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Bracelet

Pinochio I Shetlandpony I Hengst

Pinu<3 (1 Punkt - 1 Schleife)

Pinochio I Shetlandpony I Hengst
Bracelet, 25 Aug. 2016
Nymeria, Ofagwa und Zion gefällt das.
    • Bracelet
      Alte Berichte ~

      Irgendwie war es mir ein Rätsel wie man bei der Hitze noch irgendetwas machen sollte. Die Pferde liebten inzwischen den langen Flusslauf, der über das Weideland ging. Manche standen den halben Tag drin und wenn man doch mal reiten wollte, hatte man oftmals ein verschlammtes Pferd.
      Wenn ich ritt, dann aber sowieso nur in der Frühe oder ganz schön spät abends. Heute war mal wieder ersteres an der Reihe. Tatsächlich wollte ich heute Morgen sogar drei Pferde schaffen.
      Den Anfang machte Hollybrook’s Zarin. Langsam aber sicher wollte ich den hübschen Hengst auf die Körung vorbereiten und da kamen wir nicht umhin, auch mal unter dem Sattel zu arbeiten. Schnell geputzt und gesattelt war der Hengst und heute anscheinend sogar recht motiviert.
      Noch arbeiteten wir viel an den Grundlagen, aber zur Abwechslung nahm ich auch die Seitengänge und verstärkten Gangarten mit hinein. Immerhin sollte Zarin an unserem Training Spaß haben und nicht gelangweilt das machen, was ich von ihm forderte.
      Heute lief es wirklich gut und so ritt ich den Hengst nach einer Stunde zufrieden ab und dann gab es erstmal eine erfrischende Dusche und die Portion Müsli, ehe es zurück auf die Koppel ging.
      Nächster Kandidat auf meinem Plan war Schneeleopard. Auch ihn wollte ich irgendwann gerne gekört sehen, gerade weil ich schon eine Criollostute im Stall stehen hatte, die zur Zucht zugelassen war. Schneeleopard war schon lange in meinem Besitz und wir hatten uns nie wirklich Gedanken um die Zucht gemacht, aber irgendwann kam auch das auf.
      Auf Turnieren war der Tigerschecke erfolgreich und auch unter dem Sattel lief er traumhaft, dennoch war er noch nicht weit genug für die Körung, also hieß es: Üben, üben, üben. Auch heute wieder und wieder die ganzen Lektionen. Auch Schneeleopard bekam danach eine erfrischende Dusche und sein Belohnungsfutter.
      Letzter Hengst für diesen Morgen sollte Golden Ebano sein. Endlich wollte ich mal wieder etwas für die Muskeln meines Vollbluthengstes tun, der sich so wunderbar entwickelt hatte. Fleißig lief er unter mir und besaß auch eine schöne Selbsthaltung. Ebano war auch noch recht motiviert, aber zum Ende hin hatte auch er keine Lust mehr.
      Ich versorgte auch noch ihn und dann hieß es auch schon Heuraufen auffüllen, Tränken kontrollieren, Wassercontainer auffüllen und die allbekannten Stellen abmisten beziehungsweise die Unterstände ausmisten. Takräftige Unterstützung erhielt ich dabei von Ethan und Kat und zu dritt war man dann doch gegen Mittag fertig.
      Die Mittagshitze verbrachten wir in unserem Pool. Für den hatten wir alle zusammengelegt und es hatte sich wirklich gelohnt. Ich wusste gar nicht, was ich ohne das Teil noch bei der Wärme machen würde.
      Nach dem Mittagessen war ich für einen Ausritt. Heute Abend sollte ich eine kleine Gruppe an Touristen durch unsere Gegend führen (ja, auch ich musste irgendwie Geld verdienen) und ich wollte vorher lieber noch einmal kontrollieren, ob mit der Strecke auch wirklich alles in Ordnung war.
      Kat setzte ich auf Aristo, Ethan auf Dr. Insektor und ich nahm mir Thorondor. Letzterer war zwar schon inzwischen ein altes Relikt, aber immer noch fit und so trug er mich auch heute wieder stolz durch die amerikanische Landschaft. Der Weg war wirklich wie geschaffen und man kam an vielen Wasserstellen vorbei, die für eine Pause einluden. Perfekt!
      Bevor ich mich jedoch den fremden Menschen würde widmen müssen, kam noch ein Neuankömmling aufs Gestüt. Vor kurzem hatte ich mal wieder Siobhan in Schottland besucht und auch ein kleines Mitbringsel mitgenommen, beziehungsweise kam das jetzt an.
      Es handelte sich um einen Hengst, ein schweres Warmblut, namens Albertino. Er war sogar schon gekört und deshalb das wunderbare Gegenstück zu Wita und so hatte ich nicht nein sagen können!
      Der Fuchs wurde uns gebracht und durfte sich dann erst einmal alleine auf der kleineren Weide einleben und sich an das doch andere Wetter gewöhnen. Die Nacht würde ich ihn in den kühlen Stall bringen und dann mal schauen wie er sich einleben würde.
      Albertino hatte ich ein wenig betüddelt und geputzt, aber dann wurde es auch schon Zeit, gemeinsam mit Ethan die Pferde für den Ritt zu holen. Wir hatten tatsächlich fünf Touristen, die reiten wollten. Ich hatte entschieden, dass wir sie zu zweit begleiteten: Ich vorneweg und Ethan als Katzenauge hinterher.
      Kat blieb derweil auf der Ranch. Sie kümmerte sich um die Bezahlung und Versorgung der Touristen. Na das würde lustig werden…
      Ethan und ich holten die sieben Pferde von der Weide. Da die Stuten heute frei hatten, waren wir mit Hengsten unterwegs. An sich eventuell ein waghalsiges Manöver, wer aber unsere Hengste kannte, wusste, wie sicher das war.
      Ethan setzte ich auf Call me a Twist und ich nahm mir Dissident Aggressor. Beide Hengste machten etwas her und würden die Ponybande gut unter ihre Fittiche nehmen. Die bestand im Übrigen aus Absinth, Bandit, Hugo Boss, Carachillo und Hýreygur.
      Da wir die Pferde lieber selber fertig machten (sonst landete ein Sattel noch verkehrtrum auf dem Pferd), waren diese auch schon fertig, als die Touristen kamen. Kat hatte alle mit Helmen ausgestattet und sie belehrt, also hoffte ich einfach, dass es klappen würde. Es waren drei Frauen und zwei Männer, eigentlich jedes Alter war vertreten und der Ausritt wurde besser als gedacht.
      Alle Reiter hatten angegeben, dass sie fortgeschritten waren und das waren sie auch und so konnten wir einen herrlichen Ausritt machen, bei welchem ich mir auch keine Gedanken um meine Pferde machen musste. Die waren wirklich in guten Händen.
      Wir machten auch allerhand Pausen und ich konnte viel über unser Gebiet erzählen, was die Touristen auch sichtlich ansprechend fanden. Zu Hause halfen sie dann alle bei der Versorgung der Pferde und als „Belohnung“ gab es von Kat dann Sandwiches und kühle Limonade. Ich glaube aus der Geschäftsidee würde doch noch was werden.
      Eigentlich war ich dann schon fertig mit der Welt, aber leider noch nicht mit den Pferden. Am Abend ritt ich noch meine beiden Junghengste Allelujah und Monster Delusion. Mit Pajero ging ich auf unsere Geländestrecke. Der große Schecke musste dringend mal wieder ein wenig Dampf ablassen und da war Military genau das Richtige.
      Dann machte ich noch einen letzten Ausritt mit Pawaneeh, bei welchem ich den kleinen Heartbreaker als Handpferd mitnahm. Die beiden Schimmel benahmen sich wirklich wunderbar und ich konnte den Abend genießen. Wir bekamen sogar eine kühle Dusche von oben, denn plötzlich fing es an wie aus Eimern zu gießen.
      Spät am Abend verließ ich mit Kat noch einmal das Haus und wir putzten Pinochio, Hoppla und Window. Unsere drei kleinsten Hengste. Als dann auch die betüddelt waren, hatte ich alle Hengste für den heutigen Tag geschafft und Morgen würde der ganze Stress wieder von vorne anfangen. Die To-Do-Liste war schon lang genug: Zäune kontrollieren und reparieren, den Flusslauf abreiten, Weiden instand halten et cetera.
      Eddi - Juli 2015

      Die letzten Wochen war das Wetter richtig frühlinghaft gewesen und ich hatte bereits geahnt, dass sich das nie und nimmer ewig so halten würde und ich sollte Recht behalten… Als ich heute Morgen meine Jalousien öffnete, begrüßte mich ein grauer Himmel und in kleinen Fäden regnete oder nieselte es, wie man es nahm. Seufzend schlüpfte ich in meine Reitsachen, wusch mich kurz und band die Haare dann zum typischen Pferdeschwanz zusammen, nach fünf Minuten dort draußen würden sie sich sowieso einmal um die halbe Welt kräuseln.
      Unten in der Küche erwartete mich eine ebenso unmotivierte Kat, die mir mit einem „Guten Morgen“ eine Kaffeetasse reichte. Am Tisch saß Ethan vor zwei beschmierten Toastbroten. Irgendwie schien er aber noch total zu schlafen und bekam auch meinen Versuch, ihm einen einigermaßen guten Morgen zu wünschen, gar nicht mit. Ich dankte Kat für das Lunchpaket und die Thermoskanne, welches ich beides ein paar Minuten später auf der Bande in der Halle deponierte, dass Zeug würde mir wahrscheinlich heute das Leben retten.
      Und genau so einen Tag wollte ich meinen Hengsten widmen. Dafür würde ich die Vierbeiner aber nicht auf ihrem riesigen Areal suchen müssen, denn die meisten standen in kleinen Grüppchen in den Unterstanden oder unter den Baumgruppen. Doch erst einmal wurden auch sie gefüttert und ausgiebig versorgt. Die „Stall“arbeit brachte ich auch direkt hinter mich, indem ich erst die Unterstände ausmistete und dann noch die beliebten Ecken abäppelte.
      Nachdem das geschafft war und ich trotz Regenmantel schon kalt war, schnappte ich mir Vertigo, Allelujah und Heartbreaker. Alle drei nahm ich mit in die kleine Stallgasse vor der Halle und band sie dort im trockenen an. Dann lief ich noch einmal zurück und holte noch Pajero und Call me a Twist. Die beiden gekörten Hengste durften jeweils eine trockene Box beziehen, in welcher auf sie eine Ladung Heu wartete und sie trocknen durfte, denn ich wollte sie nachher reiten.
      Dann kamen auch schon Kat und Ethan in den Stall. Erst einmal bauten wir in der Halle die kleine Springgasse auf, ehe wir die drei Ponyhengste ausgiebig putzten und dann am Zaum in die Halle führten. Ich hatte Allelujah, da er sich doch gerne mal ein wenig gebärdetete, während Ethan Vertigo hatte und Kat sich um den kleinen, aber frechen Breaker kümmerte. Ethan machte immer den Anfang, weil Vertigo am erfahrensten war. Dann schickte ich Allelujah hinterher und als letztes war Breaker an der Reihe. Irgendwann sprangen die drei auch von alleine und wir konnten in aller Ruhe zuschauen.
      Nach einer halben Stunde fingen wir sie ein, Ethan brachte sie zurück auf die Weide, während wir beiden Mädels die Gasse abbauten. Dann sattelte ich mir Call me a Twist und ging mit ihm in die Halle. Der Hengst war inzwischen gekört und deckte auch erfolgreich, aber natürlich wollte ich ihn durch Turniere auch noch ein wenig bekannter machen, also hieß es für uns trainieren! Wir gingen einige Lektionen durch und wie immer führte Twist sie mit einer klaren Präzision aus, die ich nur von ihm kannte. Zufrieden versorgte ich ihn und machte mir stattdessen Pajero fertig.
      Anfangs wollte ich auch mit ihm in die Halle, aber schnell merkte ich, dass mein geliebter Schecke voller Power steckte und so machten wir trotz des Wetters einen rasanten Ausritt und bauten allerhand Natursprünge mit ein. Pajero und ich liebten das Risiko und auch wenn wir uns zweimal fast hinlegten, jagten wir weiter durch den Regen. Danach mussten wir uns aber im Stall echt erst einmal eine Aufwärmphase gönnen, ehe er zurück auf die Weide durfte und ich weitermachen konnte.
      Als erstes holte Dr. Insektor von der Weide, putzte den Rappen kurz und longierte ihn dann circa zwanzig Minuten in der Halle, um seine Rückenmuskulatur zu fordern. Dabei kamen auch Trabstangen und Cavaletti zum Einsatz. Den gleichen Spaß machte ich danach auch noch mit Aristo, ehe die beiden Hengste eine der Boxen beziehen und sich ausruhen durften. In der Zwischenzeit hatte ich Thorondor von der Weide geholt und übte nun mit ihm an der Hand die Lektionen der hohen Schule. Niemand glaubte mir, dass der Rappe bereits 26 Jahre alt war, denn er sah nicht nur aus wie erst 10 Jahre sondern benahm sich auch so. Irgendwann konnten wir auch zur Freidressur übergehen und wie jedes Mal machte es einfach einen totalen Spaß, mit dem Hengst zu arbeiten.
      Anstrengender war dahingegen der Junghengst Zarin, der es heute echt auf jedes Späßchen anlegte. Schon beim Putzen und Satteln war er eine Nervensäge und als ihm meine aufwärmenden Lektionen zu langweilig wurden, machte er nur Unsinn unter dem Sattel. Also sammelte ich mich und forderte von ihm alles: Gangwechsel, Handwechsel, Seitengänge. Und binnen einer halben Stunde war der Hengst wesentlich ruhiger und geschmeidiger, so dass ich mit ihm arbeiten konnte. Manchmal war er einfach noch genauso anstrengend wie das kleine Hengstfohlen von damals!
      Umso entspannter war dann die Einheit mit Schneeleopard. Der Criollo arbeitete traumhaft mit, war aufmerksam und lernte sehr schnell. Insgeheim trainierte ich ihn ja für eine Körung, aber die war leider bisher noch weit entfernt. Nachdem ich nun wieder wesentlich entspannter war, konnte ich auch gut mit dem jungen Absinth arbeiten, den ich heute „nur“ an die Longe nahm und ausgiebig eine halbe Stunde arbeitete.
      Mein Vollbluthengst Pawaneeh hatte heute frei. Stattdessen bekam er nur eine ausgiebige Massage und durfte dann wieder zurück. Vor einer Woche hatte er erfolgreich seine Körung bestanden und dementsprechend hatte er jetzt erst einmal Schonfrist, denn die Vorbereitung war für uns beide hart gewesen, aber es hatte sich gelohnt! Aber nicht, dass ich damit Ruhe hatte! Nein nein… Der zweite Vollbluthengst stand bereits in den Startlöchern für seine Kür: Golden Ebano gehörte seit Februar mir und war nun auch endlich bei uns angekommen und seit seiner Ankunft trainierten wir für die kommende Körung. Sowohl Tierarzt als auch Hufschmied hatten ihn schon unter die Lupe genommen und so gesehen stand uns auch nichts mehr im Wege!
      Mehr Ruhe hatte dafür momentan unser Lewitzerhengst Piccolo’s Blaze. Nachdem die Deckzeit nun rum war, pausierte er zufrieden und genoss die Zeit auf der Weide. Ab und an arbeitete ich natürlich auch mit ihm, aber der Scheckhengst hatte bereits eine erfolgreiche Laufbahn hinter sich, so dass ich keinen Grund sah, ihn großartig zu trimmen. Ebenso entspannt lief das Leben unseres kleinen Pinochios ab. Inzwischen hatte ich Kat damit beauftragt, sich um den zwergischen Tigerschecken zu kümmern und das machte sie zu gerne. Pino brachte ihr alle wichtigen Dinge bei und so kamen die beiden echt schnell vorwärts!
      Als ich Golden Ebano nach unserem Training zurück auf die Weide brachte, dämmerte es bereits, aber der Regen ließ nicht nach. Ich war nass und hundemüde, so dass ich den beiden letzten Hengsten nur einen kurzen Besuch abstattete. Gemeinsam standen die beiden unter den großen Tannen und schienen bereits zu schlafen. Es handelte sich um Bandit und Dissident Aggressor. Bandit war inzwischen ein Weilchen hier und ich war immer noch stolz, mit welcher Leichtigkeit der Hengst seine Körung bestanden hatte, aber Dissident Aggressor konnte er damit nicht in den Schatten stellen!
      Erst vor zwei Tagen hatte der Westernhengst an einer Körung teilgenommen und dort dermaßen abgeräumt, dass ich immer noch sprachlos war. Täglich kamen nun Mails, ob ich den Hübschen nicht verkaufen würde. Das war aber auch nicht anders gewesen, als er noch nicht gekört war, doch nun stieg das Interesse noch einmal ein Stückchen an! Lächelnd kraulte ich meine beiden liebsten Hengste, ehe ich mich dann niesend verabschiedete und mir erst einmal eine heiße Dusche gönnte, ehe ich einfach todmüde ins Bett fiel und sofort einschlief.
      Eddi - März 2015


