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Sammy

Pride And Prejudice

Pinto | Hengst | gekört | F || DR: S (0) | SPR: S** (3) | MIL: L (2)

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Pride And Prejudice
Sammy, 30 Nov. 2015
Rinnaja gefällt das.
    • Sammy
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      Trainingsbericht Dressur E-A
      30. November 2015

      "Guten morgen, mein Hübscher!", begrüßte ich meinen neuen Rappschecken Pride & Prejudice liebevoll. Das wundervolle deutsche Reitpferd streckte mir seine samtene Nase entgegen und ließ sich brav aus seiner Box führen. Er war nun seit guten zwei Wochen hier, in denen ich schon ein paar Mal mit dem Hengst trainiert hatte. Er machte sich unterm Sattel einfach großartig und heute wollte ich Pride in der Dressur auf Klasse A trainieren. Ich band den Schecken auf der Stallgasse in einer der Putzstände an, da es draußen viel zu kalt war. Dann fuhr ich mit festen Strichen über sein seidiges Fell, bis es glänzte wie poliertes Ebenholz. Anschließend kratzte ich ihm die Hufe aus, kämmte seine kurze weiße Turniermähne und verlas seinen überdurchschnittlich dichten Schweif. Pride war wirklich ein absoluter Hingucker und dies verstärkte sich noch, wenn der Hengst sich bewegte. Nachdem ich Pride`s Beine bandagiert und ihn aufgesattelt hatte, setzte ich mir meine Reitkappe auf, zog meine gefütterte Reitjacke so weit es ging zu und führte den Hengst hinaus in die eisige Kälte. Donald kam uns mit dem zweiten neuen Hengst Dissident Hawk entgegen und Pride wieherte drohend. Im Gegensatz zu dem ruhigen Paint war der Rappschecke sehr hengstig und durfte daher auch nicht auf die große Gemeinschaftskoppel der Hengste. Ich zupfte einmal an den Zügeln, um seine Aufmerksamkeit zurück zu mir zu lenken und führte ihn dann mit langen Schritten hinüber zur Reithalle. Um den Pferden zu Turnierzeiten Ruhe zu gönnen hatte ich meinen Hof so aufgeteilt, dass sich auf der rechten Hälfte Ställe und Koppeln befanden, während die ganzen Trainingsplätze und -gebäude auf der linken Seite zu finden waren. Notfalls konnte ich den kompletten rechten Teil sogar absperren. Ich schloss erleichtert die Hallentüren hinter mir und stellte Pride auf der Mittellinie auf. Dort gurtete ich nach, ließ die Steigbügel herunter und schwang mich dann in den Sattel. Dann ließ ich Pride mit einem leichten Schenkeldruck antreten und ritt ihn am langen Zügel um die Bahn. Pride ging mit langen Schritten gleichmäßig vorwärts und ich genoss das Gefühl, auf dem großen Hengst zu sitzen.
      Als ich ihn antrabte, fühlte ich mich als würde der Hengst schweben. Er reagierte perfekt auf jede meiner Hilfen und mir war wieder einmal klar, wie viel ich mit diesem Tier erreichen konnte. Pride wollte gefallen und er wollte arbeiten. Ich ritt Volten, Zirkel und einfache Schlangenlinien auf beiden Händen, zwischendurch baute ich Schritt-Trab und Trab-Halten-Übergänge ein, um den Hengst aufzuwärmen und zu lockern. Dann galoppierte ich ihn locker an, drehte auf jeder Hand zwei Runden und begann anschließend mit dem eigentlichen Training.
      Heute mussten wir das Rückwärtsrichten, das Schulterherein, die Schritt-Galopp-Übergänge und die Vorhandwendung erarbeiten. Ich begann mit dem Rückwärtsrichten und parierte Pride bei A zum Halten durch. Diese Lektion kannte der Hengst bereits vom Boden aus, jetzt galt es das Ganze auch über den Sattel zu schaffen. Ich hob mich leicht aus dem Sattel, ließ die Zügel anstehen und gab das Pride schon bekannte Kommando: "Back!". Zunächst spielte der Hengst mit den Ohren, doch als ich das Kommando noch einmal gab, trat er zögernd einen Schritt zurück. Sofort ließ ich die Zügel locker, sank zurück in den Sattel und lobte den großen Hengst. Dank dieser positiven Verstärkung verstand Pride nun auch sehr schnell, was ich von ihm wollte und trat schon bald zuverlässig eine Pferdelänge zurück, wenn ich es von ihm verlangte. Ich rieb über seinen glänzenden Hals und machte nahtlos mit den Schritt-Galopp-Übergängen weiter. Pride & Prejudice reagierte so feinfühlig auf meine Hilfen, dass diese Lektion kaum Übung brauchte. Er setzte haargenau das um, was er bisher aus den normalen Trab-Galopp-Übergängen kannte und ich war furchtbar stolz auf ihn - zeigte sich nun doch, welche Intelligenz der Hengst tatsächlich besaß.
      Als nächstes war das Viereck verkleinern und vergrößern an der Reihe. Dazu ritt ich Pride im Schritt die lange Seite entlang, stellte ihn bereits in der zweiten Ecke der kurzen Seite leicht nach außen und trieb dann bei H mit dem äußeren Schenkel vorwärts-seitwärts, während der innere verwahrend hinter dem Gurt lag. Eine Pferdelänge vor B richtete ich den Hengst geradeaus und ließ ihn ein paar Meter später wieder zurück zum Hufschlag weichen. Das Ganze wiederholten wir dann auch auf der anderen Hand und natürlich im Trab.
      Gleich darauf stand nur noch die Vorhandwendung an. Dazu ritt ich mit Pride auf den zweiten Hufschlag und parierte den Rappschecken dort zum Halten durch. Nun stellte ich ihn in Richtung Bande, trieb mit dem äußeren Schenkel seitwärts, begrenzte die Bewegung mit dem inneren Bein und beendete die Lektion nach 180° mit einer ganzen Parade. Dann klopfte ich dem Hengst begeistert den Hals und ritt ihn in aller Ruhe trocken. Er hatte seine Sache großartig gemacht und den Aufstieg in Klasse A der Dressur spielend gemeistert!
    • Sammy
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      Trainingsbericht Dressur A-L
      26. Dezember 2015

