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sadasha

Pendragon

Decktaxe: 535 J.

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Pendragon
sadasha, 12 Jan. 2016
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    • sadasha

      Nicht datierte oder alte Pflege-, Tierarzt und Hufschmiede-Berichte

      Ein weiterer Wagen fuhr auf den Hof. Das Kennzeichen verriet mir, dass es Miri sein musste; schließlich lebte meine Schwester nicht in Dortmund, sonder in Antwerpen. Ungeduldig wartete ich darauf, dass Miri endlich ausstieg. "Miri!", ich begrüßte sie mit einer Umarmung. "Schönen Tag dir auch, Cata!", erwiderte sie und friemelte ihre Haare flink in einen Pferdeschwanz. "Also?" "Du bist ungeduldig wie ein Jungspund." Ich verdrehte die Augen und wartete darauf, dass sie nun die Luke öffnete. Der Hengst trug eine Transportdecke und -gamaschen, und trippelte langsam auf mich zu. Der mehr als nur verschmuste Braune ließ sich ohne weiteres streicheln und begutachten. "Ist das Pendragon?", fragte Clark. Seine Hose war etwas strohig. "Genau." Miri beachtete uns nicht. Sie klopfte stattdessen dem Pony auf die Flanke und fuhr schweigend ab. Das liebte ich so sehr an ihr. Immer diskret, aber unglaublich sympathisch. "Ich habe das Gefühl, als würde der Name nicht zu ihm passen." "Ich weiß.", kicherte ich. "Ich habe ihn ausgesucht. Als Kontrast, kann man so sagen." Da der Name Pendragon aus dem Keltisch/Walisischen stammte und in etwa mit 'Land des Drachens' übersetzt werden konnte, war das ein sehr starker Kontrast. Denn wie der Hengst jetzt zeigte, als ich ihn auf die Weide führte, wirkte er eher scheu, aber verschmust. Sobald er mitbekam, dass auf der anderen Seite des Zaunes Stuten standen, trabte er direkt auf das hölzerne Hindernis zu. Etwas verwirrt schritt er daran auf und ab, hob den Kopf und drehte sich, konnte aber leider keinen Kontakt mit den Stuten machen. Grinsend pfiff ich das Pony zu mir und reichte ihm einen Apfel. Den fraß er gemächlich auf und rieb dann sein Maul an meinen Fingern, um weitere Leckereien zu kriegen. "Nein, nicht mit mir!", erwiderte ich und drückte ihn weg.

      •••

      Das Leben genießen
      Um sieben Uhr heute morgen kamen Handwerker und die Glaser. Es hatte zweieinhalb Tage und viel Überredenskunst gekostet, sie aufzutreiben nach dem Sturm. Da Clark okkupiert war (erst hatte er die Pferde auf die Weide bzw die Jungpferde auf den Paddock geschickt, da die Fohlenweide und die Stutenweide in Mitleidenschaft gezogen wurden, und jetzt machte er den ganzen Stalltrakt sauber), zeigte ich den Schotten, was kaputt waren. Gegen zehn wäre alles repariert, da sie gleich einfach mal alles kontrollieren wollten. Kurz darauf erschien dann auch der Lieferant. Futter in die Kammer, Lederfett, Pads, winterfeste Decken und Gamaschen in die Spinde. Puuh. Clark häufte derweil das ganze alte Stroh auf einen Haufen, und ich wollte mich währenddessen um die Fohlen kümmern.

      Delyx und Tigrotto spielten munter miteinander, Tomenko stand – wie immer – etwas abseits, schien aber recht amüsiert davon zu sein, wie die Fohlen herum tollten. Meyja, Benny und Grace lagen auf dem Bauch. Besorgt ging ich erst auf Benny zu. Doch als der dann mit etwas Mühe aufstand und sich von mir inspizieren und streicheln ließ, atmete ich beruhigt aus. Ich schnappte mir die drei Fohlen und schickte sie dann in den Round Pen. Mittels eines Gymnastikballes konnte ich sie dann für eine halbe Stunde unterhalten. Danach kamen sie zurück auf den Paddock. Weiter ging es mit Benny. Den wollte ich heute noch etwas trainieren, doch vorher führte ich das alte Kaltblut zum Putzplatz. Der Strohhaufen türmte sich schon auf Höhe des Tores, und interessiert schnupperte der Wallach daran. Ich schob ihn zur Seite, danach musste ich sein Fell ordentlich putzen. Der Dreck war richtig in sein Fell eingearbeitet, und mir tat anschließend das Handgelenk weh. Danach half ich Clark dabei, das Stroh wegzubringen, um danach direkt in die Sattelkammer zu gehen und ein Pad für den Dicken zu holen. Ich war ihn noch nie geritten, und wollte es heute einmal probieren. Und da der Arme keinen Sattel tragen konnte, war das für uns beide nur ein Schonprogramm. Mittels Clark saß ich dann auf und folgte dem geteerten Weg zum Round Pen. Dort angekommen, schnaufte er schon wie ein alter Motor, daher gab es nur einige Runden im Trab und ein paar Galoppsprünge. Somit entließ ich ihn und schnappte mir dann Grace und Meyja. Ich hatte ein Doppellongenset bestellt, dass ich mit den beiden ausprobieren wollte. Dabei musste die zierliche Isländerstute innen laufen, da Grace mehr Feuer im Hintern hatte. Doch ich musste die beiden erst einmal daran gewöhnen, zusammen zu laufen. Grace war die Alphastute und somit nicht wirklich angetan von der Idee. Obwohl sie kaum Probleme mit Meyja hatte, wollte sie das Tempo vorgeben. Mehrmals musste ich sie daher bremsen, und nach etwa zehn Minuten trabte sie auf dem Hufschlag, und die braune Isländerstute trippelte neben ihr her. Nach einem Wechsel und weiteren Runden lobte ich sie und sie durften auf die Weide. Weiter ging es mit Middle Ages. Grazil trabte sie auf mich zu, als ich sie her pfiff. Mit ihr wollte ich auch im Round Pen arbeiten, danach – da es schon kurz nach halb zehn war – wollte ich bei den Handwerkern nachfragen und nach Clark sehen. Die Stute war recht sauber. Mit voller Reitmontur schickte ich sie an die Longe. Ohne Peitsche, denn die Traberin wusste sofort, was ich von ihr wollte. Einmal an dem Baumwollseil gezupft, lief sie schon los. Kopf hoch erhoben, hielt sie auch die Beine recht hoch, als wolle sie staken. Daher nahm ich etwas von der Spannung, gab die Hand immer wieder an, sodass sie etwas ruhiger traben konnte. Gelegentlich legte sie die Ohren an, da sie wohl auch galoppieren wollte. Ich gewährte ihr ihren Wunsch. Einmal kurz wiehernd, sprang sie sofort an und preschte los. Wenig später parierte sie, um im Leichttrab zu äpfeln, danach galoppierte sie wieder an, und blieb dann stehen. Sanft stubste mich die Scheckstute an. "Nein, jetzt ist erst einmal Pause, heute Nachmittag gehts weiter.", bestimmt führte ich die gesattelte Stute zum Paddock. Abgesattelt und ab ging es. Danach schaute ich nach Clark. Der sattelte gerade Black Lemontree. "Ich will mal mit ihm ausreiten. Darf ich?", ich nickte nur. Der Stall war sauber. Mit Topas' Comtesse am Strick ging ich nun die Handwerker suchen. Die rauchten sich eine und quatschten. "Wir rauchen die nur zu Ende, danach schauen wir uns die Weidezäune an.", sagten sie, als ich sie fragte, warum sie nur rumstünden. Achselzuckend schnappte ich mir dann noch den Berber, um mit ihnen spazieren zu gehen. Aldaire und Topas ignorierten sich in aller Ruhe, und der Hengst schien sich doch sehr mit dem Gras zu begnügen, das am Wegesrand wuchs. Topas hingegen lief einfach nur neben mir her. Eine halbe Stunde stromerten wir über die Wiese zurück zum Hof. Dann putzte ich die beiden noch, ehe ich sie wieder auf die Weide/auf den Paddock stellte. Auch Clark war schon sehr fleißig. Nach Blacky kam er nun mit Meyja zurück. "Hast du die beiden gleichzeitig bewegt?" "Meyja ging als Handpferd." Nickend winkte ich den Handwerkern zu, die nun wegfuhren.
      Es war elf Uhr. Nach einer entspannenden Dusche zog ich nun zur letzten Stute. Clark longierte derweil Dornund hatte einige Probleme mit dem dominanten Hengst. Bevor ich die Stute also aufsattelte half ich Clark damit, den Hengst an der Longe zu halten. Danach fing ich Steel Heart vom Paddock und putzte sie. Ganz ruhig war sie – ungewohnt war es doch, als ich sie ohne Probleme satteln konnte und dann mit ihr in der nun reparierten Halle reiten konnte. Es gab aber nur Trabrunden, denn nach dem letzten Mal wollte ich nicht unbedingt mit ihr durch die Halle jagen. Doch sie stellte sich ganz gut an, wirkte konzentriert und nahm meine sanften Hilfen sehr gut an, und stolperte einmal. Es folgte eine Pinkelpause, dann trabte sie wieder an und wir konnten weitermachen.

      Zwei Stunden später waren alle Pferde ausreichend bewegt. Pendragon durfte zusammen mit dem Neuankömmling Nummer eins, HGT's Enjoy Nature, die Halle unsicher machen. Der Quarter Hengst war nicht die einzige Errungenschaft. Ein weiteres Westernpferd war auch mit von der Partie. Denn jetzt stand ich mit Verena in der Halle und begutachtete, wie die beiden Braunen sich beschnupperten und jagten. Und auch das neue Fohlen, Wild Berry, war doch aufgetaut. Das erste Fohlen von der Powertunte wurde direkt für mich reserviert und als er die anderen Pferde sah, stieg er und wieherte keck. Der kaum ein Jahre alte Junghengst schien sich aber mit Enjoy doch sehr gut zu verstehen, wenn der große Hengst ihm wohl doch noch sehr zu wider ist. Verena versicherte mir, bei dem Training – sprich dem Einreiten und den ersten Westernlektionen – mir zu helfen. Solange ich nur mal wieder nach Kanada fliegen würde. Grinsend winkte ich ab, denn jetzt kamen schon die ersten ungeduldigen Anrufe von Annabell und Stefanie.

      •••

      Little Miss Universe versus Toretto Hill

      Es war kurz nach sechs Uhr. Frisch angezogen war ich gewappnet für den heutigen Tag. Aus der Küche entstieg ein himmlischer Duft, eine Kombination aus gebratenem Speck und Quittenmarmelade. Maxine, die stets gut gelaunte Köchin und Reiterin, hatte ein Frühstück daher gezaubert, dass einem Königsmahl gleichte.

      Die Olsens lebten nun seit drei Monaten hier. Fast zeitgleich war auch Clark ausgezogen. Es gab noch sehr viele Veränderungen und Schicksalsschläge. Benedick war seinem hohen Alter und den Auswirkungen seiner Kolik erlegen, und auch Fire's Grace hatte das Zeitliche gesegnet. Äußerst betrübt hatte ich fast alle Pflichten vernachlässigt, bis Danielle ordentlich auf den Putz gehauen hatte.
      Maxine und August waren die Oberhäupter der Olsens. Die beiden waren äußerst liebenswürdig, flexibel, hatten aber auch ihren eigenen Kopf. Während August sich auf die Berber fixierte, wollte Maxine sich einfach um alle Pferde kümmern. Collin und Danielle waren noch Schüler. Collin hatte Interesse am Westernreiten, Danielle wollte mir unbedingt meine DRPs abluchsen. Kein Wunder; Arcany und Pendragon haben es ihr angetan. Nur von dem sieben Jahre alten Mick konnte man nichts erwarten. Die Pferde waren einfach zu groß.

      Schon um sieben Uhr standen alle auf ihren zugehörigen Weiden. Collin und August wurden mit der unseligen Aufgabe beauftragt, die Boxen sowie den Stalltrakt zu putzen. Maxine kümmerte sich um die Futter- und die Sattelkammern. Und währenddessen packte ich mit Danielle eine Tasche für das Wochenende. In der Nähe gab es eine Ausstellung einer für mich sehr interessanten Ponyrasse. Pony of the Americas hieß die noch junge Rasse. Danielle, Maxine, Mick und ich wollten daher nach Cardiff fahren. Gut, Cardiff war nicht unbedingt 'in der Nähe', aber nach Amerika fliegen? Kam für mich nicht in Frage.
      „Kann ich dann ein Pony kriegen?“ Dani schwärmte seit Tagen von der sehr hübschen und vielfältigen Rasse. Mit einem kleinen Lachen zuckte ich mit den Schultern. „Wenn du dann das Futter und den Tierarzt selber bezahlst, werde ich sehen, was sich machen lässt.“ Ihre grauen Augen strahlten förmlich, als sie von ihrem zukünftigen POA träumte und sich ausmalte, mit ihm (oder ihr?) Turniere zu gewinnen.

