieber als ein Eis! Aber das verriet ich Elisa natürlich nicht und außerdem wollte ich meine Belohnung!
      „Jaja, ich geh ja schon“, meinte Elisa genervt und verschwand im Haus. Elena rief ihr noch ein „Für mich bitte zwei!“, hinterher, aber ich war mir nicht sicher, ob sie das noch mitbekam.
    • Gwen
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      Apfelstrudel war eine schlechte Idee
      10. September 2015
      Gemeinsam mit Elena lungerte ich auf Elisas Sofa herum. Warum wir eigentlich hier waren, hatte ich schon wieder vergessen. So wichtig war das ja auch nicht, denn heute war eh so ein Tag, an dem man nichts machen wollte. Elena ging es ähnlich und sie zippte unmotiviert durch die Sender. „Nicht einmal Mitten im Leben kommt!“, beschwerte sie sich laut, wurde aber von allen Seiten ignoriert.
      Irgendwann kam auch Matthew mal kurz durchs Wohnzimmer geschlendert und musterte uns kurz genervt, ehe er doch den Mund aufmachte. „Wo finde ich Elisa?“, fragte er uns in seiner allerliebsten netten Stimme, doch Elena und ich konnten nur mit den Schultern zucken. Irgendwie war ich mir nicht einmal sicher, ob Elisa überhaupt wusste, dass wir hier waren.
      „Ich geh mal gucken, was es zu essen gibt“, meinte Elena, stand auf und lief ganz selbstverständlich zum Kühlschrank, so als wäre es ihrer. Ein paar Minuten Gemaule später kam sie mit zwei Froop-Joghurts um die Ecke und warf mir einen zu. Und plötzlich wurde sie von einem Wasserstrahl angegriffen. „Das sind meine!“, tönte es hinter dem Fernseher hervor.
      Elena hatte sich direkt hinters Sofa geworfen und ich verkroch mich unter eine Decke und lukte nur an einer kleinen Stelle heraus. Hinter dem Fernseher konnte ich Elisas Schopf ausmachen und plötzlich sprang sie auf und attackierte uns erneut. Mit einer Wasserpistole. „Eine Wasserpistole?! Bist du bescheuert?“, fragte Elena vorwurfsvoll und hörte nur noch, wie der Deckel des Joghurts abgezogen wurde, danach war Elisas Gebrüll ohrenbetäubend.

      Irgendwie hatte Elena es trotzdem geschafft den Joghurt auch noch vor Elisas Augen zu essen. Elena war klatschnass und Elisa hockte missmutig in einer Ecke und aß nun meinen Joghurt, also ja eigentlich ihren, aber naja.
      Matthew kam irgendwann ein zweites Mal ins Wohnzimmer, sah Elisa und ihren Gesichtsausdruck und verschwand so schnell er konnte ohne ein Wort wieder.
      Ein Lichtblick war dann Jojos Auftauchen und sie roch so gut! Moment. Ich kroch unter der Decke hervor und musterte Jojo kurz. „Jojo hat Apfelstrudel!“ und damit jagten auch Elisa und Elena aus ihren Verstecken hoch und binnen Sekunden war Jojo umzingelt.
      „Äh, ich wollte den ja sowieso mit euch teilen“, meinte sie und bewegte sich langsam in unserem Pulk in die Küche, um den Apfelstrudel zu schneiden und für uns auf Teller zu packen. „Ich nehme mindestens drei Stücke!“, tönte es laut von Elena und Elisa zückte schon wieder die Wasserpistole.
      Ein paar Minuten später saßen wir friedlich im Wohnzimmer, aßen Apfelstrudel und schauten Aristocats, weil Elisa irgendwann mal erwähnt hatte, dass sie es nicht kannte. Das Entsetzen darüber konnte man immer noch in unseren Gesichtern sehen.
      „Ich wusste gar nicht, dass du backen kannst?“, fragte ich Jojo, denn irgendwie schmeckte der Apfelstrudel zu gut. „Kann ich auch nicht, ist von meiner Oma“ – „Das erklärt alles.“

