Rhapsody

Quarterback *

im Besitz seit 01/2018 - aa EE Rr Oo

Quarterback *
Rhapsody, 29 Jan. 2018
    • Rhapsody
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      versteckte nachrichten hihihi

      chapter thirteen | 13. März 2018
      Ironic | PFS' Gamble Away | Quarterback
      Ares | Painted Blur | Paramour
      Dark Royale | Doineann | Pacco
      "Ich glaube," sagte Cat und versuchte sofort wieder, die Haare, die ihr sofort in den Mund geflogen waren, mit Pusten loszuwerden.

      Bernie hatte gleich nach dem ersten Mal gelernt - Putzen musste in den nächsten Wochen stumm vonstatten gehen. Zum Extra-Schutz hatte sie auch nochmal ein Tuch über die Nase und den Mund gelegt. So blieben Blurrys Haare überall aber nicht in ihrem Mund, wenn sie mit dem Striegel über die Kruppe des Hengstes ging.
      Cat schien das lästige Haar losgegangen zu sein. "Ich glaube," fing sie nochmal an, "dass jetzt Frühling ist."

      "Soll ich dich daran erinnern, dass wir letzte Woche noch 'nen Komplettausfall hatten?" fragte Bernie, ihre Stimme ein bisschen gedämpft hinter dem Tuch. Snafu und Beau hatten ihr vor eineinhalb Wochen erklärt, dass England - im Gegensatz zu Neuengland - nicht jeden Winter von unendlichen Schneemassen überschüttet wurde. Sie fand die paar Zentimeter, die alle Schneechaos nannten, zwar eher niedlich, aber anscheinend war das wirklich ein Problem hier.

      Mittlerweile war der Schnee größtenteils geschmolzen, die Rohre enteist und alles war wieder beim alten - inklusive Regen. Auch jetzt sah sie misstrauisch aus dem Stalltor nach außen, dann wieder zu Cat, die gerade Ironics Bauch vom Winterfell befreien wollte. Der Himmel war stahlgrau, es war windig, wenn es auch gerade nicht regnete. "Wenn das der englische Frühling ist, dann weiß ich auch nicht."

      "Das riecht man," machte Cat einfach weiter, als hätte sie Bernie nicht zugehört, als hätte sie nicht mal nach draußen geguckt - als würde ihre Regenjacke nicht über Ironics Box liegen.

      Seufzend ließ Bernie den Striegel wieder in Blurrys Putzbox fallen. Der Hengst hatte gedöst, schreckte von dem Geräusch aber wieder auf. Er genoss das Putzen richtig - im Gegensatz zu Ares, bei dem Bernie aufpassen musste, dass er ihr dabei nicht auf die Füße trampelte. Mit einem Stück Karotte belohnte sie den Holsteiner und stellte ihn dann nochmal kurz in die Box.

      Sie war schon fast fertig mit Ares, mit dem Tuch über der Nase und dem Striegel in der Hand, als Cat laut pustend anscheinend mit Ironic fertig war - oder aufgegeben hatte, wie es beim Putzen im März wohl eher der Fall war. "Bist du immer noch nicht fertig?" rief sie grinsend über den Rücken des Hannoveraners hinweg. Bernie winkte ab, ohne Cat eines Blickes zu würdigen.

      Als dann auch der braune Hengst von einem guten Teil des Winterfells befreit war, warf Bernie sowohl Ares als auch Blurry eine Regendecke über - sicher war sicher. Auch Ironic wurde eingedeckt, aber aus eher praktischen Gründen; Ares und Blurry genossen den Deckhengst-Urlaub, wurden nur alle paar Tage geritten und würden in ein paar Wochen Stuten besuchen - Training war also abgesagt. Ironic hingegen sollte so trocken wie möglich bleiben, damit er für seine Leistungsprüfung fit blieb und vor allem: damit er sich nicht komplett einsauen konnte auf dem matschigen Paddock.

      (Heath hatte bei der Begründung natürlich nur mit den Augen gerollt, aber irgendeinen Sinn schien der Stallmeister auch darin zu sehen - immerhin riss er dem Hengst die Decke nicht herunter.)

      Bernie ging mit Ares und Blurry voraus; Cat kam mit Ironic hinterher. Zu dritt konnten die Hengste nicht auf den Paddock; Ares und Blurrys waren zwar beste Buddys, aber Ares war kein Fan von Ironic. Wenn Bernie ehrlich war, konnte sie ihn da auch ganz gut verstehen - Ironic war zu hibbelig, zu unentspannt, um für Ares als Weidekumpel zu passen. Also kamen Bernies Jungs zusammen auf den Paddock, und Ironic zu den zwei Ponyhengsten Paramour und Pacco.

      Als Bernie die beiden Hengste losmachte, stürmte der Braune sofort in großen Sätzen ans andere Ende des Paddocks, legte dort eine Vollbremsung ein und buckelte dann in einem großen Bogen über den Sand. Blurry hingegen blieb bei Bernie stehen, guckte seinem Weidekumpel zu und senkte dann den Kopf, um nach etwas Essbarem zu suchen. In einer Ecke stand eine kleine Heuraufe, überdacht und geschützt; dorthin verkrümelte sich der Holsteiner sofort.

      Ein paar Minuten blieb Bernie am Zaun stehen, dann fiel ihr der erste Regentropfen auf die Nase. Bis sie zurück im Stall war, war aus dem Tröpfeln schon der nächste Schauer geworden.

      Zurück im B-Stall war Cat schon wieder beim nächsten Pferd - dem Neuen mit der außergewöhnlichen Farbe. Er war jetzt schon ein paar Wochen auf dem Hof, hatte aber ein ziemlich dünnes Nervengewand und wurde deswegen erst seit ein paar Tagen trainiert. Und mit Cat hatte er da eigentlich die perfekte Reiterin gefunden - sie hatte irgendwie herausgefunden, wie man ein solches Pferd vor allem in brenzligen Situationen wieder runterbekommt und gleichzeitig konsequent bleibt. Und das konnte sie bei einem Pferd, das bei der Ankunft schon seitwärts vom Transporter gesprungen war und anschließend wie bekloppt über die Anlage gerannt war, gut gebrauchen.

      (Quarterback hatte sich zum Glück nichts getan - das einzige, was angeknackst gewesen war, war Beaus Ich-bin-der-ultimative-Pferdeflüster-und-kann-jedes-Pferd-mit-bloßer-Willenskraft-halten-Ego.)