      Lächelnd betrat ich die Weide und pfiff kurz. Binnen Sekunden hoben sich die Köpfe meiner kleinen Hengstherde und es dauerte nicht lange, ehe sie sich in Bewegung setzten. Nur derjenige, den ich holen wollte, war nicht in Sicht. "Pinochio!", rief ich laut und plötzlich erschien am Horizont im Schnee ein kleines gepunktetes Etwas. Im gestreckten Jagdgalopp kam das kleine Shetty auf mich zugesaust, auch wenn es wesentlich länger brauchte, als wie es aussah. Lächelnd begrüßte ich meinen Zwerg, knuddelte ihn kurz und halfterte ihn dann auf. Brav trottete Pino neben mir her und schien sichtlich zufrieden damit zu sein, mein Auserwählter zu sein und an den großen anderen vorbeizumarschieren. Im Stall putzte ich ihn kurz, aber viel zu tun gab es nicht. Dank dem Schnee waren alle Pferde sauberer denn je. Dennoch ließ ich mir viel Zeit und massierte Pino auch noch einmal ausgiebig, was ihm sichtlich gefiel. Generell liebte er es geputzt und verwöhnt zu werden, so dass er schon bald ein Hinterbein entlastete und döste. Dann machte ich ihm das Knotenhalfter um und wir gingen in die Halle. Ich wollte unsere Bodenarbeitskenntnisse etwas auffrischen und übte erst einmal die Grundlagen: Führen, auf Druck weichen und und und. Dann machte ich das Seil los und Pino folgte mir brav ohne zu zögern überall hin. Wir übten das Angaloppieren neben mir und heute klappte es schon wesentlich besser als sonst! Ausgiebig lobte ich Pino und er durfte sich noch genüsslich im Sand wälzen, ehe er im Stall seine kleine Portion Mash bekam.
      Eddi - Februar 2015

      Gähnend betrat ich den Stall. Ich schaltete das Licht an und ging in die Sattelkammer. Dort nahm ich Halfter, Führstrick und Putzbox von Luzifer´s Erbeund ging zu seiner Box. Nachdem ich die Putzbox abgestellt hatte, öffnete ich die Boxentür und betrat die Box. Ich begrüßte den Jährlingshengst und legte ihm dann sein Halfter an. Als ich auch den Führstrick am Halfter befestigt hatte, führte ich ihn aus der Box heraus und band ihn an. Nun öffnete ich die Putzbox, nahm Striegel und Kardätsche heraus und fing an, ihn zu putzen. Als sein Fell sauber war und glänzte, legte ich die Bürsten zurück und nahm die Mähnenbürste heraus. Als ich seine Mähne, Schopf und Schweif entwirrt und gekämmte hatte, waren nur noch die Hufe dran. Nachdem diese sauber waren, band ich den Hengst los und verließ mit ihm den Hengst und Wallachstall und machte mich auf den Weg, Richtung Wald. Ich ging mit ihm ca eine stunde spazieren, da das Wetter heute ausnahmsweise mal mitspielte und die Sonne schien. Nach einer Stunde kehrten wir wieder auf den Hof zurück, wo ich ihn auf die Weide brachte. Anschließend räumte ich seine Sachen auf und mistete seine Box.Nachdem ich mit Luzifer fertig war, ging ich in die Sattelkammer und holte dort die Sachen von Daemonesqueund ging zu seiner Box. Ich stellte die Putzbox ab, öffnete die Boxentür und betrat die Box. Nachdem ich den Hengst begrüßt hatte, legte ich ihm sein Halfter an, befestigte den Führstrick am Halfter und führte ihn aus der Box heraus. Als ich den Hengst angebunden hatte, öffnete ich die Putzbox und fing an, ihn mit Striegel und Kardätsche auf Vordermann zu bringen. Danach entwirrte und kämmte ich sein Langhaar und kratzte ihm die Hufe aus. Nun glänzte er vor sich hin. Nun holte ich aus der Sattelkammer sein Longierzeug und ging wieder zu ihm. Wieder bei ihm, legte ich den Longiergurt auf den Rücken, bis dieser richtig lag und befestigte ihn. Anschließend nahm ich ihm sein Halfter ab und legte ihm den Kappzaum an. Nun befestigte ich noch die Longe am Kappzaum und führte den Hengst auf den Außenreitplatz und longierte ihn dort. Anschließend versorgte ich ihn, brachte ihn auf die Weide und mistete seine Box aus, nachdem ich seine Sachen aufgeräumt hatte. Nun machte ich mich auf den Weg, die Sachen von Silent Hill aus der Sattelkammer zu holen. Bei seiner Box angekommen, stellte ich die Putzbox ab und öffnete die Boxentür. Nachdem ich den Hengst aus der Box geholt hatte, band ich ihn an und putzte ihn. Anschließend ging ich mit ihm eine Runde spazieren und brachte ihn zu den anderen Hengsten auf die Weide. Ich räumte noch seine Sachen auf und mistete seine Box aus. Nun ging ich die Sachen von Nanook holen und machte mich auf den Weg zu seiner Box. Nachdem ich die Box geöffnet, den Hengst begrüßt und ihm das Halfter angelegt hatte, führte ich ihn aus der Box heraus und band ihn davor an. Nun öffnete ich die Putzbox, nahm Striegel und Kardätsche heraus und putzte sein Fell. Als dieses sauber war, legte ich die Bürsten zurück und entwirrte sein Langhaar. Zum Schluss kratzte ich seine Hufe aus. Nun band ich ihn los und brachte ihn auf die Weide. Nun räumte ich noch seine Sachen auf und mistete die Box. Nun kam Pinochio an die Reihe. Nachdem ich seine Sachen geholt hatte, ging ich zu seiner Box und stellte dort erst die Putzbox ab, ehe ich die Boxentür öffnete und die Box betrat. Ich begrüßte den Hengst und legte ihm sein Halfter an, befestigte den Führstrick daran und führte ihn aus der Box raus. Nachdem ich ihn angebunden hatte, putzte ich ihn und brachte ihn auf die Weide. Ich räumte noch seine Sachen auf und mistete die Box. Aus der Sattelkammer holte ich nun die Sachen von Risiko und begab mich auf den Weg zu seiner Box. Dort angekommen, stellte ich die Putzbox ab und öffnete nun die Boxentür. Als ich den Hengst begrüßt hatte, legte ich ihm sein Halfter an, befestigte den Führstrick daran und führte ihn aus der Box heraus, wo ich ihn anband. Nun öffnete ich die Boxentür und betrat die Box. Ich holte den Hengst aus seiner Box raus, band ihn davor an und putzte ihn. Zum Schluss brachte ich ihn auf die Weide, räumte seine Sachen auf und mistete seine Box. Als ich die Sachen von Arcado geholt hatte, ging ich zu seiner Box, holte ihn raus und band ihn davor an. Nun nahm ich Striegel und Kardätsche heraus und fing an, ihn damit zu putzen. Als sein Fell sauber war, legte ich die beiden Bürsten zurück und entwirrte sein Langhaar, was ich anschließend mit der Mähnenbürste noch durchkämmte. Zum Schluss kratzte ich seine Hufe aus und nahm die Putzbox, um diese in der Sattelkammer zu verstauen. Nun ging ich wieder zu ihm, band ihn los und brachte ihn auf die Weide. Ich mistete noch seine Box aus und holte dann die Sachen von Estragon Sky und Classic Cinnamon mit. Nachdem ich beide Hengste aus ihrer Box geholt und davor angebunden hatte, fing ich an, Estragon zu putzen. Nachdem sein Fell nur so glänzte, kämmte ich sein Langhaar und kratzte ihm die Hufe aus. Nun kam Classic an die Reihe. Als auch er geputzt war, band ich beide Hengste los und brachte sie auf die Weide. Nun mistete ich noch beide Boxen aus, räumte deren Sachen auf und fegte noch die Stallgasse.
      Ranjit - November 2015

      Nachdem ich mit Ungezähmt fertig war, holte ich die Sachen von Pinochio und ging zu seiner Box. Nachdem ich ihn rausgeholt hatte, nahm ich Striegel und Kardätsche heraus und fing an, sein Fell zu putzen. Als ich damit fertig war, legte ich die Bürsten zurück und verlaß sein Langhaar mit der Hand und fuhr dann nochmals mit der Mähnenbürste durch. Zum Schluss kratzte ich ihm die Hufe aus. Nun band ich ihn los und ging mit ihm aus dem Stall. Ich lief mit ihm eine stunde lang im Wald spazieren, ehe ich wieder zum Hof zurückkehrte. Dort brachte ich ihn auf die Weide, mistete seine Box und räumte seine Sachen auf. In der Sattelkammer nahm ich die Sachen von Nanook mit. Als ich den kleinen Hengst aus der Box geholt hatte, band ich ihn an und putzte ihn. Bei ihm entschied ich mich für etwas Bodenarbeit. Also holte ich aus der Sattelkammer den längeren Führstrick und ging mit dem Hengst auf den Außenreitplatz. Ich hoffte, dass das tolle Wetter noch eine Weile anhalten würde. Nach einer Stunde Bodenarbeit und auf dem Platz rennen lassen, versorgte ich Nanook und brachte ihn auf die Weide. Ich mistete noch seine Box aus und räumte anschließend seine Sachen auf. Zum Schluß war dann noch Luzifer´s Erbe an der Reihe. Der Jährlingshengst erwartete mich wohl schon sehnsüchtig, als ich mit seinen Sachen bei ihm ankam. Ich begrüßte ihn und gab ihm ein Leckerlie. Anschließend holte ich ihn aus der Box heraus und band ihn dort an. Als ich ihn geputzt hatte, führte ich ihn aus dem Stall und ging Richtung Wald. Nach einer stunde kehrten wir wieder zum Hof zurück. Nachdem ich ihn auf die Weide gebracht hatte, mistete ich seine Box und räumte seine Sachen auf.
      Ranjit - April 2016

