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Elii

Poppysmic* -- Deutsches Reitpony

*2008; im Besitz seit: 12. Mai 2015

Poppysmic* -- Deutsches Reitpony
Elii, 19 Juli 2015
Rinnaja, Zaii, AliciaFarina und 2 anderen gefällt das.
    • Elii
      Pflegebericht 31. Mai 2015 - Ankunft
      1919 Zeichen

      Verkrampft kniff Elisa ihre Augen zusammen und versuchte so böse wie irgendwie möglich dreinzuschauen.
      „Ich hab mich schon drei Mal entschuldigt. Auch wenn es definitiv nicht nötig war.“, sagte ich genervt und drehte mich von ihr weg. Schon den ganzen Morgen durfte ich mir anhören, dass sie das Vorrecht auf alle Deutsche Reitponys dieser Welt hatte und ich nicht auf einmal damit anfangen könnte, welche zu kaufen. Und ich hätte mit meinen zwei Reitponys sowieso schon die Grenze erreicht, schließlich züchtete ich Warmblüter! Dass das Pony von IHREM Kronjuwel abstammte, sollte mich dann endgültig überzeugen. Tat es aber nicht.
      Nachdem ich ihr gesagt hatte, dass sie so viel quatschen konnte wie sie wollte, weil der Kaufvertrag bereits untrschrieben war, strafte sie mich mit Stille. Trotzdem stand sie schon über eine halbe Stunde mit mir auf dem Hof, um mein neues Pony zu begutachten.
      Als endlich der Anhänger auf den Hof fuhr, drängte sich Elisa in den Vordergrund. Sie tat gerade so, als wäre es ihr neues Pferd!
      Die Laderampe ging runter und ein goldgelbes Pony blickte uns entgegen. Mit einem Mal erwachte jemand neben mir und begann immer näher auf den Anhänger zu zu gehen.
      „Meins.“, zischte ich und schob Elisa zurück. Die Ponystute tapste vorsichtig herunter und lief brav hinter mir her. Sie bekam zuerst ihren eigenen Bereich auf der Koppel, bevor Poppysmic, so hieß das Goldpony, zu den anderen kommen sollte.
      „Was soll denn bitte Poppysmic heißen?“, fragte Elisa, als sie das Boxenschild in der Stallgasse erblickte.
      „Das ist dieses Blub, wenn man die Lippen auseinander macht.“, versuchte ich mit wildem Gestikulieren zu erklären. „Schau, das hier.“
      Die restliche Zeit blubbten wir uns gegenseitig mit den Lippen an und nervten damit auch Gwen und Jojo, die sich auf Gwens Hof zum Kaffee getroffen hatten. Das uns Jojo ordentlich in den Nacken schlug, hatten wir dann auch wirklich verdient.
    • Elii
      Pflegebericht 07. Juni 2015 - Sagte ich schon "Poop"?
      6052 Zeichen, von Gwen

      Ich kniff den Mund zusammen und saugte emsig weiter, aber das permanente Klingeln wollte nicht aufhören. Dementsprechend wütend lief ich zur Tür und riss sie, um Elisa drohend den Staubsauger ins Gesicht zuhalten „Was?!“, fragte ich genervt und laut über den Lärm das Staubsaugers hinweg, der kurz davor war, Elisas Haar einzusaugen. Geistesgegenwärtig und in ihrer üblichen Art und Weise drückte sie den Ausknopf und lächelte mich an. „Wir wollten dich fragen ob du mit ausreiten möchtest?“, fragte sie freundlich, als ob sie kein Wässerchen drüben könnte. „Siehst du nicht, dass ich gerade was zu tun habe? Nenne mir einen Grund, weshalb ich mit euch jetzt unbedingt ausreiten sollte?“, meinte ich sarkastisch mit gerunzelter Stirn (Oh, wir waren Meister in Gesichtsmimik).
      Elisa trat stumm nur einen Schritt zur Seite, grinste und gab mir so Blick auf den Hof frei. Dort standen (natürlich) Elena und Jojo, aber dann sah ich den Grund warum es sich tatsächlich lohnte, mitzureiten und so rannte ich in Socken über die Veranda. „ZAIIIIII!“, quietschte ich und fiel unserer Freundin um den Hals. Die grinste nur wie immer von einem Ohr zum anderen und quetschte ein „Hey“ hervor, während ich sie fast erdrückte.
      Fünf Sekunden später philosophierten Jojo und Elena darüber, dass ich erstens vollkommen unmodisch gekleidet war und sie es zweitens als sehr sinnlos erachteten, mit Socken über den Hof zu rennen. Ich drehte mich nur genervt um und huschte zurück ins Haus um mich umzuziehen. Dass ich dabei den frisch gesaugten Boden wieder einsaute, interessierte mich ausnahmsweise nicht, auch wenn Elisa mich gefühlte hundert Mal darauf hinwies.

      Eine Viertelstunde später saß ich auf meiner Ponystute Minnie Maus und wir konnten los. Neugierig musterte ich die Pferde der anderen und verdrehte dann genervt die Augen. „Noch eindeutiger kann eine Verschwörung ja wohl nicht sein. Und das Elisa daran Schuld ist, sieht man noch eindeutiger“, stöhnte ich. Alle saßen auf deutschen Reitponys, nur ich saß auf einem New Forest Pony. Davon abgesehen war ich sowieso die einzige, die kein Reitpony besaß, aber das überging ich jetzt einfach mal.
      „Was hast du da vorhin eigentlich für einen Quatsch gemacht?“, fragte mich Elena und ich schaute sie verwirrt an. „Gesaugt? Sauber gemacht? Kennst du sowas?“, fragte ich etwas biestig zurück. „Ach ne, du bist ja immer bei anderen, da müsste ich mein Haus auch nicht sauber machen!“, meinte ich knapp mit erhobenen Kinn, was mir leider eh wenig brachte, Elena war trotzdem größer.
      Zaii hatte übrigens allerhand zu erzählen, immerhin hatten wir uns schon lange nicht mehr gesehen. Zudem stellte sie uns ihre Namensvetterin Zairina vor, die allerdings vier Beine und einen Schweif besaß. „Na ja, eigentlich seid ihr euch ja schon ähnlich“, kommentierte Jojo das Ganze und zog abwechselnd ihre Augenbrauen nach oben (Meister der Gesichtsmimik, sag ich doch!).
      Star und der ACE-Saft, auf welchen Jojo und Elisa ritten, waren mir nicht unbekannt, dementsprechend ersparte ich mir jeglichen Kommentar, aber Elenas reitbarer Untersatz interessierte mich schon. „Wer ist das?“, fragte ich und deutete auf die Buckskinstute. „Das ist Poppysmic! Und nur ich darf sie trainieren!“, quiekte Elisa und hüpfte auf Ace auf und ab (die Arme!).
      Elena verdrehte genervt die Augen und sagte dazu gar nichts, außer, dass sie gerne einen Buckskin im Stall hatte haben wollen und da kam ihr Poppysmic ganz recht. „Poppysmic?“, fragte Zaii kritisch und bekam erst einmal einen ewig langen Vortrag darüber, dass Poppysmic die Bezeichnung des Blub oder Plop (da stritten sich Elisa und Elena) war, das man hören konnte, wenn man die Lippen auseinander machte.
      Kurz darauf begannen die beiden E’s und damit zu nerven, genau dieses Geräusch zu machen, bis Jojo ihnen eine Ohrfeige verpassen wollte. Bei Elisa schaffte sie das auch, aber Elena war schon vorbereitet und ritt schnell davon.
      „Poop“, meinte ich in philosophischer Denkerpose und Zaii grinste mich an.
      „Wie nennst du sie?!“ – das war Elena, mit schneidender Stimme und zusammengepressten Mund, die mich anstarrte, als ob sie mich gleich fressen wollte.
      „POOOOOP“, wiederholte ich noch einmal ganz langsam für sie und musste mich dann schnell in Sicherheit bringen, damit Elena mich nicht vom Pferd und durch den gesamten Nationalpark schleifte. „Ich hasse dich“, kam mit abgrundböser Stimme von der Blondine und alle anderen waren still. Na ja, zumindest die fünf Sekunden, die sie brauchten, um sich was auszudenken.
      Dann gackerten Elisa und Jojo los und bewarfen sich gegenseitig mit dem Wort „Poop“. Elena lief derweil rot an und als Zaii sie darauf hinwies, dass sie aussähe wie eine Tomate, dabei wäre es doch gar nicht so warm, schien es beinahe so, als ob sie gleich explodieren und sich in Rauch auflösen würde.

      „Also ich fand den Ausritt toll!“, meinte Zaii fröhlich, als wir alle wieder bei Elisa auf CHS ankamen und dort von Joline bedient wurden, die uns Zitronenlimonade und Sandwiches brachte. „So ist es richtig“, meinte Elisa stolz und klärte uns darüber auf, wie man seine Mitarbeiter am besten anlernte. „Stimmt, Hauptsache sie können kochen, das Reiten ist nicht so wichtig“, meinte Jojo nur kopfschüttelnd dazu.
      Elena hatte sich von dem „Poop“ immer noch nicht erholt und war recht stumm. Als sich unsere Wege wieder trennen sollten, rief ich ihr noch ein „Tschüss Elena! Tschüss Poop!“, hinterher und ich könnte schwören, selbst aus 100 Metern Entfernung gesehen zu haben, dass sie nochmal rot anlief.
      Auch Jojo verabschiedete sich schon bald von uns, so blieben also nur noch drei. Elisa lud uns direkt noch auf eine Ladung Schokokekse ein. „Machst du nicht deine Diät?“, fragte Lena misstrauisch und plötzlich schaute Elisa schuldbewusst auf.
      „Elisa?! Wann hast du zuletzt Sport gemacht?“, fragte ich mit offenem Mund und war sehr enttäuscht, dass meine Freundin nicht durchgehalten hatte, dabei hatte ich mich doch so sehr auf sie verlassen! „Dann musst du jetzt eben leiden“, meinte ich lächelnd zu Zaii und grinste sie den restlichen Tag fröhlich an.
    • Elii
      Trainingsbericht 30. Juni 2015 - Dressur E auf A
      7431 Zeichen, von Samarti