      Irgendwann war der Apfelstrudel alle und wir schauten in Ruhe unseren Film, bis Jojo anfing zu flennen. „Sie stirbt schon wieder“, meinte Elena nur augenrollend und klopfte Jojo provisorisch auf den Rücken. Brachte aber nicht viel. „Hast du nicht ne Apfelallergie oder so?“, fiel mir dann plötzlich ein, als ich die roten Flecken in Jojos Gesicht sah. Sie nickte nur.
      „HÄ? Wieso isst du dann Apfelstrudel, bist du blöde?“, kommentierte Elisa das Ganze nur und Elena beschwerte sich vehement darüber, dass dann ja mehr für sie übrig gewesen wäre, wenn Jojo mal auf ihre Gesundheit geachtet hätte.
      Während Jojo nun als fast im Sterben lag, entschieden wir uns spontan zu einem kleinen Ausritt. Frische Luft tat bei sowas ja immer gut und nachdem selbst der Abspann von Aristocats zu Ende war, hielt uns kaum noch was im Wohnzimmer.
      „Die Wasserpistole bleibt hier!“, warnte ich Elisa und schob sie dann vor mir raus. Hinter mir zerrte ich übrigens Jojo her, die partout nicht mitwollte, weil sie angeblich Bauchschmerzen hatte. Draußen erwarteten uns dann unsere Vierbeiner.
      Jojo setzte ich auf Outside Girl und Elena hatte ihre geliebte Poppysmic mit. „Hallo Poo-“, setzte ich an, wurde aber mit einem Todesblick und einem „PSCHT“ unterbrochen. Ich hatte mir Altair mitgenommen und Elisa wurde gerade von Matthew dazu genötigt, Refren zu reiten.
      „Ich will aber nicht!“ – „Mir egal. Du hast ihn gekauft, also kümmere dich um ihn.“ – „Nein!“ – „Dann geht er halt wieder.“ – „Boah, du bist so scheiße!“
      Dementsprechend saß die Hälfte der Gruppe bockend auf ihrem Pferd. Nur Elena und ich genossen das schöne Herbstwetter und freuten uns über den Tag. Für uns war er immerhin gut verlaufen, Kost und Logis hatte es immerhin kostenlos gegeben, perfekt!
      Wir waren auch ein Weilchen unterwegs, bis Jojo so sehr herumjaulte, dass sie gleich auf Outside Girl kotzen würde, dass wir umdrehten. Elisa kommentierte das Ganze damit, dass sie auch gleich kotzen würde, wenn sie noch länger Refrens Kopf vor sich sehen müsste. Eigentlich hatte ich sogar fragen wollen, wieso sie ihn dann überhaupt gekauft hatte, aber das ließ ich dann doch lieber.
      Ich war froh, als wir dann heile zu Hause ankamen und keiner gekotzt hatte oder weiter gemeckert hatte. Elena machte sich auch direkt vom Acker, an sich verwunderlich, aber eigentlich auch nicht. Als wir wieder im Haus waren, erfuhren wir auch den Grund. „DIESE SCH-LAMPE HAT MEINE FROOPS GEKLAUT!“, tönte es da nämlich durch das gesamte Haus.
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      Geburtstagsfreuden
      05. Oktober 2015 - von Elii, Gwen, Rhapsody und Samarti - POV: Matthew
      Eigentlich war es nichts Neues, dass Elisa mich zu irgendwelchen Schandtaten verpflichtete, aber heute war wohl die Krönung der gesamten Jahre, die ich schon auf Townsend Acres arbeitete.
      Es war mein Geburtstag und gerade heute konnte sie es sich einfach nicht nehmen lassen, mir den Tag wohl vollends zu versauen. Stattdessen hockte ich jetzt auf dem ziemlich unbequemen Fahrersitz des Treckers und durfte den Pferdemist irgendwie entsorgen. Wohin, das wusste sie aber selber nicht und so fuhr ich hier schon knapp zwei Stunden durch den kanadischen Wald. Deshalb hatte ich sie auch schon mindestens zweimal angerufen, aber wie Elisa nun einmal war, wurde ich eiskalt weggedrückt. Die einfachste Methode wäre wahrscheinlich den Trecker stehen zu lassen und zu flüchten. Doch Elisa hatte rundherum ihre Bande als Wachen postiert, irgendwie fühlte ich mich permanent unter Beobachtung. Die kanadische NSA war nicht zu unterschätzen, schon gar nicht wenn Elisa der Präsident war.
      Mal wieder war ich am überlegen, warum um Himmels Willen ich damals diesen Job angenommen hatte. War ich wirklich so naiv und dumm gewesen? Oder einfach blind? Das Kleingedruckte, das mich zu 25 Jahren Sklaverei verpflichtete, hatte ich schließlich auch übersehen. Dabei könnte ich jetzt auch in einem Stall ohne verrückte Nachbarn und mit einer normalen Chefin sein. Die würde sich dann vielleicht auch mal entscheiden können, ob sie mich nun wollte oder nicht. Da ich nicht kündigen konnte und auch nicht in der Lage war zu flüchten, würde ich wenigstens den Mist wieder mit nach Hause bringen. Elisa würde schon sehen, was sie davon hatte, mich an meinem Geburtstag ackern zu lassen.