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      Heute stand mal wieder ein Termin an, diesmal ging es mal um Barhufer und nicht immer nur Hufeisenträger, was die Sache um einiges verkürzte. Ich musste heute zu meiner Freundin Ranjit, deren 4 Pferde die Hufe kontrolliert und ausgeschnitten werden mussten.
      Ranjit empfing mich sehr herzlich und schenkte mir eine Umarmung, ehe wir zum Stall gingen um uns um die Tierchen zu kümmern. Der Anfang erfolgte mit einem bunten Shetlandponyhengst namens Pinochio, dieser war laut Ranjit ein wenig frech und mochte nur kleine Kinder. Also bat ich Ranjit ihn festzuhalten, ich wollte ja nicht gebissen werden oder so. Somit fing ich mit meiner Arbeit an und nahm mir den Hufkratzer zur Hand, den erst mal musste sein Huf sauber gemacht werden. Also glitt ich vorsichtig, was ihn trotzdem nicht passte, am Bein herab und hielt es gut fest, da er es mir schon verwehren wollte. Gründlich säuberte ich es und betrachtete es, es war in Ordnung, also nahm ich mir mein Hufmesser zur Hand und begann das abgestorbene und überstehende Horn wegzuschneiden. Dann raspelte ich sein Huf noch zurecht und stellte es wieder herab. Dann ging es hinten weiter und ich säuberte es gründlich, nachdem er nach mir treten wollte. Dann stellte ich es auf den Hufbock, was ihm natürlich nicht passte und Ranjit ihn schimpfen musste. Dann machte ich weiter mit dem Ausschneiden und kontrollierte den Innenstrahl, welcher auch in Ordnung war. Schon kam die rechte Seite des Shettyhengstes und ich hob das erste Huf hoch, welches ich säuberte und dann auf den Hufbock stellte, dort hielt Ranjit sein Bein fest, sodass ich sein überstehendes Horn wegschneiden und passend Raspeln konnte. Dann war hier die Kontrolle und Verbesserung ebenso erfolgt. Nun kümmerte ich mich um das letzte Huf, welches nur mit der Hufraspel bearbeitet werden musste, da nichts überstand oder schlimm aussah.
      Nanook ein kleiner Highland Ponyhengst war an der Reihe, sodass ich weiter machen konnte. Der kleine war pflegeleichter als der Vorgänger, aber ziemlich verwirrt als ich an seinen Huf rumschaute. “Schon gut, ich mach dir nur die Füße hübsch!“, grinste ich und begann das abgestorbene Horn vorsichtig wegzuschneiden, denn Überstehen tat nichts und der Rest des Hufes war in Ordnung. Also konnte ich hinten weiter machen, Nanook war mittlerweile nicht mehr so verwirrt und beobachtete mein Vorhaben neugierig. Ich machte meine Arbeit entspannt weiter und säuberte den Huf, bis ich alles Kontrollieren konnte, keine Auffälligkeiten. Zufrieden stellte ich seinen Hinterhuf auf den Hufbock und schnitt das überstehende Horn weg, ehe ich die Kanten weich raspelte und sein Bein wieder hinab setzte. Dann ging ich auf die rechte Seite des Fohlens und wurde verspielt angestupst: „Ja ich weiß, aber ich bin hier zum Arbeiten nicht zum Spielen.“, lachte ich und wuschelte kurz durch seinen Schopf. Dann machte ich weiter und kontrollierte nach dem Säubern das Dritte Huf, welches auch in Ordnung war und ich nur ein wenig abgestorbenes Horn vom Innenstrahl entfernen musste. Das Außenhorn brauchte auch ein wenig Pflege, welche aber Ranjit weiterführen musste, denn hier hingen ein paar Fetzen vom Horn weg. Sonst war das Außenhorn gut im Takt und musste nur etwas zurecht Geraspelt werden. Das letzte Horn war am besten im Takt und man musste kaum was machen außer natürlich ein paar Kanten glätten.
      Luzifer’s Erbe ein feuriger Welsh D Hengst, war der nächste Kandidat. Wieder ein Fohlen aber diesmal das genaue Gegenteil von den vorherigen zwei Pferden, denn der Kleine war sehr verschmust und kuschelte sich gleich an mich. Lächelnd strich ich über den Hals des Kerls und machte mich dann an die Arbeit seine Hufe zu versorgen. Also strich ich an seinen Bein hinab und er hob es brav an, dann begann ich den Dreck in dem Huf zu entfernen. „Der Bravste aber dreckigste in den Hufen.“, stellte ich grinsend fest und Ranjit lachte. Nun machte ich aber weiter mit meiner Arbeit und kontrollierte Innenhorn sowie Innenstrahl. Beides war an sich in Takt, doch in den Innenstrahl hatte sich ein Stein verwachsen, was ich vorsichtig mit dem Hufmesser korrigieren musste. Das Außenhorn war in Ordnung, sodass ich mit dem nächsten Huf weiter machen konnte. Also hob ich sein Bein an, schnappte mir sein Huf, säuberte es mit dem Hufkratzer und kontrollierte es. Im Anschluss begradigte ich mit dem Hufmesser und der Hufraspel das Außenhorn und stellte sein Bein wieder auf den Boden. Dann kam die rechte Seite des Fohlens dran, wo ich den vorderen Huf zuerst anhob, säuberte, kontrollierte und auf den Hufbock stellte. Dort schnitt ich das überstehende Horn weg und raspelte die harten Kanten glatt. Der letzte Huf war Sache und ich säuberte dieses gründlich, damit ich mit der Kontrolle weitermachen konnte. Beim kontrollieren des Innenhorns war nichts Auffälliges zu sehen, was sich auch beim Außenhorn bestätigte. Also war Luzifer fertig und das letzte Pony oder Pferd konnte kommen.
      Mona war schon kein Pferd mehr sie war ein richtiges Riesiges Tierchen, man konnte nicht wirklich glauben sie sei ein Fohlen, war es aber. Grinsend blickte mich Ranjit an: „Ja ich weiß ein kleines Monstrum!“, kicherte sie und ich musste Lachen. Nun machte ich mit meiner Arbeit weiter und hob den ersten Huf. Dann säuberte ich dieses und kontrollierten das Innenhorn, es war in Takt und musste nur etwas verbessert werden, was Abgestorbenes Horn anging. Das überstehende Horn musste auch entfernt und mit der Hufraspel geglättet werden. Dann ging es auch schon weiter mit Huf Nummer 2, welches ich erstmals gründlich reinigte und anschließend kontrollierte. Nun kam der Hufbock wieder zum Einsatz, also stellte ich Mona‘s Hinterbein auf diesen, schnitt die überstehenden Stellen weg und glättete sie anschließend mit der Raspel. Die linke Seite war fertig und die junge Dame blickte mich neugierig an: „Ja bald hast du es geschafft!“, sprach ich zu Mona und tätschelte ihren Hals. Nach der Liebkosung glitt ich wieder an der Schulter hinab und schnappte mir den Huf. Anschließend säuberte ich es und schnitt abgestorbenes Horn weg, begradigte das Außenhorn und ging zum letzten Huf. Diesen hob die Große brav an und schnaubte entspannt als ich den Dreck aus ihren Huf entfernte. Dann stellte ich ein letztes Mal ihren Huf auf den Hufbock und schnitt den Rand zurecht. Mit der Raspel korrigierte ich die scharfen Kanten und stellte ihren Huf zurück auf den Boden.
      Fertig war mein Auftrag und ich wandte mich an Ranjit: „Also. Du musst nur bei Nanook das rechte Hinterhuf etwas pflegen, da dort ein paar Fetzen hängen, was du aber schnell und ohne Probleme mit diesen Hufbalsam hier machen kannst.“, erklärte ich ihr und drückte ihr den Hufbalsam in die Hand. Mit einem Lächeln bedankte sie sich bei mir und ich packte alles zusammen, ehe ich mit meinen Van vom Hof rollte.
      Snoop - März 2016

      Gähnend blätterte ich am Morgen des heutigen Tages die Zeitung durch und schlürfte an meiner Kaffeetasse. Dann, bei den Anzeigen, fand ich etwas. Davon gebannt überschwemmte ich kurzerhand mal den halben Esstisch. Als ich alles mit Küchenrolle sauber getupft hatte las ich mir nun durch was nun schwarz auf hellbraun in der schäbigen Billigzeitung stand, die ich heute morgen für zehn Cent gekauft hatte.
      Ranjit suchte dringend eine Aushilfe. Ich rief schnell bei ihr an und setzte dann alle Hebel in Bewegung um zu ihr zu kommen. Sie empfing mich liebevoll und zeigte mir alles. Dann verabschiedete sie sich auch schon wieder und fuhr los.
      Ich begann nun ihre Pferde zu füttern und anschließend aus dem Stall auf die Koppeln zu bringen. Numidia, Classic Cinamon, Shey, Sir Sancis, Ungezähmt Snow und Maximilian waren die ersten. Danach folgten Daemonesque, Lil Princess Gun und ein Vertrautes Gesucht; Touchable. Meine ehemalige Stute die ich im November letzten Jahres an Ranjit verkauft hatte. ,,Na Süße?'',sagte ich liebevoll zu ihr und streichelte sie. Es war immer wieder schön in ihre hübschen, vertrauten Äugchen zu blicken. Ich bedauerte schon etwas sie verkauft zu haben. Hach ja was für ein tolles Pferd.
      Nachdem diese Pferde nun auf der Koppel tobten und grasten mistete ich ihre Boxen und streute neu ein. Dann putzte ich noch schnell die Tränken ehe einige von ihnen wieder rein kamen.
      Für andere war es erst Zeit raus zu kommen: Katlina, Mona, Kaya, Fame Junkies, Rambo, Blue Moon Flower, Nielaras, Luzifer's Erbe, Nanook und Pinochio nämlich. Sie waren alle zum Großteil brav, weshalb es eigentlich nicht sonderlich anstrengte sie raus und rein zu holen.
      Mecki wurde anschließend von mir longiert und mit Arcado war ich an der Hand spatzieren. Am Ende des Tages holte ich alle Pferde wieder rein und bewegte Eternity noch ein wenig. Dann verließ ich Ranjits Gestüt auch schon wieder.
      Bracelet - August 2016