      „Blub. Blub, blub, bluuub. Blub, blub!“
      „Nein“, stöhnte ich genervt auf und wandte Elena meinen Rücken zu, während die mit ihrem Mund blubbte – oder auch ploppte, wie man es nun mal nennen wollte; da stritten sich die Geister – und mir somit anscheinend etwas ziemlich Wichtiges vermitteln wollte. „Außerdem hörst du dich an wie ein gackerndes Huhn.“
      „Was“, setzte sie empört an, „was, bitte wie?“
      „Vergiss es. Was willst du schon wieder hier? Ah, ich vergaß – du bist ja immer hier. Also, hast du irgendetwas auf dem Herzen? Soll ich Poppy trainieren und deshalb blubbst du hier so rum?“
      „Bluuuub“, machte Elena nur als Antwort und ich seufzte auf.
      „Alles klar, aber das machen wir zusammen. Dann kann ich mich gleichzeitig noch um Liluye kümmern, die muss auch noch dran glauben.“

      Als wir Matthew auf dem Hof über den Weg liefen, wich ich ihm gekonnt aus. Seinen Blicken zufolge war anscheinend irgendetwas passiert, wovon ich keine Ahnung hatte – und zwar so wirklich gar keine Ahnung.
      „Elenaaa?“, hakte ich deshalb vorsichtig nach. „Wieso guckt Matthew mich so an?“ Den letzten Satz flüsterte ich nur noch, in der Angst, dass er es hören könnte.
      „Oh, das weißt du nicht? Also, ich weiß es von Joline, die weiß es von Domenic und der weiß es von Ma-“ – „Es wissen alle außer ich!“, stellte ich verzweifelt fest und blies lautstark die Luft aus meinen Lungen.
      „Tatsache“, bemerkte Eli staunend und formte den Mund zu einem O. „Mund zu, Nate ist noch nicht hier“, murmelte ich kaum hörbar und bekam gleich einen Ellbogen in die Rippen gestoßen. „Ey! Ist ja gut! Was ist denn jetzt passiert?“
      „Na ja, als du letztens so besoffen warst, musste er sich wohl um dich kümmern und du warst wohl erstens ziemlich niedlich dumm – was ja nichts Neues ist – und zweitens ziemlich anhänglich, weil du ihn nicht mehr gehen lassen wolltest und er sogar in deinem Bett schlafen musste. Obwohl ihn das wahrscheinlich eher weniger gestört hat“, grinste meine 'Freundin' schadenfroh und hüpfte gut gelaunt durch die Gegend.
      „Oh Goohooott“, machte ich nur und schlug mir die flache Hand gegen den Kopf.
      „Tja, und bei meinem Superstallburschen-Casting hast du dich an Nathan rangemacht … Aber naja, er konnte dir nicht lange böse sein und du bist dann sogar mit dem Kopf auf seinem Schoß eingeschlafen.“ Elena berichtete fleißig weiter, während ich mich nur noch für mein besoffenes Ich schämte und am liebsten im Boden versinken wollte.
      „Und wann werdet ihr nun eigentlich endlich ein Paar? Ich meine, man sieht doch, dass ihr beide euch total li-“, wollte Eli nun endlich wissen, doch bevor sie das letzte Wort aussprechen konnte, hielt ich ihr völlig verlegen den Mund zu. Elena hatte nämlich einen Ticken zu laut gesprochen und dafür gesorgt, dass Matthew nun die Augenbrauen hochzog und zu uns herübersah.
      „-efern lassen wollt!“, beendete Elena ihren Satz, als ich meine Hand von ihrem Mund nahm und ich sah sie nur verwirrt an. „Wir wollen uns liefern lassen!“
      „Jetzt halt die Klappe und sei mir dankbar, du blöde Kuh! Ich hab das L-Wort doch extra nicht laut ausgesprochen!“, zischte sie gereizt und ich schüttelte den Kopf: „Alter, Matthew ist nicht dumm. Der hat schon eins und eins zusammenzählen können.“
      „Sicher?“ Eli machte eine ernste Miene und ich schüttelte abermals mit dem Kopf. „Nein“, grinste ich dann und wir beide brachen in ein nervtötendes Kichern aus.

      Poppysmic und Liluye waren schon für sich zwei sehr unterschiedliche Welten: Lilli war wahnsinnig lieb, Poppy hingegen war teilweise das Böse in Person.
      Dementsprechend würde ich das gesamte Training mit Elena abhalten, denn irgendwie hatte ich momentan nicht so Lust, mich auf ein bockendes, gemeines Pferd zu setzen, auch wenn ich wirklich in Diskutierlaune war. Ich meine, irgendwo musste man die angestaute Energie doch auch mal abbauen! Und wo staute sich mehr Energie an als unter Weibern?!
      Trotzdem sollte Eli Poppy lieber reiten, denn irgendwie fehlte mir auch einfach der Wille, mich auf ihren Rücken zu setzen und wahrscheinlich dann wieder auf den Boden befördern zu lassen.
      Deshalb trainierten wir nun gemeinsam; Eli auf Poppy und ich auf meiner kleinen, niedlichen Lilli, die einfach die perfekte Definition für „liebevoll“ war. Wenn man das Wort „liebevoll“ im Duden nachschlägt, sollte daneben als Bedeutung eigentlich „Liluye“ stehen.
      Poppy war Jahrgang 2008, Lilli 2009 – somit waren beide alt genug, um durch eine A-Dressur keine schwerwiegenden Probleme zu bekommen.
      Als Hufschlagfiguren kamen lediglich die Schlangenlinie mit vier Bögen und die 10 Meter-Volten im Trab hinzu, die wir einfach so ins Training integrierten, um für Abwechslung zu sorgen. So verhinderten wir, dass die zwei Stuten sich nicht langweilten und dann auf die Idee kamen, irgendwelchen Blödsinn zu veranstalten, denn das war das letzte, was wir uns für das Training wünschten.
      Zum Mittelschritt, dem Arbeitstrab und dem Arbeitsgalopp, welche in der Klasse E gefordert waren, wurden nun der Mitteltrab und der Mittelgalopp hinzugefügt.
      Die Lektionen einer A-Dressur waren das Viereck verkleinern und vergrößern, der einfache Galoppwechsel, das Zügel aus der Hand kauen lassen und das Rückwärtsrichten. Ersteres übten wir, indem wir mit dem Schenkelweichen das Viereck einfach verkleinerten und schließlich vergrößerten, es war eigentlich nur ein Seitwärtstreten, was für beide Stuten kein großes Problem darstellte.
      Beim einfachen Galoppwechsel galoppierten wir die zwei an, parierten in den Schritt durch und während der Schrittphase stellten wir die Ponys um, gaben eine halbe Parade und nahmen zeitgleich den äußeren Schenkel zurück. Dann schoben wir die Hüfte nach vorn und gaben mit dem neuen inneren Zügel nach, um dann nach drei bis vier Schritten wieder anzugaloppieren.
      Nach dem Zügel aus der Hand kauen lassen folgte nur noch das Rückwärtsrichten. Dazu saß jeweils eine auf dem Rücken des Pferdes, die andere unterstützte vom Boden aus.
      Ich entlastete mich im Sattel von Liluye (bei der wir begannen) ein wenig, legte mein Bein an und Elena tippte dabei mit einer Touchier-Gerte an die Vorderbeine der Stute. Anfangs war sie ziemlich verwirrt und wusste nicht, was sie machen sollte. Aus Reflex trat sie dann schließlich vorwärts und es dauerte eine Weile, bis ich sie davon überzeugen konnte, dies zu unterlassen. Immer, wenn sie also vorwärts treten wollte, parierte ich sie vorsichtig rückwärts durch und hielt sie somit vom Anlaufen ab. Sobald sie einen Schritt nach hinten gemacht hatte, stoppte ich die Lektion und lobte sie ausgiebig.
      Bei Poppysmic saß Elena nun oben und entlastete sich im Sattel, während sie das Bein anlegte und ich dann die Stute mit einer Gerte sanft an den Vorderbeinen touchierte. Selbes Spiel wie bei Lilli: Wenn sie vorwärts treten wollte, wurde sie davon abgehalten – wenn sie rückwärts getreten war, folgte eine Belohnung.
      Nachdem wir also alles durch hatten, konnten wir das Training für abgeschlossen und die beiden Stuten für A-fertig erklären.

      „Oh oh … Langsam verstehe ich“, meinte Elena wie aus dem Nichts, als wir nebeneinander über den Hof liefen.
      „Was verstehst du?“, hakte ich nach, weil ich keine Ahnung hatte, worauf sie anspielen wollte.
      „Das Gackern …“, erklärte sie monoton und meine Lippen verzogen sich zu einem Strich.
      „Aaaahaaaaaaa“, zog ich das Wort in die Länge und machte mich dann daran, schnellstmöglich aus ihrem Blickfeld zu verschwinden. Wer wusste schon, wie sie das verstanden hatte? Das konnte nichts Gutes bedeuten!
    • Elii
      Trainingsbericht 02. Juli 2015 - Dressur A auf L
      13796 Zeichen, von Samarti

