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samanalea

Ragazza

★ Ragazza ★ Abstammung unbekannt Geburtsdaten Geschlecht: Ziege Geburtsdatum: unbekannt Gene Rasse: Hausziege Charakter/Beschreibung Ragazzas hervorstechendster Wesenszug ist ihre Verfressenheit. Wie Ziegen nun mal so sind, frisst sie alles von Heu über Begonien und Holz bis hin zu Papier, Gummi und Plastiktüten. Ansonsten ist sie im allgemeinen sehr lieb und umgänglich, solange man nicht versucht ihr weg zu nehmen, was sie beschlossen hat zu fressen. In letzterem Fall, kann sie mehr als zickig werden und einem durchaus auch mal mit ihren Hörnern drohen. Besitzerdaten: Besitzer: samanalea Ersteller: rawr Vorkaufsrecht: rawr

Ragazza
samanalea, 15 März 2012
    • samanalea
      Pflegebericht

      Es war früher Vormittag, als ich an diesem strahlend sonnigen Tag in den Stall kam. Heute hatte ich eine besondere Überraschung für Autumm Hurrycane und hoffte, das alles gut klappen würde. Zuerst ging ich in die Sattelkammer und holte seinen Putzkasten, den ich in der Stallgasse für mich bereitstellte, dann atmete ich nochmals tief durch, bevor ich an seine Box trat. Sein Gebaren am Tag seiner Ankunft hatte mich etwas verunsichert, aber das durfte ich natürlich nicht an ihn herantragen!
      Der Criollo Hengst stand ruhig in seiner Box und stellte die Ohren auf, als ich an die Tür trat. Ich sprach ihn freundlich an, bevor ich das Halfter vom Haken neben der Tür nahm und in die Box trat. Autumm Hurrycane wurde sofort unruhig. Die rechte Hand mit der Handfläche nach unten ausgestreckt, blieb ich ruhig stehen und beobachtete ihn. Nach einer Weile hatte er sich ausreichend beruhigt, um an meiner Hand zu schnuppern, allerdings ohne mich aus den Augen zu lassen. "Na siehst du?", sagte ich leise zu ihm, "Alles gar nicht so dramatisch". Langsam trat ich an seine Seite und begann seinen Hals zu streicheln und ihn am Mähnenansatz zu kraulen. Ich stand dort eine ganze Weile, bis er sich einigermaßen entspannt hatte, dann ließ ich meine Hand an seinem Hals nach vorne und über seine Wange an sein Halfter gleiten. Mit einem wütenden Schnauben riss er den Kopf in die Höhe, blieb aber stehen. "Na, naaa", sagte ich leise zu ihm, "komm wieder runter". Ich begann ihn wieder am Hals, dicht hinter seinem Kopf, zu streicheln. Es dauerte nicht lange, dann nahm er seinen Hals wieder runter. "Jetzt darf ich aber, Ok?" sagte ich zu ihm, während ich wieder meine Hand nach vorne gleiten ließ und dieses Mal zwar langsam aber entschieden an der Seite in sein Halfter griff. Wieder flog sein Kopf nach oben, doch ich hielt gegen, was ihm mehr als missfiel. Doch nachdem er mich einen Moment mit gehobenem Kopf aus bis zum Weiß verdrehten Augen betrachtet hatte, ließ er den Kopf abermals sinken. "Na also, geht doch" sagte ich lächelnd, während ich den Strick einklinkte und wieder anfing, ihn zu streicheln. Dann führte ich ihn aus seiner Box und ging mit ihm erstmal auf dem Hof ein paar Runden im Kreis, bevor ich wieder mit ihm in den Stall ging und ihn vor seiner Box anband.
