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Sammy

PFS' Devil in Prada

Criollo | Stute | gekrönt || WE: S*** (10) | DI: E (0)

PFS' Devil in Prada
Sammy, 1 Jan. 2019
Rinnaja gefällt das.
    • Sammy

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      Berichte aus Prada's Zeit bei Mohikanerin
      Neues Pferd.
      ~ März 2015
      Es eskalierte alles, nach dem ich Georgio erzählte, dass ich Devil gekauft habe. Die kleine Stute ist von meinem ehemaligen Hengst Dod, der mittlerweile Gekört ist und schon einige Siege hinter sich hat.
      Ich habe die Stute mir bringen lassen, was eine sehr riskante Idee war. Die ersten Tage dachte ich 'Okay, noch ein paar Tage und werde ich mal anrufen und fraen, wann sie kommt'. Die nächste Woche kam immer näher und der Gedanke, dass sie nie kommt, kam auch auf. Dann kam sie am nächsten Tag. Eine noch sehr zierliche Stute mit einer kräftigen Hinterhand – sie hat große Ähnlichkeiten mit dem Papa aber schimmelt aus. Das wird ziemlich interessant.
      Das größere Problem war aber nun, Georgio das zu verklickern. Jeden Monat gebe ich mehr Geld aus, als was uns für die Pferd zur Verfügung steht und kann selbst schon kau, noch schlafen. Doch ich merke es von selbst nicht. Ich muss drauf hingewiesen werden, wenn etwas ist. Aber das versteht Niemand.
      Devil ist ein Zappelphilipp. Schon aus dem Hängerstolzierte sie mit erhobenen Kopf und einer guten Haltung. Sie sprang wie ein Wildfang an der Hand herum und wollte einfach laufen. Doch das ist auch verständlich, wenn an so einen weiten Weg hiter sich hat. Ich nahm dem Mann das Pferd ab und lief mit der Stute zum Reitplatz, auf dem ich den Strick abmachte. Wie vom Teufel besäßen – Wortwitz – rannte sie los und freute sich. Ein kleines bockendes Fohlen ist ein glückliches Fohlen. Später stellte ich sie noch in eine Box mit Freigang und überlegte mir, wie es Georgio sagen sollte.
      1562 Zeichen | © Mohikanerin
      6 März 2015

      Mohikanerin
      .Das Ende ist der Anfang.
      ~ August 2015
      Thor verlässt heute wieder Deutschland. Die Zeit ging einfach viel zu schnell vorbei, also müssen wir heute noch etwas Zeit verbringen. Für mich begann der Tag mit dem Schimmelchen und ging dann weiter mit dem letzten gemeinsamen Frühstück.
      Zusammen mit Thor gehe ich in den Stall und wir holen die beiden Jungepferde – Héla und Devil warten bereits. Rasch machen wir die kleinen Pferdchen fertig und gehen dann los Richtung See. Es ist erst 10 Uhr, aber trotzdem herrscht schon so eine Hitze, dass es fast unmöglich ist, etwas zu unternehmen. Die Jungpferde sind nun ein ein halb Jahre alt und gehören normalerweise auf die Weide. Doch die Möglichkeit gibt es nicht, zu mindesten nicht jetzt. Draußen ist es zu heiß für die kleinen und erst recht das Wasser ist knapp geworden. Als wir angekommen sind, gehen wir langsam zum Wasser. Etwas skeptisch guckt Devil das Wasser an, aber ist zu neugierig um zurück zu weichen. Da sieht es mit Héla anderes aus. Thor kämpft etwas mit der Stute, aber man kann sie nicht zu ihrem Glück zwingen. Doch schon nach wenigen Minuten weckt sich auch ihre Neugier. Bis zum Bauch steht das Jungpferd im Wasser und planscht etwas. Devil hat sich bereits gewälzt und schwimmt etwas mit mir. Es ist komisch, aber mal was neues. Als dann auch ihr Interesse irgendwann abklingt, gehen wir zurück zum Hof. Die beiden Pferde kommen zurück in die Box.

      „Wir müssen noch sauber machen“, sage ich dann zu Thor, als wir am Stall sind. „Ich weiß“, antwortet er und wirkt sehr in Gedanken versunken. Ich gehe wieder und hole eine Schubkarre aus dem Roundpen. Vorübergehend ist das nämlich unsere Rumpelkammer. „Los geht’s.“, sage ich und reiche ihm einen Strick. Wir sind nur in Stall 2. Aus der ersten Box holt Thor Ruvik raus. Der Hengst ist etwas übermütig und wirkt nicht sehr gewollt aus dem Paddock zu kommen. Notwendigerweise nimmt er sich die Hengstkette zur Hilfe und führt ihn durch den Stall, während ich sauber mache. Da wir so schon geübt sind, geht es weiter mit Pferd zwei. Er stellt den Hengst zurück und dann geht es weiter. Zwei Paddockboxen weiter steht dann auch Loki, der auch nicht gerade einfach ist. Wiedermal holt Thor das Pferd auf der Box und führt ihn durch den Stall. Ich laufe den Paddock ab und belade die Schubkarre. Mir fällt auf, dass der Hengst kaum was frisst, weil das ganze Heu hier noch liegt und auch schon etwas schimmelt. Ich leere die Schubkarre am Traktor aus und belade die Karre neu. Thor läuft noch mit dem Hengst Runden, was nicht sehr angenehm ist, weil Loki sich andauernd aufbäumen will und somit ausbrechen möchte. Doch mehr Möglichkeit als Hengstkette gibt es nicht. Doch dann ist es endlich geschafft – die Box von Loki ist sauber. Entspannt stellt er sich wieder hin und knuspert im Stroh. „Wir müssen ihn beobachten“, sage ich nur und gehe weiter. „Wir? Du!“, antwortet er und holt Willa aus der Box. „Bitte pass auf“, befehle ich ihm. Thor nickt und führt die Stute vorsichtig aus der Box. Mein Pferd ist mir ziemlich wichtig und ich möchte nicht, dass irgendwas passiert. Thor geht mit Willa raus und lässt sie etwas am Grass knabbern, während ich ihren Paddock sauber mache. Ich muss ein paar mal hin und her laufen und dann ist auch schon wieder alles rein. „Sie kann wieder rein“, rufe ich ihm zu und er bringt mein Stütchen wieder rein. Mir wird langsam warm, aber Thor ist zu langsam für so etwas. Er holt die kleine Narnia heraus und geht durch den Stall. Ich betrete die Box und mache sauber. Es geht schneller als bei den anderen Pferden, da sie nicht so große Häufchen macht. Thor gibt der Stute noch ihr Kraftfutter und bringe den Inhalt der Schubkarre zum Traktor. Dann geht es weiter. Er stellt die kleine Stute wieder in den Box und holt Little Sister aus der Box. Etwas unerwartet guckt sie uns an und folgt dann Thor problemlos. Zwischendurch hat die Stute Phasen, in denen es nicht Möglich ist, irgendwas mit ihr zu tun, ohne die Hengstkette zu befestigen. Schnell mache ich ihren Paddock sauber und bringe dann mal wieder den Inhalt weg. Durch das Stroh ist die Schubkarre schnell voll. Leider ist das Wetter für solche Arbeit nicht so angenehm, aber die Arbeiter haben alle frei. Ich kann einfach nicht organisieren. Thor bringt auch die Lewitzer Stute wieder in die Box, die dann ihn noch angiftet. Ich gebe ihr einen Klaps auf die Schnauze und dann geht es zum anderen Stall. „Kannst du das schnell machen?“, frage ich Thor und trinke einen großen Schluck aus meiner Wasserflasche. „Selbstverständlich“, antwortet er und nimmt die Karre mit. Ich gehe ihm nach. Aus der ersten Box hole ich Nico und gehe mit ihm aus den Rasen, dass er etwas fressen kann. Ausserdem haben die Pferde in dem Stall keinen Auslauf, also muss er sich auch mal ein paar Meter bewegen. Ich laufe dann noch mit ihm ein Stück über den Hof und dann ist Thor auch schon fertig. Nico darf zurück in seine Box. Weiter geht es mit Ghosts, der direkt neben seinen Bruder steht. Der Hengst hat es mir echt angetan, aber ich habe kaum Zeit, um etwas mit ihm zu machen, dass heißt, ich muss mir mehr Zeit nehmen! Doch wenn ich jetzt wieder komplett alleine bin, wird das schwer. Ghosts darf noch ein paar Minuten auf den Rasen und Thor ruft mich wieder herein. Im Moment ist die Mittagssonne da, die das arbeiten nicht leichter macht. Doch lieber so, als wenn über all Schnee liegt. Vorsichtig führe ich Felix aus seiner Box und wir gehen ein Stück über den Hof. Der Hengst ist etwas angespannt. Ihm tut der Stall nicht gut, aber heute Nacht kann er wieder auf die Weide. Einige der Pferde sind gerne drin, doch zu diesen zählt er nicht. Felix ist sonst ein sehr aktives Pferd, aber nicht oft merkt man das. Mit ihm ist Arbeiten immer ziemlich kompliziert – alles mit Felix ist kompliziert. Also führe ich ihn noch ein paar Meter und dann ist Thor auch schon fertig. Der Hengst winkt mit dem Kopf und ich nehme Drachentöter aus seinem Bereich. Er guckt mich etwas geschockt an, aber das kenne ich bereits von ihm. Dieser Hengst ist super, doch auch er kann mal anderes sein – jeder hat diese Tage einmal. Heute ist so einer. Drachen guckt die ganze Zeit um sich und kann nicht mal ein Stück ordentlich laufen. Dazu kommt, dass er sogar Angst hat vor den Geräuschen, die Thor im Stall macht, obwohl wir eine Runde über den Parkplatz laufen. Dann geht es nach weniger Zeit, aber der Drache kommt wieder in sein Reich. Nun kommt noch Ragnaröks Box an die Reihe. Der Hengst ist leicht zu führen und ich kann ihm am Strick fressen lassen. Er guckt nicht mal um sich, sondern frisst einfach nur. Doch das ist im Moment auch das einfachste. Thor läuft immer wieder hin und her um die Karre aus zu leeren, weil es nicht möglich ist, mit dem Traktor bze Lader in den Stall zu fahren – Tor ist zu schmal, die Gassen würden locker passen. Aber dann geht es auch schon weiter. Ragnarök darf zurück und als nächstes kommt dann Aqua raus, die bereits in der Box wartet. Als wir draußen sind, klingelt mein Handy. Ich kann noch recht zeitig rangehen – Ilja. „Аддо!“, begrüße ich ihn. „Bleibt es bei heute Abend mit dem Treffen?“, fragt er direkt mit seinem Russischen Akzent. „Sicher“, beantworte ich ihm seine Frage und verabschiede mich dann. Eigentlich habe ich gar keine Lust, aber irgendwie freue ich nicht trotzdem. Besonders, weil ich dann heute nicht den ganzen Abend alleine bin. In wenigsten Stunden muss Thor zum Flughafen. Schnell bringe ich wieder Aqua in ihre Box und hole dann Saints Row aus ihrer Box. Die Stute ist völlig durchgeschwitzt und das erste was ich tue, ist sie in unter den Schlauch zu stellen. Glücklicherweise hat sie damit kein Problem. Anschließend kann sie noch etwas am Gras zuppeln und muss dann wieder in die Box. Als nächstes wartet bereits Pögn, die auch in letzter Zeit viel zu kurz kommt. Doch irgendwann wird sich das schon ändern. Die Stute ist auch ziemlich nass und darf unter den Schlauch. Leider hat sie damit ein Problem und springt immer wieder vor dem Wasser weg, aber dafür habe ich jetzt nicht so viel Zeit, also gehe ich noch eine Runde über den Parkplatz und die Stute kann wieder in die Box. Nur noch drei und wir sind fertig. Ich wechsle mich wieder mit Thor ab. Während er Duse heraus holt, fange ich an das Stroh in die Karre zu machen. Er geht mit der schwarzen Stute nach draußen und lässt sie fressen, während ich mich noch in der Box aufhalte. Das gute an dem Stall ist: Altbau! Es ist immer kühl, trotzdem schwitzen die Pferde. Thor bringt die Stute wieder rein und sagt mir, dass sie auch heute Nacht mit raus muss. Duse ist ziemlich hibbelig und das ist sie sonst nie. Das vorletzte Pferd holt Thor aus dem Stall. Es ist Totbringer. Das Schimmelchen durfte heute schon arbeiten, aber trotzdem muss ihre Box noch sauber gemacht werden. Ich betrete mit der Schubkarre die Box und lege das ganze Stroh und Heu in die Karre. Als dann der Dreck raus ist, mache ich neues Zeug rein – fertig. Thor bringt die Stute wieder rein und holt Luna aus ihrer Box. Die bunte Kladruber Stute ist ein tolles Pferd, aber leider so standard. Mit ihr kann man viel machen, aber trotzdem ist es keine Herausforderung. Doch ich brauche manchmal sowas am Abend, außerdem ist sie super für mein Zirkusprogramm. Die beiden gehen raus auf den Parkplatz, dass die Stute etwas laufen kann. Ich mache neben bei rasch sauber und bringe den Mist auf den Lader. Kurz lässt Thor Luna fressen und bringt sie dann rein. Ich fahre den Mist weg – fertig.

      9'247 Zeichen | Mohikanerin | - Vina
      14 Aug. 2015
    • Sammy
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      Berichte aus Prada's Zeit bei Occulta
      „Ein gestreiftes Pony!“
      Ein wildes Poltern weckte mich, noch bevor es der Wecker tat. Einen Moment war ich erschrocken, aber dann wurde mir die Ursache dieses Lärms klar, denn im selben Moment vernahm ich die Stimme eines kleinen Mädchens von der Küche her. „Neeeeein Sheela, aus!“ Ich streckte mich und ging die Treppe runter, um zu sehen, was los war. Da stand sie, meine kleine Nichte, und versuchte, der schwarzen Labradorhündin einen Socken aus dem Maul zu ziehen. Als sie mich sah, liess Sheela prompt los und kam schwanzwedelnd angebraust. Lily sah mich schuldbewusst an. „Morgen Occu, ich wollte dich nicht wecken, aber Sheela hat meine Socke geklaut, als ich auspacken wollte…“ „Und warum um Himmels Willen muss das um fünf Uhr morgens geschehen?“, fragte ich amüsiert augenrollend. Ich konnte der kleinen nicht böse sein, zumal ich in wenigen Minuten eh aufgestanden wäre. „Ich bin aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen… Ich bin halt schon genauso gut im früh aufstehen wie du!“ Im nächsten Augenblick ertönte ein lautes Piepen aus meinem Zimmer. „Der Wecker – ich bin gleich zurück“, rief ich genervt, während ich bereits die Treppe hoch rannte.
      Ich war es nicht gewohnt, etwas Spezielles zum Frühstück zu machen; normalerweise kam ich mit einem Müsli völlig aus. Aber für Lily machte ich eine Ausnahme und briet ein Spiegelei. Sie meinte jedoch im Nachhinein, dass sie in Zukunft auch mit einer Scheibe Brot nicht verhungere, was mich insgeheim ziemlich erleichterte. Sie versuchte mich nachzuahmen und holte ebenfalls ihr Reitzeug aus dem Koffer, als ich in meine Reithose schlüpfte. Ich grinste über diesen Enthusiasmus und vergass dabei sogar, dass ich eigentlich noch hundemüde war. Apropos Hunde – Sheela und Zira hatten sich nun gegenseitig als Spielpartner entdeckt und tobten wie befürchtet durch die Küche. Bevor sie noch etwas runterschmeissen konnten, liess ich sie zusammen mit Jacky raus. Sheela hatte anscheinend sogar vergessen, dass ihre Pfote schmerzte. Zuerst wollte ich Lily alles zeigen, denn sie war ja erst gestern spät abends angekommen. Ich führte sie zum Hauptstall, wo ich ihr gleich die anwesenden Pfleger vorstellte. Natürlich fand sie Ajith mit seinen lustigen Sprüchen auf Anhieb am Sympathischsten - wer schon nicht. Dann durfte sie mich über die Rennpferde ausfragen. Ich versuchte mir vorzustellen, wie sie sich fühlte, während sie die Champions hautnah erleben konnte. Was für mich alltäglich war, musste in den Augen eines kleinen Pferdebegeisterten Mädchens fantastisch sein. Und das Beste war, dass sie nun einen ganzen Monat Zeit hatte, jeden von ihnen kennenzulernen. Sie war das erste Mal hier, da Rachel immer Angst gehabt hatte, dass sie unter die Hufe der grossen Vierbeiner kommen könnte. So hatte sie sich mit den fetten Shettys, die in ihrer Nachbarschaft lebten, zufriedengeben müssen. Doch dafür hatte sie auf denen schon viel gelernt, besonders an Durchsetzungsvermögen hatte sie gewonnen. Und trotz ihrer Begeisterung für die grossen Vollblüter, war sie hin und weg, als sie die Minis auf der Weide entdeckte. „Oh wow, die sind ja noch kleiner als Paulchen! Und soooo süss!“ Ich sparte mir die Mühe zu fragen, wer Paulchen war und schmunzelte, als Tic-Tac an ihrem Reissverschluss zog. Ich musste Lily fast weiterschleifen, doch spätestens zu den Fohlen rannte sie wieder voraus. „Oi, nicht zu stürmisch!“, rief ich lachend hinterher. Die Hengstfohlen fanden das kleine Mädchen unglaublich spannend. Sie beschnupperten sie durch den massiven Holzzaun, streckten ihr die warmen Schnauzen ins Gesicht und knabberten an ihren Haaren. Gerade als ich dazu kam, wurde Alysheba zu frech und wollte der kleinen in den Arm kneifen. Aber sie war ohnehin schneller als ich und bestrafte den braunen Jungspund schimpfend mit einem Klaps auf die Nase, woraufhin er zurückzuckte. Wir gingen weiter zur Stutenweide und ich stellte ihr Feline und Gianna vor, die sie beide in nächster Zeit vor allem reiten würde. Aber auch im Nebenstall wartete eine interessante Bekanntschaft; meine weisse New Forest Stute. White Dream zog von Anfang an die Aufmerksamkeit des Mädchens auf sich, obwohl sie fast zuhinterst stand. „Occu, wie heisst das hübsche Pony dahinten??“ Ich schmunzelte und öffnete die Boxentür einen Spalt weit, als wir davor standen. Lily betrachtete sie ganz bewundernd und schwärmte immer wieder, wie toll ihre blauen Augen seien. Doch als sie fragte, ob sie Dream auch Mal reiten dürfe, (sie sei ja „eh nicht so gross“), blieb ich skeptisch und meinte vorsichtig „Vielleicht in ein paar Wochen, aber die ist vermutlich trotz ihrer geringen Grösse eine Nummer zu viel für dich.“ „Aber Tante Occu, warum denn??“ „Weil sie halt ab und zu ziemlich Gas gibt und ganz schön kräftig ist.“ „Ich hab keine Angst vor kräftigen Ponys! Paulchen hat auch seinen eigenen Kopf.“ „Ja, aber Dream ist wirklich auf den Sport getrimmt, besonders aufs Springen… Wir werden sehen.“ Sie schien nicht zufriedengestellt, folgte mir aber trotzdem, nachdem sie nochmals Dreams Nüstern gestreichelt hatte.
      Als letztes sahen wir uns den Nordstall an. Darin roch es nebst dem Stroh auch immer noch nach frischem Holz und ein klein wenig nach Farbe. Lächelnd streichelte ich Paluche, der seit neustem auch seine Box im Nordstall bezogen hatte. Er war immerhin schon über dreijährig und sollte langsam eingeritten werden. Ich freute mich schon darauf, das erste Mal auf dem Rücken des kräftigen Junghengstes zu sitzen. Im Moment sah er noch wie ein richtiger Wildfang aus, aber ich wollte ihm morgen die praktische, für Criollos typische kurze stehmähne verpassen und ihn richtig herausputzen. Im Nordstall gefiel der kleinen Lily besonders Dancer mit seiner langen, gewellten Mähne. „Du hast wohl ein Flair für weisse Pferde, was?“, stellte ich lächelnd fest. „Jap, die sind einfach am schönsten. Sie sehen fast aus wie Einhörner!“ „Da hab ich’s ja gut getroffen mit den beiden Criollo Damen die du reiten wirst.“ „Ich kann es kaum erwarten!“, meinte sie aufgeregt. „Na gut, aber zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wir helfen den Pflegern kurz beim Füttern, dann kriegst du deine erste Reitstunde von mir.“ Sie hüpfte begeistert zum Hauptstall, wo die meisten Pfleger bereits die Kessel in den Schubkarren mit Kraftfutter füllten. Jedes Pferd bekam einen Mix aus verschiedenen Getreidesorten und Pellets, dazu ein wenig Mineralfutter und Kräuter. Auf den Boxenschildern standen jeweils die Mischverhältnisse, was Ajith dem kleinen Mädchen nun erklärte. Dann ging alles ruck zuck. Jeder Pfleger schnappte sich einen Massbecher und füllte ihn den Angaben entsprechend. Wie durch fleissige Bienen wurde so eine Box nach der anderen besucht. Lily konnte gut mithalten, auch wenn sie manchmal noch Mühe mit dem Einfüllen hatte. Bei Caligari verschüttete sie das Mass, weil die Stute sie ungeduldig schubste. „Selber schuld, jetzt musst du eben vom Boden fressen!“, rief sie daraufhin aufgebracht. Quinn und ich sahen uns grinsend an. Wir gingen nach dem Hauptstall natürlich auch zu den Offenställen, dem Neben- und dem Nordstall. Lily wollte den Minis auch eine Portion bringen, aber ich erklärte ihr, dass die kleinen Pferdchen ja nicht geritten wurden und ihre Ration durch Heu abgedeckt wurde. Daraufhin schickte ich sie mit einer Schubkarre zum Heulager, während wir die Grosspferde fertig versorgten.
      Ich hielt mein Versprechen und begleitete Lily zur Stutenweide, um Gianna abzuholen. Die Cremellostute senkte brav den Kopf, damit Lily das Halfter über ihre Ohren streifen konnte. Dann führte sie sie zum Nebenstall. „Hey sag mal… Meinst du du kannst schon frei reiten?“, fragte ich sie. „Was denkst du denn? Klar kann ich! Ich geh mit Paulchen immer alleine raus!“, war die empörte Antwort. Während Lily schon die Putzkisten holte, ging ich also zu Islah’s Box, da ich natürlich lieber selber auch ritt, anstatt einfach nur Reitlehrerin zu spielen. Wir putzten die beiden Pferde gründlich. Das kleine Mädchen machte ihre Sache gut, sie hatte es scheinbar schon oft mit schlammverkrusteten Ponys zu tun gehabt. Wenn sie an eine Stelle nicht heran kam, stellte sie sich einfach auf die Putzbox. Beim Satteln musste ich ihr aber helfen, denn der Westernsattel war etwas zu schwer für sie. Auch das Zaumzeug legte ich Gianna selber an, danach war es wieder an Lily, die Stute zur Halle zu führen. Es hatte angefangen zu tropfen, daher wollten wir lieber vorsorglich in die trockene Halle gehen. Tatsächlich bewies sie Geschick im Lenken der Stute, die ja trotz allem deutlich grösser als ein Shetty war. Ich gab ihr nach dem Eingewöhnen eine halbe Stunde lang intensiven Unterricht, indem ich ihren Sitz korrigierte und sie einfache, aber präzise Figuren reiten liess. Bei der Schlangenlinie hatte sie etwas Mühe, aber das war auch nicht einfach mit den vielen Kurven. Sie ritt zwar mit Ginis Westernsattel, aber trotzdem gab ich ihr Englischen Unterricht, denn Western kannte sie noch nicht. Die Stute war sich nur diesen Sattel gewöhnt und am Sattelhorn konnte sich Lily im Notfall festhalten, deshalb fand ich diese Variante praktisch. Gini spielte brav mit, wie ich es von der Stute kannte. Dadurch, dass sie im Westernstil so fein ausgebildet war, brauchte Lily nur die Zügel etwas zur Seite zu bewegen, um sie trotz ihrer kurzen Beine zu steuern. Unterdessen Machte ich mit Islah die meisten Figuren vor und zeigte, wie es am Ende aussehen sollte. Zum Glück war das Arabische Vollblut heute gut drauf, sodass ich nicht mit Bocksprüngen oder ähnlichem zu kämpfen hatte.
      Nach der Stunde war das Mädchen immer noch voller Energie und wollte unbedingt mitkommen, als ich mit dem Anhänger Devil in Prada abholen wollte. Die kleine Stute war Dod’s erste Tochter gewesen und nun ein kräftiger Jährling. Ihre Besitzerin hatte sie uns zurückverkauft, nachdem sie eine Stallumstellung vorgenommen hatte, worüber ich keineswegs wütend war. Ich freute mich, das Fohlen zurück auf Pineforest Stable begrüssen zu dürfen, denn sie war schliesslich etwas ganz besonderes. Wir holten sie beim Flughafen ab und Lily half mir beim Verladen, natürlich achtete ich darauf, dass sie nicht in Gefahr geriet. Rachel hätte es mir nie verziehen, wenn ihre Tochter unter die Hufe eines meiner Pferde gekommen wäre. Prada ging ohne zu zögern in den Anhänger, es schien fast, als wüsste sie, dass diese Reise sie nach Hause führte. Lily war übrigens auch von diesem Pferdchen ganz begeistert – schliesslich hatte es blaue Augen, war weiss-grau gescheckt und noch dazu „soooo süss!“ Zuhause brachte ich Prada zu den anderen Stutfohlen, von denen sie natürlich erstmal ausgiebig beschnuppert wurde. Sie war direkt verkauft worden als sie entwöhnt war, also hatte sie nie wirklich mit den anderen Jährlingen Kontakt gehabt. Wir beobachteten die Gruppe eine Weile, um sicherzugehen, dass sie nicht zu grob mit der Neuen umgingen. Ich nutzte die Gelegenheit, um Lily ein wenig über das Pferdeverhalten zu erzählen. „Da, jetzt zeigt Primo mit den Ohren, dass Prada nicht zu nahe kommen soll. Wenn sie die Nase so rümpfen, bedeutet das entweder, dass es ihnen nicht gut geht, oder dass sie etwas nicht mögen; du musst immer gleichzeitig auf die Augen und die Ohren achten. Auch Schweifschlagen deutet auf Unwohlsein.“ „Aber die da drübenist nicht krank, oder?“ „Nein, Penny ist heute bloss etwas mürrisch und mag Prada wohl noch nicht sonderlich“, erklärte ich. Lily beobachtete die Fohlen mit grossen Augen und versuchte eifrig, weitere Verhaltensmuster zu erkennen. Ich war stolz, dass sie sich so brennend dafür interessierte, denn das war die Basis für die Zusammenarbeit mit den Vierbeinern.
      Vor dem Mittagessen schufteten wir nochmal im Stall und halfen beim Misten. Dann genossen wir unsere wohlverdienten Ravioli. Jedenfalls Lily tat das, denn gerade als ich mich endlich gesetzt hatte und die Gabel zum Mund führen wollte, klingelte das Telefon. Augenrollend stopfte ich die paar Ravioli in den Mund und stand auf um es zu holen. Am anderen Ende stellte sich eine Frau als Sekretärin eines in der Nähe liegenden Zoos vor. Na toll, was will die denn?, dachte ich verwundert. ‚Wollen‘ tat sie nichts, im Gegenteil, etwas loszuwerden hatte sie im Sinn. „Wir haben vor einer Weile ein paar neue Zebras aus einer Zucht übernommen, doch nun müssen die Gehege saniert werden und danach wird es wohl nur noch Platz für eine kleine Herde geben. Drei Zebras wurden bereits an andere Zoos vermittelt, doch das vierte konnten wir bisher nirgends unterbringen. Da es aufgrund seiner Herkunft sehr zahm ist, haben wir unsere Suche auf Privatpersonen erweitert. Eine Arbeitskollegin meinte, man solle doch mal bei ihnen nachfragen, da sie eine Weile als Pflegerin in einem Zoo angestellt waren und ihr Gestüt in der Nähe liegt. Ich weiss, das muss überraschend für sie kommen, aber hätten sie zufällig Interesse?“ Ich schwieg erstmal nachdenklich. Ein Zebra? Es ist war, ich hatte auch schon mit den Biestern zu tun, aber könnte ich so etwas überhaupt hier halten? Nein, das kann nicht gut gehen. „Hallo, sind sie noch dran?“, ertönte die erwartungsvolle Stimme aus dem Telefon. „Nun ja, ich muss leider ablehnen; ich denke nicht, dass Pineforest Stable für die Unterbringung eines Zebras geeignet wäre…“ „Das ist sehr schade, sollten sie ihre Meinung ändern, dann kontaktieren sie mich doch bitte.“ Lily sah mich enttäuscht an, daraus schloss ich, dass sie mitgehört hatte. „Ein Zebra?? Warum denn nicht?“ „Weil… Es dann einsam währe.“ „Aber du hast doch noch Dante, der würde sich bestimmt über Gesellschaft freuen!“ „Dann müsste ich ihn aber Kastrieren lassen. Das fände ich schade.“ Lily schwieg betreten, denn sie merkte, dass ich nicht gewillt war meine Meinung zu ändern. Wir assen still fertig und gingen daraufhin gemeinsam Feline holen. Diesmal nahm ich Jacky und Sheela mit, denn wir wollten ins Gelände gehen. Zira musste hingegen zuhause bleiben, sie war dazu noch zu jung. Unterwegs flitzte uns ein Fellball vor den Füssen durch. „Kafka! Irgendwann brech ich mir wegen dir noch den Hals!“ Rief ich dem Kater hinterher, der bereits um die Ecke verschwunden war. „Du hast eine Katze?? Das wusste ich gar nicht!“ ich sah verlegen weg und murmelte „Ja, sogar vier. Und gewisse Pfleger hier haben nen Vogel, aber das ist ne andere Geschichte…“, indem ich an Lisa dachte. „Vier?! Warum hab ich die noch nicht gesehen?“ „Sie sind überall auf dem Hof verteilt, du wirst sie wohl kaum zu Gesicht bekommen. Sie lassen sich nur blicken wenn es Futter gibt. Frag Lisa, die kümmert sich darum.“ Sie wirkte begeistert, ich hingegen kräuselte die Lippen. Wenigstens sind die Biester alle kastriert. Dante sah mir von seinem kleinen Paddock her entgegen. Ich musterte ihn nachdenklich. Nein, das wäre schade. Vielleicht hat er irgendwann ein paar schön gefleckte Eselbabys
      Wir sattelten Feline und Piro, dann machten wir uns auf den Weg in Richtung Fluss. Ich wollte mit Lily nicht gleich am ersten Tag auf die Galoppwiese, denn dort waren die Pferde immer extra fit und ich war nicht sicher, ob das kleine Mädchen dafür schon reif war. Wir ritten anschliessend nach Norden zum Wald, wo wir auch etwas trabten. Da Lily das erste Mal auf Feline sass, verzichteten wir auf einen Galopp. Schön war der Ausflug trotzdem und beide, Mädchen und Pferd, genossen die herbstliche Natur.
      Zuhause wurden wir von Lewis, Oliver und Lisa begrüsst, die mit Dante am Strick dastanden und grimmig schauten. „Boss, we have to talk“ war alles, was ich vorläufig zu hören bekam. Ich band Piro beim Nebenstall an und hob erwartungsvoll die Augenbrauen. Lisa meldete sich zu Wort. „Das war jetzt schon das dritte Mal, dass er ausgebüxt ist. Er war schon wieder bei den Stuten drüben! Das kann so nicht weitergehen, ausser du willst riskieren, eine Herde von Maultier aufziehen zu müssen.“ „Dann müssen wir eben das Zauntor verstärken“, antwortete ich gereizt. „Wäre es nicht einfacher, ihn kastrieren zu lassen?“ „Das hab ich mir ja auch schon überlegt, aber das ist so endgültig…“ „Denk auch an ihn Occu: Er hätte es viel besser, wenn er nicht mehr ständig den Weibern nachsteigen muss. Man könnte ihn mit den Minis zusammen halten“, meinte Lisa. Oder mit einem Zebra, ging mir durch den Kopf, und ich dachte an Lily, die von dieser Idee begeistert sein würde. Ich seufzte und nickte zustimmend. „Na gut, ich rufe morgen den Tierarzt.“ Zufrieden gingen die Pfleger wieder ihrer Arbeit nach. Ich gesellte mich zu Lily, Feline und Piro zurück, um die beiden Pferde zu versorgen. Danach schlug ich Lily vor, zu den Minis zu gehen und diese zu bürsten, während ich mit Loki raus ging.
      Am Abend rief ich der Sekretärin des Zoos nochmal an und vereinbarte ein Treffen, bei dem ich mir das Zebratier ansehen wollte, bevor ich endgültig entschied. Lily war begeistert, als sie davon hörte. „Dann kann ich meinen Freundinnen erzählen, dass ich ein gestreiftes Pony geritten hab!“ „Halt halt, nicht so schnell, ich glaube kaum, dass man sie reiten kann. Schliesslich ist sie kein braves Kinderpony, sondern ein Zebra!“ „Ja, aber du kannst sie sicher einreiten, und dann darf ich doch bestimmt mal eine Runde auf ihr drehen, nur im Schritt“, bettelte sie. „Eigentlich hatte ich bloss vor, sie mit Dante auf ne Weide zu stellen, nicht sie als Zirkuspony auszubilden“, murmelte ich augenrollend. „Wir werden sehen“; mit diesen Worten brachte ich die kleine ins Bett und deckte sie zu.