    • Bracelet
      Graue Stunden
      1. Februar 2017

      Die beißende Kälte hatte mittlerweile die Mauern meiner Schützenden Behausung durchdrungen und nagte nun einmal mehr an mir als ich um halb fünf Uhr morgens aus meinem Bett stieg. Ich hüllte mich in eine dicke Wollweste und ging die Treppen des Haupthauses hinunter. Nie hätte ich gedacht, dass mir Kälte so viel ausmachen würde; war ich doch immer ein sehr unempfindlicher Mensch diesbezüglich gewesen. Doch dies war auch der erste Winter im neuen Heim, der erste Winter in Schweden, den ich miterlebte. Doch es lang nicht an den eisigen Temperaturen, dass ich die ganze Nacht nicht schlafen konnte. Während ich mir den Kamin einheizte versank ich dann endgültig in Gedanken. Meine Sorgen kamen wie schon so oft von meinem Deo Volente. Der Rappe brachte mich nun seit über drei Jahren regelmäßig auf die Palme, oder eher hinaus ins Universum. Schon als ich ihn bekam wusste ich, was ich mir da aufhalste. Er war absolut kein leichtes Pferd. Wofür andere zwei Wochen brauchten brauchte Deo vier. Einfach und alleine schon aus dem Grund, dass er einfach nicht mitarbeiten wollte. Andere Pferde taten sich schwer und der Trainingserfolg verzögerte sich deswegen. Bei Deo war es schlicht und ergreifend einfach sein Sturschädel, der jede noch so kurze Trainingseinheit mit ihm zu einer nervenaufreibenden Sache machte, die nicht selten mit meinem Unfreiwilligem Abstieg endete. Nein, an Deos Potential lag es nicht. Davon hatte er genug und dies war einer der Gründe dafür, dass ich einer Freundin vor kurzem erzählt hatte, dass ich überlege den rabenschwarzen Wildfang zu verkaufen und genau diese Freundin hatte sich vor einigen Tagen bei mir gemeldet und ihr Interesse bekundet.
      Seufzend saß ich beinahe eine Stunde vor meinem Kamin und starrte in die Decke. Es war so traurig. Aber es würde wohl das Beste für ihn sein. Hier auf dem DVTS würde er nicht weiter kommen. Er würde praktisch verstauben weil ich mich immer vor dem Training mit ihm drückte und Anastasia wollte ich das nicht antun. So hart dies klang. Es war einfach zu gefährlich und ich wollte nicht die Verantwortung dafür übernehmen, wenn mein Rappe seine fünf Minuten bekam und sie dabei verletze.
      Hustend verließ ich dann meinen bequemen Sessel, zog mich schnell um und ging in den Stall um die Pferde zu verpflegen. Als ich die Stallgasse betrat beäugte mich auch schon meine Hummels Enterprise. Sie schien nichts dagegen zu haben heute schon etwas früher an ihr Heu zu kommen. Sie zauberte mir ein kleines Lächeln auf die Lippen und ebenso taten es Dempsey, Vaconda und Christmas Joy, die ihre Hälse nun ebenfalls neugierig in die Höhe ragten. Ich schlenderte also hinüber zur Futterkammer und ging dann bewaffnet mit Scheibtruhe, Heugabel und Heu die Boxen ab. Dabei begann ich bei Take my Hand und Takada. Die letzte war Dreaming Of Better Days, die sich am gelassensten gab und am wenigsten Hunger klagte.
      Anschließend verschlug mich meine Morgenmotivation, oder wohl eher mein Ablenkungsritus, in die Sattelkammer, wo ich beschloss, dass es an der Zeit war neue Schabracken unter die Sättel zu geben. Mein Neuling Roommate zum Beispiel hatte noch nicht mal eine. Dies änderte sich nun. It's Showtime stieg von Dunkelblau auf Weinrot um, Batman's Rendezvous von Grün auf Beige, Master Of Gold von Weiß auf Schwarz und N'oubliez Jamais von Hellblau auf Pastellgelb. Danach putzte ich noch eine knappe halbe Stunde die Trensen meiner Spitzenhengste Seattle's GT'aime und Costa de la Bryére.
      Als dies auch vollbracht war brachte ich meinen Party Shaker zusammen mit Waldjunge raus aufs Paddock. Ich sah den Beiden anschließend kurz zu und brachte dann Romulus, Sir Donnerhall, Wastl, Nephilim und Vina auf die Weide. Ihnen folgten Scarlet Sun, Pinochio, Sookie, Birdcatcher, Black Pearl, Herbstblüte, Donella, Golden Eye, Angels Kiss und I've got the moves like Jagger.
      Dies lenkte mich eine Zeit lang ab. Inzwischen waren auch meine Mitarbeiter schon auf den Beinen und freuten sich einen Kaffee länger genießen zu dürfen, da ich die Pferde ja schon auf die Koppeln gebracht hatte. Nur Anastasia traf ich in der Stallgasse an. Sie hielt ihren Reitplan in den Händen und grübelte ob sie nun mit Only Known in Texas oder Simple Little Melody beginnen sollte. Ich grüßte sie nett und ging holte Hollywood King Guns Putzzeug. Diesen putzte ich ausgiebig und schmuste ein wenig mit ihm. Ich hatte ihn leider noch nicht sehr lange aber jeder Tag mit ihm brachte mir eine Menge an Glücksgefühlen. So auch heute.
      Nachdem ich Husky, wie wir ihn zu nennen pflegten, in der Halle gearbeitet hatte ging es für mich am heutigen Tage zu den Jungpferden. Chestnut und VK Gunna Whiz trainierte ich momentan gerade für das bevorstehende Anreiten. Sie machten sich sehr gut, weshalb ich diesem sehr positiv entgegenblickte.
      Leider war der Tag nun noch immer nicht vorbei und meine Trauer um den bevorstehenden Abschied, welcher unausweichlich immer näher kam, drohte überzuschwappen. Deshalb beschloss ich nun zur Koppel meiner Zuchtstuten zu gehen, da mich der Anblick dieser mit ihren Fohlen immer und immer wieder glücklich machte. Bereits auf dem Weg dorthin sah ich Caddylack, Capri, Bambina und Backfett durch den hohen Schnee toben und fühlte mich ein klein wenig besser. Dann sah ich sie endlich. HGT's Nightmare trabte gerade mit aufgestellter Schweifrübe den Trampelweg entlang, der sich im Laufe der letzten schneelosen Tage gebildet hatte. Neben ihr im vollen Galopp DVTS' Colour the Nightsky; mein erstgeborenes Zuchtfohlen. Die Kleine musterte sich immer mehr, wenn sie auch noch etwas tollpatschig war. Sie hing sehr an ihrer Mutter, konnte jedoch mittlerweile auch schon damit umgehen von ihr getrennt zu sein, wenn ich Nighti etwas arbeitete. Sie stand dann immer mit Vintage Gold und deren Fohlen DVTS' Cascadeur de la Vie zusammen. Winterzauber und ihr Fohlen grenzen sich immer ein wenig von der kleinen Herde ab, standen interessanterweise konstant alleine immer zehn bis fünfzehn Meter entfernt. DVTS' Seattle's Wintertime war trotzdem ein sehr soziales Fohlen. Bloß ihre Mama schien keine Lust auf den Trubel zu haben.
      Am Abend erreichte mich dann der erwartete Anruf. Meine Freundin fragte nach, wie es denn mit Deo aussah und ich willigte schweren Herzens ein. Nachdem ich den Hörer zur Seite gelegt hatte ging ich noch ein letztes Mal für den heutigen Tag in den Stall. Deo Volente stand nichtsahnend in seiner Box. Wie gewohnt begann er zu Scharren als er mich kommen hörte und erwartete, dass ich ihm einen Leckerbissen mitgebracht hätte. Meist war dem allerdings nicht so und Deo ließ mit seiner lästigen Angewohnheit nicht locker. Diesmal allerdings hatte er Glück: Ich hatte ihm extra einen halben Kilo Möhren mitgebracht. Diese nahm er gerne an.
      Nachdem ich meinen Rappen anschließend ein wenig geputzt hatte kamen mir dann endgültig die Tränen. Ich wusste, dass er es gut haben würde doch leicht würde es wohl nie werden ein Pferd zu verkaufen, das man schon so lange besaß wie ich Deo.​
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      Stallburschen im Urlaub

      Dadurch, dass meine Stallburschen Urlaub hatten mussten ich und Ana eine Woche um alle Pferdchen kümmern. Misten, Füttern und alles mögliche andere stand dabei auf dem Plan. Am ersten Tag war bereits das füttern wirklich schwierig, da wir ja zu genügen Pferde hatten. Ich begann dabei bei den Youngsters Chestnut, VK Gunna Whiz, Caddylack und Vina, ehe es zu meinen Trakehnern ging; Cost da la Bryére, HGT's Nightmare, N'oubliez Jamais, Party Shaker, Takada, Seattle's GT'aime, Waldjunge, Batman's Rendezvous, Master of Gold, Dreaming of better Days, Christmas Joy, Winterzauber, Vintage Gold, Vaconda, It's Showtime, Roommate, Hummels Enterprise, Dempsey, Akira, Take my Hand, Give me Chocolate, Raffinessca und Traumfänger. Anschließend bekamen meist Dreammaker, Mihály, Lead me Home, Cornetto, Last in Love, Cotsworlds Eik, Wastl, Romulus, Sir Donnerhall, Scarlet Sun, Pinochio, Hollywood King Gun, Only Known in Texas, Nephilim Son Of Angel & Devil, Sookie, Angels Kiss, Birdcatcher, Black Pearl, Donella, Golden Eye, Herbstblüte, I've got the moves like Jagger, Simple little Melody, Aiana, DVTS' Takinou, DVTS' Magic Movements, Sir Bacardi, DVTS' Seattle's Wintertime, DVTS' Cascadeur de la Vie, DVTS' Colour the Nightsky, Backfett, Bambina und Capri Heu. Anschließend begann ich wieder von vorne die Pferde auf die Koppeln zu bringen ehe es los ging mit dem Reiten. Das würde noch eine anstrengende Woche werden.
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      Frischer Wind

