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Leaenna

Ranger

[center] Das Pferd, das mein Leben verändert hat: [img]http://i31.tinypic.com/mbn2xd.jpg[/img] [i][font=Palatino Linotype][color=#A0522D][b]Ranger ♥[/b][/color][/font][/i] [font=Comic Sans MS][color=#A0522D][b]Rufname:[/b][/color] Seppl [b]Aus der:[/b] Unbekannt [b]Von dem:[/b] Unbekannt [b]Geboren:[/b] 18. Mai 1995 [b]Alter:[/b] 16 [b]Rasse:[/b] Westfale [b]Geschlecht:[/b] Wallach [b]Stockmaß:[/b] 1,79 [b]Fellfarbe:[/b] Fuchs [b]Abzeichen:[/b] - h.r. weiß mit braunem Fleck - h.l. weiß - kleiner Stern - kleiner Fleck über dem Auge - graues Maul [b][color=#A0522D]~*~[/color][/b] [img]http://i29.tinypic.com/2ue7ais.png[/img] [i]Desweiteren lässt sich sagen, dass das verschmuste, leicht unbeholfene Trampeltierchen einfach nur ein zu groß geratener Teddybär ist, mit einem Herzen, in dem die ganze Welt Platz hat. ♥[/i] [b][color=#A0522D]~*~[/color][/b] [b]Gesundheitszustand:[/b] Sehr gut ! [b]Besitzer:[/b] Payty [b]Ersteller und VKR:[/b] Payty [color=#FF0000]!Unverkäuflich![/color][/font] [b][color=#A0522D]Q[/color][/b]ualifikationen Galopprennen Klasse: [color=#A0522D]E[/color] Western Klasse: [color=#A0522D]E[/color] Spring Klasse: [color=#A0522D]E A[/color] Military Klasse: [color=#A0522D]E[/color] Dressur Klasse: [color=#A0522D]E[/color] Distanz Klasse: [color=#A0522D]E[/color] Fahren Klasse: [color=#A0522D]E[/color] 3. Platz 200. Springturnier [url="http://www.joelle.de/index.php?app=gallery&module=images&img=39104"][img]http://www.joelle.de/uploads/1234302890/gallery_5_4346_2328.gif[/img][/url] 3. Platz Septemberspringen [url="http://www.joelle.de/gallery/image/113157-september-springen"][img]http://i52.tinypic.com/24z95ow.jpg[/img][/url] 1. Platz EC Springen / 2. Platz EC Dressur / 2. Platz EC Springen [url="http://www.joelle.de/blog/27/entry-5101-ec-3-dressur-und-springturnier/"][img]http://i53.tinypic.com/24kyvjq.png[/img][img]http://i51.tinypic.com/2hoxlrs.png[/img][/url][url="http://www.joelle.de/blog/27/entry-5203-ec-4-dressur-und-springturnier/"][img]http://i51.tinypic.com/2i7ogm.png[/img][/url] ~[color=#A0522D]*[/color]~ Zubehör: [spoiler] PNG: [spoiler] [img]http://i55.tinypic.com/2ai1m68.png[/img] [/spoiler] [img]http://i54.tinypic.com/e6553d.jpg[/img] Seppl mit Springset; von Norwi [img]http://i54.tinypic.com/8y9uh0.jpg[/img] Seppl steigt; von Norwi [img]http://i55.tinypic.com/25iten5.png[/img] Seppl im spanischen Schritt; von Norwi [img]http://i53.tinypic.com/25rf4au.jpg[/img] Seppl im spanischen Schritt mit Zubehör; von Norwi [img]http://i52.tinypic.com/210bork.png[/img] Seppl imponiert auf der Winterweide, mit Decke; von Norwi [img]http://i54.tinypic.com/28md8qt.jpg[/img] Seppl und ich auf einem Winterausritt; von Norwi, daaaanke ♥ [img]http://i52.tinypic.com/2mev0c5.jpg[/img] Seppl mit Vielseitigkeitsset; von Blida, dankeschön (: [/spoiler] ~[color=#A0522D]*[/color]~ Der echte Ranger ging früher Springturniere, ehe er im Sommer 2009 zu meinem Reitlehrer kam. Damals war er jedoch kaum Pferd, als vielmehr ein Sportgerät. Er war sehr dünn, knochig, außerdem geschoren bis auf eine kleine Fläche, auf die der Sattel passte. "Natur" kannte er gar nicht - wenn es beispielsweise anfing, zu regnen, rastete er schier aus. Auch kam er nicht so gut mit anderen Pferden klar. Anfangs hatte ich ein bisschen Respekt vor dem Riesentier. Ich hatte das Gefühl, nicht mit ihm klarzukommen, weil er sich immer total gegen den Zügel stemmte, und diese mir, mit seiner Kraft, locker durch die Finger zog. Er ging nie am Zügel, und fiel unter mir regelrecht auseinander. Mit der Zeit wurde er immer mehr Pferd. Er fraß meinem Reitlehrer die Haare vom Kopf, bekam dafür aber ein bisschen Fleisch auf die Rippen. Er lernte, mit anderen Pferden klarzukommen und gliederte sich ein. [b]Er wurde mein absoluter Schatz ♥[/b] [img]http://i39.tinypic.com/2du9njo.png[/img] [i]Alle Pflegeberichte beruhen auf wahren Reitberichten.[/i][/center]

Ranger
Leaenna, 11 Juli 2010
    • Leaenna
      Pflegebericht 1 / Reitbericht vom 13. Juli 2010

