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Samarti

Pina, DRP

*2012, im Besitz seit dem 29.08.2014

Pina, DRP
Samarti, 1 Apr. 2017
Möhrchen gefällt das.
    • Samarti
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      Vergangenheit
      08/2014 - 12/2014 | 10 Berichte
      Jedes Ende ist auch der Anfang von etwas Neuem
      08/2014, von Eddi | 4331 Zeichen
      Ich saß auf meinem Bett und starrte die Wand an. Dort türmten sich Bilderrahmen mit Aufnahmen der vergangenen Jahre: Pferde über Pferde, Turniererfolge, junge Zuchtfohlen und auch Bilder meines Teams.
      Ich seufzte leise.
      Alles war so gelaufen wie man es sich wünschte, doch dann entschied sich das Schicksal für einen anderen Weg.
      Der letzte Monat hatte mich fertig gemacht – ich fühlte mich ausgebrannt und unfähig, irgendetwas zu tun.
      Es fing mit der unschönen Nachricht an, dass dem Gestüt plötzlich hinten und vorne das Geld fehlte, obwohl unsere Buchführung perfekt war. Natürlich wurde so der groß geplante Umbau des Gestüts abgebrochen und wir saßen auf immensen Schulden.
      Ich ging dem Problem nach und setzte alle Hebel in Bewegung, um die Ursache unserer Schulden heraus zu bekommen. Zu aller Entsetzen wurde uns mitgeteilt, dass unser Jockey Roy Geldwäscherei hinter meinem Rücken betrieben hatte.
      Nach seiner Entlassung und dem Gerichtsverfahren schien sich allmählich alles wieder einzurenken, doch das sollte nicht lange anhalten:
      Mia, der gute Geist unseres Gestütes verließ uns – ohne ein Wort, ohne Abschied. Sie verschwand einfach und somit eigentlich unsere beste Mitarbeiterin, zumindest dachten wir das.
      Inzwischen wissen wir, dass sie damals mit Roy gemeinsames Spiel betrieben hatte, denn die Buchführung lag leider in ihren Händen und wir alle hatten ihr blind vertraut.
      Ein langes Hin und Her vor dem Gericht begann und aus einer guten Freundin wurde plötzlich eine Todfeindin, welche dem Gestüt nichts schlimmeres als das Aus wünschte. Auch wenn wir letztendlich den Prozess gewannen, ließen mich die Ereignisse nicht mehr los.
      Mein Kopf schrie regelrecht nach Veränderung und ich wusste auch, dass ich hier nur noch kaputt gehen würde.

      Es war kurz vor 18 Uhr, als ich das Esszimmer betrat. Wie immer war der Tisch bereits gedeckt und Talulah brachte gerade die Töpfe hinein. Wie jeden Abend aßen wir gemeinsam und diese Zeit wollte ich für eine Ankündigung nutzen.
      Als alle am Tisch saßen, stand ich seufzend auf, es fiel mir schwer die Worte auszusprechen, doch ich wusste, dass es das Beste war.
      „Meine Lieben, es fällt mir nicht leicht, euch das zu sagen, doch ich denke, es ist die beste Entscheidung für alle. Ich werde Frankreich verlassen, ohne euch... Es tut mir leid.“
      Von allen Gesichtern trafen mich entsetzte Blicke, nur Carter – unser Stallmeister – nickte mir bedächtig zu. „Es wird Zeit, diesen Ort zu verlassen und neue Wege zu suchen.“ sagte er mit seiner rauen Stimme. „Ihr seid jung! Euer ganzen Leben liegt noch vor euch, also lebt!“

      Drei Wochen war dieser eine Abend nun schon her und seitdem hatte sich alles verändert.
      Der große Umzug war vorbereitet und stand kurz bevor. Die Pferde hatten bereits das Land verlassen und waren schon auf den Weg in ein neues Leben.
      Mein Team hatte seine Ablösung erhalten, das Gestüt war verkauft und auch von einigen Pferden hatte ich mich schwermütig verabschiedet.
      Sie würden ihren Ruhestand auf deutschen Wiesen bei einer guten alten Freundin genießen, denn nur dort wusste ich sie sicher und geborgen. So hatte ich auch meiner Familie einen Besuch abstatten können und ihnen alles erklären können.
      Doch der letzte Abend auf dem Gestüt kam zu schnell, viel zu schnell.
      Plötzlich fühlte ich mich nicht mehr bereit, denn es war eine Reise ins Ungewisse, bei welcher ich vollkommen auf mich alleine gestellt war.
      Ein letztes Mal wollte ich durch unsere Stallungen wandern, Carter begleitete mich dabei - er war als einziger bis zum Schluss geblieben.
      Alle Boxen waren leer, wirkten kalt und trist. Aber ich wusste, dass sie schon bald wieder mit neuem Leben gefüllt werden würden.
      Als Carter mich noch einmal zum Abschied umarmte und dann alleine die Stallgasse entlang lief, überkamen mich alle Gefühle – Wut, Trauer, Furcht und auch die Hilflosigkeit.
      Weinend lehnte ich mich an die Stallwand, sank auf den Boden und ließ meinen Gefühlen freien Lauf.
      Schon als Carter längst den Stall verlassen hatte, sah ich am Ende der Stallgasse immer noch den alten Mann in seinem schwarzen Mantel mit dem schwarzen Hut. Er war die Seele des Stalles gewesen und während ich an ihn dachte, durchlebte ich noch einmal alle Erinnerungen, welche ich in den letzten zwei Jahren hier gemacht hatte.
      „Ich danke dir...“ murmelte ich und schloss seufzend die Augen.

      Wyoming
      08/2014, von Eddi | 4480 Zeichen
      Unsicher schaute ich mich um.
      Die Räume waren riesig und doch strahlten sie eine gewisse Vertrautheit aus. „Du bist jung, lebe!“ hörte ich Carter in meinen Gedanken und musste weinen.
      Kurz nachdem wir in Wyoming angekommen waren, erreichte mich die Nachricht, dass er uns für immer verlassen hatte. Es traf mich mehr, als ich gedacht hätte, doch plötzlich wurde mir bewusst, was ich verloren hatte.
      Ohne ihn wäre ich niemals dort angelangt, wo ich jetzt war. Ich verspürte einen tiefen Hass auf alle, die uns in Frankreich das Leben schwer gemacht hatten und gab ihnen die Schuld an Carter's Tod.
      Einzig und allein der Gedanke an Carters Worte, ließ in mir ein Feuer entfachen.

      Schmunzelnd betrat ich den Stall, er war so viel kleiner! Wirkte fast winzig und fad im Gegensatz zu meinen damaligen Stallungen, doch es gefiel mir - ich liebte es!
      Viel Arbeit stand an, doch ich hatte ja nun alle Zeit der Welt und ich wollte keine Minute davon vergeuden.
      Fast einen Monat lebte ich mutterseelenallein auf der Ranch, denn ich brauchte dringend Abstand zu den Menschen. In diesem Monat steckte ich all mein Herzblut in die Ranch, um sie wieder auf Vordermann zu bringen.
      Auch wenn die Vorbesitzer sie gut abgegeben hatten, entsprach sie nicht ganz meinen Wünschen, besonders was die Haltung der Pferde betraf.
      Aus den circa vierzig Boxen im Stall baute ich zwanzig großräumige Boxen für die Pferde ein. Den Stall würden wir nicht sonderlich oft brauchen, weshalb nicht für alle Pferde Platz sein musste, aber wenn er genutzt werden musste, dann sollten die Pferde auch ideal gehalten werden.
      Auch die über 60ha Weideland mussten neu eingezäunt und kontrolliert werden. So stand ich jeden Tag um 6 Uhr auf, um mein Arbeitspensum zu schaffen.

      Die Zeit alleine hatte mir gut getan und so konnte ich meinen geliebten Vierbeinern auch wieder gegenüber treten, ohne mich verstellen zu müssen. Heute war der Tag, an dem auch sie in ihr neues Leben eintauchen würden.
      Nach und nach brachte man sie auf meine kleine Ranch und trotz meiner abgeneigten Weise den Menschen gegenüber, waren diese stets hilfsbereit und freundlich – und ab da veränderte sich etwas in mir.
      Es war Zeit, die Vergangenheit zu vergessen und vollkommen neu anzufangen. Aus diesem Grunde lud ich alle Helfer am Abend zum Grillen ein.
      An diesem Abend bot mir jeder seine Hilfe an, auch wenn ich diese dankend ablehnte und erklärte, dass ich das hier alleine schaffen wollte – doch selbst dafür hatten sie Verständnis.
      Lächelnd verließ ich die Feier und stattete meinen Stuten noch einen kleinen abendlichen Besuch ab. Grinsend musterte ich die kleine Herde. Bisher hatten sich meine Pferde nicht daran gewöhnen können, plötzlich so ein gigantisches Areal nutzen zu dürfen.
      Immer wenn sie mich am Zaun entdeckten, kamen sie hilfesuchend angaloppiert und sammelten sich um mich. Auch jetzt hörte ich ihre Hufen auf dem festen Erdboden, doch diesmal kamen sie mir im gemächlichen Schritt entgegen.
      Ich spürte den plötzlichen Umschwung der Gefühle in der Herde. Sie wurden nicht mehr beherrscht von Unsicherheit und Verzweiflung. Plötzlich wirkten sie ruhig, entspannt und glücklich – und irgendwie fand ich mich in diesem Umschwung selbst wieder.
      Lächelnd begrüßte ich meine Kleinste. Chips schnoberte mir sanft am T-Shirt entlang und ich sank auf die Knie, um sie ein wenig zu kraulen. Natürlich wollten aber auch die anderen liebkost werden, weshalb ich kurz darauf Freeways große weiche Nüstern in meinem Nacken spürte und merkte, wie sie mir sanft durch die Haare wuselte.
      Die Stuten strahlten ein beständiges Gefühl von Wärme und Zufriedenheit aus, welches sich auch direkt auf mich übertrug und ich mich in das Gras setzte, um einfach mit ihnen gemeinsam den Abend ausklingen zu lassen.
      Apache ließ sich neben mir nieder und schaute mir tief in die Augen. Sie war die Leitstute und mit ihrer Fürsorge und Geduld kümmerte sie sich um jedes einzelne Herdenmitglied. Für sie gehörte ich dazu und so brachte sie auch mir tiefstes Vertrauen entgegen.
      Selbst die sonst recht ungestüme Khiara stand dösend neben uns und entspannte sich zunehmend, während Naimibia und Ice Coffee noch ein wenig mit ihren Spinnereien beschäftigt waren.
      Die beiden waren jung und noch recht neu in der Herde, dennoch hatten sie sich sofort wohlgefühlt und waren auch diejenigen, die stets Leben in die Herde brachten.
      „Was würde ich nur ohne euch tun?“ lächelte ich und lehnte mich an Freeways Beine - hier bei den Pferde fühlte ich mich wohl.

      Unwillkommene Gäste und unerwartete Mitbewohner
      08/2014, von Eddi | 4952 Zeichen
      Ein schrilles Geräusch ließ mich hochfahren. Verwirrt blickte ich mich um und suchte nach dessen Quelle. Als ich den alten Wecker neben mir erblickte, erinnerte ich mich an alles, was in den letzten Wochen vorgefallen war und stöhnend ließ ich mich zurück auf die Matratze fallen.
      „Wyoming.“ murmelte ich und stand grummelnd auf. Fluchend starrte ich die am Boden liegende Matratze an – wie sehr sehnte ich mich nun doch nach einem richtigen Bett!
      Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir um die Wohnungseinrichtung keine großartigen Gedanken gemacht hatte, damals wollte ich einfach nur so schnell wie möglich weg. In der ersten Nacht war mir dann aufgefallen, dass ich nichts besaß – nicht einmal ein Bett.
      Meinen Nachbarn war das natürlich nicht entgangen und so hatte ich schnell von hier und dort Spenden erhalten.
      Dazu gehörte auch diese Matratze und auch wenn sie schon wesentlich bessere Tage gesehen hatte, war ich sehr dankbar für dieses Geschenk.
      In meiner Küche befanden sich insgesamt zwei nutzbare Objekte: ein Stuhl und eine Kaffeemaschine. Zweiteres gab sehr gewöhnungsbedürftige Geräusche von sich, als ich sie in Gang setzte. Eigentlich war ich auch kein Kaffeetrinker, doch im Moment war ich sehr dankbar über dieses koffeinhaltige Getränk.
      Während also das Wasser durch das Kaffeepulver sickerte, verschwand ich im Bad – das einzige Zimmer, was man guten Gewissens nutzen konnte.
      Ein unangenehmer Knall ließ mich jedoch das Zähne putzen unterbrechen und als ich samt Zahnbürste im Mund zurück in die Küche lief, konnte ich meinen Augen nicht trauen.
      „Oh Gott...“ murmelte ich entsetzt und während ich noch überlegte, wie ich am schnellsten zu der Steckdose gelangen konnte, entschied sich die Kaffeemaschine dafür, in weitere tausend Kleinteile zu explodieren und den Inhalt im gesamten Raum zu verteilen.
      Mit einem Lächeln hatte mir die alte Dame vor einer Woche diese Maschine in die Hände gedrückt, allerdings schien ich kein Händchen zum Kaffee kochen zu haben.
      Grummelnd marschierte ich zurück ins Bad, um mich dann zumindest um das Übelste in der Küche zu kümmern.
      Eine Tasse Kaffee konnte ich aus den Resten der Kanne dann doch noch zusammenkratzen, also war die Mühe nicht ganz umsonst.

      Ich machte mich gerade am Unterstand der Hengste zu schaffen und schob Breakers neugierige Nase nun zum dritten Mal zur Seite, als ein nervtötendes Geräusch die friedliche Stille am Morgen durchbrach.
      Es war ein Automotor und ich war sofort argwöhnisch, denn ohne Hintergedanken verfuhr sich niemand hierher, die Ranch lag schließlich mitten im Nichts.
      Thorondor blickte sofort wachsam zum Hof hinüber und legte die Ohren an. Auch er sah die Kommenden eher als Eindringlinge statt als Gäste an.
      Sanft strich ich ihm über dem Hals. „Ich schaue nach.“ meinte ich beruhigend und verließ die Weide.
      Während ich mich auf den Weg zum Hof machte, drehte sich mein Magen bereits beim Anblick des schmucken schwarzen Autos um. Als dann noch zwei schick gekleidete Personen ausstiegen, wurde ich sofort misstrauisch.
      Ich stützte die Hände in die Hüfte und musterten die beiden, wurde dann aber auf einmal überrumpelt. „Hallo! Ich bin Kat!“ sprudelte die blonde Frau plötzlich los und umarmte mich überschwänglich.
      Verdutzt starrte ich sie an, während der Mann neben ihr verzweifelt zwischen uns hin und her blickte.
      „Entschuldigen Sie das Verhalten meiner Schwester. Ich bin Ethan Karamakov und sie ist Katarina Karamakov“ murmelte er nur und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. Ich schüttelte jedoch nur den Kopf und blickte dann grinsend auf.
      „Ihre Einstellung gefällt mir, das sollte man tatsächlich öfter so handhaben.“ lachte ich und alle Anspannung fiel von mir ab.
      Wie ich schnell erfuhr, lebten die Geschwister Karamakov eigentlich in New York – sah man ihnen ja auch überhaupt nicht an – und hatten von einem unbekannten Onkel eine Rinderfarm geerbt.
      „Ja und diese Rinderfarm ist direkter Nachbar dieser Ranch hier - also wenn man das bei den Entfernungen Nachbarn nennen kann.“ erklärte Ethan mir.
      Wir saßen auf der Verandatreppe des Hauses, denn leider konnte ich meinen Gästen weder Sitzplätze noch Kaffee anbieten, während wir uns unterhielten.
      „Können wir für ein paar Tage bei dir wohnen?“ platzte Kat ohne große Umschwänge heraus und erneut blieb mir nichts anderes übrig, als sie ungläubig anzustarren.
      „Du warst doch vorhin im Haus, oder? Hast du gesehen wie es dort aussieht?“ fragte ich zweifelnd. Für zwei Übernachtungsgäste hatte ich nun gar nichts da – im Moment war ich schließlich froh, selbst eine Matratze zu haben.
      „Aber auf der Farm kann man nicht wohnen! Unser Onkel muss ein elender Trinker gewesen sein, denn so eine verlauste Bude habe ich noch nie gesehen, da ist das hier ein Luxushotel!“ stöhnte Kat theatralisch und Ethan nickte nur zustimmend.
      Seufzend willigte ich ein. „Aber eure Matratzen müsst ihr euch selbst besorgen!“ warnte ich die beiden, welche mich nur schon von einem bis zum anderen Ohr angrinsten.