      Ich hasste Kanada. Oder zumindest hasste ich an Kanada, dass überall nur Wald war und alles absolut gleich aussah. Das führte nämlich dazu, dass ich auf meinem bockigen Rückweg noch einige Schlenker und Umwege einbaute, was wiederum dafür sorgte, dass ich viel später daheim ankam als eigentlich nötig gewesen war.
      Viel, viel später.
      Es war leider viel zu einfach, sich hier zu verfahren oder zu verirren.

      Als ich auf dem Gestüt ankam, entdeckte ich mitten auf dem Hof eine liegende Person. Eigentlich wollte ich in dem Moment schon wieder umdrehen, aber mein „Erste-Hilfe-Reflex“ regte sich und so sprang ich vom Trecker und eilte zu dem sich nicht bewegenden Etwas. „BUH!“, machte es plötzlich, als ich etwas näher kam und Jojo sprang kichernd auf, um dann in Richtung Stall zu verschwinden. Hatte ich schon erwähnt, dass ich nicht nur von einer dominanten Chefin, sondern auch von verrückten Nachbarn umgeben war? Der einzige Lichtblick waren zwei, ebenfalls Versklavte, vom Nachbarstall. Jedoch durften die beiden ihren Stall nur unter Aufsicht verlassen, wenigstens mussten sie keine Halsbänder tragen. Eigentlich hatte ich Colin und Nate zu meinem Geburtstag einladen wollen. So ein Abend unter Kerlen wäre sicherlich einmal angenehm gewesen, allerdings konnten die beiden heute nicht: Ausgehverbot.
      Da ich ungern die Höhle des Drachen betreten wollte, entschied ich mich stattdessen für den Stall. Dort wurde ich aber auch nicht in Ruhe gelassen, denn an der Stalltür hing ein Zettel mit dicken roten Buchstaben: „Kümmere dich um die, auf die ich keine Lust habe!“, stand darauf, natürlich ohne bitte, da wusste ich wenigstens sofort, von wem er stammte. Klar war auch, um welche ihrer wertvollen Anschaffungen ich mich kümmern durfte: Don Johnson, Refren und Kronjuwel. Da ich Angst um mein Abendessen hatte, folgte ich brav ihren Anweisungen, auch wenn ich besseres zu tun hatte, als an meinem Geburtstag zu schuften. Vielleicht würde ich wenigstens danach dann meine Ruhe haben, also lieber jetzt die Arbeit hinter sich gebracht, als eine Furie zum Abendessen. Wobei diese so oder so anwesend sein würde. Aus dem Grunde machte ich mir gar nicht großartig die Mühe, etwas mit den Pferden zu tun, die freuten sich schließlich auch mal über eine Karotte und einen freien Tag - was ja aber eigentlich nichts Neues für die war. Elisa wollte es zwar nicht einsehen, aber wenn es nach mir ging, dann platzten unsere Ställe (mal/schon wieder) aus allen Nähten und trotzdem konnte sie es nicht lassen, sich immer wieder neue Ponys hierhin zu bestellen. Koste es, was es wolle. Davon abbringen konnte man sie nicht. Ob diese Krankheit erblich war? Man konnte nur hoffen, dass Elisa sich niemals liieren würde. Wobei das sowieso nicht von Nöten war, man brauchte Elisa nur den ein oder anderen Drink auszugeben und man hatte sie dort, wo man sie haben wollte. Sturzbesoffen im Bett. Unter der Bettdecke. W-/billig.
      Aber das würde ich natürlich niemals ausnutzen, deswegen war es mir auch eigentlich egal. Relativ. (Aber „relativ“ ist ja zum Glück objektiv.)