      Endlich Schnee!
      Feine Flocken rieselten mir ins Genick, als ich mich Bückte, um meine Chaps zu schliessen. Es war ein herrlicher Donnerstagmorgen und endlich zeigte der Winter sein wahres Gesicht. Hinter mir stolperte Lily aus dem Haus und konnte gerade noch verhindern, dass Zira auch rausflitzte. Die Hunde wollten wir erstmal noch im Haus lassen, denn Lily und ich wagten uns heute ans erste offizielle Zebra Training. Meine Nichte hatte mich überzeugt, dass ich Thairu nicht einfach so rumstehen lassen konnte, ohne nicht wenigstens zu versuchen, ihr ein paar Dinge beizubringen. Ich hatte daraufhin gestern Abend eine Menge Recherche betrieben und festgestellt, dass das Projekt ‚Zebra Einreiten‘ gar nicht so abwegig war wie anfangs gedacht. Wir machten uns also auf den Weg zu Thairu und Dantes Weide. Damit sich das Zebratier wohler fühlte, musste Lily sich um Dante kümmern und ihn ebenfalls mitnehmen, während ich Thairu aufhalfterte und zum Nebenstall brachte. Sie kannte es schon von ihrer Fohlenzeit her, angebunden und geführt zu werden, was vieles erleichterte. Das Hufegeben war allerdings etwas eingerostet. Ich blieb hartnäckig und zog und stupste sie, bis sie reagierte und den Huf hob. Dann kratzte ich nur rasch über die Sole, um sie gleich ausgiebig zu loben, indem ich sie am Widerrist kraulte. Lily hatte Dante ebenfalls angebunden. Sie stellte sich neben Thairu und kramte in ihrer Jackentasche, dann zauberte sie ein Karottenstück daraus hervor. Die Zebrastute beschnupperte es misstrauisch und frass es dann zögernd, wobei sie übertriebene Kaubewegungen machte. Doch anscheinend mochte sie das orange Gewächs, denn schon schnupperte sie wieder an Lilys Händen. „Gut, so haben wir etwas, um sie zu bestechen. Aber ich denke es ist besser, wenn wir sparsam mit Futter umgehen, weil sie sonst vielleicht zu frech wird“, meinte ich. Lily war einverstanden und schnappte sich den Striegel für Dante. Ich kümmerte mich um das gestreifte Fell. Es war ziemlich verschieden vom Fell eines Pferdes; irgendwie weicher und zugleich borstiger. Ausserdem war es trotz der Kälte ziemlich kurz, aber Thairus Körper fühlte sich schön warm an, also nahm ich an, dass ihr die Temperaturen nichts ausmachten. Den Zebraschwanz zu bürsten fühlte sich auch speziell an, besonders, weil er nur unten lange Haare hatte, fast wie bei einer Kuh. Ich achtete darauf, nicht zu viele Haare auszuzupfen, da ich nicht wusste, wie schnell Zebra Haar nachwuchs. Die Mähne hingegen war Pflegeleicht. Sie war kurz und buschig, und die Stehmähnen Frisur war unzerstörbar. Bei den Ohren stiess ich auf Widerstand: Thairu schlug wütend mit dem Kopf, sobald ich mich ihnen mit der Bürste näherte. Ich beschloss also, das Ohren Bürsten erstmal noch zu unterlassen. Nun brachten wir die beiden in die Halle und liessen sie erstmal frei laufen. Ich hatte diverse Gegenstände aufgestellt: Einen grossen, blauen Ball, eine Blache, ein Cavaletti, ein paar Stangen und Pylonen. Die beiden durften diese Objekte nun auf eigene Faust genauer inspizieren. Thairu war durchaus interessiert, was sie durch moderates Schweifwedeln verdeutlichte. Sie schnüffelte an den Gegenständen und zupfte sogar an der Blache, nur um gleich darauf erschrocken abzudrehen. Ich studierte ihr Verhalten genau und versuchte, das Zebra zu verstehen. Ich wusste, dass Zebras sehr aggressiv werden konnten, wenn sie missverstanden wurden. Aber auch, dass sie sehr enge Freundschaften knüpften. Also musste ich solch eine starke Beziehung zu ihr aufbauen, damit sie mich mit ihr arbeiten lassen würde. Nach einer Weile, genauer gesagt als Thairu begann, sich nicht mehr für die Objekte zu interessieren, holte ich sie zurück an den Strick. Dann führte ich sie auf die Stangen zu. Sie zögerte und senkte den Kopf, doch folgte mir gemächlich. Ich lobte sie wieder durch Kraulen. Bei der Blache zeigte sich aber schon bald das wahre Gesicht des gestreiften Tiers: Sie stampfte drohend in den Sand und weigerte sich, einen weiteren Schritt in die gewünschte Richtung zu gehen. Als ich darauf beharren wollte, und den Druck auf das Seil erhöhte, schüttelte sie widerwillig den Kopf und klappte die Ohren böse nach hinten. Der Schweif wischte nun in raschen und heftigen Bewegungen. Ich beschloss, dass es so keinen Sinn hatte, und versuchte stattdessen, sie zu bestechen. Ich entfernte den Druck, indem ich meine Position an ihre Seite wechselte und ihr so ermöglichte, gefahrenfrei zu mir zu kommen. So bestand ich wenigstens noch darauf, dass sie zu mir laufen musste, und nicht umgekehrt. Tatsächlich war sie einverstanden, dem Seilzug zu folgen, solange es nicht auf die Blache zuging. Ich kraulte sie dafür wieder. Dann lud ich sie ein, mir auf eine kleine Volte um die Blache herum zu folgen, indem ich bloss ein wenig auffordernd zupfte. Dabei verringerte ich den Abstand zur Blache immer etwas mehr, während ich sie eifrig am Hals streichelte. Die Ohren waren alarmbereit, aber der Schweif war nun vollkommen still, was ich zunächst als gutes Zeichen wertete. Doch ich hatte für einen Moment vergessen, dass dies trotz allem kein Pferd war, und so folgten auf die vermeintlich ruhige, tatsächlich aber völlig angespannte Geste ein paar kleinere Buckler, bei denen sie abermals ihren Widerwillen demonstrierte. Wenigstens zielte sie nicht gegen mich, sondern versuchte wohl eher, mich zu beeindrucken. Ich führte Thairu nichts desto trotz wieder auf eine grössere Volte und startete einen neuen Versuch, diesmal mit Geduld. Durch Dominanz und Überlistung war ich nicht zum Ziel gekommen, aber vielleicht konnte ich mit etwas Geduld das Überqueren der Blache zu ihrer eigenen Idee werden lassen. Ich ging also mit ihr bis an die ‚Schmerzensgrenze‘ und liess sie dann einfach dort verharren. Das unwillige Schweifschlagen wurde zwar mit der Zeit wieder ruhiger, doch das Zebra war eine harte Nuss und hatte anscheinend alle Zeit der Welt. Nachdem sich eine Viertelstunde lang nichts gerührt hatte, mir langsam der Arm vom konstanten Zupfen schmerzte und Lily allmählich ungeduldig wurde, weil sie mit Dante schon so gut wie alle Objekte durchgegangen war, machte Thairu endlich den entscheidenden Schritt. Sie senkte den Kopf und schnupperte an der Blache. Ich lief ein Stück weiter und klopfte mit dem Fuss darauf, um ihr zu zeigen, dass darunter fester und sicherer Boden war. Plötzlich kam sie zu mir und stand mit allen vier Beinen auf dem blauen Untergrund. Ich kraulte sie sofort eifrig. Ich zupfte etwas am Strick und konnte sie problemlos wieder von der Blache herunter Führen. „Gut, das war’s für heute, ich möchte sie das erstmal verarbeiten lassen.“ Lily verstand das nicht und äusserte ihre Enttäuschung, sobald wir die beiden zurück gebracht hatten. „Wir haben doch gar nichts richtig mit ihr gemacht. Warum wolltest du schon aufhören?“, fragte sie frustriert. „Wir haben keinesfalls ‚nichts‘ gemacht. Es war eine schwierige Lektion für Thairu, über diese Blache zu gehen. Ich glaube sie hat vorhin die ersten Ansätze gezeigt, mir zu vertrauen. Das wollte ich sofort belohnen, indem ich sämtlichen Druck wegnehme. Und nun kann sie in aller Ruhe darüber nachdenken, bis wir das nächste Mal mit ihr arbeiten.“ Lily schien immer noch etwas skeptisch. „Du bist viel zu ehrgeizig. Lass ihr Zeit, dann kann sie lernen, dass ihr bei uns nichts passiert. Das Ziel ist, dass sie Spass an den Übungen bekommt; nicht, dass wir sie zwingen müssen. Denn ein Zebra kannst du zu nichts zwingen – das habe ich heute gelernt.“ „Hmm, ja, hast recht… Ich hoffe nur, dass sie bald Spass dran bekommt, weil ich ja in zwei Wochen schon wieder gehen muss“, erklärte Lily. Ich lächelte und legte den Arm um ihre Schulter. „Wir kriegen das hin, keine Angst. Und wenn nicht, dann kommst du mich in den nächsten Ferien wieder besuchen.“
      Am Nachmittag lief ich zu den Weiden und holte den Hufauskratzer aus dem verschliessbaren Wandfach im Offenstall der Hengste, um Alyshebas Hufe auszukratzen. Heute war sein grosser Tag; er würde zusammen mit Kaythara, Dublin und Ciela definitiv in den Hauptstall umziehen. Ajith bereitete gerade noch die Boxen vor, während Quinn, Rosie und ich schon mal den grössten Matsch aus den Hufen der Fohlen entfernten. Es hatte seit dem Morgen durchgehend geschneit. Auch der Wetterbericht versprach endlich bleibenden Schnee. Das hatte meine Laune an diesem Morgen ziemlich angehoben. Ich rutschte und stolperte durch den Matsch vor dem Offenstall auf der Hengstweide und kämpfte mich zum Weidetor, um Quinn meine geliebte Ciela abzunehmen. Alysheba wollte ich als letztes hochbringen. Wir führten die drei Stutfohlen aus der Weide, was zum Glück (noch) kein grosses Gequietsche verursachte, da die Gruppe die Prozedur vom Jungpferdetraining her gewohnt war. Aber spätestens heute Abend, malte ich mir aus, wird die Ruferei losgehen. Penny, Primo, Riven und Prada beobachteten uns, bis wir mit ihren Gefährten im Hauptstall verschwanden. Ich beschloss, ihnen später zur Beruhigung noch ein wenig Heu zu bringen. Als wir die drei auftrennten und in ihre neuen Boxen brachten, schienen sie zu begreifen, dass diesmal etwas anders war. Kaythara begann prompt damit, in der Box zu drehen und nach den anderen zu rufen, obwohl sie auf Sichtkontakt nebenan standen. Ciela stimmte mit ein und gab mir fast eine Kopfnuss. Ich beschloss, dass es das Beste war, die Box zu verlassen und die kleine erstmal in Ruhe zu lassen. Wir kümmerten uns also erstmal um die restlichen Vollblüter. Lily half uns beim Misten, indem sie die Schubkarren auf dem Mist leerte, sobald sie voll waren und dann im Renntempo zurück karrte. Ich lachte über ihre Energie und Motivation, denn meine Finger schmerzten schon wieder vor Kälte, obwohl wir uns im Stallgebäude befanden. Wenig später schickte ich sie los, um Gianna für ihre Reitstunde vorzubereiten. Sie bekam diesmal nicht Privatunterricht von mir, sondern wurde gemeinsam mit den fremden Reitschülern aus der Umgebung von Elliot unterrichtet. Nachdem ich mich einmal mehr geärgert hatte, weil die Leute mit den Transportern den ganzen Parkplatz zugestellt hatten, obwohl es eigentlich genug Platz hatte, wenn man sich schön aufreihte, setzte ich mich in die kleine Reiterstube in der Halle, um den Anfang der Stunde mitzuverfolgen. Lily sah etwas verloren aus zwischen all den Fremden, und ein Mädchen auf einem schwarzen Pony ritt ihr ganz schön nahe auf, aber sie hatte Gini im Griff. Sie nutzte die nächste Gelegenheit um auf eine Volte zu biegen und so der unangenehmen ‚Verfolgerin‘ zu entkommen. Ich nickte ihr durch das Glas ermutigend sie lächelte zurück. Dann konzentrierte sie sich auf die Schlangenlinie, die sie anführen musste. Ich beobachtete die beiden eine Viertelstunde lang, bevor ich zur Stutenweide wechselte und Echo mitnahm. Die Paint Horse Stute folgte mir gehorsam zum Nebenstall, wo ich sie anband, um sie zu putzen. Beim Kopfbürsten senkte sie den Kopf und rieb kurz die Stirn an meiner Schulter, doch sobald ich sie kraulen wollte, drehte sie sich weg. Sie war nicht kopfscheu, sondern mochte es einfach nicht, wenn man sie mehr als nötig anfasste. Ich akzeptierte das und holte ihren Sattel. Zum Glück war das Kavalleriezaumzeug, das ich von ihrem ehemaligen Besitzer geerbt hatte, so praktisch und einfach zu verschnallen. Echo mochte es auch gar nicht, mit anderen Zäumungen zu laufen. Dann sperrte sie jeweils den Mund auf oder schüttelte dauernd mit dem Kopf. Die breiten Lederriemen dieses Reithalfters und die eher dicke Schenkeltrense schien sie hingegen bequem zu finden. Auch mit einer simplen Westernkandare hatte ich es einmal versucht, mit dem Resultat, dass sie kaum mehr vorwärts ging. Mittlerweile hatte ich es definitiv aufgegeben, die Stute auf irgendeine andere Art als die Gewohnte zu reiten. Dafür lief sie mit ‚ihrer‘ Ausrüstung mustergültig. Als ich den Baumwollführstrick fertig um ihren Hals geknotet hatte, führte ich sie auf den Schotterweg und stieg auf. Dann lenkte ich sie in Richtung Süden zur Galoppwiese. Während wir den ganzen Weg ins nächstgelegene Dorf einschlugen, trabte ich viel und achtete dabei darauf, dass sie ein angenehmes, zügiges Tempo und einen sauberen Takt hielt. Sie sollte lernen, auch über lange Strecken schön konstant zu traben und erst in eine andere Gangart zu wechseln, wenn ich es verlangte. Man merkte auch, dass sie sich Mühe gab und ihrem Reiter gefallen wollte. Wir ritten durch die Siedlungen am Dorfrand und kamen zu einem kleinen Dorfladen – meinem eigentlichen Ziel. Ich stieg ab und löste den Strick. Nachdem ich sie an einem massiven Zaunpfosten festgebunden hatte, stellte ich sicher, dass die Zügel nicht über den Hals fallen konnten. Erst dann liess ich die Stute kurz alleine, um im Laden zwei Flaschen Met und ein Körnerbrot, das in diesem Dorf eine Spezialität war, zu kaufen. Der Ladenbesitzer, ein älterer Herr, kannte mich gut, denn ich kam immer mal wieder zu hoch zu Ross vorbei. Er kam sogar mit nach draussen und betrachtete Echo bewundernd. Er erzählte mir, dass er früher selber noch in der Kavallerie geritten sei, auf einem Pferd namens ‚Rover‘. Ich hörte ihm interessiert zu, denn so konnte ich noch ein paar Dinge von ihm lernen und Tipps bekommen. Er meinte aber, Echo sähe jetzt schon wie ein Kraftprotz aus. Ich lachte und beteuerte, dass dies der Paint Horse Einfluss sei. Nach einer Weile verabschiedeten wir uns und ich machte mich mit Echo auf den Heimweg. Sie hatte brav gewartet und zur Belohnung eine Karotte bekommen, dementsprechend gut gelaunt wackelte sie nun mit den Ohren während dem Laufen. Es wurde langsam dunkel, doch der Schnee hatte nicht nachgelassen und die Felder waren bereits alle weiss überdeckt. Ich liess die beliebte Galoppstrecke durch den Pinienwald nicht aus und kam so sogar noch etwas früher zurück als erwartet. Dafür liess ich mir Zeit beim Versorgen der Stute und befreite ihre Fesseln gründlich von den letzten Schlammkrusten und Schneeknötchen, die ich zuvor zugegebenermassen gekonnt ignoriert hatte. Dann war Echo endlich erlöst und durfte zurück auf die Weide zu ihren Gefährtinnen. Sie war auch nach diesem langen Ritt nicht erschöpft und brauste rutschend und stolpernd durch den Schnee auf die anderen Stuten zu. Ich stapfte ebenfalls zurück zum Nebenstall, wo noch nirgends geschaufelt worden war. Ich entdeckte Ajith und Quinn nebenan und stellte sicher, dass es gleich nach dem Abendessen erledigt wurde.
      Wenig später stand ich bei Parányi und putzte den Jungspund direkt in ihrer Box. Dort war es etwas wärmer und nicht so windig wie draussen. Das samtige, schwarze Fell war seit langem wiedermal bereits sauber und nicht dreckverkrustet. Allerdings waren die Haare an manchen Stellen gekräuselt, sodass ich mir zusammenreimte, dass sie sich auf der Weide im Schnee gewälzt hatte. Auch die Hufe waren schön ausgewaschen – hach, wie ich den Schnee liebe! Da ich mit Parányi die letzten zwei Tage geritten war, wollte ich heute nur an der Doppellonge mit ihr arbeiten, und morgen würde sie ganz frei bekommen. Ich wollte die frisch eingerittene Stute noch nicht überfordern und ritt sie deshalb höchstens dreimal pro Woche, je zwanzig Minuten lang. Lily war übrigens längst mit der Reitstunde fertig und tollte im Schnee mit den Hunden herum. Ich sah ihr durch den geöffneten, oberen Teil der Boxentür lächelnd beim Schneeballwerfen zu, während ich Parányis Mähne kämmte. Schliesslich holte ich den Doppellongengurt und legte ihn ihr an. In der Halle ritten Darren und April auf Halluzination und Vychahr, nun da die Reitschüler endlich verschwunden waren. Ich beobachtete beiden Füchse aus dem Augenwinkel, während ich Parányi alle vier Hallenecken zeigte. Ich tat das immer, damit sie keinen Grund hatte, sich zu erschrecken. Danach zog ich die Leinen durch die Ringe am Gurt und hängte sie beim Kappzaum ein. Es handelte sich um einen mit Trensenstück kombinierten Zaum. Parányi blieb geduldig stehen, als ich die Leinen um ihren Po und über die Hinterbeine schwang, um sie wieder daran zu gewöhnen. Daraus schloss ich, dass sie seit dem letzten Training nichts verlernt hatte. Ich schnalzte und nahm die halblange Fahrpeitsche in die rechte Hand, um sie anzutreiben. Dann schickte ich sie raus auf die Volte und begann, sie im Schritt mit aufnehmen und wieder loslassen zum Dehnen zu bringen. Als nächstes Trabte ich sie an und spielte ein wenig mit der Temporegulation. Auch Übergänge übten wir, besonders aus dem Schritt in den Trab, da sie dabei zunächst immer gleich anhalten wollte. Ich war erstaunt, wie kooperativ die Stute heute gelaunt war. Die letzten paar Tage war ich beim Reiten jeweils eher enttäuscht gewesen, aber heute schienen wir einen Fortschritt nach dem anderen zu machen. Ich hörte daher auch etwas früher auf und lobte sie ausgiebig. Ich führte sie noch ein wenig in der Halle herum, dann brachte ich sie in ihre Box und zog ihr die Abschwitzdecke an, falls sie doch noch nachschwitzen sollte. Zufrieden warf ich einen letzen Blick in die Box und stellte fest, dass Parányi bereits wieder döste.

