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Eddi

Razita ♚ Rhapsody

Hannoveraner ♀ gekrönt

Razita ♚ Rhapsody
Eddi, 5 Juli 2018
Wolfszeit und Samarti gefällt das.
    • Eddi
      [​IMG]
      Ehemalige Berichte
      Ankunft von Razita in Grönland
      [09.04.2014]

      Der Tag war ausnahmsweise schön, aber eiskalt. Mein Dad fuhr nach zwei Tagen fahrt mit dem Pferdehänger auf den Hof. Als er den Motor abstellte, herrschte erstmal Stille. Ich grinste, denn ich hatte von der Stute, Razita, schon viel gehört.
      Aber zuerst fiel ich meinem Vater um den Hals. Dann begann die Arbeit. Das "rausholen" war kein Problem und auch danach stand das Stütchen aufmerksam neben mir und musterte seine neue Umgebung. Sie hielt den Kopf sehr hoch und ich redete und streichelte so lange, bis sie sich einigermaßen entspannte. Jetzt setzten wir uns ruckartig in Bewegung und passierten den Hof. Zita konnte ihren Laufdrang ziemlich gut kontrollieren, doch dann nahm ich ihr die Decke ab und stellte sie auf die Weide.
      Es dauerte zwei Sekunden, dann war sie weg.
      Das Tierchen würde zu Cheetah in den Kleinen Stall ziehen; also streute ich ihre neue Box ein und machte das Futter fertig. Am Abend lernte sie ihre Nachbarin kennen; es gab ein kurzes Gequietsche und es war geklärt, dass die Fuchsstute weit unten in der Rangordnung lag. Ich lächelte, tätschelte meiner Neuen den Hals und verließ dann den Stall.


      Bericht
      [10.04.2014]

      Razita ging's klasse. Das wusste ich schon, als mir die dreckige Fuchsstute mit gespitzten Ohren entgegenblickte. Ich lächelte und streichelte prompt ihre Nase; wenig später band ich sie hinten am Stall an.
      Das Putzen war Knochenarbeit - die Liebe schien Schlamm zu lieben, oder ihr fehlten einige Stoffe im Fell. Ich beschloss, ihr Verhalten im Auge zu behalten und ging für's Erste eine Runde mit der Hübschen spazieren.
      Sie schaute viel in der Weltgeschichte umher und entspannte sich nie vollkommen. Entweder aus Unsicherheit, oder weil ihr die Welt so gut gefiel. Wie dem auch sei; trotz allem orientierte sie sich fantastisch an mir - blieb an meiner Schulter, achtete auf Hilfen und meine Stimme. Die Runden durch den Wald musste ich wohl noch wiederholen, um sie abzuhärten.
      Nach einer halben Stunde Schritt und Trab kehrten wir wohlbehalten auf den Hof zurück; dort putzte ich sie noch einmal, besonders die Hufe. Währenddessen mampfte sie ihr Kraftfutter und ein paar Möhren aus einem schwarzen Eimer.
      Schließlich lobte ich mein Pferd und brachte sie auf die Weide zurück.


      Bericht
      [27.04.2014]

      Der Tag war jung; die Sonne reckte soeben die ersten Strahlen aus der Dunkelheit und ich hatte tatsächlich nichts besseres zu tun, als mir Razita aus dem Stall zu klauben, zu putzen und zu satteln. Die Augen des Hüh's glänzten erwartungsvoll und gesund, ruhig ließ sie sich von mir durch die Gegend ziehen. Ich redete leise mit ihr, dann saß ich auf. Ich führte sie wohl geradewegs ins Gelände, denn dort trabten wir wenig später durch den stillen, taufeuchten Wald. Die Vögel erwachten nur langsam und wir nutzten die gute Bodenqualität für einen langen, kräftezehrenden Galopp. Mein Hotta war danach wesentlich ausgeglichener und als wir wieder zuhause eintrafen, hatten wir wohl Beide Hunger. Ich lobte, sattelte wieder ab und brachte sie dann noch kurz in den Roundpen, um die Box zu misten und das Futter zurechtzumachen.
      Das verlief dann auch soweit nach Plan und ich drückte der Füchsin ausgelassen einen Kuss auf die Stirn, bevor ich mich verabschiedete.


      Sammelbericht
      [04.06.2014]

      Ich hatte ein wahnsinnig schlechtes Gewissen, denn in letzter Zeit hatte ich unglaublich viel um die Ohren, sodass ich wenig Zeit für meine Pferde hatte. Dafür gab es heute einen ausführlichen Reit- und Pflegetag; hier musste wieder Leben rein.
      Morgens sechs Uhr klingelte mein Wecker, ich warf mich in meine Klamotten und rannte flott auf den Hof. Auf dem Weg zu Stall vertilgte ich mein Brötchen, dann bewunderte ich kurz die weißen Wölkchen, die mein Atem bildete.
      Jetzt gab es erstmal für meine Hottas Frühstück. Ich verteilte also Heu und Kraftfutter, die Hengste ließ ich außerdem raus auf den Paddock. Während die Pferde futterten, gönnte ich mir im Haus eine Tasse Kakao.
      Gegen halb acht kam ich zurück, zog zuerst Lotte Buff aus ihrer Box und begrüßte die leicht arrogante Stute. Sie schien zu müde, um lange Diskussionen zu führen, also putzte ich sie ausführlich. In dem Zug wusch ich auch Mähne und Schweif und schnitt Erstere auf eine angemessene Länge zurück.
      Als nächstes war Cheetah an der Reihe. Die Rotbraune kannte mich und wir behandelten uns wie alte Freunde, als ich auch sie pflegte. Das Hotta wurde sogar gesattelt und ich drehte einige Runden auf dem Reitplatz. Sie lief schön und ich nutzte die halbe Stunde, um wieder etwas an den Gangartübergängen und Bahnfiguren zu arbeiten.
      Danach musste die Liebe kurz wieder in den Stall; Razita war nämlich dran. Die junge Füchsin wollte ich über den Sommer zunehmend fördern. Heute legte ich wieder einen Grundstein. Nach einer Kuschelpartie und entspanntem Putzen musste sie auch unter den Sattel. Mit ihr wiederholte ich grundlegende Lektionen und probierte schließlich auch das Schenkelweichen. Sie war kompromissbereit und ließ sich willig über den Platz dirigieren.
      Nachdem alle drei Stuten versorgt waren, ging es auf die Weide, wo sie die ganzen nächsten Tage verbringen würden.
      Wasser hatten sie ausreichend und so musste ich nurnoch ihre Boxen ausmisten, dann war ich zumindest hier fertig.


      Bericht
      [04.07.2014]

      Bei flauschigen dreißig Grad fand ich mich gegen Mittag im kleinen Stall ein. Seit gestern waren die meisten Pferde auf der Sommerweide. das war wahrscheinlich auch der Grund, weshalb Razita wieherte.
      Die anhängliche Fuchsstute ließ sich ganz in Ruhe streicheln und putzen. Wegen der hohen Temperaturen entschied ich mich kurzerhand für eine Longenrunde in der Halle.
      Da war es dann auch wesentlich kühler als draußen. Anfangs führte ich mein Hüh durch die Gegend, dann ging es im Schritt auf den Zirkel.
      Wie ich es von der jungen Hannoveranerstute kannte, arbeitete sie zuverlässig und aufmerksam. Wenn auch nicht, ohne hin und wieder meine Ernsthaftigkeit durch Reinlaufen oder Buckeln zu testen. Ich war letztendlich zufrieden mit ihr.
      Und weil es wirklich warm war, gab es im Anschluss eine kalte Dusche mit dem Gartenschlauch. Ich wusste, dass mein Gegenüber jemand war, der derartige Plämpereien genoss, sich aber im Anschluss sicher in den Dreck legte.
      So kam es, dass ich Razita fünfzehn Minuten später beim Wälzen auf der Koppel beobachtete.

      Ich ließ mein Hotta allein und klärte fix mit meinem Dad ab, dass die Liebe den Sommer über mit Spotti und Mön in den Offenstall durfte. Kraftfutter bekam sie natürlich trotzdem. Und natürlich jede Menge Freilauf!


      Tierarztbericht (Sevannie)
      [16.06.2014]

      Heute sollte ich Cascar ihre Pferde gründlich durch checken und die Impfungen auffrischen. Also schnappte ich meinen Koffer mit den ganzen Utensilien wie z.B. die Spritzen mit dem Impfstoff der gegen Influenza,Herpes,Tetanus und Tollwut war. Genaues zu den Auffrischungen der Impfungen sagte ich ihr dann noch. Ob ich Impfpässe ausstellen sollte wusste ich gar nicht genau,aber die könnte ich ja per Post nach schicken. Ich fuhr zu ihrem Stall,als ich die Adresse im Navi eingegeben hatte. 1.5 Stunden fahrt. Okay das ging ja noch. Auf dem Hof angekommen suchte ich mir einen Parkplatz und lief zu den vermeintlichen Stallungen,welche schön groß und geräumig aussahen. Dort angekommen erwartete mich anscheinend schon Cascar. Freundlich begrüßten wir uns und ich stellte mich kurzer Hand vor. Erklärte ihr dann das ihr genauere Infos zum Impfen später erklärte und nun erstmals das mit den Pferden hinter mich bringen wollte. Als erstes führte sie mich in den kleinen Stall,wie sie ihn nannte. Dort brachte sie mich zu Cheetah. - eine Hannoveranersute. Cascar warnte mich vor das diese Stute vielleicht etwas ,wilder' sein könnte. Ich nickte nur und sie halfterte die Stute auf. Nachdem dies getan war hielt sie die Stute lieber fest,als sie anzubinden. Mir war das egal,so hatte sie vielleicht wirklich in einem Notfall das Pferd unter besser unter Kontrolle. Ich ließ die Stute mich ab schnuppern,bevor ich dann von ihrem Hals aus langsam auf den Rücken zuging und sie abtastete. Nirgends zuckte sie nur legte sie die Ohren an, aber das lag vermutlich daran das sie mich eher nicht mochte – mal im ernst welches Pferd liebte mich wirklich wenn ich ein Tierarzt war? Ich tastete mich hinunter zu den Beinen und diese hob sie ab und an an. Doch Cascar forderte die Stute auf dies zu lassen,was sie nach und nach immer mehr tat. An der Hinterhand war es besonders extrem dort zog sie das Bein schon als wolle sie gleich austreten. ,,Na!'',ermahnte ich sie und tastete das letzte Bein ab. Schien alles okay zu sein. Nur grob konnte ich mir die Zähne anschauen aber ich wollte der Stute heute unnötigen Stress ersparen. ,,Vielleicht rufst du mich nochmals zur Zahnkontrolle.. das wäre zu viel auf einmal..'',meinte ich zu Cascar und sie nickte. Klar tat es mir leid es wären mehr Kosten aber naja da würde ich lieber auf die Pferde achten. Ich nahm mir meinen Koffer und holte die Impfungen heraus. Es war alles soweit auf dem neusten Stand das man die mehreren Impfungen gleich setzen konnte, so injizierte ich insgesamt 3 Spritzen. Ich lobte Cheetah und gab ihr ein Leckerli zur Stärkung. ,,Bitte die Pferde die nächsten Tage etwas schonen und dann langsam wieder an die Arbeit gehen, Also morgen nur ein Spaziergang.'',schmunzelte ich und wir gingen zum nächsten Pferd: Razita,ebenfalls eine Hanno-Stute. Vorsichtig halfterte Cascar die Stute wieder auf und hielt sie fest. Sanft tastete ich diese auch nach dem beschnuppern ab und sie ließ es sich eigentlich eher gefallen als das ihr was weh tat,was natürlich gut so war. Kurz lobte ich sie,schaute mir auch hier grob die Zähne an und konnte auch nichts erkennen. Die Stute machte alles gut mit und ich war damit zu Frieden. So gab ich auch ihr die drei Spritzen und lobte sie. Natürlich bekam sie auch ein Leckerli und lobte sie nochmals. ,,So ein braves Stütlein.'',schmunzelte ich und ihr wurde das Halfter wieder abgezogen. Also weiter zum nächsten Pferd in diesem Stall: Lotte Buff. Auch eine Hanno-Stute,für diese hatte ich auch mal Interesse gehabt sie zu kaufen, jedoch hatte sich der Besitzer wieder um entschlossen. Auch sie wurde angehalftert und bei ihr war es soweit ich wusste auch nötig. Cascar meinte das diese Stute eine ziemliche Zicke sein konnte und dies beherzigte ich. Cascar hielt sie etwas kürzer wie die vorherige Stute,so tastete ich sie ab und auch ihr schaute ich grob in das Maul. Auch hier war alles okay doch die Stute schien rumzuzicken da sie wild mit dem Schweif schlug und mit dem Huf aufstampfte. ,,Ich beeil mich ja schon..'',murmelte ich und injizierte ihr noch die drei Spritzen und lobte sie. Ihr Leckerli legte ich in den Trog und Cascar halfterte sie wieder ab. ,,Ganz schöne Zicke.. '',meinte ich und wir gingen zum Hengststall..


      Bericht
      [06.07.2014]

      Ein neuer Tag auf Stones brach an; die Sonne schien und alles war friedlich anzusehen. Mit unseren wenigen Pferden hatte ich auch mehr Freizeit. Doch trotz allem mussten die, die hier waren, versorgt werden.
      So kam es, dass ich Razita, die ja momentan mit im Offenstall stand, beschwingten Schrittes holte und auf dem Putzplatz anband. Das Säubern ihres Fells und der Hufe war ein Kraftakt, aber nach einer halben Stunde trafen wir freudig erregt auf dem Reitplatz ein. Wie erwartet standen hier noch Sprünge auf A-Höhe - perfekt für Zita.
      Ich führte die Füchsin einige Runden und saß dann auf. Das Warmreiten war relativ entspannt, aber sobald es ums Springen ging, war die Liebe Feuer und Flamme. Ohne zu mucken und mit einer netten Aufmerksamkeit bewältigten wir unsere Tagesaufgabe.

      Im Nachhinein schwitzte mein Hotta, also führte ich sie trocken. Geputzt wurde sie nicht noch einmal, aber ich kontrollierte die Hufe. Dann bekam Razita ihr Kraftfutter und ich entließ sie wieder auf die Weide. Für mich war dieser Tag sehr gelungen.


      Bericht
      [05.08.2014]

      Die Sonne neigte sich bereits zum Horizont, als ich meine Razita von der Weide holte, kurzerhand putzte und sattelte. In der Halle brannte Licht, mein Dad war gerade damit beschäftigt, die von der Stufenerhöhung Empires stehenden Hindernisse abzubauen. Auf Zuruf ließ er es bleiben und stockte sie stattdessen auf Razitas A-Höhe herab.
      Während ich die Liebe warmritt, dachte ich schon wieder darüber nach, demnächst eine Stufenerhöhung vorzunehmen. Die Fuchsstute war ein vielversprechendes Nachwuchspferd und allein ihre körperliche Größe würde sie auf M bringen. Mit diesem Gedanken und einem Lächeln galoppierte ich an und setzte über das erste Hindernis. Bisher kein Problem und das wurde es den ganzen Abend nicht. Das Stütchen sprang zügig, kühl abschätzend und schön. Ich konnte sie nur loben und als wir die Halle wieder verließen, war es bereits dunkel. Ich fütterte sie noch auf dem Putzplatz, während ich das vom Schweiß klamme Fell aufraute und sie dann letztendlich auf die Koppel in ihren wohlverdienten Feierabend entließ.


      Bericht

      [08.08.2014]

      »Mensch Mädel!«, war mein erster Ausruf, als ich Razita erblickte. Die Stute wieherte unschuldig und kam zu mir getappt. Ich seufzte und Strich durch ihr schlammverkrustetes Fell. Dann halfterte ich eilig auf und führte sie zum Putzplatz. Die folgende halbe Stunde verbrachte ich mit putzen und satteln; schließlich trafen wir aber in der Reithalle ein.
      Als erstes sah ich Empire, der in der Mitte stand, die Zügel ordentlich über dem Hals. Er wieherte, als er mich erkannte. Prompt fiel mir ein, dass sich die beiden Pferde ja kaum kannten... Meine Gedanken wurden von einem lauten »Tock« unterbrochen. Ich sah mich weiter um und entdeckte Marc, der gerade ein Hindernis heruntersetzte, damit auch meine Fuchsstute darüber kam. Ich lächelte und schloss die Tür; wir erreichten praktisch alle gleichzeitig die Mitte. Ich streichelte Darkness kurz, dann besprachen wir noch, was zu tun war. Letztendlich gurteten wir nach, stellten die Bügel ein und saßen auf.
      Anfangs ritten wir die Pferde unabhängig voneinander warm - Schritt, Trab, Bahnfiguren. Als wir durchparierten, schnaufte Marc. »Er ist toll. Total wendig und reagiert so auf.. Alles.« Ich stimmte ihm zu. Aber dass der Hengst so lief, lag auch an seinem Reiter - der ritt nämlich göttlich.
      Wie erwartet verlief alles ohne Komplikationen. Zita hatte ihre Selbstbeherrschung nach der letzten Stufenerhöhung wieder gefunden und meisterte alles, was sich ihr in den Weg stellte. Für Empire war das L pipifax und Marc hatte sehr gute Laune, als wir nach guten anderthalb Stunden abstiegen.
      Über den großen Hengst redend trafen wir dann am Putzplatz ein, sattelten zügig ab und kontrollierten die Hufe. Empire hatte sein Futter schon bekommen, aber Razita mampfte in der Zwischenzeit zufrieden. Gegen Mittag ging es dann für beide auf unterschiedliche Weiden. Während ich im Anschluss zum Essen ins Haus ging, mistete Marc noch den Hengststall aus.


