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Occulta

PFS' Simply Priceless, EVB ♂

† 27.03.2020, Bakterielle Lungenentzündung

PFS' Simply Priceless, EVB ♂
Occulta, 9 Apr. 2017
Dir, Bracelet, Ofagwa und 2 anderen gefällt das.
    • Occulta
      Hot Temper on a Hot Day
      PFS' Vivo Capoeira, Stars of Magic, Black Powder War, PFS' Sciaphobia, PFS' Cupid, PFS' Simply Priceless, PFS' Call it Karma PFS' Whirlwind, PFS' Challenging Time

      Es war sechs Uhr morgens, doch die Luft war schon jetzt stattliche 23 Grad warm. Das erste Training war um fünf Uhr gewesen, unter ähnlich milden Bedingungen. Es half nicht, noch früher anzufangen - es kühlte Nachts einfach zu wenig ab. Ausserdem war es schon hart genug, um diese Zeit aufzustehen. So mussten wir die Pferde eben mit ausgiebigem Abduschen nach dem Galoppieren frisch halten. Besonders litten die Jüngsten. Wir hatten Vivo Capoeira, Stars of Magic, Sciaphobia, Cupid, Simply Priceless, Call it Karma und Whirlwind vor kurzem in den Hauptstall gebracht und leicht angeritten. Nun nahmen sie seit wenigen Tagen aktiven Rennbahnunterricht - wenn auch erst im Trab. Es ging nämlich vorerst darum, Kondition und erste Muskeln aufzubauen. Den Galopp wollten wir erst fordern, wenn die Grundbalance vorhanden war. Bei Challenging Time hatte ich mich dazu entschieden, sie noch ein wenig auf der Fohlenweide zu lassen. Die schmal gebaute, leichte Stute mit den genetisch bedingten Stoffwechselproblemen war einfach noch nicht kräftig genug um einen Jockey zu tragen. Für die übrigen begann das Training früh wie von Oliver gewünscht, damit sie genug Knochensubstanz bilden konnten. Die Gruppe war als nächstes dran und wurde gerade gesattelt. Ich lief bei jedem durch und prüfte den Sitz der Trainingssättel, um sicherzugehen, dass niemand Druckstellen bekam. Bei manchen war es noch nicht optimal, aber in wenigen Tagen wollte ich den Sattler kommen lassen, um die Sättel gegebenenfalls anzupassen. Und mit forschreitendem Training und Muskelaufbau würden wir ohnehin immer wieder neu polstern lassen müssen. Mir war das sehr wichtig, denn ich wollte, dass sich alle Athleten wohl fühlten.
      Zufälligerweise wurde auch der Rappe Black Powder War gerade zur Bahn geritten, als wir uns alle dorthin begaben. Während meine Jungspunde auf dem Galoppweg blieben und dort über die Holzschnitzel unter den Tannen trabten, wurde der hübsche dunkle Hengst auf der Grasbahn gearbeitet. Er hatte sich schon ordentlich gemacht und sah insgesamt mehr wie ein Rennpferd aus, wenn er auch noch etwas pummelig wirkte. Er war noch früher als meine Nachwuchspferde angeritten worden und deshalb schon etwas weiter. Ich hatte bewusst wieder auf die Zweijährigen Rennen verzichtet - das war mir einfach wirklich zu früh, was mittlerweile auch Oliver einsah. Aber andere Trainer, andere Praktiken. Jedenfalls schien es dem Rappen gut zu gehen, denn er wirkte motiviert und übermütig - in den Augen mancher auch eher unerzogen und frech. So weit ich wusste, machte er wohl auch einige Probleme auf der Bahn. Er hatte zumindest einen ordentlichen "Jockey-Verschleiss". Aber das war nicht mein Problem. Meine Jungpferde liefen brav in Reih und Glied unter den Tannen und kauten fleissig auf ihren Trainingsgebissen herum. Zufrieden beobachtete ich sie mit dem Feldstecher, wie Oliver neben mir. Die Jockeys wurden wie immer über ein Mikrophon an ihren Ohren gecoacht. Oliver sagte heute jedoch nicht viel, denn die Aufgabe war klar und es