      Ein Sonniger Sonntag

      Es windete mich zwar fast von den Füssen, als ich gleich nach dem Mittagessen vor die Haustür trat, doch zumindest war es so warm wie schon lange nicht mehr. Die Sonne schien, der Himmel war wolkenlos und der regendurchweichte Boden begann zu trocknen. Ausserdem entdeckte ich bereits erste Krokusblumen im Rasen vor dem Haus – dabei war es doch erst Februar! Ich betrachtete die violetten Blüten, ehe ich mich auf den Weg zum Nebenstall machte. Nach dem morgendlichen Vollblütertraining, das heute des nassen Geläufs wegen nur zaghaft vonstattengegangen war, freute ich mich auf einen langen Ausritt mit meiner Moon Kiddy. Auch Lisa, Lewis und Lily kamen mit, auf Piro, Gini und Feline. Das kleine Mädchen konnte so viel Ablenkung wie möglich gebrauchen, nach dem tödlichen Unfall ihrer Mutter. Meine braune Stute genoss die Sonne, während ich ihre Matschverkrustete Mähne entwirrte. Gestern hatten wir die Stuten zum ersten Mal seit einer ganzen Woche wieder rausgelassen, weil es zuvor einfach zu Nass gewesen war. Mit dem ganzen Schmelzwasser war der Boden durchtränkt und es konnten grosse Schäden entstehen, wenn die Pferde die ganze Zeit darauf herumtrampelten. Die Fohlen wollten wir heute auch wieder aus dem Offenstall lassen, denn dort drin musste dringend mal wieder gründlich gemistet werden, was mit einem Haufen neugieriger Jungspunde hinter dem Rücken gar nicht so leicht war. Ich beschloss, Moons Beine kurz zu waschen, denn mit der Bürste malte ich mir mindestens eine halbe Stunde Arbeit aus. Gesagt – getan, danach ölte ich die Hufe auch gleich ein, damit sie nicht zu viel Feuchtigkeit von der nassen Weide aufnahmen. Nun brauchte ich nur noch den Westernsattel zu holen und die Braune zu zäumen, wie gewohnt mit dem Bosal. Auch die anderen waren so weit, also stiegen wir auf und ritten los. Piro war ziemlich geladen und steckte die anderen nach kurzer Zeit an. So kam es, dass wir schneller unterwegs waren, als uns lieb war. Dafür erweiterten wir die geplante Route um einen Waldweg in Richtung Dorf. Lily schlug sich ganz gut mit Feline, aber auch die sonst so brave Schimmelstute begann zunehmend herumzuhampeln. Ich schlug vor, einen ausgiebigen Galopp zu machen, damit die vier etwas müde wurden und nicht mehr so viel überschüssige Energie hatten. Wir polterten nebeneinander den Waldweg entlang, dabei war es gar nicht so leicht, Moon bei der Gruppe zu halten. Tatsächlich wurden die Pferde langsamer, als es auf das Ende des langen Weges zuging und wir kamen sogar zum Treiben. Im flotten Trab ritten wir über eine Weggabelung und anschliessend bis zum Waldrand. Dort liessen wir die vier etwas strecken. Piro schnaubte zufrieden und Feline versuchte, am Wegrand zu knabbern, doch Lily setzte sich erfolgreich durch. Sie hatte viel gelernt, seit sie das erste Mal bei mir in den Ferien gewesen war. Und seit dem Unfall war sie mit noch grösserem Eifer dabei, sodass ich sie zeitweise fast bremsen musste. Ich machte mir Sorgen, dass sie sich überforderte, indem sie die Trauer mit physischer Beschäftigung überspielte. Sie beteuerte hingegen immer, „okay“ zu sein. So langsam kam Pineforest Stable wieder in Sicht, also verlangsamten wir das Tempo etwas und genossen die restlichen Meter im Schritt. Die Natur schien sich nicht einig zu sein, ob sie nun erwachen, oder doch noch im Tiefschlaf bleiben sollte. Zum Teil schossen bereits Blumen aus dem Boden, doch die Bäume hatten noch keine Knospen und auch das Gras schien noch schlaff. An der Sonne war es beinahe so warm, dass man im T-Shirt reiten konnte, doch im Schatten der Bäume bekam man Hühnerhaut. Die Pferde schienen aber ziemlich zuversichtlich zu sein, denn sie begannen bereits mit dem Fellwechsel. Der Wind zerzauste mir dauernd die Haare, aber es war eine wundervolle Stimmung und wenigstens kam er von seitlich vorne.
      Wieder auf dem Hof, brachten wir die vier Stuten direkt zurück zum Offenstall und liessen sie nach dem Absatteln freilaufen. Sie hatten tatsächlich mal wieder ein wenig geschwitzt, aber das trocknete bei dem Wind rasch. Die Hufe kontrollierten wir dann doch noch schnell, wie es sich gehörte. Als Nächstes gingen wir zu den Fohlenställen und schoben die grossen Tore auf. Wie erwartet schossen Merino, Life und Simba sofort raus und drehten erstmal einige Runden. Die Stuten gingen das Ganze etwas gemässigter an und blieben zuerst stehen um sich umzusehen, doch danach bockten und stolperten auch sie durch das feuchte Gras. Shira hatte sich mittlerweile gut in die Herde integriert und besonders in Prada eine neue Freundin gefunden. Penny und Primo klebten auch ziemlich aneinander, nur Riven war eher selbstständig. Sie war auch die unangefochtene Anführerin der Stutengruppe und ziemlich dominant mit den anderen. Ich half den Pflegern beim Misten mit dem kleinen Traktor, wobei es gar nicht so viel zu tun gab, ausser die Reste mit der Heugabel aus den Ecken zu kratzen. Wir räumten das alte Substrat komplett raus und füllten frisches Stroh ein. Ausserdem wurden die Tränken und Futtertröge geschrubbt. Wir waren eine gute halbe Stunde beschäftigt pro Offenstall, also war es bereits halb fünf Uhr, als ich endlich wieder zum Nebenstall kam. Um die letzten Sonnenstrahlen noch zu nutzen, schloss ich mich Rosie, Darren und Jonas auf den Dressurplatz an. Die drei übten auf Sweets, Bluebell und Lychee ein Dressurprogramm fürs kommende Wochenende. Es war zwar nur ein internes Clubturnier, aber wir wollten trotzdem eine gute Figur machen und zeigen, wie weit unsere jungen Schützlinge schon waren. Ich putzte Satine und übte ebenfalls ein paar der L Lektionen, die die Stute noch nicht perfekt beherrschte. Sie war heute aber irgendwie sehr abgelenkt und schreckhaft, sodass ich nicht ganz so viel mit ihr machen konnte, wie ich eigentlich geplant hatte. Pferde haben eben auch Launen und schlechte Tage, stellte ich fest. Nach vierzig Minuten brach ich ab und liess die Fuchsstute austraben. Wenigstens streckte sie sich schön. Wir versorgten auch diese Pferde nach der Arbeit. Nun waren schon fast alle Pferde bewegt worden und wir konnten es alle etwas ruhiger angehen. Ich beschloss, nochmal nach Dream zu sehen, die laut dem Tierarzt in den nächsten Tagen abfohlen sollte. Lily war schon bei ihr als ich kam und streichelte gedankenversunken die rosa Nüstern der Stute. Ich erschreckte sie fast, als ich ihr auf die Schulter tippte. Ich schlug vor, die Schimmeldame zu putzen, was Lily gefiel. Wir bürsteten das weisse Fell und kämmten das graue Langhaar, bis es wieder schön entwirrt war. Dream schien die Prozedur zu geniessen, oder zumindest störte es sie nicht. Ich meinte dennoch, eine leichte Unruhe in den Augen und im Verhalten der Stute zu bemerken. Vielleicht war es ja schon heute Nacht soweit. Ich sagte Lily nichts, damit sie nicht enttäuscht war, wenn es heute doch noch nicht geschah. Vor dem Abendessen gingen wir noch zu Ronja, um sie auf einen Spaziergang mitzunehmen. Paranyi und Halluzination wurden unterdessen in der Halle bewegt. Lily, Ronja Räubertochter und ich liefen über die Brücke beim Fluss. Auf der anderen Seite liessen wir sie etwas grasen. Lily suchte im Dunkeln nach ersten Schnecken oder Insekten. Ich beobachtete meine Enkelin und war froh, dass sie einmal mehr zu vergessen schien, warum sie hier war. Ich fragte mich immer noch wie es sein würde, sie immer hier zu haben. Der Unfall war nun schon ein paar Wochen her, aber so richtig hatten wir uns beide noch nicht an die neue Situation gewöhnt. Ich war froh, dass das kleine Mädchen schon so selbstständig war, denn sonst wäre ich vermutlich leicht überfordert gewesen. Doch so kamen wir irgendwie klar. Lily hatte sich ein Leben auf einem Reiterhof immer gewünscht, doch war es fair, sie dafür einen solch hohen Preis zahlen zu lassen? Das Leben war hart und unbarmherzig, aber irgendwie drehte sich die Welt immer weiter. Schliesslich machten wir uns auf den Heimweg und gingen ins Haus.
      Nach dem Abendessen schauten wir uns einen Film an, wobei wir einmal eine Pause einlegen mussten, um die Abendliche Stallkontrolle zu machen. Um halb Zehn schickte ich Lily ins Bett und ging dann noch rüber ins Pflegerheim bis halb elf Uhr. Ich hatte meinen Wecker extra ein wenig früher gestellt, damit ich vor dem Frühstück rasch nach Dream sehen konnte. So stand ich um fünf auf und schlich mich raus. „Hab ich’s mir doch gedacht!“, schmunzelte ich, als ich ein dunkles Bündel im Stroh neben Dream entdeckte. Es konnte kaum eine Stunde alt sein, denn es war noch ganz zittrig. Ich prüfte kurz Augen, Nüstern und Puls des kleinen, stellte fest, dass es ein Hengstchen war und sah nach Dream. Beide, Mutter und Kind, waren zwar müde, aber bei bester Gesundheit. Erleichtert lief ich zurück zum Haus und weckte Lily. Ich erwähnte das Fohlen erst nach dem Frühstück, denn ich wusste genau, dass sie sonst nicht hätte stillsitzen können. Sie rief schliesslich halb vorwurfsvoll, halb überrascht „Occu!“ und stürzte zur Tür raus. Sie konnte ihre Begeisterung kaum unterdrücken, schaffte es aber, ruhig und vorsichtig näherzugehen. Das Hengstchen stand mittlerweile auf wackligen Beinen und sah sich die Wand an. Dream schubste es etwas zur Seite, als sie sich drehte, um uns zu begrüssen. Es schaffte es, irgendwie auf den Beinen zu bleiben und stolperte ihr hinterher, blieb aber auf Abstand. Ich fragte Lily, was sie von dem Namen ‚Skydive‘ hielt, und wir einigten uns darauf. Nach einer Weile kamen auch ein paar der Pfleger hinzu und beobachteten das kleine fröhlich. Doch dann mussten wir mit dem Füttern anfangen und der Routine nachgehen.
    • Sammy

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      Die Auktion - Prada's letzter Tag bei Occulta
      von Occulta, Rhapsody, Gwen & Canyon
      11. Juni 2016

      Occu’s Sicht:
      Als ich den oberen Teil des Hauptstalls betrat, wieherten und grunzten mir die meisten der Hengste entgegen. Hinter mir folgten die ersten Pfleger; es war wiedermal sechs Uhr morgens, an einem laut Wetterbericht sonnig werdenden 30. April. Im Moment waren die Aussichten jedoch eher grau.
      Wir schnappten uns die Schubkarren mit den Futtereimern, füllten sie bei den Futtertonnen auf und verteilten dann das Frühstück. Die meisten Vollblüter waren anständig und warteten geduldig auf ihre Ration, aber einige, wie zum Beispiel Fly, klopften auch ungeduldig an ihre Boxenwand. Bei den Stuten war das nicht anders, auch hier gab es schwarze Schafe. Aber neuerdings war hier auch das schrille Wiehern der jüngsten Familienmitglieder zu hören. Obwohl sie erst wenige Wochen alt waren, streckten die meisten Fohlen bereits neugierig ihre Schnauzen durch die Gitterstäbe und interessierten sich für das körnige Zeug, das ihre Mütter so gerne mochten. Die Stuten bekamen eine spezielle Mischung, damit sie ihren Energiebedarf decken und den Fohlen genügend Milch geben konnten. Wir warteten, bis die Mütter fertig gefressen hatten und zäunten inzwischen den Weg zur obersten der grossen Weiden ein. Dann schoben wir die Boxentüren auf und liessen sie den Weg hoch traben. Die anderen Stuten, die keine Fohlen bei Fuss hatten, kamen auf die mittlere Weide direkt nebenan. Zuunterst durften die restlichen Stuten aus dem Nebenstall grasen. Islah, Gianna, Noir und deren Fohlen waren ebenfalls bei den anderen Müttern. Insgesamt waren jetzt 9 junge Fohlen auf Pineforest Stable, so viele wie noch nie zuvor! Doch schon in gut fünf Monaten würde wieder Ruhe einkehren, denn dann zogen die kleinen Frechdachse in ihr neues Zuhause aus.
      Ebendieses zukünftige Zuhause galt es heute zu finden. Wir wollten eine kleine Auktion veranstalten, die gleichzeitig eine Art ‚Tag der offenen Tür‘ auf Pineforest Stable war. Dazu begannen Quinn, Ajith, Lisa, Elliot, Lewis, Jonas, Oliver, Rosie, Darren, David, Thomas, Charly und ich jetzt damit, alles aufzuräumen, Stühle und Tische bereit zu stellen und das Gelände ein wenig zu dekorieren. Ausserdem mussten die Pferde selbst hergerichtet werden: Wir flochten die Mähnen der Stuten und Fohlen ein, putzten sie blitzblank und zogen den Stuten ihre Lederhalfter an. Ich kümmerte mich gemeinsam mit Lisa um das Aussehen der Miniature Horses.
      Ein Pfeifen liess mich aufhorchen. Da kam doch tatsächlich Catalina Dixon daher geschlendert, als wäre es die natürlichste Gegebenheit der Welt. Ich blinzelte ungläubig und begrüsste sie dann mit einer Umarmung. „Was machst du denn schon so früh hier? Es ist acht Uhr, das Fest beginnt erst um 11!“ Sie winkte ab. „Ich weiss, ich weiss. Aber mir war langweilig, also komme ich vorbei um euch zu nerven. Ist ja nicht so als hätte ich einen eigenen Hof mit eigenen Pferden zu versorgen.“ „Ehh?“ „Quatsch, Ich dachte ihr könntet Hilfe gebrauchen.“ Ich zuckte mit den Schultern und meinte: „Eigentlich sind wir gut im Zeitplan, aber wenn du unbedingt möchtest, kannst du natürlich mitanpacken.“ Ich drückte ihr eine Bürste in die Hand und öffnete das Weidetor. Während Cata mit Lisa zusammen Rapunzel aufhübschten, kämmte ich Alus Langhaar und sprayte sie ein, damit sie schön geschmeidig und staubfrei war, wie an den Halter Shows. Ausserdem fetteten wir die kleinen Hufe ein. Den beiden Fohlen von Alu und Rapunzel bürsteten wir gründlich den Fohlenflaum und ölten, wie auch bei den Müttern, die Schnauzen ein wenig ein. Allerdings war ich damit wie immer sehr sparsam, weil ich es persönlich überhaupt nicht hübsch fand, wenn die Haut um Augen und Nüstern zu sehr glänzte. Cata werkelte unnötig lange an Cookie herum und ich schmunzelte, weil ich jetzt schon ahnte, für welches Fohlen sie wenn überhaupt nachher bieten würde.
      Nachdem wir fertig waren, nahmen wir uns auch noch Arco und Caress vor, denn wie die anderen Väter der Fohlen sollten auch sie im Verlaufe der Auktion kurz vorgestellt werden. Ich hielt es für selbstverständlich, dass die zukünftigen Besitzer beide Elternteile ihrer Fohlen live sehen wollten. Becks schien gar nicht zu verstehen, warum er nicht auch im Mittelpunkt stand. Er drückte Catalina die Schnauze in den Nacken, als sie neben Arco kniete um dessen hellen Bauch zu bürsten. Sie schubste ihn empört weg, bevor er an ihren Haaren knabbern konnte.
      Um viertel vor 11 Uhr waren alle Vierbeiner vorbereitet, ein paar Snacks bereitgestellt und das Gelände dekoriert. Wir konnten die ersten Besucher empfangen und einschätzen, wie viel gekocht werden musste. Es waren viel mehr gekommen als erwartet, fast schon zu viele für meinen Geschmack. Lisa stürzte hektisch umher und suchte ihre Autoschlüssel, um noch mehr Zutaten für das Mittagessen einkaufen zu gehen. Am Ende warf ich ihr meine Schlüssel zu, bevor sich ihre Nervosität auch auf die anderen Pfleger übertrug.
      Ich hiess die Leute formell auf Pineforest Stable willkommen und führte eine neugierige Gruppe anschliessend als erstes über das Hofgelände. Cata stand mir bei meinen kleinen Reden unterstützend zur Seite, aber das schmälerte mein Unwohlsein angesichts der erwartungsvollen Gesichter nur wenig. Irgendwie schaffte ich es dann doch, jeweils ein paar halbwegs nützliche Worte zu Hauptstall, Nordstall, Nebenstall und sonst noch allem Dazugehörigen aufzubringen. Zu allem Übel tauchten dann auch noch Fragen zur Fütterung und zum Trainingsplan der Pferde auf, bei denen ich tatsächlich denken musste – es handelte sich eben nicht um den üblichen Touristenschwarm, sondern um eine Gruppe potentieller zukünftiger Pferdebesitzer. Zumindest scheinen sie ernsthaft interessiert und vorbereitet, schloss ich.
      Erst als wir vor dem Dressurviereck auf dem Rasen wieder alle zum Mittagessen versammelt waren, atmete ich auf und musterte die Gäste genauer. Überrascht erkannte ich viele bekannte Gesichter darunter, wie zum Beispiel das von Annabell Schmiedemann. Aber auch meine kanadischen Trainer-Kolleginnen Verena O‘Connor, Elisa Cranfield und Gwendolyn Campbell, in Begleitung von Julie Mayers waren hier. Und nicht zu vergessen Stefanie Westside, die ja nun schon einige Male zu Besuch gekommen war. Eine nach der anderen begrüsste ich sie nochmals persönlich und tauschte ein paar Neuigkeiten aus, bis Ajith und Lisa mit den Spaghetti Töpfen kamen und sich jeder seine Portion schöpfen gehen konnte.
      Zufrieden stellte ich fest, dass um die Tische im Schatten der Bäume gute Stimmung herrschte und die Gäste ausgelassen miteinander plauderten. Man kannte sich bereits von Jolympia, Trainingseinsätzen oder Reiterspielen, abgesehen davon gab es rund um das Thema Pferde sowieso immer etwas zu erzählen. Ich stellte mich neben Gwen und meinte zwinkernd „Schick hast du dich gemacht, aber pass bloss auf, dass du nicht kleckerst.“ Juli, die neben ihr sass, warf ihr einen allessagenden Blick zu und ich schmunzelte vergnügt, ehe ich mich auf die Suche nach Cata begab.
      „Nervös?“, fragte ich sie schelmisch. „Warum sollte ich?“ „Ach komm schon, ich weiss genau, dass du für Cookie bieten wirst.“ „Ich weiss nicht, die kann man ja nichtmal reiten.“ „Stell dich nicht so an, du kannst ruhig zugeben, dass sie dir gefällt“, schimpfte ich. Sie liess nicht locker und zuckte gelassen mit den Schultern. Ich stiess ein übertriebenes „tze“ aus und spazierte davon.
      Auch bei Verena blieb ich nochmal hängen. „So viele Leute… Hast du das geahnt?“, fragte sie mich. „Nicht wirklich, ich hatte mit weniger gerechnet, weil nur zwei pure Vollblüter dabei sind. Die anderen Rassen sind normalerweise etwas… zu exotisch für die Leute in der Umgebung.“ Sie erzählte mir, dass sie schon gespannt auf das geplante Fohlen von ihrer Stute Marly's Pluie und Rebel war. Richtig spannend wurde es aber erst, wenn wir wussten, ob Marly die Körung bestand. Wir spekulierten jedenfalls schon mal über die möglichen Farbkombos, die dabei rauskommen könnten.
      Wenig später verdrückte ich mich langsam aber sicher in den Hauptstall, wo schon die meisten Pfleger wie geplant versammelt waren. „Alright guys, Lisa will lead people to the show ring right now, so let’s take out the boys.” Die Pfleger verteilten sich auf die verschiedenen Ställe um die ihnen zugeteilten Tiere zu holen. Die Stallgasse wurde mit Geräuschen vom Aufschieben der Boxentüren und Hufgetrappel erfüllt. Empire State of Mind, A Winter’s Day und Gleam of Lighttrugen ihre frisch geputzten Lederhalfter und sahen bestechend schick aus. Ich führte Light, der aufmerksam die Ohren spitzte und durch die Boxenfenster die Leute draussen erspähte. Es war gut, wenn die Hengste etwas aufgeregt waren, denn dann präsentierten sie sich schöner.
      Wir führten einen nach dem anderen raus und stellten sie vor. Oliver, unser stolzer Vollbluttrainer, sagte jeweils ein paar Worte zum Charakter und der Renn- bzw bisherigen Turnierleistung. „…very gentle, nice disposition for Cross Country…“ Light zeigte neben mir im Trab seine schwungvollen Gänge und ich achtete darauf, dass ich irgendwie mithalten konnte. Nach zwei Runden reihten wir uns schnaufend in der Mitte der Bahn auf und warteten, bis alle gezeigt worden waren. Danach war der Spuk auch schon vorbei und ich konnte den Hengst zurück in seine Box führen.
      Bei den Minis, Arco und Caress, hatten Lewis und Darren jeweils mit einer kleinen Showeinlage nachgedoppelt, bei der sie Steigen und Kompliment zeigten, um die Leute auf die vielseitigen Minis aufmerksam zu machen. Dod hingegen hatte sich nicht gerade von seiner Schokoladenseite gezeigt und auf stur geschaltet, als David ihn in den Trab bringen wollte. Der clevere Hengst wusste genau, dass David sich nicht genug durchsetzen würde. Wenigstens schaffte der Pfleger es am Ende mit Lewis‘ Hilfe doch noch. Der Imposante Daydreaming Sorrow begeisterte das Publikum gleich danach wieder mit einer stilvollen Vorführung.
      Nun wechselte ich in den Stutentrakt, denn die eigentlichen Stars des Tages waren an der Reihe. Ich führte Mikke aka Caprice raus, ihr Fohlen Gamble Away folgte sofort. Der Kleine wusste gar nicht so recht wie ihm geschah, als ich ihn und seine Mutter auf das Dressurviereck führte. Er sah sich während dem Laufen um und bog ein paarmal fast ab, blieb aber anständig nebendran, sobald ich Caprice in den Trab lockte. Direkt hinter uns folgten Islah mit Empire of Irony, Giannamit Dreams of Revenge, Piroschka mit der halbstarken Devil in Prada, Argenté Noir mit Daydream of Moneyund schliesslich die beiden Mini Stuten Alu und Rapunzel mit Arctic Alinghi und Glenn’s Cookie. Wir trabten sie alle miteinander vor und Oliver lieferte wiederum ein paar Infos zu Stute und Fohlen, dann reihten wir uns abermals auf der Mittellinie auf.
      Nun begann endlich die eigentliche Auktion. Ein Fohlen nach dem anderen wurde auf dem Hufschlag vorgeführt und es konnte geboten werden. Gleich beim ersten Kandidaten, meinem kleinen Gamble Away, wurde ein absolutes Rekordgebot verzeichnet. Ich war unglaublich stolz, dass Light’s erster Sohn bei den Leuten so gut ankam, obwohl (oder gerade weil?) er ‚nur‘ in gewöhnlich brauner Jacke auftrat. Andererseits war er auch einer der einzigen beiden puren Englischen Vollblüter, der heute angeboten wurde und ich schätzte, dass viele der Leute in erster Linie wegen ebendiesen gekommen waren. Ursprünglich wäre auch die bunte Savory Blossom, Blütenzaubers diesjähriges Fohlen, mit versteigert worden, doch die war ja nun bereits an Hunter Crowley verkauft worden. Ich freute mich für Gwen und Juli, die zusammen den Zuschlag für Gamby gewonnen hatten. Auch wenn ich etwas stirnrunzelnd feststellte, dass Juli verschwunden war. Den kleinen Hengst und seine immer noch coole Mutter brachte ich schon mal zurück in ihre Box, um sie nicht weiterem Stress auszusetzen.
      Als ich zurückkam, wurde gerade für Irony geboten. Die Anglo-Araber Tochter von Islah war meine eigene verrückte Idee gewesen, die anscheinend durchaus Anklang fand. Das Höchstgebot kam schliesslich von Elisa, also würde auch dieses Fohlen im August nach Kanada auswandern.
      Bei der Nummer drei kam ich nicht umhin belustigt zu grinsen, denn Argos Tochter wurde, wie ich bereits gehofft hatte, von Kira Esenbeck ersteigert, die ein bekanntes Welsh-Gestüt in Deutschland leitete.
      Gespannt sah ich nun zu, wie sich Verena und Lea Stanfort ein kleines Duell um Revenge lieferten. Am Ende musste Verena aufgeben, weil sie wohl ihr beiseitegelegtes Budget nicht überschreiten wollte. Lea schien sehr erleichtert und glücklich zu sein, als sie den Zuschlag bekam.
      Als nächstes war Prada dran, die ich nach anfänglichem Zögern doch wieder verkaufen wollte. Ich brauchte eher Frischblut in meiner Zucht, und hoffte daher, dass die kleine anderswo besser gefördert wurde. Entsprechend zufrieden war ich, als Samantha O’Neill die Kleine gewann. Bei ihr würde sie es bestimmt gut haben, ausserdem war ihr Gestüt auch in England, sodass ich Prada vielleicht in Zukunft am einen oder anderen Turnier wieder antreffen konnte.
      Ich war ziemlich erstaunt, als Annabell für Arctic Alinghi aufstreckte und damit Maren Tucholsky aus Polen überbot. Mir war gar nicht bewusst gewesen, dass sie sich für Minis interessierte, aber offenbar wollte sie sich eine kleine Abwechslung zu ihren wolligen Isländern zulegen.
      Nun wurde es nochmal spannend, denn gleich drei Leute lieferten sich einen erbitterten Kampf um Glenn’s Cookie. Unter ihnen war wie erwartet Cata, die nicht gewillt war aufzugeben. Am Ende übertrumpfte sie Allycia Donell und Maren.
      Als Letzter war nur noch Alysheba übrig, der mittlerweile 3 Jährige Sohn von Winter und der Valentine’s Zuchtstute Belinda. Es war schon nach kurzer Zeit klar, dass er in den Stall von Cináed O'Mordha in Irland wechseln würde. Ich fand, dass das ganz gut zu dem jungen Athleten passen würde.
      Ich gratulierte allen neuen Fohlenbesitzern herzlich und setzte mich mit einem nach dem anderen persönlich zusammen, während die anderen noch ein wenig den Hof erkundeten, ihre Fohlen bewunderten oder sich einen entspannenden Tee gönnten. Ich liess die neuen Besitzer die Kaufverträge unterzeichnen und übergab ihnen schon mal die richtigen Pässe, behielt aber aus organisatorischen Gründen noch Kopien davon. Die Fohlen ahnten von all dem noch nichts. Sie dösten zufrieden im duftenden Stroh neben ihren Müttern und erholten sich von den Strapazen dieses gelungenen Tages.


