sadasha

Princess Sansa

Princess Sansa
sadasha, 16 Feb. 2017
Rinnaja gefällt das.
    • sadasha
      Verjährte Berichte
      Einreiten/Einfahren
      Es war wohl doch keine gute Idee, mit Sansa das Satteltraining an der Longe weiterzuführen. War sie am Morgen doch sehr ruhig und gelassen bei der Führprobe hielt sie es am Nachmittag gar nicht erst für nötig, mehr als eine Runde am Stück zu traben oder zu gehen. Die Sattelprobe war kein Problem, ohne Frage; sie brummte nur etwas protestierend als ich ihr die Trense anlegte. Genervt ließ ich die Peitsche hinter ihr knallen. Sansa hob den Kopf, schielte einmal zu mir und trabte dann los. Etwas unorthodox, aber so konnte es ja nicht weitergehen. Der Erfolg folgte auf dem Fuße – sie blieb im Trab. Eher resigniert folgte sie meinen Anweisungen, machte sogar einen Galoppsprung, und parierte dann durch. Unzufrieden mit meiner Leistung sattelte ich sie direkt ab und schickte sie nach einer Einheit Trockenreiben auf ihren kleinen Paddock wo sie sich direkt wälzte. Kopfschüttelnd machte ich mich auf in mein Büro.
      -
      „Genau so, Dani! Achte immer auf den Abstand, Sansa ist da sensibel, vergiss das nicht!“, merkte ich an. Die Langzügel waren ideal, sie auf diese Lenkweise zu gewöhnen. Dani ging eher mechanisch hinter dem Pony her; sie zögerte auf beim Anticken. Weder Gerte noch Peitsche waren ein Problem für Princess Sansa. Zielstrebig ging ich auf Dani zu und nahm ihr die Zügel ab. „Du bist zu zaghaft. Hole lieber die Kutsche, dann können wir nämlich morgen mit dem Reiten und Fahren anfangen.“, sagte ich und machte an ihrer Stelle weiter. Wir gingen einfache Wendungen, zogen das Tempo auch mal an, und gaben dann Halt, als es anfing, zu regnen.
      -
      Es dauerte nicht lange, da rückte der Termin der Abreise immer näher, und Sansa besaß ein gutes Ausdauervermögen. Das kam vor allem durch die langen Spaziergänge, Einheiten an der Longe und auch die vereinzelten Ausritte in der näheren Umgebung zustande. Allerdings zeigte sie eine Scheu gegenüber Hunden und Autos. Das hatte mir einmal fast einen Herzaussetzer verpasst. Noch am letzten Abend ihres Aufenthalts schrieb ich daher Jill eine Mail, in der diese Auffälligkeiten dokumentiert wurden. Gut eine halbe Stunde später kam eine Antwort von ihr zurück. Irgendwie war es ja klar, dass sie mich dadurch um ein Antischrecktraining gebeten hatte. Wobei merkwürdigerweise das Einfahren bei ihr sogar gar nicht so schlimm war.

      26.10.2015
      Hochmut kommt vor dem Fall

      Mittlerweile waren zwei Monate vergangen, es war Herbst und Jill hatte drei weitere Pferde ins Reitzentrum geholt. Einen Trakehner-Scheckhengst namens Cadiz, eine Vollblutstute namens Bear Totem's Denali und eine Reitponystute namens Princess Sansa. Mir ging es wieder gut, ich durfte wieder reiten und das verlief nun schon seit einigen Tagen völlig schmerzfrei. Jill hingegen hatte aktuell wieder ein Tief erreicht. Sie ließ ihre schlechte Laune unbewusst an mir aus. Ich wusste, sie meint es nicht so, aber es war furchtbar stressig sie ständig im Nacken sitzen zu haben bei der Arbeit. Ich war immer froh wenn Maja und Co. da waren um einen Teil der Pferde mit zu bewegen. So kümmerten sich Linda und Laura heute um Cadiz und Denali, während ich mich mit der Ponystute Sansa abgeben musste. Maja machte sich Iceflower zurecht. Sansa hatte eine unglaublich arrogante Art und erinnerte mich an eine weibliche Version von Adrianna's Sir Outlaw. Es kostete mich viele Nerven mit dieser Jungstute zu arbeiten, sie war nicht eingeritten, kannte aber die Longenarbeit. Ich diskutierte schon alleine zwanzig Minuten mit ihr um sie von der Weide zu führen. Das Putzen genoss sie sichtlich. Nach insgesamt zwei Stunden Arbeit verabschiedete ich sie dann wieder zurück in die Herde und holte mir meine Slap Happy. Seit dem Sturz damals hatte ich mich nicht mehr um sie gekümmert. Als ich sie von der Weide führte hatte ich abermals ein mulmiges Gefühl im Bauch, aber ich wusste, dass alles okay werden würde. Es war unglaublich ruhig im Stall während ich meine Stute zurecht machte. Irgendwie kam ich mir sehr beobachtet vor. Niemand schien es für richtig zu halten, dass ich Scheppi wieder reiten würde nach dem was passiert war. Aber Jill hatte mir ihr OK gegeben. Das Training heute beweiste mir auch, dass unser Verhältnis keinen allzu großen Riss erhalten hatte. Scheppi schien sogar besser mitzuarbeiten als je zuvor. Vielleicht hatte sie das genauso vermisst wie ich. Die anfänglichen Bauchschmerzen verwandelten sich urplötzlich in Glücksgefühle, als ich mit ihr den ersten Sprung genommen hatte... „Hunter?“ hörte ich eine zaghafte Stimme hinter mir sagen, als ich Scheppis Sattel nach dem Training zurück in die Sattelkammer brachte. Als ich mich umdrehte, sah ich dass es Maja war. Sie kam gerade mit Iceflower zurück. Ein wenig verwundert wieso sie zaghaft klang sah ich sie an. „Wie lief das Training mit ihr? Ist alles Gut?“ Ich schmunzelte und legte den Sattel auf die Halterung in Scheppis Spind und antwortete dann. „Ja, das Training verlief gut. Kein Grund zur Sorge.“ Man konnte sehen wie Maja ein riesen Stein vom Herzen fiel. Auch sie schien sich sehr gesorgt zu haben. „Ich geh dann mal den nächsten Kandidaten fertig machen.“ sagte ich und schob Maja sanft zur Seite um an ihr vorbei zurück zu den Weiden zu gelangen. Ich spürte Majas neugierige Blicke im Nacken, doch sie folgte mir nicht. Als letztes für den heutigen Tag holte ich Ray von der Weide. Der Vollbluthengst den hier irgendwie jeder liebte. Gesattelt und mit eingeflochtenem Langhaar führte ich ihn auf den Reitplatz. Linda und Laura waren hier mit Lamperd und Race is Hope. Die beiden hatten ihre Hengste gut im Griff und Ray war ganz froh, nicht alleine auf dem Platz zu sein, weil er wusste, dass ich ihn dann nicht zu hart ran nahm. Maja setzte sich mit mitgebrachten Broten auf einen der Stühle auf dem Innenhof um uns zu beobachten. Auch Jill war hier, schien jedoch vertieft in ein Buch zu sein dessen Titel ich vom Platz aus nicht erkennen konnte. Wahrscheinlich wieder ein Wälzer über die Pferdezucht oder -Genetik. Eben Jill-Lektüre. Auch mit Ray arbeitete es sich wunderbar heute. Ich war schon lange nicht mehr so zufrieden am Ende eines Tages wie heute. Als ich Ray fertig abgesattelt hatte kam Maja gerade von der Weide zurück und lächelte mich unverhohlen an. Ihr Blick hatte etwas Verruchtes. Ein wenig verwirrt erwiderte ich das Lächeln und wandte mich dann wieder Ray zu. Die Arbeit von heute machte sich langsam im Rücken und in den Beinen bemerkbar, ich wollte nicht wissen wie viele Kilometer ich heute insgesamt gelaufen war. Ich strich dem bunten Hengst über den Hals, auch er hatte heute ordentlich Schweiß gelassen. So zog ich Ray noch einmal mit dem Schweißmesser ab bevor ich ihn mit seiner Decke in die mit frischem Stroh befüllte Box stellte. Wie gewohnt legte er sich direkt hinein und spielte kurz mit den pieksigen Halmen. Es war schön ihm dabei zu zu sehen. „Ich bin dann weg.“ verabschiedete sich Maja und verließ nun als letzte den Hof. Jetzt waren nur noch Jill und ich da. Jill hatte sich bereits zurückgezogen und war auf der Couch eingeschlafen. Ich freute mich endlich Zeit zu haben um etwas zu essen. Es war nun schon 22Uhr Abends. Drei Pferde und die übliche Stallarbeit hatte ich heute geschafft, ohne irgendwelche gefährlichen Zwischenfälle.Nachdem ich etwas gegessen hatte machte ich mich auf meinem Bett lang und lag noch kurz wach; dachte über die Damenwelt nach, die sich heute sichtlich komisch verhalten hatte. Dann schlief ich ein und genoss einen unglaublich tiefen Schlaf, der so erholsam war, wie schon lange nicht mehr.
      5195 Zeichen

      28.11.2015
      Sturz ins Grauen

      Es war grauenvoll die nächsten Tage. Es wurde zum einen immer kühler und zum anderen ließ sich Maja nicht mehr blicken, sodass ich auch die Arbeit mit Fleur übernahm, neben der mit Ray und Scheppi. Ich vermisste die Dressurlektionen, jetzt wo sie ausfielen. Auch Jill redete mir dauernd ein was für ein Idiot ich doch gewesen sein muss, Maja zu vergraulen. Dass ich gar nicht wusste, was genau ich jetzt alles falsch gemacht hatte interessierte sie nicht im Geringsten. Eines frühen Morgens stand ich schon um vier Uhr auf um alle Stallarbeiten bis neun erledigt zu haben. Ich hatte mir beim Holen des Heus vom Heuboden den Kopf angeschlagen und auf dem eisigen Paddockboden war ich heute auch schon fast ausgerutscht. Dann, als ich dachte es kann nicht schlimmer kommen, kam Maja auf den Hof. Ich saß da gerade in einer Ecke eines gerade fertig abgeäppelten Paddocks und starrte ins Leere, als ich die Schritte hörte und aufsah. Scheinbar wusste sie selbst nicht wie sie mit der Situation umgehen sollte. Sie lächelte immer mal kurz und sah mich ein wenig gruselig an. Mein Gesicht blieb verkühlt. Ich hatte Kopfschmerzen und absolut keine Lust auf weitere Moralpredigten und erst recht nicht auf irgendwelche anderen Vorträge von einer verbitterten Frau, die mir eh nicht sagen würde was Sache ist. Ich wandte den Blick ab und stand auf um den Mist zum Misthaufen zu bringen. Maja blieb wie angewurzelt stehen und starrte auf die Stelle, wo ich eben noch saß. Es knickte mich, dass sie mir nichts gesagt hatte, auch wenn ich eigentlich genau das nicht wollte. Gerade als ich mich auf den Weg zur Weide machen wollte hörte ich Maja „Hallo“ sagen. Sie stand etwas zwei Meter hinter mir und hatte Fleur an der Hand. „Hallo.“ gab ich zurück und ging weiter meines Weges. „Hunter... warte!“ Ich blieb wie angewurzelt stehen, drehte mich aber nicht um. Könnte der Tag noch schlimmer werden? „Du Idiot!“ sagte sie jetzt lachend und ich fand mich verwirrt zu Boden blickend. Was war daran lustig?! Ich wandte mich ihr zu und sie lachte wieder, als sie sah wie verunsichert ich war. FRAUEN! Dachte ich mir insgeheim, war jetzt aber neugierig was nun kommen würde. „Es tut mir leid, dass ich so empfindlich reagiert hab. Das war unnötig. Aber ich musste mir erst klar werden...“ begann Maja. Ich zog eine Augenbraue hoch. Ahja. Dann kam Maja näher und nahm meine Hand. „Ich... es tut mir leid. Meinst du, wir könnten wieder normal miteinander umgehen?“ Mein Blick wanderte von unseren Händen über ihren Arm hoch zu ihrem Gesicht. Sie hatte goldblonde, lange und gewellte Haare. Sie trug sie heute halb hochgesteckt. Ihre Lippen waren voll, sie hatte wunderschöne eisblaue Augen und eine etwas knollenförmige Knubbelnase, die ihre Schönheit aber in keinster Weise beeinträchtigte. Die vorderen Haarsträhnen waren hellblond gebleicht von der Sonne, ihr Blick war hoffnungsvoll und ich versank einen Moment darin bis ich antwortete. „Ja, klar.“ sagte ich stumpf und mit einem pappigen Gefühl im Mund. Dann fügte ich noch schnell hinzu: „Aber erklär' mir bitte, was an dem Tag los war!“ Maja ließ meine Hand los und sah weg. Ich hatte einen weichen Punkt getroffen. „Ich glaube, das will ich dir nicht sagen. Nicht jetzt.“ sagte sie und ich legte die Stirn in Falten. Was wollte sie mir nicht sagen? Wieso redete sie nicht einfach, das würde alles viel einfacher machen. „Nagut.“ sagte ich, drehte um und ging weiter zur Weide. Es vergingen wieder einige Stunden bis Maja abermals ein Gespräch begann. Diesmal saßen wir beide zu Pferd. Auf dem Reitplatz. Niemand sonst war mehr da, die Beleuchtung des Platzes war die einzige Lichtquelle und wir konnten unseren Atem sehen, so kalt war es. „Es ist ganz schön kühl geworden oder?“ sagte sie, sodass ich Angst hatte sie könne Gedanken lesen. Sie sah mich abermals hoffnungsvoll an. Ich nickte und stieg ab. Slap Happy hatte genug getan für heute. Maja tat es mir gleich und wir führten unsere Pferde in den Stall um sie abzusatteln. Das ganze geschah kommentarlos. Es war eine peinliche Stille. „Ich... was letztens war...“ stotterte Maja plötzlich in etwas schriller Stimme los und rannte um Scheppi herum um mir in die Augen blicken zu können, die wieder einmal ziemlich verdutzt dreinblickten über den plötzlichen Aufruhr zu so später Stunde. „Ich schätze ich hab mich etwas in dich verguckt...“ gestand Maja. „Deshalb war ich so enttäuscht, dass du das nicht erwidert hast und ganz im Gegenteil, mich auch noch aufgefordert hast meine Klappe zu halten.“ Das verschlug mir nun abermals die Sprache. Ich nickte und brachte Scheppis Sattelzeug weg. Das musste ich nun erst mal verdauen. Ich mochte Maja, aber mehr war da nicht. War es nicht? Nein... Definitiv nicht. Wieder schwiegen wir beiden uns an. Bis beide Pferde in ihren wohlig warmen Boxen standen. „Und?“ fragte mich Maja und sah mich wieder so an... „Maja, ich... kann dir da jetzt nichts zu sagen.“ fing ich an. „Ich weiß nicht ob-“ ich brach ab. „Hast du das gerade gehört?“ fragte ich sie unsicher und wandte mich um. Doch Maja sah mich nur verzweifelt an. Da, da war es wieder. Ein Schaben, Klicken und dann fiel etwas metallenes zu Boden. „Hunter, da ist jemand! Wir sollten die Polizei rufen.“ Ein Einbrecher. Ja. Das wäre möglich. Doch bevor wir die Polizei rufen wollte ich sicher gehen. Was wenn es nur ein Marder war, der hier sein Unheil trieb? Ich ging zum Ende der Stallgasse, öffnete die Stalltüre und dann sah ich ihn. Der Mann war groß gewachsen aber sehr dürr. Er hatte sich einen Strumpf über den Kopf gezogen, damit man sein Gesicht nicht erkannte. Er war sehr überrascht mich zu sehen, so hatte ich zwei Sekunden Zeit um zu handeln. „Maja!“ ich schnappte mir das was mir am nächsten war um mich zu bewaffnen: Einen Spaten. Maja huschte in die Sattelkammer und ich hoffte sie würde sofort die Polizei rufen. Der Einbrecher hatte sich mittlerweile aufgerichtet und schien noch zu überlegen was er jetzt tut. Seine Hände in den Jackentaschen stand er da und sah hektisch von links nach rechts und dann wieder zu mir. Den Spaten hatte ich so gegen ihn gerichtet, dass er mir einen Sicherheitsabstand gewähren musste. Nach einer schier unendlichen Zeit hörte ich die Sattelkammer hinter mir aufgehen. Für einen kurzen Augenblick ließ ich den Mann aus den Augen. Es reichte ihm um mir den Spaten aus den Händen zu reißen. Reflexartig ging ich einige Schritte rückwärts und versuchte den Sicherheitsabstand auch ohne den Spaten einzuhalten. Doch der Einbrecher schien jetzt sicherer. Nach wenigen Schritten stand ich an einer Boxenwand und konnte nicht noch weiter zurück. Mein Herz raste, in meinem Kopf drehte sich alles. Was sollte ich tun? „Die Polizei ist auf dem Weg, sie sollten verschwinden!“ sagte Maja erstaunlich ruhig. Der Einbrecher beachtete sie nicht. Er stand jetzt unmittelbar vor mir, eine Hand noch immer in der Jackentasche. „Welches ist das wertvollste Pferd da draußen? Sag es mir und ich werde niemandem etwas tun.“ Ich warf Maja einen flüchtigen Blick zu. Natürlich würde ich ihm kein Pferd nennen. Quälend lange Sekunden verstrichen bis der Mann sichtlich ungeduldig ein Messer zog und mich gegen die Boxenwand drückte. „Sag es!“ wiederholte er. Es war so unwirklich, klar denken war mir nicht möglich also handelte ich aus Reflex: Mit einem Ruck stieß ich mich von der Wand ab und schubste den Einbrecher mit dem gewonnenen Schwung nach hinten sodass er strauchelte. Dann rannte ich raus. Ich wusste er folgte mir. Der Tag heute hatte mich geschlaucht, doch in diesem Moment hatte ich so viel Energie wie lange nicht mehr. Ich rannte auf den Innenhof, weg von den Pferden. Kurz vor dem Haupthaus hatte mich der Einbrecher eingeholt und riss mich zu Boden. Unsanft schlug ich auf die Pflastersteine auf. „Welches Pferd?!“ fragte der Mann abermals, doch dann lauschte er auf. Auch ich hörte die Sirenen der Polizeiwagen. Mir fiel in diesem Moment ein großer Stein vom Herzen, auch wenn der Einbrecher noch über mir stand und mich bedrohte. Ich hörte wie jemand das große Haupttor öffnete, im gleichen Augenblick zog mich der Einbrecher auf die Beine und fixierte meinen rechten Arm damit ich mich nicht mehr wehren konnte. Mit der linken Hand hielt er mir sein Messer an die Kehle. „Lassen sie den Mann los!“ hörte ich eine fremde Stimme sagen. „Lassen sie mich gehen und ihm wird nichts passieren!“ die Stimme des Einbrechers bebte vor Nervosität. „Sie reiten sich nur noch weiter rein!“ So gut die Worte der Polizisten auch gewählt waren, der Einbrecher verstärkte seinen Griff nur so weit dass es schmerzte. „Bleiben sie stehen!“ sagte er schrill. „Keinen Schritt weiter!“ Immer wieder versuchte ich mich aus seinem Griff zu reißen, doch es war unmöglich, also machte ich mich schwer. Wenn er wegrennen wollen würde wäre ich so eine zu große Last. „Legen sie das Messer weg, seien sie vernünftig!“ Ich schnaubte verächtlich. Vernünftig? Ein Einbrecher? Das war jetzt wirklich lächerlich. Auch der Einbrecher ließ ein Schnauben vermerken, er zog mich noch ein paar Schritte zurück. Dann urplötzlich nahm er das Messer von meinem Hals, ich roch meine Chance um wegzurennen. Der Einbrecher ließ es zu und ich rannte zu den Polizisten, wo, wie ich jetzt sah auch Maja und Jill waren. Maja kam sofort zu mir um mich in den Arm zu nehmen und meinen Kopf anzusehen an dem eine Platzwunde klaffte. Die Polizei stellte den Einbrecher und hörte Maja und mich noch an, bis sie uns den Notärzten überließen.

      Mein Kopf pochte, ich konnte mich nicht daran erinnern jemals solche Kopfschmerzen gehabt zu haben und die Fragen der Polizisten hatten das nicht gerade besser gemacht. Es waren zwei Notärztinnen da, die eine kümmerte sich um Maja und die andere eilte so schnellen Schrittes zu mir, dass ich kurz überlegte ob ich zurückweichen sollte. Sie bugsierte mich zu einem der Stühle, die im Innenhof standen. Ein wenig unsicher sah ich sie an. Ich hatte mich selbst noch nicht gesehen, wusste nur dass ich höllische Kopfschmerzen hatte und jetzt am liebsten einfach irgendwo alleine wäre. Nachdem sie mir mit einem kleinen Licht in die Augen geleuchtet hatte schien sie halbwegs zufrieden zu sein. Mit einem kurzen Blick auf meine Schläfe wandte sie sich ab und kramte in ihrer Tasche. „Wie fühlen sie sich denn Mr. Crowley?“ fragte sie mich während sie mir eine Kompresse auf die Wunde drückte um die Blutung zu stoppen. Unglaublich tolle Frage, eine halbe Stunde nachdem einem ein Messer an die Kehle gehalten wurde. Mein Blick schien diesen Missmut wohl zu verraten, sodass die Ärztin nicht weiter nachhakte auf meine Schweigen hin. „Sollte es ihnen morgen schlechter gehen melden sie sich bitte nochmal.“ sagte sie schließlich und schien nun zu überlegen wie sie mich am besten wieder flickt. Sie entschied sich dann die Wunde zu kleben, das war für alle Parteien am angenehmsten. „Wenn die Kopfschmerzen schlimmer werden, können sie sich auch erst mal damit helfen.“ sagte die junge Frau und hielt mir gleichzeitig eine Packung Medikamente hin, die ich ihr abnahm. „Sicher, dass sie nicht reden wollen? Manchmal hilft das.“ besorgt musterte sie mich. Doch ich verneinte dankend. „Gut, dann wären wir fertig.“ Die Ärztin richtete sich auf, nahm ihre Tasche und sagte dann noch. „Ruhen sie sich aus, nicht zu viel arbeiten, heben, etc etc. Vermeiden sie Stress!“ Dann verschwand sie. Die Ärztin, die sich um Maja kümmerte redete noch mit ihr. Maja brabbelte so vor sich hin, kämpfte zwischenzeitlich mit den Tränen. Wenigstens sie konnte sich dadurch etwas lösen.

      Irgendwann stand ich auf und ging ins Haus, wo ich mich aufs Sofa fallen ließ und die Wand anstarrte. Meine Gedanken kreisten, was passiert war hatte ich noch immer nicht ganz realisiert. Irgendwann kamen Jill und Maja gemeinsam rein. „Ich geh jetzt schlafen, ich hoffe ihr seid mir nicht böse.“ sagte Jill. „Hunter, ich hab Maja angeboten heute hier zu schlafen, weil sie doch ziemlich durch den Wind ist. Ihr könnt ja dann klären, wie ihr das macht.“ Dann verschwand sie. Maja stand da und sah mich an. „Setz dich doch, oder willst du auch schlafen?“ fragte ich sie und bot ihr den Platz neben mir an. Maja kam zu mir und setzte sich. Es verstrichen ein paar Momente peinliches schweigen, bis ich mich aufraffte um Kopfkissen und Decke aus meinem Zimmer zu holen und auf das Sofa zu legen, wo ich zuvor noch saß. Maja ließ ein leises „Danke“ vernehmen. „Wenn du noch irgendwas brauchst, meld dich... Das Bad ist da drüben, wenn du Hunger hast fühl dich wie zu Hause.“ Abermals dankte Maja und ich schlich rüber ins Bad um mich Bettfertig zu machen und dann schlafen zu gehen. Müde und kaputt ließ ich mich rücklings auf die Decke fallen.

      Mitten in der Nacht wachte ich von einem zaghaften Klopfen auf. „Ja?“ sagte ich mit bröckelnder Stimme und richtete mich auf, machte das Nachtlicht an. „Kann ich rein kommen?“ - „Ja.“ meinte Stimme festigte sich etwas. Maja kam mit hellwachen Augen ins Zimmer, die Decke, die ich ihr hingelegt hatte fest im Griff. „Tut mir leid, dass ich dich geweckt habe... ich kann nicht schlafen, ich hab Angst.“ Ich lächelte und wies sie an sich zu mir zu setzen. „Willst du reden?“ Sie schüttelte den Kopf und rückte näher an mich ran um mich zu umarmen. Instinktiv legte ich meine Arme um sie und wog sie einen Moment in Sicherheit.

      Am nächsten Morgen konnte ich mich nicht erinnern, wann ich eingeschlafen war. Maja lag neben mir, in ihre Decke gehüllt wie in einen Kokon. Bemüht leise schlich ich mich aus dem Zimmer und machte mich dann im Bad fertig für den Tag. In der Küche traf ich Jill, die dabei war Frühstück zu machen. Sie grinste mich unverhohlen an. „Was?“ fragte ich etwas genervt und schmiss die Kaffeemaschine an. „Oh, lief nicht so gut?“ setzte Jill nach. „Weiß nicht wovon du redest.“ - „Na... von Maja, hier im Wohnzimmer hat sie jedenfalls nicht geschlafen.“ Ah, jetzt ging mir ein Licht auf. „Sie hat nur Trost gesucht.“ klärte ich meine etwas zu neugierige Cousine auf. „Ja ja, klar.“ sie schnaubte verächtlich. „Jill, da lief nichts und da wird auch nichts laufen.“ versicherte ich ihr und hielt dieses Gespräch damit für beendet. Mein Kaffee war jetzt auch fertig, sodass ich mich ins Wohnzimmer verkroch um meine Ruhe zu haben.