      Bericht
      [17.08.2014]

      Nach der ganzen Aufregung mit Versatilely schlenderte ich in den Hengststall, um TV fertig zu machen. Der junge Scheckhengst war nun beinahe ausgewachsen und strotzte vor Energie. Jene wollte ich nutzen, um reiterlich voranzukommen. Ich putzte und sattelte meinen Kleinen also gründlich und führte ihn dann an der Longe auf den Reitplatz. Maria war wohl erstmal weg, denn für zehn Minütchen war ich allein. Dann gesellte sich Marc mit Mön und, zu meiner Überraschung, Spotted Dreams zu mir. Die trächtige Stute band er locker am Zaunpfahl an, sodass sie grasen und trotzdem am Geschehen teilnehmen konnte. Das gesattelte Hüh führte er entspannt einige Runden, dann saß er auf. Während dieser Zeit longierte ich Bemme schonmal im Schritt und Trab (und ungewollt im Galopp) und führte ihn einige Bahnfiguren. »Guck mal, wer da kommt!«, meinte Marc grinsend vom Rücken seines Ponys aus. Tatsächlich betrat Oliver mit Razita den heiligen Sandboden. »Zita!? Was willst du mit ihr!?«, fragte ich leicht verdutzt. Dafür gab es einen ungeduldigen Schnauzenhieb von Bem-Te-Vi gegen meine Schulter. »Spinnst du, Pferd?« Oli schloss indes das Tor. »Hast du das grad gefragt, weil sie einfarbig ist?«
      Ich prustete los, schüttelte den Kopf und gurtete kommentarlos nach. Dann ging es endlich los. Weil ja irgendwie alle eine Stute mitgebracht hatten, musste ich mit meinem Hengst vorneweg reiten. Aber nach nunmehr drei Trainingseinheiten lief mein Schecke ziemlich gut und vor allem ruhig und entspannt. Während der Arbeit ließ er sich von nichts ablenken und gab nach einer halben Stunde sogar im Nacken nach. Die Bahnfiguren klappten wunderbar, nur der Galopp war wieder etwas chaotisch. Aber das konnte meine Freunde nicht bremsen; letztendlich lobte ich meinen Kleinen überschwänglich und ritt ihn auf dem Zweiten Hufschlag trocken. Die Jungs übten derweil den Fliegenden Wechsel, indem sie bei X über eine Stange traten und das Pferd umstellten. Außerdem versammelten sie ihre Pferde in gleichmäßigen Abständen auf dem Zirkel und Marc töltete zum Abschluss noch eine Runde. Es machte unheimlich Spaß, den Beiden Typen zuzusehen. Da fiel mir prompt ein, was ich über die Zwei noch nicht wusste. Aber das konnte warten, jetzt mussten erstmal die Pferde versorgt werden.
      Auf dem Putzplatz sattelten wir also ab, kratzten die Hufe aus und fütterten Mön und Spotti. Von da gingen alle Hühs auf die für sie vorgesehenen Koppeln und wir waren auch mit den Vieren fertig.


      Sammelbericht ('Umzug nach Neuseeland')
      [20. - 23.08.2014]

      — Tag 1
      Mein Blick überflog ein letztes Mal den Brief mit der Überschrift 'Amtliches Schreiben'. Darin hieß es, dass die Versorgung des Hofes nicht mehr gewährleistet werden konnte. Stones endete wegen einer Geschichte, mit der andere Höfe nicht zu kämpfen hatten - das kalte Inlandklima und die Wärme des Golfstroms trafen hier, an der Westküste aufeinander. Durch die stetige Erderwärmung entstanden nun unberechenbare Auf- und Abwinde. Es war schlichtweg zu gefährlich, Personen oder Lebensmittel mit dem Helikopter hierher zu transportieren. Eine andere Möglichkeit gab es nicht, die nächste Stadt war sechshundert Kilometer entfernt.
      Deshalb also zogen wir jetzt nach Neuseeland. Obwohl.. ich denke, nicht nur deshalb. Wir wollten uns nun zielstrebig auf das Training von Renn- und Springpferden konzentrieren, unser Leben leben. Also war die südliche Insel auch ein Neubeginn.
      Ja, ein Neubeginn und der Beginn der Winterscape Stables.

      Ich legte den Brief weg, stand auf und verließ, mich an den Umzugskartons vorbeischiebend, das Haus. Draußen wurde gearbeitet - Oliver und Marc hatten ihr Gepäck schon verstaut und verluden schon die Pferde, allen voran die Hengste. Ich winkte ihnen mit einem gezwungenen Lächeln zu und tappte zum Zaun der Offenstallweide.
      Und da bin ich jetzt und sehe Spearmint und Gold beim Grasen zu. Ich wollte es nicht zugeben, aber dass wir Grönland verließen, machte mich traurig. Wenigstens würde ich meine Freunde, Familie und Pferde nicht verlieren und ja, ich konnte dann auch wieder zur Schule gehen. In Auckland.
      Gerade da fällt mir ein, dass die hochträchtige Spotted Dreams extremen Stress wird ertragen müssen. Bei dem Gedanken wird das Loch, das die Sorgen in meinem Herz hinterlassen haben, noch etwas tiefer.
      Ich sollte wohl endlich Eddie anrufen, damit hier alles gut ging.
      Verstört entferne ich mich vom Stall und rette mich mit meinem Handy in eine leere Box, gerade als der Regen einsetzt.

      — Tag 2
      Ich sitze gerade auf der Fähre, rechts und links von mir Marc und Oliver. Jeder ist in eine Decke gewickelt und trinkt eigentlich Tee, aber vor uns ausgebreitet liegt ein Hofplan. Darauf malen wir eben rum, welche Pferde wohin sollen, und so. Es gibt unheimlich viele Ställe und riesige Weiden, je zwei Reithallen und -plätze. Und das ganze Teil ist uralt. Die Renovierung ist gerade so weit fortgeschritten, dass wir alle einziehen können.
      Apropos 'alle'. Mein Blick schweift ab und ich erhebe mich kurzerhand, tappe um das Fahrerhaus. Hier stehen die beiden großen, geliehenen LKWs, aus deren Inneren immer wieder ein energisches Schnauben oder Knallen zu hören ist, wenn ein Huf die Wand trifft. Ich nähere mich den Gefährten, rede leise auf die Hühs ein, Spearmint erkennt mich als Erste, was ich wiederum nur an ihrem Wiehern merke.
      Ihr folgen dann auch Bemme und Gold, die meinen Gruß von weiter hinten erwidern. Insgesamt scheint es allen gut zu gehen - auch nach nun knapp zwei Tagen im Auto.
      Zu meiner linken sehe ich sehr weit entfernt das Festland; schwer zu sagen ob Europa oder Afrika. Den Äquator haben wir auf jeden Fall noch nicht überquert, dazu ist es zu kalt. Überhaupt habe ich kein Zeitgefühl mehr, aber das ist wohl auch egal.
      Ich gehe zurück zu meinem Sitzplatz und setze mich nun auf die Decke. Neben dem Plan liegt nun eine Liste.
      »Ihr habt nicht ernsthaft allen Ställen Namen gegeben!?« Marc sieht mich gespielt ernst an. »Cascar - sei froh, dass wir die Weiden nicht getauft haben.« Oliver grinst nur und schreibt dann einen Namen auf den Zettel. »Spearmint in einer Paddockbox? Bist du wahnsinnig? Gib ihr eine Nacht und der Stall ist platt.« Ich kenne mein Pferd und sie stand früher, in Deutschland, immer nachts in der Box.. Pure Qual.
      »Naja, der Paddock ist groß, sie steht nicht allein und geht tagsüber eh..« Ich höre nicht mehr zu, irgendwie habe ich grad keinen Bock auf gar nichts. »Kommt, Jungs, das machen wir später; ich hab Hunger.«

      Hotdogs gab es und eine Reihe anderer einfacher Gerichte. Ich wählte einen Salat und jetzt sitzen wir wieder mal zu dritt am Tisch, mit Blick nach Osten.
      »Bist du schon aufgeregt?«, Marc lächelt mich durch seine, vom Wind zerzausten, Haare an. Er sieht gut aus und ich muss über seine Worte nachdenken. »Warum.. Oh mein Gott.« Natürlich nicht Afrika, Europa. Spanien. Zwischenhalt. Pferderennen. Mit Versatilely Gold. Übrigens jetzt wirklich ganz ohne Bestätigung vom Tierarzt. Aber egal, ich habe das irgendwie schlichtweg vergessen. Okaay. Ich sehe mich hektisch um und bekomme auf einmal keinen einzigen Bissen runter. »Leute.. Neiin.. Wie konnte ich das vergessen..« Ich fühle mich wie eine Gurkenpflanze in Alaska, unbeständig und halbtot. Aber was hilft's?
      In den folgenden Stunden unterstützen mich Oli und Marc vorbildlich, auch als wir anlegen und VGold in einen normalen Hänger verladen; schließlich zu dritt zur Rennstrecke fahren. Meine Freunde bleiben auf der Fähre.
      Die Bahn liegt, Gott sei Dank, ziemlich am Meer, es ist nicht weit. Jetzt bin ich aufgeregt, ich fühle mich, als würde ich träumen. Wer hat das nochmal vorgeschlagen? Maria? Maria Wernske? Ich kenne sie doch gar nicht richtig, was habe ich mir dabei gedacht?
      Ehe ich mich versehe habe ich mich in der nächstbesten Umkleide in die typische Jockey-Kleidung gewunden (weiß, mit blauen Streifen um den Armen), gehe zum Wiegen (57kg) und sattle mein Pferd, geputzt hat es mein Dad, der mein plötzliches Rennfieber relativ widerstandslos akzeptiert hatte.
      »Hey Schnecke, wir müssen kurz einen Traum leben.«, flüstere ich Gold lächelnd in den Mähnenansatz, bevor ich sie vor versammelter Mannschaft, den paar hundert Leuten, die Wetten, vorführe. Sie zeigen auf uns, auf das vierzehnjährige Mädchen, mit der ruhigen, vergleichsweise kleinen Palominostute und machen sich Notizen auf ihre Rennübersicht.
      Wahnsinn.
      Der Komplette Wahnsinn.

      — Tag 3
      »Ja, weißt du? Auf der Bahn trifft man den ein oder anderen.. Deshalb habe ich ein Pferd gekauft.« Ich sah meinen Dad entgeistert an. »Ääh.. Wie..« Mein Vater lächelte und fuhr fort.
      »Ein Pferd vom Schlachter, es heißt Worgait.«
      »Und mehr hast du nicht zu sagen?«
      »Er ist ein Achal Tekkiner Hengst und wird derzeit als unreitbar eingestuft. Auf der Rennbahn war er ein paar mal, manchmal musste die Teilnahme zurückgezogen werden, wegen seiner Aggressivität. Das heißt er geht nach dem Motto - schaffst du es, seinen Zähnen auszuweichen und auf den Rücken zu kommen, wird er dich zum Sieg tragen.«

      Worgait, also. Das unglaubliche Rennpferd. Ich fasse es nicht, dass mein Dad ihn so nebenbei gekauft hat, zumal es noch ein, zwei Monate dauert, bis er zu uns kommt.
      Ich stochere lustlos in meinem Essen rum. Mittlerweile kann man mich als seekrank einstufen, ich bin völlig fertig vom Rennen und VGold glaube auch. Im LKW ist das schwer, aber wir haben es noch geschafft, ihr eine entsprechend große Box zu zimmern, damit sie liegen konnte. Momentan sind die Jungs bei den Pferden und füttern. Ich erhole mich, oder so - meine Eltern sind beim Kapitän um sich Koordinaten und Haltepunkte durchgeben zu lassen. Eigentlich müssen wir heute noch den Äquator hinter uns lassen, sodass wir morgen Abend auf dem Hof sein können. Den Zwischenhalt in Sydney haben wir übrigens abgelehnt.

      Weil ich gerade Lust dazu habe; hier die komplette Stalleinteilung. Die Jungs haben meine Erschöpfung gestern gnadenlos ausgenutzt und ich muss sagen, sie haben gute Arbeit geleistet..:


      Dann vorerst liebe Grüße, morgen geht's entgültig nach Auckland..

      — Tag 4
      Es ist so unglaublich warm. Auch hinter dem Äquator. Den haben wir in der Nacht überquert, jetzt sitze ich draußen, mit einer Sonnenbrille auf der Nase, und wedele so mit dem T-Shirt vor mich hin. Baden gehen können wir nicht, außerdem gibt es weit und breit kein Festland, ich hab Hunger. So ist das, wenn man mit seiner Familie verreist. »Cascar, du Nuss. Hättest auch rausgehen können, statt dich die ganze Nacht hin und her zu schmeißen.« Ich sehe auf und Marc kommt in kurzen Hosen und Flip-Flops, mit einem Handtuch über der Schulter, einer Zahnbürste im Mund und feuchten Haaren auf mich zu.
      »Wenn ich das mache, mit dem hin und her schmeißen, schnarchst du wenigstens nicht!«
      »Ich schnarche nicht!«
      »Ooh doch!«
      »Nein!?«
      »Du kannst es ja nicht wissen, du schlägst doch!« Ich grinse ihn triumphierend an. Wer viele Bücher ließt, bekommt tolle Zitate.

      Nach dem Frühstück gehe ich duschen. Ich habe nichts anderes zu tun und werde andernfalls wahnsinnig. Mein Dad läuft auf dem Deck auf und ab wie ein Tiger und telefoniert alle fünf Minuten mit jemand anderem. Ich wusste jetzt schon, dass Maria Wernske in Auckland auf uns wartete und bis dahin schon den ganzen Hof vorbereitet hat. Mehr aber auch nicht.
      Unter der Dusche werde ich wenigstens wach und als ich dann wieder nach oben komme, sehe ich einerseits zu meiner Linken Festland, einen mächtigen Zettel auf dem Tisch zu meiner Rechten. Darauf steht.. Ziemlich viel. In der Handschrift meines Vaters scheinen alle auf dem Hof wohnenden und arbeitenden Menschen niedergeschrieben worden zu sein. Ich runzele die Stirn, als ich neue Namen entdecke. Auch noch andere, mit dem Nachnamen "Winterscape".
      Habe keinen Schimmer, wo sie den herhaben.

      Auckland erreichen wir am Abend tatsächlich - die Sonne ist schon beinahe untergegangen, es ist angenehm warm. Schleunigst fahren wir LKWs und Umzugswagen von Bord; es ist merkwürdig, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Dann geht es los, wir fahren knapp zwanzig Minuten bis zu unserem neuen Anwesen. Ich bin irgendwie kaputt vom Nichtstun und als wir halten und ein Scheinwerfer aufflammt, zucke ich zusammen. »Beruhige dich, wir sind da.«, gibt mir Marc vom Fahrersitz unnötigerweise, aber ernst durch. Er steigt aus und ich tue es ihm nach.

      Mittlerweile sind alle Pferde, wo sie hingehören, ich bin müde und registriere unser neues Heim gar nicht, lasse mir nur zeigen, wo mein Zimmer und Bett ist und schlafe dann in Klamotten ein.


      Sammelbericht
      [25.08.2014]

      Die Sonne schien, wir hatten die zweite Nacht im Norden Neuseelands überlebt. Jetzt galt meine ganze Aufmerksamkeit wieder den Pferden.. Obwohl ich noch einkaufen gehen musste. Naja, jedenfalls fütterte ich erstmal die drei Stute in den Nordstallungen. Sie waren dort noch allein, lebten sich aber prima ein. Besonders Razita liebte es, auf dem Paddock zu stehen und das Treiben am Ende des Weges zu beobachten. Nachdem alle gefressen hatten, stießen Marc und Oliver zu mir. Wie das alle schon kannten, nahm sich jeder ein Pferd - trotz des Umzugs dürfte das Training nicht vernachlässigt werden und ein bisschen Bewegung tat und wohl allen gut. So kam es, dass ich Cheetah putzte und sattelte, die heute noch einen Schmiedtermin hatte. Ihre Hufe hatten das im Übrigen nötig, aber das war der Rotbraunen nicht anzumerken - im Gegenteil. Sie war erstaunlich hibbelig und ausnahmsweise auch zuvorkommend. Da hatte ich glatt ein falsches Gewissen, dass ich sie mehr oder weniger vernachlässigt hatte.. Schließlich waren alle fertig mit dem Satteln und wir überquerten einmal den halben Hof, um zum Springplatz zu kommen. Die Hindernisse waren nicht aufgebaut, wie hatten also freie Bahn. Nach dem Warmführen schwang sich Oliver auf Razita, Marc stieg auf Lotte und ich auf mein Stütchen. Mittlerweile waren wir drei ein eingespieltes Team und ritten flott und korrekt in einer Abteilung. Es dauerte nicht lange, und die großen Pferde schwitzten. Zudem kam Marc, der vor mir in der Mitte ritt, zunehmend besser mit seinem Pferd zurrecht; was im übrigen nicht schlecht war, denn er musste die Dunkelbraune auf Turnieren vorstellen. Nach anderthalb Stunden parierte Oli zum letzten Mal aus dem Galopp zum Schritt durch und wir verbrachten eine weitere halbe Stunde damit, die Hottas trocken zu reiten und zu loben. Allgemein waren wir alle zufrieden und tauschten Eigenheiten der Pferde aus, während wir zum Putzplatz gingen um abzusatteln. Für die Hühs ging es im Anschluss auf die Weide, für uns in den Stall, zum ausmisten und Futter fertig machen.


      Bericht
      [26.08.2014]

      Es regnete, als ich Razita vom Paddock holte. Sie stupste mich zur Begrüßung übermütig an, ich streichelte lächelnd ihre feuchte Stirn; dann ging es erstmal ins Trockene.
      Putzen war relativ sinnlos, aber sie bekam ein Kappzaum, worauf wir uns zum longieren in die Halle verzogen. Die Fuchsstute strotzte vor Energie und ließ es sich nicht nehmen, ein wenig rumzuspinnen. Ich holte sie wieder und wieder geduldig und lächelnd auf den Boden der Tatsachen zurück. So kam es, dass sich das Training ein wenig in die Länge zog.
      Am Ende schwitzten Pferd und Mensch und als wir in den Regen traten, dampfte Zitas aufgewärmtes Fell. Ich führte sie in den Stall und direkt in die ausgemistete Box, um irgendwelche Erkältungen zu vermeiden sogar mit Abschwitzdecke. Dort kontrollierte ich auch noch einmal die Hufe und fütterte ein Paar Äpfel und Kraftfutter.