      Eigentlich sollte Bernie selber mit ihrer Arbeit vorankommen, damit sie rechtzeitig fertig wurde, um mit Leslie später ins Kino zu fahren. Trotzdem streckte sie dem neuen Hengst ihre Finger zum Beschnüffeln entgegen. Mit gespitzten Ohren streckte er sich zu ihr hin, drehte sich aber sofort wieder zu Cat um, als diese neben seiner Schulter auftauchte und den Hufkratzer in die Putzbox warf.

      "Was steht auf dem Plan?" fragte Bernie und lehnte sich an die nächstbeste Box.

      "Für dich?" antwortete Cat und krabbelte unter dem Strick hindurch. "Fegen. Für uns longieren."

      Kritisch musterte Bernie die Stallgasse; ein Mix von schwarzen, rotbraunen und hellbraunen Haaren lag über den Boden verteilt, und wenn das liegen blieb, bis die Stallburschen zurückkamen, würde Cooper sie wohl einen Kopf kürzer machen. Mit einem Seufzen ging sie also in die Futterkammer, krallte sich einen Besen und eine Schaufel.

      Beim Zurückgehen kam ihr eine Idee. "Sag mal, können wir später mal was ausprobieren?"

      Cat hatte mittlerweile mit dem Anlegen der Gamaschen begonnen, blickte aber zweifelnd zu Bernie hinauf. "Irgendwie mag ich nicht, wie das klingt."

      Bernie rollte mit den Augen. "Meine Güte, hab doch mal ein bisschen Vertrauen in mich. Ich wollte nur mal gucken, wie sich Dark Royale so mit anderen Hengsten versteht."

      "Steht er nicht gerade in diesem Moment mit Donnie auf 'nem Paddock?"

      "Ja, aber mal mit einem fremden Hengst. Und vielleicht tut das Quarterback auch mal gut, weißt du? Das ist ja ein bisschen mehr als nur über die Boxenwand beschnuppern."

      Cat war einige Augenblicke still - die Pferde waren alle auf Paddocks verteilt oder bei der Arbeit, man hörte also nur das Geräusch des Besens auf dem Boden und das Öffnen der Klettverschlüsse an den Gamaschen. Dann seufzte Cat. "Von mir aus. Aber nur, wenns gut geht."

      "Du bist der beste Mensch auf der Welt, Cat."

      "Ach, halt doch die Klappe."

      Noch bevor Bernie mit dem Kehren fertig war, verließ Cat den Stall. Und auch Bernie musste wieder hinaus in den Regen und Dark Royale von seinem Paddock holen. Normalerweise teilte er sich diesen mit Doineann und Gamble Away - Gambit war aber mit Leslie unterwegs und somit blieb das Schimmelpony alleine zurück. Bis auf ein kleines Wiehern schien Donnie das aber wenig auszumachen; er hatte seinen Kopf schnell wieder ins Heu gesteckt und schien sich mit Fressen von der Trennung abzulenken. Royale folgte Bernie mittlerweile motiviert und blieb nicht mehr an jeder Ecke stehen, um zu schnuppern.

      Bernie hatte eigentlich gedacht, dass sie sich viel Zeit beim Putzen ließ, aber die Entscheidung hatte ihr Royale schon abgenommen: von oben bis unten war er voll Matsch, teilweise trocken, teilweise noch feucht. So gut wie möglich schrubbte Bernie und befreite den Rappen so von etwa 97% des Matsches - beim Rest verschmierte sie mit jedem Bürstenstrich nur noch mehr Fell mit Matsch. Also zuckte sie mit den Schultern, sagte sich, dass man das auf dem Schwarz nicht so sah, und löste dann die Anbindestricke.

      Im Inneren der Führanlage war ein Longierzirkel, auf dem Cat Quarterback im Schritt freilaufen ließ. "So viel zum Thema Longieren," rief ihr Bernie vom Tor der Führanlage zu. Mit einem kleinen Pfiff machte Cat den Hengst auf sich aufmerksam, ließ ihn zu sich in die Mitte kommen und winkte dann Bernie zu sich. Dark Royale schnaubte, als er das andere Pferd entdeckte, und auch Quarterback hatten den Kopf hoch und die Ohren gespitzt. Nachdem das Tor zur Führanlage geschlossen war, machte Bernie Royale auch schon das Halfter ab - sollten sich die Hengste nicht miteinander verstehen, wollte sie lieber nicht dazwischen stehen. Auch Cat ging ein paar vorsichtige Schritte zurück.

      Dark Royale, ganz der Charmeur, ging mit leichten, federnden Schritten und aufgestelltem Schweif zu Quarterback. Der bunte Hengst schien wie eingefroren; nur seine Ohren spielten hin und her, klappten nach vorne, zur Seite, nach hinten und wieder nach vorne. Ein paar Augenblicke beschnupperten sich die beiden, dann zwickte Royale dem anderen Hengst in den Hals, drehte auf der Hinterhand um und trabte in einem großen Bogen um Quarterback herum. Dieser blieb erst mal kurz verdattert stehen, bis Royale ihn nochmal in den Hals zwickte. Ein paar Runden jagten sie sich gegenseitig durch den Longierzirkel, blieben dann letztendlich stehen - ruhig, nur mit dem ein oder anderen spielerischen Biss in die Schulter oder Brust.

      Als Bernie sich zu Cat umdrehte, sah sich diese das immer noch skeptisch an. "Ach komm schon," sagte Bernie und stupste Cat mit ihrem Ellenbogen an. "Da wird noch eine ganz dicke Männerfreundschaft draus, das sag ich dir."
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      versteckte nachrichten hihihi

      chapter nineteen | 07. August 2018
      Quarterback | Cobain | PFS' Gamble Away | PFS' Scion d'Or
      Seit wenigen Tagen war Lesja jetzt in England, und Cat würde ihn am besten wieder in den nächsten Flieger nach Deutschland setzen.

      Sie saß gerade auf Quarterback, machte sich an die tägliche Arbeit, als vom Reitplatzzaun plötzlich eine laute Stimme „Hände aufstellen!“ rief.