      Nachdem ich meinen Kaffee ausgetrunken hatte machte ich mich direkt auf den Weg in die Stallungen um die Pferde zu füttern, die mich schon sehnlichst erwarteten. Nach der Fütterung begann ich die Boxen zu misten. Nach drei Boxen kam Maja dazu. „Du sollst doch gar nicht arbeiten.“ tadelte sie mich und legte ihr Hand auf meine, die die Mistgabel hielt. Ich drehte mich zu ihr um. „Und wer soll das alles machen? Jill? Du?“ ich zog eine Schnute. „Das passt schon.“ Widerwillig ließ Maja mich weiter arbeiten und ging die Stallgasse entlang in Richtung Koppeln. Mittags war ich mit allem fertig und hatte sogar Slap Happy schon fertig für heute. Als ich Sansa von der Weide holen wollte traf ich wieder auf Maja. „Du willst nicht ernsthaft Sansa reiten, heute?!“ - „Und wer denkst du soll d-“ doch Maja kam wütend auf mich zu und schob mich weg. „Du hast eine Platzwunde am Kopf und willst ein Pony reiten, dass die bei jeder Gelegenheit absetzt?! Wenn du das machst bist du der größte Idiot den ich kenne!“ ihr Stimme wurde mit jedem Wort schriller und überdrehter. Perplex über so viel Aufruhr ging ich wieder weg und nahm mir stattdessen Lamperd als nächstes. Auch mit ihm hatte ich wie immer keine Probleme, allerdings forderte ich heute auch nicht fiel, da es mir tatsächlich nicht so blendend ging. Als ich nach Lamperd noch Ray holen wollte wurde es mir plötzlich so übel, dass ich mich entschied dass er es heute nicht so nötig hatte. Immerhin hat er ja auch noch eine Reitbeteiligung. Etwas benommen setzte ich mich in einen der Stühle im Innenhof und beobachtete Linda und Laura beim Reiten von Race is Hope und Cadiz. Als auch diese beiden den Tag heute beendeten und den Hof verließen wurde es unglaublich ruhig. Ich genoss die Ruhe und nickte immer wieder kurz ein. „Hunter? Alles ok?“ Maja war von ihrem Ausritt mit Iceflower zurückgekehrt. „Ja, ich bin nur eingeschlafen.“.

      „He ihr zwei, habt ihr keinen Hunger?“ Ein paar Minuten später saßen wir alle drei am Esstisch und fielen über das von Jill gekochte Essen her. So schwierig sie manchmal auch war, kochen konnte sie sehr gut. Mir ging es schlagartig etwas besser, wenn auch die Kopfschmerzen nicht verschwanden, sondern sich sogar stetig steigerten. Jill sah ständig von Maja zu mir und wieder zurück, als wolle sie uns irgend etwas mitteilen. Als Maja das bemerkte fühlte sie ihr auf den Zahn, sodass ich nicht umhin kam zu grinsen. „Sagmal Jill, meinst du das jetzt ernst?“ fragte sie und Jill lief knallrot an. „Was denn?“ - „Da läuft nichts, vergiss es. Das haben wir schon vor Tagen geklärt!“ Sie nickte stumm und aß weiter. Maja hatte dafür meinen größten Respekt, Jill zum schweigen zu bringen schaffte nicht jeder.

      Maja stand nach dem Essen gleich auf. „Ich muss jetzt los, sonst wird mir das zu spät. Danke, dass ich die Nacht hier bleiben durfte.“ sie wandte ihren Blick zu mir und lächelte. „Ich begleite dich noch zum Auto.“ sagte ich und stand ebenfalls auf, half noch schnell den Tisch abzudecken und ging dann mit Maja zu ihrem Auto. „Fahr vorsichtig.“ sagte ich und wartete noch bis sie im Auto saß bis ich mich umdrehte um wieder ins Haus zu gehen. Drinnen sah Jill mich dann etwas verwirrt an. „Hörst du das?“ und dann fiel es auch mir auf. Das Auto schien nicht richtig anzuspringen, jedenfalls hörte es sich danach an. Ich eilte wieder raus und sah die verzweifelte Maja immer noch an Ort und Stelle stehen mit ihrem Auto. Hörte sich nicht gesund an, was das Auto so von sich gab. Da Maja ja eh nicht vom Fleck kam ging ich zur Beifahrerseite und setzte mich neben sie. „Na, will er nicht wie du willst?“ meinte ich scherzend und grinste sie an. „Diese verfluchte Dreckskarre!!“ schimpfte sie und schlug ihre Hände gegen das Lenkrad, sah mich anschließend ein wenig verrückt an. „Das Lenkrad kann da auch nichts für... Komm.“ meinte ich und stieg aus dem Auto. Maja blieb sitzen, sodass ich ums Auto kam, ihr die Tür öffnete und mich hinhockte. „Mach dich nicht verrückt, das kriegen wir wieder hin. Aber da jetzt im Dunkeln dran rum zu doktoren wäre das Blödeste was wir tun könnten.“ Ich reichte ihr die Hand und half ihr aus dem Auto. Als wir zurück ins Haus kamen grinste Jill uns schon an. „Das ist ein Zeichen!“ sie lachte. Ich brummte abwertend und ging ins Wohnzimmer, schnappte mir ein Buch über die Vererbung von Genen bei Pferden und versank darin.

      Die nächsten Tage waren langatmig, es passierte nichts großes und das Auto von Maja hatte einen ordentlichen Marderschaden, den ich ohne weiteres nicht reparieren konnte, also hatte ich sie mit unserem Auto nach Hause gebracht und sie kam nur noch tagsüber mit dem Bus, für wenige Stunden. Übrigens hatte Jill die zwei Angestellten zur Unterstützung wieder weggeschickt, da sich herausstellte, dass sie irgendwie mit dem Einbruch zu tun hatten. Wir waren also wieder auf uns gestellt. Drei unserer Stuten waren wir seit ein paar Tagen los, da sie auf dem Heartlandgestüt im Training waren. Allein das war schon eine riesige Erleichterung. Aktuell bereitete ich meine liebste Slap Happy auf die Krönung vor und bin dafür in England bei Catalina Nixon, die jetzt schon seit Monaten unsere Pferde trainiert und von der Jill mehr als begeistert ist. Ich nutzte die Gelegenheit in England zu sein um meine Eltern zu besuchen. Ich war schon lange nicht mehr so glücklich wie gerade. Gerade als ich wieder auf Catalinas Gestüt ankam und mein Motorrad auf die Ladefläche des Bear Brook Trailer fuhr, kam eben jene wieder zurück vom Schnelltraining mit Scheppi. „Bitte sag nicht, du willst mit dem Ding da hier rumfahren!“ fragte sie und ihr empörter Gesichtsausdruck amüsierte mich. „Quatsch nein! Der Transporter ist groß genug, um meine Maschine mit aufzunehmen.“ - „In Ordnung. Bist du bereit für ein wenig Dressurunterricht?“ Ich nickte. Jill hatte mich zu diesem Training verdonnert, da ich als Geländereiter mit Dressur herzlich wenig am Hut hatte bisher. Lediglich Maja hatte ihr Glück an mir versucht, ist aber an meiner Dickköpfigkeit zerbrochen. "Hast du dir denn schon ein Pferd für mich ausgesucht?" fragte ich neugierig und hoffte inständig, dass es ein einfaches Pferd sein würde und keines mit dem ich noch stundenlang diskutieren müsste. Typisch britisch zog sich der über den Mittag noch so schöne blaue Himmel mit dickten Wolken zu. Den Regen konnte man jetzt schon riechen, auch wenn er noch nicht fiel. Alles roch nach nasser Erde.

      23.12.2015
      Kleiner Lagebericht

      Meine Dressurausbildung bei Catalina Dixon ist beendet und es gibt vieles zu erzählen. Schönes, aber auch nicht so Schönes... Ein halbes Jahr lang war ich die meiste Zeit in der UK, kam nur für wichtige Termine nach Deutschland wie zum Beispiel Slap Happys Zuchtzulassung. Vor zwei Monaten ist in meiner Abwesenheit etwas Furchtbares passiert. Jill hatte einen Hirnschlag und ist kurz darauf im Krankenhaus gestorben. Ich war nicht da. Ich bin natürlich sofort nach Deutschland zurückgekehrt, zum einen um Jill zu beerdigen und zum anderen um die Arbeit auf dem Bear Brook EC weiterzuführen. Meine Eltern sind zur Unterstützung aus England hergekommen und haben mir ein ultimatives Angebot gemacht den alten Hof von ihnen zu übernehmen und den in Deutschland zu verkaufen. Nach einigem Hin und Her habe ich das Angebot angenommen und sind wir seit einer Woche in England. Mit Jills Tod habe ich auch wieder angefangen zu rauchen, was die schlechten Nachrichten abschließt. Es gibt aber auch schöne Neuigkeiten. Wir haben einen Reitponyhengst gekauft,Heart of Ocean ist sein Name. Sehr angenehmer Charakter. Für Princess Sansa haben wir auch endlich jemanden gefunden. Da ich von jetzt an viel unterwegs sein werde habe ich Unterstützung für den Hof gesucht und einen Westernfreak gefunden. Steven ist Mitte 30 und der einzige der mit Princess Sansa wirklich zurecht kommt. Außerdem hilft er bei den täglichen Stallarbeiten. Er gehört jetzt fest zum Team und ist mit nach England gezogen.

      Neben unseren Pferden stehen hier auch noch zwei alte Vollblüter meiner Eltern, die euch später noch vorstellen werde. Iceflower, Princess und Bear Totem's Denali sind zur Zeit bei Jackie im Kürprogramm. Cadiz und Mr. Raw Depression gehen stark auf ihre Körung zu oh und Ray möchte ich zudem im Military weiterbilden lassen um mit ihm im Turniersport aktiv zu werden. Was ich selbst erst vor ein paar Tagen erfahren habe ist, dass Jill Slap Happy hat decken lassen, von Lamperd. Das Fohlen müsste im frühen Sommer nächsten Jahres zur Welt kommen. Der einzige zu dem es nichts Neues zu sagen gibt ist Race of Hope, der dunkle Vollbluthengst wird liebevoll von seiner Reitbeteiligung umsorgt und genießt noch die Ruhe vor dem Sturm, bis die Zucht in Gang kommt. Heute widme ich mich speziell Ocean, dem neuen Reitponyhengst. All die Tage hatte ich noch keine Zeit gehabt ihn unter die Lupe zu nehmen. Meine Eltern waren begeistert von ihm, weshalb ich mich davon heute selbst überzeugen wollte. Mit seinen 147cm war er ein recht großes Reitpony. Ich war erstaunt wie selbstverständlich er sich von der Wiede führen und putzen ließ. Da war ich anderes gewohnt von unseren Schützlingen. Auch beim reiten zeigte er sich mehr als vorbildlich. Das Talent für Dressur und Springen spürte ich sofort und testete seine Grenzen. Nach gut einer Stunde war ich mit ihm fertig und stellte ihn recht zufrieden zurück auf die Weide. Er würde mit Sicherheit noch eine große Rolle in der Ponyzucht spielen, wenn er mal soweit ist.

      27.01.2016
      Nicht viel Neues

      Es hat sich so viel getan auf dem Gestüt in England. Die Trakehner abgegeben habe ich kurz darauf zwei der Reitponys von Catalina übernommen. Beide schon zur Zucht zugelassen, ein Hengst und eine Stute. Pendragon und Arcany, ich kannte sie bereits von meinen Aufenthalten auf ihrem Gestüt und hatte Pendragon sogar einmal unterm Sattel. Außerdem habe ich euch den einzigen Wallach hier noch garnicht vorgestellt. Samson. Er ist ein Tinkerwallach und ein Allroundtalent. Ursprünglich Western eingeritten und in frühen Jahren auch eingefahren wurde er später auch in die englische Reitweise eingeführt. Er hat mich 'früher' viel begleitet und stets treue Dienste erwiesen. Meine Eltern haben auch heute noch viel Spaß an ihm, er wird hauptsächlich gefahren und als Besucher-Pferd genutzt. Heute kam ein neues Pferd auf dem Hof an, eine Vollblutstute: Chuckling Dancing Mess. Jill hätte sie nicht gemocht. Leicht rosa gesprenkelte Haut um Augen und Maul, fast weißes Langhaar und eine golden glänzende Grundfarbe. Nicht gerade pflegeleicht, aber das würden wir schon hinkriegen. Sie hat einen guten Charakter. Sehr aufgedreht, sehr intelligent, sehr schnell. Für ein englisches Vollblut großartig. Meine Eltern sind begeistert von ihr. Steven hat seine Zweifel. Er hat es gerne pflegeleicht, genau wie Jill. Ja, besonders darf es sein, aber nicht pflegeintensiv. Wahrscheinlich ist das auch der Grund für Jill's Liebe zu braunen Pferden in sämtlichen Schattierungen. Pendragon hätte sie geliebt ja... Oh wenn sie gewusst hätte wie toll Mr. Raw Depression sich auf der Körung gemacht hat.
      Gedankenversunken saß ich im Auto, auf dem Weg Ausrüstung für die neuen Pferde zu besorgen. Vor allem an Ponysachen fehlte es auf dem Gestüt. Erst am späten Nachmittag kehrte ich wieder zu Hause ein. Steven hatte Pendragon bereits bewegt, es war seltsam ihn als Westernreiter in einem englischen Sattel zu sehen, aber er hatte sichtlich Spaß daran etwas Abwechslung in seinen Alltag zu bringen und Neues zu lernen. Ein guter Mann. Ein Glücksgriff.
      Mit mir war gegenwärtig nicht viel anzufangen. Die Anprobe der neuen Reitsachen überließ ich so Jamie, eine junge Frau, die sich seit ein paar Wochen um die Ponys kümmerte. Sie ließ sich dabei von meinen Eltern fernsteuern. Sie studiert zur Zeit Tiermedizin. Dass sie sich so diktieren ließ verwunderte mich jedes mal. Während sie Arcany die mitgebrachten Sachen vorstellte ging ich zur Box von Missy, wie ich die neue Vollblutstute nannte. Mit wachen Augen sah sie mich an. Ich hob die Boxentüre zur Seite und trat ein, streichte über die weichen Nüstern, das seidige Fell am Hals. Diese Fellfarbe brachte ein sehr leichtes, dünnes Fell mit sich. Jetzt im Sommer war das kein Problem. Aber an kühleren Tagen wird sie eine Decke brauchen. Ich glaube nicht, dass sie ein ordentliches Winterfell entwickeln wird. Vorsichtig halfterte ich die Stute auf und brachte sie auf eine leere weide, damit sie rennen konnte. Es war schön ihr dabei zuzusehen. Eine Viertelstunde lang stand ich da und beobachtete sie beim Spinnen. Dann ging ich zurück zum Stall, die Boxen waren nun alle leer. Die Pferde versorgt.
      Am nächsten Tag stand ich früh auf, schlang ein schnelles Frühstück herunter, mistete gemeinsam mit Steven die Boxen und brachte dann Race is Hope und CHH' Lamperd zur Rennbahn. Wieder auf dem Hof kümmerte ich mich um Slap Happy, die nun hochtragend war. Lange konnte es nicht mehr dauern bis ihr Fohlen kam. Wir hatten bereits einen Interessenten für das Fohlen, der es rassegerecht aufziehen würde. Steven hatte sich nach der Stallarbeit Princess Sansa geholt und so beschloss ich mit Bear Totem's Denali auszureiten. Sie hatte sich toll entwickelt und schon einige Turniererfolge eingeholt. In Deutschland war sie immer eher das graue Mäuschen, das niemand beachtete. Hier in England war man begeistert von ihr. Braune Pferde sah man hier zu Hauf, aber ein Blue Roan Vollblut war etwas besonderes. Auf Ausritten mit ihr wurde man ständig angesprochen, was für ein tolles Pferd sie doch sei. Ja das war sie auch, die ausgeglichenste Vollblutstute im Stall. Ausgeglichener als Slap Happy. Jamie war mittlerweile auch eingetroffen und kümmerte sich um Arcany, Pendragon, Iceflower und PFS' Heart of Ocean. Damit war sie den ganzen Tag beschäftigt. Jedes mal wenn ich sie traf, hatte sie ein anderes Pony zwischen. Nach der Mittagspause hatte ich nur noch Mr. Raw Depression vor mir. Auch mit ihm ging es ins Gelände, allerdings nicht für einen Ausritt. Wir trainierten fürs Military. Gut eine Stunde hatte ich ihn zwischen, bis ich ihn auf die Weide entließ, Samson im Vorbeigehen grüßte und schließlich die beiden Renner von ihrem Training abholte und ebenfalls verabschiedete. Feierabend! Seit Wochen hatte ich nichts mehr von Catalina gehört. Nichtmal ein „Hallo.“ schrieb sie mir. Langsam hatte ich die Vermutung, dass etwas nicht stimmte. Abermals versuchte ich sie telefonisch zu erreichen, doch wieder hob niemand ab. Wieder ging ein Tag zu Ende ohne nennenswerte Veränderungen.

      06.03.2016
      Das erste Fohlen

      Es ist gerade einmal zwei Wochen her, das ich mit zwei meiner Pferde in Kanada war. Zwei Wochen und es wahr keine leichte Zeit dort. Immer wieder nahm ich Kontakt zu meinen Eltern in England auf um zu hören wie es Slap Happy ging. Die hoch tragende Vollblutstute machte sich prächtig. Erst als ich heim kam fing sie an schwierig zu werden. Sie war unerfahren, launisch. Schon zwei Tage vor dem eigentlichen Abfohlen verbrachte ich die meiste Zeit an ihrer extra großen Abfohlbox. Immer wieder dachte ich es sei gleich so weit. Miss Chattahoochee stand mir dabei zur Seite und mit ihrer Hilfe brachte Slap Happy nach zwei unendlich langen Tagen ohne Schlaf ein im ersten Augenblick sehr zerbrechlich wirkendes Rappfohlen zur Welt. Es war eine Stute, fast gänzlich schwarz und zierlich gebaut. Nach ein paar unbeholfenen Aufstehversuchen stand sie auf ihren unendlich langen Stelzen und suchte instinktiv den Weg zur Milch. „Na das sieht doch großartig aus.“ sagte ich mehr als stolz. Es dauerte fast zwei Stunden, bis ich mich abwenden konnte und der Schlaf mich nun doch übermannte.
      Cooper Chattahoochee begleitete uns durch die erste Zeit und führte alle wichtigen Fohlenuntersuchungen und -impfungen selbst durch. Es stand schon während Slap Happys Tragezeit fest, dass sie allergrößtes Interesse an diesem Fohlen hätte. Immerhin ist es der erste Nachkomme ihres ehemaligen Hengstes CHH' Lamperd, der nun in meinem Besitz war. Dass es dann auch noch eine lackschwarze Stute war, war es komplett um sie geschehen. Ich muss gestehen, dass auch ich überwältigt war von der Eleganz die dieses junge Pferd mit sich brachte und es war faszinierend die Entwicklung beobachten zu können. Es war immer wieder etwas ganz Besonderes. Man kann sich einfach nicht satt sehen an überheblichen Luftsprüngen, abgedrehten Spurts und liebevollen Schmuseeinheiten zwischen Fohlen und Stute. Ein halbes Jahr lang konnten die beiden ihre Zweisamkeit genießen, bis die kleine Stute, die wir Glamour of Death tauften, absetzten.
      Es war herzzerreißend wie die beiden nacheinander riefen und ich war mir sicher man würde uns der Tierquälerei beschulden, hätten wir direkte Nachbarn.
      Eine Woche dauerte es bis beide sich beruhigten und unabhängig voneinander wurden. Erst jetzt rief ich Miss Chattahoochee wieder nach England für den letzten Aufenthalt auf dem Bear Brook EC. Dieses mal nahm sie Glamour mit zu sich nach Hause. „Auf eine vielversprechende, erfolgreiche und lehrreiche Zukunft!“ verabschiedete ich mich und fuhr ein letztes mal durch die seidige, schwarze Mähne des sichtlich gewachsenen Fohlens. Zusammen mit einem hochwertigen Lederhalfter, einem dazu passenden Strick, den Papieren und ein paar Fotos, die wir in der letzten Zeit aufgenommen hatten, verließen Cooper und Glamour den Hof.
      „Eigentlich hätte ich Cooper ja aus Kanada direkt mitnehmen können nach England.“ dachte ich im Nachhinein.

      Neben Slap Happys Fohlen gab es außerdem zwei neue Errungenschaften für die Zucht. Mr. Raw Depression hatte seine Zuchtpapiere endlich bekommen und Bear Totem's Denali war aus Kanada zurückgekehrt und nun ebenfalls zur Zucht zugelassen. „Dann ist es ja nur noch Chuckling Dancing Mess bei den Vollblütern oder?“ merkte Steven an und ich nickte zufrieden. „Nur noch Missy, dann steht unser Zuchtstamm.“ Zu schade, dass der Kontakt zu Catalina noch immer unterbrochen war. Mittlerweile erreichte ich sie nicht mal mehr telefonisch. Sie war wie vom Erdboden verschluckt. Ein halbes Jahr Funkstille und ich dachte immer noch tagtäglich an unsere Zeit auf ihrem Hof. Wenngleich ich mich immer mehr damit abfand, dass dieses Kapitel wohl einen Haken bekommen kann, war es doch nicht einfach sie aus den Gedanken zu verdrängen. Die letzte Zeit hatte mich die Arbeit rund um das Fohlen abgelenkt. Jetzt, wo das wegfiel, wurde ich wieder ruhiger. Besonders meiner Mutter fiel das auf, doch ich tat es wie immer ab und trainierte stattdessen die Pferde. Neben Missy waren ja auch die Ponys noch da. Jamie kümmerte sich zwar super um das Training von Arcany, Pendragon und Heart of Ocean und Iceflower und Princess Sansa waren weiterhin in Kanada im Training, aber ich wollte mich ab und an selbst vom aktuellen Trainingsstand überzeugen.Zusammen mit Jamie schaffte ich es am Tag über die Hälfte der Pferde zu bewegen. Dabei ritt sie stets auf dem alten Samson und ich nahm Mr. Raw Depression oder Bear Totem's Denali. Auch für Jamie war die Geburt des Fohlens sehr lehrreich. Sie hatte noch nie die Möglichkeit so hautnah dabei zu sein und für sie als angehende Tierärztin gab es wohl kein besseres Lehrbuch als die Praxis selbst.

      [​IMG]
      Tierärztliche Untersuchung, Immunisierung| Pferde des BearBrook ec

      Mein nächster Auftrag führte mich nach England, Lincolnshire, um genau zu sein. Mein Auftraggeber, Hunter Crowley. Wir waren relativ gute Bekannte und unsere Gestüte arbeiteten des öfteren zusammen. Er hatte damals Lamperd gekauft und das erste Nachkommen sollte meins sein. Und das war es auch. Vor einem halben Jahr war ich schon mal dort, um mich um die Geburt von dem Fohlen zu kümmern und natürlich um Slap Happy. Die Geburt dauerte anstrengende und schlafraubende zwei Tage, jedoch ohne Komplikationen. Ich hatte der trächtigen Stute damals einige Schmerzmittel gegeben und führte eine direkte Nachuntersuchung durch. Da es ihr erstes Fohlen war, war es normal das sie zuerst etwas apathisch benahm. Aber als sie ihr kleine kleine Prinzessin sah, war auch dieser Teil des 'Schocks' schnell vergessen. Es war immer wieder wundervoll bei einer Geburt dabei zu sein, jedoch war es diesmal was überaus besonderes gewesen. Da ich einige Tage auf BearBrook ec verbrachte konnte ich auch sofort eine neugeborene Untersuchung durchführen, mit allen wichtigsten Tests, sowie Immunisierungen. Ich konnte bei dieser Untersuchung bei der kleinen Rappstute keine negativen Auffälligkeiten finden und auch die Immunisierungen vertrug sie prächtig. Auch Slap Happy kümmerte sich wunderbar um ih Fohlen, was nicht immer selbstverständlich war, vor allem bei Vollblütern. Nach den schönen Tagen verschwand ich nochmal in den Hintergrund und lies die getaufte 'Glamour of Death' Fohlen sein.

      Dieses mal aber kam ich aber um die kleine ab zu holen und um mich um die anderen Pferde zu kümmern, es standen nämlich Immunisierungen und Grunduntersuchungen an. Als ich ankam wurde ich zuerst sehr nett begrüßt und wir schauten selbstverständlich erstmal nach Glamour. "Sie ist so wunderschön, das haben Slap Happy und Lamperd toll gemacht" lächelte ich. "Alllerdings" erwiederte Hunter und führte mich dann in den geräumigen aber gemütlichen Stall. Zuerst kümmerte ich mich um einen Wallach namens Samson. "Meine Güte, ist der Fluffig". Hunter lachte. Ich begrüßte den stämmigen Kerl und unterzog ihm erstmal die Vitalzeichenkontrolle, dann folgte die Abtastung des Körpers und die Untersuchung der Reflexe. "Alles supi". Dann spritze ich ihm noch die Immunisierungen für das halbe Jahr. Ich hatte das Gefühl das er es noch nicht mal spürte dass da grade etwas pickste. Nur ein regelrechtes Muskelzucken lies mich denken das er doch, ganz vielleicht, was verspürt hatte. Was er nicht mochte war die Wurmkur, aber wer mag die auch, egal wie viel süße Sachen man dazu gibt, es schmeckt für Pferde einfach widerlich. Weiter ging es nach der Belohnung mit Chuckling Dancing Mess. "Was ein Name". Hunter war inzwischen Slap Happy und ihr Fohlen von der Weide holen. Ich wiederholte den Vorgang den ich bei Samson machte bei der Vollblutstute und kam dann zu Slap Happy. "Hallo süße" sagte ich und sie schnaubte mich erstmal an. Sie fand es nicht so toll das ich in die Box von ihr und ihrem Kind kam, konnte sich dann aber doch damit abfinden. Auch hier untersuchte ich die Vitalzeichen beider Stuten und schaute nach weitern Auffälligkeiten. bei Glamour schaute ich nochmal besonders hin und unterzog ihr auch einige Tests die führ Fohlen wichtig sind, sowie Beugproben, abtasten der Muskeln und Knochen etc. "Alles perfekt, Glamour wird dem Namen Vollblut sehr gerecht". Glamour war nun alt genug für die Fohlenlähmungimpfung und auch Slap Happy's Immunierungen, sowie Wurmkur, frischte ich auch. Ich lobte die Beiden und kam dann zu einer besonders schönen Stute, Bear Totem's Denali, bekannt aus dem Grund, dass sie unglaublich viele Erfolge zu bieten hatte. Es war mir wirklich eine Ehre sie behandeln zu dürfen und danach ging es zu Mr.Raw.Depression. Beides waren wundervolle Pferde, und auch hier war nach der Untersuchung keinerlei negativen Aspekte zu finden, dennoch war es mit den Immunisierungen und den Wurmkuren nicht sehr leicht. "Was will man bei Vollblütern auch anderes erwarten" sagte Hunter. "Allerdings" lachte ich. Simon war in Kanada geblieben und kümmerte sich dort um alles. Er war ein wenig eifersüchtig das ich alleine gefahren war. Er wusste das Hunter ein gut aussehender Kerl ist und sein Anwesen sowie der Besitz von bedeutungsvollen Vollblütern und die enge Zusammenarbeit, machte ihm es ja nicht leichter. Aber sie verstanden sich das letzte mal aber sogar sehr gut und Simon wusste auch das ich in dieser Hinsicht niemals an sowas denken würde, das tat ich auch nicht. Hunter war einfach, ein guter Kerl. Jetz kam ich zu Lamperd. "Ohwww...Hallo mein süßer" sagte ich und umarmte ihn. Etwas verwirrt schaute der Hengst mich an, beugte sich aber dann nach unten und begrüßte mich mit einem lauten Schnauben. Er hatte sich prächtig entwickelt. Ich wiederholte den gleiche Prozess bei dem Overo Hengst und landete dann bei den Deutschen Reitponys. Die erste war Arcany. Diese kannte ich auch, dennoch nur vom Namen. Dann zu, Princess Sansa, Iceflower, Pendragon und PFS' Heart of Ocean. Bei allen schaute ich nach den Vitalzeichen, tastete den Körper ab, Kontrollierte extra Reflexe, Ohren, Nüstern, Schleimhäute und Mundbereich und unterzog ihnen die Immunisierungen sowie Wurmkuren. "So, ich hab euch genug gequält". Ich konnte alle Pferde ausgiebig belohnen und Hunter war um zwanzig Äpfel ärmer. "Erstmal Pause" sagte er und wir verschwanden ins Gutshaus.