      Wow.
      Es war immernoch...so unfassbar. Jetzt gehörte er wirklich mir. Mein Seppl.
      Endlich hatte ich meinen Reitlehrer Rainer überreden können, ihn mir doch zu verkaufen - und das beste war, dass ich trotzdem weiter auf ihm unterricht bekam! "Es bringt ja nichts wenn ich dich jetzt zum Unterricht nehmen auf eines meiner Pferde setze!", hatte er gesagt, und nun rollte auch schon Rainers Wagen zum ersten mal auf meinen Hof.
      Ich sprang aus Seppls Box und trat ihm grinsend entgegen. "Ein foofes Pferd hast du mir da verkauft, der gibt mir seine Hinterhufe nicht!" grinste ich und Rainer folgte mir lachend. "Kannst ihn mir ja zurückgeben." - "Nie im Leben!" Wohlwollend registrierte ich wie er die großen, hellen Boxen anerkennend musterte. Ranger, der sich gut an die neue Umgebung gewöhnt hatte, stand brav in der seinen und brummelte seinem ehelamigen Herrchen freundlich entgegen. Aber sie war verschlossn, die Box, selbst nur für den Moment da ich auf den Hof gelaufen war - ich kannte Seppl mitlerweile, der nutzte jede offene Ritze. Geputzt hatte ich ihn schon, er hatte mal ausnahmsweise nicht gebissen. Vielleicht meinte er es gerade mal gut mit mir und wollte es mir recht machen weil er jetzt mein Pferd war. Oder...es war die Ruhe vor dem Sturm. Ich befürchtete zweiteres.
      Gesattelt und Getrenst war er. Nur die Hinterhufe... hob er partout nicht an. Wie immer halt. Und wie immer machte er es bei Rainer doch, auf Anhieb. "Das müssen wir noch üben." stellte ich fest udn stemmte grinsend die Arme in die Hüften. "Dass er das nur bei dir macht, meine ich. Ich bin jetzt die Chefin. Vor mir muss er kuschen!"

      Beim Warmreiten auf dem Platz lief Seppl in einem Scheckentempo wie immer. So flott er im Trab und im Galopp sein konnte - im Schritt trödelte er immer herum. Die Übergänge zum Halten waren gar eine Qual, nicht, weil er nicht hielt, sondern weil er dann nicht mehr loslaufen wollte. Ich trieb, tippte ihn mit der Gerte an - und er warf den Hintern in die Luft. "Hola!" etwas verdattert blickte ich zu Rainer. Seppl buckelte nur sehr selten. Aber Rainer grinste nur. "Da war 'ne Bremse!"
      Und so ging das Spielchen just weiter. Wir schlurften im Schritt dahin und alle paar Meter haute Seppl aus. Wie froh war ich, dann anzutraben, die Bremsem abzuhängen! - und die nächste negative Überraschung folgte. Nun, was hieß 'Überraschung'; ich war das Getue mitlerweile von Seppl gewöhnt. Er hustete und hustete und hustete, und zog mich mit jedem mal fast über seinen Hals. "Oben halten, treib doch und halt ihn oben!" leierte Rainer herunter wie eine hängende Schallplatte, aber was nützte mir das Gerede, wenn Seppl einfach mehr Kraft hatte als ich..!
      Irgendwann hatte ich arme bis nach Mexiko, aber es wurde besser. Es war doch ein Teufelskreis. Seppl bekam Staub in die Nase, hustete, senkte dabei den Kopf und bekam promt den Staub den er aufwirbelte neuerlich in die Nüstern. Mit einem sanften Fersenkick in die Seiten machte ich ihn wieder auf mich aufmerksam; und Seppl galoppierte an. Und galoppierte. Und galoppierte. Und ließ sich nicht mehr anhalten. Ich griff ärgerlich die Zügel nach, hatte jetzt schon wirklich keine Lust mehr, aber Rainer fand das amüsant. "Siehst'e" grinste er, "Eben hattest du ihn im Galopp mal richtig schön versammelt." Klar. Sollte immer so sein. Dass er galoppierte wann er wollte und nicht mehr durchparierte. Grr!
      Ranger mein Freund, du machst sich gerade als mein neues Pferd ziemlich unbeliebt..!
      Dann sollte ich wirklich Galoppübergänge reiten, und das klappte erstaunlich gut. Rainer hatte zwar wie immer etwas an meinem Sitz im Galopp auszusetzen, aber wenigstens hatte ich das Pferd gerade mal unter Kontrolle.
      Das Trockenreiten wurde dann wieder ein Trockenschlurfen, aber wir waren letztendlich auch beide total geschwitzt, Seppl und ich.