      "Last Christmas I gave you my heart, but the very nex day you gave it away. This year, to sa...." "Sammy! Weihnachten ist vorbei! Ihr habt es versprochen!", beschwerte sich Donald mit rotem Gesicht, als Meg und ich zum zigsten Mal das bekannte Weihnachtslied anstimmten. "Ist so nicht ganz richtig, Ronald Mc Donald" - Meg ignorierte gekonnt Donalds Stöhnen in Anbetracht des ungeliebten Spitznamens - "heute ist der zweite Weihnachtsfeiertag, also genau genommen sehr wohl noch Weihnachten. Somit gilt unser Versprechen erst ab morgen.", erklärte sie ihm grinsend, bevor sie das Lied erneut anstimmte. Donald grunzte und lief mit den Händen über den Ohren davon. Ich zwinkerte Meg zu und fuhr summend damit fort, Pride & Prejudice auf Hochglanz zu bringen. Meg dagegen stand gerade in der Box meines Englischen Vollbluts Ghostbuster, weil sie heute mal wieder ein wenig mit ihm auf die Bahn sollte. Ansonsten war die Amazone eher seltener im Hengststall anzutreffen. "So meine Liebe, ärger die Jungs nicht zu sehr, ich geh jetzt mit Pride trainieren!", sagte ich fröhlich, zog den Reißverschluss meiner Reitjacke zu und trat durch das Stalltor in die eisige Winterluft hinaus. Jetzt, zwischen den Jahren herrschte auf dem Gestüt nicht sehr viel Betrieb. Ich stellte die Pferde, die auf Körungen vorbereitet wurden, zwar auf Hallenturnieren vor, doch die anderen hatten Winterpause und wurden lediglich weiter trainiert oder fit gehalten. Fohlen gab es natürlich auch noch keine, da rechnete ich mit den ersten ab Ende Mai. So konnte ich mich ganz auf das Training meiner Schützlinge konzentrieren, da ich zwischen den Jahren auch keine externen Trainingspferde auf dem Hof hatte und auch nirgendwo hinfliegen oder - fahren musste. Das war zur Abwechslung wirklich einmal sehr entspannend.
      Pride stiefelte mit großen Schritten neben mir her und prustete ab und an den Schnee an. Der große Hengst stammte aus dem Süden Deutschlands, so viel Schnee wie hier hatte er wohl noch nie gesehen. Den ein oder anderen Schneeausritt hatte er mittlerweile selbstverständlich hinter sich, doch trotzdem schien ihm das viele weiße Zeug nicht so ganz geheuer zu sein. Auch ich war froh, als wir der Kälte entkamen und ich die Türen meiner großen Reithalle hinter uns schließen konnte. Anfangs hatte sich Pride auch vor den leeren Triübenen gefürchtet, die sich an einer kurzen und einer langen Seite der Halle erhoben. Da ich jedoch durchaus vorhatte, ab und an Turniere auf meinem Gestüt zu veranstalten, waren diese natürlich notwendig. Außerdem konnten sich die Pferde dann gleich an solche "Monstren" gewöhnen.
      Behutsam zog ich den Sattelgurt enger, ließ die Steigbügel herunter und schwang mich anschließen din den Sattel. Bevor ich zu Pride gegangen war, hatte ich in der Halle ein wenig Musik angemacht, um den großen Schecken auch daran zu gewöhnen. Und natürlich auch, weil sie mir gefiel. Zu meiner Überraschung schien auch Pride die musikalische Untermalung zu gefallen. Er schien mir heute noch ein wenig mehr zu tanzen als sonst, vielleicht sollte ich ab jetzt immer Musik zum trainieren anmachen. Während ich den Hengst auf beiden Händen im Schritt und Trab aufwärmte, ging ich im Kopf die Lektionen durch, die wir heute erarbeiten würden. Dies waren der einfache Galoppwechsel, der Außengalopp, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung. So gut wie Pride sich entwickelt hatte, würden die Anforderungen sicherlich ein Klacks für ihn sein.
      Ich begann wie meist mit dem einfachen Wechsel und galoppierte Pride an, indem ich das äußere Bein eine Handbreit hinter den Gurt legte, den Hengst leicht nach innen stellte und auffordernd mit der Zunge schnalzte. Mehr brauchte es bei dem fleißigen Hengst in der Regel auch nicht und er sprang eifrig vorwärts. Ich wendete auf den Zirkel ab und parierte Pride kurz vor X in den Schritt durch - wie er es im Training für Klasse A gelernt hatte. Dann ließ ich ihn drei Tritte vorwärts gehen, stellte ihn um und galoppierte erneut an. Nachdem wir die Übung auch auf der anderen Hand durchgeführt hatten, machte ich gleich mit der Kurzkehrt weiter. Da diese aus dem Schritt heraus ausgeführt wurde, parierte ich Pride durch und ritt dann mit ihm die lange Seite entlang. Nun ritt ich den Anfang einer Volte, führte den Rappschecken noch mehr in die Biegung hinein, trieb mit dem äußeren Schenkel seitwärts und begrenzte den Hengst mit dem inneren Bein und Zügel. So ließ ich Pride anfangs immer nur ein paar Tritte wenden, da ich ihm nicht beibringen wollte sich einfach herumzuwerfen, sondern jeden Tritt einzeln herausreiten wollte. Irgendwann schafften wir jedoch die geforderten 180° und ich ließ den Hengst direkt im Schritt weitergehen, während ich ihn fröhlich lobte. Das Training mit Pride war genauso herrlich unkompliziert, wie das mit meinem wunderschönen Traberhengst Damon`s Dynamo. Dieses Jahr hatte ich wirklich ein paar ganz besondere Pferde erstehen können. Ich übte die Kurzkehrt noch einige Male, da sie die Voraussetzung für die Hinterhandwendung darstellte, die wir ja heute auch noch erarbeiten mussten. Um Pride eine kurze Pause zu geben, ritt ich den Hengst einige Runden am langen Zügel um die Bahn, bevor ich mit dem Außengalopp weitermachte.
      Diese Lektion begann ich, indem ich den Rappschecken im Handgalopp angaloppierte und dann einfache Schlangenlinien ritt, sodass er in dem Bogen bereits im Kontgalopp gehen musste. Den Bogen zog ich dann immer mehr in die Länge, bevor ich schließlich durch die ganze Bahn wechselte. Kurz vor Erreichen der Bande konzentrierte ich mich besonders darauf, ruhig zu sitzen, damit ich den großen Hengst nicht zum Umspringen animierte. Immerhin wollte ich ja, dass er im Außengalopp lief. So ließ ich ihn zwei Runden um die ganze Bahn gehen, bevor ich Pride wieder durchparierte. Nun wollte ich ihn direkt im Außengalopp anspringen lassen. Dazu stellte ich ihn leicht nach außen, drückte das äußere Bein an und legte das innere eine Handbreit hinter den Gurt. Es dauerte eine Weile bis Pride verstand, was ich von verlangte, doch mithilfe positiver Verstärkung schaffte ich es schließlich, den Hengst im Außengalopp anspringen zu lassen.
      Nun fehlte nur noch die Hinterhandwendung. Diese unterschied sich nicht sehr von der Kurzkehrt, allerdings wurde sie aus dem Halt heraus geritten und auch mit diesem beendet. Somit musste ich sie mit dem intelligenten Hengst auch nicht sonderlich lange üben und wir konnten die Trainingseinheit schon kurz darauf beenden.
    • Sammy
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      Trainingsbericht Dressur L-M
      15. Januar 2016