      Von getrennten Wegen und langen Reisen
      08/2014 | 5703 Zeichen
      In letzter Zeit hatte ich schon einige Flüge in verschiedene Länder hinter mir – ins regnerische England, ins heimische Deutschland oder auch einfach zurück nach Kanada.
      All dies änderte jedoch nichts daran, dass ich ständig wieder verreiste, um mir Neuankömmlinge anzusehen, die eventuell ein neues Zuhause auf meinem Gestüt finden sollten.
      Bis heute. Denn als ich heute vor meinem riesigen Stallgebäude stand, mir die Pferdenasen ansah, die sich über die Boxentüren streckten, zog sich mein Herz bei diesem Anblick zusammen. Ich wusste, dass ich viele Pferde besaß, und leider Gottes konnte ich mich nicht in vierzig Stücke schneiden und jedem die Aufmerksamkeit geben, die ihnen zustand.
      Umso klarer wurde mir allmählich, dass es so nicht weitergehen konnte. Denn auch, wenn wir massig Platz auf dem Gestüt hatten und jede Menge Leute hier arbeiteten, tat es mir im Herzen weh, zu sehen, wie ich mich nicht persönlich um jedes kümmern konnte. Matthew griff mir tatkräftig unter die Arme, Joline half, wo sie konnte und auch der Rest des gesamten Teams ließ mich nicht im Stich.
      Doch ich wollte es ändern – ändern, dass viele von ihnen vernachlässigt wurden. Zumindest von mir. Es waren meine eigenen Pferde und ich sollte mich wenigstens ab und zu selbst um sie kümmern und nicht einfach abfertigen. Vierzig Pferde kosteten sehr viel Zeit; Zeit, die ich nicht hatte.
      Deshalb fanden sich bisher bereits ganze sieben Pferde wieder, die ich in den Ruhestand entließ. Nicht, weil sie zu alt waren, sondern einfach, weil es ihnen dort besser gehen würde. Ich könnte mich noch immer mit ihnen beschäftigen und sie gesund und munter wissen, brachte ich es doch nicht übers Herz, sie gehen zu lassen. Vier gekörte Hengste standen nun dort gemeinsam mit Bel Homme, Firebird, meiner lieben Casey, Lucane und Nikan. Ich wollte nicht, dass die Hengste überfordert wurden, sie hatten der Zucht lange genug gedient. Nacro war vor nicht allzu langer Zeit gekört worden, doch irgendwie hatte ich nur diese Bestätigung gebraucht, dass er es schaffen könnte. Er sollte nie ein Zuchthengst werden, ihm machte die Arbeit auf dem Platz oder ruhige Ausritte im Gelände viel mehr Spaß. Genau wie Herbstblatt war er in einigen Disziplinen ziemlich stark vertreten, doch dies war nicht mein Verdienst. Nach Jahren stellte sich dann heraus, dass beide in jungen Jahren überfordert worden waren. Herbstblatts Gelenke machten das hohe Niveau nicht mehr mit, er hatte Schmerzen und wollte nicht mehr. Bei Nacro sah das Ganze besser aus, er hatte keine Gelenkprobleme – doch nach der Erfahrung mit dem Schwarzbraunen wollte ich den Braunen nicht demselben Risiko aussetzen, weswegen ich mich dazu entschied, ihn auf eine der weiten Wiesen Kanadas zu entlassen.
      Nikan und Lucane standen dort, weil sie dann doch verhältnismäßig schon alt waren – sie würden dennoch weiter gearbeitet werden, sie waren die perfekten Gefährten für ruhige Ausritte im Gelände.
      Und Casey … Ja, Casey hatte wohl dasselbe Schicksal wie einst ihre Mutter erlitten: eine Verletzung an der Beugesehne. Eines der Ferienkinder des mehr oder weniger unregelmäßig laufenden Ferienbetriebs hatte sie zu der Zeit geritten, und als es über einen Sprung ging, war Casey blöd aufgekommen und erstmal in Quarantäne geschickt worden, da sie stark lahmte. Als der Tierarzt später eintraf, entdeckte er jene Verletzung.
      Seufzend riss ich mich von dem Anblick der acht Pferde los und nahm die Arme vom Zaun, wo ich sie zuvor abgestützt hatte. Mein Koffer stand bereits vor der Haustür, wartete darauf, endlich mitgenommen zu werden. Und während Julien noch vor der Haustür stand und seinen gerade auf den Hof hievte, begab ich mich auf den Weg in seine Richtung, um mir meinen Koffer zu schnappen und mich ein achtes Mal zu vergewissern, dass ich doch wirklich alles dabei hätte. Der fast zehn Jahre ältere Mann lächelte mir aufmunternd zu, als er meinen sehnsüchtigen Blick bemerkte, der in Richtung Casey ging. Die acht würden bald ihre Reise zu einem kleineren Gestüt in der Nähe antreten, wo sie den Rest ihres Leben würden verbringen dürfen.
      Ich hatte mich bewusst dagegen entschieden, Matthew mitzunehmen. Er machte seine Arbeit gut und wir verstanden uns prima, doch nach seiner Abfuhr fühlte ich mich von ihm irgendwie … verarscht, um es auf gut Deutsch zu sagen.
      Apropos gut Deutsch: Unsere Reise war lang, und sie führte uns in verschiedene Länder. Nach Deutschland, um Salera Darym wieder zurückzubringen, von dem ich mich trennen wollte, dann auf Gaitanos Gestüt, die Carachillo wieder zu sich nahm. Mit beiden wurde ich nicht warm, deshalb war es für sie besser, ein neues Heim zu finden, wo sie genügend Aufmerksamkeit bekamen.
      Als ich ein letztes Mal über die Schulter sah und den bunten Haufen der Deutschen Reitponys erblickte, versetzte es mir einen Stich, doch dann wandte ich den Blick nach vorn und auf den dunklen Jeep, der uns zum Flughafen fahren würde.
      Und direkt im Anschluss würde es uns nach Wyoming verschlagen. Julien war total darauf aus, endlich mal wieder Ranchboden unter seinen Füßen zu haben, und da es Eddi auf eine Ranch verschlagen hatte, hatte ich ihn gefragt, ob er mich nicht begleiten wollte. Ich wusste noch nicht, wie lang wir dort bleiben würden, weshalb ich praktisch für einige Wochen ausgerüstet war. Dennoch war ich gespannt, wie Eddis Ranch aussah und wie sie sich bisher so als Einsiedlerin machte – und vor allem, ob die Umgebung nun wirklich so an den Wilden Western erinnerte, wie sie zu sagen pflegte. Zudem schwärmte sie ständig davon, dass ich völlig überwältigt von Wyoming sein würde und sie doch endlich ihren endgültigen Platz gefunden hatte.
      Ich hatte ja keine Ahnung, welch Überraschung mich dort erwartete.

      Kleiner wilder Mustang
      09/2014, von Eddi | 5137 Zeichen
      „Ach, da ist noch was.“ meinte Ethan vorsichtig, während wir Kats fünften Koffer die Treppe hinauf hievten. „Und das wäre was? Noch mehr Koffer?“ fragte ich entsetzt, schon bald würde man gar nicht mehr zählen können.
      „Äh, nein.“ meinte Ethan grinsend. „Auf der Farm steht ein Pferd. Wie ich hörte bist du Tierärztin? Der kleinen Stute geht es nämlich nicht sonderlich gut.“ erklärte er und sofort wurde ich hellhörig, denn wenn es um die geliebten Vierbeiner ging, scheute ich keine Mühen.
      So war unsere nächste Amtshandlung zur Farm zu fahren und nach dem Tier zu schauen. Da ich selbst nicht über einen fahrbaren Untersatz verfügte, fuhr Ethan mich und natürlich kam Kat auch mit.

      Bei dem Zustand der Ranch hatte Kat ausnahmsweise mal nicht übertrieben. Die Zäune der Weiden waren marode und mit Stacheldraht versehen und auch die beiden Viehherden sahen nicht sonderlich glücklich aus.
      Ethan erklärte mir, dass er bereits Abnehmer für die Tiere und die Farm suchte, denn er und Kat würden sich gewiss nicht hierum kümmern.
      Dabei zeigte er mir auch den Stall und öffnete vorsichtig die obere Hälfte der Stalltür, damit ich hineinschauen konnte.
      Meine Augen mussten sich erst einmal an die Dunkelheit gewöhnen, denn bisher sah ich nichts. Doch dann erkannte ich den schemenhaften Umriss eines Pferdes und stutzte. „Ist sie gesattelt?“ fragte ich verwirrt und Ethan nickte.
      „Sie ist der Grund, weshalb wir diesen...Ort hier geerbt haben.“ meinte Kat grinsend. „Sie hat dem ollen Trinker eiskalt eine vor die Zwölfe gegeben, das hat ihn dann doch mal diesen Rest gegeben.“ lachte sie und schnalzte der Stute freundlich zu.
      Die wiederum drehte uns ihr Hinterteil zu und drohte, auszuschlagen, wenn wir noch einen Schritt näher kommen würden. „Das wird ja lustig.“ murmelte ich und Ethan sah mich bestürzt an.
      Ihm schien das Leid der Stute doch näher zu gehen, als er es zugeben wollte, aber das waren eben Männer – Gefühle zeigen ging gar nicht.

      Wir ließen die Stute hinaus in ihren „Auslauf“, damit ich sie zumindest ein wenig besser sehen konnte. Sie sah von weiten aus wie ein wilder Mustang, zumindest was ihr Aussehen und den Charakter betraf.
      Nur die feingliedrigen Beine und der elegante Kopf wiesen eindeutig darauf hin, dass sie ein Reitpony sein musste.
      Wir gaben der Stute etwas Heu, denn sonderlich genährt sah sie auch nicht aus und während sie gierig fraß, nutzte ich ihre Unkonzentriertheit und befreite sie von dem ekligen Sattelzeug.
      Der Sattel war viel zu groß und die Trense stank schon von Weitem nach vermoderten Leder, kein Wunder, dass sich die Stute so gewehrt hatte.
      Vorsichtig betrachtete ich die Stute näher und sah, dass sie noch recht überbaut war, älter als drei Jahre konnte sie nie sein, eventuell war sie sogar erst zwei Jahre alt. Während ich jedoch über ihr Alter philosophierte, merkte sie meine Anwesenheit, machte auf der Hinterhand kehrt und versetzte mir einen deftigen Tritt gegen den Oberschenkel.
      Erschrocken wich ich zurück, leider viel zu spät, so dass ich mir nur noch den schmerzenden Schenkel halten konnte. „Na danke auch!“ stöhnte ich genervt und humpelte zurück zum Zaun.
      „Ist alles okay? Soll ich lieber den Notarzt rufen?“ quietschte Kat verzweifelt und zückte schon ihr Handy. Nur knapp konnte ich sie davon abhalten. „Ach Quatsch! Das wird ein blauer Fleck, mehr nicht.“ meinte ich beruhigend und lehnte mich gegen den Zaun, um die Stute zu betrachten.
      „Sie muss hier weg.“ erklärte ich Ethan und er nickte. „Aber wohin?“ fragte er verzweifelt und starrte die junge Stute an, welche wütend in unsere Richtung blickte und die Ohren anlegte.
      Murrend überlegte ich und überwand mich dann doch, denn jetzt war ich an der Reihe, meinen Mitmenschen mal wieder ein wenig freundlicher gegenüber zu treten.
      „Sie kann mit zu uns.“ meinte ich und Kat hatte direkt wieder einen Freudenausbruch und fiel mir um den Hals. „Danke, danke, danke!“ jauchzte sie glücklich.
      Während ich zwanghaft überlegte, wie wir diese Stute überhaupt auf die Ranch bekommen würden, war Kat schon wieder verschwunden.
      Erst einige Minuten später tauchte sie wieder auf, vollkommen in Spinnweben und Heu gehüllt. „Schaut mal was ich gefunden habe!“ meinte sie und reichte mir einen Stapel modriger Papiere, welche ich aus Reflex beinahe fallen ließ, denn sie waren einfach nur eklig!
      Es waren die Papiere der Stute und auch wenn nicht mehr viel zu erkennen war, konnte ich zumindest Name und Geburtsjahr entziffern. „Die Kleine heißt Pina und ist erst 2012 geboren.“ meinte ich und blickte zu der Stute.
      Verzweifelt versuchte ich den Dreck von ihrer Rasse zu kratzen, leider gelang mir das nicht wirklich und außer, dass dahinter „...pony“ zu lesen war, war nichts weiter deutlich, dennoch war ich mir ziemlich sicher, dass sie ein DRP war.
      Ich hatte mich mit den Papieren beschäftigt und Kats Geschwafel kein Gehör geschenkt, doch jetzt wo ich fertig war, bekam ich sie wieder vollkommen mit und starrte sie zweifelnd an.
      „Die Stute rüberführen? Hast du sie noch alle? Guck sie dir mal an, die schlägt uns alle k.o.!“ meinte ich entsetzt und schüttelte nur den Kopf.
      „Und was machen wir dann?“ fragte sie vorsichtig.

      Hallo und herzlich Willkommen
      09/2014, von Eddi | 1303 Zeichen
      Drei Stunden später fuhr ein super moderner Pferdehänger auf meine Ranch. Seufzend starrte ich aus dem Fenster. Ich hatte zwar Ethan gesagt, er solle einen ordentlichen Pferdehänger ausleihen, allerdings hätte ich anscheinend auch dazusagen müssen, dass wir weder eine riesige Sattelkammer noch ein halbes Reiterstübchen dazu brauchten.
      Vorsichtig lotste ich Ethan um den Stall zum großen Tor, denn ich hatte bereits einen Plan im Kopf, wie wir die Stute in ihre Box bugsieren würden.
      Während seiner tollkühnen Lenkmanöver mit dem Hänger zerstörte Ethan nicht nur meine gut gepflegten Sonnenblumen, sondern auch das halbe Stalltor. „Dankeschön.“ fauchte ich unsanft und stieg aus, um noch größere Schäden zu verhindern.
      Den Hänger fuhren wir nah an das Tor heran und dann bereitete ich geschwind eine der großen Boxen vor, um der Stute für die kommenden Tage einen angenehmen Platz bieten zu können.
      In die Box gelang sie durch eine von mir selbst gebaute Gasse und diese war auch vollkommen von Nöten, denn mit vollem Tempo sprang sie aus dem Hänger und rannte blind darauf los. Umso dankbarer war ich, als sie dann wohlbehalten in der Box stand.
      „In ein paar Tagen darf sie auf die Weide, aber vorerst bleibt sie hier drin.“ meinte ich strikt und ließ mir auch von den Karamakovs auch nicht reinreden.