      Tigrotto und Mick waren ein Traumpaar. Zu schade, dass der Junge irgendwie Angst vor ihr hatte. Aber wie er auf ihr ritt war einfach nur göttlich. Wie ein zu klein geratener Prinz saß er auf dem Longierpad und hielt sich an dem -gurt fest. August strahlte, als er mit der Stute und seinem Jüngsten im Schlepptau über den Platz stoppelte. „Oh nein, ich glaube, so wird das nichts.“, gibbelte Maxine. Die Französin aus Lyon hielt sich den Bauch und schaute teils verwundert, teils bewundernd ihren Sohn an, der mit einem glücklichen Lachen auf der AMH-Stute herumhüpfte. „Aber so kann Tigrotto sich an das Gewicht von Kindern gewöhnen.“ „Aber nicht mit Mick!“, gestand Collin sich ein. Der war etwas verstroht und hustete. Brüderlich legte er einen Arm auf Danis Schulter, die diesen sofort herunterschob. „So, wenn Tigrotto bewegt wird, möchte ich mit Danielle gerne die Ponys unterhalten. Collin kann auf Corry ein bisschen Dressurarbeit leisten und Maxine-“ Maxine wusste Bescheid. Die Dame kam mit Pünktchen und Pashmina gut klar.
      Danielle und ich machten Arcany und Steelheart für einen kleinen Ausritt in die Wälder bereit. Die Füchsinnen verstanden sich prächtig. Während des Sattelns unterhielten sie sich lautstark und stubsten sich an. „Worauf musst du achten, wenn du mit Steel arbeitest?“ „Konkretes und langsames Befehlegeben. Es lieber ruhiger angehen lassen, damit sich keiner überanstrengt.“, berichtete sie und band ihre langen Haare geschickt zusammen. Manchmal konnte man regelrecht auf die 15jährige eifersüchtig sein. Nicht nur auf ihr Haar, sondern auch auf ihre Naivität, die sie doch häufig an den Tag legte. Wie zum Beispiel vor einer Woche, als sie achtkantig von Pünktchen abgeworfen wurde. Der gute Herr ließ sich von nicht jedem unterbuttern. Die beiden Ponystuten hingegen waren brav wie Lämmer, als wir im Trab an die viereinviertel Kilometer hinter uns brachten und gelegentlich für Fotos anhielten.
      „So, und jetzt?“ Ich nahm mich der beiden Stuten an und schickte Dani los zu Pendragon. Gemeinsam mit Collin auf Corry Crackergab ich ihnen eine kleine Reitstunde. Corry wirkte sehr ehrgeizig, seinen Mitstreiter zu übertrumpfen. Das artete etwas aus, sodass ich wohl oder übel mit ihm über den Platz ging, Seite an Seite. „Wenn er sowas noch mal abzieht greifst du die Zügel auf und treibst ihn voran, verstanden?“, rief ich Collin zu, der mit angestrengtem Gesichtsausdruck nickte und dann verbissen dreinblickte. Die restliche Stunde verlief sehr gut, auch der Galopp saß wie angegossen. Auch wenn Collin ein wenig im Sattel hüpfte...
      Monster Delusion durfte nur leicht vom Boden aus bewegt werden. Seine Fesseln waren dick und glühten wie Feuer. Doch nach einer halben Stunde vermehrt im Schritt konnte er im Trainingsstall seine Box mit Paddock beziehen. Direkt neben Pünktchen. Der hübsche Knabstrupper hatte erste Erfolge in der Dressur und auch auf Turnieren erlangt und bewies Köpfchen, wenn es um das Abluchsen von Naschereien ging. Leider bekam ich in der letzten Zeit häufiger Anfragen, den Hengst zu verkaufen. Zuerst war ich entrüstet, doch nach und nach schickte ich einfach eine simple Ablehnung, niemals würde ich den Onkel verkaufen wollen! Onkelchen triezte mich gerade. Für ihn ging es auf das Wasserlaufband. Nachdem er sich aus unerfindlichen Gründen die Fesselgelenke aufgekratzt hatte – die Weide war giftpflanzen- und distelfrei, sorgte die therapeutische Maßnahme für eine Leistungssteigerung. Er wirkte allgemein fitter und schien Spaß am Laufen im nassen Element zu haben, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass er immer noch angeschlagen war.
      Pashmina stieg konzentriert über einige Stoffstangen. Genauso konzentriert blicke Maxine drein, als diese das Berberfohlen über die Hindernisse geleitete, manchmal das Stutfohlen antrieb oder lenkte. „Und?“, mit den Armen verschränkt auf der Bande, wollte ich die alles entscheidende Antwort haben. „Nö. Bei mir klappts auch nicht so ganz.“, erwiderte die Französin. Schade, dass Pasha keine Seelenverwandte in ihr gefunden hatte. In wem könnte der passende Reiter für das Fohlen stecken? Das plagte mir so manche Bauchschmerzen. „Kannst du mir dann noch bei Daryl helfen?“

      Passend zum Start der sechsten Staffel The Walking Dead vergangenen Montag hatte der Vollbluthengst benannt nach einem der Hauptdarsteller sich doch noch an mich und August gewöhnt. Daryl sorgte auch so schon genug für Aufregung. Er ließ sich mittlerweile auch reiten – ohne Gerte oder andere Pferde in der näheren Umgebung, aber es klappte immerhin. Einen passenden Sattel gab es für den feinen Herren nicht. Ein Reitpad und ein modifiziertes gebissloses Zaumzeug taten es aber, und man konnte an der Vertrauensbasis anfangen. Die bestand hauptsächlich aus ganzen Runden und einigen Zirkeln. Zu viel Einwirkung auf das Maul fand er nämlich auch nicht so töfte; der Kopf wurde hoch gerissen und man blieb direkt stehen und verweigerte jegliches Weitergehen. Doch mit gutem Zureden und Pfefferminze schaffte man es bei ihm eine vernünftige und sogar ansehbare Runde im Trab hervorzuzaubern.

      Genauso zauberhaft war das Zusammenspiel zwischen Aldaire und seinem weiblichen Partner in Crime Numidia – ein Herz und eine Seele. Die beiden schmusten am Putzplatz miteinander herum, umgarnten sich und brummelten sich verliebt an. Aus den beiden würden wunderbare Fohlen entspringen, mit genauso sahnebonbonfarbenen Augen und dem verträumten Blick. Im Round Pen an der Doppellonge zeigten sie, aus was für einem Holz sie geschnitzt waren. Was Holz angeht kenne ich mich ja nicht aus, aber bei ihnen war es etwas Edles, Standhaftes und Biegsames. So etwas wie Bambus, nur nicht...in..grün...Der raumgreifende Trab und die schwungvollen Bewegungen wahrten das Antlitz meines stolzen Paares, und jetzt verstand ich, warum diese Rasse mit den Arabischen Vollblütern gekreuzt wurden, um neue, genauso edle Rassen hervorzubringen. Als sie angaloppierten, stürmten sie praktisch durch den Sand, als wären sie in ihrem Heimatland Marokko und nicht in England, wo die feine britische Art existierte. Mehr als nur zufrieden mit der Leistung meiner Pferde gab ich dem inneren Druck nach, mit der Tasche zum Auto zu gehen. Ein finaler Abschiedsgruß und -kuss von meinen Schätzen – und ab ging es nach Cardiff!

      European Ponys Of The Americas Association – Cardiff 12th to 15th October 2015

      Mehrere der rot-weiß gefärbten Banner mit der schwarzen Aufschrift wiesen uns auf dem Eventgelände den Weg. Mit unseren Weekcards hatten wir Zugang zu sämtlichen Shows und Vorstellungen. Auch an einigen Auktionen und Verkäufen konnten wir teilnehmen. Danielle und Mick machten sich zu den Kinderaktionne auf, während Maxine und ich uns die Informationsstände unter die Lupe nahmen.

      Mit einer erfolgreichen Züchterin aus Texas geriet ich in ein sehr schönes Gespräch über den Nutzen von POA's. „Mir ist es bei ihnen nicht unbedingt um das Fell wichtig. Klar, die permanent papers sind ein Muss, aber ich weiß nicht, wie groß die Kriebelmückenpopulation bei uns ist.“, erklärte ich der Züchterin. „In England, Richtung Küste hin ist die Wahrscheinlichkeit eher gering. Hier im Inland würde ich nicht unbedingt halten wollen.“ Die Frau erzählte uns von der Plage aus 2013, in der sie fast zehn Tiere einschläfern lassen mussten. Zwar reagierten sie nur allergisch, aber ihre Jungstuten hatten einen allergischen Schock erlitten, der sie für die Zucht und die Nutzung als Reitponys unnütz machte. Es klang brutal, aber das Geschäft mit und um das Pferd war in Amerika und England so brandaktuell wie das Flüchtlingsdilemma in Deutschland, Österreich und Co. „Es ist halt leider so, dass hier in England kein Verband für unsere Ponys existiert. Registrierte Tiere gibt es leider keine.“, sagte die Frau mit traurigem Lächeln. Registriert bedeutete prämiert oder gekört, und 'normale' Ponys gab es nur an die zwanzig. Schließlich musste jedes eingebrachte Tier von einem fremden Kontinent eingetragen werden. „Ich will Sie nicht bedrängen, die Zucht hier zu mobilisieren, aber bedenken Sie nur: in Deutschland gibt es 350 Ponys of the Americas! Und alle im Zuchtverband, das ist eine der höchsten nicht amerikanischen Zahlen weltweit!“, sie grinste triumphal. Ich lächelte eher bedeckt, als sie mir weitere Zahlen und Fakten vorlegte und dann noch auf ihre Verkaufsaktion heute Nachmittag hinwies. Ich bedankte mich, aber insgeheim überlegte ich es mir doch noch drölfmal, dort wirklich ein oder zwei Ponys zu erstehen.

      „Guck mal, die Fohlen!“ Wie Kinder zur Weihnachtszeit strahlten Mick und Dani. Und wirklich; die Fohlen, die auf ihrer kleinen Weide standen und toll herumspielten wollte ich mich am liebsten dem Drang hingeben mich zu ihnen zu setzen und sie zu knuddeln. Unauffällig beugte ich mich zu Maxine vor und wisperte ihr ins Ohr: „Ich denke, so ein Pärchen wäre doch gar nicht so schlecht, oder?“, doch die machte nur schnell pschhh!

      „Wirklich?!“ Mick gab Dani ein Babyhighfive und lachte glücklich. „Oh je, was habe ich nur angestellt?“, fragte ich hypothetisch, als die Kinder mich von einem Halter zum nächsten zogen, auf der Suche nach dem perfekten Paar.
      *
      „Little Miss Universe!“ - „Nein, Toretto Hill!“ „LITTLE MISS UNIVERSE!“ „NEIN, TORETT-“ Rasch mutete ich die Kinder mit einer Hand auf ihren Mündern. „Ruhe! Die Armen sind doch schon total verängstigt!“ Das war eine Lüge. Die beiden Kinder fanden die beiden Ponys total spannend. Little Miss Universe, eine braune Stute mit Spotted Blanket hatte einen sehr lieben, schüchternen Blick drauf, der zusammen mit Toretto Hill, einem Grauschecken, einfach nur wundervoll aussah. Toretto wirke schon eher wie ein wacher und neugieriger Hengst, der ohne Scheu von Mick gekrault wurde.

      Später, am Ende des Tages, ließ ich mir heimlich die Nummer der Besitzerin geben, um über das Paar zu verhandeln.

      Springen E-A
      Pendragon, A-Springen

      Doch statt mich dem weiterhin zu stellen, nahm ich mir Pendragon an. Der Ponyhengst stand in seiner Box neben Benny. Clark und Hansi waren auch in dem Trakt. Die Stimmung war sehr merkwürdig und kalt, als die beiden Männer Seite an Seite die Boxen ausmisteten und neues Futter und Wasser verteilten. Ich wollte Hansi nicht weiter ansprechen und schnalzte laut. Der Braune war so zutraulich, als ich ihn putzte und dann auf den provisorischen Springplatz führte. Neben zwei Hecken und einer Mauer gab es nur noch Sprunggatter und Stangen. Ich stubste den Hengst an, als ich die Springglocken anlegte und dann den Sattel gerade zog. Mit einem Blick gen Himmel stöhnte ich auf. Bereits jetzt zogen dunkle Wolken auf. "Na, dann beeilen wir uns, was, Champ?", sprach ich nun den Braunen an und zog mit ihm auf den Platz, wo wir trabten und galoppierten, damit er aufgewärmt war. Der Hengst war gut auszusitzen und besaß feine Gänge. Die Cavaletti bei B waren kein Hinderniss für den Kleinen. Dafür, dass er mit genau 3 eingeritten wurde – wer das auch immer machte, war mir fraglich -, konnte er gut auf meine Befehle und Anforderungen hören und hüpfte über die Bodenstangen auf der Mittellinie. Das wiederholten wir einige Male, bis wir uns weiter nach oben arbeiteten. Zuerst ging es nur über die Hecken und die Stangen, damit er nicht erschrak, sollte er festen Grund unter den Hufen spüren. Das Pony hatte wirklich Talent zum Springen, und so verging eine halbe Stunde, in der wir sogar über die Gatter gingen. Die Mauern waren ihm wohl suspekt. Er drehte den Kopf nach außen wenn er auf sie zu gehen sollte. Deswegen trabte er anschließend locker ab, parierte durch und blieb vor der Hecke bei G stehen und zupfte an den Plastikblättern herum. Ich trieb ihn zurück, stieg ab und band die Steigbügel hoch. Für heute war es das.
      Mai 2015

      Springen A-L
      Springen A auf L
      Pendragon, L-Springen; Dorn, L-Distanz; Blacky, A-Distanz; Meyja, L-Dressur; Enjoy, Bodenarbeit


      Morgendunst lag noch auf den Feldern. Kaum sechs Uhr. Ich ließ mir heute keine Zeit, länger zu schlafen. Denn Clark würde morgen abreisen. Sein erstes Theorieseminar zur Ausbildung zum Pferdetrainer stand kurz bevor, und ich wollte, dass er mir heute beim Training von Pendragon, Benny und Dorn half. Ein ganzes Stück Arbeit. Nebenbei wollte ich aber auch noch Blacky, Meyja und Enjoy trainieren. Der junge QH-Hengst sollte noch nicht eingeritten werden, aber Bodenarbeit war essenziell wichtig für seine Ausbildung. Eventuell, so dachte ich gerade, als ich in die Küche ging, würde ich Clark einfach auf den Isländer mit drauf setzen, damit der gleichzeitig mit Dorn etwas trainiert werden könnte. In der Reitstube brannte schon Licht. Der Walise trank eine Tasse Kaffee und nickte mir zu. "Nicht sehr gesprächig, wie?", fragte ich lächelnd. Über die letzten Wochen hatte er einige Brocken Deutsch gelernt. "Was soll ich in Leeds?" "Deine Ausbildung anfangen. Damit du mir beim Training helfen kannst, natürlich!", erwiderte ich und scheuchte ihn direkt nach draußen. "Kontrolliere bitte den Springplatz. Ich mach uns kurz Frühstück. Würdest du dann auch noch Pendragon aus der Box holen?" Der junge Mann grummelte. Er hatte wohl auch einen schlechten Tag. Nun ja, ich nicht wirklich, aber da Sarah mich schon um halb sechs angerufen hatte wegen ihrer Hochzeit, war ich etwas groggy. Anstatt ein ausgewogenes Frühstück herzubereiten, belegte für uns beide zwei Knäckebrot und stiefelte dann in den Stall.