      Im Gutshaus erledigten wir einigen Papierkram, inklusive des Kaufvertrags von Glamour of Death. "Wir haben acht Uhr, ich glaube langsam wird es Zeit sie fertig zu machen". Etwas traurig schaute mich Hunter an und nickte. Wir bereiteten alles vor und ich kontrollierte nochmal ob mit Glamour alles stimmte. Wir versuchten ihr es so angenehm wie möglich zu machen, dennoch war es logisch das die kleine Angst hatte. Ich hatte zum glück ein kleines Team dabei, die sich um das fachliche kümmerten, somit konnte ich mich um das Stutfohlen kümmern.
      "Auf eine vielversprechende, erfolgreiche und lehrreiche Zukunft" sagte Hunter und verabschiedete uns. Cooper

      28. März 2016
      Zwei neue alte

      Bereits im Training bei Catalina Dixon hatte ich Eismärchen kennen gelernt und wenig später fanden wir gemeinsam den verlassenen Hof, inkl. der verdreckten Pferde. Darunter auch ein Araberhengst namens Majd. Dass Catalina diese Pferde jemals abgeben wollen würde, kam mir nie in den Sinn. Aber jetzt stehen sie hier auf dem Bear Brook EC und kauen genüsslich ihr Heu. Es ist ein toller Tag und Catalina teile ihn mit mir. Gerade steht sie auf der Stallgasse und macht Bear Totem's Denali fertig für einen Ausritt. Neben mir steht Slap Happy bereits fertig gesattelt.
      Aber bevor wir ausreiten, muss ich noch einmal weiter hinten in der Geschichte ansetzen. Nachdem ich zuletzt einen Unfall mit Princess Sansa im Wald hatte dauerte es ein paar Tage bis ich mich komplett erholt hatte. Die genauen Details werde ich vielleicht in einem späteren Eintrag noch einmal erzählen. Jedenfalls war das die Zeit in der Catalina sich bei mir meldete. Ich habt vielleicht die Anzeigen gelesen. Sie wollte ihren Hof auflösen, sah keinen Sinn mehr darin weiter zu machen, wenn immer alles drunter und drüber geht. Sie hatte sogar schon das ein oder andere Pony verkauft, als ich davon erfuhr. Nach ein wenig Überzeugungsarbeit konnte ich sie aber zu bringen, doch wenigstens ein paar ihrer Pferde zu halten. Schließlich war sie erst vor Kurzem nach England gezogen und es wäre zu schade um ihre Pläne, jetzt einfach alles hinzuwerfen!Zwei der Pferde, die in dieses Konzept jedoch nicht passten nahm ich ohne zu zögern zu mir. Eismärchen, die ich mir nirgendwo anders vorstellen konnte und Majd, der sicherlich erfolgreich im Sport würde und vielleicht auch die Zuchtzulassung einmal schafft. Gesagt, getan. Der kurze Transportweg machte es möglich, den Umzug der beiden binnen weniger Stunden durchzuziehen und so stehen sie jetzt bereits seit zwei Tagen hier und machen sich bisher bestens. In den nächsten Tagen würde Majd Bekanntschaft mit Pendragon machen, der ihm, sollte alles klappen, Gesellschaft leisten wird. Eismärchen wird nach Majd's Integration an die Stutenherde gewöhnt.

      Slap Happy's zufriedenes Schnauben riss mich aus meinen Notizen. Sie hing mit ihrer Nase gleich über mir, während ich nieder schrieb, was mir durch den Kopf ging. Etwas Neues, zu dem mich Catalina gebracht hatte. Sie schrieb häufig und so fanden sich seit Kurzem auch in meinem Skizzenbuch kleine Textpassagen zusätzlich zu den Zeichnungen. Talentiert war ich nicht, aber es half doch sehr einfach mal alles von der Seele zu schreiben, was passiert war. „Komm jetzt!“ - Wenn man vom Teufel spricht. Denali und Catalina waren schon fast am Hoftor, als ich gerade mal aufsaß. „Warte!“ Gemeinsam ritten wir die kurze Allee entlang, bis sich die Felder Lincolnshires vor uns zeigten.



      21. Mai 2016
      Ein derber Rückschlag

      Im Grunde wusste ich ja schon, dass es mit Catalina jetzt schwieriger werden würde. Jetzt wo sie schwer krank war. Jetzt wo ich von ihrem Seitensprung wusste. Aber der Anruf den ich gestern bekam, gerade als ich mit dem Beschlagen eines Pferdes fertig war, riss mich vollends aus der Fassung, die ich mir so hart erarbeitet hatte die letzten Wochen. „Deine Freundin ist gestorben, Hunter. Willst du nicht herkommen? Die Ärzte geben uns keine Details.“ hieß es da und die Worte schallten noch so deutlich in meinem Kopf, dass sie mich abermals betäubten, wenn ich nur daran dachte. Zum Glück saß ich, sodass mir das flaue Gefühl, dass sich nun auftat, egal sein konnte. Umkippen konnte ich nicht und in der Sitztasche vor mir waren Beutel für den Fall der Fälle, dass ich mich übergeben müsste. Dann die Ansage der Crew, dass wir in wenigen Momenten landen würden. Da ich mich nicht abgeschnallt hatte über den kurzen Flug von Deutschland nach England, kümmerte mich das monotone Gerede nicht.

      Eine halbe Stunde später war ich in Phase Zwei, auf dem Weg zurück in die Heimat: Lincolnshire. Die Zugverbindungen waren so grottenschlecht und über alle Maße überteuert, dass ich mir den Luxus ein Taxi zu nehmen gönnte. Der Taxifahrer warf immer mal einen verunsicherten bis besorgten Blick zur Seite und sprach mich, als das Navi die Ankunft in 5 Minuten ankündigte, doch noch an: „Sir, ist alles in Ordnung? Sie wirken bedrückt.“ fragte er höflich und wusste das sehr zu schätzen. Ich schenkte ihm zur Besänftigung ein kleines Lächeln. „Alles okay. Tut mir leid, dass ich so schweigsam bin.“ Den Rest der Fahrt redete mein Fahrer ununterbrochen. Es beruhigte ihn sichtlich und so war ich ihm nicht böse, auch wenn ich ihm nicht wirklich zuhörte. Ich dachte an Nichts. Zumindest versuchte ich das. Die Leere, die seit dem Anruf in mir herrschte breitete sich in solchen Momenten schneller aus als normal. Dann endlich sah ich die Einfahrt meines Hofes. Höflich wie ich war bedankte ich mich für das Gespräch, gab ein gutes Trinkgeld und stieg aus.

      Auf dem Hof wirkte ein reges Treiben. Dass hier zwei Personen fehlten würde man nicht bemerken, wüsste man es nicht. Gine und Isaac hatten ihre Meute im Griff. Ruby war gerade mit Denali und ihrem Fohlen, dass ich dank meiner Abwesenheit verpasst hatte, auf dem Springplatz beschäftigt. „Hey Honey!“ - „Mom.“ Meine Mutter schnellte mit erhobenen Armen zu mir um mich direkt in den Arm zu nehmen. So fest, dass ich diese Liebkosung abbrach. „Ist gut.“ Besorgt sah sie mich an. Das tat heute jeder.
      Aber die Tatsache außer Acht gelassen, dass ich ein unfassbar schlechtes Gewissen gegenüber Catalina hatte, der ich nicht zur Seite stand in ihren letzten Stunden, ging es mir gut. Ich war nicht mal traurig. Natürlich auch nicht glücklich, ich fühlte einfach... Nichts. „Komm rein, ich hab Essen gemacht. Du hast wieder abgenommen!“ Wieder warf sie einen besorgten Blick auf mich, diesmal musterte sie mich kurz von oben nach unten. Ich ließ mich ins Haus bugsieren, wo mein Vater gerade fertig mit dem Essen war. „Gut dich zu sehen, Junge!“ Ich nickte. Meine Eltern waren überfürsorglich. Sie hatten ihre Gründe, aber im Moment hielt ich das für unnötig. Noch bevor ich saß, hatte meine Mutter mir einen Teller fertig gemacht und vor die Nase geschoben. Nach Essen war mir nicht zu Mute und so stocherte ich lediglich ein wenig herum, bis meine Mutter mir nach einer halben Stunde den Teller wieder abnahm und ihn so verpackte, dass ich ihn mir sollte ich doch Hunger bekommen, wieder warm machen konnte. „Was willst du jetzt machen?“ fragte mein Vater schließlich und unterbrach damit die herrliche Stille der letzten vierzig Minuten. „Ins Krankenhaus fahren.“ Mit den Worten stand ich auf und warf einen Blick aus dem Fenster. Es war trocken und noch immer hell draußen. Zwar kündigte sich schon lange der Herbst an, so war es dennoch noch nicht zu spät das Motorrad zu nehmen. Sowohl mein Vater, als auch meine Mutter sahen mich entsetzt an, als ich mich wieder zu ihnen wandte. „Was?“ fragte ich verwirrt und verließ das Zimmer ohne eine Antwort abzuwarten. „Fahr vorsichtig!“ rief mir Mutter hinterher.
      Auf dem Weg nach draußen schnappte ich Schlüssel, Jacke, Handschuhe und Helm vom Flur auf und machte mich vor meiner Maschine fertig.

      Etwa zwanzig Minuten später stand ich an der Rezeption im Krankenhaus. „Ich würde gerne mehr über Miss Dixon's Tod erfahren. Ich bin- ...ich war war ihr Partner.“ Die Frau musterte mich kurz, war einen Blick auf ihren Bildschirm und tippte irgendwas in ihre Tastatur. „Tut mir leid, ich darf Ihnen keine Auskunft geben. Nur Familienangehörige.“ Ich brummte unzufrieden. „Wo finde ich ihren Arzt?“ Die Dame sah mich vielsagend an. „Aber Sir. Haben sie Kontaktdaten von Miss Dixons Angehörigen?“ Einen Moment lang spielte ich mit dem Gedanken die Gelegenheit auszunutzen. Sie bekommt Kontaktdaten, ich bekomme Antwort auf meine Frage. Dabei hatte ich nicht mal Kontaktdaten. Darüber hatten wir nie gesprochen. „Konnten Sie niemanden erreichen?“ fragte ich entgegen meines Planes. Die Dame nickte eifrig. „Doch doch, ein paar haben wir erreicht. Aber man weiß ja nie.“ Merkwürdige Antwort. Dann sah ich den Arzt vorbeilaufen, von dem ich wusste, dass er Catalina behandelt hatte. Ich lief ihm hinterher und hielt ihn schließlich an. „Dr. bitte, einen Moment nur.“ bat ich und er hielt inne. „Was genau ist mit Miss Dixon passiert? Sie wissen schon, die schwer CF kranke Frau?“ Der Mann seufzte und sah mich durchdringend an. „Erstens, darf ich Ihnen dazu nichts sagen, außer dass sie gestorben ist. Zweitens, sollten Sie es vielleicht bei den Angehörigen versuchen. Sie sind wohl im Hotel gleich gegenüber, hab ich gehört. Und Drittens, sollten sie dringend schlafen, sie sehen nicht mehr gesund aus.“ Wieder einer dieser besorgten Blicke. „Danke.“ sagte ich und lächelte nun tatsächlich, ganz ehrlich. Endlich eine gute Nachricht. Als wäre ich dabei einen Termin zu verpassen, rannte ich den kompletten Weg aus dem Krankenhaus und orientierte mich dann kurz um das Hotel ausfindig zu machen. Es gab nur eines hier und so ging ich zu Fuß rüber und fragte nach Dixon. Man leitete mich weiter und schließlich stand ich vor drei Personen, die mich ein wenig misstrauisch ansahen. „Hi.“ unangenehmer konnte diese Situation kaum sein. „Sie sind Verwandte von Catalina Dixon?“ fragte ich zögerlich und bekam ein ebenso zögerliches Nicken zurück. „Und wer sind sie?“ fragte der einzige Mann in der Runde. „Hunter Crowley.“ sprudelte es aus mir heraus. „Ehm, Catalina's Freund.“ fügte ich schnell hinzu, als eine der Frauen eine Augenbraue hob. Jetzt schienen sie etwas mit mir anfangen zu können, was nicht hieß, dass sie offener wurden. „Gut, chrm... Ich wollte auch nur fragen wann ihre Beerdigung ist.“ log ich und bekam prompt eine Antwort, bevor sich alle drei wieder abwandten. Unzufrieden mit diesem Resultat verließ ich das Hotel wieder und fuhr zurück nach Hause um dort gleich müde ins Bett zu fallen.

      „AUFSTEHEN!! Aufstehen, aufstehen, Auuuufsteheeen!“ jemand rüttelte mich grob wach und hielt mir schließlich seine eiskalten Finger an die Wange. „Los jetzt, mach dich fertig!“ Gine... Wiederwillig richtete ich mich auf. „Was ist denn los?!“ - „Slap Happy's Fohlen kommt, das willst du ja wohl nicht verpassen oder?“ Sofort war ich hellwach. Nein, ihr Fohlen wollte ich unter keinen Umständen verpassen! Schneller als Gine gucken konnte war ich angezogen und lief runter in den Stall. Tatsächlich, meine braune Stute lief in ihrer Box Runden und sah immer wieder zu ihrem Bauch. „Geh noch nicht rein.“ riet Gine mir und so wartete ich geduldig vor der Box, bis Slap Happy sich den Wehen ergab und zu Boden sank. Gerade als ich die Boxentüre aufschieben wollte griff Gine erneut ein: „Warte noch, es kann sein, dass sie sich nochmal umentscheidet.“ ernst sah sie mich ab und nahm meine Hände von der Türe. 'Umentscheidet'... sowas macht meine Slap Happy nicht... Nie. „Siehst du!“ - Verdammt! Für einen kurzen Moment hatte ich tatsächlich geglaubt meine Stute in diesem Punkt zu kennen. Die große Braune stand wieder, den Kopf gesenkt, als würde sie überlegen was sie nun tun sollte. Ein zwei Schritte ging sie nach vorne und sank dann wieder zu Boden. Einige Minutenlang lag sie komplett auf der Seite, bis sie sich noch einmal halb aufrichtete um zu ihrem Bauch zu sehen. „Gut, wir können jetzt rein. Sie wird denke ich nicht mehr aufstehen.“ - Gine schob die Türe auf - „Kann ich helfen?“ der irische Akzent verriet mir, dass Isaac gleich hinter mir stand. „Vielleicht.“ sagte Gine knapp und prüfte fachmännisch die Lage. Dafür, dass sie sonst immer sehr aufdringlich und kommunikativ war, war sie jetzt ausgesprochen ruhig und professionell. Isaac und ich kamen in die Box und schoben die Türe zu. Ohne überhaupt zu fragen schritt ich zum Kopf meiner Stute, hockte mich hin und fing an sie zu kraulen. Am Hals, an den Ohren und schließlich strich ich mit der flachen Hand über ihr hübsches Gesicht. Isaac sah sich die Lage von hinten. „Also in Irland... Da machen wir das anders.“ fing er lachend an zu erzählen um die Spannung zu nehmen. „Da kommen die tragenden Stuten auf die Weide un-“ - „Halt-die-Klappe!“ fauchte Gine ihn an. „Da kommt es!“ Ein breites Grinsen schlich sich auf ihre Lippen und als es ihr möglich war griff sie beherzt die Füße des kleinen Pferdes und erleichterte meiner Stute so das Abfohlen. „Es liegt super, sie macht das toll!“ - „Ist ja auch nicht ihr Erstes...“ brummte ich; zu leise, um von den beiden gehört zu werden. Es vergingen gefühlte Stunden bis das Fohlen mit einem letzten Schub den Mutterleib vollends verlassen hatte. Es war durch und durch braun, ein Hinterhuf erstrahlte aber in hellem Beige und etwas versetzt von der Mitte der Stirn fanden sich ein paar einzelne weiße Härchen. Es war ein Hengstfohlen, das ich mir schöner nicht hätte erträumen können. „Der dunkelt bestimmt noch nach, wenn er wächst. Die paar weißen Haare kannst du dir abschminken.“ fachsimpelte Isaac. „Das verwächst sich alles und der Huf dunkelt auch nach.“ Gine war dem groß gewachsenen Iren einen abwertenden Blick zu. „Er ist gut wie er ist. Hör auf ihn schlecht zu machen.“ Ich grinste. Auch Isaac lachte, was er aber im Grunde immer tat. „Sie hat recht.“ griff ich ein, bevor die beiden sich in eine Diskussion reiten konnten wie ein altes Ehepaar. „Er ist gut. Punkt.“ Ich stand auf und streckte mich ausgiebig. Slap Happy blieb noch einige Minuten liegen und solange wachte Gine über sie und das Hengstfohlen. „Isaac, an die Arbeit. Gine fällt für die nächsten stunden aus, sie muss die zwei im Auge behalten, damit nichts schief geht.“ - „Oh du reitest also auch mal wieder eines deiner Pferde?“ - „Fang bloß nicht an wie Steven mein Freund.“ ich schmunzelte. Isaac lachte wieder und legte mir brüderlich eine seiner großen Hände auf die Schulter. „Niemals, mein Hübscher.“ Verwirrt sah ich ihn an und bekam einen verruchten Blick als Antwort. Da ich nicht schwul war, wirkte das nicht und so räusperte ich mich und warf einen kurzen Blick auf die Boxenschilder. „Guuut... Isaac, kannst du die western gerittenen übernehmen?“ - er nickte - „Ich mache dann Pendragon, Ocean, Eismärchen...“ Isaac ließ einen verträumten Seufzer los „...und Ray. Alles Okay?“ prüfend blickte ich ihn an. Der Ire nickte und wirkte als hätte er irgendwelche Drogen genommen. „Dann los.“ mit den Worten drehte ich mich um. Missy, Lamperd und Majd waren seit ein paar Stunden auf der Galopprennbahn eines Bekannten. Princess Sansa und Iceflower waren wie schon seit Monaten auf Trainingsurlaub, bis sie ihre Zuchtzulassung bekommen. Die übrigen Stuten, also Denali und Arcany, hatten noch ihr Fohlen bei Fuß und standen mit eben diesen und Savory Blossom auf der größten Weide, die wir bieten konnten. Das heute kurz gehaltene Training mit den Pferden tat gut und bis zum Abend hatte ich vergessen, warum ich überhaupt hier war. Erst als ich auf Mr. Raw Depression saß, ihm die Zügel lang ließ und meine Gedanken abschweiften kam mir Catalina's Tod wieder in den Sinn. In fünf Tagen ist die Beerdigung. Dann würde noch einmal ihre Verwandten treffen, die nicht sonderlich überzeugt von mir waren. Sollte ich mir das wirklich antun? Immerhin hatte auch das Verhältnis zu Catalina am Ende einen Knacks. Nein. Sie hatte es verdient, dass ich ihr die letzte Ehre erweise, egal was sie getan oder nicht getan hatte. Wer weiß schon, was wirklich passiert ist.

      Gedankenverloren stieg ich ab und führte Ray auf die Stallgasse, sattelte ihn langsam ab und stand dann wie paralysiert da und starrte seine Beine an, die eben noch Bandagen trugen. Wo waren die hin? „Hey, hast du schon ein Namen für Slap Happy's Hengstfohlen?“ jemand schlug mir unwirsch die Hand auf den Rücken, sodass ich jäh aus meiner Trance erwachte und hochschrak. „Woah, ich wollte dich nicht erschrecken, sry.“ Isaac sah mich stirnrunzelnd an. „Also?“ Seine Gesichtszüge lockerten sich und es bildte sich ein erwartungsvolles Grinsen. Lachte er denn wirklich immer? „Nein, ich hab mir da noch keine Gedanken zu gemacht.“ gab ich zur Antwort und sah in die Bandagentasche, wo jemand feinsäuberlich die Bandagen verstaut hatte. „Warst du das?“ Isaac nickte eifrig. „Danke.“ ich lächelte und packte zu guter Letzt Bandagentasche, Trense und Putzkiste auf einmal um sie in die Sattelkammer zu bringen. Als ich wieder kam stand nur noch Isaac auf der Stallgasse. „Bist du mit deinen Kandidaten durch oder wieso nimmst du mir meine Arbeit weg?“ ich schmunzelte, er sollte sich nicht angegriffen fühlen. „Ach weißt du...“ fing er an und legte mir abermals einen Arm um die Schultern, was mir ein unangenehmes Gefühl einbrachte. „Ich dachte mir, etwas Unterstützung und Aufmerksamkeit, würde dir heute nicht schaden. Als Gine vorbeikam und ein gelachtes „Na ihr zwei Süßen?“ in den Raum warf löste ich mich aus Isaac's Griff und machte mich auf ins Haupthaus um mit meinen Eltern die nächsten Tage zu besprechen. Ich würde nach Catalina's Beerdigung wieder abreisen. Noch ein Jahr Ausbildung in der deutschen Eifel hatte ich vor mir, bis ich wieder endgültig nach England zurückkehren konnte. Die wenigen Tage zu Hause wollte ich dann wenigstens sinnvoll nutzen. „Die Jenkins Brüder aus Kalifornien haben sich gemeldet, sie wollten dich sprechen?“ fragte meine Mutter mehr als dass sie es sagte. „Haben sie gesagt, was sie wollen?“ fragte ich zurück und sie schüttelte den Kopf. „Gut, dann war es sicher nichts Wichtiges.“ Die beiden hatten immer irgendwelche Probleme mit denen ich nichts zu tun haben wollte. Hätte ich ihnen mal nie die Trakehner verkauft... Dann hätte ich heute meine Ruhe. Ich ließ den Tag mit einer Zigarette und meinem Skizzenbuch ausklingen. Ich zeichnete Nonsense... Nichts Nennenswertes, nicht mal etwas, das mit dem Tag heute zu tun hatte. Alles in mir versuchte im Moment auszublenden, was in Wirklichkeit geschehen war. Das machte diese Zeit erträglicher. Die nächsten Tage würde ich viel mit den frisch weitergebildeten Pferden arbeiten. Würde die Zuchtplanungen für nächstes Jahr erledigen und Namen für die drei aktuellen Fohlen finden. Vielleicht fand sich sogar schon ein Interessent für das Reitpony Stutefohlen? Jedenfalls plante ich so, dass zwischen der Arbeit kaum Pausen lagen in denen ich zu viel nachdenken konnte. So zumindest die Strategie.
      15.336 Zeichen

      29. Mai 2016
      Neue Gesichter

      Ein gleichmäßiges Surren, ein regelmäßiges Piepsen und hin und wieder Schritte drangen an meine Ohren. Die Lider waren schwer und der gesamte Rest des Körpers fühle sich an wie Blei. Dann kam jemand näher an mich heran, das hörte ich an den Schritten. „Mr. Crowley?“ eine unbekannte Frauenstimme. Ich öffnete die Augen und sah in ein fremdes Gesicht. „Gut Sie sind wach.“ sie lächelte mich an und verschwand wieder. Ich hätte mich so gerne aufgerichtet um zu sehen wo sie hinging, aber mein Körper war zu träge. Wenige Minuten später kam die Frau zurück in Begleitung eine weitere Ärztin. Ich wusste mittlerweile wo ich war. Aber wie war ich her gekommen? „Wie fühlen Sie sich?“ fragte die deutlich jüngere Ärztin und prüfte die Werte, die die Geräte anzeigten, an denen man mich angeschlossen hatte. Mein Mund war staubtrocken, würde ich jetzt etwas sagen wollen, würde es sowieso niemand verstehen. Stattdessen hob ich den Kopf vom Kissen um das Zimmer anzusehen. „Sir?“ sie drückte mich wieder zurück und leuchtete mir in die Augen. „Können Sie mir sagen, welcher Tag heute ist?“ Noch eine Frage... Ich räusperte mich. „Mittwoch.“ meine Stimme war rau, aber besser als ich es erwartet hätte. Die Schwester lächelte immer noch. Sie war von eher plumper Statur und mit Sicherheit schon über vierzig. Die Haare hatte sie zu einem festen Knoten gebunden. „Nun, wir haben Samstag. Nur für's Protokoll.“ Die Ärztin wirkte weniger freundlich, aber vermutlich hatte sie einfach Stress. Sie war jung, vielleicht in meinem Alter? Aber durch die Stressfalten und den strengen Gesichtsausdruck wirkte sie älter. „Mr. Crowley. Wie fühlen Sie sich?“ wiederholte sie mit Nachdruck. Gute Frage! Keine Ahnung. Ich weiß ja nicht mal wie ich hergekommen bin. Das Gefühl fand nach und nach seinen Weg zurück in die müden Glieder. Einen Versuch mich aufzurichten vereitelte die Schwester sogleich. „Was ist passiert?“ fragte ich zurück, da ich keine Antwort auf die Gefühlsfrage wusste. „Woran erinnern Sie sich?“ Fragen... wieder eine neue! Könnte Sie mir nicht einfach antworten. „Mhm...“ ich dachte tatsächlich nach, aber konnte nichts entdecken, was mich hierher hätte bringen können. „Was ist das letzte, was Sie Ihrer Erinnerung nach getan haben?“ Wahnsinn, die Ärztin konnte lächeln. Das Letzte... „Ich hab mein Pferd für ein Turnier vorbereitet und wir wollten es in den Hänger laden. Aber...“ ich legte die Stirn in Falten, das konnte nicht sein. Pendragon ist eines der ausgeglichensten Pferde, die wir auf dem Hof haben. Außerdem... „...das war aber mittwochs.“ Was ist denn passiert, zur Hölle?! Die Ärztin stellte mir noch einige belanglose Fragen, die ich zur Hälfte nicht beantworten konnte. Dennoch wirkte sie am Ende halbwegs zufrieden. „Physisch geht es ihnen den Umständen entsprechend gut. Aber wegen ihren Erinnerungen setz ich einen Psychologen auf sie an, das gefällt mir nicht.“ sprach sie jetzt absichtlich nicht im Fachchinesisch, weil sie mich für irre hielt? Ich nickte nur und sie verschwand. Die Schwester hatte sich schon während des Gesprächs aus dem Staub gemacht.