      Zuhause
      09/2014, von Eddi | 11.352 Zeichen
      Als ich am nächsten Morgen die Augen aufschlug, war jegliche Leere in mir verschwunden.
      Ich war endlich zu Hause angekommen.
      Stattdessen stieg eine unheimliche Motivation in mir auf und ich sprang von der Matratze auf.
      Eigentlich hatte ich einen Kaffee machen wollen, bis mir einfiel, dass meine Maschine ja ins Gras gebissen hatte. „Was solls.“ meinte ich fröhlich und schnappte mir ein paar Kekse und ein Glas Orangensaft zum Frühstück.
      Verschlafen kam mir Kat entgegen. „Auf Matratzen schlafen ist grauenvoll.“ stöhnte sie und rieb sich den Nacken. Ihr folgte auch Ethan, welcher sich hilflos umsah. „Kein Kaffee?“ seufzte er und ließ sich auf den Stuhl in der Küche fallen.
      „Euch auch einen wunderschönen Morgen.“ grinste ich und warf Kat die Packung Kekse und Ethan die Flasche O-Saft zu. „Was anderes gibt es nicht – zumindest nicht hier. Ich verschwinde jetzt in den Stall.“ meinte ich und war schon auf den Weg nach draußen, ehe Kat mich zurückrief.
      „Können wir dir behilflich sein? Ich meine wir wollen ja was für unsere Unterkunft hier leisten!“ meinte sie aufrichtig und ich schaute sie nur zweifelnd an. „Außer bei der Pflege der Pferde helfen, kann ich euch nichts anbieten und ich weiß nicht, ob ihr überhaupt Sachen dabei habt, die alt genug dafür sind.“ meinte ich grinsend und verschwand nach draußen.
      Im Stall schaute ich nach erst einmal nach Pina. Diese lag noch dösend im Stroh, schreckte aber sofort hoch, als ich ihre Boxentür öffnete. „Ist ja gut, es gibt ja nur Frühstück.“ meinte ich entschuldigend und stellte ihr den Eimer mit dem frischen Mash hin.
      Misstrauisch begutachtete Pina den Eimer, näherte sich ihm dann vorsichtig und fing kurz darauf gierig an zu fressen. „Wenn du lieb bist, darfst du bald auch raus zu meinen Mädels.“ lächelte ich und verließ die junge Stute, welche mir misstrauisch hinterherblickte.
      Als ich aus dem Stall kam, verschluckte ich mich beinahe, an dem Rest meines Frühstücks. Kat stand vor mir, in Pseudo-Cowgirlklamotten und hatte die Hände in die Hüfte gestürzt. „Es kann losgehen!“ meinte sie.
      Ich schüttelte den Kof. „Kat! Schau mich an. Alte Schuhe, Jeans, T-Shirt – mehr nicht! Und setze diesen scheuslichen Hut ab!“ lachte ich und machte mich auf den Weg, um den Jungpferden ihr morgendliches Heu zu bringen und den Unterstand zu säubern.
      „Aber die Verkäuferin meinte, so was zieht man hier im Wilden Westen an.“ meinte Kat, welche mir hinter hereilte. „Im Wilden Westen?“ wiederholte ich ihre Worte. „Im Ernst?“

      Momentan hatte ich noch einiges an Arbeit, denn die Pferde hatten sich an ihr neues Heim noch nicht gewöhnt und verbrachten die Tage meist in der Nähe der Unterstände. Dementsprechend sah es dort auch aus.
      „Euch gehören 24ha, nutzt sie doch!“ meinte ich lachend und scheuchte die Jungpferde auseinander, damit sie uns zumindest jetzt nicht auf der Pelle hingen.
      „Kat, am besten stellst du deine Schubkarre neben meine und dann einfach den Mist reinschaufeln, okay?“ fragte ich und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, als ich ihren angewiderten Blick sah.
      Gemeinsam waren wir jedoch schnell fertig und konnten die Schubkarren zum Mist fahren und leeren.
      „Oh, wer bist du denn?“ schwärmte Kat mit hoher Stimme und hätte Tiny Girl wohl am liebsten auf den Arm genommen. „Wie ein kleiner Hund!“ lachte sie und wuschelte der neugierigen Stute durch den Schopf.
      Während ich die Stroh- und Heubündel auf die Schubkarren lud, blickte Kat angewidert an sich herunter. „Ethan! Schau mich mal an – das ist ekel... toll!“ versuchte sie sich selbst zu ermutigen.
      Der versteckte seine Schadenfreude nicht sonderlich und grinste seine Schwester hämisch an. „Willst du auch mal? Immerhin hast du auch hier geschlafen!“ lachte Kat ihn an und Ethan Grinsen verschwand urplötzlich. „Ich muss jetzt erst einmal in die Stadt.“ meinte er nur kurz angebunden, stieg in seinen schwarzen Jeep und verschwand.
      „Männer.“ meinte ich lachend.

      „So siehst du viel besser aus!“ meinte ich lächelnd, denn ich hatte Kat neu eingekleidet in sinnvolle Sachen. „Dann kannst du mir auch wirklich behilflich sein.“ meinte ich grinsend und deutete auf ihre Schubkarre.
      Wir fuhren das frische Stroh zu den beiden Unterständen der Jungpferde und verteilten es darin. Danach wurden die Heunetze neu aufgefüllt, ehe ich Kat eine Bürste in die Hand drückte. „Jetzt werden die Tränken geschrubbt.“ meinte ich lächelnd und deutete auf den alten Trog.
      Momentan war dieser wirklich von Nöten, denn die Jungpferde sahen nicht ein, den Fluss als Trinkquelle zu nutzen, dafür fanden sie ihn noch viel zu gruselig, also musste der Wassertrog her.
      Nach fast einer weiteren halben Stunde waren wir bei den Jungpferden fertig und Kat rutschte fertig den Zaun hinab, um sich auf den Boden zu setzen. „Gott ist das anstrengend!“ meinte sie stöhnend und schüttelte sich das Stroh aus dem Haar.
      „Aber sie danken es dir.“ meinte ich lachend, als Joyce und Shawnée neugierig Kats Gesicht beschnupperten und sie sanft an der Schulter kraulten. Kat schreckte erst verzweifelt zurück, nahm es dann aber lachend hin.
      „Diese Tiere sind wirklich etwas besonderes! Ich mag ja am meisten den Goldenen dort.“ meinte Kat und deutete in Altyns Richtung. Dieser hob neugierig den Kopf, ehe er sich von uns abwand, um Prazzy und Painted Blur hinterherzujagen. Die drei Hengste liebten das riesige Gelände und erkundeten es jeden Tag aufs Neue.
      Die Stuten waren da viel vorsichtiger, besonders Rosewell und Nüsschen blieben lieber immer nahe beim Unterstand und Bluebird leistete ihnen Gesellschaft. „Eine bunte Gruppe...“ murmelte ich und ließ den Blick über die große Herde schweifen. Ganz hinten am Fluss entdeckte ich Quintesse und Limited. Die beiden Stuten waren nicht annähernd so schüchtern, sondern eher neugierig und mutig.
      Es dauerte ein Weilchen bis ich Feuervogel entdeckte und noch länger suchte ich nach Trüffel. Der kleine Welsh B Hengst verschwand regelrecht in dem hohen Gras.
      „Und wer ist das?“ fragte Kat und deutete auf eine schlanke Gestalt, welche relativ weit abseits stand und graste. „Das ist Destiny und sie ist manchmal lieber für sich alleine.“ erklärte ich und klatschte in die Hände.
      „So, genug gefaulenzt! Die anderen Pferde wollen auch noch versorgt werden!“ grinste ich, während Kat erschrocken aufstöhnte.

      Bevor wir jedoch zu den Hengsten gingen, wollte ich noch einmal nach Pina schauen. Die kleine Stute stand gelangweilt in ihrer Box und als wir kamen, bewegte sie ihre Ohren sogar einmal kurz vor in unsere Richtung.
      „Warum muss sie drin bleiben?“ fragte Kat stirnrunzelnd und trat an die Box der Stute heran. Pina zog sich direkt zurück und beobachtete uns misstrauisch. „Ich glaube kaum, dass wir sie ohne Unfall bis zur Weide und abends auch wieder zurückbringen. Ich möchte sie erst einmal wenigstens handzahm bekommen.“ meinte ich seufzend und musterte Pina – das würde noch ein langer Weg werden und ich wusste, dass nicht ich diejenige war, die ihn beschreiten sollte.

      Kurz nachdem wir den Stall wieder verlassen hatten, kam Ethan aus der Stadt zurück. „Im Diner gab es mehr als gedacht!“ meinte er grinsend und hielt seine vollen Hände hoch.
      Links hatte er drei Pappbecher in einer Pappe und rechts eine große Tüte. Kat und ich setzten uns auf die Treppe der Veranda und dankten Ethan für den Kaffee.
      „Oh ja, den brauche ich jetzt!“ seufzte Kat glücklich und verbrannte sich bei ihrer Gier direkt die Zunge. „Aua!“ fauchte sie und versuchte es nun mit pusten.
      „Ich habe uns auch was für das Abendessen mitgebracht.“ meinte Ethan und packte drei Aluteller aus. Auf jedem befand sich eine Portion Nudeln mit Bolognese.
      Während ich schon zu essen begann, schaute Kat misstrauisch auf das Essen. „Ich glaube ich dusche mich erst einmal, vorher bekomme ich keinen Bissen herunter!“ meinte sie stöhnend und verschwand im Haus.
      Ich aß noch auf und machte mich dann auf den Weg zu den Hengsten. „Brauchst du noch Hilfe?“ fragte Ethan vorsichtig nach, doch ich konnte ihn beruhigen und schüttelte nur den Kopf. Die Gesellschaft von Kat heute Morgen reichte erst einmal für die nächsten drei Tage.
      Mit der Schubkarre machte ich mich auf den Weg zum ersten Unterstand – verfolgt von Allelujah und Absinth. Den beiden Junghengsten schien gerade langweilig zu sein und ich ahnte auch schon, dass sie mir bald tierisch auf den Geist gehen würden.
      „Autsch!“ fluchte ich kurze Zeit später und hielt mir den Arm. Allelujah drehte buckelnd um und verschwand zu der kleinen Gruppe am Zaun, um diese aufzumischen. Schneeleopard und Call me a Twist nahmen ihn aber direkt in die Mangel, um ihm zu zeigen, wer der Chef war.
      „Kleiner Mistkerl...“ murmelte ich seufzend, denn Allelujah hatte den Moment meiner Unaufmerksamkeit genutzt, um mich mal wieder zu ärgern.
      Als dann aber Pajero dazu kam, huschte Allelujah davon. Mein geliebter Schecke blieb vorsichtig vor mir stehen und begrüßte mich, indem er mir ins Gesicht blies. „Auf dich ist immer Verlass.“ meinte ich lächelnd.
      Auch bei den Hengsten wurden die Unterstände frisch eingestreut und die Heunetze neu aufgefüllt. Als alles geschafft war, wollte ich den späten Nachmittag noch ein wenig mit den Pferden genießen und gesellte mich so zu Aristo und Thorondor, welche friedlich grasten.
      Dann packte mich plötzlich wieder der Tatendrang. Ich pfiff den jungen Zarin zu mir und dieser folgte mir brav bis zum Gatter, wo ich ihn aufhalftern konnte. „Komm! Wir erkunden die neue Gegend.“ meinte ich lächelnd und führte ihn in den Stall. Dort putzte und sattelte ich ihn, ehe es auch schon los ging.
      „Auf auf in neue Abenteuer!“

      Wir waren drei Stunden unterwegs und ich genoss die herrliche Ruhe in der Wildnis, für mich gab es keinen schöneren Ort. Auch Zarin war vollkommen entspannt und schritt ruhig daher.
      Natürlich durfte er sich auch einmal austoben, aber in dem neuen Gelände war er eher vorsichtig, nachdem er vor Schreck wegen eines Koyoten beinahe gestolpert und hingefallen wäre.
      Als wir wieder ankamen, holte mich der Anblick des Jeeps zurück in das Hier und Jetzt. Seufzend schwang ich mich aus Zarins Sattel, es war komisch, zu wissen, dass die Karamakovs nun eine Weile mit hier lebten, das Einsiedler-Dasein hatte mir eigentlich sehr gut gefallen.
      „Menschen bringen doch nur Unglück.“ murmelte ich zu Zarin, nachdem ich ihn zurück auf die Weide ließ. Noch einmal lief ich zum Unterstand um alles zu kontrollieren und da fand ich auch die beiden Hengste, welche ich heute noch gar nicht gesehen hatte: Doc und Pawaneeh. Kurz kraulte ich beide, ehe ich gähnend die Weide verließ.
      Für heute reichte es mir und ich warf mich schon früh auf meine Matratze. Davor versuchte ich möglichst Ethan und Kat zu umgehen, um nicht noch in ein tiefgründiges Gespräch gezogen zu werden.
      Aber anscheinend war der Tag für die beiden auch anstrengend gewesen, so dass es heute nicht mehr sonderlich viel zu sagen gab.
      Ich lag dennoch noch lange wach im Bett und dachte über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft nach. Es war so viel passiert, obwohl ich noch gar nicht lange in Wyoming war, dabei hatte ich doch meine Ruhe gewollt?
      Und nun war irgendwie doch alles anders gekommen als gedacht. Ich schwankte zwischen den beiden Möglichkeiten entweder die Karamakovs schon bald wieder wegzuschicken, damit ich erneut meine Ruhe haben könnte oder es als Schicksal anzunehmen, dass sie hier waren und es sich vielleicht auch gut auf die Ranch auswirken würde.

      Verluste
      09/2014 | 10.099 Zeichen
      » So langsam merk ich alles klappt, yeah
      Und jeden Tag geh ich die Straße entlang und denk
      Is' schon ok, die Sonne lacht viel mehr
      Und jede Nacht wird zum blassen Farbenmeer. «

      Mit dem Kopf hin und her wippend, summte ich leise die Melodie des Liedes mit und tippte dabei im Takt mit dem Fuß auf den Boden. Es war einige Zeit vergangen, seit ich das vertraute Gemurmel meiner Freunde gehört hatte, seit Joline mir vor Freude in den Arm gefallen war und vor allem, seit ich Matthew zuletzt gesehen hatte. Einige Wochen hatte ich mich nicht in Kanada blicken lassen und wenn ich ehrlich war, hatte mir die Auszeit gutgetan. Momentan befand ich mich nur auf dem Gestüt, weil ich Yuki hatte einfliegen lassen, die sich inzwischen schon prächtig eingelebt hatte. Der Stute merkte man kaum an, dass sie einen langen Flug hinter sich hatte und obwohl sie dennoch ein wenig ruhig war und nicht so euphorisch wie in der Manege, wusste ich, dass sich dies noch bessern würde. Lächelnd kraulte ich die Stirn des Reitponys, dessen aufmerksamer Blick schon lange nicht mehr auf mir lag. Dösend hatte sie das rechte Hinterbein angewinkelt, die Unterlippe entspannt und die großen Augen geschlossen. „Ach, Yuki“, meinte ich leise, „dir geht’s auch gut, hm?“
      Wie zur Bestätigung nickte das Pony mit dem Kopf und ein noch viel breiteres, strahlendes Lächeln umspielte meine Lippen. Sie war zwar erst knappe drei Tage auf dem Gestüt, doch schon jetzt verstand sie sich prima mit meinen anderen Stuten, besonders Star hatte sich von ihrer Aura anstecken lassen und immer, wenn die normalerweise so zappelige Braune in der Nähe des Schimmels war, war ihre Unruhe verflogen.
      Als hätte sie meine Gedanken lesen können, trottete Star nun mit gesenktem Kopf auf das Zauntor zu und stupste Yuki sanft an, ehe sie sich mir zuwandte und sich ebenfalls eine Streicheleinheit abholen wollte. Meine freie Hand legte ich auf ihre Stirn, kraulte sanft das weiße Fell ihres Gesichts und stand dort nun, hatte beide Hände auf der Stirn jeweils einem Ponys und war vollkommen überfordert.
      „Wie gern würde ich euch jetzt einfach mitnehmen und durch die kanadische Pampa reiten“, seufzte ich sehnsüchtig, „aber ich muss langsam los, mein Flug geht in ein paar Stunden.“
      Richtig, Flug – mich verschlug es ein weiteres Mal nach Deutschland ins schöne Ostwestfalen, denn vor nicht allzu langer Zeit hatte ich eine Nachricht erhalten, die mich irgendwie … verstörte?
      Es ging darum, dass Larissa sich erst einmal zurückziehen wollte, weshalb sie ihren Bestand auflöste. Sie hatte sich dazu entschlossen, da sie selbst gemerkt hatte, dass sie nicht mehr ihr ganzes Herzblut in ihr Gestüt steckte. Kurz, nachdem ich diese Mitteilung gelesen und ihr viel Glück gewünscht hatte, erinnerte ich mich an Unbroken Soul of a Rebel, einen Paint Horse-Hengst, den ich seit einiger Zeit im Auge behalten hatte. Unbroken war ein wahnsinnig schickes Pferd mit einer außergewöhnlichen Scheckung, die mir direkt in eben jene Augen gesprungen war. Seine Ausstrahlung war beneidenswert und auch, wenn er überhaupt nicht meine Rasse war – ich hatte kurzen Prozess gemacht, mich wegen ihm gemeldet und da Larissa mich gut genug kannte, um zu wissen, wie es meinen Pferden ging, hatte ich nur wenige Minuten später eine Zusage und ein weiteres Pferd, das den Weg nach Kanada antreten würde.
      Im Eifer des Gefechts hatte ich zuerst nicht daran gedacht, Eddi zu kontaktieren, doch als ich daran dachte, dass sie nun ihre eigene kleine Ranch besaß und Larissa die dazu passenden Pferde, hatte ich bei ihr Sturm geklingelt. Gehofft hatte ich nur, dass sie ihr Handy nicht irgendwo vergessen hatte, wie es üblich für sie war.
      Ganze elf Male hatte ich anrufen müssen, damit sie auch endlich den Anruf entgegengenommen und mit einem „Ja, hallo?“ das Gespräch begonnen hatte.
      „Eddi! Eeeendlich erreicht man dich mal! Schalt sofort deinen Laptop ein, ich habe dir einen wichtigen Link geschickt!“ Direkt hatte ich aufgelegt und nur kurze Zeit später eine Nachricht von ihr erhalten, in der sie mich gebeten hatte, ihr doch bei meinem Urlaub in Wyoming gleich noch Dissident Aggressor und Outlaw Torn, bei dem ich zuerst Outlast Torn gelesen hatte und an das Horrorspiel hatte denken müssen, mitzubringen. Bei mir hatte das Fohlen seinen Spitznamen bereits gefunden, ganz im Gegenteil zu Eddi. Die suchte noch verzweifelt nach einem, meinen Vorschlag hatte sie aber nicht annehmen wollen.
      Tja, selbst Schuld.