      Schmiedbericht (HonnyBunny)
      [01.09.2014]

      Heute war wieder ein Hausbesuch dran, ich fuhr in meinem Jeep über die Straße. Die Fahrt dauerte nicht lange und das Anwesen war kaum zu übersehen! Ich bog rechts ab, dann links und noch einmal recht, bevor ich parkte. Der Hof war schön, schnell schaute ich auf meinen Zettel und dort stand das heute nur Hufe geschnitten wurden. Ich machte die Fahrertür auf und ging zum Kofferraum, dort holte ich alles was ich brauchte. Ich machte alles zu, schloß den Wagen ab und ging zum Haupthaus. Nach dem ich geklingelt hatte, machte Cascar auch schon auf und begrüßte mich herzlich. "Wir können sofort starten, heute ist die Nordstallung dran!" meinte sie und wir gingen auch schon los. Es war kein weiter Weg und schon bald standen wir in der Stallgasse. Ich fing bei dem ersten Pferd an. Auf dem Namensschild stand "Cheetah" und Cascar erzählte mir einiges über sie. Die braune Stute sah mich neugierig an, selbstbewusst schnappte ich mir einen Strick, zauberte eine Möhre aus der Tasche und machte die Box auf. Wie erwartet sah Cheetah verbissen auf die Möhre, ich strich vorsichtig ihre Stirn, dann den Hals, als sie das alles erlaubte gab ich ihr den Leckerbissen. Ich hatte nun einigermaßen ihr vertrauen, ich hackte den Strick in ihr Halfter und führte sie auf die Stallgasse. Dort band ich sie an und sah mir erstmal ihre Hufe an. Viel war da nicht zu tun, sie waren ordentlich, etwas dreckig, aber das ist bei Hufen nun mal so. Ich machte alle vier erstmal sauber, Cascar sah sich alles genau an, kein Wunder einem neuen Hufschmied würde ich auch nicht gleich vertrauen. Sobald die Hufe sauer waren machte ich mich ans schneiden, wie gesagt viel gab es nicht zu tun. Hier und da ragte mal etwas über, aber ansonsten war der Huf perfekt. "Okay, fertig. Wenn du sie reinstellst geh ich schon mal zum nächsten Pferd." sagte ich und tätschelte Cheetah. Cascar war einverstanden und ich wanderte eine Box weiter. Als nächstes kam die 6-jährige Hannoveraner Stute Razita, sie kam sofort freudig an die Boxtür, ich nahm mir wieder einen Strick und öffnete die Box. Dann brachte ich sie auf die Stallgasse, band sie dort an und checkte ihre Hufe. Diese waren sehr sauber, er hier gab es etwas mehr zu schneiden und damit fing ich auch sofort an. Bei jedem Klick-Laut zuckte die Stute kurz zusammen, doch sobald ich mit einem Huf fertig war lobte ich sie und Cascar war auch gleich wieder an meiner Seite. Nach allen vier Hufen gab ich auch Razita eine Möhre und Cascar brachte sie in die Box. Ich ging drei, vier Schritte und war schon bei Lotte Buff angekommen. Sobald ich die Boxentür aufschob und sie mich ganz sah, musterte die Stute meinen Körper. Ich wusste bei dieser Stute anfangs nicht wie ich ran gehen sollte, aber dann war es mir klar. Ich machte es anfangs wie bei Cheetah, ich ging samt Möhre zu ihr und streichelte ihren Hals. Dann holte ich den Hannoveraner aus der Box und band sie an. "Unsere kleine Prinzessin!" meinte Cascar und so sahen auch ihre Hufe aus. Alle vier waren sauber und es gab nur wenig zu verbessern. Ich lobte auch sie bei jedem fertigen Huf, das gefiel ihr anscheinend und so ließ sie mich in Ruhe meine Arbeit machen. Der nächste in der Reihe war Nacorde, schon bei seinem Anblick hatte ich mich in das niederländische Warmblut verliebt. Er sah mich mit seinem aufgeweckten Blick und wir könnten sofort starten. Sobald er auf der Stallgasse stand blieb er ganz ruhig und hob brav jeden Huf. Cascar hatte sich echt alle Mühe gegeben, auch seine Hufe waren sauber und eigentlich ziemlich ordentlich gewachsen, trotzdem stand manche etwas über. Nun gingen wir in den Endspurt, es waren nur noch zwei Pferde zu behandeln. Bevor ich zu Solitary ging gab ich auch Nacorde noch einen Apfel. Anfangs bemerkte mich Solitary gar nicht, dann sah er mich an und kam langsam auf mich zu. Er war tiefen entspannt, ich brachte ihn wie jedes andere Pferd auf die Stallgasse und sah mir seine Hufe an. Auch hier alle waren sauber, aber beim linken Vorderhuf und rechten Vorderhuf gab es etwas zu schneiden. Es war nicht übermäßig viel sondern halt so viel wie normal und das Paint Horse ließ alles mit sich machen. Auch dieses Pferd bekam einen Leckerbissen, in Form eines Apfels und nun kam das letzte Pferd für diesen Tag. Karthago stand schon die ganze Zeit freudig an der Box, sobald die Tür offen war wollte er mich vor Freude umrennen "Das ist ganz normal!" meinte Cascar lachend, nach dem ich den jungen Hengst angebunden hatte. "Sag mal sehen alle Hufe deiner Pferde so aus?" fragt ich neugierig. Denn auch diese Hufe waren super sauber und nur am rechten Hinterhuf gab es einigermaßen etwas zu schneiden. Somit war ich heute auch schnell durch und da Karthago das so toll gemacht hatte bekam auch er einen Apfel. Cascar brachte ihn in die Box und bot mir einen Tee an "Das Angebot nehme ich dankend an." antwortete ich höflich. Dann tranken wir noch zusammen Tee und aßen einen Keks, bevor ich nach Hause fuhr.


      Bericht
      [11.10.2014]

      "Zita, du Horst!", rufe ich mit einem Lächeln, als ich die komplett dreckige, mit Pferdeäpfeln verklebte Flanke der Füchsin sehe. Ich weiß ja, dass sie ein Dreckspatz ist, aber das hat sie noch nie gemacht. Seufzend mache ich mich also ans Putzen, während mein Pferd gemütlich sein Frühstücksheu frisst. Es dauert tatsächlich fast vierzig Minuten, bis das Fell wieder annehmbar fuchsig ist.
      Dann geht es für die Hannoveranerin auf die Weide, um weitere Unglücke vorzubeugen, und für mich in Zitas Box, um dreckiges Stroh zu beseitigen und das Futter für den Abend fertig zu machen.


      Bericht
      [18.10.2014]

      Nachdem ich Essig und Kazoom auf die Weide verfrachtet habe, begegne ich Marc und Oliver, die das Sattelzeug ihrer Pferde auf den Putzplatz tragen. Ich frage, warum und die Beiden erklären, dass sie ins Gelände wollen. Spontan erkläre ich mich bereit mitzukommen und ändere meinen Weg zur Sattelkammer.
      Schnell ist beschlossen, dass Zita einen Geländeritt im Sonnenschein ganz gut vertragen kann und ich räume alles aus.
      Die Stute hole ich dann von der Weide und binde sie auf dem Putzplatz an. Zu meiner Überraschung kreuzen Jessica und Arthur ebenfalls auf, sodass wir kurze Zeit später Empire, Locki, Zita, Serafino und Karthago putzen.
      Meine Stute weißt die Hengste ordentlich zurück, wenn sie zu aufdringlich werden, was ich mit einem aufmerksamen Blick und eventueller Hilfe unterstütze.
      Gut vierzig Minuten später verlassen wir unablässig redend den Hof. Erst jetzt fällt mir auf, dass ich hier in Neuseeland noch nie ausgeritten bin. Allgemein sind die Pferde ziemlich sensibilisiert, was ihre Umgebung betrifft und besonders Kartho und Fino zucken öfter mal zusammen.
      Insgesamt erreichen wir aber unbeschadet den See, wir machen sogar Pause und plantschen mit unseren Hottas im seichten Wasser.
      Auf dem Rückweg genießen wir einfach den leichten Wind und die tanzenden Schatten des krautigen Waldes. Ich war schon lange nicht mehr so ausgelassen und glücklich - spontan zettel' ich den nächsten Geländeritt an, noch bevor wir den Hof wieder erreichen.
      Zurück im Stall satteln wir in aller Ruhe ab. Wir waren insgesamt drei Stunden unterwegs, meine Beine tun weh.
      Ich bin aber schon zufrieden und um den Tag ordentlich zu beenden, geht es für die Pferde auf ihre jeweiligen Weiden und für die Menschen in den Stall. Zum Boxen ausmisten und Futter machen.


      Sammelbericht
      [02.12.2014]

      Ich war weihnachtlich gestimmt. Draußen, auf der Wiese hinter unserem Haus, vermischte sich der Reif mit pludrigem Schnee. Ich frühstückte.
      Und dann ging es los. Zum Stall. In letzter Zeit hatte ich meine Aufgaben hier stark vernachlässigt. Schulbedingt, muss man sagen. Umso mehr freute ich mich, als ich Spearmint hell wiehern hörte.
      Ich lächelte, tappte zu meinem Pferd und begrüßte sie herzlich. Zum Teddybären war sie mutiert und das veranlasste mich, sie noch zehn Minuten länger zu streicheln und vernarrt zu betrachten. VGold und Feuerzauber empfing ich ähnlich, dann gab es Futter für alle.
      Während die Hühs auf dem Paddock, unter klarem und doch irgendwie dunklem Himmel fraßen, mistete ich die Boxen aus, sodass es pünktlich zum Abschluss des Mahls auf die Weide gehen konnte.
      Danach musste ich leider weiter, denn wir hatten ja hier nicht nur drei Pferde... Also begab ich mich in den Südstall, wo ich ähnlich erfreut wie im Norden empfangen und gründlich beschnüffelt wurde. Ich fütterte auch hier meine drei Schützlinge und während des Fressens beschäftigte ich mich mit Spotti Junior und dem Halfter.
      Die kleine Stute war zu klug, um etwas dagegen zu haben; viel zu oft hatte sie sich das bei ihrer Mutter angesehen, sodass sie wirklich still hielt.
      Ich nahm das Halfter dann wieder mit und begann stolz mit dem Ausmisten der Boxen. So kam es, dass die Spottis und Ever auch bald auf der Koppel untergebracht waren.
      Ich wandte mich als nächstes den ausladenden Nordstallungen zu. Das Gewieher hier war eher verhalten. So viel hatte ich mit den Bewohnern ja auch nicht zu tun.
      Ich begrüßte trotzdem alle gründlich, bevor ich fütterte und ausmistete. Jessica kam dann auch direkt, kuschelte mit Serafino und half dann.
      Und hier war es dann auf einmal Arbeit, alle Pferde heil und sicher auf die Weide zu bekommen. Mein Dad und Jess halfen mir, vierzig Minuten dauerte das trotzdem.
      Im Hengststall war die Freude riesig. Empire und vor allem Bemme konnten es kaum erwarten, mich mit der Nase anzutippen und ich konnte meine Schützlinge nur grinsend streicheln. So gehörte sich das!
      Ich befütterte den Stall und mistete schon deutlich unmotivierter und langsamer die Boxen, bevor es für Empire, Locki, Jimmy und Bemme auf die große Wiese ging.
      Mittlerweile war es 10 und ich beeilte mich, zu den Tekken zu kommen. Estragon und Kazoom waren wie immer eher still, Choco sah mir immerhin neugierig entgegen und die kleine Sysah wieherte unglaublich eifrig und hoch. Über Worgait, der in der letzten, großen Paddockbox stand, müssen wir ja gar nicht reden.
      Für diesen Stall nahm ich mir wieder viel Zeit. Die Hottas hier wurden nicht nur gefüttert, sondern auch geputzt und eingedeckt, bevor es auf die Weide ging.
      Der Winter ist nicht gut für Tekken.
      So kam es allerdings, dass ich plus ausmisten um eins fertig war. Mit allem.
      Und weil ich das schon lange nicht mehr gemacht hatte, setzte ich mich an Spearmints Weide auf den Zaun und sah meiner ersten Stute beim Grasen zu.


      Weihnachten
      [24.12.2014]

      Weihnachten. Mit einem Lächeln auf den Lippen schloss ich die Haustür und tappte Dampfwölkchen in den kalten Abend pustend Richtung Turnierstall.
      Letztes Jahr um diese Zeit hatten wir noch in Deutschland gewohnt - der absolute Wahnsinn.
      Ich begrüßte Spearmint schon, bevor ich sie sah und bekam prompt eine wunderbar klare Antwort - ein Wiehern, in das Gold und Feuer gleich darauf einstimmten. Für meine drei Stuten hatte ich den klassischen Kuchen mitgebracht; heute gab es außerdem noch Rüben und Äpfel, die begeistert auf dem schneebedeckten Paddock verspeist wurden.
      Ich stand zu diesem Zeitpunkt bei meinen treuen Gefährten; streichelte wo ich konnte und bedankte mich ehrlich für dieses herrliche Jahr.
      Dann musste ich leider weiter. Mein Weg führte mich direkt in den Südstall, wo ich ähnlich begeistert von Ever und den Spottis begrüßt wurde. Hier drehte ich meine Handlung um, zumal es nicht für alle Kuchen gab: ich streichelte und kuschelte, bevor es ausgiebig Rüben und kleinere Leckereien gab.
      Ich ließ mich eben im Stroh, zu Käses Hufen nieder, um die kleine Stute hinter den Ohren zu kraulen, als ich vor dem Stalltor ein eindringliches Wiehern und darauf folgendes Geflüster hörte.
      Ich grinste, sprang auf und begrüßte zehn Minuten später lachend meine Freunde.
      Sie boten einen prächtigen Anblick: Marc saß, als Weihnachtsmann verkleidet, auf dem als Rentier geschmückten Empire; neben ihm Oliver, irgendwie total grau, auf Locki. Letzterer hielt meinen Jimmy am Strick als Handpferd und bedeutete mir nun, mich auf dessen Rücken zu schwingen. Die Flanken des Schecken waren mit wunderbaren Stoffen im charakteristischen WCS-Blau mit goldenen Stickereien bedeckt. Ich war irgendwie glücklich, als ich an der Seite meiner Kameraden im Dunkeln über den Hof ritt.
      "Was bist du eigentlich, Oli?", wagte ich schließlich zu fragen.
      "Der Maulwurf", war die Antwort, "Der Maulwurf des Weihnachtsmanns."
      Unser Lachen hörte man weit; so war es kein Wunder, dass der bereits ausrastende Bemme uns schon lange bemerkte, bevor wir in Sicht kamen. Den jungen Hengst und Klappstuhl nahmen wir einfach als Handpferd mit zum Tekkenstall, um die allgemeine Aufregung zu mindern.
      Trotz allem der erste Stall, in dem das Wiehern erst einsetzte, als wir eintraten.
      Nunmehr zu dritt wurden Essig, Kazoom, Late, Devri und Sysah begrüßt, gestreichelt, gefüttert und irgendwie auch beschenkt: Oliver hatte für die junge Fuchsstute ein hellblaues Halfter genäht, dass der Lieben ganz ausgezeichnet stand und Devri bekam eine neue Renntrense von Marc.
      Während sich meine Freunde mit den übrigen Tekken abgaben, suchte ich mir einen Weg in den hinteren, dunkleren Teil des Gebäudes.
      Hier stand noch immer Worgait, der an diesem Abend keine Reaktion zeigte, als ich mich näherte. Er starrte aus seinem Boxenfenster in die anbrechende Nacht, als würde er in der Dunkelheit etwas suchen.
      Ich ging nicht in die Box, ließ nur mit einem "Frohe Weihnachten" eine Rübe in den Trog fallen und kehrte zu meinen Begleitern zurück. Zurück ins Licht.
      Unsere nächste Station war der Nordstall. Zugleich auch unsere Letzte, aber der Tumult der uns empfing, machte allein schon die Begrüßung zum Erlebnis.
      In diesem Stall waren außer Marc, Oli und mir auch noch Jessica und mein Dad, die ihren jeweiligen Pferden wohl auch frohe Weihnachten wünschen wollten.
      Ich hingegen begab mich gleich nach dem Absitzen zu Cheetah und Razita, die sich ebenfalls einen der begehrten Weihnachtskuchen teilen durften. Lotte bekam eine Rübe und dann tappte ich in das Nebengebäude der Hengste. Sol kassierte dort neben seinem Futter einige liebevolle Streicheleinheiten; ebenso wie Corde und Fino, die ja aber im Grunde genommen schon genug versorgt worden waren, von ihren Besitzern.
      Der Letzte im Bunde war schließlich Karthago, dem ich seine Freude förmlich ansah. Es war einfach allgemein ein wunderbarer Abend und als wir uns im Hengststall, nach dem absatteln, putzen und Kuchen-füttern der Hengste voneinander verabschiedeten und uns frohe Weihnachten wünschten, geschah das ungemein feierlich und im Schall der zufrieden kauenden und schnaubenden Pferde.


      Bericht
      [17.02.2015]

      Razita begrüßt mich mit dem vertrauten, herzlichen Wiehern, als ich am frühen Nachmittag an den Koppelzaun trete. Ich kraule den Hals meiner Stute, dann nehme ich sie zum Putzen mit in den Stall.
      Fünfzehn Minuten später sattele ich, worauf es für uns in die Halle geht. Dort stehen einige Sprünge - zwar auf A-Höhe, aber doch nett, um die Muskeln warm zu halten.
      Ich atme tief durch und longiere meine Füchsin dann, bevor ich sie noch einige Runden führe und schließlich aufsitze.
      Wohlwollend lasse ich Zita ihren Zügel und wir beginnen entspannt mit Bahnfiguren im Schritt und Trab. Dann galoppiere ich auf dem Zirkel an und die nächste halbe Stunde springen wir ein wenig. Meine Stute liegt gut im Training und so sind ihre Sätze heute gut gewählt und flüssig. Nach insgesamt anderthalb Stunden Arbeit pariere ich durch und reite mein Hüh im Schritt trocken, bevor es zurück in den Stall zum absatteln und letztendlich auf die sonnenbeschienene Weide geht.


