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Bracelet

Pluie ♥

Phex x ubk. <3 (33 Punkte / 1er Abstammung / 30 Schleifen / 2 TBs)

Pluie ♥
Bracelet, 25 Jan. 2020
Zion, Veija, Canyon und einer weiteren Person gefällt das.
    • Bracelet
      Sichelöhrchen
      März 2020

      Ich stand gerade in der Dressurarena des Den Vackra Trakehner Stud, wo Anastasia Master Of Gold arbeitete. Da der Hengst nicht mehr aktiv im Turniersport eingesetzt wurde eignete er sich wunderbar als Lehrpferd für meine Bereiterin. Nebenher führte mir unser Stallbursche Melvin unseren Neuzugang Pluie warm, den ich eigentlich gleich reiten wollte. Das Ganze wurde allerdings durch einen lauten Rums unterbrochen, denn Pluie, ,,Plüsch’’, wie wir ihn bereits nannten, machte einen Satz und landete etwas unsanft mit einem Bein an der Bande. Überrascht drehte ich mich um und sah, dass Amelia, unsere Pferdepflegerin, sprichwörtlich mit der Tür ins Haus gefallen war. „Ist etwas passiert?“, wollte ich natürlich wissen, ehe ich bemerkte, dass sie wild wedelnd mit einer Pferdezeitschrift auf mich zukam. „Tüüür frei“,rief sie, nun natürlich viel zu spät, und nahm jedem die Möglichkeit vorweg entsprechend zu reagieren, geschweige denn zu antworten. „Das musst du dir unbedingt ansehen!“,rief sie ganz aufgeregt und drückte mir kurz darauf das Magazin in die Hand: „Da! Schau mal, wäre das denn nichts für uns?“
      Stirnrunzelnd betrachtete ich die geöffnete Seite mit den Verkaufsanzeigen. Ganz oben nahm ich sofort zwei Fotos von zwei außergewöhnlich aussehenden Pferden wahr. „Das sind Marwaris! Pferde aus Indien. Die haben diese niedlichen Sichelöhrchen!“,fuhr Amelia fort und machte ein ziemlich lustig aussehende Handbewegung über ihrem Kopf. „Mmhm“,murmelte ich ehe es, nun in meinem Kopf, zu rattern begann. Das Angus Og Stud, das ich mir ja geleistet hatte, hatte definitiv noch Kapazitäten frei und genau genommen fehlte dort ohnehin ein konkretes Zucht- oder Sportziel. Abgesehen davon gefielen mir diese beiden blütigen Pferde wirklich gut. Sie wirkten überaus edel und schienen tatsächlich eine Rarität zu sein.
      Schlussendlich bat ich Amelia den Plüsch zu longieren und selbst die Zahlen zu checken, ehe ich mich ein paar Tage darauf tatsächlich entschied die beiden zu kaufen. „Meereen“ und „Tamana“. Alleine was für klingende Namen die beiden hatten.
      Die kommende Woche verbrachte ich noch auf dem DVTS; immerhin war hier wirklich überaus viel zu tun im Moment. Auch wenn ich vor hatte einige Pferde und Tätigkeiten damit auf das AOS auszulagern, musste ich mir langsam eingestehen, dass ich wohl mehr Personal brauchte. Vor allem Bereiter würde ich wohl ein paar mehr einstellen müssen, denn ich und Ana alleine konnten all die Pferde kaum stemmen. Meine Zuchtstuten HGT‘s Nightmare, Takada, Winterzauber, Vintage Gold, I’ve got the moves like Jagger und Donella gingen zur Zeit überhaupt nur ihre Runden in der Schrittmaschine. Mehr Bewegung konnten sie sich zwar selbst auf den Paddocks holen, doch alleine schon Longearbeit gab es nur, wenn Amelia die Zeit fand. Sie durfte nämlich immer mal wieder wenn sie die notwendigen Aufgaben erledigt hatte ein wenig lockere Arbeit vom Boden aus mit den Pferdchen machen. Meist entschied sie sich dann aber doch dafür entweder Feierabend zu machen oder ihrem Lieblingspferd Dreaming Of Better Days, die ja ein wahres Goldstück war, Boden- oder Freiarbeit zu machen, was für mich, trotz der stetig bergauf gehenden Dressurkarriere der Stute, absolut in Ordnung ging; immerhin machte es ihr uns Dreamy immer super viel Spaß, weshalb ich dabei ab und an auch ganz gerne mal zusah. Für mich selbst blieb leider, wohl auch bedingt durch den eben erwähnten Personalmangel, für solche Dinge leider kaum Zeit mehr, wenn es nicht gerade für die Jungpferdeausbildung von Nöten war. Hier war ich allerdings zur Zeit mit den meisten meiner Youngsters an anderen Punkten. Mit DVTS’ Daeny und Aiana war ich gerade noch mit den Basics wie dem Halftern und Führen in Schritt und Trab beschäftigt. DVTS’ Takinou, Backfett, DVTS’ Magic Movements und Sir Bacardi waren da schon deutlich weiter. Alle vier Jungpferde waren bereits mit den Basics vertraut und wurden bereits longiert. Hierbei hatte ich auch schon Stangen integriert, was den Muskelaufbau begünstigte, der bei mir immer vor den ersten Steps des Anreitens kam.
      DVTS’ Seattle’s Wintertime, DVTS’ Cascadeur de la Vie, Caddylack, Bambina und DVTS’ Colour the Nightsky waren bereits recht weit, was die Longearbeit betraf. Sie reagierten alle schon sehr fein auf die Stimm-, wie auch Peitschenhilfe. Außerdem waren sie bereits an das Gebiss gewöhnt, das sie bisher alle schon super annahmen. Handarbeit hatte ich auch schon in die Arbeit mit dazu genommen, genauso wie im Zuge dessen die ersten Anfänge der Seitengänge. Casi machte sich dabei besonders gut und mauserte sich trotz leichtem hengsteln als Musterschüler. Die Ausbildung dieses Pferdes war für mich im Generellen etwas ganz besonderes. Auch wenn ich tatsächlich auf meinen gesamten ersten Fohlenjahrgang sehr stolz war, war Cascadeur für mich in der Arbeit der, der momentan am positivsten heraus stach. Der dressurgezogene Hengst schien ganz nach seinen Eltern zu kommen. Charakterlich zeigte er sich jetzt schon besonders stark, obwohl er ein wirkliches Prachtexemplar an Hengst zu werden schien und sich so langsam richtig zu präsentieren begann. Er war auch stets bedacht dem Menschen nichts zu tun, obwohl ihm das Testosteron nun sehr deutlich einschoss, was bei einem Hengst auch etwas sehr angenehmes war.
      Chestnut und Vina waren schon noch weiter. Bei Chestnut war es bald soweit, als dass er offiziell als Angeritten und auf E-Niveau befindlich gelten konnte.
      Für VK Gunna Whiz und Hollywood King Gun hatte ich seit einigen Wochen einen professionellen, externen Westernbereiter am Hof, der die beiden zwei bis dreimal ritt und sie, sobald alles harmoniert, auch auf Turnieren vorstellen würde. Auch wenn ich eiinige Stunden Westernunterricht hinter mir hatte und mich regelmäßig fortbildete wurde ich den Beiden so einfach nicht gerecht. Immerhin hatte ich am Ende des Tages eine englische Reitausbildung. Trotzdem war ich sehr stolz auf meine beiden Schätze und sah immer gerne beim Training zu.
      Abgesehen davon starteten mit Vaconda und Give me Chocolate nun aktiv die Vorbereitungen auf die jeweilige Stutenkrönung. Vaconda war im Training unfassbar stark; Choco ritt ich beinahe nur noch locker Dressur, in Kombination mit einigen Gymnastikreihen, denn die hohen Sprünge und der Parcours lief mit ihr wie von selbst, da war sie unfassbar sicher geworden.
      An der Sicherheit arbeiten musste ich noch mit meinen Nachwuchspferden. Brouk war leider nach wie vor schwierig, auch wenn er sich schon deutlich verbessert hatte. Er war nunmal von Natur aus schon kein Anfängerpferd, wie ich es von seiner Mutter auch schon gewohnt war, und im Zusammenspiel mit seiner Vorgeschichte war es oft wirklich ein Kampf, den ich nicht führen wollte. Deshalb hatte ich vor einigen Wochen beschlossen, ihm einfach die Zeit zu lassen die er zur Entwicklung benötigte und alle Ambitionen bei ihm runter zu schrauben; auch wenn der Hengst eigentlich ein enormes Talent hatte, nicht nur vor der Kutsche, wovor er allerdings leichter zu händeln war als beispielsweise am Sprung oder gar in Parcours oder Dressuraufgabe. Hier hatte ich mit Balounito überhaupt kein Problem, denn der junge Hengst zeigte deutlich, dass er auch ein Springpferd sein wollte. Sein bester Koppelbuddy CHH’ Sence Of Humor hatte zur Zeit auch eine super Phase und war ebenso eine Freude zu Reiten. Ebenso It’s Showtime, Waldjunge, Poltergeist, Christmas Joy, Dempsey, Hummels Enterprise, Roommate, Cherokee Gold, Traumfänger, Akira, Take my Hand, Scarlet Sun, Cornetto, Lead me Home, Romulus, Pinochio, Simple little Melody, Birdcatcher, Sookie, Golden Eye und Sir Donnerhall. Ich hatte also im großen und Ganzen wirklich Glück mit meinen Schätzen.
      Etwas intensiver musste das Training zur Zeit mit Mihály sein. Der Hengst hatte nämlich zur Zeit eine kleine Flegelphase und etwas zu viel Energie. Schaffte ich es aber dies zu Ausdruck in der Arbeit umzuwandeln lief der wunderschöne Fuchs wirklich unfassbar toll.
      Nur locker ritt ich zur Zeit meine Deckhengste Costa de la Bryére, Seattle’s GT’aime, N’oubliez Jamais, Party Shaker und Wastl. Etwas mehr Aufmerksamkeit bekam Nephilim Son Of Angel & Devil, da ich bei ihm immer all meinen Stress vergessen konnte und dies gewissermaßen seelenstreichend wirkte.
      Magic Attack befand sich genauso wie Angels Kiss, Black Pearl und Dreammaker noch in der Winterpause. Bei Magic war dies gewissermaßen eine Art wohlverdienter Semiruhestand. Dies hatte ich auch seiner Vorbesitzerin versprochen, denn der hübsche Hengst hatte in seinem Leben bereits genug geleistet und sich etwas mehr Ruhe und Pferd-sein-dürfen mehr als nur verdient.
      Breathing your Love und Cotsworlds Eik wurden zur Zeit ausschließlich von Anastasia trainiert.
      Diese vertrat mich auch so gut sie konnte, während ich ein paar Tage auf dem Angus Og Stud war, um Meereen und Tamana im neuen Heim willkommen zu heißen. Ginger freute sich dabei auch wie immer über meinen Besuch und berichtete mir von den Fortschritten, die Belmonts Beo seit meinem letzten Besuch gemacht hatte. Abgesehen davon hatte sie auch viel über An Affair to Remember zu zählen, die sich, höchstwahrscheinlich nur vorübergehend, bei uns befand.
      Während die beiden Marwaristuten sich bereits einige Tage eingelebt hatten gab es noch eine große Überraschung für mich, denn wir hatten einen weiteren Neuzugang zu begrüßen: For Pleasure, ein wunderschöner und überaus begabter Fuchs, der bereits einige Erfolge in der Sparte Springen verbuchen konnte. Ein Ausnahmehengst wie er im Buche stand; bei dem ich nie erwartet hätte, dass dieses tolle Pferd tatsächlich in meinen Besitz kommen würde. Aber nicht nur ich war hin und weg als er ankam: auch Ginger strahlte über beide Augen, was auch verständlich war denn sie hatte erstmal das Vergnügen wohl die meiste Zeit mit dem Hübschen zu verbringen.
      Nachdem ich mit Ginger noch einen Plan bezüglich dem Training von Tamana, Meereen, Beo und For Pleaure ausgetüftelt hatte, musste ich leider auch schon wieder auf das DVTS zurück. Bald würde ich aber wieder kommen um etwas mehr Zeit auf dem Hof zu verbringen.
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      wir fahren mal wieder aufs Turnier
      August 2020