lief gut. Als sie nach zwanzig Minuten zurück waren (das reichte im Moment vollkommen aus), besprachen wir uns kurz alle zusammen. "Indy was a bit too eager and almost stomped over Magic", bemerkte Quinn belustigt. "Yeah, her name really fits her well", bestätigte Oliver. "It's a good sign. It means she has a natural drive to be in front." Als wir fertig waren, kam auch Black Powder War von der Bahn zurück. Dann spielte sich eine interessante Szene ab. Capoeira feindete den Rappen an und wollte mit platten Ohren beinahe auf ihn losgehen. Parker konnten den Palomino gerade noch zurückhalten. "Sorry! I did not expect that!", entschuldigte sich Parker bei Black Powder Wars Jockey. Dieser winkte ab. Ich runzelte die Stirn. "I always thought those two were buddies. Didn't they often play together when they were out in pasture?" "Yeah, I thought so, too." "Seems like they have grown up or what?", rätselte auch Quinn. Wir begaben uns zurück zum Hauptstall und kümmerten uns darum, dass alle Vierbeiner trocken und zufrieden waren.
      23 Aug. 2019
    • Occulta
      [​IMG] E-A
      Stars of Magic, PFS’ Riptide, PFS’ Sciaphobia, PFS’ Vivo Capoeira, PFS’ Cupid, PFS’ Simply Priceless, PFS’ Call it Karma, PFS’ Whirlwind, Black Powder War

      Wir hatten es schön ruhig angehen lassen mit den zweijährigen Nachwuchsrennpferden. Viel Trab, viel geradeaus und fleissiger Konditionsaufbau vor dem ersten Galopp. Seit knapp zwei Wochen wurden sie nun auch im Galopp auf der Bahn trainiert. Noch massen wir ihre Zeiten nicht, denn darum ging es in diesem Stadium gar nicht. Im Moment machten wir standardmässig lockeren Arbeitsgalopp, bei dem es vor allem um die Balance und den Gehorsam ging. Zweimal pro Woche, jeweils an Dienstagen und Samstagen, trieben wir die Jungspunde über die letzten 200 Meter der Trainingsdistanz so an, dass sie mit 15 Sekunden durchkamen. Das forderte sie schon einigermassen, so dass sie trotz der Kälte leicht ins Schwitzen kamen. Drei weitere Wochen mit genau denselben Trainingsbestimmungen lagen noch vor ihnen, danach würden sie hoffentlich genug Muskeln und Kondition für den nächsten Schritt haben: die letzten 400 Meter in 30 Sekunden. Erst die Distanz erhöhen, danach das Tempo, wie beim Endurance-Training. Riptide hatten wir auch gleich in die Gruppe integriert. Ich hatte die dunkelbraune Stute anfangs September von der Fohlenweide geholt. Ihr späterer Trainingseinstieg war mitunter ein Grund gewesen, warum die übrigen noch länger reines Trabtraining genossen hatten. Die Gruppe wurde gerade als erste Gruppe diesen Morgen vorbereitet. Ich ritt heute ein letztes Mal für diesen Monat auf Stars of Magic. Wir hatten die Monatsverteilung für den Dezember schon geplant, und sie war als nächstes auf Charlys Liste. Ich selbst hatte mir als nächstes Karma zugeteilt. Natürlich tauschten wir zwischendurch auch spontan untereinander ab, sodass ich oftmals trotzdem dazu kam, die Pferde zu reiten, die mir nicht zugeteilt waren. Aber es war einfacher den Überblick zu behalten und sicherzugehen, dass alle bewegt wurden, wenn jeweils ein Pfleger die Verantwortung für eine kleine Gruppe übernahm. Und gerade für die jungen Vollblüter war es einfacher sich zu konzentrieren, wenn sie über 30 Tage denselben Reiter mit denselben Eigenheiten tragen konnten. Ich fuhr mit der Staubbürste über Stars schwarzes Fell. Auf ihrem Rücken leuchteten Flecken weisser Stichelhaare wie Sterne in einem Nachthimmel – da hatte jemand eine gute Namenswahl