      "Es ist immer noch so kalt, so langsam reicht es doch mal oder?", nörgelte ich, als ich mit hochgezogenen Schultern mit Pride & Prejudice zur Halle joggte. Es war kalt und dicker Nebel lag über meinem Gestüt. Kurz um- Wetter bei dem man am liebsten mit einer Tasse Tee und den restlichen Weihnachtsplätzchen im Bett liegen würde, anstatt über das Gelände zu turnen. Aber natürlich konnte ich die Pferde nicht einfach im Stall stehen lassen und so stand heute das Abschlusstraining für Pride`s Aufstieg in Klasse M der Dressur an. Der schicke Rappschecke folgte mir auf dem Fuß und schüttelte sich, als wir die Halle erreichten. Augenscheinlich konnte er diesem miesen Wetter auch nichts abgewinnen. Meine aufgedrehteren Pferde waren momentan auch wirklich anstrengend, weil sie nicht auf die Koppeln konnten und die Paddocks ihnen nicht ausreichen. Ich ließ sie zwar so oft wie möglich auf dem umzäunten Sandspringplatz und dem Außenplatz laufen, doch sogar die waren in letzter Zeit des Öfteren gefroren gewesen. In solchem Zustand war es natürlich viel zu gefährlich, die Pferde darauf gehen zu lassen. Gerade meinen Vollblütern machte dieser Zustand zu schaffen, die jüngeren von ihnen ware reine Pulverfässer. Zum Glück war nun schon Mitte Januar und ich setzte all meine Hoffnungen darauf, dass die Weiden bald wieder nutzbar sein würden.
      Pride stupste mich sachte an und holte mich so wieder zurück in die Gegenwart. "Entschuldige mein Schöner, du hast völlig recht, jetzt bist nur du an der Reihe!", sagte ich liebevoll zu ihm, während ich nachgurtete und mich dann in den Sattel schwang. Wir hatten heute sehr viel zu tun und ich war schon gespannt zu sehen, wie das Deutsche Reitpferd sich anstellen würde. Für uns standen der Halt aus dem Galopp, der fliegende Wechsel, das Schulterherein, Travers und Renvers, Traversale und die halbe Pirouette im versammelten Schritt an. Wie gesagt, eine ganze Menge und vor allem die Seitengänge hatten es in sich. Andererseits waren die Seitengänge Pride`s Paradedisziplin, weshalb ich mir nicht vorstellen konnte, dass er damit größere Probleme hatte.
      Daher begann ich direkt nach dem Aufwärmen mit dem Schulterherein. Dazu ritt ich Pride & Prejudice im Schritt die lange Seite entlang, stellte ihn leicht ins Bahninnere und trieb mit dem inneren Bein vorwärts-seitwärts. So bewegten wir uns die Bande entlang und ich lobte Pride danach begeistert. Als die Übung auch auf der anderen Hand und im Trab saß, machte ich mit dem Travers weiter. Dieser wurde auch Kruppe herein genannt. Dazu stellte ich Pride wieder leicht nach innen, trieb diesmal jedoch mit dem äußeren Bein, sodass Pride mit seiner Kruppe ins Bahninnere auswich. Wir übten die Lektion bis sie saß und machten dann nahtlos mit dem Pendant zum Travers, dem Renvers weiter. Diese beiden bildeten nämlich die Vorbereitung für die Pirouette im Schritt. Der Renvers war außerdem die einzige Übung, bei der Pride nach außen gestellt war.
      Um meinem lernwilligen Hengst nun eine kleine Pause von den ganzen Seitengängen zu gönnen, beschloss ich erst einmal mit der Galopparbeit fortzufahren. Genauer gesagt mit dem Halt aus dem Galopp. Dazu galoppierte ich Pride im versammelten Tempo an und gab Mitte der langen Seite die Hilfen zum durchparieren. Die ersten Male fielen noch recht holprig und unsauber aus, doch je mehr ich Pride mit halben Paraden auf das Kommende vorbereitete, desto geschlossener und ruhiger kam der Hengst zum Stehen. Nun waren die fliegenden Wechsel an der Reihe, bevor es mit der Trabarbeit weitergehen würde. Da Pride ein Naturwechsler war, würde ich die Methode des sogenannten "Umwerfens" verwenden. Ich galoppierte Pride im Handgalopp an und wendete auf den Zirkel ab. Kurz vor X stellte ich Pride um und verlagerte mein Gewicht betont auf die andere Seite, so dass ich den schicken Hengst kurzzeitig aus dem Gleichgewicht brachte und er von selbst umsprang und somit die Hand wechselte. Ich lobte den Schecken sofort und wiederholte die Übung auch auf der anderen Hand, bevor wir uns an die Traversalverschiebung machten.
      Für diese brachte ich Pride in die gleiche Stellung wie fürs Schulterherein und ritt dann aus der Ecke kehrt, weil der Hengst somit für die Traversale schon perfekt gestellt war. Nun gab ich mit dem inneren Bein vorwärts-seitwärts treibende Hilfen, während ich das innere verwahrend eine Handbreit hinter den Gurt legte. Als das gut klappte probten wir auch die halbe, doppelte und sogar die Zick-Zack-Traversale, bis ich diese Lektion guten Gewissens beenden konnte. Nun fehlte nur noch die halbe Pirouette im versammelten Schritt, dann war das Training für heute und vor allem für die Klasse M abgeschlossen.
      Ich wendete ein weiteres Mal auf den Zirkel ab, diesmal im versammelten Schritt und verkleinerte diesen dann in Traversalstellung solange, bis Pride sich mit seiner Hinterhand ca in der Zirkelmitte befand. Dann erhielt ich die Biegung aufrecht und trieb Pride seitwärts, sodass sie sich mit ihrer Vorhand um die Hinterhand herumbewegte und mit Letzterer einen kleinen Kreis beschrieb. Auch hier begannen wir langsam und tasteten uns an die geforderten 180° heran, bevor wir schließlich damit begannen, die Übung auch ohne das vorherige Zirkel verkleinern auszuführen.
      Anschließend ließ ich grinsend die Zügel lang und ritt Pride fröhlich vor mich hinsummend trocken. Wieder einmal hatte der große Hengst meine Erwartungen an ihn nicht nur erfüllt, sondern bei weitem übertroffen und ich war unheimlich stolz auf ihn.
    • Sammy
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      Ein neues Jahr beginnt!
      17. Januar 2016

