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Gwen

Ravi

Norwegermix ♀

Ravi
Gwen, 30 Dez. 2016
Zaii gefällt das.
    • Gwen
      Erinnerungen

      Ravi und ich bei den Reiterspielen.
      Bewegung © Gwen | Zubehör © Tikka
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      Ravi und ich verkleidet zu Halloween.
      Bewegung, Zubehör © Elii | Hintergrund © sadasha
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      Ravi bei Jolympia, Dressur.
      Bewegung, Zubehör © Veija | Hintergrund © Samarti
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      Ravi bei Jolympia, Gelände.
      Bewegung, Zubehör © Elii | Hintergrund © Samarti
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      Ravi bei Jolympia, Springen.
      Bewegung, Zubehör © Veija | Hintergrund © Samarti
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      Ravi bei einem Winterausritt.
      Zubehör © Jackie | Hintergrund © sweetvelvetrose
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    • Gwen
      Pflegebericht 09.02.2013 - Don't worry, be happy

      Meine Mutter blieb stur, ich auch und genau das war unser Problem. Ich hatte mich nach dem Mittagessen mal wieder direkt in mein Zimmer zurückgezogen, denn ich hatte eigentlich gerade genug von meiner Familie. Dieses ewige Theater wegen der Pferde machte mich noch irre. Warum konnte man nicht einsehen, dass ich nichts mehr damit zu tun haben wollte? Ich hatte mich bereit erklärt, Toothless morgens auf die Weide zu bringen und abends zurück in den Stall, weil ich das laut seiner Auffassung anscheinend als einzige durfte. Um Brownie konnten sie sich aber nun weiß Gott selbst kümmern, er war eigentlich wirklich ein problemloses Pony. Nun war meiner Mutter gut aufgefallen, dass ich mit keinem der beiden zu arbeiten vermochte und so hatte sie spontan entschieden, es muss ein neues Pferd für mich her. So sah mein heutiger Nachmittag nicht mehr nach Chips essen und Film gucken aus, sondern nach ‘Wir-fahren-heute-Pferde-angucken’. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie überdimensional meine Freude im Vergleich zu der meiner kleinen Schwester war. Die malte sich natürlich wieder die schönsten Wildpferde aus und lebte in ihrer rosaroten Welt. Ich betete nur, dass die Kanadier heute ihre Pferde für überteuerte Preise abgeben wollten. Gegen vierzehn Uhr fuhren wir los und waren dank den doch mal recht freien Straßen auch nach einer Stunde da. Wir besuchten eine der berühmten Pferdeauktionen, von welchen ich so gar kein Fan war, aber nun gut. Meine Mutter reservierte uns Plätze in einer der vordersten Reihe, damit wir eine gute Sicht haben würden. Und dann ging das Grauen los… bei jedem Pferd jauchzte meine Schwester begeistert auf und auch meine Mutter stupste mich ständig an. Ich wartete eigentlich nur sehnlich darauf, dass diese 60 (!) Pferde bald ein Ende finden würden. Zwischenzeitlich wurde ich mal nicht geschubst, was mich dazu bewegte, aufzuschauen. Wir waren immerhin schon bei der Nummer 28. Uns wurde soeben eine recht große und kräftige Ponystute vorgestellt, laut dem Sprecher ein undefinierbarer Mix. Sie schien schon um die 10 Jahre zu sein und wirkte auf mich eigentlich sehr entspannt und brav. Sie ließ eben ihr Schicksal über sich ergehen. Gerade als ich mein Interesse wieder fallen ließ, ging ein Raunen durch die Menge. Ich schaute wieder auf und sah plötzlich ein steigendes und bockendes Pony vor mir. “Was ist denn jetzt los?” fragte meine Mutter besorgt. Ich schaute mich um, entdeckte aber eigentlich nichts, was der Stute hätte so zu schaffen machen können. Plötzlich waren alle Gebote für das brave Anfängerpferd verschwunden und die Führerin hatte zu tun, die Stute wieder zu beruhigen. Nummer 28 sah das aber gar nicht ein und riss sich los, um im wilden Galopp dem Ausgang entgegen zu preschen. Plötzlich entdeckte ich etwas, was der einzige Grund hätte sein können. Auf dem Geländer, vor welchem die Stute gerade eben noch gestanden hatte, spazierte eine bunt getigerte Mieze entlang, welche sich bei den Zuschauern einschleimte um etwas zu futtern zu bekommen. Ich musste so lachen, als sich mein Verdacht bestätigte, denn die Stute blieb vor dem Ausgang stehen und war plötzlich wieder die Alte, doch ihr Blick fixierte immer noch die Katze. Man hörte das Stöhnen des Kommentators, als nun alle Arme wieder runter gegangen waren. “Gibt es noch einen Interessenten?”. Ich lächelte zufrieden und hob den Arm “500!”. So erntete ich verstohlene Blicke von allen Seiten…
      “So etwas lasse ich nicht in unseren Stall!” tönte es lautstark von Kathi, als wir die große Halle verließen. “Warum hast du nicht den Paintwallach genommen oder den süßen Norweger?!” knurrte sie. Ich grinste nur fröhlich vor mich hin und marschierte durch die langen Boxenreihen zur Nummer 28. Meine Mutter schwieg, denn schließlich waren ihre Worte gewesen “Wir akzeptieren auch jedes Pferd, welches du dir raussuchst.”. Tja, Pech gehabt, meine Lieben. “Hallo! Ich bin Gwendolyn Campbell, welche für ihre Stute geboten hat.” Der junge Kerl drehte sich um und gab mir mit einem gezwungenen Lächeln die Hand. “Ach ja, Ravi…” murmelte er und kraulte der Stute die Stirn. “So heißt sie also, ein schöner Name.” sagte ich lächelnd. Ich drehte mich um und bat meine Mutter darum, den Scheck auszufüllen. Sie sprach derweil mit dem Verkäufer “Wir nehmen sie heute auch direkt mit, sie wird es gut haben. Wir haben einen großen Stall mit…” Doch ich hörte nicht mehr zu, stattdessen begab ich mich zu Ravi und schob ihr den dicken Schopf aus dem Gesicht. “Na Süße, was für ein erlebnisreicher Tag, gell?” Ich musste mir wahrlich ein Grinsen verkneifen, vor allem bei den Gesichtern, die alle um uns herum zogen. Meine Mutter übergab dem Verkäufer gerade den Scheck mit den 500 Euro, als ich eingreifen musste. “Moment mal, nicht nur 500 Mama. Wir haben 1500 Euro ausgemacht.” Der Verkäufer starrte mich verwirrt an, doch ich lächelte nur. “Die Gute hat sich doch nur vor einer Katze erschreckt, niemand konnte etwas dafür, eigentlich ist sie das brave Pony für das am Anfang gehalten wurde. Ich denke bei so einer guten Ausbildung hat ihr Verkäufer auch einen angemessenen Lohn verdient.” Ich erntete mal wieder erstaunte Blicke und viele Leute um uns herum fingen an zu tuscheln, einige schienen sich auch zu ärgern. “Wir bieten Ihnen 3000 für ihr Pferd!” tönte es plötzlich aus der Menge und ich wand mich erschrocken um. Vielleicht hätte ich die Auflösung des Rätsels doch nicht so herausposaunen sollen, nun gut, es war zu spät. Der Verkäufer blickte sich um und sein Gesicht schien sich aufzuhellen. ’Ach verdammt…’ ging es durch meinen Kopf, natürlich hatte er sich solch eine Summe erwartet und nun bekam er sie. Doch ich sollte noch mein Wunder erleben. “Tja, meine Damen und Herren, alle waren sie zu blind, als dass sie dieses kleine Detail gesehen haben. Sie versteht mein Pferd und deshalb werde ich es lieber an dieses Mädchen verschenken, als für alles Geld der Welt an Sie verkaufen.” lachte er und überreichte mir jegliche Papiere. “Ich lade sie noch für euch ein.” sagte er noch zu mir und machte sich trotz des Tumult rundherum an seine Arbeit. Der Blick meiner Schwester und meiner Mutter waren filmreif. Ich folgte nur lächelnd Ravi in ihren Hänger und packte noch die ganze Ausrüstung ein, welche wir dazu bekamen. “Dann wünsche ich dir viel Glück mit ihr, kleine Pferdeflüsterin!” lachte der junge Mann und klopfte mir auf die Schulter.
      Als wir endlich zu Hause ankamen war es bereits stockdunkel. Ich sprang aus dem Auto und holte als erstes die Halfter aus dem Stall, Toothless und Brownie, sollten erst einmal rein, sonst würde es ein riesiges Theater wegen Ravi geben. Als sie in ihren fertigen Boxen standen und schon ein wenig Müsli bekommen hatten, lud ich erst einmal Ravi aus und brachte sie in ihre neue Box. Neugierig stöberte sie über den noch nackten Boden, denn ich musste erstmal schnell zwei frische Bündel Stroh beschaffen, um die Box einzustreuen. Danach füllte ich noch das Heunetz und nahm Ravi die Decke ab. Meine Mutter schaute in den Stall und fragte, ob ich Hilfe bräuchte, doch ich lehnte ab, meine Schwester schlief noch halb und meine Mutter schien das Abendessen machen zu wollen und dagegen hatte ich definitiv nichts, denn ich hatte einen riesigen Hunger. So machte ich erst einmal das Abendbrot für alle Pferde fertig, damit sie noch ein wenig beschäftigt wären. Doch wie es aussah, schien die beiden Hengste der Neuankömmling nicht zu stören. Um so besser. Als ich mit allem fertig war, verstaute ich noch Ravis Ausrüstung in unserer Sattelkammer, dann kontrollierte ich noch mal die drei Pferde, eh ich das Licht ausschaltete. Nachdem ich die Stalltür hinter mir geschlossen hatte, lief ich schnell ins Haus, denn draußen waren schon wieder unter -10°C und das war nicht angenehm, im Stall gab es dafür extra einen Holzofen im Reiterstübchen, welcher auch schön heizte. Welch erfolgreicher Tag heute doch gewesen war. Während des Essens schwieg ich und danach zog ich mich auch direkt in mein Zimmer zurück, auf großartige Fragen hatte ich heute keine Lust mehr.
    • Gwen
      Pflegebericht 27.02.2013 - Verschrecktes Reh