      Während ich ihn striegelte, erzählte ich ihm: "Ich hab heute eine Überraschung für dich. Ich hoffe, sie gefällt dir. Ich dachte, weil ich ja keinen Weidengenossen für dich habe und dich ja schlecht mit einem Mädl auf die Weide stellen kann, dass ich mir was einfallen lassen muss. Da ich aber ehrlich gesprochen nicht vor habe, ein weiteres Pferd anzuschaffen, nur damit du Gesellschaft hast, – wobei ich das ehrlich in Erwägung gezogen habe – hab ich dir... hm... sagen wir mal jemand anderes besorgt." Ich musste unwillkürlich lächeln, als ich das sagte. Nun blieb nur noch für mich zu hoffen, dass die beiden sich auch mochten. Nachdem ich Autumm Hurrycane fertig geputzt hatte, band ich ihn wieder los und ging mit ihm rüber zur Halle. Bevor ich die Hallentür öffnete, lugte ich darüber und sagte dann zu Autumm Hurrycane gewandt: "Die junge Dame wartet schon auf dich". Kaum waren wir in der Halle, erblickte der Hengst an meiner Seite seine "Überraschung" und blieb wie angewurzelt stehen. Er hatte wohl noch nie eine Ziege gesehen. Ich lachte leise und klinkte den Strick aus. "Glaub mir, sie wird dich nicht beißen.", sagte ich zu Autumm Hurrycane, "Und nun werd ich mich ein bisschen oben auf die Balustrade setzen und euch beide ein wenig beobachten.". "Sie ist wirklich ganz eine liebe, wenn du sie erstmal kennengelernt hast!", sagte ich noch, bevor ich mit einem Schmunzeln die Halle verließ und nach oben ging, um den beiden zuzusehen.
      Als ich oben ankam hatte der Hengst bereits begonnen im Trab die Halle zu umrunden und dabei eine tolle Show hinzulegen mit seinem gebogenen Hals und seiner hohen Beinaktion. Die Ziege sah ihm einen Moment lang dabei zu, wandte sich dann aber wieder ihrem eigentlichen Interesse zu: dem Heu, dass ich für sie auf dem Hallenboden ausgestreut hatte. Autumm Hurrycane fiel auf, dass er nicht beachtet wurde und er hielt mit nach vorne gestellten Ohren an und beobachtete die Ziege. Dann versuchte er es noch ein Mal mit einer Show, was aber sogar noch weniger Reaktion aus der Ziege lockte, als der erste derartige Versuch. Und wieder blieb Autumm Hurrycane stehen und beobachtete die Ziege, diesmal allerdings, als würde er nachdenken. Nach einer Weile ging er im Schritt los, anscheinend ohne die Ziege zu beachten, und lief wie zufällig einen großen Kreis um sie. Das wiederholte er mehrere Male, wobei seine Kreise immer ein kleines wenig kleiner wurden und sein der Ziege zugewandte Ohr sich niemals von ihr abwendete. Er verkleinerte seine Kreise so lange, bis er nur noch in einer Entfernung von knapp vier Metern von der Ziege war, um dann hinter der Ziege erst stehen zu bleiben und sich dann, mit der Nase auf dem Boden, als würde er eigentlich etwas suchen, der Ziege langsam zu nähern. Als er nahe genug heran gegangen war, machte er seinen Hals so lang wie irgend möglich und begann vorsichtig an der Ziege zu schnuppern. Die Ziege, die bis jetzt keinerlei Reaktion gezeigt hatte, hob plötzlich den Kopf und sah sich nach Autumm Hurrycane um, was diesen dazu veranlasste einen riesen Satz zu machen und im Galopp an das andere Ende der Halle zu flüchten, wo er bebend stehen blieb und die Ziege beobachtete, die ihm nachgesehen hatte und sich nun wieder ihrem Heu zu wandte. Ich musste lachen und fand in diesem Moment schade, dass ich keine Kamera hatte, um das Schauspiel zu filmen. Kurze Zeit später stand ich auf und ging wieder in den Stall um dort Autumm Hurrycanes Abwesenheit auszunutzen um seine Box zu misten.