      Da weit und breit nichts von meinem Hausdrachen zu sehen war, schlich ich mich in das Haus und geradewegs die Treppe nach oben ins Badezimmer. Eilig riss ich mir die Klamotten vom Körper, schmiss diese auf den Boden und schob dann den Duschvorhang zur Seite. Heute war definitiv mein Glückstag, denn in der Dusche standen sowohl die vier bescheuerten Weiber, als auch Nate und werkelten an der Duschbrause herum. Nun ja, Nate werkelte, der Rest stand wie eine Horde Cheerleader dahinter und erwartete Großes.
      „Hi Matthew… OH GOTT, ZIEH DIR WAS AN!“, schrie mir Elena entsetzt entgegen und zog den Duschvorhang wieder zu.
      Im nächsten Moment ging der aber wieder auf und Elisas Gesicht starrte durch den kleinen Spalt zwischen Vorhang und Wand. „Ach, wieso denn, das ist doch völlig in Ordnung so?“, erklärte sie dann, sah mich an und zwinkerte mir süffisant zu. Ich verstand die Welt nicht mehr.
      Als ich dann auch mal schaltete und bemerkte, was ich gerade abging, riss ich den Duschvorhang an mich, zog ihn so schnell es eben möglich war zu und griff nach dem nächstbesten Handtuch. Dass das pink und mit rosa Einhörnern auf Regenbögen verziert war, realisierte ich im ersten Moment gar nicht. Mein nächster Gedanke widmete sich wohl Elena und ich fragte mich innerlich, wieso die Barbie schon wieder bei uns geduscht und ihr Zeug hier liegengelassen hatte. Das Handtuch konnte nämlich nur von ihr kommen.
      „Hat er das Regenbogen-Einhorn Handtuch?“, flüsterte irgendjemand hinter dem Vorhang und drückte den Finger dagegen. Eine schreckliche, ohrenbetäubende Stimme hallte durch das gesamte Bad und die verantwortliche Person sorgte dafür, dass der Vorhang von der Stange riss. „BAH! REIB DICH NICHT NOCH DARAN, DU PERVERSLING!“
      Während mir das Handtuch von der Hüfte gerissen wurde, flogen neben Elena, die das Ganze verursachte, auch Gwen, Jojo und schließlich Elisa aus der Dusche. Der Haufen lag nun äußert anmutig vor mir, und Elisa stand meiner unteren Region Auge in Auge gegenüber. „Na Mensch! Bei Tageslicht sieht der ja gar nicht so schlecht aus!“, staunte sie und öffnete (vor Schock natürlich) den Mund.
      „Irgendwie komme ich mir gerade vor wie in einem schlechten Erwachsenenfilmchen“, umschrieb Elena das böse Wort gekonnt und hielt sich dann die Augen zu. “Elena! Der korrekte Begriff ist Soft-Po…”
      „Warum liegt hier eigentlich Stroh?“, war das Einzige, das Jojo dazu zu sagen hatte und Nate machte selbstverständlich direkt mit: „Warum hast du ‘ne Maske auf?“
      „Ihr macht das falschrum…“, stellte Matthew trocken fest und deutete dann mit dem Arm in Richtung Tür. „WÜRDET IHR JETZT BITTE ENDLICH AUS MEINEM BADEZIMMER VERSCHWINDEN?“
      „Die anderen gehen wohl, aber mich kannst du nicht aus einem Zimmer in meinem Haus schmeißen.“
      „Dann schieb ich dich halt raus, wenn es unbedingt sein muss und nicht anders geht.“
      Nate hingegen warf mir einen mitleidigen Blick zu und zeigte dann Erbarmen. Wenigstens auf ihn konnte ich mich gerade insofern verlassen, als dass er Elisa kommentarlos aus dem Badezimmer zog und sie schließlich vor der Tür absetzte. Wie Entenkinder watschelten die anderen drei Damen dann noch hinterher (Elena hielt ihr Regenbogen-Einhorn-Handtuch fest umschlungen) und schon war die Tür endlich zu, weshalb ich sie erleichtert abschließen konnte und laut seufzte.
      Was. War. Das?!
      Und vor allem: Wieso?!
      Nicht einmal an meinem Geburtstag wurde ich von dem Quartett in Ruhe gelassen und dass sie jetzt auch noch Nate mit hinein zogen, war die Höhe. Er durfte nicht mit ein paar Bierchen trinken, aber für ihre Schandtaten war er gut genug. Colin war bestimmt auch zu solchen Übelkeiten gezwungen worden, wahrscheinlich musste er für neuen Tequila sorgen, damit die vier Freundinnen ihren Spaß haben konnten. An meinem Geburtstag.
      Aber gut, wenigstens hatte ich jetzt vorläufig meine Ruhe. Obwohl das auch nicht wirklich wahr war, man hörte die vier Hühner immer noch gackern. Und es gehörte nicht gerade auf meine Sachen-die-für-eine-ruhige-Dusche-benötigt-werden-Liste, dass im Becken überall Konfetti lag. Oder, dass beim Versuch, die bunten Papierfetzen wegzuspülen, noch mehr Konfetti auf mich herab regnete. Nasses Konfetti, das sofort überall kleben blieb - auch in meinen Haaren.
      Na, das war ja ein super Tag. Fast so schön wie die dreihundertvierundsechzig anderen Tage im Jahr. Schaltjahre waren da nochmal einen Tag schlimmer.