      “Gwen! Steh auf! … Wir brauchen deine Hilfe!” Mehr bekam ich von dem Gequassel meiner Mutter nicht mit, welche auf meiner Treppe stand und krampfhaft versucht, mich mit ihrer Stimme aus dem Schlaf zu holen. Ich drehte mich auf die andere Seite, um sie anschauen zu können und wollte erst einmal wissen, was denn los war. Denn zu meiner Verteidigung: Es war ein kalter, grauer Wintersonntag und mein Wecker zeigte mit 7.30 Uhr an, definitiv eine untypische Zeit. Doch dann konnte ich dem gehasteten Vortrag meiner Mutti die beiden Wörter Ohnezahn und Kathy entnehmen und das sagte eigentlich schon alles. Ich sprang aus dem Bett und zog mir rasch meine Sachen an. Zusammen mit meiner Mutter eilte ich hinaus zu unserer Hausweide, wo ich meine Schwester total in sich gesackt und weinend am Zaun sitzen sah. “Er ist einfach…einfach…weggerannt. Ich wollte das nicht…Gwen, wirklich nicht!” schluchzte sie. Auch wenn es gemein war, ignorierte ich ihr Gestammel. Stattdessen schaute ich mich um. Der kalten Nacht verdankten wir einen kräftige neue Schneeschicht und die Hufspuren waren eineindeutig zu sehen, als kämpfte ich mich zum Stall durch und schob mich durch die Tür. “Ravi, ich brauche deine Hilfe.” murmelte ich, während ich die an der einen belebten Box vorbei lief, um eine Trense zu holen. Danach schleimte ich mich mit einer Karotte bei unserer Stute ein und trenste sie geschwind auf, eh ich sie aus dem Stall führte. Mit ihren 1.49m Stockmaß machte sie es mir jedoch nicht leicht, ohne Hilfe auf ihren Rücken zu gelangen. Gott sei Dank besaß die Stute eine Engelsgeduld und mit viel Gewürge schaffte auch ich es auf den blanken Rücken. Im übrigen war es von mir nicht beabsichtigt, ohne Sattel zu reiten, nicht dass ihr denkt ich will wie eine Pferdeflüsterin wirken. Im Gegenteil, ich hätte tausend mal lieber einen Sattel gehabt, aber der war noch bei unserem Sattler in Bearbeitung beziehungsweise wir hatten noch nicht einmal einen wirklich gekauft. Und der übernommene passte ihr gar nicht mehr, dafür war sie schlichtweg zu dick geworden. “Ich finde ihn.” startete ich einen halbherzigen Versuch, Kathy zu trösten. Dann trieb ich Ravi an und wir bahnten uns einen Weg durch den kniehohen Schnee, immer den Spuren entlang.
      “Wer weiß wo Toothless schon steckt…” seufzte ich und tätschelte Ravi den Hals. Oh nein! Erst jetzt fiel mir noch meine Dummheit auf, ich hatte weder Leckerlies noch irgendeine Art von Halfter dabei. Selbst wenn ich Toothless also finden würde, wie sollte ich ihn dann zurück zum Stall bringen? Während wie also durch den eiskalten Wald dümpelten, regte ich mich künstlich über meinen Idiotismus auf. Allerdings fragte ich mich auch, wie Toothless abhauen konnte. Meine Schwester und meine Mutti brachten ihn zwar äußerst ungern auf die Weide, aber bisher, war er noch nie abgehauen oder hatte auch nur annähernd Anstalten dazu gemacht. Der Verkauf von Brownie schien ihn doch getroffen zu haben. Wir, also Kathy und Mum, hatten entschieden, den Hengst wieder zu verkaufen und stattdessen Ravi zu holen. Wohl wahr, Brownie war einfach zu viel Turnierpony gewesen, als dass er unsere doch robuste Haltung ausgehalten hätte. Immerhin war er geschoren zu uns gekommen und selbst mit Decke kann ich mich an keinen Tag erinnern, wo er nicht hustete. Nun musste Toothless aber alleine auf der Weide stehen und das schien dem Guten wahrlich nicht zu gefallen. Denn bisher war er noch ein Hengst, da der Tierarzt es bei den Wetterbedingungen einfach nicht zu uns schaffte. Sonst hätte er schon längst mit Ravi zusammenstehen können, aber wahrscheinlich hätte ihm das auch nicht gereicht, denn seinen Freund hätte sie nicht so schnell ersetzen können. Nach Ewigkeiten des Wanderns gelangten wir auf eine Waldlichtung. “Oh je…” stöhnte ich. Toothless schien auf der Lichtung hin und her gehetzt zu sein, denn die Spuren gingen kreuz und quer. Doch Ravi spitzte schon die Ohren und blickte nach rechts, sie schien etwas erspäht zu haben. Tatsächlich schlich ein kleiner Ponyhengst aus seinem Versteck heraus auf uns zu. Ich musste mir wahrlich ein Lachen verkneifen. Toothless’ Haar war voller Tannenzweige und dreckig sah er auch noch aus, wie ein richtiges Wildschwein. “Toothless? Kommst du mit nach Hause?” Eigentlich dämlich, aber was anderes viel mir nicht ein, denn ich hatte nichts womit ich ihn hätte holen können. Allmählich wanderte der kleine Schimmel auf uns zu, beschnupperte zunächst Ravi, danach mich. “Ist dir auch so kalt wie mir?” seufzte ich und streckte ihm meine Hand entgegen. Diese zog ich jedoch recht schnell zurück und wendete Ravi, um unseren Heimweg anzutreten. “Kommst du?” fragte ich, als wir uns schon etwas weiter entfernt hatten, Toothless und blickte ihn an. Dann drehte ich mich wieder um und musste lächeln, als ich es traben hörte und ein brummelndes Pony neben mir auftauchte und sich an Ravis Seite genehmigte.
      Der Heimweg dauerte Stunden und als wir endlich den Hof sahen, waren wir alle komplett durchgefroren. Wie selbstverständlich ritt ich mit Ravi auf die Weide und da Toothless uns schon ewig hinterher trottete, fiel ihm auch das nicht auf. Dann sprang ich von dem Rücken der Stute, schloss schnell das Gatter und schnappte mir das Halfter, was immer noch am Boden vor dem Tor lag. Ohne Probleme ließ sich Toothless aufhalftern und so konnte ich beide Pferde in den Stall bringen. Zu allererst wurden beide in ihre Boxen verfrachtet und eingedeckt. Dann mischte ich warmes Mash mit Obst und Mineralien an, um die beiden auch innerlich aufzuwärmen. Nachdem beide genüsslich mampften, verschwand ich erstmal kurz ins Reiterstübchen und zündete den Holzofen, welcher den ganzen Stall erwärmte neu an und legte einiges an Holz nach. Dann begann ich noch Toothless gründlich zu putzen, damit er wieder nach Pony aussah und auch Ravi gönnte ich eine Massage, denn laut unserer Stalluhr war es jetzt schon 13.00 Uhr. Nachdem beide Pferde versorgt waren, gab es noch eine kleine Heuration und dann schloss ich die Stalltür gut hinter mir ab und huschte ins Haus. Dort huschte ich sogleich unser Bad und ließ angenehm heißes Wasser in die Wanne. Denn auch ich war wie ein Steinklotz, kein Wunder nach fünf Stunden auf dem Pferderücken in dieser Kälte.
    • Gwen
      Pflegebericht 01.05.2013 - Carpe Diem