      Über Mittag wurde ich auf Normalstation verlegt, bekam allerdings ein Einzelzimmer. Gut eine Stunde später trudelte eine abgehetzte Person ins Zimmer, zog einen der umstehenden Holzstühle zu sich und setzte sich erstmal um zu verschnaufen. „Alles okay?“ fragte ich, als die Frau auch nach gut einer Minute noch nichts gesagt hatte. Endlich wandte sie sich mir zu. „Ja, ehm, Mr. Crowley, richtig?“ sie warf einen Blick auf ihr Klemmbrett und sah dann wieder zu mir. Ich richtete mich etwas auf und nickte. „Guten Tag, ich bin Ihre psychologische Betreuung für die nächsten Wochen.“ Hatte ich da jetzt richtig gehört? Für die nächsten WOCHEN?! Ich schluckte, aber sie lächelte mich weiterhin unverhohlen an und rückte näher ans Krankenbett. „Sie haben Schwierigkeiten sich zu erinnern, wie sie hier her gekommen sind, hab ich gehört?“ Sie sagte das mit einer Süßlichkeit in der Stimme, dass ich das Gefühl hatte, sie wollte nun Freundschaft schließen. Psychologenspielerei. „Ja.“ antwortete ich knapp und bemühte mich ihr nicht in die Augen zu sehen. „Das Letzte woran Sie sich erinnern ist, dass sie ihr Pferd transportfertig machten.“ Ich nickte abermals. „Sie reiten?“ Wieder nickte ich. Sie lachte leise. Ihre Stimme war sanft und ruhig, aber dennoch sehr feminin. „Man trifft nicht häufig Männer, die im Reitsport unterwegs sind. Wie kamen Sie dazu?“ Verdammt! Keine Ja/Nein-Frage. Ich atmete tief ein und aus. „Ich bin so aufgewachsen.“ Das war die kürzest mögliche Antwort, die mir einfiel und ich ahnte bereits, dass ihr das nicht reichen würde. Unsicher sah ich zu ihr, in Augen die so grün waren, dass selbst das Gras daneben Grau wirkte. Fesselnd. Ich wandte den Blick ab. Ich wollte ihr nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken, auf Psychologengespräche hatte ich keine Lust. „Nun.“ fing sie an und ich atmete laut aus, sah aus dem Fenster auf der anderen Seite des Betts. In eben diesem Moment setzte sie sich noch ein Stück näher an mich heran, näher ging jetzt nicht mehr. Ihre Knie berührten die Stangen des Bettrahmens. „Was genau machen Sie denn im Reitsport?“ Vollendete sie ihre nächste Frage und ignorierte meine Abneigung. „Hauptsächlich Springreiten.“ Wieder eine knappte Antwort. Nichtmal sonderlich spezifisch, aber wenn ich jetzt Military oder Cross Country gesagt hätte, wüsste sie vermutlich nicht mal was das ist. „Und was für ein Turnier war das wo sie mit ihrem Pferd hin wollten?“ - „Springturnier.“ Man war ich dreist. Sie schnaubte verächtlich. „Mr. Crowley...“ sie hörte sich tadelnd an, also wandte ich mich ihr wieder zu. „Ja, Miss...?“ sie hatte mir nicht mal ihren Namen verraten. „OH, mein Name ist Kerry Robertson! Das hab ich in der Eile ganz vergessen.“ Ein verschmitztes Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht. Ich schmunzelte zufrieden. War sie neu in dem Job? „Nun, Sie müssen sich etwas auf mich einlassen, sonst klappt das hier nicht.“ Ich schmunzelte weiter und schien sie damit ein wenig aus der nicht vorhandenen Ruhe zu bringen. „Was soll ich machen?“ fragte ich und freute mich innerlich darüber, die Zügel in der Hand zu haben. „Sie... ach...“ Sie winkte ab und vergrub sich in ihren Akten. „So hat das keinen Sinn mit Ihnen. Wenn Sie nicht wollen, kann ich auch nicht helfen.“ Meine Rede... Ich setzte mich nun ganz auf und spürte zum ersten Mal warum das Krankenhaus aktuell der richtige Ort für mich war. Ein betäubender Schmerz zog vom Knie bis hoch in die Hüfte und ließ mich keuchend zurück in die Kissen sinken. „Alles okay?“ diesmal war es Miss Robertson die diese Frage stellte. Ich lachte, da hatte sie gut gekontert. „Alles Bestens!“ log ich und sie spielte an ihrem Pieper rum. „Sie haben auch so einen?“ fragte ich ohne eine Antwort zu erwarten. Der Schmerz ließ langsam wieder nach und ich entspannte mich. „Ja, ich hab auch so einen.“ wiederholte sie lächelnd. „Nun, Sie wirken nicht auf mich, als hätten Sie Spaß daran sich Schmerzen zuzufügen. Wieso haben Sie sich aufgerichtet obwohl ihr Bein kaputt ist?“ Ich schluckte. Ertappt! „Ich hatte keine Ahnung...“ antwortete ich unsicher. „Ich weiß nicht mal was mit dem Bein ist.“ - „Oh, ich schon.“ sie lächelte. „Ich weiß auch wie Sie hier her gekommen sind. Aber ich hätte es lieber, wenn Sie sich selbst daran erinnern würden.“ Die Situation wurde zunehmend unangenehmer für mich. „Interessant, dass Sie scheinbar mehr über mich wissen als ich.“ - „Nicht mehr über Sie, aber mehr über die letzten Stunden, bevor sie hier aufgewacht sind.“ korrigierte sie mich sofort. „Nagut, ruhen Sie sich aus. Ich schicke Ihnen jetzt einen Arzt, nicht dass da noch mehr kaputt gegangen ist.“ sie schielte zu meinem Bein. „Bis morgen. Vielleicht schau ich auch heute Abend nochmal kurz rein um Gute Nacht zu sagen.“ scherzte sie und verließ das Zimmer.

      Am Abend kam Miss Robertson tatsächlich noch einmal rein, davon bekam ich allerdings herzlich wenig mit, da ich bereits schlief. Der nächste Tag begann, indem man mich unwirsch aus einem Traum riss. „Mr. Crowley. Gut, da sind Sie ja. Sie haben im Traum gesprochen, erinnern Sie sich daran?“ Ich war vollkommen außer Atem, nass geschwitzt und absolut verwirrt. Miss Roberston saß vor mir, hellwach, mit einer Tasse Kaffee in der linken, ihrem Klemmbrett in der rechten Hand. „Ich, ehm... nein.“ Ich runzelte die Stirn. „Gut beruhigen Sie sich erstmal.“ Sie beobachtete wie sich mein Brustkorb in viel zu schnellem Tempo hob und sank. Ein paar Minuten Ruhe gönnte sie mir, bis sie mich wieder ansprach. „Erinnern Sie sich jetzt?“ Sie wirkte wesentlich professioneller heute. „Ich bin mir nicht sicher.“ gab ich zu und wühlte in meinen Gedanken. Ich war absolut verwirrt. Wie spät war es eigentlich? Ich suchte verzweifelt nach einer Uhr, doch es hing keine in diesem Raum. „Ich weiß, dass ich nach dem Turnier am Mittwoch nach Hause kam und dass am Samstag, an dem ich hier aufgewacht bin, ein weiteres anstand.“ - „Soso... erinnern Sie sich auch an Details vom Samstag?“ Sie sah nur beiläufig zu mir. Sie war so abweisend. Und wie ich mich erinnerte. „Ja...“ Noch bevor Miss Robertson weiter stochern konnte, erzählte ich von mir aus wie diese Details aussahen. „Wir waren im letzten Drittel der Strecke. Mit wir meine ich mein Pferd und mich. Es war komplett verregnet, wir waren beide bis auf die Haut durchnässt. Bei so einem Turnier keine Seltenheit, das waren wir gewohnt. Dennoch... So erfahren wir auch beide waren, bei einem Wasserhindernis, wo wir von einem kleinen Abhang in Gewässer springen mussten, rutschte mein Pferd beim Absprung ab. Ich erinnere mich noch, dass ich mit einem Fuß im Steigbügel hängen geblieben bin... Weiter weiß ich nicht.“ Die Psychologin nickte anerkennend. „Mehr können Sie nicht wissen, weil sie bewusstlos wurden.“ Mein Magen zog sich zusammen. Was war mit Lamperd passiert? „Wissen Sie ob mein Pferd okay ist?“ fragte ich hoffnungsvoll, doch die Frau schüttelte entschuldigend den Kopf. „Aber vielleicht können Ihnen Ihre Verwandten da weiterhelfen, die dürfen Sie ab heute Nachmittag besuchen.“ Freude mischte sich in das mulmige Gefühl.
      „Gut, wir haben denke ich heute eine Menge erreicht, heute Abend sehe ich nochmal vorbei.“

      Am Nachmittag kamen wie versprochen meine Eltern vorbei. Mit Lamperd war soweit alles in Ordnung, sie hatten aber zur Vorsicht einen Tierarzttermin vereinbart. Selbstverständlich fragte ich auch nach den anderen Schützlingen und hörte nun zum ersten Mal etwas von „den“ Fohlen. Dabei habe ich nur eines im Kopf. Außerdem kam das Gespräch auf Catalina, meine Exfreundin. Ich gab es vor meinen Eltern nicht zu, aber ich hatte keine Ahnung von wem sie da sprachen. Nachdem die beiden wieder weg waren kam jemand und brachte mir ein paar Krücken, damit ich aufstehen konnte. Nach ein paar Übungsschritten, war ich recht sicher unterwegs. Krücken kannte ich schon aus früheren Verletzungen. Miss Robertson fing mich abends vor der Türe ab, wo ich gerade rauchte. „Hier stecken Sie!“ Sie sah mich mit einer Mischung aus Erleichterung und Empörung an. Wie schaffte sie das? Ich stieß einen Schwall Rauch aus und steckte die Zigarette aus. „Schon so spät?“ fragte ich, während ich die angelehnte rechte Krücke wieder in die Hand nahm. Miss Robertson nickte. „Wir können ja etwas spazieren gehen, wenns Ihnen nichts ausmacht?“ Sie schielte auf mein kaputtes Bein. „Gerne.“ gab ich zurück und wir schlenderten langsam in Richtung Krankenhauspark. „Und wie geht es ihrem Pferd?“ - „Gut soweit.“ - „Das ist schön.“ Eine lange Pause des Schweigens trat ein. Wie konnte ich am besten ansprechen, dass ich mich nicht an meine Exfreundin erinnerte? Nicht an sie und nicht an alles was mit ihr zusammenhing? „Was bedrückt Sie?“ - „Wie?“ - „Na hören Sie, ich bin Psychologin, ich merke wenn jemand über etwas grübelt.“ Sie lachte leise und bugsierte mich zur nächsten Bank, wo wir uns setzten. „Mhm... Da... Meine Eltern haben heute Nachmittag eine Frau erwähnt, meine Ex-Freundin...“ - „Ja?“ sie wirkte verwirrt. Konnte sie mir noch folgen oder war das jetzt schon zu kompliziert? Einen Moment zögerte ich, dann fuhr ich fort. „Ich erinnere mich nicht an sie... auch nicht an sämtliche Ereignisse die mit ihr in Verbindung stehen. Es ist mir alles fremd. Klingt das irgendwie logisch?“ Nun war es an Miss Robertson zu grübeln. „Es wäre da natürlich gut mehr über Sie und Ihre Freundin zu wissen.“ - „Ex...“ korrigierte ich. „Und für mehr Infos sind Sie bei mir im Moment falsch...“ ich lachte. Das ganze war so verrückt. Wie konnte man denn eine ganze Person einfach vergessen? „Wäre es möglich ihre Ex-Freundin herzubestellen?“ Ich schüttelte den Kopf. „Sie ist vor Kurzem gestorben.“ Ihre Augen weiteten sich, als hätte sie gerade den Einfall ihres Lebens. „Das wäre möglicherweise eine Erklärung.“ - „Ach ja?“ - „Traumatische Erlebnisse werden manchmal verdrängt.“ - „Aber wieso erst nach dem Unfall?“ Ich war verwirrt. „Weil sie sonst daran kaputt gegangen wären... Ich werde morgen mit ihren Eltern sprechen, wenn Ihnen das recht ist?“ Ich nickte. „Gut, dann belassen wir es für heute dabei.“ Wir standen auf und gingen gemeinsam zurück ins Krankenhaus, wo sich unsere Wege schließlich trennten.
      Die nächsten Tage waren für Miss Robertson sehr aufschlussreich. Sie wusste jetzt wo sie anpacken musste. Mein Erinnerung kam dennoch nicht zurück. Sie riet mir nicht in Panik zu geraten, das würde nach und nach kommen, wenn ich wieder nach Hause käme. Erstmal wurde ich in Reha geschickt, wo ich die nächsten vier Wochen verblieb. Erst danach kehrte ich nach Hause.

      „Oh mein Baby!“ meine Mutter schloss mich wie immer, wenn ich lange weg war oder etwas passiert war in ihren Arm. Dieses mal wehrte ich mich nicht dagegen. Zum einen weil sich das auf Krücken schwer gestaltete und zum anderen, weil doch ganz gut tat. „Miss Robertson hat gesagt sie möchte versuchen mindestens jeden zweiten Tag einmal herzukommen, damit du nicht in die Tagesklinik musst. Sie denkt das wäre hilfreicher für dich in deiner gewohnten Umgebung.“ Ich nickte und lächelte. „Ja, das hat sie mit mir abgesprochen. Alles okay.“ Mein Vater schleppte nach der Begrüßung meine Tasche ins Haus. „Willst du was essen?“ Das änderte sich wohl nie. Ich lachte. „Nein, danke. Ich geh in den Stall.“ Ich wollte sehen ob das meinem Kopf auf die Sprünge half. Zu meinem Entsetzen fand ich hier einige Pferde, die mir nichts sagten. „Haben wir Einstaller bekommen?“ Fragte ich Gine verwirrt, da sie gerade mit CHH' Lamperd auf der Stallgasse stand. Sie schüttelte besorgt den Kopf. „Aber erstmal 'Hi'. Schön dich wieder zu sehen.“ Den Striegel noch in der Hand kam sie auf mich zu und umarmte mich kurz. Sie wirkte furchtbar besorgt. „Alles okay?“ fragte ich schließlich, wer weiß was ich noch vergessen hatte. Ich wollte keinesfalls grob wirken, indem ich meine Mitarbeiter ignorierte. Sie schüttelte bedächtlich den Kopf, eine Träne rollte über ihre Wange. „Was ist denn passiert?“ ich lehnte die Krücken an die Boxentüre und öffnete die Arme um sie zu halten. Kaum hatte sich sie eingeschlossen fing sie an zu schlurchzen. „Hey...“ Behutsam strich ich über ihren Hinterkopf. Dann löste sie sich aus der Umarmung und sah mir mit feuchten Augen an. „Du erinnerst dich wirklich an Nichts?“ fragte sie. „Nun, 'Nichts' ist ein hartes Wort. Ich kenne Lamperd da hinten, ich kenne dich... Slap Happy und Samson sind mir auch ein Begriff und von Slap Happy's Fohlen weiß ich auch noch.“ - „Welches?“ - „Na den braunen Hengst.“ Verdutzt starrte sie mich an. „Moment, du erinnerst dich an Raving Hope Slayer, aber nicht an Bearing Spots und Accomplishment? Wie geht das, die beiden waren vor dem Hengst da.“ Was fragte sie mich das... „An wen erinnerst du dich noch?“ Sie zog mich ein Stück durch die Stallgasse. „Was ist mit dem hier?“ Ihr Blick fiel auf einen braun gescheckten Araber. „Keine Ahnung.“ - „Das ist Majd. Du hast ihn von Catalina bekommen. Genauso wie Eismärchen, Arcany und Pendragon. Arcany ist übrigens die Mutter von Accomplishment.“ - „Mhm...“ Ich hatte längst den Faden verloren. „Den nächsten kenn ich. Das ist PFS' Heart of Ocean.“ Zufrieden grinste ich, während Gine lachte. „Und ich hatte noch zwei Stuten dazu. Iceflower und Princess Sansa.“ Sie nickte anerkennend. „Die beiden sind übrigens bald bereit für ihre Zuchtzulassung, du kannst dir schon mal was überlegen für die jeweilige Kür.“ Sie warf das so nebensächlich rein. Das war doch großartig! Und es würde mich die nächsten Tage etwas ablenken von meinen eigentlichen Problemen. „RAY!“ Hätte mein kaputtes Bein mich schon richtig getragen, hätte ich mich aus Gine's Unterstützung gerissen und wäre zur Box meines zweiten Vollbluthengstes gelaufen. „Ah, den kennst du auch noch, eh?“ Sie grinste und rieb sich mit einer Hand über die noch immer etwas feuchten Augen. „Bear Totem's Denali ha-“ - „Denali kenn ich noch.“ - „Ja, sie ist die Mutter von Bearing Spots. Das zweite fohlen an das du dich nicht erinnerst.“ Wieder brummte ich. „Wo stehen die Stuten?“ - „Sie sind draußen. Komm.“ Gemeinsam schlenderten wir zu den Weiden, wo ich auch Missy und Moulan wieder erkannte, wenn auch nur nach reichlich Überlegungszeit. „Zwei sehr expressionistische Scheckungen.“ fiel mir auf. „Ja, die helle ist Bearing Spots und die Braune ist PFS' Savory Blossom. Sie sind Halbgeschwister.“ Das erklärte die Ähnlichkeit. „Hast du Hunger?“ fragte ich Gine schließlich. Als sie nickte gingen wir ins Haus, sammelten auf der Stallgasse meine Krücken ein und aßen etwas. Meine Mutter freute sich, dass ich mich doch entschlossen hatte noch etwas zu essen, obwohl ich voll war. Es hätte sie gekränkt, wenn ich ohne ihr Essen schlafen gegangen wäre. Die nächste Zeit würde es viel zu regeln geben. Erst am nächsten Morgen begriff ich wie hart es für mich war so viele für mich fremde Pferde im Stall stehen zu haben. Einige davon gehörten noch Catalina und mussten verkauft werden.
      17.893 Zeichen

      13. Juni 2016
      Hufschmiedbericht
      Iceflower & Princess Sansa

      Der Tag begann wieder regnerisch, aber das sollte mich nicht von meiner Arbeit abhalten. Dieses Mal war ich auf Bear Brook EC unterwegs, da Hunter mir bei der Auswahl des Hengstes für meine Barockpintostute geholfen hat und ich ihm als Überraschung einen Gutschein für zwei seiner Pferde übergeben hatte.

      Der Tag kam schneller als geplant und so fuhren mein Azubi Smetti und ich zu dem Gestüt. Die beiden Pferde, die heute eine Maniküre bekommen sollten, waren beides Deutsche Reitponystuten namens Iceflower und Princess Sansa. In dieser Reihenfolge machte ich mich auch an die Sache ran. Die erste von beiden war Iceflower, ein wahrer Hingucker mit ihrer Farbe und ihrer Ausstrahlung, doch sollte ich ihr nur die Hufe kürzen und sie nicht begaffen und besabbern. Ja gut, noch tat ich es nicht, aber ich war kurz davor. Ihre Hufe waren ein wenig länger, was die Prozedur verlängerte, aber da sie ganz toll mitarbeitete war das kein Problem. Einen Huf nach dem anderen kürzte ich und raspelte diese dann auf eine gute Länge. Auch das Feilen machte die junge Stute anständig mit und ich lobte sie als sie fertig war. Sie hatte toll mitgearbeitet und sich von ihrer besten Seite gezeigt, auch beim Vorlaufen.

      Die nächste war die Smokey Black Stute Princess Sansa, ihre Naivität sah man ihr schon fast an, doch trotzdem war sie sehr liebenswürdig und vertraute mir bei meiner Arbeit wohl mehr als ich mir selber. Auch hier musste ich die Hufe nur kürzen, obwohl sie gar nicht soo lang waren. Ich schnitt auch hier zuerst die Hufe aus und machte besonders beim Strahl vorsichtiger, da dieser bei ihr sehr empfindlich zu sein schien. Das Raspeln verlief auch hier eher unproblematisch als das sie sich sträubte und mich meine Arbeit nicht machen ließ. Ebenfalls ließ sie sich brav die Hufe in Form feilen und auch hier musste nichts dokumentiert werden, ihre Hufe und ihr Gangwerk waren top.
      von Sosox3


      [​IMG]
      4. August 2016
      Großer Komplettcheckup | 4338 Zeichen | © BellaS

      Mein erster Auftrag, seit ich meinen Beruf als Tierärztin wieder aufgenommen hatte. Auf Rømø gab es in diesem Berufsfeld nämlich nicht regelmäßig etwas zu tun und so hatte ich mich darauf verlegt, mit meiner mobilen Tierarztpraxis überall zu arbeiten. Ich parkte meinen Wagen, meine mobile Praxis und sah mich suchend um. Hunter Crowley erwartete mich bereits und machte es mir damit einfach. Ein Komplettcheckup war angesagt und so begrüßte ich ihn schnell und ließ mir die Papiere der Stute geben um direkt herauszufinden, wie es mit Wurmkur, Impfungen und dem Chip stand. Nach alten Verletzungen oder Krankheiten müsste ich nachher einfach fragen. Während Hunter seine Stute aus der Box holte und in der Stallgasse anband, bereitete ich schon einmal Wurmkur und Impfstoff vor, um diese nachher einfach zur Hand zu haben.
      Princess Sansa war ein deutsches Reitpony und die Stute, um die es heute ging. Kaum trat ich an sie heram, begann sie mich interessiert abzuschnuppern. Schließlich gab sie sich mit dem ersten Eindruck von mir zufrieden und ich begann sie am ganzen Körper abzutasten um eventuelle Knoten oder Schwellungen zu bemerken. Wie erwartet fand ich nichts dergleichen, der Normalzustand. Mit dem Stethoskop horchte ich sie ab. Der Puls lag bei 34 Schlägen pro Minute, die Atemfrequenz bei 14 Atemzügen. Völlig normale Herz- und Lungentätigkeit. Ich tauschte das Stethoskop gegen ein Fieberthermometer. 37,9 °C waren eine völlig normale Körpertemperatur. Jetzt fehlte noch das Chippen, impfen und Blut abnehmen für das Blutbild. Auch die Zähne sollte ich kontrollieren. Für eine richtige Zahnkontrolle hätte ich die Stute sedieren müssen, doch das vertrug sich nicht mit dem Impfstoff und verfälschte die Ergebnisse des Blutbildes, daher verzichtete ich darauf und nutze nur die Maulsperre. Zum Glück half Hunter mir, denn Princess Sansa machte in Angesicht dieses Hilfsmittels ihrem Namen alle Ehre und führte sich auf. Nach fünf Minuten Überredungskunst konnte ich endlich einen Blick ins Maul der Stute werfen. Die Zähne waren soweit in Ordnung. Wäre die Stute sediert, hätte ich jetzt noch die Kanten an den Zähnen abgeschliffen, doch heute musste die Kontrolle ausreichen. Die nächsten Maßnahmen würden schon unangenehm genug werden. Ich öffnete die Verpackung einer sterilen Spritze, zog die Plastikkappe von der Nadel und desinfizierte die Stelle am Hals, die Drosselvene, an der ich gleich zum Blut abnehmen einstechen würde. Ich drückte mit dem Daumen dagegen und massierte die Stelle am Hals kurz, während ich mit ruhiger Stimme auf Sansa einsprach. Trotzdem quittierte sie den Stich mit schnappen. Das Blut würde ich zu Hause im Labor analysieren und Hunter die Ergebnisse in den nächsten Tagen mitteilen. Die Einstichstelle wurde auch noch einmal kurz massiert und ich drückte etwas Mull darauf, um eventuell austretendes Blut zu stoppen. Trotz des Schnappens gab es ein Stücken Möhre, die jedoch auch nicht maßgeblich zur Besänftigung der kleinen Prinzessin beitragen konnte. Als ich als nächstes mit der Spritze für den Chip und dem Impfcocktail ankam, war Sansa schon reichlich misstrauisch. Die Impfung nahm sie jedoch hin, da sie sie kaum spürte. „In den nächsten Tagen sollte sie geschont werden. Eine Impfung enthält zwar abgeschwächte Erreger, doch ihr Immunsystem hat auch damit genug zu tun. Zusätzliche Belastung durch anstrengendes Training ist da nicht förderlich.“ „Klar.“ Hunter grinste mich an. „Was kommt jetzt noch?“ „Chip und Wurmkur, aber Madame hat schon gesundes Misstrauen gegen mich entwickelt.“ Also hielt er seine Stute fest und hinderte sie an der erneuten Zurschaustellung ihrer Zähne, während ich den Chip in das Fettgewebe an ihrem Hals injizierte. Als ich mit dem Lesegerät über die Stelle fuhr, zeigte es mir die Nummer an. Ich trug „826021858356824“ als Transponder-Nummer in ihren Equidenpass ein. Dabei stand 826 für England, bzw. Großbritanien und 02 für die Tierart, in diesem Fall Pferd. Die restlichen zehn Stellen waren nun Princess Sansas persönliche Erkennungsziffer. Die Wurmkur verabreichte Hunter seiner Stute noch selbst, während ich bereits zusammen packte. Ich aktualisierte sämtliche Daten im Equidenpass und bedankte mich für die mithilfe, ehe ich mich verabschiedete und auf den Heimweg machte. Eine Kontrolle bei einem gesunden Pferd war immer am angenehmstem.