      Sammelbericht
      [23.03.2015]

      Die Lehrer meiner Schule streiken, sodass ich mir händereibend am frühen Morgen meine Reitstiefel anziehe und noch Müsli kauend über den sonnenbeschienen Hof in den Südstall tappe. Dort erwarten mich Spotti, Spotti Junior und Ever. Die drei Stuten begrüßen mich mit einem herzlichen Wiehern – im Vorbeigehen kraule ich jedem die Stirn, dann gibt es Futter. Kurz darauf putze ich meine Schützlinge auf der Stallgasse, für den restlichen Tag geht es auf die Koppel.
      Gegen zehn betrete ich dann also den Turnierstall, wo ich Spearmint und VGold begeistert umarme. Mit diesen engsten Freunden habe ich schon seit Ewigkeiten keine Zeit mehr verbracht, sodass ich mir beim Füttern, Putzen und auf die Weide bringen, auch von Feuerzauber, Zeit lasse und auf dem Weg zur Wiese einige unnötige Schlenker laufe.
      Als auch diese Hühs entspannt grasen, mache ich mich auf den Weg zum Hengststall. Das Gewiher hier ist beinahe nicht zu toppen und ich füttere die ganze Zeit grinsend. Gegen elf treffen außerdem Marc und Oliver ein, sodass wir uns mit dem Putzen und Herumführen von Empire, Locki, Jimmy, Dumb, Bemme und Jack getrost aufteilen können. Dank des guten Wetters und der motivierten Pferde geht uns die Arbeit leicht von der Hand und die Hottas sind schnell versorgt und untergebracht.
      Nunmehr zu dritt begeben wir uns in den Tekkenstall, wo uns ein unendlich energiegeladener Kazoom, sowie die immer ruhigen Choco und Estragon erwarten. Wieder wird gefüttert und geputzt; ich nehme mir besonders Zeit für Distraction und CH's Unglück, da diese Pferde noch nicht so lange auf dem Hof leben. Insgesamt scheinen sich meine Kameraden, jedoch gut eingelebt zu haben; es läuft alles glatt, als sie zusammen mit Drevri, Walla und Sysah auf die Weide dürfen; einzig Worgait bleibt im Stall.
      So geht es für uns, mittlerweile kaputten, Menschen noch in den Nordstall. Es ist Mittag und die Pferde hier wurden bereits von meinem Dad gefüttert. Insgesamt sind die Hühs also ruhig und lassen sich dösend anbinden und putzen. Letztendlich geht es damit auch für Law, Corde, Karthago, Fino auf die eine und für Cheetah, Zita und Lotte auf die andere Weide.
      Damit ist unser Alltag selbstverständlich nicht vorbei: jetzt ziehen wir los, um noch vor dem Mittagessen zumindest die Hälfte aller Boxen ausgemistet und mit frischem Rau- und Kraftfutter für den Abend ausgestattet zu haben.


      Sammelbericht ('Auf die Sommerweide')
      [02.07.2015]

      Tatsächlich war schon wieder Juli. Höchste Zeit, den Großteil meiner Schützlinge für vier Monate zur puren Erholung in die Offenställe der Sommerweide zu verfrachten. Wie jedes Jahr konnte ich dann gemeinsam mit Olli und Marc die verbliebenen Hühs ausgiebig und effektiv trainieren. Sinn der Sache war so oder so, dass im Herbst der Hof voller gut gelaunter und trainierter Pferde stand, die dann im kommenden Frühjahr auf Turnieren, Körungen und Krönungen vorgestellt werden konnten.
      Aber bis dahin war es noch ein langer Weg: meine Aufgabe war jetzt erstmal, im stetig weniger werdenden Sonnenlicht pfeifend über den Hof zu laufen und verschollen geglaubte Halfter und Stricke einzusammeln, um die Tekken auszugsbereit zu machen. Den Zielstall betrat ich kurz nach vier, kramte eine Liste aus der Tasche meiner kurzen Hose und entzifferte die Handschrift meines Dads so, dass ich relativ zielstrebig zu Kazooms Box tappen und den Dunkelbraunen aufhalftern konnte. Ich band ihn auf der Stallgasse an; ebenso Sysah, Choco und CH's Unglück. Worgait würde hier bleiben, der Hengst war offiziell verkauft und für Dizzy, Himmi und Devri war Renntraining geplant, für Ersteren plus Essig Springtraining, damit blieb noch Yacedor, der allerdings erst seit so kurzer Zeit bei uns stand, sodass auch der Cremello auf dem Hof verweilen würde.
      Mit einem Seufzen bedeutete ich also Marc, der soeben durch die weit geöffnete Flügeltür trat, dass die Pferde auf die Offenstall-Koppel geschafft werden konnten. Oder vielmehr: die Hengste in ihren Teil und die Stuten in den anderen. Wie dem auch sei, für mich ging es weiter in den Hengststall. Auch von hier würden einige Hühs eine wohlverdiente Pause machen. Wieder gab es den berüchtigten Zettel und viele Halfter, bis Jack, Empire und Bemme draußen nebeneinander angebunden waren. Es würde hier nur Klappstuhl bleiben, der gesundheitlich langsam wieder auf die Beine kam, sodass er mit der Arbeit beginnen konnte. Mein kleiner Jimmy und Ollis Hengst Locki indes waren verkauft und warteten auf ihre Abholung, sodass die beiden schlecht auf die Sommerweide ziehen konnten.
      Meine drei Schützlinge wollte ich so gesagt nicht unbeaufsichtigt lassen, also wartete ich ungeduldig die fünfzehn Minuten, bis mich Marc ablöste. Dann tappte ich in den Nordstall. Hier würden Cheetah, Razita und Corde gehen; Lotte und Karthago waren verkauft und es blieben – zack – nur noch drei Hengste, die auf ihr Sprungtraining warteten. Dieses Mal war es Olli, der zu mir stieß und erst die Stuten davon führte und schließlich auch den Hengst abholte. Für mich hieß das, es blieben nur noch Süd- und Turnierstall. Aus ersterem ging Frischkäse, die mittlerweile praktisch ganz von ihrer Mutter entwöhnt war und noch einmal freie Zeit genießen durfte, bevor sie an die Longe genommen werden sollte. Aus dem Turnierstall schließlich gingen, zum zweiten Jahr in Folge, Spearmint und auch VGold, die beide weitgehend austrainiert waren. Es reichte im Prinzip, wenn wir im Herbst wieder mit dem Training anfangen würden. Somit blieben mehr oder weniger die Hälfte der Pferde – trotz allem genügend zu tun, aber ich freute mich riesig auf den Sommer.
      Ich schaffte es nach meiner Anbindearbeit schließlich auch noch, meine Freunde und Dad zur Offenstallweide zu begleiten und Spearmint zu verabschieden, bevor sie sich ruckartig umdrehte und in das rote Licht der Sonne mit ihren Gefährten davon galoppierte. Der Sommer hatte begonnen.


      Sammelbericht
      [21.08.2015]

      Heute waren es absolut alle Pferde, die gepflegt werden mussten. In den Ferien war ich viel unterwegs gewesen, sodass ich mich jetzt zusammen mit Marc und Olli auf eine große Tour über den Hof begab. Wir begannen bei Ever im Südstall mit dem Füttern, putzen und misten und fuhren dann erstmal mit dem Rad zum Offenstall, besser bekannt als die Sommerweide, und kontrollierten die Tränken und den Zaun. Schließlich sammelten wir den Großteil aller Pferdeäpfel auf beiden Koppeln, sodass letztendlich, zumindest hier, alle Pferde versorgt waren. Zurück im Nordstall putzten, fütterten und misteten wir dann noch Fino, Lotte, Karthago, Trafo und Where, ebenso Feuerzauber und im Hengststall Dumb und Locki. Schließlich blieben uns noch die Tekken Himmi, Gepir, Devri, Essig, Distraction und seit neuestem auch wieder Unglück. Insgesamt überprüften wir zum Schluss eine Liste. Wir hatten alles geschafft, alle Pferde standen glücklich auf der Weide und besonders unseren Sommerhühs ging es rosig. Ein perfekter Tag.


      Weihnachten
      [24.12.2015]

      Es lag kein Schnee. Natürlich nicht, wir befanden uns schließlich im Norden Neuseelands. Und trotzdem beflügelte mich die weihnachtliche Stimmung und nicht zuletzt die Weihnachtsmusik in unserem Haus. Voller Freude packte ich die von Reitschülern und Unterstützern des Hofes gespendeten Möhren, Rüben und getrockneten Brotscheiben in einen Beutel und machte mich auf den Weg in den Stall.
      Meine Füße trugen mich als erstes in den nun ziemlich leeren Tekkenstall, wo die Hengste Kazoom, Yacedor Gepir und Distraction ihre Ration bekamen. CH's Unglück natürlich auch, nur verweilte ich bei ihr einige Minuten länger. Ist ja auch nicht immer leicht, so als einziges Mädchen unter Kerlen.
      Da ich noch eine Menge zu erledigen hatte, machte ich mich dann schleunigst wieder auf den Weg und zwar zum Hengststall. Dort wurde ich mit lautem Gewieher begrüßt, was mein Herz warm werden lies und ich verteilte das Futter voller Elan an Where No One Goes, den mittlerweile wieder gesunden Klappstuhl und meinen geliebten Empire of Darkness.
      Anschließend ging es nur noch in den Turnierstall. Ein wenig traurig wurde ich, denn das war das erste Weihnachten ohne VGold. Dafür begrüßte mich Spearmint umso stürmischer und ich konnte es nur jedes Jahr gleich tun und mich bei meiner gescheckten Stute herzlich bedanken.
      Natürlich genauso bei Razita, die mir mittlerweile auch sehr ans Herz gewachsen war. Feuerzauber und Spotted Frischkäse kamen auch nicht zu kurz. Letztere hatte mächtig zugelegt und sah langsam schon aus wie eine junge Ponydame.
      Insgesamt hielt ich meinen Rundgang an Weihnachten für sehr gelungen. Meine Schützlinge waren glücklich und hatten mich ein Jahr mehr total aus der Bahn geworfen, vor ehrlicher Herzlichkeit.
      Frohe Weihnachten.


      Sammelbericht
      [05.05.2016]

      Feiertage bieten sich immer für Großeinsätze im Stall an, besonders im Frühjahr. Wenn die Pferde ihr Winterfell verlieren und erstmals wieder über Nacht auf der Weide bleiben können, heißt es in Neuseeland immer - Frühjahrsputz. Ich habe also viel vor und außergewöhnlich gute Laune. Schule ist gerade in Ordnung, ich bezeichne mich selbst als 'glücklich'. Das scheint Yacedor auch zu merken, als ich morgens gegen sieben die schweren Holztüren des Tekkenstalls öffne, denn er wiehert überschwänglich. Ich trete an seine Box, streichle seine weiche Nase und beginne dann ohne große Umschweife mit dem Füttern. Danach werden Yacedor, Kazoom, Distraction und CH's Unglück geputzt. Man muss heutzutage schön aussehen, für einen Tag auf der Weide. Und weil ich gerade dabei bin, werden Mähne und Schweif unserer Sprinter auf angemessene Länge gestutzt. Ich betrachte zufrieden mein Werk, als die vier Großen glänzend vor mir stehen, dann bringe ich sie nacheinander auf die Hofweiden - CH als letzte und erstmal alleine. Als einzige nicht austickende Stute wird sie später Gesellschaft von Feuerzauber bekommen.
      Als nächstes zieht es mich dann auch einmal quer über den Hof, zum Turnierstall. Auch dort werde ich mit Wiehern begrüßt - auch von meinem Dad, der gerade Kraftfutter verteilt. Es ist schon die Mittagsration, ich muss mich also ranhalten, wenn ich heute allen Hottas unter die Augen treten will. Als erstes "überfalle" ich die Jüngste im Bund, Spotted Frischkäse, die mittlerweile gar nicht mehr so klein und lieb ist. Vor ein paar Monaten haben wir mit dem longieren begonnen und jetzt strotzt sie nur so vor Energie. Ich muss sie mehrmals zur Vernunft rufen, während des Putzens. Weil sie ein Pony und jung ist, schneide ich ihr Langhaar nicht, sondern bringe sie gleich auf die Weide. Als ich in den Turnierstall zurückkehre, putzt Dad Razita, die im Laufe der Zeit mehr oder weniger sein Pferd geworden ist. Ich denke, die Stute ist die Einzige, die meinem Vater wirklich etwas bedeutet - verkaufen würde er sie nicht, denke ich.
      Ich lächle in mich hinein und hole Spearmint aus ihrer Box. Als erfahrenes Westernpferd muss ich meinen geliebten Schecken nicht mehr anbinden und putze direkt draußen vor dem Paddock, in der Sonne. Mein Mädchen verliert gerade sehr viel Fell, sodass ich einige Zeit zu tun habe. Bis ich fertig bin, hat mein Papa schon Feuerzauber geputzt und Zita auf die Weide gebracht - wir schicken also nur noch Spearmint und Feuer hinterher, dann sind wir mit dem Stall fertig. Zumindest für's erste.
      Den Hengststall habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben: jetzt wieder ohne Dads Hilfe miste ich dort erstmal aus. Die Hühs sind seit heute Morgen auf der Weide. Einen nach dem anderen hole ich mir dann von dort an den Stall (eine wahre Tortur wenn man bedenkt, dass der ein oder andere nicht alleine irgendwo ruhig stehen kann …) und säubere Fell und Langhaar gründlich - Zuerst Klappstuhl, genannt Dumb, dann Empire und zum Schluss Where. Bei den beiden Schecken fällt auch ein wenig Langhaar. Nach dem Putzen sehen dennoch alle drei wieder wie richtige Pferde aus und ich muss grinsen, als sich Empire kräftig schüttelt.
      Meine Hengste dürfen dann wieder auf die Koppel. Die Sonne neigt sich schon gefährlich dem Horizont, als ich mit dem Ausmisten der Boxen beginne. Einige unserer Angestellten haben den Tekkenstall übernommen, aber der Turnierstall bleibt mir, sodass ich noch eine ganze Weile beschäftigt bin bis ich erst Abendbrot esse und dann die Tekken in den Stall bringe. Allen übrigen Pferden verpasse ich mit Dads Hilfe eine Decke und lasse sie die frische Nachtluft genießen.


      Bericht
      [07.06.2016]

      Razita flehmte, als ich den Sonnenbrand auf ihrer rosa Nase notdürftig mit Bepanthen behandelte. "So. Und jetzt wird erstmals nichts mehr gefressen!", mahne ich sie scherzhaft, bevor ich die Füchsin gründlich putze. Sie kam gerade von der Weide, wo sie gemeinsam mit Feuer und Spearmint ihr Frühstück zu sich genommen hatte; jetzt sollte es an die Arbeit gehen.
      Die Ränder von Zitas Hufen waren nicht sonderlich schön, sodass ich nebenbei beschloss, demnächst den Schmied kommen zu lassen - ansonsten war die Stute erholt, aber in guter Form.
      Ich sattelte, dann ging es in die Springhalle. Mein Dad, der Besitzer der Stute, hatte den Parcours aufgebaut und lief nun noch Schritte zählend auf und ab. Ich grüßte und begann dann still mit dem Longieren. Wir waren hier die einzigen heute, hatten also ausreichend Platz und aufgrund des Sonnenscheins oder vielleicht wegen des Gezwitschers der Schwalben war Razita ausgesprochen entspannt und lief ordentlich und locker.
      Bald gurtete ich nach, stellte die Bügel ein und saß auf.
      Dann ging es an's warmreiten. Wie ich Razita kannte, funktionierte das leicht; sie kaute aufmerksam am Gebiss und hatte ihre Ohren nach hinten gedreht. Ohne große Probleme gingen wir ein paar Bahnfiguren zwischen den Hindernissen und diverse Trabstangen, bevor es an Gymnastiksprünge ging. Da lobte ich die Füchsin zum ersten Mal und als sie ausreichend warm war, probierten wir mit ein paar Hindernissen so um M, S ihr Potenzial aus. Da ging noch was, grundsätzlich. "Da geht nochwas!", sagte mein Dad von der Mitte in diesem Augenblick, sodass ich breit grinsen musste. Ich parierte durch, knappe zwei Stunden waren für heute genug, lobte und ritt Zita dann trocken. "Was meinst du, sie könnten wir demnächst mal trainieren. Nicht?", ich nickte darauf zustimmend und kam langsam wieder zu Atem. "Wir finden bestimmt noch ein Pferd, dass die Stufe mitmacht, da können wir mal wieder einige Wochen Training machen.", sagte ich, saß dann ab und lockerte den Sattelgurt. "Du reitest sie sehr ordentlich, ihr beide seht gut zusammen aus.", fuhr mein Dad fort. Ich dankte ihm und strich dann Razitas Zügel über den Hals, führte sie aus der Halle auf den Putzplatz. Dort nahm ich ihr Sattel, Gamaschen und Trense ab und überputzte die verschwitzten Stellen. "So. Ab auf die Koppel, Horsti.", sagte ich zu dem Pferd, als es sich kräftig schüttelte und führte die Liebe nebenan zu CH's Unglück. Die beiden Stuten verstanden sich ziemlich gut, besonders seit Cheetah weg war, und so beobachtete ich es noch gerne, wie sich die beiden beschnupperten und friedlich grasten, nachdem Zita etwas getrunken hatte.