      „Guten Morgen meine Lieben!“, begrüßte ich Meg, Brian, Donald und Samuel fröhlich. Die vier hatten Weihnachten mit mir zusammen verbracht und heute wollten wir auch gemeinsam Silvester feiern. Anna und Patrick waren dagegen zu Hause bei ihren Familien geblieben. Während meine Angestellten die morgendliche Stallarbeit erledigt und die Pferde auf die Paddocks gelassen hatten, hatte ich ein bombastisches Frühstück zubereitet. Von einem rießigen Berg Pancakes tropfte der Sirup, eine gigantische Pfanne mit Rührei stand auf dem Tisch und soeben trug ich gefühlt Kiloweise gebratenen Speck zum Tisch. Samuel und Donald sahen den Teller mit leuchtenden Augen an und ich war schon fast ein wenig verwundert, dass sie nicht mit Sabbern anfingen. Meg verdrehte nur die Augen und setzte sich an ihren Platz, während ich den Speckteller wohlweislich vor ihr abstellte und nocheinmal in der Küche verschwand, um meinen Obstsalat zu holen. Dazu gab es frische Brötchen, frisch gepressten Orangensaft und Latte Macchiato. Für das Abendessen hatte ich Gott sei Danke Hilfe von Meg, denn das Frühstück alleine zuzubereiten war schon ein Haufen Arbeit gewesen und ich wollte heut schließlich wenigstens ein bisschen Zeit mit meinen vierbeinigen Lieblingen verbringen. Meine beiden Katzen strichen schnurrend um die Beine meiner Gäste und sogar Brian ließ sich zu einem Lächelnd herab, während er sich den ersten Bissen Rührei auf der Zunge zergehen ließ. Wir hatten ein wundervolles Frühstück, unterhielten und lachend und brachen schließlich gemeinsam zum Stall auf, um die Pferde für einen kleinen Silvester-Ausritt zu satteln. Allerdings würden wir dafür nur die bravsten meiner Pferde nehmen, da viele Leute ja bereits viel zu früh mit der Knallerei begannen. Als Donald und Samuel ein wenig murrten, sie hätten das sonst auch immer getan grinste ich sie nur an und meinte: „Männer, die an Silvester zu früh schießen, kommen auch sonst immer zu früh!“. Meg und Brian brachen in schallendes Gelächter aus, während die anderen beiden bis über die Ohren rot wurden und sich schnell in den Hengststall verdrückten.
      Donald hatte ich American Baby zugeteilt, Samuel Branagorn, Meg Dorina und Brian Melody`s Girl. Ich selbst würde mich in den Sattel meiner Lebensversicherung Ojos Azules schwingen, sodass wir eine nette kleine Truppe zusammen hatten. Jeder von uns holte sein Pferd vom Paddock und ich unterhielt mich ein wenig mit Samuel, während wir die beiden Hengste fertig machten. Der Schnee lag recht hoch und wir befestigten Nierendecken für die Pferde an den Sätteln. Außerdem packten wir auch uns selbst dick ein. Ich kontrollierte ein letztes Mal den Sitz von Jojo`s Gamaschen, dann führte ich den imposanten Rappen nach draußen auf den Hof, wo ich mich nach dem Nachgurten behände in den Sattel schwang. Die anderen taten es mir nach und schon kurz darauf ritten wir an den unzähligen Paddocks meines Stalls vorbei. Manche der Stuten kamen neugierig ans Gatter, andere blieben in ihren Boxen und sahen aus als wären sie glücklich darüber, im trockenen Stall bleiben zu dürfen. Unsere vier Pferde dagegen schritten flott aus und vor allem Dorina lief mit ihren kurzen Beinchen fast doppelt so schnell wie die Großen. Als wir an einer schier unendlichen schneebedeckten Wiese ankamen, ließ ich die anderen zu mir aufschließen und forderte sie zu einem kleinen Galopp auf. „Aber langsam und ordentlich! Ich will hier auf dem Schnee kein hitziges Wettrennen, auf den Tierarzt kann ich dieses Jahr wirklich gut verzichten!“, mahnte ich die vier, bevor ich Jojo eine leichte Galopphilfe gab. Sofort sprang der schicke Hengst in den Galopp und wir flogen über die dicke Schneedecke. Neben mir konnte ich den strahlenden Samuel auf Branagorn sehen, die anderen liefen ein wenig hinter uns. Am Ende der Wiese parierten wir die Pferde zum Schritt durch und ritten dann in einem großen Bogen zum Gestüt zurück. Es war erst zwei Uhr Nachmittags und somit hatte ich noch ein wenig Zeit für meine Lieblinge. Ich übergab Jojo an Samuel und holte sofort meine geliebte Hannoveranerstute Unannounced Pleasure aus ihrer Box. Die große Falbscheckin wurde gerade auf ihre bald anstehende Krönung vorbereitet und machte sich einfach hervorragend. Trotzdem konnte ein letztes Training in diesem Jahr nicht schaden. Ich führte die schöne Stute zur Reithalle, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Pleasure lief eifrig vorwärts und arbeitete wie gewöhnlich hervorragend mit. Als ich mit der schönen Stute zum Stall zurückkehrte, nahm Meg sie mir sofort ab und Samuel brachte Pride and Prejudice hinaus. Der rießige Rappschecke sollte später einmal Glammy`s Partner für meine Sportpintolinie werden, doch bis dahin war es noch ein weiter Weg, da ich den Hengst erst vor kurzem bei mir aufgenommen hatte und er noch nicht viel beherrschte. Auch mit Pride trainierte ich Dressur, nur um mir gleich darauf meine drei jüngsten zu holen: Ivory, Cirilla und Mississle. Mississle und Ivory waren zwar bereits ausgewachsen und auch schon eine ganze Weile im Training, doch sie waren neben Missy eben die Jüngsten und hatten außerdem viel Zeit zusammen auf der Koppel verbracht. Da ich die aufgedrehten Stuten nicht alleine führen wollte, begleitete Meg mich. Sie führte Ivory, ich Cissy und Missy. Gerade das Achal Tekkiner und das Berbermädchen verstanden sich ausgezeichnet. Ivy war sehr lange recht allein gewesen, da sie für die anderen jungen Stuten zu dominant war. In Cissy hatte sie dagegen endlich jemanden gefunden, der ihr ebenbürtig war. Wir lösten die Stricke von den Halftern der Stuten und ließen sie in der Halle freilaufen. Ab und an rief ich eine von ihnen zu mir, schickte sie ein paar Tritte rückwärts und seitwärts oder forderte sie auf, mir ohne Führstrick zu folgen. Das trainierte ich ein paar Mal mit jedem Stütchen und schon durften sie zurück in ihren warmen Stall. Die drei Jungs hatten mittlerweile die entsprechenden Boxen ausgemistet und Brian brachte mir Hollybrook`s Cheeky Jot nach draußen – das letzte Pferd, das ich heute trainieren würde. Ich liebte all meine Pferde, doch Chexx würde für immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen behalten. Ganz abgesehen von seinem unglaublichen Charakter war er immerhin das erste erfolgreiche Fohlen aus Rawrs und meiner damaligen New Forest Pony Zucht. Ich strich dem Pony den langen schwarzen Schopf aus der Stirn und führte es dann zur Halle. Cheeky folgte mir wie ein Hund und blieb geduldig stehen, bis ich es mir im Sattel bequem gemacht hatte. Der einst so aufgedrehte ungeduldige Hengst war besonnener geworden. Er hatte immer noch ein gehöriges Maß an Temperament, doch inzwischen konnte er dieses in sinnvolle Bahnen lenken, was früher eher gescheitert war. Ich wärmte Cheeky Jot in aller Ruhe auf und fragte dann ein paar schwierige Dressurlektionen ab. Der Hengst ging völlig in seiner Aufgabe auf und wieder einmal nagte das schlechte Gewissen an mir. Sicherlich, Cheeky wurde umsorgt wie ein Gott und bekam auch genug Bewegung, doch ich selbst hatte meines Erachtens nach viel zu wenig Zeit für meinen Lieblingshengst. Leider war es auch nicht möglich, daran etwas zu ändern. Ich war zwar händeringend auf der Suche nach gutem Personal – bei 91 Pferden brauchten wir einfach noch Unterstützung – doch selbst dann würde ich nicht mehr Zeit zur Verfügung haben. Allein die Leitung des Gestüts fraß unglaublich viel von diesem kostbaren Gut und dabei hatte ich den Zuchtbetrieb noch nicht einmal aufgenommen. Ich seufzte und galoppierte Cheeky an, um auf andere Gedanken zu kommen. Der Hengst schüttelte unwillig den Kopf, er schätzte es überhaupt nicht, wenn ich mich nicht auf ihn konzentrierte. „Du hast ja Recht mein Guter, wenn ich schonmal Zeit für dich ganz alleine habe, sollst du auch meine volle Aufmerksamkeit bekommen!“, sagte ich liebevoll zu ihm. Kurz darauf zerriss ein lautes Knallen die nachmittägliche Stille und Cheeky machte einen erschrockenen Satz nach vorn. Er spielte unruhig mit den Ohren und ich wusste genau, dass nur meine vertraute Stimme den schönen Hengst davon abhielt, in gestrecktem Galopp durch die Halle zu rasen. Flott glitt ich aus dem Sattel und griff fest in Cheeky`s Zügel. „Na komm mein Schatz, dann bringen wir dich mal zurück, die anderen brauchen sicherlich auch Hilfe.“ Tatsächlich dauerte es keine zwei Minuten, bis mir Meg entgegengerannt kam. Es knallte mittlerweile alle paar Minuten und die junge Frau war völlig aufgelöst. „Du musst und helfen, die Pferde drehen ja völlig durch!“, sagte sie hektisch. Ich schnalzte mit der Zunge und Cheeky trabte mit flotten Schritten neben mir her. Tatsächlich wieherten meine Pferde panisch, während die Pfleger versuchten, sie in ihre Boxen zu bekommen. Ich schüttelte den Kopf und übergab Cheeky an Meg, die erst einmal die Tür zu seinem Paddock schloss, bevor sie den Hengst in seine Box entließ.
      Ich eilte in die Futterkammer und kam gleich darauf mit der Schubkarre voller Kraftfutter wieder. Ein paar mal geschüttelt und schon kamen Khamar al Sanaa, Ojos Azules, Cazador, Golden Indian Summer, Ghostbuster, Tschiwabschischi, Juego, Hollywood Undead, Fair Prince, Intolerable Life, Eddi`s Dead Pop Romance, Branagorn, Wannabe, GH`s Safriko, Slaters Secret, Pierre, Hollybrook`s Classic Moment und Orfino in den Stall. Während ich das Kraftfutter in ihre Tröge schüttete, liefen die anderen vier nach draußen, kletterten durch die Zäune und schlossen die Außentüren. „Na also, zusammen mit Pride and Prejudice und Cheeky sind nun von 35 Hengsten schon 20 im Stall. Meg, Brian und Donald geht ihr mal in den Stutentrakt und macht es dort genauso, Samuel und ich kommen dann gleich nach.“, wies ich meine Mitarbeiter an, bevor ich zu meinem Araberhengst Wüstentänzer trat und ihn energisch in seine Box schickte. Der schöne Fuchs sah mich argwöhnisch an, entschied dann jedoch, dass seine Box der sicherste Ort war. Ich schloss die Tür und ging sofort in die Box nebenan zu Candle in the Wind. Genau wie dieser brauchten auch mein Neuzugang Dissident Hawk, Damon`s Dynamo, Levistino, Fantastic Fly, Someone, El Racino, Daemon, San Salvador, Caradoc und Hollybrook`s Casanova nur ein paar aufmunternde Worte, bis sie ruhig in ihren Boxen standen. Als nächstes war mein Berberhengst Amayyas an der Reihe. Mit ihm kam außer Brian und mir noch immer niemand klar, doch mittlerweile war der wunderschöne Red Roan sogar gekört. Amayyas war jedoch nicht nervös, er sah eher wütend aus. Ich strich ihm besänftigend über das weiche Maul und dirigierte ihn allein mithilfe meiner Körpersprache in seine Box, gleich darauf schloss Samuel die Tür. Amayyas ließ sich nicht gern herumkommandieren, daher wendete ich bei ihm ausschließlich diese Methode an. Nun fehlten nur noch Black Soul und Hollybrook`s Bloody Valentine. Zuerst widmete ich mich dem Pünktchen-Hengst. Seit ich den schönen Halbbruder von Cheeky vor der völligen Verwahrlosung gerettet hatte, hatte er schon eine unglaubliche Wandlung hinter sich. Menschenansammlungen machten ihm keine Angst mehr und er hatte sogar schon vor geraumer Zeit seine Körung bestanden. An Silvester war es jedoch jedes Jahr, als würde der junge Hengst in eine Art Schockstarre verfallen und es war pures Glück, wenn er mich an sich heran ließ. Ich sprach Valentine leise an, doch der Hengst nahm überhaupt keine Notiz von mir. Also nahm ich ihn kurzerhand am Halfter und zog ihn halb hinter mir her, bis Samuel die Tür geschlossen hatte. Er würde später ein von den Beruhigungsspritzen bekommen, die Eddi mir für den Notfall dagelassen hatte. Zuerst einmal musste ich nun jedoch die anderen Pferde reinholen. Mein nachtschwarzer Hannoveranerhengst Black Soul stand mit flach angelegten Ohren in der hintersten Ecke seines Paddocks und giftete mich an, als ich mich auf ihn zubewegte. Ich sah das weiße in seinen Augen schimmern und beim nächsten Knall sprang der große Hengst mit allen Vieren in die Luft. Ich schüttelte den Kopf und bat Samuel die Longe zu holen. Diese spannten wir über den Paddock und trieben Black Soul so in seine Box, da der Hengst sich nicht einmal mit der Longe berühren lassen wollte.
      Erleichtert wischte ich mir über die Stirn. „So, das wäre geschafft. Dann lass uns mal schauen, wie weit die anderen inzwischen sind!“, sagte ich zu Samuel, während wir mit großen Schritten in den Stutenstall liefen. Dort sah es schon recht gut aus. Die Anwärter Ehawee, Middle Ages, Unannounced Pleasure, Shekitt Quinn, Ivory, Mississle und Cirilla starrten uns mit großen Augen aus ihren Boxen heraus an, doch immerhin waren sie alle sicher im Stall. Auch mein Berber-Neuzugang Pangäa, sowie die Araberstuten Hadeeh, Little Miss Sunshine, Bittersweet, Sharley, Fallen Immortaliny und Melody`s Girl waren drinnen. Dass hier Sahira und Adina de Ra`idah fehlten, wunderte mich nicht. Ich verbrachte einiges an Zeit damit, die beiden ängstlichen Stuten in den Stall zu bekommen, doch dann konnten wir unseren Rundgang fortsetzen. Chaira, The Morticains Daugther, BBs Harmony, My Golden Heart und American Baby hatten sich anstandslos hereinholen lassen, genauso Backup, Ace of Spades, Pirate Island und Far Cry. Kagami el Assuad kam nach einem scharfen Piff meinerseits in die Box getrabt und Success Story xx benötigte Zuspruch und ein paar Streicheleinheiten, bevor sie mir folgte. Die Ponies Little Big Girl, Napayné, Kolibri, Fatimah, Dark Misery, Dorina und Cinnemont`s History kauten alle zufrieden an ihrem Heu und schienen sich überhaupt nicht an dem Trubel um sie herum zu stören. Auch Glammy, Levistino`s Hope, Wild Lady Roxanne, Mahira und Angels Falls First standen einigermaßen ruhig da. Reminiscent Inspiration war tatsächlich neugierig und starrte mit hoch erhobenem Kopf zum Himmel hoch. Trotzdem holte ich die junge Stute schnell herein, man konnte ja nie wissen, wie schnell ihre Faszination in Angst umschlug. Bei meiner Trakehner-Prinzessin Samiyah brauchte ich ein wenig mehr Überredungskunst. Die wunderschöne Cremellostute rannte in ihrem Paddock herum, machte bei jeder Ecke Kehrt und wirbelte wieder herum. Ihre schönen blauen Augen weit aufgerissen, hätte sie mich beinahe sogar über den Haufen gerannt. Nach einem scharfen: „Samiyah!“, sah die Stute mich jedoch wenigstens kurz an. Das reichte mir , um ihr Halfter zu packen und sie in den sicheren Stall zu verfrachten. Zu meiner Erleichterung war meine recht nervöse Andalusierstute Cuchara bereits im Stall und auch Paradises Rafinesse, Mizzi, Benjilala und Salwa reckten mir über den Rand ihrer Boxen ihre weichen Nasen entgegen. Ich kraulte jede Stute kurz und straffte dann die Schultern. Mit meinen New Forests würde es sicherlich die meisten Probleme geben. Und so war es auch. Lediglich Magical Moment, Thousand Sunny, Aimiliani, Fairylike Facility und Golden Flair Standen in ihren Boxen. Brian, Donald und Meg bemühten sich um die anderen, waren aber nicht schnell genug oder kamen gar nicht erst an die nervösen Stuten heran. Bei Everybody`s Darling, meiner erklärten Lieblings-Ponystute war es ganz einfach. Ich rief leise ihren Namen und schon kam die Fuchsstute in ihre Box. Ich hatte Darling mit der Flasche aufgezogen und seitdem hatten wir beide eine ganz besondere Verbindung. Precious Scream, Walk of Fame und Naboo waren zwar nervös, ließen sich jedoch mit Hängen und Würgen in den Stall verfrachten, als sie mitbekamen, dass die meisten anderen Stuten nicht mehr draußen waren. Fehlte nur noch mein Sorgenkind Isola della Pirateria. Die gekörte Rappstute war zwar mittlerweile sehr gut ausgebildet und hatte auch Vertrauen in die Menschen gefasst, doch in außergewöhnlichen Situationen wie dieser, drehte sie zuweilen völlig ab. Ich verfluchte im Stillen die Vollidioten, die mal wieder zwölf Uhr nicht abwarten konnten und näherte mich dann langsam meiner verängstigten Stute. Ich brauchte schließlich die Hilfe von Everybody`s Darling, um Isola in den Stall zu bekommen. Die Rappstute hatte das Waisenfohlen unter ihre Fittiche genommen und anscheinend half Darling`s Ruhe ihr auch. „Die Box ist groß genug, wir lassen die beiden heute Nacht zusammen stehen.“, sagte ich, als Isola`s Tür sicher verschlossen war. Die anderen waren genauso erschöpft wie ich, deshalb lud ich sie auf ein Stück Linzertorte und einen Tee zu mir ins Haus ein, bevor wir uns alle zusammen an die Stallarbeit machen würden.
      Ein paar Stunden später stieg ich aus der dampfenden Dusche, legte ein wenig Make up auf und flog dann in die Küche hinunter, wo ich schoneinmal anfing, das Gemüse vorzubereiten. Kurz darauf erschien Meg und wir schnippelten einträchtig nebeneinander. Als später die Jungs dazukamen, hatten wir lauter Schüsseln mit Fleisch, Gemüse, Käse und Wurst, sowie ein paar leckere Dips auf den reich geschmückten Tisch gestellt. Die Raclettes liefen auch schon auf Hochtouren und alle machten sich gut gelaunt über das Essen her. Um zwölf gingen wir dann hinaus auf ein Feld, sahen und das Feuerwerk an und schauten den Jungs zu, wie sie selbst ein paar Raketen zündeten. Als ich ins Bett fiel war bereits vier Uhr morgens und es schüttelte mich, als ich daran dachte, in zwei Stunden schon wieder aufstehen zu müssen. Wenigstens hatten sich die Pferde nach der Knallerei wieder beruhigt und wir konnten zufrieden ins neue Jahr 2016 starten!
    • Sammy
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      Trainingsbericht Dressur M-S
      28. Februar 2016