      Pendragon war bereits angebunden, von Clark fehlte jede Spur, bis er sich von der Seite näherte und er sein Brot nahm und auf aß. "Wie viele Pferde willst du heute trainieren?", wollte er wissen. Er rieb sich die Krümmel von der Lippe und verschränkte die Arme. "Fünf mindestens. Topas würde ich auch noch gerne irgendwo reinschieben. Und ich muss für morgen eine neue Box vorbereiten." "Schon wieder ein neues Pferd?", er stieß einen Schwall Luft aus. Ich ließ mich davon nicht unterbuttern, und grüßte das Pony. Der junge Hengst schnaubte, als ich sein Fell bearbeitete. Wie zum Teufel konnte er nur so dreckig sein? Er stand nun öfters in der Box. Sehr zum Missfallen des Ponys, leider, aber das Wetter wurde langsam rauer und ich wusste nicht, wie lange er draußen ohne Decke stehen konnte. Trotzdem machte ich ihn fertig für die heutige Session. Clark ging derweil durch den Stall und scheuchte alle Pferde auf die Weide, also ging ich mit dem heute verschmusten Hengst zum Reitplatz. Er wollte mich auch gar nicht erst auf seinem Rücken haben, da er sich sofort seitlich hinstellte und seinen Kopf zu mir hindrehte. Lachend schmiegte ich mich an ihn heran. Dann aber saß ich auf, und führte ihn durch das leicht geöffnete Tor zum Springplatz, um ihn dort vorzubereiten. Seine ehrgeizige Seite wurde nun betont, denn er schien sich nur auf die Hindernisse zu konzentrieren. Trotzdem setzte er seine Gänge ein, wie ich es wollte und wechselte dann in den Galopp, um über eine kleine Steeplehürde zu gehen. Die stand zwischen C und G, anschließend kamen zwei einfache Stangen und eine Hecke. Doch heute war er wohl nicht auf das Plastikdekor aus, zuckte aber zusammen, als seine Hufe deutlich über das darunter befindende Hindernis streiften. Beruhigend klopfte ich seinen Hals, um dann linker Hand auf die Dreierkombination bestehend aus einer Doppelstange und zwei Mauern zu zu reiten. "Super, Kleiner." er parierte durch und hielt im Trab weiterhin das Tempo. Das Tor klapperte. Clark lehnte sich gegen das Holzkonstrukt und lächelte. "Sieht gut aus.", rief er und zeigte einen nach oben gerichteten Daumen. "Danke!", ich blieb direkt vor ihm stehen. "Bereitest du gleich nach dem Training von Benny Dorn und Blacky vor? Du kommst mit." "I-ich?" "Ja. Aber auf Blacky. Ich traue dir noch nicht zu, Dorn zu reiten." Ich sah, wie ihm regelrecht ein Stein vom Herzen fiel. "Mach die beiden einfach um neun fertig. Bis dahin bin ich mit Pendragon und Benny fertig.", sagte ich und trieb das Pony erneut an. Es war Zeit, mit dem Training weiterzumachen.


      Es war genau Viertel vor neun, als ich mit Pendragon und Benny fertig war. Denn das Pony war sehr konzentriert dabei und sprang als ginge es um sein Leben. Das Knuddelkaltblut hingegen schnaufte, als wir über die Halbinsel kutschierten. Und jetzt ging es weiter mit dem Isländer und dem Lewitzer. Auch das Pony schien sich mit Clark aufzuwärmen, denn anstatt wie sonst auch immer nach ihm zu schnappen, als der Sattelgurt enger geschnallt wurde, legte er nur die Ohren an und verdrehte die Augen. "Auf auf.", drängte ich den jungen Mann. Ich hatte ihm bereits erklärt, wohin wir erst reiten wollten. Es ging zu Annabell und Tabea, die gut zwanzig Kilometer von uns entfernt wohnten. Eine gute Strecke für die beiden Hengste, und Dorn wirkte recht ungeduldig, als ich mittels Clark aufsaß, den kleinen Rucksack zurecht rückte und dann mit ihm direkt vom Hof ritt. Der schwarze Isländer direkt neben mir fing an, zu tölten. Das Grinsen konnte nicht aus meinem Gesicht entweichen, als sich Clark mehr oder weniger erfolgreich im Sattel hielt und neben mir auf der Straße ritt. Um diese Zeit fuhr hier eh keiner lang.


      Auf dem kleinen Gestüt von Annabell und Tabea war schon einiges los. Die Isländer waren auf der Weide redlich dabei, herumzutollen und wieherten ihrem Kollegen zu. "Huhu! Jemand da?", rief ich laut über den Hof. Dorn tänzelte kurz zur Seite. Er schnaubte einmal, blieb dann geschlossen stehen. Nur seine Ohren zuckten kurz. Aus dem Stall lief mir Tabea entgegen. "Morgen, Tabea!", grüßte ich und saß synchron mit Clarence ab. "Hi Cata." Sie warf mir kurz einen fragenden Blick zu. "Ach, ähm, das ist Clark, mein Pfleger und zukünftiger Trainerkollege. Ich wollte eigentlich nur wissen, ob Bella schon da ist." Sie schüttelte den Kopf. "Macht einen Ausritt. Soll ich irgendetwas ausrichten?" "Sarah will uns etwas Heu abgeben für den kommenden Winter. Sag ihr einfach Bescheid, dass sie mit mir zu Craed Crevan fährt.", antwortete ich. Tabea versprach, dies auszurichten, danach ritten wir wieder nach Hause. Auf halber Strecke mussten wir Halt machen. Black Lemontree war etwas geschafft. Wir hatten den Weg mal im Trab, mal im Galopp hinter uns gebracht, und die letzten fünf Kilometer gingen wir im Schritt. Es war nervenreibend, einfach nur zu gehen, denn Dorn wollte gerne auf die Felder ausweichen. Ich lenkte ihn direkt auf die Mittellinie und gab dann die Hand vor, da er seinen Kopf ziemlich ausstreckte.

      Sobald wir auf dem Gestüt ankamen, nahm ich Clark den Isländer ab. Der Pfleger musste mal dringend wohin und ich brachte die Pferde auf die Weide. Blacky bekam noch einen Apfel als Extrabelohnung.


      Der Tag zog sich hin. Denn Enjoy, meine neueste Errungenschaft, war alles andere als sauber, als ich ihn vom Paddock holte. Wobei, nicht nur er, sondern auch Benny und Pendragon waren total dreckig. Daher bat ich Clark, die beiden ordentlich sauber zu machen, während ich den Quarterhengst abduschte. Der Dreck war so im Fell festgesetzt, dass ich Mühe hatte, es mit einem Schwamm und einem Gummistriegel herauszuarbeiten, damit es im Abfluss verschwinden konnte. Kurzerhand war ich etwas verunreinigt, könnte man sagen, aber das Pferd war immerhin sauber. Trotzdem musste er unter's Solarium, damit er für die Bodenarbeit nicht krank wurde. Der Hengst wurde noch mit einer Wärmedecke bestückt, ehe wir in die Reithalle gingen. Dort führte ich ihn an der Longe auf dem Zirkel herum, bis ich ihn an der Longe alleine laufen ließ. Es würde wohl noch etwas dauern, bis er eigentlich eingeritten werden würde. Das würde Verena übernehmen. Ebenso würde sie mit Aldaire verfahren, aber jetzt ging es weiter mit der Longierstunde. Der Hengst wurde von Verena gut an die Longe und Kommandos gewöhnt, setzte sich im Trab aber stärker durch als ich eigentlich wollte, daher bremste ich ihn immer ab und ließ ihn nur traben. Das sollte ihn etwas abstumpfen, damit er nicht sofort losjagte. Ihm machte es irgendwann mal auch keinen Spaß mehr, weshalb er stehen blieb und lustlos im Belag herum scharrte. Daher gab ich ihm einen Klopfer auf den Hals, wechselte die Seite und trieb ihn wieder an. Dieses Mal durfte er aber nach zwei Runden im Trab in den Galopp gehen. Der Hengst schien sich richtig zu freuen, Gas zu geben. Danach machte er mit, wie ich wollte, ohne irgendein Problem zu veranstalten und parierte dann komplett durch. Lobend streichelte ich den Braunen und gab ihm einen Apfel, als er dann auf die Weide ging.


      Bevor ich jetzt aber meine verdiente Mittagspause mit Clark machte, gondelte ich in den Stutenstall. Meyja hatte in der letzten Zeit ziemlich schlechte Laune, und hatte sich mit den Stuten gekebbelt. Daher galt für sie nun strikte Boxenruhe. Auch jetzt wirkte sie gereizt, als ich sie striegelte. "Mensch, was ist nur los mit dir, Schätzchen? Hm?" Doch die Isländerin schnappte nur gereizt nach meinen Fingern. Stirnrunzelnd zückte ich mein Handy und rief jemanden an. Es dauerte, bis Hansi abnahm. "Was?" Wow, heute waren ja alle gereizt. "Dir auch einen guten Tag. Meyja ist seit einigen Tagen angriffslustig. Sie ist gesund, wird jeden Tag bewegt und pflegt ihren Kontakt zu uns." "Und? Wie soll ich dir dabei helfen?", brummte der Schwede. Ich verdrehte die Augen. "Sag an." "Um Gottes Willen dann lasse ich dich halt in Ruhe.", grummelte ich und legte sofort auf. Die störrische Stute wurde nun zu Ende geputzt und dann aufgesattelt. Eigentlich müsste ich sie nicht trainieren. Aber sie brauchte mal wieder etwas Förderung. Und so ging es in die Halle. Clark war hier mit Pendragon zu Gange. Als ich aufsaß und nachgurtete, erklärte er mir, dass ihm langweilig sei. "Na, dann kannst du schon mal mit dem Essen anfangen. Schäl die Kartoffeln und hol den Fisch aus der Gefriertruhe. Na los, dalli dalli." Ich klatschte in die Hände, und so war ich nach zehn Minuten alleine in der Halle. In dieser Zeit hatten wir uns aufwärmen können, und die Isländerin wirkte schon etwas gelassener, als wir einen Galoppwechsel anregten und auf dem Zirkel bei A blieben. Dort variierte ich die Größe, bis wir dann auf dem Hufschlag blieben und eine Kehrtwende ritten. Dabei legte sie kurz die Ohren an. Seufzend trieb ich sie weiter, wechselte die Gertenhand und führte sie dann auf den Mittelzirkel, um von dir aus eine Volte bei B und daraufhin erneut eine Kehrtwende zu reiten. Somit konnte ich die Stute davon abbringen, zu zicken und sie legte eine schöne Galoppstrecke hinter sich, ehe wir im Leichttrab eine Volte bei E und dann Schlangenlinien durch die ganze Bahn gingen. Danach fiel mir auch nicht mehr viel ein, deshalb gab es noch kleinere Wiederholungen aus der A-Dressur, bis sie dann auch wieder in ihre Box ging. Dabei stieß sie ein wehklagendes Wiehern aus.
      Juni 2015

      Fahren E-A
      Ein Haufen Arbeit...
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      A-Fahren
      Pendragon (A-Fahren), Jim (A-Springen), Blacky (Einfahren), Steel (S-Dressur), Middle (M-Rennen), Benny (M-Fahren), Grace (A-Dressur), Meyja (M-Dressur)

      Clark hat wieder angerufen! Das erste von vier Seminaren hatte er nun hinter sich. Jetzt fing er mit seiner Ausbildung an. Und wo? Natürlich bei mir! Obwohl es gerade mal vier Uhr war, als er anrief, war ich überglücklich und stolz, dass ich die ganze Arbeit nun nicht mehr alleine bewältigen musste. Und heute konnte er mir schon helfen.

      Und die Liste war lang. Neben der normalen Stallarbeit – Putzen, Füttern und die Sattelkammer auf Vordermann bringen – durfte er heute bei Grace und Meyja helfen. Bei seiner Ausbildung hatte er sich auf Dressur und Distanz festgelegt, aber auch Westernlektionen wollte er erteilen. Da konnte ich ihm leider nicht mithelfen; ich wusste aber, wer schon. Und da ich jetzt eh schon wach war, konnte ich am Schwarzen Brett Notizen anhängen. Die Pferde waren alle noch dösig.

      ~*~

      Punkt halb sechs. Ich hatte noch geduscht und mich angezogen, die Wäsche war in der Waschmaschine – ab zu den Pferden. Mit einer Gerte scheuchte ich alle heraus. Sogar Dante durfte nach draußen, aber auf die Hengstweide, ein separates Stückchen stand ihm zur Verfügung. Benny brauchte natürlich etwas länger als sonst, aber auch er durfte bei den Stuten mitgrasen. Ich sah ein Taxi die Einfahrt hoch tuckern. Auf meiner Höhe blieb es stehen und der blonde Wuschelkopf von Clark lugte heraus. Wir liefen auf einander zu und ich gratulierte ihm zur erfolgreichen Seminarwoche. "Ach was.", winkte er ab, als er seine Tasche in seine kleine Wohnung brachte und sich dann mit verschränkten Armen gegen seinen Schreibtisch lehnte. "Was steht heute an?" "Da ich jetzt deine Lehrmeisterin bin, darfst du heute richtig arbeiten. Mit Meyja und Grace. Aber fang mit Grace an, sie hat dich vermisst.", damit huschte ein breites Grinsen auf sein Gesicht, aber sein Magen versaute ihm die Tour. "Okay, es gibt Essen.", wandte ich lachend ein, dann frühstückten wir. Ich hatte in der letzten Zeit auf Fleisch verzichtet; nur vom Fisch konnte ich mich nicht losreißen. Clark machte anschließend den Abwasch, dann holten wir beide Grace und Steel von der Weide. Die beiden verstanden sich ausgesprochen gut für zwei unterschiedliche Tiere unterschiedlicher Rangordnung. Clark wirkte glücklich, 'seine' Stute wieder zu sehen. "Hey, mitmachen habe ich gesagt!", ich gab ihm eine Kopfnuss. Was war da nur los? Er sollte sie vorbereiten, nicht anschmachten. Er zuckte zusammen, und brummelte, als er die dominante Stute fertig machte. "Du kennst die Grundlagen der Dressur. Ich bleibe in der Nähe. Wenn du Fragen hast, frag!", den letzten Satz fauchte ich schon fast. Ich kannte sein Ich-muss-alles-alleine-hinkriegen-Gen nur zur Genüge. Steel schüttelte den Kopf. Sie wollte mich wohl maßregeln. Lächelnd klopfte ich ihren Hals. Eigentlich wollte ich sie nicht trainieren, da sie noch von der Krönung sich erholen durfte, aber ich wollte es unbedingt. Gemeinsam mit Clarence ging es in die Halle. Ob der ruhigen Haltung der Stuten blieben wir in den verschiedenen Hallenhälften. Wir beide wärmten die Pferde synchron auf. Mit lockeren Biegungen und kleineren, mal größeren Zirkelwendungen machte ich die Stute bereit für einen kleinen Wechsel. Clark schaffte es, die Stute zu bändigen, und als wir aufgewärmt waren, sagte er, er ginge auf den Platz, um weiter zu trainieren. Mehr Platz für mich.
      Gut eine halbe Stunde verbrachten wir mit Gang- und Tempowechseln. Sehr löblich führte sie alles aus. Ohne Gerte. Sie würde sonst tänzeln und nicht mitmachen wollen. Ich wusste immer noch nicht, was bei ihr schief gegangen war; auch Verena wusste nichts genaueres. Nach einer Traversale und einem anschließenden Übergang in den versammelten Galopp war auch Schluss für sie. Die Weidesaison war im vollen Gange; sie durfte jetzt ihre Tage beim Grasen genießen. Clark wirkte konzentriert, als er mit der Warmblutstute angaloppierte und auf dem Zirkel abwendete. "Gib den inneren Zügel nicht so nach. Sie muss sich doch an die Körperstellung während der Wendung gewöhnen. Und drück die Fersen runter!", ich fühlte mich wie eine altbackene Reitlehrerin, trotzdem machte Clarence, was ich ihm abverlangte und parierte dann durch. "Und?" "Die Kleine erkennt mich schon ein wenig." "Ist ja schön, aber ich bin mit Steel schon fertig. Ich mach dir Meyja fertig, dann prüfe ich dich mal ein wenig." Gequält blickte der Mann drein. "Du musst nur eine kleine Kür laufen können. Ich sage dir Figuren, du machst sie. Und Meyja ist lieb, das weißt du!" "Und was machen wir danach?" "Ich schau in der Sattel- und Futterkammer nach dem Rechten, du bestellst Heu, Pellets für Benny und die übliche Ration an Medikamenten.", ratterte ich runter. Clarence nickte nur. "Na, los, ab jetzt! Geh mit ihr noch ein paar Runden im Trab, bis ich Meyja fertig habe, dann geht's richtig los!", ich klatschte auf das Holz der Bande um dem eben Gesagten Betonung zu verleihen. Grace wieherte dann. Ich drehte mich um, und holte schnurstracks Meyja von der Weide. Die war froh, als sie geputzt und gesattelt wurde und stubste mich an. Am Platz angekommen, tauschten wir die Pferde. "Macht euch warm, ich komme gleich wieder!" Grace sattelte ich direkt an der Weide ab, und brachte das Zeug in die Sattelkammer. Es war witzig, wie Clark auf der kleinen Isländerstute auf dem Mittelzirkel trabte. "Bereit?" Der Walise nickte. "Abwenden auf den Hufschlag, linker Hand. Dann eine Kehrtwende. Und gib dann ein bisschen mehr Gas, Meyja kann auch flotter." Ich lehnte mich gegen das Holz und sah zu, wie Clarence nun diese Wendungen ritt. "In der zweiten Ecke angaloppieren, Volte bei E, dann noch mal eine Volte. Ganze Bahn und dann zum Trab durchparieren." Gesagt, getan. "Weitertraben! Treib sie an, sie soll nicht so schlurfen!" Nach einer Runde durfte sie nun im Schritt gehen und auch bleiben. "Musst du so rummeckern?", maulte der Azubi rum. "Ja. Muss ich. Du bist so schlampig.", ich konnte mir das Grinsen nicht verkneifen. Der Mann brummelte. "Da wirst du mich noch einige Monate aushalten müssen. Trab mal wieder an. Dann einen Zirkelwechsel und eine Kehrtvolte. Das war's dann auch für sie. Nächste Pferde wären dann Pendragon und Blacky." Die beiden sollten eingefahren werden. Blacky, unser Crackhengst, kannte das Gespann schon. Pendragon würde über die nächsten Tage daran gewöhnt werden. Der Isländer zog die Kutsche wie ein stolzer Barockhengst. Die Lieferungen würden binnen zwei Tagen hier sein. Auch Benny wurde nun trainiert. Der alte Teddybär hatte es in sich. Er machte sogar Galopphüpfer! Es war sehr amüsant, als er dann wie ein Hengst neben mir her stolzierte. "Was ist mit Benny los?" "Keine Ahnung." Auch er wurde nun vor die Kutsche gestellt. Ich erinnerte mich an den Kommentar von Hansi, dass diese Rasse "mit der Kutsche im Arsch geboren sei" und daher wirklich dafür gedacht war. Stimmte ja auch.
      Am nächsten Tag wurden dann auch noch einmal Steel, Pendragon und Grace trainiert. Mit Middle Ages ging es auf die Rennbahn, und Jim wurde im Springen trainiert, auch wenn es nicht seine Disziplin war.
      Juli 2015