      Wieder im Stall sattelte ich Seppl ab, steckte ihm ein Leckerlie zu und klopfte ihm den Hals. "Wir werden noch ein tolles Team, mh, was sagst du?" murmelte ich und lächelte nun doch. Ich liebte ihn ja, den Wusakeks, der mir nun liebevoll den Kopf in den Bauch...rammte. Auch wenn wir manchmal so unsere Meinungsverschiedenheiten hatten. "Und jetzt, wo du bei mir bist, kannes nur noch besser werden." Jauchzend schlang ich die Arme um seinen muskulösen Hals.
    • Leaenna
      Pflegebericht 2 - Reitbericht vom 16. Juli 2010

      Als Rainer heute der Hitze wegen am frühen Vormittag kam, um mir Unterricht zu geben - denn jetzt in den Ferien machten wir das natürlich mehr mals die Woche - stand ich schon mit dem geputzten und gesattelten Ranger auf dem Platz und schwang mich gerade in den Sattel. Er war heute außerordentlich brav gewesen, hatte mich nicht gebissen und mir sogar die Hinterhufe zum Auskratzen gegeben; das kam selten vor. "Reichst du mir bitte die Gerte hoch?" war meine begrüßung und Rainer kam dem nach. "Soll ich einen Sprung aufbauen?" kam dann seine Gegenfrage, und prompt strahlte ich über das ganze Gesicht. "Auja!" - Springen mit Seppl war das beste was es gab! Gerade gesellte sich Tyler an den Rand des Reitplatzes, vermutlich um zuzusehen. Dass er seine Arbeit schon sorgfältig erledigt hatte zweifelte ich nicht an. Nun half er schnell, drei Trabstangen hinzulegen und ein kleines Kreuz aufzubauen.
      Beim Warmreiten ging Ranger heute fleißig vorwärts, sonst war er im Schritt ja doch eher ein Schläfer. Beim Antraben nahm ich mir Rainers Worte zu Herzen und ließ ihn den Kopf gar nicht erst so weit senken, dass er Staub in die Nase bekam. Der Wallach trabte ruhig, ging sogar leicht rund (Ich als "Anfänger" fand das verdammt toll!) und kaute auf der Trense. Slebst Rainer schwieg und hatte nichts auszusetzen, als ich verschiedene Bahnfiguren und Wechsel ritt, Seppl aber immer mal wieder eine Schrittpause gönnte. Ich hielt, richtete ihn rückwärts - er trat flüssig und am langen Zügel nach hinten, und ich war wirklich Stolz. Das Lob meines Reitlehrers, als ich über die Stangen trabte und dabei nachgab, sodass Ranger schön den Kopf senkte und nicht mit den Hufen anstieß, machte die Sache für mich schon fast perfekt; als Tyler schließlich lächelte und anerkennend nickte war der Tag für mich als "wundervoll" rot im Kalender zu markieren.
      "Jetzt galoppier ihn mal ab, dann kannst du gleich über das Kreuz" erklärte Rainer, "Aber wir wollen heute nicht zu viel machen, es sind schon wieder 30 Grad." Seufz! Und das obwohl wir die Stunde nun extra schon auf den Vormittag gelegt hatten. Ich war zwar ein Sommerfan, aber das war doch etwas zu viel des Guten. Ich galoppierte Ranger an und er fiel erstmal in den Außengalopp. Verwirrt stellte ich dies fest, aber durchparieren musste ich nicht; ob einer leichten Hilfe sprang er flüssig um. Seine fliegenden Galoppwechsel waren eines der Dinge die ich an Seppl bewunderte. Auf beiden Händen galoppierte ich einige Runden, es klappte wirklich gut. Dann setzte ich auf der linken Hand aus dem Trab über das Kreuz; Ranger sprang schön ab, streifte das Hindernis nicht, schien einen Moment zu fliegen ehe er landete. Er galoppierte noch ein paar Schritte aus, dann parierte ich ihn wieder durch und Rainer legte noch eine Querstange über das Kreuz. "Da geh aus de Galopp drüber!" lautete die Anweisung. Also gut; ich trabte erst wieder an, galoppierte dann. Ranger zog nach rechts und wollte an der Hürde vorbei aber ich lenkte ihn stoisch drauf zu. Er zickte ein wenig und warf den Kopf hoch, sprang dann viel zu eng ab und stieß mit der Hinterhand die oberste Stange herunter. Mein Reitlehrer erklärte mir was ich falsch gemacht hatte, dann sollte ich es noch einmal angehen, wieder auf dieser höheren Stufe und aus dem Galopp. Mein Blick huschte kurz unsicher zu Tyler, aber der hatte sich halb umgedreht und sah irgendwo in die Ferne. Ich wusste nicht genau, warum, aber es störte mich dass er diesen schlechten Sprung gesehen hatte. Er...er sollte mich für eine gute Reiterin halten, ich wollte es mit ihm aufnehmen können...
      Ich galoppierte neuelich an und nahm das Hindernis ins Visier. Ranger spitzte aufmerksam die Ohren und legte zu. In dem Moment rief Tyler: "Da hinten kommt ein Pferd!" Ich konnte nicht gucken, aber Seppl hatte es wohl schon bemerkt. Er fiel in einen noch rasanteren Galopp. "Warte erstmal mit dem Sprung!" meinte Rainer aber ich wusste dass es jetzt schon zu spät war. Falls ich jetzt abzuwenden versuchte, konnte ich mich selbst schon im Sand liegen sehen. Seppl sprang. Es war ein mächtiger Satz, bei den kleinen Sprüngen die wir nur machten hatte ich ihn noch nie so Springen gesehen. Die Momente, da wir in der Luft waren, schienen in Zeitlupe dahinzufließen. Dann landete er und ich wurde unsanft in die Realität zurückgeholt, denn er raste weiter im Galopp und schien nicht vorzuhaben, langsamer zu werden. Jetzt sah ich auch das fremde Pferd, jemand ritt in der Nähe im Trab über den Asphaltierten Weg.
      Irgendwie bekam ich Seppl dann doch wieder eingefangen und paierte zum Schritt. "Er mag das Geräusch der Eisen auf dem Asphalt nicht, zumal das ein für ihn unbekanntes Pfers war." gestand Rainer mir, grinse aber. "Hätte ich dir vor dem Kauf über solche Eigenheiten erzählen sollen?" Ich lachte leise, strich mir eine klatschnass geschwitzte Haarsträhne aus der Stirn und klopfte Seppl den Hals. "Wenn dir noch welche einfallen, sag mir bescheid..!" - "Der Sprung war toll." Ich hob verwirrt den Blick und sah erst zu Rainer, aber der hatte nicht gesprochen, es war Tyler gewesen. "Wirklich? Ich hatte das Gefühl zu fliegen..!" strahlte ich enthusiastisch. Der dunkelhaarige Junge nickte, lächelte. "Es sah perfekt aus! Sein Sprung, dein Sitz... noch ein bisschen übung und ihr werdet woll zusammen springen, das seh ich!" Und, ohjah, das fasste ich als Kompliment. Kam es doch von Tyler, dem besten Reiter, den ich kannte. "Willst du noch einmal drüber?" riss Rainer mich aus den Gedanken, "Du siehst ko aus." Zugegeben, ich war wirklich verdammt geschwitzt, mir war heiß und leicht schwummerig, gerne hätte ich etwas zu trinken gehabt. Aber einer musste jetzt noch sein. "Mach die Querstange runter" überlegte ich laut und nickte dann, "etwas niedriger mach ich noch einen."
      Der letzte Sprung war wieder kontrolliert, nicht ganz so wuchtig, aber schön, Ranger sprang gut ab. "Das war jetzt ein sehr schöner Abschluss!" meinte Rainer, und dem konnte ich nur zustimmen. Der Reitlehrer verabschiedete sich mit den Worten, Absatteln könne ich ja selber, und fuhr. Ich ritt Seppl noch trocken. Dass Tyler noch am Zaun stand, bekam ich erst mit, als ich absaß und meinen Wallach beim Zügel nahm, und Tyler mir wie selbstverständlich das Gatter öffnete. "Danke" lächelte ich und konnte es mir nicht verkneifen, ihn einen Moment zu mustern, in seine bezaubernden grünen Augen zu sehen. "Ihr seid ein tolles Team." antwortete er nur leise und steckte Seppl ein Leckerlie zu, das der vorsichtig von Tys zierlicher, blasser Hand nahm, als könne der schmale Junge sonst zerbrechen.
    • Leaenna
      Pflegebericht 3 - Reitbericht vom 20. 08. 2010