      Der Giftanschlag
      08. September 2016 | Elsaria

      Seit einigen monaten hatten wir einen komischen Nachbarn, der irgendwie nie gut auf uns zu sprechen war. Wir wussten nicht warum. „ joicy? Schwarzgold sieht komisch aus!“ hörte ich meine neue mitarbeiterin Kate mir sagen. Ich ließ alles liegen und rannte in den Stall. Mein Rapphengst war gerade dabei für die körung vorzubereiten das er jetzt krank werden würde, passte so gar nicht in unser Zeitplan. Ich erreichte Schwarzgold´s Box und da lag er schon nassgeschwitzt im stroh. „ holt den Tierarzt!“ schrie ich und in die Box. Ich versuchte meinen Rapphengsten wieder auf die beine zu kriegen. „ komm schon du schaffst das!“ munterte ich ihn mit zittriger stimme auf. Es stand fest das jemand ihn vergiftet hatte, den Schwarzgold, lief derzeit sehr gut im synchronspringen und desshalb stand er in der Box und wurde per hand zum graß geführt. Schwarzgold war einer meiner hoffnungsträger der werdenden Trakehnerzucht die ich mir mühsahm aufbaue. Inzwischen hatte ich bereits 2 Deckhengste und 1 Zuchtstute. Wobei Donnerschall nur noch 2 Jahre Deckzeit hatte bevor ich ihn in Rente schicken werde. Der Alte Hengst hatte dies wohl gut verdient, jedoch müssten die anderen hengste schon geköhrt sein, und dieser Giftanschlag schlug uns wieder einen meilenstein zurück. „Kate ruf den tierarzt an!“ rief ich. Ich wartete im Stroh auf den tierarzt. Von der box aus wies ich meinen Mitarbeitern an,die arbeiten zu erledigen. „Kate heute kommen noch 2 Neuankömmlinge an, um du dich dann kümmerst, davor, bringt ihr die fohlen auf die weide, dann kümmerst du dich um die Stuten, skadi, Petit Jayaprada, Shari, Scada Schlumpfine.. Somit war kates aufgaben gesagt. Elena sollte sich um Tayla.Dream of Linnea,celabration of Dance, mystical star kümmern. John sollte sich um die hengste widmen, donnerschall, connery, Sir outlaw der seit kurzem wieder hier war,und golden jam kümmern. Bolonya joleen würde ich mich nach dem tierarzt kümmern. Nun herrschte ein reges treiben auf meinem hof, Es wurden die Pferde nach einander aus den Boxen geholt und gearbeitet. „ Der Tierarzt kommt so schnell wie möglich!“ rief kate mir zu. Ich versuchte meinen Hengsten mit stroh zu trocknen. Es gingen ewigkeiten bis der Tierarzt endlich da war. Nun musste ich ihn arbeiten lassen und hoffte auf das beste.
      Der Tierarzt war gerade vom Hof abgefahren und ließ mich noch im dunkeln. Nun schaute ich mich um und sah das bereits alle Pferde gemacht worden waren nun konnte ich zu Bolonya Joleen. Die Rappstute mit blauen augen, hat es fast dick hinter den ohren, aber ich liebte die Stute. Ich striegelte die stute, die heute außnahmsweiße mal ruhig da stand. Ich legte dann den Sattel auf und trenste sie . Dann longierte ich die stute ab. Und schwang mich in den Sattel. Heute würde ich nur leichte arbeit machen, den meine Gedanken waren nun wirklich nicht bei ihr sondern bei Schwarzgold.
      Nachdem ich mit der Stute fertig war, ging ich ins haupthaus in der hoffnung das mein Tierarzt sich meldete.
    • sadasha
      Aktuelle Pflege
      12. Januar 2017
      Pflege aller Pferde von Elsaria
      Celebration of Dance, Iceflower, Princess Sansa, Schlumpfine, Dream of Linnea, Skadi, Belijana, Bifröst, Sacre Fleur, Jinx, Bolonya Joleen, Mystical Star, PetiteJayaprada, Horik, Lindwedel, Schwarzgold, Golden Jam, Sir Outlaw, Donnerschall, Connery

      Es war mal wieder an der Zeit Fleur einen Besuch abzustatten. Die Schwangere war noch immer ein wenig überfordert mit der Situation und zur Zeit fielen auch noch ein paar ihrer Mitarbeit wegen Krankheit aus. Für mich war es daher selbstverständlich ihr auszuhelfen. Gut einen Tag dauerte die Reise von England nach Deutschland, mit zwei großzügigen Pausen dazwischen.
      Voller Freude empfing mich meine Freundin. „Danke, dass du gekommen bist!“ ein wenig überschwänglich umarmte sie mich und schob mir dabei ihre Babykugel in den Bauch. Behutsam drückte ich sie von mir weg. „Das ist doch klar. Wie geht es dir denn?“ - „Im Moment ganz gut, meinst du du könntest damit anfangen die Hengste zu misten und auf die Weide zu bringen? Die kriegen langsam Langeweile...“ besorgt sah sie zu den Stallungen aus denen das muntere Gewieher und Klopfen der Pferde zu hören war. „Darf ich mich vorher irgendwo ablegen?“ Ich hob meine Tasche von der Schulter auf den Boden und streckte mich einmal komplett durch. So lange zu sitzen tut einfach niemandem gut.
      Nach einer viertelstunde Regenerationszeit stand ich halbwegs wach im Hengststall und brachte Horik, Lindwedel, Schwarzgold, Golden Jam, Sir Outlaw, Donnerschall und Connery nacheinander auf ihre Weiden, damit ich mit dem Misten anfangen konnte. Je länger ich arbeitete, umso müder wurde ich. Irgendwann kam jedoch die Routine zurück und ließ mich wie von alleine die Abläufe abarbeiten. Das verleitete mich dazu die Schubkarre ständig in die falsche Richtung zu fahren, bis ich merkte dass ich ja in Deutschland war und nicht auf meinem eigenen Hof. Nachdem die Hengste soweit wieder sauber standen machte ich bei den Stuten und Fohlen weiter. Celebration of Dance, Iceflower, Princess Sansa, Schlumpfine, Dream of Linnea, Skadi, Belijana, Bifröst, Sacre Fleur, Jinx, Bolonya Joleen, Mystical Star und PetiteJayaprada waren bereits gefüttert und standen glücklich und zufrieden im Herdenverband auf einer Weide. Als ich den Stall betrat sah ich endlich einen Mitarbeiter und grüßte ihn freudig. „Hey! Die Seite hab ich schon fertig, ich geh jetzt rüber zu den Hengsten -“ - „Die sind schon gemistet und stehen auf ihren Weiden.“ warf ich ein. „Gut, dann mach ich mit der Bewegung weiter.“ Wir nickten uns gegenseitig ab und liefen dann zu unserer Aufgabe. Als auch hier alle Boxen frisch gemistet und neu eingestreut waren kümmerte ich mich wieder um Fleur. Sie saß in ihrem Büro und brütete über einigen Papieren. Bemüht leise setzte ich mich neben sie. „Kann ich helfen?“ - „Du stinkst.“ Verwirrt sah ich sie an. „Ich hab deine Boxen gemistet, was erwartest du?“ - „Geh dich duschen.“ - „Yes, Madame.“ Ich salutierte ihr und machte dann auf dem Absatz kehrt und genoß die Dusche, die mich endlich weckte. Erfrischt und mit zwei Tassen Kaffee in der Hand kam ich zurück ins Büro und half Fleur endlich bei ihrem Papierkram. Erst als wir beide hungrig waren verließen wir den Raum und ließen den Abend mit Pizza und Fernsehen ausklingen.


      Pflege
      09. Feburar 2017 | von Elsaria

      Seit einigen Tagen hatte ich meine Tochter Lucie geboren, destotroz musste ich weiter arbeiten, den ich war selbstständig und die Pferde wollten versogt werden. Nachdem ich Lucie gestillt hatte machte ich auf den weg in den stall heute musste ich die pferde selbst bewegen da mein Team heute mal frei bekommen hatte. Ich fing zuerst mit den ponys und Privatpferde an. Iceflower die scheckstute war eine geköhrte Drp stute heute wollte ich sie nur etwas longieren. Iceflower arbeitete sehr gut mit, sie wurde lockerer Nachdem ich ice wieder versorgt hatte holte ich Princess Sansa mit ihr wollte ich etwas im gelände rumdümpeln. Ich striegelte die junge stute über sattelte sie auf und trenste sie auf. Kate passte in der zwischenzeit auf lucie auf und ich ritt vom hof. Die kurze zeit wo ich alleine sein konnte genoss ich sehr. Nach einer halben stunde kehrte ich vom Ausritt zurück nachdem ich sansa wieder in die box gestellt hatte holte ich linea heraus die stute hatte bald einen umzug. Ich striegelte die falbstute und brachte sie auf die weide, heute durfte sie sich selbst die beine vertreten, Dann ging ich in den Trakehnerstall. Ich kontrollierte die Stuten die tragend waren wann ungefähr soweit sein würde. Fix the Flame war die Stute eines Freundes, die ich ausgeliehen hatte und die zeit wo sie tragend und das fohlen bei fuß hatte bei mir auf dem hof lebte. Die Fuchsstute versprach tolles Fohlen. Ich fing zuerst mit Mystical Star an. Ihr bauch war dick, wie ein wal, aber sie hatte noch nicht genug aufgeäutert, ein zeichen das sie noch nicht soweit war, also durfte sie auf die weide. Als nächstes kam meine Gaststute Fix the Fame, sie war von meinem Hengst Connery tragend, da könnte es heute nacht so weit sein könnte trozdem durfte sie heute noch auf die weide. Nun ging ich zu Bolonya Joleen, die Rappstute stand in ihrer box. Und wartete auf ihre entlassung zur weide sie kommt mit Petit Jayaprada und Jinx zusammen auf die weide, danach brachte ich noch die Hengste auf die entfernteste weide die mein hof zu bieten hatte. Connery stand zusammen mit Schwarzgold und Golden Jam sollte zusammen mit meinem neuen Trakehnerhengst Orpheo auf die weide. Donnerschall und Sir Outlaw waren als letzter an der reihe.

      Training
      ~17.11.2015~
      Fahrtraining E-A

      Bevor ich mit Golden Samurai, Pearl und First von Rothen zu Catalina fuhr...

      "Ty würdest du mal bitte kommen ?", rief ich über meine Schulter hinweg - in der Hoffnung das Ty mich hören konnte. Ty, welcher sich in der Futterkammer befand, war mit seinen eigenen Kram beschäftigt und konnte mich somit nicht hören. Ich seufzte, drehte mich um, um schließlich nach Ty zu suchen. "Tyy!", rief ich durch den Stall - "Amy ? Was ist ?", er wirkte überrascht. "Hast du dich um die Boxen gekümmert ?", heute sollten drei Trainingspferde ankommen, welche für die nächste Kür fit gemacht werden sollten. "Ich habe die Boxen ausgemistet und war gerade dabei das Futter zu holen". Ich gab ihm einen Kuss, als Zeichen meiner Dankbarkeit. "Wir müssen echt mal jemanden finden der deine Arbeit übernimmt. Sonst bleibt uns ja niemals etwas Zeit für uns beide" er lächelte müde.

      Auf dem Hof hörte man bereits einen größeren Transporter einfahren. Es waren Jill K. Facer und Hunter Crowley. Als Hunter vor den Ställen anhielt, half er seiner Cousine aus dem Auto. Die knapp 30 jährige wunk mir zu, was mein Herz einen Satz höher schlugen ließ. Ich kannte die beiden noch nicht persönlich, bis jetzt hatten wir uns lediglich über emails ausgetauscht. Von daher war ich um so aufgeregter die Beiden endlich zu sehen. Jill war mir schon auf Anhieb sympathisch - sie war eine der wenigen, die trotz meines jungen Alters nicht an meiner Arbeit zweifelte. "Huhu Jiiill!" rief ich laut und strahlte über beide Ohren. Ich reichte ihr die Hand und stellte mich vor "Amy Fleming, am besten bringen wir erst einmal die Pferde unter, danach kann ich dich ja mal Rum führen. " - "na da sag ich doch nicht nein", antwortete Jill. Ty half Hunter und nahm Iceflower und Denila ab, während Hunter Princess Samsa führte. Schnell stellte sich heraus, welche von den drei Pferden am schwierigsten zu händeln sein würde. Princess hob den Kopf, blähte die Nüstern weit auf und gab schrilles Wiehern vom sich. Dabei weigerte sie sich abrupt nur einen Schritt weiter zu gehen. Ich wartete ab und beobachtete Hunter, in der Hoffnung zu sehen, wie man in einer solchen Situation mit Princess umgehen sollte. Hunter versetzte ihr einen klaps mit dem Strick und zuppelte in kurzen Abständen daran um die Stute aufzufordern weiterzugehen. Und tatsächlich, Princess machte einen großen Schritt nach vorn. Ich ging voraus und zeigte den Gästen die zukünftigen Boxen ihrer Pferde. "Wir besitzen einen eigenen Stall für Trainingspferde, die Boxen sind schon frisch zurecht gemacht. Die Weide für die Trainingspferde befindet sich auch hinter dem Stall." stolz deutete ich mit meiner Hand auf die geräumigen Holzboxen. "Sehr rustikal ", sagte Hunter schmunzelnd. "Aber nun gut", ich öffnete die Boxentür und beobachtete Hunter dabei, wie er Princess in die Box verfrachtete. Währenddessen führte Ty Iceflower und Denila in ihre eigenen Boxen. "Nun, die drei sollten sich für heute erst einmal ausruhen. Wenn ihr mich begleiten würdet", ich führte die beiden in unser kleines Farmhaus und machte ihnen am Esstisch platz. Lou reichte ihnen die Hand, ihre braunen Augen strahlten richtig vor Freude. "Wollt ihr Tee oder Kaffee trinken ?", fragte Lou durch den Raum. Ty meldete sich natürlich als erstes, "Ich nehm einen Kaffee, Jack möchte glaube ich auch.", grummelnd bestätigte Jack, dass Ty richtig lag. Schließlich meldete sich Hunter zu Wort. "Ich probiere heute mal einen Tee, Jill hätte auch gerne einen". Ich setzte mich zu ihnen am Tisch und ging den Trainingsvertrag durch. "Hier bitte einmal unterschreiben.... und dort bräuchte ich auch noch mal deine Unterschrift, danke !". Wenige Minuten später reichte uns Lou einen Rooibus-Tee. Meine Lieblingssorte. Gemütlich plauderten wir noch eine Weile, ehe Jill und Hunter wieder abreisten.
      "Macht es gut! Bis demnächst!", rief ich den beiden zu. "Siehst du Ty, hat doch zeitlich perfekt gepasst", sagte ich erleichtert. Kurz darauf traf auch schon Adriana van Helsing ein, sie war unsere Stammtierärztin und versorgte die Haflinger fast monatlich. Letztens hatte ich mit Adriana über Sir Outlaw gesprochen. Ein fuchsiger Trakehner Hengst. Adriana war am verzweifeln, weil er manchmal echt ein Sturkopf sein konnte, dabei musste er doch für die Zucht fertig gemacht werden. Also erklärte ich mich bereit ihn zu trainieren, gegen ein wenig Hilfe auf Heartland. Adriana willigte ein und war nun auf den Weg mit Sir Outlaw. Ich begrüßte die Tierärztin freudig, nahm ihr den Hengst ab und führte ihn - wenn auch mit Schwierigkeiten, in die frisch gemacht Box. Im Trainingstall blickte Iceflower ihn neugierig an, ein Hengst sieht man schließlich nicht alle Tage. Damit Adriana den weiten Weg nicht umsonst gefahren ist, kümmerte sie sich noch um Sunshine Shadow, Bonito, Calla, Nachtigall, Small Joker, Samie, Money in a Bank, Nimué, Meike und Mrs. Pretty. Leider mussten wir feststellen, dass Bonito bereits den grauen Star entwickelte, aber irgendwann musste es ja dazu kommen. Da wir heute noch zu Catalina fahren, bzw. teilweise fliegen wollten. Würde es eine lange Reise werden, weshalb wir wahrscheinlich erst morgen ankommen würden. Also machten wir uns jetzt schon auf den Weg und verabschiedeten uns von Adriana, welche noch ihren Sachen packte. Lou würde noch ein Weilchen mit ihr reden ehe sie sie gehen lassen würde.
      Ty verlud nur noch die drei Pferde in den großen Transporter und setzte sich schließlich an das Steuer.

      Nachdem wir bei Catalina waren....


      Nachdem ich mich von Catalina, Dani und Oscar verabschiedet hatte und mit Ty vom Hof fuhr, überkam mich glatt ein wenig 'Heimweh' - aber nicht nach Heartland, nein ganz im Gegenteil. Die letzten Tage waren wirklich aufregend und vor allem erholend. "Hast ja komische Freunde Amy", sagte Chase in einem scharfen Ton und grinste schelmisch, als hätte er gerade einen guten Witz gemacht. Soraya blickte ihn mit großen Augen an, aber auch ich drehte mich über den Beifahrersitz hinweg um ihn nahezu entgeistert anzublicken. "Sag mal, was ist dein Problem Chase !?", Ty der am Steuer saß versuchte sich zu konzentrieren. Chase blieb kühl und zog seine Brauen hoch, in einem völlig arroganten Ton sagte er bloß "Na, hast du gesehen wie unfreundlich die sind ? Und wirklich berühmt scheinen die ja jetzt auch nicht zu sein". Ich fauchte ihn wütend an "Du tickst wohl nicht richtig !! Catalina ist eine der besten Trainerinnen die ich kenne ! Wenn nicht sogar besser als ich! Hast du dich schon mal angesehen Chase ? Du bist ein egoistisches Arsc...", Soraya wirkte ein wenig aufgelöst, blickte mich flehend an und sprach mir ins Wort "Bitte regt euch ab!", ich konnte ihr Verhalten nachvollziehen, immerhin war Chase ihr Freund. Doch brachte ich es nicht über mein Herz, Soraya die Wahrheit über Chase zu erzählen. Triumphierend grinste Chase mich an, als hätte er gerade im Lotto gewonnen - Soraya zu liebe blieb ich jedoch ruhig. Ty wütete innerlich - seine Gedanken brodelten, was er doch alles am liebsten Chase angetan hätte. Als ich mich umdrehte um den Streit ein Ende zu mache... "VORSICHT REH!", entgeistert schrie ich Ty an, nun erkannten auch meine 'Freunde' auf der Rückbank, dass wir Ty vollkommen abgelenkt hatten.

      Quietschende Autoreifen, eine Vollbremsung, ich duckte mich blitzartig und spürte nur noch wie das gewaltige Tier auf die Kühlerhaube und schließlich in die Windschutzscheibe einschlug. Ich richtete mich in Zeitlupe auf, blinzelte immer noch erschrocken und tastete meinen Körper ab. "Seit ihr alle Ok ?", sagte ich kleinlaut - immer noch geschockt. Soraya schluchzte leise, wurde aber gleich schon von Chase beruhigt. Ty, welcher neben mir saß blutete am Kopf. "Ty ? TY !", das Reh ist durch die Windschutzscheibe geflogen, sodass der Kopf teilweise im Auto hing. Ty saß bewusstlos auf dem Fahrersitz. Ich schnallte ihn schnell ab und kletterte aus der Beifahrertür. Schnell hechtete ich zur Fahrerseite um ihn mir genauer anzusehen. Ich fasste seinen Kopf, suchte nach weiteren Verletzungen - konnte aber beruhigt feststellen, dass es nur eine Schnittwunde am Kopf war, welche durch eine Glasscherbe verursacht wurde. "Soraya ruf bitte einen Krankenwagen an !". Als wäre der Streit von eben vergessen, griff Soraya zu ihrem Handy und wählte die 112.

      Mein Handy klingelte. "Amy, oh Gott sei Dank ist euch nichts passiert !", es war Lou welche außer sich war. "Ich war gerade gelandet und wollte Golden Girl aus dem Hänger holen, als Jack mich anrief, dass ihr im Krankenhaus seit". Lous Stimme nach zu urteilen, hörte sie sich an, als hätte sie einen Marathon hinterlegt. "Alles gut Lou, Ty war nur bewusstlos. Gott sei Dank nichts schlimmes. Es geht ihm wieder besser. Fahr zu Catalina und geb ihr bescheid, dass wir noch mal zurück kommen", antwortete ich in knappen Sätzen, denn der Akku meines Handys schrumpfte auch immer mehr. "Hab dich lieb", sagte ich ihr noch schnell ehe ich auflegte. Ich griff nach meinem Handy, da es noch etwas wichtiges zu erledigen gab. In meiner Kontaktliste wählte ich Jack aus, meinen Großvater. Es dauerte eine Weile bis er dran ging. "Jack Bartlett von der Heartlandfarm" - "Jack ! Du weißt ja was passiert ist, heute schaffen wir es jedenfalls nicht nach Hause. Es ist wichtig, dass die Pferde und vor allem die Trainingspferde versorgt werden. Außerdem müssten Suburb Lights, Faster, Iceflower, Bear Totem's Denali und Princess Sansa trainiert werden. Hmm, ich weiß dass du das nicht kannst Jack... Lou ist auch nicht da... Mallory könnte sich um Suburb und Iceflower kümmern, Bubi habe ich letztens erst eingefahren - da sollte es keine Probleme geben, die Beiden müsste einige Runden an der Kutsche laufen." da kam mir ein Einfall, Dad war ja auf der Rennbahn beschäftigt, also konnte er sich um Faster und Denali kümmern. Schnell teilte ich meine Idee am Handy mit. Jack klang weniger begeistert, was aber daran lag, dass er Tim nicht leiden konnte. Das war mir jedoch egal. "Grandpa das ist wirklich wichtig ! Sag Caleb er soll sich um Princess kümmern, fahren... er ist am erfahrensten, Princess kann nämlich manchmal stur sein. Achja, da wäre noch was! Könntest du Ben anrufen, er sollte Sir Outlaw in Dressur und Amsterdam Girl in Springen trainieren ? Die Stute müsste noch für das nächste Turnier flott gemacht werden und Ben kommt einfach am besten mit sturen Pferden zurecht" - "Ja liebes, jetzt seh lieber zu, dass du eine Bleibe für heute Nacht findest."

      Als Ty einige Stunden später entlassen wurde, fuhren wir nach Cambridge zurück. Der Mietwagen mit dem wir den weiten Weg zurück fuhren, stellte sich als sehr teuer raus, was auch daran lag, dass er einen großen Transporter ziehen musste. Catalina staunte nicht schlecht als wir wieder ankamen, offenbar waren wir etwas schneller als Lou. "Was ist denn mit euch passiert ?", fragte sie lächelnd - "Wildunfall", entgegnete ich knapp. "Lou sollte gleich da sein, sie bringt Golden Girl mit". Nun kam auch Oscar an "Kommt, ich helfe euch beim verladen der Pferde... die müssen bestimmt hungrig und durstig sein....". Drinnen in Catalinas Wohnung saßen wir beisammen und aßen zu Abend, Chase blieb irgendwie außergewöhnlich ruhig. Woher der Sinneswandel ? Als ich gerade meine Nudel in den Mund stopfte, klingelte es an der Tür. "Das ist Lou!", sagte ich etwas lauter und stand auf, voller Freude meine Schwester wieder zu sehen. Ich umarmte sie nachdem ich die Tür öffnete: "Gott sei Dank ist euch nichts passiert", sagte sie noch mal - nach dem Autounfall meiner Mutter, war eben nichts mehr wie es früher einmal war.

      Währenddessen auf Heartland...


      Jack hatte Mallory bescheid gegeben, dass sie sich um Bubi und Iceflower kümmern sollte. Also striegelte sie die beiden Pferde, bevor sie sie an die kleine Kutsche spannte. Sowohl Bubi als auch Fleur waren erfahren genug um zu wissen was sie zu tun hatten. Jack half dem Mädchen beim aufspannen und schlug schließlich vor selber mit zu fahren. Das war wahrscheinlich gar nicht mal so eine schlechte Idee, da Mallory einfach viel (!) zu jung war. Sie hatte zwar Erfahrung im Springreiten, aber gefahren ist sie bis jetzt nicht oft. Jack setzte sich schließlich auf die Kutsche und drückte Mallory die Peitsche in die Hand. "Nun, es ist ganz einfach, du nimmst die Zügel auf und treibst die Pferde erst einmal an." Bubi bemerkte jedoch, neben wem er überhaupt stand. Der kleine Haflingerhengst stellte seine Ohren auf und versuchte die junge Stute zu beschnuppern. Jacks lautes Machtwort jedoch ermahnte ihn, sodass sich der Hengst wieder zu konzentrieren begann. Mallory schwang liebevoll die Peitsche, wodurch die Pferde einen Schritt nach vorne wagten. "Lass uns die gewöhnliche Waldstrecke entlang fahren. Das sollte für ein Pferd mit mittlerem Niveau ausreichen. Das junge Mädchen lenkte die Pferde an den Wegesrand, sollte jemand entgegen kommen. Nach 10 Minuten konnte sie nun rechts in den Wald abbiegen. "Wir sollten später an Tims Rindern vorbeikommen, wir reiten praktisch einen Rundweg". Nachdem die Pferde warm gelaufen waren, trieb Mallory die Beiden ein wenig mehr an. Im Trab flogen sie über den Waldboden hinweg, Bubi und Fleur waren mit Schreckmomenten vertraut, weshalb der 'Ausritt' auch durch den Wald ging und nicht auf dem Reitplatz. Bubi schnaubte angestrengt, aber auch Flower hatte ordentlich zu kämpfen. "Mallory, das machst du sehr gut", Jack wusste wie man einen motivieren konnte, denn das Mädchen strahlte über beide Ohren hinweg. Sie ließ die Pferde einige Minuten lang traben, ehe sie wieder Schritt gehen durften. nach einer halben Stunde hielten sie schließlich an, um den Pferden eine Pause zu gönnen. Jack reichte Mallory ein Sandwich, welches er zuvor eingepackt hatte. Da konnte Mallory nicht nein sagen, sofort griff sie danach und verschlang es gierig. "Mensch Jack! Ich hatte vielleicht einen Hunger ! Du bist meine letzte Rettung", schwärmte sie begeistert. Die Pferde tranken währenddessen aus einem kleinen Bach um sich etwas zu kühlen. Nachdem sich alle ausgeruht hatten ging es schließlich weiter. Es dauerte nicht lange als Mallory an der Rinderwiese entlang fuhr. Bubi blickte die großen, gehörten Rinder mit großen Augen an, er wollte glatt einen Sprung zur Seite machen, doch blieb er stattdessen stehen. War auch gescheiter von ihm. Als er merkte das Iceflower völlig ungeniert nach vorne blickte, trottelte er schließlich weiter neben ihr her. Mallory musste nur noch an Feld und Weiden vorbei, bis sie auf der Heartlandfarm ankam. "Hat doch super geklappt!", lobte Jack sie und half ihr bei den beiden Pferden. Iceflower wurde eingedeckt und schließlich in die Box gestellt. "Morgen früh kann sie wieder auf die Weide".