      Springen L-M
      Sammeltrainingsbericht für Monster und Pendragon | M Springen Höhe: 120-130cm| by Disney

      Gestern hatte ich noch mit angie telefoniert und sie gebeten etwas länger noch allein in der Camargue zu bleibe, da ich bei Cata noch lange nicht fertig war und noch zwei Pferde heute zu trainiren hatte.

      "Aufstehen! los raus mit dir!", schrie mein Wecker und ich stand da wie eine Eins. Cata war immer noch geschäftlich unterwegs und somit war ich mit den Mitarbeitern allein. Catas Katze schlich mir wieder um die Beine und ich gab ihr unten Futter. Ich nahm mir ein Joghurt aus dem Kühlschrank, da ich nur wenig Hunger hatte. Heute waren Monster und Pendragon mit dem Training dran. Ich zog mir meine Weste und die Lederstiefel an und ging in den Stall.

      Als erstes nahm ich mir Monster vor. Er schaute mich misstrauisch an, doch als ich ihm ein Leckerli gab, war er schnell umgänglich. Er ließ sich brav sattel und trensen. Heute regnete es schon wieder in Strömen und somit gingen wir in die Halle. Ich verstand nicht warum Cata gesagt hatte ich soll vorsichtig bei Monster sein ich fand ihn freundlich. In der Halle angekommen stieg ich auf und ritt Monster warm. Er war anfangs etwas verspnnt, aber das löste sich schnell. Die Ersten 1,2m Sprünge schaffte wir einwandfrei, doch bei den höheren hab ich wahrscheinlich eine falsche Hilfe gegeben und Monster fing an zu buckeln. Beinnahe warf er mich ab, doch bevor das geschah geruhigte ich ihn und ritt mit hm die weiteren Hindernisse fehlerfrei.

      Als ich Monster zurück bringen wollte, kam Clark mit Pendragon schon fertig gesattelt und drückte ihn mir ihn die Hand und nahm mir Monster ab. Völlig verdattert bedankte ich mich und führte Pendragon in die Halle. Ich tat das selbe wie mit Monster: erst erwärmen, dann springen. pendragon war das krasse Gegenteil von Monster, denn er machte alles mit und überwand ale Hindernisse ohne wenn und aber. "Prima Pendi du bist toll!", flüsterte ich ihm in sein Ohr. nach dem Training brachte ich ihn in den Stall und versorgte ihn. Es hatte immer noch nicht aufgehört zu regnen, sodass ich erstmal nichts weiter draußen tun konnte und sezte mich auf den Heuboden und las mein Buch.

      Monster und Pendragon haben erfolgreich das M Springniveau erreicht!
      August 2015

      Dressur L-M
      Was die Leute nicht wissen...


      Der dritte und damit letzte Hänger fuhr vom Hof herunter. Mit einem bitteren Lächeln schaute ich dieses Mal Dorn hinterher. Wolf hatte den Hengst gekauft. Jetzt besaß ich nur noch 13 Pferde. Wobei auch das schon eine Menge war. Meine kleine DRP-Zucht nahm langsam Form an. Mit den zwei Berbern würde es noch etwas dauern. Clark war noch nicht angekommen. Sein letztes Seminar für dieses Jahr war vorbei; das hatte er bei Verena in Kanada abgehalten, und ich hoffte, dass er viel gelernt hatte.


      Der Wecker riss mich brutalst aus einem abartig merkwürdigen Traum heraus, der eine Mischung aus Pferderennen, blutigen Pfeilen und eisblauen Augen war. Und ein Vampirminion, dass schreiend durch die Gegend lief und dann mit einem Baum Bekanntschaft machte. Das war so abstrakt, dass ich einen Moment brauchte, um in die Realität zu gelangen, und schrieb dann meine Erlebnisse dieses (Alb-)Traumes auf einen Block. Da konnte bei mir doch irgendetwas nicht stimmen. Seit gestern war vieles passiert. Ich hatte mich größtenteils aus dem Trainerleben verabschiedet. Ich war einfach zu erschöpft, durch die Welt zu reisen, und das Geld floß praktisch durch meine Hände. Denn mein Knuddelschaf war wieder krank. Beziehungsweise ich vermutete es. Eine Tierärztin aus der nächsten Ortschaft stellte bei ihm Kehlkopfpfeifen und Verdacht auf das Wobbler-Syndrom fest. Doch daran wollte ich nun nicht denken, als ich frisch angezogen und mit halbvollem Magen direkt in den Stall ging. Sämtliche Hengste – außer natürlich Pünktchen – kamen auf ihre Weide, die Stuten bekamen auch ihre morgendliche Weidezeit. Berry musste sich noch ein wenig gedulden. Der kleine Junghengst war das einzige Fohlen derzeit. Denn Tomenko war an Joyce gegangen, Delyx wurde auch an Wolf verkauft, und Tigrotto zog nun zu den ausgewachsenen Stuten. Räusper. Mit Berry im Schlepptau ging ich nun zu dem separaten Teil des Stalles. Drei Boxen Lücke mussten reichen, noch dazu lag die Box meines Sorgenkindes um die Ecke. Ich band das heute aufgedrehte Fohlen an einer Boxtür fest, die außerhalb der Reichweite von Benny lag, und ging mit besorgtem Lächeln auf das pfeifende Kaltblut hin. Wäre er nicht so krank, könnte er jetzt auch auf der Weide stehen – Pünktchen war ja auch 16 Jahre alt – aber mit seinem Krankheitsbild wollte ich das nicht verantworten. Zaghaft stellte ich ihn im Stroh gerade hin, und schaute mir seinen Hals- und Rückenbereich an. Wenn man mit der Hand langsam über den Rücken strich – dort, wo bei Fjordis zumeist der Aalstrich lag -, spürte man wie sich die Halswirbel etwas 'verrückt' anfühlten. Verrückt im Sinne von nicht an der selben Stelle. Auch beim kurzfristigen Rausstellen hatte er die typischen Symptome gezeigt (Wikipedia war mein bester Freund). Benedick war schon immer etwas langsam und unsicher auf den Beinen, aber er brauchte wirklich lange für einige Meter. Ein Sud aus Kräutern und homöopathischen Mitteln gegen neu auftretende Infektionen wie eine Herpes-Infektion und das Vorbeugen von Schmerzen wurde zum vierten Mal in Folge angereicht. Ich rief Joyce an, um sie zu bitten, mich besuchen zu kommen, und kümmerte mich sogleich um Berry. Babytunte begann heute mit dem Lade- und Lauftraining. Lauftraining deshalb, weil Wild Berry als künftiges Westernpferd ja auch ruhig und gelassen – und vor allem ausdauernd laufen sollte.


      Gemeinsam mit Tigrotto übten wir das Verladen fleißig für eine Stunde. Ich fuhr mit den beiden sogar die Straße rauf und runter. Abgesehen davon, dass sie etwas zerrupft wirkten danach konnten sie sich nun auf der Weide begnügen. Ich rieb an einem Schmutzfleck auf meinen Jodpur herum, und entschied mich dann, mit Numidia weiter zu machen. Denn Aldaire hatte ich gestern bereits trainiert, obwohl er jetzt auch an der Longe laufen durfte. Numidia hingegen war für eine Dressurlektion heute eingetragen. Wobei das bei ihr heute eine Sache war. Sie hatte die Eleganz wohl in ihrer Box gelassen, und schlurfte nur unmütig herum. Bei Pendragon sah es in der M-Dressur schon anders aus. Denn der Hengst wirkte heute sehr motiviert und hatte richtig Spaß an den engen und feingelegten Kurven, die wir ritten. Seine Ausbildung zum Turnierpferd war nun fast vollendet. Darauf war ich sehr stolz. Aber ebenso stolz war ich auch auf Monster undPünktchen die trotz ihres Charakters und ihrer heutigen miesen Stimmung in der L-Dressur glänzten. Wobei das beim Onkelchen auch eine Tatsache war. In der Reitschule hatten wir ja auch schon die M-Dressur angeschnitten. Bei Corry war es dann doch etwas anders. Munter fuhren wir den lieben langen – oder auch halblangen – Tag durch die Gegend. Und machten dann Schluss für heute.
      August 2015

      Dressur M-S
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      Dressurtraining Pendragon M → S
      „Cata!“ Sie stieg aus dem Wagen und ich stürzte auf meine alte Freundin zu. „Wir haben uns eindeutig zu lange nicht gesehen.“ Catalina zog eine Augenbraue hoch, erwiederte aber meine Umarmung. „Das ist also Pendragon. Seine Box ist fertig. Ich zeig' sie dir.“ „Schön habt ihr's hier.“ „Als ich das erste Mal hier war, habe ich gesagt es sei der schönste Ort der Welt.“ Wir brachten den deutschen Reitponyhengst in seine Box und ich überredete Cata zu einem Kaffee und einer 'kleinen'n Quatschrunde, die in einer Führung über den Hof und einem Besuch bei Blacky und Meyja endete. Immerhin hatten wir eine Zeit lang zusammen einen Hof und einen Ausbildungsbetrieb geführt. „Vermisst du deine zwei Isis?“, ich schaute Cata fragend an und hoffte auf freundliche Worte von ihr. „Ganz ehrlich gesagt, nicht wirklich. Ich weiß, sie haben es gut hier.“ Erleichtert lenkte ich das Thema auf meine ehemaligen Pferde, die bei ihr zurück geblieben waren. „Wie geht es Fire'S Grace? Und Benny? Ich habe gehört er hätte fiese Koliken gehabt.“ Jetzt war es an Catalina sich unwohl zu fühlen. „Sie sind beide da oben.“ Sie zeigte auf den Himmel über uns und schlug die Augen nieder. „Bei Benny waren es Koliken und Fire hatte sich so übel verletzt...“ Oh Gott, das waren keine guten Nachichten und bald schon überließ Cata mir ihren Hengst und machte sich wieder auf den Weg nach Hause. Ich gönnte Pendragon erst einmal eine Nacht in der Box um ihm Zeit zu geben sich zu entspannen und an die neue Umgebung zu gewöhnen, auch wenn es nur vorübergehend war.
      Wie immer war ich früh aufgestanden um die Hengste zu füttern und aus den Boxen zu lassen. So kam ich noch vor dem Frühstück auf die Idee einen kleinen Ausritt mit Pendragon zu unternehmen, zur Eingewöhnung. Wie immer ritt ich an den Strand. Es war Flut und wagemutig stieg der Hengst in die ungewohnte Brandung und schaffte es innerhalb von Sekunden mich bis auf die Haut zu durchnässen. In flottem Galopp ging es zurück zum Hof und ich duschte ausgiebig, ehe ich frühstückte. Der Vormittag wurde vollständig von meinen eigenen Pferden in Beschlag genommen doch am Nachmitag fand ich Zeit für Pendragon und den ersten Teil des Dressurtrainings. Ich sattelte ihn und machte mich auf den Weg zum Reitplatz, der leider von Finley mit Beschlag belegt worden war. So musste ich trotz des schönen Wetters in die Halle ausweichen, was ich normalerweise eher ungern tat. Wir begannen mit entspanntem Schritt zum aufwärmen, dann ging ich die Grundlagen durch um zu wissen woran ich war. Schnell fand ich heraus, beherrschte alle Grundgangarten in allen benötigten Ausführungen, hob im verstärkten Trab die Beine ordentlich hoch und beherrschte sogar bereits Ansätze höherer Lektionen wie beispielsweise Passage oder Piaffe. Cata hatte wirklich ganze Arbeit geleistet und ich war froh, dass sie ihren Beruf las Trainerin nun doch wieder aufgenommen hatte. Für heute hatte ich noch nichts großes oder neues eingeplant und so dachte ich mir eine kleine Kür aus und führte diese vor imaginärem Publikum und Richtern vor. Pendragon hatten offensichtlich bereits Turniererfahrung und ich war mir sicher, schwer würde ich es hier nicht haben. Nach dem Training putzte ich Pendragon noch einmal ausgiebig. Ich wollte etwas Vertrauen aufbauen und zumindest eine Art Bindung schaffen, um es beim Training und beim lernen neuer Dinge mit dem Hengst einfacher zu haben. Pendragon genoss es und zeigte sich sehr verschmust, was ich von dem stattlichen Tier nicht unbedingt erwartet hätte. Anschließend gab ich ihm etwas Zeit auf der Koppel und widmete mich meinen anderen Pferden.
      Am nächsten Tag begannen wir recht früh. Heute standen die neuen Übungen an, die ich Morgen noch einmal festigen wollte. Sollte das bereits ausreichen, würde Cata ihren Hengst schon am nächsten Abend abholen können, wäre das nicht der Fall würde ich einfach einen weiteren Tag anhängen. Zu den neuen Lektionen der S – Dressur gehörten unter anderem auch Travers, Traversale und Piaffe, Übungen die ich weder wirklich gut leiden noch reiten konnte. Trotzdem gelang es mir leidlich Pendrgon zu verdeutlichen was er zu tun hatte. Das Pony war pfiffig und verstand schnell was ich von ihm wollte. Schließlich hatten wir alles geschafft was benötigt wurde, verfeinern und festigen war Morgen dran.
      Ich konnte es kaum fassen, dass der Ponyhengst erst drei Tage bei mir auf dem Hof stand, so schnell hatte er sich angepasst. Ich hatte ihn über Nacht bereits in Gesellschaft des, ebenfalls nicht sonderlich auf Hengstmanier gepolten, Sólfari draußen verbringen lassen. Geschadet hatte es dem Hengst auf keinen Fall. Wieder fand ich früh Zeit für Pendragon. Zusammen probierten wir die gestern gelernten Lektionen noch einmal und ich war erstaunt, dass er nicht nur alle behalten hatte, sondern auf einmal auch in der Lage war es mit einiger Eleganz vorzuführen. Er piaffierte wie ein Pferd das diese Übung schon tausende Male vorgeführt hatte, schwebte in der Passage durch die Halle und zeigte Traversale, Pirouette und fliegende Galoppwechsel wie Totilas in höchst eigener Person. Zumindest fühlte es sich für mich, die eher Anfänger-Dressurpferde oder die, doch deutlich weniger eleganten, Isländer gewohnt war, so an. „Ich glaub' ich bin im falschen Film, oder habe keine Ahnung wie sich das anfühlt wenn ein echtes Spitzendressurpferd das Vorführt“, dachte ich noch, ehe ich das Training beendete. Am Nachmittag stand Cata mit einem Transporter wieder auf dem Hof. Als ich ihr von unseren Erfolgen berichtete meinte sie nur: „Ich habe ehrlich gesagt nicht weniger erwartet. Pendragon hat Talent!“
      5592 Zeichen | © BellaS
      Oktober 2015
    • sadasha
      27.01.2016
      Nicht viel Neues