      Sammelbericht
      [04.09.2016]

      Es war warm draußen. Nicht so warm, wie die 37°C am letzten Wochenende, aber immer noch so warm, dass man beim Pferde putzen schwitzte. Ich bekam das an diesem Mittag zuerst bei Feuerzauber zu spüren. Hinter mir stand Spotti auf dem Paddock und versuchte vergeblich, mit ihrem kleinen weißen Maul an meinem T-Shirt zu zupfen, während ich die Hufe der Braunen auskratzte. "So. Ihr zwei müsst dringend laufen.", stellte ich fest, packte das Putzzeug beiseite und halfterte die kleine Scheckin auf, bevor ich beide Stuten auf die etwas außerhalb gelegene, große Weide brachte. Wieder zurück putzte ich nacheinander CH's Unglück, die aufgrund ihres kurzen Fells eigentlich schon vorher total sauber war, und meinen Liebling Spearmint. Sie schubberte sich währenddessen fröhlich am Anbindebalken. Dann gesellte sich mein Dad zu mir, der sich seine Turnierstute Razita mit Striegel und Hufkratzer vornahm, bevor es für alle drei auf die Koppel ging. Ich atmete danach ein paar Mal durch und trank etwas, dann ging es zum Hengststall. Empire wieherte laut, von seinem Paddock aus, als wir uns zu zweit dem Stall näherten, sodass ich lächeln musste und ihm im Vorbeigehen über die Nase strich. In den alten Gemäuern war es kühler als draußen, also putzten wir die Hengste (Empire of Darkness, Klappstuhl und Where No One Goes) der Reihe nach dor. Auch die drei Tunichtgute des Hofes durften im Anschluss zum Fressen und Toben auf die Weide; für Papa und mich ging es noch in den Tekkenstall, zu Kazoo, Distraction und Yacedor Gepir. Alle drei Hengste waren noch jung und ein bisschen hibbelig, weil sie schon lange nicht mehr richtig bewegt worden waren. Deshalb holten wir beide uns noch die Reitlehrerin und Ausbilderin Maria vom Reitplatz und longierten die Hengste nach dem Putzen für eine gute dreiviertel Stunde. Danach war bis auf das Boxenausmisten Feierabend. Aber das muss ich nicht weiter beschreiben, jeder Reiter weiß, wie das ist …


      Schmiedbericht (Bracelet)
      [05.09.2016]

      Es war eine deutlich von Unwettern geprägte Reise, die ich erlebte als ich zu Cascar auf den Hof fuhr. Dennoch kam ich gut an und wurde sofort herzlich von ihr begrüßt. Wir verstanden uns auf Anhieb und sie führte mich auch rasch zu ihren Pferden. Drei Stück waren es heute, welche ich mir mal angucken sollte.
      Mein erster vierbeiniger Patient war Spearmint, eine bildhübsche Stute, welche ich, da ich mit meinen eigenen Pferden auch oft auf Turnieren unterwegs war, schon oft zuvor laufen gesehen hatte und nur eines sagen konnte: Was für ein Pferd! Da sie sehr selbstbewusst war und mir gegenüber keine Auffälligkeiten zeigte konnte ich rasch mit ihren Hufen beginnen. Diese kontrollierte ich auf Winkel, Härte, Abnutzung und einige weitere Faktoren. ,,Sieht sehr gut aus.'',stellte ich daraufhin nur fest und nahm daraufhin mein Hufrinnenmesser zur Hand. Mit diesem machte ich einen kleinen Probeschnitt in die weiße Substanz des Hufs. Daran erkannte ich nun, wie weit ich Spearmints Hufe ausschneiden konnte. Dies tat ich dann und korrigierte anschließend noch etwas ihre Trageflächen. Diese waren etwas ungerade gewesen. Nichts schlimmes, aber dennoch essentiell.
      Damit war ich bei der hübschen Scheckstute fertig und kam zum nächsten tollen Pferd: Razita. Auch sie war charakterlich wirklich super, weshalb ich auch bei ihr nicht lange brauchte. Die Hufkontrolle ergab, dass prinzipiell alles stimmte, die Hufränder allerdings korrigiert gehörten, da sie splitterten. Dies behob ich natürlich sofort, beinahe zeitgleich mit dem routinemäßigem Ausschneiden. ,,Gutes Mädchen.''
      Last but not Least führte Cascar mich zu CH's Unglück, liebevoll Zivi genannt. Diese Stute war eine klassische Diva, oder Zicke, je nachdem wie man es betiteln wollte. Sie veräppelte mich nach Strich und Faden. Volles Programm. Dennoch schlug ich mich tapfer und konnte korrekt meine Arbeit vollenden.
      Damit waren nun alle Pferde kontrolliert, ausgeschnitten und korrigiert. Damit verabschiedete ich mich von Cascar.


      Weihnachten
      [24.12.2016]

      Es war windig, nahezu ungemütlich für Weihnachten. Und unwirtlich kalt, aber trotzdem oder gerade deswegen war ich die erste im Stall. Spearmint wieherte, als ic in der anbrechenden Morgendämmerung eintrat und ich wuschelte mit der rechten Hand durch ihr kuscheliges Winterfell. Dann fütterte ich sie und erzählte ihr während des Putzens von unserem Weihnachtsbaum. Kurz darauf kam Feuerzauber dran. Die sanfte Stute schien ein wenig unausgeglichen. Ich erklärte ihr, dass an Weihnachten kein Grund dazu wäre und gab sie später Marc mit in Halle, zum longieren.
      Cheetah und Razita standen auf der Weide. Eine Decke bedeckte die jeweiligen, mächtigen Schultern der Stuten und sie stiebten fröhlich durch den Schnee, während ich die Heuraufe neu herrichtete. Sie bekamen ihr Kraftfutter mit extra vielen Möhren.
      Den Tekken ging es da anders. Sie mieden die Paddocks ihrer Boxen, schienen aber im Stall auch nicht zu frieren. Zuerst besuchte ich Distraction. Der Hengst befand sich gerade im Training, war deshalb geschoren und im Moment eingedeckt. Er wieherte leise, als ich zu ihm trat, fütterte und ihn zu putzen begann. Noch ein wenig glücklicher schien CH's Unglück zu sein. Zum Jahresabschluss konnte ich sagen, dass sie sich zu einer ansehnlichen, gut trainierten Stute gemausert hatte, die im beginnenden Dressurtraining war, in der Bodenarbeit bereits glänzte.
      Nach den beiden besuchte ich Where No One Goes. Der junge Hengst hatte eine große Zukunft im Western vor sich, war im Moment aber eher der verschmuste Kindertyp, für den ich mir deshalb viel Zeit nahm. Als ich fertig mit dem Putzen war, brachte ich ihn auf die Weide. Zu Yacedor und Klappstuhl. Beide Hengste hatten viel Dreck in der Mähne. Ich fütterte die Beiden; Marc würde sie später putzen, das fiel schon unter "Knochenarbeit".
      Schließlich blieb mir Spotti. "Na, mein kleines Mädchen?", begrüßte ich die Ponystute, die schon gar nicht mehr so klein war. Oliver trainierte sie, zurzeit nicht aktiv, aber mehr als einmal pro Woche. Zu Weihnachten kümmerte ich mich um sie. Das bedeutete Putzen, Füttern und auch ein wenig longieren. Sie machte sich gut und lerneifrig, wenn auch noch nicht so ruhig.
      Auf der kleinsten Koppel des Hofes, unmittelbar hinter dem Haus, standen noch Empire of Darkness und Kazoom. Meine Schätze, zu denen ich eine ähnlich enge Bindung wie zu Spearmint pflegte. Sie waren schon gefüttert, von meinem Dad, und so verbrachte ich eine ganze Weile mit ihnen im Unterstand, übte mit Empire insgeheim das Verbeugen, bevor mich die Kälte übermannte und ins Haus zwang. Vom Wohnzimmer aus beobachtete ich die beiden Hengste und freute mich mit ihnen über das Weihnachtsfest.


      Bericht
      [30.01.2017]

      Razita war, anders als Cheetah, auf der weiten Schneeweide ganz und gar nicht kalt. Die Fuchsstute ließ sich trotzdem von mir einfangen und anschließend auf dem Putzplatz jeden vorhandenen Dreck ablesen. Danach ging es auf die Reithalle, zu einer ausführlichen Longenrunde. Anfangs im Schritt und mit noch einigen geführten Bahnfiguren, zum Warmwerden, dann auch im Trab, mit häufigen Gangartenwechseln, um die Rückenmuskulatur zu stärken. Den Galopp dehnten wir so aus, dass meine Liebe nicht schwitzte, aber doch ein wenig mit ihrer Ausdauer zu knabbern hatte. Schließlich beendete ich das Training mit dem schnaufenden Hüh und es ging für die abendliche Fütterung in den frisch gemisteten Stall.


      Sammelbericht
      [14.02.2017]

      Passend zum Valentinstag verfütterte ich an diesem Morgen rote Rüben an meine Schützlinge. Das hieß, eigentlich half ich nur Oliver. Denn alleine für alle Pferde zu sorgen war schlicht nicht schaffbar. So kam es auch, dass ich gegen zehn Razita auf der Stallgasse putzte und anschließend in der Reithalle longierte, während sich Olli CH's Unglück vornahm. Auch dieses Pferd musste geputzt werden, genau so wie Cheetah und Celebration of Dance. Wir beeilten uns insgesamt, arbeiteten aber sorgfältig und konnten deshalb gegen halb eins alle vier Stuten wohlbehalten auf die Weide bringen. Dann zogen wir weiter, in den Hengsstall. Dort empfing uns lautes Wiehern. Mein Dad stand dort und zog gerade Klappstuhl einige Strähnen Heu aus der Mähne, bevor er richtig mit dem Putzen begann. Oliver holte sich Empire of Darkness und rückte dessen Dreck zu Leibe. Weil der kleine Stall dann ziemlich überfüllt war, schnappte ich mir kurzerhand Ashqar und spazierte mit ihm erst ein Weilchen über den Hof, dann wurden einige Runden im Roundpen gedreht. Erst im Nachhinein bürstete ich sein Fell, bis es glänzte und endließ ihn so auf die Weide. Seine Kumpanen, auch die mittlerweile geputzten Bem-Te-Vi und Trafalgar Law, folgten ihm kurze Zeit später. Für das menschliche Trio hingegen ging es weiter in den Oststall, zu den Tekkinerhengsten Distraction, Yacedor Gepir und Kazoom. Jeder nahm sich einen seiner Schützlinge aus der Box und es wurde abermals gepflegt und gesäubert, was ging. Im Anschluss durften die Drei, aufgrund ihrer zarten Statur nur mit Decke, ebenfalls draußen grasen. Zuletzt, und das war allein meine Aufgabe, stand noch der Turnierstall aus. Dort traf ich auf Spotted Frischkäse und Spearmint, meine lieben Schecken. Für das Putzen von Spotti nahm ich mir daraufhin viel Zeit und wir gingen außerdem ein wenig im Wald spazieren. So übten wir gleich mit das führen. Spearmint (mutete sie bereits etwas rundlicher an?) schien ein wenig schläfrig und würde deshalb ebenfalls mit viel Gekuschel versorgt. Darauf durften die zwei Stuten als letzte auf die im Hof liegende, von Stall südliche Koppel.


      Sammelbericht
      [21.05.2017]

      "Na dann wollen wir mal.", meinte ich enthusiastisch und zog mit einer Truppe Reitschülerinnen im Sonnenschein und mit Cheetah und CH's Unglück in die leere Reithalle. Der Lärmpegel war generell ganz schön hoch - wir sprachen hier von durchschnittlich Neunjährigen. Trotzdem machte mir das Reitstundengeben immer viel Spaß: Heute ritten immer zwei, nach einer halben Stunde wurde gewechselt.
      "Feli, nimm die Hacken noch ein bisschen runter!", rief ich einem rotblonden Mädchen zu, das daraufhin gleich viel besser auf Cheetah saß. "TÜR FREI?", rief es da von draußen. "Ist frei!", rief ich zurück und Carina betrat hinter mir die Halle mit Earl Grey's Darjeeling im Dressuroutfit. "Morgen!", rief sie strahlend zu uns und ich hab den Gruß lächelnd zurück, bevor ich den Unterricht wie gewohnt fortsetzte. Wir teilten uns die Halle einmal durch zwei, sodass Carina ihr Pferd in Ruhe Longieren und schließlich auch reiten konnte. Ich musste zugeben, dass sie auch ohne meine Hilfe viel ruhiger geworden war und das wirkte sich natürlich auch auf ihr Pferd aus. Als wir nach einer Stunde zusammen die Halle verließen, sagte ich ihr das, was Carinas Lächeln noch verbreiterte. "Danke, Cas."

      Auf dem Putzplatz trafen wir Oliver, der gerade Spotted Frischkäse putzte und - mittlerweile problemlos und alltäglich - sattelte und trenste. Ich war gleich ganz stolz bei dem Anblick der Beiden.
      Das Absatteln und Überputzen der Reitschulpferde überließ ich, unter meiner Aufsicht, den Kindern, bevor wir die Stuten zu fünft auf die Koppel brachten. Danach verabschiedete ich mich von den Mädels und betrat selbst den Turnierstall, wo die hochträchtige Spearmint vor sich hin döste. "Na meine Mädchen?", begrüßte ich sie warm und herzlich und betrat ihre Lichtdurchflutete Box. Eines ihrer Ohren zuckte, ansonsten war sie aber die Ruhe selbst und genoss jegliche Streicheleinheiten, die sie von mir erhielt. Ich strich lange durch Spearmints schwarzen Schopf, bevor ich sie tatsächlich aufhalfterte und wir gemeinsam zurück zum Putzplatz taperten.
      Dort war Oliver soeben mit Spotti in Richtung Roundpen verschwunden; dafür putzte Alois seine Razita und spritzte ihre Beine ab. Die beiden kamen gerade vom Springtraining und schwitzten deshalb. Ich winkte zum Gruß, dann band ich mein Pferd neben Early an und begann das ganze viele Winterfell wegzuputzen. Spearmint genoss Aufmerksamkeit, Sonne und den leichten Wind, der ihre Ohren umspielte. Ich erzählte ihr einige Neuigkeiten und fühlte einige Male nach dem Fohlen, dass sich im Bauch der Mutter räkelte. Ruhig und glücklich bugsierte ich die werdende Mama dann auf die Koppel, zu Cheetah und Unglück.
      Auf dem Rückweg sammelte ich gleich noch Celebration of Dance ein, die ich auch putzte und anschließend auf dem Reitplatz longierte. Die Scheckin war mittlerweile recht gut erzogen und arbeitete gern - auch mit dem Sattel auf dem Rücken. So verschlug es uns auch heute auf einen Spaziergang im Reitoutfit quer über den Hof. Dabei fing ich Carina ab, die mit Early fertig war und auf der Suche nach eventuellen neuen Aufgaben war. Ich schickte sie zum Ausmisten, ging den Weg dorthin aber mit ihr zusammen und entließ Celli gleich - ohne Sattel und Trense - auf die Koppel. Dann half ich Earlys Besitzerin beim Aufräumen und Misten bis circa um eins. Oli und Alois hatten zwischenzeitlich schon Empire of Darkness und Klappstuhl geputzt und longiert; nun ging es für uns zu dritt an die übrigen Pferde des Hengststalls. Meinen Ashqar putzte und sattelte ich selbst und sorgfältig - Carina machte Bem-Te-Vi fertig. Die beiden sahen zusammen recht putzig aus und hinzu kam, dass das blonde Mädchen kaum Erfahrung mit Hengsten hatte. So wurde diese alltägliche Prozedur zu einem wahren Spaß.
      Alois vergesellschaftete sich inzwischen mit Trafalgar Law und als alle fertig waren, zogen wir in die Reithalle, in der Alois am Morgen schon mit Razita trainiert hatte. Die Sprünge dort bekamen E-Höhe und die folgenden anderthalb Stunden ritten wir die Pferde erst warm, dann führten wir sie schonend an die recht neue Herausforderung heran. Letztendlich waren wir alle mit unseren Leistungen wohl sehr zufrieden und wir begaben uns völlig verschwitzt auf den Rückweg zum Stall. Da gab es für alle drei Pferde eine kühle Dusche, bevor es auf die Koppel ging.
      Auf dem Weg dorthin trafen wir Oliver mit Empire of Grace. Die Beiden machten einen Spaziergang und ich stellte im Vorübergehen zufrieden fest, dass der junge Hengst schon nicht mehr so übermütig und respektlos, sondern folgsamer war.
      Im Folgenden verschlug es uns in den Oststall. Dort traf ich vor allem Ann, die Yacedor Gepir gerade sattelte, und kurzerhand nahm sich Carina Kazoom vor und ich mir Distraction. Die letzteren beiden Hengste wurden heute nicht geritten; stattdessen auf dem Reitplatz longiert, während Ann und Yacedor ihre Bahnen zogen. Zuletzt waren da nun noch unsere drei Neuankömmlinge von gestern - Worgait hatte am Morgen seine erste Trainingseinheit mit dem Pferdeflüsterer gehabt und ich halfterte ihn deshalb, ganz wie ich es mir abgeschaut hatte, auf und obwohl mir ein wenig mulmig zumute war, führte ich den Hengst am normalen Seil auf die Koppel. Er stand dort zurzeit alleine, aber nur durch einen Zaun von den anderen Tekkinern getrennt.
      Himmawallajugaga und Charelle hingegen hatten ihre erste Nacht gut überstanden. Während unsere Freunde den Stall ausmisteten, holten Ann und ich sie von der Weide, auf die sie am Morgen gebracht worden waren, und gingen mit einigen Umwegen zum Putzplatz. Dort wurde aller Transportmief einmal weggeputzt und -gewaschen, außerdem die Mähne geschnitten und das Gangbild bewundert. Die beiden durften ihren Ruhetag dann weiter auf der Koppel genießen.