      Ben, Lisas Neffe stand bereits im Stall und sattelte Sir Outlaw. Er hatte den Hengst absolut unter Kontrolle. Ben war ein sehr erfahrener Reiter, doch Amy war nicht immer mit ihm einer Meinung. Während Lisa mit Jack im Wohnzimmer saß, zu Mittag aß und einen Kaffee trank - ritt Ben den Hengst auf den Platz warm. Jack erzählte ihr von Mallorys ersten 'Fahrstunde' und wie er ihr dabei geholfen hätte. Schade das Amy nicht da war, um die Beiden zu sehen. Da Jack und Lisa sich nur am Wochenende sahen, war es immer etwas besonders. Nachdem Outlaw warm war, trabte Ben im starken Trab auf den Hufschlag. Outlaw jedoch war gar nicht in guter Stimmung, er war ja auch nicht zu Hause. Ben jedoch blieb ungeniert und trieb ihn weiter an, gab ihn einen kleinen Klaps mit der Gerte und blieb im Körper gestreckt. Nun trabte der Hengst in federnden Schritten über den Platz, ritt einen Zirkel, anschließend durch die halbe Bahn und eine kleine Volte. Ben trieb den Hengst energisch an, Outlaw riss den Kopf in die Höhe und schnaubte angestrengt. "Los Junge, stell dich nicht so an!", Ben war wirklich eiskalt wie ein Fisch. Aber sein Pferd Red bewies, dass es ihm trotz seiner Methoden voll und ganz vertraut. Gut es gab Momente wo Amy ihm weiterhelfen musste - aber im großen und ganzen gehorschte ihm Red auf's Wort. Outlaw kam gar nicht erst dazu sich zu wiedersetzen. Also senkte er den Kopf und galoppierte in einem weichen, ruhigen Galopp auf den Zirkel. Nachdem er sich gefangen hatte und Ben die Zügel lockerer lassen konnte, machte er durch die Ecke kehrt und parierte ihn in den Trab. "Eine Traversale kannst du bestimmt noch nicht oder ?", murmelnd testete er alle möglichen Hilfen für die Dressur, aber vergebens - Outlaw wusste echt nicht was Ben von ihm wollte. Also stieg er ab, nahm die Gerte und half dem Pferd. Ben übte die Bewegungen, die Outlaw auszuführen hatte wenn er im Sattel saß. Natürlich musste Outlaw ihn austricksen und wollte glatt ein Reißaus machen. Doch Ben griff schnell nach den Zügeln, trieb ihn zurück und brachte ihn auf seinen Ursprünglichen Platz. "Stell dich nicht so an!", mahnte er den Hengst und arbeitete anschließend an die Traversale weiter. Für das nächste mal sollte man es vom Sattel aus probieren.
      Nach einer halben Stunde Arbeit und einer halben Stunde Training, brachte er Outlaw zurück in die Box und griff sich anschließend Amsterdam Girl. Girly sollte im Springen trainiert werden, Amy hatte die Wochen zuvor mit ihr gearbeitet, also musste Ben nur noch die Hindernisse aufstellen und das machen was er am besten konnte. Wieder ritt er die Stute warm ehe er sie springen ließ. Anschließend taxierte er einfache Trabstangen und begann mit niedrigen Steilsprüngen. Als Girly nun warm genug war, probierte er es mit einem Oxer. Leider hatte sie zu viel Geschwindigkeit drauf, weshalb ihr eine Stange zu Boden fiel. Also sprang Ben erneut vom Pferd ab und hob die Stange wieder auf. Girly blieb brav stehen. Er versuchte es erneut. Diesmal zügelte er die Stute ein klein wenig, passte den Moment an und verlagerte sein Gewicht nach vorne. Mit einem Satz war der Haflinger über den Oxer hinweg, ohne auch nur die Stange zu berühren. Der Junge lobte die Dame und ritt den restlichen Parcours mehrmals ab.

      Tim jedoch hatte Faster und Denila bereits abgeholt. Er fuhr die beiden zur Rennstrecke in Alberta. "Hallo Janice", begrüßte er seine schlanke, wirklich attraktive Freundin. Janice Wayne war ein Jokey und wirklich sehr erfahren in ihrem Beruf. Leider war sie mehr auf Geld aus. "Wow, die sehen ja wirklich richtig gut aus!", Janice bewunderte Faster "Die hier hat schon viel Erfahrung gesammelt, kann das sein ?" - Tim nickte. "Amy hat vor sie mir zu verkaufen. Ich glaube mit ihr hier könnten wir einige Gewinne ernten. Aber das hier ist Denila, ein Trainingspferd. Sie sollte später auch auf Rennen starten. Könntest du die Beiden für mich flott machen ?". Janice nickte, küsste Tim schließlich innig und begab sich auf den Weg zum Rennstall. Tim gab ihr noch einen kleinen Klaps auf ihren Hintern, ehe er ihr folgte. Faster und Denila standen angebunden vor dem Rennstall, während Tim Denilas Fell seidig bürstete, begab sich Janice mit Faster auf die Rennbahn. In einer Übungsstartbox, wartete sie darauf bis man ihr die Tür öffnete... und dann mit einem Mal, schoss Faster aus der Box und preschte am Zaun entlang. Janice zügelte sie erst ein mal, sodass sie nicht ihre ganze Energie unnötig verpowerte. In einem angenehm schnellen Galopp stürmte Faster auf die Kurve hinzu. Janice zügelte sie ein klein wenig weiter, und gab nach der Kurve ordentlich nach. Nun zischte die Stute wie von der Tarantel gestochen über die Bahn hinweg, sie streckte ihren Körper und schnaufte begeistert. Als Janice die Zielgerade sehen konnte, trieb sie das Vollblut mit der Gerte ein klein wenig an, sodass es an Geschwindigkeit zunahm. Es war wirklich erstaunlich, dass sich die junge Frau auf das Pferd halten konnte. Völlig verschwitzt und außer Atmen kamen sie am Ziel an und wurden immer langsamer. Als Janice sie schließlich zum stehen brachte, fragte sie einen Mitarbeiter nach der Zeit. "68 Sekunden, Eine Minute und acht Sekunden". Janice hob erstaunt die Augenbrauen. "Diese Stute ist der Wahnsinn ! Die hat echt was drauf !!", begeistert berichtete sie Tim von der Zeit... Zukunftspläne eröffneten sich bereits den Beiden. Nun war jedoch Denila an der Reihe. Tim half Janice in den Sattel und führte sie zur Rennstrecke. Denila müsste eine kürzere Strecke laufen, sie war schließlich noch nicht so weit wie Faster. Nach dem Startsignal preschte auch sie über die Bahn. Deutlich langsamer als Faster, aber dazu war sie ja da - um trainiert zu werden. Janice gab ihr Zügel, damit sie sich schön strecken konnte und an Tempo zunahm. Im Gegensatz zu Faster musste Denila nicht so weit galoppieren, darum näherte sich die Zielgerade relativ schnell. Janice gab ihr die Gerte um schneller zu werden, die Stute arbeitete brav mit und begann ebenfalls zu schwitzen. Denilas Zeit betrug 84 Sekunden. Sie müsste daher noch sehr gefördert werden, ein Fortschritt war jedoch garantiert. Denila wurde nach einer weiteren Runde, welche sie diesmal mit 76.1 Sekunden abschloss eingedeckt. Das war immerhin eine Verbesserung von 7.9 Sekunden und somit schon ein Erfolg. Tim kümmerte sich um die Pferde, während Janice sich in ihrem Wohnwagen umzog. Er verabschiedete sich mit einem Kuss und fuhr Faster und Denila zurück zur Heartlandfarm. Unterwegs traf er auf Caleb an, welcher mit Princess zu kämpfen hatte.

      Caleb saß auf einen kleinen Sulky, an dem Princess Sansa gespannt war. Sansa war eine dickköpfige Prinzessin, die offenbar Freude daran empfindet, ihren Reiter das Leben zu erschweren. Als Tim - manchmal ein richtiger Dummkopf, auch noch begann zu hupen, preschte die Stute mitsamt des Sulkys an der Straße entlang. Beinahe war sie so schnell wie Tim mit dem Anhänger, indem sich Faster und Denila befanden. Caleb war glücklicherweise sehr erfahren, was Zicken angeht - Ashley, seine verlobte war ja wohl das beste Beispiel. "WHOO", er zog schnell an den Zügeln, redete beruhigend auf die Stute ein und ließ sie schließlich im Schritt die Straße entlang gehen. Sie wirkte sehr aufgescheucht, was man nicht gerade als positiv empfinden konnte. Prinzessin hatte ihn sowieso den ganzen Weg über ausgetrickst und verarscht. "Bin ich froh wenn Amy wieder da ist", murmelte er genervt und versuchte wenigstens etwas Kontrolle über die Stute zu bekommen. Er ließ sie antraben, sodass sie etwas Energie verlieren konnte. Dabei zuppelte er leicht an den Zügeln, damit sie ihren Kopf senkt - dies tat er sobald sie ihren Kopf in die Höhe riss um ihn zu ärgern. Nur noch wenige Meter und er erreichte die Farm. Caleb war wirklich aufgebracht, dass ausgerechnet er mit dieser Zicke arbeiten musste. Aber beim putzen war sie natürlich der Engel auf Erden! Er beschloss morgen erneut mit ihr zu arbeiten, damit das Training nicht völlig für die Katz war. Nachdem er die Stute abgedeckt in die Box gestellt hatte, kontrollierte er die Heunetze, ob sie auch gefüllt seien. Bis zum morgen sollten sie ausreichen, Caleb begab sich schließlich in die Futterkammer um etwas Mash anzurühren. Er mischte Baldiranwurzeln und Melissenblätter in Princess Eimer. Diese sollten gegen Nervösität wirken und die Stute ein wenig beruhigen. Caleb wusste die Wirkung der Heilkräuter nicht von alleine, denn Amy hatte einen kleinen Zettel an ihrer Box gehangen. "Sollte sie mal wieder bockig werden...", las er noch mal vom Zettel ab. Zu guter Letzt, kümmerte sich Caleb um die Haflingerfohlen Figaros Schattenfalter, Picola und Mirabella. Er brachte sie von der Weide in den Stall und deckte sie mit warmen Stalldecken ein. Da es nun immer kühler wurde, war es gerade für die Fohlen von Bedeutung, eine Decke zu tragen. Schnell durchwuschelte er Mirabellas lockige Mähne und zog den dreien die Halfter aus, welche er an der Boxentür aufhing. Nachdem er kurz die Stallgasse durchgekehrt hatte, schaltete er das Licht aus und verabschiedete sich von Jack. "Danke das du uns geholfen hast ! Nimm dir diese Woche einen Tag mal frei", sagte Jack voller Dankbarkeit. Caleb lächelte auf einmal putzmunter "Wow ! Dann kann ich was mit Ashley unternehmen", antwortete er begeistert und ging zu seinem Truck. Daraufhin fuhr er zu seinem Wohnwagen nach Hause, wo ihn Ashley bereits erwartete. "Du bist heute aber spät dran", sagte sie etwas kühl. Caleb ließ sich von ihrer Art nicht stören, gab ihr stattdessen einen warmen Kuss und entgegnete glücklich "Dafür hast du mich für diese Woche einen Tag lang nur für dich!". Dass sich Ashley über seine Aussage freuen würde, wurde sofort deutlich. Sie quietschte begeistert und fiel ihrem Verlobten um den Hals. "Ich liebe dich Caleb!"

      24.411 Zeichen | © Jackie
      Fahrtraining A-L
      30.12.2015

      Da Amy und Ty weiterhin in Cambridge waren, musste Jack nach einer Lösung suchen. Caleb, er und die Mädels konnten die Farm niemals alleine managen.
      „Guten morgen Hunter!“ begrüßte ich den jungen Mann freundlich. Ich kratzte mir kurz an meinen Schnauzer, ehe ich mich zur Kaffeemaschine begab. „Kann ich dir auch was anbieten ?“, er blickte mich halb verschlafen an. „Ja gerne“. Ich schüttete ihm den schwarzen Kaffee in die Tasse, welche er in die Hand nahm um sich aufzuwärmen. „Morgen Jill“, begrüßte er seine Cousine. Jill lächelte munter. „Du bist so ein Morgenmuffel!“, ich musste lachen – diese Frau war so sympathisch. „Ist alles ok bei dir? Du siehst so geschaffen aus“, fragte Hunter mich mit einer sorgsamen Miene. „Naja, es gibt so viel zu tun. Wir brauchen das Geld. Ich muss mich irgendwie mal umhören, wir benötigen dringend einen zweiten Stallburschen und am besten auch einen Trainer.“ Ich ging durch die Küche, grübelte und ließ mich schließlich vor dem Fenster nieder. Draußen war es schneeweiß. Der Boden glitzerte, Eiskristalle zierten das Küchenfenster. „Scheint als hätte es aufgehört zu schneien“, Hunter blickte in meine Richtung. „Prima ! Zu Hause gibt es nämlich noch einiges zu tun“.
      Nachdem sich Hunter und Jill verabschiedet hatten, wand sich Jack an mich „Ich bin jetzt in der Stadt, vielleicht lässt sich jemand im Maggies Diner finden. Du weißt ja was du zu tun hast“. Ich nickte und verließ das Farmhaus. Im Stall angekommen, brachte ich erst einmal die Pferde auf die Weide. Es war unfassbar ruhig auf den Hof, jetzt wo niemand da war – ja es war gar schon ein wenig beängstigend. Schließlich begab ich mich in den Trainingsstall, in dem Iceflower und Princess Sansa neugierig mit den Ohren spitzten. „Ich habe gehört, ihr wollt heute trainiert werden?“, fragte ich die Beiden schmunzelnd und führte die Pferde nacheinander aus der Box. Auf der Gasse putzte ich sie gründlich, ehe ich ihnen das Geschirr umlegen konnte. Nach knapp einer Stunde konnte ich die Reitponys an dem Zweigespann fest machen. Ich freute mich um ehrlich zu sein die Zwei im Gelände zu reiten. Es war schönes Wetter und die Pferde waren immerhin an der Kutsche gewöhnt. Was sollte da schon schief gehen? Darum beschloss ich die Pferde an der Straße entlang zu reiten. Im Wald würde die Kutsche eher stecken bleiben, außerdem sind die Pferde auf der Straße schneller. Ich prüfte meine Jacke, zog mir die warmen Handschuhe an und setzte mir eine wollige Mütze auf. Anschließend prüfte ich ob das Geschirr der Ponys richtig saß und auch an der Kutsche ordentlich befestigt wurde. Nachdem ich auch die Peitsche gefunden hatte, konnte ich unbesorgt losfahren. „los!“, sagte ich schnalzend und schwang liebevoll das lange Bändel. Die Ponys bewegten sich im Schritt vorwärts, ihre Hintern wackelten nebeneinander im Takt, was mich auf eine Idee brachte. „Whoo“, rief ich. Ich lief schnell in den Stall und fand wonach ich gesucht hatte. Amy hatte mal für das letzte Weihnachten einige Glöckchen gekauft, die man leicht am Geschirr befestigen konnte. Es ähnelte zugleich einem Gelassenheitstraining, schließlich konnten so kleine Glöckchen auch beängstigend sein. Ich stellte mich vorerst vor die Pferde und klingelte sachte mit den Kügelchen. Sansa spitzte die Ohren, wollte zuerst scheuen, doch ich beruhigte sie ganz schnell wieder. Fleur jedoch hatte heute wohl einen angenehmen Tag. Sie schnupperte neugierig an den Glöckchen und erhielt darauf eine Belohnung. Nun musste auch Sansa an ihnen schnuppern. Vielleicht würde auch sie etwas bekommen. Und tatsächlich, ich streckte meine Hand flach aus und lies der Stute den einen Leckerbissen.
      Nun konnte es jedoch losgehen. Ich fuhr rechts am Haus entlang, Richtung Alberta. Auf den Weg in die Stadt, klimperten die Pferde fröhlich vor sich hin. Manchmal hatte es etwas richtig Gutes in Kanada zu leben, die Straßen waren heute komplett frei, sodass man sich gut und ungehindert fortbewegen konnte. Nachdem die Pferde warm gelaufen waren, ließ ich sie an der Kutsche antraben. Auch wenn Princess wenig Lust hatte, schwang ich immer wieder die Peitsche neben ihr, um sie an ihre ‚Pflichten’ zu erinnern.
      „Oh sind die Süß!!“, riefen mehrere kleine Kinder mir entgegen. In Alberta war ziemlich viel los, alle mussten noch Geschenke kaufen, wollten im Café einen heißen Kakao trinken und eine Grundschulklasse war auch gerade auf einem Ausflug. „Gehen wir nachher Schlittschuh laufen?!“, rief ein kleines, blond-gelocktes Mädchen einer älteren Dame entgegen. Wahrscheinlich die Lehrerin. „Aber natürlich doch, Sarah – dafür sind wir doch hier“, sie lächelte mir entgegen als sich die Ponys bemerkbar machten. „Bloß ruhig bleiben“, murmelte ich den Pferden zu. Bei einer solch großen Horde an Kindern, konnten Pferde schnell nervös werden. Gerade Iceflower begann nun zu tänzeln. Also beschloss ich lieber abzusteigen, um das Pferd zu beruhigen. „Alles gut“, sprach ich ihr sanft zu. Als auch die Lehrerin erkannte, dass die Pferde solch einen Trubel nicht gewohnt waren, rief sie die Kinder energisch zurück. „Muss das sein? Die sind doch sooo süß!“, quängelte ein kleiner Junge, dessen Mütze größer war als der Kopf. Ich führte die Pferde an den Kindern vorbei ehe ich wieder in den Wagen stieg.
      „Caleb?“, hörte ich auf einmal eine weibliche Stimme neben mir sprechen. Ich drehte mich überrascht um und erkannte Amys Gesicht. „AMY!“, dass ich erleichtert war wie nie zuvor, konnte man nicht überhören. Sie lachte amüsiert und setzte sich neben mir in die Kutsche. „Na, hast du uns vermisst?“ – „Natürlich! Aber jetzt sag mal, wie kommt’s das du auf einmal hier bist?!“, Amy stieg noch mal aus, anscheinend hatte sie etwas vergessen. Beim gehen rief sie mir zu „Es hat endlich aufgehört zu stürmen. Da konnten wir fahren. Warte ich muss noch eben Jack bescheid geben“. Jack bescheid geben? Also wusste er doch bescheid… war klar. Keine fünf Minuten später, war Amy wieder da und nahm mir die Zügel ab. „Mensch, das habe ich vermisst!“, - „Wenn das so ist, kannst du mir ja gerne Arbeit abnehmen“ ich funkelte sie belustigt an und lehnte mich in den Sitz zurück. Nun saß Amy am ‚Steuer’. Amy trabte die Straße entlang nach Millarville, unterwegs begegnete uns Jack. Er fuhr langsam neben uns her und kurbelte das Fenster runter. „Ich habe übrigens eine super Neuigkeit für euch!“ "Ja ? ist das so ? Jack willst du nun, dass wir fragen was diese wäre ?". Er lachte und fuhr davon. "Verdammt, jetzt hat er mich tatsächlich neugierig gemacht", gab ich brummelt von mir. "Wir sind ja gleich da!", sagte Amy. Iceflower gab schnaufende Geräusche von sich, scheint so als ließe die Ausdauer nach. "Na, dann können wir ja sicher gehen, dass wir sie heute ordentlich gefördert haben".
      Zu Hause angekommen gab Amy den Beiden ein Leckerchen, nachdem sie sie eingedeckt hatte. Iceflower und Princess durften sich nun in der Box entspannen und sich dem warmen Heu widmen. Nun, da sowohl Amy als auch ich vor Neugierde platzten, gingen wir schnurstracks auf Jack zu um ihn zu fragen was denn diese Neuigkeit wäre. Neben Jack stand ein kleiner Junge. "Hallo...?", fragte Amy ihn verwundert. Er schien ungefähr in Mallorys Alter zu sein, vielleicht sogar ein bisschen älter. "Ich bin Jake, ich werde später mal ein richtiger Cowboy", sagte er schmunzelnd und rückte seinen Hut zurecht. Ich grinste breit, während Amy sich den Mund zu halten musste um nicht laut los zu lachen. "Was denn ?", hakte er nach. Nun meldete sich Jack zu Wort. "Jake ist der Sohn von den Andersons. Diese bilden Springpferde aus. Da Jake sich sehr für Pferde interessiert, habe ich ihm ein Praktikum angeboten, so gesehen ein kleiner bezahlter Minijob". Jake grinste zufrieden. "Von dem Geld werde ich mir später Reitstunden nehmen... für Roping". Ich zog die Augenbrauen nach oben. "Echt ? Na da kannst du gleich mit mir kommen, ich gebe dir auch die erste Stunde umsonst". Seine Augen funkelten vor Begeisterung. "ECHT ?", ich lachte. Er war ja doch ein richtig knuffiger. "Klar, wieso auch nicht".
      "Wer kommt denn jetzt noch ?", Jack peilte aus dem Fenster hinaus und sah ein Auto auf den Hof fahren. "Sieht aus wie Tims Wagen.", Amy ging aus dem Haus um ihren Vater entgegen zu gehen. "Was ist los Dad ?"
      -"Faster und Pearl müssen trainiert werden."
      "Wenn du die beiden Vollblüter trainierst, nehme ich Bear Totem's Denila mit. Sie sollte heute auch noch trainiert werden." Tim nickte, wies seine Tochter jedoch darauf hin, dass keine 3 Pferde im Hänger passen würde. "Keine Sorge, ich fahre mit unserem Hänger mit", so dürfte das Problem gelöst wurden sein. Ich berührte Amys Schulter, und fragte sie: "Willst du Lana nicht mitnehmen ? Sie wirkt heute sehr Temperamentvoll".
      -"Danke für den Hinweis Caleb, das wäre eine gute Idee."

      Auf der Rennbahn angekommen ließ Amy und Tims Freundin Janice die beiden Vollblüter Faster und Bear Totem's Denila gegeneinander laufen. Faster war schon erfahrener als Denila, weshalb die Stute sie mit mehreren Pferdelängen auf halber Strecke überholte. Da Amy weniger Erfahrung als Janice hatte, ritt sie auch auf Hunters Vollblut. Trotzdem schlugen sich die Pferde gut, schließlich konnte man sie nicht richtig miteinander vergleichen. Nach der Runde blickte Amy zu ihrem Vater und fragte ihn nach der Zeit.
      "Denila 73.3 Sekunden, besser als ihre letzte Zeit" - "Wie war denn ihre letzte Zeit ?", fragte Amy nach. "Letzten Monat betrug sie 76.1, Denila macht sich ganz gut! Fasters Zeit beträgt 62.4 ! Auch sie hat sich echt verbessert ! Das sind immerhin 6 Sekunden Unterschied. Kann aber auch sein, dass sie heute einen extrem guten Tag hatte.." Amy lächelte begeistert. "Ich würde sagen, sie hat sich für das nächste Turnier qualifiziert. "Das würde ich aber auch behaupten", antwortete Tim begeistert. Als nächstes waren Lana und Pearl dran. Pearl war so gut wie auf den selben Stand wie Lana, darum konnten die beiden gut gegeneinander laufen. Diesmal ritt Janice Pearl und Amy die Haflingerstute Lana. Die Beiden Pferde mussten eine kurze Strecke laufen, weshalb die Zeit auch etwas kürzer war als bei den Vollblütern. Lana schaffte die Strecke in 66.4 Sekunden, es war etwas langsam aber keine schlechte Zeit. Wie aber auch zu erwarten war die Araberstute schneller als der Haflinger. Mit 57.3 Sekunden holte Pearl die Stute auf ganzer Länge ein. "Wir müssen auf jeden Fall weiter trainieren, die Araberstute hat gute Chancen."

      -

      Währenddessen auf Heartland. "Jack, ich bin Sir Outlaw trainieren", der ältere Mann drehte sich schnell zu Mallory "Nein, das verbiete ich dir - du bist zu unerfahren für Outlaw.", -"Ok, dann trainier ich eben Windsor!", antwortete das junge Mädchen eingeschnappt. "Mach das ...", grübelte Jack "Outlaw darf nur von Amy trainiert werden". Mallory schnappte sich Windsor und ritt ihn auf den Reitplatz warm. Anschließend ließ sie ihn einige Figuren reiten, gab ihn Hilfen und Paraden und ritt schließlich eine Traversale. Windsor war wirklich excellent was das Dressurreiten anging, aber man konnte ihn noch weiter trainieren. Jack schaute ihr dabei zu "Lass ihn eine Passage machen", rief er Mallory zu. "Wie mach ich das ?", fragte das Mädchen, Jack erklärte es ihr und staunte nicht schlecht als der Hengst genau wusste was er zu tun hatte. "Das machst du super Mallory". Amy wird ihn wohl noch ein wenig weiter trainieren müssen, aber es ist gut wenn du auch ein bisschen mehr lernst. Jack zwinkerte ihr zu.