      Als Rainer heute kam holte ich Ranger gerade von der Weide. Er zog wie blöde und ich musste mich voll darauf konzentrieren, dass ich zuerst auf den Hof und in die Box ging, sodass ich erst gar nicht wirklich auf meinen Reitlehrer achtete. Das würden wir noch üben müssen, das mit dem Folgen. Plötzlich aber hörte ich ein Wiehern und sah verdattert von Seppls Wassereimer auf, den ich ihm gerade neu füllte. Draußen war Rainer aus seinem Wagen gestiegen und...und lud Jalta vom Pferdehänger! "Was hast du vor..?" begrüßte ich ihn verwirrt. "Ich dachte mir," gab er zurück, "Wir gehen mal ins Gelände." Ohjeh, da wurde mir ganz unwohl. So sehr ich das Reiten liebte, so sehr ich Seppl liebte - ich war kein Geländereiter. Dressur, Springen, ich machte es so gerne - aber im Gelände hatte ich immer Angst. Rainer fuhr unbarmherzig (zumindest kam es mir so vor) fort. "Ich dachte mir wir geh'n mal über ein paar Baumstämme." - "I-Im Trab?" Wenn er durchgehen würde... Seppl hatte mehr Kraft als ich... ich wäre chancenlos... "Mal sehn, erstmal nur im Schritt." Da nickte ich nur; und versuchte mir nicht anmerken zu lassen wie nervös ich trotz allem war.

      Wir waren ein ganzes Stück geritten, erst im Schritt, dann im Trab; bis jetzt klappte es wunderbar, Ranger zickte kaum rum. Dass er keine Lust zu haben schien, sollte mir, um ehrlich zu sein, nur recht sein. Wenn er selbst im Trab so rumschlurfte und Jalta nicht zu überholen versuchte, ging er wohl wenigstens nicht durch. In einem schattigen Waldstück kamen wir an einen breiten, ebenen Weg. Rainer gab mir Anweisung stehenzubleiben und saß von Jalta ab, deren Zügel er mir für den Moment in die Hand drückte. Dann zerrte er einen großen Ast aus dem Gebüsch, knickte gefährlichere kleine Äste ab und legte ihn mitten auf den Weg. Ich schluckte. "Mach dir keinen Kopf, geh nur im Schritt drüber!" munterte mein Reitlehrer mich auf, ehe er sich wieder auf sein Pferd schwang. Also ritt ich im Schritt wie gehabt auf das "Hindernis" zu, gab Ranger die Zügel lang, er schnupperte kurz an der Rinde und lief dann ob meiner treibenden Hilfe langsam darüber. War ja gar nicht so schlimm...
      "Und jetzt" wurde ich nach einigen Runden aus meinen Gedanken gerissen, "Im Trab!" Okay, Payty, das schaffst du, Seppl ist lieb, der geht nicht durch! Mir dieses Stoßgebet wieder und wieder in Gedanken vorsagend, "trabte" ich an - man konnte es kaum Trab nennen, so langsam und lustlos hob Ranger die Hufe. Seppl lief also neuerlich, mehr oder weniger - eher weniger - schnell, auf den Stamm zu und...blieb direkt davor stehen. Ich war so überrascht, dass ich auflachen musste. Auf dem Platz hatte ich ihn noch nie verweigern gesehen, er liebte das Springen, war ein Springpferd gewesen! Nur heute schien er partout keine Lust zu haben auch nur ein paar Schritte zu laufen.