      Cat war zusammengezuckt und Quarterback hatte die Möglichkeit genutzt, um sich aus der Anlehnung zu schlängeln. Wütend drehte sich Cat zu ihrem Bruder rum. „Spinnst du eigentlich?“

      Lesja hatte ein breites Grinsen auf dem Gesicht. „Ich geb hier nur professionelle Tipps, damit du besser wirst.“

      Cat schüttelte irritiert den Kopf, nahm dann wieder die Zügel an und konzentrierte sich wieder ganz auf den Hengst unter sich. Die Senior Trainer waren noch nicht wirklich zufrieden mit dem Trakehner, und Cat tat sich schwer, zu ihm durchzukommen. Deswegen war in letzter Zeit viel Dressurarbeit angesagt, um ihn durchlässiger und schwungvoller zu bekommen. Quarterback, der am liebsten mit dem Kopf durch die Wand wollte, hielt davon wenig, aber daran ließ sich wenig ändern. Vor allem spürte er, wenn der Reiter nicht zu 100% bei ihm war; erst dann fing er an, sich fallenzulassen und kam mit dem Rücken hoch. Gerade schien es, als hätte Cat ihn endlich – der Kopf kam runter, plötzlich fühlte es sich an, als hätte sie nichts in der Hand, als –

      „Hacken runter!“

      Cat wurde aus ihren Gedanken gerissen und Quarterback nahm den Kopf wieder hoch. Frustriert parierte sie den Hengst durch und funkelte ihren Bruder dann böse an. „Sag mal, hast du keine Beschäftigung? Irgendwas?“

      „Ich mache Urlaub. Was soll ich denn machen?“

      „Keine Ahnung, nerv Leslie oder so.“

      „Die hat mich von der Rennbahn verbannt.“

      Cat rollte mit den Augen. „Warum nur,“ meinte sie monoton und ließ Quarterback wieder antreten. Einige Minuten hielt Lesja es aus, dann wimmerte er von der Bande des Reitplatzes: „Cat, mir ist langweilig.“

      „Beschäftige dich,“ antwortete Cat, ohne von Quarterback wegzugucken. Langsam hatte sie ihn wieder.

      „Können wir nicht ausreiten?“

      „Nach der Arbeit.“

      „Wann ist nach der Arbeit.“

      Cat musste ein Seufzen unterdrücken. Manchmal konnte man leicht vergessen, dass Lesja fünf Jahre älter war als sie, und nicht erst fünf. „Gib mir ‘ne halbe Stunde, dann von mir aus.“

      Lesja grinste sie breit an und machte auf den Absatz kehrt – und Cat konnte endlich richtig trainieren. Trotz der Unterbrechnungen machte Quarterback gut mit und schien endlich ein bisschen Spaß an der Dressur zu finden. Zufrieden ließ sie ihn am langen Zügel seine Runden über den Reitplatz drehen, bis sie Hufgetrappel hörte. Als sie sich umdrehte, sah sie Lesja auf sie zusteuern, an seiner Seite Goldie.

      Erst wollte Cat schon etwas sagen – mit Goldie war sie bis jetzt noch nie allein im Gelände gewesen, und wer wusste, wie Quarterback als ziemlich hengstiger Hengst und Goldie als ziemlich stutige Stute miteinander harmonierten. Aber eine andere Möglichkeit gab es nicht; Cobain war noch sehr weit vom zuverlässigen Reitpferd entfernt und Gambit hatte heute Ausdauertraining mit Leslie. Der Rest der Pferde war größtenteils zu jung, nicht eingeritten oder lebte jetzt ein Leben als Deckhengst. Also atmete Cat tief durch, öffnete das Gatter vom Pferderücken aus und, nachdem Lesja im Sattel saß, steuerte den Feldweg hinter der Führanlage an. „Dann gucken wir mal.“
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    • Elii
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      du bist blöd hihihi
      Dressur A-L | 24. August 2018
      Quarterback


      Normalerweise sehen die klassischen Dressurpferde alle gleich aus. Grundfarbe, Dunkel und gleichmäßige Abzeichen. Quarterback war da anders. Vor mir stand ein Blue Roan mit Scheckung, dazu ein auffälliges weißes Gesicht.
      Wenigstens in einem Punkt war er das stereotypische Dressurpferd: Er war nervös. Wir standen nun schon fünf Minuten vor einem Blumenkübel, der zwar schon seit Beginn des Trainings dort stand, aber eben erst von dem Hengst entdeckt wurde. Quarterback schnaubte und hatte seine Augen weit aufgerissen, konnte mich damit aber nicht beeindrucken. Ich saß und wartete, ihm jetzt Stress zu machen würde auch nicht helfen und irgendwann würde er schon merken, dass Blumen nicht beißen können. In der Zwischenzeit kam Cat vorbei und schaute uns fragend an. Anscheinend bemerkte Quarterback das und wurde plötzlich entspannter. Wenn seine Reiterin die Blumen für in Ordnung hielt, konnten diese ja doch nicht so schlimm sein.
      Der Trakehner, der somit das Klischee bedient hatte, konnte endlich mit der Arbeit weiter machen. Ich ritt wieder im Schritt an, nahm meine Zügel langsam auf und trabte an. Wie vor seiner Angstattacke nahm ich das Tempo auf und versammelte den Hengst zunehmend. Es fiel ihm immer noch schwer die Last aufzunehmen, doch mittlerweile konnte er es immerhin länger als eine halbe Bahn beibehalten. Aus der Versammlung ließ ich ihn wieder frisch voran laufen, parierte durch zum Schritt und probierte mich am Kurzkehrt. Nach der endlich gemeisterten Hinterhandwendung war dies momentan unsere größte Baustelle. Viel zu oft hebelte sich Quarterback noch aus der Anlehnung oder war viel zu hektisch. Ich hatte Cat beauftragt es in meiner Abwesenheit, auch vom Boden aus, zu üben, doch wirklich viel war in der Zeit nicht passiert.
      Ich wusste dass es schwierig war ein Pferd geschlossener und wendiger zu bekommen, doch da Quarterback auch bald die Kandare testen sollte, musste die Lektionen zumindest grundsätzlich sitzen.
      Was ihm keine Probleme machte war der Außengalopp. Ich konnte sogar Vierer-Galoppwechsel abfragen und auch Seitengänge im Galopp waren im Ansatz möglich. Dementsprechend waren auch die Volten kein Problem. Nur der versammelte Galopp war verbesserungsfähig. Wie im Trab fiel es dem Hengst schwer die Versammlung zu halten

      Die Zeit zog sich bis ich beschloss, dass Quarterback reif für die Kandare war. Die ersten Male ritt ich ihm damit, während Cat die Lektionen der L Dressur weiterhin auf Trense ritt. Quarterback zeigte mit der Kandare nochmal eine Steigerung und war schon bald so gefestigt, dass auch Cat sich daran versuchen konnte. Die ersten Unterrichtsstunden waren etwas holprig, doch mit meinen Tipps hatte sie es schnell heraus, wie der Hengst sich damit bedienen ließ.
      Die Beiden würden nun hauptsächlich zusammen an der Verfeinerung der Lektionen arbeiten, während der Beritt durch mich langsam abnahm.
      Rhapsody gefällt das.
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      chapter twenty one | 04. Januar 2019
      Cíola | Paramour | Siana | Doineann | Medeia | Minou | Mánas
      Cobain | Quarterback | PFS' Scion d'Or | PFS' Gamble Away | Dark Royale | Painted Taloubet | Dark Innuendo
      Ares
      Das alte Jahr ging auf Sandringham Manor leise zuende. Während über die Weihnachtsfeiertage die meisten bei ihren Familien zuhause saßen, waren zu Silvester wieder alle auf dem Hof. Es gab kein Feuerwerk, um die Pferde nicht unnötig zu erschrecken; allerdings sah man die Raketen der Nachbarn in einiger Ferne den Himmel erleuchten.