getroffen. Sogar schwarze Löcher hat es, überlegte ich belustigt, als ich die dunkleren Spots betrachtete. Das Fell der Stute war flauschig weich, dort wo Ajith es nicht geschoren hatte; die Schur umfasste nur den Bauch. Ich hob die gesprenkelten Beine und kratzte die Hufe der Stute aus. Ihr Horn war gestreift, wie es typisch für ihre Fellfarbe war. Weil die Fesseln etwas schlammig waren, führte ich Star vor dem Satteln noch rasch zum Waschplatz und spritzte sie ab. Ich trocknete danach die nassen Beine mit einem Frotteetuch, ehe ich darüberbandagierte. Auf der nun feuchten, sauberen Hufwand kamen die Streifen noch besser zur Geltung. Ich sattelte Star, wobei ich eine gut gepolsterte Satteldecke verwendete. Als ich sie auch mit ihrer Wassertrense gezäumt und alles nochmals überprüft hatte, führte ich sie raus zum Aufsteigen. Ich plauderte mit Quinn, die aus Sciaphobia sass, bis alle so weit waren. Es war immernoch ein seltsames Gefühl, Saphi, die ihrem verstorbenen Vater Frame so ähnlich sah, auf Rennen zu sehen. Ihre Statur hatte sich übrigens stark verändert, seit sie unter dem Sattel war. Ihre Brust war breit geworden und ihr Hinterteil begann, sich mit Muskeln auszufüllen und rund zu werden. Es sah so aus, als bekäme sie einen ordentlichen „Motor“. April und Isaiah kamen endlich mit Capoeira und Simply Priceless raus, sodass wir nun alle gemeinsam zur Bahn reiten konnten. Zunächst bogen wir wie immer auf den Galoppweg und ritten die jungen Vierbeiner warm. Danach war das besagte Galopptraining dran. Star lief fleissig, fast schon übermütig vorwärts. Ich hielt sie im Zaum und versuchte, auf einer Höhe mit Cupid zu bleiben. Whirlwind lief direkt hinter uns – offenbar nutzte Rita uns als Bremsblock aus. Ich sah über die Schulter zurück und motzte „hey, you’re cheating!” Wir setzten unseren Galopp fort bis zur Markierung für die letzten 200 Meter. Ich liess bei Star bloss die Zügel etwas länger; das reichte schon, dass wir auf unsere 15 Sekunden kamen. Zufrieden kraulte ich ihr danach den Widerrist vor dem Trainingssattel und bremste sie in den Trab zurück. Ich musste den Zügelkontakt bis zum Ausgang der Bahn halten, sonst hätte sie wohl vor lauter Übermut einen weiteren Galopp angehängt. Im Schritt in der Gruppe konnte ich sie schliesslich endlich auch ganz strecken lassen. Black Powder War kam uns mit seiner neuen Reiterin Ray Hayes von den Stallungen her entgegen. Scheinbar hatte der Besitzer des Rappen mit ihr endlich einen verlässlichen Jockey gefunden, jedenfalls waren die beiden bei ihrem ersten Rennen erfolgreich gewesen, wie ich in den Ranglisten gelesen hatte. Ich konnte es eben doch nicht lassen, den Hengst und sein Personal ein wenig zu stalken, um meine Neugierde zu befriedigen. Ray grüsste uns höflich und ritt dann weiter zur Bahn. Sie hatte offenbar genau auf die Lücke zwischen unseren Gruppentrainings gewartet, um in Ruhe mit Black Powder War zu arbeiten. Sie schien eine gute Reiterin zu sein, mir gefiel ihr Stil jedenfalls. Ich hätte sie glatt selber eingestellt, aber dank Isaiah und Idris hatte ich nun genügend Jockeys – ausserdem schien Mr Harper nicht gewillt zu sein, sie mit jemandem zu teilen. Ich schmunzelte bei dem Gedanken an den seltsamen Geschäftsmann, der zwischendurch zu Besuch kam und es jeweils immer irgendwie fertig brachte, für Getuschel sorgen. Wir kümmerten uns um die verschwitzten Pferde und brachten sie zum auskühlen in den Freilauftrainer, dann sattelten wir auf die nächste Gruppe um.