      Na, so schlimm war's ja doch nicht gewesen. Es war einer der Tage, an denen ich einfach nur froh war, dass Seppl so verlässlich war und nicht durchging. Zumindest meistens nicht, auch wenn er im Gelände oft sehr flott wurde - das heute war wohl wirklich eine Ausnahmesituation. "Ich meine" redete Rainer beim zurückreiten fröhlich vor sich hin, "Es kann ja sein dass irgendwo mal ein Hindernis ist, im Wald, und du kannst nicht drum rum. Dann musst du das Pferd auch beim Geländespringen unter Kontrolle haben - wir werden das weiter üben." Nur bitte nicht an einem Tag, an dem mein Dicker vorher nicht auf der Weide war um sich auszutoben..!
    • Leaenna
      Pflegebericht 4 - Reitbericht vom 17. Januar 2011

      Als ich mich heute mal wieder ganz und gar meinem Seppl widmete, war es erstmal ganz schön ungewohnt, den 1,80-Sanften-Riesen zu putzen, nachdem ich mich in letzter Zeit eher mit den Ponies beschäftigt hatte. Und genauso ungewohnt war es dann, wieder auf dem Großen mit den schwungvollen Bewegungen zu sitzen den man verteufelt treiben muss damit er überhaupt läuft, anders als zum Beispiel Dolly, meine kleine Rennsau - Nein, ich kam nicht umhin, die beiden Unvergleichbaren im Kopf ständig miteinander zu vergleichen.
      Mein Reitlehrer, den ich dazu bestellt hatte, kam, als ich bereits am Warmreiten war. Nach dem vielen Westernreiten in letzter Zeit hatte ich mir gedacht, dass es sicherlich nicht schaden könne, mir für diese Stunde mit Seppl ein bisschen Aleitung zu holen. Ich würde rechtbehalten - zumindest gab er mir das Gefühl, einfach alles verlernt zu haben. Es war einer dieser Tage, an denen einfach gar nichts klappte.
      In der Halle waren noch ein paar Sprünge aufgebaut, und normalerweise ärgerte ich mich immer, wenn jemand nach dem Reiten nicht alles wieder wegräumte, aber heute sah ich sie als Chance. Auf ganz geringe Höhe machte mein Lehrer die Stangen, aber das sollte für heute reichen. Nachdem ich ein wenig getrabt und über einige Trabstangen gegangen war (Klonk, klonk, klonk - "Verdammt, treib den doch mal!" ) sollte ich Seppl abgaloppieren. Ich nahm die Zügel auf, saß aus, legte das äußere Bein zurück, trieb, trieb, trieb und trieb - und der Wallach sprang nicht an, sondern fiel stattdessen in einen ungemütlichen Renntrab, den ich nicht aussitzen konnte. Okay, das ganze nochmal. Zügel, Sitz, Bein - Na, komm schon..! Vergebens. Die Augenbrauen meines werten Herr Lehrers indes waren immer höher und höher gewandert. "Also, so wird das nichts." kommentierte er trocken und reichte mir eine Gerte, mit der ich Seppl dann endlich in den Galopp bekam, wenn er auch nach 3 Schritten wieder aufhörte. Seufz!
      "Von mir aus" nuschelte ich und lobte den Fuchs trotzdem, "können wir das heute auch nur aus dem Trab machen." - "Darum geht es ja gar nicht", war die Antwort. "Du bist lange nicht mehr gesprungen und das verstehe ich. Du sollst ja auch keine S-Hindernisse nehmen, sondern nur einfach eine Runde auf dem Hufschlag galoppieren. Aber du stellst dich an, als hättest du noch nie auf diesem Pferd gesessen!" Das saß. Und an meinem Sitz hatte er auch gleich noch zu meckern und fuhr umbarmherzig fort: "Du lehnst doch viel zu weit nach vorne. Das ist eine scheiß Angewohnheit. Setz dich doch mal richtig auf den Hintern!"
      In dem Moment wedelte er von seiner Position in der Mitte aus einmal ordentlich mit einer Peitsche herum, Ranger erschreckte sich und galoppierte so ruckartig an, dass ich erschrocken nach Luft schnappte. Nach zwei Galopprunden jedoch schien der Mann wenigstens einigermaßen zufriedengestellt zu sein. "Na, immerhin ist er jetzt mal galoppiert. Dann kannst du ja mal über die Hindernisse."
      Das Springen klappte in meinen Augen sehr gut und ich wäre zufrieden mit mir und Seppl gewesen, aber laut Rainer sah es wiederum als Kritikpunkt: "Was soll ich sagen? Dein Springsitz ist auch nur ganz gut, weil du ja sowieso die ganze Zeit viel zu weit vorne hängst." Oder - nachdem ich äußerte, dass ich es schön fand, dass Seppl nicht sofort losrannte wenn er ein Hindernis sah - "Der schläft dir ja auch fast beim Springen ein..!"
      Am Ende der Stunde war er unzufrieden und ich über alle Maßen frustriert, als Rainer plötzlich auf mich zukam und meine Steigbügel kurzerhand umschlug. "Wenn du dich wie ein blutiger Anfänger anstellst, muss ich dich eben auch so behandeln. Die letzte Viertelstunde arbeiten wir mal an deinem grauenhaften Sitz." Dann musste ich traben, und traben, und aussitzen, und aussitzen, und mir tat ziemlich bald alles weh. Doch: "Jetzt sieht's ganz gut aus.." Es klang nicht begeistert, aber ich fasste es als Kompliment auf. Zumindest nach der Aktion heute.
      Beim Absatteln vergrub ich die Finger tief in Rangers plüschiges Fell und drückte mein Gesicht für einen Moment an seinen Hals, während er sich genüsslich über sein Belohnungsleckerlie hermachte. "Weißt du", murmelte ich, "Wir sollten das öfter machen. Unterricht nehmen, meine ich." Ein Schmatzen war die Antwort. Aber es war doch so. Auch wenn ich mich nach Stunden wie heute immer fürchterlich schlecht fühlte (und mir alles weh tat), wusste ich doch, dass ich bei Rainer wenigstens wirklich etwas lernte. Da drehte Seppl seinen großen Teddykopf in meine Richtung und bließ mir seinen warmen Atem in den Nacken. "Danke, Dicker... ich hab dich lieb."
    • NorwegeerStar
      Tierarztbericht für Ranger