      Ich gähnte genüsslich und blickte zufrieden aus dem Fenster. Es war erst um acht und doch schien schon die Sonne in mein Zimmer. Der Frühling zauberte mir schon jetzt ein Lächeln ins Gesicht. Es war einfach herrlich zu sehen, wie alles wieder zu leben begann. Die letzten Wochen der Kälte und des Schnees hatten sich endlos gezogen und hier in Kanada jede Bewegung lahmgelegt. Nicht mal mehr die Pferde hatten auf die Weide gewollt, sondern waren lieber im warmen Stall geblieben. Nun war seit einer Woche der Schnee verschwunden und die Temperaturen stiegen sogar fast über 10°C! Da musste man glatt aufpassen, nicht gleich mit schwitzen anzufangen. Der Frühling weckte in allen wieder den Tatendrang, so dass ich sogar motiviert war, in der Schule mein Bestes zu geben. Heute hatte ich frei, warum hatte ich nicht ganz verstanden, wahrscheinlich einer dieser beweglichen Ferientage, den sie Gott sei Dank auf diesen wundervollen Tag gelegt hatten! In den letzten Wochen hatte sich bei uns viel getan, denn damit wir wieder ein ausgeglichenes Verhältnis haben würden, wollten wir uns noch zwei Pferde anschaffen, eine Stute und einen Hengst. Eher gesagt, die Stute war schon da. Auf einem Turnier waren wir auf Magical Touch, eine wundervolle Irish Tinker Stute, gestoßen und hatten uns sofort verliebt. Außerdem passte sie hervorragend zu Ravi, welche nun eine Weidepartnerin besaß. Auch für Toothless hatten wir uns mächtig ins Zeug gelegt, bis ich aus Zufall auf die Seite einer New Forest Zucht gestoßen war und mich in Altair verliebt hatte. Ich muss zugeben, inzwischen begann ich mich mit meinem Schicksal abzufinden, nachdem wir nun schon über einem halben Jahr in Kanada waren und da die Pferde meine einzigen Verbündeten in manchen Sachen zu sein schienen, pflegte ich inzwischen ein inniges Verhältnis zu ihnen. Unten in der Küche erwartete mich schon ein frisch gedeckter Frühstückstisch und meine Familie. Gemeinsam mit meiner Mutter und meiner Schwester frühstückte ich in aller Ruhe. „Kathie, kommst du?“ rief ich eine halbe Stunde später ungeduldig vom Flur aus, wo ich schon fertig angezogen stand. Erst wollte sie unbedingt mithelfen, die Pferde auf die Weide zu bringen und nun? Trödelte sie herum. Als sie dann auch endlich fertig war, liefen wir flott in den Stall, ich warf Kathie die Halfter von Magic und Ravi zu, während ich mir selbst das von Toothless schnappte. Trotz der positiven Entwicklungen in den vergangenen Monaten, war Toothless immer noch sehr scheu und misstraute dem Menschen mehr als alles andere. Ich musste aber auch ehrlich zugeben, dass ich mich nicht großartig mit ihm beschäftigt hatte, dazu hatte uns beiden in den kalten Monaten einfach die Motivation gefehlt. Dennoch ließ er sich problemlos aufhalftern, denn er wusste genau, dass ich ihn nur auf seine Weide bringen würde. Die beiden Stuten vergnügten sich schon in der Morgensonne und auch Toothless konnte es kaum erwarten, auf seine Weide zu gelangen. Danach marschierte ich zurück in den Stall, um gemeinsam mit meiner Schwester auszumisten. Eine Stunde lang wirtschafteten wir im Stall, um alles wieder auf Vordermann zu bringen. „Wie wäre es mit einem gemütlichen Ausritt als Belohnung? Wir sollten unseren freien Tag nutzen.“ grinste ich meine Schwester an. „Aber ich mag Magic reiten!“ quietschte sie freudig und holte die Stute von der Weide, ehe ich etwas antworten konnte. Lächelnd holte ich mir Ravi von der Weide. Ich mochte die kräftige Mixstute und ritt gerne mit ihr aus. Meine Schwester stand da jedoch mehr auf die Tinkerstute mit ihrer langen Mähne. Wenn Magic nicht mehr in die Kaltblutrichtung gegangen wäre, wäre sie bei mir schon längst als Barbiepferd verschrien gewesen. Wir putzten beide Stuten gründlich, ehe wir uns ans Satteln machen. Die beiden Tiere warfen schon jetzt Unmengen von Winterfell ab, wie würde das nur werden, wenn es noch wärmer werden würde? Innerlich stöhnte ich schon auf, wenn ich an diese Arbeit dachte. Als wir fertig waren, schwangen wir uns in die Sättel und ritten gemütlich los, so konnte man seine schulfreien Tage wahrlich genießen! „Heute bestehe ich aber auf eine Revanche!“ jauchzte Kathie. „Und diesmal werden Magic und ich gewinnen!“ grinste sie. Ich schüttelte nur lachend den Kopf, vielleicht war Ravi schon älter als Magic und doch war die Stute in Wettrennen einfach unschlagbar.
    • Gwen
      Tierarztbesuch 30.06.2015 - Tierklinik Dawning of a new Day
      © NeverTheLess

      Gwen gab mir einige Tage nachdem ich ihre drei neuen Kaltblüter untersucht hatte noch einen Auftrag. Ich sollte Ohnezahn, Altair, Ravi und Magical Touch komplett impfen und entwurmen. Die Wurmkur war schnell eingepackt und ich waschte die Spritzen, ehe ich sie mit dem Impfstoff füllte. Dann packte ich alles in mein Auto und fuhr los. Ihr Hof war nicht sehr weit von der Klinik entfernt, also war ich sehr schnell da. Sie hatte die vier Pferde schon angebunden und wartete auf mich. Ich begrüßte sie kurz und packte dann alles aus. Als erstes kam Ohnezahn dran, weißes New Forest Pony. Er war recht scheu und zog immer wieder sein Kopf weg, als ich ihn streichelte, da er die Spritze in meiner anderen Hand bemerkte. Gwen kam zu uns und beruhigte ihn und er wurde sofort still. Ich nutzte den Moment und führte die Spritze in seine Haut am Hals ein, bis der komplette Impfstoff in ihm war. Ich lobte ihn und ging dann zu Altair, ein brauner New Forest Hengst. Hier verlief die Impfung ohne Probleme, sodass ich mich direkt meinem nächsten Patienten widmen konnte, Ravi, ein Norwegermix. Ich holte die Spritze für sie und erst ging sie einige Schritte zurück, als ich sie jedoch streichelte, wurde sie ruhiger und ließ sich impfen. Magical Touch, eine Irish Tinker Stute, war sehr ruhig und ließ alles über sich ergehen, ohne irgendwelche Probleme zu machen. Ich lobte die Stute und ging dann zurück zu meinem Auto, wo ich vier Portionen Heu mit der Wurmkur fertig stellte. Ich gab erst Ohnezahn eine Hand voll Heu, dann Altair, dann Ravi und dann Magical Touch. Alle Pferde nahmen die Wurmkur, die in dem Heu vermischt war, ohne Probleme an. Somit war ich auch hier fertig und konnte meine Sachen einpacken.
    • Gwen
      Pflegebericht 23.07.2013 - Unser erstes Turnier