    • Occulta
      Zoogymkhana
      River’s Lychee, Fake my Destiny, Yoomee, PFS’ Shadows of the Past, PFS’ Skydive, Silverangel, scs Sugar and Sweets, Cinnemont’s History, PFS’ Rune, PFS’ Faro, Feline, Compliment, PFS’ Simply Priceless, PFS’ Cupid, PFS' Snap in Style, PFS’ Stop Making Sense, PFS’ Vivo Capoeira, PFS’ Dahu, Lindwedel

      Die zärtlichen Sonnenstrahlen, die sich durch das Blätterdach über mir wagten, vermochten mich kaum zu wärmen. Ich hatte die Aussentemperaturen ein wenig überschätzt und zog nun die Konsequenzen daraus - ohne Jacke. Wenigstens hatte Lily ihren Faserpelz. Schon tragisch, normalerweise ist es doch umgekehrt und die Kinder ziehen sich unpassend an? Mir wurde etwas wärmer, als wir niemand geringeren als Thairu aus dem Anhänger holten und damit sofort alle Blicke auf uns zogen. "Wow, they did a great job painting that pony like a zebra..." Ich schmunzelte, als ich die Leute tuscheln hörte. "How did they do the ears, though?" "Even the tail, look!" Es dauerte eine Weile, bis sich jemand traute, uns anzusprechen. Als es soweit war, bestätigte ich stolz: "Yes, this actually IS a zebra." "It kinda feels like cheating though", bemerkte Jonas mit verschränkten Armen. "Weren't we supposed to make a costume, instead of bringing the real deal?" "Sie haben bloss gesagt, das Thema sei Zootiere", stellte ich fest. Lily war zu beschäftigt damit, dem Zebra die Gamaschen anzulegen und die übrige Ausrüstung zusammenzustellen, um mitzureden. Sie wollte, dass alles perfekt war. Sheridan und Ruth nahmen's etwas ruhiger; sie liessen sich beim Satteln Zeit und plauderten, während Lychee und Yoomee relaxt neben dem Transporter standen. Ich verschränkte fröstelnd die Arme und sah zu, wie meine Nichte den Sattel auf dem Zebrarücken platzierte. Sie befestigte den Schweifriemen, den Thairu brauchte - sonst rutschte der Sattel aufgrund des geringen Widerrists hoffnungslos nach vorne. Es war sowieso schwierig gewesen, ein passendes Modell zu finden. Aber mit dem jetztigen war ich ziemlich zufrieden, jedenfalls schien das Zebra damit entspannt zu laufen. Ich warf einen Kontrollblick auf die drei Ponys, beziehungsweise Equiden, dann begaben wir uns gemeinsam zum Abreitplatz. Ruth trug ein Pinguinkostüm, Sheridan war als Giraffe unterwegs - passend dazu hatten wir versucht, Yoomee ein Muster ins Fell zu scheren. Es sah aber nicht ganz so toll aus wie gedacht, deshalb wollten wir es später rausscheren und die Stute komplett nackig machen. Lily trug übrigens einen Löwenanzug, was auf Thairus Rücken ziemlich komisch aussah. Die drei seltsamen Paare stellten sich in einen Halbkreis neben mich und wir analysierten gemeinsam nochmal den Parcours. Sie hatten ihn bereits besichtigt, aber es schadete nicht, sich nochmal im Voraus Lösungswege zu überlegen. Es hatte soziemlich alles dabei; ein Tor, einen Eier-Balancier-Slalom, eine Matratze, ein imposantes Flattertor, einen Schlitten mit einem Plüschkamel darauf zum ziehen, einen Posten mit Bällen zum werfen und ein Rätsel mit farbigen Karten, die man transportieren und anschliessend richtig anordnen musste. Lily machte sich etwas Sorgen um das Plüschkamel - Thairu mochte es nicht sonderlich, Dinge hinter sich herzuziehen. Ich redete ihr Mut zu und schickte alle drei zum Aufwärmen auf den Sandplatz. Belustigt stellte ich fest, dass viele neugierige Augen das Zebra verfolgten und gespannt beobachteten, wie es sich reiten liess. Thairu benahm sich zu meinem Entzücken wie eine Musterschülerin und trabte genauso wie die übrigen Ponys auf dem Hufschlag. Sie trat zwar nicht so schön ans Gebiss wie Yoomee und Lychee, aber es sah einigermassen locker aus.