      Mit reichlich Verspätung kam ich nun zu Payty, bei der ich mir eines ihrer Pferde ansehen sollte, eine reine Routineuntersuchung.
      Schon als ich auf ihren Hof kam, kam sie mir aus dem Stall entgegen, winkte mir und nachdem ich ausgestiegen war, begrüßten wir uns kurz, ehe sie mich zu Seppl führte.
      Ich kannte den Wallach mittlerweile ja von meinen Besuchen bei Payty schon und freute mich jedes mal, wenn ich ihn sah, so auch heute. Er streckte uns seinen hübschen Kopf aus der Box entgegen und ließ sich, wie immer, betätscheln. "Hallo Seppl." begrüßte ich auch ihn, ehe Payty den Wallach aus der Box holte, damit ich mit meiner Arbeit beginnen konnte.
      Zunächst ließ ich ihn mir im Innenhof im Schritt und Trab vorführen, achtete vor allem auf eventuelle Lahmheiten oder Veränderungen im Gangbild, aber es war nichts zu sehen.
      Auch als ich anschließend Rangers Beine abtastete waren sie weder warm noch geschwollen oder Ähnliches. So weit, so gut.
      Nun führten wir ihn zurück in die Stallgasse, wo ich als erstes den Rücken abtastete und ein besonderes Augenmerk auf die Wirbelsäule legte, wir wollten ja keine verspannten Pferde. Aber er ließ alles über sich ergehen, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, somit deutete nichts auf Schmerzen hin.
      Zum Schluss widmete ich mich noch seinem Kopf, kontrollierte hier die Augen und Ohren, als ich ihm einmal ins Maul schauen wollte, fand Ranger das kein bisschen Lustig. Wir brauchten einen ganzen Moment, ehe Payty und ich mit vereinten Kräften das Maul des Wallachs zumindest für einen Moment offen hatte und ihc mich versichern konnte, dass auf den Zähnen keine Haken waren.
      Bevor ich mich nun jedoch auf den Heimweg machte, entnahm ich dem Wallach noch eine Blutprobe, versicherte Payty jedoch, dass alles in Ordnung sei und ich mich nur noch einmal melden würde, wenn etwas auffälliges zu sehen wäre. Als ich nun von dem Hof fuhr, stand Payty noch auf dem Hof und winkte mir, bis ich sie nicht mehr im Rückspiegel sehen konnte.
    • Eowin
      Hufschmiedbericht für Ranger


      Heute kam ich endlich bei Payty an – vorher hatte es mein voller Terminkalender einfach nicht zugelassen.
      Sie hatte schon Ranger im Stall, sodass wir gleich mit der Arbeit anfangen konnten.
      Pay erklärte mir, dass ihr Schatz die Hinterhufe nur sehr widerwillig hob, sodass ich beschloss, erst die Vorderhufe zu machen.
      Die Hufe waren bereits ausgekratzt.
      Ich begann mit der Kontrolle. Alle Hufe waren vollkommen in Ordnung, gerade abgelaufen und nicht gesplittert.
      Durch Druck überprüfte ich, ob der Große Schmerzen hatte – er zeigte nichts dergleichen an.
      Nun begann ich, die Hufe langsam in Form zu schneiden. Er hatte recht hartes, gutes Hufhorn, sodass meine Arbeit anstrengender war als bei Pferden mit weichem Horn, aber ich kam gut voran.
      Ich stellte bald fest, dass Pay sehr recht hatte, dass er die Hinterhufe nicht gut gibt. Aber als ich die Hufe erst einmal in der Hand hatte, ließ er die Prozedur schnell über sich ergehen.
      Als alle Hufe gerade waren und er fest und gleichmäßig auf seinen Füßen stand, beriet ich mich mit Pay über die Eisen.
      Wir kamen zu dem Schluss, dass ein normaler Eisenbeschlag durchaus hinreichend für ihn war und er auch keine Stollen brauchte. Dennoch legte ich Gewinde für ebendiese an, sodass Pay bei Bedarf auch später noch Stollen ergänzend nachkaufen konnte.
      Ich erhitzte die Eisen und formte sie vor, dann nagelte ich sie auf den Huf an, als sie passten.
      Das war schnell getan, weil er eine Standarthufform hatte und ich so nicht allzu viel hin und her biegen und schlagen musste.
      Er blieb erstaunlich brav stehen und bald waren alle Eisen fest in seinem Hufhorn fixiert.
      Ich ließ Pay Ranger einmal vortraben um zu sehen, wie alles passte. Er zeigte eine überaus übertriebene Beinaktion, weil er die Eisen nicht gewöhnt war, aber es schien alles zu passen.
      Also verabschiedete ich mich von Pay und sagte ihr, dass sie sich melden solle, wenn Unklarheiten entstünden.
    • Leaenna
      Pflegebericht Nr. 5
      Vom August 2010