      Viel früher als gewohnt ereilte uns nach dem kurzen, milden Sommer auch schon wieder die eisige Kälte, die uns der Nordwind gebracht zu haben schien. Die kurzen T-Shirts, die ich diesen Sommer doch so sehr lieben gelernt hatte, wurden bereits Anfang September durch Pullover und funktionelle, langärmlige Funktionsunterwäsche ausgetauscht. Die Jacken dicker den je für diesen Monat. Schweden hatte leider, wenn es den wunderschönen Schleier ablegte und damit das vermeintlich schöne Gesicht zum Vorschein kommen sollte, eine nicht all zu schöne Seite an sich. Die allgegenwärtige Kälte schien mir dieses Jahr gar nicht gut zu tun. Sie schlug mir mehr als merklich aufs Gemüt und schwächte mich körperlich mehr als je zu vor.
      Objektiv betrachtet hatte das Ganze jedoch schon seinen Reiz. Als ich kurz vor 10 Uhr die Trainingspläne für die kommende Woche fertiggestellt hatte und vor die Haustüre trat wirbelte der Wind gerade gelbe, orangene und rotbraune Blätter über den Asphalt. Die Sonne stand hoch am himmel und wärmte sanft meine eisigen Hände, dich ich dieser jedoch bald entzog und in wärmende Handschuhe einpackte.
      Auf dem Weg in den Stall kamen mir zwei meiner Stallburschen entgegen, die soeben Aiana, Bambina, Backfett und Vina in die entgegengesetzte Richtung, zu den Stutenkoppeln, führten. In der Stallgasse angekommen wartete auch schon Neuzugang Mihály fertig getrenst und aufgesattelt auf mich in seiner Box. Mit dem hübschen ungarischen Halbbluthengst hatte ich mir einen ganz großen Traum erfüllt. Schon lange hatte ich nach einem Pferd wie ihm gesucht. Einem Pferd, dem die Welt offen zu stehen scheint wie kaum einem anderen. Es gab keine Sparte des Reitsportes, in dem ich bei Mihály von Anfang an zu wissen schien, dass ich diese mit ihm nicht komplett episch gestalten würde. Und noch dazu war er ein ungarisches Halbblut; eine Rasse von der ich immer schon geträumt hatte. Umso glücklicher war ich jeden Tag wenn ich ihn reiten durfte. Heute gab es jedoch alles andere als Intensivtraining. Es war Sonntag. Ruhetag, wie er bei uns ganz klassisch praktiziert wurde. Ein kleiner Ausritt stellte jedoch sicher, dass der Hengst sich am heutigen Tage dennoch etwas bewegte. Da Mihály im Gelände absolut gelassen war drifteten meine Gedanken zur zukünftigen Gestütsplanung ab. Die Youngsters, die ich eigentlich im Frühling schon anreiten wollte, durften diesen Sommer noch wilder denn e und je auf der gebirgigsten Wiese meines Eigentums verbringen. Sie war riesig und relativ weit vom Stalltrubel weg. Der perfekte Ort für junge Hengste um sich noch einmal so richtig auszutoben. Natürlich hatten sie nun alle ihre Geschlechtsreife erreicht und Vina wurde bereits in die Stutenkoppel integriert und war nicht mit ins Geschehen involviert. Caddylack, Chestnut und VK Gunna Whiz jedoch verwilderten jedoch beinahe ein wenig. Natürlich verbrachten sie den Sommer nicht ohne Aufsicht meiner alten Hasen. Nunja; alt waren sie noch nicht wirklich. Dennoch bekam sie eine Sommerpause, da sie in ihren jungen Jahren ohnehin schon genug geleistet hatten und ich mich dieses Jahr vorwiegend auf die Nachwuchspferde des Gestüts konzentriert hatte. So fiel die Wahl damals unter anderem auf Wastl, der mittlerweile 16 Jahre alt war, was natürlich für heutige Verhältnisse noch lange nicht alt war. Dennoch wurde dieser von mir nur noch spaßhalber geritten. Natürlich durfte er noch seine Lektionen laufen und wurde hin und wieder gesprungen. Dennoch war dies nicht mehr so sehr auf Druck wie früher. Er war immerhin gekört und solange keine Vorstellungen mit ihm stattfanden musste ich ihn diesem Stress einfach nicht mehr aussetzen. Dasselbe galt für seinen zwölfjährigen Koppelkollegen Seattle's GT'aime, der zusammen mit ihm den Somer über die Junghengste etwas erziehen sollte. Die Zeit in den Bergen schien ihnen gut zu tun, weshalb ich sie, wie auch Chesi, Caddy und Nano wohl erst gegen Ende des Septembers herunter holen würde, wenn es dann auch langsam gefährlich werden würde über Stock und Stein zu huschen und ein schützender Stall von Vorteil war.
      Nachdem ich mit Mihály wieder zurück war machte ich mich daran ein paar Sprünge aufzubauen und seitlich ein Flatterband zu ziehen. Freispringen stand auf dem Programm. Zuvor ließ ich die Kandidaten sich aber in der Schrittmaschine warm laufen und sich in der Halle ein wenig austoben. Gerade die Pferde mit ohnehin schon zu viel Energie schabten mir in den letzten tagen endgültig über. Allen voran mein wunderschöner, brauner Deckhengst Master Of Gold. Dieser war zusammen mit seinem Kumpel N'oubliez Jamais als erstes an der Reihe. Bei den Beiden ließ ich mir die Freiheit die Stangen mit der Zeit ein wenig höher zu legen, da sie frei locker über die 160cm-Marke sprangen. Sie schienen ihren Spaß zu haben, weshalb ich ihnen relativ viel Zeit ließ, bis mich Ana dann schon mit den nächsten beiden Pferden dazu zwang ihr meine beiden Hengste wieder mitzugeben. Party Shaker, Batman's Rendezvous, Christmas Joy, Dreaming Of Better Days, Winterzauber, HGT's Nightmare, Takada, Vintage Gold, Hummels Enterprise, Raffinessca, Take my Hand, Akira, Give me Chocolate und auch Herbstblüte folgten. Glücklich über die Masse springbegabter Pferde auf dem DVTS ging es für mich dann zum Essen, ehe ich Waldjunge eine halbe Stunde lang locker longierte, was ich dann auch mit Black Pearl machte. Anschließend ritt ich Dempsey auf dem Platz ein wenig vorwärts abwärts. In der Zwischenzeit war Anastasia ebenfalls schon am Reiten und drehte mit Romulus und Sir Donnerhall eine kleine Runde im Gelände.
      Für mich ging es daraufhin ebenfalls ins Gelände. Nachdem ich mit Hollywood King Gun und Golden Eye bloß jeweils eine halbe Stunde draußen Schritt gegangen war galoppierte ich meine beiden englischen Vollblüter Cotsworlds Eik und Last in Love ein ordentliches Stück auf der Galoppstrecke. Es war für die beiden zwar nicht sonderlich fordernd; dennoch erfüllte es den Zweck sie ihre Energie ausleben zu lassen.
      Davon wieder zurück berichtete mir Ana, dass sie Scarlet Sun und Only Known in Texas freilaufen gelassen hatte und Pinochio longiert hatte. Es war mittlerweile schon relativ spät, weshalb ich beschloss Sookie, Birdcatcher, I've got the moves like Jagger, Donella, Angels Kiss und Lead me Home, die ich heute noch für etwas Bewegung einspannen wollte, lediglich in die Schrittmaschine stellte.
      Damit neigte sich der Sonntag auch schon wieder dem Ende zu. Am nächsten Tag trug ich noch in die Trainingstabelle des Hofes die ausstehenden Stunden ein, die ich mit Training mit Vaconda, Costa de la Bryére, It's Showtime und Roommate auffüllte. Anschließend erzählte mir Anastasia noch vom gestrigen, abendlichen Longieren mit Cornetto, Nephilim Son Of Angel & Devil, Traumfänger und Simple Little Melody.
      Weitaus spannender jedoch waren für mich meine Überlegungen was ich mit Dreammaker machen würde, der ja nun wieder zu mir zurück gekommen war. Obwohl ich den hübschen Holsteiner mit den auffällig gefärbten Abzeichen wirklich gerne hatte war ich mir mittlerweile relativ sicher, dass ich den Süßen bald wieder abgeben würde. Ob es nun aus einer Laune heraus zu sein schien oder deswegen, weil ich mit meinen anderen Pferden bereits genug zu tun hatte, konnte ich nicht mit Sicherheit sagen. Deswegen würde er vorerst wohl doch noch hier bleiben, ehe es dann Adieu hieß.
      Ein Pferd, für das es jedoch so bald nicht mehr Adieu heißen wird, kam Mitte September zu mir. Es war ein ganz besonderes Pferd, das ich schon seit Jahren im Auge hatte. Es handelte sich dabei um Magic Attack; einen wundervollen englischen Vollbluthengst, der abgesehen von seinem unfassbaren Talent zu laufen auch noch eines der schönsten Pferde war, die ich je zuvor gesehen hatte. Der prämierte Schönling wurde mir mit einem bekannten Transportunternehmen am Morgen des 12. Septembers auf den Hof gebracht, wo ich schon sehentlich auf ihn wartete. Bereits beim Entladen des Hengstes fielen mir seine guten Manieren auf. Er reagierte sehr fein auf meine Körpersprache und verzauberte mich damit ein weiteres Mal. Magic, wie ich den Schabrackenschecken ab nun liebevoll nannte, durfte nun erstmal eine Woche bloß auf der Koppel verbringen, ehe ich langsam wieder beginnen wollte ihn ein wenig locker zu arbeiten. Noch standen meine genauen Pläne für den Zehnjährigen in den Sternen. Dennoch hatte ich da schon meine Ideen für den Süßen - wenn sich diese auch teilweise nicht verwirklichen ließen, wie ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste. Wenn meine Gebirgspferdchen nämlich wieder da waren wollte ich probieren den Hengst in die kleine Herde zu integrieren, was jedoch, wie ich später, kurz vor knapp, herausfand keine gute Idee gewesen wäre, da Magic ein Pferd war, dass sehr harmoniebedürftig zu sein schien und deswegen wohl nicht glücklich mit der Aufgabe gewesen wäre. Was ihn jedoch glücklich machte war es, mit seinen neuen Kumpel Eik jeden Schritt auf der Koppel zusammen zu gehen. Eik, der ja bekanntlich ein sehr dominantes Pferd war, hatte Magic, der sich, ohne je aufmüpfig zu sein, von Anfang an untergeordnet hatte sehr schnell ins Herz geschlossen. Er beschützte seinen neuen Freund vor all den anderen Pferden, wenn sich diese Magic anlegen wollten. Nicht etwa, dass der hübsche Schecke es notwendig gehabt hätte. Trotzdem war es für diesen wohl sehr bequem.
      Da sich mein Neuankömmling so gut einlebte konnte ich mich relativ intensiv meinen Nachwuchspferden widmen, für die die Sterne in ihren jungen Jahren noch ganz wo anders standen. Sie würden erst zeigen müssen was sie konnten und wie ihr zukünftiges Leben wohl aussehen sollte. DVTS' Takinou, DVTS' Magic Movements, Magic Attacks Sohn, Sir Bacardi, DVTS' Seattle's Wintertime, DVTS' Cascadeur de la Vie, DVTS' Colour the Nightsky und Capri wussten dies jedoch klarerweise noch nicht und wuchsen erst noch stresslos auf den schönen Koppeln des Gestüts auf, ehe der Ernst des Lebens wohl eher früher als später beginnen würde. Dennoch war ich bereits jetzt schon zuversichtlich, dass sie alle Hürden, die ihnen noch in den Weg gelegt werden würden, gut meisten würden.
    • Veija
      Kurzer Pflegebericht für:
      Éamonn, Belmonts Beo, Caddylack, VK Gunna Whiz, Chestnut, Vina, Brouk, Poltergeist, Costa de la Bryére, HGT's Nightmare, N'oubliez jamais, Party Shaker, Seattle's GT' aime, Takada, Batman's Rendezvous, Waldjunge, Master of Gold, Christmas Joy, Dreaming Of Better Days, Winterzauber, Vaconda, Vintage Gold, It's Showtime, Dempsey, Hummels Enterprise, Roommate, Traumfänger, Raffinessca, Akira, Give me Chocolate, Take my Hand, Magic Attack, Dreammaker, Mihály, Lead me Home, Cornetto, Last in Love, Cotsworlds Eik, Romulus, Sir Donnerhall, Wastl, Scarlet Sun, Hollywood Kind Gun, Only Known in Texas, Pinochio, Nephilim Son of Angel & Devil, Sookie, Angels Kiss, Birdcatcher, Black Pearl, Donella, Golden Eye, Herbstblüte, I've got the moves like Jagger, Simple Little Melody, Aiana, DVTS' Takinou, DVTS' Magic Movements, Sir Bacardi, DVTS' Seattle's Wintertime, DVTS' Cascadeur de la Vie, DVTS' Colour the Nightsky, Backfett, Bambina, Capri

      Es war ein ganz kurzer Besuch bei Bracelet und ihren Pferden, denn das Frühjahr und damit der alljährliche Stress um den Frühjahrsputz ließ auch sie und ihren Hof nicht aus. Ich hatte mir vorgenommen zu erst am Angus Og Stud vorbeizuschauen, denn dort standen zwei Pferde. Èamonn und Beo. Schicke Tiere, die leicht zu händeln waren. In der Youngsterstallung traf ich ein altes Gesicht, VK Gunna Whiz. Es freute mich zu sehen, dass er sich gut bei Bracelet machte. Trakehner hatte sie eine ganze Menge, fast mehr als wir Westernpferde- und fast genauso bunt. Fohlen! Fohlen hatte sie eine ganze Menge. Sir Bacardi und Movements, das fleckige Vollblut, gefielen mir dabei besonders gut. In den Nebenstallungen erkannte ich auch ein paar Pferde wieder. Magic Attack, von dem ich schon viel gehört hatte zum Beispiel. Doch auch King Gun, der mal der alten Gips Reminder Ranch gehört hatte. Er hatte sich auch toll entwickelt.
      Das war es auch schon für dieses Mal gewesen, alle Pferde waren versorgt und Bracelet musste sich keine Sorgen um ihre Schützlinge mehr machen.​
    • Mohikanerin
      Besuch aus Berlin - zwei Tage in Schweden
      15. September 2018


      Balounito | CHH' Sence of Humor | Brouk | Poltergeist | Costa de la Bryére | N'oubliez jamais | Party Shaker | Seattle's GT'aime | Batman's Rendezvous | Waldjunge | Master of Gold | It's Showtime | Roommate | Traumfänger
      Cherokee Gold | HGT's Nightmare | Takada | Christmas Joy | Dreaming Of Better Days |

      Winterzauber | Vaconda | Vintage Gold | Dempsey | Hummels Enterprise | Raffinessca |
      Akira | Give me Chocolate | Take my Hand
      Magic Attack | Dreammaker | Mihály | Lead me Home | Cornetto | Last in Love | Cotsworlds Eik | Romulus | Sir Donnerhall | Wastl | Hollywood King Gun | Pinochio | Nephilim Son Of Angel & Devil | Black Pearl | Golden Eye
      Scarlet Sun | Sookie | Angels Kiss | Birdcatcher | Donella | Herbstblüte | I've got the moves like Jagger | Simple Little Melody
      DVTS' Takinou | DVTS' Magic Movements | Sir Bacardi | DVTS' Cascadeur de la Vie | Capri
      Aiana | DVTS' Seattle's Wintertime | DVTS' Colour the Nightsky | Backfett | Bambina


      “Ich hab eine Überraschung für euch”, erzählt Vater beim Essen und wir gucken ihn Gespannt an.
      “Wir fahren zu Bracelet auf den Vackra Trakehner Stud nach Schweden. Sie züchtet Trakehner und hat auch noch ein paar andere Großpferde zu stehen.Deshalb habe ich organisiert, dass wir alle dort einen Tag verbringen. Vriska kommt auch mit.”, beendet er die Überraschung.
      “Um 23 Uhr geht es dann los. Also packt eure Reitsachen und alles ein. Wir fahren eine Weile.