      Als Amy wieder zurück war, pflegte sie Sir Outlaw ehe sie ihn sattelte. Dann stellte sie Hindernisse auf den Reitplatz auf um einen Parcours zu erstellen. Im Schritt ritt sie ihn warm, trabte anschließend und ritt mehrere kleine Trabstangen an. Outlaw sollte üben seine Beine zu heben um sich an die größeren Hindernisse zu gewöhnen. Der Hengst sträubte sich und schlug mit dem Schweif aus, stolperte dabei mehrmals über die Stangen, er machte es Amy schwer. Amy trieb ihn weiter und sprach ihn Mut zu, half jedoch nichts. Nun ging der Hengst stur Rückwärts und schmiss den Kopf in die Höhe. "Outlaw!", Amy legte eine Pause ein, trieb ihn anschließend wieder an. Mit viel Mühe schaffte sie es den Hengst über die Stangen zu bringen. Nun lobte sie ihn, klatschte seinen Hals und ließ ihn wissen, dass er sich brav benommen hat. Später schaffte es Amy sogar den Hengst über mehrere kleine Hindernisse springen zu lassen. "Ich weiß du wirst noch Fortschritte machen", flüsterte sie ihm zu, nachdem sie ihn abgesattelt und in die Box gestellt hatte. "Irgendwann wirst du noch ganz lieb...vielleicht sollte ich es mit einem Join Up versuchen...".
      12.545 Zeichen | © Jackie
      19.01.2016
      Fahrttraining L-M

      "Na komm!", forderte Amy die Ponystute auf. Iceflower spitzte mit den Ohren und streckte den Kopf nach ihr aus."Du musst dich schon bewegen", das Mädchen grinste amüsiert, Iceflower wusste anscheinend was sie von ihr wollte. Als die Stute mit den Kopf schüttelte und sich von Amy abwand, stampfte sie schließlich auf Iceflower zu um ihr das Halfter überzuziehen. "Deine Freundin können wir gleich mitnehmen", im schnellen Schritt ging sie auf Princess Sansa zu. Die Stute quietschte laut, schlug kurz aus und peste davon. "Vielen Dank auch!", rief Amy ihren Hintern zu. "Sieht so aus, als wären wir erst einmal alleine...", sie rieb Iceflowers Stirn, und tächelte ihren Hals. Princess blickte neugierig von der Wiese auf Amy runter. Dort oben stand sie, als wäre sie die Königin in der Herde. "Tu mal nicht so", rief Amy hoch. Schließlich trabte das leicht aufgekratzte Pferd zum Mädchen runter. "Hey Amy, was hast du vor?", es war Mallory die am Zaun stand. "Ich wollte mit den Pferden durch die Siedlung fahren." -"Voll cool ! Und gerade jetzt im Schnee...", Mallory vollkommen begeistert, bittete Amy sie mitzunehmen. "Ich weiß nicht Mallory...." -"Doch ! Du weißt, nämlich das ich mitkomme"... Mallory hatte ein Talent sich selbst einzuladen. Amy hatte wohl keine andere Wahl. "Wenn du mitkommen willst, mach dich nützlich - nimm Princess und mach sie im Stall fertig. Sie drückte ihr das Halfter in die Hand und führte die Porzellanscheck-Schimmel-Stute in den Stall um das braun-gelb-weiße Fell wieder zum strahlen zu bringen. Zwischen den Boxen angebunden, stand die Stute schließlich in der Gasse um ordentlich verwöhnt zu werden. Amy legte ihr anschließend das Geschirr an und half Mallory ebenfalls dabei. Die Reitponys wurden schließlich an der Kutsche angebracht. Amy kontrollierte alles noch mal gründlich, damit sie sicher unterwegs waren. Mallory stieg in die kleine Kutsche ein, gefolgt von Amy, welche die langen Zügel in die Hand nahm und mit der Zunge schnalzte. Urplötzlich zuckelten die zierlichen Ponys los. "Ich muss sagen die haben sich in den letzten Monaten echt gut gemacht!", begann Mallory. "Ja, ich bin froh über die Fortschritte, das erleichtert die Arbeit und die Beiden sind auf die Kür perfekt vorbereitet". Die Räder glitten durch den Schnee, diesmal hatten die Stuten ordentlich zu kämpfen, da der Schnee rutschiger war als irgendein Waldboden. "Wir müssen den Hufschmied kommen lassen...", stellte Amy fest "Nachher haben wir wieder Eisklötze unter den Hufen, den Pferden tut sowas nicht gut."- "Hey Amy...", Mallory dachte nach, schließlich fiel ihr wieder ein was sie sagen wollte. "Hast du schon was neues von Ben gehört ?"- "Von Ben ?", dachte sich Amy - "Ehm... nein wieso ?", Mallory schien etwas enttäuscht. "Er hat also nicht nach mir gefragt ? Auch nicht meinen Namen erwähnt ?"
      "Nein, nicht das ich wüsste..."
      "Schade." Wollte Mallory etwa etwas von Ben ? Amy schüttelte sich ihre Gedanken aus dem Kopf und konzentrierte sich auf das Training. "Wir lassen die Pferde jetzt traben", warnte sie Mallory vor... "CzCz", sie schnazlte, wackelte ein wenig mit der Peitsche und wurde von den Stuten nach hinten in den Sitz gedrückt. Beide trabten gelassen nebeneinander und schnaubten zwischendurch gelassen. "Weißt du Amy, Jungs sind so komisch"
      "Warum denn ?", sie räusperte die Stirn.
      "Ben und ich, wir haben uns doch so gut vertragen als du mit Ty den Anglo-Araber gekauft habt... und jetzt meldet er sich nicht mals... Oh Gott Amy ! Habe ich ihm überhaupt meine Nummer gegeben ?!"
      "Weiß ich nicht, aber mal davon ab. Ben ist doch viel zu alt für dich ?"
      "Zu Alt? Findest du ? Frauen stehen doch für gewöhnlich auf reifere Männer"
      "Also, ob Ben reif ist... das bezweifle ich", Amy lachte - Mallory und Ben... das würde niemals funktionieren. Schließlich dachte sie an den kleineren Cowboy, diesen Praktikanten, welcher gerade die Fohlen Figaros Schattenfalter, Piccola und Mirabella versorgen sollte. "Was ist denn mit Jake ? Der ist doch ziemlich cool drauf, reitet sogar Western."
      "Spinnst du !? Jake doch nicht ! Ich bin doch nicht von irgendwem der Groupie", Mallory lief rot an und fuchtelte aufgeregt mit den Armen und Händen. Amy konnte sie nicht ernst nehmen und kicherte lediglich über ihre Antwort. Den rest des Trainings konnte sich Amy anhören wie Mallory von Jake schwärmte, aber ihn zugleich auch ablehnte. Eine total paradoxe Situation.

      Nachdem die Ponys im Stall standen, ging Amy zu Sir Outlaw rüber um ihn in Dressur zu trainieren. Sie putzte ihn gründlich. Mallory mistete derweil seine Box aus. "Guter Junge", flüsterte Amy ihm zu und rieb seinen Hals. Outlaw war ein Hengst der zickigen Sorte. Er setzt sich gerne durch und macht lieber das was er wollte. Amy sattelte ihn schließlich und führte in auf den Reitplatz. Durch den Schnee war ein wirklich erfolgreiches Training nicht möglich. "Wir benötigen eine Halle", beschwerte sie sich bei ihren Großvater, der draußen mit Ty am Jeep werkelte. "Wo soll die bitte hin ???", entgegnete Jack genervt. "Was weiß ich! Wir brauchen jedenfalls eine..." - Ty schüttelte den Kopf, seine Freundin ist und bleibt ein wahrer Sturkopf. "Ach und Ty, ich muss dich heute Nachmittag mal sprechen", sagte Amy in einem komplett anderen Tonfall, mit ihrer zuckersüßen Stimme. "Ok".
      Auf den Platz ritt sie zunächst den Hengst trocken. Outlaw tänzelte durch den kalten Schnee, gott sei Dank schien die Sonne, sodass wenigstens etwas Wärme auf Amy und dem Pferd kam. Outlaw war ziemlich ungeduldig und nervös, davon ließ sich die junge Pferde"flüsterin" nicht beirren, hielt die Zügel still und setzte ihre Füße ein. Als er mehrere Runden auf dem Hufschlag ging, begann Amy mit dem eigentlichen Training. Sie trabte mit ihm einige Bahnfiguren, galoppierte und übte die erste Traversale. "Die ist ganz wichtig, so etwas musst du können", sagte sie zu Sir Outlaw und tächelte gleichzeitig seinen Hals. An einem Tag konnte er natürlich keine Traversale erlernen, aber der Hengst machte einen Fortschritt, worüber sich Amy freute. "So, in wenigen Wochen wirst du schon viel weiter sein!".

      Zu guter letzt griff Amy nach Lanas und Callas Halfter. Ein flüchtiger Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es bereits 15:43 Uhr war. Ideal um mit Ty zu sprechen. Sie traf den jungen Stallburschen in der Werkstatt, immer noch mit dem Truck beschäftigt. "Na Cowboy", begrüßte sie ihn liebevoll. "Na, was wolltest du mir denn wichtiges sagen ?", fragte er neugierig.
      "Ob es wichtig ist, ist eine andere Frage - Aber ich würde gerne mit dir Lana und Calla trainieren."
      "Soso, was denn ?", Ty rieb sich die Ölflecken aus dem Gesicht und lehnte sich am Truck an.
      "Military, ich weiß der Boden ist zugefroren und zu gefährlich. Aber Ashley hat uns gestattet ihre Reithalle zu nutzen, die sollen auf Briar Ridge wohl eine extra für Vielseitigkeit haben."
      "Klingt doch gut.", Ty klopfte sich den Dreck von der Hose ab und nahm Amy ein Halfter ab.
      "Du siehst übrigens verdammt sexy aus in deinem Arbeiterlook", sie grinste und zwinkerte ihm flüchtig zu. Ty lachte "Ist das so ?", er hob eine Augenbrauen und verzog sein Gesicht zu einem koketten Lächeln. Amy lachte und küsste ihren Freund liebevoll. "Dann mal los".

      Auf Briar Ridge angekommen begrüßte Vel Stanton die Beiden verliebten. "Wie gehts Jack ?", fragte sie neugierig. "Super, seitdem er Lisa kennt, ist er viel lebhafter geworden"... Vels Miene verzog sich zu einem gestellten Lächeln. "Schön, das ist doch wunderbar". Als sie an Ty und Amy vorbei ging blickte sie etwas verärgert. Steuerte auf den Springplatz zu und wies ihre Tochter zurecht "Du machst das doch völlig falsch ! Das Hindernis soll höher ! Und sitz gerade, du hängst ja auf den Pferd wie ein Sack Kartoffeln... so wirst du niemals gewinnen !"
      "Machs doch besser Mum!!", rief Ashley ihr genervt zu. "Mensch hat die ne Laune...", flüsterte Ty in Amys Ohr. "Leider.."
      Sie führten die Pferde aus dem Hänger, in die Vielseitigkeitshalle. Dort standen Oxer, Wassergräben, aber auch Hecken - verziert mit Blumen und Schleifen. "Schau mal, selbst einen Hügel haben sie..."
      "Verdammt praktisch im Winter", gab Amy zu, stieg auf Lana auf und überließ Ty die Stute Calla. "Mach mir einfach nach was ich mache", zunächst wärmten sie die Pferde auf, Vel besaß sogar eine Abreithalle... ziemlich edel. Nachdem die Stute warm war, galoppierte Amy auf den Oxer zu, gab ihr eine Sprunghilfe und flog über das Hindernis hinweg. Sofort taxierte sie den Wassergraben um anschließend über die Hecke hinweg zu springen. Plötzlich trafen sich Amys Blicke mit die der blondhaarigen Ash. "Meine Mum kann so nerven !! Ständig hat sie was zu bemängeln", rief die wütende Ashley durch die Halle. Amy parrierte die Haflingerstute durch und ritt auf Ashley zu. "Hör einfach nicht auf sie, bzw. lass dich nicht unter Druck setzen"
      "Da hast du wohl Recht... aber beim nächsten Turnier hol ich mir jedenfalls die Schleife !"
      "Ich wünsch dir jetzt schon viel Glück, habe für sowas leider keine Zeit mehr", Ash grinste und stellte sich neben Ty. "Na du", begrüßte sie ihn charmant. Ty nickte mit den Kopf, als Zeichen das er sie wahrgenommen hatte. Er sah Amy zu. Nachdem Amy fertig war, war Ty an der Reihe. Da Ty noch nicht so erfahren wie Amy war, mussten sie die Hindernisse ein klein wenig kleiner stellen, bzw. einige sogar komplett auslassen - wie den Wassergraben. "Reite einfach den Hügel noch und wieder runter. Muss auch gar nicht so schnell sein, hauptsache du entwickelst ein Gefühl dafür!". Ty fixierte den Hügel, Calla hatte etwas Mühe den höheren Berg zu bewältigen, aber Übung macht den meister. Nach 45 Minuten Training verluden sie die Pferde schließlich wieder in den Hänger um nach Heartland zu fahren. Amy bedankte sich bei Ashley, dafür dass sie ihre Halle nutzen konnte. "Ach bitte...", Ash lächelte freundlich und verabschiedete sich schließlich. Für heute war Amys Arbeit getan. Zu Hause angekommen saß die Familie, aber auch Ty, Caleb und Mallory am Esstisch um Abend zu essen. "Und Amy ? Wie läufts mit Hunter Pferden ?"
      "Spitze, die lernen echt schnell. Hunter hat ein gutes Nässchen für gute Pferde... Lou, was ist eigentlich mit dir und Peter ?", Amy hob die Augenbrauen und schenkte ihrer Schwester einen Spitzbübischen Blick. "Ich würde mal sagen ziemlich gut? Peter möchte das Wochenende noch mal vorbei kommen"- "Ich freue mich schon ihn zu sehen", sagte Mallory aufgeregt "Peter ist immer so freundlich". Lou lächelte und blickte schließlich fragend in die Runde "Keiner hat was zu meinem Essen gesagt, wie schmeckt es euch ?". Amy blickte verschämt zu ihren Teller hinab, auf dem ein paar Erbsen von links nach rechts geschoben wurden. "Ah.. toll. Danke. Ich verstehe schon", dann lachten sie vergnügt. Jackie
      29.02.2016
      Dressurtraining E-A

      Heute hatte Amy ein völlig neues Trainingsprogramm für die beiden Reitponys geplant. Am Wochenende seien nämlich die Cavalettis angekommen, die wollte Amy gleich mal ausprobieren. Sie bat Ty darum die Stangen zunächst auf die niedrigste Höhe auf den Hufschlag zu verteilen, die Cavalettis sollten die Ponys nämlich gleich im Schritt und im Trab und zu guter letzt im Galopp bewältigen. Die Stangen lagen weit auseinander, es gab also keine Kombination. Amy stieg auf die frisch geputzte Stute Iceflower auf, während Ty sich auf Princess Sansa hiefte. "Ich reit vorraus, wir wiederholen die Übung mehrere Male bis die Pferde die Beine heben und nicht gegen die Stangen kommen". Amy trieb Iceflower an. Im gemütlichen Schritt trottelte sie auf das Hindernis zu und schleifte mit den Hufen über die Stange. "Schau, wir müssen die Pferde etwas zügiger reiten, die Beiden schlafen ja ein". Sie verzog ihr Gesicht und trieb Iceflower an. Nun ritt Ty im Schritt über die Stange, folgte Amys Anweisung und stellte fest das Princess Sansa die Übung erfolgreich gemeistert hatte. "Lass uns eine Runde im Schritt über die Stangen reiten, dann traben wir an". Gesagt getan. Amy gab der Stute die Hacken und trabte über den Hufschlag hinweg. Iceflower blieb konzentriert um nicht über die Stangen zu stolpern, Princess Sansa hinter ihr tat es ihr gleich. "Wozu ist das gut ?", Ty verstand den Sinn der Übung nicht. Jeder konnte über eine Stange reiten, wozu machten sie das also ? "Die Übung ist das A und O für Dressurpferde, die Gänge verbessern sich durch erhöhter Aufmerksamkeit, schließlich dürfen sie die Stange nicht berühren. Außerdem heben sie die Beine besser an, die Übung ist also super um die Pferde aufzuwärmen und zu dehnen.", Ty verstand. Das ganze wiederholten sie im Galopp. Amy wollte für heute im Galopp jedoch keine Kombination aufstellen, dafür waren die Ponys noch nicht soweit. Es war einfach eine Freude die Beiden Ponys mit den Reitern zu sehen, wie sie auf den Platz hintereinander herritten. Nachdem sie mehrere Runden Stangenarbeit gemeistert hatten, stieg Amy ab um einfache Kombinationen zu erstellen. Nun sollten Iceflower und Princess Sansa zeigen wie konzentriert sie sein können. Zunächst lief sie den Hufschlag im Schritt ab, die Stuten berührten die Stangen nur selten, in der letzten Runde jedoch gar nicht. Im Trab tänzelten sie richtig über die Stangen hinweg. Princess hob ihre Beine sehr grazil, während Iceflower etwas Probleme hatte die Stangen nicht zu berühren, doch nach mehreren Runden war sie in Routine gekommen. "Beim nächsten Mal sollten wir die Stangen im Zirkel aufstellen, das ist wirklich sehr schwierig sowohl für das Pferd, als auch für den Reiter. Aber jetzt müssen wir erstmal eine Pause einlegen, zumindest was die Stangenarbeit betrifft. Den Rest des Trainings ritt Amy mit Ty Bahnfiguren ab. Diese gehörten zur Dressurprüfung, welche in Zukunft auf die Ponys zukommen würde. Ty ritt große Schlangenlinien durch die ganze Halle, einen Zirkel sowie einen wechsel durch die ganze Bahn, Amy ritt ihm vorraus. Amys Zügel stellten eine entspannte Verbindung zum Pferdemaul her, während Ty etwas mit der Stute zu kämpfen hatte. "Ich glaube Mallory sollte dir noch eine Reitstunde geben", Amys Brauen verzerrten sich beim Anblick ihres Freundes. "Das sieht echt schmerzhaft aus. Lass mal die Hände locker, sitz gerade und zerr nicht so !". Nach Amys Hilfestellung ritt Ty wesentlich besser. Nun konnten sie die Pferde am langen Zügel trocken reiten. Sansa schnaufte erleichtert und streckte den Hals Richtung Boden. "Ty, bringst du die Ponys bitte zurück in den Stall und füllst ihnen frisches Wasser und Heu auf ? Dann würde ich mich jetzt noch um Sir Outlaw kümmern". Ty nahm ihr Iceflower ab und liebäugelte seine Freundin verliebt. Dann drehte er sich um und ging zurück in den Stall. Amy legte währendessen die Cavalettis in der höchsten Stufe auf den Platz. Sie stellte sie in einer runden formation auf. Da Sir Outlaw bereits erfahren in der Dressur war, wollte sie nun seine Gänge verbessern. Schnell begab sie sich in den Stall um den Trakehner zu putzen und zu satteln. Nachdem dies getan war, begab sie sich zurück auf den Platz und ritt den Hengst zunächst warm. Schließlich trabte sie ihn an und ritt zunächst auf den Hufschlag. Die Cavalettis standen rund im Zirkel, sie sollten Amys nächstes Ziel sein. Sie versuchte die Stangen so mittig wie es nur geht anzusteuern, damit Sir Outlaw die Übung bewältigte. Zwischenzeitlich gelang es ihr jedoch nicht immer, weshalb er die Stangen hin und wieder berührte. Ansonsten lief er gleichmäßig, gebogen über die Stangen hinweg. Seine Beine hob er schwungvoll an, sein Hals leicht gewölbt. Diese Übung war perfekt für den Hengst, so würde er beweglicher und konzentrierter werden. Das Training schloss Amy schließlich mit Lektionen der Klasse S ab. Auch wiederholte sie die Traversale, da diese für die meisten Pferde sehr schwer waren. Jackie
      20. April 2016
      Dressurtraining A-L

      Gegen morgen wachte Amy auf, ein blick auf ihren Wecker verriet ihr – Es war 7 Uhr – Seitdem Ty ihr bei der Arbeit half brauchte sie nicht mehr so früh aufstehen, also konnte sie etwas länger schlafen, wenn auch nur eineinhalb Stunden. Schlurfend ging sie auf ihren Kleiderschrank zu, um sich für den heutigen Tag fertig zu machen. Amy saß noch halb Schlaftrunken am Frühstückstisch. Verträumt schaufelte sie ihre Cerealien in den Mund. Ty, welcher wusste wann Amy aufstand, ging nach seiner Fütterungsrunde in das kleine Holzhaus um Amy einen guten Morgen zu wünschen. Er drückte ihr einen kleinen Kuss auf ihren Mund und widmete sich wieder seiner Arbeit.
      Am Vormittag kam auch schon Hunter Crowley aus Lincolnshire UK mit seinem Jeep auf den Hof gefahren. Im Eiltempo stieg er aus und suchte nach den Flemings Schwestern. Lou war es schließlich die ihm empfing, da Amy mit Sir Outlaw am arbeiten war. Hunter füllte die nötigen Papiere aus, brachte anschließend sein Pferd mit Ty in den Trainingsstall und fuhr zurück nach Hause. Lou bedauerte es das Hunter so im Stress war, sie hätte gerne einen Tee mit ihm getrunken. Areion, welcher aufgeregt in der Box stand, suchte nervös nach seinen Besitzer, doch dieser war über alle Berge. Ty gab ihm schließlich Bachblüten zur Entspannung in sein Futter und führte ihn raus auf einem Paddock, welcher sich neben den Pferdeweiden befand. So konnte Areion sich etwas bewegen und hatte gleichzeitig etwas Gesellschaft. Morgen sollte Amy dann mit ihm arbeiten.

      Für den heutigen Tag wollte Amy Sir Outlaw und Acacia im Springen trainieren. Sie hatte Ben extra engagiert damit er die beiden Reitponys in der Dressur trainiert. Princess Sansa und Iceflower waren nämlich kurz davor an die Prüfung anzutreten, es fehlte nicht mehr viel. Da Ben und Amy sich keinen Platz teilen konnten, beschloss Amy sich ein wenig zu entspannen und betrachtete das Geschehen hinter dem Zaun des Platzes. Ben ritt mit Iceflower auf das Dressurviereck und gurtete den Sattel nach, anschließend ritt er die mittlerweile eingewöhnte Stute warm, damit er mit dem Training beginnen konnte. Amy half ihm und legte ihm einige Cavalettis auf den Boden, damit er Stangentraining machen konnte. Etwas weiter weg stellte sie Pylonen zum Slalom laufen auf, das sollte die Wendigkeit des Pferdes fördern. Nun sah sie zu wie Ben über die Cavalettis trabte und nach fünf Übungsrunden im Slalom um die Pylonen ritt. "Sieht gut aus! Sie wird immer lockerer". Nun konnte er auch mit den ersten Lektionen beginnen. Er ritt die Stute zunächst im versammelten Schritt, dann im versammelten Trab und zu guter letzt im versammelten Galopp. Dann ritt er eine ganze Bahn und verkleinerte dabei das Dressurviereck. Bei X wurde er wieder größer und führte einen Galoppwechsel durch. Iceflower arbeitete positiv mit. Ben parierte sie durch und blieb stehen. Im Stand ließ er sie die Zügel aus der Hand kauen ehe er ein Zeichen für das Rückwärtsrichten gab. Nach mehreren Versuchen schaffte Iceflower auch diese Lektion. Dann trabte er wieder an und ritt einen Zirkel, erneut über die Stangen. Iceflower hob nun die Beine viel besser an, ihre Gänge wurden weicher und flüssiger. Er wechselte aus den Zirkel und ritt mehrere Volten ehe wieder durch die ganze Bahn ritt. Die restliche Zeit galoppierte er Iceflower auf den Zirkel, oder übte den versammelten Galopp. Danach war Princess Sansa an der Reihe die das gleiche Spektakel durchmachen musste. Auch hier half Amy wieder, schließlich wollte sie mit den anderen Pferden das Springen trainieren. Da Ben beinahe fertig war, ging Amy schon mal in den Stall um Acacia zu satteln. Nachdem sie das Martingal angelegt hatte und den Sattel nachgegurtet hatte, konnte das Training schon losgehen. Ben hatte ebenfalls Erfahrung im Springreiten, weshalb er zu Sir Outlaw griff und zusammen mit Amy auf den Platz ritt. Die Stangen Standen noch, nur die Pylonen waren nicht mehr zu sehen. "Wärmen wir die Pferde auf", sagte Amy zu dem jungen Trainer und Freund. Zusammen ritten sie über die Cavalettis bis die Pferde warm waren. Währenddessen kam Ty am Platz vorbei um seine Freundin zu betrachten, seine Arbeit war für's erste nämlich vollbracht. Als Amy ihn erkannte strahlte sie und rief "Du kommst uns jetzt gerade gelegen. Kannst du ein paar Sprünge aufstellen?". Ty zuckte mit den Schultern, lächelte seine Freundin liebevoll an und bewegte sich auf Hindernisständer und Stangen zu. Es dauerte nicht lange da stand ein kleiner Parcours zum eingewöhnen der Pferde. "Danke Ty!", sagte Amy strahlend und hauchte ihm einen Kuss zu. Nun taxierte sie zuerst auf den niedrigen Steilsprung. Gekonnt gab sie der Stute eine Sprunghilfe und schwebte über das wirklich einfache Hindernis hinweg. Als nächster kam Ben. Da Sir Outlaw bereits im Springen trainiert wurde, war dies ein Klacks für den großen Fuchs. Ben taxierte als nächstes einen Oxer, während Amy sich erneut einem Steilsprung widmete. Nach 40 Minuten ritten sie die Pferde schließlich trocken, sattelten sie ab und räumten den Platz auf. Es war schon später Nachmittag und Amy beschloss etwas mit Ty zu unternehmen. Die Beiden zogen sich im Wohnzimmer zurück um gemeinsam einen Film zu sehen.