      Gemächlichen Schrittes gingen Elena und ich auf den Stall zu. Es war zwar momentan nicht sonderlich warm hier, gerade hatten wir angenehme 20°C, aber hetzen musste ja jetzt trotzdem nicht sein.
      „Eddi ist ja schon süß“, kommentierte ich die WhatsApp-Nachricht, die ich gerade von meiner Freundin aus Wyoming erhalten hatte.
      Sofort horchte Elena auf: „Wie? Süßer als Jojo? Wie geht das denn?“
      Gekonnt ignorant, wie ich nun mal war, überhörte ich Elenas Fragen und fuhr fort: „Letztens habe ich ihr noch angeboten, sie könnte mir ja jetzt schon mal eine Liste mit den Pferden, die ich im Juli trainieren sollte, schicken. Da hieß es noch, sie würde uns diesen Monat ausnahmsweise in Ruhe lassen – gerade eben kriege ich eine Nachricht mit: 'Cover the Sun und Feuervogel würden sich über Training freuen.'“
      „Apropos Training, wen wollten wir denn jetzt trainieren?“, fragte Elena urplötzlich, ohne auf mein eben Gesagtes einzugehen und brachte mich somit auch zum Stocken. „Da fragst du was“, überlegte ich nachdenklich und schüttelte dann den Kopf.
      „Wen wollte ich denn jetzt trainieren?“, wiederholte ich die Frage noch einmal lauter und hörte in dem Moment von Jojo ein weit entferntes „Quixo!“. Zur selben Zeit rief Elena übereifrig: „Mich!“
      „Okay, ich scheuche also Elena über Hindernisse“, stellte ich fest und nickte bestätigend.
      „Eigentlich eher im Essen, aber ok.“
      „Was? Wieso? Wie meinst du das?“
      „Du sollst mich im Essen trainieren. Du kannst das gut. Also … dass das ansetzt, meine ich …“ Es schien, als hätte sie zum Schluss selbst gemerkt, was sie da gerade eben gesagt hatte, denn in dem Moment nahm Elena auch schon ihre Beine in die Hand und wollte losrennen. Wären wir in einem Cartoonfilm gewesen, wäre sie jetzt bereits eine Ewigkeit auf der Stelle gerannt, nur, um jeden Moment los zu sprinten und eine Staubwolke zu hinterlassen.
      So weit kam sie aber nicht.
      Ich hatte sie schon am Kragen gepackt, als sie gerade eben weglaufen wollte. Trotzdem hatte ich sie fest im Griff und wären wir jetzt noch immer in einem Zeichentrickfilm gewesen, dann wäre ich die große Heldin mit dem stolzen, erhobenen Blick, die den Bösewicht ganz locker mit einer Hand am Kragen festhielt, während der Bösewicht – in diesem Fall also Elena – versuchte, sich davon zu machen. Stattdessen sprintete sie nun auf der Stelle und wirbelte somit den ganzen Staub auf.
      Zumindest hätte das wohl so in einem Cartoon ausgesehen.
      In echt aber hatte ich Elena am Kragen gepackt und stand dort nun, die Füße in den Boden gestemmt, und lehnte mich mit meinem gesamten Gewicht dagegen. Elena bewegte sich nicht von der Stelle, versuchte aber alles, um es zu ermöglichen. So versuchte auch sie mit aller Kraft, sich von mir zu lösen und bemerkte aber schnell, dass ich mehr Kraft (in Gedanken hörte ich schon Elis böses „Nein, nur mehr Gewicht!“) aufweisen konnte und somit höhere Chancen hatte, diesen Zweikampf für mich zu gewinnen.
      Was ich dann auch tat.
      „Ich hasse dich“, knurrte ich beleidigt und ließ dann von Elena ab. Diese antwortete nur mit einem „Ich liebe dich auch“, warf mir eine provokante Kusshand zu und machte sich dann vom Acker.

      Nur wenige Sekunden später stand sie aber wieder vor mir: „Nur damit du es weißt, ich würde hier nicht stehen, wenn wir nicht eins meiner Pferde zu trainieren hätten!“
      „Ich hab allen Grund, beleidigt zu sein. Nicht du“, erinnerte ich das Weib vor mir und schüttelte den Kopf. „Wen wollen wir überhaupt trainieren?“
      Elena ploppte als Antwort nur mit den Lippen.
      „Aha. Ok. Also Poppy“, stellte ich fest. „In was?“
      Elena nahm die imaginären Zügel auf.
      „Toll. Im Reiten. Und weiter?“
      Jetzt war es an der Zeit, dass die Blondine mit den Zügeln schlug.
      „Schlagen?“
      Kopfschütteln.
      „Fahren?“
      Kopfschütteln von Elena.
      Ein Nicken von mir als Antwort.
      „Nein!“
      „Doch.“
      „Nein!“
      „Doch!“
      Handgemenge.

      Elena hatte ein letztes Mal ihren Willen gekriegt. Natürlich auch nur, weil sie mir sonst den Kontakt zu Cressi gänzlich verboten hätte – und der war mir wichtiger (als das Fahren natürlich, niemals wäre er mir wichtiger als Elena!). Man musste eben auch mal Prioritäten setzen können; die lag hier allerdings bei Cressi.
      Man konnte jetzt also eine supertolle Frau sehen, die mit ihrer besten Feindin in den Stall ging, um die zwei Reitponydamen Liluye und Poppysmic auf das Training vorzubereiten (kleine Anmerkung am Rande: Ich war die supertolle Frau. Wer Eli war, kann man dann ja mit ganz viel Fantasie erahnen). Poppy stand seit geraumer Zeit einfach in einer der Boxen auf meinem Hof, wieso auch immer. Wahrscheinlich, weil Elena genau wusste, dass sie ständig nur hier war und das Training dann viel leichter erreichbar war, denn so musste sie nicht immer erst herüber reiten und konnte bequem mit dem Auto hierherkommen. Es war dann auch kein Wunder, dass Elena tatsächlich immer mit Auto aufkreuzte, denn ein kleiner, erfrischender Spaziergang oder eine kurze Radtour stieß bei ihr so gut wie nie auf Anklang.

      Während Elena und ich nun auf den beiden Reitponystuten saßen, hatte sich auch noch Jojo am Zaun dazugesellt und kurzerhand war sogar Matthew dazu verdonnert worden, ihren Hengst Q (der eigentlich Quitoxicelixer oder Quixoticelixer oder auch einfach Quixoquaxo hieß) ebenfalls zu trainieren. Der Lewitzer sollte allerdings erst einmal in der Dressur auf das A-Niveau gebracht werden, sodass Matthew sich eher mit der Klasse beschäftigte und nicht, wie Eli und ich, mit dem L-Niveau.
      Für alle drei Pferde stellten die neuen Gangarten, die in der jeweils höheren Disziplin gefordert wurden, jedoch kaum Probleme da. Lediglich Poppysmic war vom versammelten Trab und dem Galopp im versammelten Tempo nicht ganz so begeistert, verstand es zwar anfangs auch nicht sonderlich, aber nach einer Menge Widerspruch und viel Gezicke zwischen Eli und Poppy klappte dann auch das irgendwann.
      Nachdem wir dann auch die Hufschlagfiguren, die meist aus engeren Wendungen bestanden, immer wieder mal ins Training eingebaut hatten und auch die Gangarten wirklich sicher und problemlos auf Abruf ausgeführt werden konnten, wandten wir uns den Lektionen zu.
      Für Quixoticelixer waren das das Viereck verkleinern und vergrößern, der einfache Galoppwechsel, das Zügel aus der Hand kauen lassen und das Rückwärtsrichten.
      Ersteres erreichte Matthew, indem er mithilfe des Schenkelweichens Q immer wieder seitwärts treten ließ, bis das Viereck verkleinert war, dann ging es wieder auf den Hufschlag zurück – auch wieder seitwärts. Beim einfachen Galoppwechsel ließ er Q galoppieren, dann forderte Matthew 3 bis 4 Schritte von ihm, während welcher der Hengst umgestellt wurde, dann sollte er wieder angaloppieren, diesmal dann auf der anderen Hand. Daraufhin folgte wieder das gleiche Spiel, sodass er schließlich wieder auf derselben Hand wie am Anfang der Übung galoppierte. Auch das Zügel aus der Hand kauen lassen war kein Problem. So war zumindest Quixoquaxos Training bereits nach wenigen Trainingseinheiten beendet.
      Erst beim Rückwärtsrichten griff er auf Jojos Hilfe zurück, die Q vom Boden aus mit einer Touchiergerte dazu brachte, rückwärts zu treten. Matthew saß währenddessen im Sattel. Sobald der Lewitzerhengst vorwärts treten wollte, parierte Matthew ihn durch und machte ihm dann klar, dass er sich zurück bewegen sollte, was nach einer Weile dann auch klappte.
      Poppy und Lilli hatten den Außengalopp, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung vor sich. Für die Hinterhandwendung legten Elena und ich uns ein L auf den Boden, bestehend aus zwei Stangen, die im rechten Winkel zueinander lagen. Dann ritten wir in die Ecke hinein und verlangten von den Ponys, dass sie sich um das innere Hinterbein drehten. Bei Poppy klappte es schon relativ früh, während Lilli ihre Zeit brauchte. Die Stute war zwar geduldig und ich war es auch mit ihr, aber so ganz verstehen tat sie es dann erst, nachdem wir es immer und immer wieder mit ihr geübt hatten.
      Danach waren allerdings die kleinen Hürden, die es bei den anderen beiden Lektionen gab, kaum noch der Rede wert und so konnten wir auch die beiden Ponystuten als L-fertig melden; obwohl Poppy mit dem Training bereits etwas früher fertig war und Lilli ein paar Trainingseinheiten mehr benötigte, waren wir beide doch mit dem Endergebnis mehr als zufrieden.