      Während dem Misten dachte ich über einen Namen für die Ziege nach. Die Frage hatte mich schon den ganzen Tag beschäftigt, doch ich war bis jetzt noch auf keinen Namen gekommen, mit dem ich wirklich glücklich gewesen wäre. Nachdem ich mit Autumm Hurrycanes Box fertig war, kontrollierte ich nochmals die Box daneben, die ich schon gestern für die Ziege hergerichtet hatte. Nicht überraschender Weise war die Box immer noch genauso wie gestern: bezugsfertig. Auf dem Weg zurück in die Halle machte ich noch einen Abstecher ins Haus um nochmal ein bisschen meine Wörterbücher zu wälzen, ob es nicht eine hübsche Übersetzung gäbe für einen der naheliegenden Namen für die Ziege wie z.B. Geschenk, Überraschung, Geistesblitz (denn als solchen empfand ich die Idee mit der Ziege) oder Freude. Doch keines der äquivalenten Wörter wollte mir so recht zusagen, außer einigen französischen, die aber leider im Normalfall von praktisch jedem falsch ausgesprochen wurden. Als letztes versuchte ich noch das Wort "Freundin", obwohl ich mir ziemlich sicher war, alle Entsprechungen dafür zu kennen, und – wurde fündig! Ragazza war ein in Italien gebräuchliche Wort für Freundin, im Sinne von weiblicher Kumpel. Ragazza sollte es sein!
      Gut gelaunt ging ich zurück zur Halle um die beiden abzuholen und der Ziege ihren gerade gefundenen Namen zu offenbaren. In der Halle fand ich beide dösend vor, die Ziege auf dem Bauch mit untergeschlagen Beinen und Autumm Hurrycane, mit ein wenig Abstand, mit eingeknickten Hinterbein und halb geschlossenen Augen, doch meine Ankunft weckte beide. Die Ziege stand auf und kam auf mich zu, offensichtlich in der Hoffnung, ich könnte noch etwas zu fressen für sie haben. Mit einem Lächeln legte ich ihr ihr kleines Halfter an und begann sie zu kraulen. "Ich habe endlich einen Namen für dich", sagte ich zu ihr, "Ragazza. Was hältst du davon?". Sie begann meine Hände ab zu schlecken. "Das nehm ich jetzt mal, als der Name gefällt dir", sagte ich lachend. Autumm Hurrycane, der mich und die Ziege aufmerksam beobachtet hatte, blieb ruhig stehen, als ich auf ihn zu kam und auch, als ich den Strick wieder in sein Halfter klinkte. "Da schau einer an", sagte ich lächelnd, "kaum sorgt man dafür, dass du ein wenig Spaß hast und schon wirst du umgänglicher". Mit Autumm am Strick ging ich zurück zu Ragazza und klinkte auch bei ihr einen Führstrick ein. Den Hengst rechts und die Ziege links überquerte ich mit den beiden den Hof und brachte sie in den Stall. Nachdem ich beide in ihre Boxen gestellt hatte, begann Ragazza, als aller erstes ihre Box ausführlich zu begutachten. "Hier wirst du nun wohnen, meine kleine. Ich hoffe, du wirst dich hier wohlfühlen", sagte ich noch zu Ragazza, bevor ich ging. Als ich mich, wieder im Haus, in die Küche setzte, merkte ich, dass ich mit den Ereignissen des Tages zufrieden war.
    • samanalea
      Pflegebericht

      Nach langer Zeit war ich das erste Mal wieder im Stall und es traf mich wie ein Schlag. Die Freundin, die sich um die Pferde hatte kümmern wollen, hatte es offensichtlich nicht getan. Die Pferde mussten aus ihren völlig verdreckten Boxen, mussten sowohl geputzt als auch bewegt werden, brauchten einen Hufschmied und zur Sicherheit einen Tierarzt. Bis auf den Hufschmied galt das alles auch für die Ziege. Immerhin waren sie alle gefüttert worden. Zwar waren alle ausnahmslos stark abgemagert, aber immerhin in der Zeit meiner Abwesenheit nicht verhungert!
      Nachdem ich die beiden Pferde versorgt hatte, kam ich zurück in den Stall zu Ragazza. Sie reagierte weder aggressiv, noch apathisch, sondern stand, die Vorderhufe gegen die Tür abgestützt, in ihrer Box und meckerte mir entgegen, als ich den Stall betrat. Ich musste unvermittelt lächeln, als ich sie da so stehen sah und merkte sofort, wie gut mir die kleine Ziege tat, an diesem sonst so schlimmen Tag. Ich schob sie mit der Boxentür langsam rückwärts, um in die Box treten zu können und legte ihr ihr kleines Halfter an. Sofort, als ich in ihrer Reichweite war, begann sie mich nach Futter abzusuchen. Ich musste sie in der Stallgasse doppelt anbinden, um sie überhaupt untersuchen zu können, da sie sonst nicht mal im Ansatz still gehalten hätte. Erfreulicherweise konnte ich an der kleinen Ziege keine einzige offensichtliche Verletzung finden. Abgesehen davon, dass natürlich auch sie an Gewicht verloren hatte, schien es ihr gut zu gehen.