      Sammelbericht ('Wie gewohnt.')
      [14.06.2017]

      Als ich an diesem Morgen aufwachte, prasselten die Erinnerungen der vergangenen Tage nur so auf mich ein. Über dem Pferderennen vergangenen Sonntag hing in meinen Gedanken eine schwarze Wolke. Es war so viel passiert: Nach dem grauenhaften Sturz auf der Rennbahn war meine Freundin Ruby bewusstlos in das Krankenhaus eingeliefert worden. Ihr linker Arm war nach den Ärzten dort gebrochen und außerdem hatte ihr vierter Wirbel etwas abbekommen; zwei Rippen und den Nacken hatte sie sich geprellt, war aber ansonsten glimpflich mit einer Gehirnerschütterung davon gekommen. Ihr Pferd, Devrienterreuth, befand sich bis heute in der Tierklinik und war operiert worden.
      Diego, Rubys Bruder, machte sich große Sorgen, vor allem um seine Schwester, und wurde von seinen Freunden auf dem Hof bestmöglich umsorgt. Jeden Tag fuhr er in das Krankenhaus, nach Auckland, und morgen würde ich ihn begleiten.
      Das Leben auf dem Hof indes wurde gezwungen, seinen gewohnten Gang zu gehen. Obgleich Devris Box leer war, mussten die restlichen Pferde gepflegt und bewegt werden, Geld eingenommen.
      Noch am Sonntag hatte ich den guten Distraction in das Roundpen geführt und longiert und wie gewohnt Lucifer gefüttert. Ställe ausgemistet, ich hatte sogar Oliver von Devris Sturz erzählen müssen, da er nicht dabei gewesen war. Das war mir nicht leicht gefallen und der Bereiter hatte mir mit offenem Mund zugehört, während er Razita geputzt hatte. Auch Paul, Ann und Carina hatten durch mich davon erfahren - Paul kannte die rothaarige junge Frau zwar nicht, hätte sich aber vielleicht ausgeschlossen gefühlt. Die drei erschienen versetzt auf dem Hof; am Montagnachmittag Paul, um Rhodus zu putzen und spazieren zu gehen, Dienstag Carina und Ann; die eine, um Earl Grey's Darjeeling in der Halle zu reiten, die andere, um mit Yacedor Gepir Dressurlektionen aufzufrischen. Wie gewohnt.
      Angesichts der momentanen Umstände freute es mich aber umso mehr, dass Spearmint und Walli wohlauf waren und dass Celli und Spotti nun endlich unter dem Sattel gingen und deshalb in den Anfängen trainiert werden konnten. Es lenkte mich auch gewissermaßen gut ab, mit Ashqar für Stunden durch das Gelände zu streifen, oder Himmawallajugaga und Charelle zu besuchen. Ein paar mal versuchte ich mir auch vorzustellen, wie es sich anfühlte, nicht von, sondern mit einem Pferd zu stürzen. Das hab ich auf, ich hatte ja keine Ahnung. Aber letztendlich waren es immer meine zwei Kollegen, zu denen mein Kopf zurückkehrte und ich hoffte so, so sehr, dass es ihnen bald besser gehen würde.


      Sammelbericht
      [04.08.2017]

      Es ist tatsächlich sehr zu merken, wenn ein paar Leute in den WCS fehlen. Weniger wegen der Betriebsamkeit auf dem Hof, als vielmehr im Aufgabenpensum eines jeden Pflegers. Ich, Oliver, muss allein heute fünf Pferde reiten und Diego, Ruby's Bruder, ist der einzige, der mir dabei helfend zur Seite steht. Abgesehen davon sind es die Winterscapes selbst, also Jeannine und Alois, sie sich um die Pferde kümmern.

      Wir treffen uns zu unserer alltäglichen Monsteraufgabe früh morgens am Wohnhaus der Stallbesitzer. Dort einigen wir uns darauf, wer wo und was füttert. Mit diesem Arbeitsteil sind wir gegen sieben fertig; alle Pferde mampfen friedlich ihr Kraftfutter und Heu; die Paddocktüren sind schon sperrangelweit geöffnet, als die Sonne über die Baumwipfel des Geländes steigt.
      Jetzt können wir uns der Pflege widmen. Unser Programm starten wir im Südstall. Zu vier tauchen wir dort auf und jeder schnappt sich ein Pferd - Alois CH's Unglück, Jeannine nimmt sich Charelle an und ich sehe bei Devrienterreuth vorbei.
      Ruby's Stute hat sich mittlerweile zwar seelisch ganz gut von ihrem Sturz erholt, einen gesunden Appetit und ist auch sonst hellwach und eifrig bei der Physiotherapie, allerdings ist ihr die körperliche Beeinträchtigung sehr anzumerken; Devri ist etwas schmaler geworden und lahmt immer noch stark vorne rechts. Um das kranke Bein zu schonen, Binde ich die Stute deshalb heute im hohen Stroh ihrer Box an und widme mich ausgiebig der Fell-, Huf- und Langhaarpflege. Außerdem wechsle ich behutsam den Verband; die Fäden sind schon gezogen, er dient jetzt nur noch als Schutz für die frische Haut, damit Devri sie nicht abschuppert.
      Die Pflege an Devri übernehme ich nun schon seit einigen Wochen - Ruby sitzt mit ihrer Wirbelfraktur noch immer im Rollstuhl und kommt einmal in der Woche vorbei, um nach ihrer Stute zu sehen. Sie bekommt die Fortschritte ihres Pferdes so ganz sicher und erfreut mit und es tut ihr leid, dass wir uns nun auch noch um diesen Einsteller kümmern müssen. Aber ich mache das gern, zumal Devri ein recht dankbares Pferd ist - so bemüht sie sich auch heute, still zu halten und auf der alltäglichen Spazierrunde über den Hof zügig neben meiner Schulter herzugehen. Wir lassen uns damit Zeit, sind aber schließlich wieder im Südstall angelangt. Dort glänzt Charelles Fell bereits wieder und Blomquist, ihr Fohlen trinkt ab und zu mal, taperte ansonsten aber übermütig auf der Stallgasse herum. Er beäugt mich neugierig, als ich Devri in ihre Box bringe und das Halfter abnehme. Dann wende ich mich dem Jungspund zu: "Na du?" Als ich in die Hocke gehe, kommt das gecheckte Hengstfohlen zutraulich, aber vorsichtig auf mich zu und lässt sich die Nase streicheln. Ich rede leise mit ihm, muss mich aber schließlich verabschieden - die Arbeit ruft und die erwachsenen Stuten Unglück und Nelly sind fertig geputzt. Auf die Weide werden sie in Sichtweite von Devris Paddock von uns bieten zusammen gebracht.
      Danach gehe ich mit Diego in den Turnierstall. Dort erwartet uns Cascars Stute Spearmint mit ihrem Fohlen Spearmint's Cavale Miellée sehnsüchtig und lässt sich öußdrst bereitwillig, wenn auch etwas träge aufhalftern und vor dem Stall anbinden. Diego putzt sie anschließend und albert ein wenig mit Walli herum, während ich im Stall Spotted Frischkäse putze. Die junge Ponydame ist ruhig und entspannt und wird später am Tag noch auf eine Longenrunde entführt werden.
      Mit ihr in der Box war Lucifer, unser Waisenkind. Er hat heute schon mehrmals die Flasche bekommen. Von mir bekommt er deshalb seine dritte Mahlzeit und außerdem bürste ich ihn sorgsam mit einer weichen Fohlenbürste. Er grummelt daraufhin leise und wohlig.
      So können wir dieses zusammengewürfelte Vierergespann schließlich auch auf die Weide entlassen und zwar auf die der Tekkinerstuten. So haben auch die Fohlen einander und die "Großen" können in Ruhe das saftige Gras genießen.
      Nun geht es für uns alle zu den Stuten in den Stallungen im Nordes des Geländes. Ich treffe dort auf Cheetah. Die Rotbraune sieht mir schon zeitig neugierig entgegen und lässt sich enthusiastisch aufhalftern und putzen. Sie ist heute die erste, die ich reite - bevor stehen uns knappe anderthalb Stunden Arbeit auf dem von der Sonne aufgeheizten Reitplatz. Mit uns sind Alois und Razita da und nach einiger Zeit und zu meiner Überraschung auch Carina und ihre Stute Earl Grey's Darjeeling. Im Großen und Ganzen verläuft das Training entspannt und recht ereignislos; ich bin zufrieden mit Cheetah, als ich sie wenig später auf die Weide bringe.
      Es ist jetzt Mittag und nach einer kurzen Pause geht's zum Hengststall. Jeannine putzt dort bereits Klappstuhl, an dem sie einen Narren gefressen hat, und Diego widmet sich ganz der Fellpflege und auch der Bewegung in Form des Reitens von Empire of Darkness. Ich selbst begrüße meinen Hengst Empire of Grace, der mir übermütig, aber mit gespitzten Ohren entgegen sieht. Ich streichle seine Stirn, dann üben wir beim Putzen und Spazieren ausgiebig Disziplin.
      Zuletzt an diesem Tag steht der Tekkenstall bevor, im Osten. Er ist aufgrund des Wanderritts in Europa mächtig ausgedünnt - Kazoom und Distraction sind nämlich nicht da. Ansonsten putze und longiere ich hier Yacedor Gepir. Der Cremefarbene macht elanvoll mit und scheint sich während der Abwesenheit seiner Reiterin, Ann, von der besten Seite präsentieren zu wollen. Nach der Bewegung darf er zu den übrigen Hengsten auf die Weide. Nun fehlen nur noch Cyclone und Worgait.
      Ich nehme mir zuerst Letzteren vor: Der Falbe sieht mir etwas skeptisch entgegen. Abgesehen davon finde ich aber, er ist den Menschen viel zugänglicher geworden. Seit unser Freund und Pferdeflüsterer Matt regelmäßig mit ihm arbeitet, ist er nicht mehr das schwierigste Pferd im Stall. Und nur aus diesem Grund kann ich den Hengst auf der Stallgasse anbinden und recht problemlos - bis auf die Bauchregion und den Kopf - putzen und die Hufe auskratzen. Auch mit Worgait gehe ich des Weiteren in das Roundpen und lasse ihn sich kontrolliert und mit teilweise zu mir gewandten Ohren die Beine vertreten. Nach einem angefügten Lob darf er dann auf die Koppel.
      Im Oststall macht nun nur noch Cyclone ordentlich Radau. Der große Hengst dreht Runden auf Paddock und Box und lässt sich von mir zwar widerwillig aufhalftern, aber nicht beruhigen. Das führt zu einer Konfrontation vor dem Stall, wo ich den Lieben einmal so konsequent rückwärts richte, dass er danach nur noch zögerlich versucht, mich zu überholen. So schaffe ich es auch mit ihm an den Anbindebalken und irgendwie durch die Putzprozedur und auf die Weide. Auf dem Rückweg kommt mir dann Alois mit Hic Rhodus, hic salta!, Paul's Ardennerhengst entgegen. Auch sein Fell ist augenscheinlich geputzt und er wird als letzter zu den anderen Hengsten auf die Weide entlassen. Gegen 16:00 sind so endlich alle Vierbeiner versorgt - aber die Boxen noch nicht ausgemistet. Das und das Anrichten des Futters ist tatsächlich erst gegen 20:00 vollbracht. Ich bin erleichtert, als es Alois ist, der am Ende des Tages äußert, wir bräuchten mehr Personal auf dem Hof, um die ganze Arbeit zu stemmen.
    • Eddi
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      Trainingsberichte
      Stufenerhöhung Springen (E/A)
      [28.04.2014]

      Razita sollte heute ihr erstes Stufentraining erfahren. Ich war zuversichtlich mit der Füchsin. Sie war groß, hatte lange Beine und eine wahnsinnig kräftige Vorderhand. Wozu sie die konkret brauchte, war mir allerdings noch ein Rätsel.
      Ich begann also wenig später arglos mit dem Putzen und Sattel. Mein Hotta achtete eifrig auf mich und freute sich augenscheinlich auf die Trainingseinheit. Mein Glück, dass in der Halle noch E und A Hindernisse standen, denn mein Dad war unterwegs und konnte mir deshalb nicht helfen.
      Ich gurtete nach, saß auf und begann mit dem Warmreiten. Razita hörte mir zu und stürzte sich beinahe übereifrig auf die Bahnfiguren, anschießend auch auf die E's. Die waren übrigens kein Problem. Ungefähr so wenig wie die nachfolgenden A-Sprünge. Dann nahm sie die Beine eben etwas höher. Die Stute musste mich für bekloppt halten. Ich lobte sie lachend und galoppierte kurz darauf noch einmal an, um den Qualifikationsparcours zu überwinden. Wie erwartet klappte das fehlerfrei, ich parierte durch und verließ schließlich den Rücken.

      Im Anschluss folgte ein erneutes Putzen, kuscheln und Füttern, worauf mein Hüh auf die Weide entlassen wurde. Einmal mehr war ich richtig zufrieden, mit der Füchsin.


      Stufenerhöhung Springen (A/L)
      [06.08.2014]

      Der Morgen war frisch und nebelig, Tau hatte sich auf der gesamten Weide bereitgemacht. Meine Wanderschuhe waren durch, bis ich Zita erreichte und patschnass, als wir beide auf dem Putzplatz ankamen. Als allererstes gab es dort Kraftfutter und eine Runde Halskraulen, dann begann ich mit dem Putzen. Die Fuchsstute war, anders als sonst, ruhig und erstaunlich aufmerksam. Ich konnte zusehen, wie ihre Unterlippe einige Male zuckte, aber ansonsten stand sie still. Ich sattelte und führte sie letztendlich zur Halle.
      Hier war es ein wenig wärmer und sogleich erblickte ich unseren neuen Mitarbeiter. Seinen Namen hatte ich vergessen, aber er sah aus wie Anfang zwanzig; sein Haar war kurz und dunkelbraun. Ich grüßte und erkundigte mich möglichst unnauffällig. Er stellte sich mir als Marc vor.
      Heute richtete also statt Dad Marc die Sprünge ein, auf A bis L. In der Zeit führte und ritt ich Razita warm und erwischte mich dabei, wie ich den 'Mitarbeiter' beobachtete. Schließlich gab jener die Sprünge frei, ich galoppierte an und absolvierte gleich zwei Hindernisse in alter Höhe. Marc hatte sich zwischenzeitlich an die Bande verzogen und musterte mich mit hochgezogenen Augenbrauen. Ich grinste und absolvierte den ganzen A-Parcours fehlerfrei, dann lobte ich und ritt das erste L an.
      Razita riss und um ihre Professionalität war es auf einmal geschehen. Von nun an sprang sie jedes Mal zögernd und dementsprechend schlecht. Bis Marc mir Anweisung gab, die Zügel etwas aufzunehmen und sie sicherer durch den Parcours zu führen. Und tatsächlich, man lernte ja nie aus, sprang die Liebe nach diesem Anschub wieder wie früher; hob ihren mächtigen Körper weich vom Boden und setzte auf der anderen Seite gekonnt auf. Ich gewann mein Lächeln wieder und Zita absolvierte im Endeffekt, nach über zwei Stunden Arbeit, eine fehlerfreie Qualifikation für's L. Ich parierte durch, lobte sie zum gefühlt tausendsten Mal und ließ die Zügel lang. Als ich absaß kam Marc zu mir und gratulierte mir, dann gingen wir gemeinsam zum Putzplatz und sattelten ab. Bei der Gelegenheit zeigte ich ihm die Sattelkammer und schließlich auch alle Pferde, dir außer Zita im Offenstall standen. Damit war zumindest der Tag meiner Stute beendet.


      Stufenerhöhung Springen (L/M)
      [27.12.2014]

      Weihnachten war vorbei, aber nur Razita und ich bekamen von meinem Dad eine Stufenerhöhung im Springen aufgehalst. Das nahm ich einfach zur Kenntnis und tappte in den Nordstall, wo mich Zita so erfreut empfing, dass sich meine Motivation verdoppelte. Während das Stütchen beim Hufe auskratzen an meinen Haaren knabberte, begann ich mich zu fragen, ob die Liebe das M schaffen könnte.
      Und ich erinnerte mich an so viele Turniere, die Razita nicht hatte bewältigen können, weil sie allein viel besser arbeitete als unter dem Einfluss und Stress der Öffentlichkeit.
      Aber wie dem auch sei, hier, in entspanntem Zustand in unserer Halle würde die Füchsin diese Herausforderung mit Bravour meistern.
      Grinsend putzte ich fertig, sattelte die Liebe und nahm sie mit in die Halle.

      Dort erwartete mich Marc. Er baute eben die Sprünge auf und verwies mich auf einen Zirkel, den er extra noch freigelassen hatte.
      Ich bedankte mich und begann Zita kurz darauf zu longieren.
      Problemlos funktionierte das und auch das Warmführen und -reiten, sodass wir vierzig Minuten nach Betreten der Halle mit den ersten Gymnastiksprüngen auf A- und L-Höhe begannen.
      Das steigerte sich zu kleinen Parcours, bis ich Razita schließlich als warm genug einstufte, das M zu probieren.
      Bisher war die Stute federleicht gewesen und irgendwie auch so erholt, dass sie wie in Trance Sicherheit gewonnen hatte.
      Das führte wohl dazu, dass wir das erste M gnadenlos rissen. Aber ich sah das positiv und Zita wohl auch, denn sie nahm die Beine in die Hand, legte einen Zahn zu und streckte sich noch ein wenig mehr.
      Mit Erfolg.
      Es dauerte einige Anläufe, bis Zita auf der Höhe mit ihrer neuen Taktik richtig sicher war, dafür konnte sie dann nichts mehr bremsen. Voller Spaß und Motivation nahmen wir uns schließlich den Qualifikationsparcours vor, den wir nur nicht schafften, weil wir zu langsam waren. Aber das konnten wir natürlich klären - im dritten Anlauf verkündete ich eine gelungene Stufenerhöhung Razitas von L auf M. Marc jubelte und klatschte, während ich durchparierte und mein Pferd überschwänglich lobte. So wollte ich das sehen.
      Grinsend stieg ich ab und führte die Füchsin trocken, bevor wir uns wieder durch den kalten Tag zum Stall begaben.