      Da die letzten Trainingseinheiten mit HMJ Grace überaus gut liefen hatte ich beschlossen es zu riskieren und ein Dressurturnier mit meiner schwarzen Stute zu nennen. Ich hielt dies allein schon für eine gute Übung für das anstehende Makeoverfinale mit ihr, auch wenn ich es bestimmt auch aus dem Grund tat, dass ich neugierig war: Würde ihr die Atmosphäre etwas ausmachen? War sie am Turnier auch so eine coole Socke wie zuhause immer? Kannte sie diese Situation eventuell schon? Was mir bisher klar geworden war war, dass Grace durchaus höher ausgebildet sein musste, denn sie zeigte diverse Anzeichen; Verstand die ersten Versuche von Seitengänge überaus gut und war sehr fein über den Sitz zu reiten, auch wenn sie sich natürlich noch schwer tat was das körperliche Können betraf. Immerhin war sie als sie zu uns kam, wenn sie auch muskulär nie in einer überaus schlechten Form war, doch nicht konstant im Training und übergewichtig, was sich allerdings mittlerweile mehr als nur verbessert hatte. Grace sah zur Zeit richtig gut aus. Von der Pflugel von vor ein paar Monaten war kaum mehr etwas zu erkennen. Ich hatte gar nicht vor, dass sie gar so schnell abnahm aber sie bewegte sich mittlerweile auch im Alleingang, auf der Koppel und auch der Wiese, auf die sie mittlerweile auch ein paar Stunden am Tag durfte, recht viel. Allmählich kam der Trakehner durch; allerdings nur was den Bewegungsdrang betraf. Eigensinnig war Grace eigentlich wenig, wenn ich meine übrigen Exemplare ihrer Rasse mit ihr verglich. Sie war wirklich eine Brave, die mittlerweile jeder im Stall im vorbeigehen betüddelte, was sie nun auch schon sehr genoss. Mit anderen Menschen als mir und Anastasia war sie ja auch von Anfang an rasch warm geworden, mittlerweile aber noch entspannter als früher, überfiel niemandens Taschen mehr so penetrant wie noch vor ein paar Monaten, und auch mit absolut „Fremden“ hatte sie kein Problem, sondern war einfach nur neugierig. Sie vermutete nirgends etwas Böses, weswegen ich auch davon überzeugt war, dass ihre Vergangenheit nicht all zu traumatisierend für die Rappstute war.
      Schon am Vortag hatten wir Grace‘ ihre Zöpfchen geflochten, was sie nicht unbedingt störte, da Ana ihr ein Heunetz zum Putzplatz gehängt hatte und sie die ganze Zeit über genüsslich an den Halmen knabbern konnte. Zu unserem Glück waren diese sogar noch am nächstdem Tag da, weswegen es ein leichtes war diese rasch einzurollen und hochzunähen. Ich verwendete dabei eine kleine Perle je Zopf, wodurch das Ganze nochmal einen besonders edlen Touch bekam.
      Anschließend räumte ich alle nötigen Sachen in unseren Pferdetransporter. Dabei hatte ich wie immer meine Checkliste mit dabei, auf der neben Sattel, Trense, Eimer, Putzzeug und Co auch in Großbuchstaben „GRACE“ drauf stand. Man konnte schließlich nie wissen wo einem der Kopf stand.
      Amelia hatte die schwarze Stute und die anderen Pferde mit denen wir heute wegfuhren in der Zwischenzeit auf Hochglanz geputzt und nochmal die weißen Beine gewaschen. Als kleinen, durchaus bekannten Trick verwendete sie schließlich noch etwas Babypuder um Grace‘ weiße Ballettschühchen noch ein wenig mehr hervorzuheben. Sie sah wirklich unheimlich schick so aus!
      Schließlich bekam sie noch eine Fliegendecke um und Transportgamaschen an die Beine, ehe es ans Verladen ging. Dabei zeigte sich einmal mehr was es ausmachte die Basics ausreichend zu festigen: Gracey ging ohne zu zögern neben mir her, den Strick locker über den Hals geschmissen, und somit praktisch von selbst in den Transporter. Zuletzt geübt hatten wir das noch auf der Lindö Dalen Stuteri, bevor wir die Stute zu uns gebracht hatten; dennoch hatte das Training sichtlich bis heute Früchte getragen.
      So weit, so gut. Nachdem alle Pferde verladen waren ging ich noch einmal meine Liste durch, ehe ich als letzte in den Wagen stieg. Der heutige Weg war zum Glück nicht all zu lange: knapp fünfunddreißig Minuten. Ich saß dabei am Steuer; Amelia und Anastasia neben mir. Ana war es, die mir nochmal die jeweiligen Aufgaben vorlas und mit mir mögliche Fehlerquellen besprach.
      „Genau. Hier jetzt nach links.“,dirigierte Amelia mich etwa eine halbe Stunde später durch die Pampa. „Sicher, dass wir hier richtig sind?“,meinte Ana stirnrunzelnd, als wir auf einen schmaleren Forstweg in einen Mischwald einbogen. „Jaja.“,maulte Amelia, während ich deren Anweisung Folge leistete. „Aaa ich seh schon!“,gab ich kurz daraufhin von mir, als wir ein momentan offen stehendes Tor passierten. Anschließend zogen die letzten beiden Bäume an uns vorüber und der Blick war frei auf eine nicht zu übersehende Sportpferdeanlage. „Da drüben ist der Hängerparkplatz, guck!“,regte Amelia an und wedelte mit dem Finger in Richtung einiger anderer Pferdetransporter. „Ausgezeichnet, Danke dir.“,gab ich zurück und steuerte eine freie Lücke an; wobei der Begriff ,Lücke‘ wohl kleiner klang als tatsächlich an Platz vorhanden war. Wir hatten wirklich ausreichend davon um die vier Pferde ganz in Ruhe auszuladen.
      „Ana? Bringst du Pluie und Traumfänger schonmal in die Gastboxen?“,fragte ich, als ich schließlich die große Klappe, nun Rampe, herunter ließ. „Hier hast du die Nummern der Zelte in denen sie stehen.“,fügte ich noch hinzu und drückte der jungen brünetten Frau einen Zettel in die Hand. Sie nickte nur, während ich Grace als erste heraus führte. Als Nächstes war ein Platz frei, ehe die beiden Hengste folgten. Bevor diese allerdings ausgeladen wurden wollte ich mich erstmal zusammen mit Grace zu den Stutenboxen verdünnisieren. Die dunkle Stute stieg brav aus, ehe sie realisierte, dass wir weder auf dem Den Vackra Trakehner Stud, noch der Lindö Dalen Stuteri waren. Sie hob schließlich den Kopf an; wollte sich wohl einen Überblick verschaffen. Dennoch blieb sie gewohnt ruhig, wieherte nicht einmal. „Komm, Gracey.“,sagte ich ruhig zu ihr. Sie folgte mir.
      Die Stuten durften in festen Boxen untergebracht werden, einem leerstehenden Stalltrakt des Gestüts, auf dem die Prüfungen stattfanden. Sie waren nicht übermäßig groß, aber hell und sauber. Die Pferde waren durch bis zur Decke reichende Gitter voneinander getrennt, vor der jeweiligen Box war genug Platz dem Turnierschrank in Ruhe aufzubauen.
      Unmittelbar neben Grace standen noch keine Pferde, alleine war sie allerdings auch nicht, denn gegenüber und ein paar Boxen weiter standen bereits Pferde. Die Stute lief nachdem ich sie vom Strick entließ erstmal einen Kreis in der Box, ehe sie alles inspizierte. Ich sah ihr an, dass sie leicht nervös war, es sich aber in Grenzen hielt. Im Endeffekt war es doch eine für sie ungewohnte Situation wenn man bedenkt, dass sie seit sie bei uns ist nicht mehr auswärts unterwegs war und hier auch noch einiges los war. Immerhin richteten sich gerade einige Reiter ein und alle paar Minuten ging ein Pferd ein, ein anderes aus. Dafür war sie mal wieder eigentlich ein Schatz.
      Bevor ich nach meinen anderen drei Pferden sah zog ich der Stute ihre Gamaschen aus und nahm die Fliegendecke ab. „Brav bist du.“,sagte ich dabei mit ruhiger Stimme zu ihr und streichelte sie anschließend noch ein wenig, ehe Amelia auftauchte: „Huhu! Ich hab hier schon den Turnierschrank und ein Heunetz für die Kugel.“ „Sehr schön.“,sagte ich schmunzelnd. Ihren Spitznamen würde sie wohl nicht wieder los werden. „Würdest du vielleicht ein wenig auf sie schauen? Dann geh ich und sehe nach Plüsch und Traumfänger.“,meinte ich fragend zu meiner Pflegerin, die nur lächelnd nickte und Grace mit ihrem Raufutter versorgte. Die schwarze Stute stürzte sich sofort in ihre Richtung, hielt aber leicht Abstand. Sie hatte gelernt, dass sie nicht mehr alle überfallen durfte, nur weil sie fressen wollte. Das hatte sie überraschend schnell gelernt, was bestimmt auch daran lag, dass sich am Stall auch wirklich jeder an meine Erziehungsanweisungen diesbezüglich hielt.
      „Aa Brace!“,rief Ana mich, als sie mich im Stallzelt aufschlagen sah. Sie hatte meine beiden Hengste bereits in ihre Boxen gestellt. Traumfänger mümmelte schon an seinem Heu, während Pluie daneben leicht hektisch in seiner Box umherzog. „Plüüüschi.“,versuchte ich ihn mit meiner Stimme aus seinem Rappel zu bekommen: „Wie oft haben wir das jetzt schon durch, hmm?“
      Es dauerte keine fünf Minuten, da hatte sich der Red-Roan-Hengst auch schon wieder beruhigt. Obwohl er sonst ein ganz tolles Wesen hatte war er dann doch hin und wieder direkt nachdem wir am Prüfungsort ankamen am Radau machen, was sonst überhaupt nicht seine Art war. Grundsätzlich würde ich ja meinen, dass das für einen jungen Hengst absolut normal war, doch bei Pluie war es nicht die Aufregung, sondern seine Energie, wie ich vermutete. Er hatte ja ein überaus aufgewecktes Wesen und ich war davon überzeugt, dass alleine das lange im Hänger stehen schon reichte ihn aus dem Konzept zu bekommen. Zu Hause stand er doch in einer deutlich größeren Box mit angrenzendem Paddock, auf das er jederzeit konnte, und den ganzen Vor- und Nachmittag entweder auf der Schlechtwetter- oder Wiesenkoppel, wo er sich austoben, oder zumindest herumstreifen konnte. „Weißt du was? Longier den bitte mal sobald es geht, hm?“,meinte ich deswegen zu Ana, die sich sofort aufmachte um sich zu erkundigen wie und wann wir die Pferde bewegen konnten.
      In etwa zwei Stunden, samt einer warmen Mahlzeit, später konnten wir die Pferde bewegen. Die ersten Prüfungen liefen bereits. Pluie und Traumfänger waren erst am kommenden Tag an der Reihe. Für Grace hingegen ging es heute bereits ans Eingemachte, wobei ich das sehr locker sah. Wir hatten eine E-Dressur genannt, bei der mein oberstes Ziel war eine einigermaßen lockere Runde hinzulegen. Grace sollte die Möglichkeit bekommen sich mit der Atmosphäre vertraut zu machen und ein wenig Auswärtserfahrung zu sammeln. Aus vor allem ersterem Grund drehte ich deswegen, während Ana zeitgleich Traumfänger und Pluie longierte, mit Grace ein paar Runden mit Zaumzeug und Longe übers Turniergelände. Auf einem etwas abgelegeneren Platz ließ ich sie schließlich einige Minuten neben mir her Schritt gehen, ehe ich sie kurz im Trab um mich herum schickte. Ich gab ihr den Raum aufgestaute Energie und so auch ihre Nervosität los zu werden, doch so wirklich kam nichts, weswegen ich sie auch bald schon gut sein ließ und mit ihr noch etwas abseits vom Trubel grasen ließ.
      Am späteren Nachmittag, gegen Sechs, ging es dann ans Abreiten. Amelia hatte Grace davor fertig gemacht, während Anastasia und ich die Aufgabe noch einmal durchgingen und ich meine Stiefel ein letztes Mal mit Sattelseife zurecht machte.
      Vorm Stall half mir meine Pflegerin in den Sattel. Grace‘ ließ dies brav zu und blieb stehen. Ihre Ohren spielten, unsicher worauf genau sie sich konzentrieren sollte. „Gut. Dann reite sie mal eine halbe Stunde locker und ich sag dir wenn die Reiterin zwei vor dir rein geht.“,beschloss Ana. Ich nickte und ritt Grace hinüber zur Abreitehalle. Hier war etwas weniger los als auf den Vierecken, auf denen man ebenfalls warmreiten konnte.
      Ich startete am halblangen Zügel; so, dass ich eingreifen konnte, sollte die Stute dann doch einen Hüpfer machen. Nach etwa zehn Minuten fleißigen Schritt nahm ich die Zügel auf, holte Grace heran in dem ich meine Beine gut dran nahm und gefühlvoll mit den Zügeln spielte. Der Rappe reagierte prompt und sie machte einen schönen Kragen. Wichtig war nun, dass sie dies nicht nur am Hals, sondern im ganzen Körper zeigte und ehrlich ans Gebiss getan trat. Um sie hier etwas locker zu machen baute ich ein paar gebogene Linien ein, wo Platz war, und ritt ein paar Mal Schulter- und Kruppherein. Als ich sie dann gut bei mir hatte trabte ich sie gemütlich an und ließ sie erstmal locker gerade aus laufen, wobei ich vor allem darauf achtete, dass sie schön fleißig nach vorne zog. Nach einigen Runden machte ich einen Handwechsel, nach ein paar weiteren nahm ich bereits den Galopp dazu. Wie es bei den meisten meiner Pferden war löste auch Grace sich am besten über diese Gangart. Da sie wirklich gut bei mir war entschloss ich mich sogar sie auf dem Zirkel etwas länger zu lassen, damit sie sich leicht in die Tiefe strecken, die Halsmuskulatur schön dehnen und den Rücken aufwölben konnte. „Guuut.“,lobte ich sie schließlich, ehe ich sie wieder etwas aufnahm, zum Trab durchparierte und auch auf der anderen Hand galoppierte.
      „Brace! Die Reiterin von der wir gesprochen haben ist jetzt drin!“,rief Ana mir einige Zeit später vom Rand zu. Ich parierte Grace aus dem Trab zum Schritt durch, ließ sie ein paar Runden schreiten und machte sie anschließend nochmal richtig wach. Ich übte noch ein paar Schlüsselstellen, ehe es dann auch schon hinüber zum Prüfungsviereck ging.
      Dort angekommen trabte ich mit meiner Stute erstmal einmal ganze Bahn durch das Viereck. „Du weißt ganz genau was jetzt los ist.“,flüsterte ich grinsend zu meinem Rappen. Sie war voll und ganz in Prüfungsmodus. Sie kannte diese Situation! Nicht nur vielleicht, spätestens jetzt war ich ich mir mehr als einhundert Prozent sicher.
      Die Aufgabe über präsentierte sich Grace von ihrer besten Seite. Sie war nicht nur wie erhofft locker, sondern zog wirklich die ganze Prüfung über voll und ganz durch den Köper und schmiss die Beine nur so. Es war ein unglaubliches Gefühl! Keines wie bei einer E-Dressur, es fühlte sich viel mehr an als wäre da gerade etwas viel höheres im Gange; als ob wir eigentlich gleich etwas ganz anderes, viel größeres reiten könnten, würden.
      Als wir schließlich bei X vollends geschlossen hielten und ich gegrüßt hatte konnte ich meine Freude mit diesem Pferd nicht mehr verheimlichen. Überschwellig lobte ich die Stute, als hätte sie gerade die Kür in Aachen gewonnen und tausende Menschen würden uns applaudieren. Ich fühlte es: das könnte noch etwas ganz großes werden!
      „Das war ja viel zu leicht für die!“,scherzte mir Anastasia sofort entgegen: „Also, soll ich die S gleich noch nachnennen? Geht schon!“ Ich musste lachen. Wenn sie körperlich schon weiter wäre, wir weiter zusammen gewachsen wären. Ausschiessen würde ich nicht, dass wir das noch schaffen könnten. „Pfff.“,riss es mich aus meinen Gedanken. Grace‘ schnaubte ab und wollte nun ihre wohlverdiente Belohnung von uns haben. Ihr Gesicht sagte eindeutig: Jetzt rück den Apfel raus!
      Ich saß ab, Amelia verteilte den Apfel. Dann dröhnte es aus den Lautsprechern: „Und damit gibt es für HMJ Grace die Wertnote 8,0. in der laufenden Wertung bedeutet das damit die Führung!“ Ana schlug die Hände überm Kopf zusammen: „Brace! Die vor euch hat geführt mit 7,1! Und die hat so einen Lampenaustreter mit wie Showi einer ist!“
      „Hey!“,unterbrach Amelias Stimme uns in unserem Freudenschwall darüber, dass aus unserem halb-Pferd-halb-Kugel-Experiment scheinbar ein kleiner Kracher wurde. Grace hatte die Gunst der Stunde ergriffen sich einigermaßen unbeobachtet zu fühlen und gegenüber Amelia das Ruder übernommen. Natürlich klebte sie sich sofort ans saftige Gras neben uns. Ich lachte nur nocheinmal lauter. Was ein Tag! Was ein Pferd!
      Nach Prüfungsende fanden wir uns zusammen mit Grace erneut am Viereck ein. Diesmal war die dunkle Stute auch noch schön ordentlich auf allen vier Beinen weiß bandagiert und auch ich hatte mich noch einmal in Schale geworfen. Es war an der Zeit für die Siegerehrung, schließlich hatte unsere Maus die Prüfung mit 0,9 Punkten Abstand, und damit einer Wertnote von 8,0 gewonnen!
      „Wir bitten damit um eine Ehrenrunde im Galopp!“,hieß es schließlich nachdem ich eine Medaille überreicht bekommen hatte und Grace‘ ein hübsches Schleifchen angesteckt wurde. Ich galoppierte sogleich an und Grace zog so richtig an. Für sie ungewöhnlichst legte sie sogar ein paar kleine Buckler aufs Parkett, die allerdings gut zu sitzen waren und somit eher lustig als angstbereitend waren.
      Strahlend ritt ich zwei Runden später aus dem Viereck. Ich klopfte mein Pferd stolz: „Braaav bist du. Mein Sechser im Lotto, hmm!?“
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      der ganz normale, alltägliche Wahnsinn