      Bibbernd joggte ich von meinem Haus zum Stall hinüber. Ich hatte eigentlich gehofft, dass es nun, Ende Februar ein wenig wärmer wäre, doch dieser Wunsch hatte sich leider nicht erfüllt. Der Schnee war zwar geschmolzen, doch es hing dicker Neben über dem New Forest und somit auch über meinem Gestüt. Die Klamotten waren alle nasskalt und klamm und die Nässe schlug allen auf die Laune - leider auch den Pferden. So wunderte ich mich nicht wirklich, als mein wunderschönes Deutsches Reitpferd Pride & Prejudice beim Aufsatteln die Ohren anlegte und unwillig mit dem Huf aufstampfte. "Pride, ich kann dich ja verstehen, aber benimm dich bitte. Immerhin steht heute unser Abschlusstraining für die Klasse S in der Dressur auf dem Programm. In den letzten Wochen hatten wir hart trainiert und unter anderem den spanischen Schritt, die Schaukel und die Piaffe vom Boden aus erarbeitet. Nun galt es das ganze aufs Reiten zu übertragen und außerdem standen die Traversale im Galopp und die Passage auf unserem Trainingsprogramm. Bisher machte Pride & Prejudice jedoch so toll mit, dass ich da eher weniger Bedenken hatte. Ich sattelte Pride fertig auf, ignorierte das Giften des sonst eigentlich sehr umgänglichen Hengstes und führte ihn anschließend über den Hof hinüber zur Reithalle. Dort angekommen, stellte ich ihn auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Als ich mein Gesäß gerade im Sattel plaztiert hatte, schwang Pride sein Hinterteil erst zur Seite und lief dann rückwärts. "Pride!", sagte ich entsetzt. Das hatte der Hengst nicht einmal in unseren ersten Trainingseinheiten gemacht und natürlich war ich jetzt, auf so hohem Niveau nicht gerade begeistert von solchem Benehmen. Mit einem leichten Klaps mit der Gerte wies ich den großen Hengst zurecht, was der mit einem unwilligen Kopfwerfen quittierte. Na das konnte ja heiter werden. Vielleicht wurde Pride mit ein wenig Bewegung umgänglicher. Ich ließ den Hengst im Schritt antreten und begann sofort damit ihn zu beschäftigen. Im Trab durfte ich erst einmal zwei harmlose Bocksprünge aussitzen, was ich Pride dankte, indem ich von nun an immer wieder Schritt-Trab und Trab-Halten-Übergänge ritt. Endlich nahm der große Hengst seinen Kopf herunter, wölbte den Rücken auf und lief wieder so, wie ich es von ihm gewohnt war. Ich atmete erleichtert aus und begann nun zur Einstimmung ein paar Lektionen der Klasse M zu reiten. Grinsend stellte ich fest, dass Pride seine kurze Rebellionsphase offentsichtlich schon wieder überwunden hatte und trieb ihn nun in den Galopp.
      Anschließend begannen wir mit der sogenannten Schaukel. Bei dieser Lektion ging es darum, das Pferd möglichst fließend vom Rückwärtsrichten im Schritt antreten zu lassen und andersherum. Also parierte ich Pride zum Halten durch und richtete das deutsche Reitpferd rückwärts. Noch während er den letzten Tritt zurück machte, gab ich ihm schon wieder die Hilfen zum Antreten. Das Ganze wiederholten wir ein paar Mal, doch dank unserer gründlichen Vorbereitung am Boden saß die Lektion schnell.
      Als nächstes war auch schon die Piaffe an der Reihe. Die Erarbeitung dieser Lektion ähnelte ein wenig der Schaukel, nur dass ich Pride diesmal aus dem Rückwärtsrichten heraus antrabte. Interessant war vor allem die Phase zwischen den beiden Tempi, denn dort zeigten sich im Idealfall die ersten Piafftritte. Irgendwann war Pride soweit, dass ich ihn versammeln konnte, bis er aus dem Trab heraus die Piaffe zeigte. Seine Hinterhand war dabei deutlich gesenkt und sein Rücken aufgewölbt - beides deutliche Zeichen dafür, dass die Übung den Hengst nicht überforderte.
      Um Pride eine kleine Pause im Galopp zu gönnen, machte ich mich nun als nächstes an die Traversale. Der Hengst verstand den Übergang vom Trab in den Galopp schnell und kurze Zeit später traversierten wir im Galopp durch die Bahn. Ich lobte den Rappschecken und ging nahtlos zur letzten Lektion, der Passage.
      Um diese Lektion optimal vorzubereiten, hatte ich Pride den spanischen Schritt beigebracht. Diesen wiederholte ich nun auch vom Sattel aus. Dies hatte ich in vorherigen Trainingseinheiten bereits geübt, sodass ich die Übung nun problemlos abrufen konnte. Eigentlich brachte ich meinen Pferden eher selten Zirkuslektionen bei, doch der spanische Schritt war wirklich eine super Hilfe zum Erlernen der Passage. Nun ging es allerdings darum, den spanischen Schritt in den Trab zu übertragen. Ich ließ Pride also antraben und verstärkte die Hilfen für den spanischen Schritt damit, dass ich wie zu Anfang sacht Pride`s Vorderbeine antippte, damit er sie höher hob. Nach und nach nahm Pride immer mehr Gewicht mit der Hinterhand auf, wodurch er auch in der Vorhand freier wurde. Ich wiederholte das Ganze auch auf der anderen Hand und lobte Pride dann überschwänglich, während ich die Zügel lang ließ und den nun wieder sehr braven Hengst trocken ritt.
    • Sammy
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      Trainingsbericht Springen E-A
      28. April 2016