      Stufenerhöhung Springen (M/S)
      [27.01.2015]

      Cheetah und Razita sollten heute wieder einmal eine Stufenerhöhung im Springen bekommen. Und was für eine.
      Im Schnee Neuseelands und von absolut verlässlichen Reitern, aber in erster Linie freute es mich total, die beiden Stuten, die ich schon so lange besaß und die mir so sehr vertrauten in den internationalen Springsport einzuweisen.
      Und ja, es gab viele Gedanken an diesem sonnigen Morgen. Der Schnee reflektierte das Licht und es war eine Freude, in den etwas dunkleren Stall zu kommen.
      Dort wurde ich sowohl von den beiden angesprochenen Stuten, als auch von Oliver und Marc begrüßt, die mir heute helfen sollten. Und wollten.
      Oli ging vor in die Halle, zum Aufbauen des Parcours, während Marc sich Zita aus der Box klaubte und zu putzen begann und ich genau das mit Cheetah tat. Die Säuberung und das Satteln verliefen problemlos, sodass wir pünktlich in der Halle eintrafen und die Hottas direkt zu longieren begannen.
      Oliver war derweil fertig und wir unterhielten uns ein wenig, während unsere Pferde schnaubten und die Bewegungen geschmeidiger wurden. Zwanzig Minuten später stiegen Marc und ich auf und begaben uns in die Bahn. Warmreiten.
      Schritt, Trab, Galopp, Bahnfiguren, fliegende Wechsel. Cheetah schwitzte, als wir mit den Gymnastiksprüngen begannen. Dennoch konnte ich sagen, dass die Stuten schon jetzt vorbildlich arbeiteten. Ich sah immer mal zu Zita, die ebenfalls wunderbar lief und als wir die ersten schweren Sprünge probierten, klappte tatsächlich beinahe alles. Nur ich parierte noch einmal durch, um nachzugurten.
      Anderthalb Stunden feilten wir an Tempo und Absprung, zwanzig weitere Minuten an der Höhe, bevor es zum Endspurt ging und wir einzeln den Qualifikationsparcours versuchten. Cheetah schaffte ihn, das sei gesagt, auf Anhieb, Razita beim dritten. Ich war unheimlich stolz auf meine Stuten, parierte meine Braune sofort durch und klopfte ihren Hals auf beiden Seiten. Oliver applaudierte mit erhobenen Händen und winkte uns in die Mitte, beglückwünschte uns, während wir abstiegen, die Bügel hochstellten und die Gurte lockerten. Eine vorbildliche Stufenerhöhung wurde beendet, als drei Menschen mit zwei Pferden die Halle in den Schnee verließen, der das Licht reflektierte.


      Stufenerhöhung Springen (S/S*)
      [08.06.2016]

      Ich klopfte den Staub aus meinen Reithosen, zog dann die Chaps über und klaubte direkt Zitas Sattelzeug und Trense zusammen, bevor ich mich auf den Weg in den Turnierstall machte. Es war schon eine ganze Weile her, dass ich wirklich ernsthaft ein Pferd trainiert hatte, also freute ich mich gewaltig auf eine Stufenerhöhung, insbesondere auf eine Stufenerhöhung von Razita.
      Die Stute scheinbar auch, denn sie wieherte, als sie mich erblickte und ließ mich ohne zu meckern putzen und satteln, sodass die Prozedur zügig hinter uns gebracht werden konnte.
      Dann gingen wir einmal quer über den Hof in die Halle mit den Sprüngen, die wie gestern mein Dad beaufsichtigte und gerade am Parcours den letzten Schliff vornahm, auch wie gestern. Ich begrüßte ihn und führte mein Pferd dann warm, bevor ich die Gamaschen und Hufglocken anlegte, nachgurtete, die Bügel und das Vorderzeug einstellte und letztendlich aufstieg. Zita stand still und ließ sich dann geduldig warmreiten, im Schritt und Trab mit zunehmend engen Biegungen und Stellungen. Schließlich galoppierten wir an und bald darauf gingen wir tadellos einige Gymnastiksprünge, worauf wir uns einem Parcours auf M-Höhe widmeten. Daraufhin stockte mein Dad die Hindernisse auf, S ging Zita einmal fehlerfrei, dann zweimal nicht; sie begann heftig zu schwitzen. Die Sprünge wurden deshalb noch einmal erhöht, sodass wir die Arbeit im Idealfall schnell beenden konnten.
      Im ersten Anlauf ging vieles schief; Zita war trotz vieler Jahre Ausbildung nur mäßig erfahren, sodass ich als Reiter sehr viel leisten musste, um sie heil in's Ziel zu bringen. Das verstand ich allmählich und gab ihr über Hände, Schenkel, Gewicht und auch Stimme klar zu verstehen, was sie machen sollte. Razitas Konzentration stieg mit jedem Durchlauf, hatte ich das Gefühl, und schließlich schienen wir zu fliegen, absolvierten einen beinahe perfekten Durchgang in Topzeit, worauf ich erleichtert aufatmete und erschöpft durchparierte.
      Die Füchsin schnaufte und schwitzte und ich begann sie ruhig, am langen Zügel trockenzureiten. Nach gut zwanzig Minuten hatte sich die Lage beruhigt, ich saß ab und führte Zita noch ein paar Runden mit gelockertem Sattelgurt, bevor wir die Halle freudestrahlend Richtung Putzplatz verließen.
      Dort bekam das Hüh alles abgenommen, die Hufe kontrolliert und wurde schließlich zu Unglück auf die Weide geschoben. Mit einer neuen Stufe im Springen in der Tasche. Quasi.
    • Eddi
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      Ankunft
      24. Dezember 2017
      Kurz vor Weihnachten und Neujahr sollten noch zwei neue Vierbeiner zu uns ziehen. Beide hatte ich eher durch Zufall entdeckt und beide stammten von unterschiedlichen Besitzern. Erstere war schon länger in meinem Besitz, bei ihr hatte sich jedoch der Transport durch private Probleme der Vorbesitzerin verschoben. Für mich war das kein Problem gewesen, denn die fuchsfarbene Stute war bestens versorgt gewesen.
      Es handelte sich um Razita, eine zehnjährige Hannoveranerstute, welche von einem schönen Gestüt kam. Dort hatte sie eine ausgezeichnete Springausbildung genossen und war dementsprechend auf diesem Gebiet schon ein alter Hase. Seit kurzem ging sie deshalb auch viel ins Gelände und geplant war auch demnächst die Vielseitigkeit.
      Nun durfte sie über die Winterzeit erst einmal bei uns in Ruhe einkommen und sich in den Alltag eingliedern. Dann würden wir mit dem Training weitermachen und im Frühjahr wartete dann auf die Hübsche und uns eine spannende Turniersaison.
      Dank ihrer Abstammung war sie auch für die Zucht recht interessant und dementsprechend war unser sekundäres Ziel auch ihre Prämierung. So hatten Razita und ich noch viel vor uns, aber es würde bestimmt toll werden. Heute wurde uns die Stute netterweise von den Winterscapes gebracht.
      Gemeinsam luden wir sie aus und brachten sie in ihre neue Box mit großem Paddock. Interessiert schaute sich Razita um. Durch ihre Turniererfahrung waren fremde Ställe für sie nichts neues mehr und sie nahm alles sehr gelassen hin. Cascar hingegen schaute dem Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen.
      "Du kannst sie jederzeit besuchen", meinte ich herzlich und verabschiedete mich später mit einer Umarmung von ihr. Die Trennung von einem Pferd war immer ein schwerer Schritt und fiel niemanden leicht. Aber man hatte oftmals gute Gründe.
      Unser zweiter Neuankömmling, der in einer halben Stunde ankommen würde, tanzte ein wenig aus der Reihe. Mein Team hatte mich auch etwas verwirrt angeschaut, als ich ihnen Merida vorgestellt hatte. Hierbei handelte es sich nämlich um ein Shirefohlen. Durchaus war diese große Rasse selten in unserem Stall, aber die hübsche Füchsin hatte es mir einfach angetan.
      Merida präsentierte sich als sehr neugieriges und selbstbewusstes Fohlen und neben ihrem schönen Interieur hatte sie auch ein exzellentes Exterieur und eine gute Abstammung. Also ein Rundum-Sorglospaket. So hatte ich gar nicht lange gezögert, sondern direkt zugesagt.
      Heute kam Merida an und sie war im Gegensatz zu Razita wesentlich aufgeregter. Schnaubend umkreiste sie mich, während ich sie Richtung Stall führte. Merida war noch jung und würde nun erst einmal noch in aller Ruhe Fohlen sein dürfen.
      Mit der Zeit würden wir uns die Grundlagen des Fohlen ABCs erarbeiten und danach sicherlich ab und an spazieren gehen. Grundsätzlich blieb der Stute nun jedoch erst einmal Zeit, um zu reifen und von den älteren Vierbeinern zu lernen.
      In ihrer Box angekommen inspizierte sie auch direkt erst einmal alle neuen Sachen, beruhigte sich aber auch schon nach einiger Zeit. Da kam dann doch das Shire-Gemüt durch, denn ich war mir sicher, dass Merida in späteren Jahren ein super Verlasspferd werden würde.
    • Eddi
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      Weihnachten!
      24. Dezember 2017
      Wieder war ein Jahr vorüber und Weihnachten stand vor der Tür. Da sowohl Alex, als auch Tami und ich total weihnachtsbegeistert waren, war das gesamte Gestüt rundum geschmückt. Zu unserer Freude hatten wir aktuell auch Schnee, so dass alles weiß und verschneit war. Heute war der 24. Dezember und wir hatten unseren alltäglichen Betrieb auf das Minimum runtergeschraubt, denn natürlich wollte ich meinem Team auch freie Tage gönnen. Aber wie es bei Pferdemenschen so war, tauchten sie trotzdem alle morgens im Stall auf und halfen bei den täglichen Arbeiten.
      Das bedeutete, alle Pferde wurden gefüttert, dann ging es raus auf die Weiden und die Boxen wurden gemistet. Abschließend wurde schon Futter und Heu für den Abend vorbereitet, ehe wir gemeinsam noch unseren weihnachtlichen Rundgang über die Weiden gingen und den Pferden Möhren vorbeibrachten, die wir auf den Weiden verteilten.
      Gerade im Schnee war es immer relativ amüsant, den Pferden bei der Suche zuzuschauen. Wir begannen bei den Jungpferden und dort hatte besonders Tassilo seinen Spaß. Paddington hatte schnell verstanden, dass Tassilo die Möhren etwas weiter warf und war schon ein Stück weiter getrabt, bevor die nächste Möhre durch die Luft flog. Unsere jüngsten, Cover the Moon und Feuerdrache, hielten sich da lieber etwas bedeckt und erschlichen sich durch Süßheit bei Tami ihre Möhren.
      Bei Alex sammelten sich auch bereits einige Jungpferde. Darunter auch unser noch recht frischer Neuzugang Merida, die sich aber schon bestens eingelebt hatte und sichtlich zufrieden mit ihrer Herde zu sein schien. Besonders gerne spielte sie mit Maelis und Acariya. Ich wurde gerade von Lady Fox angestupst, die Korah und Herbstmond zur Seite schob, um nun auch an ihre Möhren zu kommen. Die beiden Welshs Acariya und Applaus hielten sich etwas zurück und warteten einfach geduldig, bis Tassilo ihnen die Möhren vorbeibrachte.
      Bei den Hengsten war aktuell wesentlich mehr los. Calimero II und BonnyBoy jagten sich gerade gemeinsam über die Weide und stießen dabei beinahe mit Call me a Twist und Aristo zusammen, die eigentlich gerade im Schnee nach Gras stöberten und die jungen Hengste direkt zurechtwiesen. Den restlichen Teil ließ das bisher kalt, bis wir dazu kamen. Sofort hoben Pajero, Thorondor und Dr. Insektor den Kopf als sie mein Pfeifen hörten und kamen angetrabt. Man merkte, wer schon lange hier lebte.
      Cover the Sun, Altyn und Fiebertraum ließen sich direkt anstecken und kamen mit angerauscht. Durch die trabende Gruppe wurden auch die anderen aufmerksam und warum auch immer preschten Feuervogel und Outlaw Torn nebeneinander los und buckelten erst einmal wild über die verschneite Weide. Das waren eindeutig die Wintergefühle und die ergriffen auch HGT's Unitato und die beiden Shettys What does the Fox say und Erutan Wishes. Die waren ja sowieso für jeden Quatsch zu haben.
      Bis dann die Hengste bemerkten, dass es bei uns Möhren gab und schon standen sie in einem großen Kreis um uns herum und warteten ungeduldig auf das weihnachtliche Geschenk. Das war eigentlich vor allem dafür da, um bei allen Pferden nach den Rechten zu sehen. Aber anscheinend waren alle bei bester Gesundheit. Für die Möhren rissen sich dann sogar Auftakt und Dissident Aggressor von den Heunetzen los und kamen herübergeschlendert. Fürst der Finsternis und He's called Trüffel schlossen sich an. Die beiden hatten bisher relativ weit hinten gestanden und das Theater hier vorne geflissentlich ignoriert.
      Fehlte nur noch Single Malt, aber der kam nach einem Rufen auch sofort an und schon waren alle Hengste beisammen. Sie waren alle fit und dementsprechend konnten wir uns dann schon bald verabschiedeten und nun ging es nur noch zu den Stuten. Dort wurden wir schon von Walking in the Air, Sally und Teasie erwartet. Die ruhigeren Damen hielten sich gerne am Eingang auf, um auch ja alles mitzubekommen.
      Auch hier reichte ein Rufen und schon kamen Sarabi, Raunchy's Limited und Polka Dot um die Ecke gesaust. Und da sich die Gruppe in Bewegung setzte, kamen auch nach und nach die anderen. Erst Possy Pleasure Mainstream und Shattered Glass, dann aber auch noch Nesquik und Nandalee. Für den Rest mussten wir uns auf den hinteren Teil der Weide bewegen. Lila Wolken und Like Honey and Milk fanden das Heunetz zu nett, als dass sie sich bewegt hätten. Außerdem stromerte hier hinten auch noch Batida de Coco herum und Alice von Landwein und Amadahy spielten gerade miteinander, während Razita sich genüsslich wälzte.
      Auch sie war wie Merida noch relativ neu bei uns, hatte sich aber wirklich problemlos eingliedern lassen.
      Allen Pferden ging es bestens und so schickte ich mit etwas Nachdruck mein Team dann nach Hause zu ihren Familien. Vorher gab es für jeden von ihnen noch ein kleines Geschenk von mir, ehe ich sie dann endgültig verabschiedete und ihnen frohe Weihnachten und schöne Feiertage wünschte. Die hatten sie sich definitiv verdient und die Pferde konnten auch mal ein paar Tage entspannen.
    • Eddi
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      Sommerweiden
      07. Juni 2018
      Hengste: Altyn, Aristo, Auftakt, BonnyBoy, Calimero II, Call me a Twist, Cover the Sun, Dissident Aggressor, Dr. Insektor, Erutan Wishes, Feuervogel, Fiebertraum, Fürst der Finsternis, He's called Trüffel, HGT's Unitato, Namour, Nochnoi Dozor, Outlaw Torn, Pajero, Single Malt, Thorondor, Varulv, Vertigo, What does the Fox say
      Stuten: Alice von Landwein, Amadahy, Batida de Coco, Das Kürbisvieh, Herbsttraum, Like Honey and Milk, Lila Wolken, Naimibia, Nandalee, Nesquik, Polka Dot, Possy Pleasure Mainstream, Raunchy's Limited, Razita, Sally, Sarabi, Shattered Glass, Teasie, Walking in the Air
      Fohlen: Acariya, Applaus, Cover the Moon, Feuerdrache, Herbstmond, Korah, Lady Fox, Maelis, Merida, Paddington