      Nachdem Elena sogar bei mir geduscht hatte („Wieso gehst du nicht rüber und duschst bei dir?“ – „Dein Wasser ist einfach besser!“), hatten wir uns für einen gemütlichen Abend zu zweit vor dem Fernseher entschieden. Das tat einfach gut, nachdem man so viel Arbeit gehabt hatte; zumindest ich hatte mich heute um das Training von drei ganzen Pferden gekümmert (innerlich hörte ich Elena schon fragen, was denn „halbe Pferde“ seien). Wo Jojo abgeblieben war, wusste ich nicht, aber seitdem das Training mit Q beendet war, hatte ich sie heute nicht mehr auffinden können.
      „Wo ist eigentlich Matthew?“, nuschelte Elena irgendwann und als ich einen Seitenblick zu ihr warf, wusste ich auch direkt, warum sie nicht mehr vernünftig sprechen konnte: Ihr Mund steckte voller Popcorn. Und wenn ich von voll sprach, dann meinte ich wirklich, wirklich ziemlich voll. Bis zum Rand voll.
      Ahnungslos zuckte ich mit den Schultern. „Keine Ahnung, hab ihn heute auch um sieben zum letzten Mal gesehen.“
      „Hm“, erwiderte Elena nur und griff dann wieder in den Popcorn-Eimer, um sich eine weitere Handvoll in den Mund zu stopfen. Als ich auch mal danach greifen wollte, zog Eli mir den Eimer vor der Nase weg. „Nichts da“, ermahnte sie mich und schlug mir mit der klebrigen Hand auf die Finger, „das ist alles meins!“
      Genervt seufzte ich auf und atmete dann tief durch, um nicht die Augen verdrehen zu müssen. Dann lehnte ich mich auf dem Sofa zurück und wollte mich gerade auf den Film konzentrieren, da polterte auch schon etwas im Eingangsbereich.
      „Äh?“, machte ich gerade noch und räusperte mich, um dem Übeltäter verständlich zu machen, dass er sich zeigen sollte. Zum Vorschein kamen Nathan und Colin, die ihn ihrer Mitte einen offensichtlich besoffenen Matthew stützten. Hinter ihnen dackelte Declan, Jojos heimlicher Verehrer, her und sorgte so dafür, dass keiner von ihnen umkippte.
      „So so, die vier Herren waren also auf Kneipentour in der Pampa“, erwähnte ich das Offensichtliche noch einmal und Elena gackerte dann lauthals vor sich hin. „Na ja, sonderlich lange haben die dank dem da“, sie deutete auf Matthew, „anscheinend nicht ausgehalten.“
      Nathan warf ihr einen kurzen Blick zu, weshalb sie sofort verstummte und wieder eine erste Miene auflegte, nur, um danach wieder breit zu grinsen. „Also ehrlich, da verträgt ja sogar Gwen mehr! Oder hatte er einfach so viel?“
      „Keine Ahnung, wir haben ihn einfach draußen aufgegabelt. Ursprünglich wollten wir wirklich weg, aber Matthew meinte nur, er würde schon einmal vorgehen und wir sollten doch nachkommen. Als wir angekommen waren, war er schon ganz dicht“, erklärte Colin – der süße, kleine, niedliche Colin mit dem Welpenblick – die Situation und versuchte allem Anschein nach selbst noch, sich aus dem Geschehen einen Reim zu machen.
      „Elisa“, grummelte Matthew dann vor sich hin. „Wo ist Elisa?“
      „Ich bin hier, du Dummkopf“, erwiderte ich nur. Es war schön, mal nicht die einzige zu sein, die ein bisschen zu viel intus hatte.
      Mein so-gut-wie-und-dann-doch-wieder-nicht-Freund sträubte sich gegen den festen Griff der anderen, sodass die sich via Blickkontakt austauschten und dann einfach nickten – die einfache Kommunikationsweise der Männer würde ich nur zu gern ebenfalls beherrschen.
      „Komm her“, säuselte ich und öffnete meine Arme für ihn, „und dann bringen wir dich erst einmal ins Bett.“
      Müde nickte Matthew nur, inzwischen zu schläfrig, um mir zu widersprechen und ich nahm ihn bei der Hand, um ihn dann hoch ins Bett zu bringen. Glücklicherweise war er nicht ganz so anhänglich wie ich und auch das Umziehen schaffte er noch allein, sodass ich direkt wieder zu den Anderen nach unten konnte. Die hatten es sich auf der Couch bequem gemacht. Colin saß ganz außen, neben ihm Declan, dann folgte Nate, der sich neben Elena niedergelassen hatte – und auf irgendeine unerdenkliche Art und Weise hatte er es geschafft, dass sie ihr Popcorn mit ihm teilte?! Hey! Das war unfair! Ich kannte sie viel länger als er und trotzdem war die Beziehung der beiden schon fortgeschrittener als unsere!
      Irgendwann hatte Elena aus meinem Schrank Alkohol hervorgekramt. „Nur, um den Film erträglicher zu machen und den Canada-Day nachträglich ein wenig zu feiern!“, hatte sie versprochen, aber es hielt sich keiner dran. (Meine Frage, was denn der Canada-Day sei, wurde gekonnt überhört. Oder, was wahrscheinlicher war: Elena wusste es selbst nicht.) Ich war ein wenig angeheitert, konnte aber noch ganze, vollkommen korrekte Sätze bilden. Colin hatte für heute auf Alkohol verzichtet, zumindest glaubte ich das. Nate und Eli kicherten wie doof und grinsten ständig, steckten die Köpfe ständig zusammen und murmelten sich irgendwas zu, woraufhin sie wieder lachten.
      Und Declan? Tja, der laberte mich mit irgendwas voll. Hin und wieder hörte ich Jojos Namen, wahrscheinlich fragte er mich über sie aus oder so.
      Wenn man vom Teufel sprach – aus den Augenwinkeln heraus konnte ich sehen, wie Jojo sich in dem Moment an der Tür vorbei schleichen wollte. Haha, vergeblich! Ich wäre nicht so eine gute Freundin, hätte ich sie nicht mit einem bösartigen Grinsen auf dem Gesicht zu mir gerufen und sie eingeladen, doch mitzutrinken. Sie rückte zwar anfangs etwas von Declan weg, aber nachdem ich sie einfach zwischen mich und ihn schubste, war das Eis fast schon gebrochen. Fast.
      Als ich mich so umblickte, merkte ich dann aber, dass Gwen fehlte. Es wunderte sowieso, dass sie nicht bei Colin war, aaaaber was sollte ich jetzt schon tun?
      Richtig, ich verabschiedete mich, tapste nach oben und ließ mich ins Bett fallen.
    • Samarti
      Trainingsbericht 01. August 2015 - Dressur L auf M
      6949 Zeichen

      Sie woll'n mich alle zerr'n, woll'n mich reißen, woll'n mich zieh'n, doch ich bleib hier sitzen, hier am Ende von Beerliiin.“

      „Wir sind in Kanada.“
      „Danke, ich weiß, wo wir sind“, winkte ich ab und starrte Elena mit einem bitterbösen Blick an. Entweder Blicke konnten nicht töten oder dieser konnte es nicht. Denn Elena blieb quicklebendig auf der Stelle stehen und grinste mich breit an.
      „Anscheinend ja nicht“, setzte sie korrigierend an, „denn du hast gerade gesagt, dass du am Ende von Berlin sitzen bleibst und Berlin ist in Deutschland. Also, ich glaube ja, du hättest damals Geographie nicht abwählen sollen.“
      „Ach komm, halt die Fresse.“
      Beleidigt schob Eli die Unterlippe vor und machte dann auf dem Absatz kehrt, um einfach zu verschwinden, als wäre sie eine bockige Leberwurst. Das würde sie aber nie hinkriegen, allein schon aus dem Grund, dass dafür viel zu wenig Fleisch an ihrem Körper war. Ein Kannibale würde sie wahrscheinlich übersehen; selbst, wenn er am Verhungern wäre.
      Als sie sich gerade sieben Schritte von mir entfernt hatte, drehte sie allerdings wieder um und kam beschämt zu mir zurück getapst. „Ja, Elisa, sei ruhig. Ich weiß, dass ich hier bin, damit wir“, sie ploppte mit den Lippen, „trainieren können …“
      Siegessicher verschränkte ich die Arme vor der Brust, wartete eine Weile und zog die Augenbrauen in die Höhe.

      „Also, wollen wir?“, fragte ich dann nach gefühlt zwei Minuten Schweigen und zur Antwort nickte Eli nur. „Gut. Dann mach Poppy schon mal fertig, ich hole Lilli dann.“

      „Der Mafiaboss auf dem Mafiapferd. Welch ein Bild“, kommentierte Gwen, als sie am Zaun vorbeilief, den Anblick von Elena und Poppysmic. Die beiden widmeten sich gerade dem Travers, zumindest hatte Eli das vor. Während Elena jetzt allerdings auf dem Buckskin saß und sie sich mal wieder einen ihrer typischen Machtkämpfe lieferten, schmunzelte Gwen nur. Poppy hatte nämlich so ungefähr gar keinen Bock darauf, zu arbeiten und das ließ sie ihre Reiterin auch wissen – der wiederum gefiel es nicht, dass jemand sich über ihre Befehle stellte und ihr widersprach. So gerieten die zwei Dickköpfe ständig aneinander, und das war nicht das erste Mal heute. Definitiv nicht.
      Es hatte schon beim versammelten Schritt so ausgesehen. Und beim starken Trab. Und beim starken Galopp. Und beim fliegenden Galoppwechsel.
      Gut, zugegeben, sie arbeiteten nicht ständig gegeneinander an. Ich meine, hey! Die Schrittpirouetten hatten sie nach anfänglichem „Kein Bock“-Syndrom von Poppy dann doch gut hingekriegt.
      Liluye, die ich stattdessen unter mir hatte, schien sich deshalb teilweise schon ziemlich zu langweilen. Sie war ruhig, gelassen, und machte alles einfach so mit – praktisch das genaue Gegenteil von Poppy. Lilli lernte schnell, setzte alles daran, das Geforderte auch perfekt in die Tat umzusetzen (oh ja, sie war eine kleine Perfektionistin) und ihren Reiter, also mich, zufriedenzustellen.
      Wenn ich Elis Gesicht beim Training mal so beobachtete, wechselte es von „beinahe schon zu euphorisch“ über frustriert zu „Leckt mich alle am Arsch“. Kein gutes Zeichen. Trotzdem wusste auch Eli, dass sie das Training immer mit einer guten Erfahrung beenden musste, damit Poppys Motivation nicht schon zu Beginn des Trainings gegen null strebte. Zumindest die ersten fünf Minuten des Aufwärmens machte sie nämlich noch ganz fleißig mit.