      "Herrlich, oder Meg?", sagte ich, während ich den Kopf in den Nacken warf, um mir die warmen Sonnenstrahlen aufs Gesicht scheinen zu lassen. Wir kamen gerade mit den Hannoveranerstuten Reminiscent Inspiration und Unannounced Pleasure von einem wunderbaren Ausritt zurück und am liebsten würde ich gleich das nächste Pferd satteln, um ins Gelände zu reiten. Allerdings stand nun etwas anders auf dem Programm. Ich wollte mein Deutsches Reitpferd Pride & Prejudice im Springen auf Klasse A trainieren. Der Hengst ging in der Dressur mittlerweile schon auf S-Niveau und ich war wahnsinnig stolz auf seine Fortschritte. Er war nun auch bald soweit zur Körung zu gehen und darauf wollte ich ihn so gut wie möglich vorbereiten. Da Pride ein Vielseitigkeitspferd war, stand nun als nächster Schritt das Springreiten auf dem Programm. Ich hatte bereits am Morgen einen netten A-Parcours für uns aufgebaut und wenn alles glatt lief, wartete Pride bereits geputzt und gesattelt am Stall auf mich. Wir lenkten die Stuten an den Koppeln vorbei, auf denen meine herrlichen Tiere das schöne Wetter genossen und kehrten dann zum Stall zurück. Ich ließ mich aus dem Sattel gleiten, gab Inspiration einen dicken Kuss auf die weichen Nüstern und übergab sie dann an Samuel, der Pride tastächlich schon mit Springsattel, Gamaschen und Martingal ausgestattet hatte, sodass ich den imposanten Hengst nur noch trensen musste. Pride reckte den Kopf nach den Stuten und stieß ein tiefes Brummeln aus. Trotzdem nahm er brav das Gebiss ins Maul und ließ sich anstandslos zum Sandspringplatz führen. Der Hengst hatte einfach tadellose Manieren. Ich lobte ihn für sein gutes Benehmen und schloss das Gatter zum Springplatz. Dann schwang ich mich in den Sattel des Hengstes und wärmte ihn im Schritt und Trab um die Hindernisse herum auf. Anschließend baute ich einige Trabstangen und auch Cavaletti in die Aufwärmübungen mit ein, die der Hengst brav überwand. Der heutige Parcours bestand aus insgesamt sieben Hindernissen mit einer Maximalhöhe von 1,10 Metern und einer Maximalweite von 1,25 Metern.
      Ich ritt Pride & Prejudice im Arbeitsgalopp auf das erste Hindernis- einen Steilsprung zu und wir flogen in perfekter Harmonie darüber. Ich sprang Pride noch nicht allzu lange, doch ich hatte bereits bei den ersten Malen gemerkt, wie viel Spaß der Hengst daran hatte. Dies bestärkte mich natürlich in meiner Entscheidung, aus dem Hengst ein erfolgreiches Vielseitigkeitspferd zu machen. Direkt nach dem Steilsprung ging es durch eine Wendung zum ersten Oxer des Parcours. Ich trieb Pride ein wenig mehr vorwärts und wieder hob der Hengst am genau richtigen Absprungpunkt ab. Direkt nach der Landung versammelte ich den Hengst, da nun die zweifache Kombination auf uns zukam. Wir überwanden den ersten Steilsprung und nach vier Galoppsprüngen direkt den zweiten. Wieder flog Pride mit eng an den Bauch gezogenen Vorderbeinen über die Hindernisse, als wären diese überhaupt nicht vorhanden. Sprung vier war ein überbauter Wassergraben, vor dem ich Pride ordentlich antrieb, da dies der breiteste Sprung des Parcours war. Als nächstes ging es über eine Tripplebarre und zum Schluss noch über eine Mauer. Dann ließ ich den Hengst ausgaloppieren und parierte ihn zum Schritt durch, während ich ihm lobend über den schweißnassen Hals strich. Da heute so herrliches Wetter war, würde ich mit dem schicken Deutschen Reitpferd zum Abkühlen eine Runde über das Gestüt drehen.
    • Sammy
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      Trainingsbericht Springen A-L