      Vorsichtig sah ich mich um, als ich aus dem Badezimmer trat und sprintete in mein gegenüberliegendes Zimmer. Dass mich dort die nächste Überraschung erwartete, wusste ich erst, als ich die Schranktür öffnete. Gwen und Elisa sprangen mir entgegen. Gwen hatte eine Fliegenklatsche in der Hand, von welcher sie direkt Gebrauch machte und Elisa stülpte mir kurzerhand einen Sack über den Kopf.
      Durfte ich die eigentlich wegen Entführung anzeigen? Vermutlich stand dazu auch etwas im Kleingedruckten. Aber wer wäre Elisa schon, wenn sie nicht an alles gedacht hätte?

      Die Frage war, wo mich das monströse Gespann hinbringen würde, in der Hölle war ich ja schon. Und das nur in Boxershorts.
      Hatten die eigentlich einen neuen Fetisch entwickelt? Fehlte ja nur noch, dass sie mir einen Knebel in den Mund stecken würden, damit ich auch ja nichts mehr sagen könnte.
      Irgendwann fand ich mich in einem dunklen Raum wieder, soweit ich erkennen konnte, war es das Wohnzimmer. So ganz sicher war ich mir jedoch nicht, denn das Licht war ausgeschaltet und so konnte ich nur schwach einige Silhouetten erkennen. Vorsorglich hatten die Weiber wohl die Rolladen runtergelassen, damit auch kein Sonnenlicht mehr in das Zimmer kam und ich sowieso so ungefähr gar nichts mehr sehen konnte.
      Natürlich dachten sie wie immer an jedes noch so kleine Detail, verdammt.
      Und dann wich die unberuhigende Stille einem noch unberuhigenderen Kreischen, welches sich nach einigen Sekunden als ein „Happy Birthday!“ herausstellte. Jetzt besangen diese Weibsen auch noch meinen Tod, na danke auch! Zur gleichen Zeit ging auch die Beleuchtung an und ich war nicht nur taub sondern auch blind.
      „Du musst die Piñata treffen!“, quietschte Gwen aufgeregt und schob mich so nah zu diesem Teil, dass ich es erst einmal gegen den Kopf bekam. Den dazugehörigen Schläger erhielt ich von Elisa, welche ihn gefährlich nahe an eine gewisse Region brachte, so dass ich ihr schnell die „Waffe“ aus der Hand nahm, was sie nur mit einem Zwinkern zur Kenntnis nahm.
      Noch dazu kam eine Konfettikanone, die Nate mit einem beschämenden Blick auslöste, während Elena aufgeregt in eine Tröte pustete. Elisa hätte sicherlich besser blasen können - da war ich mir ganz sicher. Um den Damen ihre Freude nicht zu verderben, schlug ich auf die Piñata ein. Heraus kamen… Kondome. Und Penis-Lollis. Klasse. „Ich hoffe die reichen für die Nacht!“, quietschte Elena, klatschte ihre Hand mit voller Wucht auf meinen Arsch und zwinkerte anschließend Elisa zu.
      „Ich schwöre, davon wusste selbst ich nichts …“, murmelte Elisa nur, grinste dann aber. „Aber du kannst ja Nate und Elena auch welche abgeben!“
      Nate sah daraufhin Elena an, die wieder einmal versuchte eine Augenbraue hochzuziehen - und es ausnahmsweise sogar schaffte. Antworten konnte ich nichts darauf, da bereits Colin in Begleitung von Jojo vor mir stand und mir etwas zu Trinken in die Hand drückte. Das einzige, was half, diesen Albtraum zu stoppen, war sich so schnell zu betrinken wie möglich. Also exte ich das Glas mit Long Island Icetea. Jetzt waren die Pferde also auch schon im Wohnzimmer angekommen, farblich passte der Cocktail perfekt zu der Reitponystute.
      Als wäre es nicht sowieso schon schlimm genug, dass der einzige Ausweg aus dieser mehr als peinlichen Situation für mich Alkohol war, stattdessen wurden mir nun von allen Seiten überraschte Blicke geschenkt. Nur Gwen und Colin machten noch mit, die hatten sich allerdings mit Tequila an den Wohnzimmertisch gesetzt. Colin versuchte gerade, Gwen beizubringen, wie man Tequila richtig trank, denn die hatte es die letzte Zeit tatsächlich ohne Salz und Zitrone gemacht. Es war also für sie praktisch das erste Mal (dass sie das Getränk so wirklich richtig trank).