      Nachdem der Winter sich endlich langsam aber sicher verabschiedete, ließ es sich nun auch wieder draußen reiten, ohne sofort zu einem Eiszapfen zu erstarren. Da es heute nicht nass war und sogar die Sonne scheu durch die Wolken schielte, beschloss ich, das erste mal im neuen Jahr auszureiten. Um nicht alleine zu sein, rief ich kurzerhand eine Freundin an, ob sie nicht mit ihrer Stute mitkommen wolle. Ich machte Seppl fertig.
      Der war alledings mehr als nur aufgeregt, endlich mal wieder rauszukommen. Er hibbelte herum und sah in jedem Grashalm ein Gespenst, frei nach dem Motto "Der war da letzten Herbst noch nicht!" Ich versuchte, ihn zwischendurch immer wieder durchzuparieren, um Kontrolle in die Sache zu bringen. Meistens endete das jedoch in einem kleinen Kampf der Giganten - und Ranger wusste, dass er grundsätzlich der Stärkere war. Der zog mich dann einfach über seinen Hals, indem er sich mit aller Macht gegen den Zügel stemmte. Meine Freundin und ihr eher triebiges Pferd hatten wir in Seppls Hektik schon ein ganzes Stück hinter uns zurückgelassen, weshalb es mir irgendwann reichte, ich begann, kleine Volten auf dem sowieso kleinen Waldweg zu reiten, und wäre der Wallach jetzt über seine eigenen Beine gestoplert, wäre es sein Pech gewesen; dann konnte er wenigstens nicht mehr weiter hetzen, pah. Schließlich schaffe ich es, ihn anzuhalten - Rücklings, mit dem Hinterteil in Richtung des Weges, den wir einschlagen wollten, und den anderen beiden entgegenblickend.
      Wir beschlossen, anzutraben, um der Lust der Pferde aufs Laufen etwas nachzugeben. Erst ging meine Freundin vor, da es mir wichtig war, erst anzutraben, wenn ich das wollte. So hielt ich Seppl noch einige Meter im Schritt, während sie vorwegtrabte. Als ich ihn dann auch endlich ließ, holte er umso hastiger auf, kroch der Stute in den Allerwertesten und drängelte die ganze Zeit, zu überholen. Schließlich lotste ich ihn an dem anderen Pferd vorbei, um dieses ein wenig "hinterherzuziehen"; die Taktik ging auf und jetzt, als ich nicht mehr ständig bremsen musste, da ich ja das Tempo vorgab, konnte ich mich auch etwas mehr im Sattel entspannen. Nun, das Durchparieren dauerte eine ganze Weile, aber danach waren die Pferde deutlich entspannter. Zumindest eine Zeit lang.
      Auf dem Rückweg kam plötzlich Wind auf - Von wegen Sommerwetter...! Offensichtlich hatte meine Katze, wie man so schön sagte, mal wieder auf dem Kopf geschlafen. Bald fielen auch die ersten Regentropfen. Wir beeilten uns, zum Stall zurückzukommen, und auch die Pferde zogen wieder an und Seppl wurde erneut nervös. Na, toll, gerade hatte ich ihn beruhigt. Unablässig redete ich auf den Wallach ein. "Oh, es ist windig, Seppl. Der Wind wird dich auffressen. Schau jetzt regnet es. Meinst du, das überlebst du?" Es war amüsant, sich darüber so lustig zu machen. Das entspannte mich und übertrug sich auf ihn. Als endlich ein Ohr in meine Richtung zuckte und ich seine Aufmerksamkeit wenigstens ansatzweise zurück hatte, war das Schlimmste überstanden. Den Hof erreichten wir mit viel Glück eine Minute, bevor es richtig losschüttete. So konnten meine Freundin und ich die Blitze am Horizont aus dem wärmenden Reiterstübchen heraus beobachten.
    • Leaenna
      Pflegebericht Nr 6
      Nach einer wahren Begebenheit
      Rekonstruiert aus einem Tagebucheintrag aus dem Jahr 2oo9