      Nachdem ich Ragazza kurz übergebürstet hatte, brachte ich sie hinaus auf den Sandplatz zu Black. Ich brachte den beiden noch einen zweiten Arm voll Heu, bevor ich zurück in den Stall ging, um mich der Boxen anzunehmen.
      Zurück am Stall setzte ich mich erst mal einen Moment auf einen Eimer. Was für ein Desaster! Dann holte ich mir Gabel und Mistwagen und begann die völlig verdreckten Boxen auszumisten, kam aber nicht weit. Bei dem Mistmatsch, der die Böden der Boxen bedeckte, war mit der Gabel nichts mehr zu machen. Ich holte also eine flache Schaufel und machte mich an die sehr anstrengende Arbeit, die mich für volle zwei Stunden in Anspruch nahm. Nachdem ich die Boxen mühsam ausgeschaufelt und danach ausgespritzt hatte, stand ich erschöpft in der Stallgasse und besah mein Werk. Auch wenn das Wetter heute gut war und schon fast erschreckend warm für Ende Dezember, würden die drei Boxen heute nicht mehr trocknen. Ich begann also drei leere Boxen auszufegen und einzustreuen. Nachdem ich alle drei Boxen dick mit Stroh gepolstert hatte, füllte ich noch alle Raufen voll Heu und verteilte Futter. Ich hätte den Dreien gerne unbegrenzt Futter zur Verfügung gestellt, so abgemagert wie sie waren und so schlecht wie mein Gewissen war, doch ich wusste, dass ich ihnen damit nichts Gutes tun würde.
      Nachdem ich noch die Stallgasse gekehrt hatte, ging ich nochmals die Pferde ab. Autumm war immer noch am Galoppieren und hüpfen, während sich Black und Ragazza einmütig dem Heu zugewandt hatten. Es beruhigte mich, die beiden Kopf an Kopf fressen zu sehen. Ich kehrte noch den Hof, und ging dann ins Haus einen Kaffee trinken. Ich musste dringend sowohl einen Hufschmied als auch einen Tierarzt finden. Nach einer Reihe wenig erfolgreicher Anrufe, ging ich wieder nach draußen und begann die Koppelzäune abzugehen. Es war mir wichtig die drei so lange wie möglich draußen zu lassen und so verbrachte ich die folgenden zwei Stunden mit der Kontrolle der Koppeln und der Heuvorräte. Noch während ich die Koppelzäune abging, rief ich meinen Bruder an und bat ihn, vorbei zu kommen um mir dabei zu helfen, Autumm wieder in seine Box zu bringen. Pünktlich um 18Uhr fuhr sein Wagen auf den Hof und mit seiner Hilfe war Autumm auch bald in seiner neuen Box. Wir hatten ihm zwar wieder die Augen verbinden müssen, doch war er insgesamt deutlich weniger aggressiv als vormittags. Nachdem auch Black und Ragazza in ihren Boxen waren, warf ich bei jeder Box noch eine Karotte in den Trog und ließ mich dann von meinem Bruder nach Hause fahren. Nun, da ich wieder da war, stand der Umzug auf den Hof an, doch daran wollte ich gerade gar nicht denken. Völlig erschöpft zu Hause angekommen, schrieb ich noch eine Anzeige für Hufschmied und Tierarzt und ließ mich dann nach einem gefühlt endlosen Tag ins Bett fallen.