      Während ich den beiden zusah, bemerkte ich zuerst gar nicht, dass Elisa sich vor mich kniete und an der Boxershorts herumzupfte. „Die saß schief“, kommentierte sie eiskalt und stand dann so auf, dass sie nur noch wenige Zentimeter von mir entfernt war. Es war sehr einschüchternd. Und irgendwie auch ziemlich beängstigend, aber davon würde ich mir nun nichts anmerken lassen dürfen.
      Dass Jojo nun mit einem was-tut-ihr-da-Blick hinter mir stand, machte es nicht besser; eher im Gegenteil. „Keinen Dreier im Wohnzimmer!“, kam es dann von Elena, die dicht neben Nate auf dem Sofa saß. Wie gewohnt hatte sie etwas zu essen in der Hand und auch der Alkohol war dicht bei ihr.
      Sehr dicht.
      Zu dicht.
      Ich war mir jedoch nicht ganz sicher, ob ich in diesem Moment den Alkohol meinte, weil der zu dicht an Elena war, oder ob es mir gerade um Elenas Zustand ging. Nach dem, was die vier Weiber sich heute schon erlaubt hatten, war ich nämlich der festen Überzeugung, dass sie definitiv schon vorgeglüht hatten. Die Beweislage dafür stand gut.
      Nate hatte aus Verzweiflung mitgetrunken, wer konnte es ihm verübeln. Ein Nachmittag mit allen Vieren konnte einen Mann zerstören. Und an manchen Tagen sogar die Menschheit.
      Elisas geschickte 180 Grad Drehung und das anschließende herunterbücken, sorgte dafür, dass Jojo ein angeekeltes „Nehmt euch ein Zimmer!” heraus brachte und sich schließlich von uns abwandte, um Declan ins Haus zu lassen.
      Elisa stöhnte, als sie nicht aufpasste; zum Glück hatte es niemand gemerkt. Nur Elena sah mich abschätzig an und schüttelte ihren Kopf. Als Nate langsam ihrem Blick folgte, ging ich schnell einige Schritte rückwärts und lief in mein Zimmer. Ich konnte schließlich nicht ewig in Boxershorts auf dieser tollen Überraschungsparty rumlaufen.
      In Shirt und Jeans kam ich wieder die Treppe herunter und anscheinend musste in diesen fünf Minuten irgendetwas passiert sein. Die gesamte Gruppe saß auf dem Boden um ein Spielbrett herum und beobachtete wie Elisa würfelte.
      „Hab ‘ne 2 gewürfelt“, stellte sie fest, sah dann auf das Spielbrett und klatschte begeistert in die Hände. „Ha! Gehe auf das Feld 32! Ich bin super!“, freute sie sich.
      „Trinke 3 und küsse eine Person des anderen Geschlechts“, las Colin laut vor und blickte dann zu Elisa hoch, deren Gesicht wie versteinert war.
      „Du musst Matthew küssen!“, rief dann plötzlich Gwen und fuchtelte wild mit den Armen in der Luft herum. Elisa hingegen kippte drei Shots hinunter, überlegte, schüttelte dann aber den Kopf.
      „Sorry, dazu bin ich noch nicht voll genug“, protestierte sie lautstark und verschränkte die Arme vor der Brust.
      Nach einer schier endlosen Diskussion zwischen den beiden Parteien, ob Elisa die Aufgabe nun machen musste oder nicht (Elisa und Colin, der wohl Mitleid hatte, waren dagegen, der Rest schrie laut und begeistert, dass sie die Aufgabe nun machen müsste), zog ich meine Augenbrauen hoch und sagte nur: „Lasst sie halt drei weitere als Joker trinken, dann hat sich das.“
      Und wer wäre Elisa nur, wenn sie nicht tatsächlich direkt zum Glas gegriffen und die drei Shots runterspült hätte?