      Der Weg dauert ewig und ich schlafe immer wieder ein. Wir alle wirken sehr gelangweilt.
      “Links seht ihr die ersten Weiden. Wir sind also so gut wie da.”, sagt Vater. Ein Jubeln geht durchs Auto. Die 10h Fahrt war ziemlich anstrengend und ich bin froh mich erstmal strecken zu können.
      “Willkommen, ich bin Bracelet. Wahrscheinlich war die lange Fahrt anstrengend. Wir haben was zu Essen vorbereitet. Kommt mit. Wollt ihr vorher eure Zimmer sehen?”, erzählt Brace und Vater nickt. Aus dem Auto nehmen wir also die Sachen und gehen zu den Zimmern. Es stehen drei Schlafzimmer zur Verfügung. Also müssen wir nur noch die Einteilung klären, aber das läuft schneller ab als Gedacht. Tyrell und Ilja teilen sich ein Zimmer, eine Eltern und Vriska und ich gehen in das “Kinderzimmer”. Dort steht nämlich ein Hochbett.
      Wir haben ein Frühstücksbuffet vorbereitet. Also bedient euch. Zusammen mit den Angestellt stärken wir uns, bevor es los geht. Hier wirkt alles sehr familiär wie bei uns.
      Nach einer Hoftour geht es an die Pferde. Als erstes stellt sie uns die Fohlen vor, bei denen wir noch nicht waren. Die Stuten stehen natürlich getrennt von den Hengst. Dieser riesige Hof ähnelt unserem in vielen Punkten, was mich überrascht und fasziniert.
      Sie erzählt: “Aktuell haben wir 5 Hengste und 5 Stuten wovon 4 bald an den Hof kommen, um mehr und besser mit ihnen zu arbeiten.” Gemeinsam gehen wir auf die Hengstweide und Brace stellt uns die Pferde vor. “Der Graue hier, Tacki, stammt aus unserer Zucht. Magic, der mit den Punkten auch. Casi, der Schecke dort hinten dürfen wir auch schon von Anfang an begleiten. Ansonsten sind das noch Capri und Backi.”, stellt sie und die Pferde vor. Wir streicheln die kleinen Großen und geben ihnen einige Leckerein, bevor wir weiter zu den Stuten gehen. “Aus unserer Zucht sind Winter und das Prinzesschen hier.”, erzählt ihr als eine Overo Stute streichelt. “Ansonsten sind hier noch Aina, Backfett und Bambi.”, stellt sie uns die anderen Stuten vor. Auch die bekommen ein paar Leckerchen von uns und wir gehen zurück zum Hof. Nebenbei erzählt Brace ein paar Geschichten der Pferde.
      “Was haltet ihr von Ausreiten?”, fragt sie als wir wieder angekommen sind. Ein positives Feedback kommt aus der Gruppe und wir gehen gemeinsam in den Trakehner Stall. Brace sagt uns, wer welches Pferd nehmen könnte und hilft uns dann beim holen der Pferde. Ich habe mir einen tollen Hengst ausgesucht - Traumfänger. Er soll ein absolutes Traumpferd sein. Ich bin gespannt und freue mich schon. Vriska hat sich auch schon mit ihrer Wahl angefreundet. Hummelchen ist auch eine hübsche Stute. Ich bin fast neidisch. Tyrell hat Raffinesca, eine Dunkelfuchsstute, bekommen. Vater kann sich mit Handy begnügen, die laut der Beschreibung eine freundliche Stute ist. Bisher gibt es keine Schwierigkeiten. Mutti hat auch eine liebe Stute bekommen, die Dreamy heißt. Choco, ebenfalls eine Scheckstute, kann Ilja nehmen. Sie ist wohl im Gelände etwas schwieriger, aber er packt das schon. Am Hof arbeitet schließlich mit Ponys, die auch nicht immer ganz leicht zu händeln sind. Bruce nimmt ihren Brouk, dann sie wohl vorher schon als Reitbeteiligung hatte. Gemeinsam machen wir die Pferde fertig. Im gleichen Moment arbeiten bereits Bracelets angestellten mit den Zuchthengsten. Costa und Party werden gerade auf dem Reitplatz longiert, während Schnuller und Seattle in der Halle geritten werden.
      Der Ausritt beginnt völlig entspannt, auch Ilja kommt mit Choco gut klar. Nach einigen Diskussionen sind die Beiden sich einig. Traumfänger ist wirklich so toll wie versprochen. Auch alle Anderen wirken sehr zufrieden, besonders Mutti, die ungern andere Pferde reitet nach ihrem Unfall vor ein paar Jahren. “Ich hatte die Idee, dass wir einen kurzen Abstecher zu den Zuchtstuten machen. Aktuell sind sie alle noch trächtig. Deshalb kann ich euch keine niedlichen Fohlen zeigen, außer die Anderen, bei denen wir bereits waren”, sagt sie und trabt Brouk an. Mit ein paar Schwierigkeiten trabt auch Vriska an und ist ganz hinten. Ich pariere den Hengst wieder durch um auf Vriska zu warten. “Wäre nicht nötig gewesen”, witzelt sie und wir schließen zusammen zur Gruppe auf.
      An der Weide angekommen, passen Mutti und Vati auf die Pferde auf, während wir die Weide betreten, um nach den Stuten zu schauen. Neugierig kommen bereits sie bereits zum Zaun. “Aww, da ist ja die Mutter von Amnesia”,sage ich begeistert und gehe sofort zu Takada. Bracelet lacht und geht zu Vintage. Danach wirft sie noch einen Blick auf Jagger. Vriska folgt mir, während Ilja Winter und Tyrell Nighti kontrolliert. Alles okay und wir steigen wieder auf die Pferde. Der Ausritt geht genauso entspannt weiter und nach einer Stunde sind wir zurück am Hof. Die Angestellten sind gerade dabei Baty und Bubi zu reiten auf dem Dressurplatz und zwei andere sind wieder am lonigieren von Magic und Wastl. Wir versorgen die Pferde und bringen sie zurück in den Stall. Für mich, Vriska und Tyrell ist keine Pause angesagt. Wir bekommen eine Reitstunde von Brace im Springen. Vriska hat noch etwas Angst, weshalb sie eine freundliche Stute bekommt - Chero. Ich darf Nino nehmen und Tyrell Ghost. Nephilim wird nebenbei auch mit geritten auf dem Springplatz. Die Anderen der Truppe helfen beim Pferde versorgen.
      Die Reitstunde war ein Traum. Nino zeigte sich ähnlich wie mein Rappe, den ich gehen lassen musste. Auch Vriska hat sich getraut über ein Kreuz zu springen und eine zweifache Kombination. Das hat sie echt gut gemacht.
      Langsam naht der Abend und wir umsorgen noch Sence, Showtime, Mate, Joy, Waldjunge,
      Vaconda, Dempsey, Akira, Dreamaker, Lead me Home und Cornetto. Die Pferde bekommen eine Fuhre Heu und etwas Aufbau fressen.
      Für uns gibt es ein Abendbuffet und freue mich schon sehr aufs Essen. Auch jetzt ist die Auswahl ziemlich groß. Auf dem Zimmer gucken wir alle zusammen noch einen Film und reflektieren den heutigen Tag. Morgen gucken wir uns noch ein paar Pferde an, bevor die Heimfahrt antreten.
      Der nächste Tag begann ziemlich früh und Bracelet hat uns direkt mit eingeplant. Beim Frühstücker zählt sie uns den Plan. Heute ist Dressur angesagt. Ich darf Mihály nehmen, Vriska bekommt Sookie, Tyrell Birdy und Ilja Herbstblüte. Nach dem Frühstück geht es dann auch schon los. Die Angestellten haben zuerst die Führanlage angemacht in der Eik, Love, Romulus und Scarlet ihre Runden drehen. Auch meine Eltern sind auf dem Hof noch etwas unterwegs. Mama bekommt Unterricht auf King Gun, da sie zuhause selber die Westernpferde reitet. Man lernt schließlich nie aus. Papa wird gleichzeitig von einem kleinen Schlingel beknabbert. Pinochio durfte mit die Halle um sich zu bewegen, aber lieber nervt er Vati. Der Reitunterricht läuft gut. Bracelet hat mich noch ein paar Tricks gezeigt, was mir bei den Jungpferden helfen kann, da es mir noch schwer fällt die Gerte zu verwenden in der Dressur. Im Springen ist diese schließlich viel kürzer. Als wir zurück kommen stehen wieder andere Pferde in der Anlage. Es sind Donnerhall, Angel, Donella und Melody. Gegen Mittag machen wir uns auf den Rückweg. Zuvor haben wir und noch mit Bracelet über den Hof und einzelne Pferde unterhalten. Die beiden Tage auf einem Hof waren eine ganz neue Erfahrung für mich und trotzdem freue ich mich wieder auf meine Tiere zuhause. Wir verabschieden uns und fahren los. Die meiste Zeit schlafen wir, weil es schon ziemlich anstrengend war.
    • Bracelet
      Frühlingsüberlegungen
      14. März 2019

      Zur Zeit standen einige Veränderungen auf dem Gestüt an. Es ging mal wieder darum welche Pferde in der kommenden Saison aktiv im Turniersport gehen sollten und welche eventuell verkauft werden sollten. Ebenfalls standen einige Fellnäschen auf der Liste für eine mögliche Rente; ob bloß aus dem hohen Sport oder allgemein.
      Die Youngsters, kleinsten Fellnäschen und Trakehner im allgemeinen sollten relativ unverändert bleiben. Bezüglich der Nebenstallungen war ich allerdings am unschlüssigsten. Magic Attack sollte allmählich in Rente gehen; vielleicht allerdings zuvor noch ein oder zwei Fohlen zeugen. Dreammaker sollte etwas weiter ausgebildet werden und nachließen verkauft werden. Bezüglich Romulus war ich unschlüssig. Mihály sollte 2019 häufiger auf Turnieren vorgestellt werden; genauso wie Lead me Home, Cornetto, Last in Love, Cotsworlds Eik, Sir Donnerhall, Hollywood King Gun und Scarlet Sun. Wastl und Nephilim Son Of Angel & Devil sollten dieses Jahr ein paar mal öfter decken. Pinochio sollte weiter ausbildet werden. Cookie und Birdcatcher waren demnächst bereit einen Krönungsversuch zu unternehmen, Black Pearl sollte Turniererfahrung sammeln und Angels Kiss und Donella eventuell in Rente gehen. Golden Eye wollte ich 2019 körfertig bekommen, Simple Little Melody und Herbstblüte Schleifchen sammeln schicken. Bezüglich Ive Got The Moves Like Jagger war ich mir unsicher. Sollte sie dieses Jahr ein weiteres Fohlen bekommen oder eine Pause haben? Sie in Rente schicken? Eine schwere Angelegenheit; immerhin lag mir die wunderschön gefärbte Vollblutstute sehr am Herzen.​
    • Bracelet
      Irische Aussichten
      September 2019

      Das letzte Jahr über hatte ich intensiv daran gearbeitet meinen Zweitstall, einen idyllischen Hof in Irland, bezugsbereit für einige meiner Pferde, die zur Zeit auf dem DVTS standen, vorzubereiten.
      Es handelte sich dabei um ein nun wieder unbezahlbares Juwel in Mitten der weitläufigen, märchenhaften Natur, die es umgab. Bevor die letzten Besitzer es besaßen, war es bereits vor über 50 Jahren erbaut worden, hatte einen altertümlichen Cham, konnte jedoch locker mit all den neuen Reitställen mithalten, die ich so kannte. Es hatte etwas magisches; man fühlte sich hier sofort wohl, geborgen.
      Aber was das wichtigste war: es war ein Paradis für meine Vierbeiner. Untertags bat es die Möglichkeit alle Pferde auf weitläufige Graskoppeln zu stellen und auch Schlechtwetterkoppeln standen zur Verfügung. Im letzten Jahr hatte ich auf sämtlichen Wiesen und Paddocks Selbsttränken installiert und überdachte Heuraufen, sowie Unterstände, aufgestellt. Einige Wiesen hatte ich neu umzäunt, andere waren nach wie vor in gutem Zustand geblieben. So zum Beispiel auch die von Èamonn und Belmonts Beo, die ich damals ja samt Hof übernommen hatte und praktisch komplett in Gingers Obhut standen; damit also bloß auf dem Papier mir gehörten.
      Das hübsche Angus Og Stud besaß einen hübschen Stall, dessen Stallgebäude aus 2 Trakten bestand und Platz für 30 Pferde besaß. Es handelte sich dabei um ein lichtdurchflutetes Gebäude, was den vielen Glasfenstern zu verdanken war. Auch ein großer Pluspunkt war einerseits die wirklich optimale Belüftung; dennoch zog es zu keinem Zeitpunkt, andererseits die pferdegerechte Haltungsmöglichkeit; die Boxen waren nämlich so konzipiert, dass die Vierbeiner Kontakt zu einander hegen konnten, auch größere Pferde genug Bewegungsfreiheit hatten und in die Stallgasse blicken konnten. In der wärmeren Jahreszeit konnte man die Fenster öffnen, wodurch die Fellnäschen auch das Geschehen außerhalb des Stalles mitverfolgen, oder sich auch einfach nur ein wenig die Sonne aufs Köpfchen scheinen lassen konnten.
      Als ich das AOS übernommen hatte, bot es ebenso Platz für Pferde in insgesamt 4 Offenställen, wovon ich nur zwei so beibehielt. Die übrigen beiden wollte ich zu Schlechtwetterkoppeln umfunktionieren; einer erneuten Umwidmung stand jedoch nichts im Wege, falls die Kapazität einmal nicht mehr genügen würde.
      Abgesehen davon besaß das Gestüt ein hübsches Haupthaus, wie auch die übrigen Gebäude in einer netten Steinoptik, mit einer hölzernen Veranda davor. Ein bisschen Efeu schlängelte sich gleich einiger Kletterrosen an den Wänden empor. Im Gebäude fand man einen leicht rustikaler Look, klassisch mit einem Kamin im Wohnzimmer, vor. Ginger besaß ein nettes Zimmer im zweiten Stock und auch ich hatte mir eines für die Tage eingerichtet, in denen ich hier war.
      Allmählich hatte ich es hier lieben gelernt. So gerne ich auch auf dem DVTS in Schweden war, war dieser Ort ein wahrer Traum; nicht unweit der Cliffs of Moher, an der Westküste Irlands. Umso schöner, dass dieses Juwel tatsächlich mir gehörte.
      Zum Glück hatte dieser Platz etwas, was einem einem neue Energie gab, denn die Vorbereitungen für den Umzug, Renovierungsarbeiten und die Leitung eines Zucht- und Sportpferdestalls war wohl keine leichte, unanstrengende Aufgabe. Ebenso die Entscheidungen zu treffen welche Pferde denn nun tatsächlich umziehen sollten.
      Die Youngsters Caddylack, VK Gunna Whiz, Vina und Chestnut waren davon genauso wenig betroffen wie meine Fohlen. Immerhin sollten diese die Grundausbildung bei mir und meiner besten Bereiteren genießen.
      Bei den Trakehnern war die Entscheidung durch die gleiche Überlegung geprägt; Balounito, CHH’ Sence of Humor, Cherokee Gold, Brouk, Poltergeist, Waldjunge, Vaconda, Dreaming of better days, Christmas Joy, It’s Showtime, Dempsey, Hummels Enterprise, Roommate, Traumfänger, Raffinessca, Akira, Give me Chocolate und Take my Hand sollten weiterhin gefördert werden und ihre Turniere laufen. Costa de la Bryére, HGT’s Nightmare, N’oubliez Jamais, Party Shaker, Seattle’s GT’aime, Takada, Batman’s Rendezvous, Master of Gold, Winterzauber und Vintage Gold standen als Zuchtpferde; aktiv oder nicht, ebenso nicht zur Disposition.
      Interessant war es also bei den Pferden die zur Zeit in den ,,Nebenstallungen’’ standen. Für meine beiden Vollblüter Last in Love und Cotsworlds Eik würden sich durch die zahlreichen Galoppstrecken um das AOS herum eine gute Trainingsmöglichkeit bieten. Dennoch haderte ich nach wie vor mit mir, da ich bei ihrem Training sehr heikel war. Magic Attack hingegen war ein Kandidat bei dem ich mir ziemlich sicher war, dass der gute bald den weg nach Irland einschlagen würde. Er hatte schon einige Fohlen gezeugt und Tiefkühlsperma war von ihm auch noch reichlich vorhanden. Schon länger hatte ich darüber nachgedacht ihn denn nicht in seine wohlverdiente Pension zu schicken; nicht endgültig, geritten werden sollte er sehr wohl noch und eventuell eignete er sich auch als Lehrmeister um mit Ginger noch ein paar kleine Turniere zu gehen. Immerhin war der Zwölfjährige noch gut in Form und wusste sich zu präsentieren. Wastl war ebenso ein Kandidat dafür, weswegen er Magic wohl folgen würde und wo wir schon bei Warmblütern waren: Sir Donnerhall, Scarlet Sun, Simple Little Melody und Golden Eye sollten ebenso schon sicher nach Irland ziehen. Nephilim Son of Angel & Devil, Cornetto und Mihály hingegen würden zu 100% bei mir in Schweden bleiben. Bezüglich Dreammaker, Lead me Home, Romulus, Hollywood King Gun, Pinochio, Sookie, Birdcatcher, Angels Kiss, Black Pearl, Donella, Herbstblüte und I’ve got the moves like Jagger war jedoch noch alles offen.
      Einige Pferde überlegte ich auch in die Vollpension, in einen der Offenställe in Irland, zu schicken. Genau genommen handelte es sich dabei um Donella, Angels Kiss und Golden Eye. Dies stand allerdings noch in den Sternen.
      Nun hieß es erstmal den September über noch alle nötigen Handlungen durchzuplanen, die notwendigen Papiere zu besorgen und die Transportfirmen zu engagieren und anschließend hoffte ich, dass alles gut ging. Die Vorfreude auf meinen zweiten Stall überwiegt jedoch gegenüber allen Sorgen.
    • Bracelet
      Sichelöhrchen
      März 2020