      Es hat sich so viel getan auf dem Gestüt in England. Die Trakehner abgegeben habe ich kurz darauf zwei der Reitponys von Catalina übernommen. Beide schon zur Zucht zugelassen, ein Hengst und eine Stute. Pendragon und Arcany, ich kannte sie bereits von meinen Aufenthalten auf ihrem Gestüt und hatte Pendragon sogar einmal unterm Sattel. Außerdem habe ich euch den einzigen Wallach hier noch garnicht vorgestellt. Samson. Er ist ein Tinkerwallach und ein Allroundtalent. Ursprünglich Western eingeritten und in frühen Jahren auch eingefahren wurde er später auch in die englische Reitweise eingeführt. Er hat mich 'früher' viel begleitet und stets treue Dienste erwiesen. Meine Eltern haben auch heute noch viel Spaß an ihm, er wird hauptsächlich gefahren und als Besucher-Pferd genutzt. Heute kam ein neues Pferd auf dem Hof an, eine Vollblutstute: Chuckling Dancing Mess. Jill hätte sie nicht gemocht. Leicht rosa gesprenkelte Haut um Augen und Maul, fast weißes Langhaar und eine golden glänzende Grundfarbe. Nicht gerade pflegeleicht, aber das würden wir schon hinkriegen. Sie hat einen guten Charakter. Sehr aufgedreht, sehr intelligent, sehr schnell. Für ein englisches Vollblut großartig. Meine Eltern sind begeistert von ihr. Steven hat seine Zweifel. Er hat es gerne pflegeleicht, genau wie Jill. Ja, besonders darf es sein, aber nicht pflegeintensiv. Wahrscheinlich ist das auch der Grund für Jill's Liebe zu braunen Pferden in sämtlichen Schattierungen. Pendragon hätte sie geliebt ja... Oh wenn sie gewusst hätte wie toll Mr. Raw Depression sich auf der Körung gemacht hat.
      Gedankenversunken saß ich im Auto, auf dem Weg Ausrüstung für die neuen Pferde zu besorgen. Vor allem an Ponysachen fehlte es auf dem Gestüt. Erst am späten Nachmittag kehrte ich wieder zu Hause ein. Steven hatte Pendragon bereits bewegt, es war seltsam ihn als Westernreiter in einem englischen Sattel zu sehen, aber er hatte sichtlich Spaß daran etwas Abwechslung in seinen Alltag zu bringen und Neues zu lernen. Ein guter Mann. Ein Glücksgriff.
      Mit mir war gegenwärtig nicht viel anzufangen. Die Anprobe der neuen Reitsachen überließ ich so Jamie, eine junge Frau, die sich seit ein paar Wochen um die Ponys kümmerte. Sie ließ sich dabei von meinen Eltern fernsteuern. Sie studiert zur Zeit Tiermedizin. Dass sie sich so diktieren ließ verwunderte mich jedes mal. Während sie Arcany die mitgebrachten Sachen vorstellte ging ich zur Box von Missy, wie ich die neue Vollblutstute nannte. Mit wachen Augen sah sie mich an. Ich hob die Boxentüre zur Seite und trat ein, streichte über die weichen Nüstern, das seidige Fell am Hals. Diese Fellfarbe brachte ein sehr leichtes, dünnes Fell mit sich. Jetzt im Sommer war das kein Problem. Aber an kühleren Tagen wird sie eine Decke brauchen. Ich glaube nicht, dass sie ein ordentliches Winterfell entwickeln wird. Vorsichtig halfterte ich die Stute auf und brachte sie auf eine leere weide, damit sie rennen konnte. Es war schön ihr dabei zuzusehen. Eine Viertelstunde lang stand ich da und beobachtete sie beim Spinnen. Dann ging ich zurück zum Stall, die Boxen waren nun alle leer. Die Pferde versorgt.
      Am nächsten Tag stand ich früh auf, schlang ein schnelles Frühstück herunter, mistete gemeinsam mit Steven die Boxen und brachte dann Race is Hope und CHH' Lamperd zur Rennbahn. Wieder auf dem Hof kümmerte ich mich um Slap Happy, die nun hochtragend war. Lange konnte es nicht mehr dauern bis ihr Fohlen kam. Wir hatten bereits einen Interessenten für das Fohlen, der es rassegerecht aufziehen würde. Steven hatte sich nach der Stallarbeit Princess Sansa geholt und so beschloss ich mit Bear Totem's Denali auszureiten. Sie hatte sich toll entwickelt und schon einige Turniererfolge eingeholt. In Deutschland war sie immer eher das graue Mäuschen, das niemand beachtete. Hier in England war man begeistert von ihr. Braune Pferde sah man hier zu Hauf, aber ein Blue Roan Vollblut war etwas besonderes. Auf Ausritten mit ihr wurde man ständig angesprochen, was für ein tolles Pferd sie doch sei. Ja das war sie auch, die ausgeglichenste Vollblutstute im Stall. Ausgeglichener als Slap Happy. Jamie war mittlerweile auch eingetroffen und kümmerte sich um Arcany, Pendragon, Iceflower und PFS' Heart of Ocean. Damit war sie den ganzen Tag beschäftigt. Jedes mal wenn ich sie traf, hatte sie ein anderes Pony zwischen. Nach der Mittagspause hatte ich nur noch Mr. Raw Depression vor mir. Auch mit ihm ging es ins Gelände, allerdings nicht für einen Ausritt. Wir trainierten fürs Military. Gut eine Stunde hatte ich ihn zwischen, bis ich ihn auf die Weide entließ, Samson im Vorbeigehen grüßte und schließlich die beiden Renner von ihrem Training abholte und ebenfalls verabschiedete. Feierabend! Seit Wochen hatte ich nichts mehr von Catalina gehört. Nichtmal ein „Hallo.“ schrieb sie mir. Langsam hatte ich die Vermutung, dass etwas nicht stimmte. Abermals versuchte ich sie telefonisch zu erreichen, doch wieder hob niemand ab. Wieder ging ein Tag zu Ende ohne nennenswerte Veränderungen.
    • sadasha
      06.03.2016
      Das erste Fohlen

      Es ist gerade einmal zwei Wochen her, das ich mit zwei meiner Pferde in Kanada war. Zwei Wochen und es wahr keine leichte Zeit dort. Immer wieder nahm ich Kontakt zu meinen Eltern in England auf um zu hören wie es Slap Happy ging. Die hoch tragende Vollblutstute machte sich prächtig. Erst als ich heim kam fing sie an schwierig zu werden. Sie war unerfahren, launisch. Schon zwei Tage vor dem eigentlichen Abfohlen verbrachte ich die meiste Zeit an ihrer extra großen Abfohlbox. Immer wieder dachte ich es sei gleich so weit. Miss Chattahoochee stand mir dabei zur Seite und mit ihrer Hilfe brachte Slap Happy nach zwei unendlich langen Tagen ohne Schlaf ein im ersten Augenblick sehr zerbrechlich wirkendes Rappfohlen zur Welt. Es war eine Stute, fast gänzlich schwarz und zierlich gebaut. Nach ein paar unbeholfenen Aufstehversuchen stand sie auf ihren unendlich langen Stelzen und suchte instinktiv den Weg zur Milch. „Na das sieht doch großartig aus.“ sagte ich mehr als stolz. Es dauerte fast zwei Stunden, bis ich mich abwenden konnte und der Schlaf mich nun doch übermannte.
      Cooper Chattahoochee begleitete uns durch die erste Zeit und führte alle wichtigen Fohlenuntersuchungen und -impfungen selbst durch. Es stand schon während Slap Happys Tragezeit fest, dass sie allergrößtes Interesse an diesem Fohlen hätte. Immerhin ist es der erste Nachkomme ihres ehemaligen Hengstes CHH' Lamperd, der nun in meinem Besitz war. Dass es dann auch noch eine lackschwarze Stute war, war es komplett um sie geschehen. Ich muss gestehen, dass auch ich überwältigt war von der Eleganz die dieses junge Pferd mit sich brachte und es war faszinierend die Entwicklung beobachten zu können. Es war immer wieder etwas ganz Besonderes. Man kann sich einfach nicht satt sehen an überheblichen Luftsprüngen, abgedrehten Spurts und liebevollen Schmuseeinheiten zwischen Fohlen und Stute. Ein halbes Jahr lang konnten die beiden ihre Zweisamkeit genießen, bis die kleine Stute, die wir Glamour of Death tauften, absetzten.
      Es war herzzerreißend wie die beiden nacheinander riefen und ich war mir sicher man würde uns der Tierquälerei beschulden, hätten wir direkte Nachbarn.
      Eine Woche dauerte es bis beide sich beruhigten und unabhängig voneinander wurden. Erst jetzt rief ich Miss Chattahoochee wieder nach England für den letzten Aufenthalt auf dem Bear Brook EC. Dieses mal nahm sie Glamour mit zu sich nach Hause. „Auf eine vielversprechende, erfolgreiche und lehrreiche Zukunft!“ verabschiedete ich mich und fuhr ein letztes mal durch die seidige, schwarze Mähne des sichtlich gewachsenen Fohlens. Zusammen mit einem hochwertigen Lederhalfter, einem dazu passenden Strick, den Papieren und ein paar Fotos, die wir in der letzten Zeit aufgenommen hatten, verließen Cooper und Glamour den Hof.
      „Eigentlich hätte ich Cooper ja aus Kanada direkt mitnehmen können nach England.“ dachte ich im Nachhinein.

      Neben Slap Happys Fohlen gab es außerdem zwei neue Errungenschaften für die Zucht. Mr. Raw Depression hatte seine Zuchtpapiere endlich bekommen und Bear Totem's Denali war aus Kanada zurückgekehrt und nun ebenfalls zur Zucht zugelassen. „Dann ist es ja nur noch Chuckling Dancing Mess bei den Vollblütern oder?“ merkte Steven an und ich nickte zufrieden. „Nur noch Missy, dann steht unser Zuchtstamm.“ Zu schade, dass der Kontakt zu Catalina noch immer unterbrochen war. Mittlerweile erreichte ich sie nicht mal mehr telefonisch. Sie war wie vom Erdboden verschluckt. Ein halbes Jahr Funkstille und ich dachte immer noch tagtäglich an unsere Zeit auf ihrem Hof. Wenngleich ich mich immer mehr damit abfand, dass dieses Kapitel wohl einen Haken bekommen kann, war es doch nicht einfach sie aus den Gedanken zu verdrängen. Die letzte Zeit hatte mich die Arbeit rund um das Fohlen abgelenkt. Jetzt, wo das wegfiel, wurde ich wieder ruhiger. Besonders meiner Mutter fiel das auf, doch ich tat es wie immer ab und trainierte stattdessen die Pferde. Neben Missy waren ja auch die Ponys noch da. Jamie kümmerte sich zwar super um das Training von Arcany, Pendragon und Heart of Ocean und Iceflower und Princess Sansa waren weiterhin in Kanada im Training, aber ich wollte mich ab und an selbst vom aktuellen Trainingsstand überzeugen.Zusammen mit Jamie schaffte ich es am Tag über die Hälfte der Pferde zu bewegen. Dabei ritt sie stets auf dem alten Samson und ich nahm Mr. Raw Depression oder Bear Totem's Denali. Auch für Jamie war die Geburt des Fohlens sehr lehrreich. Sie hatte noch nie die Möglichkeit so hautnah dabei zu sein und für sie als angehende Tierärztin gab es wohl kein besseres Lehrbuch als die Praxis selbst.
    • Cooper
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      Tierärztliche Untersuchung, Immunisierung| Pferde des BearBrook ec
      Mein nächster Auftrag führte mich nach England, Lincolnshire, um genau zu sein. Mein Auftraggeber, Hunter Crowley. Wir waren relativ gute Bekannte und unsere Gestüte arbeiteten des öfteren zusammen. Er hatte damals Lamperd gekauft und das erste Nachkommen sollte meins sein. Und das war es auch. Vor einem halben Jahr war ich schon mal dort, um mich um die Geburt von dem Fohlen zu kümmern und natürlich um Slap Happy. Die Geburt dauerte anstrengende und schlafraubende zwei Tage, jedoch ohne Komplikationen. Ich hatte der trächtigen Stute damals einige Schmerzmittel gegeben und führte eine direkte Nachuntersuchung durch. Da es ihr erstes Fohlen war, war es normal das sie zuerst etwas apathisch benahm. Aber als sie ihr kleine kleine Prinzessin sah, war auch dieser Teil des 'Schocks' schnell vergessen. Es war immer wieder wundervoll bei einer Geburt dabei zu sein, jedoch war es diesmal was überaus besonderes gewesen. Da ich einige Tage auf BearBrook ec verbrachte konnte ich auch sofort eine neugeborene Untersuchung durchführen, mit allen wichtigsten Tests, sowie Immunisierungen. Ich konnte bei dieser Untersuchung bei der kleinen Rappstute keine negativen Auffälligkeiten finden und auch die Immunisierungen vertrug sie prächtig. Auch Slap Happy kümmerte sich wunderbar um ih Fohlen, was nicht immer selbstverständlich war, vor allem bei Vollblütern. Nach den schönen Tagen verschwand ich nochmal in den Hintergrund und lies die getaufte 'Glamour of Death' Fohlen sein.