    • klexxx
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      [font=comic sans ms']Tierarztbesuch[/font]


      [font=comic sans ms']Nachdem ich mit Autumm Hurrycane fertig war und Samanalea ihn zurück in den Stall geführt hatte, beschloss ich, mit der Ziege weiterzumachen. Ragazza hieß sie, sie sollte als Freundin für den Criollo dienen. Zwar behandelte ich sehr selten Tiere, die keine Pferde waren, doch Ragazza war anscheinend ganz freundlich und ich musste sie nur untersuchen, impfen und eine Wurmkur geben.[/font]
      [font=comic sans ms']Ich wartete heraußen auf dem – ich nahm an, dass er normaler weise zum Putzen diente – Platz. Schon nach wenigen Augenblicken hörte ich die Ziege meckern, dann kam sie auch schon gemeinsam mit Samanalea heraus. Was ich sofort auf den ersten Blick sehen konnte, war, dass das Tier ein bisschen zu dünn war. Das Fell könnte mehr glänzen, doch im Grossen und Ganzen schien es nicht so schlimm um die Ziege zu stehen. Auf jedem Fall ging es ihr viel besser als dem Criollohengst vorhin.[/font]
      [font=comic sans ms']"Hallo, Ragazza", begrüßte ich meine Patientin, als sie näher kam. Die Ziege zeigte überhaupt keine Scheu undbegann sofort, an meiner Kleidung nach Essbarem zu suchen. Ich lachte leise. Wenn Tiere Appetit zeigten, konnte es nicht so schlecht um sie stehen.[/font]
      [font=comic sans ms']Schnell griff ich nach meinem Stetoskop und drückte den Kopf an den Brustkorb der Ziege. Eine Minute lang hörte ich dem schnellen Herzschlag zu, dann wechselte ich gegen das Thermometer. Auch hier passte alles, daher führte ich noch schnell den Hautreflexrest durch, besah mir Zähne und Augen. So weit schien alles in Ordnung zu sein. Also griff ich in meinen Koffer und holte die Wurmpastete heraus, die ich dann in den Mund Ragazzas drückte. Das war gar nicht so schwierig, nachdem die Ziege mich interessiert musterte und die Spritze fast von selbst in ihr Maul nahm. Als ich ihr die Paste hineindrückte, erkennte sie wohl, dass es keine gute Idee gewesen war, und zog den Kopf ein. Doch sie schluckte brav, und ich griff schnell nach den Spritzen mit Nadel, die ich in ihren kleinen Hals drückte.[/font]
      [font=comic sans ms']Fertig. Nun blieb nur noch ein letztes Pferd.[/font]
    • samanalea
      Pflegebericht

      Ich war wieder, wie jeden Tag, im Stall um mich um meine Pferde zu kümmern. Als ich den Stall betrat, begann Autumm sofort unruhig zu schnauben und in seiner Box aufzustampfen. "Dich bring ich erst mal raus, mein kleiner. Du hast ja glücklicherweise kein Ausgangsverbot.", sagte ich zu ihm, als ich an seiner Box vorbeiging um die Putzkisten der beiden zu holen. An Ragazzas Box machte ich kurz Halt. Die kleine war, wie eigentlich immer, gut gelaunt, und verfolgte mich zur Sattelkammer und auch wieder zurück, zu den Boxen. Kaum hatte ich Autumms Boxentür geöffnet, schlüpfte Ragazza auch schon an mir vorbei, um Autumms Box nach Fressbaren zu durchsuchen. Im ersten Moment schnaubte Autumm Hurrycane unwillig und schlug mit dem Kopf, doch dann senkte er den Kopf und beschnupperte die kleine Ziege. Der Hengst war schon ein gutes Stück umgänglicher geworden in den letzten Tagen seit meiner Rückkehr. Sanft auf ihn einredend betrat ich seine Box und näherte mich ihm. Ich war dankbar, dass Ragazza ihn ablenkte, das machte die ganze Sache deutlich einfacher. Bevor Autumm so ganz begriffen hatte, was ich vorhatte, stand ich schon neben ihm und hatte das Tuch als Blende über seinen Kopf gelegt. Missmutig schüttelte er den Kopf. Ich war mir nicht sicher, ob ich das Tuch wirklich noch brauchte, wollte aber kein Risiko eingehen. Nachdem ich Autumm aufgehalftert, in die Boxengasse geführt und dort doppelt angebunden hatte, ging ich erst mal zurück in die Box um Ragazza hinaus zu werfen, die selbstverständlich ihre Nase bereits in Autumms Heu stecken hatte. Es wunderte mich nicht, dass sie sich am schnellsten von allen erholte, soviel wie sie bei jeder Gelegenheit fraß. Lächelnd scheuchte ich Ragazza auf die Stallgasse und schloss die Boxentür hinter mir. Ich beschloss, die kleine Ziege heute mit dem Hengst hinaus auf eine der Weiden zu stellen. Da die überraschende