      Mit Liluye war ich schon ein ganzes Stück weiter. Lilli hatte es bereits verstanden, den Trab und den Galopp zu versammeln – auch im Schritt zeigte sie eine ordentliche und saubere Versammlung, bei der ich nicht einmal mehr sonderlich viel korrigieren musste, nachdem wir sie erst mal in Angriff genommen hatten.
      Die Verstärkung im Trab und im Galopp hatten wir ebenfalls schon bald erarbeitet. Meine vorbildliche Stute trat vermehrt über, es erfolgte eine Rahmenserweiterung und ihre Tritte beziehungsweise Galoppsprünge wurden raumgreifender, ohne dass sie in der Bewegung eiliger wurde. Und immer, wenn ich bemerkte, dass Elis Augen unsere Bewegungen verfolgten, übersah ich auch den irgendwie neidischen Blick in ihnen nicht. Das war schon mehr als befriedigend!
      Nach einigen Trainingseinheiten konnte ich mit Lilli also schon mit den Seitengängen beginnen, während Eli noch mit dem starken Trab haderte. Dennoch bat sie mich nicht um Hilfe, ich glaube, dazu war ihr Ego noch lange nicht angekratzt genug.
      Anfangen taten wir mit dem Travers – dabei sollte Liluye mit der Vorderhand auf dem Hufschlag bleiben, die Hinterhand sollte sie allerdings ins Bahninnere führen. Im Gegensatz dazu stand dann das Renvers, das praktisch genau spiegelverkehrt funktionierte: Die Hinterhand sollte Lilli auf dem Hufschlag behalten, die Vorderhand wurde ins Bahninnere geführt.
      Hatten wir das Travers erst einmal erfolgreich hinter uns gebracht, so knüpften wie das Renvers gleich daran an und führten das Training so weiter. Beide Lektionen dienten der Vorbereitung auf die Traversalen, die wir auch noch erarbeiten mussten. Als wir das allerdings auch erfolgreich bewältigt hatten, hatten wir auch das Training zur M-Dressur abgeschlossen.

      So stand ich also irgendwann auf beiden Beinen ̶i̶̶m̶ ̶l̶̶e̶̶b̶̶e̶̶n̶ in der Mitte des Dressurplatzes und saß mal nicht auf Lilli, während ich Elena und Poppy beobachtete. Erstere hatte mich nämlich irgendwann tatsächlich um Hilfe gebeten. Okay, ich geb’s zu: Vielleicht hatte sie mich nicht gebeten, sondern nur wieder mit Cressi-Verbot gedroht. Aber immerhin wollte (brauchte) sie meine Hilfe! (Dringend.)
      Deshalb bestand das Training von Poppy jetzt aus einem Mix aus Anweisungen meinerseits, die Elena zu befolgen hatte.
      „Alter, Elena! Jetzt mach doch endlich mal, was ich dir sage, sonst wird das nie was!“, meckerte ich dann aber an einem Tag und mir war schon fast zum Heulen. Da war man einmal so weit, dass Eli dir gehorchte, und dann spielte sie das ganze Theater nur und hörte in Wirklichkeit gar nicht auf dich!
      Gwen hatte meine Bitte, meinen Platz zu übernehmen, nicht einmal mehr abgeschlagen. Stattdessen fiel sie mir um den Hals, dankte mir für diese große Möglichkeit, die ich ihr gerade gegeben hatte und sah sich anscheinend schon, wie sie Elena alles heimzahlte, was diese ihr jemals im Bezug auf Fagy angetan hatte. Da hatte es nämlich schon ganz schön oft Reibereien gegeben.
      Gwen schaffte es aber auch nicht.
      Und Matthew auch nicht.
      Und der Rest auch nicht.

      Bis auf Charles. Also standen wir irgendwann zu dritt (Gwen, Charles und ich) in der Mitte des Platzes und während Gwen und ich dem alten Mann die Anweisungen zuflüsterten, donnerte er sie dann in Elenas Richtung. Anscheinend war er angsteinflößend genug, dass es auch bei ihr klappte. Irgendwann hatte nämlich auch Poppy begriffen, dass sie mit Elena arbeiten müsste, damit das Grauen vorbei war. So dauerte es zwar eine gefühlte Ewigkeit, aber auch die Buckskinstute war dann irgendwann M-fertig. Elena war auch fertig, denn Charles war ihr eindeutig zu ungnädig.
      Vielleicht würden wir ja schon bald einen neuen Mafiaboss haben?
    • Elii
      Pflegebericht 30. August 2015 - Grillparty
      11381 Zeichen

      „Es ist zu warm.“, seufzte ich genervt, als ich am Rand der Stutenkoppel stand. Ich stand schon bestimmt eine halbe Stunde vor dem Tor und wartete darauf, dass es kühler wurde, damit ich doch noch reiten konnte. Doch natürlich geschah das nicht. Im nächsten Moment brachte Colin Ékes zurück zu den anderen. Sie waren die letzte Stunde im Wald unterwegs gewesen, dort war es zwar schattig, aber trotzdem sahen beide so aus, als könnten sie eine Pause vertragen.
      Ostara und Furmint mümmelten eng beieinander das Gras, während Poppysmic sich unter einen Baum in den Schatten gelegt hatte und alle vier Beine von sich streckte. Hin und wieder hob sie den Kopf und sah sich, so gut es eben möglich war, um.
      „Nate und ich gehen demnächst einkaufen. Kommst du auch…?“, fragte Coling vorsichtig und tippte mich an der Schulter an, um mich aus meinen Gedanken zu reissen. Ich nickte eifrig und streichelte Ékes zum Abschied über die Stirn.
      Während Colin unter die Dusche sprang und Nate sich auf dem Sofa ausruhte, machte ich mich an den Einkaufszettel.
      Mit Stift und Papier bewaffnet, öffnete ich den Kühlschrank und sah konzentriert hinein. Die Kälte die mir entgegen kam, veranlasste mich dazu, den Kühlschrank nur noch mehr zu lieben. Ganz oben auf meinem Zettel stand ein ‚HAUPTSACHE ESSEN‘ in Großbuchstaben, was dort seit meinem letzten geplatzten Mitternachtssnack zu lesen war. Ich vervollständigte meine Liste mit jeder Menge Obst und ein wenig Gemüse, dann noch Kartoffeln und schließlich das Fleisch für meine geplante Grillparty. Nach einem zufriedenen Nicken schloss ich den Kühlschrank und ging weiter zu der Bar. Diese hatte durch die ganzen „Feste“ (andere würden es Alkoholexzesse nennen) stark abgenommen und musste gefüllt werden.
      Da es dieses Mal Cocktails, und nicht nur wildes Zusammengemischtes, geben sollte, klappte ich ein dickes Buch auf und schlug jene Seite auf, die von den anderen mit Post-it Notizen markiert worden waren. Das letzte Mal war so ziemlich jeder „leicht angetrunken“, doch Gwens rosarote Notizzettel überwiegten stark. Neben allen Getränken, die Tequila beinhalteten, hatte sie auch Bloody Mary, Pina Colada und Long Island Ice Tea markiert - auch wenn dort Elisa ihre Finger im Spiel hatte, sofern ich mich richtig erinnerte. Diese hatte nur eine Seite mit einem ihrer grünen Zettel markiert: Sex on the Beach. Den Zettel zierte ein Herz und ein klitzekleines M, was mich dazu veranlasste den Kopf zu schütteln und das Buch zufallen zu lassen.
      Würde ich alles einkaufen, was die Anderen sich in den Kopf gesetzt hatten, könnte ich Insolvenz anmelden, sie würden sich also mit einer viel kleineren Auswahl zufrieden geben müssen.
      Als Colin endlich fertig war und seine Haare frisiert waren, warf ich Nate vom Sofa und packte Beide ins Auto.
      Nach über einer Stunde und mindestens drei Nervenzusammenbrüchen von Nate, waren wir wieder zuhause und ich konnte alles in den Kühlschrank verfrachten. Nate und Colin legten sich sofort aufs Sofa und ließen mich ganz allein in der Küche. War schon ok. DIE würden später als letztes ihr Essen bekommen. Während ich die Spare Ribs marinierte und die Gewürze liebevoll in die Steaks massierte, kochten auf dem Herd bereits die Kartoffeln, die ich später weiter zubereiten würde. Auch der Kopfsalat war wenig später gewaschen und trohnte in seiner Glasschüssel. Sein Dressing würde er erst kurz vorher bekommen.
      Weiter ging es mit ein paar Gemüsespießen, auf die ich abwechselnd Paprika, Mais und Pilze steckte und schließlich mit einem Stück Käse krönte. Ich bestreute sie mit Salz und Pfeffer und stellte sie dann wieder in einer Tupperdose in den Kühlschrank. Die zig Soßen, die ich nur für Nate machte, waren zum Glück schnell zusammen gerührt, auch wenn etwas Hilfe gut gewesen wäre. Nachdem ich drei Mal gerufen hatte, hatte ich es aber aufgegeben, dass Nate mir zu Hand gehen würde und bewarf ihn mit einem Topflappen, bevor ich ihn zum Bäcker schickte. Von der Kräuterbutter hatte ich zum Glück genug im Gefrierschrank, diese zog nur in den Kühlschrank um, damit sie bis zum Abend servierfertig war.
      „Ich glaube ich hab alles“, bemerkte ich zufrieden, als ich endlich den letzten Punkt meiner Liste abhakte. Auch die Zutaten für die Cocktails waren im Getränkekühlschrank bereit gestellt und hatten einen Aufkleber mit dem Namen des Cocktails bekommen. Ich konnte nur noch hoffen, dass niemand meine Ordnung zerstörte, ansonsten musste es Tote geben.