      Ich stand gerade in der Dressurarena des Den Vackra Trakehner Stud, wo Anastasia Master Of Gold arbeitete. Da der Hengst nicht mehr aktiv im Turniersport eingesetzt wurde eignete er sich wunderbar als Lehrpferd für meine Bereiterin. Nebenher führte mir unser Stallbursche Melvin unseren Neuzugang Pluie warm, den ich eigentlich gleich reiten wollte. Das Ganze wurde allerdings durch einen lauten Rums unterbrochen, denn Pluie, ,,Plüsch’’, wie wir ihn bereits nannten, machte einen Satz und landete etwas unsanft mit einem Bein an der Bande. Überrascht drehte ich mich um und sah, dass Amelia, unsere Pferdepflegerin, sprichwörtlich mit der Tür ins Haus gefallen war. „Ist etwas passiert?“, wollte ich natürlich wissen, ehe ich bemerkte, dass sie wild wedelnd mit einer Pferdezeitschrift auf mich zukam. „Tüüür frei“,rief sie, nun natürlich viel zu spät, und nahm jedem die Möglichkeit vorweg entsprechend zu reagieren, geschweige denn zu antworten. „Das musst du dir unbedingt ansehen!“,rief sie ganz aufgeregt und drückte mir kurz darauf das Magazin in die Hand: „Da! Schau mal, wäre das denn nichts für uns?“
      Stirnrunzelnd betrachtete ich die geöffnete Seite mit den Verkaufsanzeigen. Ganz oben nahm ich sofort zwei Fotos von zwei außergewöhnlich aussehenden Pferden wahr. „Das sind Marwaris! Pferde aus Indien. Die haben diese niedlichen Sichelöhrchen!“,fuhr Amelia fort und machte ein ziemlich lustig aussehende Handbewegung über ihrem Kopf. „Mmhm“,murmelte ich ehe es, nun in meinem Kopf, zu rattern begann. Das Angus Og Stud, das ich mir ja geleistet hatte, hatte definitiv noch Kapazitäten frei und genau genommen fehlte dort ohnehin ein konkretes Zucht- oder Sportziel. Abgesehen davon gefielen mir diese beiden blütigen Pferde wirklich gut. Sie wirkten überaus edel und schienen tatsächlich eine Rarität zu sein.
      Schlussendlich bat ich Amelia den Plüsch zu longieren und selbst die Zahlen zu checken, ehe ich mich ein paar Tage darauf tatsächlich entschied die beiden zu kaufen. „Meereen“ und „Tamana“. Alleine was für klingende Namen die beiden hatten.
      Die kommende Woche verbrachte ich noch auf dem DVTS; immerhin war hier wirklich überaus viel zu tun im Moment. Auch wenn ich vor hatte einige Pferde und Tätigkeiten damit auf das AOS auszulagern, musste ich mir langsam eingestehen, dass ich wohl mehr Personal brauchte. Vor allem Bereiter würde ich wohl ein paar mehr einstellen müssen, denn ich und Ana alleine konnten all die Pferde kaum stemmen. Meine Zuchtstuten HGT‘s Nightmare, Takada, Winterzauber, Vintage Gold, I’ve got the moves like Jagger und Donella gingen zur Zeit überhaupt nur ihre Runden in der Schrittmaschine. Mehr Bewegung konnten sie sich zwar selbst auf den Paddocks holen, doch alleine schon Longearbeit gab es nur, wenn Amelia die Zeit fand. Sie durfte nämlich immer mal wieder wenn sie die notwendigen Aufgaben erledigt hatte ein wenig lockere Arbeit vom Boden aus mit den Pferdchen machen. Meist entschied sie sich dann aber doch dafür entweder Feierabend zu machen oder ihrem Lieblingspferd Dreaming Of Better Days, die ja ein wahres Goldstück war, Boden- oder Freiarbeit zu machen, was für mich, trotz der stetig bergauf gehenden Dressurkarriere der Stute, absolut in Ordnung ging; immerhin machte es ihr uns Dreamy immer super viel Spaß, weshalb ich dabei ab und an auch ganz gerne mal zusah. Für mich selbst blieb leider, wohl auch bedingt durch den eben erwähnten Personalmangel, für solche Dinge leider kaum Zeit mehr, wenn es nicht gerade für die Jungpferdeausbildung von Nöten war. Hier war ich allerdings zur Zeit mit den meisten meiner Youngsters an anderen Punkten. Mit DVTS’ Daeny und Aiana war ich gerade noch mit den Basics wie dem Halftern und Führen in Schritt und Trab beschäftigt. DVTS’ Takinou, Backfett, DVTS’ Magic Movements und Sir Bacardi waren da schon deutlich weiter. Alle vier Jungpferde waren bereits mit den Basics vertraut und wurden bereits longiert. Hierbei hatte ich auch schon Stangen integriert, was den Muskelaufbau begünstigte, der bei mir immer vor den ersten Steps des Anreitens kam.
      DVTS’ Seattle’s Wintertime, DVTS’ Cascadeur de la Vie, Caddylack, Bambina und DVTS’ Colour the Nightsky waren bereits recht weit, was die Longearbeit betraf. Sie reagierten alle schon sehr fein auf die Stimm-, wie auch Peitschenhilfe. Außerdem waren sie bereits an das Gebiss gewöhnt, das sie bisher alle schon super annahmen. Handarbeit hatte ich auch schon in die Arbeit mit dazu genommen, genauso wie im Zuge dessen die ersten Anfänge der Seitengänge. Casi machte sich dabei besonders gut und mauserte sich trotz leichtem hengsteln als Musterschüler. Die Ausbildung dieses Pferdes war für mich im Generellen etwas ganz besonderes. Auch wenn ich tatsächlich auf meinen gesamten ersten Fohlenjahrgang sehr stolz war, war Cascadeur für mich in der Arbeit der, der momentan am positivsten heraus stach. Der dressurgezogene Hengst schien ganz nach seinen Eltern zu kommen. Charakterlich zeigte er sich jetzt schon besonders stark, obwohl er ein wirkliches Prachtexemplar an Hengst zu werden schien und sich so langsam richtig zu präsentieren begann. Er war auch stets bedacht dem Menschen nichts zu tun, obwohl ihm das Testosteron nun sehr deutlich einschoss, was bei einem Hengst auch etwas sehr angenehmes war.
      Chestnut und Vina waren schon noch weiter. Bei Chestnut war es bald soweit, als dass er offiziell als Angeritten und auf E-Niveau befindlich gelten konnte.
      Für VK Gunna Whiz und Hollywood King Gun hatte ich seit einigen Wochen einen professionellen, externen Westernbereiter am Hof, der die beiden zwei bis dreimal ritt und sie, sobald alles harmoniert, auch auf Turnieren vorstellen würde. Auch wenn ich eiinige Stunden Westernunterricht hinter mir hatte und mich regelmäßig fortbildete wurde ich den Beiden so einfach nicht gerecht. Immerhin hatte ich am Ende des Tages eine englische Reitausbildung. Trotzdem war ich sehr stolz auf meine beiden Schätze und sah immer gerne beim Training zu.
      Abgesehen davon starteten mit Vaconda und Give me Chocolate nun aktiv die Vorbereitungen auf die jeweilige Stutenkrönung. Vaconda war im Training unfassbar stark; Choco ritt ich beinahe nur noch locker Dressur, in Kombination mit einigen Gymnastikreihen, denn die hohen Sprünge und der Parcours lief mit ihr wie von selbst, da war sie unfassbar sicher geworden.
      An der Sicherheit arbeiten musste ich noch mit meinen Nachwuchspferden. Brouk war leider nach wie vor schwierig, auch wenn er sich schon deutlich verbessert hatte. Er war nunmal von Natur aus schon kein Anfängerpferd, wie ich es von seiner Mutter auch schon gewohnt war, und im Zusammenspiel mit seiner Vorgeschichte war es oft wirklich ein Kampf, den ich nicht führen wollte. Deshalb hatte ich vor einigen Wochen beschlossen, ihm einfach die Zeit zu lassen die er zur Entwicklung benötigte und alle Ambitionen bei ihm runter zu schrauben; auch wenn der Hengst eigentlich ein enormes Talent hatte, nicht nur vor der Kutsche, wovor er allerdings leichter zu händeln war als beispielsweise am Sprung oder gar in Parcours oder Dressuraufgabe. Hier hatte ich mit Balounito überhaupt kein Problem, denn der junge Hengst zeigte deutlich, dass er auch ein Springpferd sein wollte. Sein bester Koppelbuddy CHH’ Sence Of Humor hatte zur Zeit auch eine super Phase und war ebenso eine Freude zu Reiten. Ebenso It’s Showtime, Waldjunge, Poltergeist, Christmas Joy, Dempsey, Hummels Enterprise, Roommate, Cherokee Gold, Traumfänger, Akira, Take my Hand, Scarlet Sun, Cornetto, Lead me Home, Romulus, Pinochio, Simple little Melody, Birdcatcher, Sookie, Golden Eye und Sir Donnerhall. Ich hatte also im großen und Ganzen wirklich Glück mit meinen Schätzen.
      Etwas intensiver musste das Training zur Zeit mit Mihály sein. Der Hengst hatte nämlich zur Zeit eine kleine Flegelphase und etwas zu viel Energie. Schaffte ich es aber dies zu Ausdruck in der Arbeit umzuwandeln lief der wunderschöne Fuchs wirklich unfassbar toll.
      Nur locker ritt ich zur Zeit meine Deckhengste Costa de la Bryére, Seattle’s GT’aime, N’oubliez Jamais, Party Shaker und Wastl. Etwas mehr Aufmerksamkeit bekam Nephilim Son Of Angel & Devil, da ich bei ihm immer all meinen Stress vergessen konnte und dies gewissermaßen seelenstreichend wirkte.
      Magic Attack befand sich genauso wie Angels Kiss, Black Pearl und Dreammaker noch in der Winterpause. Bei Magic war dies gewissermaßen eine Art wohlverdienter Semiruhestand. Dies hatte ich auch seiner Vorbesitzerin versprochen, denn der hübsche Hengst hatte in seinem Leben bereits genug geleistet und sich etwas mehr Ruhe und Pferd-sein-dürfen mehr als nur verdient.
      Breathing your Love und Cotsworlds Eik wurden zur Zeit ausschließlich von Anastasia trainiert.
      Diese vertrat mich auch so gut sie konnte, während ich ein paar Tage auf dem Angus Og Stud war, um Meereen und Tamana im neuen Heim willkommen zu heißen. Ginger freute sich dabei auch wie immer über meinen Besuch und berichtete mir von den Fortschritten, die Belmonts Beo seit meinem letzten Besuch gemacht hatte. Abgesehen davon hatte sie auch viel über An Affair to Remember zu zählen, die sich, höchstwahrscheinlich nur vorübergehend, bei uns befand.
      Während die beiden Marwaristuten sich bereits einige Tage eingelebt hatten gab es noch eine große Überraschung für mich, denn wir hatten einen weiteren Neuzugang zu begrüßen: For Pleasure, ein wunderschöner und überaus begabter Fuchs, der bereits einige Erfolge in der Sparte Springen verbuchen konnte. Ein Ausnahmehengst wie er im Buche stand; bei dem ich nie erwartet hätte, dass dieses tolle Pferd tatsächlich in meinen Besitz kommen würde. Aber nicht nur ich war hin und weg als er ankam: auch Ginger strahlte über beide Augen, was auch verständlich war denn sie hatte erstmal das Vergnügen wohl die meiste Zeit mit dem Hübschen zu verbringen.
      Nachdem ich mit Ginger noch einen Plan bezüglich dem Training von Tamana, Meereen, Beo und For Pleaure ausgetüftelt hatte, musste ich leider auch schon wieder auf das DVTS zurück. Bald würde ich aber wieder kommen um etwas mehr Zeit auf dem Hof zu verbringen.
    • Bracelet
      die Eisheiligen kündigen sich an
      Mai 2020