      9. Mai 2016

      "Pride, Pride, mein schöner Pride!", sang ich fröhlich vor mich hin, während ich zu den Hengstkoppeln lief, auf denen unter anderem mein Deutsches Reitpferd Pride & Prejudice stand. Ich hatte die Hoffnung, den Hengst im nächsten oder spätestens übernächsten Monat zu einer Hengstkörung melden zu können und wollte zuvor seine Springausbildung noch ein wenig vorantreiben. Die Dressur saß tadellos und Pride hatte Spaß am springen - also quasi eine win-win-Situation. Der große Rappschecke kam sofort zum Zaun galoppiert und drückte seinen großen Kopf gegen meine Brust. Er war wahnsinnig menschenbezogen und brauchte seine täglichen Zuwendungen fast so wie die Luft zum Atmen. Ich strich ihm liebevoll den langen weißen Schopf aus der Stirn, während ich ihm das Halfter über den Kopf streifte. Von nebenan wieherte mein Berberhengst Amayyas, dem es nie gefiel, wenn man sich nicht mit ihm beschäftigte. Leider musste der auffällig gefärbte Hengst alleine stehen, da er sich mit anderen Hengsten wirklich überhaupt nicht verstand. Ich war schon fast soweit, mir eine Ziege oder einen Esel zuzulegen, der ihm dann Gesellschaft leisten konnte. Denn selbst Wallache mochte Amayyas nicht sonderlich.
      Ich schüttelte seufzend den Kopf und führte Pride am Hengststall vorbei zum Putzplatz. Dort band ich den imposanten Hengst an und begann mit gleichmäßigen Strichen sein kurzes, seidiges Fell zu bürsten. Der Hengst lehnte sich wohlig brummelnd dagegen ich ich lachte, während ich sein Gesicht mit seiner Schmusebürste reinigte. Als auch die Hufe ausgekratzt, die Mähne gekämmt und der Schweif verlesen waren, konnte ich ihm die Gamaschen anlegen und ihn aufsatteln. Ich selbst rüstete mich mich Helm, Schutzweste und Handschuhen aus, bevor ich mich mit dem Hengst im Schlepptau auf zum Springplatz machte. Heute stand für ihn der Aufstieg im Springen auf Klasse L an und ich freute mich schon richtig auf das Training. Den Springparcours hatte ich natürlich bereits aufgebaut und so konnte ich Pride um die Hindernisse herum aufwärmen. Ich ritt ihn zuerst auf beiden Händen im Schritt um den Platz, bevor ich mit dem leichttraben beginn. Anschließend ging es über Trabstangen und dann konnte ich Pride endlich angaloppieren. Der große Hengst spielte mit den Ohren, klappte sie jedoch immer wieder nach hinten, in meine Richtung. Er wartete auf meine Signale, die ihn zum ersten Sprung führen würden. Im Gegensatz zu einigen anderen meiner Kandidaten würde es Pride nie in den Sinn kommen, einfach auf das nächstbeste Hindernis zuzurennen. Dafür war der Hengst viel zu gut erzogen. Wie auch beim Training für Klasse A bestand der Parcours aus sieben Hindernissen, diesmal allerdings mit einer Maximalhöhe von 1,20 Metern und einer Maximalweite von 1,35 Metern. Weiterhin gab es nun auch zum ersten Mal eine dreifache Kombination. Er war also schon wesentlich anspruchsvoller, als beim letzten Stufentraining. Pride galoppierte frisch vorwärts und wurde minimal schneller, als ich endlich den ersten Sprung - einen Steilsprung - anvisierte. Nach einer recht engen Wendung ging es direkt in die erste zweifache Kombination hinein, die aus einem Oxer und einem Steilsprung bestand. Ich nahm Pride schon für die Wendung ein wenig zurück und wir kamen spielend durch die Zweifache. Die nachfolgende Tripplebarre überwand Pride ohne größere Anstrengungen mit viel Luft dazwischen und auch in die nächste zweifache Kombination kamen wir sauber hinein. Der Aussprung war etwas knapp und ich vergewisserte mich mit einem Blick über die Schulter, ob die Stange noch lag. Sie wackelte zwar in der Halterung, schien aber nicht genug Schwung zu haben, um auf dem Boden zu landen. Für Pride und mich ging es jetzt auf einer langen Geraden zum drei Meter breiten Wassergraben. An diesen hatte ich den schönen Hengst ersteinmal vom Boden aus gewöhnt, da er anfangs nicht allzu begeistert von dem glitzernden Wasser gewesen war. Jetzt legte er an Tempo zu und überwand den Graben mit einem rießigen Satz und einem unwilligen Schweifschlagen. Aber immerhin ging er bereitwillig darüber. Nach der Landung musste ich Pride sofort wieder aufnehmen, da nun die dreifache Kombination vor uns lag. Diese hatte es wirklich in sich und wir mussten unsere volle Konzentration darauf verwenden, sauber hindurch zu kommen. Die dreifache bestand aus zwei Steilsprüngen und einem abschließenden Oxer. Pride sprang über den ersten Steilsprung, nach zwei Galoppsprüngen setzte er über den zweiten und nach einem weiteren Sprung über den Oxer. Wieder wackelte die oberste Stange und diesmal viel sie auch. Ich trieb Pride trotzdem munter vorwärts, da der Hengst natürlich auch lernen musste, nach einem solch kleinen Fauxpax einfach weiterzumachen. Der schöne Hengst fing sich tatsächlich schnell wieder unf flog mit viel Luft dazwischen über die Mauer - den letzten Sprung des Parcours. Ich warf die Faust in die Luft und sagte lachend: "Toll gemacht, Pride! Du bist der beste, ich liebe dich!" Während ich ihn zum Schritt durchparierte und zum Gatter des Platzes ritt, vernahm ich Donalds feixende Stimme: "Siehst du Samuel? Deshalb hat sie keinen festen Freund, sie liebt einen Hengst. Welcher Mann sollte da schon mithalten können?" Ich wurde feuerrot und ignorierte den Kommentar gekonnt, während ich Pride weiter am langen Zügel zwischen den Hindernissen trocken ritt. Immerhin hatte Pride seine Sache hervorragend gemacht und das durfte ruhig auch gewürdigt werden!
    • Bracelet
      Hufschmiede Burning Spring
      Hufschmiedbesuch
      24. Mai 2016

      Es war ein regnerischer Tag als ich auf Sammys Gestüt kam. Trotz einer schlimmen Erkältung, welche mich in den letzten Tagen heimgesucht hatte, wollte ich den mir gegebenen Auftrag unbedingt erledigen und den Termin nicht noch einmal verschieben.
      Die Nässe schien mir durch Mark und Bein zu dringen während ich in meinen großen, dottergelben Gummistiefeln hinüber zu den Nebenstallungen stapfte. Dort schob ich die schwere Stalltür zur Seite und erblickte Sammy, welche mich sofort herzlich begrüßte.
      Sie war gerade dabei gewesen ihren hübschen Schecken Pride And Prejudice zu putzen, einen wunderschönen Pintohengst. Ich näherte mich ihm, nachdem Sammy und ich ihn zusammen zu Ende geputzt hatten, vorsichtig und ließ ihn mich erstmals in Ruhe mustern. Er war mir gegenüber sofort sehr offen, weshalb ich mich schon bald seinen Hufen widmete. Diese kontrollierte ich daraufhin sehr gründlich auf Härte, Form, Stellung und einige weitere Kriterien. Sie waren in einem ausgezeichneten Zustand, weshalb keine Korrektur notwendig war. Dennoch war das routinemäßige Ausschneiden wieder an der Reihe. Dazu ließ ich den Hengst sein Bein geben und machte dann mit meinem Hufrinnenmesser einen kleinen Schnitt in die weiße Substanz seines Hufes. So konnte ich feststellen wie viel Horn ich von der Sohle nehmen konnte. Es war nicht sonderlich viel. Dennoch war es notwendig und würde auch das Hufeauskratzen in Zukunft wieder etwas erleichtern, da das Sohlenhorn an manchen Stellen bereits etwas uneben gewuchert war und sich hier oft gerne Steine absetzen, welche möglicherweise übersehen werden konnten.
      Damit war meine Arbeit bei diesem Pferdes auch schon wieder getan und Sammy führte mich weiter zu Middle Ages, einer Traberstute, welche mir ebenso wie der schöne Hengst zuvor sofort viel Vertrauen entgegenbrachte und keinen Anschein machte mich nicht zu mögen oder gar irgendwie ängstlich zu sein.
      Deswegen widmete ich mich bei ihr ebenso relativ schnell der Hufkontrolle. Bei ihr fiel mir allerdings ins Auge, dass die Hufwände der Vorderhufe etwas zu flach waren, was ich allerdings ohne große Probleme oder Aufwand beheben konnte. Sie machte dabei brav mit. Genauso beim Ausschneiden, bei welchem ich bei ihr ebenso loses Horn mit dem Hufrinnenmesser entfernte und auch íhren Strahl etwas in Form brachte. ,,Gutes Mädchen.'',lobte ich sie nun und ließ ihre Besitzerin etwas schwitzen, um mir, aufgrund ihrer vorherigen Hufstellung, ihr Gangbild anzusehen. Dazu ließ ich mir die Stute im Schritt und Trab vorführen und es sah alles sehr gut aus, weshalb die Süße anschließend auch schon wieder in ihre Box entlassen werden konnte.
      ,,Das hier ist Dissident Hawk, der letzte im heutigen Bunde.'',sagte meine Auftraggeberin nun zu mir und deutete auf einen weiteren Schecken, diesmal ein sportliches American Paint Horse. Auch er war, zumindest in meinen Augen, ein sehr wohlerzogenes und braves Pferd, welches bloß ein wenig neugierig war, wenn man bedachte, dass er wirklich alles an mir und meinem Hufschmiedkoffer ganz genau unter die Lupe nahm und abschnupperte.
      Was seine Hufe betraf war wirklich alles tip-top. Die Härte stimmte wie die Faust aufs Auge, wie man so schön sagte, und auch der Rest war sehr gut, weshalb man sich bei ihm wirklich keine Sorgen um Hufeisen machen musste. Korrektur war keine nötig, nur ausgeschnitten hatte ich den Barhufer anschließend um auf Nummer sicher zu gehen.
      Anschließend bot mir Sammy noch einen wohltuenden Tee an, ehe wir uns verabschiedeten und cih auch schon wieder die Heimreise antrat.
    • Sammy
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      Tierarztkontrolle von Eddi
      Middle Ages, Pride & Prejudice und Dissident Hawk