      Mit Matthew hatte ich noch immer keine Worte außer „Hallo“ und „Hey“ gewechselt, obwohl ich nun schon wieder im Flieger saß. Es ging mir gehörig auf die Nerven, wie wir uns schon wieder aus dem Weg gingen, doch nach den Erzählungen von Gwen und Joli, die ich mir stundenlang anhören durfte, war der Mann wohl in der Zeit, in der ich fort gewesen war, unerträglich und vor allem unausstehlich gewesen.
      „Wir sind da.“
      Total in meinen Gedanken versunken, hatte ich tatsächlich nicht bemerkt, dass der Flieger sicher auf deutschem Bogen gelandet war und dass die Passagiere bereits eifrig klatschten, weil wir unbeschadet angekommen waren. Seufzend wartete ich darauf, dass die Lichtzeichen ausgingen, die uns damit besagten, dass wir uns abschnallen und das Flugzeug verlassen durften.

      „Larissa!“ Stürmisch fiel ich meiner langjährigen Freunde in die Arme, die ich schon so ewig nicht mehr gesehen hatte – und das nicht zuletzt wegen des großen Abstands, der uns voneinander trennte; lagen unsere Gestüte doch fast Welten voneinander entfernt.
      „Lange nicht gesehen, Else“, grinste diese verschmitzt und drückte mich ebenfalls. Als ich einen unterdrückten Lacher seitens Julien hörte, drehte ich mich zu ihm und zog eine Augenbraue in die Höhe.
      „Else? Wirklich?“, brachte er mühsam hervor und ich grinste. „Geil dich ruhig daran auf, wenn du unbedingt musst.“
      „Also, wie geht’s dir? Kannst doch nicht einfach abhauen und eiskalt von der Bildfläche verschwinden, melde dich doch einfach mal! Ich hab mir total Sorgen gemacht“, machte ich ihr Vorwürfe und stieg dann ins Auto, setzte mich auf den Beifahrersitz. Julien wurde dazu verdammt, hinten zu sitzen.
      Die ganze Autofahrt über sprachen wir darüber, was bei uns momentan alles passierte, hatten wir uns doch so viel zu erzählen.

      „Er ist so ein toller Kerl“, schwärmte ich, „du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich dich dafür liebe, dass du ihn mir überlässt!“ Verträumt strich ich über das sanfte Fell des Halses von Unbroken, den ich so zum ersten Mal in Natura sah. Natürlich hatte ich Fotos von ihm gesehen, Berichte über ihn gelesen und hier und da war er auch einmal erwähnt worden, doch letzten Endes war es eigentlich ein totaler Blindfang, den ich da gemacht hatte. Dies war jedoch bereits alles entschuldigt, als ich ihm dann gegenüber stand und ihn mit eigenen Augen sehen durfte. Auch Julien war hellauf begeistert, nicht zuletzt, weil er ein weiteres Westernpferd war, mit welchem er sich beschäftigen konnte.
      „Finger weg, das ist meiner“, stellte ich allerdings direkt klar, als des Mannes Augen voller Vorfreude leuchteten, durch meine Aussage verloren sie ein wenig an Glanz.
      „Das ist doch jetzt nicht dein Ernst, oder?“
      „Natürlich nicht.“
      Und sofort glänzten seine Augen wieder auf.
      „Wie sieht es mit Eddis Neuzugängen aus? Geht’s beiden gut?“, erkundigte ich mich dann nach Dissi und Outlast, die ich ja ebenfalls mitnehmen sollte. Sie würden zunächst einmal einige Zeit bei mir auf dem Gestüt stehen und dann gemeinsam mit Julien und mir den Weg nach Wyoming antreten.
      „Sie freuen sich schon total auf ihr neues Zuhause“, scherzte Larissa und führte mich dann zur nächsten Box; die des Grullos mit dem wilden Langhaar.
      War mir vorher nie aufgefallen, dass der Hengst sogar einen zweifarbigen Schweif hatte, so sprang es mir nun umso eindringlicher ins Auge, beinahe mehr als der ausdrucksstarke Kopf des Pferdes.
      Auch Outlast, das zweijährige Jungpferd, das beinahe komplett weiß war und nur einige braune Flecken (die im Übrigen aussahen wie kleine Farbflecken, wie man sie vom Pinsel kannte, wenn die Farbe auf den Boden tropfte) aufweisen konnte, schien gesundheitlich auf dem besten Stand zu sein. Dennoch verkroch er sich zurückhaltend in einer Ecke der Box und betrachtete Julien und mich skeptisch, wagte dann aber doch einige Schritte nach vorn, als Larissa ihn zu uns rief. „Er ist ein wenig schüchtern, nicht persönlich nehmen“, lächelte sie ermunternd und ich nickte nur, wollte den Junghengst allerdings nicht verschrecken und hielt mich daher bedeckt, auch wenn ich gern seinen Fleck im Gesicht nachgezogen hätte.
      „Durch den VET-Check am Flughafen sollten sie alle drei ohne Probleme kommen, der Tierarzt war erst letztens da und hat sie nochmal alle kontrolliert.“
      „Dann steht dem neuen Heim ja nichts mehr im Wege.“
      Larissas Gesicht bekam einen trüben Ausdruck, doch sie riss sich wieder zusammen. „Passt mir bloß gut auf meine Lieblinge auf“, ermahnte sie uns spielerisch, „wann geht denn euer Flug?“
      „In zwei Stunden müssen wir wieder am Flughafen sein“, seufzte ich theatralisch, „also haben wir noch gut eine Stunde Zeit, um die Pferde vorzubereiten und den ganzen Kram.“

      Vorwurfsvoll wedelte ich mit dem Zeigefinger vor Larissas Gesicht hin und her. „Und vergiss ja nicht, dich zu melden! Einmal ist das in Ordnung, bei einem zweiten Mal müsste ich persönlich vorbeikommen und dir die Leviten lesen, also tauch nicht wieder einfach so unter, ohne mich vorzuwarnen!“
      Lachend nickte meine Freundin, stimmte mir somit zu und versprach mir, von sich hören zu lassen.
      „Indianerehrenwort?“
      „Pinkie Pie-Schwur!“
      Bei der Wortwahl musste ich laut lachen, verdrückte dann im nächsten Moment aber peinlich berührt die Tränen. Wieso musste ich bei Abschieden immer so sentimental werden?
      „Na dann … wir sehen uns.“ Eine letzte Umarmung, letzte Worte, ein letztes, aufmunterndes Lächeln, ein letztes Winken, dann verschwanden Julien und ich auch schon beim Check-In, in den Larissa uns leider nicht begleiten konnte.

      „Wie soll ich diese ganzen Flüge in der kurzen Zeit nur überleben?“, stöhnte Julien genervt, als er sich in den Sitz rechts neben mir im Flugzeug sinken ließ.

      Neues Leben auf SCR
      09/2014, von Eddi | 3963 Zeichen
      Mein Wecker hatte noch gar nicht geklingelt und doch war ich schon aufgewacht. Motiviert sprang ich aus meinem Bett, schnappte mir meine Sachen und schlich ins Bad, um mich zu duschen und mich fertig zu machen. Unten in der Küche erwartete mich nicht sonderlich viel, aber Ethan hatte zumindest eine neue Kaffeemaschine besorgen können. Diese schaltete ich ein, während ich mir ein Brot schmierte. Dann schnappte ich mir die Tasse Kaffee und verließ das Haus. Draußen hing noch der Nebel schwer über den Wiesen und die Ranch schien noch längst nicht aufgewacht zu sein. Ich setzte mich auf die Verandatreppe, zog meine Jacke enger um mich und starrte hinaus.
      Es gab einen Grund, weshalb ich schon so früh wach war und dieser Grund besaß vier Beine und würde schon in Kürze hier ankommen. Als ich mit dem Frühstück fertig war, lief ich in den Stall, wo ich kurz Pina einen Besuch abstattete und mich dann daran machte, zwer neue Boxen herzurichten. Die Neuankömmlinge sollten es schließlich kuschelig und angenehm haben, ihnen sollte es an nichts fehlen. Ich war schnell fertig und wusste, dass noch genügend Zeit war, ehe der Transporter auf der Ranch ankommen würde.
      Also widmete ich meine freie Zeit der Ponystute. Pina beobachtete mich misstrauisch, als ich ihre Box betrat, doch ich ließ mich nicht beeindrucken. Inzwischen war sie so weit, dass sie sich zumindest ohne Probleme aufhalftern und putzen ließ, ohne einen zu treten oder zu beißen. Während Pina genüsslich ihr Frühstück verschlang, bürstete ich ihr Fell mit langen gründlichen Strichen. Sie schien die Aufmerksamkeit wirklich zu genießen und inzwischen hatte sie sich auch schon richtig gut gemacht. Als Tierärztin hatte ich immer ein Auge darauf, wie sie sich körperlich entwickelte, denn sie war aus sehr schlechter Haltung gekommen.
      Es dauerte nicht gar so lange und Pina war mit ihrem Futter fertig und sah nun auch richtig prächtig aus. Während ich sie lächelnd betrachtete, scharrte sie ungeduldig mit dem Vorderhuf, sie wollte endlich hinaus auf die Weide zu den anderen. Lächelnd löste ich den Strick und führte sie aus dem Stall auf die kleinere Weide. Nicht wie sonst sauste Pina davon, als ich den Strick löste, stattdessen blieb sie vorne am Gatter stehen und wartete. Und ich wusste auch worauf. Ich verschwand kurz und holte Naimibia von der großen Stutenweide. Meine junge Stute sollte Pina in kommender Zeit Gesellschaft leisten und die beiden verstanden sich besser als gedacht. Brummelnd begrüßte Pina ihre neue Freundin und gemeinsam rannten sie dann davon.
      Lächelnd drehte ich mich um und da hörte ich auch schon den Transporter kommen. Eilig lief ich zurück zum Stall und begrüßte den Fahrer . Er hatte eine lange Fahrt hinter sich und so bot ich ihm erst einmal eine Tasse Kaffee an. „Die Pferde kann ich selber ausladen, ruhen Sie sich aus.“, bot ich ihm an und er nickte dankend. Die beiden Neuankömmlinge stampften schon ungeduldig mit den Hufen und wieherten laut, als ich die Rampe herunter ließ. „Ihr seid schöner als gedacht.“, meinte ich gedankenverloren und band die beiden Hengste los. Vorsichtig schritten sie rückwärts aus dem Trailer heraus und schauten sich dann erst einmal neugierig um. „Euer neues Zuhause.“, lachte ich fröhlich und und führte sie ein wenig über den Hof. Danach betraten wir den Stall, wo sie beide in ihre eigenen Boxen durften.
      Dort wartete eine Portion Müsli und frisches Heu auf die beiden. „Ihr hattet eine lange Reise hinter euch. Ruht euch aus, Morgen dürft ihr dann auf die Weide.“, murmelte ich und musterte die beiden zufrieden. Bandit war ein Norweger, ein wirklich toller Norweger. Er stammte von den Pine Forest Stables und das sah man ihm auch an. Sir Benny Miles wirkte neben dem Pony riesig, denn er war ein reinrassiges Vollblut. Neugierig reckte er seinen schlanken Kopf über die Tür und blickte mich an. Ich strich ihm vorsichtig über die weichen Nüstern und wusste sofort, dass das die richtige Entscheidung gewesen war.

      Das erste Treffen
      12/2014 | 3671 Zeichen
      „Julieeeen! Wach auf!“, zischte ich leise, als der Flieger auf dem Boden aufsetzte und wir amerikanischen Boden unter den Reifen jenes Fliegers hatten. Das Flugzeug, in dem wir saßen, hatte ungefähr drei Monate Verspätung. Ursprünglich sollte es bereits im September angekommen sein! Immer diese Flughäfen, nichts bekamen sie auf die Reihe …
      Wir wollten zu Eddi, die inzwischen in Wyoming auf einer echt schönen, alten Ranch lebte. Zumindest konnte ich durch die Fotos, die ich von dort gesehen hatte, darauf schließen, dass sie wenigstens alt war.
      Unbroken Soul of a Rebel hatte sich inzwischen bestens daheim eingelebt, ebenso wie Yuki, die wir in Kanada vor drei Monaten bereits abgeladen hatten. Der Paint Horse Hengst und die schneeweiße Reitponystute hatten schnell Kontakt zu den anderen Pferden geknüpft. Während Rebel sich blendend mit Laurencio verstand, war Yuki die beste Freundin von Star geworden. Die zwei Stuten traf man auf der Weide nur selten allein an, und wenn, dann wurden beide nervös. Auch, wenn man sie voneinander trennen konnte, merkte man ihnen doch an, dass sie sich schon irgendwie Sorgen um die jeweils andere machten, wenn diese zu lang fort war.

      In einem geliehenen Jeep mit Anhänger ruckelten wir die unebene, lange Einfahrt zur Silver Creek Ranch hoch.
      Dort angekommen, brachte Julien den Wagen zum Stehen und nachdem er ausgestiegen war, machten wir uns auf den Weg zur Haustür.
      „Hey, Eddi! Tut mir leid, dass wir drei Monate zu spät sind, aber der Flieger hatte Verspätung!“, sabbelte ich sofort wie ein Wasserfall los und fiel meiner Freundin in die Arme. Grinsend begrüßte Eddi auch Julien und führte uns dann zu den großen Weiden.
      Das Wetter war momentan wohl nicht gerade auf unserer Seite, denn das Thermometer zeigte satte zwei Grad an. Welch' schönes Wetter in Wyoming!
      „Übrigens hätte ich da eventuell eine kleine Überraschung für dich auf Lager“, schmunzelte Eddi verschwörerisch und musste sich ein breites Grinsen verkneifen.
      Bereits als wir am Weidetor ankamen, entdeckte ich neue Pferde auf der Ranch, die ich zuvor noch nicht so kennengelernt hatte. Eines dazwischen erweckte direkt meine Aufmerksamkeit. Es war ein Tier mit einem Stockmaß, welches sich zwischen 140 und 150 Zentimetern bewegte – ein Bay Roan mit nur mittelmäßig groß ausfallender Sabinoscheckung und einer einzigen cremefarbenen Strähne in der Mähne. Auch wurde das graue Fell von dunkelbraunen Sprenkeln geziert, das wohlgeformte Abzeichen im Gesicht, welches ich in solch einer Form noch nie zuvor gesehen hatte, vollendete die Schönheit des Ponys schon. Aufgrund des Körperbaus ordnete ich das Pferd als ein Deutsches Reitpony ein, und meinte Augen weiteten sich unmerklich.
      „Na, gefällt Pina dir?“, klopfte Eddi mir auf die Schulter und streckte die Handfläche aus, als das Pony gemütlich und ruhig in unsere Richtung trottete, dabei jedoch geradewegs auf ihre Besitzerin zulief und Julien und mich geflissentlich ignorierte, beinahe misstrauisch von uns abließ.
      „Ist das 'ne neue Freundin für Naimibia?“ Neugierig erkundigte ich mich nach der Stute, weshalb Eddi seufzen musste. „Nein, es war eher zufällig, dass es sie hierher verschlagen hat. Als ich auf die Ranch hier gezogen bin, haben mich Kat und Ethan direkt beansprucht, die die Farm ihres Onkels geerbt haben – mitunter auch Pina. Sie war völlig heruntergekommen, hatte eine total zerfetzte Trense und einen weitaus zu großen Sattel am Körper, stumpfes Fell und etliche Wunden. Ihre Koppel wurde von Stacheldraht eingegrenzt.“
      „Und was möchtest du jetzt mit ihr machen?“
      „Ich hatte gehofft, du würdest sie mit zu dir nehmen können. Ich glaube, die würde perfekt auf dein Gestüt passen.“
    • Samarti
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      Weihnachtliche Vorbereitungen

      12/2014 | 3918 Zeichen
      „Star's Diamond und Trés Jolie befinden sich in den Boxen, holst du eben Ace of Clubs und Romantica? Dann kümmere ich mich noch um Monsta und Goldherz. Julien, nimm du bitte noch Beverly und bring sie in die Box!“, bat ich Joline und Julien im Vorbeigehen im Stall, eilte dann zu den Halfterhaltern und zückte die Halfter der beiden Reitponystuten, welche ich in ihre Boxen bringen wollte. Die verbleibenden Stuten Audio Delite at Low Fidelity, Sambuca, Pina, Star, Yuki, Star und neuerdings auch Hall of Fame standen auch nicht mehr auf der Weide.
      Unbridled Dreams, Skyrim und Bacardi Mojito waren schon gut versorgt und standen in ihrem Stall, ebenso wie Pinero.
      Auch die Hengste des Gestüts – Rapsoul, Kronjuwel, Capriciasso, Diggin' in the Dirth, Levi, Unbroken Soul of a Rebel und Cardillac – machten sich bereits eifrig über ihr Futter her.
      Es war ein anstrengender Tag gewesen und die Kälte machte dies nicht besser. Nächsten Samstag sollten es bis zu -25 Grad Celsius werden! Minus!
      Umso glücklicher war ich, als ich endlich mit Julien im Haus verschwinden und mich vor den Kamin schmeißen konnte. Doch natürlich musste diese schöne Stille direkt unterbrochen werden.