      Lilys Durchgang verlief mittelmässig. Ich hatte das Gefühl, dass beide, Zebra und Reiterin, ein wenig zu nervös gewesen waren, um ihr volles Können zu beweisen. Lustigerweise war der Schlitten dann doch einer der Posten gewesen, die ihnen am Ende die meisten Punkte eingebracht hatten. Sheridan machte den hervorragenden vierten Platz und Ruth wurde mit Lychee Siebte. Lily endete auf Platz 32 von insgesamt 45 Teilnehmenden. Natürlich versuchte sie, gleichgültig zu wirken, aber ich wusste nur zu gut, dass sie enttäuscht war. Einen Trost gab es jedoch: die Jury fand die Kombination von Löwe und Zebra so lustig, dass meine Nichte den Sonderpreis für das beste Kostüm erhielt. Ich war froh, sie beim Verladen der Ponys doch noch mit einem stolzen Strahlen im Gesicht zu sehen.

      Wir fuhren nachhause und versorgten die drei Equiden, ehe wir uns eine Tasse Tee gönnten. Die Sonne schien frühlingshaft inmitten eines fluffig bewölkten Himmels. Immer mal wieder warfen die vorbeiziehenden Wolken einen Schatten über die Felder, und dann wurde es jeweils kurz frisch - doch sobald die Sonne wieder dahinter hervorkam, konnte man ohne zu schlottern im Pullover draussen stehen. Als wir unseren Tee fertig getrunken hatten, brachte ich zusammen mit Ajith ein paar der Vollblüter raus auf die Weide. Der Boden war zwar noch immer vollgesogen wie ein Schwamm, aber ich konnte ihnen ja nicht die ganze Zeit Boxenknast zumuten. Wir holten eine Hengstgruppe raus, bestehend aus Compliment, Cupid, Snap, Mambo, Capoeira und eigentlich Simply, aber irgendwie machte der Cryptic-Sohn einen seltsamen Eindruck auf mich. Er stand desinteressiert in einer Ecke seiner Box - das war alles andere als üblich für ihn. Ich versuchte ihn zu locken, aber er reagierte nicht. Sofort rief ich Ajith herbei und fragte, ob ihm etwas Ungewöhnliches aufgefallen sei. Als er verneinte, holten wir den jungen Schecken aus seiner Box und sahen ihn uns genauer an. Er wirkte lustlos, atmete irgendwie seltsam und hatte ein wenig feuchtes Fell am Hals. Ich beschloss, seine Temperatur zu messen und holte das Thermometer. Es zeigte tatsächlich einen erhöhten Wert an. "Okay, I call the vet, you keep an eye on him", beschloss ich umgehend. Der Tierarzt liess nicht lange auf sich warten. Besorgt sah ich zu, wie er die Atemgeräusche des jungen Hengstes abhörte. "I think he may have caught a respiratory desease. We need to find out if it is bacterial or a virus. I'll give him some antibiotics and vitamins to stabilize him until we know more. Would you like to keep him here or take him to the clinic?" "I think it would be better if you take him - you can react quicker if something is off and you know what to look for..." "Alright. Don't worry, we'll make him fit again." Ich nickte nur, mein ungutes Bauchgefühl verdrängend.