      Juli’s Sicht:
      Jetlag war die reinste Hölle, vor allem, wenn andere Menschen einfach kein Problem damit zu haben schienen. Während ich um halb zehn noch in den Federn lag und mich fragte, was ich in den letzten acht bis neun Stunden getan hatte (sicherlich nicht geschlafen, sonst wäre ich doch wohl schon fit?), waren sowohl Lesja als auch Gwen, die beide als Support mit nach England kommen mussten, schon munter und hatten sogar schon gefrühstückt. Als es dann doch nach zehn war, wurde mir die Bettdecke weggerissen und, verlassen von dem einzig warmen Ding im ganzen Motelzimmer, zum Aufstehen gebracht.
      Wenige Minuten später, als ich gerade überlegte ob ich einen Bagel essen oder aus Zeitgründen ganz aufs Essen verzichten sollte, kam Gwen in einem luftigen Sommerkleid aus dem kleinen Bad und setzte sich noch als Topping einen Hut auf.
      „Hab ich was verpasst? Gehen wir auf die Rennbahn?“ fragte ich mit vollem Mund – der Bagel hatte einfach zu freundlich geschaut.
      Gwen verdrehte die Augen. „Pineforest ist zum einen bekannt für seine englischen Vollblüter, und zum anderen kann man auf einer Auktion gut aussehen. Immerhin stehen wir für etwas!“
      Lesja, der auf dem Bett saß aber selbst ein schwarzes Sakko zu weißem Shirt und dunklen Jeans trug, prustete. „Manitoba represent,“ grinste er, aber weder Gwen noch ich gingen darauf ein.
      Sehnsüchtig sah ich dem halbgegessenem Bagel nach, dann verschwand ich selbst ins Bad. Um elf Uhr begann die Veranstaltung ganz offiziell, und wir sollten doch ein wenig früher da sein. Einfach für das gute Gewissen.
      Letzten Endes kam ich doch noch zum Frühstück, nämlich auf dem Weg zum Pineforest Stable. Lesja saß am Lenkrad, ich als lebendes Navi neben ihm – schließlich hatte ich schon das ein oder andere Mal beruflich mit Occulta Smith und ihrem Team zu tun gehabt – und Gwen war kurzfristig auf die Rückbank des Leihwagens verfrachtet worden. Wir verfuhren uns sogar nur einmal und waren zehn vor elf auf dem Parkplatz –

      Und nicht die einzigen.
      „Bei der Konkurrenz willst du ein Pferd steigern?“ zweifelte Gwen und hakte sich darauf entschlossen bei mir unter. Mit großen Augen betrachtete sie den Strom an Menschen, der Richtung Ställe wanderte, als würde sie am liebsten zurück ins Motel fahren. Oder, noch besser, in den nächsten Flieger und ab nach Hause.
      Beruhigend tätschelte ich ihr über den Handrücken und zog sie dann sanft aber bestimmend selbst in Richtung der Pilgerversammlung. Lesja ließ sich es sich nicht anmerken, aber auch er suchte die Nähe mehr als sonst. Ich hatte die zwei größten Zweifler auf eine Auktion mitgenommen. Spitzen Idee war das gewesen.
      Eine große Traube an Menschen versammelte sich um ein kleines Podium am Dressurviereck, und um Punkt 11 wurden alle Besucher recht herzlich von Occulta begrüßt. Gwen schien sich langsam zu entspannen; langsam kam das Gefühl in meinen Arm zurück. Als ich einen kurzen Seitenblick auf sie warf, sah sie aufmerksam nach vorne, zwickte mich aber in die Innenseite meines Handgelenks.
      Okay, ich hatte definitiv wieder ein Gefühl im Arm.
      Wir wurden alle auf eine Hofführung eingeladen und ich war unheimlich froh, dass ich die hohen Schuhe zuhause gelassen hatte und stattdessen mit nicht ganz bequemen aber trotzdem stalltauglicheren Oxfords unterwegs war. (Ein Nachteil war natürlich, dass ich so ziemlich nichts sah. Wir waren eher im Mittelfeld, ich war klein und meine Schuhe flach – keine Chance, über die anderen Menschen hinweg zu sehen. Lesja bot zwar an, mich auf die Schultern zu packen, aber wir waren professionell und nicht zum Spaß hier. Außerdem hätte er wieder irgendetwas versucht und mich vor versammelter Mannschaft bloßgestellt. Definitiv zu viele Nachteile.)
      Trotz dass ich schon das ein oder andere Mal hier war – auf der Hofführung sah ich einmal den gesamten Stall mit jeder Nische und Ecke und war geplättet. Pineforest Stable war etwa doppelt so groß wie unser Gestüt zu Hause – wahrscheinlich waren die Angestellten auch einmal hier gewesen und hatten sich verlaufen, wie in der IKEA-Theorie.
      Nach der Stallführung gab es dann Mittagessen. Zum Glück. Hungrig war ich weder sehr gesprächig noch sehr unterhaltend, und ein mickriger Bagel zum Frühstück machte nicht satt. Desto mehr stürzte ich mich auf das Büffet, und während Gwen und Lesja wie zwei Angehörige der Upper Class langsam und gründlich ihre Teller leerräumten, ging ich eher nach dem Prinzip Staubsauger hervor. Als ich mit dem zweiten Teller Dessert an unseren Tisch kam, seufzte Gwen laut und lang. „Wie zur Hölle isst du das alles und bleibst trotzdem schlank?“
      Ich hätte ihr gern mein Geheimnis verraten, aber man spricht nicht mit vollem Mund (vor allem nicht auf einer Veranstaltung wie dieser – Professionalität war gefragt!) und bis ich dann fertig war, hatten Lesja und Gwen schon ein anderes Thema gefunden. Die Zeit bis zur Auktion vertrieben wir uns größtenteils mit Quatschen und Detektivarbeit („Sag mal, kommt dir die Frau da hinten nicht bekannt vor? Dreh dich unauffällig-“ – „Meinst du die in dem blau-weiß gestreiften Pulli?“ – „Verdammt, ich hab unauffällig gesagt!!“), bis es dann im gemütlichen Tempo Richtung Dressurviereck ging. Dann dauerte es nur noch wenige Minuten, bis die Väter der heute zu versteigernden Fohlen vorgeführt wurden. Gwen saß nach vorne gebeugt auf ihrem Sitz und starrte mit großen Augen und in Staunen geöffnetem Mund auf die Bahn, und auch Lesja schien von einem schwarzbraunen Vollbluthengst besonders begeistert. Mich ließ das natürlich nicht komplett kalt – wer mochte es schon nicht, fein geschniegelte Hengste durch eine Bahn traben zu sehen? – aber ich hatte ein wenig wichtigere Dinge auf dem Herzen.
      „Ich bin mal kurz weg,“ flüsterte ich Gwen ins Ohr, die mich daraufhin am Handgelenk packte.
      „Die Auktion fängt gleich an und du verschwindest?!“ Ihre Stimme war zwar leise, doch ich konnte den Vorwurf deutlich hören. Und die zwei Reihen hinter uns bestimmt auch.
      Ich verdrehte nur die Augen, befreite mein Handgelenk und verschwand so unauffällig wie möglich von der Tribüne.

      Gwen’s Sicht:
      Geschockt saß ich nun da und starrte Lesja an. „Ist das ihr Ernst? Ihr voller Ernst?!“, murrte ich entsetzt und Panik stieg in mir auf. Sie konnte jederzeit auf Toilette rennen, aber doch nicht in den wichtigsten Minuten des gesamten Tages? Zerstört ließ ich den Kopf hängen und wusste für einen Moment nicht weiter.
      „Das Ding ist,“ wandte ich mich an Lesja, „es gibt nur ein Pferd was für sie in Frage kommt und das ist reizender Weise das erste. Was machen wir nun?“, forderte ich unseren Begleiter zur Hilfe auf. Lesja zuckte nur mit den Schultern und kassiert so einen bösen Knuff in die Seite.
      „Okay, okay! Wir bieten einfach. Wie heißt das Pferd was sie vorhin so toll fand? Gambit?“ – „Gamble Away, du Depp“ – „Na dann, hau rein!“
      Überfordert starrte ich hinunter in das Dressurviereck, wo besagter Gamble Away gerade im Trab neben seiner Mutter einige Runden drehte. Jeder Besucher hatte einen Flyer mit den Auktionsfohlen erhalten und ich warf bezüglich der Abstammung nochmals einen Blick hinein.
      Inzwischen waren alle fleißig am Bieten und überall hoben sich Hände, so dass der Auktionär kaum hinterherkam. Ich mochte solche Dinge gar nicht, sobald mich jemand zeitlich unter Druck setzte, begann ich zu zittern und so war es auch hier.
      Dennoch wartete ich bis zum Ende ab, beinahe zu lange, ehe ich meine Hand hob und den letzten Schlag abwartete. „Gamble Away geht an die junge Dame mit dem schönen Hut!“, rief der Auktionär und deutete in meine Richtung.
      Gamble Away gehörte uns! Auch Lesja war sichtlich zufrieden. „Grins nicht so blöd, du hast nichts dazu beigetragen!“, brummelte ich und verschränkte genervt die Arme. Jojo würde sich was anhören können, wenn sie wiederkam!
      Tatsächlich ließ sie sich noch zur Genüge Zeit und die Auktion war rum, ehe wir sie wiedertrafen und ich explodierte förmlich und hielt ihr einen Vortrag darüber, dass man so etwas schlichtweg nicht machte.
      Doch das einzige was sie fragte, war ein „Habt ihr den schönen Braunen?“ und Lesja nickte nur. „Sehr gut. Ich wusste du schaffst das“, meinte sie zu mir und tätschelte mir die Schulter. Währenddessen konnte ich sie nur mit offenen Mund anstarren, unfassbar! UNFASSBAR!
      Ende vom Lied war, dass wir nach der Auktion einen Blick auf unser neues Eigentum werfen konnten. Occulta erklärte ich knapp, dass ich eigentlich nur in Jojos Namen geboten hatte und sie deshalb die rechtmäßige Besitzerin sei. Mit ein wenig Grummeln stimmte Occulta auch zu und schon hatte Jojo endlich ihr heißersehntes großes Sportpferd.
      Gut, es würde noch ein Weilchen dauern, bis Gamble Away so weit war und bis August würde er sowieso bei seiner Mama bleiben dürfen, aber zumindest auf dem Papier besaß sie ihn schon und das reichte ja.
      „Du machst das nie wieder. Nie, nie, nie, nie wieder. Oder ich begleite dich nirgendwo mehr hin!“, meckerte ich Jojo erneut an, während wir die Stallgasse entlang schlenderten und die Stuten mit ihren Fohlen beobachteten. Auch Gamble Away war dabei, nur wusste der noch nichts von seinem Glück.

      Cináed’s Sicht:
      England, eigentlich doch ein ganzes Stück Weg für meine Wenigkeit, aber wenn man sowieso für eine Woche den besten Freund besuchen wollte, dann konnte man auch gleich auf einem der bekanntesten Zuchtgestüte Halt machen. Vor allem, wenn mal wieder nach langer Zeit eine Zuchtfohlenauktion stattfand - so etwas sollte man sich nicht entgehen lassen. Ich machte mir keine Hoffnung, dass ich genügend Geld für eines der vielversprechenden Pineforest Fohlen hatte, aber ein Besuch konnte ja nicht schaden.
      Zum Glück lag Pineforest Stable nur zwei Stunden Autofahrt von meinem Aufenthaltsort entfernt und mein Freund Jacob ließ sich dazu durchdringen, mir seinen Wagen zu borgen. Mein eigenes Auto hatte ich natürlich nicht dabei, das stand noch zu Hause in Irland.
      Mit dabei war wie immer meine Hündin Jonna, ein älterer, gemächlicher Deerhound, welcher mich seit sechs Jahren begleitete.
      Jonna war es nicht gewöhnt, dass ich sie an ihre Leine nahm, doch bevor ich auf dem bereits gefüllten Parkplatz aus dem Auto stieg, schnallte ich ihr ihr Halsband um, natürlich mit einer entschuldigenden Streicheleinheit. Jonna war kein Hund, der gerne an die Leine genommen wurde, aber hier war es sicherlich besser so.
      Ich war nicht gerade pünktlich, eine meiner schlechteren Eigenschaften, aber zum Glück schien ich nicht allzu viel verpasst zu haben. Ich hatte die große Masse schnell gefunden, zu welcher ich mich still hinzu gesellte. Sie schienen zum Glück noch am Anfang einer Einführungsrede zu sein. Es wurden viele liebe Worte gesprochen und viel geklatscht, bevor sich eine Traube von Interessierten einer Hofführung widmete. Zum Glück bekam ich nebenbei mit, dass erst am frühen Nachmittag, nach einer leckeren Mahlzeit, die Fohlen vorgestellt werden würden, sodass ich, mangels Interesse an der Hofführung, auf eigene Faust mit Jonna eine kleine Runde um das Gestüt drehte. Dabei konnte ich einige der Zuchtpferde in den Boxen, auf Paddocks oder Weiden erkennen und musste zugeben, dass echt viele Prachtexemplare dabei waren. Jonna schienen vorallem die kleinen Miniaturponys zu gefallen, von welchen ich sie mit viel Überredungskunst wegzerrte.
      Im Hauptstall traf ich wieder auf die Gruppe, die einen Kreis um Occulta geformt hatte, während diese etwas zum Gebäude und dessen Bewohnern erzählte. Ich gesellte mich zu ihnen, vielleicht gab es ja doch etwas Interessantes, was ich wissen sollte. Occulta war gerade mitten in einer Erklärung vertieft.
      "... meisten stammen aus unserer eigenen Zucht. Andere wurden mit Stuten aus anderen Gestüten gemixt, wie zum Beispiel unser Valentine's Alysheba, der braune Hengst da hinten. Wie der Name bereits verrät, ist er ein Nachkomme aus der Zucht von Burnin Valentines, wobei jedoch der Vater einer unserer besten Deckhengste ist. Sheba steht bei uns jedoch jetzt zum Verkauf, dies ist also Ihre Chance, den talentierten Junghengst zu ergattern“, hielt Occulta ihren kleinen Vortrag, bevor sie sich weiter bewegte und die Gruppe um sie herum ihr gebannt folgte. Ich blieb an Ort und Stelle stehen, während die Menschen an mir vorbeizogen, ohne mich zu beachten. Mein Blick ruhte weiterhin auf dem braunen Junghengst Sheba, welcher nicht älter als drei Jahre sein konnte. Auch Jonna neben mir schien ausnahmsweise mal zu verstehen, dass sie einfach sitzen bleiben sollte und auch sie blickte in Richtung Alysheba, vielleicht um zu verstehen, warum ich ihn so gedankenverloren anblickte.
      "Was meinst du Jonna, sollten wir den nicht mit nach Irland nehmen?" fragte ich meine Hündin, welche nur fragend zu mir aufblickte. Bestimmt würden einige Leute für ihn bieten. Andererseits stand der Hengst anscheinend schon länger zum Verkauf, ohne dass sich bisher jemand mit ernsthaftem Interesse gemeldet hatte. Vielleicht hatte ich also eine Chance. Es durfte nur niemand mehr bieten als ich. Eigentlich ganz einfach, in meinen Träumen.
      "Jonna," sagte ich abermals "Den will ich haben, der passt perfekt!"