      Die nächsten Stunden verbrachte ich mit Tischdeko, Duschen, Haare machen, Schminken, Eyeliner immer wieder neu ziehen und mehrmaligem Umziehen, um endlich das perfekte Outfit zu finden. Zufrieden stand ich vor dem Spiegel, als Nate herein kam und mir erklärte, dass Elisa und Matthew früher als geplant da waren. Wenig später hörte ich beide im Wohnzimmer diskutieren, anscheinend war sich einer der Beiden nicht mehr sicher, auf wann ich eingeladen hatte.
      „Wenn ich es dir doch sage, sie hat sieben Uhr gesagt.“
      „Jetzt stell mich nicht so dumm hin, sie hat uns ganz klar um Sechs eingeladen, solange hält sie es nie und nimmer ohne Essen aus. Und das Gwen und Jojo noch nicht da sind beweist nur, dass die genauso wenig zugehört haben wie du.“
      „Natürlich. Was auch sonst.“
      „Hör bloß auf mit dieser sarkastischen Tonlage, Matthew!“
      Mein Mund verzog sich zu einem geraden Strich, als ich sie wie ein streitendes, altes Ehepaar vorfand und ich hatte plötzlich das dringende Verlangen, rückwärts aus dem Haus zu rennen.
      „Endlich kommst du!“, rief Elisa genervt und zog mich am Arm zwischen sie und Matthew. „Jetzt erklär ihm mal, wann wir eingeladen sind.“
      „Sieben“, nuschelte ich und schaute zur Seite. Wenn Elisa wieder ihren Todesblick auspackte, wollte ich nicht als erstes Sterben. Schließlich war das meine Party und die wollte ich wenigstens solange genießen, bis ich auch Gwen und Jojo zu Gesicht bekam.
      Schließlich wurde mir von meiner liebenswerten Freundin ausgiebig erklärt, dass sie nur nicht zu spät kommen wollte und genau wusste, welche Uhrzeit die Richtige war. Damit sie nicht untätig rumstand, drückte ich ihr das Brotmesser in die Hand und stellte sie vor die Baguettes. Die Beschäftigungstherapie schlug hervorragend an, sodass Matthew zu Nate und Colin fliehen konnte. Zu dritt saßen sie, nutzlos wie gewohnt, auf der Terrasse und tranken Bier. Natürlich.
      Den Grill durfte ich somit alleine anheizen und auch beim Tisch decken, wurde ich allein gelassen.
      Elisa hatte den Getränkekühlschrank entdeckt und alles heraus geholt, was ein „Pina Colada“-Zettelchen aufgeklebt hatte. Etwas unbeholfen stand sie vor dem Thermomix und mischte alles zusammen. Ihr zufriedener Blick zeigte aber, dass alles nach Plan verlief und es tatsächlich schmeckte.
      Als Gwen eintraf, war sie so gütig und trug ein paar Salate nach draußen, bis Elisa sie abfing und ihr ein Glas von ihrer Mixtur in die Hand drückte. Jojo traf als letzte ein, ging allerdings nur kurz ins Haus um sich ebenfalls etwas von dem Kokos-Cocktail zu holen.
      Das Essen verlief relativ entspannt, auch wenn ich gefühlt alle zwei Minuten aufsprang, um den nächsten Cocktail zu mixen. Die Bar hatte ich zwar nach Draußen verfrachtet, trotzdem konnte anscheinend keiner außer mir mit dem Shaker umgehen. Matthew, Nate und Colin wurden zum Abräumen verdonnert, damit ich wenigstens fünf Minuten meine Ruhe hatte. Zumindest so lange, bis Elisa losnörgelte: „Ich will Sex on the Beach!“ „Dann solltest du heim. Zwar ist da nur ein Pool, aber wir hören dich und Matthew nicht mehr“, zischte Jojo und nippte an ihrem Cocktail. Elisa starrte sie nur emotionslos an und hatte ausnahmsweise kein sarkastisches Kommentar auf Lager.
      Gwen war mittlerweile außer Rand und Band und warf Nate vom Stuhl, um neben Colin zu sitzen. So konnten die Zwei gleich viel besser die Shotgläser voll Tequila trinken und sich fröhlich angrinsen.
      Matthew nutzte die Chance und setzte sich neben Elisa, so dass ich keinen Platz mehr hatte, als ich mit den Mojitos für Nate, Matthew und mich wieder kam. Ich grummelte ein paar Beleidigungen in mich hinein, setzte mich dann neben Nate und behielt alle drei Gläser bei mir. „Diebe bekommen nichts!“, erklärte ich Elisas Fast-aber-doch-nicht-Freund, als dieser wieder zickte. „Du hättest meinen Platz verteidigen sollen!“, bekam Nate zu hören, als er gerade den Mund öffnen wollte.
      Jojo legte die Schulter um mich, zog mich ran und klaute mir dann eines der Gläser. Schließlich zeigte sie Loyalität, da war es das mindeste einen Cocktail abzudrücken.
      Der Abend wurde später und Matthew und Elisa lagen sich immer mehr in den Armen. Auch Nate und ich, saßen immer näher neben einander, auch, weil wir mittlerweile zu Zweit gegen Colin im Wetttrinken antraten. Davor hatte Gwen tapfer gekämpft, aber der Tequila hatte schließlich dafür gesorgt, dass sie auf der Sonnenliege schlief. Jojo lag aus Solidarität neben ihr und versuchte ihr irgendwas über Sternbilder und Sternzeichen zu erzählen. Vor allem über das Sternzeichen Löwe, dem auch sie angehörte. So erzählte sie immer wieder wie toll Löwen waren und wie tapfer, und vor allem, wie beliebt sie doch waren. Dass Gwen sie nicht hören konnte, interessierte sie nicht, solange sie ununterbrochen reden konnte.
      Als Elisa Gwen bemerkte, hatte sie die glorreiche Idee, ihr einen Bloody Mary einzuflößen, der war genau richtig wenn man zu viel getrunken hatte und wie man sehen konnte, war das bei der schlafenden Tequilatrinkerin der Fall. Schnell zog sie mich aus Nates Umarmung und zerrte mich in die Küche. Unglücklicherweise hatte ich alle Zutaten im Haus und Elisa mixte wild drauf los. Am Ende glich es einer Hexenküche und wenn ich nichts getrunken hätte, könnte ich schwören, dass weißer Dampf aus dem Glas voll mit Tomatensaft und anderem ekligen Zeug aufstieg.
      „Aufstehen, wir haben was für dich!“, rief Elisa aufgeregt und schubste Gwen Richtung Tisch. Sie stellte das Glas vor sie hin, stopfte ihr das Röhrchen in den Mund und begann sich im Kreis drehend ‚Bloody Mary‘ zu kreischen. Bevor sie es ein drittes Mal sagen konnte, hielt ihr Jojo den Mund zu und ließ ihre Hand solange dort, bis sie sich beruhigt hatte. Gespannt starten alle Gwen an und warteten ihre Reaktion ab. Als sie dann hustend das Glas wegschubste und nur schwer ein leises „scharf“ rausbrachte, lachten alle. Elisa verschluckte sich dadurch an ihrer eigenen Spucke und musste von Matthew aufgefangen werden, der sich darüber nicht so sehr wie sonst zu freuen schien.
      Nach einer letzten Runde Shots, zu denen uns Colin verdonnert hatte, gingen alle nach Hause. Jojo wurde von Gwens Mutter mitgenommen und Elisa ließ sich von Matthew heimtragen. Anders schaffte sie es nicht mehr. Colin ging auch kurz darauf ins Bett, da niemand mehr mit ihm trinken wollte. Nate und ich hingegen saßen noch eine Weile auf der Terrasse und quatschten, dank des Alkohols konnte ich das noch besser und schneller.

      Am nächsten Morgen ritt ich mit Baila Conmigo los, schließlich stand der übliche After-Alkohol-Ausritt an. Elisa kam mir mit Goldherz putzmunter entgegen und begrüßte mich euphorisch. Auch dass Gwen und Jojo kurz darauf absagten (von Gwen kam nur ein ‚alkhol ist scheise‘ als Nachricht) störte uns nicht. So konnten wir viel entspannter quatschen und uns über die Beiden lustig machen. Nicht dass wir das sonst nicht machen würden, die Kommentare von Gwen und Jojo fehlten uns nämlich schon nach kurzer Zeit.
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    • Samarti
      Trainingsbericht 06. September 2015 - Fahren E auf A
      4326 Zeichen

      „Das heißt, ich muss noch Dressurfahren und Hindernisfahren machen, dann darf ich mit Poppy auch im Gelände fahren?“ Mit leuchtenden Augen und einem erwartungsvollen Gesicht sah ich Elena an und setzte meinen niedlichsten Blick auf. Natüüürlich konnte selbst die harte Eli dem nicht widerstehen und nickte nur seufzend. Man konnte ihr problemlos ansehen, dass sie es gar nicht so geil fand, dass ihre Reitponystute nun im Fahren trainiert werden würde, aber da musste sie jetzt durch.

      Daniel stand mir selbstverständlich wieder mit Rat und Tat zur Seite, als ich die zwei Ponys mit der Kutsche vertraut machte. Das hatte zwar vorher schon ganz gut geklappt, bevor wir mit dem Training so wirklich einstiegen, wollten wir es allerdings trotzdem noch mal einige Stunden langsam angehen lassen, ehe wir ganz einsteigen würden.
      Poppysmic war zwar eine sehr eigene Stute, doch neben Liluye konnte selbst sie sich anscheinend ein wenig zusammenreißen – wenn auch nur ein ganz klein wenig.

      Und irgendwie war Poppy da wie ihre Besitzerin: für das Dressurfahren nämlich keinesfalls zu motivieren. Wenn es nach mir gehen würde, hätten wir auch gleich mit dem Geländefahren einsteigen können, denn das war definitiv die spannendste Disziplin im Fahrsport. Dennoch brauchten die beiden Ponys einen gescheiten Einstieg in das Fahren und so begannen wir mit dem Dressurfahren.
      Die beiden Reitponystuten sollten erst einmal die Gangarten einer gefahrenen A-Dressur lernen, dabei stand der Gebrauchstrab ganz vorn auf der Liste. Der bezeichnete das Tempo zwischen dem versammelten und dem starken Trab, wobei das Pferd frei und gerade vorwärts treten sollte, indem es mit der Hinterhand untertrat und entsprechend weich an den Leinen stand. Durch das Untertreten und die raumgreifenden Bewegungen folgte dann automatisch eine dem Rahmen entsprechende Aufrichtung. Es war nicht sonderlich schwer, meiner Stute das beizubringen, denn sie war genauso fahrsportbegeistert wie ich! Lediglich Poppysmic bereitete da wieder Probleme, die hatte nämlich partout keinen Bock. Und das, obwohl sogar ihre beste Freundin Lilli dabei war.
      Danach widmeten wir uns dem Tritte verlängern. Dies konnte man als Vorstufe des Mitteltrabs verstehen. Die Stuten sollten raumgreifendere Tritten machen, ohne in der Trittfolge eiliger zu werden. Zudem sollten sie übertreten und durch den Schub aus der Hinterhand leichter abfedern und vermehrt vortreten, um sie noch mehr zu gymnastizieren.
      Auch wichtig in einer gefahrenen Dressur waren die ganzen Wendungen, die das Pferd können musste. Dazu gehörten Kreisbögen, die Ecken, Achten und auch Kehrtwendungen. Sie alle sollten ohne Unterbrechung und fließend gefahren werden. Liluye und Poppysmic führten das schon zu Beginn ziemlich gut aus und bogen sich im Genick, im Hals und sogar mit den Rippen in die Richtung, in die auch die Wendungen gingen. Wir mussten uns also hier nur noch darum kümmern, dass besonders Liluye die Wendungen nicht viel zu eng nahm, denn manchmal neigte die Stute zum Perfektionismus.
      Das Leinen aus der Hand kauen lassen war irgendwie das Gegenstück zur Lektion Zügel aus der Hand kauen lassen in einer gerittenen Dressur. Da beide Ponys dies schon drauf hatten, ging es hier nur noch um die richtige Technik, denn eigentlich konnten sie das schon – nur nicht vor der Kutsche. Demnach war dies keine Hürde, die wir nicht bewältigen konnten.
      Zu guter Letzt stand nur noch das Halten auf dem Trainingsplan, bis Lilli und Poppy A-fertig eingetragen werden konnten. Beim Übergang zum Halten musste man darauf achten, die Vorwärtsbewegung des Pferdes geschmeidig aufzufangen und kein abruptes Stehen herauszufordern. Die Hinterbeine des Pferdes sollten also gleichmäßig in Richtung unter den Körperschwerpunkt fußen, bis es zum endgültigen Halten kam. Dann stand es gerade gerichtet, unbeweglich, ausbalanciert und geschlossen. Das kannten die zwei Ponydamen allerdings ebenfalls aus der gerittenen Dressur, weshalb wir auch hier nicht viel üben mussten.