      „Kathy! Wir müssen uns fertig machen!“ rief ich ungeduldig und schon fertig angezogen von der Tür aus. Es war früh um sechs und wenn wir nicht in einer Stunde losfahren würden, würden wir es nicht pünktlich zum Turnier schaffen. Ich lief wieder hinaus zum Stall, wo bereits alle Pferde gefüttert waren und ich mich daran machte, die Tiere auf die Weiden zu bringen. Nur Altair und Ravi ließ ich im Stall, um dann mein Pferd turnierfertig machen zu können. Kathi war äußerst unglücklich gewesen, als sie Ravi reiten sollte, wobei dies eigentlich zu ihrem eigenen Wohl gewesen wäre, da ich aber die gutmütige Scheckin erst in unserem Stall geholt hatte, war ich mit einem Tausch schnell einverstanden gewesen. So machte ich mich nun daran, sie für unsere heutige Prüfung vorzubereiten. Gestern hatten wir beide Pferde gründlich gewaschen und mit Decke in die Box gestellt, sicherlich übertrieben, aber es war ja unser erstes Turnier. Dafür war Ravi jetzt aber auch richtig sauber und ich brauchte nur die Hufe fetten, den Schweif einflechten und ihr noch ihre Turnierzöpfchen zu verpassen. Schnell war ich damit fertig und konnte die gesamte Ausrüstung in unseren Jeep verfrachten, genauso wie mein Pferd in den Hänger. Dann half ich Kathi noch mit Tair, damit wir endlich los konnten. Mama hatte in der Zwischenzeit ein riesiges Proviantpaket angefertigt und wartete nun schon vor dem Lenkrad auf uns beide. Wir fuhren fast zwei Stunden, aber das war eben der Nachteil, wenn man mitten im kanadischen Wald lebte, so schön es manchmal auch war. Die Pferde überstanden die Fahrt jedoch ohne Probleme und der Turnierplatz war einfach nur fantastisch. Riesig und idyllisch, so wie die Atmosphäre für Pferde am angenehmsten war. Wir bauten unsere Paddocks auf und holten die Pferde aus dem Hänger. Ravi war die Ruhe selbst und begann direkt zu grasen. Altair hingegen hüpfte regelrecht aus dem Hänger, blähte die Nüstern und schaute sich hektisch um. Als Hengst hatte er es hier wirklich nicht leicht. Während wir die Pferde versorgten, kümmerte sich unsere Mutti um das Organisatorische. Als sie wieder da war, hatten wir unsere Startnummern. Allmählich machten wir die Pferde fürs Warmreiten fertig. Immer noch machte Tair tierische Probleme, doch Kathi bestand darauf, ihn reiten zu wollen und ich schwieg, denn Diskussionen wären sowieso sinnlos. Ich war einige Teilnehmer vor Kathi dran, so dass ich mich natürlich mehr beeilte, was mit Ravi jedoch kein Problem war. Auf dem Abreitplatz herrschte reger Betrieb, doch es war angenehm, dass ich nicht die einzige mit einem Mixpony war, in Kanada musste man nicht die Pein über sich ergehen lassen, nur zwischen den Turnierpferden von reichen Unternehmenstöchtern hindurchzureiten. Wir hatten alle Gangarten durch, als wir aufgerufen wurden. Es war zwar nur eine E-Dressur, dennoch war ich total aufgeregt. Ravi war das Gegenteil von mir, sie lief wunderbar am Zügel und so entspannte auch ich mich allmählich. Jedoch verpatzten wir ein wenig die Begrüßung, weil ich zu der Zeit einfach noch zu aufgeregt war, ich hatte schon lange an keinem Turnier mehr teilgenommen. Wider Erwarten lief unsere Prüfung jedoch ganz gut ab und als wir beide verschwitzt das Dressurviereck verließen, zeigte die große Tafel eine Note von 6,9 an. Für mein erstes Turnier war ich äußerst zufrieden und lobte Ravi ausgiebig. Ich ritt sie ab und machte sie dann flott fertig, denn ich wollte unbedingt Kathis Ritt sehen. Ravi bekam noch eine Möhre zur Belohnung, dann gesellte ich mich neben meine Mutti. Gerade ritt Kathi in die Bahn, doch man sah ihr ihre Nervosität an. Auch Tair war nicht er selbst. Der Hengst lief zwar am Zügel, doch man merkte, wie gezwungen er wirkte. Die Situation schien sich auch immer mehr zu zuspitzen und lange würde das nicht mehr gut gehen. Gesagt, getan. Gerade als Kathi bei A angaloppieren sollte, drehte Tair durch. Der junge Hengst begann quer durch das Viereck zu springen und sah hinter jedem Blumentopf ein Gespenst. Ich hätte mir am liebsten die Augen zugehalten. Endlich war Kathi aus dem Viereck raus und wir liefen direkt zu ihr. Ich hielt Altair fest, während Mum ihr mehr oder weniger aus dem Sattel half und sie umarmte. Kathi standen die Tränen in den Augen. „Komm, wir gehen erst einmal zum Auto.“ murmelte meine Mutti und ich übernahm das Pferd. Schnell hatte ich den Hengst samt Abschwitzdecke auf seinen Paddock gemacht und tröstete gemeinsam mit meiner Mum Kathi. „Wenigstens wissen wir jetzt, an was wir arbeiten müssen. Außerdem ist es nicht deine Schuld, wir hatten einfach zu wenig Trainingszeit.“ ich lächelte sie tröstend an und reichte ihr eine Cola und ein Sandwich. Bald hatte sich meine kleine Schwester wieder einbekommen und ich machte mich daran, unser Zeug wieder zu verstauen, als meine Mutti mich rief. Zu meiner absoluten Verwunderung sollte ich Ravi für die Siegerehrung fertig machen! Kathi, der es wieder einigermaßen gut ging, half mir grinsend dabei. Als wir dann im Ring standen, war ich fassungslos, mit unserer 6,9 hatten Ravi und ich es zu einem 2. Platz geschafft! Ich war glücklich und stolz zugleich, das erste Turnier war einfach super gelaufen! Wir ritten noch die Siegerehrung mit und machten uns dann für die Heimreise fertig. Wie üblich zu Turniertagen kamen wir erst 19 Uhr wieder auf unserer Ranch an. Dort galt es dann, Ravi und Tair zu ihren Weidekumpanen zu stecken und die Stallarbeit zu machen. Als alle Boxen fertig waren, durften unsere Tierchen in den Stall und bekamen ihr Abendbrot. Schon kurz nach dem Abendessen fiel ich todmüde ins Bett, Kathi erging es nicht anders, diese Nacht würden wir gut schlafen.
    • Gwen
      Pflegebericht 21.08.2013 - Der Kampf um das rohe Ei