      Auch am Mittagessen nahm ich nicht teil, sondern durchwanderte alle Pfade rund um das Gestüt. Sichtlich genoss auch Jonna die idyllische Ruhe, welche wir aus unserem Stadtgebiet kaum noch gewöhnt waren.
      Mit einem Brötchen bewaffnet, welches ich mir am morgen noch beim Bäcker gekauft hatte, ließ ich mich, weit entfernt vom ganzen Trubel, an einer weitläufigen Wiese nieder und beobachtete die ruhig grasenden Pferde. Auch Jonna hatte sich entspannt neben mich gelegt, auch wenn sie immer wieder etwas neidisch auf mein Brötchen schielte, welches ich jedoch ausnahmsweise für mich behielt. Auch wenn ich meine Hündin liebte, wegen solchen Kleinigkeiten hatte sie in letzter Zeit ganz schön an Gewicht zugenommen.
      In aller Ruhe ließ ich Alysheba vor meinem inneren Auge nochmal Revue passieren. Der Junghengst wäre erst mein zweites Pferd, welches ich mir kaufen würde und natürlich wollte ich mir hier sicher sein, dass alles passte. Ich schloss die Augen und versuchte, ihn zu mir nach Irland zu projektieren. Die Angus Og Stables waren zwar eher ein Zuchtgestüt für die typischen Irischen Draughts, aber natürlich gab es hier auch jede andere Rassen, wie zum Beispiel den allseits geliebten Suffolk Punch, oder eben meine Stute, welche ein Irish Hunter war. Etwas mehr Vollblut konnte das Gestüt gut gebrauchen und wenn es dann noch so ein hübsches und durchtrainiertes Vollblut war...
      Ich wusste nicht ganz, wie viel Zeit verstrichen war, doch als ich meine Augen wieder öffnete und in die dunklen Augen meiner Hündin blickte, ging mein erster Blick panisch in Richtung Uhr. Mein Körper sagte mir, dass ich bestimmt den ganzen Tag verschlafen hatte, jedoch war es erst kurz vor halb zwei, sodass ich noch pünktlich zum eigentlichen Höhepunkt des Festes kam: Natürlich der Schau auf dem Dressurviereck.
      Ich suchte mir einen recht günstigen Platz und beobachtete das Treiben um mich herum. Die aufgehübschten und sehr stattlichen Zuchthengste eröffneten das Programm und erst danach wurden die zum Verkauf stehenden Zuchtfohlen samt Mutter vorgeführt. Auch wenn die Zuchtfohlen noch bis Herbst auf Pineforest Stable bleiben würden, wurde auf jedes Fohlen ordentlich geboten und so wie ich es geahnt hatte, gingen nicht wenige für viel Geld weg. Selbst die ganz Kleinen Miniature Horses schienen viel Interesse geweckt zu haben. Gespannt wartete ich trotzdem darauf, wie und ob Occulta noch andere Verkaufspferde ankündigen würde und zu meiner großen Erleichterung, kam zuletzt tatsächlich der Hengst, auf den ich hier die ganze Zeit wartete.
      Valentine‘s Alysheba war aufs Gründlichste herausgeputzt, mit glänzendem Fell und eingeflochtener Mähne, was den jungen Hengst sehr majestätisch wirken ließ. Die ersten Besucher verließen das Dressurviereck schon, entweder hatten sie bereits ihren Liebling ergattert oder wollten rechtzeitig Zuhause sein, sodass nur noch wenige Interessenten um den Platz herum standen. Als geboten werden durfte, setzte ich alles was ich hatte und, ich konnte mein Glück kaum fassen, wenig später gratulierte mir Occulta zum Kauf des Hengstes und führte mich etwas weiter zu einem Tisch, wo wir die Papiere austauschten.
      Als ich meine Unterschrift auf das Dokument setzte, gehörte der junge Sheba endgültig mir und würde dementsprechend bald seine Reise nach Irland beginnen, wo er sich hoffentlich gut eingewöhnen würde.
      Ich ließ den Nachmittag ruhig ausklingen und ließ mich sogar von Jonna davon überreden, uns ein paar Kekse und eine Tasse Tee zu holen. Diesmal konnte ich ihrem Blick nicht widerstehen, auch wenn ich wusste, dass es verdammt ungesund war und sie davon auch noch dick wurde, aber heute war alles erlaubt.
      Bevor ich wieder in das geliehene Auto stieg, stattete ich Sheba einen Letzten Besuch ab. Der braune Hengst stand mittlerweile wieder in seiner Box, zwischen all den anderen Hengsten, welche er bereits lange kannte.
      „Du wirst dich in Irland an neue Freunde gewöhnen müssen“, sagte ich ihm tröstend und hielt ihm auf flacher Hand eine Möhre hin. „Aber glaube mir, die werden genauso nett sein.“
      Zum Beweis bellte Jonna freundlich und auch wenn ich es mir wahrscheinlich nur einbildete, sah es so aus, als blickten ihre braunen Augen freundschaftlich in Richtung Alysheba, als ob sie sagte: „Mich hast du bereits als Freundin!“
      [31'690 Zeichen, by Rhapsody, Gwen, Canyon und Occulta]
    • Sammy
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      Prada's Ankunft auf Hollybrook Stud
      11. Juni 2016
      "Ich hab sie, ich hab sie, ich hab sie! Also wie besprochen, ihr bereitet die Box vor, ich müsste dann in etwa 2 bis 4 Stunden da sein, je nachdem wie lange ich noch auf Pineforest Stable bleibe, okay?", sang ich fröhlich ins Telefon, als ich meinen Angestellten von meinem Kauf erzählte. Ich freute mich unheimlich, die wunderschöne Jungstute PFS`Devil in Prada ersteigert zu haben und konnte es nun kaum erwarten, mich um meinen kleinen Neuzugang zu kümmern. Zusammen mit einer weiteren Bieterin war ich die einzige, die ihr Pferd gleich mit nach Hause nehmen konnten, da die anderen Fohlen noch zu klein waren und dementsprechend noch ein paar Monate bei ihren Müttern bleiben würden.
      Ich blickte mich um und sah hauptsächlich glückliche Gesichter, aber auch ein paar enttäuschte waren darunter - nicht jeder hatte sein Traumfohlen ersteigern können. Ich gesellte mich zu Occu, die über das ganze Gesicht strahlte und beredete mit ihr den Transport von Prada. Meinen Hänger hatte ich vorsichtshalber schon einmal mitgebracht, schließlich hatte ich keine so weite Anreise gehabt wie die meisten anderen.
      Etwa eine Stunde später war ich mit meiner kostbaren Fracht auf dem Heimweg. Devil in Prada hatte sich brav verladen lassen und war allgemein kein bisschen scheu. Ich hatte mich schon damals in die kleine Stute verliebt, als ich sie zum ersten Mal gesehen hatte und heute bestätigte sich dies nochmal. Prade war einfach zum Knuddeln. Auf Hollybrook Stud angekommen, lud ich die wunderschöne Scheckstute aus und gab dem jungen Pferd Zeit, sich umzusehen. Der Brunnen in der Mitte meines Gestüts war Prade anfangs etwas unheimlich, doch das ging eigentlich all meinen neuen Pferden so. Dafür gewöhnten sie sich später umso schneller an Wasser - ein rießen Vorteil für mich. Als ich mit Prada die Stallungen erreichte, kamen mir sofort meine Angestellten entgegen. "Du hast sie wirklich!", "Wow, du hast kein bisschen übertrieben, sie ist wunderschön!", schallte es von allen Seiten. Prada hob neugierig den Kopf und genoss die Aufmerksamkeit sichtlich. Alle strichen über das seidige Fell des Criollos und bewunderten es von allen Seiten. Schließlich unterbrach ich den Tumult: "Leute, wie wärs wenn wir Prada jetzt in ihre Box bringen? Sie hat eine aufregende Auktion hinter sich, eine längere Fahrt im Hänger und jetzt auch noch ein rießiges neues Gestüt mit ein paar Verrückten, die sie belagern. Ich glaube die kleine Maus hat sich jetzt ein wenig Ruhe verdient!" Als ich die betretenen Gesichter sah, lachte ich nur und führte Prade durch das linke Stalltor in den Stutentrakt. Die junge Criollostute sollte neben meinen anderen Jungpferden Ivory und Cirilla untergebracht werden. Demnächst würden wohl noch ein paar Pferde mehr ankommen, vielleicht fand sich darunter auch eine Freundin für Prada - Ivy und Cissy waren nämlich unzertrennlich und würden auch nach ihrer - hoffentlich baldigen - Krönung noch zusammen stehen. Prada dagegen würde irgendwann zu den Westernpferden umziehen, doch auch dort hatte ich ja ein paar jüngere Exemplare dabei. Ich führte Prada in ihr neues Heim, nahm ihr das Halfter ab und schloss anschließend die Boxentür. Die Jungstute erkundete sofort jede Ecke der Box, sowie den daran angrenzenden Paddock, bevor sie ihrer Nachbarin Cirilla zuwieherte. Cissy wandte sich der Neuen auch kurz zu und steckte die Nase mit ihr zusammen. Na, vielleicht konnte ja ein Dreiergespann aus den Stuten werden. Ich vergewisserte mich nochmals, dass bei Prada auch wirklich alles in Ordnung war, dann ließ ich das Stütchen erst einmal alleine. Auch für mich war heute ein anstrengender und aufregender Tag gewesen und ich sehnte mich nach meinem weichen, gemütlichen Bett..
    • Sammy
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      Ärger im Paradies
      21. Juli 2016
      Schon beim ersten Weckerklingeln saß ich kerzengerade in meinem Bett, streckte mich ausgiebig und war ein paar Sekunden später bereits auf den Beinen. In wenigen Tagen würden die ersten Teilnehmer von Jolympia auf meinem Gestüt anreisen und wir hatten noch eine Menge zu tun. Außerdem hatte ich beschlossen meinen Hof ein wenig umzustrukturieren. So sollte der Schwerpunkt künftig auf der Vielseitigkeit liegen. Selbstverständlich würde ich mich auch von den Pferden, die dazu nicht geeignet waren nicht trennen, auch sie würden Schwerpunktdisziplinen zugewiesen bekommen, in denen ich sie weiterhin fördern wollte. Doch mein Herz schlug nun einmal für die Vielseitigkeit und immerhin hatte ich mit Levistino den ersten Gewinner des größten Vielseitigkeitsturniers weltweit in meinem Stall stehen.
      Während meine Gedanken derart kreiselten, hüpfte ich voller Elan ins Badezimmer, schlüpfte in meine Stallklamotten, schlang ein kurzes Frühstück hinunter und rannte dann beinahe hinüber zu den Stallungen. Da ich heute um einiges früher als gewöhnlich aufgestanden war, war der Stall noch dunkel und ruhig. Draußen ging gerade erst die Sonne auf und ich genoss die morgendliche Idylle mit meinen Vierbeinern. Wie immer zur Zeit schaute ich zuerst bei meinen hochträchtigen Stuten Mahira, Samiyah und Benjilala vorbei. Bei den dreien sollte es in zwei bis drei Wochen soweit sein und ich konnte es kaum erwarten, die kleinen Pferdekinder endlich auf der Welt begrüßen zu dürfen.
      Als ich mich ausgiebig vergewissert hatte, dass es den werdenden Müttern an nichts fehlte, schlenderte ich durch die Stallgasse und blieb an jeder Box stehen, um dem jeweiligen Insassen gebührend Aufmerksamkeit zu schenken. Bei einigen Pferden verbrachte ich ein wenig mehr Zeit, doch im Grunde liebte ich all meine Pferde auf die gleiche Weise. Far Cry und Classic Moment waren mit ihrem Training mittlerweile soweit, dass sie uns demnächst verlassen konnten. Sobald Jolympia vorüber war, würde ich mich mit ihrem Verkauf beschäftigen. Gerade den jungen Fuchshengst Classic Moment gehen zu lassen war schwer für mich, doch ich hatte genug New Forest Ponys und war mir daher sicher, dass Classic an anderer Stelle besser gefördert werden würde.
      Kaum war ich mit meinem Stallrundgang durch, kamen meine Angestellten schwatzend angelaufen. Kurz darauf trudelten auch Patrick und Anna ein, die im nahegelegenen Dorf Sway wohnten. „Sammy was machst du denn schon hier? Heißt das etwa, wir können heute alle ein paar Boxen zum Misten abziehen?“, fragte Samuel feixend und ich boxte ihn lachend gegen die Schulter. „Nein, da muss ich dich enttäuschen. Aber ich werde euch nach der Morgenfütterung dabei helfen, die Pferde auf die Koppeln zu bringen. Ruft mich einfach, wenn ihr soweit seid, ich bin solange in meinem Büro!“, gab ich zurück und verschwand fast in der selben Sekunde, indem ich gekonnt Samuels Stöhnen überhörte. Mittlerweile hatte ich fünf neue Stallburschen eingestellt, die lediglich zum Ausmisten der Boxen und zum Abäppeln der Koppeln auf das Gestüt kamen, sodass sich meine Langzeitangestellten sowieso nur noch um die Fütterung und den Koppelgang der Pferde kümmern mussten. Ansonsten waren sie mit dem Training beschäftigt. Nur zu einigen ausgewählten Pferden ließ ich die „Ausmister“ nicht. Allen voran gehörte dazu mein stürmischer und ausnehmend dominanter Berberhengst Amayyas, aber auch der ängstliche Dream of Wyoming, der Hannoveranerhengst Black Soul, die immer noch menschenscheue Isola della Pirateria, der noch etwas zurückhaltende Andalusierhengst Negresco und die sehr heißblütige Kagami el Assuad. Offensichtlich hatte Samuel heute die Ehre, Amayyas Box auszumisten. Der Berberhengst war zwar wirklich traumhaft schön, doch bis auf Brian und mich kam keiner so richtig mit ihm zurecht. Kurz darauf hörte ich Samuel auch schon schimpfen kicherte in meine Hand. Typisch!
      Gerade als ich die To Do-Liste für Jolympia fertig geschrieben hatte, streckte auch schon Meg den Kopf zur Tür herein und meinte: „Die Pferde sind fertig mit ihrem Frühstück, kommst du?“ Ich nickte und erhob mich sofort von meinem Stuhl. Jetzt im Sommer standen die Pferde den ganzen Tag über auf der Weide und kamen erst zur Abendfütterung wieder in den Stall. Wie üblich begannen wir im Hengststall. Samuel winkte mich heran und zeigte mit flehendem Blick auf Amayyas, der ihn mit hoch erhobenem Kopf anstarrte. Ich schüttelte grinsend den Kopf und betrat die Box des herrlichen Red Roans. Sofort senkte Amayyas den Kopf und schnoberte meine Handflächen nach einer Leckerei ab. Samuel meinte nur beleidigt: „Du bist ein sturer, verwöhnter Esel!“ und zog mit grimmigem Gesicht ab, um seinen Liebling Levistino aus seiner Box zu holen. „Hör nicht auf ihn mein Gepard, er hat dich eben noch nicht verstanden!“, säuselte ich Amayyas zu, während ich den Hengst aus seiner Box führte. Aufgrund seines Temperaments musste Amayyas auf einer der kleinen Hengstkoppeln alleine stehen, doch mittlerweile konnte ich ihn wenigstens neben den anderen Hengsten führen, ohne dass es gleich einen Aufstand gab. Vor uns liefen Samuel und Donald mit Levistino und Fantastic Fly, neben mir Meg mit Ghostbuster – ihrem persönlichen Liebling unter den Hengsten, hinter und Brian mit Black Soul und Patrick mit Branagorn und die Nachhut bildete Anna mit Juego. Das schüchterne Mädchen traute sich immer noch nicht so recht an die großen Hengste heran und ich nahm mir vor, nochmals mit ihr zu reden, wenn der ganze Trubel mit Jolympia und der Fohlenzeit vorbei war. So konnte es einfach nicht weitergehen. Amayyas, Fly, Levistino und Black Soul bezogen die Hengstpaddocks, während Jojo, Ghostbuster und Juego auf die große, mittlerweile aber unterteilte Gemeinschaftskoppel der Hengste durften. Jojo und Ghost kamen auf die linke Seite, Juego auf die rechte der Ponys.
      Als nächstes führte Donald Pride and Prejudice, der sich tatsächlich so gut mit dem Holsteinerhengst Fantastic Fly verstand, dass er mit ihm zusammen eine Hengstkoppel beziehen dufte. Ich führte Hollybrook`s Cheeky Jot und Hollybrook`s Bloody Valentine auf einen weiteren Paddock, Samuel führte Hollybrook`s Casanova, der neben seinem Vater einen Paddock sein Eigen nennen durfte, Brian übernahm dessen Großvater BMs Caradoc, Meg führte den energiegeladenen Araberhengst Wüstentänzer und Patrick übernahm Someone. Anna, die auch keine aufsässigen Pferde führen wollte, holte Hollywood Undead aus seiner Box und brachte ihn zu Juego auf die Gemeinschaftskoppel. Weiter ging es mit Someone, El Racino und den beiden Neuzugängen Pawaneeh und Negresco. Sie alle stellten wir auf die verbliebenen Hengstpaddocks. Bei letzteren hatte ich noch die Hoffnung, dass sie irgendwann auf die große Koppel ziehen konnten, doch gerade der Andalusierhengst Negresco legte doch ein sehr dominantes Verhalten an den Tag. Patrick führte Khamar al Sanaa hinaus, Donald den Hannoveranerhengst Branagorn und Anna übernahm Orfino. Beim nächsten gang schnappte sich Meg die zwei Isländerhengste Fair Prince und Intolerable Life, Anna übernahm den absolut charmanten Hollybrook`s Zarin, Donald führte Golden Indian Summer, Dissident Hawk und Dream of Wyoming, Samuel durfte Damon`s Dynamo hinausbringen, Patrick den Paso Fino Wannabe, Brian führte Daemon und ich folgte mit Slaters Secret und Pierre.
      Nun folgte der letzte Gang mit den Hengsten. Dieser Trakt war dementsprechend auch schon recht leer und die Stallburschen begannen mit dem Ausmisten der Boxen. Ich überließ Anna meinen neuen American Miniature Horse Hengst Darkwood`s Storm Dancing Feather, damit sie mal wieder ein wenig aus ihrer Komfortzone herauskam, übernahm selbst San Salvador, der sich prächtig entwickelte und wies dann auch die letzten Hengste zu. Meg führte Hollybrook`s Classic Moment und Eddi`s Dead Pop Romance hinaus, Donald übernahm Candle in the Wind, Patrick den Criollohengst Cazador, Samuel den heute ein wenig überdrehten Tschiwabschischi und Brian kümmerte sich um den jungen Saddlebredhengst GH`s Safriko. Danach gönnten wir uns alle erst einmal eine kurze Pause, bevor es mit den Stuten und Jungpferden weiterging. Ich schickte Meg mit Anna zu den Ponies, während ich mit den Jungs bei meinen Vollblütern begann. Ich übernahm die Achal Tekkiner Stute Ivory, während Samuel ihre Freundin Cirilla aus der Box führte. Uns auf dem Fuß folgten Donald mit Rainbow, Brian mit Ehawee und Patrick mit Middle Ages. Die Stuten durften alle auf die mittlere Stutenkoppel. Auf dem Weg zurück kamen uns gerade Meg und Anna entgegen. Meg führte Mississle und Hollybrook`s Fairy Bluebird, während Anna mit Miniature America`s Narnia hinterherschlich. Die kleine Stute war beinahe eine Lebensversicherung, doch Anna sah trotzdem aus, als würde sie am liebsten davon laufen. Wir kehrten in den Stall zurück und ich halfterte meinen Liebling Sahira auf. Die wunderschöne Falbstute tänzelte mit aufgestelltem Schweif und hocherhobenem Kopf neben mir her. Donald führte Haadeh aus ihrer Box, Samuel nahm Little Miss Sunshine, Patrick Bittersweet und Brian holte die Palominodame Sharley aus dem Stall. Gemeinsam mit uns liefen Meg mit Napayné, Kolibri und Little Big Girl und hinter ihr Anna mit Hollybrook`s Tiny Girl. Meg machte ein Gesicht, als hätte sie gerade in eine Zitrone gebissen und ich fragte mich, was zwischen ihr und Anna vorgefallen war. Beim nächsten Gang holten wir Fallen Immortaliny, Adina De Ra`idah, Melody`s Girl, Kagami el Assuad und Success Story xx aus dem Stall. Meg kam mit Fatimah und Dark Misery aus dem Stall, Anna führte Magical Moment. Meine wunderschöne New Forest Ponystute mit dem traumhaft langen Behang wirkte irgendwie nervös. Auf dem Rückweg von den Koppeln zum Stall sprach ich Anna darauf an, doch das Mädchen versicherte mir, dass es ihm gut ging und alles in bester Ordnung war. Durch dieses kurze Gespräch kam ich erst im Stall an, als die Jungs ihre Pferde bereits aus den Boxen geholt hatten. Sie warteten mit Backup, Pirate Island, Ace of Spades und Far Cry auf mich. So schnell ich konnte halfterte ich The Morticains Daugther auf und ging mit den anderen zu den Koppeln. Gleich darauf holten wir Meg ein, die den Weg mit Thousand Sunny und Aimiliani zurücklegte. „Meg wo ist Anna?“, fragte ich meine Angestellte und Freundin, als ich mit Daughter zu ihr aufgeschlossen hatte. „Sie war mir zu langsam, deshalb hab ich ihr gesagt, dass sie die Runde aussetzen und auf mich warten soll.“, gab Meg ein wenig giftig zurück.
      Ich hob ein wenig überrascht die Augenbrauen, sagte aber nichts weiter. Als wir auf dem Rückweg zu den Ställen waren, schrie Samuel plötzlich auf: „Was macht Anna denn da?“ Sofort schoss mein Kopf in die Richtung in die Samuel blickte und ich wurde weiß. Anna führte die beiden hochträchtigen Stuten Samiyah und Mahira in Richtung der Fohlenkoppel. Nichteinmal Brian, Meg und ich nahmen die beiden temperamentvollen Trakehnerstuten zusammen und ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, was Anna geritten hatte das zu versuchen. „Mit was führt sie die beiden denn da? Hat sie sie aufgetrenst?“, fragte Brian da mit zusammengekniffenen Augen. Ich schloss die Augen und atmete hörbar aus. Hauptsache sie brachte die Stuten sicher zur Koppel und immerhin kamen wir dem Gespann mit jedem Schritt näher. In diesem Moment warf Samiyah ihren hübschen Kopf nach oben und ruckte am Zügel. Anstatt ruhig zu bleiben und die Stuten weiter vorwärts zu führen schrie Anna auf, wodurch auch Mahira nervös wurde. Die junge Scheckstute riss an den Zügeln und rannte rückwärts und Anna ließ tatsächlich beide Zügel los und begann lautstark zu heulen. Aufgescheucht von der ungwohnten Situation schossen die beiden Trakehnerstuten los und wir anderen standen ein paar Sekunden völlig geschockt wie erstarrt da, bevor endlich wieder Leben in mich kam. „Wir müssen sie einfangen, das könnte in einer Katastrophe enden!“, rief ich und sprintete zum Stall. „Donald schnapp dir Harmony, ich nehme Heart. Samuel bring uns Lassos!“, wies ich die beiden Jungs an, während ich schon die Box von My Golden Heart öffnete und mich auf den bloßen Rücken der Stute schwang. Donald machte es mir mit BBs Harmony nach und sobald wir die Lassos von Samuel übernommen hatten, dirigierten wir die Stuten aus dem Stall. Glücklicherweise waren beide absolute Verlasspferde und perfekt ausgebildet. Sobald wir aus dem Stall hinaus waren, galoppierten wir die Pferde an. Mahira und Samiyah rannten in Richtung der Rennbahn und wir wollten so schnell wie nur irgend möglich in ihre Nähe kommen. In diesem Moment blieb meine Prinzessin Samiyah in ihren Zügeln hängen und stürzte. Ich schlug mir erschrocken die Hand vor den Mund, sprang bei Samiyah angekommen aus dem Sattel und kniete mich neben die Stute. Ein paar Sekunden später kam Donald mit den beiden Stuten bei uns an und glücklicherweise kam Mahira im Schritt zu ihrer Freundin zurückgetrottet. Beide Stuten schwitzten stark und ich beauftragte Donald Mahira und die Westernpferde zurückzubringen. Er griff sofort nach den Zügeln der trächtigen Stute und führte sie langsam zurück zum Stall. Ich befreite Sami`s Bein von dem Zügel und forderte die Stute dazu auf, aufzustehen. Ächzend rollte die Stute sich herum und wuchte sich nach oben. Ich atmete auf, das war schon einmal gut. Allerdings belastete Samiyah ihr rechtes Vorderbein nicht und mir traten vor Wut und Angst Tränen in die Augen. Liebevoll strich ich der Cremellostute über das samtweiche Maul und führte sie langsam Schritt für Schritt zurück zum Stall. Dort erwarteten mich die anderen und Meg teilte mir sofort mit, dass sie den Tierarzt des Dorfes Sway bereits verständigt hatte. Natürlich hätte ich viel lieber meine liebste Freundin Eddi hier gehabt, doch das ging aufgrund unserer Wohnsituation natürlich nur nach vorheriger Absprache und damit meist für Voruntersuchungen der Körungen. Anna trat auf mich zu und wollte etwas sagen, doch ein Blick von mir in Meg`s Richtung genügte und sie ging dazwischen: „Anna ich denke du solltest jetzt nach Hause gehen. Wir klären das hier und Sammy meldet sich dann später oder morgen bei dir. Natürlich gebe ich dir auch Bescheid, was der Tierarzt gesagt hat.“ Anna nickte mit eingezogenem Kopf und verließ mit hängenden Schultern den Hof. Fast schon tat sie mir Leid, doch dann blickte ich auf Samiyah`s abgewinkeltes Bein und wusste, welche Entscheidung ich zu treffen hatte. „Leute macht ihr bitte alle weiter? Ich bleibe bei Mahira und Samiyah und warte auf den Tierarzt!“, sagte ich und brachte Sami in ihre Box. Die anderen nickten und machten mit den Warmblütern weiter, damit es ruhig im Stall wurde. Donald führte My Golden Heart und BBs Harmony noch ein wenig draußen herum, bevor er die beiden auf die rechte Stutenkoppel entließ. Meg übernahm American Baby und Apaches Tomahawk, Samuel führte Chaira hinaus, Brian Paradises Rafinesse und Shekitt Quinn und Patrick brachte Mizzi hinaus. Bei der nächsten Runde durften Cuchara, Unannounced Pleasure, Reminiscent Inspiration, Angels Fall First und Wild Lady Roxanne hinaus. Allmählich wurde es wirklich ruhiger und ich dankte meinen Angestellten. Meg brachte nun Glammy hinaus, Samuel und Donald nahmen Benjilala und Salwa. Letztere durfte ausnahmsweise mit der trächtigen Stute zusammen in den abgetrennten Teil der Stutenkoppel, da ich Benji nicht alleine stehen lassen wollte. Brian führte Naboo, Patrick nahm Fairylike Facility. Anschließend holte sich Meg Everybody`s Darling und lief Samuel mit Isola della Pirateria voraus. Die nachtschwarze Stute war immer noch deutlich ruhiger, wenn Darling in der Nähe war und natürlich wollten wir ihr so viel Stress wie möglich ersparen. Patrick holte Golden Flair, Donald Walk of Fame und Brian Precious Scream. Nun waren nur noch die Deutschen Reitponystuten Dorina und Cinnemont`s History sowie die Fohlen im Stall. Der Tierarzt müsste auch jede Minute kommen. Samuel kümmerte sich um die Ponystuten, Brian führte PFS Devil in Prada und Grace`s Cookie`n`Cream, Donald übernahm Siberia und Shawnée und Patrick führte die Lewitzer Rosewell und Panta Rhei auf die Fohlenkoppel. Meg betrat Mahira`s Box und strich der Stute über den Kopf, während ich bei Samiyah blieb. Kurz darauf führte Brian endlich den örtlichen Tierarzt in den Stall und ich musste mich sehr zusammenreißen, ihn nicht zu fragen, warum zur Hölle das solange gedauert hatte. Doch ich war mir natürlich im Klaren, dass er so schnell wie irgend möglich hergekommen war und er auch nichts für den Unfall von Samiyah konnte.
      Er sah sich zuerst das Bein meiner Cremellostute an. Dieses war mittlerweile dick und heiß. Ich kaute nervös auf meiner Unterlippe, während ich Samiyah am Halfter hielt. „Sehnenzerrung, das hätte sehr viel schlimmer kommen können.“, meinte Dr. Smelta schließlich. „Ist in ihrem Zustand natürlich nicht gerade toll, weil so viel zusätzliches Gewicht das Bein belastet. Sie müssen es so oft wie möglich kühlen und sie mehrmals am Tag ein wenig im Schritt führen. Mehr ist momentan auf keinen Fall drin. Möchten sie, dass ich bei beiden einen Ultraschall mache? Zur Sicherheit?“, erklärte er mir.
      Ich nickte natürlich sofort. Die Sehnenzerrung würden wir schon wieder in den Griff bekommen, auch wenn es bei der sogar jetzt noch hibbeligen Samiyah nicht einfach werden würde. Das bedeutete auch, dass ich jeden Tag eine weitere Stute im Stall stehen lassen musste, damit Samiyah nicht alleine stand. Der Ultraschall ließ uns alle Gott sei dank aufatmen, den Fohlen ging es gut. Ich bedankte mich bei Dr. Semlta, verabschiedete ihn und suchte dann sofort die Kühlgamasche heraus, um Samiyah`s Bein zu kühlen. Die Stute schauderte, als ich die Gamasche befestigte, doch ich fütterte sie mit einem Stückchen Möhre und Samiyah schaute sofort ein wenig glücklicher aus der Wäsche. Meg hatte auch sofort Anna gesimst, damit sie sich nicht mehr Sorgen als nötig machte. Wir erledigten die weitere Stallarbeit und besprachen dann die Vorbereitungen für Jolympia.
      Die Stallzelte würden auf der hintersten Stutenkoppel aufgebaut werden, allerdings erst einen Tag vor dem großen Event. Die Stallungen und die restlichen Koppeln würde ich absperren, da ich wollte dass meine Pferde weitgehend ihre Ruhe hatten. Sowieso wurde die gesamte rechte Hälfte des Hofes gesperrt und nur Pferdebesitzer und Angehörige hatten dorthin Zutritt. Die Gästezimmer waren schon bereit. Auch die Tribünen waren alle blitzblank geputzt und auch die Hindernisse hatten niemals besser ausgesehen. Am Tag vor Jolympia würden wir auch alles mit Blumen schmücken.
      Als alle Arbeiten für diesen Tag erledigt waren, kam Meg auf mich zu. „Was ist mit Anna?“, fragte sie mich. Ich seufzte und meinte: „Ich fahre heute Abend zu ihr und rede mit ihr. Vielleicht lässt sich das alles nochmal klären, aber das weiß ich jetzt ehrlich gesagt noch nicht. Das kommt auch darauf an, wie sie sich verhält.“ „Ähm Sammy…. Da ist jemand für dich…“, meinte Samuel in dem Moment und als ich mich umdrehte stand Anna vor mir. „Was machst du denn hier? Meg hat dir doch geschrieben, dass es Mahira und Samiyah gut geht oder?“, fragte ich ein wenig verwundert.
      „Ja, deshalb bin ich ja hier. Ich meine, es ist ja nichts passiert, also kann ich ja auch weiterarbeiten.“, sagte sie. Ich starrte sie etwas sprachlos an und Meg schlug sich die Hand gegen die Stirn. Als ich mich wieder gefangen hatte, forderte ich Anna auf, mir zu folgen und schickte die anderen wieder an die Arbeit. Ich führte Anna zu Samiyah und zeigte auf ihr Bein. „Ich dachte, es ist alles okay?“, fragte sie nun schon leicht unsicher. „Nein, es ist nicht okay. Du hast zwei hochträchtige Stuten in Gefahr gebracht. Und Samiyah hat eine Sehnenzerrung, die ist gerade in ihrem Zustand auch nicht ohne. Wie bist du denn auf die Idee gekommen die beiden rauszubringen?“, fragte ich. Zu meiner Überraschung hob Anna trotzig das Kinn: „Es hat mich genervt, dass Meg nicht gewartet hat. Also wollte ich ihr beweisen, dass ich ohne Probleme zwei Pferde nehmen kann. Und da Mahira und Samiyah zusammen mit Benjiala momentan am stärksten überwacht werden, dachte ich eben, dass sie dazu am besten geeignet wären. Ich kann ja nichts dafür, dass sie sich selbst in ihrem Zustand noch nicht benehmen können!“ Da die anderen schon wieder in der Nähe herumlungerten, bat ich Anna in mein Büro und sagt dort: „Anna, du willst mir also sagen, du hast zwei meiner Stuten und deren Fohlen in Gefahr gebracht, weil du irgendetwas beweisen wolltest? Du hattest hier sowieso keinen guten Stand, weil du mich bei deiner Einstellung belogen hast, aber das hier jetzt ist noch einmal etwas ganz anderes. Ich muss dir leider mitteilen, dass du hier nicht weiter arbeiten kannst. Ich werde dir deine restlichen Urlaubstage mit deinem nächsten Monatsgehalt auszahlen, aber mehr kann ich leider nicht mehr für dich tun.“
      Anna schwieg einige Sekunden, dann wurde ihr Gesicht rot: „Du wirfst mich raus? Das kannst du nicht! Es gibt Kündigungsfristen! Du kannst hier nicht alles machen, wie es dir gerade passt!“ Ich atmete tief durch und erhob mich: „Anna. Du hast gegen wichtige Regeln verstoßen. Regeln die die Sicherheit der Pferde gewährleisten sollen. Und das aus einem absolut nicht nachvollziehbaren Grund. Anstatt nun Einsicht zu zeigen, spielst du das Ganze herunter. Glaub mir, das ist ein Grund für eine außerordentliche Kündigung. Ich hätte sogar das Recht, die die heutigen Tierarztkosten in Rechnung zu stellen. Also bitte, lass uns jetzt nicht im absoluten Streit auseinander gehen.“ Ich öffnete die Bürotür und wollte Anna die Hand geben, doch die junge Frau stürmte einfach an mir vorbei und rauschte davon.
      „Du hast sie gefeuert?“, fragte Patrick mit großen Augen und ich nickte. „Leute, ich hoffe ihr könnt meine Entscheidung besser nachvollziehen als Anna. Aber fakt ist, sie ist nicht mehr rückgängig zu machen. Ich werde mich sofort daran machen, eine neue Kraft für uns zu finden, aber für die nächsten Tage bedeutet das leider, dass wir alle noch mehr Arbeit haben. Außerdem muss Samiyah`s Bein alle zwei bis drei Stunden gekühlt werden. Bei der Hitze und der Wärme ihres Beins ist das nötig.“ Die anderen nickten ein wenig betreten und auch ich war noch nicht völlig glücklich, doch wir hatten nun alle mehr als genug Arbeit am Hals.
    • Sammy
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      Ein neues Jahr beginnt
      12. Januar 2017
      Fröhlich vor mich hinpfeifend hängte ich die letzte blau glitzernde Christbaumkugel an meinen Baum und trat dann einen Schritt zurück, um mein Werk zu bewundern. Die rießige Tanne machte sich toll in meinem Wohnzimmer mit den hohen, stuckverzierten Decken und ich konnte den Weihnachtsabend kaum noch erwarten. Meine Familie würde aus Deutschland herkommen und natürlich hatte ich auch Meg, Brian, Samuel und Donald wieder eingeladen. Meg würde diesmal allerdings in die USA zu ihrer Familie fliegen. Die drei Jungs blieben wie auch die Jahre zuvor bei mir auf dem Gestüt. Patrick hatte es nicht weit, sodass er bei sich zu Hause das Fest verbrachte. In zwei Tagen war endlich Weihnachten und ich steckte noch mitten in den Vorbereitungen. Plätzchen hatte ich bereits gebacken - überall im Stall standen Dosen mit den den süß duftenden Leckereien, von denen sich vor allem die Jungs bedienten. Meg musste nach eigener Aussage auf ihre Figur achten und ich backte sehr viel lieber als die Kekse am Ende auch zu essen. Mein Haus war nun endlich festlich geschmückt und in allen Bäumen und Büschen des Gestüts hingen wunderschöne Lichterketten. Auch die Turniersaison hatte ich vor einer Woche für beendet erklärt. Im Januar ging es dann frisch und munter weiter. Ich riss mich vom Anblick meines Bäumchens los, schnappte mir seufzend meine Jacke und die Autoschlüssel und machte mich ans Einkaufen. Normalerweise kochte ich überhaupt nicht gerne, doch dieses Jahr wollte ich eine Ausnahme machen. Immerhin kam meine Familie zum allerersten Mal auf mein Gestüt, da sollte alles perfekt sein. Auch die Gästezimmer hatte ich bereits hergerichtet, nur die Betten mussten noch bezogen werden.