      Eli war auch noch nicht vom Fahrsport überzeugt, als ich ihr zeigte, was die beiden Ponystuten am Ende des Trainings konnten, als sie A-fertig waren.
      Schade drum, aber um das weitere Fahrtraining würden beide nicht herumkommen. Irgendwann würde ich auch mit ihnen im Gelände fahren! Und wenn es das Letzte war, was ich tun würde.
    • Gwen
      Pflegebericht 10. September 2015 - Apfelstrudel war eine schlechte Idee
      5354 Zeichen

      Gemeinsam mit Elena lungerte ich auf Elisas Sofa herum. Warum wir eigentlich hier waren, hatte ich schon wieder vergessen. So wichtig war das ja auch nicht, denn heute war eh so ein Tag, an dem man nichts machen wollte. Elena ging es ähnlich und sie zippte unmotiviert durch die Sender. „Nicht einmal Mitten im Leben kommt!“, beschwerte sie sich laut, wurde aber von allen Seiten ignoriert.
      Irgendwann kam auch Matthew mal kurz durchs Wohnzimmer geschlendert und musterte uns kurz genervt, ehe er doch den Mund aufmachte. „Wo finde ich Elisa?“, fragte er uns in seiner allerliebsten netten Stimme, doch Elena und ich konnten nur mit den Schultern zucken. Irgendwie war ich mir nicht einmal sicher, ob Elisa überhaupt wusste, dass wir hier waren.
      „Ich geh mal gucken, was es zu essen gibt“, meinte Elena, stand auf und lief ganz selbstverständlich zum Kühlschrank, so als wäre es ihrer. Ein paar Minuten Gemaule später kam sie mit zwei Froop-Joghurts um die Ecke und warf mir einen zu. Und plötzlich wurde sie von einem Wasserstrahl angegriffen. „Das sind meine!“, tönte es hinter dem Fernseher hervor.
      Elena hatte sich direkt hinters Sofa geworfen und ich verkroch mich unter eine Decke und lukte nur an einer kleinen Stelle heraus. Hinter dem Fernseher konnte ich Elisas Schopf ausmachen und plötzlich sprang sie auf und attackierte uns erneut. Mit einer Wasserpistole. „Eine Wasserpistole?! Bist du bescheuert?“, fragte Elena vorwurfsvoll und hörte nur noch, wie der Deckel des Joghurts abgezogen wurde, danach war Elisas Gebrüll ohrenbetäubend.

      Irgendwie hatte Elena es trotzdem geschafft den Joghurt auch noch vor Elisas Augen zu essen. Elena war klatschnass und Elisa hockte missmutig in einer Ecke und aß nun meinen Joghurt, also ja eigentlich ihren, aber naja.
      Matthew kam irgendwann ein zweites Mal ins Wohnzimmer, sah Elisa und ihren Gesichtsausdruck und verschwand so schnell er konnte ohne ein Wort wieder.
      Ein Lichtblick war dann Jojos Auftauchen und sie roch so gut! Moment. Ich kroch unter der Decke hervor und musterte Jojo kurz. „Jojo hat Apfelstrudel!“ und damit jagten auch Elisa und Elena aus ihren Verstecken hoch und binnen Sekunden war Jojo umzingelt.
      „Äh, ich wollte den ja sowieso mit euch teilen“, meinte sie und bewegte sich langsam in unserem Pulk in die Küche, um den Apfelstrudel zu schneiden und für uns auf Teller zu packen. „Ich nehme mindestens drei Stücke!“, tönte es laut von Elena und Elisa zückte schon wieder die Wasserpistole.
      Ein paar Minuten später saßen wir friedlich im Wohnzimmer, aßen Apfelstrudel und schauten Aristocats, weil Elisa irgendwann mal erwähnt hatte, dass sie es nicht kannte. Das Entsetzen darüber konnte man immer noch in unseren Gesichtern sehen.
      „Ich wusste gar nicht, dass du backen kannst?“, fragte ich Jojo, denn irgendwie schmeckte der Apfelstrudel zu gut. „Kann ich auch nicht, ist von meiner Oma“ – „Das erklärt alles.“

      Irgendwann war der Apfelstrudel alle und wir schauten in Ruhe unseren Film, bis Jojo anfing zu flennen. „Sie stirbt schon wieder“, meinte Elena nur augenrollend und klopfte Jojo provisorisch auf den Rücken. Brachte aber nicht viel. „Hast du nicht ne Apfelallergie oder so?“, fiel mir dann plötzlich ein, als ich die roten Flecken in Jojos Gesicht sah. Sie nickte nur.
      „HÄ? Wieso isst du dann Apfelstrudel, bist du blöde?“, kommentierte Elisa das Ganze nur und Elena beschwerte sich vehement darüber, dass dann ja mehr für sie übrig gewesen wäre, wenn Jojo mal auf ihre Gesundheit geachtet hätte.
      Während Jojo nun als fast im Sterben lag, entschieden wir uns spontan zu einem kleinen Ausritt. Frische Luft tat bei sowas ja immer gut und nachdem selbst der Abspann von Aristocats zu Ende war, hielt uns kaum noch was im Wohnzimmer.
      „Die Wasserpistole bleibt hier!“, warnte ich Elisa und schob sie dann vor mir raus. Hinter mir zerrte ich übrigens Jojo her, die partout nicht mitwollte, weil sie angeblich Bauchschmerzen hatte. Draußen erwarteten uns dann unsere Vierbeiner.
      Jojo setzte ich auf Outside Girl und Elena hatte ihre geliebte Poppysmic mit. „Hallo Poo-“, setzte ich an, wurde aber mit einem Todesblick und einem „PSCHT“ unterbrochen. Ich hatte mir Altair mitgenommen und Elisa wurde gerade von Matthew dazu genötigt, Refren zu reiten.
      „Ich will aber nicht!“ – „Mir egal. Du hast ihn gekauft, also kümmere dich um ihn.“ – „Nein!“ – „Dann geht er halt wieder.“ – „Boah, du bist so scheiße!“
      Dementsprechend saß die Hälfte der Gruppe bockend auf ihrem Pferd. Nur Elena und ich genossen das schöne Herbstwetter und freuten uns über den Tag. Für uns war er immerhin gut verlaufen, Kost und Logis hatte es immerhin kostenlos gegeben, perfekt!
      Wir waren auch ein Weilchen unterwegs, bis Jojo so sehr herumjaulte, dass sie gleich auf Outside Girl kotzen würde, dass wir umdrehten. Elisa kommentierte das Ganze damit, dass sie auch gleich kotzen würde, wenn sie noch länger Refrens Kopf vor sich sehen müsste. Eigentlich hatte ich sogar fragen wollen, wieso sie ihn dann überhaupt gekauft hatte, aber das ließ ich dann doch lieber.
      Ich war froh, als wir dann heile zu Hause ankamen und keiner gekotzt hatte oder weiter gemeckert hatte. Elena machte sich auch direkt vom Acker, an sich verwunderlich, aber eigentlich auch nicht. Als wir wieder im Haus waren, erfuhren wir auch den Grund. „DIESE SCH-LAMPE HAT MEINE FROOPS GEKLAUT!“, tönte es da nämlich durch das gesamte Haus.
    • Elii
      Pflegebericht 16. September 2015 - Dating Queen
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      „Elisa ist …Was?!“ - „Sie hat ein Date mit Matthew.“, erklärte ich Gwen jetzt zum zweiten Mal, doch sie hatte immer noch große Fragezeichen über ihrem Kopf schweben. „Sie hat es ihm wohl bei der Grillparty zugesagt. Mehr konnte sie auch nicht sagen, war ja völlig besoffen.“
      Ich zuckte mit den Schultern und nahm dann die Zügel wieder auf. Auch Gwen tat es mir gleich und trabte Ameya an, schließlich würden wir bald die Galoppstrecke erreichen. Poppysmic tippelte brav hinterher und wir konnten zeitgleich angaloppieren, als Gwen und ich uns zunickten. Die zwei Stuten hatten ihren Spaß, so dass auch der ein oder andere Freudenbuckler dabei war. Das Durchparieren war nach einigen Metern auch endlich vollbracht und die heimischen Höfe nicht mehr weit entfernt.