      »Last Christmas I gave you my heart,
      But the very next day, you gave it away.
      This year, to save me from tears,
      I'll give it to someone special.«

      „Mach es sofort aus!“, rief ich verzweifelt und stürzte in Richtung des Radios, um dieses schreckliche Lied endlich zum Verstummen zu bringen. Es war genau wie letztes Jahr, als wir an Heiligabend alle beisammen waren und plötzlich Last Christmas ertönte. Jedes Jahr war es dasselbe, dämliche Lied, welches die Radiosender in Dauerschleife auf und ab spielten, und es nervte mich. Umso schöner war die Stille, wenn die letzten Töne verklungen und ich diese Melodie nicht mehr hören musste.
      Möglicherweise war ich ein Weihnachtsmuffel, den man erst einmal in Stimmung bringen musste, doch genau mit diesem Lied ging es in die ganz falsche Richtung, weshalb das Radio bei uns an Heiligabend ein totales No-Go war.
      „Ich sag' es zwar nicht gern, aber Matthew hat mich geschickt, um dir zu sagen, dass er mit dir reden möchte“, stürmte Joline in das Zimmer und vergewisserte sich erst dann, dass niemand in der Nähe war. Bis auf Julien war dies nicht der Fall – und der konnte es meinetwegen wissen.
      „Woher der plötzliche Sinneswandel?“, wollte ich fragen, doch ich hielt lieber meinen Mund und nickte ihr dankend zu, ehe ich zu Matthew ging, von dem ich wusste, dass er sich in seinem Schlafzimmer verkrochen hatte.
      „Hey“, lächelte Matthew mich zaghaft an, nachdem ich sein Zimmer betreten hatte und wir uns einige Minuten stillschweigend und irgendwie steif angesehen hatten. Still erwiderte ich sein Lächeln und seufzte dann.
      „Äh, ich wollte dir nur sagen, dass ich es total schade finde, wie es gelaufen ist und … na ja, es tut mir leid.“ Der Mann hob den Blick und sah mir direkt in die Augen, was mir einen Schauer über den Rücken sandte.
      „Schon … okay“, stammelte ich nervös und nickte dann, „mir tut es auch leid. Vergeben und vergessen?“
      „Ich verspreche dir, ich versuche, mich zu bessern. Du hast mir wirklich gefehlt.“ Angespannt stand er von seinem Stuhl auf und bewegte sich auf mich zu.
      „Ich hab dich wirklich vermisst“, flüsterte ich in Matthews Schulter, als er mich in seinen Arm genommen hatte und ich mich an seine Brust kuschelte. Ich liebte es, wenn Männer gut rochen – und dieses Exemplar tat dies momentan ganz besonders gut.
      Nach einer Weile entfernten wir uns etwas voneinander, doch der Mann vor mir beobachtete mich noch immer ganz genau und sah mir eindringlich in die Augen. Seine Augen wanderten zwischen den meinen und meinen Lippen hin und her, und auch, wenn ich intuitiv wusste, worauf er hinaus wollte, zögerte ich keine Sekunde, als der Abstand zwischen unseren Mündern immer kleiner wurde und schließlich ganz verschwunden war und wir unsere Lippen versiegelten.
    • Samarti
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      Ein neuer Begleiter

      12/2014 | 2852 Zeichen
      „Gwen! Tut mir leid, dass ich es gestern nicht mehr geschafft habe, aber wir waren viel zu … beschäftigt“, schnaufte ich erschöpft und stützte mich mit den Händen auf den Knien ab. Gerade eben war ich mit der guten Pina her gejoggt. Sie machte sich inzwischen großartig und nicht nur ich fand Spaß an der Bodenarbeit, bei welcher meine Nachbarin mich immer nur zu gern unterstützte. Es war schon eine Weile vergangen, seit sie bei uns eingezogen war, und die Arbeit mit ihr machte mir immer mehr Spaß.
      Dennoch war sie noch jung und wir würden frühestens Mitte nächsten Jahres mit dem Einreiten beginnen, wahrscheinlich sogar noch später – die Erfahrungen, die sie mit Sattel und Trense machen durfte, waren keine sonderlich guten.
      Langsam aber sicher hatten wir es geschafft, eine gewisse Vertrauensbasis aufzubauen – jedoch betraf dies nur mich und auch teilweise Gwen. Der Anfang war allerdings getan, und es konnte mit Pina nur besser werden. Allein die Tatsache, dass sie zwar zögerlich, aber willentlich mit mir zu Gwens Ranch ging und dabei ständig Schutz bei mir suchte, zeigte, dass wir auf dem richtigen Weg waren.
      „Beschäftigt?“, fragte Gwen nur grinsend und zog zweifelnd eine Augenbraue hoch, „Mit was denn?“
      „Äh. Ist jetzt egal, mach schon auf! Los!“ Drängelnd brachte ich sie dazu, das liebevoll eingewickelte Geschenk zu öffnen und wie ein kleines Kind das rote Geschenkpapier abzureißen. Zweifelnd zog sie ein Stück Stoff heraus, fing dann aber bald an, zu lachen.
      „Elisa, ehrlich?“ Ihr Grinsen wurde immer breiter, während auch ich schmunzeln musste. „Ich war halt etwas spät dran mit den Geschenken dieses Jahr … und als ich das Ding gesehen hab, musste ich direkt an dich denken.“
      Es war ein Plüschpferd mit unendlich langem Fell, Schal und sogar einer Nikolausmütze, die ebenfalls mit Plüsch ausgestattet war. Mit einer Höhe von etwa sechzig Zentimetern war es nicht gerade klein.
      „Damit du jemanden zum Kuscheln hast“, zog ich Gwen auf und sie streckte mir nur die Zunge raus. „Sag das nochmal und ich frage, für wie lang diesmal zwischen Matthew und dir Waffenstillstand herrscht!“
      Lächelnd vergrub ich mein Gesicht in meinem Schal und zog die Mütze tiefer, um meine erröteten Wangen zu verstecken. Ich war kein Mensch, der in sich gekehrt war und bei jeder Kleinigkeit rot wie eine Tomate wurde, aber Matthew war dann einer der wenigen Schwachpunkte in der Mauer, die ich aufgezogen hatte.
      „Wie auch immer, ich muss los. Wir haben es gestern Abend nicht mehr hingekriegt, aufzuräumen“, stöhnte ich auf, genervt von dem Gedanken ans Säubern, „und die Männer haben sich mal wieder wie Schweine benommen.“
      „Richte den Anderen liebe Grüße aus! Und wehe euch, ich hör euch heute Abend bis hierhin!“, rief Gwen mir noch hinterher, als ich mit Pina wieder einen Abgang machte, doch ich winkte nur ab und lief grinsend zurück zum Gestüt.
    • Samarti
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      „Du hast mich nicht erkannt.“

      02/2015 | 7964 Zeichen
      „Äh, Matthew? Möchtest du mir immer noch nicht verraten, warum du mir aus dem Weg gehst? Was ist passiert?“
      Stirnrunzelnd blieb der Mann vor mir stehen und drehte sich um. War ich ihm gerade eben noch hinterher gerannt, so rannte ich in diesem Moment voll in seinen Rücken, weil ich nicht darauf vorbereitet gewesen war, dass er so abrupt vor mir anhalten würde.
      Nachdem er mich eine Weile lang stumm angesehen hatte, schüttelte er ungläubig den Kopf und lief schnellen Schrittes weiter.
      „Matthew?“
      Er beachtete mich doch tatsächlich nicht! Wütend verschränkte ich die Arme vor der Brust und stampfte mit dem Fuß lautstark auf den Boden auf. Ich hasste sowas!
      „Matthew!“
      Noch immer kam keine Reaktion von dem blöden Kerl, der mich da so eiskalt ignorierte und einfach weiter auf eines der Stallgebäude zueilte.
      „Matthew, verdammte Scheiße!!“, schrie ich völlig genervt über den Hof, sodass sogar Sophia, die sich gerade mit Unbridled Dreams (der momentan von ihr ständig völlig verwöhnt wurde) beschäftigte, erschrocken aufsah und mit ihren himmelblauen Augen direkt in unsere Richtung starrte. Dabei zog sie eine Augenbraue hoch, was sie noch ungefähr tausendmal unsympathischer aussehen ließ – und das sollte schon was heißen. Denn auch, wenn Sophie eine tolle Person war, war sie teilweise allerdings schon fast zynisch und ständig ignorant.
      „Was zur Hölle willst du wissen?! Was du getan hast, als du stockbesoffen warst? Oh, das ist ja gar nicht so viel, lass mich doch mal alles eben durchzählen …“, fauchte er mich völlig sarkastisch an und zählte dann, um mich noch lächerlicher dastehen zu lassen, an seinen Fingern bis sieben.
      „Auf die Schnelle fallen mir da sechs Sachen ein. Und das sind bestimmt noch mehr.“
      „Aber … du hast gerade bis sieben abgezählt!“, korrigierte ich ihn und biss mir im nächsten Moment reuevoll auf die Unterlippe. Du machst es nicht besser, Elisa!
      Wortlos und völlig distanziert betrachtete Matthew mich, um dann mit den Augen zu rollen. „Ich dachte, du willst es wissen?“
      „Tut mir ja leid“, murmelte ich nur kleinlaut und wenig glaubwürdig, „erzähl es mir, bitte!“
      Seufzend gab der Schwarzhaarige nach und deutete dann auf einen Strohballen, der, wieso auch immer, mitten in der Stallgasse rumlag?! Theatralisch ließ er sich auf den Ballen fallen und bedeutete mir dann mit einem Kopfnicken, mich ebenfalls hinzusetzen.
      Knappe zwei Minuten wartete ich nur schweigend darauf, dass er irgendetwas sagen würde – ich hatte auf die Uhr geschaut und mit Adleraugen den verdammten Sekundenzeiger verfolgt!
      Als ich gerade zum Reden ansetzen wollte, begann Matthew mit Punkt Nummer eins: „Du hast mir beim Aussteigen auf meine Schuhe gekotzt!“
      „... Ups?“
      „Nummer zwei: Auf dem Weg vom Auto ins Haus bist du einfach irgendwann verschwunden, kamst dann aus irgendeiner Ecke wieder herausgekrochen und bist quietschend an uns vorbei gerannt. Und während du das getan hast, hast du mir jauchzend mit der Hand auf den Hintern gehauen.“
      „Na ja, komm schon, wer könnte da schon wider-“, fing ich an, hielt dann aber lieber den Mund und nickte Matthew nur entschuldigend zu. „Und weiter?“
      „Als Gwen schon schlafen war, bist du mir die ganze Zeit wie so ein Dackel hinterhergelaufen und hast versucht, mich flachzulegen … oder so. Auf jeden Fall fandest du es wahnsinnig lustig, mich von hinten zu packen und immer wieder mit deiner Hüfte zuzustoßen, während ich mich übers Waschbecken gelehnt habe, um mein Gesicht zu waschen.“ Beim Erzählen der Geschichte verdrehte Matthew die Augen und seufzte dann.
      „Das ist alles?“, fragte ich verwundert, sah ich doch noch nicht wirklich einen Grund darin, dass er wirklich sauer auf mich sein könnte?
      „Du hast vergessen, wer ich bin, als ich euch abgeholt habe!“, beschwerte er sich dann, verschränkte – wie ich es zuvor ebenfalls getan hatte – die Arme vor der Brust und schob schmollend die Unterlippe vor.
      „Hä?“
      „Als ich euch abgeholt habe, hast du nur gepfiffen und gemeint: 'Wer ist denn der heiße Feger? Den würde ich ja zu gerne …' Danach bist du zusammengesackt und eingeschlafen, also weiß ich nicht, was du damit ausdrücken wolltest, aber du wusstest nicht mehr, wer ich bin!“
      „Oh Gott, das ist gerade ja schon fast süß“, musste ich mir eingestehen und nickte dann, um meine Aussage zu bekräftigen. „Aber jetzt los, Pina und Bee brauchen Beschäftigung!“
      „Du findest das 'süß'? Ich finde das nicht ansatzweise lustig! Was, wenn wir irgendwann zu- … äh, ich meine, was, wenn du irgendwann einen Freund hast und den nicht wiedererkennst?!“
      „Du bist ja niedlich“, grinste ich nur und kniff Matthew in die Wange, ehe ich seine Hand schnappte und ihn hochzog, um ihn mit zu den Boxen von Pina und Beverly zu ziehen.

      Pina hob inzwischen sogar den Kopf, wenn ich an ihre Box kam. Während Matthew sich mit Bee beschäftigte, die er gewissermaßen unter seine Fittiche genommen hatte, wollte ich mich lediglich ein wenig um Pina kümmern.
      „Wollen wir die Beiden einfach in der Halle laufen lassen?“, wandte ich mich an Matthew, der seinen Kopf zu mir drehte und mir bestätigend zunickte. „Gute Idee. Dann können wir Fame gleich mit reinlassen, meinst du nicht?“
      Diesmal war ich diejenige, die nickte. Da die drei Stuten untereinander inzwischen wohl auskamen und auch auf der Weide ziemlich oft zusammen spielten, sollte es kein Problem sein, Pina, Beverly und Hall of Fame CU gemeinsam in die Reithalle zu lassen.
      Nachdem wir also die beiden jüngeren Stuten zunächst einmal in die Reithalle verfrachtet hatten und Matthew Fame holte (ich wollte ihn nicht mit Pina alleine lassen, denn die kleine Stute akzeptierte noch immer nur Gwen und mich), sorgte ich dafür, dass sich die beiden Roans schon einmal austobten.
      Mit beiden wurde momentan mehr als genug Bodenarbeit gemacht. Bei Pina, um ihr Vertrauen wieder aufzubauen und ein gewisses Vertrauensfundament errichten zu können; bei Bee, um sie langsam aber sicher an Sattel und Trense zu gewöhnen und deren Gewicht ebenfalls mit einzubeziehen. Beide steckten momentan in einer Phase, in der sie vieles zu lernen hatten; dennoch gab es noch immer viel zu viel zum Entdecken.
      Ruhig und gemütlich kam der Palomino mit der kurzen Stehmähne in die Halle geschritten, mit hoch erhobenem Kopf beobachtete sie dann interessiert das Treiben in dieser. Als die inzwischen fünfjährige Stute die beiden anderen Ponys erblickte, schnaubte sie und scharrte mit dem Huf, darauf wartend, dass Matthew ihr das Halfter abstreifte. Obwohl sie unter dem Reiter ein Traumpferd war und auch charakterlich total klasse, hatte sie doch noch ihre kindlicheren Momente, in denen sie es liebte, mit den anderen Pferden durch die Halle zu toben und sich einmal richtig auszulassen. Beinahe direkt, nachdem der Mann ihr das Halfter abgezogen und sie verabschiedet hatte, preschte sie im Galopp auf die anderen beiden Stuten zu.
      Während die drei Reitponys sich gegenseitig immer weiter hochschaukelten und kaum zur Ruhe kamen, weil sie immer wieder mit dem Buckeln anfingen, standen Matthew und ich in der Reithallenmitte und verfolgten die Ponys mit unseren Augen.
      „Gibt dir das wirklich zu denken? Dass ich dich nicht erkannt habe, meine ich?“, hakte ich dann nach einer Zeit nochmal nach und hob meinen Blick, um Matthew anzusehen. Da er seinen Blick stur geradeaus hielt, konnte ich nur sein Profil mehr als gründlich studieren und ließ mir diese Möglichkeit dann auch nicht nehmen.
      „Wenn du dann mit dem Starren fertig bist, möchtest du noch eine Antwort?“, grinste der Mann und schmunzelte dann nur noch leichte.
      „Ja“, erwiderte ich und senkte meinen Blick wieder, sah Matthew danach aber erneut an.
      Ein leise gemurmeltes, kaum hörbares „Ja, tut es“ war das Letzte, was ich von Matthew hörte, ehe er auf dem Absatz kehrtmachte und die Halle verließ. Völlig überrumpelt starrte ich ihm hinterher, beobachtete ihn, wie er das Hallentor hinter sich schloss und Joline im nächsten Moment hereingeplatzt kam.
      „Matthew hat gesagt, du bräuchtest gleich Hilfe beim Pferde zurückbringen?“
    • Samarti
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      Die fünf Kleinen plus Mama
      03/2015 | 4784 Zeichen
      Der Schnee begann langsam zu schmelzen und der Frühling hielt endlich ein wenig Einzug, auch, wenn man dies aufgrund der ständigen Unwetter kaum zu glauben vermochte. Dennoch raffte ich mich an diesem Morgen schwermütig hoch, denn mir stand einiges bevor: Meine fünf Jüngsten wollten schließlich beschäftigt werden!