      Für Bernie war Silvester nur eine kleine Verschnaufspause – sie arbeitete jetzt fast jeden Tag mit den Jungpferden und Cobain. Vor wenigen Tagen hatte sie den ersten halbwegs erfolgreichen Reitversuch auf dem Vollblut abgelegt. Zwar war es noch weit von dem entfernt, was es einmal sein sollte, trotzdem war Bernie zufrieden mit dem Hengst. Dafür zeigte sich Dark Royale mehr als ehrgeizig unter dem Sattel; mit ein bisschen Glück konnte der Hengst im Frühjahr voller Tatendrang in seine erste Turniersaison starten. Und auch Painted Taloubet und Dark Innuendo schien die Arbeit langsam Spaß zu machen; bis jetzt war es nur ein bisschen Bodenarbeit, denn vor allem Jitterbug hatte noch genug Zeit, um großzuwerden. Ab und zu durfte sich Bernie dann doch noch in den Sattel schwingen und Ares weiter ausbilden. Nach den zwei Monaten, die er jetzt wieder in ihrer Obhut war, hatte sie den großen Hannoveraner auf ein gutes Level gebracht. Auf dem stallinternen Neujahrsturnier würde sie ihn dann in einer M**-Dressur vorstellen; die Lektionen hatten die beiden die letzten Wochen bis zum Vergasen geübt und sie rechnete sich gute Chancen aus.

      Leslie und Snafu waren um diese Jahreszeit oft im Gelände unterwegs. PFS‘ Gamble Away genoss eine Winterpause weg von der Rennbahn, während PFS‘ Scion d’Or den Sommer auf der Weide sichtlich genossen hatte. Nächstes Jahr soll Goldie ähnlich wie Cobain „umgesattelt“ werden, in der Hoffnung, die kleine Stute fühle sich im Busch deutlich wohler als auf der Bahn. Das bedeutete allerdings auch, dass Snafu sie an einen anderen Jock weitergeben müsste – also will er die Zeit, die ihm noch blieb, intensiv mit der jungen Stute verbringen. Gambit hingegen soll sich noch einmal beweisen – ihm macht das Rennen deutlich mehr Spaß und das zeigt sich auch an den Schleifen an seinem Spind. Sowohl Leslie als auch die Senior Trainer sahen in ihm aber noch ganz viel unentdecktes Potenzial, das er früher oder später ebenfalls unter Beweis stellen konnte. Aber jetzt noch nicht, noch darf er mit Leslie über das Gras rennen.

      Cat hat sich bereits nach einer neuen Arbeitsstelle umgesehen, sich dann aber trotzdem erstmal dazu entschieden, bei Quarterback zu bleiben. Mittlerweile sind die beiden ein eingespieltes Team; sollte Cat den Hof doch noch verlassen, plant sie, den Trakehnerhengst zu kaufen. Dafür will sie 2019 so viel Geld wie möglich zurücklegen, um sich diesen Traum zu erfüllen.

      Es wird außerdem gemunkelt, Esther hätte etwas mit den Ponys vor. Mit ihren Enkeln wieder in der Schule. Jemand der Jocks soll gehört haben, wie sie von einem Bekannten in Irland sprach, der wohl Interesse an Doineann, Medeia und Minou geäußert hätte – jemand anderes behauptete, er wolle den Kaufvertrag für Mánas schon unterzeichnet auf Esthers Schreibtisch liegen gesehen haben. Noch sind alle Ponys da, inklusive Siana, Paramour und Cíola – ob und wie lange die Ponys noch bleiben, ist ungewiss.

      Bis jetzt spricht nichts dagegen, dass 2019 ein gutes Jahr für Sandringham Manor wird. Als das Feuerwerk in der Ferne langsam abklingt und die letzten Wunderkerzen heruntergebrannt waren, sammelten alle ihre Sektflaschen und Gläser wieder zusammen und machten sich fertig fürs Bett. Immerhin war morgen ein neuer Tag, und der begann für viele schon um fünf Uhr morgens.
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      versteckte nachrichten hihihi

      chapter twenty two | 09. Juni 2019
      Cíola | Paramour | Siana | Doineann | Medeia | Minou | Mánas
      Cobain | Quarterback | PFS' Scion d'Or | PFS' Gamble Away | Dark Royale | Painted Taloubet | Dark Innuendo
      Der Sommer hatte sich allmählich auch nach England geschlichen. Doch heiße Tage bedeuteten nicht, dass man sich ausruhen konnte. Bernie und Leslie hatten allerhand zu tun – Leslie arbeitete zwar nach wie vor für Sandringham Manor, hatte aber in Absprache mit Esther die ein oder anderen auswärtigen Jobs angenommen und war fast jedes Wochenende auf der Rennbahn. Wenn sie nicht gerade dafür trainierte, half sie Bernie und Cat so gut es ging. Gambits Rennkarriere war noch nicht vorbei, Goldie hingegen sollte langsam an die feine englische Reitkunst herangetragen werden – und einem wenn auch nicht großartig erfolgreichem Renn-Galopper zu sagen, er müsse jetzt ruhig bleiben und am besten noch schön den Hals annehmen, war eine Aufgabe für sich. Bernie hatte als Ausgleich noch mit den noch nicht eingerittenen Jungpferden zu tun und das genoss sie sichtlich. Und auch Cat, die sonst sehr auf ihre Sportkarriere versteift war, musste verletzungsbedingt eine Auszeit nehmen – vor wenigen Wochen war sie vom Pferd gestürzt und hatte sich dabei das Handgelenk gebrochen. Und während das verheilte, packte sie so gut wie möglich im Stall an.
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    • Rhapsody
      Steenhof, 21. Oktober
      Dark Royale, Quarterback
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      Mit Schwung fuhr ich die letzte Schubkarre voller frischem Stroh in die Box im Hengststall. Die restlichen Jungs waren alle auf der Koppel – nicht einmal Peanut und Jelly machten irgendein Geräusch (wahrscheinlich, weil sie irgendwo faul in der Ecke lagen und schnarchten). Nur das Rascheln des Strohs, als die letzten Halme auf den Boden fielen.