      ~*~

      "Ich wünsche dir einen guten Flug meine Liebe, meld dich bei mir, wenn du gut angekommen bist, ja? Und lass dich nicht ärgern!", sagte ich ein wenig wehmütig zu Meg, als ich sie am nächsten Tag verabschiedete. "Mache ich. Und falls ich es nicht aushalte, kann ich früher zurückkommen, oder?", fragte sie. Ich grinste nur und drückte sie an mich. Dann winkte ich ihr hinterher, während sie durch die Kontrolle ging und aus meinem Sichtfeld verschwand. Es würde seltsam sein, das erste Weihnachtsfest ohne sie zu verbringen. Ich fuhr zurück zum Gestüt, wo gerade das Heu angeliefert wurde. Die Jungs hievten die Ballen mit hochroten Gesichtern auf Karren, um sie zur Scheune zu bringen. "Das Futter ist schon da und verräumt, Sammy!", informierte Brian mich, bevor er sich dem nächsten Ballen zuwandte. Ich zeigte ihm den erhobenen Daumen und trollte mich in mein Büro. Es gab doch noch ein paar Formalitäten, die ich vor den Feiertagen erledigen wollte. Aber Hauptsache für die Pferde war gesorgt. Mississle und Shamal waren letzte Woche beide gekört worden und ich musste die Akten noch aktualisieren und die Eintragung ins Zuchtregister veranlassen. Außerdem hatte ich zwei Fohlenschauen gefunden, auf der ich meine beiden jüngsten Lieblinge Kazumi Princess El Assuad und Successful Dream vorstellen wollte. Dies alles erledigte ich zuerst, dann ging ich ins Haus um schon einmal das Dessert für den morgigen Abend vorzubereiten, Betten zu beziehen und ein letztes Mal das Haus zu kontrollieren. In dieser Nacht tat ich mich mit dem Einschlafen doch recht schwer, da ich ziemlich aufgeregt war, was meine Familie zu meinem Herzstück sagen würde.

      ~*~

      Am nächsten Morgen war ich trotz der bescheidenen Nacht vor allen anderen auf den Beinen, schlüpfte in meine wintertauglichen Stallklamotten und stapfte durch den frisch gefallenen Schnee hinüber zu den Stallungen. Ich schaltete die Notbeleuchtung aus und das Licht ein, drehte es jedoch ein wenig herunter. Dann begann ich mit der Morgenfütterung. Am Weihnachtsmorgen übernahm ich diese immer selbst und genoss dabei die Ruhe und das Zusammsein mit meinen geliebten Vierbeinern. Ich maß das Kraftfutter ab und stellte zehn Eimer in eine Schubkarre. Wie üblich begann ich bei den Stuten, da die Tür zum Hengsttrakt geschlossen war und sie daher nicht so viel mitbekamen wie meine Damen. Im Stuten-Fohlentrakt angekommen, fütterte ich zuerst Success Story xx und Kagami el Assuad. Ich schlüpfte auch in die Boxen und kraulte meinen Pferden liebevoll die schlanken Hälse. Selbstverständlich widmete ich mich auch den erst wenige Tage alten Bewohnern von Hollybrook Stud: Den beiden wunderschönen Englischen Vollblutmädchen Successful Dream und Kazumi Princess el Assuad. Die zwei entwickelten sich einfach prächtig und ich hatte das Gefühl, dass sie mit jedem Tag noch hübscher wurden. Dennoch riss ich mich ein paar Augenblicke später von den Pferdebabys los. Immerhin warteten auch die anderen Stallbewohner auf ihr Frühstück. Die nächsten Eimer Futter verteilte ich an meine hochtalentierte Andalusierstute Cuchara, die hübsche Barockpintostute Benjilala und die grauschimmernde Lusitanostute Salwa. Die drei restlichen Futterrationen gingen an die Saddlebredstuten Shekitt Quinn, Paradises Rafinesse und Mizzi. Alle drei waren gekrönt und wurden vor allem im Gangreiten auf Turnieren vorgestellt. Während nun langsam schon der Tumult begann, musste ich erst einmal zurück in die Futterkammer, um die nächsten zehn Eimer zu richten. Weiter ging es mit meinen Westernpferden. Wie üblich bekamen zuerst meine beiden geliebten Paints My Golden Heart und The Morticains Daughter ihre Ration, gleich darauf die Quarter Horses Your possible Pasts, American Baby und BB's Harmony und zum Schluss die Appaloosadame Apaches Tomahawk, die ich von meiner besten Freundin Eddi geschenkt bekommen hatte und die beiden Criollos Girlie und Charia. Nun waren die Fohlen beziehungsweise Jungpferde an der Reihe. Die letzten beiden Eimer bekamen die Lewitzer Rosewell und Panta Rhei. Auch die zwei hatte ich von Eddi und sie waren mittlerweile beide langsam bereit zum Einreiten. Beide sollten später im Vielseitigkeitssport gehen und ich war schon sehr gespannt darauf, wie sie sich entwickeln würden. Panta Rhei würde demnächst auch in den Hengsttrakt umziehen. Er würde zusammen mit dem Isländerhengst Ljósfari seine Jungpferdezeit genießen dürfen. Nach einem weiteren Gang in die Futterkammer bekamen auch das Paintstütchen Grace's Cookie'n'Cream, Ljósfari, die Welsh Ds Siberia und Shawnée, die Criollo Jungstute Devil in Prada und die American Miniature Horses Porcelain Doll und Ala' Forza ihr Frühstück. Gerade auf Cookie war ich sehr neugierig, da das Stutfohlen schon durch seine außergewöhnliche Fellfärbung ins Auge fiel. Die drei übrigen Eimer gingen an die noch ungekörten Miniature Horse Stuten Miniature America's Narnia und Hollybrook's Tiny Girl und die erst kürzlich gekrönte Welsh A Stute Mississle. Little Big Girl, die neben Missy untergebracht war, trat gegen ihre Boxentür, doch sie musste sich gedulden, bis ich die nächsten Futterrationen eingefüllt hatte. Danach waren auch die Welsh B Stuten Napayné und Kolibri an der Reihe, die aber geduldig auf ihr Frühstück gewartet hatten. Weiter ging es mit den drei Traberstuten Middle Ages, Ehawee und Rainbow. Gerade Letztere machte immer einen höllischen Aufstand, wenn es um ihr Futter ging und ich war jedesmal froh, wenn sie "abgefertigt" war. Die letzten vier Eimer gingen an die Trakehnerstuten Mahiraund Samiyah und die Hannoveranerstuten Reminiscent Inspiration und Unannounced Pleasure. Inspiration und Pleasure hatten in diesem Jahr nach ihren frühen Krönungen eine lange Turnierpause einlegen dürfen, da ich sie in diesem Alter auf keinen Fall überfordern wollte, doch 2017 wollte ich sie wieder auf Englands Turnierplätze loslassen. Beide waren extrem talentiert, sodass man gut aufpassen musste, es nicht zu schnell anzugehen. Dafür hatte ich mich in diesem Jahr um die Förderung meiner dritten Hannoveranerstute - der Falbscheckin Angels Fall First konzentriert, die nun auch den ersten Eimer der nächsten Fuhre bekam. Das talentierte Stütchen hatte die viele Aufmerksamkeit sichtlich genossen und sich wunderbar entwickelt. Sie zählte nun zu den erfolgreichsten Pferden in meinem Stall. Von den Warmblütern fehlten nun nur noch die Holsteinerstute Wild Lady Roxanne und das gescheckte deutsche Reitpferd Glammy. Ich lief die Stallgasse weiter zu den englischen Vollblutstuten. Da Kagami und Story im Fohlentrakt standen, blieben hier nur noch Backup, Pirate Island, Ace of Spades und Far Cry. Gerade Backup entwickelte sich wahnsinnig gut, weshalb ich in diesem Jahr auch davon abgesehen hatte, sie decken zu lassen. Ich wollte sie nicht in ihrer Hochphase stören. Far Cry wiederum war mittlerweile bereit zum Verkauf, doch ich hatte noch keinen geeigneten Käufer ausfindig gemacht, dem ich die Stute anvertrauen wollte. Erschrocken fuhr ich zusammen, als mich die samtene Nase meiner Achal Tekkinerstute Ivory anstupste. Flott fütterte ich das elegante Stütchen und gab auch den Berberstuten Pangäa und Cirillaihre Rationen. Mutter und Tochter verstanden sich ausnehmend gut, weshalb ich sie auch nebeneinander stehen ließ. Gleich nachdem ich die nächste Karre mit Kraftfutter geholt hatte, widmete ich mich meinen Araberstuten Sahira, My lovely Horror Kid - die Anfang nächsten Jahres bei einer Krönung mitmischen sollte, Saddy, Haadeh, Little Miss Sunshine, Sharley, Bittersweet, Fallen Immortaliny, Adina de Ra'idah und Melody's Girl. Ich liebte die feingliedrigen Stütchen und freute mich schon sehr auf die zukünftigen Fohlen mit meinen nicht minder talentierten Hengsten. Fehlten nur noch die restlichen Ponies, bevor ich auch meine Hengste versorgen konnte. Das Herzstück meiner alten Zucht - meine New Forest Ponies waren als nächstes dran. Ich begann mit der wunderschönen Magical Moment, machte mit der frisch gekrönten Hollybrook's Fairy Bluebird weiter und ging dann die Stallgasse entlang, vorbei an Thousand Sunny, Aimiliani, Naboo, Isola della Pirateria, Fairylike Facility, Everybody's Darling, Golden Flair und Walk of Fame. Die nächste Fuhre teilte ich auf Precious Scream, die Deutschen Reitponies Dorina und Cinnemont's History, sowie die Isländer Fatimah und Dark Misery auf. Ich wischte mir über die Stirn und atmete einmal tief durch, bevor ich mit dem Hengsttrakt weiter machte. Diese schöne Tradition hatte begonnen, als ich nur zwei Pferde besessen hatte, mit inzwischen 117 Tieren war das doch schon etwas anstrengender. Dennoch machte ich mich gleich darauf wieder an die Arbeit. Als erstes bekamen meine edlen Araberhengste Khamar al Sanaa, Shamal und Wüstentänzer ihr Futter. Danach waren der Achal Tekkiner Candle in the Wind und der Berber Amayyas dran. Da ich mit dem Beginn der Fütterung sofort einen Tumult bei meinen Hengsten auslöste, sauste ich gleich darauf in die Futterkammer und machte bei den New Forest Ponyhengsten Hollybrook's Cheeky Jot, Hollybrook's Casanova, Hollybrook's Bloody Valentine, Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Zarin, BMs Caradoc und Orfino weiter. Gleich darauf waren auch mein Starhengst Levistino, die Hannoveranerhengste Branagorn und Black Soul, das deutsche Reitpferd Pride & Prejudice und der Holsteiner Fantastic Fly versorgt. Auch die englischen Vollblüter Ghostbuster, Tschiwabschischi, El Racino und Pawaneeh stürzten sich gierig auf ihr Futter. Dagegen ging mein Liebling, der Traberhengst Damon's Dynamo mit schierer Eleganz an die Morgenroutine heran. Meine Ballettänzer - die Pferde die hauptsächlich auf die Dressur spezialisiert waren, waren ebenfalls richtige Gentleman. Dies waren die Andalusier Negresco und Ojos Azules, die Barockpintos Slaters Secret und San Salvador und der Lusitano Pierre. Bei meinen Gangpferden war das Benehmen schon gemischter: Der Saddlebredhengst Someonestürzte sich gierig auf den Trog, kaum dass ich das Futter eingeschüttet hatte, während GH's Safriko und der Paso Fino Wannabe höflich warteten. Auch die Isländer Fair Prince und Intolerable Life zeigten sich von ihrer guten Seite und ich wuschelte ihnen fröhlich durch die dichten Mähnen. Fehlten nur noch die Ponyhengste Juego, Hollywood Undead und der kürzlich gekörte Minihengst Darkwood's Storm Dancing Feather, sowie die Westernpferde Dissident Hawk, Golden Indian Summer, Dream of Wyoming und Cazador. Kaum hatte ich den letzten Futtereimer verräumt, kamen Brian, Donald, Patrick und Samuel durch die Stalltür. Obwohl sie meine Tradition mittlerweile kannten, staunten sie nicht schlecht, dass alle Pferde bereits eifrig am Kauen waren. Sie schnappten sich sofort Mistgabeln und begannen damit die Boxen herzurichten. Mittags durften die Pferde dann hinaus auf die Paddocks, doch ich ging zurück ins Haus, stellte mich unter die Dusche und wartete dann auf die Ankunft meiner Familie. Sie kamen tatsächlich pünktlich und ich ging mit einem leicht nervösen Lächeln hinaus um sie zu begrüßen. Meine Mutter, Tante und Oma sahen sich begeistert um, während mein Onkel etwas fehl am Platz wirkte. Auch mein jüngerer Bruder schien noch nicht zu wissen, ob seine Entscheidung mitgekommen zu sein so gut war. Doch meine Cousine sah aus, als hättte man sie gerade kopfüber in einen Haufen Kuhmist gestippt. Ich unterdrückte den Impuls die Augen zu verdrehen und führte meine Familie in mein Haus. Dort zeigte ich ihnen zuallererst ihre Zimmer. Meine Cousine teilte sich ihres mit meiner Tante, meine Oma mit meiner Mutter, mein Onkel hatte sein eigenes Zimmer und mein Bruder schlief auf der Couch. Ich ließ ihnen ein wenig Zeit und ging zurück in den Stall, um dort noch einmal alles zu kontrollieren, bevor ich mich ans kochen machen würde. Im Stall griff ich Donald, Brian und Samuel unter die Arme, da inzwischen auch Patrick nach Hause gefahren war. Wir rückten Stalldecken zurecht, schlossen die Türen zu den Paddocks, kontrollierten die Tränken und bereiteten die Abendfütterung vor, damit die Jungs es später leichter hatten. Irgendwann tauchte mein kleiner Bruder hinter mir auf und fragte: "Was machst du da? Sind das alles deine?" Mit großen Augen sah er sich um und ich lächelte stolz. "Jap, alles meine. Ich finde auch, dass wir morgen mal einen kleinen Ausritt machen sollten. Komm mal mit.", schlug ich vor und führte ihn hinüber in den Hengsttrakt. Dafür, dass er neun Jahre jünger war als ich, war er mittlerweile einen Kopf größer und brauchte dementsprechend auch ein großes Pferd. Außerdem wusste ich, dass er Pferde mochte, aber Angst hatte für mädchenhaft gehalten zu werden, wenn er reiten ging. Ich blieb vor der Box meines Hannoveranerhengstes Branagorn stehen und öffnete die Tür. Sofort streckte der große Leopardenschecke uns seinen hübschen Kopf entgegen und schnoberte an den Taschen meines Bruders. Der streichelte dem Hengst vorsichtig übers Maul. "Leon, das ist Branagorn. Ich denke, dass du ihn reiten könntest. Er ist zwar ein Hengst, aber ganz brav.", sagte ich. Großspurig lächelnd stimmte Leon zu. Ich legte ihm einen Arm um die Schulter und führte ihn zurück zum Haus.

      ~*~

      Das gesellige Essen am heiligen Abend war wunderbar gewesen und fast alle hatten sich prächtig verstanden. Die Ausnahme war natürlich wieder einmal meine Cousine gewesen. Sie hatte die ganze Zeit eine missbilligende Miene aufgesetzt und jegliche Unterhaltungsversuche der Jungs ignoriert. Dennoch hatte ich die Zeit mit meiner Familie sehr genossen. Auch der erste Weihnachtsfeiertag begann herrlich. Der Himmel war stahlblau, über Nacht hatte es nochmals geschneit und bis auf meine Oma und meinen Onkel wollten alle auf den Ausritt mitkommen. Das hatte mich allerdings ein wenig überrascht, da ich nicht gedacht hätte, dass meine Cousine uns begleiten würde. Nun war ich schon eine Stunde vor meinen Mitreitern im Stall, um Pferde auszuwählen und mit dem Putzen zu beginnen. Leon setzte ich wie versprochen auf Branagorn. Meine Tante sollte den pechschwarzen Andalusierhengst Ojos Azules reiten, meine Mutter Pierre, meine Cousine bekam Cazador und ich selbst würde Damon's Dynamo ein wenig Auslauf verschaffen. Alle fünf Pferde waren sehr verträglich, sodass ich sie alle nebeneinander auf der Stallgasse anbinden konnte. Mein kleiner Bruder kam in den Stall und ich gab ihm das Putzzeug für Branagorn, während ich die anderen vier Hengste fertig machte. Gerade als ich Branagorn den Sattel auflegte, kamen auch die anderen durch die Stallgasse geschlendert. Ich stellte jeden neben sein Pferd und machte mich ans auftrensen. Dann führte ich Dynamo hinaus, band ihn draußen am Halfter fest und half den anderen. Meine Mum durfte zuerst aufsitzen und streichelte begeistert Pierre's schlanken Hals. Auch meine Tante war mit meiner Wahl vollauf zufrieden, nur meine Cousine rümpfte wiederum die Nase. "Warum muss ich in so einem komischen Sattel reiten?", fragte sie hochnäßig und deutete auf Cazador's Westernsattel. "Weil Cazador ein Westernpferd und auch westernmäßig ausgebildet ist. Außerdem hast du dadrin einen sichereren Sitz, als im Vielseitigkeitssattel. Unsere Mütter hatten früher ein Pony und Leon habe ich selbst schon Reitstunden gegeben, also bist du die einzige, die noch keine Erfahrung hat. Cazador wird dir gefallen, keine Sorge.", sagte ich und musste mich sehr zusammenreißen, um meinen ungeduldigen Ton zu unterdrücken. Ich half meiner Cousine in den Sattel und führte Cazador neben Pierre und Jojo, die brav auf die Kommandos ihrer Reiter warteten. Nun trat ich neben meinen kleinen Bruder, der plötzlich recht beklommen wirkte. "Was ist denn los?", fragte ich mit gesenkter Stimme. Er schluckte und meinte: "Branagorn ist doch ziemlich groß. Bist du sicher, dass er mich nicht einfach abwirft?" Ich lächelte: "Ganz sicher. Branagorn ist das liebste Pferd hier, auch wenn man es ihm nicht gleich ansieht." Leon nickte und ich half ihm in den Sattel. Unsicher nahm er die Zügel auf und zog sie zu eng. Vorsichtig verlängerte ich sie ein wenig und strich Branagorn lobend über den Hals. In diesem Moment kamen auch Donald und Samuel auf Negresco und Hollybrook's Zarin aus dem Stall. Sie würden uns begleiten, während Brian mit Black Soul ein wenig Dressurarbeit machte. Der ruhige Mann hatte es lieber, wenn er den Hof für sich hatte, um mit dem stürmischen schwarzen Hengst zu arbeiten. Ich selbst schwang mich auf Dynamo's Rücken, schickte Donald vor und reihte mich selbst neben meinem kleinen Bruder ein. Samuel ritt neben meiner Mutter und meine Cousine neben meiner Tante. Kaum waren wir vom Hof runter, wurde Leon's Haltung entspannter. Ich grinste. Offenbar hatte er schon verstanden, dass der Hannoveranerhengst tatsächlich brav war. Dynamo schritt eifrig aus und ich musste den energiegeladenen Traber ein wenig zurück halten, damit er meine Cousine auf Cazador nicht überholte. Als wir an einen ebenen Feldweg kamen, der schneebedeckt war, schlug ich vor ein Stück zu galoppieren. Meine Mutter und meine Tante winkten ab, doch mein Bruder und meine Cousine wollten mitmachen. Also ließ ich Donald und Samuel zurück, damit sie Jojo und Pierre daran hindern konnten uns hinterherzustürmen. Die Hengste waren zwar brav, aber das war doch eine sehr große Versuchung. Unterdessen erklärte ich meinen beiden Mitreitern, was sie zu beachten hatten und ritt zum Anfang der Galoppstrecke. Ich wartete bis die beiden bereit waren und galoppierte Dynamo mit einem Schenkeldruck und leisem Zungenschnalzen an. Branagorn fiel ebenfalls sofort in seinen wunderbaren, raumgreifenden Galopp, während Cazador eher eine Art Stechtrab zeigte. Meine Cousine hatte die Zügel viel zu eng angezogen und hinderte den Schecken am galoppieren. Ich hielt Dynamo zurück, bis ich gleich auf mit ihr war und rief: "Lass die Zügel locker, sonst kann er nicht laufen!" Sie gehorchte Augen rollend und sofort galoppierte der Criollohengst an. Im Stillen dankte ich ihm für seine Geduld und trieb Dynamo wieder ein wenig vorwärts. Als das Ende der Galoppstrecke in Sicht kam, setzte ich mich vor Branagorn und Cazador und parierte durch. Aus Gewohnheit taten es die anderen beiden Hengste dem schönen Braunen gleich und verlangsamten das Temp ebenfalls. Nun warteten wir auf die Nachzügler. Meine Cousine starrte mit verbissener Mühe in den Schnee - sie hatte ihr braves Reitpferd nicht einmal gelobt. Ich lenkte Dynamo neben Cazador und klopfte dem Schecken den Hals. "Was soll denn das? Er hat nicht gehorcht!", schnappte meine Cousine. Ich biss mir auf die Zunge, doch da kamen schon Donald, Samuel und unsere Mütter an. "Konnte er ja nicht, so eng wie du die Zügel gehalten hast.", bemerkte meine Mutter in ihrer direkten Art. Meine Cousine starrte zu Boden und sagte kein Wort mehr. Ich schüttelte über so viel Uneinsichtigkeit den Kopf, beschloss jedoch mir davon die Laune nicht verderben zu lassen. Als sie die Zügel jedoch wieder so sehr anzog, dass Cazador sein Maul aufriss, nahm ich ihr die Zügel aus der Hand und gab sie Donald auf Zarin als Handpferd. Sie protestierte zwar, merkte aber schnell, dass nicht einmal ihre Mutter auf ihrer Seite war.
      Als wir wieder auf dem Gestüt waren, machte Donald noch schnell ein Familienfoto, dann versorgten wir die Pferde. Auch Leon, meine Tante und meine Mutter halfen mit, nur meine Cousine zog sich ins Haus zurück.