      Zitternd huschte ich ins Stallgebäude. Mein hellgelber Regenmantel brachte einen Hauch Farbe in den tristen, grauen Tag. Der Wind peitschte den Regen gegen die Fenster, ein wenig der kalten Nässe war sogar noch mit mir herein gekommen als ich mich ins Trockene gerettet hatte. ,,Brrr.'',stieß ich aus und schüttelte mich, ein wenig wie ein nasser Hund. Heute war einer dieser Tage an denen meine Stimmung ganz besonders mies war. Ich war weniger genervt als melancholisch. Etwas was auch nicht all zu oft vorgekommen war in letzter Zeit. Auch während des harten Winters hier in Schweden hatte ich mich eigentlich stets glücklich und wohl hier gefühlt, heute jedoch war ich mit einem Mal wie ausgewechselt: ich fühlte mich einsam, ertappte mich wie ich die Menschen vermisste, die ich bei meinem Umzug zurück gelassen hatte und dass ich ein Gefühl hatte, das mir sagte, dass mir alles über den Kopf wachsen würde. Ob dies jetzt auch so war oder nicht sei einfach mal so in den Raum gestellt; das war wohl Ansichtssache. Dass das aber so war wohl bei so einem riesigen Gestüt nicht verwunderlich. Ich wusste allerdings, dass ich allmählich wirklich ein paar mehr Entscheidungen treffen musste. Ich drückte mich schon viel zu lange davor, endlich mehr Mitarbeiter einzustellen; vorwiegend Bereiter, die mich bei der Arbeit mit den Pferden unterstützten. Abgesehen davon war der Umzug für einige meiner Schätze nach Irland ebenfalls schon längst überfällig, allerdings war nun das HMJ dazwischen gekommen und ich konnte, beziehungsweise wollte, HMJ Grace nicht einfach mal für eine Woche alleine lassen und auch die anderen Pferde nicht im Training benachteiligen; ich war ohnehin schon durch meinen Aufenthalt auf der Lindö Dalen Stuteri lange genug nicht hier gewesen.
      Seufzend ließ ich den Kopf hängen und schlenderte hinüber zur Box von der Pflugel. Sie stand entspannt drinnen und zog geschickt die letzten Halme des Mittagsheus aus ihrem Heunetz. Dreaming Of Better Days betrachtete sie währenddessen neidisch von der Seite aus. Sie hatte ihre Portion bereits verdrückt. Ganz normal, denn es war bereits späterer Nachmittag. Eigentlich würden die Pferde zu dieser Uhrzeit draußen stehen, da aber beinahe schon ein Sturm wütete hatte ich die Stallburschen für heute angewiesen sie nicht mehr raus zu stellen. Am Vormittag hatte es nur leicht geregnet, da stand Grace das allererste Mal im Regen draußen, mit ihrer neuen, schicken Decke. Sie und Dreamy waren dabei einige Male wild losgerast und hatten sich am anderen Ende der Koppel kurz vorm Zaun wild eingebremst. Amelia hatte mir erzählt, dass sie versucht hatte sie zu beruhigen, doch, dass Grace, wer hätte das je erwartet, Dreamy die ganze Zeit über aufgestachelt hatte und wild bockend den matschigen Boden zerlegt hatte. Wie ein Westernpferd wäre sie dabei regelrecht geslidet, einmal hat es sie wohl dann tatsächlich auch auf die Schnauze gezaubert. Sie war allerdings sofort wieder aufgestanden und weiter galoppiert, so meine Mitarbeiterin.
      Trotz dieser Eskapaden, wie nicht nur Grace sie hatte, und der Tatsache, dass manche meiner Sportpferde nicht ansatzweise zu der billigen Sorte gehörten, kamen sie alle jeden Tag nach draußen, auch bei Schlechtwetter, solange es dieses zuließ. Momentan war das allerdings selbst mit der optimistischsten Betrachtung auf die Dinge nicht der Fall, denn die altertümlichen Weisheiten über die Eisheiligen machten ihrer Zuverlässigkeit alle Ehre. Morgen war Mamertus als erster an der Reihe. Ein eigenartiger Name wie ich fand; stammte laut Melvin, der sich dabei überdurchschnittlich gut mit solchen Dingen auskannte, von einem katholischen Bischof, dem nachgesagt wird zu Lebzeiten wahre Wunder vollbracht zu haben und immer noch vom ein oder anderen Mitglied der christlichen Glaubensgemeinschaft angerufen wird, wenn jemand an hohem Fieber oder Erkrankungen der Brust litt und ebenso, wie passend zur momentanen Wetterlage: es große Dürreperioden gab. Aber nicht nur den Regen brachten sie uns, sondern quittierten das Ganze auch noch symapthischerweise mit Temperaturen die mich schockfrosteten. Gerade hatte es sechs Grad, die sich allerdings wie minus Fünf anfühlten.
      ,,Na es hilft ja nix, Gracey.'',murmelte ich während ich die Schultern ein letztes Mal hoch zog und mein Kinn im wärmenden Kragen meiner Jacke versinken ließ, ehe ich die Stute aus ihrer Box holte. Auch das Paddock war bei den Pferden heute zu, was so manch einer gar nicht lustig fand. So der Terrorkrümel gegenüber. Die schwarze Stute hingegen schien das ganze sehr gelassen zu sehen, folgte mir auch brav als ich sie holte.
      Am Putzplatz angelangt, bless god, dass besagter direkt im schützenden Stall war, drehte ich erstmal das Wasser lauwarm auf und spritze Grace' matschbedingten Klumpfüße ab. Die braungraue Masse löste sich rasch und verschwand im Abfluss. Zum Glück musste ich nur die Fesseln und Hufe abspritzen, der Rest war schon gut durchgetrocknet und ich konnte diesen mit einem Metallstriegel gut abziehen nachdem ich ihre Beine mit einem Handtuch weitestgehend getrocknet hatte. Die nasse Regendecke hatten ihr unsere fleißigen und umsichtigen Stallburschen bereits ausgezogen; dafür hatte sie eine dünne Fleecedecke um bekommen. Für diese Temperaturen absolut angemessen. Ich ließ sie auch während des Putzens gerne erst hinten, dann vorn über, während ich den aufgedeckten Teil des Pferdekörpers putzte. Bevor wir hinüber in die Halle gingen nahm ich ihr die Decke jedoch wieder hinunter und ersetzte diese durch eine Wasserabweisende, um auch das Sattelzeug trocken zu halten.
      Auch wenn es wohl keine zweihundert Meter vom Stall zur Halle waren reichte dies vollkommen aus um mir das Mark in den Knochen gefrieren zu lassen. Der Wind trug dabei wohl die Hauptschuld. Grace schien ebenfalls nicht sonderlich begeistert; auch wenn die Decke das Gröbste von ihr abgehalten hatte war ihre Mähne, wie auch das übrige unbedeckte Fell, dem man dies jedoch nicht so deutlich ansah, doch ordentlich nass geworden. ,,Was ein Sauwetter.'',fluchte ich und straff mir die Kapuze aus dem Gesicht. Anastasia ritt gerade unseren Neuzugang Hannifee. Die wunderschöne Rabicanostute entwickelte sich großartig bei uns! Vorwiegend wurde sie zwar von mir geritten und ausgebildet, Ana durfte sie aber auch einmal die Woche locker bewegen, womit mein Azubi die größte Freude hatte. ,,Na wie macht sie sich heute?'',fragte ich lächelnd, während ich mit Grace zum Aufwärmen an der Hand Schritt ging. Die Bereiterin parierte zum Schritt durch und strahlte über beide Ohren. ,,Sooo gut Brace! Sie macht wirklich Spaß heute. Obwohl sie zu Anfangs wirklich spritzig war hat sie jetzt sehr gut mitgearbeitet und trabt wirklich wie eine ganz Große.'',gab sie dann keuchend zurück: ,,Jetzt noch eine Schrittpause und dann geht's noch ein wenig an die Galopparbeit.''
      Nach ein paar weiteren Runden im Schritt mit meiner Rappstute, in denen ich Anastasia ein wenig über die Schulter gesehen hatte, musste dann auch mein Makeoverpferdchen arbeiten. Immerhin sollte auch sie mal so schön sportlich aussehen wie Fee, wobei ich da schon ein wenig meine Zweifel bei hatte. Grace' Exterieur deutete darauf hin, dass sie eher ein Dressurpferd wäre, wohingegen die Rabicanostute einen viel zierlicheren Körperbau hatte, der eindeutig Spring- und Militarytalente versprach. Dennoch konnte man ja nie zu einhundert Prozent wissen wo die Begabung eines Pferdes lag. Ich hatte schon einige Pferde mit Springabstammung einige Jahre später im großen Viereck wieder getroffen, und genauso hatten mich schon Dressurpferde überrascht, die keine schlechten Springer abgaben, wobei letzteres ja wohl wirklich deutlich seltener vorkam. Aber wer weiß mit was Grace uns noch überraschen würde. Irgendwie hatte ich ja den geheimen Wunsch sie irgendwann mal zumindest eine E-Vielseitigkeit zu reiten. Nicht weil ich mir hierbei mit ihr große Chancen erwartete, nein; dafür hatte ich andere Kandidaten im Stall stehen, sondern einfach aus dem Grund weil diese niedrige Klasse in dieser Sparte bereits so viel von Pferd und Reiter abverlangte. Generell war nichts anstrengender als die Ausbildung und das Training eines Vielseitigkeitspferdes. Aber darauf kam es nicht an: Ich wollte, dass Grace eines Tages diese körperliche Fitness mitbrachte. Damit könnten wir unserer Arbeit ganz offiziell das Sahnehäubchen aufsetzen. Das Potential dazu zweifelte ich bei der Stute mittlerweile nicht mal mehr an. Mir war klar: Sie war definitiv ein Trakehner, gezogen für den Sport, mit all den dazu erforderlichen Veranlagungen und die konnten alle mehr oder weniger springen und ordentlich galoppieren, wenn man sie richtig zu fördern wusste. Auch vor der Kutsche gingen sie alle recht gut, was man bei den zierlichen Tieren ja fast nicht vermuten würde. Andererseits musste man dabei bedenken, dass selbst ein Shetty bei ausreichender körperlicher Fitness ohne Probleme dazu im Stande war eine kleine Kutsche mit zwei Leuten zu ziehen. Man sehe sich meinen kleinen Pinochio an.
      Die heutige Intervalltrainingseinheit, die ich genauso aufbaute wie die letzten Male, zeigte mir allerdings wieder einmal wie weit wir von solchen Überlegungen mit Grace noch weg waren. Trotzdem machte sie stetig Fortschritte. Nach besagter Einheit ging ich mit ihr noch ein wenig Schritt, ehe es wieder zurück in den gemütlichen Stall ging.
      Hier angekommen kratzte ich der Stute noch die Hufe aus, ehe ich sie in die Box stellte und das nächste Pferd für heute herrichtete. Als ich damit fertig war deckte ich Grace nochmal rasch um, damit sie auch nicht mit der verschwitzen Decke da stand und sich verkühlte.
      Um halb Elf drehte ich meine letzte Runde durch den Stall. Über Nacht kam es zu einem Temperaturabfall von bis zu minus einem Grad. Da dies unter dem Gefrierpunkt lag konnte ich nicht ruhig schlafen, bevor ich manchen der Pferde nicht doch noch eine Fleecedecke übergeworfen hatte. Ein ungünstiger Zeitpunkt, da die meisten bereits dösten und ich mit Taschenlampe vorrücken musste um nicht den ganzen Stall wach zu machen. Leider hatte es der Wetterbericht so kalt allerdings gar noch nicht angesagt gehabt, weshalb es nun einfach noch nötig war. Bevor ich meine Wind-und-Wetter-Aktion beendet hatte schaute ich auch noch schnell bei Gracey rein. Sie lag entspannt eingemümmelt in den Sägespänen ihrer Box und döste vor sich hin. Niedlich!
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  • Album:
    DVTS' Nebenstallungen ♥
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    Bracelet
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    25 Aug. 2016
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    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Pinochio
    Rufname: Pino, Pinu, Nocki

    Geburtsjahr: 2008
    Stockmaß: 1,01m
    Fellfarbe: Tigerschecke (rot)
    Abzeichen: keine
    Rasse: Shetlandpony
    Geschlecht: Hengst

    Abstammung:
    Aus der: Shakira
    Aus d.:
    Von:

    Von: Unbekannt
    Aus d.:
    Von:


    Beschreibung:
    Pino ist ein sehr frecher Shetty Hengst, der früher immer wegen seiner Flecken als Clown bezeichnet wurde. Pino stammt aus einem Zirkus und kann allerlei Kunststücke, auch reiten kann man den frechen Hengst, der allerdings nur zu kleinen Kindern nett ist.

    Gesundheit: sehr gut
    Hufzustand: sehr gut

    Zur Zucht zugelassen ja [ ] nein [x]
    Vererbung-Farbcode: ?
    Zucht: -

    Qualifikationen:
    Shetlandponyrennen: E
    Western: E
    Springen: E
    Military: E
    Dressur: E
    Distanzreitsport: E

    Fahren: A

    Erfolge:

    [​IMG]

    ~ Drittplatzierter beim 376. Fahrturnier ~

    Besitzer: Bracelet
    Vorbesitzer: Ranjit
    Ersteller / Züchter: Ofagwa
    VKR: verfallen
    Verkäuflich: Nein​