      Und wer wäre Elisa nur, wenn sie mich nicht in diese verrückte Spiel hinein ziehen würde? Sie schubste mich auf den Boden und drückte mir die Würfel in die Hand, auch wenn bestimmt jemand Anderes dran gewesen wäre. Es störte aber niemanden, stattdessen wurde ich angefeuert und es wurde darauf gewettet, auf welches Feld ich wohl gelangen würde.
      Ich würfelte dann eine Drei - Feld 35. „Gehe auf das Feld 6.“
      Und Feld 6 besagte dann, dass ich „endlich“ wieder trinken dürfte. Dafür bekam ich ein empörtes „Du Penner, ich hab uns gerade auf 32 gebracht und du springst so weit zurück!“ von Elisa und einen Schlag in den Nacken von Gwen, die das Spiel mit Tequila trank …
      Wir anderen hatten uns auf Berentzen geeinigt, womit ich auch relativ gut leben konnte. Solange es kein Roter war, mit dem wir Trinkspiele tranken, müsste ich auch keine Angst davor haben, dass Elisa hier im Strahl kotzen würde.
      Es passierte eine Zeit lang nichts, außer, dass einige oder alle hin und wieder trinken mussten, bis ich mal kurz wegsah und durch ein Jubeln wieder zurückgeholt wurde. „Trinke 1 und ziehe ein Kleidungsstück aus!“, grinste Elena Elisa an und ich wandte meinen Blick noch zu ihr. Während sie mir immer wieder, mehr schlecht als recht, zuzwinkerte, zog sie ihr Oberteil über ihren Kopf und präsentierte stolz ihren BH. Gwens Frage, ob sie auch untenrum passend angezogen war, war kaum zu überhören und Elisa beantwortete sie mit einem fröhlichen „JA!“.
      Elisa hatte also schon ordentlich intus, das war allerdings auch kaum zu übersehen. Sie kicherte die ganze Zeit, musste über alles lachen und lehnte sich schon die ganze Zeit entweder an meiner oder an Colins Schulter an, weil sie weder eine Lehne im Rücken noch an der Seite hatte und sich wohl so schon selbst nicht mehr alleine halten konnte. Gwen quittierte das zwar mit einem nicht so begeisterten Blick, schien dann aber immer wieder zu bemerken, dass sie sich auch an mir anlehnte und in diesem Moment wechselte ihr Gesichtsausdruck zu einem wissenden.
      „Warum darf nur Elisa ihre Unterwäsche präsentieren”, nörgelte Elena und schüttelte Nates Arm unentwegt, „das ist unfaaaaaair.” Versteh einer die Frauen - Sonst passten alle immer aufs Peinlichste auf, damit man ihnen nicht zu nahe kam, wenn sie auch nur im Bikini waren. Wenn es so weiterging, würden sie noch nackt auf den Tischen tanzen.
      „Ich hab auch extra passende angezogen!“, meckerte sie weiter, drehte dann ihren Kopf in Richtung Nate und schenkte ihm einen verführerischen Blick. Gott, die war ja jetzt schon hackedicht. Als sie würfelte, verfehlte sie um ein Feld das Ausziehen, landete zu ihrem bedauern auf dem „Deine beiden Nebensitzer trinken“ und durfte nicht zum Glas greifen. Sie tat es trotzdem und auch Elisa war mit Freude dabei, mittlerweile waren die Regeln nicht mehr wichtig, solange es Alkohol in Massen gab.
      Was dazwischen passierte, war eigentlich nicht viel. Nur Jojo und Declan rutschten mit der Zeit immer näher aneinander und steckten ständig ihre Köpfe zusammen, daraufhin folgte stets leises Kichern und/oder Grinsen. Irgendwann hatte Juli ihren Kopf auf Declans Schulter ruhen und die Augen halb geschossen. Elena und Nate hatten das Trinkspiel ebenfalls aufgegeben, die spielten ständig Schere-Stein-Papier oder drehten Däumchen, warum auch immer.
      Nur Gwen und Colin tranken noch immer ihre Tequila-Shots und waren noch „munter“ dabei. Die wollten wohl erst aufhören, wenn sie festgestellt hatten, wer von den beiden mehr vertrug, obwohl Gwen inzwischen schon mehr als fertig aussah und Colin hingegen noch ziemlich gesund.
      Elisa hing mit ihrem Kopf derweil auf meinem Schoß und war nach einer Weile einfach eingeschlafen.