      „Gwen! Los jetzt!“ rief meine Mutti in den Stall und ich führte Ravi flott aus ihrer Box und zum Hänger. Wie immer stieg unsere Mixstute ohne zu Mucken in den Hänger und ließ sich brav anbinden. „Hast du alles? Wir müssen nämlich los, sonst kommen wir zu spät.“ hetzte meine Mutti weiter und ich überprüfte noch einmal flott alles, ehe wir losfuhren. Ich war total aufgeregt und heute morgen schon um sechs aufgestanden, um alles für den heutigen Tag fertig zu machen. Wir fuhren zu den Reiterspielen und dieses Mal würden wir sogar teilnehmen, also ich mit Ravi. Da wir ziemlich abgelegen wohnten, dauerte die Fahrt natürlich auch wieder ein Weilchen, doch heute konnte ich die Zeit nicht zum schlafen nutzen, sondern ich machte mir schon die ganze Zeit Gedanken über den Parcours und was uns wohl erwarten würde. Als wir auf dem Gelände ankamen, suchten wir uns ein ruhiges Plätzchen und ich baute den Paddock für Ravi auf, während meine Mutti sich um den Schreibkram kümmerte. Als sie wieder kam hatte sie ein großes Grinsen im Gesicht. „Deine Aufgaben sind ja äußerst amüsant, viel Spaß ihr beiden!“ lachte sie fröhlich und reichte mir einen Stapel Zettel. „Und wisst ihr, welche Startnummer ihr seid? Die Nummer 1.“ Geschockt schaute ich meine Mutti an, gerade auf so etwas hatte ich nicht gehofft. Die ersten zu sein, die den Parcours durchlaufen mussten, war weiß Gott nicht nett. „Was solls, wir können es eh nicht ändern.“ lächelte ich und kraulte Ravis Stirn. Ich machte erst Ravi fertig und dann zog auch ich mich um. Schnell befestigte meine Mutti noch meine Startnummer an meinem T-Shirt, ehe ich meinen Helm schnappte und mit Ravi zum Abreitplatz ging. Dort tummelten sich Gott sei Dank nur ein oder zwei Reiter, so dass wir genug Platz hatten, um uns ordentlich zu erwärmen. Währenddessen ging ich mit meiner Mutti die Aufgaben durch und sie zeigte mir den Aufbauplan des Parcours. Allmählich stieg mein Optimismus, so schlimm würde es schon nicht werden! Als wir dann jedoch aufgerufen wurden, rutschte mir das Herz wieder in die Hose. „Viel Glück, Liebling!“ rief Mama mir noch einmal zu und verschwand dann noch einmal zum Auto. Ich stöhnte leise, die holte garantiert ihre Kamera, oh weia!
      Der Reitplatz war riesig und ich war dankbar, dass die Stationen nummeriert waren, denn den Plan hatte ich schon längst wieder vergessen. Auch wurden die Aufgaben nochmals angesagt, so dass ich ganz beruhigt sein konnte. Wie immer war Ravi das Gegenteil von mir, wahrscheinlich hatte sie schon oft genug in ihrem Leben bei so etwas mitgemacht. So schaute sie sich auch heute nur mit neugierig gespitzten Ohren um und schien äußerst motiviert zu sein. Die erste Aufgabe wurde angesagt und ich ritt los, um direkt mit dem Slalom anzufangen. Laut Aufgabe musste man von links beginnen, also taten wir das auch. Bisher war noch alles gut, denn den Slalom schafften wir mit Bravour und das Publikum klatschte, als wir durch waren. Nun wurde es schon schwieriger, denn jetzt ging es um meine Geschicklichkeit. Zu meinem Glück reagierte Ravi wie immer brav auf meine Hilfen, blieb also direkt neben der Tonne stehen, so dass ich mir alle drei Hufeisen schnappen konnte und zur Linie vor ritt. Ich blieb sicherheitshalber ein klein wenig vor der Linie stehen, denn sollte Ravi doch einmal einen Schritt vorwärts machen, wenn ich warf, würde sie so die Linie nicht übertreten. Gott sei Dank war der Eimer relativ groß, doch ein Hufeisen zu werfen war alles andere als leicht. Ich wusste gar nicht so recht, wie ich das Teil anfassen sollte, erst recht nicht, wie ich es werfen sollte. Der erste Wurf ging deshalb ziemlich daneben, ich hatte nur Glück, dass mein Eisen mit der einen Ecke doch noch am Eimerrand hängen blieb und scheppernd hineinfiel, ansonsten wäre es wohl klaglos darüber hinweg geflogen. Bei meinem zweiten wusste ich es nun besser und das landete auch glatt in dem Eimer. Nun atmete ich tief ein, denn auch das dritte Eisen wollte ich nicht versauen. Als ich warf, war ich noch recht optimistisch, doch dann landete das Eisen nur auf dem vorderen Rand des Eimers und blieb dort auch hängen. Ein Raunen ging durch das Publikum und auch ich war nicht gerade glücklich darüber. Dennoch mussten wir weiterkämpfen! Der Sprecher sagte bereits die nächste Aufgabe an und die würden wir bestimmt nicht in den Sand setzen. Ich musste mit Ravi durch ein Stangenlabyrinth reiten und es klappte besser als gedacht. Auch wenn es Ravi anscheinend eindeutig zu langsam ging, machte sie brav mit und ging fein säuberlich um die Ecken, ohne auch nur eine Stange zu berühren. Ich atmete wirklich auf, als wir das geschafft hatten, denn hätte Ravi keine Geduld mehr gehabt, wäre sie einfach zur Seite über eine der Stangen rausgelaufen. Die nächste Aufgabe hatte es schon wieder in sich und gerade ich mit meinem Gleichgewichtssinn würde da wohl zu tun haben. Das Glas Wasser zu schnappen war noch einfach und ich konnte von Glück reden, dass Ravi so fein auf Gewichtshilfen reagierte und solche Aufgaben auch äußerst gerne machte. So lief die Stute fast von alleine durch die beiden Stangen und ich konnte mich auf das Glas Wasser in meiner Hand konzentrieren. Ich hatte schon immer Probleme, meine Tasse Tee heile die Treppe hoch in mein Zimmer zu bringen, umso unmöglicher erschien mir das Lösen dieser Aufgabe hier. Und dann kam ja noch der Burner, nämlich der zweite Slalom des Parcours. Da ich mich nun vermehrt auf Ravi konzentrierte, klappte das mit dem Glas natürlich nur halb so gut und uns ging einiges an Inhalt verloren. Denn schafften wir es noch, fast über die Hälfte des Wassers in den Eimer hinter dem Slalom zu schütten. Bei der nächsten Aufgabe war ich dankbar um Ravis breiten Rücken, denn wir sollten ein Tablett von einer Tonne aus zum Tisch transportieren. Das klang vielleicht gar nicht so schwer, aber einfach war es ganz und gar nicht. Als wir zum Tisch ritten, rutschte mir eine der Gabeln vom Tablett, also musste ich noch vorsichtiger sein, denn nun ging es noch einmal um den Tisch, um ihn gründlich zu decken. Ravi blieb immer stehen, wenn ich es ihr sagte und lief auch erst wieder los, wenn ich es wollte. So hatten wir außer unserem Gabel-Verlust alles auf den Tisch gebracht. „Fein gemacht.“ lobte ich Ravi und tätschelte ihr den Hals. „Och nein!“ stöhnte ich auf, als ich die nächste Aufgabe hörte. „Kann das nicht mein Pferd übernehmen.“ murmelte ich und die Helfer von dieser Station mussten lachen. Ich sollte drei Bananen von da oben runter holen und für mich erschien diese Aufgabe jetzt schon als gescheitert. Während ich mich in die Steigbügel stellte und versuchte, die erste Banane zu schnappen, versuchte Ravi das Gleiche mit einer anderen. Doch keiner von uns beiden schaffte es und ich war froh, dass es hier kein Zeitlimit gab. Für mich kam es vor wie eine Ewigkeit, ehe ich endlich drei Bananen geschafft hatte. Bei der letzten hatten Ravi nur noch bockig dagestanden, da sie selbst nicht an die Bananen kam und hatte die Helfer so schon wieder zum Schmunzeln gebracht. Die nächste Aufgabe hasste ich! Den Eierlauf hatte ich schon einmal in den Reiterferien machen dürfen und kläglich verloren. Auch heute sah es zu Beginn nicht berauschend aus, das Ei neigte zu zu viel Bewegung. Aber Ravi ihre Ruhe und ihr entspannter Schritt durch den Slalom ließen uns es doch schaffen. Den Stangendurchgang schafften wir danach mit Leichtigkeit. Ich war überglücklich, denn diese Aufgabe hätte ich ohne meine treue Gefährtin wirklich nicht geschafft! Und parierte ich Ravi wieder ein Stückchen vor der Linie durch, schnappte mir das Ei und knickte es dabei schon leicht an, Gott sei Dank war das nun egal. Mit einem schwungvollen Wurf schmiss ich das Ei entgegen der Pfanne und es landete sogar noch knapp darin, spritzte aber so doll auseinander, dass alle Beteiligten etwas abgekamen. Als der Sprecher nun Aufgabe 8 ansagte, musste ich grinsen, zumindest meine Stute würde diese Aufgabe mit Bravour erledigen. Ich schwang mich aus dem Sattel und führte Ravi zu dem linken Eimer, als sie die Äpfel im Wasser schwimmen sah, war es um sie geschehen und sie begann eifrig zu fischen. Ich war da nicht ganz so motiviert, hielt lieber die Luft an und tauchte ins Wasser. Die Äpfel waren äußerst stur und ließen sich leider nicht so einfach fangen. Ich gurgelte eine Weile in dem Eimer herum, ehe ich einen Apfel an den Rand schieben und mir dort schnappen konnte. Glücklich tauchte ich wieder auf und lauschte dem Sprecher. „Drei zu eins für Pferd und Reiter.“ lachte dieser und ich schaute rüber zu meiner Stute, welche laut ihrer Schnute nun schon mehr als einen Apfel gemampft hatte. Es war schwer, sie von ihrem neuen Lieblingsplatz wieder wegzubekommen, doch mir zu Liebe kam sie dann doch mit. Wahrscheinlich wollte sie sich die nächste Aufgabe nicht entgehen lassen. Ich schnappte mir den Sack und hüpfte äußerst motiviert neben ihr her, das schien sie auch ziemlich lustig zu finden und fing an zu flehmen, und brachte so das gesamte Publikum zum Lachen. Ich war froh, als wir Station 10 erreicht hatten. Dort hatte ich jedoch schon Sorge, dass Ravi den Hüpfeball nicht ganz so cool finden würde wie ich, doch wie immer überraschte sie mich. Aber statt brav neben mir her zu laufen, trabte sie permanent an, denn ihr schien es Spaß zu machen, mich jetzt noch einmal zu ärgern. Noch zwei Meter und dann hätten wir es geschafft! Ich jubelte überglücklich, als wir die Ziellinie überquerten und umarmte Ravi. „Die letzte Aufgabe besteht darin, den gesamten Parcours noch einmal rückwärts zu durchlaufen!“ tönte es aus den Lautsprechern und ich erstarrte. Stöhnend schaute ich zurück zu dem Hüpfeball und ging in Gedanken den Parcours rückwärts durch, fragend wie ich das nun machen sollte. Das würde ganz und gar kein Spaß werden!
      Als dann der Sprecher jedoch sagte, es wäre nur ein Scherz gewesen, brav ich zusammen mit dem Publikum in schallendes Gelächter aus und als alle so tobten, erschrak sich tatsächlich mal meine Stute! So dass ich ihr direkt um den Hals fiel und mich freute wie ein Eichhörnchen. Gemeinsam verließen wir den Parcours und wurden von Mutti empfangen. Diese lobte uns beide ausgiebig und brachte uns wieder zum Hänger. Dort sattelte ich Ravi ab und stellte sie auf ihren Paddock. Als Belohnung bekam sie von Mama einen Obstkorb mit vielen Köstlichkeiten, welche sich Ravi natürlich nicht entgehen ließ und auch für mich hatte Mama meine Lieblingssandwiches gemacht, welche ich nun genüsslich essen konnte, nachdem ich mich sauber gemacht hatte. Gemeinsam mit Mama schaute ich mir die äußerst amüsanten Fotos an, welche sie gemacht hatte. Dann beobachteten wir noch die Durchgänge von den anderen Teilnehmern, während wir auf unser Ergebnis warteten. Ich war gespannt wie wir abgeschnitten hatten, da ja nicht alles reibungslos geklappt hatte. Die Richter sagten jedoch, dass sie die Entscheidung noch ein wenig überdenken müssten und würden uns es erst in den kommenden Tagen mitteilen. Also packten wir unsere Sachen und fuhren total k.o. nach Hause.
    • Gwen
      Hufschmiedbesuch 08.09.2013 - Hufschmiede Cavallo Volante
      © Jackie