      Dementsprechend machte ich mich schon bald, bewaffnet mit einem Apfel und einem Trinkpäckchen Orangensaft als Frühstück, auf den Weg in jenen Stalltrakt der Nachwuchspferde und ließ um fünf Uhr morgens das erste Licht durch das riesige Stalltor hineinfallen. Es war ruhig im Stall und die Fünf (plus Romantica) waren noch sichtlich müde, denn Beverly sah ich nur dösen und Pina, die zwar hochschreckte und mich neugierig und mit der gewohnten Portion Skepsis und Argusaugen beobachtete, hatte sogar noch einen relativ verschlafenen Blick auf dem Gesicht, bei dem ihr die Augen fast wieder zufielen. Mir bedeutete allein dieser Ausdruck schon eine ganze Menge – vor einem halben Jahr hätte sie die Box zertreten, doch Gwens und mein Training mit ihr tat das Beste, um sie sozialer zu machen. Dies schafften wir auch bisher ganz gut. In der Nähe von uns beiden ließ sie sich inzwischen sogar einigermaßen fallen und das füllte meine Brust mit unbändigem Stolz, der meine Brust wohl auf das Dreifache anschwellen ließ.
      Da es noch sehr früh war, hatten die Ponys noch kein Futter bekommen, weshalb ich die Aufgabe heute einfach mal übernahm, ohne groß zu murren. So ein bisschen Zeit im Stall, wenn die Pferde zufrieden auf ihrem Futter herumkauten, war auch mal etwas schönes und so konnte ich zumindest noch einen dezenten Schönheitsschlaf ergattern, der mir in meinem Zustand echt gut tat. Augenringe bis zum Gehtnichtmehr, meine Haut war irgendwie ein wenig gerötet und würde mich so jemand sehen, würde er denken, ich wäre todkrank.
      Anfangen tat ich mit Burnin' Unbridled Dreams, Rozene und Chesmu, nachdem sie ihr Futter zufrieden aufgefressen hatten und nun glücklich in der Box standen. Die zwei waren nur ein Jahr auseinander, und Chessi sah zwar schon sehr viel weiter entwickelt aus, doch verstehen taten die beiden sich mehr als gut; beinahe prächtig. Dies war auch der Grund, warum sie so oft zusammen laufen gelassen wurden, denn es freute die beiden fast mehr als mich, wenn ich zusehen konnte, wie sie zusammen Fangen spielten oder gemeinsam herum tobten.
      Heute durften Chessi und Dajun zwar „nur“ in die Halle und wurden laufen gelassen, doch man merkte, wie sie sich über die Bewegung freuten und trotz der Tatsache, dass es noch viel zu früh am Morgen war, tobten sie ausgelassen über den Sand und wirbelten diesen hinter sich auf.

      Genauso handhabte ich es mit Pina und Bee. Auf der Weide sah man die beiden Roans stets zusammen, fast nie traf man sie allein an – Bee war so etwas wie Pinas beste Freundin, die ihr alles Neue und Unbekannte geduldig gezeigt hatte und sie nun vor allem Bösen beschützte. Irgendwie war der Gedanke daran, dass die nur knapp ein Jahr ältere Stute der jüngeren alles beibrachte und lehrte, verdammt niedlich. Anfangs hatte ich eher daran gedacht, Pina zu Goldherz zu stellen, denn die gute Stute hatte mehr als genug Erfahrung mit Fohlen und jüngeren Pferden, und aufgrund ihrer Gutmütigkeit wäre auch sie wohl mehr als perfekt für diese Aufgabe gewesen. Als ich dann aber gesehen hatte, wie prächtig Bee und Pina miteinander auskamen, brachte ich es nicht mehr übers Herz, die zwei voneinander zu trennen.
      Der Hocker, auf dem ich in der Mitte der Reithalle saß, wackelte zwar etwas hin und her, wenn ich mein Gewicht verlagerte, doch irgendwie hatte ich es geschafft, ihn so tief im Sand zu verankern, dass er still blieb, selbst, wenn ich mich fast komplett nach hinten in den Sand fallen ließ.

      Rozene war die letzte, die an der Reihe war. Sie stand jedoch bei Romantica, da sie noch lange nicht soweit war, entwöhnt zu werden. Dementsprechend hatte ich beschlossen, mit Mutter und Fohlen einen Spaziergang zu unternehmen, der allerdings nur knappe zwanzig Minuten anhielt, denn das kleine Stutfohlen hatte noch lange nicht genügend Ausdauer, um viel mehr auszuhalten. Wer konnte es ihr übelnehmen – sie war erst fast drei Monate alt und dementsprechend noch nicht „das Gelbe vom Ei“.
      Romantica war eine ausgezeichnete Mutterstute, was mir immer wieder bewiesen wurde. Auch jetzt gab sie sich sichtlich gelassen, wenn Rozene sich erschrak, hatte Geduld mit ihr und gab ihr liebevoll den Freiraum, den das Fohlen zum Erkunden der ungewohnten Umgebung benötigte. Rozene dankte es ihr und sprang ausgelassen herum, schnupperte an fremden Büschen und schrak zurück, wenn es im Unterholz raschelte, um sich dann ängstlich hinter Mama zu verstecken. Es war ein wahrlich idyllisches und harmonisches Bild, das das Paar abgab.
    • Samarti
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      Mama über alles

      04/2015 | 7287 Zeichen
      „Wo ist das?!“ Eine aufgehetzte Elena rauschte mit hochrotem Gesicht an mir vorbei und ich spürte sogar einen leichten Windhauch, der meine Wangen kitzelte.
      „Was suchst du?“
      „Mama! Ich brauche Mama! Mamas finden immer alles!“, regte sie sich weiter auf und ließ Jojo und mich rat- und tatenlos nebeneinander stehen. Wir runzelten nur verwirrt die Stirn und als Eli das nächste Mal an uns vorbei zischen wollte, packte Juli sie entschlossen am Unterarm und hielt sie so fest, dass die Blondine gar keine andere Chance hatte, als uns zu sagen, warum sie so orientierungslos durch das Haus raste: „Ich hab letztens so eine Kaffeemaschine gekauft und jetzt suche ich den dämlichen Kassenbon. Wenn man den nämlich vorlegen kann, kriegt man hundert Kapseln gratis. Hundert!“
      Jojo und ich sahen uns nur an und wie aus der Pistole geschossen machten wir abwechselnd Vorschläge, wo sich das Zettelchen versteckt haben könnte.
      „Portemonnaie?“ – „Jackentasche?“ – „Irgendeine Ablage?“ – „Auf den Boden gefallen?“ – „Hosentasche?“ – „Im Unterwäschefach im Kleiderschrank?“
      „Jojo? Wieso Unterwäsche?“, unterbrach ich unser 'Gespräch' (das übrigens wirklich klang, als wäre es einstudiert worden oder so), doch mich empfing nur die pure Ignoranz. Jojo hatte sich inzwischen ihrem Handy gewidmet und Elena lief noch immer total wüst durchs Haus.
      „VERDAMMT! ICH HAB DEN DOCH HEUTE NOCH GELESEN!!!“, tobte sie schließlich und trat so fest gegen einen Mülleimer, dass dieser umkippte. Die Augen der Blondine leuchteten kurz auf, dann stürzte sie sich wie ein hungriger Bär auf den umgekippten Papiermüll; erfolglos.
      „Das war jetzt schon der zweite Mülleimer!“, stöhnte sie völlig fertig auf und raufte sich das Haar. „Ich geh mal im Bad weiter Power Suching machen.“
      „Mach das“, bestätigte ich sie und schüttelte dann den Kopf, als sie verschwunden war. „100 gratis Kapseln... Das sind ja ganze drei Euro!“
      „Drei Euro, mit denen man sich einen Eistee kaufen kann“, erwiderte Jojo protestierend und ich seufzte nickend.
      „Vierzig oder fünfzig Euro trifft es eher!“ Natürlich war Elena wieder da. Und natürlich war sie noch nicht fündig geworden. „Ich sterbeeeee!“
      „Das glaube ich nicht, noch siehst du ganz gesund aus.“
      „Du sagst es: noch! Ich brauche echt Mamas Superkräfte...“

      Staunend betrachtete Jojo Vendetta, Pina und Beverly, die allesamt fröhlich in der Reithalle ihre Runden drehten, sich gegenseitig in die Hintern zwickten und immer weiter anspornten, noch nicht mit dem Laufen aufzuhören. Wir hatten zwar auch einige kleine Kreuze aufgestellt, um zu sehen, ob sie diese auch überqueren würden, aber das war dann wohl eine Fehlanzeige gewesen – die drei jungen Stuten waren viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie die niedrigen Hindernisse auch nur eines einzelnen Blickes würdigen würden.
      „Wahnsinn, wie gut die sich verstehen“, brachte Jojo nach einer Weile hervor und ich versuchte, ihre Gesichtszüge zu analysieren. Man konnte klar sehen, dass sie wahnsinnig stolz auf die Entwicklung Vendettas war, auch, wenn man ein Fünkchen Sehnsucht in ihren Augen ausmachen konnte. Dennoch hoffte ich, dass das Wissen, dass es Vendetta hier blendend ging, der Sehnsucht überlegen war und definitiv überwog.
      Die junge Fuchsstute mit dem schicken blauen Auge hatte es mir von Anfang an angetan, und wenn ich sie so beobachtete, wusste ich auch direkt wieder, wieso: die dynamischen Bewegungen; der neugierige, aufmerksame Blick; dieses kecke Gesicht – sie war nahezu perfekt und auch farblich einfach genau das, was mir zuvor noch so sehr gefehlt hatte.
      Pina blühte immer mehr auf, und auch, wenn sie Jojo anfangs noch eine gesunde Portion Skepsis gegenüber gezeigt hatte, so ignorierte sie sie momentan geflissentlich. Meine neue Nachbarin schien dies nicht zu stören, die betrachtete viel mehr Bee, welche sich mal wieder liebend gern in den Mittelpunkt stellte und versuchte, alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen – wie sie es so oft und gerne tat.
      „Na gut, ich glaube, das reicht für heute“, meinte ich irgendwann und hielt Jojo Vendettas Führstrick hin. „Ich glaube kaum, dass Pina dich an sich ran lässt … und Bee übernehme ich gerne selbst“, zwinkerte ich ihr zu und bemerkte selbst mit nur einem offenen Auge, wie sehr sie sich über die Zeit mit Vendetta freute. Es ging eben nicht spurlos an einem vorbei, wenn man das Pferd, das man aufwachsen sehen und auf seinem Lebensweg begleitet hatte, auf einmal einfach nicht mehr jeden Tag sah, wie es dir von der Weide aus entgegensah und dich liebevoll begrüßte. Dennoch wusste Jojo, dass sie jederzeit willkommen war; und das nicht nur, um sich mit Vendetta zu beschäftigen.

      „Sie hat so eine schöne Farbe!“, seufzte Joline verträumt und kraulte dem kleinen Stutfohlen liebevoll die Stirn; Rozene liebte das. Zwar war sie, wie so viele Fohlen zu Beginn ihrer Zeit, noch etwas schüchtern und zurückhaltend, dennoch stellte sie uns bereits jetzt oft genug auf die Probe und versuchte, uns zu ärgern: wie das eine Mal, als sie einfach ausgebüxt war und Gwen mir helfen musste, sie wieder einzufangen. Rozene hatte total Spaß daran! Trotzdem war sie noch immer ein niedliches Fohlen, das seine täglichen Streicheleinheiten einholen wollte und zu einer ziemlichen Zicke mutieren konnte, wenn sie diese nicht bekam oder sie nicht intensiv genug waren. Deshalb war es bei dem Fohlen von Romantica umso wichtiger, dass man sie nicht einfach so ignorierte, denn das kratzte ziemlich am Ego des Silver Buckskins und sorgte dafür, dass sie tagelang einen auf beleidigte Leberwurst machte.
      „Das hat sie wirklich“, antwortete ich resigniert und betrachtete Rozenes Augen, die die gleiche Farbe hatten wie Rosinen – was dann auch wohl dafür gesorgt hatte, dass sie ihren jetzigen Namen bei der Geburt erhalten hatte. „Ich freue mich schon ehrlich darauf, wenn sie wächst und wirklich größer wird. Es wird bestimmt toll, ihrer Entwicklung zuzusehen – ich meinte: Guck sie dir an!“
      „Allerdings.“ Joline nickte und lächelte mir dann aufmunternd zu. „Das wird wirklich schön. Ich bin auch schon darauf gespannt, was aus ihr für ein Pferd wird.“

      „Cre- … äh, Chessi!“
      „Dass gerade dir so ein Versprecher passiert, ist kaum zu glauben“, kommentierte Zai sarkastisch, als ich gerade auf den jungen Hengst zuging, der noch in seiner Box stand und mich aus großen Augen betrachtete; dabei verfolgte er jede meiner Bewegungen genauestens und inspizierte erst mich, dann Zairina auf der Suche nach Leckerlis. Schließlich wurde er auch fündig und ergatterte eine knackige Möhre, die er genüsslich in seinem Maul verschwinden ließ und sie dann zerkaute, während er uns noch weiter betrachtete. Auch Chesmu war inzwischen bereits mehr als zwei Jahre alt, auch, wenn man es ihm nicht direkt ansah; hatte er doch noch einen sehr unproportionierten Körperbau, der noch immer eher an Fohlen erinnerte als an alles andere.
      „Tja, Kleiner“, murmelte ich gedankenverloren und tätschelte den Hals des Hengstes, „ich hoffe, du bist eines Tages in der Lage, in die Hufabdrücke deines Vaters zu treten.“
      „Oooh, wie süüüüüüüüüüß!“, quiekte Lena und Chessi und ich sahen erschrocken auf und sie an.
      „Hast du gesoffen?“