      Der Sommer hatte uns mittlerweile vollständig erreicht. Nach einer längeren Anweidezeit dieses Jahr, waren nun seit kurzem die Sommerweiden eröffnet. Den Mai über hatten uns noch allerhand Unwetter und Stürme geplagt, doch mit denen schien endlich Schluss zu sein. In aller Ruhe hatten mein Team und ich die Sommerweiden vorbereitet und vorgestern die jeweiligen Herden auf die großen Stücke gelassen. Die ersten Tage hatten sie auch alle heil überstanden. Für uns hatte das bedeutet, die Ställe komplett zu misten und auch einmal ordentlich durchzuspülen. Nun fiel für uns viel Arbeit weg. Das Futter bekamen die Pferde nach der täglichen Arbeit und Heu stand ihnen trotz der Weiden permanent zur Verfügung. Jeden Morgen kontrollierte ich auf dem Pferderücken alle Zäune, ehe ich den Pferden auch einen Besuch abstattete und schaute, ob alles in Ordnung war.
    • Sissicat
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      Hufschmiedbesuch
      10. November 2018
      Mein Wecker klingelte und riss mich so aus meinem Schlaf. Ich streckte mich und rieb mir die Augen um in dem hellen Licht etwas sehen zu können. Dann blickte ich auf meinen Kalender, der neben meinem Wecker stand, und entdeckte so das ich heute einen neuen Auftrag hatte. "Gestüt Sapala",murmelte ich und sprang aus meinem Bett, schnell machte ich mich fertig und kontrollierte ob ich auch alles was ich für diesen Auftrag brauchen würde in meinem kleinen Truck hatte. Dannach stieg ich auch schon in den Wagen und fuhr los. Nach einiger Zeit kam ich endlich an und betrachtete die große Anlage, ich fuhr auf den Hof wo ich sogleich von der Hofbesitzerin begrüßt wurde. Ich kurpelte das Fenster herunter und sie erklärte mir wo ich parken und ausladen solle. So tat ich was sie gesagt hatte und sie holte meinen ersten Patienten, Altyn, einen schönen Achal Tekkiner Hengst. Ich streichelte den Falbhengst in seinem Gesicht und kraulte ihn kurz hinter den Ohren. "Dann fangen wir mal an.",lächelte ich und hob seinen linken Vorderhuf hoch. Meine Aufgaben waren heute bei allen 3 Pferden gleich, durchecken und raspeln/schneiden. Altyn hielt, zu meiner großen Freude, seine Bein ruhig wodurch ich entspannt und schnell arbeiten konnte. Jedoch schien der Hengst den Kübel mit Wasser sehr zu bewundern, welchen ich hinter mich gestellt hatte um meine Werkzeuge nach jedem Pferd reinigen zu können. Ich konnte leider nicht schnell genug reagieren, da hatte der Falbe schon mit seiner Schnauze den Eimer umgeworfen und meine Hose nass gespritzt. "Danke... es ist eh so heiß hier.",seufzte ich und stellte den Eimer mit dem Restwasser weiter weg. Nach einpaar Minuten waren wir dann fertig und Eddi entschuldigte sich für den Hengst und führte ihn weg. Ich lachte nur und wartete auf das nächste Pferd. Das nächste Pferd war eine schöne gescheckte Trekehner Stute namens Possy Pleasure Mainstream. Die Stute musterte mich misstrauisch und schien nicht begeistert zu sein, von mir gestreichelt zu werden. Trotzallem schien es ihr nichts auszumachen von mir ihre Hufe untersucht zu bekommen. Auch das raspeln und schneiden lies die Stute über sich ergehen, wobei Eddi aber die gesamte Zeit über bei ihrem Gesicht stand und sie streichelte. Nach dieser Arbeit streckte ich mir und wollte Possy zufrieden am Hals tätscheln, doch die Stute schnaubte drohend weshalb ich es einfach sein lies. Sie schien ein schwieriges Pferd zu sein, jedenfalls für Menschen die sie nicht kannte. Meine letzte Patientin war Razita, eine Hannoveraner Stute. Im gegensatz zu ihren beiden Vorgängern schien sie weder verspielt noch zickig zu sein, was mich aufatmen lies, immerhin zitterte ich bereits durch die Nässe meiner Hose. Bei Razita war meine Arbeit überraschend schnell erledigt worüber ich dankbar war. Ich tätschelte die Stute nocheinmal freundlich und half Eddi dabei die Stute zurück zu bringen. Dannach packte ich mein "Zeug" zusammen, verabschiedete mich und fuhr nachhause.
    • Eddi
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      Tierarztbesuch
      15. November 2018
      Es war immer ein wenig ungewohnt im eigenen Stall unterwegs zu sein, aber alles andere wäre auch unsinnig gewesen. Besonders für die kurzen Rundumchecks war das kein Problem. Wenn es aber um die Bestätigungen für die Körungen ging, wurde immer ein Kollege hinzugezogen. Mittlerweile hatte ich da auch zwei feste Tierärzte, die mir da gerne unter die Arme griffen. Heute ging es um Altyn, Possy Pleasure Mainstream und Razita. Alle drei sollten schon bald zu den Körungen geschickt werden und dementsprechend benötigten sie ihre Gesundheitszertifikate. Wir begannen mit dem Hengst und nachdem ich Altyn im Schritt und Trab vorgeführt hatte, er die Beugeprobe bestanden hatte, wurde er kurz untersucht. Nachdem alles in Ordnung war, erneuerten wir die nötigen Impfungen und es gab noch eine Wurmkur und schon war der erste fertig.
      Als zweites folgte also Possy Pleasure Mainstream und erneut handelten wir alle Punkte ab. Auch bei ihr war alles im grünen Bereich und ich konnte mich nicht beschweren. Da sie schon in kurzer Zeit auf Reisen gehen sollte, waren bei ihr bereits alles Impfungen erneuert und auch die Wurmkur war aktuell. Das Gleiche galt für Razita, denn es gab durchaus eine Frist, bis wann die Impfungen da sein mussten. Beide Stuten würden schon bald hoffentlich zur Zucht zugelassen werden. Auch Razita bestand die Untersuchung ohne Probleme.
      Ich schaffte die beiden Stuten wieder in die Boxen und bekam dann die Gesundheitszertifikate ausgestellt. Ich bedankte mich herzlich und unterhielt mich noch kurz, ehe sich der Tierarzt wieder auf den Heimweg machte.
    • Eddi
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      Erster Schnee
      21. November 2018
      Ich war noch nie wirklich ein Frühaufsteher gewesen und doch klingelte jeden Morgen spätestens sechs Uhr - meistens eher - mein Wecker. So auch heute. Seufzend stand ich auf, um ihn auszuschalten und mich dann auf den Weg ins Bad zu machen. Ich beeilte mich ein wenig, denn ich war etwas spät dran. Heute war ich mit dem morgendlichen Stalldienst an der Reihe, zusammen mit Alexa, wenn ich mich recht erinnerte. Also machte ich mir in der Küche noch fix einen Tee in meinen Thermobecher und lief dann hinaus in den Stall. Ein Lächeln stahl sich auf mein Gesicht, denn das Gestüt war bedeckt von einer feinen dünnen Schneeschicht. Die Nacht über hatte es also zum ersten Mal geschneit.
      Wie erwartet traf ich im Stall auch auf eine dick eingepackte Alexa, die sich bereits daran machte, Jungpferde und Hengste zu füttern. Ich übernahm hingegen die Stuten und nachdem alle zufrieden fraßen, machte ich den morgendlichen Kontrollgang und wechselte hier und da schon einmal die Decken. Wir hatten einige geschorene Pferde und gerade bei den jetzt kalten Temperaturen (teilweise hatten wir bereits tagsüber Minusgrade) waren die Decken einfach von Nöten. Besonders, wenn die Pferde von früh bis abends draußen standen und ein kalter Wind begleitete uns hier oben im Norden im Winter immer. Dementsprechend hatte selbst ich mich ganz schnell an eine Mütze gewöhnt, obwohl ich sonst nur sehr ungern Mützen getragen hatte.
      Morgens ging es ruckzuck. Die Pferde brauchten nicht lange fürs Frühstück und schon ging es im Zweier-Takt hinaus auf die Weiden. Aufgrund des dankbaren trocknen und sonnigen Herbstes hatten wir noch unsere Sommerweiden ein Stück weit länger nutzen und so die Winterweiden schonen können. Ab heute standen die Pferde aber offiziell wieder in den kleineren Gruppen auf den Winterweiden. Für Standardverhältnisse waren diesen Weiden immer noch gigantisch, aber dennoch nichts im Vergleich zu den Sommerweiden - die brauchten aber nun auch einmal ihre Pausen und konnten sich so über den Winter zur Genüge erholen.
      Im Stall gelassen hatte ich direkt Sarabi und Walking In The Air. Die beiden hatten heute Morgen Springtraining mit Tassilo und Alexa. Ich hingegen wollte Teasie ein wenig an die Longe nehmen und arbeiten. Doch vorher musste ich noch einmal kurz ins Büro, denn Possy Pleasure Mainstream und Razita sollten kommendes Wochenende auf eine Prämierung und ich musste noch die Anmeldungen durchgehen. Aus dem Grund hatten sie heute auch ihren freien Tag, denn momentan standen sie bald mehr im Training als der Rest unseres Stalles.
      Danach wandte ich mich aber auch schon meiner geliebten Araberstute zu. Teasie war ein wahres Goldstück und ich war sehr dankbar, sie in meinem Stall stehen zu haben. Mittlerweile bestand mein Stall sowieso nur aus Pferden, die für immer ihren Platz hier hätten. Lange Zeit hatten wir wesentlich mehr Vierbeiner gehabt, viele auch auf Durchreise - meist zum Training, ehe sie dann wieder verkauft wurden. Und dann gab es eben auch die Pferde, bei denen es nie hundertprozentig Klick gemacht hatte. Umso schöner das Gefühl, wenn man sich endlich auf jeden Vierbeiner konzentrieren und mit jedem auf einer tollen Ebene arbeiten konnte.
      Aufgrund ihrer Rasse schob Teasie nur sehr wenig Winterfell und war dementsprechend aber auch schon früh eingedeckt worden. Deshalb war ihr aber auch das Scheren erspart geblieben. Heute arbeiteten wir mal wieder am Kappzaum, eine Kombination aus Longieren und Handarbeit. Sie machte wirklich einwandfrei mit und ich konnte mich nicht beklagen. Inzwischen bewies sie eine wunderbare Selbsthaltung, war fleißig und stets kraftvoll bei der Arbeit. Auch das Springtraining lief gut und inzwischen war auch Tami am Stall angekommen.
      Sie folgte mir mit zur Weide, wo wir zunächst Teasie wegbrachten und dann Like Honey and Milk, Shattered Glass, Amadahy und Lila Wolken holten. Ein Ausritt zu viert stand an. Diese Zeit fand ich immer schön, denn es war absolut Quality Time mit dem Team und den Pferden. Ich ritt Amadahy, eine unserer jüngsten Stuten. Dementsprechend tat es ihr mehr als gut, mal wieder in einem Verband aus älteren und erfahrenen Stuten mitzulaufen. Sie war auch sehr entspannt und machte keinerlei Probleme. Hatte sie eigentlich auch noch nie. Stattdessen stand sie gut im Training und für 2019 war eventuell ihre Prämierung zur Zuchtstute geplant. Den Spaß hatten die anderen drei bereits hinter sich.
      Wieder am Stall angekommen und die Pferde bereits versorgt, verteilte sich das Team komplett und jeder ging seinen Aufgaben nach. Es war kurz vor Mittag und ich wollte gerne noch Raunchy's Limited reiten. Es stand mal wieder Dressur auf dem Plan und Gesellschaft bekamen wir von Tami mit Nandalee, die ein wenig Stangenarbeit machten. Bei einer Halle von 60x40m war das aber kein Problem. Soweit ich wusste, longierte Alexa gerade Naimibia und wollte danach noch Herbsttraum und Alice von Landwein bewegen. Tassilo hingegen hatte heute noch Das Kürbisvieh und Batida de Coco zu bewegen.
      Aufgrund seiner Größe war er nicht so der Fan von unseren kleineren Vierbeinern, verständlich, gehörte aber dennoch dazu. Aber ich hatte auch kein Problem, die Zwerge zu übernehmen und da Polka Dot heute frei hatte (aufgrund ihrer kürzlichen Reise nach Kanada), war nur noch My Hope Nymeria an der Reihe. Die hübsche, kleine Shettystute war noch vollkommen neu in unserem Stall. Durch Zufall hatte ich sie entdeckt und sie stammte von zwei unserer ehemaligen, bereits in Rente gegangenen, Zuchtpferde: Window und Mondscheinsonate. Im Gegensatz zu ihren ausgefallenen Eltern war sie eher schlicht geblieben, überzeugte aber durch einen wunderbaren Körperbau und Charakter. Sie war ein tolles Pferd und deshalb hatte ich keinen Moment gezögert sie zu kaufen.
      Heute machten wir ein wenig Langzügelarbeit, denn ich wollte sie bei Zeiten einfahren lassen und ein wenig Vorbereitung war sicherlich nicht verkehrt. Danach durfte sie auch direkt wieder auf die Weide. Da wir mittlerweile genug Zwerge hatten, standen die drei Damen Polka Dot, Coco und Nymeria zusammen auf einer kleineren Weide und so mussten wir auch nicht alle Zäune des Gestüts dreifach für Shettys sichern.
      Tami hatte in der Zwischenzeit ein wenig Bodenarbeit mit Sally gemacht und danach noch Nesquik longiert. Inzwischen war es 13 Uhr und Zeit für eine Mittagspause, aber wir waren bisher auch wirklich gut vorangekommen und siehe da, die Sonne beehrte uns auch und nahm leider auch den wenigen Schnee mit sich.

    • Eddi
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      461. Stutenkrönung
      24. November 2018
      Heute war es soweit: Razita wurde auf der Stutenprämierung vorgestellt. Sogar ihre Züchterin hatte uns heute begleitet und war bald aufgeregter als wir. Neben Razita hatten wir noch eine zweite Stute mit und wie es das Pech so wollte, lagen unsere beiden Starts unendlich weit auseinander. Zunächst würde Razita an der Reihe sein, sogar relativ früh. Dementsprechend hatte ich die Stute bereits abgeritten und wartete nun eigentlich nur noch auf unseren Aufruf, denn unser Vorreiter verließ soeben die Halle.
      Und zack, da war er und es ging los. Was Prämierungen betraf, war ich mittlerweile ein alter Hase, ebenso bei den Küren. Außerdem hatte man die Anforderungen arg herabgeschraubt - durchaus berechtigt, besonders für junge Pferde, aber für uns eben ein Kinderspiel. Im Trab ritten wir in die Halle ein und bei X hielten wir standardmäßig geschlossen an und grüßten die Richter.
      Kurzerhand ging es im Trab weiter, zunächst auf die rechte Hand. Razita zog schön voran, ohne sich aber fest im Maul zu machen. Sie trug sich selbst einwandfrei und ich konnte mich wirklich nicht beschweren. Wir gingen eine Runde auf den Zirkel und galoppierten bei X an, ehe wir auf die ganze Bahn wechselten. Beim nächsten passenden Punkt parierten wir wieder zum Trab durch und dann zum Schritt.
      Auf der rechten Hand waren nun alle Gangarten gezeigt, also stand ein Handwechsel an und somit war die zweite Bahnfigur auch bereits abgehakt. Motiviert schritt Razita vorwärts und wartete förmlich auf meine Trabhilfe und sofort sprang sie auch an. Erneut zeigten wir Schritt, Trab und Galopp, nur diesmal auf der linken Hand.
      Als auch das getan war, bogen wir auf die Mittellinie ab und hielten erneut bei X. Ich verabschiedete mich von den Richtern und nach dem Nicken ließ ich Razita die Zügel lang und lobte sie ausgiebig. Die erste Stute war somit erfolgreich vorgestellt und zufrieden verließen wir die Halle. Beim Abreiten würde ich mir Zeit lassen, immerhin musste ich gut über zwei Stunden Wartezeit sinnvoll nutzen.
    • Eddi
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      Sommerarbeit
      19. Juni 2019
      Dieses Jahr begann der Sommer angenehm. Zwar waren die Temperaturen bereits hoch, dennoch regnete es in regelmäßigen Abständen und die Natur erstrahlte in einem vollen Grün. Die erste Heuernte hatten wir auch bereits drin und es war wirklich gutes Heu. Auch den Pferden ging es gut und aktuell befanden wir uns noch nicht annähernd im Sommerloch. Die Turniere liefen super, das Training lief einwandfrei und die Pferde waren alle fit. Polka Dot und My Hope Nymeria liefen regelmäßig vor der Kutsche, ebenso wie Batida de Coco. Ich wechselte die drei regelmäßig ab, so dass jede mal mit jeder lief und bisher machten die drei sich wirklich gut.
      Sarabi, Possy Pleasure Mainstream, Razita und Walking In The Air gingen regelmäßig Turniere. Letztere weniger als die jüngeren Stuten, aber dennoch nahm Wita unsere Praktikanten und Reitschüler wirklich gut mit und brachte ihnen unglaublich viel bei. Teasie unterstand aktuell vor allem mir. Momentan arbeitete ich viel mit der Araberstute und heute hatten wir schon einen herrlichen Strandritt hinter uns. Das war bei dem Wetter sowieso unsere Lieblingsbeschäftigung mit allen Pferden. Es war einfach traumhaft. Erst zu Pfingsten hatten wir einen riesigen Ritt organisiert und es war einfach genial gewesen. Da sich alle Pferde hier auch kannten, war es eine sehr harmonische Gruppe gewesen. Mit Like Honey and Milk und Shattered Glass war es sowieso entspannt, aber auch unsere Jungstuten wie Raunchy's Limited oder Nandalee hatten gut mitgezogen.
      Naimibia trainierten wir aktuell viel für die Turniere. Gemeinsam mit Amadahy sollte sie diesen Sommer noch das ein oder andere Turnier starten. Das Kürbisvieh und Lila Wolken waren aktuell von so etwas befreit. Ähnlich wie Herbsttraum und Alice von Landwein. Wir konnten turniertechnisch eben nicht alle Pferde abdecken, dennoch wurden alle mindestens vier bis fünfmal die Woche bewegt und das galt auch für Sally und Nesquik, auch wenn meine Welshstuten gerne den gesamten Sommer auf der Weide verbracht hätten.
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  • Album:
    Habt Spaß <3
    Hochgeladen von:
    Eddi
    Datum:
    5 Juli 2018
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    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Name: Razita
    geboren: 2008

    __________________

    Von: Ice Breaker

    Colour's Blind x To Where The Skies are Blue


    Aus der: Seference Surprime
    __________________

    Rasse: Hannoveraner
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Fuchs
    Stockmaß: 170 cm

    Beschreibung:

    Razita begeistert Menschen generell durch ihre liebenswürdige, aufgeschlossene Art. Und auch anderen Pferden gegenüber ist sie sehr sozial. Das macht sie zu einem wahren Freund und Gefährten, der es vermag, sich an verschiedenste Umstände und Gegebenheiten anzupassen und trotzdem stets in Bestleistung zu glänzen.
    Ortswechsel, besonders turnierbedingte, sind für Razita also kein Problem - im Gegenteil, mit dem richtigen Menschen genießt sie das Reisen, die Athmosphäre des Wettkampfs und persönliche Zuwendung im Besonderen. Sie gibt stets ihr Bestes und ist besonders im Springen sehr ehrgeizig und trägt generell das Potential eines großen Sportpferdes in sich.


    Ersteller: Cascar
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: Cascar

    Springen S** -- Military A

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    3. Platz des 298. Militaryturniers
    2. Platz 475. Springturnier

    __________________

    Gekört:
    ja,
    [SK 461] Spring- und Distanzpferde
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    Nachkommen: --

    Offizieller Hintergrund