      "Hast du Pferde, hast du Sorgen." Jonas sah mich mitfühlend an. Ich sippte abwesend an meinem Tee. Es war für mich immer schlimm, wenn es einem Pferd nicht gut ging. Ich grübelte dann jeweils tagelang, obwohl dad nichts an der Siuation änderte. Um mich abzulenken, beschloss ich zur Stutenweide zu gehen und mit den Fohlen zu spielen. Was gibt es aufheiternderes als das? Schon allein der Anblick von klein Dahu, wie sie ihre drahtigen, langen Beine verrenkte um mit der Schnauze an die obersten, im Moment etwas kurzen Grasspitzen zu kommen, blies all meine Sorgen weg und zwang mich zu einem Lächeln. Aber auch das jüngste Fohlen, Felines Sohn namens Faro, war zuckersüss zu beobachten. Er stand noch viel näher bei seiner Mama und machte den Eindruck, als sei ihm die ganze Welt noch etwas zu viel. Er beäugte mich misstrauisch, als ich näher kam. Aber zum Glück war Mama Feline so menschenfreundlich und offen, dass er ihrem Vorbild folgend rasch auftaute und sich getraute, an meiner Hand zu schlecken. Trotzdem war das zweitjüngste Fohlen, die kleine Rune, bei weitem vorwitziger. Sie war die Tochter von Cinni und einem Hengst namens Feuervogel, der einer guten Kollegin gehörte. Das Fuchsstütlein mit den feinen Stichelhaaren, die auf Varnish Roan hindeuteten, nuckelte frech an meinem Ärmel. Zum Glück hatte sie noch keine Zähne. Im Moment war es noch süss und harmlos, aber es war klar, dass ich sie später zurechtweisen würde, wenn sie älter war.

      Es dunkelte langsam ein und die einzelnen Wolken wurden zu einer dichten grauen Decke, die sich zwischen den bunten Himmel und die Wiesen Englands drängte. Ich spielte mit Zira, Jacky und Lily hinter dem Haus, solange, bis es zu dunkel wurde, um den Ball zu sehen. Sheela war mit Jonas unterwegs auf einem Ausritt, sonst wäre unser Spiel wohl noch etwas ruppiger geworden. Einmal meinte ich Moya in den Schatten der Büsche durchschleichen zu sehen. Jedenfalls sah es nach einem buschigen Schwanz aus. Sie hätte sich aber niemals näher getraut, solange die Hunde so herumtobten. Ich versuchte sie deshalb gar nicht erst zu locken. Es wurde Zeit für Lilys Reitstunde mit Fake. Auch Sheridan, Lea, Suri und Ruth machten mit - es war unser Samstag-Abend-Training. Während die Mädchen die Ponys putzten, verräumte ich Ausrüstung und Putzsachen, die noch herumlagen. Es wird Zeit für einen Frühlingsputz, beschloss ich innerlich, als ich den Staub auf den Spinden betrachtete und mit dem Finger darüberstrich. Als meine Nichte und ihre Kolleginnen in der Halle bereitstanden, gab ich den fünf eine anspruchsvolle Springstunde, mit vielen gebrochenen Linien. Fake war so praktisch was das anging: die Hackneystute war sehr wendig und flink, und sie sprang aus beinahe jedem Winkel ab, weil sie den nötigen Mut hatte. Trotzdem musste Lily sie gewissenhaft an die Hindernisse heranreiten, denn sie neigte dazu, zu früh abzuspringen und flach zu werden. Bis 80 Zentimeter war das kein Problem, aber in höheren Klassen war die junge Reiterin gefordert. Lea ritt heute zum ersten Mal auf Skydive mit. Der Ponyhengst war noch kaum eingesprungen und musste daher nur die einfachsten Hindernisse bewältigen – überwiegend Kreuzchen und niedrige Steilsprünge. Er hatte ein wenig Mühe mit den Galoppwechseln zwischen Hindernissen, was mich nicht verwunderte. Er war ja noch nicht richtig ausbalanciert. Aber Lea achtete darauf, ihn schön gerade an die Hindernisse heranzuführen und half ihm so gut sie konnte. Ich war sehr