      Dieses mal aber kam ich aber um die kleine ab zu holen und um mich um die anderen Pferde zu kümmern, es standen nämlich Immunisierungen und Grunduntersuchungen an. Als ich ankam wurde ich zuerst sehr nett begrüßt und wir schauten selbstverständlich erstmal nach Glamour. "Sie ist so wunderschön, das haben Slap Happy und Lamperd toll gemacht" lächelte ich. "Alllerdings" erwiederte Hunter und führte mich dann in den geräumigen aber gemütlichen Stall. Zuerst kümmerte ich mich um einen Wallach namens Samson. "Meine Güte, ist der Fluffig". Hunter lachte. Ich begrüßte den stämmigen Kerl und unterzog ihm erstmal die Vitalzeichenkontrolle, dann folgte die Abtastung des Körpers und die Untersuchung der Reflexe. "Alles supi". Dann spritze ich ihm noch die Immunisierungen für das halbe Jahr. Ich hatte das Gefühl das er es noch nicht mal spürte dass da grade etwas pickste. Nur ein regelrechtes Muskelzucken lies mich denken das er doch, ganz vielleicht, was verspürt hatte. Was er nicht mochte war die Wurmkur, aber wer mag die auch, egal wie viel süße Sachen man dazu gibt, es schmeckt für Pferde einfach widerlich. Weiter ging es nach der Belohnung mit Chuckling Dancing Mess. "Was ein Name". Hunter war inzwischen Slap Happy und ihr Fohlen von der Weide holen. Ich wiederholte den Vorgang den ich bei Samson machte bei der Vollblutstute und kam dann zu Slap Happy. "Hallo süße" sagte ich und sie schnaubte mich erstmal an. Sie fand es nicht so toll das ich in die Box von ihr und ihrem Kind kam, konnte sich dann aber doch damit abfinden. Auch hier untersuchte ich die Vitalzeichen beider Stuten und schaute nach weitern Auffälligkeiten. bei Glamour schaute ich nochmal besonders hin und unterzog ihr auch einige Tests die führ Fohlen wichtig sind, sowie Beugproben, abtasten der Muskeln und Knochen etc. "Alles perfekt, Glamour wird dem Namen Vollblut sehr gerecht". Glamour war nun alt genug für die Fohlenlähmungimpfung und auch Slap Happy's Immunierungen, sowie Wurmkur, frischte ich auch. Ich lobte die Beiden und kam dann zu einer besonders schönen Stute, Bear Totem's Denali, bekannt aus dem Grund, dass sie unglaublich viele Erfolge zu bieten hatte. Es war mir wirklich eine Ehre sie behandeln zu dürfen und danach ging es zu Mr.Raw.Depression. Beides waren wundervolle Pferde, und auch hier war nach der Untersuchung keinerlei negativen Aspekte zu finden, dennoch war es mit den Immunisierungen und den Wurmkuren nicht sehr leicht. "Was will man bei Vollblütern auch anderes erwarten" sagte Hunter. "Allerdings" lachte ich. Simon war in Kanada geblieben und kümmerte sich dort um alles. Er war ein wenig eifersüchtig das ich alleine gefahren war. Er wusste das Hunter ein gut aussehender Kerl ist und sein Anwesen sowie der Besitz von bedeutungsvollen Vollblütern und die enge Zusammenarbeit, machte ihm es ja nicht leichter. Aber sie verstanden sich das letzte mal aber sogar sehr gut und Simon wusste auch das ich in dieser Hinsicht niemals an sowas denken würde, das tat ich auch nicht. Hunter war einfach, ein guter Kerl. Jetz kam ich zu Lamperd. "Ohwww...Hallo mein süßer" sagte ich und umarmte ihn. Etwas verwirrt schaute der Hengst mich an, beugte sich aber dann nach unten und begrüßte mich mit einem lauten Schnauben. Er hatte sich prächtig entwickelt. Ich wiederholte den gleiche Prozess bei dem Overo Hengst und landete dann bei den Deutschen Reitponys. Die erste war Arcany. Diese kannte ich auch, dennoch nur vom Namen. Dann zu, Princess Sansa, Iceflower, Pendragon und PFS' Heart of Ocean. Bei allen schaute ich nach den Vitalzeichen, tastete den Körper ab, Kontrollierte extra Reflexe, Ohren, Nüstern, Schleimhäute und Mundbereich und unterzog ihnen die Immunisierungen sowie Wurmkuren. "So, ich hab euch genug gequält". Ich konnte alle Pferde ausgiebig belohnen und Hunter war um zwanzig Äpfel ärmer. "Erstmal Pause" sagte er und wir verschwanden ins Gutshaus.


      Im Gutshaus erledigten wir einigen Papierkram, inklusive des Kaufvertrags von Glamour of Death. "Wir haben acht Uhr, ich glaube langsam wird es Zeit sie fertig zu machen". Etwas traurig schaute mich Hunter an und nickte. Wir bereiteten alles vor und ich kontrollierte nochmal ob mit Glamour alles stimmte. Wir versuchten ihr es so angenehm wie möglich zu machen, dennoch war es logisch das die kleine Angst hatte. Ich hatte zum glück ein kleines Team dabei, die sich um das fachliche kümmerten, somit konnte ich mich um das Stutfohlen kümmern.
      "Auf eine vielversprechende, erfolgreiche und lehrreiche Zukunft" sagte Hunter und verabschiedete uns.
    • sadasha
      28. März 2016
      Zwei neue alte
      Bereits im Training bei Catalina Dixon hatte ich Eismärchen kennen gelernt und wenig später fanden wir gemeinsam den verlassenen Hof, inkl. der verdreckten Pferde. Darunter auch ein Araberhengst namens Majd. Dass Catalina diese Pferde jemals abgeben wollen würde, kam mir nie in den Sinn. Aber jetzt stehen sie hier auf dem Bear Brook EC und kauen genüsslich ihr Heu. Es ist ein toller Tag und Catalina teile ihn mit mir. Gerade steht sie auf der Stallgasse und macht Bear Totem's Denali fertig für einen Ausritt. Neben mir steht Slap Happy bereits fertig gesattelt.
      Aber bevor wir ausreiten, muss ich noch einmal weiter hinten in der Geschichte ansetzen. Nachdem ich zuletzt einen Unfall mit Princess Sansa im Wald hatte dauerte es ein paar Tage bis ich mich komplett erholt hatte. Die genauen Details werde ich vielleicht in einem späteren Eintrag noch einmal erzählen. Jedenfalls war das die Zeit in der Catalina sich bei mir meldete. Ich habt vielleicht die Anzeigen gelesen. Sie wollte ihren Hof auflösen, sah keinen Sinn mehr darin weiter zu machen, wenn immer alles drunter und drüber geht. Sie hatte sogar schon das ein oder andere Pony verkauft, als ich davon erfuhr. Nach ein wenig Überzeugungsarbeit konnte ich sie aber zu bringen, doch wenigstens ein paar ihrer Pferde zu halten. Schließlich war sie erst vor Kurzem nach England gezogen und es wäre zu schade um ihre Pläne, jetzt einfach alles hinzuwerfen!Zwei der Pferde, die in dieses Konzept jedoch nicht passten nahm ich ohne zu zögern zu mir. Eismärchen, die ich mir nirgendwo anders vorstellen konnte und Majd, der sicherlich erfolgreich im Sport würde und vielleicht auch die Zuchtzulassung einmal schafft. Gesagt, getan. Der kurze Transportweg machte es möglich, den Umzug der beiden binnen weniger Stunden durchzuziehen und so stehen sie jetzt bereits seit zwei Tagen hier und machen sich bisher bestens. In den nächsten Tagen würde Majd Bekanntschaft mit Pendragon machen, der ihm, sollte alles klappen, Gesellschaft leisten wird. Eismärchen wird nach Majd's Integration an die Stutenherde gewöhnt.

      Slap Happy's zufriedenes Schnauben riss mich aus meinen Notizen. Sie hing mit ihrer Nase gleich über mir, während ich nieder schrieb, was mir durch den Kopf ging. Etwas Neues, zu dem mich Catalina gebracht hatte. Sie schrieb häufig und so fanden sich seit Kurzem auch in meinem Skizzenbuch kleine Textpassagen zusätzlich zu den Zeichnungen. Talentiert war ich nicht, aber es half doch sehr einfach mal alles von der Seele zu schreiben, was passiert war. „Komm jetzt!“ - Wenn man vom Teufel spricht. Denali und Catalina waren schon fast am Hoftor, als ich gerade mal aufsaß. „Warte!“ Gemeinsam ritten wir die kurze Allee entlang, bis sich die Felder Lincolnshires vor uns zeigten.
    • sadasha
      21. Mai 2016
      Ein derber Rückschlag

      Im Grunde wusste ich ja schon, dass es mit Catalina jetzt schwieriger werden würde. Jetzt wo sie schwer krank war. Jetzt wo ich von ihrem Seitensprung wusste. Aber der Anruf den ich gestern bekam, gerade als ich mit dem Beschlagen eines Pferdes fertig war, riss mich vollends aus der Fassung, die ich mir so hart erarbeitet hatte die letzten Wochen. „Deine Freundin ist gestorben, Hunter. Willst du nicht herkommen? Die Ärzte geben uns keine Details.“ hieß es da und die Worte schallten noch so deutlich in meinem Kopf, dass sie mich abermals betäubten, wenn ich nur daran dachte. Zum Glück saß ich, sodass mir das flaue Gefühl, dass sich nun auftat, egal sein konnte. Umkippen konnte ich nicht und in der Sitztasche vor mir waren Beutel für den Fall der Fälle, dass ich mich übergeben müsste. Dann die Ansage der Crew, dass wir in wenigen Momenten landen würden. Da ich mich nicht abgeschnallt hatte über den kurzen Flug von Deutschland nach England, kümmerte mich das monotone Gerede nicht.

      Eine halbe Stunde später war ich in Phase Zwei, auf dem Weg zurück in die Heimat: Lincolnshire. Die Zugverbindungen waren so grottenschlecht und über alle Maße überteuert, dass ich mir den Luxus ein Taxi zu nehmen gönnte. Der Taxifahrer warf immer mal einen verunsicherten bis besorgten Blick zur Seite und sprach mich, als das Navi die Ankunft in 5 Minuten ankündigte, doch noch an: „Sir, ist alles in Ordnung? Sie wirken bedrückt.“ fragte er höflich und wusste das sehr zu schätzen. Ich schenkte ihm zur Besänftigung ein kleines Lächeln. „Alles okay. Tut mir leid, dass ich so schweigsam bin.“ Den Rest der Fahrt redete mein Fahrer ununterbrochen. Es beruhigte ihn sichtlich und so war ich ihm nicht böse, auch wenn ich ihm nicht wirklich zuhörte. Ich dachte an Nichts. Zumindest versuchte ich das. Die Leere, die seit dem Anruf in mir herrschte breitete sich in solchen Momenten schneller aus als normal. Dann endlich sah ich die Einfahrt meines Hofes. Höflich wie ich war bedankte ich mich für das Gespräch, gab ein gutes Trinkgeld und stieg aus.

      Auf dem Hof wirkte ein reges Treiben. Dass hier zwei Personen fehlten würde man nicht bemerken, wüsste man es nicht. Gine und Isaac hatten ihre Meute im Griff. Ruby war gerade mit Denali und ihrem Fohlen, dass ich dank meiner Abwesenheit verpasst hatte, auf dem Springplatz beschäftigt. „Hey Honey!“ - „Mom.“ Meine Mutter schnellte mit erhobenen Armen zu mir um mich direkt in den Arm zu nehmen. So fest, dass ich diese Liebkosung abbrach. „Ist gut.“ Besorgt sah sie mich an. Das tat heute jeder.
      Aber die Tatsache außer Acht gelassen, dass ich ein unfassbar schlechtes Gewissen gegenüber Catalina hatte, der ich nicht zur Seite stand in ihren letzten Stunden, ging es mir gut. Ich war nicht mal traurig. Natürlich auch nicht glücklich, ich fühlte einfach... Nichts. „Komm rein, ich hab Essen gemacht. Du hast wieder abgenommen!“ Wieder warf sie einen besorgten Blick auf mich, diesmal musterte sie mich kurz von oben nach unten. Ich ließ mich ins Haus bugsieren, wo mein Vater gerade fertig mit dem Essen war. „Gut dich zu sehen, Junge!“ Ich nickte. Meine Eltern waren überfürsorglich. Sie hatten ihre Gründe, aber im Moment hielt ich das für unnötig. Noch bevor ich saß, hatte meine Mutter mir einen Teller fertig gemacht und vor die Nase geschoben. Nach Essen war mir nicht zu Mute und so stocherte ich lediglich ein wenig herum, bis meine Mutter mir nach einer halben Stunde den Teller wieder abnahm und ihn so verpackte, dass ich ihn mir sollte ich doch Hunger bekommen, wieder warm machen konnte. „Was willst du jetzt machen?“ fragte mein Vater schließlich und unterbrach damit die herrliche Stille der letzten vierzig Minuten. „Ins Krankenhaus fahren.“ Mit den Worten stand ich auf und warf einen Blick aus dem Fenster. Es war trocken und noch immer hell draußen. Zwar kündigte sich schon lange der Herbst an, so war es dennoch noch nicht zu spät das Motorrad zu nehmen. Sowohl mein Vater, als auch meine Mutter sahen mich entsetzt an, als ich mich wieder zu ihnen wandte. „Was?“ fragte ich verwirrt und verließ das Zimmer ohne eine Antwort abzuwarten. „Fahr vorsichtig!“ rief mir Mutter hinterher.
      Auf dem Weg nach draußen schnappte ich Schlüssel, Jacke, Handschuhe und Helm vom Flur auf und machte mich vor meiner Maschine fertig.