      Als es gerade zum Morgen dämmerte, erhielt ich einen Anruf. "Cavallo Volante hier, wie kann ich Ihnen helfen?". Ich vernahm eine bekannte Stimme, richtig es war Gwen! Ich sollte gegen 11 Uhr vorbeikommen, darum räumte ich schon einmal Werkzeug und Eisen in meinen Wagen und mein Angestellter und Freund Ty half mir dabei. Meine Privatschmiede war nicht gerade klein - weshalb wir einige Angebote und Behandlungen anboten. Nur selten nahm ich mobile Aufträge an, doch heute war einer der Fälle - denn 4 Pferde zu transportieren war äußerst umständlich. Außerdem hat Gwen berichtet, das Ohnezahn nicht gerade einfach vom Umgang her sei. Gegen 11 Uhr parkte ich meine Mobile Schmiede auf Gwens Hof. Gwen kam schon auf mich zu, begrüßte mich und augenblicklich nahm ich schon ihr erstes Pferd entgegen. Es war Ravi, eine wirklich schicke Stute. Nachdem ich sie auf- und abführen gelassen hatte (glücklicherweise konnte ich kein Lahmen feststellen), schnappte mir meinen Hufbock, der mich beim Halten der Hufe unterstützte. Zuerst schnitt ich mit meinem Hufrinnmesser den Huf zurecht, knipste mit der Beschneidezange überflüssiges Horn am Huf ab und raspelte zum Schluss den Huf glatt. Ehe wir fertig waren, pinselte ich noch Ravis Hufe mit einem wohlriechenden Eukalyptus- und Lorbeerenöl ein. Dieses wollte ich Gwen außerdem zum Schluss noch geben. Als nächstes war Magical Touch an der Reihe. Sie war eine größere Irish Tinkerstute. Gwen führte sie mir über den Huf damit ich mir ihren Gang ansehen konnte. Lahmen tat sie nicht. Also ging ich wie auch bei Ravi, mit ihr vor. Ich schnitt den Huf zurecht und raspelte ihn glatt. Das Ganze war ziemlich anstrengend, aber es war immerhin mein Beruf. Nachdem Magical wieder auf allen Vieren stand, pinselte ich auch ihre Hufe mit wohltuenden Huföl ein. Als ich schließlich fertig war, bat ich Gwen, mir Altair über den Hof zu führen. Er war ein äußerst schickes Springpferd. "Ich würde ihm vorne mit Sprungeisen beschlagen. Diese sind nicht so schwer, aber auch nicht zu weich, so dass diese nicht schnell abnutzen. Außerdem gebe ich dir noch Stollen dazu, diese sollte man allerdings nach jeder Anwendung wieder abnehmen, da es sonst zu Verletzungen kommen könnte." Gwen nickte aufmerksam. Ty hatte, währenddessen ich mich mit Gwen unterhalten hatte, schon den Hufbock genommen und die Hufe zurechtgeschnitten. Sie waren noch nicht all zu lang, weshalb es nicht so viel zu machen gab. Ich übernahm dann die Aufgabe sie zu beschlagen. Dies ging (so vernahm ich es) relativ schnell. Nachdem auch Altair's Hufe mit dem Huföl eingepinselt wurden waren, sollte ich mich um Ohnezahn kümmern. Gwen sagte bereits das er noch nie beim Hufschmied war und ziemlich... eigensinnig sein konnte. Glücklicherweise hatte ich schon Erfahrung mit solchen Pferden. Ohnezahns Hufe waren schon etwas lang gewachsen, doch diese kürzte ich in wenigen Minuten. Ty hielt mir währenddessen Ohnezahn fest, so das er mich nicht stören konnte. Er genoss meine Anwesenheit zwar nicht so sehr wie die anderen Pferde, aber dass musste er einfach über sich ergehen lassen. "Lass das." ermahnte ihn Ty. Ich raspelte schließlich die Hufe glatt, doch das Geräusch machte Ohnezahn etwas nervös und er versuchte mir seinen Huf zu entziehen. "Ty wende bitte die T-Touch Massage an, damit er sich entspannt." Auf der Heartlandfarm verwendeten wir solche Mittel, um Pferde zu beruhigen. Ty massierte seinen Hals in kleinen kreisförmigen Bewegungen. Da das prima half, hatte ich bei den restlichen Hufen keine Probleme. Zum Schluss gab es noch ein gut riechendes Huföl und fertig waren Gwens Pferde. Ich reichte ihr die Kunststoffflasche Huföl, verabschiedete mich und fuhr vom Hof. "Was ein Tag." dachte ich im Geheimen.
    • Gwen
      Pflegebericht 24.09.2013 - Amber zu Besuch