zufrieden mit der Einwirkung der jungen Reiterin. Nicht einmal die gelegentlichen eifersüchtigen Blicke von Lily vermochten sie aus der Ruhe zu bringen. Lily wusste selbst, dass Lea ein wenig mehr Erfahrung, insbesondere mit Ponyhengsten, hatte. Immerhin durfte Lily Sky inzwischen auf Ausritten und auch schon zwischendurch in der Dressurstunde reiten. Und das Springen würde folgen, sobald das Pony genug Selbstvertrauen im Hinblick auf die bunten Stangen hatte. Sheridan ritt auf Silver. Die Grullostute war wie immer unkompliziert und zuverlässig. Sie zeigte ein gewisses Temperament unter der ebenfalls eher actionliebenden Reiterin, löste aber dennoch alle Kombinationen mit Konzentration und der nötigen Vorsicht. Ich war sehr gespannt auf die kommende Turniersaison der beiden und wollte sie weiterhin als Team fördern. Ebenso wie Ruth und Shira, in die wir aufgrund ihrer Abstammung besondere Hoffnung steckten. Suri musste noch viel lernen und war noch selber damit beschäftigt, ihre Balance zu finden. Sweets war nicht immer das einfachste Lehrpony, aber ich fand, dass die beiden gut zusammenpassten und so wurde Suri von Anfang an sattelfest. Ich fand es schade, dass das indische Mädchen nicht öfter in die Reitstunden kommen konnte, aber ihre Eltern waren nach wie vor zurückhaltend, wenn es um die Ponyreit-Karriere ihrer Tochter ging. Und seit Lindwedel weg war, hatte sie auch ein wenig von ihrer eigenen Motivation verloren, wie mir schien. Die Reitstunde war ruckzuck vorbei, denn wir waren alle so konzentriert bei der Sache, dass die Uhr förmlich zu rennen schien. Ich liess die Mädchen gründlich trockenreiten und half ihnen beim Wegräumen der Ponys. Skydive sah zufrieden aber müde aus – für ihn war es eben noch deutlich anstrengender, so lange zu arbeiten. Lily sah ganz am Schluss noch bei ihm vorbei und gab ihm eine zusätzliche Karotte. Ich fand es toll, dass sie solche Freude an dem jungen Hengst hatte.
    • Occulta
      Abschied schmerzt
      Simply Priceless, Co Pilot de la Bryére, Estragon Sky, Thomas, Moon Kiddy, Drømmer Om Død, PFS' Sarabi

      Mit einem traurigen Seufzen legte ich das Telefon auf. Die Tierärztin aus dem Tierspital war dran gewesen, wegen Simply Priceless. Der gescheckte Junghengst war vergangene Woche gestorben. Zunächst hatte es so ausgesehen, als würde es ihm wieder besser gehen. Er hatte im Tierspital wieder mehr gefressen und sein Fieber war ebenfalls zurückgegangen. Doch von einem Tag auf den anderen hatte er morgens tot in der Klinik-Box gelegen. Daraufhin hatte ich einer Obduktion zugestimmt, um der mysteriösen Krankheit auf den Grund zu gehen, die ihn geplagt hatte. Gerade hatte mir die Tierärztin mitgeteilt, dass der junge Hengst einen Herzfehler gehabt hatte und am Ende wohl deswegen nicht gegen die bakterielle Lungenentzündung, die festgestellt wurde, angekommen war. Den grössten Teil der Trauer hatte ich bereits hinter mir, schliesslich war Simply schon seit ein paar Tagen verstorben. Trotzdem spürte ich wieder einen Kloss im Hals, als ich daran dachte, dass er schon die ganze Zeit einen Herzfehler gehabt hatte und wir es nicht bemerkt hatten. Wenn er nicht die Lungenentzündung bekommen hätte, wäre er vielleicht einfach plötzlich während dem Training zusammengebrochen. Das wäre auch für den Jockey gefährlich geworden… Ein Funken Wut mischte sich hinzu – Wut darüber, dass man den Fehler nicht bei einer der Standarduntersuchungen beim Impfen festgestellt hatte. Man müsste dabei doch hören, dass etwas nicht stimmt, oder? Jonas kam rein und sah mich prüfend an, als er meinen Blick sah. „Haben sie angerufen?