      Etwa zwanzig Minuten später stand ich an der Rezeption im Krankenhaus. „Ich würde gerne mehr über Miss Dixon's Tod erfahren. Ich bin- ...ich war war ihr Partner.“ Die Frau musterte mich kurz, war einen Blick auf ihren Bildschirm und tippte irgendwas in ihre Tastatur. „Tut mir leid, ich darf Ihnen keine Auskunft geben. Nur Familienangehörige.“ Ich brummte unzufrieden. „Wo finde ich ihren Arzt?“ Die Dame sah mich vielsagend an. „Aber Sir. Haben sie Kontaktdaten von Miss Dixons Angehörigen?“ Einen Moment lang spielte ich mit dem Gedanken die Gelegenheit auszunutzen. Sie bekommt Kontaktdaten, ich bekomme Antwort auf meine Frage. Dabei hatte ich nicht mal Kontaktdaten. Darüber hatten wir nie gesprochen. „Konnten Sie niemanden erreichen?“ fragte ich entgegen meines Planes. Die Dame nickte eifrig. „Doch doch, ein paar haben wir erreicht. Aber man weiß ja nie.“ Merkwürdige Antwort. Dann sah ich den Arzt vorbeilaufen, von dem ich wusste, dass er Catalina behandelt hatte. Ich lief ihm hinterher und hielt ihn schließlich an. „Dr. bitte, einen Moment nur.“ bat ich und er hielt inne. „Was genau ist mit Miss Dixon passiert? Sie wissen schon, die schwer CF kranke Frau?“ Der Mann seufzte und sah mich durchdringend an. „Erstens, darf ich Ihnen dazu nichts sagen, außer dass sie gestorben ist. Zweitens, sollten Sie es vielleicht bei den Angehörigen versuchen. Sie sind wohl im Hotel gleich gegenüber, hab ich gehört. Und Drittens, sollten sie dringend schlafen, sie sehen nicht mehr gesund aus.“ Wieder einer dieser besorgten Blicke. „Danke.“ sagte ich und lächelte nun tatsächlich, ganz ehrlich. Endlich eine gute Nachricht. Als wäre ich dabei einen Termin zu verpassen, rannte ich den kompletten Weg aus dem Krankenhaus und orientierte mich dann kurz um das Hotel ausfindig zu machen. Es gab nur eines hier und so ging ich zu Fuß rüber und fragte nach Dixon. Man leitete mich weiter und schließlich stand ich vor drei Personen, die mich ein wenig misstrauisch ansahen. „Hi.“ unangenehmer konnte diese Situation kaum sein. „Sie sind Verwandte von Catalina Dixon?“ fragte ich zögerlich und bekam ein ebenso zögerliches Nicken zurück. „Und wer sind sie?“ fragte der einzige Mann in der Runde. „Hunter Crowley.“ sprudelte es aus mir heraus. „Ehm, Catalina's Freund.“ fügte ich schnell hinzu, als eine der Frauen eine Augenbraue hob. Jetzt schienen sie etwas mit mir anfangen zu können, was nicht hieß, dass sie offener wurden. „Gut, chrm... Ich wollte auch nur fragen wann ihre Beerdigung ist.“ log ich und bekam prompt eine Antwort, bevor sich alle drei wieder abwandten. Unzufrieden mit diesem Resultat verließ ich das Hotel wieder und fuhr zurück nach Hause um dort gleich müde ins Bett zu fallen.

      „AUFSTEHEN!! Aufstehen, aufstehen, Auuuufsteheeen!“ jemand rüttelte mich grob wach und hielt mir schließlich seine eiskalten Finger an die Wange. „Los jetzt, mach dich fertig!“ Gine... Wiederwillig richtete ich mich auf. „Was ist denn los?!“ - „Slap Happy's Fohlen kommt, das willst du ja wohl nicht verpassen oder?“ Sofort war ich hellwach. Nein, ihr Fohlen wollte ich unter keinen Umständen verpassen! Schneller als Gine gucken konnte war ich angezogen und lief runter in den Stall. Tatsächlich, meine braune Stute lief in ihrer Box Runden und sah immer wieder zu ihrem Bauch. „Geh noch nicht rein.“ riet Gine mir und so wartete ich geduldig vor der Box, bis Slap Happy sich den Wehen ergab und zu Boden sank. Gerade als ich die Boxentüre aufschieben wollte griff Gine erneut ein: „Warte noch, es kann sein, dass sie sich nochmal umentscheidet.“ ernst sah sie mich ab und nahm meine Hände von der Türe. 'Umentscheidet'... sowas macht meine Slap Happy nicht... Nie. „Siehst du!“ - Verdammt! Für einen kurzen Moment hatte ich tatsächlich geglaubt meine Stute in diesem Punkt zu kennen. Die große Braune stand wieder, den Kopf gesenkt, als würde sie überlegen was sie nun tun sollte. Ein zwei Schritte ging sie nach vorne und sank dann wieder zu Boden. Einige Minutenlang lag sie komplett auf der Seite, bis sie sich noch einmal halb aufrichtete um zu ihrem Bauch zu sehen. „Gut, wir können jetzt rein. Sie wird denke ich nicht mehr aufstehen.“ - Gine schob die Türe auf - „Kann ich helfen?“ der irische Akzent verriet mir, dass Isaac gleich hinter mir stand. „Vielleicht.“ sagte Gine knapp und prüfte fachmännisch die Lage. Dafür, dass sie sonst immer sehr aufdringlich und kommunikativ war, war sie jetzt ausgesprochen ruhig und professionell. Isaac und ich kamen in die Box und schoben die Türe zu. Ohne überhaupt zu fragen schritt ich zum Kopf meiner Stute, hockte mich hin und fing an sie zu kraulen. Am Hals, an den Ohren und schließlich strich ich mit der flachen Hand über ihr hübsches Gesicht. Isaac sah sich die Lage von hinten. „Also in Irland... Da machen wir das anders.“ fing er lachend an zu erzählen um die Spannung zu nehmen. „Da kommen die tragenden Stuten auf die Weide un-“ - „Halt-die-Klappe!“ fauchte Gine ihn an. „Da kommt es!“ Ein breites Grinsen schlich sich auf ihre Lippen und als es ihr möglich war griff sie beherzt die Füße des kleinen Pferdes und erleichterte meiner Stute so das Abfohlen. „Es liegt super, sie macht das toll!“ - „Ist ja auch nicht ihr Erstes...“ brummte ich; zu leise, um von den beiden gehört zu werden. Es vergingen gefühlte Stunden bis das Fohlen mit einem letzten Schub den Mutterleib vollends verlassen hatte. Es war durch und durch braun, ein Hinterhuf erstrahlte aber in hellem Beige und etwas versetzt von der Mitte der Stirn fanden sich ein paar einzelne weiße Härchen. Es war ein Hengstfohlen, das ich mir schöner nicht hätte erträumen können. „Der dunkelt bestimmt noch nach, wenn er wächst. Die paar weißen Haare kannst du dir abschminken.“ fachsimpelte Isaac. „Das verwächst sich alles und der Huf dunkelt auch nach.“ Gine war dem groß gewachsenen Iren einen abwertenden Blick zu. „Er ist gut wie er ist. Hör auf ihn schlecht zu machen.“ Ich grinste. Auch Isaac lachte, was er aber im Grunde immer tat. „Sie hat recht.“ griff ich ein, bevor die beiden sich in eine Diskussion reiten konnten wie ein altes Ehepaar. „Er ist gut. Punkt.“ Ich stand auf und streckte mich ausgiebig. Slap Happy blieb noch einige Minuten liegen und solange wachte Gine über sie und das Hengstfohlen. „Isaac, an die Arbeit. Gine fällt für die nächsten stunden aus, sie muss die zwei im Auge behalten, damit nichts schief geht.“ - „Oh du reitest also auch mal wieder eines deiner Pferde?“ - „Fang bloß nicht an wie Steven mein Freund.“ ich schmunzelte. Isaac lachte wieder und legte mir brüderlich eine seiner großen Hände auf die Schulter. „Niemals, mein Hübscher.“ Verwirrt sah ich ihn an und bekam einen verruchten Blick als Antwort. Da ich nicht schwul war, wirkte das nicht und so räusperte ich mich und warf einen kurzen Blick auf die Boxenschilder. „Guuut... Isaac, kannst du die western gerittenen übernehmen?“ - er nickte - „Ich mache dann Pendragon, Ocean, Eismärchen...“ Isaac ließ einen verträumten Seufzer los „...und Ray. Alles Okay?“ prüfend blickte ich ihn an. Der Ire nickte und wirkte als hätte er irgendwelche Drogen genommen. „Dann los.“ mit den Worten drehte ich mich um. Missy, Lamperd und Majd waren seit ein paar Stunden auf der Galopprennbahn eines Bekannten. Princess Sansa und Iceflower waren wie schon seit Monaten auf Trainingsurlaub, bis sie ihre Zuchtzulassung bekommen. Die übrigen Stuten, also Denali und Arcany, hatten noch ihr Fohlen bei Fuß und standen mit eben diesen und Savory Blossom auf der größten Weide, die wir bieten konnten. Das heute kurz gehaltene Training mit den Pferden tat gut und bis zum Abend hatte ich vergessen, warum ich überhaupt hier war. Erst als ich auf Mr. Raw Depression saß, ihm die Zügel lang ließ und meine Gedanken abschweiften kam mir Catalina's Tod wieder in den Sinn. In fünf Tagen ist die Beerdigung. Dann würde noch einmal ihre Verwandten treffen, die nicht sonderlich überzeugt von mir waren. Sollte ich mir das wirklich antun? Immerhin hatte auch das Verhältnis zu Catalina am Ende einen Knacks. Nein. Sie hatte es verdient, dass ich ihr die letzte Ehre erweise, egal was sie getan oder nicht getan hatte. Wer weiß schon, was wirklich passiert ist.

      Gedankenverloren stieg ich ab und führte Ray auf die Stallgasse, sattelte ihn langsam ab und stand dann wie paralysiert da und starrte seine Beine an, die eben noch Bandagen trugen. Wo waren die hin? „Hey, hast du schon ein Namen für Slap Happy's Hengstfohlen?“ jemand schlug mir unwirsch die Hand auf den Rücken, sodass ich jäh aus meiner Trance erwachte und hochschrak. „Woah, ich wollte dich nicht erschrecken, sry.“ Isaac sah mich stirnrunzelnd an. „Also?“ Seine Gesichtszüge lockerten sich und es bildte sich ein erwartungsvolles Grinsen. Lachte er denn wirklich immer? „Nein, ich hab mir da noch keine Gedanken zu gemacht.“ gab ich zur Antwort und sah in die Bandagentasche, wo jemand feinsäuberlich die Bandagen verstaut hatte. „Warst du das?“ Isaac nickte eifrig. „Danke.“ ich lächelte und packte zu guter Letzt Bandagentasche, Trense und Putzkiste auf einmal um sie in die Sattelkammer zu bringen. Als ich wieder kam stand nur noch Isaac auf der Stallgasse. „Bist du mit deinen Kandidaten durch oder wieso nimmst du mir meine Arbeit weg?“ ich schmunzelte, er sollte sich nicht angegriffen fühlen. „Ach weißt du...“ fing er an und legte mir abermals einen Arm um die Schultern, was mir ein unangenehmes Gefühl einbrachte. „Ich dachte mir, etwas Unterstützung und Aufmerksamkeit, würde dir heute nicht schaden. Als Gine vorbeikam und ein gelachtes „Na ihr zwei Süßen?“ in den Raum warf löste ich mich aus Isaac's Griff und machte mich auf ins Haupthaus um mit meinen Eltern die nächsten Tage zu besprechen. Ich würde nach Catalina's Beerdigung wieder abreisen. Noch ein Jahr Ausbildung in der deutschen Eifel hatte ich vor mir, bis ich wieder endgültig nach England zurückkehren konnte. Die wenigen Tage zu Hause wollte ich dann wenigstens sinnvoll nutzen. „Die Jenkins Brüder aus Kalifornien haben sich gemeldet, sie wollten dich sprechen?“ fragte meine Mutter mehr als dass sie es sagte. „Haben sie gesagt, was sie wollen?“ fragte ich zurück und sie schüttelte den Kopf. „Gut, dann war es sicher nichts Wichtiges.“ Die beiden hatten immer irgendwelche Probleme mit denen ich nichts zu tun haben wollte. Hätte ich ihnen mal nie die Trakehner verkauft... Dann hätte ich heute meine Ruhe. Ich ließ den Tag mit einer Zigarette und meinem Skizzenbuch ausklingen. Ich zeichnete Nonsense... Nichts Nennenswertes, nicht mal etwas, das mit dem Tag heute zu tun hatte. Alles in mir versuchte im Moment auszublenden, was in Wirklichkeit geschehen war. Das machte diese Zeit erträglicher. Die nächsten Tage würde ich viel mit den frisch weitergebildeten Pferden arbeiten. Würde die Zuchtplanungen für nächstes Jahr erledigen und Namen für die drei aktuellen Fohlen finden. Vielleicht fand sich sogar schon ein Interessent für das Reitpony Stutefohlen? Jedenfalls plante ich so, dass zwischen der Arbeit kaum Pausen lagen in denen ich zu viel nachdenken konnte. So zumindest die Strategie.