      Am nächsten Morgen sollte schließlich das Training mit Areion beginnen. Leider stellte Amy fest das Areion noch nie einer Kutsche begegnet war. Zuerst führte Amy den Tinkerhengst in den Roundpen um das eingewöhnen zu beginnen. Dann hielt sie ihm das Geschirr entgegen damit er es beschnuppern konnte. Es war wichtig das Areion lernte, dass das Geschirr nichts schlimmes war, das ihn angreifen würde. Areion war allerdings weniger am schnuppern interessiert, sondern starrte lediglich in die Luft um einen lauten Hilferuf auszustoßen. Nachdem er sich bemerkbar gemacht hatte, wurde er nervöser und unruhiger. Amy stöhnte genervt, so könnte sie ihn nicht an die Kutsche gewöhnen. Also musste ein Beistellpferd her, welches am Gatter des Roundpens stehen sollte. Amy dachte in erster Linie an Princess Sansa, schließlich kannten sich die Beiden ja. Schnell führte sie die Ponystute zum Gatter, wo sie gleich anfing zu dösen. Areion wurde ruhiger und streckte schließlich den Kopf zum Geschirr. Nun konnte Amy ihn von der rechten Seite aufzäumen. Da Areion am Sattel gewöhnt war, blieb er hier sehr entspannt. Sicherhaltshalber zäumte sie ihn jedoch auch von der linken Seite auf, auch das war kein Problem. Als nächstes würde die Kutsche kommen, das war eine größere Herausforderung, weil Areion seinen ganzen Körper einsetzen musste. Sie führte ihn aus dem Roundpen, dort wo die kleine Kutsche bereits stand. Zunächst blieb sie stehen um den Hengst zu beruhigen, danach drückte sie mit ihrer Handfläche gegen seine Brust, damit er rückwärts zwischen die Schere gehen konnte. Nun musste er artig stehen bleiben, damit Amy die Schere nun in die Trageösen des Selletts schieben konnte. Ständig lobte sie Areion für seine ruhige Art und schob ihn eines der Malzleckerchen in den Mund. Schließlich befestigte sie noch den Scherenriemen vom Hintergeschirr an die Schere und führte die Zügel durch die Trageösen. Nun saß alles und Amy konnte auf die kleine Kutsche aufsteigen und mit dem eigentlichen Training beginnen. Sie schnalzte laut, da Areion ziemlich aufgeregt war, benötigte sie zuerst gar keine Peitsche, er ging von selbst. Nach wenigen Minuten fing er jedoch an ständig stehen zu bleiben. Nun griff Amy nach der Peitsche um sie leicht auf sein Hinterteil zu 'legen', als Areion den dünnen Faden spürte, wurde er wachsamer und begann mitzuarbeiten. Die Runden auf den Hof verliefen gut. Amy fühlte sich bereit für die ersten Slalom Versuche auf dem Reitplatz, doch vorerst musste sie Iceflower vom Roundpen zum Dressurviereck stellen. Nachdem auch dies geschehen war, stieg sie wieder in die Kutsche um Areion zum Platz zu fahren. Langsam aber sicher bewegte sich der dicke Tinker Hengst auf den großen Platz. Amy Schloss das Gatter und stellte einige Pylonen auf, um diese sollte sie nun mit dem Pferd fahren. Sie gab ihn erneut einen kleinen Stups mit der Peitsche und fuhr am Zirkelpunkt in den Zirkel, an die Pylone vorbei. Anschließend wechselte sie zum nächsten Zirkelpunkt um auch um diese Pylone zu fahren. Das ganze wiederholte sie bei den restlichen Pylonen, ehe sie dem Pferd eine kurze Pause gönnte. Diese Übung wiederholte Amy einige Male um den Hengst sicherer werden zu lassen. Areion musste noch einige Platzeinheiten bewältigen, ehe er ins Gelände durfte. Es war nämlich wichtig, dass sich Amy auf das Pferd verlassen konnte.
      © Jackie
      29. Mai 2016
      Springtraining Princess Sansa & Iceflower E → A

      „Everytime I close my eyes...“ Leicht schief sang ich in der Küche zur voll aufgedrehten Stereoanlage. Ich hatte auf einmal ein Bedürfnis auf laute Musik verspürt und nun dröhnte ein Lana Del Ray Remix aus den Boxen, während ich auf meinen Toast wartete. Nachher würde mal wieder zwei Trainingskandidaten ankommen. Zwei deutsche Reitponystuten von Hunter Crowley, mit dem ich bisher noch nicht besonders viel zu tun hatte. Ich noch ein wenig unsicher. Das war mein erstes offizielles Springtraining nach der Fortbildung. Normalerweise testete ich immer an meinen eigenen Pferden, doch bei Isländern und ernsthaftem Springreiten wurde das schwer. Die Tür ging auf und Robin trat in die Küche. Mit seiner erste Handlung diesen Morgen drehte er die Lautstärke herunter und wechselte von der CD auf Radio. „Ernsthaft. Twenty One Pilots ist nicht unbedingt besser als Lana. Außerdem kriegt man irgendwann ‘nen Schlag, so oft wie dieses Lied gedudelt wird...“ „Guten Morgen erstmal.“ Mein Freund grinste und küsste mich. Leider ertönte genau in diesem Moment ein Hupen und Finleys Stimme. Er rief nach mir. „Bella. Das sind deine Trainingskandidaten!“ Verdammt, ich hatte noch nicht gefrühstückt. Das würde heute wohl mal wieder zu kurz kommen. Ich hastete die Treppe hinunter und wäre beinahe in Linn hinein gerannt, die neugierig auf der Treppe wartete. Ich entschuldigte mich mit einem schnellen „Sorry!“ und stand im nächsten Moment vor einem dunkelhaarigen Mann, der nur Hunter Crowley sein konnte. „Wir hatten telefoniert. Ich bin Hunter Crowley. Hier kommen die zwei.“ Gemeinsam ließen wie die Rampe des Transporters herunter. Ein dunkelbrauner und ein heller Pferdepo befanden sich vor meiner Nase. „Darf ich vorstellen: Princess Sansa und Iceflower.“ Es war ziemlich klar welches Pferd welches war. Da hatte offensichtlich jemand ein wenig zu viel Game of Thrones geschaut. Konnte ich verstehen. Ich liebte die Serie selbst, auch wenn mir die Bücher noch besser gefielen. Ein Grinsen stahl sich auf mein Gesicht. „Flower arbeitet gerne mit und möchte gefallen, das macht die Arbeit mit ihr einfach...“ „Und Sansa ist wie Sansa Stark?“ Ich hatte ihn einfach unterbrechen müssen. „Exakt.“ Jetzt stahl sich auch ein Lächeln auf seine Lippen. Gut so.
      Noch eine Weile unterhielten wir uns und quartierten die Stuten ein, ehe er abfuhr. Wir hatten vereinbart, dass ich ihn anrufen würde, wenn ich fertig war. Jetzt konnte ich endlich mein Frühstück nachholen. Heute hatten die Stuten Zeit um sich von der Fahrt zu erholen. Je nach Verfassung würden Robin und ich heute Nachmittag noch mit den zwei Damen ausreiten oder ihnen einen ganzen Ruhetag gönnen. Tatsächlich entschieden wir uns für den Ruhetag. Dafür würden wir dann morgen früh ausreiten und am Nachmittag direkt mit dem Training beginnen. So war es wahrscheinlich für alle Beteiligten am angenehmsten.
      Nach dem Füttern und raus bringen der eigenen Pferde einigten wir uns kurz wer welches Pferd übernehmen würde und machten sie dann reitfertig. Ich landete auf Sansa, was ich mir eigentlich gleich hätte denken können. Sie war vertrauensvoll, aber genauso zickig. Ihr Name passte einfach zu ihr. Das konnte jeder sehen, der die zugrundeliegenden Figur kannte. Iceflower dagegen benahm sich vorbildlich und Robin konnte sie gut händeln, obwohl er sich immer wieder über das Bild beschwerte, das er auf dem zierlichen Pony bot. Wir hielten des Ausritt kurz, da beide Ponys heute Nachmittag nochmal würden arbeiten müssen und zudem das Meer nicht kannten. Flower wurde etwas unruhig, Sansa stürmte mal auf die unbekannte, riesige Wasserfläche zu, mal schob sie Panik und war nur schwer am fliehen zu hindern. Das konnte ja lustig werden. Immerhin waren beide gut ausgebildet und rittig.
      Am Nachmittag begannen wir auf dem Platz. Ein paar Bahnfiguren und weitere Übungen aus der Dressur zum aufwärmen, dann ging es weiter mit Trabstangen. Auch wenn Pferde ein natürliches Springvermögen hatten, musste man für das Pacoursspringen erstmal Trittsicherheit schulen. Ein Pferd, das in der Natur auf weiter Strecke über einen Baumstamm sprang, war etwas ganz anderes, als nach einem geglückten Sprung direkt auf engem Raum in die Kurve gehen zu müssen. Sansa meisterte die Trabstangen mit Bravour. Sie hatte eine leichtfüßige Art und Weise und kam, trotz Stangen, nicht aus dem Takt. Robin brauchte mit Iceflower dagegen etwas länger. Die Stute gab sich zwar unglaubliche Mühe, ließ sich durch den geringen Abstand der Stangen jedoch verunsichern. So kam es, dass ich bereits zu Cavalettis übergegangen war, während Robin noch immer mit den Trabstangen arbeitete. Richtige Sprünge würden erst morgen an der Reihe sein. Wenn Beide Stuten schließlich soweit waren, ging es mit einem richtigen Parcous der Klasse A weiter. Wenn wir gut voran kamen, würden wir zwischen 5 und 7 Tagen brauchen. Je nachdem wie die Stuten sich machten.
      Am folgenden Tag begannen wir mit echten Hindernissen. Noch waren wir bei den 80 cm der Einsteigerklasse, doch schon am Ende des Trainings hatten wir auf die geforderten 1m erhöht. Hier glich sich Sansas Vorsprung schnell wieder aus, denn Flower hatte wesentlich mehr Spaß am Springen und ging mit mehr Motivation. Trotz des schweren Reiters auf ihrem Rücken. Nach allem was ich in den zwei Trainingstagen bisher über mein Pferd erfahren hatte ließ mich beschließen, dass ich Hunter empfehlen würde mit Princess Sansa eher in Richtung Dressur zu gehen. Schon ihre Leichtfüßigkeit mit den Trabstangen hatte mich beeindruckt. Sie würde mit Sicherheit ein gutes Dressurpony abgeben. Alles in allem konnten wir entspannt vorgehen, denn beide Stuten kannten Hindernisse offensichtlich. Wir mussten nur die neue Schwierigkeitsstufe vermitteln.
      In den nächsten zwei Tagen kombinierten wir Hindernisse, bis ein kleiner Parcours entstanden war. Ich hatte akribisch auf die Vorgaben geachtet und so stimmte die Sprungweite, die Höhe und der Abstand überall. Sieben Hindernisse mussten es mindestens sein, Kombinationen waren maximal zwei erlaubt. Da ich aber mit meinen Isländern nicht, oder kaum, sprang, reichten unsere Hindernisse nur für acht Sprünge inklusive einer doppelten Kombination. Da wir alles selber aufgebaut hatten, fiel es mir nicht schwer mir die Reihenfolge zu merken. Wir würden einen Durchgang ohne Zeit machen und anfangen die Zeit zu nehmen, wenn die Stuten ausreichend sicher waren. Ich bat Robin darum, uns genau zu beobachten, dann galoppierte ich Sansa an. Ich ritt eine Runde um den Platz, dann begannen wir mit Sprung eins. Der 90cm hohe Steilsprung verlangte uns nicht viel ab und auch drei und vier meisterte die dunkle Stute ohne Probleme. Zu Sprung fünf, der Kombination, führte eine recht enge Kurve, mit der Sansa jedoch kein Problem hatte. Nur einen Oxer, Sprung Nummer Sieben, räumte sie aus reiner Demotivation ab. Sie war einfach nicht mehr weit genug gesprungen – und das sicher nicht, weil sie nicht mehr konnte. Wollte man aus Sansa ein gutes Springpferd machen, brauchte es einen engen Parcous und permanente Herausforderung. Iceflower hingegen sprang sehr motiviert, hatte aber ein Problem mit der engen Wendung und erwische die oberste Stange des ersten Sprungs der Kombination. Wir beschlossen, dass wir heute noch die Defizite üben würden. Springen auf Zeit war dann Morgen an der Reihe. Schlugen sich beide Ponys gut, würde es für A allemal reichen.
      Am nächsten Tag war Robin der erste auf dem Parcous. Iceflower sprang hoch und vorsichtig. In einem Turnier würde sie selten Fehler machen und Strafpunkte kassieren. Das hatte allerdings zur Folge, dass sie nicht unbedingt die schnellste war. Mit einem leichteren Reiter war vielleicht noch etwas Zeit herauszuholen, doch alles in allem fehlte ihr Sansas Leichtfüßigkeit. Die dunkelbraune Stute war schnell und ich ging bei der Wendung, hin zu Kombination, aufs Ganze indem ich Abkürzte soweit wie möglich. Wir waren schnelles, wesentlich schneller, doch leider hatte Sansa zwei Abwürfe kassiert. Zwei weitere Durchgänge sprangen wir, immer mit ähnlichen Ergebnissen. Wenn Princess Sansa fehlerfrei blieb, war sie kaum zu schlagen, doch das kam selten vor. Auf Iceflower hingegen konnte man sich absolut verlassen. Die zwei waren in ihrem Sprungstiel völlig verschieden, doch nun gemeinsam auf A aufgestiegen. Beim Abholen seiner Stuten erzählte ich Hunter Crowley auch von meiner Meinung bezüglich Princess Sansa, doch was er daraus machen würde, war ab jetzt meine Sache. Ich würde für die nächste Zeit zu meinen Isländern zurück kehren und mit ihnen, wie immer, am Boden bleiben.

      8542 Zeichen | © BellaS
    • Elsaria
      [​IMG]
      17. Februar 2017 von Elsaria
      Eine schöne Nachricht und eine nicht so schöne Nachricht


      Heute Nacht war der Supergau denn zwei meiner tragenden Stuten fohlten. Mystical Star und Princess Sansa. Zuerst war meine Falbstute an der Reihe, Mystical war bereits erfahren, denn dies war das dritte Fohlen und nach diesem sollte sie 1 Jahr Zuchtpause erhalten. Wir hofften auf eine gute und leichte Geburt. Mystical brauchte nicht mal gerade eine Viertelstunde schon hatte sie ihr Stutfohlen da. Eine Sensation nach 2 Hengsten eine Stute und dann noch im besonderen Lack. Wir dachten, dass die Stute einen Rappen oder dergleichen gebären wird doch was rauskam war eine kleine Mausfalbe. Ich ging in die Box und strich der Mutter übers Fell, dann streichelte ich auch Mystical Grey so wie ich sie nannte. Und dann bemerkte Kate dass Princess Sansa unruhig wurde. Schnell eilten wir der Stute zur Hilfe. Doch wir konnten nur ein totes Fohlen bergen. Wir waren traurig aber es kann nicht immer gut gehen wenn man züchtet. Wir ließen das tote Fohlen vom Abdecker holen und Sansa würde am nächsten Tag wieder nach Hause fahren, ich hatte sie mir für ein Fohlen ausgeliehen, leider war es eine Totgeburt. Missmutig gingen wir schlafen, aber wir hatten aber trozdem ein Juwel mehr im Stall mit Mystical Grey
    • sadasha
      [​IMG]
      16. Mai 2017 | von sadasha
      Widerwillig knurrend schaltete ich nach vier Snooze Durchgängen meinen Wecker aus und rappelte mich hoch. Gerade als ich mein Schlafzimmer verlassen wollte hämmerte es gegen die Türe: „Aufstehen, Frühstück wird kalt!“ rief meine Mutter und sah mich erschrocken an, als ich sofort die Tür öffnete und vor ihr stand. „Morgen.“ murrte ich und glitt an ihr vorbei ins Bad um mich fertig zu machen. Nach etwa einer halben Stunde hatte ich so viel Kaffee intus, dass ich voller Tatendrang war. Ein kurzer Blick auf den Arbeitsplan verriet mir, dass ich heute den Vormittag bei meinen Vollblütern verbringen würde. Gine hatte die Offenställe von Mr. Raw Depression, Ehrengold und CHH‘ Lamperd schon geöffnet, sodass die Hengste nach draußen gehen konnten. Die Stuten jedoch warteten noch ungeduldig darauf herausgelassen zu werden. Blütenzauber streckte ihren Kopf in die Stallgasse, als ich mit den passenden Halftern näher kam. Neben Blütenzauber, nahm ich auch Bear Totem’s Denali, LMR Lady Luna samt Little Miss Backyard, Scarlet in Birth samt Stars of Magic und Riven in a Dream samt Rouge Trap mit raus. Natürlich musste ich mehrmals laufen. Immer eine Stute links, eine rechts. Hatte die Stute ein Fohlen bei Fuß, so lief es ohne mein Zutun mit. Nachdem alle Stuten auf dr Weide standen kümmerte ich mich um die Youngsters. Golden Sugar und PFS Strolch standen zusammen mit Raving Hope Slayer auf der Bachelor Weide. CHH‘ Classic Spring hatte Gine gerade im Training. PFS‘ Savory Blossom war mit einem der Jockeys auf dem Weg zur Ovalbahn.

      „Jetzt sind es nur noch wir beide.“ sagte ich zu Moulan, während ich meiner Rappstute das Halfter überstreifte. Moulan ließ das bei mir mittlerweile ohne Angst zu. Auf der verlassenen Stallgasse machte ich sie fest und holte ihren Putzkoffer. Beim Putzen ließ ich mir ordentlich Zeit und untersuchte meine Stute auch auf Ungeziefer oder Schrammen. Moulan war im besten Zustand seit Langem. Wir hatten seit ein paar Tagen die Testergebnisse ihrer Farbgene da. Sie war ein reinerbiger Rappe, was mir sehr zusagte. Zwar war mir die Farbe meiner Pferde im Grunde egal, wenn ich jedoch die Wahl habe würde ich immer mehr zum Braunen oder Rappen tendieren als zum Fuchs. Bei der nächsten Decksaison ist Moulan auch dabei. Mit 10 Jahren war sie eine verhältnismäßig alte Maidenstute, doch sie brauchte die Zeit.

      Eine halbe Stunde später stand ich mit Moulan auf dem Springplatz. Vor dem Platz hatten es sich meine Mutter und Kerry gemütlich gemacht. „Was machst du hier?“ wollte ich Kerry wissen, die ich heute nicht eingeplant hatte. Sie lächelte nur und wank ab. Weiß der Himmel was sie wieder hatte. Ich dachte nicht weiter daran und konzentrierte mich auf Moulan unter mir. Wir nahmen zuerst ein paar Cavalettis zum warm werden, bevor ich sie auf den aufgebauten Parcours brachte. Fehlerfrei waren unsere Durchgänge heute nicht, jedoch hatte ich das Schwierigkeitslevel erhöht. Sie musste engere Kurven gehen und sich schneller auf die neuen Hindernisse einstellen als üblich. Am Ende konnten wir aber doch zufrieden sein. Ein Durchgang ohne gefallene Stange war wirklich lobenswert für eine Stute, die eigentlich nicht als Springpferd geboren ist. Nach dem Abreiten lobte ich Moulan abermals und brachte sie schließlich mit ihrer Abschwitzdecke auf die Weide zu den anderen Stuten. Der Vormittag war damit vorbei.

      Nach der Mittagspause setzte ich mich in meinen Wagen. „Wohin willst du?“ Kerry… Die hatte ich schon ganz vergessen. „Zum Pineforest Stable.“ gab ich knapp zurück und legte den Sicherheitsgurt an. „Aha, was machst du da?“ sie warf einen suchenden Blick auf den Beifahrersitz neben mich. „Ich besuche dort ein Fohlen, das ich gekauft habe.“ Kerry fing an zu strahlen. „Darf ich mit?“ Natürlich sagte ich nicht Nein. Ich hätte keinen triftigen Grund gehabt.
      Auf dem Gestüt von Occulta Smith herrschte regen Treiben. Kerry war begeistert wie viele Pferde und Mitarbeiter es hier gab. An jeder Ecke blieb sie stehen um sich etwas genauer anzusehen. Ich hingegen lief suchend von Gebäude zu Gebäude bis ich Occulta fand. Wir grüßten uns herzlich, bevor sie mich zu PFS‘ Storm Cat führte. Das junge Schimmelstutfohlen tollte auf der Weide und man sah ihr Rennpotential ganz deutlich. Ich war begeistert. Bis zuletzt hatte ich immer versucht mich mehr auf meinen Sport zu fokussieren, doch jetzt da ich eine eigene Ovalbahn hatte, hatte ich die freie Wahl. „Und immer noch zufrieden mit deiner Wahl?“ wollte Occulta wissen und ich nickte. Mehr als das. Ein Schimmelfohlen war schon immer mein Traum. Mit Storm Cat wurde dieser erfüllt. Eine ganze Weile blieb ich am Zaun stehen und sah meinem zukünftigen Pferd zu. Kerry lief währenddessen überall herum, bis sie auch das irgendwann langweilig fand und wieder zurück wollte.

      Erst gegen Abend trafen wir wieder auf dem Bear Brook EC ein. Der Feierabendverkehr hatte uns voll erwischt. Gut zwei Stunden standen wir im Stau. Erst als ich die drei auf der Weide sah fiel mir ein, dass ich sie vollkommen vergessen hatte. „Mist…“ murmelte ich und Kerry sah mich mitfühlend, aber verwirrt an. „Was denn?“ fragte sie. „Eigentlich hätte ich heute Iseabail, Felan und Lady Lyneth Bowen bewegen sollen.“ gab ich zurück und sprang aus dem Wagen, als ich ihn geparkt hatte. Gine war noch immer auf dem Hof, zumindest stand ihr Wagen hier. Ohne Kerry weiter zu beachten suchte ich sie und fand sie in der beleuchteten Reithalle. „Es tut mir leid, Gine. Hast du die drei auch noch bewegt?“ fragte ich. Gine saß gerade auf Mister Blockhead und es sah ganz so aus, als wäre sie gerade fertig mit ihm. Sie nickte lächelnd. „Alles gut, deine Mutter hat mir geholfen und die Reitponystuten mit bewegt.“ Das hieß Princess Sansa, Iceflower, Arcany und Eismärchen waren auch beschäftigt worden. „Wen hast du noch gemacht?“ fragte ich, da ich meine Gedanken gerade nicht sortieren konnte. „Samson, Niffler, Pendragon, PFS‘ Heart of Ocean und Zuckerwatte.“ gab sie zurück und stieg ab. „Das reicht für heute oder?“ fragte sie neckend. „Isaac kam aber auch noch, er hat Come Back Cupcake gemacht und sich dann um Emrys, Mephisto und Vikar gekümmert.“ Nun war ich komplett raus. „Morgen wird es besser.“ versprach ich. Mir tat es wirklich leid, die beiden so allein gelassen zu haben, aber mein Kopf ist heute Morgen anscheinend im Bett geblieben.
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    Bear Brook EC | Freizeitpferde
    Hochgeladen von:
    sadasha
    Datum:
    16 Feb. 2017
    Klicks:
    179
    Kommentare:
    4

    EXIF Data

    File Size:
    304,2 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Abstammung
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Von unbekannt
    Aus der unbekannt

    Exterieur
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Stute
    5 Jahre
    Rasse: Deutsches Reitpony
    Stockmaß/Endmaß: 138cm
    Gewicht: xkg
    Fellfarbe: Smoky Black
    Geno: Ee aa nCr nSb1

    Interieur + Beschreibung
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Verhalten in der Box: Neutral
    Verhalten auf der Weide: Stur


    Charaktereigenschaften:

    Naiv, Arrogant, Neugierig, Aufmerksam

    Die kleine Prinzessin macht ihrem Namen alle Ehre. Sie hat eine naive Ader und stellt sich manchmal scheinbar absichtlich etwas dumm. Das Training mit ihr gestaltet sich allein dadurch sehr abwechslungsreich. Urplötzliches Stehenbleiben oder arrogantes Wegrennen, wenn ihr etwas zu langweilig wird steht auf der Tagesordnung. Sie vertraut im Grunde aber jedem Menschen von Anfang an und ist stets neugierig und offen für Neues.

    Beschreibung
    Princess Sansa ist eine Reitponystute in dunkler Jacke. Sie scheint bei jedem Fellwechsel an Helligkeit zuzunehmen. Als Smoky Black kann es sogar irgendwann soweit sein, dass sie das Erscheinungsbild eines Dunkelbraunen erhält. Durch ihre Genetik ist sie besonders für die Farbzucht interessant. Das Sabinogen hat ihre Augen blau gefärbt und schenkte ihr eine hübsche breite Blesse. Sansa's Gebäude ist wohlproportioniert und die Gelenke sind klar und das trotz ihrer selbst für ein Reitpony recht geringen Körpergröße.

    Vorgeschichte
    Die junge Ponystute hat ihre Kindheit auf einem Reitponygestüt in Westdeutschland verbracht, wo sie all die wichtigen Grundlagen für ihr künfitges Leben beim neuen Besitzer gelernt hat. Auf dem Bear Brook EC wird sie als Unterstützung für Iceflower ausgebildet und soll mit ihr zusammen auf eine mögliche Karriere vorbereitet werden.


    Unterbringung: Nebenstall
    Einstreu: Stroh
    Futtersorte: Heu, Saft- und ggf. Kraftfutter
    Fütterungszeiten: morgens, mittags, abends


    Besitzer: sadasha
    VKR/Ersteller: Elsaria


    Qualifizierungen + Erfolge
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    ● Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Qualifikation durch TB's

    Dressur E A L
    Lektionen der Dressur: E A L


    Springen E A L M
    Show Jumping: E A* A** L M*

    Western E A L M S
    Western Pleasure: LK5 LK4 LK3
    Reining: LK5 LK4 LK3
    Trail: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Pole Bending: LK5 LK4

    Fahren E A L M S
    Dressurprüfung: CAI-A1 CAI-A2 CAI-A4
    Ausdauerprüfung: CAI-M-A1 CAI-M-A2 CAI-M-A4
    Hindernisfahren: CAI-C-A1 CAI-C-A2 CAI-CA4


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Offiziell
    SK 442 - Stuten mit vielseitiger Ausbildung
    [​IMG]

    313. Westernturnier | 316. Westernturnier | 261. Fahrturnier | 263. Fahrturnier | 326. Westernturnier
    [​IMG][​IMG][​IMG][​IMG] [​IMG]
    269. Fahrturnier | 272. Fahrturnier | 333. Westernturnier
    [​IMG][​IMG][​IMG]


    Inoffiziell
    -

    Zuchtverband
    -

    GHP - Prüfungen
    -

    Gewinnsumme: x


    Ausbildung + Zuchtdaten
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Trainingsplan
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren ✔


    1 = Sehr gelassen, 6 = schlechtes / unsicheres Verhalten
    ● Angeboren
    Antrainiert Prüfung Abgeschlossen


    Fremde Umgebungen: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Platz/Halle: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Hufschmied: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Tierarzt: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Wasser: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Gelände: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Straßen: 6 5 4 3 2 1 ✪

    Stangenarbeit: 3 2 1
    Longenarbeit: 3 2 1 ✪
    Verladefromm:
    3 2 1

    Schrecktraining: 3 2 1

    Bodenarbeit
    Treiben + Bremsen ✔ | Rückwärtsrichten ✔ | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Halten ✔
    Abstand halten ✔ | Wenden + Handwechsel ✔ | Abruf ✔

    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Kompliment x | Knien x | Liegen x | Sitzen x | Stehen x
    Rückwärtsrichten x | Spanischer Schritt x | Spanischer Trab x
    Passage x | Piaffe x | Seitengänge x | Traversalen x | Fliegender Wechsel x | Pirouette x
    Steigen (undefiniert) x | Levade x | Pesade x | Ballotade x | Croupade x
    Kapriole x | Courbette x | Lancade x


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Pferdepass

    [​IMG]
    SK 442

    Zur Zucht zugelassen: ja
    Eingetragene Zucht: Bear Brook EC
    Züchter/Herkunft: x

    Trächtig [] Nächste Rosse (alle 21 Tage): x

    Nachkommen
    0/5


    Gesundheitszustand
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt
    Chipnummer: x
    zuletzt kontrolliert []

    Letzte Zahnpflege (jedes Jahr) überfällig

    Wurmkur (jedes Jahr) überfällig
    Tollwut Impfung
    (jedes Jahr) überfällig
    Tetanus Impfung (alle 2 Jahre) überfällig
    Influenza Impfung
    (alle 6 Monate) überfällig
    EHV-1 + EHV-4
    (alle 6 Monate) überfällig


    Gesamteindruck: gut
    Aktue Krankheit/en: x
    Chronische Krankheit/en: x
    Erbkrankheit/en: x


    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt
    Ausgeschnitten/Korrigiert: x
    Hufbeschaffenheit: x
    Hufkrankheit/en: x

    Beschlag vorne: -
    Beschlag hinten: -


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Offizieller HG | PNG | Puzzle-PNG