      Eben in diesem Moment waren zwei neue Hengste auf dem Weg zum Steenhof. Jette hatte die beiden fast gleichzeitig entdeckt und sie nach ein paar Besichtigungen kurzerhand gekauft. Hätte ich das gemacht, hätte mir Hauke wahrscheinlich ordentlich den Kopf gewaschen – bei seiner Frau stieß er da aber auf taube Ohren. Also hatte er sich dazu überreden lassen, einen der Hengste abzuholen, während sich Jette gemeinsam mit Fiete auf den Weg zum anderen Hengst machte.

      Mir kribbelte es ja schon in den Fingern. Ich hatte ein paar Fotos gesehen, bei den Besichtigungsterminen hatte ich aber immer irgendetwas anderes zu tun gehabt (manchmal musste ich auch wirklich arbeiten) und konnte es kaum erwarten, sowohl den Trakehner als auch den jungen Hannoveraner in Action zu sehen. Beide Hengste waren vielseitig begabt; während Dark Royale, der Hannoveraner, eine doppelte Veranlagung besaß, hatte der Trakehner namens Quarterback bereits eine Ausbildung in der Vielseitigkeit genossen und war dort auch schon die ein oder anderen Prüfungen gegangen. Quarterback bestach aber nicht nur durch eine tolle Springmanier und Erfahrung auf Turnieren; keinen Plan wie die Farbe genau hieß, aber er war sowohl Farbwechsler als auch Schecke. Und auch, wenn ich die Zucht nicht auf Farbe auslegen wollte – durchaus interessant war es dann doch, was da wohl für Fohlen rauskommen würden. Und mit Dark Royale zog ein vielversprechender Junghengst ein – noch nicht viel Turniererfahrung, zeigte aber im Freispringen schon viel Potenzial. Ich hatte außerdem das Glück, dass ich seinen Vater Dark Firestorm vor Jahren in Action im Parcours sehen konnte – und wenn Royale auch nur irgendetwas von seinem Vater hatte, müsste das Springen mit ihm eine fast schon religiöse Erfahrung sein. Bis es soweit war würde es aber noch ein bisschen dauern, da der Hengst erst seit kurzem unter dem Sattel war.

      Nachdem die letzte Box eingestreut war, warf ich einen kurzen Blick aufs Handy – weder Hauke noch Jette waren auf dem Nachhauseweg. Ich stemmte die Hände in die Hüften. Dann würde ich mich eben noch anderweitig beschäftigen müssen. Vielleicht konnte ich Saevitia zu einem kleinen Ausritt überreden.

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      Aus dem kleinen Ausritt wurde schließlich eine zweistündige Runde über die Felder um den Hof. Die Ankunft der beiden Hengste verpasste ich also – als ich Saevitia zurück in den Laufstall gebracht hatte und mit dem Fahrrad zu den Hengsten gefahren war, inspizierten beide Hengste schon ihre Box. Jette hatte sich über eine Boxentür gebeugt und sah dem Rappen, also Dark Royale, beim Schnobern durchs Heu zu. Als ich die Stallgasse entlang ging, blickte sie auf und grinste mich selig an.

      Ich konnte mein Grinsen auch nicht mehr zurückhalten. „Die Fahrt war gut?“

      Sie zuckte mit den Achseln. „Einigermaßen. Der hier,“ Dark Royale hatte neugierig den Kopf über die Boxentür geschoben und Jette kitzelte ihm jetzt die Nüstern, „wollte erst gar nicht einsteigen.“

      „Ist ja auch gruselig da drin,“ meinte ich und driftete dabei in meine Pferdestimme ab, als Dark Royale jetzt auch mich entdeckte und mir den Kopf entgegenstreckte. „Da würde ich mich auch nicht reinführen lassen.“ Auch ich kraulte ihm die rosa Nase. Ich hatte ja eh eine Schwäche für dunkle Pferde mit großen Kopfabzeichen – Dark Royale passte da total in mein Beuteschema.

      Aber da war ja noch einer, der neu hier war. Neugierig lugte ich an Jette vorbei, in der Hoffnung, in die andere Box hineingucken zu können. Die Boxenwände im Hengststall waren teilweise komplett geschlossen, damit sich die Hengste im schlimmsten Fall nicht über die Boxenwände hinweg terrorisieren konnten. Mir gefiel das wenig, aber nachdem die Hengste ja auch täglich in Kleingruppen entweder auf Weiden oder auf Paddocks standen, hatte ich diese Sicherheitsmaßnahme grummelnd angenommen. Das bedeutete jetzt aber natürlich, dass ich keinen Blick auf den anderen Hengst werfen konnte. Jette bemerkte meine Neugier natürlich und schob mich sanft in Richtung der anderen Box. „Quarterback hingegen war ein richtiger Engel. Sagt zumindest Hauke.“

      Quarterback hatte mir einen hellen, mit dunklen Sprenkeln übersäten Hintern zugewandt und zupfte an einem Heunetz. Mit ein bisschen Fingertrommeln auf der Boxentür drehte er sich schließlich in unsere Richtung – zumindest halb, aber es reichte, um einen Blick auf seinen Kopf im Profil zu werfen. „Wow,“ hauchte ich – ja sorry, aber es war einfach wirklich ein Hauchen. Eisblaue Augen, ein fast weißes Gesicht und ein süßer kleiner Fleck am Maul. „Kann ich dir den abkaufen? Bitte?“

      „Nein. Meiner,“ sagte Jette und fing wieder an zu grinsen. Quarterback hatte sich wieder seinem Heu zugewandt, nachdem er mitgekriegt hatte, dass die zwei komischen Hühner vor seiner Box langweilig waren. „Und den geb‘ ich auch erst mal nicht mehr her.“

      „Ich frag einfach Hauke, der wird ihn mir schon geben,“ grummelte ich. Dann fiel mir etwas ein. „Die Pässe –“

      „Liegen schon im Büro.“ Darauf hatten wir uns im Vornherein geeinigt; sollte doch einmal eine Kontrolle vom Veterinäramt kommen, brauchte ich als Stallbesitzer den Pass der eingestellten Pferde griffbereit. Aber das bedeutete…

      „Dann muss ich ja heute noch Büro machen,“ jammerte ich. Eigentlich war heute Bürofreier Tag. Das hatte ich gerade beschlossen. Und musste diesen Beschluss jetzt schon wieder rückgängig machen.