      Als ich am Morgen danach auf dem Sofa aufwachte, lag mein Arm um Elisas Hüfte, die ruhig und gleichmäßig atmete, also noch am Schlafen war. Dennoch stand ich auf, nachdem ich einen Blick auf die Uhr geworfen hatte, und quälte mich mühsam vom Sofa; bedacht darauf, Elisa nicht aufzuwecken, denn sonst würde sie wahrscheinlich zur Furie mutieren.
      „Ey, Matthew?“ … „Pssst, Matthew!“ Es war Juli, die da meinen Namen so leise wie möglich wisperte und anscheinend versuchte, sonst niemanden aufzuwecken.
      „Hm?“, wollte ich wissen und durchsuchte den Raum nach ihr.
      „Kannst du den … irgendwie … mitnehmen?“
      Nachdem ich einen kurzen Blick auf Jojo und Declan geworfen hatte, schmunzelte ich und nickte nur. Kurzerhand stupste ich Declan mit dem Fuß an bis er aufwachte und zog ihn dann am Arm nach oben. Dank meinem grandiosen Überredungstalent konnte ich ihn davon überzeugen, dass es besser wäre, wenn er aufstehen würde.
      Da die Mädels, bis auf Jojo, noch immer tief und fest schliefen, schnappte ich mir die anderen Kerle und zwang sie zu einem Ausritt. Die Tradition musste gewahrt werden, auch wenn es sonst der Job der Frauen war.
      Während Nate nun also auf Wolke sieben schwebte (ob das daran lag, dass er auf Cloud Nine saß oder vielleicht auch wegen Elena, konnte ich nicht so recht beurteilen), hatten wir Colin auf Kedves und Declan auf Jojos Holsteinerhengst Painted Blur verfrachtet. Ich hatte mit Audio Delite at Low Fidelity die einzige Stute unter mir, doch glücklicherweise verlief alles relativ gut - irgendwelche Hengste, die sich einfach zu sehr aufspielten, wären wohl das Letzte gewesen, was wir hätten gebrauchen können. So war wenigstens der Ausritt keine völlige Katastrophe geworden und wir kamen alle wieder heil auf dem Townsend Acres an.
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  • Album:
    3 - Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    29 Juli 2015
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  • Rufname: --
    geboren: Juli 2009


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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Fuchs
    Stockmaß: 146 cm

    Beschreibung:

    Refren ist ein wirklich liebes Kerlchen, das eine super Fohlenausbildung genossen haben muss, denn ihn schreckt so schnell gar nichts ab. Neuem gegenüber ist er stets aufgeschlossen, zeigt sich lernwillig und überaus interessiert an allem, das auf irgendeine Art und Weise essbar ist. Er liebt Menschen ganz besonders, scheint dies jedoch eher auf Frauen zu zutreffen, denn Männern gegenüber ist er manchmal eher verhalten. Refren zeigt auf dem Platz bereits exzellente Gänge und scheint dabei wirklichen Spaß zu haben sich, wie auch immer, zu präsentieren. Manchmal jedoch scheint er etwas faul veranlagt; daraus könnte man schließen, dass er unter dem Sattel etwas mehr getrieben werden muss, damit er zeigt, was er wirklich kann. Alles in allem ein Pony für jede Altersklasse; prima im Umgang.

    Besitzer: Samarti
    Ersteller: niolee

    Dressur A -- Fahren A

    165. Fahrturnier

    Offizieller Hintergrund