      „Ruuhiger. Ruhiger. Ruhiger.“,wiederholte ich mantraartig. Anastasia saß gerade auf Take my Hand und versuchte bereits das dritte Mal auf der Mittellinie Viererwechsel zu reiten. Handy spielte da allerdings wenig mit und raste los sobald Ana abwendete. „Parier die mal durch.“,sagte ich schließlich kopfschüttelnd. Meine Bereiterin seufzte: „Ich verstehe das einfach nicht. Was hat sie denn plötzlich?“ „Sie läuft nicht weg weil sie heiß wird. Ich glaube sie hat genug für heute. Sie kann’s einfach noch nicht. Nicht weil du’s ihr nicht gut genug erklärst, sondern weil sie es körperlich nicht schafft und das hat sie wohl schon im Kopf wenn wir sie abwenden.“,analysierte ich. Ana schaute traurig. „Komm, lass mich das nochmal testen. Sie soll noch einen schönen Fliegenden springen, dann reicht‘s für heute. Aber du bist jetzt auch schon so verkopft.“,sagte ich schließlich mit ziemlich neutralem Tonfall, auch wenn ich wusste, dass Anastasia das sicher zu denken gab. Die Brünette stieg ab und ich klopfte ihr auf die Schulter. „Mach dir keinen Kopf. Morgen wird’s wieder besser! Mach du in der Zwischenzeit schon mal Akira warm. Amelia hat sie bestimmt schon gesattelt. Ich reite dann anschließend die Aky und du lässt dir Simple Little Melody fertig machen und holst sie sobald ich Akira übernehme. Spiel ein wenig mit ihr. Üb das mit den Fliegenden, für dich. Du weißt, dass du eine gute Reiterin bist.“,versuchte ich Ana aufzumuntern. Ich wusste wie viel Spaß es ihr machte mit Melody, die ja mittlerweile S*** fertig und top im Training war, an den Lektionen zu feilen. Grundsätzlich war Anastasia ja einer sehr einfühlsame Reiterin, der es ein leichtes war Pferden neue Lektionen beizubringen oder bereits erlernte zu verbessern. In Handy hatte sie wohl gerade einmal wieder ihre Grenzen kennengelernt. Die Stute wusste schon wie sie uns austricksen konnte. Hier kam mir jedoch meine langjährige Erfahrung in der Pferdeausbildung zu Gute. Und auch reiterlich war ich schließlich auch schon weiter als Anastasia und konnte so noch ein paar Knöpfe mehr drücken als Ana.