      „Keine Sorge, du wirst sie mögen.“ lachte ich fröhlich, als ich gemeinsam mit Amber aus dem Bus ausstieg. Meine Schulfreundin war hin- und hergerissen, ob sie unserer Ranch einmal einen Besuch abstatten sollte oder nicht, heute hatte sie sich dann aber für die erste Möglichkeit entschieden und war mit mir mitgekommen. Schnell stellten wir unser Schulzeug im Hausflur ab und verschwanden dann direkt in den Stall. Im Reiterstübchen bot ich Amber erst einmal Kekse und ein Glas Orangensaft an, während ich mich auf den Weg zur Weide machte, um Ravi zu holen. Im Stall band ich sie an und putzte sie gründlich, während ich mich mit Amber unterhielt. Sie wirkte neugierig, aber auch ängstlich gegenüber der Stute. Als ich Ravi geputzt hatte, trenste ich sie auf und dann machten wir uns auf zu unserem Spaziergang. Amber hielt lieber ein wenig Abstand, schien aber nichts gegen Ravis Anwesenheit zu haben. Die Stute genoss die entspannte Bewegung. Nach den letzten stressigen Wochen wollte ich meiner Stute mal wieder ein wenig Erholung gönnen. Gemeinsam betraten wir den inzwischen buntgefärbten Wald und erzählten uns allerhand Geschichten. Auf meiner Lieblingslichtung machten wir ein Päuschen und ich ließ Ravi ein wenig grasen. Nachdem ich neugieriger Weise nachgefragt hatte, erfuhr ich, dass Amber bisher noch nie etwas mit Pferden zu tun gehabt hätte. Das erklärte natürlich auch ihr Verhalten und ich meinte nur, dass sich das noch ändern würde. Andererseits fand ich es natürlich schade, denn noch eine gute Freundin zum Ausreiten hätte nicht geschadet, aber konnte man nun mal nicht ändern. Ich war ja schon froh, hier in Kanada überhaupt jemand so netten kennengelernt zu haben. Und Amber war wirklich ein Sonnenschein, eher ruhig und zurückhaltend, aber echt eine gute Freundin. Nach einer halben Stunde waren wir schon mehr oder weniger durchgefroren, also machten wir uns schnell auf den Heimweg. Nachdem wir Ravi weggebracht hatten, erwartete Mama uns im Wohnzimmer schon mit zwei Tassen heißen Kakao, welche wir dankbar entgegennahmen. Dazu gab es einen schönen Film und alle waren glücklich.
    • Gwen
      Pflegebericht 31.10.2013 - Halloween!

      „Gwen? Wann kommen deine Freundinnen nochmal?“ fragte mich meine Mutti nun schon zum dritten Mal. Ich stöhnte leise auf, legte das Messer zur Seite und schaute zu ihr auf. „Immer noch kurz nach Mittag!“ knurrte ich unsanft und machte mich wieder daran das Obst für den Obstsalat zu schnippeln. Heute war Halloween und da ich gerne feierte und dieses Fest in Kanada sowieso recht weit verbreitet war, hatte ich Elii und Tikka eingeladen. Beide hatten sich einen weiten Weg vorgenommen, um uns extra auf der Nahanni Rivers Ranch zu besuchen und ich war ihnen dankbar dafür. Da sie auch ihre Pferde mitbrachten, sollten sie schon kurz nach Mittag kommen, damit sich die Vierbeiner erst einmal ausruhen würden können, das Gleiche galt natürlich für die Reiter. Ich war gerade dabei, Muffins zu backen, welche, sobald sie fertig wären durch Schokostäbchen und Smarties in Spinnen verwandelt werden würden. Sonst standen noch einige andere leckere Süßigkeiten zur Auswahl, dazu gab es natürlich auch etwas Gesundes, nämlich Obstsalat. Nachdem ich den fertig hatte, schob ich ihn in den Kühlschrank und machte mich an die Muffins.
      Die letzte Spinne verließ das Backblech, als plötzlich mein Handy summte. Es war eine SMS, welche mir sagte, dass Elii in einer Viertelstunde hier ankommen würde. „Kathy? Machst du das hier fertig? Ich mach derweil die Box für unsere Gäste fertig.“ lächelte ich und huschte raus in den Stall. Theoretisch standen auch zwei Weiden für die Hengste von Elii und Tikka bereit, aber ich war mir nicht sicher, wie aufgeregt die Kerle sein würden, also machte ich lieber auch eine Box fertig. In den Wäldern Kanadas fand man ein Pferd schließlich nicht so schnell wieder, erst recht nicht, wenn es sich hier nicht auskannte. Zu unserem Glück war heute noch einmal herrliches Wetter, die Sonne schien und die Sturmböen der letzten Tage hatten sich endlich gelegt. Als ich dann gerade aus dem Stall heraustrat, sah ich ein Auto langsam unsere Auffahrt entlang fahren. Ich winkte Elii und sie schien beruhigt zu sein, die richtige Ranch erwischt zu haben. „Hey!“ begrüßte ich sie herzlich und bot ihr direkt an, dass wir erst einmal ihren Hengst befreiten. „Box oder direkt Weide?“ fragte ich schnell, ehe wir den Hengst irgendwo hin lotsen müssten. „Box wäre besser, ich glaube Fekete ist nicht ganz so entspannt.“ Ich nickte und half ihr, die Rampe zu öffnen, dann ging ich aus dem Weg, damit Elii ihr Pferd hinausführen konnte. Ich war schon immer von ihren Furioso Northstar begeistert gewesen, aber Fekete war noch einmal ein Hengst der Extraklasse mit seinem rabenschwarzen Fell. Aufgeregt blähte er die Nüstern und sah sich um, ich lief voraus, um Elii den Weg zu zeigen und wir waren beide beruhigter, als der Hengst dann sicher in seiner geräumigen Box stand. Da er alleine im Stall war, blickte er sich nochmals aufgeregt um, ehe er sich seinem Heu zuwand. „So, jetzt fehlt nur noch Tikka.“ grinste ich, doch direkt hörte ich schon wieder ein Auto draußen. „Na holla...“ murmelte ich und schaute verwundert auf mein Handy, aber Tikka hatte mir gerade geschrieben gehabt, als ich Elii in Empfang genommen hatte. „Ich fahr flott das Auto auf euren Parkplatz.“ lächelte diese mich an und ich nickte nur zurück, um dann direkt Tikka zu begrüßen. Sie war extra für die zwei Tage aus Finnland hierher gekommen. „Hui, im Gegensatz zu Zuhause ist es bei euch ja noch richtig warm!“ lachte sie mich freudig an und wir luden ihren Norwegerhengst Mørke aus. Auch sie fragte ich bezüglich Weide oder Stall, doch sie nahm direkt die Koppel, allerdings war Mørke auch wesentlich ruhiger als Fekete. Ich nickte und zeigte ihr den Weg. Mørke schien seine neue Weide toll zu finden und begann sofort friedlich zu grasen. Wir ließen ihn in Ruhe und sammelten stattdessen Elii wieder ein. Gemeinsam gingen wir ins Haus, wo auch Kathy die beiden begrüßte. Ich präsentierte Muffins und Obstsalat und mit diesem Proviant setzten wir uns auf die Couch und schauten erst einmal einen Film zur Entspannung, denn sowohl Elii als auch Tikka hatten eine lange Fahrt hinter sich.
      Es war inzwischen 16 Uhr und ich erhob mich allmählich. „Wollen wir langsam los?“ lächelte ich, denn dank der Zeitumstellung würde es schon bald dunkel sein. Die anderen drei nickten freudig und wir machten uns daran, unsere Kostüme anzuziehen, immerhin war heute Halloween! Tikka war als erste fertig und brachte uns alle zum lachen, denn sie ging als Kürbis! Elii ihr Kostüm hatte aber auch Stil, denn sie war verkleidet als Skelett. Kathy hatte sich wochenlang damit beschäftigt, ihr Kostüm für einen Reiter anzupassen, denn sie hatte unbedingt als bleiche Marie Antoinette gehen wollen. Ich war nicht ganz so kreativ gewesen, denn meine Accessoires waren lediglich ein Hut und ein Besen, denn ich ging als Hexe. Natürlich hatte es dazu noch bunte Socken gegeben und ein kleidähnliches Oberteil, der Hut war aber eh das genialste. „Nun sind die Pferde dran.“ lachte ich fröhlich. Kathy und ich holten uns Magic und Ravi, während Elii und Tikka ihre beiden Hengste im Stall jeweils in einer Box anbanden. Wir putzten die vier ordentlich und machten sie dann fertig. Erst satteln und dann wurden auch sie verkleidet. Das beanspruchte viel Zeit, aber nach einer Stunden hatten wir auch das geschafft. Als wir die Pferde anbanden, kam meine Mutti in den Stall geflitzt und überreichte jeden einen Beutel und eine Kürbislaterne, welche natürlich am besten zu Tikkas Kostüm passte. Wir dankten ihr und führten dann die Pferde aus dem Stall, um dort aufzusteigen. Inzwischen dämmerte es auch schon, aber das war auch gewollt. Anfangs waren alle Pferde ein wenig aufgeregt, aber irgendwann entspannten sie sich, als wir im Schritt die Auffahrt hinausritten. Wir wollten nach Dauphin, der nächstgelegenen Kleinstadt, in welcher sicherlich die ein oder anderen Gruselgestalten unterwegs sein würden. Aber wir würden am meisten auffallen, immerhin waren wir berittene Gespenster. Die Straßen waren herrlich geschmückt, so dass wir schön im Hellen reiten konnten, was auch den Pferden die Angst nahm. Die waren inzwischen mehr neugierig als ängstlich und nachdem unser erstes Klingelopfer jedem Pferd einen Apfel spendiert hatte, schien ihnen unser Ausritt immer mehr zu gefallen. Tatsächlich sammelten wir viele Komplimente und natürlich Süßigkeiten, denn unsere Beutel füllten sich unablässig. Während unseres Ritten tauschten wir Neuigkeiten aus, so erfuhr ich, dass sowohl Fekete als auch Mørke bei der letzten Monatswahl für Hengste sehr erfolgreich gewesen waren! Ich gratulierte ihnen für ihren Sieg und berichtete, dass wir demnächst mit unserem Haflingerfohlen das erste Mal an einer Fohlenschau teilnehmen würden. Elii und Tikka konnte meine Aufregung nachvollziehen, denn auch bei ihnen hatte es einmal ein erstes Mal gegeben. Wir zogen noch ein Weilchen durch die Stadt, ehe es dann plötzlich schon 21 Uhr war. Also verabschiedeten wir uns von der kleinen Gruppe Gespenster, Hexen und Monster, welche uns vier begleitet hatten und ritten nach Hause. Dabei waren uns unsere Laternen eine große Hilfe, denn sie spendeten uns eine Menge Licht.
      Wieder auf der Ranch versorgten wir gründlich die Pferde und natürlich gab es für Fekete und Mørke direkt etwas zu schauen, denn plötzlich standen wesentlich mehr Pferde im Stall. Die beiden standen aber nebeneinander und neben Mørke stand unser Hengst Altair, so dass es keinen Stress gab, sondern alle in Ruhe ihr Abendheu futtern konnten. Gemeinsam mit Elii und Tikka bereiteten ich und meine Schwester das Abendbrot für die Pferde vor, fütterten einmal komplett durch und wünschten unseren Lieblingen dann eine gute Nacht. Als wir im Haus ankamen, zogen wir uns flott um und dann erwarteten uns auch schon unsere eingesammelten Süßigkeiten und ein angenehmer Abend im Wohnzimmer vor dem Fernseher und dem Kamin.