      ~*~

      Die nächsten Tage vergingen wie im Flug und schon war der Tag gekommen, an dem meine Familie wieder abreiste. Mit meiner Mutter und meinem kleinen Bruder hatte ich viel Zeit bei den Fohlen verbracht, vor allem natürlich bei Kazumi Princess El Assuad und Successful Dream. Ein wenig traurig war ich zugegebenermaßen schon, doch auf der anderen Seite war ich auch über alle Maßen froh, dass ich meine Cousine jetzt wieder für eine Weile los war. Sie war einfach ein unglaublich anstrengender Mensch. Es waren keine zwei Stunden vergangen, nachdem meine Familie abgereist war, als mein Handy klingelte. Eine Sekunde lang blieb mir der Mund offen stehen, denn Meg's Nummer wurde mir angezeigt. Hastig nahm ich ab. "S..S..Sammy?", krächzte eine verheulte Meg durch das Telefon. "Meg! Was ist denn los?", fragte ich alamiert. "Ich bin am Flughafen, kannst du mich morgen abholen? Ich weiß, es ist Silvester, aber....", schluchzte sie. "Natürlich hole ich dich, schreib mir einfach nur wann, ja? Aber was ist denn passiert?" "Ach, ich weiß nicht was ich erwartet habe, aber es waren alle einfach furchtbar. Ich halte es keinen Tag länger mehr hier aus. Aber ich muss jetzt Schluss machen, sonst wird die Telefonrechnung unbezahlbar." Ich seufzte: "Okay, Süße. Aber halt die Ohren steif, morgen bist du wieder daheim."

      ~*~

      Nervös trommelte ich mit den Fingern auf die Armlehne des Stuhls, auf dem ich saß. Es war bereits vier Uhr nachmittags und ich saß am Flughafen und wartete auf Meg. Eigentlich hatten Donald und Samuel mitkommen wollen, doch ich hatte sie überredet bei den Pferden zu bleiben. Am Silvesterabend wollte ich unbedingt Leute auf dem Gestüt haben. Das Essen war bereits vorbereitet, fehlte nur noch Meg. Endlich kam die Durchsage für ihren Flug. Ich suchte das Kofferband auf dem ihr Gepäck ankommen würde und schloss sie schon ein paar Minuten später in die Arme. Ihr Gesicht war rot und verquollen, doch ich wollte sie hier am Flughafen nicht ausfragen. Als wir im Auto saßen, brach es jedoch wie von selbst aus Meg hervor: "Meine Mutter hat die ganze Zeit nur gestichelt, dass ihre jüngste Tochter ja so gar nichts auf die Reihe bekommt. Immerhin haben Terry und Rima schon Kinder und Jonathan ist Anwalt. Als ich ankam hat sie meine gesamten Klamotten in die Waschmaschine gekippt, weil sie meinte die stinken nach 'diesen widerlichen Viechern mit denen ich mich ja permanent umgebe' und das würde sie nicht aushalten. Meine Geschwister haben vorgestern sogar einen Teil meiner Kleider verbrannt und meinten ich solle mir doch mal was anständiges kaufen, da ich sie so nur beschämen würde. Aber mein Vater war am Schlimmsten. Er hat kein Wort mit mir geredet, hat einfach so getan, als wäre ich überhaupt nicht da. Er hat mir zu Weihnachten nichtmal was eingeschenkt und die Pute einfach direkt an Jonathan weitergereicht." Nun liefen Meg regelrächte Tränenbäche über die Wange. Ich setzte den Blinker, fuhr links ran und nahm sie in den Arm. Ich hatte gewusst, dass Meg aus einer sehr wohlhabenden amerikanischen Familie stammte, die mit ihrem Berufswunsch überhaupt nicht einverstanden war, doch als die Nachricht ihrer Mutter eingetroffen war, dass sie sie über Weihnachten gerne bei sich haben wollte, hatte ich doch Hoffnung gehabt. Dass diese angebliche Familie die herzensgute Meg nun so gequält hatte, machte mich rasend. Ich fuhr erst weiter, als Meg sich ein wenig beruhigt hatte.
      Eine Stunde später fuhr ich durch das Tor meines Gestüts und sofort kamen die Jungs angerannt, um Meg zu begrüßen. Alle nahmen sie fest in den Arm und Donald trug sofort ihren Koffer hinüber zu den Personalwohnungen. "Siehst du Meg, du hast doch eine Familie - hier bei uns!", flüsterte ich ihr ins Ohr und das erste Mal an diesem Abend sah ich sie lächeln. Ich führte sie ins Haus und bat sie einen Moment zu warten. Dann reichte ich ihr einen schmalen Umschlag und ein in seidenpapier eingewickeltes Päckchen. Sie riss den Umschlag zuerst auf und starrte mich mit großen Augen an. "Ist gestern gekommen, ich wollte es dir aber lieber persönlich überreichen!", sagte ich lächelnd. "Meine Assistenztrainerlizenz.... du hast mir ja gar nicht gesagt, dass du sie schon beantragt hast!", sagte Meg fassungslos. "Ich weiß, aber du bist soweit. Und ich wollte dich überraschen. Aber jetzt mach mal dein Weihnachtsgeschenk auf!", forderte ich sie grinsend auf. Innerhalb von zwei Sekunden war das Papier aufgerissen und zum Vorschein kam ein Seidenblouson in royalblau und gold - den neuen Hollybrook-Farben. Dabei waren auch lederne Handschuhe und ein Helmüberzug in den selben Farben. Nun stand Meg's Mund endgültig offen. "Das.. was... oh wow.", stammelte sie. "Ich möchte, dass du endlich richtig für Hollybrook reitest und dass das auch jeder sehen kann. Du musst doch absolut super aussehen, wenn du Kazumi Princess und Successful Dream in ihren ersten Rennen reitest oder?" Meg flog mir um den Hals und schluchzte erneut hemmungslos. So waren die Jungs ein wenig fassungslos, als sie die Küche betraten, doch sie fingen sich schnell wieder und stiegen einfach in das Gruppenkuscheln ein.
      Wir verbrachten ein wunderschönes Essen, erfreuten uns an dem rießigen Feuerwer, dass hier auf dem Land in alle Richtungen meilenweit zu sehen war und gingen anschließend zu den Pferden um ihnen ein frohes neues Jahr zu wünschen. Ich wusste einfach, dass dieses Jahr noch besser werden würde als das letzte. Immerhin hatte ich die tollsten Pferde und das tollste Team, das man sich nur wünschen konnte!
    • Sammy
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      Sommerhitze
      13. Juli 2017
      Gähnend betrat ich die Stallungen und fing gemeinsam mit meinen Mitarbeitern an die Pferde auf die Koppeln zu bringen. Wir führten Levistino, Branagorn, Black Soul, Fantastic Fly und Pride and Prejudice auf die Weiden. Meg und Brian kümmerten sich solange um Glammy, Wild Lady Roxanne, Samiyah, Mahira, Unannounced Pleasure, Reminiscent Inspiration und Angels Fall First. Weiter ging es bei den Englischen Vollblütern. Meine wundervollen Rennpferde durften diesen schönen Sonnentag natürlich auch draußen verbringen. Wir holten Ghostbuster, Tschiwabschischi, El Racino, Pawaneeh, Success Story xx mit Successful Dream, Kagami El Assuad mit Kazumi Princess El Assuad, Backup, Pirate Island, Ace of Spades und Far Cry aus ihren Boxen und führten sie hinaus. Gleich darauf folgten meine Wüstentänzer Amayyas, Pangäa, Cirilla, Ivory, Candle in the Wind, Khamar al Sanaa, Shamal, Wüstentänzer, Sahira, My lovely Horror Kid, Saddy, Haadeh, Little Miss Sunshine, Bittersweet, Sharley, Fallen Immortaliny, Adina De Ra'idah und Melody's Girl. Als das geschafft war holten wir meine Baletttänzer nach draußen - also die Warmblütern, deren Ausbildungsschwerpunkt in der Dressur lag. Das waren Negresco, Ojos Azules, Cuchara, Slaters Secret, San Salvador, Benjilala, Pierre und Salwa. Anschließend folgten die Bewegungskünstler Damon's Dynamo, Rainbow, Ehawee, Middle Ages, GH's Safriko, Mizzi, Someone, Paradises Raffinesse, Shekitt Quinn, Wannabe, Fair Prince, Intolerable Life, Fatimah und Dark Misery. Gleich darauf kamen die ganz kleinen: Rumpelstielzchen, Darkwood's Storm Dancing Feather, Miniature America's Narnia, Hollybrook's Tiny Girl, Juego, Mississle, Little Big Girl, Hollywood Undead, Kolibri und Napayné. Fehlten nur noch drei Sparten. Als erstes waren meine Westernpferde an der Reihe. Das waren Arriba, Dissident Hawk, The Morticains Daugther, My Golden Heart, Golden Indian Summer, American Baby, Girlie, Cazador, BB's Harmony, My possible Pasts, Chaira, Dream of Wyoming und Apaches Tomahawk. Danach folgten meine Vielseitigkeitsponys Panta Rhei, Rosewell, Hollybrook's Cheeky Jot, Hollybrook's Casanova, Hollybrook's Bloody Valentine, BMs Caradoc, Orfino, Hollybrook's Zarin, Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Fairy Bluebird, Magical Moment, Thousand Sunny, Isola della Pirateria, Aimiliani, Naboo, Fairylike Facility, Everybody's Darling, Golden Flair, Walk of Fame, Precious Scream, Daemon, Dorina, Cinnemont's History und Eddi's Dead Pop Romance. Nun fehlten nur noch die Pferde, die noch nicht gekört waren. Das waren Ma Belle apasionada, Porcelain Doll, Ala' Forza, PFS' Glenn's Cookie, Grace's Cookie 'n Cream, GE's Ljosfari, Siberia, Shawnée und Devil in Prada. Sie alle durften diesen herrlichen Tag draußen verbringen und hatten somit frei. Meine Mitarbeiter und ich machten uns dagegen an die Stallarbeit...
    • Sammy
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      Es wird kalt auf Hollybrook!
      30. Oktober 2017
      Bibbernd zog ich meine gefütterte Stalljacke enger um meine Schultern, als mir beim Verlassen des Hauses ein eisiger Wind entgegen schlug. Mittlerweile war es Ende Oktober und der schöne Sommer war endgültig vorüber. Letzte Woche hatte es angeblich noch zwei sonnige Tage gegeben, doch nun regnete es seit Tagen beinahe ununterbrochen. Die Koppeln waren reine Schlammwiesen und meinen Pferden schlug das Wetter ebenfalls auf die Laune. Dazu kam, dass ich in den letzten Monaten sehr viel unterwegs gewesen war. Erst vor zwei Stunden war ich aus dem Flieger gestiegen und mich nach kurzem Überlegen entschlossen, zuerst meine Lieblinge zu besuchen. Meine Mitarbeiter hatten zwar die Pflege und das Training der Pferde übernommen, doch weiter ausgebildet hatten sie sie selbstverständlich nicht. Sie hatten lediglich den Auftrag bekommen, sie in Form zu halten und alte Lektionen zu festigen, sowie die Gehorsamkeit und Beweglichkeit zu schulen. Ich hoffte, dass ich nun auf den Winter hin wieder mehr Zeit auf meinem geliebten englischen Gestüt verbringen konnte, um meine Pferde während der Turnierpause weiter auszubilden. Auch die Arbeit mit den Fohlen würde dann an vorderster Stelle stehen. Kazumi Princess El Assuad und Successful Dream wurden bald ein Jahr alt und auch die beiden Pineforest Stable Fohlen PFS' Isis und PFS' Beck's Little Diva hatten ihr erstes Lebensjahr bald hinter sich. Devil in Prada, Shawnée und Siberia durften Anfang des Jahres unter den Sattel und auch für Ljósfari wurde es demnächst ernst. Grace's Cookie n' Cream, Ala' Forza, PFS' Glenn's Cookie und PFS' Daydream of Money mussten auf ihre ersten Fohlenschauen vorbereitet werden und meine kleine Porcelain Doll gewann hoffentlich ihre zweite. Ansonsten mussten selbstverständlich die Anwärter Ma Belle apasionada, Lamira, Incendio und Roi du Soleil für ihre Körungen bzw. Stutbuchwettbewerbe trainiert werden.
      In diesem Moment wurde ich unsanft aus meinen Überlegungen geholt, als mich ein besonders heftiger Windstoß beinahe von den Füßen riss. Ich biss die Zähne zusammen und legte den Rest zum Stall im Laufschritt zurück. Drinnen wurde ich wie gewohnt von warmer Luft und vielstimmigem Gebrummel empfangen. Glücklich schloss ich die Augen und so den herrlichen Stallgeruch ein, der mir entgegenschlug. Bei all dem Stress in letzter Zeit war es einfach herrlich, mal wieder einen ganzen Morgen in aller frühe mit meinen geliebten Vierbeinern zu verbringen. Mein erster Weg führte mich heute zu meinen Vielseitigkeitschampions. Levistino drückte liebevoll sein weiches Maul in meine Hand und ich kraulte ihm seine Stirn und strich seinen langen weißen Schopf aus seinem Gesicht. Gleich darauf wechselte ich zu meinem Holsteinerhengst Fantastic Fly, der mich erst einmal ein paar Sekunden lang ignorierte. Dann hielt der schöne Fuchs es jedoch nicht länger aus und empfing mich mit einem leisen Brummeln. Auch das deutsche Reitpferd Pride and Prejudice ließ sich erst ein wenig betteln. Einige meiner Pferde waren extrem eigen und das zeigte sich eben, wenn ich einmal nicht so viel Zeit für sie hatte wie sonst immer. Nachdem ich auch mit meinen Hannoveranerhengsten Black Soul, Incendio und Branagorn gekuschelt hatte, waren meine Vollbluthengste an der Reihe. Da waren die englischen Vollblüter Ghostbuster, Pawaneeh, Tschiwabschischi und El Racino, der Achal Tekkiner Candle in the Wind, der Berber Amayyas, die Araber Khamar al Sanaa, Wüstentänzer und mein Nachwuchstalent Shamal. Sie alle bekamen eine extra Portion Streicheleinheiten und vor allem bei dem schönen Araberschimmel Khamar entschuldigte ich mich. Der Hengst war schon lange Zeit bei mir und hatte einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Weiter ging es mit den Andalusiern Negresco und Ojos Azules, den Barockpintos Slaters Secret und San Salvador, dem Lusitano Pierre, dem Traber Damon's Dynamo, den Saddlebreds GH's Safriko und Someone, dem Paso Fino Wannabe und den Isländern Fair Prince und Intolerable Life. Als ich gerade durch die dicke Mähne des Rappschecken fuhr, stieß mein Liebling bei den Ponys - Hollybrook's Cheeky Jot - ein entrüstetes Wiehern aus. Der schöne Hengst hasste es, ignoriert zu werden und anscheinend hatte ich mir für seinen Geschmack mit den anderen zu viel Zeit gelassen. Also wandte ich mich dem schönen Hengstchen zu und schlang ihm die Arme um den kräftigen Hals. Meine Mitarbeiter hatten wirklich ganze Arbeit geleistet, meine Pferde sahen wunderbar aus. Nach Cheeky war sein Sohn Hollybrook's Casanova an der Reihe, dann Hollybrook's Bloody Valentine, Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Zarin, BMs Caradoc, Orfino, Panta Rhei, der Neuzugang Roi du Soleil, Eddi's Dead Pop Romance und Daemon. Als nächstes wurde meinen Minis Aufmerksamkeit zuteil. Die Miniature Hengste Rumpelstielzchen und Darkwood's Storm Dancing Feather waren als erstes dran, dann ging es mit Juego und Hollywood Undead weiter. Nachdem ich auch meine Westernpferde Dissident Hawk, Golden Indian Summer, Dream of Wyoming und Cazador geknuddelt hatte, bekamen meine Schätze ihr Frühstück.
      Da ich bei den Hengsten mit den Westernstars aufgehört hatte, waren die Stuten unter ihnen nun als erstes an der Reihe. Ich besuchte die Criollos Chaira, Arriba und Girlie, dannach Apaches Tomahawk, American Baby, BB's Harmony, Your possible Pasts, My Golden Heart und The Morticains Daughter. Auch die Minis des Hofes, Miniature America's Narnia, Hollybrook's Tiny Girl, Mississle, Little Big Girl, Napayné und Kolibri bekamen ihre Streicheleinheiten. Die Traber Rainbow, Ehawee und Middle Ages interessierten sich herzlich wenig für mich, sondern eher für die Möhren, die ich ihnen zusteckte. Meine Saddlebred Stute Shekitt Quinn genoss die Aufmerksamkeit dafür umso mehr. Genauso wie Paradises Rafinesse, Mizzi, Ma Belle apasionada und die Isländer Fatimah und Dark Misery. Gleich im Anschluss daran ging ich weiter zu Cuchara, Benjilala, Salwa, Pangäa, Cirilla, Ivory, Sahiar, My lovely Horror Kid, Saddy, Haadeh, Sharley, Bittersweet, Little Miss Sunshine, Fallen Immortaliny, Adina De Ra'idah und Melody's Girl. Nun fehlten nur noch die Ponys, die Englischen Vollblüter und meine Militarypferde. Erstere waren gleich an der Reihe. Rosewell, Hollybrook's Fairy Bluebird, Magical Moment, Thousand Sunny, Aimiliani, Naboo, Isola della Pirateria, Fairylike Facility, Everybody's Darling, Golden Flair, Walk of Fame, Precious Scream, Dorina und Cinnemont's History freuten sich sichtlich über die Aufmerksamkeit. Vor allem Isola, Darling und Fame bekamen nicht so viele Streicheleinheiten, wenn ich nicht da war. Aber auch die Vollblüter, um die sich vor allem Meg heiß und innig kümmerte, freuten sich über meine Anwesenheit. Backup, Success Story xx mit ihrem Fohlen Successful Dream, Kagami el Assuad mit Kazumi Princess El Assuad an ihrer Seite, Pirate Island, Ace of Spades und Far Cry bekamen alle eine kurze Rückenmassage, bevor ich weiter zu meinen Warmblütern ging. Der Neuzugang Lamira war zuerst dran, dann folgte die Leitstute Samiyah, Mahira, Unannounced Pleasure, Reminiscent Inspiration, Angels Fall First, Wild Lady Roxanne und Glammy. Nachdem ich all meine Stuten gefüttert hatte, setzte ich mich bei Everybody's Darling in die Box und döste ein wenig neben dem Fuchsstütchen. Geweckt wurde ich vom spitzen Schrei meiner Freundin und Angestellten Meg, die mich als erstes entdeckt hatte. "Du kommst mitten in der Nacht zurück und hast dann nichts besseres zu tun als die Pferde zu füttern? Du hättest mich wecken können!", beschwerte sie sich. "Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es sich nicht mehr lohnt, ins Bett zu gehen. Außerdem musste ich doch meine Babys begrüßen! Und jetzt erzähl mir alles. Jedes Detail, ich muss alles wissen.", wies ich Meg grinsend an.
    • Sammy
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      April, April, der weiß nicht was er will
      30. April 2018
      Mit einem leichten Stirnrunzeln sah ich von den Unterlagen auf, die ich gerade durchging. Es war Frühling auf Hollybrook und dementsprechend gab es eine ganze Menge zu tun. Die Turniersaison begann, für die frischgebackenen Jährlinge musste ein Trainingsprogramm erstellt werden und natürlich erwarteten einige meiner Stuten auch dieses Jahr wieder ein Fohlen. Die letzten Tage war es brütend heiß gewesen, die Frühlingstemperaturen waren wohl an England vorbeigegangen. Wir hatten die Pferde angeweidet und sie tollten momentan alle auf ihren Koppeln herum, während meine Mitarbeiter die Stallarbeit erledigten. Für ernsthaftes Training war es an diesem Aprilnachmittag sowieso viel zu heiß. Gerade eben hatte mich jedoch ein bedrohliches Grollen aus meiner Konzentration gerissen und nach einem Blick aus dem großen Fenster sprang ich sofort auf. Der bisher wunderbar blaue und wolkenlose Himmel war nun stahlgrau, um nicht zu sagen schwarz. Wind kam auf und schon zuckten die ersten Blitze über den Himmel. Und ich hatte sage und schreibe 129 Pferde auf den Weiden stehen. Mit zwei großen Schritten war ich aus der Tür hinaus und eilte über den Hof zu den Stallungen, um meine Mitarbeiter zusammen zu trommeln. Im Stalltrakt der Stuten lief laute Musik, weshalb das drohende Unwetter bisher unbemerkt geblieben war. Ich schaltete den Lärm ab und beschleunigte alle. Immerhin hatte ich einige höchst nervöse Tiere auf dem Hof, die mit Gewitter überhaupt nichts anfangen konnten. Wir begannen mit meinen Englischen Vollblütern. Zuerst kamen Kagami el Assuad und Success Story xx in den Stall. Die beiden Pferdedamen waren vor einem halben Jahr von ihren Babys getrennt worden und gerade Kagami war seitdem nicht unbedingt einfacher geworden. Meg und ich führten sie in die Boxen und schlossen hastig die Türen. Patrick eilte währenddessen durch die gesamten Stallungen und schloss alle Türen zu den Außenboxen. Gleich nach uns folgten Pirate Island, Ace of Spades, Backup und Far Cry. Auch die vier Hengste Ghostbuster, Tschiwabschischi, El Racino und Pawaneeh waren blitzschnell von den Koppeln geholt. Als wir den Stall das nächste Mal verließen, um die anderen Vollblüter einzusammeln, mussten wir uns schon regelrecht gegen den Wind stemmen. Ich schnappte mir zuerst Amayyas, den stolzen Berberhengst. Der Roan ließ noch immer nur Brian und mich an sich heran und Brian war gerade mit dem Araberhengst Wüstentänzer zugange. Meg folgte mit Ivory, Patrick nahm Candle in the Wind, Donald führte Cirilla und Samuel Khamar al Sanaa. Gleich darauf waren Shamal, Pangäa, Sahira, My lovely Horror Kid, Saddy und Barakah al Sanaa dran. Letztere war erst vor einer Woche auf mein Gestüt zurückgekehrt und noch von den anderen Stuten separiert. Mit Horror, Sahira und Saddy hatten wir bereits ganz schöne Probleme und auch der junge Araberhengst Shamal spielte sich ziemlich auf. Ich atmete erleichtert auf, als ich die Tür hinter dem temperamentvollen Tier schloss und auch die anderen die Stricke vor die Boxen warfen. Haadeh und Little Miss Sunshine konnte man gemeinsam führen, sodass mit ihnen auch Bittersweet, Sharley, Adina De Ra'idah, Fallen Immortaliny und Melody's Girl in die sicheren Stallungen kamen. Damit waren sämtliche Vollblüter versorgt. "Und jetzt?", fragte Meg atemlos, als sie die Tür hinter Melody schloss. "Die Vielseitigkeitspferde. Gleich danach die Traber und die Jungpferde bzw. Fohlen. Die Ponies kommen zum Schluss, weil wir die noch am besten händeln können.", gab ich meine Anweisungen wie aus der Pistole geschossen. Wir hatten gerade Lamira, Incendio, Mahira, Samiyah, Levistino, Branagorn, Black Soul, Unannounced Pleasure, Reminiscent Inspiration, Angels Fall First, Fantastic Fly, Wild Lady Roxanne, Pride & Prejudice und Glammy im Stall, als der Regen einsetzte. Ich fluchte reichlich undamenhaft vor mich hin uns sprintete los, um meinen Traberhengst Damon's Dynamo von der Koppel zu holen. Der sonst so sanftmütige Hengst hasste Regen und galoppierte bereits mit geblähten Nüstern und angelegten Ohren am Zaun seiner Koppel entlang. Ich hatte dennoch keine Mühe ihn einzufangen, glücklicherweise besaß Dynamo wirklich ausgezeichnete Manieren. Dennoch war ich sehr erleichtert als er, Ehawee, Rainbow, Middle Ages, GH's Safriko, Someone, Paradises Rafinesse, Mizzi, Shekitt Quinn, Ma Belle apasionada und Wannabe im Stall standen. Wie angekündigt folgten nun die Jungpferde Devil in Prada, Shawnée, Siberia, GE's Ljósfari, Grace's Cookie 'n Cream, PFS' Beck's Litte Diva, Ala' Forza, PFS' Glenn's Cookie, Porcelain Doll, PFS' Isis, PFS' Arctic Alinghi, PFS' Daydream of Money, Kazumi Princess El Assuad, Successful Dream und Picturesque Diova. Diova hatte ich zusammen mit Barakah von Canyon übernommen und freute mich schon sehr auf die Arbeit mit der jungen Stute. Princess lief mir vor lauter Aufregung fast in die Hacken. Dies war das erste richtige Gewitter, dass die junge Stute ohne ihre Mutter durchleben musste. Dreamy spielte dagegen völlig verrückt. Die junge Stute stieg auf die Hinterbeine und sprang im Kreis um Brian herum. Ich führte Princess schneller, um Dreamy zu überholen und hoffte darauf, dass die braune Stute ihrer Freundin folgen würde. Glücklicherweise war dies der Fall, auch wenn Dream dabei Brian hinter sich zurückließ und plötzlich neben mir bei Princess in der Box stand. Ich beschloss die beiden während des Gewitters zusammen stehen zu lassen, Dream hätte mich sonst wahrscheinlich sowieso gefressen. Immer schneller zuckten die Blitze nun über den Himmel, als wir die Andalusier Negresco, Cuchara und Ojos Azules, die Lusitanos Salwa und Pierre und die Barockpintos Slaters Secret, Benjilala und San Salvador vor dem Sturm retteten. Von den übrigen Pferden erschallte nervöses Gewieher und ich musste mich sehr zusammenreißen, um nicht in Panik zu verfallen. Der Regen schlug uns hart ins Gesicht, während wir begannen, die Ponies herein zu holen. Da waren der klatschnasse Hollybrook's Cheeky Jot, Hollybrook's Casanova, Hollybrook's Classic Moment, Hollybrook's Bloody Valentine, Hollybrook's Zarin, Orfino, Blue Moon's Caradoc, Panta Rhei und Rosewell, Hollybrook's Fairy Bluebird, Magical Moment, Thousand Sunny, Aimiliani, Naboo, Isola della Pirateria, Fairylike Facility, Everybody's Darling, Golden Flair, Walk of Fame, Precious Scream, Eddi's Dead Pop Romance, Daemon, Dorina, Cinnemont's History, Dark Misery, Fair Prince, Intolerable Life, Fatimah und die Minis Rumpelstielzchen, Darkwood's Storm Dancing Feather, Miniature America's Narnia, Hollybrook's Tiny Girl, Juego, Mississle, Little Big Girl, Hollywood Undead, Napayné, Kolibri und Roi du Soleil. Fehlten nur noch die Westernpferde. Als wir dieses Mal den Weg zu den Koppeln gingen, begann es zu hageln. Ich zog den Kopf ein und legte noch einmal einen Zahn zu. Meg, Brian, Samuel und ich kümmerten uns um Arriba, Chaira, The Morticains Daughter, My Golden Heart, Your possible Pasts, BB's Harmony, American Baby, Girlie und Apaches Tomahawk. Die anderen holten Cazador, Dream of Wyoming, Golden Indian Summer und Dissident Hawk hinein. Völlig erledigt ließ ich mich auf den Boden vor Golden's Box sinken und atmete erst einmal tief durch. Die Pferde waren nervös und ein Großteil von ihnen klatschnass, aber immerhin waren wir nun alle geschützt vor diesem ekelhaften Unwetter. Der Donner grollte pausenlos und durch die Stallfenster sah man alle paar Sekunden Blitze aufleuchten. Ich teilte jedem ein Stallende zu und wir begannen damit, die Pferde trocken zu reiben. Die Westernpferde hatte es am Schlimmsten erwischt, Harmony und Daughter stellte ich als erstes unters Rotlicht, nachdem ich ihnen mit einem Schweißmesser das gröbste Wasser aus dem Fell geholt hatte. So arbeiteten wir uns schweigend durch den Stall, beruhigten die Pferde und auch selbst und warteten, bis das Gewitter vorbei war. Der ganze Spuck dauerte nicht einmal zwei Stunden, dann wurde der Himmel wieder hell und eine knappe Stunde später war auch die drückende Hitze wieder da. Nach einem kurzen Blick in den Wetterbericht entschied ich dennoch, die Pferde für heute nur noch auf die Paddocks hinaus zu lassen. Eine Wahnsinnsaktion pro Tag reichte mir vollkommen.
    • Sammy
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      Bunte Blätter, Nieselregen und schwerwiegende Entscheidungen
      21. Oktober 2018
      Fröstelnd zog ich den Reißverschluss meiner Softshelljacke höher und zog die Kapuze tiefer ins Gesicht. Der Herbst hatte mit voller Wucht Einzug auf Hollybrook Stud gehalten. Innerhalb kürzester Zeit hatten sich die Blätter der Bäume orange, rot und gelb gefärbt und regneten in Scharen zu Boden. Während es tagsüber meist noch angenehm warm war, erreichte es nachts schon Minusgrade. Fünf Uhr morgens war praktisch nachts, also fror ich erbärmlich. Erleichtert schlüpfte ich in die behaglich warmen Stallungen und vernahm sofort das beruhigende Rascheln der Pferde im Stroh. In ein paar Minuten würden meine Angestellten mit dem Training der Vollblüter beginnen, danach folgte die Morgenfütterung. Ich aber hatte heute ein paar wichtige Dinge zu entscheiden und so verzog ich mich gleich in mein Büro und schloss die Tür hinter mir. Die Zucht lief nicht wie geplant. Gerade nach den selteneren Rassen bestand kaum Nachfrage, dafür kostete der Unterhalt von knappen 150 Pferde eine ganze Menge. In letzter Zeit hatte ich auch nicht mehr das Gefühl, meinen Lieblingen unter den Pferden gerecht werden zu können. Hatte ich mich früher ausschließlich selbst um das Training der Fohlen und Jungpferde gekümmert, so musste ich nun schon allen wegen des ganzen Verwaltungsaufwands immer mehr darauf verzichten. So konnte es nicht weitergehen. Also hatte ich schweren Herzens beschlossen, meine Zucht rein und allein auf die englischen Vollblüter und meine Vielseitigkeitspferde zu beschränken. Alle anderen mussten gehen. Ein paar Pferde hatten sich auch definitiv ihren Ruhestand verdient und ich hatte schon ein wunderschönes Gehöft in zweistündiger Entfernung ausgemacht. Dort wurde armen und benachteiligten Kindern der Umgang mit Pferden ermöglicht. Sie durften die Tiere putzen, mit ihnen spazieren gehen und teilweise auf ihnen reiten. Das war genau das richtige, für einige meiner Lieblinge.
      Seufzend zog ich die Listen mit den Namen meiner Pferde aus der Schublade. Leicht wurde dieses Unterfangen dennoch nicht, ich hing an allen meinen Schützlingen.
      Definitiv verkaufen wollte ich Hollybrook's Barakah al Sanaa, Bittersweet, Wüstentänzer, Far Cry, Candle in the Wind & Ivory, Pierre und Salwa, Someone & Mizzi, Dream of Wyoming, American Baby & BBs Harmony, Daemon, Dorina und Eddi's Dead Pop Romance, Kolibri, Hollybrook's Tiny Girl, Precious Scream, BMs Caradoc, Hollybrooks Classic Moment, Hollybrook's Bloody Valentine, Hollybrook's Zarin, Hollybrook's Fairy Bluebird und Hollybrook's Casanova. Gerade bei Letzterem zeriss es mir beinahe das Herz, so sehr liebte ich den jungen Hengst. Allerdings konnte ich es mir nur erlauben einen New Forest Hengst zu behalten und das war unstreitig Hollybrook's Cheeky Jot, das erste Fohlen der Hollybrook Zucht. Niemals könnte ich mich von ihm trennen. Außerdem hoffte ich für Casanova und all die anderen Käufer zu finden, die die Tiere gut förderten und ihnen ein schönes Zuhause schenkten. Auch bei Wüstentänzer fiel mir die Entscheidung alles andere als leicht. Jedoch hatte ich mit Khamar al Sanaa und Shamal zwei Araberhengste die weitaus besser zu meinen künftigen Plänen passten. Rosewell und Panta Rhei würde ich Eddi anbieten, immerhin hatte ich die beiden damals im Fohlenalter von ihr übernommen und großgezogen.
      Dann gab es in den letzten Jahren leider auch einige Verluste zu beklagen. Meine wunderschöne Berberstute Cirilla hatte sich beim Toben eine Sehne gerissen, die nie mehr richtig verheilt war. Auch die Fohlen Ala Forza und Shawnée würden niemals in einer Zucht mitwirken können. Apaches Tomahawk und Girlie hatten sich den Ruhestand dagegen redlich verdient. Mississle war nach einem Kutschunfall nicht mehr dieselbe. Sie kam nicht mehr mit dem Trubel auf dem großen Gestüt zurecht und obwohl ich so viele Hoffnungen in die süße Stute gesetzt hatte, würde ich sie gehen lassen. Selbes galt für Chaira, Cazador, Napayné, Wannabe, Juego und Little Big Girl. Sie hatten alle tolle Arbeit geleistet und sich ein wenig Entspannung mehr als verdient. Meine Traberstute Middle Ages war während eines Rennens gestürzt und hatte sich das Röhrbein gebrochen. Ich hatte gehofft, dass sie sich nach einer ausgiebigen Ruhepause so weit erholen würde, um Mutter werden zu können, doch der Tierarzt hatte mir davon abgeraten. Das Gewicht eines Fohlenbauches wäre zu viel für das Bein. Bei Shekitt Quinn, GH's Safriko, Paradises Rafinesse und Ma Belle apasionada war ich mir noch nicht sicher, was ich tun sollte. Sie passten nicht mehr auf den Hof, aber ich hing doch sehr an jedem von ihnen. Gerade Belle hatte ich ja noch gar nicht so lange in meinem Besitz. Hollywood Undead, Orfino, Dark Misery, Fair Prince, Sahira, Hadeeh, Slaters Secret, Little Miss Sunshine, Sharley, Golden Flair, Walk of Fame und Melody's Girl lag der Umzug ebenfalls am Alter. Der Mix San Salvador machte mir zur Zeit Sorgen. Er hatte hohes Fieber und stand mittlerweile sogar in Quarantäne. Der Tierarzt machte mir nicht allzu viele Hoffnungen. Und falls sich der junge Hengst erholte, würde er wohl nicht mehr im Sport mitmischen können. Mein Flaschenfohlen Everybody's Darling litt an der gleichen Krankheit wie Salvador, nur dass es ihr noch wesentlich schlechter ging. Bei ihr rechnete ich schon nicht mehr damit, dass sie sich noch erhohlen würde. Fallen Immortaliny und Adina De Ra'idah waren für das hektische Gestütsleben einfach nicht gemacht. Sie waren unzufrieden und sollten deshalb in ein ruhigeres Heim umziehen. Ich macht Haken und Kreuze, schrieb neue Listen, teils mit, teils ohne Fragezeichen dahinter. Schließlich war ich soweit, dass ich nur noch die Pferde auf einer Liste hatte, die definitiv bleiben sollten.
      Inzwischen war die Morgenfütterung vorbei und ich trat hinaus auf die Stallgasse, um alles über das Training der Vollblüter zu erfahren. Pawaneeh, Ghostbuster, Tschiwabschischi und El Racino waren heute ein Trainingsrennen gegeneinander gelaufen, was anscheinend auch hervorragend geklappt hatte. Es überraschte mich nicht, dass der ehrgeizige Racino als Sieger daraus hervorgegangen war. Für Pirate Island, Ace of Spades und Backup hatte heute nur leichtes Galopptraining stattgefunden, während Kagami El Assuad und Success Story xx alles hatten geben dürfen. Die Fohlen der beiden waren mittlerweile fast zwei Jahre alt und bereiteten mir täglich mehr Freude. Kagami und Story waren wieder ganz die Alten und gaben auf der Bahn alles. Auch wenn sie eigentlich nicht mehr aktiv im Galopprennsport liefen, brauchten sie das schnelle Training auf der Bahn ab und an einfach. "Sammy! Kagami war der absolute Wahnsinn!", rief Meg mit strahlenden Augen. Ihr Herz schlug vor allem für das Rennreiten und sie war völlig aus dem Häuschen gewesen, als ich sie schließlich auf die äußerst talentierte aber auch besonders schwierige Kagami gesetzt hatte. Ich grinste und zeigte ihr den erhobenen Daumen. "Bereit für die Vielseitigkeitsstars? Donald nimmt wie üblich Fantastic Fly und Brian Black Soul. Für die beiden steht heute Dressurarbeit auf dem Programm. Lasst euch nicht veralbern, die haben das Dressurtraining dringend nötig. Samuel nimmt Levistino und Meg Angels Fall First. Mit den beiden geht es heute mal wieder ins Gelände. Zieht euch warm an und wärmt die zwei gut auf, es ist verdammt kalt heute." gab ich meine Anweisungen. "Oh und Patrick? Du schließt dich mit Branagorn an. Du bist so weit und Branagorn passt auf dich auf.", sagte ich zu dem unerfahrensten Reiter in meinem Team. Der konnte sein Glück kaum fassen. Ich selbst schnappte mir die Cremellostute Samiyah und machte sie fürs Springen fertig. Sami war eine echte Diva, aber eine Sportskanone sonder gleichen. Ich packte mich dick ein und warf der Stute eine Fleecedecke über den glänzenden Rücken, bevor wir uns zum Springplatz aufmachten. Der leichte Nieselregen störte Samiyah zwar, doch da musste sie durch. Ich hatte gestern bereits mit meinem deutschen Reitpferd Pride & Prejudice trainiert, weshalb der Parcours noch aufgebaut war. Der schöne Schecke hatte seine Sache wirklich gut gemacht und ich erwartete von Samiyah dasselbe. Ich ritt die Stute im Schritt am langen Zügel um den Platz und ignorierte den schlagenden Schweif und die zeitweise angelegten Ohren. Sami war eine ausgemachte Zicke, wenn ihr etwas nicht passte und dieses Gehabe hatte uns bei schlechtem Wetter schon den ein oder anderen Turniersieg gekostet. Ich ignorierte es und wärmte Samiyah in aller Seelenruhe auf. Beim Angaloppieren buckelte die Stute, doch darauf war ich schon gefasst gewesen und saß tief im Sattel ein. Als ich das Tierchen endlich auf den ersten Sprung zusteuerte musste Sami sich konzentrieren. Immerhin sprangen wir hier einen Parcours auf S-Niveau. Das Gezicke wurde weniger und ich hatte endlich mein arbeitswilliges Stütchen unter mir. Sami flog über die Sprünge des Parcours, als wären sie überhaupt nicht vorhanden und riss bis auf die letzte Stange kein Hindernis. Ich klopfte ihr den feuchten Hals, sprang aus dem Sattel und führte sie zum Stall. Der Regen war stärker geworden, so würde Samiyah sowieso nicht trocken werden. Im Stall angekommen, befreite ich sie von Sattel und Zaumzeug, legte ihr ihre Abschwitzdecke auf und führte sie die Stallgasse auf und ab, damit sie abkühlte. Dann brachte ich sie in die Box zurück. Zwischenzeitlich standen auch Fantastic Fly und Black Soul wieder in ihren Boxen. Für Mahira, Unannounced Pleasure und Reminiscent Inspiration - die drei Jungspunde bei den Warmblütern - stand heute ebenfalls Dressurtraining an. Brian übernahm Pleasure, Donald Inspiration und ich selbst holte die Scheckstute Mahira aus ihrer Box. Meg und Samuel sollten später Glammy und Wild Lady Roxanne longieren und damit waren wir mit den Vielseitigkeitspferden dann auch schon durch.
      Nur neun Hengste gemischter Rassen sollten endgültig auf Hollybrook bleiben. Darunter war natürlich mein gliebter Traberhengst Damon's Dynamo. Er war gestern erster bei einem Gangturnier geworden und hatte sich daher heute einen freien Tag verdient. Mit den beiden Andalusiern Negresco und Ojos Azules arbeiteten Brian und ich zu Zeit an einem Pas de deux. Ich hatte vor in naher Zukunft beim Fohlenverkauf und auch auf Turnieren eine kleine Show aufzuziehen, wobei die beiden Hengste eine große Rolle spielten. Ich liebte meine Spanier und könnte mich niemals von ihnen trennen. Dann waren da noch die beiden Westernhengste Golden Indian Summer und Dissident Hawk. Bei ihnen hatte ich sehr lange überlegt, ob ich sie nicht in eine gute Zucht geben sollte, aber da ich auch zwei Paint Horse Stuten behalten würde und einfach an den beiden hing, durften sie bleiben. Auch der Berberhengst Amayyas hatte seinen festen Platz auf meinem Hof gefunden. Der Red Roan war immer noch schwer zu händeln und ließ außer Brian und mir keinen auf seinen Rücken. Er hatte allerdings so unglaublich viel Charakter, dass die Arbeit mit ihm viel Freude machte. Auch er sollte irgendwann in der Hengstparade mitlaufen, genau wie die beiden Araber Khamar al Sanaa und Shamal. Der Schimmel Khamar gehörte schon so lange zum festen Bestandteil des Hofes, dass all meine Mitarbeiter ihn abgöttisch liebten. Er war zwar auch temperamentvoll, aber wunderbar feinfühlig zu reiten. Bei Shamal musste man sich noch etwas mehr durchsetzen, doch der Hengst war trotz seiner ganzen Erfolge ja auch noch immer ein Jungspund. Zuletzt blieb mein Isländerhengst Intolerable Life. Bei ihm hatte ich lange überlegen müssen, ob ich ihn und seine Zwillingsschwester Fatimah behalten sollte. Allerdings waren die Zwillinge für mich etwas so Besonderes, dass ich mich nicht von ihnen trennen konnte. Sie waren die ersten Fohlen meines allerersten Zuchtpferdes. Zuletzt ging ich bei Hollybrook's Cheeky Jot vorbei. Der New Foresthengst hatte heute ebenfalls seinen freien Tag, bekam aber wie üblich seine Schmuseeinheit von mir.
      Als nächstes waren die verbliebenen Stuten an der Reihe. Donald, Samuel, Brian, Patrick und Meg kümmerten sich um die Westernpferde Arriba, My Golden Heart, The Morticains Daugther und Your possible Pasts. Da der Regen nachgelassen hatte, würden sie einen schönen ausgiebigen Ausritt mit den vier Stuten machen. Ich dagegen kümmerte mich in dieser Zeit um das Dressurtraining der Berberstute Pangäa, der Andalusierdame Cuchara und der Barockpintostute Benjilala. Die Dressurchracks liebten das Training und grade Cuchara war der unangefochtene Star im Stall. Als ich mit dem Training der drei Stuten fertig war, kamen auch die Westerndamen wieder auf den Hof zurück. Ich nahm Samuel und Brian Heart und Daugther ab und übergab ihnen dafür die Traberstuten Ehawee und Rainbow. Auch für sie stand ein schön langer Ausritt auf dem Programm. Nach kurzem Überlegen schickte ich Donald und Meg auf den Araberstuten Saddy und My lovely Horror Kid hinterher. Patrick wirkte etwas enttäuscht, aber keine der Stuten war ruhig genug, um sie mit ihm ins Gelände zu schicken. Ich winkte ihn heran. Die sechs verbliebenen New Forest Stuten Magical Moment, Aimiliani, Isola della Pirateria, Thousand Sunny, Naboo und Fairylike Facility sowie die Isländerstute Fatimah durften heute ein bisschen in der Halle laufen. Immer zu zweit, bzw Aimi, Magic und Fatimah zu dritt. Magic, Aimi und Sunny bildeten einen Teil meines Feenpferdchen-Programms mit ihren langen, wallenden Mähnen. Sie würden zusammen mit Fairy und Fatimah auch für Ausritte potentieller Gäste zur Verfügung stehen. Ich ging nun mit der Ministute Miniature America's Narnia ein wenig in den Round Pen, während Patrick Rumpelstielzchen und Darkwood's Storm Dancing Feather frei laufen ließ. Die Minihengste hatten schon einige Erfolge für sich verbuchen können und ich hoffte, bald schon die ersten Fohlen von ihnen auf dem Hof begrüßen zu dürfen.
      Nun fehlten nur noch die Pferde in den Nebenstallungen, also die, die noch nicht gekört waren. Ich setzte Patrick auf den dressurbegabten Welsh D Hengst Roi du Soleil, während ich selbst den Hannoveraner Incendio sattelte. Beide waren von ihrem Trainingsstand her bald soweit, eine Körung zu bestreiten. Die Hannoveranerstuten Lamira und Cassidy brauchten dagegen noch ein wenig. Mit ihnen gingen wir heute eine Runde um das Gestüt spazieren, was bei dem Herbstwetter, wo alles raschelte und zappelte, eine ganz schöne Herausforderung war. Sowohl Lamira als auch Cass waren nämlich nicht unbedingt nervenstark. Als wir die Stuten gerade wieder in ihre Boxen brachten, kamen die ziemlich durchgefrorenen Geländereiter wieder zurück. "Bitte, bitte schick uns nicht gleich wieder raus. Ich brauch nen Tee!", sagte Samuel bibbernd und rutschte aus dem Sattel seiner Stute. Im Gegensatz zu meinen Mitarbeitern machten die Stuten einen recht munteren Eindruck. Gerade Horror Kid sah überhaupt nicht aus, als hätte sie sich anstrengen müssen. "Keine Sorge, wir sind schon durch. Fehlen nur noch die Babys. Aber versorgt ihr erstmal eure Pferde und wärmt euch auf. Patrick und ich nehmen solange Prada und Ljósfari mit.", beruhigte ich sie grinsend. Gesagt getan. Patrick holte die Criollostute, die mit vollem Namen PFS' Devil in Prada hieß und ich übernahm den Isländerhengst GE's Ljósfari. Die beiden wurden zur Zeit schonend eingeritten, doch heute stand nur ein kleiner Spaziergang an. Im Gegensatz zu den Hannoveranerdamen blieben die beiden aber vollkommen ruhig. Grade Prada war ein absoluter Fels in der Brandung und ich freute mich schon, sie und Arriba auf schöne lange Ausritte mit Gästen des Gestüts zu schicken.
      Die Ministute Porcelain Doll hatte heute frei, da sie gerade eingefahren wurde und gestern gewaltige Fortschritte gemacht hatte. Genauso verhielt es sich mit der Welsh B Stute Siberia und dem Paint Horse Grace's Cookie 'n Cream. Nun blieben nur noch die "Fohlen" übrig. Das waren die fast dreijährigen PFS' Daydream of Money, PFS' Arctic Alinghi und PFS' Glenn's Cookie und die fast zweijährigen Picturesque Diova, Kazumi Princess el Assuad, Successful Dream, PFS' Isis und PFS' Beck's Little Diva. Für Princess und Dream würde es bald ernst werden, da sie in die Fußstapfen ihrer Mütter treten und auf der Rennbahn großes vollbringen sollten. Die anderen hingegen hatten noch eine Weile Ruhe, da ich meine Pferde erst vierjährig einritt. Dafür standen Schrecktrainings, Spaziergänge und Gehorsamkeitsübungen an. Als alle Pferde wieder gut versorgt in ihren Boxen standen, eröffnete ich meinen Mitarbeitern meine Pläne. Die Reitponystute Cinnemont's History war sogar vor einigen Tagen schon zu Occulta umgezogen, was viele überrascht hatte. Normalerweise trennte ich mich so gut wie nie von meinen Pferden, da kam dieser Rundumschlag doch sehr überraschend. Wie erwartet wurde viel Protest laut, Meg fragte sogar, ob sie die Araberstute Melody's Girl nicht kaufen konnte. Doch ich schüttelte den Kopf. Melody war krank und Meg hatte nicht das Geld, um sie ordentlich zu versorgen und hätte ich es, hätte ich die schöne braune Stute behalten. Die anderen sahen abwechselnd zwischen Meg und mir hin und her. Wir hatten uns noch nie gestritten und waren selten nicht einer Meinung gewesen. Dies war das erste Mal, dass Meg zu spüren bekam, dass der Hof mir gehörte und nicht ihr. "Meg, glaub mir, das fällt mir auch nicht leicht. Aber ich habe alles durchgerechnet und so geht es nicht weiter", setzte ich an, doch Meg drehte sich einfach um und ging. Die anderen sahen ihr bestürzt hinterher. "Die kriegt sich schon wieder ein. Mach dir keinen Kopf Sammy. Wir verstehen das alle.", sagte Samuel leise. Dennoch blieb ein bitterer Nachgeschmack.
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  • Album:
    Ranchpferde
    Hochgeladen von:
    Sammy
    Datum:
    1 Jan. 2019
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  • PFS' Devil in Prada
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    Spitzname: Prada
    [engl.: "Teufel in Prada"]