      „Na komm.“,sagte ich ruhig, während ich mich auf den Rücken der braunen Stute setzte. Diese sah Anastasia hinterher wie sie die Halle verließ. „So du Filou. Konzentrier dich.“,gab ich grinsend von mir und holte mir die Stute im Schritt rasch ans Bein, ehe ich sie locker nach vorne trabte. Sie schnaubte bereits ganz schön, da wir schon über ihrer normalen Arbeitszeit lagen. Deswegen wollte ich die Wechselgeschichte nun auch rasch hinter mich bringen. Bevor ich allerdings an die Fliegenden ging ließ ich Handy ordentlich vor galoppieren, führte sie wieder zurück und ließ sie wieder nach vorne ziehen. Anschließend holte ich sie mir schön aufs Hinterbein und ritt einen Umkehrtwechsel. „Auußengalopp.“,nörgelte ich leicht mit dem Trakehnertier unter mir, das in diesem Moment nur so auf den Wechsel lauerte. Erst eine halbe Runde später ließ ich sie schließlich umspringen und wiederholte das Spiel in die andere Richtung. Da sie hier gut bei mir war ging’s dann wieder auf die Diagonale. Ich spürte schon davor wie Handy sich anspannte, den Rücken wegdrücken wollte und ordentlich Gewicht in den Zügel gab. „Neein.“,sprach ich ruhig mit ihr und führte sie absichtlich einmal mehr zurück. Schrittübergang. Angaloppieren. Schritt. Galopp. Wechsel! „Braaaaav!“,rief ich und lobte die Stute. Auf der nächsten Diagonale wiederholte ich das Ganze. Wieder gesetzt und durch. „Seehr Brav.“,lobte ich, ehe ich nach vier Sprüngen noch einen Wechsel einbaute. „Guuut!“,gab ich schließlich von einmal von mir, parierte sie zum Schritt durch und ließ die Zügel lang. Ich klopfte sie und ritt mit ihr aus der Halle hinaus. Da am Dressurviereck gerade Melvin mit dem Traktor unterwegs war und den Boden machte beschloss ich kurzerhand noch eine kleine Runde um die Koppeln mit ihr zu drehen. Als wir wieder zurück waren übergab ich sie an Amelia und sputete zur Dressurarena, wo Ana gerade Akira abtrabte. „Du kannst sie schon haben wenn du willst.“,rief mir meine Bereiterin gleich entgegen. „Gerne.“,gab ich zurück und wir vollführten den zuvor angesprochenen Pferdetausch.

      Nachdem ich Aky fertig gearbeitet hatte wies ich Anastasia noch an als nächstes unseren Neuzugang Hokuspokus zu longieren, wenn sie mit Melody fertig war. Anschließend war auch noch Hannifee an der Reihe, die heute einen ruhigeren Trainingstag am Programm hatte. Sie hatte sich die letzte Zeit gut gemacht, wurde zur Zeit nur dreimal richtig dressurmäßig gearbeitet, einmal die Woche ausgeritten und einmal longiert. Für mehr bot sich leider auch nicht die Zeit im Moment, da gerade andere Prioritäten anstanden. Trotzdem baute die außergewöhnlich gefärbte Stute stetig an Muskeln auf und machte weiterhin ihre Fortschritte. So war es dann im Endeffekt auch gar nicht so wichtig, dass sie wohl auch fünfmal die Woche auf Pump Dressur geritten hätte werden können. Generell war sie ja zur Zeit noch am Anfang ihrer Karriere bei uns. Dennoch brachte mich das wieder an den Punkt, dass ich mir eingestehen musste, dass wir eigentlich mehr Personal hier auf dem DVTS brauchen würden.

      Nachdem das mit Anastasia geklärt war brachte ich Aky zurück in den Stall, wo sie unsere Pflegerin, aka Mädchen für Alles, Amelia, übernahm um sie zu versorgen.

      Es war nun kurz vor Acht, morgens, und somit also höchste Zeit, dass die Pferde auf die Koppel kamen. Melvin war gerade dabei den Beinschutz und die Fliegenhauben an die Pferde zu montieren. „Hej!“,grüßte ich ihn, was er freundlich erwiderte. „Sehr gut ihr seit ja schon voll bei der Sache.“,stellte ich fest als ich auch die übrigen Stallburschen in den Boxen entdeckte. „Jaja. Schon fast ein wenig spät.“,erwiderte er kritisch während er Vacondas Ohr durchs Koppelhalfter fädelte. Die Stute machte es ihm nicht leicht. Sie hatte noch Heu und wollte sichtlich lieber darin ihre Nase drin versenken. „Ach, das passt schon. Hauptsache richtig.“,merkte ich locker an. HGT‘s Nightmare in der Nebenbox wartete auch schon und steckte ihr Köpfchen in die Stallgasse; auch sie bereits im Alienlook.

      „Ich mache Takada rasch die Gamaschen drauf und nehme sie dann zusammen mit Nighti.“,sagte ich. „Okay, dann mach ich noch Christmas Joy und wir gehen gleich mit allen Vieren.“,meinte Melvin. Gesagt getan.

      Erst warteten die vier Grazien geduldig. Dann beschloss Nightmare los zu traben und Joy quittierte das mit einem heftigen Buckeln. Von jetzt auf gleich liefen sie los und galoppierten wild über die Wiese. Ein wunderschöner Anblick! Es dauerte nicht lange, da kamen sie an Winterzauber und Vintage Gold vorbei, die zuvor schon rausgebracht wurden und eben noch genüsslich gegrast, sich nun aber anstecken hatten lassen und mitliefen. Ich musste lächeln. Was eine Rasselbande. Viel Zeit zum Zusehen blieb allerdings leider nicht.

      Nachdem wir die nächste Partie bestens aus Dempsey, Hummels Enterprise, Cherokee Gold und Give me Chocolate raus gebracht hatten ließ ich Melvin zusammen mit den anderen weiter machen und huschte zu den Fohlen, beziehungsweise Jungpferden, hinüber. Backfett entdeckte mich als erste und streckte mir sofort ihr graues Näschen entgegen. „Helloow.“,begrüßte ich sie mit viel zu hoher Tonlage. Mit meinen Fohlen redete ich tatsächlich wie mit Kleinkindern, was auch nicht aufhörte wenn sie etwas älter wurden. Mit DVTS‘ Magic Movements zum Beispiel sprach ich auch nach wie vor so, obwohl der schicke Vollbluthengst von Magic Attack und aus meiner Roanstute I‘ve got the moves like Jagger mittlerweile überhaupt nicht mehr nach Babypferd aussah. „Wiieh.“,unterbrach Aiana meinen Gedankenausflug und holte mich zurück in die Realität. Auch sie wollte nun endlich etwas zu naschen haben. „Jaaja. Ihr seit mir ja welche.“,meinte ich seufzend und holte zwei kleine Äpfelchen aus meiner Tasche hervor. „Stopp!“,rief ich schließlich als auch DVTS‘ Daeny mich von hinten überfiel. „Ich muss den erst teilen.“,jammerte ich und halbierte die beiden rotgrünen Früchte mit meinem Taschenmesser: „So. Na da habt ihr.“

      Nachdem ich im alles kontrolliert und die Mäuse auf die Koppel entlassen hatte ging es noch zu DVTS‘ Takinou, der zur Zeit in einer der Abfohlboxen stand. In den nächsten Tagen sollte er in die Youngsterstallungen übersiedeln, wobei ich schon alles hergerichtet hatte, die Tränke in der entsprechenden Box aber einfach nicht funktionieren wollte, weshalb zur Zeit diese Zwischenlösung gefunden werden musste. „Na komm, Hüscher.“,sprach ich ihn an, bevor ich auch ihm die Gamaschen anlegte und Fliegenhaube, wie Halfter aufsetzte. „Los geht’s.“,sagte ich dann und ging mit ihm zu den Koppeln, wo er zusammen mit Pluie und Brouk stand, was ganz gut funktionierte. Takinou zeigte sich im Gegensatz zu den Stuten von vorhin ziemlich unspektakulär. Keine zwei Trabtritte von mir weg, gerade so, dass er das Gefühl hatte ich würde ihn nicht sofort wieder greifen und mitnehmen, steckte er die Nase auch schon in die leider nicht mehr ganz so saftige Wiese. Leider waren Teile schon sehr angefressen und ob es sich auszahlte jetzt noch ein weiteres Wiesenstück abzusperren wusste ich auch nicht. Immerhin begann ja schon der September und damit war die Koppelsaison erfahrungsgemäß ja leider auch schon bald wieder an ihrem Ende angelangt; vollkommen kaputtgetreten, weil zu feucht, sollte sie ja auch nicht werden um nächstes Frühjahr wieder ganz regeneriert zu sein.