Wärmeperiode angehalten hatte, war der Boden inzwischen nicht mehr matschig und es blühten sogar schon wieder ein paar verwirrte Gänseblümchen – mitten im Januar! "Braver Junge", sprach ich Autumm an, als ich mit dem Striegel an ihn heran trat. Er zuckte mit den Ohren, blieb aber ansonsten ruhig stehen, während ich ihn striegelte. Sorgfälltig vermied ich beim Putzen zu nah an die Wunde an seinem Hinterbein zu kommen, die immer noch voller Blauspray war. Die Wunde war inzwischen vollständig verkrustet und würde nun bald zumindest äußerlich ausgeheilt sein. Nach dem Striegeln bürstete ich den Hengst noch ausführlich und verlas ihm Mähne und Schweif, nicht ohne zweimal seinen Hufen ausweichen zu müssen. Dann erst wandte ich mich seinen Hufen zu. Inzwischen hatte ich schon einigermaßen Routine in der Pflege der selbigen. Nachdem ich jeden Huf so sorgfältig wie vorsichtig ausgekratzt hatte, behandelte ich alle mit der Betodinseife, bevor ich sie umfangreich mit Jodoformäther betupfte. All dies schien mir nur bedingt Sinn zu machen, da ich ihn ja nun direkt auf die Koppel stellen und danach die ganze Prozedur würde wiederholen müssen, aber ich wollte sicher gehen. Ich strich noch alle Hufe mit Hufsalbe aus, dann wandte ich mich erst noch mal kurz Ragazza zu, die eifrig dabei war, den Putzkasten zu durchsuchen. Ich halfterte sie auf, band sie an und bürstete sie kurz mit ihrer groben Bürste über. "Euch beiden wird es draußen sicher gute gefallen", sagte ich zu den beiden, während ich Ragazza losband. Ragazza schon an der Hand befestigte ich einen Führstrick an Autumms Halfter und klinkte ihn aus den Haltestricken aus. Für einen kurzen Moment wurde mir mulmig bei dem Gedanken, beide gleichzeitig über den Hof zu führen und ich überlegte, sie doch nacheinander auf die Koppel zu bringen. Dann gab ich mir aber einen Ruck – schließlich hatte Autumm verbundene Augen, das würde schon gehen! – und verließ mit den beiden den Stall.
      Autumm begriff schon nach wenigen Schritten, dass ich ihn nicht wie sonst Richtung Halle führte, und wurde etwas unruhig. Da er aber nichts sehen konnte, blieb er dicht an meiner Seite. Ragazza war eh ein kleiner Engel und schon bald stand ich mit den beiden in der Koppel. Normalerweise hätte ich Ragazza ihr Halfter ausgezogen, da ich aber noch Autumm an der anderen Hand hatte, klinkte ich nicht ihren Führstrick aus und ließ sie laufen. Ragazza blieb allerdings stehen und begann meine Taschen abzusuchen. Sanft aber nachdrücklich schüttelte ich die Ziege ab und wandte mich Autumm zu, der mit geblähten Nüstern zitternd neben mir stand. Wie lange war er schon nicht mehr auf einer der Weiden gewesen? 7 Monate? 8? Ich hielt ihn am Halfter und klinkte den Führstrick aus. Nun war mir wieder mulmig zumute. Ich hätte gerne erst die Koppel zugemacht und ihm dann von außen das Tuch von den Augen genommen, doch das konnte ich bei den Koppelstangen nicht ohne Hilfe, solange ich noch Autumm an der Hand hatte. Nachdem ich den Kloß in meinem Hals hinuntergeschluckt hatte löste ich das Tuch von Autumms Augen und wich sofort zurück. Im ersten Moment stand Autumm ruhig und sog mit bebenden Nüstern die Luft ein, dann machte er plötzlich einen Satz nach vorne und preschte über die Koppel davon. Ich sah ihm nach, während ich die Koppelstangen in ihre Halterungen hob. Bocksprünge vollführend galoppierte er ein paar Mal um die Weide, bevor er plötzlich eine Vollbremsung machte und mit erhobenen Kopf, in meine Richtung blickend, stehen blieb. Mir stockte der Atem, als ich ihn dort so stehen sah. Ein schrilles Wiehern von Autumm gellte über die Weide, dann begann er auf der Stelle zu Buckeln, so, dass er immer wieder mit allen vieren in der Luft war und wie wild um sich schlug. Ich sah ihm noch eine ganze Weile bei seinen Eskapaden zu, bevor ich zurück in den Stall ging und für die beiden Heu und Wasser herantrug. Dann machte ich mich auf den Weg zurück in den Stall um mich um Black zu kümmern. Als ich mich noch ein letztes mal nach der Koppel umwandte, bevor ich sie nicht mehr würde sehen können, sah ich Autumm mit fliegender Mähne und hoch erhobenen Schweif um die Koppel galoppieren, schon etwas ruhiger als am Anfang.