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    ~ Abstammung ~
    Von:
    Drømmer om Død
    V: Slush
    VV: Thraw
    MV: Frosting

    M: Ink and Feathers
    VM: Illusive
    MM: Familar Charms

    Aus der: Piroschka
    V: Tape Isidoro
    VV: Tape Lombardo
    MV: La Voliera Cuaná

    M: La Amanecida Juanita
    VV: Soné Lezán
    MV: La Amanecida Sièste


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    Rasse: Criollo
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 15. Februar 2014
    Stockmaß: 1,50m
    Fellfarbe: Porzellanschecke | Grey (Black) Splash
    Gencode: EeaaGgSplSpl
    Kopfabzeichen: ///
    Beinabzeichen: ///

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    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Devil in Prada ist eine junge Criollostute, die sofort durch ihre auffällige Fellfärbung und die strahlend blauen Augen besticht. Bei Prada ist der Name nicht Programm. Sie ist absolut liebenswert, freundlich und nervenstark. Prada ist sehr neugierig und freut sich über neue Aufgaben. Sie will beschäftigt werden. Dabei diskutiert sie ab und an auch, denn Prada hat einen Dickschädel. Selbst in ihrer Sturheit ist Prada aber immer umsichtig auf ihren Reiter bedacht. Sie bleibt eben einfach stehen, wenn ihr etwas nicht passt.
    Nachdem Prada einen Großteil ihrer Fohlenzeit auf Hollybrook Stud verbracht hat, wird sie nun allmählich eingeritten und später auch auf Western- und Distanzturnieren vorgestellt.

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    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: Occulta
    Ersteller: Occulta
    Vkr: Occulta

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    ~ Qualifikationen ~
    Western: S***
    Distanz:
    E
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    ~ Schleifen ~
    SK[464] - Alle Stuten
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    1. Platz beim 466. Westernturnier
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    3. Platz beim 470. Westernturnier
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    3. Platz beim 474. Westernturnier
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    3. Platz beim 480. Westernturnier
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    2. Platz beim 281. Westernturnier
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    2. Platz beim 483. Westernturnier (1. Auslosung)
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    2. Platz beim 487. Westernturnier
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    3. Platz beim 489. Westernturnier
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    491. WE
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    493. WE
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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig: Ja
    Nachkommen: /
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    Hintergrund by Samarti! ♥
    Offizieller HG