      „Du könntest dir auch einfach langsam jemanden suchen, der das für dich macht.“ Jette sah mich mit einem betont neutralem Gesichtsausdruck an. „Das hab ich dir schon fünfmal gesagt.“

      Ja, das hatte sie tatsächlich – fünfmal in den letzten zwei Wochen, weil ich mich jedes Mal über die Arbeit beschwerte. Das Problem: meine Energie wandte ich lieber für andere, spannendere Dinge auf. Dementsprechend war das Item „Jemanden fürs Büro suchen“ ziemlich weit unten auf meiner To-Do-Liste.

      „Ich überlegs mir mal.“ Genau das gleiche hatte ich auch schon fünfmal gesagt. „Schlecht wärs ja nicht… aber finden muss man erstmal jemanden.“

      „Du hast bis jetzt immer jemanden gefunden.“ Jette klopfte mir kurz auf die Schulter. „Das schaffst du schon. Bist ein großes Mädchen.“

      Haha.

      Geposted: 21. Oktober 2019
      Von: Rhapsody
    • Rhapsody
      Steenhof, 18. November
      Quarterback
      Dressur L-M*

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      Dank meiner trotteligen Natur hatte ich es geschafft, mir an einem Abend zwei verschiedene Zehen zu brechen. An verschiedenen Füßen natürlich, sodass die Schuhwahl sich noch schwieriger gestaltete, als sie es mit nur einem lädierten Fuß schon gewesen wäre. Genau zu diesem Zeitpunkt wurde es dann auch richtig kalt und nass – ich war die ersten Tage also an mein Haus gekettet, bis die Schwellung soweit zurückging, dass ich wieder in meine Stiefel passte.

      Das war der Contra-Punkt. Der Pro-Punkt: ich war von jedem Dressurtraining befreit. Jette hatte es mir ja eigentlich im Oktober schon versprochen, aber ob sie sich dann auch wirklich daran gehalten hätte war fraglich. Wirklich beliebt machte ich mich mit der Verletzung nicht, denn so gut wie jedes Pferd war mittlerweile aktiv in Ausbildung und es wurde jede helfende Hand gebraucht. Aber selbst, als ich wieder in die Schuhe passte, war Laufen und vor allem Reiten nach wie vor schmerzhaft.

      Neugierig war ich aber natürlich trotzdem und so fand man mich oft in eine Decke gehüllt auf der Tribüne, während Jette, Levi und der Rest die Pferde trainierte. Während Levi endlich wieder im Sattel von Ballroom Blitz saß, hatte Jette sowohl ihren Quarterback als auch Calista zu reiten. Mit beiden trainierte sie M-Lektionen – mir schwante schon, wie das abgelaufen wäre, wenn ich in Calistas Sattel gesessen hätte. Mir reichten die L-Lektionen schon zuhauf.

      In der M*-Dressur waren die Verstärkungen ein großes Thema – bei Jette sah es so leicht aus, das Pferd größere Schritte machen zu lassen und es dabei noch bei sich halten zu können. Mit Quarterback hatte Jette da wenig Probleme; Calista machte ihr das Leben aber schwer. Die Stute war extrem sensibel und wenn ihr die Übung gerade nicht passte, dann diskutierte sie schon mal gerne rum und versuchte, ihren Kopf durchzusetzen. Sobald das passierte, konzentrierte sich Jette meistens auf irgendeine andere Lektion – und für die M*-Dressur waren die richtigen richtigen Dressurlektionen gefragt. Das Halten aus dem Galopp war da noch das leichteste. Überraschenderweise hatte Calista aber absolut kein Problem mit den Traversalen – als hätte sie nie etwas anderes gemacht schwebte sie über die Diagonale der Bahn. Mit Quarterback musste man sich da schon mehr erarbeiten – sie ließ ihn sich viel biegen, dann immer mal wieder ein paar Schritte vorwärts-seitlich traben, bevor sie sich wieder um etwas anderes kümmerte. Erst, als ich selbst wieder im Sattel sitzen konnte (im Springsattel natürlich!) und Calista ihre Lektionen schon in- und auswendig konnte, vollführten die beiden ihre erste komplette Traversale.

      Während Jette mit Quarterback alles nacheinander abarbeiten konnte, musste sie Calista eben immer wieder mit anderen Sachen beschäftigen. Aber nicht nur die Verstärkungen waren für die Stute hart, auch das Halten aus dem Galopp klappte die ersten Male eher schlecht als recht. Mit der Zeit reagierte die Stute dann aber feiner auf die Hilfen, was auch bei den fliegenden Galoppwechseln half.

      Aber ich spielte nicht nur bei Jettes Training Mäuschen. Da mir vor allem am Anfang das Laufen noch Schmerzen bereitete und ich wirklich nichts Besseres zu tun hatte, sah ich auch Levi bei seinem Training zu.

      Barney hatte nach seiner Gelenksentzündung zwar schon im August das Go für das Training gekriegt – trotzdem hatte Levi es langsam angegangen und begann nun erst mit dem Grundlagentraining für eine A-Dressur. Viele Lektionen waren ja schon Teil des normalen Trainings, sodass Levi beispielsweise bei den Schritt-Galopp-Übergängen nur noch an Feinheiten arbeitete. Das Überstreichen im Galopp hatten sich die beiden auch schnell erarbeitet, und auch das Viereck verkleinern bzw. vergrößern war schnell hinter sich gebracht. Mehr Zeit verbrachten die beiden mit dem Mittelgalopp; das Gleichgewicht zwischen längeren und größeren Galoppsprüngen und gleichzeitig einem ähnlichen Tempo wie im Arbeitsgalopp war für Barney schwer zu halten, aber am Schluss macht er auch das mit Bravour.

      Als „Ausgleich“ hatte Levi auch noch Callisto auszubilden. Das Training mit Barney tat ihm dabei ganz gut, denn diese Lektionen konnte er von dem Schimmelhengst gleich abprüfen, um zu sehen, ob der Hengst noch auf Zack war. Erst dann begann er mit den L-Lektionen – bei denen ich ihm half. Ob er wollte oder nicht. Im Gegensatz zu mir hatte er keine Probleme mit dem Außengalopp oder Kurzkehrt, denn das funktionierte doch recht schnell problemlos. Viele Lektionen waren Teil des üblichen Gymnastiktrainings, sodass Callisto sich nicht allzu schwer tat. Auch die Versammlung erarbeitete das Duo mit viel Ruhe – sowohl im Trab, als auch im Galopp. Der Winter kam zwar mit großen Schritten, aber das Training auf dem Steenhof sollte auf keinen Fall in die Pause gehen – wir fingen jetzt erst richtig an.