      MAMA! <3 Kassenbon war an die Pinnwand geheftet, aber da habe ich natürlich nicht nachgeguckt. Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich meine Mami liebe?
    • Samarti
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      Bodenarbeit
      05/2015, von Gwen | 3311 Zeichen
      Wenn sich Trainer untereinander weiterbilden wollen, endet das meistens in Katastrophen. Ich bin ja der Meinung, dass ich da inzwischen aus Erfahrung sprechen kann. Dennoch machte ich jedes Mal wieder den Fehler, aber immerhin bot mir Elisa auch ein Eis an und dazu konnte ich nicht nein sagen! Zumindest wusste ich zu dem Zeitpunkt nichts über die weiteren Konditionen des Vertrags, nämlich dass Matthew mit von der Partie war.
      Den Schock bekam ich erst, als ich mit Ginny drüben auf Crown Hill aufkreuzte und ihn neben Elisa stehen sah. Jetzt war der richtige Zeitpunkt, um zu verhandeln! Mit meinen 162cm baute ich mich vor Elisa auf und sagte mit fester Stimme und auf Matthew deutend: „Nur gegen zwei Eis und Ausfall der nächsten Jogging-Runde!“
      Mein Auftreten musste sehr einschüchternd gewesen sein, denn Matthew verschwand in den Stall, dass er dabei die Augen verdrehte, sah ich nicht, hätte ich mir aber denken können, wenn ich ein wenig klarer im Kopf gewesen wäre, und Elisa sagte sofort ja, auch wenn sie lachte, aber sie war bestimmt nur eingeschüchtert!
      Zwei Minuten später kam Matthew mit Pina und Bee wieder aus dem Stall. Ich sollte den beiden ein paar Grundlagen aus der Bodenarbeit zeigen. Manchmal kam es mir ja so vor, als wäre ich die „Öko-Tante“, weil ich wesentlich mehr von Bodenarbeit, Vertrauen und so hielt, als der Rest. Gut, vielleicht übertrieb ich es manchmal, aber bisher hatte es niemanden geschadet!
      Und bei der scheuen Pina würde ich damit sicherlich Erfolg haben. Als Exempel hatte ich Ginny mitgebracht, denn die dreijährige Stute konnte schon allerhand. Elisa kümmerte sich um Pina, denn ihr vertraute die scheue Stute am meisten und Matthew durfte sich mit Bee beschäftigen.
      Wir begannen mit den Grundlagen: Also dem Führen, Stehenbleiben, Rückwärtsrichten und Weichen auf die kleinsten Kommandos und mit möglichst wenig Druck. Ich machte es mit Ginny vor und die anderen beiden nach. Bee war klug und kannte es schon grob, Pina hingegen tat sich schwer, aber mit viel Ruhe und Geduld gelang es auch bei ihr recht schnell.
      Dann nahmen wir zur Erwärmung ein wenig Kopfdenken dazu und bauten einen kleinen Parcours auf. Dieser bestand aus einer Wippe, einem Stangen-L und vielen mehr. Wir durchließen den Parcours einige Male und dadurch wurden die Jungpferde schnell aufmerksamer und neugieriger auf neue Dinge.
      Also wurden die Anfangsübungen wiederholt und wir nahmen die Seitengängen mit dazu, also zumindest deren Anfänge. Das klappte auch wirklich gut und selbst die scheue Pina fand schnell Gefallen daran, ständig Lob und Leckerlis von Elisa einzuheimsen. Bee hatte es mit Matthew nicht ganz so leicht, aber auch sie hatte schnell den Bogen raus und Ginny riss sich sowieso immer zusammen, vorbildliches Westernpferd eben.
      Wir waren fast eine Stunde auf den Platz und manchmal erzählte ich auch nur viel Theorie und die Jungstuten durften sich ausruhen. Am Ende versprach ich Elisa auch noch, dass ich ab und an mit Pina und Bee noch arbeiten würde, um den beiden weitere Grundlagen beizubringen.
      Als wir fertig waren, schaute ich mich verwirrt um. Schon die ganze Zeit hatte ich mich so beobachtet gefühlt. Und dann klappte mir die Kinnlade herunter: Elena saß mit Sonnenbrille und Zitronenlimonade auf der Veranda in ihrem Liegestuhl und beobachtete uns grinsend.
    • Samarti
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      Fortschritte

      06/2015 | 3651 Zeichen
      Meine Roanstute wartete bereits am Zaun, als ich mit einem Beutel Karotten auf das Weidetor zugelaufen kam.
      „Na du?“, begrüßte ich sie und wuschelte durch ihren Schopf, was das junge Pony mit einem empörten Kopfschütteln und einem lauten Schnauben quittierte. Was ihre Frisur anging, war Pina wirklich penibel und sehr kleinlich. Auch, wenn es auf den ersten Blick nicht so aussah, weil sie lieber auf Abstand ging, war es ihr dann doch wichtig, dass sie nicht aussah, als wäre sie gerade erst aufgestanden.
      Immerhin mir brachte das Pony inzwischen einiges an Vertrauen entgegen. Obwohl sie sich gegenüber anderen noch sehr misstrauisch und skeptisch verhielt, hatte unsere Arbeit dann doch noch etwas gebracht und die Bodenarbeit, bei der Gwen uns ständig und so gut wie nur möglich unterstützte, trug sein Übriges dazu bei, dass wir uns langsam immer weiter annäherten und verstanden. Zum Joggen gehen war Pina der perfekte Partner: Sie achtete auf mein Tempo und wies eine ziemlich gute Kondition auf, weshalb sie definitiv länger durchhielt als ich. Aber auch das Spazierengehen machte ihr Spaß. Man konnte sich auch einfach mit ihr auf den Reitplatz begeben und eben ein wenig Bodenarbeit mit ihr machen – oder ich setzte mich einfach zu ihr auf die Weide und irgendwann kam sie zu mir, um mir zumindest kurz Gesellschaft zu leisten.

      Genau jene Stute brachte mich allerdings mit einem sanften Stupser mit der Nase gegen meine Schulter in die Gegenwart zurück und riss mich jäh aus meinen Gedanken.
      „Du hast wohl Hunger, was?“, grinste ich und strich ihr über die Stirn. „Dann will ich dich mal nicht weiter auf die Folter spannen, nicht, dass du uns noch verhungerst.“
      Nun kam auch Ocean Water dazu. Obwohl Pina im Stall der Nachwuchspferde stand, teilte sie sich auch eine Weide mit Ocean. Die ältere Stute hatte ihr vieles beibringen können und dafür gesorgt, dass Pina generell etwas ruhiger geworden war; nicht mehr ganz so schreckhaft und ängstlich wie zu Beginn. Auch, wenn sie dieses Verhalten wohl nie so ganz ablegen würde (das würde ich bei derartig schlechten Erfahrungen wahrscheinlich auch nicht einfach so können), hatte es ihr doch geholfen, ihr Selbstvertrauen und -bewusstsein wieder aufzubauen und auch anderen Lebewesen etwas mehr Vertrauen und Billigung entgegenzubringen.
      Die gepunktete Stute holte sich nur liebend gern eine Möhre ab und zerkaute diese genüsslich, während ich sie hinter den Ohren kraulte – mein alte Dame liebte das. Es war definitiv keine Fehlentscheidung gewesen, sie von Occulta aus England hierher bringen zu lassen, denn trotz ihres doch schon relativ hohen Alters war die Reitponystute noch topfit und manchmal auch im Kopf wie ein kleines Jungpferd, das mit den anderen Weidegenossen ab und zu mal spielen musste.

      Daraufhin führte mich mein Weg zu Très Jolie, die erst vor kurzem offiziell zur Zucht zugelassen worden war. Dennoch hatte sie schon ein Fohlen: die kleine Pamuya, die ihrer Mutter rein äußerlich in nichts nachstand. Pamuya und Aponi waren wie ihre Mütter Teddy und Ace of Clubs ziemlich gut befreundet und verstanden sich beinahe blendend – sie harmonierten einfach miteinander und genau das war immer schön anzusehen.
      Teddy, die ihrem Namen alle Ehre machte, trottete direkt auf mich zu und rieb ihre Stirn an meiner Seite, um sich ihre tägliche Kuscheleinheit abzuholen. Nur liebend gern nahm ich das Angebot an und strich ihr über das helle, samtweiche Fell, woraufhin der Palomino genüsslich seine Augen schloss und laut ausatmete. Es war wirklich immer wieder schön, zu wissen, dass man sich auf seine vierbeinigen Freunde stets verlassen konnte, wann immer es auch nötig war.
    • Samarti
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      Vielversprechende Enttäuschungen

      07/2015 | 8725 Zeichen
      „OH MEIN GOTT! ELISA! LAUERST DU MIR AUF?!“ Gwens Geschreie war kaum viel mehr als ein kehliges Quieken, weshalb sie sich gleich einen Schlag in den Nacken von Elena einfing.
      „Nein, aber ich sehe das doch, wenn du auf meinen Ho-“
      Elena unterbrach mich: „Sie lauert dir auf.“
      Mit den Augen rollend brachte ich nur ein gemurmeltes „Jaja“ heraus und drückte dann beiden Frauen jeweils ein Halfter in die Hand. Das eine schwarz, das andere dunkelbraun.
      „Wessen sind das?“, fragte Elena argwöhnisch und betrachtete das schwarze Halfter in ihrer Hand genauestens. „Sacramentos“, ich deutete auf das in Elenas Hand, „und Azraels.“ Diesmal zeigte meine Hand auf das Halfter, welches Gwen sich über die Schulter geworfen hatte. „Und das hier, weil ihr fragt, ist Avantis.“ Demonstrant hielt ich das gelbe Halfter in die Höhe.
      „Haha, ihr werdet genötigt!“, unterbrach Jojo meine Showeinlage, die in dem Moment mit Pacco (oder wie sie ihn noch immer hartnäckig nannte: Pax) daherlief und mich provokant ansah. „Elisa, du solltest doch was mit dem armen Pac-, äh, Pax machen! Der ist so einsam, jetzt musste ich was mit dem machen!“
      „Jojo, es ist dein Fohlen“, entgegnete ich, verdrehte die Augen und stemmte die Hände in die Hüften.
      „Ja, ja. Bla, bla, blaaaaaa“, machte Jojo nur und streckte mir die Zunge raus. „Wir gehen jetzt spazieren. Tschüss! Leb mit deinem schlechten Gewissen!“ Schon war sie wieder von der Bildfläche verschwunden.
      „Und wir hier“, nun deutete ich erst auf Elena, dann auf Gwen und schließlich auf mich, „gehen jetzt ausreiten!“

      Meine drei Hengste hatten wir bald von der Weide geholt, auf der sie zuvor gestanden hatten. Sacramento war direkt auf uns zugekommen und hatte seinen Kopf sogar schon in das Halfter in meiner Hand stecken wollen, also hatte Eli ihn erst davon überzeugen müssen, seine Nase in das in ihrer Hand zu stecken.
      Azrael war zwar nicht davon begeistert, jetzt dieses Ding über den Kopf gestreift zu kriegen, dennoch blieb er auf der Stelle stehen und ließ es ohne zu murren über sich ergehen.
      Avanti hingegen machte sich einen Spaß daraus, vor mir wegzulaufen, dann stehen zu bleiben, auf mich zu warten, und schließlich wieder auf dem Absatz kehrt zu machen. Immer wieder drehte er sich vor mir, galoppierte mit hoch erhobenem Schweif wieder einige Meter weit weg und spielte dieses Spiel eine gefühlte Ewigkeit mit mir. Elena und Gwen, die ihre Hengste inzwischen schon aufgehalftert und neben sich stehen hatten, lachten mich lauthals aus, feuerten Avanti noch mit einem ironischen „Vorwärts, Avanti, vorwärts!“ an und schienen das Schauspiel köstlich zu genießen.

      „Ich hab heute Morgen mal in meiner Steam Bibliothek geguckt und irgendwie … habe ich da ein Survival Game mit Haien drin? Ich weiß nicht, wieso, aber … es ist mit Haien! Und es heißt Depth. Kennt ihr das?“, plapperte ich munter drauf los, während wir auf den Rücken der drei Reitponyhengste saßen und durch die kanadischen Wälder streiften. Wir waren bereits eine knappe halbe Stunde unterwegs und hatten dennoch noch nicht viel zu sehen gekriegt. Irgendwie verkrochen sich die Waldbewohner momentan und versteckten sich vor uns. Aber gut, bei 18 Beinen würde ich das wahrscheinlich auch tun. Und in dem Moment überkam mich die Vorstellung eines Tausendfüßers – angeekelt schüttelte ich mich, erntete deshalb verwunderte Blicke und zuckte nur mit den Schultern. „Was?“, fuhr ich die beiden anderen Reiterinnen an und wandte dann meinen Blick ab, was sie mir gleich taten.
      „Elisa“, setzte Elena an, „wenn du deine Klappe mal halten würdest, würde man sogar das Hufgetrappel der Pferde hören, aber so … nope, is' nich'.“
      Gwen hingegen ließ sich von mir mitreißen: „Das klingt ja cool! Vielleicht können wir das ja später mal zusammen spielen!“ Ihre Augen glänzten begeistert auf und ich wackelte vielsagend mit den Augenbrauen. „JA!“ Dann drehte ich mich zu Elena: „Und du?“
      „Nee. Die Anforderungen erfüllt mein PC bestimmt nicht.“
      „Langweiler“, seufzte ich und wir alle blieben für einen Moment still. „Ich kann dir aber mal den Trailer zeigen, ich hab den auf dem Handy!“, schlug ich ihr dann begeistert vor und Elena sah mich zwar erst skeptisch und mit einer gewissen Portion Misstrauen an, nickte dann aber. „Okay.“
      Nachdem sie den Trailer gesehen hatte, kam nur ein „Oh Gott, kämpfen. Kämpfen kann ich nur bei Lego“ zurück, weshalb ich erwiderte: „Aber du kannst sogar einen Hai spielen.“
      „WAAAAS? Oha, wie cool! OHA!“, empörte sich Elena, änderte aber ihre Meinung nicht, dass sie nicht mitspielen würde. Aufgrund ihrer beleidigten Aussage bekam sie es als letzte mit, dass wir anderen bereits angaloppiert waren und den breiten Sandweg nutzten, um den Hengsten die Möglichkeit zu geben, sich mal wieder richtig auszutoben.

      Nach unserem Ausritt kamen wir alle ziemlich fertig auf dem Hof wieder an, ließen die Hengste wieder auf die Weide und begaben uns dann nochmal in Richtung der anderen Weide – der Weide, auf der Nessaja, der Eistee, Pina und Beverly momentan standen. Icetea und Nessi waren jetzt weitere zwei Stuten, die in die Ausbildung einsteigen würden. Icetea war zwar schon etwas weiter fortgeschritten, aber auch Nessi war inzwischen dreijährig und würde in einiger Zeit dann zumindest an Sattel und Trense gewöhnt werden können. Als ich gehört hatte, dass Nessi sowohl eingeritten als auch eingefahren sein sollte, war mir nichts weiter als ein Kopfschütteln eingefallen. Eddi hatte es mir so erzählt, anscheinend von den Vorbesitzern erfahren, dennoch glaubte und hoffte ich das noch nicht so ganz. Obwohl die Stute schon ziemlich reif und vor allem erfahren für ihr Alter war, war es definitiv noch nicht an der Zeit, sie bereits vollständig eingeritten zu haben.
      Mit Bee könnte es momentan eigentlich kaum besser laufen. Langsam wurde sie inzwischen angeritten, nachdem sie sich endlich an das Sattelzeug gewöhnt hatte und sogar damit an der Longe gelaufen war. Auch die Stimmkommandos saßen inzwischen einwandfrei und stellten kaum noch Probleme dar, sodass wir bald mit dem Reitergewicht einsteigen würden.
      Pina war … Pina. Noch immer ziemlich misstrauisch, wenn es darum ging, mit jemand Anderem als Gwen oder mir zu arbeiten, weshalb wir beide es waren, die sich mit der Ausbildung der Stute auseinandersetzten. Dennoch hatten wir noch einen ziemlich weiten Weg vor mir, weshalb wir uns besonders bei ihr größtenteils auf die Bodenarbeit und die wesentlichen Aspekte des Vertrauensaufbaus beschränkten. Zwar war die kleine Stute nun seit fast einem Jahr bei uns, trotzdem wollten wir nichts überstürzen; gerade wegen ihrer schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit.
      Auch Icetea würde bald wieder ins Training einsteigen können. Obwohl sie zuvor bereits angeritten worden war, so hatten wir noch jede Menge Arbeit vor uns, bis sie wirklich so weit war.
      „Wann wollen wir mit ihr einsteigen?“, fragte Matthew, der neben mir stand, in dem Moment und deutete dann mit dem Kopf in Richtung der dunklen Ponydame.
      Ich zuckte nur mit den Schultern. Eigentlich war Icetea mehr als bereit, aber ich wollte ihr die Zeit lassen, die sie brauchte, besonders wenn es die Umgewöhnung von der Hitze Wyomings zur Kühle Kanadas betraf. Laut Eddi war es die letzte Zeit in Wyoming brechend heiß gewesen und der Umschwung zum vergleichsweise doch ziemlich erfrischenden Kanada war dann vielleicht nicht so das Wahre, um direkt zu beginnen. Das würde wahrscheinlich weder Icetea noch uns zugute kommen.
      „Ich weiß nicht“, erwiderte ich deshalb nur. „Wir werden dann anfangen, wenn sie sich an ihr neues Zuhause gewöhnt hat. Auch, wenn ich noch nicht einmal weiß, wie lange wir noch etwas von ihr haben werden.“ Gleichgültig winkte ich ab, drehte mich dann um und ging zurück ins Haus, um mir nun endlich das langersehnte Haispiel zu downloaden, von welchem wir nur noch knapp drei Stunden haben würden, es war schließlich nur ein Testwochenende! Und Wochenenden endeten nun mal sonntagabends!