      „Brace, wen soll ich denn als nächstes fertig machen?“,rief Amelia schließlich. „Äää.“,stammelte ich erstmal und musste erst überlegen wer heute aller noch auf dem Plan stand. „Springen will ich erst am Nachmittag. Anastasia soll heute noch Waldjunge, N‘oubliez Jamais, Seattle‘s GT‘aime, Master of Gold, Costa de la Bryére und Party Shaker longieren, bitte. Die brauchen nur ein wenig Bewegung, aber keine richtige Arbeit. Ich werde jetzt den Vormittag noch Dressur reiten. Starten wir vielleicht mit It‘s Showtime, dann Roommate, Traumfänger und zu guter letzt würde ich gerne noch Sir Donnerhall machen.“,beschloss ich dann. „Ach und Amelia?“,rief ich dann noch als sie sich schon auf den Weg machen wollte: „Hast du die Körung von Lead Me Home schon genannt?“ „Nein das mache ich aber heute Mittag gleich noch.“,kam zurück. „Mhm.“,murmelte ich darauf, ein wenig besorgt darüber, dass wir die Prüfung verpassen könnten wenn sie vergessen sollte. Ich hatte immer gerne alles rasch geregelt und in trockenen Tüchern.

      Bevor ich mit der Dressurarbeit für heute begann holte ich noch Dreaming Of Better Days zusammen mit HMJ Grace aus der Box. Die Beiden waren wirklich vom ersten Tag an ein Herz und eine Seele und stritten auch praktisch nie, was ich für Stuten schon in gewisser Weise untypisch fand. Allerdings waren ja sowohl Grace als auch Dreamy wirklich zwei Schätze. „Na kommt ihr Zwei.“,sagte ich, nachdem sie erstmal stehen blieben und sich gegenseitig beschnupperten, nachdem ich die Pflugel aus ihrer Box geholt hatte. Für die Beiden ging es leider nach wie vor am Vormittag auf die Schlechtwetterkoppel, um Grace‘ Gewicht weiter gut im Auge behalten zu können, wobei man wirklich schon sagen musste, dass sie nicht wiederzuerkennen war.

      Der Vormittag endete zur Abwechslung mal ohne weitere, außergewöhnliche Vorkommnisse. Ich hatte also endlich mal in Ruhe Zeit mir etwas warmes zu essen zu kochen. Anschließend telefonierte ich noch mit Ginger, die mir von Tamana, Meereen, For Pleasure, Belmonts Beo und An Affair to Remember berichtete, denen es wohl zur Zeit allen ganz gut ging. In Zukunft wollte ich mir trotzdem irgendwann mal wieder selbst ein Bild machen und vorbei schauen.

      Nach dem Essen ging es für mich wieder zurück zum Stall. I‘ve got the moves like Jagger, Scarlet Sun, Donella, Birdcatcher, Sookie, Angels Kiss, Pinochio, Wastl, Hollywood King Gun, Romulus, Cornetto, Dreammaker, Cotsworlds Eik, Magic Attack, Mihály, Black Pearl und Golden Eye waren bereits schon wieder auf der Koppel. Zu Mittag waren sie nämlich zum Kraftfutter herein geführt worden, wie es bei den meisten meiner Pferde der Fall war. Drinnen geblieben war CLC‘ Papermoon, mein Neuzugang, den ich vor kurzem sehr spontan übernommen hatte. Für ihn war es der letzte Ausweg. Leider waren dabei aber Seiten seines Passes verloren gegangen und seine Vorgeschichte nicht mehr komplett rekonstruierbar, was ich wirklich schade fand. Trotzdem war ich froh das hübsche Pony gerettet zu haben und war gespannt auf den gemeinsamen Weg, wobei vor allem Anastasia ihn zur Zeit ritt, da sie nochmal etwas zierlicher war als ich.

      Ich hingegen wollte als nächstes Breathing your Love reiten, gefolgt von meinen beiden ebenfalls neu hinzugekommenen Barockpintos Miss Moonlight und Averything Black.

      Am Nachmittag folgte dann das Springen mit meinen Spring- und Vielseitigkeitspferden für diesen Tag.
    • Bracelet
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      Dressurtraining
      E->A - Oktober 2020

      Lächelnd ließ ich die Zügel Zentimeter für Zentimeter durch meine Finger rutschen. Meine schwarze Stute folgte dem Kontakt. HMJ Grace zeigte sich vorbildlich; wölbte brav den Rücken, trat fleißig unter und dehnte sich hinunter ans Gebiss heran. „Braaaav“,lobte ich sie. Einige Runden auf dem Zirkel später parierte ich sie schließlich durch. „Ja, sie hat es. Eindeutig.“,schnaufte ich. Anastasia grinste breit: ,,Ich sags dir ja. A ist mit Sicherheit kein Problem für sie.“ Da hatte sie recht. Ich war sicher, dass Grace zumindest L-fertig war, wenn nicht noch mehr konnte. Leider war es ihr körperlich noch nicht möglich gewesen, beziehungsweise wollte ich sie weder überfordern, noch überlasten. Langsam, mit viel Geduld, hatten wir uns an alle A-Anforderungen heran getastet, doch es lohnte sich. Grace machte jede Einheit motiviert mit und schien Spaß an allem zu haben, was wir mit ihr machten. Abgesehen davon, dass sie bei uns die meiste Zeit auch nur Pferd sein durfte, was ihr sehr positiv aufs Gemüt schlug. Ich weiß nicht wie sie früher gehalten wurde, aber unser Stall war wirklich ein Paradies für jedes Pferdeherz, und mit Dreamy hatte sie eine beste Freundin auf Lebenszeit gefunden.
      Nachdem ich Grace versorgt hatte ging es auch schon an den nächsten im Bunde. Ana hatte mir den Jungen Fuchs bereits fertig aufgewärmt, so, dass ich mich nur noch drauf setzen musste. Chestnut hatte in den letzten Wochen ebenfalls sprunghaft Fortschritte gemacht. Der hübsche Hengst, den ich seit dem Fohlenalter bei mir hatte, war mit unfassbarem Dressurtalent ausgestattet. Nicht nur seine sagenhaften Gänge, sondern auch seine schnelle Auffassungsgabe ließen mich große Hoffnung in ihn haben. A-Niveau in der Dressur hatte er mittlerweile ohne jeden Zweifel erreicht. Deshalb übten wir nun vermehrt schwierigere Dinge, ebneten den Weg zur L-Dressur, bis zu welcher aber noch einiges an Weg bevor stand. Das gleiche galt für Caddylack, den lediglich Anastasia ausbildete. Natürlich sah ich ihr dabei nach wie vor über die Schulter, ließ sie aber in Ruhe walten und ihre eigenen Entscheidungen treffen, solange ich mir sicher war, dass in Caddys Ausbildung nichts schief lief. Immerhin waren schlechte Erfahrungen leider ja wirklich überaus schwer aus Pferden wieder heraus zu bekommen.
      Nachdem auch die übrigen heute zu reitenden Jungspunde schließlich für den Tag durch waren widmete ich mich Take my Hand. Ihre Ausbildung war für schon etwas anspruchsvoller, allerdings für mich auch nicht sonderlich hoch. Trotzdem machte gerade diese Phase besonders viel Spaß. Mit Handy ging es nämlich an die M-Lektionen. Der Sprung von der L dahin wo ich hin wollte war ein ziemlich großer, doch die braune Stute überraschte mich immer wieder. Schließlich hatte ich auch im Springen nie damit gerechnet, dass sie da hin kommen würde wo sie nun war; schließlich hatte sie eine Phase, in der sie einfach nur mehr Angst hatte, das Potential und Talent am Sprung wohl nicht mehr reichen sollte, ehe sie wie aus dem Nichts neue Kraft schöpfte und auch noch den Sprung in die schwere Klasse meisterte, was für mich wirklich unfassbar war und der Beweis dafür, dass man so viel mehr aus einem Pferd raus holen konnte, wenn man es nur ließ, auf die Bedürfnisse einging und ihnen den Raum zum wachsen gab ohne sie zu überfordern. Spielerisch Lernen, das war immer mein Ansatz gewesen, und dieser bewies sich als richtig. Das gleiche Prozedere wendete ich nun in der Dressur an und auch hier fruchtete es.
      Wer jedoch nicht unbedingt Geduld für die Dressur mitbrachte war zur Zeit Simple Little Melody. Unser eigentliches Dressurtalent schien etwas Abwechslung zu brauchen, weswegen ich sie nebenher im Springen weiter förderte. Hauptsächlich machten wir dabei Gymnastikspringen, doch da die hübsche Stute von ihrem Eltern auch einiges an Springtalent geerbt hatte wagten wir uns auch immer mal wieder an den ein oder anderen Parcours. Das schwerste was wir bisher geübt hatten war tatsächlich L, was ich schon sehr hoch für ein Dressurpferd emfand. Da sie das aber solide machte ging ich neuerdings auch mit ihr ins Gelände, auf die Buschstrecke. Erst übten wir an ein paar Einzelsprüngen und dem Wasser, später verband ich dann alles und Ende Oktober konnten wir ohne Probleme ein A-Gelände zusammen gehen. Ich war wirklich stolz auf sie; wie toll sie das machte.
      Auch toll machte sich Cherokee Gold, die ich in der Dressur diesen Monat fertig zur Klasse A ausbildete.
      Der Schwerpunkt des Fortkommens lag diesen Monat also eindeutig in der Dressur. Wer das allerdings alles ein wenig langweilig fand war Pluie. Mein überaus talentierter Junghengst blühte eher im Springen oder im Gelände auf, doch so oder so blieb die Dressur die Basis. Dressurreiten ging momentan aber nur wenn man ihn forderte; was seinen Kopf betraf, denn sonst ging er zur Zeit ständig in die Luft. Der sonst so süße Roan gewann allmählich nämlich immer mehr an Kraft und stand durch die Kaltfront, die die letzten Wochen bei uns in Schweden eingebrochen war, ordentlich unter Strom. Das hinderte mich jedoch nicht weiter mit ihm zu arbeiten und die A-Lektionen Stück für Stück mit ihm durchzuexerzieren. Da er überaus intelligent war dauerte es nie lange, bis er verstand war ich wollte und war für seinen Ausbildungsstand schon überaus fein zu reiten, was mir sehr wichtig war, da er mein Vielseitigkeitsnachwuchspferd werden sollte und hier besonders wichtig war, dass ich mich darauf verlassen konnte, dass er mir zuhörte, wenn ich das von ihm verlangte. Vor allem im Gelände konnte später ja einiges schief gehen, wenn er nicht mitmachte. Da machte ich mir allerdings zur Zeit wenig Sorgen, trotz der Eskapaden, denn im Springen war er immer konstant und bei mir. Zerreißen tat es ihn lediglich bei der Hallenarbeit der letzten Zeit. Trotzdem war A am Ende des Oktobers überhaupt kein Problem mehr für den Hengst. Er hatte die letzten Monate einiges an Gleichgewicht und Koordination gewonnen, was sich nun bezahlt machte.
      Alles in Allem eine tolle Bilanz, wie es zur Zeit bergauf ging.
    • Gwen
      Happy Halloween!
      31. Oktober 2020