      Geposted am: 18.11.19
      Von: Rhapsody
    • Rhapsody
      Steenhof, 30. Dezember
      Smooth Gravity, Callisto, Dark Royale, Calista, Andromeda, Quarterback
      Dressur M*-M**

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      Ebenso wie die vorherigen Monate war auch der Dezember ein wirklich produktiver Monat gewesen. Wieder sehr dressurlastig, aber Dressur war ja immerhin die Grundlage für eine ordentliche Springmanier – und solange ich selbst nicht dafür herhalten musste, war auch alles gut.

      Diesen Monat konzentrierte ich mich springtechnisch auf Smooth Gravity und Callisto. Gravity würde ein Leben als alleinige Zuchtstute bestimmt gut gefallen – ich wollte aber noch ein bisschen etwas aus ihr herauskitzeln. Begeistert war sie davon nicht, was sie mir auch deutlich zeigte. Aber mit ein paar Bucklern konnte ich gut umgehen. Außerdem ging es erst mal nur um die Grundlagen im Springen – und Rhythmus reinbringen. Gravity hatte den Nachteil, dass sie die Rennbahn kennengelernt hatte; gestreckter Renngalopp war ihre Spezialität. Theoretisch sollte sie bis fast zur höchsten Klasse der Dressur ausgebildet sein. Praktisch war es einfach schwierig, die Rennbahn aus dem Galopper zu bekommen. Nachdem ich sie also überzeugt hatte, dass wir auch ruhig und gesetzt galoppieren konnten – an dieser Stelle herzlichen Dank an meine treuen Stangen, die bei so ziemlich jeder Trainingseinheit zum Einsatz kamen – ging es an die Hindernisse. Und dann war es so, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Mit gespitzten Ohren fokussierte sie das Hindernis, hörte auf ihren Reiter, ließ sich zurücknehmen und auch gezielt vorwärtstreiben. Ähnlich wie bei Blurry war es zwar immer noch ein gut ausgebildetes Dressurpferd, das da über die Stangen hüpfte, und das sah man ihr auch an, aber ich hatte das Gefühl, dass sie schlussendlich doch Spaß daran fand – an der neuen Disziplin und auch an mir.

      Callisto war schon eine ganze Ecke weiter und im Gegensatz zu Gravity auch extra für den Springsport gezüchtet worden. Hier setzte ich mich nicht selbst in den Sattel, sondern überließ das Marieke. Die hatte sich in den letzten Monaten mit dem Schimmelhengst anfreunden können und gemeinsam waren sie auch schon auf Turnieren erfolgreich gewesen – jetzt im Winter fuhren wir das Ganze natürlich ein bisschen zurück, aber das ein oder andere Hallenturnier würden sie auch weiterhin mitnehmen. Der Unterricht mit mir galt also eher, die kleinen Fehler, die sich über die Zeit einschlichen, wieder auszubügeln. Marieke neigte dazu, den Hengst zu sehr zu begrenzen, dabei war Callisto ein absolut souveräner Springer – wenn man ihn denn ließ. Als es dann Klick machte, waren auch die ersten Hindernisse auf M*-Höhe kein Problem. Wir einigten uns jedoch darauf, erst in der neuen Saison M-Springen zu nennen.

      Dressurmäßig hatte Jette mit Andromeda, Calista und Quarterback zu tun – eigentlich auch Dark Royale, aber ich hatte ein bisschen Mitleid mit ihr und so teilten wir uns die Grundausbildung des Rappens. Es ging um A-Lektionen, da war auch ich noch halbwegs sicher. Im Grunde mussten wir nur noch am Mitteltrab und -galopp arbeiten; Rückwärtsrichten, Seitengänge und Übergänge gehörten zu einer soliden Grundausbildung dazu und ließen sich auch einwandfrei abrufen.

      Wenn ich Zeit hatte, guckte ich natürlich beim Training zu. Bei Calista sollte es eigentlich nur ein kleiner Sprung sein – von M* zu M**, also nur wenige neue Lektionen – aber wenn ich Jette bei der Arbeit zusah, war das für mich unerreichbar. Der größte Schritt in der Dressur war deutlich von L zu M – plötzlich musste das Pferd all die Lektionen beherrschen, die die Pferde im Grand Prix zeigten. Calista kam da langsam an ihre Grenzen. Fliegende Galoppwechsel waren vor allem einer ihrer Erzfeinde – ein paar Sprünge klappten, dann stellte die Stute auf Durchzug. Jette versuchte, alles aus ihr herauszukitzeln, was ging, und an den neuen Lektionen wie Renvers oder Traversalverschiebungen schien die Stute auch wieder Freude zu finden – aber trotzdem würde hier wohl Schluss sein. So viel besprach ich auch mit Jette nach einer Trainingseinheit – lieber wollten wir schauen, wie der Stute der Busch gefiel.

      Ähnlich bei Andromeda – sie stand gerade an der Schwelle zur M*-Dressur und auch, wenn sie im restlichen Training sehr souverän wirkte, kam hier die Unsicherheit durch. Im Gegensatz zu Calista biss sie sich aber durch und stellte nicht auf stur. Es dauerte eine Weile, aber dann klappten die ersten Traversalen und die fliegenden Wechsel. Und auch die Verstärkung machte die Stute gut mit. Danach war sie zwar komplett nass geschwitzt, aber wofür hatte ich ein Solarium in den Laufstall bauen lassen?

      An Quarterback zeigte sich dann aber, dass es auch Pferde gab, die wirklichen Spaß an der Dressur hatten. Der Trakehner war ja für die Vielseitigkeit bestimmt und wenn es irgendwie ging, dann sollte er da auch Erfolg haben. Der versammelte Schritt war weder für ihn noch für Calista eine große Umstellung gewesen, im Gegensatz zur Fuchsstute sahen die Schrittpirouetten am Schluss aber edel und vor allem ruhig aus – Calista wäre am liebsten einfach durch die Lektion gerannt, wenn Jette sie gelassen hätte. Auch die Traversalverschiebungen und der Renvers klappten schon fast auf Anhieb super. Da hatte Jette mit dem Hengst wirklich einen Glücksgriff gemacht.