      Depth war eine richtige Enttäuschung. Also, so wirklich. Wir hatten uns ausnahmsweise mal bei Gwen verabredet, also hatte ich bald mit meinem Laptop in der Hand in ihrem Wohnzimmer gestanden, alle Anwesenden begrüßt und war dann schon wieder in Gwens Zimmer verschwunden, wo ich sie glücklicherweise angetroffen hatte. Wir beide hatten uns das Spiel schon installiert, aber so wirklich verstehen taten wir es nicht.
      Deshalb hatten wir von den 19 Spielminuten, die uns bei Steam angezeigt wurden, nicht eine einzige gespielt, sondern nur in irgendwelchen öffentlichen Lobbys gegammelt, weil die dämlichen Leiter nie anwesend waren.
      „Deinstallation?“, fragte ich Gwen nach endlos vielen missglückten Versuchen und sah sie abwartend an.
      „Deinstallation“, besiegelte sie es und ich seufzte nur erleichtert auf. Zum Glück.
    • Samarti
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      Bodenarbeit à la Gwen
      08/2015, von Gwen | 10.040 Zeichen
      „Neee oder? Boah Leute, so war das nicht gemeint!“
      Frustriert schlug ich die Hände über dem Kopf zusammen. Ich hatte Elisa angeboten, dass ich ihr gerne das ein oder andere Jungpferd abnahm und mit ihm ein wenig vom Boden aus arbeitete. Im Gegensatz zu ihr machte ich das nämlich wirklich gerne. Das Angebot hatte Elisa auch sofort angenommen und mir heute Morgen angekündigt, dass sie jemanden vorbeibringen würde. Dementsprechend hatte ich mich schon ein wenig vorbereitet, damit ich nicht vollkommen überrascht sein würde.
      Überrascht war ich dann trotzdem, denn ich hatte nicht damit gerechnet, dass Elisa nun mit Pina, Eistee, Nessi und Dajun bei mir aufkreuzen würde und sie mir eiskalt auf eine Weide stellte, um dann wieder klang heimlich im Wald Richtung Townsend Acres zu verschwinden. Sie glaube doch nicht im Ernst, dass ich nicht wusste, wo ich sie im Notfall finden würde? Ich war kurz davor, ihr hinterher zulaufen und sie zurück zu schleifen, aber da kam auch schon Jojo angetappelt. Links Cíola und rechts Symbolic Splash und stellte die beiden ganz unschuldig mit auf die Weide, ehe sie auch wieder verschwand.
      „Ich habe euch gesehen!“, rief ich ihnen wütend hinterher und ich war mir ziemlich sicher, dass sie das auch noch gehört hatten. Unfassbar diese Menschen und mit diesen wohnte ich zusammen in einem Nationalpark! Warum hatte ich mir das nur noch einmal angetan? Nun war aus dem einen oder anderen Jungpferd eine gesamte Herde aus sechs Jungpferden geworden. Mehr Arbeit für mich. Juche.
      Da mir gar nichts anderes übrig blieb, warf ich Kathy aus den Federn und bat sie auf die übliche äußerst liebe und schwesterliche Art und Weise darum, dass sie mir bei den Jungpferden half. Sie konnte das Training genauso gebrauchen wie die Jungpferde und sie schuldete mir sowieso noch was für die ganzen Boxen, die ich in letzter Zeit für sie übernommen hatte. Nur weil ich die Studentin in der Familie war, hieß das ja nicht, dass ich meine freie Zeit gerne mit ihren Aufgaben vergeudete.

      „Such dir jemanden aus“, meinte ich eine Viertelstunde später zu Kathy und warf ihr eines unserer Knotenhalfter zu. Auch ich machte mich auf den Weg und stand vor den Stuten, um dann mit „Ene meine muh“ mein Pferdchen auszusuchen. Raus bist du war dann Eistee, also sammelte ich mir die braune Stute ein und halfterte sie. Dabei folgte sie mir auch treuherzig zum Weidegatter.
      Dort trafen wir auf Kathy, welche sich Cíola ausgesucht hatte, na das würde lustig werden. Cíola war alles: frech, aufgeweckt, intelligent, aber definitiv nicht einfach. Aber es war Kathys Wahl und dementsprechend überließ ich das auch ihr. Sollte sie ihre eigenen Erfahrungen machen.
      Elisa und Jojo hatten uns zumindest den Gefallen getan, alle Pferde zu putzen, so dass wir uns nämlich direkt auf den Weg zum Reitplatz machen konnten. Dort begannen wir mit den einfachen Übungen. Diese beinhalteten das Stillstehen, egal in welcher Position sich der Mensch befand, dass Hufe geben und allerhand Dehnübungen.
      Zum einen förderte das die Aufmerksamkeit, aber natürlich auch die Gelenkigkeit der Pferde und diese würden sie brauchen, wenn es dann bald in Richtung Reiten ging. Deshalb ging es dann auch direkt weiter mit den Führpositionen und den Stimmkommandos. Eistee machte dabei keine Probleme, anscheinend kannte sie schon so gut wie alles. Cíola hingegen… Na ja, sie testete Kathy fleißig aus und meine kleine Schwester hatte mit der jungen Stute sehr zu kämpfen.
      Mit ein paar Tipps meinerseits bekamen aber auch sie ein ansehnliches Ergebnis zu Stande und die Ergebnisse unserer ersten Einheit konnten sich doch sehen lassen. Dementsprechend wurden Cíola und Eistee auch oft gelobt und am Ende durften sie sogar zur Belohnung jeweils einen Apfel verspeisen, ehe sie wieder zurück auf die Weide kamen. Die Weide, auf welcher noch vier weitere Pferde auf mich warteten.
      Ich konnte gar nicht anders, als Jojo und Elisa eine Hass-Nachricht in den Gruppchat zu schicken, antworten tat aber nur Elena und die schrieb ein: „Und warum hat mir niemand Bescheid gesagt?!“ in die Gruppe und schon war ich noch bedienter von meinen Freunden.
      Seufzend nahm ich also Eistee das Halfter ab und fing direkt Pina ein. Und das war wirklich ein Einfangen, denn Pinas Bezugsperson war eigentlich Elisa. Von allen anderen Menschen hielt die junge Stute nicht sonderlich viel, eigentlich gar nichts, aber heute würde sie wohl oder übel mit mir Vorlieb nehmen.
      Kathy wies ich Nessi zu, damit sie auch mal noch etwas Liebes bekam und dann ging das ganze Spektakel von vorne los. Wir waren wieder auf dem Reitplatz und übten das Stillstehen, überall Anfassen lassen und Hufe heben. Nessi konnte alles und Kathy war mit der hübschen Stute schon schnell bei den nächsten Übungen angelangt. Pina hingegen machte mir das Leben nicht sonderlich leicht. Hufe geben? Niemals. Anfassen? Erst recht nicht. Stillstehen? So einen naiven Menschen wie dich kannte ich vorher noch nicht.
      Irgendwann klappte alles einigermaßen, so dass ich zu den nächsten Übungen weitergehen konnte. Da Pina aber noch nicht so weit war, fand ich es wichtig mit ihr auch noch einmal das Schrecktraining durchzugehen. Nessi kannte es bereits, also bat ich Kathy, ihre Stute wegzubringen und mir stattdessen bei Pina zu helfen. Immerhin brauchte ich nun jemanden, der die Regenschirme hielt, bunte Fahnen hin und her schwenkte und was weiß ich nicht alles.
      Ich glaube Pina drehte schon komplett durch, als sie das alles nur von weitem sah. Es dauerte auch lange, bis sie annähernd in die Nähe von etwas ging und selbst dann zitterte sie am ganzen Leib. Deshalb wurde Dajun auf den Reitplatz zitiert und als Kathy mit dem selbstbewussten Hengst voran ging, bekam auch Pina es allmählich auf die Reihe, ihre paar Nerven zusammenzunehmen und an Hütchen, Schirmen und Tonnen vorbei zu gehen.
      Anfangs huschte sie noch schreckhaft vorbei, aber am Ende sah es beinahe so entspannt und locker aus wie bei Dajun. Dementsprechend lobte ich sie auch ausgiebig und daran fand Pina besonders schnell gefallen. Ein Tipp, den ich an Elisa weitergeben sollte, denn ein Pferd, was so gut auf Stimmenlob reagierte, war Gold wert.
      Pina durfte mich nun verlassen, musste aber von Kathy noch ein wenig trocken geführt werden, denn sie hatte teilweise so einen Stress gemacht, dass sie nun relativ nass gewesen war. In der Zeit beschäftigte ich mich lieber noch ein bisschen mit Dajun. Der wohl mit Abstand am weitesten und das trotz seines jungen Alters.
      Deshalb war er heute der erste, der Hallo zum Longiergurt und zum Sattel sagen durfte. Beides legte ich nur testweise auf und führte ihn maximal eine Runde damit. Danach widmeten wir uns lieber noch ein wenig der Bodenarbeit und verfeinerten seine Reaktionen auf Körpersignale meinerseits. Das schien Dajun sichtlich Spaß zu machen und er verstand wirklich schnell den Sinn dahinter. Wenn ich dann mal wieder gut auf Elisa zu sprechen sein würde, würde ich sie sicherlich auch darüber informieren. Vorerst würde ich das aber wohl maximal Matthew oder sogar eher noch Joline anvertrauen.
      Nachdem dann auch der hübsche Roan wieder auf der Weide stand, war nur noch Symbolic Splash an der Reihe. Kathy hatte sich derweil schon feierlich verkrümelt, also würde ich alleine mit der Stute arbeiten müssen. Und was soll ich sagen? Ich konnte Lashy von Anfang an nicht leiden. Sie war todschick, keine Frage, aber sie war auch aufmüpfig, stur, zickig und für ihr Alter schon verdammt selbstsicher. Alle grauenvollen Charakterzüge in einem Pferd gepaart. Warum um Himmels Willen hatte sich Jojo denn dieses Pferd andrehen lassen? Und woher hatte die überhaupt ihren Charakter? So viel ich wusste, waren ihre Eltern und selbst die Großeltern eigentlich ganz annehmbare Pferde. Immerhin handelte es sich bei diesen um die einzigartigen DRPs von Elisa. Aber Lashy schlug in eine vollkommen andere Richtung...
      Dementsprechend wenig hielt sie dann auch von unserer Boden- und vor allem der Zusammenarbeit und ich musste sie ziemlich fordern, bis Lashy einsah, dass sie weniger arbeiten musste, wenn sie einfach mal mitmachte. Erst ab den Punkt konnten wir wirklich mit dem Training beginnen. Ich ging einmal das Fohlen-ABC durch a la Stehen bleiben, Hufe heben und Berühren lassen und wechselte dann auch schon zum Schrecktraining. Eine Sache, die Lashy ausnahmsweise mal ein wenig ihres Egos raubte.
      Nachdem sie aber bemerkt hatte, dass Regenschirme sie nicht auffraßen, war sie wieder ganz die Alte: nervtötend und egozentrisch. Dennoch gab ich nicht auf, sondern widmete mich weiterhin stur den Aufgaben. Ja, stur konnte auch ich sein und das schien Lashy zumindest so zu beeindrucken, dass sie noch bei den Führaufgaben mitmachte und wir sogar leichte Ansätze zum Longieren hinbekamen. Was für ein Fortschritt! Das würde mir Jojo doch garantiert nicht glauben.
      „Du kannst froh sein, ein Pferd zu sein. Wenn du ein Mensch wärst, würde ich mich keine zwei Sekunden mit dir rumschlagen“, murmelte ich ihr am Ende leicht genervt zu und ich war echt dankbar, dass ich auch das Training mit Lashy hinter mich gebracht hatte. Dementsprechend durfte dann auch Lashy zurück auf die Weide. Dort machte sie direkt wieder klar, wer hier die Oberzicke war und ging den anderen ebenso auf den Keks wie mir vor ein paar Minuten. Die anderen tangierte das aber relativ wenig und so stand Lashy auch irgendwann grasend, und eventuell auch ein wenig bockend, auf der Weide.
      Ich konnte nun stattdessen Elisa und Jojo die beruhigende Nachricht schicken, dass ihre Vierbeiner versorgt und fertig waren. Und siehe da! Kurz nachdem sie Nachricht abgeschickt war, kamen sie aus ihren Löchern gekrochen und standen wieder auf meinem Hof herum. Elena hatten sie dooferweise auch noch mitgebracht und diese echauffierte sich nun darüber, dass ich ihr nicht Bescheid gegeben hatte. "Wenn man schon so einen Freundschaftsdienst anbietet, dann bitte für alle!", durfte ich mir anhören und als ich mit "Aber..." ansetzte, kam nur noch ein: "Ach, papperlapapp. Du brauchst dich gar nicht erst versuchen, rauszureden."
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  • Album:
    2.1 - Hauptstall
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    1 Apr. 2017
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    Rufname: --
    geboren: Juni 2012 | Alter: 5 Jahre

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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Bay Roan mit Bend-Or Spots
    Stockmaß: 144 cm

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    Beschreibung:

    Zu früh zu stark belastet - Pina musste schon einiges in ihrem fast vierjährigen Leben aushalten. Der erste Sattel wurde ihr auf den Rücken geschmissen, als das Pony knappe zwei Jahre alt war, die Trense riss im Maul und passte vorne und hinten nicht.
    Aufgrund dieser Erfahrungen weicht Pina panisch zurück, wenn sie auch nur Sattelzeug erblickt und verzieht sich sofort oder verteidigt sich mit Tritten, wenn sie sich bedroht fühlt. Gerade deshalb möchten wir ihr nun die Bodenarbeit zeigen, langsam eine Vertrauensbasis aufbauen und das Misstrauen in die Menschen abklingen lassen.

    Aufgewachsen auf einer Farm, verbrachte Pina beinahe ihr gesamtes bisheriges Leben dort. Sie gehörte einem stark alkoholabhängigen, ungepflegten Mann, welcher sie gnadenlos überforderte und bereits mit zwei Jahren musste sie den ersten, viel zu großen Sattel und eine zerfetzte Trense ertragen - beides völlig unpassend und unangebracht.
    Als der Mann irgendwann wieder zu ihr kam, ihr das Sattelzeug auf den Rücken schmiss und sie grob aus dem Stall zog und auf den mit Stacheldraht ausgestatteten Paddock scheuchte, reichte es ihr - ein Tritt reichte, um das Herz des eh schon kränkelnden Besitzers zum Stillstand zu zwingen.
    Als Eddi Canary nach Wyoming auf die Silver Creek Ranch zog, erhielt sie bald Besuch von den Geschwistern Ethan und Kat, die, wie sich herausstellte, die Neffen des Mannes waren und aufgrund seines Todes die Farm mitsamt Pferd vererbt bekommen hatten. Elisa Cranfield zog es dann zur richtigen Zeit an den richtigen Ort, als sie sich Eddis neues Zuhause ansehen wollte. Und wie es der Zufall wollte, zog bald ein neues Pony auf ihrem Gestüt ein.

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    eingeritten [] | eingefahren []
    Reitstil: Englisch


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    Dressur E | Springen A| Fahren L

    178. Synchronspringen
    195. Synchronspringen
    380. Westernturnier
    391. Westernturnier
    370. Galopprennen
    374. Galopprennen
    308. Fahrturnier
    309. Fahrturnier
    311. Fahrturnier


    zur Zucht zugelassen [
    ]
    steht als Leihmutter zur Verfügung [
    ]
    Momentane Punktzahl: 7 (11)

    Gencode: Aa Ee RNrn

    Carenté-Pferd []
    Decktaxe: n. v.


    Besitzer: Samarti
    Ersteller: Waldvoegelchen

    [​IMG]

    gechippt []
    Letzte Kontrolle: n. v.
    Letzte Impfung: n. v. | Letzte Wurmkur: n. v.


    beschlagen []
    Letzte Kontrolle: n. v.

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    Offizieller Hintergrund


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