      31. Mai 2016

      "Sammyyyyy! Hallo?!", rief ich in den rießigen Stall hinein. Meine beste Freundin hatte mich mal wieder gebeten, mich um einige ihrer Pferde zu kümmern und natürlich war ich so bald wie möglich nach England aufs Hollybrook Stud Zuchtgestüt gefahren, um ihrem Wunsch nachzukommen. Gleich darauf flog mir eine hochgewachsene Gestalt entgegen und Sammy umarmte mich stürmisch. "Oh, wie schön dich wieder zu sehen! Es ist schon wieder viel zu lange her, warum schaffen wir das bloß nicht öfter?", fragte ich sie, während wir die Stallgasse hinunter gingen. Ich sollte heute drei Pferde untersuchen, die demnächst zur Körung sollten und ich freute mich schon auf Sammy`s Vierbeiner.
      Zuerst gingen wir zu einer hübschen Traberstute Namens Middle Ages, die ich bisher noch nie untersucht hatte. Age, wie Sammy sie liebevol nannte, ließ sich brav aus ihrer Box hinaus auf den Putzplatz führen und folgte Sammy wie ein Lämmchen. Ich tastete die Stute ab, besah mir besonders gut Beine und Rücken der Stute und horchte anschließend Herz und Lunge ab. Bisher gab es rein gar nichts zu beanstanden. Middle Ages sollte zudem auch noch geimpft und entwurmt werden, weshalb ich gleich die Spritzen bereit machte. Die junge Traberstute bekam ein Kombi-Präperat aus Herpes und Influenza, sowie eine Spritze gegen Tetanus und eine gegen Tollwut. Middle Ages ließ alles brav über sich ergehen und zuckte nur beim Einstich kurz zusammen. Sie öffnete sogar für die Wurmkur bereitwillig das Maul und schluckte die Paste anstandslos. Sammy war völlig begeistert darüber, wie brav Age war. "Okay, jetzt führ sie mir noch kurz vor und sie ist entlassen!", wies ich Sammy geschäftsmäßig an. Diese nickte und band die Rappscheckstute los, um sie vor mir im Schritt und Trab auf und abzuführen. Wie erwartet lief Age absolut taktklar und war somit bereit für den Stutbuchwettbewerb.
      Kaum, dass die schöne Stute wieder auf ihrer Koppel stand, kam ein großer rothaariger junger Mann mit einem imposanten Rappschecken aus dem Stall. "Darf ich vorstellen? Pride and Prejudice, der Freund für Glammy!", sagte Sammy fröhlich und ich hörte den Stolz, der in ihrer Stimme mitschwang. Der große Rappschecke mit der reinweißen Mähne schaute mich aufmerksam an. Er schien sich noch nicht ganz sicher zu sein, was er von mir halten sollte und entschied sich dafür, erst einmal vorsichtig zu sein. Ich hielt ihm die flache Hand hin und strich über seine samtene Nase, bevor Sammy ihn festband. Bei Pride ließ ich mir ein wenig mehr Zeit, insbesondere vom Impfen war der Hengst so überhaupt gar nicht begeistert und tänzelte mit hoch erhobenem Kopf auf der Stelle herum. Sammy redete mit Engelszungen auf ihn ein und schließlich durfte auch Pride auf die Hengstkoppel, um sich auszutoben.
      "So, jetzt nur noch Hawk! Den kennst du ja!", sagte Sammy grinsend und führte kurz darauf einen beeindruckenden Grulloschecken aus dem Stall. Dissident Hawk stammte von meinen beiden Zuchtpferden Like Honey and Milk und Dissident Aggressor ab und ich freute mich sehr zu sehen, wie toll sich der Junghengst gemacht hatte. Sammy hatte mich sogar gebeten ihn bei der nächsten Hengstkörung vorzustellen, da sie dort selbst mit Pride teilnehmen würde und ich hatte freudig zugestimmt. Hawk ließ die Untersuchung mit stoischer Ruhe über sich ergehen, verlangte danach aber von uns beiden Streicheleinheiten. "Er macht gerne ein wenig auf bemitleidenswerdes armes Pferdchen", erklärte Sammy lächelnd, während sie dem Hengst liebevoll den langen Schopf aus der Stirn strich.
      Wir entließen auch das letzte Pferd für heute und drehte dann eine Runde über das Gestüt, damit ich mir Sammy`s Pferde mal wieder in Ruhe ansehen konnte...
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  • Album:
    Überflieger
    Hochgeladen von:
    Sammy
    Datum:
    30 Nov. 2015
    Klicks:
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    Kommentare:
    26

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  • Pride & Prejudice
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    [engl.: "Stolz & Vorurteil]
    Spitzname: Pride


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    ~ Abstammung ~
    Von:
    Perfect Motion
    V: Primos
    M: Epona

    Aus der: Heart of Gold
    V: Manaik
    M: Hope for Pride

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    Rasse: Deutsches Reitpferd (Pinto)
    Geschlecht: Hengst
    Geburtsdatum: 01. Januar 2010
    Stockmaß: 1.76 m
    Fellfarbe: Black Splash Tovero | Rappschecke
    Kopfabzeichen: Schnippe
    Beinabzeichen: v.l. hochweißer Stiefel, v.r. weißer Kronrand

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    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Pride & Prejudice ist ein stolzer Hengst mit tollem Exterieur und bestechend blauen Augen. Der große Rappschecke besitzt drei sehr schöne Grundgangarten, wobei vor allem sein Trab ein echter Hingucker ist. Doch Pride macht auch im Springparcours und auf der Militarystrecke eine extrem gute Figur, was ihn zum prädistinierten Vielseitigkeitspferd macht.
    Charakterlich ist Pride & Prejudice meist ein wahrer Schatz, er bietet sich gerne an, ist arbeitswillig und intelligent. Andererseits wird es dem eifrigen Hengst auch schnell langweilig, weshalb man ihn immer gut beschäftigen sollte, um ihn bei Laune zu halten.
    Alles in allem ist Pride & Prejudice für Sport und Zucht interessant und das Hollybrook Stud Zuchtgestüt ist gespannt zu sehen , was der Hengst noch erreichen wird!

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    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: ///
    Ersteller: Sammy
    Vkr: ///

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    ~ Qualifikationen ~
    Dressur: S
    Springen: S**
    Military: L
    Fahren: L
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    ~ Schleifen ~
    Gewinner der HK[481] Alle Hengste
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    1. Platz beim 338. Springturnier
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    2. Platz beim 234. Militaryturnier
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    1. Platz beim 235. Militaryturnier
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    2. Platz beim 121. Synchronspringen
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    2. Platz beim 355. Springturnier
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    2. Platz beim 8. Synchronfahren
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    3. Platz beim 272. Fahrturnier
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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig: Ja
    Nachkommen: ///
    Geschwister: ///