      Geposted am: 28.12.19
      Von: Rhapsody
    • Eddi
      Steenhof, 01. Januar
      Ballroom Blitz, Quarterback, Calista
      Tierarztbesuch, Vorsorge

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      Das neue Jahr blieb nicht lange ruhig und entspannt. Die ersten Aufträge trudelten schneller ein, als man dachte. Tatsächlich gab es ja Menschen, die sehr vorbildlich waren und direkt zu Jahresbeginn alle nötigen Termine abfertigten. Ich selbst gehörte auch dazu und so konnte ich gar nicht anders, als einer guten Freundin zuzusagen, dass ich noch am ersten des neuen Jahres bei ihr vorbeischauen würde.
      Wir waren beide eher die entspannten Feierer, weshalb wir auch 15 Uhr am Folgetag gut bei Sinnen und fit waren. Drei Pferde sollte ich untersuchen und ich ahnte bereits, dass die drei dieses Jahr noch einiges auf ihrer Liste stehen hatten. Nach kurzer Begrüßung und einem Plausch über das alte und das neue Jahr, legten wir auch schon los.
      Zuerst war Ballroom Blitz an der Reihe, ein wunderschöner dunkler Holsteinerhengst. Der Neunjährige war eher neugierig und aufgeweckt und fand es äußerst spannend, wie ich seine Ohren und Augen untersuchte, wie ich sein Herz und die Lunge abhörte und wie ich die Temperatur kontrollierte. Auch die darauf folgende Wurmkur nahm er ohne zu Murren sofort ins Maul und so war ein Großteil bereits erledigt.
      Seine Besitzerin reichte mir den Impfpass und ich schaute, was erneuert werden musste. Tatsächlich war der Großteil noch einwandfrei und er bekam so nur seine Influenza- und Herpesimpfung. Gleich als Kombipräparat, so dass es nur einmal piekste und er nun offiziell wieder auf Turniere durfte. Ansonsten war der Hengst, wie alle Pferde hier, bei bester Gesundheit.
      Quarterback, der nächste Patient, war ähnlich problemlos. Der Trakehner fiel überall durch seine Farbe auf und obwohl ich ihn nun schon ein Weilchen kannte, war ich jedes Mal begeistert, wenn ich ihn sah. Auch er ließ sich einwandfrei untersuchen, fand die Wurmkur zwar blöd, aber schluckte sie brav und bei der Impfung zuckte er nicht einmal mit der Wimper. Auch er war gegen Influenza und Herpes geimpft worden.
      Als letztes war noch Calista an der Reihe. Als einzige Stute zickte sie uns tendenziell schon mehr herum als die Hengste. Allerdings war sie mir gegenüber zu Beginn einfach etwas misstrauisch. Ein vorsichtiges Begrüßen und ein zugeschobenes Leckerli ließen mich in ihrer Achtung direkt steigen und so konnte ich auch sie gut untersuchen. Bei der Wurmkur mussten wir gut tricksen und während die Besitzerin ihr einen Apfel ins Maul schob, spritzte ich fix von der Seite die Wurmkur hinzu.
      Bei Calista musste neben der Turnierimpfung auch Tetanus wieder erneuert werden, aber dann war auch die hübsche Fuchsstute fertig und durfte zurück in ihre Box. Ich räumte meine Sachen zusammen und ließ mich dann noch zu einem kleinen Kaffeeklatsch einladen. Etwas Aufwärmen würde nicht schaden und etwas zu Essen nahm man doch auch immer zu gerne an, besonders von guten Freunden.
      Geposted: 01.01.20
      Von: Eddi
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    3 | Steenhof
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    Datum:
    29 Jan. 2018
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    Quarterback
    Spielposition im American Football


    PEDIGREE
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    von: Quincy vom Jahnhof

    von: Quattro Candele vom Jahnhof

    von: Qualität
    aus der: SPS Pabella

    aus der: PM Morwenna

    von: Master of Disaster OG
    aus der: PM Marcella

    aus der: MSH Idylle

    von: Katterbachs Publicitya

    von: unbekannt
    aus der: unbekannt

    aus der: MSH Indigo Blue

    von: WH Webster
    aus der: MSH Indira


    EXTERIEUR & INTERIEUR

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    Hengst
    Trakehner
    11 Jahre

    166 cm
    Blue Roan Frame Overo
    scheckungsbedingte Laterne | v.l. weißer Fessel, h.l., h.r. weißer Stiefel

    Bei der Geburt war Quarterback schon eine kleine Sensation gewesen – mit seiner außergewöhnlichen Farbe stand er sofort im Mittelpunkt. Allerdings, wie es häufig bei Farbzüchtungen passiert, lag bei ihm das Augenmerkmal auf die Farbe, weniger auf den Charakter. Somit ist er nicht mit den stärksten Nerven ausgestattet, entscheidet schon mal über den Kopf seines Reiters hinweg und scheint allgemein sehr sprunghaft. Allerdings konnte er das Talent überm Hindernis seines Vaters erben und zeigt unterm Sattel einen riesigen Ehrgeiz. Am besten gefällt ihm aber das Geländespringen – da zieht er dann auch mal ordentlich an. Der Hengst kann und wird Erfolg im Sport haben, sofern er einen einfühlsamen, aber auch konsequenten Reiter an seiner Seite hat, der ihn genau kennt.
    Mit Artgenossen kommt Quarterback gut klar - solange sie seine nervöse Art tolerieren können. Anderen Hengsten gegenüber verhält er sich oft unterwürfig.


    TRAINING

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    Fohlen ABC | Eingeritten
    Englisch geritten


    Dressur
    E A L M* M** S*

    Springen

    E A L M* M** S*

    Military

    E A L M S*


    ERFOLGE

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    Dressur: 1x L-Platziert, Springen: 1x M*-Platziert, Military: 2x A-Platziert


    Turniere
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    500. Dressurturnier – 527. Dressurturnier

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    253. Synchronspringen – 254. Synchronspringen – 256. Synchronspringen – 258. Synchronspringen – 265. Synchronspringen – 296. Synchronspringen – 300. Synchronspringen

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    369. Militaryturnier – 409. Militaryturnier – 410. Militaryturnier

    Andere


    ZUCHTINFORMATIONEN

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    HK 504 – Alle Hengste


    Decktaxe:
    Genotyp: aa EE Rr Oo
    Aus der Zucht: Gestüt Hochbann (Münster, DE)
    Nachkommen:


    GESUNDHEITSZUSTAND

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    Chronische Krankheiten:
    Letzter Tierarztbesuch:
    01.01.20 – Pferdepraxis Sapala – Routineuntersuchung

    Fehlstellungen:
    Beschlagen:
    Letzter Hufschmiedbesuch:
    03.01.20 – Hufschmiede Snoopeisen – Kontrolle & Neubeschlag


    STALLINTERN

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    Besitzer: Rhapsody
    Ersteller: sadasha
    VKR: sadasha

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    Offizieller Hintergrund