      Während Poppysmic sich mit einem Paddock begnügen musste, durfte Ameya zurück auf die Koppel, wo Sinfonie schon am Zaun stand und wartete. Die junge Stute hatte wieder um einiges an Größe zugelegt, seit ich sie das letzte Mal gesehen hatte, trotzdem kam sie sofort zu mir und holte sich ihre Streicheleinheiten ab.
      Mein Plan mich selbst zum Essen einzuladen hatte (mal wieder) einwandfrei geklappt und ich konnte mich mit ein, zwei, drei Portionen Spaghetti endlich wieder voll essen, ohne den Abwasch zu machen. Leider wurde ich relativ schnell wieder rausgeworfen. ‚Ich hab noch genug anderes zu tun.‘ ‚Nein, du kannst nicht dabei sein.‘ und ‚Daheim wartet dein Bett, mach da ein Nickerchen‘ waren nur ein paar der Sätze die Gwen an einem Stück herunter ratterte.
      Geknickt sattelte ich erneut Poppy und ritt zurück nach Hause, aber den Umweg über Elisas Hof konnte ich mir nicht verkneifen. Ich war zu gespannt, ob sie bereits zurück von ihrem heißen Date mit ihrem Fast-aber-doch-nicht-Freund zurück war. Schließlich konnten sie nicht den ganzen Tag in der Stadt verbringen. Ein Date am Morgen war schon komisch genug, wie sollte man sich volllaufen lassen, wenn es eine Katastrophe war?
      Zuhause kam ich einem mürrischen Nate entgegen, der auch noch von Kopf bis Fuß mit Sand beschmutzt war. Hoffentlich ist er so nicht geritten. Als ich abgesattelt hatte, und Poppysmic auf der Koppel verstaut war, kam er auf mich zu und begann sich über mein Wölkchen auszulassen: „Es ist ja toll, dass Cloud Nine so gerne springt, aber wie zur Hölle soll man den in den Kurven bremsen?! Du kannst froh sein, dass er nicht unter dem Zaun durchgerutscht ist, genug Schwung hatte er dafür.“ Entsetzt starrte ich Nate an und rannte zu meinem Hengst auf die Koppel. „Du hast dir doch nichts getan Kleiner, oder?“, bedröppelt sah er mich an und setzte, absichtlich oder nicht, den traurigsten Blick der Welt auf. Nate konnte man in der Ferne fluchen hören und ich auch ein ‚Dem blöden Pferd gehts gut!‘ war zu vernehmen. Nichtsdestotrotz kuschelte ich mich in das Fell des Hengstes und stopfte ihn weiter mit Leckerlies voll.
      Kurze Zeit später klingelte mein Handy und es war, wie erwartet, Elisa.
      „ICH WILL NICHT WISSEN WENN WAS GELAUFEN IST“
      „HALT DIE FRESSE, DAS WÜRDE ICH DIR NCIHT ERZÄHLEN“
      „DANN SCHREIB MICH DOCH NICHT AN“
      „DU HAST ANGEFANGEN“
      „NEIN“
      „DOCH“
      „NEIN“

      „Ich wollte nur fragen ob du heute Abend vorbei kommst, ok.“
      „Muss ich was zu trinken mitbringen?“
      „Schadet bestimmt nicht.“
      Wir lieben uns.
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    • Elii
      Pflegebericht 04. Oktober 2015 - Von quietschenden Sofas und Tequila
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      Es war wieder einer dieser Abende, die mit einem schlechten Haifilm begannen und mit Tequila endeten. Colin stand uns Frauen tapfer zur Seite, als der Film lief, Matthew und Nate hingegen ließen sich gleich volllaufen.
      Dinocroc vs. Mega Shark ließ uns auch nicht lange auf dem Trockenen sitzen, schließlich drehte der sich nach einer halben Stunde nur noch um das Wort „Eier“ und wir hatten unser Trinkspiel für den Abend.
      Irgendwann war Elisa so weit, dass sie lachend auf dem Boden lag, sobald das Wort kam und immer wieder Matthew anschaute. Der - wie gewohnt - seinen Mund zu einem Strich verzog und ins Leere starrte. Gwen trank irgendwann direkt aus der Flasche, nach fünfmal „Eier“ kam Colin mit dem einschenken nicht hinterher, und Frau musste sich selbst helfen. Jojo versuchte die am bodenliegende Verrückte zum verstummen zu bringen, was leider nur mäßig funktionierte. Auch wenn sie ihr den Mund zu hielt, konnte sich nicht zurückhalten und kreischte lauthals.
      Hilfesuchend drehte ich mich zu Nate und Matthew um, die sofort in eine andere Richtung sahen und auf beschäftigt taten.
      „Matthew, jetzt pack dir endlich Elisa und sorg dafür dass sie ruhig ist! Wir können den Film nicht zu Ende schauen, wenn das so weiter geht.“, rief ich genervt und hüpfte, anmutig wie ein Elefant, über das Sofa, um ihn zu ihr zu ziehen.
      „Du musst doch irgendwelche Tricks haben, um sie zum Schweigen zu bringen..“, murmelte jojo und zeigte genervt auf Elisa, die immer noch kichernd und quietschend am Boden lag. „Vielleicht hilft Tequila“, sagte Gwen in völliger Begeisterung und goss den Inhalt der fast leeren Flasche in Richtung ihres Mund. Dass sie nicht traf störte niemanden, denn dadurch wurde die Besoffene endlich ruhig.
      „Da das Problem gelöst ist, können wir jetzt endlich weiter trinken!“, verkündete ich mit einer schwungvollen Handbewegung, die eine weitere Flasche Tequila hinter meinem Rücken hervorzauberte. Colin streckte beide Arme begeistert in die Luft und fing die Flasche, etwas verstört, auf, als ich sie ihm entgegen schmetterte. Er hatte sich damit wirklich den „Angestellter des Monats“-Preis verdient. Nate hingegen machte mal wieder das, was er am besten konnte - er sah zu und tat nichts. Da es in die finale Runde des Films ging, zog ich auch ihn zum Sofa und schubste ihn mit viel Gefühl darauf. Da Elisa nicht mehr im Spiel war, musste Matthew jetzt für Zwei trinken. Selbst Schuld, wenn er seine Freundin nicht im Zaum halten konnte.
      Im Suff kam unserer Gruppe noch der geniale Einfall, dass alle zusammen im Wohnzimmer auf dem Boden übernachten könnten. Und nachdem alle versichert hatten, dass sie mir nicht auf das Parkett kotzen würden, wurde der Plan in die Tat umgesetzt.

      Am nächsten Morgen kam mir eine schlecht gelaunte Jojo entgegen und beschwerte sich lautstark über das quietschende Sofa. „Es hörte einfach nicht auf! Egal wann ich wach wurde, das scheiß Teil quietschte“, berichtete sie, als alle sich zum Frühstück am Tisch saßen. „Das war bestimmt Nate“ erklärte Elisa kühl und schob sich ihr Brötchen (ja, das ganze) in den Mund. Dieser war gerade nicht anwesend und konnte sich dementsprechend nicht verteidigen, auch wenn Gwens Blick das sagte, was ich vermutete: Er hatte dort nicht geschlafen. Aber mein Kopf tat weh, und da er mir später nicht beim Aufräumen helfen würde, würde ich ihn auch nicht verteidigen. Ausgleichende Gerechtigkeit.
      Nachdem alle gestärkt waren, ging es nach draußen in den Stall und auf die Pferde. Der standesgemäße „Tag danach“- Ausritt dürfte auch heute nicht fehlen. Gwen durfte auf Furmint, Elisa auf Ostara, ich schnappte mir Tavasz und Jojo setzte sich, immer noch genervt durch ihren gestörten Schlaf, auf Poppysmic.
      „Sag mal, Elisa. Bist du nachts eigentlich mal aufgestanden? Dein Bett war leer, als mich das scheiß Sofa geweckt hat“, fragte Jojo in ihrer genervtesten Stimmlage und zog gekonnt eine Augenbraue hoch.
      „Äh.. Ich.. Äh.. War da auf dem Klo, ja genau. Ich war auf dem Klo“, antwortete diese stotternd, nachdem alle Blicke auf ihr lagen. Das nächste Mal würde ich sie an ihr Bett binden.
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    19 Juli 2015
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    Rufname: Poppy
    geboren: Mai 2008

    von: Kronjuwel – Deutsches Reitpony

    von: unbekannt, aus: unbekannt
    aus:Monsta – Deutsches Reitpony
    von: ÉdC's Velino, aus: Ocean Water

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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Buckskin
    Stockmaß: 142 cm

    Besitzer: Elii
    Ersteller: Elii
    Vorkaufsrecht: Elii

    Beschreibung
    Dass der erste Eindruck täuscht, wird bei Poppy schon wenige Minuten nach dem ersten Kennenlernen klar. Sie wirkt wie ein total liebenswürdiges Pony, welches man Kindern ohne Probleme anvertrauen würde und das keiner Fliege was zu Leide tun würde. Doch eigentlich ist sie alles andere als ein Kinderpony – taut sie erstmal mit dem Gegenüber auf, hat sie es faustdick hinter den Ohren. Dann wird nicht brav im Gelände nach vorne gegangen, dann bestimmt Poppy nämlich die Richtung. Und wenn man dann mal denkt, sie hat einen guten Tag, versucht sie im nächsten Moment, dich in den Sand zu setzen (Oder auf den Waldboden. Oder in den Matsch, sie ist nicht besonders wählerisch).
    Doch natürlich hat auch ein so stures, dickköpfiges, fast schon hinterhältiges Pferd, welches wohl am besten zu einem Mafiaboss passen würde, auch ihre guten Seiten. So kann sie natürlich auch das liebste Pony der Welt sein (wenn es um Leckerlis geht) oder sich unterm Sattel von der guten Sorte zeigen, dann aber fast nur auf Turnieren. Da kann sie dann zeigen, was sie hat – denn im Springen und in der Dressur ist Poppysmic erblich vorbelastet.

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    Erfolge

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    2. Platz 134. Synchronspringen

    3. Platz 379. Dressurturnier
    1. Platz 375. Springturnier
    2. Platz 380. Dressurturnier
    3. Platz 263. Militaryturnier
    3. Platz 308. Fahrturnier
    2. Platz 313. Fahrturnier
    2. Platz 323, Fahrturnier

    Dressur M – Springen A – Fahren A


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    Decktaxe: 270 Joellen

    Zuchtverleih: //
    Nachkommen:
    Crescent Jewel* / Deutsches Reitpony [2014] - von Liberté's Cresant Moon / Deutsches Reitpony

    offizieller Hintergrund
    Zubehör