      Am nächsten Morgen standen wir alle etwas später auf, da der nächtliche Ritt gestern schon anstrengend gewesen war. Aber Mutti hatte sich zum Glück schon um die Pferde gekümmert und auch unsere beiden Gäste genossen ihre private Weide. Als wir dann hinunter in die Küche kamen, erwarteten uns köstliche Pancakes mit Vanillesoße und Blueberrys. Das war ein tolles Frühstück! Dabei besprachen wir, wann Elii und Tikka fahren wollten, doch ich ließ sie nicht gehen, bevor wir noch einen Ritt in den Riding Mountain Nationalpark gemacht hätten. Also ging es für uns nach dem Frühstück direkt in den Stall. Erst kümmerten wir uns um die Stallarbeit und misteten flott alle Boxen aus, dann holten Elii und Tikka ihre Hengste und ich schnappte mir meinen treuen Gefährten Altair. Er verstand sich am ehesten mit drei fremden Hengsten und mit ihm traute ich mich auch mit Fremden in den Nationalpark. Wir machten die drei flott fertig und schwangen uns dann auch schon die Sättel. Wir waren alle noch ein wenig müde, so dass wir es eher ruhiger angingen. Fekete und Mørke schienen die erneute Bewegung allerdings toll zu finden und ihre Besitzerinnen meinten auch, dass der Ritt vor dem langen Heimweg nicht schaden würde. Trotz des Schritttempos kamen wir auch schnell im Nationalpark an. Natürlich wusste ich schon, wen man wo zur Mittagszeit fand. Ich wählte dem Weg, welcher dem Bachverlauf folgte, der schon kurz später in einen Fluss mündete. Wir ich gehofft hatte, konnte ich Elii und Tikka meinen kleinen Elchbullen vorstellen, welchen ich schon kannte, seitdem er auf seinen wackeligen Beinchen das erste Mal gestanden hatte. Die beiden waren sofort fasziniert, nur die Pferde trauten dem fremden Getier nicht ganz. Also machten wir uns weiter und galoppierten den Hügel hinaus, von welchem aus man einen gigantischen Panoramablick auf den Park hatte. „Wow...“ murmelten Elii und Tikka nur, als sie unter uns die riesige Bisonherde entdeckten, welche dort friedlich graste. „Die sind ja riesig!“ stöhnte Tikka, welcher die haarigen Tiere nicht ganz geheuer waren. Auch Fekete schnaubte unruhig und blickte die Bisons misstrauisch an. Ich führte die beiden noch ein Stückchen weiter durch den Park und wir entdeckten sogar noch eine Coyotin mit ihren zwei Jungen, welche unseren Weg kreuzten. Auch wurden wir von zu neugierigen Eichhörnchen befallen, dabei war Feketes Blick einfach nur zu genial gewesen, als ein Eichhörnchen auf seinem Kopf gelandet war. Die Sonne stand bereits hoch am Himmel, weshalb wir uns auf den Heimweg machten. Dort durften sich Fekete und Mørke nochmals ausruhen, während ich ihre Besitzer zum Mittagessen entführte. Danach hieß es dann leider wirklich Abschied nehmen. Fast gleichzeitig verließen die beiden uns wieder und ich vermisste sie jetzt schon. Doch wir hatten schon beschlossen, dass öfter zu machen.
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  • Album:
    3 - Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Gwen
    Datum:
    30 Dez. 2016
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  • Rufname: Ravi
    Geburtsjahr: 1998

    Von: unbekannt
    Aus der: unbekannt

    Rasse: Norwegermix
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Falbschecke
    Stockmaß: 149cm

    Beschreibung:
    Ravi ist eine sehr großgewachsene Ponystute, welche einem bunten Mix zu gleichen scheint. Tatsächlich ist die genaue Rasse nicht bekannt, ebenso wenig wie ihre Elternteile. Durch ihre Scheckung fällt sie überall schnell auf und wird oftmals auch bewundert. Denn auch im Dressurviereck ist sie ein absolutes Ass. Sie liebt die Dressur und ist auch stets tatkräftig mit dabei. Doch bei einer eleganten 360°-Wendung und einem High-Speed-Galopp geht ihr Herz erst richtig auf, Trailaufgaben sind ihr Leben. Außerdem ist sie sehr kinderfreundlich und auch für Anfänger geeignet. Ravi ist total ausgeglichen und brav, ein Engel auf vier Hufen. Jedoch vor einem Ding hat die Stute eine tierische Angst, nämlich vor Katzen. Das kann manchmal zu äußerst lustigen Situationen führen. Dennoch würde Ravi sich niemals so gehen lassen, dass ihrem Reiter etwas passieren könnte.

    Ersteller: Ivi.Kiwi
    Besitzer: Gwen
    Vorkaufsrecht: Ivi.Kiwi

    Dressur A -- Springen A -- Military A -- Wendigkeit L -- Western A -- Fahren L


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