      © Gwen | 14346 Zeichen
      Lächelnd blickte ich in die Runde. Es war der 31. Oktober und Halloween! Es war noch relativ früh am Morgen, denn wir hatten es erst neun Uhr, doch heute sollte auch noch allerhand geschehen. Und so stand meine Gruppe bereits mit fertig gesattelten Pferden auf dem großen Platz von Townsend Acres. Es waren dieses Jahr insgesamt sieben Teilnehmer, welche mit mir gemeinsam den Halloween-Trailritt bestreiten wollten. Ich war begeistert und auch etwas aufgeregt.
      Neben mir stand mein Hengst Chapman, ein Hinterbein angewinkelt und leicht dösend, während ich mit meiner Begrüßungsansprache begann: „Ich freue mich riesig, euch alle hier Willkommen zu heißen und freue mich auf unseren Ritt! Wie bereits erzählt, werden wir circa vier Stunden unterwegs sein und auch eine Pause einlegen. Das Wetter ist bisher bestens und ich denke, wir werden alle unseren Spaß haben“, meinte ich grinsend und blickte gen Himmel. Tatsächlich war uns der Oktober gut gesinnt, denn trotz der kühlen Temperaturen und des frischen Windes war der Himmel blau und die Sonne strahlte.
      Es folgte eine kurze Belehrung der Teilnehmer aufgrund unseres Rittes durch einen Nationalpark, dann ließ ich alle aufsteigen, schwang mich selbst in den Sattel und bat darum, zunächst eine Zweier-Reihe zu bilden, so lange wie wir uns auf dem Gestüt befanden.
      Unter den Teilnehmern waren viele bekannte Gesichter und so freute ich mich sehr, als Occulta sich zu mir gesellte und neben mir ritt. Sie war mit ihrer Appaloosastute PFS‘ Dancin‘ to Jazz angereist und hatte zusätzlich ihre wunderschöne Malinoishündin Zira mitgebracht. Die Gute war als Reitbegleithund ausgebildet und machte ihren Job wirklich gut.
      Wir ritten im schönsten Sonnenschein von Townsend Acres los und genossen die herbstliche Stimmung. Ich hatte eine angenehme Strecke ausgesucht, welche den Teilnehmern alle Vorzüge von Kanada offenbaren sollte, außerdem hoffte ich, dass wir den ein oder anderen Nationalparkbewohner zu Gesicht bekommen würden, aber das war leider immer recht zufallsbestimmt. Vielleicht hatten wir dennoch Glück…
      Zunächst ritten wir gut eine Viertelstunde im Schritt durch den naheliegenden Wald und konnten das bunte Farbenspiel des Herbstes bewundern. Hier und da sah man auch die Eichhörnchen noch fleißig sammeln oder die Spechte ihre Arbeit erledigen. Ein Mitreiter, Cayce Dalton, entdeckte auch eine kleine Gruppe Rehe. Sein weißer Quarterwallach Whitetails Shortcut blieb direkt stehen, als der Reiter nur leicht sein Gewicht verlagerte und so konnten wir alle die Tiere in Ruhe beobachten, ohne, dass sie entschwanden.
      Nach dem Wald folgten die weiten Wiesen des Nationalparks. Zu unserem Glück hatte es die letzten Tage nicht geregnet, so dass wir ein gutes Stück traben und dann auch galoppieren konnten. Immer mal drehte ich mich um und schaute, dass auch alle wohlbehalten noch dabei waren. Der Anblick erfreute mich immer sehr, denn jedes Mal, wenn ich nach hinten blickte, sah ich glückliche Gesichter.
      Tiara Everdeen war mit ihrer jungen vierjährigen Mustangstute Stepping Stone angereist und hatte sich aufgrund des Alters ihrer Stute direkt neben Leticia Weidner gesellt, welche ihre zehnjährige Ingénue ritt, eine wunderschöne falbfarbene Stute. Mit der erfahrenen Artgenossin neben sich, galoppierte auch Stepping Stone super entspannt und souverän in der Gruppe von acht Pferden.
      Als ich die Hand hob, parierten wir erst zum Trab und dann zum Schritt durch, denn als nächstes mussten wir den Fluss durchqueren. Ich warnte die Reiter kurz, dass sie aufmerksam sein mussten und ihren Pferden am besten die Aufgabe allein überließen, damit diese sich gut ausbalancieren konnten. Chapman marschierte wie gewohnt problemlos voran, der Isländerhengst Félagi, welcher von Malte Tordenvaerson geritten wurde, folgte trotz seines jungen Alters, ohne mit der Wimper zu zucken. Die meisten Pferde hatten keine Probleme, nur die Trakehnerstute von Brace war etwas vorsichtiger, hatte mit ihren schlanken Beinen aber auch weniger Halt in der Strömung. Doch auch HMJ Grace schaffte den Übergang problemlos und wir konnten weiter gen Berge reiten.
      In Cayce‘ Gesicht stand die Begeisterung geschrieben, er hatte sehr auf Berge gehofft und natürlich enttäuschte ich ihn nicht. Auf dem Weg dorthin durchquerten wir nochmals einen kleineren Wald, wobei der Fredericksborger von Collin einmal mächtig zusammenzuckte und dass nicht grundlos: Gefühlt vor Morians Nase überquerte ein Elch unseren Weg und der Hengst war nur bedingt begeistert von dem anderen Vierbeiner gewesen.
      Nach dem kleinen Zwischenfall erreichten wir den Fuß der Bergkette und machten uns an den Aufstieg. Nachdem wir circa die Hälfte bereits bewältigt hatten, gönnte ich Pferden und Reitern eine Pause. Wir machten Halt auf einer größeren Alpenwiese, wo auch ein Bach zum Tränken der Pferde entlang floss. Ich übergab Chapman an Occulta und während die Teilnehmer den Pferden Wasser anboten, bereitete ich zwei Picknickdecken vor und verteilte dort die Leckereien, welche die Köchin von Towsend Acres gezaubert hatte: Halloween-Muffins, herzhaft belegte Brötchen mit aufgezeichneten Gesichtern und natürlich durften die warmen Getränke nicht fehlen: Hexenpunsch und Kakao.
      Als die Pferde versorgt waren, setzten sich die Reiter und genossen das Picknick bei der herrlichen Aussicht über den Nationalpark. Wir waren inzwischen gut zwei Stunden unterwegs gewesen, durchaus hinter dem Zeitplan und so langsam würden wir uns auf den Heimweg machen, denn heute standen noch das Trick or Treat Springturnier und das gemeinsame Lagerfeuer an.
      Flott sammelten wir alles wieder ein, verstauten es, holten die Pferde und schwangen uns wieder in die Sättel, dann ging es den Berg weiter hinauf, denn eine Besonderheit hielt Kanada im Oktober noch bereit: Ritt man unten durch bunte Wälder, konnte man oben auf den Bergen bereits den ersten Schnee sehen und unter den Hufen der Pferde knirschen hören!
      Die Schneeschicht war noch recht dünn und doch wechselte irgendwann plötzlich die Vegetation und das Klima und wir ritten über verschneite Bergwege. Die Teilnehmer waren begeistert und ich lächelte zufrieden, während ich sah, wie mein Atem in weißen Wölkchen in den Himmel aufstieg.
      Wir verweilten jedoch nicht lange, sondern machten uns schon bald an den Abstieg. Der Rückweg war kürzer als der Hinweg, denn wir ritten keinen großen Bogen. Stattdessen kamen wir nach dem Abstieg fast direkt am Fluss an, welchen wir erneut durchquerten und danach noch einmal einen frischen Galopp über die grünen Wiesen einlegten.
      Pünktlich 14 Uhr kamen wir wieder auf Townsend Acres an. Ich bedankte mich bei den Reitern herzlich für ihre Teilnahme, wünschte ihnen einen schönen Tag und hoffte, die meisten heute Abend wiederzusehen. So verstreuten sich alle, um ihre Pferde zu versorgen und sich selbst aufzuwärmen. Auch ich kümmerte mich um Chapman, ehe die nächsten Vorbereitungen für das Trick or Treat Springturnier anstand.
      Elisa und Matthew waren jedoch schon fleißig gewesen und der Großteil war bereits vorbereitet. „Danke“, meinte ich lächelnd und schaute mir begeistert die beschmückte Halle und die besonderen Hindernisse an. Das Turnier begann erst 17 Uhr, denn es sollte bereits dunkel sein, wenn die Reiter in ihren besonderen Kostümen auftraten und um den Sieg kämpften. Bis dahin war noch einiges zu tun, so dass wir gut beschäftigt waren.

      Kurz nach 17 Uhr und einer beeindruckenden Willkommensrede von Matthew, startete der erste Reiter der ersten Klasse. Wir hatten E bis L von M bis S*** getrennt, um etwas Abwechslung hereinzubringen. Den Start machte Occulta Smith auf PFS‘ Skydive und die beiden sahen fantastisch aus! Skydive’s Kopfabzeichen gab es bereits zur Genüge her und doch hatte Occu aus ihrem DRP ein tolles Skelettpferd gezaubert. Sie selbst war gekleidet als Sensemann und hatte sich mit großer Kapuze und Kartonsichel als Gerte durchaus einige Handicaps eingebaut.
      Doch ihr Ritt war fehlerfrei und in einer souveränen Zeit. Das Publikum klatschte begeistert und Occu ritt fröhlich aus der Halle, um sogleich für die nächste Reiterin Platz zu machen. Es war Leticia Weidner auf Garance und das Kostüm war als aufwendig: Reiterin und Pferd waren geschminkt bzw. angemalt und starteten im Día de los muertos-Stil, welcher sich wirklich sehen lassen konnte.
      Leticia trug ein ausgefallenes Kleid, welches ihnen leider beim letzten Hindernis einen Strich durch die Rechnung machte. Garance verhaperte sich im Takt etwas, als der Saum des Kleides, welches nach einer Linksvolte auch nach links gerutscht war, sie mehr an der Flanke streifte und so passte der Abstand nicht mehr und die Stange fiel.
      Dennoch war es eine Toprunde. Gleiches galt für Bartholomäus du Martin, welcher auf seinem Araber Marid startete. Zwar schafften sie nicht die Zeit von Occulta, doch ihr Anblick machte dies wett: Insgesamt sechs leuchtende Augen schmückten das Gesicht des Hengstes und er war ein wahrer Hingucker mit abgeknickten Schaumstoffröhren, welche blutrot bemalt waren und gefährlich auf und ab wippten. Auch sein Reiter konnte sich sehen lassen mit schwarzem Schwert und ebenso vielen Augen. Er ritt als Spinnenkönig und doch kostete das aufwendige Kostüm den beiden einige Zeitpunkte.
      Es folgte Octavia Blake auf Pocahontas. Die beiden Damen starteten als Wonderwoman und erzielten auch eine ebenso bewundernswerte Leistung. Der Ritt war fehlerfrei und die Zeit war grandios. Beide machten was her in ihren Wonderwoman-Kostümen und das Publikum war mehr als begeistert.
      Den Abschluss machten Laraya Shizuka auf ihrer Stute Atlanta und die beiden starteten als Reiter-Mumie, während das Pferd grün-grau bemalt als Frankenstein durch den Parcours fegte. Die Zeit war top und so überholten die beiden mit wenigen Sekunden Occulta.
      Zuletzt ritt Bracelet auf Pluie ein. Ich war begeistert, denn die beiden kamen im Harry-Potter-Stil daher und hatten mich damit sofort auf ihrer Seite. Sie starteten als Hermine für Gryffindor und erlangten einen Null-Fehler-Ritt mit guter Zeit, jedoch leider nicht ausreichend für den ersten Platz.
      Dieser ging an letztendlich an Wonderwoman, welche mit einer unglaublichen Zeit alle anderen geschlagen hatte. Die silberne Schleife erhielten Frankenstein und die Mumie und der dritte Platz ging an unser Skelettpferd.
      Die Siegerehrung fand kurz darauf statt, stolz verteilte ich die Schleifen und gratulierte allen Teilnehmern. Dann folgte die Ehrenrunde, wobei wir alle anderen Teilnehmer noch einmal hinzubaten, denn alle hatten fantastische Kostüme an! Dementsprechend erhielten auch alle noch ein Dankeschön: Für die Pferde einen Sack Möhren, für die Reiter einen Beutel mit süßen und sauren Leckereien.