“ „Ja. Bakterielle Lungenentzündung. Und Herzfehler.“ „Oh. Herzfehler?“ „Ja, hat mich auch erstaunt. Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass Simply oder irgendeines der Fohlen dieses Jahrgangs ausser Chime so früh stirbt. Dabei war sie doch unser Sorgendkind, nicht er…“ Er schloss mich in die Arme und streichelte tröstend meinen Hinterkopf. „Es ist vielleicht besser so. Wenn er einen Herzfehler hatte, wäre er früher oder später auf der Bahn kollabiert.“ „Das habe ich auch schon überlegt… Trotzdem, er war so ein hübscher Kerl mit seinen Punkten.“ Meine Augen füllten sich ungewollt mit Tränen und ich konnte die letzten Worte nur wiederholen. „Er war doch so, so hübsch…“ „Das war er wirklich. Es ist eine Schande.“ Wir blieben beide einen Moment lang einfach still. Dann murmelte Jonas leise „wenigstens hast du ein paar schöne Fotos von ihm, als Erinnerung.“ Ich nickte nur. Dann krächzte ich „ich mache mir einfach die ganze Zeit Vorwürfe, dass ich ihn ins Tierspital habe bringen lassen. Er war dort ganz alleine, ohne seine Freunde. Was, wenn er deshalb aufgegeben hat? Vielleicht hätte er sich wohler gefühlt zuhause..-" Ich konnte nicht weitersprechen weil mein Hals schmerzte. „Ich glaube nicht, dass er hier überlebt hätte. Es war schon richtig, ihn dorthin zu verlegen. Die Tierärzte dort sind Profis, und wenn ihm jemand hätte helfen können, dann die. So hast du dir wenigstens den Anblick erspart. Sie haben alles getan, was sie konnten – und du auch.“ Ich blieb noch eine Weile an ihn gekuschelt, bis ich mich wieder gesammelt hatte. Ich war unglaublich froh, dass er hier bei mir war; für mich da war.

      Später am selben Tag raffte ich mich dazu auf, einen letzten Ausritt mit Moon Kiddy zu machen. Der Letzte, weil ich die Stute an eine andere Criollozüchterin verkauft hatte. Es tat mir unglaublich weh, aber ich wusste, dass sie dort einen guten Platz hatte und einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung dieser tollen Rasse leisten konnte. Sie zog nicht alleine um: Dod ging ebenfalls mit. So blieben die beiden wenigstens zusammen. Ich hatte nie gedacht, dass ich die beiden einmal weggeben würde, aber die Zeiten änderten sich und so auch Entscheidungen. Übrigens hatte ich auch ein Kaufangebot für Sarabi bekommen, das ich angenommen hatte. Sie kam zu einer guten Kollegin, wo sie im Military gefördert werden würde.
      Nach dem Ausritt, den ich unglaublich genoss, longierte ich Thomas und bewegte danach Artemis in der Halle. Die beiden Hengste waren richtige Engel im Umgang, als spürten sie, dass ich mich nicht so gut fühlte. Sie haarten beide sehr stark – der Frühling war endlich wirklich gekommen. Das viele Striegeln half mir, auf andere Gedanken zu kommen. Der Wechsel auf Sommerzeit bewirkte auch, dass es wieder länger hell blieb abends. Das nutzte ich aus, um gleich nochmal ausreiten zu gehen – mit Co Pilot. Mein Liebling trug mich zuverlässig unter den Pinienwedeln durch und bot mir einen wundervollen Schaukelgalopp über die Galoppwiese. Ich liess ihn dafür die meiste Zeit am Langen Zügel schlendern, was er sichtlich genoss.
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  • Kategorie:
    Gedenksteine
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    Occulta
    Datum:
    9 Apr. 2017
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