      Es wurde eindeutig langsam Herbst. Als ich heute zum Stall kam regnete es in Strömen, wie schon die ganze letzte Woche. Na klasse! Der Platz stand
      regelrecht unter Wasser und Ranger drehte in der Box entnervt Runde um Runde. "Ist ja gut, Großer, du hast
      Bewegungsdrang, was?" murmelte ich, während ich mit Putzzeug bewaffnet zu ihm in die Box trat. Eine wortwörtliche
      Staubschicht lag auf seinem fuchsbraunen Fell; sofort meldete sich mein schlechtes Gewissen, dass ich mich viel zu
      lange nicht mehr um den Wallach alleine gekümmert hatte. Ich liess mir also mit dem Putzen extra viel Zeit, nicht
      zuletzt, um Zeit zu schinden, in der Hoffnung, der Regen würde aufhören, und redete gut auf Seppl ein, der
      allmählich zur Ruhe kam und sich schließlich genüsslich seinem Heu zuwandte, als ich ihm die Ereignisse der letzten
      Tage erzählte. Auch all die Lieder des Konzertes, auf dem ich gewesen war, bekam er vorgedudelt, während ich ihn
      schließlich auftrenste und sattelte.
      Da ich nichtmal eine gescheite Regenjacke anhatte und es mittlerweile so auf das Stalldach prasselte, dass Seppl
      erstaunt mit den Ohren spielte - Petrus, was hab ich dir nur getan! - beschloss ich, erstmal im Schritt auf dem
      kleinen Longierzirkel innerhalb des Stalles zu reiten. Natürlich war das nicht die optimale Lösung und traben
      konnte ich hier momentan auch nicht, da in der Nähe zwei Hengste standen, die Ranger angifteten und offensichtlich
      nicht verstanden hatten, dass er die Stute sicher nicht decken würde, aber, nennt mich feige, bei dem Wetter
      bekamen mich keine Zehn Pferde nach draußen. Eins alleine erst recht nicht, und sei es ein famoser Schönling wie
      Seppl. Außerdem hatte mein "Kleiner" mit Sicherheit auch keine Lust, schwimmen zu gehen, denn Seppl ist zwar
      unerschrocken und mutig, aber Pfützen mag er ja eigentlich gar nicht.
      Ich führte Ranger also auf den zugegeben winzigen Zirkel und saß auf. Er ging brav am Zügel und lies sich kaum von
      den Hengsten stören, die in ihren Boxen herumtobten und wahrscheinlich am liebsten herausgekommen wären, um ihn
      sich vorzuknöpfen. Er konzentriert wie immer, ich eher leicht angenervt, machte ich mit ihm verschiedene Lektionen,
      in denen er sich gut bog; Vor- und Hinterhandwendung, Rückwärtsrichten und Schulterherein.
      Der gemütliche Wallach hörte zwar, wie immer, gut, und doch merkte man ihm die Lustlosigkeit an - was selten war.
      Ich kam also nicht drum herum - seufz! - und musste noch einmal raus.
      Ich stieg ab und zog mir die dünne Jacke über, die ich dabei hatte, dann führte ich mein Pferd nach draußen. Der
      Regen hatte etwas nachgelassen, es nieselte nur noch, aber dem Platz, der gerade in dreckigen Rinnsalen davonfloss,
      konnte ich nur noch hinterherwinken.
      Nachdem ich wieder aufgesessen war und meinen Wallach nun antrabte, preschte er erstmal los, warf übermütig den
      Kopf hoch und wäre wohl am liebsten angaloppiert. Ich lies ihn sich ein bisschen auspowern, dann drosselte ich das
      Tempo und ritt Trab-Schritt und Trab-Halt übergänge. Jetzt, hier draußen, lief er auch viel fleißiger und williger,
      ja, er hatte regelrecht Spaß an der Arbeit, wie das auch sonst immer der Fall war. Noch viel lustiger schien er es
      allerdings zu finden, mit mir über jede kleine Pfütze zu setzen, nach dem Motto "oweh, ein Tropen, da könnte mein
      schönes Fell ja nass werden!" - Ach, Seppl, sieh mich mal an, dann weißt du, was nass bedeutet!
      Da ich ja aber mein Pferdchen kannte, und genau wusste, dass er nicht wirklich Angst vor dem Wasser hatte, lies ich
      mich nicht beirren und lenkte ihn stoisch durch jede Pfütze. Allmählich wurde der Regen wieder stärker und so leid
      es mir tat, würde ich heute nicht galoppieren können. Zu gefährlich war es, dass Seppl ausrutschen könnte.
      Letzendlich sahen wir beide aus wie begossene Pudel und stanken beide nach nassem Pferd. Rangers schöne, glänzende
      Mähne hing strähnig über seinen Hals und von seinem Schopf tropfte es unerbittlich in sein gesicht. Wie ich aussah,
      wollte ich lieber gar nicht wissen. Wahrscheinlich nicht besser, nur dass ich Haare statt Mähne hatte, die nun
      trieften.
      Nach einiger Zeit waren Seppl und ich uns einig, dass es genug für heute war. Wortlose verständigung, nennt man
      sowas. Oder, wenn ihr mir nicht glaubt, war es doch recht eindeutig, als er mit hängendem Kopf durch den Matsch
      schlurfte und ich wie ein schluck Wasser im Sattel hing.
      Zurück in der Box sattelte und trenste ich den Dicken ab und rieb ihn unter vielen lobenden Worten trocken. Auch
      nicht wenige Leckerlies und Streicheleinheiten gab es für den achso unerschrockenen, mutigen "Hengst", und er
      genoss meine Zuwendung sichtlich. Schleimer!
      Zwar stellte ich Ranger aufs Paddock, doch er zog es vor, im trockenen zu bleiben. Schlaues Tier, so gut hatte ich
      es nicht. Nach insgesamt gut 2 Stunden im Stall machte ich mich dann auf den heimweg, 10 Minuten Fußmarsch durch
      den Regen.
      Mensch, wie freue ich mich jetzt auf die Dusche!
    • Jackie
      Verschoben am 21.08.2013 um 13Uhr
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  • Album:
    Ehemalige Pferde
    Hochgeladen von:
    Leaenna
    Datum:
    11 Juli 2010
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