      Die Verschnaufpause war kurz und es ging direkt weiter mit der zweiten Klasse. Die Hindernisse waren umgestellt und erhöht und erneut startete ein Pferd von PFS. Diesmal war die Reiterin Lisa Zimmermann, welche auf dem bekannten Zuchthengst Colour Paint saß. Aufgrund der Schwierigkeit der Hindernisse und der Höhe, hatten sie das Kostüm schlichter gewählt, dennoch sahen die beiden toll aus. Colour Paint hatte eine Kürbisgrimasse auf der Hinterhand, welche bestens zu seinem orangeroten Fell passte. Die Reiterin trug einen schwarzen Umhang und ein orange-schwarz bemaltes Gesicht, so dass die beiden perfekt zueinander passten.
      Die Runde war fehlerfrei und wieder legte das erste Paar eine sportliche Zeit vor. Es folgte Ferre van de Veen auf Ghostly Phenomenon. Und bei dem Kostüm musste ich kurz lachen. Wer dachte sich schon den Klimawandel als Halloweenkostüm aus? Doch es war genial. Das Pferd geschmückt mit Plasteflaschen, Tüten und Verpackungsresten, und auch der Reiter schien kaum etwas unter seinem Gewand aus buntem Müll zu sehen. Es raschelte laut, als das Team durch den Parcours raste und trotz des störenden Kostüms legten sie eine geniale Runde hin und toppten die Zeit des Vorreiters.
      Es folgte die letzte Starterin für die hohe Klasse: Bracelet auf Give me Chocolate. Die Reiterin startete als Skelett und passend dazu war das Pferd als Gespenst verkleidet. Nach dem Richtergruß starteten auch die beiden in ihre Runde. Souverän null und eine super Zeit, leider nicht gut genug, um die Umweltverschmutzung zu besiegen, aber doch gut genug für den zweiten Platz.
      Ghostly Phenomenon hatte gewonnen und ich hoffte, einige Zuschauer würden sich die Nachricht der Reiterin zu Herzen nehmen. Der zweite Platz ging an das Gespenst und der dritte Platz an unseren tollen Kürbis. Ich war begeistert von den drei Kostümen und lud zum Abschluss alle noch einmal zu einer fetzigen Runde ein.

      Der Trailritt war geschafft und das Turnier war beendet. Inzwischen war es 19 Uhr und die Reiter versorgten ihre Pferde. Doch Halloween war noch längst nicht vorbei, es hatte erst begonnen. Während ein Teil des Personals den Parcours aufräumte, kümmerten sich Matthew und ich um das gemeinsame Lagerfeuer. Wir hatten fleißig Holz bereit gelegt und waren mehr als stolz.
      In der Halle trafen sich zunächst alle, ehe wir geschlossen in die Dunkelheit hinauswanderten. Das Feuer brannte noch längst nicht und es war stockduster. Ich war schon immer ein Angsthase gewesen und nur bedingt begeistert davon gewesen, Matthew die Show zu überlassen. Jetzt wusste ich auch warum.
      Von links und rechts, von vorne und hinten wuselten plötzlich Gespenster durch die Gruppe, das besondere Highlight waren Bonnie und Clyde. Die Dalmatiner hüpften etwas überfordert mit ihren Gespensterkostümen zwischen den Beinen hindurch und wollten viel lieber Menschen begrüßen, anstatt diese zu erschrecken. Ich musste lachen, als mein Hund mich schneller als gedacht ausmachte und schwanzwedelnd begrüßte. Dann entdeckte er Zira von Occulta und war erst einmal beschäftigt.
      Plötzlich flammte vor uns das Lagerfeuer auf und Halloweenmusik begann zu spielen. Links und rechts waren Tische mit Leckereien und Getränken aufgebaut und Matthew stand nur kurz stolz wie ein König vor dem Lagerfeuer, ehe er seinen Job am Grill sehr ernstnahm und uns mit Steaks und Bockwürsten versorgte.
      Die Besucher des heutigen Tages bedienten sich glücklich, unterhielten sich miteinander, lachten und schienen den Abend sichtlich zu genießen. Auch ich war mehr als zufrieden und sehr happy über den Ausgang des heutigen Tages. „Läuft“, meinte ich grinsend zu Elisa, hielt ihr mein Punschglas hin und stieß mit ihr an.
      Bracelet gefällt das.
    • Bracelet
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      Militarytraining
      E->A - Dezember 2020

      Gähnend öffnete ich die Tür des Haupthauses, wo mich sofort der kalte Wind erfasste und erschaudern ließ. Vom warmen Mittagessen vorm Kamin in die Eiszeit. Zitternd zog ich die Kapuze ins Gesicht und watschelte so rasch ich konnte hinüber ins Stallgebäude. Hier war Amelia schon fleißig gewesen und hatte mir unseren Neuzugang Cara Mia hergerichtet. Die hellbraune Stute hatte ich ohne zu suchen gefunden und sofort, ohne Probereiten, aus dem Ausland gekauft. Ich muss zugeben, dass meine Hauptbeweggründe ihr einwandfreies Exterieur, Gangwerk und ihre Abstammung war, die überaus interessant für die Zucht sein könnte. Momentan war jedoch erstmal wichtig sie solide auszubilden, denn Cara Mia stand noch ganz am Anfang. Aus diesem Grund legte ich gerade erstmal eine solide Basis für sie an, indem ich sie in der Dressur auf ein gutes A-Niveau brachte, schaute, dass sich ihr Gleichgewicht, ihre Durchlässigkeit und Anlehnung immer mehr verbesserten, was ganz gut funktionierte.
      Während ich die Braune ritt, machte auch Anastasia mit Hokuspokus Fortschritte in dessen Ausbildung. Der junge Hengst, für den es eine ganz gute Übung war trotz einer Stute in der Halle konzentriert zu arbeiten, war ebenso noch nicht weit und sollte wie auch Cara Mia erstmal A-Niveau in der Dressur erreichen. Ich ritt den Großen die meiste Zeit selbst, ließ aber auch Ana gerne mir ihm arbeiten, was ich immer gut fand, da es jeder Reiter etwas anders erklärte. Bei übersensiblen Pferden sparte ich mir das natürlich meistens längere Zeit, damit sie erstmal die Sicherheit hatten die Hilfen immer fast gleich zu bekommen, aber in Hokus‘ Fall war dies kein Problem; er nahm das gut an.
      Nachdem ich Cara Mia nach dem Training versorgt hatte übergab mir Amelia auch schon Hannifee, mit der ich gerade ebenfalls die A-Dressur anpeilte. Die letzten Tage waren ziemlich lustig mit ihr gewesen; da war ich sie nämlich gesprungen und das Wetter hatte vollsten Einfluss auf den Wildfang, denn sie hatte richtig Feuer unterm Hintern, was nicht nur in die richtige Richtung ging. Sie hatte jedenfalls Spaß, was ich auch zu schätzen wusste solange ich nicht unfreiwillig abstieg. Bei der heutigen Dressurarbeit arbeitete ich nun viel daran, dass sie mir zuhörte, was ganz gut klappte, wenn man von einer halbe lange Seite Bocken im ersten Galopp ansah.
      Währenddessen gingen Anastasia und Amelia ins Gelände. Sie übernahmen für mich das Ausdauertraining zweier meiner Hengste. Traumfänger war wirklich totbrav. Balounito hingegen konnte es schon hin und wieder, wenn er wollte. Anastasia konnte mit diesem Temperament allerdings gut umgehen und ich wusste, dass unser Traummännlein in seinem Dusel ohnehin nicht mitmachen würde, selbst wenn Balou alleine heim rennen würde. Somit machte ich mir da wirklich absolut keine Sorgen. Genausowenig wenn Amelia, die zwar ganz sicher im Sattel saß, aber nicht die atemberaubendste Reiterin war, mit Dreamy ins Gelände ging, auch alleine, und auch mit ihr ihr Ausdauertraining absolvierte. Dreaming Of Better Days war ja wirklich ein Engel.
      Ich hatte in der Zwischenzeit in der Springhalle ein wenig umgebaut. Letzte Woche hatte mir Melvin geholfen und wir haben mit dem Traktor ein paar A-Vielseitigkeitshindernisse in die Halle geräumt. Leider war der Boden der Geländestrecke momentan nicht gut genug um darauf zu trainieren, die Pferde mussten aber dennoch weiter ausgebildet werden, weswegen wir ein bisschen Indoor weiter arbeiteten und die guten Bodentage fürs Galopptraining draußen ausnutzten. Außerdem ließ ich auch den Aufbau fürs Springen stehen, denn vor allem mit Cherokee Gold brauchte ich diese. Die schicke Stute war gerade dabei ihr A-Niveau zu festigen, recht erfolgreich wie ich fand.
      Anschließend machte ich mir Cotsworlds Eik fertig, wobei ich mir ein wenig mehr Zeit ließ als üblich um uns beiden ein wenig Entschleunigung zu schenken. Zur Zeit war der Stall leer; die anderen Pferde standen auf der Koppel, Ana und Amelia waren nach wie vor unterwegs und die Stallburschen hatten frei, bis sie in etwa einer Stunde kommen würden um die Boxen nachzumisten. Ich genoss die Stille, konzentrierte mich ganz auf Eik, der entspannt den Kopf leicht absenkte und die Wärme des Solariums, genauso wie die sanfte Massage meinerseits genoss. Dass das einmal möglich wäre, hätte ich wohl noch vor zwei Jahren nicht für möglich gehalten. Als er Anfang 2017 zu mir kam wollte er einfach nicht alleine sein. Wir hatten diverse Kämpfe durchgemacht, wenn ein Pferd die Halle verließ, oder er alleine als erster in den Transporter sollte. Irgendwie hatte er sich über die Zeit aber an mich gewöhnt, genauso wie er den Umstand akzeptierte, dass ich nicht nachgab. Dabei war ich nie ungerecht zu ihm; er musste da aber einfach durch ohne komplett auszuflippen und sobald es gefährlich wurde, wurde ich unangenehm. Wenn er dann wieder nachgab, war alles gut und er das tollste Pferd der Welt. Alleine in der Box bleiben war für ihn nach wie vor nicht wirklich tragbar; er begann immer herumzutigern, wieherte ununterbrochen und zeigte sich hochnervös. Wenn ich allerdings bei ihm war war alles in Ordnung. Bei Ana war er mittlerweile auch schon viel ruhiger, sie konnte ihn auch alleine in der Halle reiten, aber wirklich locker war er trotzdem nicht. Nur bei mir hatte er gelernt, dass er all seine Verantwortung als Herdenchef auch mal abgeben konnte und entspannte sich, wie gerade eben.
      Eik war der erste, der den coolen Indoor-Vielseitigkeitsparcours testen durfte. Zu Beginn wirkte er zwar etwas skeptisch, schien dann aber doch Spaß gehabt zu haben. Der Schritt zur A fiel ihm nicht sonderlich schwer, obwohl ich ihn ja gerade erst mehr oder weniger in die normale englische Reiterei einführte. Davor war er ja meist auf der Rennbahn zu finden gewesen, was ich ihm allerdings bei seinem zunehmenden Alter nicht mehr zu lange zumuten wollte. Es ging darum eine Alternative für ihn zu finden. Nicht alternativ war das Ganze allerdings für Pluie, der mein erfolgreichstes Vielseitigkeitsnachwuchspferd seit jeher war. Dressur, Springen, Gelände; in allem zeigte er sich von seiner besten Seite und hatte schon diverse Jungpferdeprüfungen für sich entscheiden können. Trotzdem wollte ich dieses talentierte junge Pferd unter keinen Umständen verheizen, weswegen er bisher erstmal nur A-Military lief, das aber mit unfassbar viel Mut und Vermögen am Sprung. Der Roan begeisterte mich jedes Mal aufs neue. Genauso begeisterte mich aber auch Mihály, der zur Zeit auch Gelände-A ging. Ihn ritt ich für heute als letztes Pferd. Könnte er sprechen hätte er wohl gesagt „das Beste kommt zum Schluss“ denn das ungarische Halbblut hatte wirklich ein ziemliches Ego. Ich liebte das an ihm, denn auch ihn musste man aus diesem Grund nie zweimal bitten über ein Hindernis zu fliegen. Mihály war ohnehin fest davon überzeugt, dass er das mit Leichtigkeit schaffte und bockte dann meist noch einmal freudig hinterher, wobei der Bocksprung schon mal höher als das Hindernis ausfallen konnte.
      Nachdem auch der Fuchs zurück in seiner Box war, hieß es für mich Abendessen, während ich noch einmal die Trainingsfortschritte der letzten Monate Revue passieren ließ und Pläne für die kommende Saison ausheckte.
    • Sosox3