      Nachdem ich mich um Black gekümmert und die Boxen gemistet hatte, ging ich wieder hinaus zur Koppel um nach Autumm und Ragazza zu sehen. Ragazza war – welch Überraschung – mit fressen beschäftigt. Autumm stand am hinteren Koppelzaun und schien in die Ferne zu blicken. Er schien sich soweit ausgetobt zu haben. Da die beiden mich nicht zu brauchen schienen und ich sie aber noch lange nicht wieder in ihre Boxen bringen musste, ging ich in’s Haus um dort Ordnung zu schaffen. In der Küche hatten sich Kaffeetassen von mehreren Aufenthalten angesammelt und so hatte ich eine Weile in der Küche mit Abspülen, Aufräumen und Putzen zu tun. Als ich mit der Küche fertig war, nahm ich mir eine der frisch abgespülten Tassen wieder aus dem Schrank, machte mir einen Kaffee und holte mir das Telefon um ein paar Telefonate zu erledigen und bei der Gelegenheit gleich noch meinen Bruder anzurufen und ihn zu bitten, doch in den nächsten Tagen einmal mit in den Stall zu kommen um Autumm zu longieren. Ich war mir unsicher im Umgang mit dem Hengst und wollte lieber jemanden dabei haben. Außerdem stand die Ankunft eines neuen Pferdes ins Haus und ich wollte, dass mein Bruder mir half, alles für den Neuankömmling vorzubereiten.
      Nachdem ich so gut zwei Stunden im Haus zugebracht hatte, ging ich hinaus um den Hengst und die Ziege von der Weide zu holen, denn auch wenn es sonnig und warm war, war es immer noch mitten im Winter und die Sonne begann bereits unterzugehen. Als ich an die Koppel kam standen sowohl Autumm als auch Ragazza nahe dem Eingang und beschäftigten sich mit dem Wasser beziehungsweise dem Heu. Langsam löste ich die untere der beiden Stangen aus ihrer Halterung und legte sie schon mal an den Boden. Dann schlüpfte ich unter der oberen Stange hindurch auf die Koppel und trat mit seinem Halfter in der einen und einer Karotte in der anderen Hand an Autumm heran. Im ersten Moment legte Autumm die Ohren an, dann nahm er allerdings die Karotte und ließ sich brav aufhalftern. Sicherheitshalber verband ich ihm wieder die Augen – Versuche konnte ich machen, wenn mein Bruder da und ich nicht allein auf dem hof war – und band ihn fest um auch bei Ragazza einen Führstrick einzuklinken und dann noch die obere Stange wegzuheben. Dann nahm ich den Hengst rechts und die Ziege links und ging mit ihnen zurück zum Stall. Während Ragazza mit ihren kleinen Ziegenschritten neben mir her trippelte, ging Autumm entspannt neben mir her. Ich musste lächeln. So langsam wurde alles hier auf dem Hof wieder einfacher. Ich stellte die beiden in ihre Boxen und begann dann das Futter zu verteilen, wobei ich nicht vergaß, Black ihr Spezialfutter und ihr Vitaminpräparat zu geben. Während Autumm fraß, kontrollierte ich nochmals seine Hufe – was überraschend gut ging, und wechselte dann nochmals Blacks Verband, bevor ich alles aufräumte und nach Hause fuhr. Heute war ein guter Tag im Stall gewesen.
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  • Album:
    Stall
    Hochgeladen von:
    samanalea
    Datum:
    15 März 2012
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