      Springen E-A

      Cornetto, Pluie, Caprimond, Coffee Breath, Conway, Marlboro Nights


      Nathan Scott | Wir hatten nun seit knapp einen Monat Cornetto und Pluie bei uns auf dem Hof um sie im Springen weiter zu bilden, also hatten wir uns entschieden noch vier unserer Pferde mit ins Programm rein zu nehmen. Nachdem sich die beiden Hengste eingelebt hatten, begannen wir mit langsamen Training und Eingewöhnung unserer Anlage. Wir fingen mit E-Sprüngen an, die meisten waren auf E-Niveau um die Pferde an die Höhe zu gewöhnen. Pluie, der Red Roan, hatte eine ansehnliche Manier am Sprung und würde für seinen Reiter wohl auch die schlechteste Distanz springen oder aber auch vom schlechtesten Winkel aus abfußen. Tamara ritt ihn drei Mal die Woche, den Rest der Woche blieb er mit Cornetto auf dem Paddock oder in der Führmaschine um sie täglich bewegt zu bekommen. Um Corni kümmerte sich Brooke, die den Reitponyhengst schnell ins Herz schloss. Sowohl die Dressurarbeit als auch im Springen machte er sich gut und brauchte nur etwas mehr Überzeugung in der Distanz. Der Schecke zeigte sich aber auch im Umgang brav und ließ sich super händeln. Hengstmanieren waren ihm ein Fremdwort und er machte sich hervorragend. Marlboro Nights zeigte sich am Sprung anfangs nicht so grazil. Als die Routine jedoch reinkam, entwickelte sie sich prächtig. Nur das Schlurfen mussten wir ihr noch abgewöhnen. Caprimond hatte vor kurzem erst ein Springturnier gewonnen und zeigte sich im Training sehr motiviert und hitzte sich etwas auf. Genauso tat es auch Coffee Breath. Der junge Hengst war erst seit kurzem unterm Sattel, doch er zeigte viel Potenzial, gerade im Zeitspringen, was vielleicht an seiner Abstammung lag. Aber ein Schatz war er trotz allem. Conway, der langbeinige Hengst war auch schon fest im Training eingebunden. Sein Potenzial war hoch, das hatte er uns im Freispringen zu genüge gezeigt, also wurde es so langsam Zeit für die A-Spring-Höhen. Wir trainierten hart für die kommende Saison und sollten dafür gut belohnt werden. Pluie und Cornetto durften sich nach einem Monat intensiven Trainings verabschieden, doch sie hatten erfolgreich die A-Höhe gepackt, ebenso unsere Pferde.



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  • Album:
    DVTS' Hauptstallungen ♥
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    Datum:
    25 Jan. 2020
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  • Pluie
    (franz. - Regen)

    ,,Plüsch'', ,,Plü''


    Abstammungsnachweis ~
    Aus der: ubk.
    ubk. x ubk.

    Von: Phex
    ubk. x ubk.

    Grunddaten ~
    Rasse: Trakehner
    Geschlecht: Hengst
    Stockmaß: 1,73m
    Fellfarbe: Red Roan
    Gencode: folgt
    Fohlenjahrgang: 2014
    Geburtsland: Deutschland

    Beschreibung:
    Pluie ist ein ausgesprochen talentierter junger Hengst. Wie auch sein Vater Phex zeigt er eine vielseitige Veranlagung, ist dennoch deutlich springbetont.
    Aber nicht nur die sportliche Begabung hat er von seinem Vater geerbt; er ähnelt ihm ebenso charakterlich. ,,Plüsch'', wie er am DVTS liebevoll genannt wird, ist ein besonders aufgewecktes, neugieriges Exemplar, stets am gefallen.
    Auch wenn er durch sein entzückendes Wesen ab und an ziemlich treudoof wirken kann ist Pluie sehr intelligent. Nicht nur da er ein wahrer Entfesselungskünstler ist, der jedes Halfter loszuwerden weiß und diverse Türen, wie auch Koppeltore knackt, sondern auch weil er alle Aufgaben die reiterlich an ihn gestellt werden mit Bravour löst. Eine bestimmte Kombination springt er kein zweites Mal gleich falsch und auch in der Dressur zeigt er eine wahnsinnig schnelle Auffassungsgabe. In Kombination mit seinem Mut und seiner unerschütterlichen Art macht ihn dies zu einem wahren Ausnahmepferd, mit allen Anlagen für den Spitzensport.

    Ausbildungsstand:
    Dressur: A L - insg. M
    Springen: E S****
    Military: E S**
    Endurance: E
    Fahren: E

    Erfolge*:

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    ~ Gewinner des 589. Dressurturniers ~
    ~
    Zweitplatzierter beim 594. Dressurturnier ~

    ~
    Drittplatzierter beim 574. Springturnier ~
    ~
    Zweitplatzierter beim 307. Synchronspringen ~
    ~
    Drittplatzierter beim 309. Synchronspringen ~
    ~
    Drittplatzierter beim 580. Springturnier ~
    ~
    Zweitplatzierter beim 312. Synchronspringen ~
    ~
    Zweitplatzierter beim 582. Springturnier ~
    ~
    Gewinner des 314. Synchronspringens ~
    ~
    Gewinner des 315. Synchronspringens ~
    ~
    Gewinner des 317. Synchronspringens ~
    ~
    Gewinner des 319. Synchronspringens ~
    ~
    Zweitplatzierter beim 588. Springturnier ~
    ~
    Gewinner des 320. Synchronspringens ~
    ~
    Gewinner des 321. Synchronspringens ~
    ~
    Gewinner des 596. Springturniers ~
    ~
    Zweitplatzierter beim 328. Synchronspringen ~
    ~
    Gewinner des 597. Springturniers ~
    ~
    Zweitplatzierter beim 329. Synchronspringen ~
    ~
    Gewinner des 598. Springturniers ~
    ~
    Gewinner des 330. Synchronspringens ~
    ~
    Drittplatzierter beim 332. Synchronspringen ~
    ~
    Gewinner des 333. Synchronspringens ~
    ~
    Gewinner des 334. Synchronspringens ~

    ~ Gewinner des 416. Militaryturniers ~
    ~
    Gewinner des 422. Militaryturniers ~
    ~
    Zweitplatzierter beim 423. Militaryturnier ~
    ~
    Zweitplatzierter beim 435. Militaryturnier ~
    ~
    Gewinner des 439. Militaryturniers ~
    ~
    Gewinner des 443. Militaryturniers ~

    Gesundheitszustand:
    Gesundheit: ausgezeichnet
    Vorerkrankungen: keine
    Beschlag: Kunststoffhufeisen mit Stollenlöchern

    Besitzerdaten:
    Besitzer: Bracelet
    Vorkaufsrecht: Sosox3
    Ersteller: Sosox3​


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