      15.336 Zeichen
    • sadasha
      29. Mai 2016
      Neue Gesichter

      Ein gleichmäßiges Surren, ein regelmäßiges Piepsen und hin und wieder Schritte drangen an meine Ohren. Die Lider waren schwer und der gesamte Rest des Körpers fühle sich an wie Blei. Dann kam jemand näher an mich heran, das hörte ich an den Schritten. „Mr. Crowley?“ eine unbekannte Frauenstimme. Ich öffnete die Augen und sah in ein fremdes Gesicht. „Gut Sie sind wach.“ sie lächelte mich an und verschwand wieder. Ich hätte mich so gerne aufgerichtet um zu sehen wo sie hinging, aber mein Körper war zu träge. Wenige Minuten später kam die Frau zurück in Begleitung eine weitere Ärztin. Ich wusste mittlerweile wo ich war. Aber wie war ich her gekommen? „Wie fühlen Sie sich?“ fragte die deutlich jüngere Ärztin und prüfte die Werte, die die Geräte anzeigten, an denen man mich angeschlossen hatte. Mein Mund war staubtrocken, würde ich jetzt etwas sagen wollen, würde es sowieso niemand verstehen. Stattdessen hob ich den Kopf vom Kissen um das Zimmer anzusehen. „Sir?“ sie drückte mich wieder zurück und leuchtete mir in die Augen. „Können Sie mir sagen, welcher Tag heute ist?“ Noch eine Frage... Ich räusperte mich. „Mittwoch.“ meine Stimme war rau, aber besser als ich es erwartet hätte. Die Schwester lächelte immer noch. Sie war von eher plumper Statur und mit Sicherheit schon über vierzig. Die Haare hatte sie zu einem festen Knoten gebunden. „Nun, wir haben Samstag. Nur für's Protokoll.“ Die Ärztin wirkte weniger freundlich, aber vermutlich hatte sie einfach Stress. Sie war jung, vielleicht in meinem Alter? Aber durch die Stressfalten und den strengen Gesichtsausdruck wirkte sie älter. „Mr. Crowley. Wie fühlen Sie sich?“ wiederholte sie mit Nachdruck. Gute Frage! Keine Ahnung. Ich weiß ja nicht mal wie ich hergekommen bin. Das Gefühl fand nach und nach seinen Weg zurück in die müden Glieder. Einen Versuch mich aufzurichten vereitelte die Schwester sogleich. „Was ist passiert?“ fragte ich zurück, da ich keine Antwort auf die Gefühlsfrage wusste. „Woran erinnern Sie sich?“ Fragen... wieder eine neue! Könnte Sie mir nicht einfach antworten. „Mhm...“ ich dachte tatsächlich nach, aber konnte nichts entdecken, was mich hierher hätte bringen können. „Was ist das letzte, was Sie Ihrer Erinnerung nach getan haben?“ Wahnsinn, die Ärztin konnte lächeln. Das Letzte... „Ich hab mein Pferd für ein Turnier vorbereitet und wir wollten es in den Hänger laden. Aber...“ ich legte die Stirn in Falten, das konnte nicht sein. Pendragon ist eines der ausgeglichensten Pferde, die wir auf dem Hof haben. Außerdem... „...das war aber mittwochs.“ Was ist denn passiert, zur Hölle?! Die Ärztin stellte mir noch einige belanglose Fragen, die ich zur Hälfte nicht beantworten konnte. Dennoch wirkte sie am Ende halbwegs zufrieden. „Physisch geht es ihnen den Umständen entsprechend gut. Aber wegen ihren Erinnerungen setz ich einen Psychologen auf sie an, das gefällt mir nicht.“ sprach sie jetzt absichtlich nicht im Fachchinesisch, weil sie mich für irre hielt? Ich nickte nur und sie verschwand. Die Schwester hatte sich schon während des Gesprächs aus dem Staub gemacht.

      Über Mittag wurde ich auf Normalstation verlegt, bekam allerdings ein Einzelzimmer. Gut eine Stunde später trudelte eine abgehetzte Person ins Zimmer, zog einen der umstehenden Holzstühle zu sich und setzte sich erstmal um zu verschnaufen. „Alles okay?“ fragte ich, als die Frau auch nach gut einer Minute noch nichts gesagt hatte. Endlich wandte sie sich mir zu. „Ja, ehm, Mr. Crowley, richtig?“ sie warf einen Blick auf ihr Klemmbrett und sah dann wieder zu mir. Ich richtete mich etwas auf und nickte. „Guten Tag, ich bin Ihre psychologische Betreuung für die nächsten Wochen.“ Hatte ich da jetzt richtig gehört? Für die nächsten WOCHEN?! Ich schluckte, aber sie lächelte mich weiterhin unverhohlen an und rückte näher ans Krankenbett. „Sie haben Schwierigkeiten sich zu erinnern, wie sie hier her gekommen sind, hab ich gehört?“ Sie sagte das mit einer Süßlichkeit in der Stimme, dass ich das Gefühl hatte, sie wollte nun Freundschaft schließen. Psychologenspielerei. „Ja.“ antwortete ich knapp und bemühte mich ihr nicht in die Augen zu sehen. „Das Letzte woran Sie sich erinnern ist, dass sie ihr Pferd transportfertig machten.“ Ich nickte abermals. „Sie reiten?“ Wieder nickte ich. Sie lachte leise. Ihre Stimme war sanft und ruhig, aber dennoch sehr feminin. „Man trifft nicht häufig Männer, die im Reitsport unterwegs sind. Wie kamen Sie dazu?“ Verdammt! Keine Ja/Nein-Frage. Ich atmete tief ein und aus. „Ich bin so aufgewachsen.“ Das war die kürzest mögliche Antwort, die mir einfiel und ich ahnte bereits, dass ihr das nicht reichen würde. Unsicher sah ich zu ihr, in Augen die so grün waren, dass selbst das Gras daneben Grau wirkte. Fesselnd. Ich wandte den Blick ab. Ich wollte ihr nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken, auf Psychologengespräche hatte ich keine Lust. „Nun.“ fing sie an und ich atmete laut aus, sah aus dem Fenster auf der anderen Seite des Betts. In eben diesem Moment setzte sie sich noch ein Stück näher an mich heran, näher ging jetzt nicht mehr. Ihre Knie berührten die Stangen des Bettrahmens. „Was genau machen Sie denn im Reitsport?“ Vollendete sie ihre nächste Frage und ignorierte meine Abneigung. „Hauptsächlich Springreiten.“ Wieder eine knappte Antwort. Nichtmal sonderlich spezifisch, aber wenn ich jetzt Military oder Cross Country gesagt hätte, wüsste sie vermutlich nicht mal was das ist. „Und was für ein Turnier war das wo sie mit ihrem Pferd hin wollten?“ - „Springturnier.“ Man war ich dreist. Sie schnaubte verächtlich. „Mr. Crowley...“ sie hörte sich tadelnd an, also wandte ich mich ihr wieder zu. „Ja, Miss...?“ sie hatte mir nicht mal ihren Namen verraten. „OH, mein Name ist Kerry Robertson! Das hab ich in der Eile ganz vergessen.“ Ein verschmitztes Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht. Ich schmunzelte zufrieden. War sie neu in dem Job? „Nun, Sie müssen sich etwas auf mich einlassen, sonst klappt das hier nicht.“ Ich schmunzelte weiter und schien sie damit ein wenig aus der nicht vorhandenen Ruhe zu bringen. „Was soll ich machen?“ fragte ich und freute mich innerlich darüber, die Zügel in der Hand zu haben. „Sie... ach...“ Sie winkte ab und vergrub sich in ihren Akten. „So hat das keinen Sinn mit Ihnen. Wenn Sie nicht wollen, kann ich auch nicht helfen.“ Meine Rede... Ich setzte mich nun ganz auf und spürte zum ersten Mal warum das Krankenhaus aktuell der richtige Ort für mich war. Ein betäubender Schmerz zog vom Knie bis hoch in die Hüfte und ließ mich keuchend zurück in die Kissen sinken. „Alles okay?“ diesmal war es Miss Robertson die diese Frage stellte. Ich lachte, da hatte sie gut gekontert. „Alles Bestens!“ log ich und sie spielte an ihrem Pieper rum. „Sie haben auch so einen?“ fragte ich ohne eine Antwort zu erwarten. Der Schmerz ließ langsam wieder nach und ich entspannte mich. „Ja, ich hab auch so einen.“ wiederholte sie lächelnd. „Nun, Sie wirken nicht auf mich, als hätten Sie Spaß daran sich Schmerzen zuzufügen. Wieso haben Sie sich aufgerichtet obwohl ihr Bein kaputt ist?“ Ich schluckte. Ertappt! „Ich hatte keine Ahnung...“ antwortete ich unsicher. „Ich weiß nicht mal was mit dem Bein ist.“ - „Oh, ich schon.“ sie lächelte. „Ich weiß auch wie Sie hier her gekommen sind. Aber ich hätte es lieber, wenn Sie sich selbst daran erinnern würden.“ Die Situation wurde zunehmend unangenehmer für mich. „Interessant, dass Sie scheinbar mehr über mich wissen als ich.“ - „Nicht mehr über Sie, aber mehr über die letzten Stunden, bevor sie hier aufgewacht sind.“ korrigierte sie mich sofort. „Nagut, ruhen Sie sich aus. Ich schicke Ihnen jetzt einen Arzt, nicht dass da noch mehr kaputt gegangen ist.“ sie schielte zu meinem Bein. „Bis morgen. Vielleicht schau ich auch heute Abend nochmal kurz rein um Gute Nacht zu sagen.“ scherzte sie und verließ das Zimmer.

      Am Abend kam Miss Robertson tatsächlich noch einmal rein, davon bekam ich allerdings herzlich wenig mit, da ich bereits schlief. Der nächste Tag begann, indem man mich unwirsch aus einem Traum riss. „Mr. Crowley. Gut, da sind Sie ja. Sie haben im Traum gesprochen, erinnern Sie sich daran?“ Ich war vollkommen außer Atem, nass geschwitzt und absolut verwirrt. Miss Roberston saß vor mir, hellwach, mit einer Tasse Kaffee in der linken, ihrem Klemmbrett in der rechten Hand. „Ich, ehm... nein.“ Ich runzelte die Stirn. „Gut beruhigen Sie sich erstmal.“ Sie beobachtete wie sich mein Brustkorb in viel zu schnellem Tempo hob und sank. Ein paar Minuten Ruhe gönnte sie mir, bis sie mich wieder ansprach. „Erinnern Sie sich jetzt?“ Sie wirkte wesentlich professioneller heute. „Ich bin mir nicht sicher.“ gab ich zu und wühlte in meinen Gedanken. Ich war absolut verwirrt. Wie spät war es eigentlich? Ich suchte verzweifelt nach einer Uhr, doch es hing keine in diesem Raum. „Ich weiß, dass ich nach dem Turnier am Mittwoch nach Hause kam und dass am Samstag, an dem ich hier aufgewacht bin, ein weiteres anstand.“ - „Soso... erinnern Sie sich auch an Details vom Samstag?“ Sie sah nur beiläufig zu mir. Sie war so abweisend. Und wie ich mich erinnerte. „Ja...“ Noch bevor Miss Robertson weiter stochern konnte, erzählte ich von mir aus wie diese Details aussahen. „Wir waren im letzten Drittel der Strecke. Mit wir meine ich mein Pferd und mich. Es war komplett verregnet, wir waren beide bis auf die Haut durchnässt. Bei so einem Turnier keine Seltenheit, das waren wir gewohnt. Dennoch... So erfahren wir auch beide waren, bei einem Wasserhindernis, wo wir von einem kleinen Abhang in Gewässer springen mussten, rutschte mein Pferd beim Absprung ab. Ich erinnere mich noch, dass ich mit einem Fuß im Steigbügel hängen geblieben bin... Weiter weiß ich nicht.“ Die Psychologin nickte anerkennend. „Mehr können Sie nicht wissen, weil sie bewusstlos wurden.“ Mein Magen zog sich zusammen. Was war mit Lamperd passiert? „Wissen Sie ob mein Pferd okay ist?“ fragte ich hoffnungsvoll, doch die Frau schüttelte entschuldigend den Kopf. „Aber vielleicht können Ihnen Ihre Verwandten da weiterhelfen, die dürfen Sie ab heute Nachmittag besuchen.“ Freude mischte sich in das mulmige Gefühl.
      „Gut, wir haben denke ich heute eine Menge erreicht, heute Abend sehe ich nochmal vorbei.“

      Am Nachmittag kamen wie versprochen meine Eltern vorbei. Mit Lamperd war soweit alles in Ordnung, sie hatten aber zur Vorsicht einen Tierarzttermin vereinbart. Selbstverständlich fragte ich auch nach den anderen Schützlingen und hörte nun zum ersten Mal etwas von „den“ Fohlen. Dabei habe ich nur eines im Kopf. Außerdem kam das Gespräch auf Catalina, meine Exfreundin. Ich gab es vor meinen Eltern nicht zu, aber ich hatte keine Ahnung von wem sie da sprachen. Nachdem die beiden wieder weg waren kam jemand und brachte mir ein paar Krücken, damit ich aufstehen konnte. Nach ein paar Übungsschritten, war ich recht sicher unterwegs. Krücken kannte ich schon aus früheren Verletzungen. Miss Robertson fing mich abends vor der Türe ab, wo ich gerade rauchte. „Hier stecken Sie!“ Sie sah mich mit einer Mischung aus Erleichterung und Empörung an. Wie schaffte sie das? Ich stieß einen Schwall Rauch aus und steckte die Zigarette aus. „Schon so spät?“ fragte ich, während ich die angelehnte rechte Krücke wieder in die Hand nahm. Miss Robertson nickte. „Wir können ja etwas spazieren gehen, wenns Ihnen nichts ausmacht?“ Sie schielte auf mein kaputtes Bein. „Gerne.“ gab ich zurück und wir schlenderten langsam in Richtung Krankenhauspark. „Und wie geht es ihrem Pferd?“ - „Gut soweit.“ - „Das ist schön.“ Eine lange Pause des Schweigens trat ein. Wie konnte ich am besten ansprechen, dass ich mich nicht an meine Exfreundin erinnerte? Nicht an sie und nicht an alles was mit ihr zusammenhing? „Was bedrückt Sie?“ - „Wie?“ - „Na hören Sie, ich bin Psychologin, ich merke wenn jemand über etwas grübelt.“ Sie lachte leise und bugsierte mich zur nächsten Bank, wo wir uns setzten. „Mhm... Da... Meine Eltern haben heute Nachmittag eine Frau erwähnt, meine Ex-Freundin...“ - „Ja?“ sie wirkte verwirrt. Konnte sie mir noch folgen oder war das jetzt schon zu kompliziert? Einen Moment zögerte ich, dann fuhr ich fort. „Ich erinnere mich nicht an sie... auch nicht an sämtliche Ereignisse die mit ihr in Verbindung stehen. Es ist mir alles fremd. Klingt das irgendwie logisch?“ Nun war es an Miss Robertson zu grübeln. „Es wäre da natürlich gut mehr über Sie und Ihre Freundin zu wissen.“ - „Ex...“ korrigierte ich. „Und für mehr Infos sind Sie bei mir im Moment falsch...“ ich lachte. Das ganze war so verrückt. Wie konnte man denn eine ganze Person einfach vergessen? „Wäre es möglich ihre Ex-Freundin herzubestellen?“ Ich schüttelte den Kopf. „Sie ist vor Kurzem gestorben.“ Ihre Augen weiteten sich, als hätte sie gerade den Einfall ihres Lebens. „Das wäre möglicherweise eine Erklärung.“ - „Ach ja?“ - „Traumatische Erlebnisse werden manchmal verdrängt.“ - „Aber wieso erst nach dem Unfall?“ Ich war verwirrt. „Weil sie sonst daran kaputt gegangen wären... Ich werde morgen mit ihren Eltern sprechen, wenn Ihnen das recht ist?“ Ich nickte. „Gut, dann belassen wir es für heute dabei.“ Wir standen auf und gingen gemeinsam zurück ins Krankenhaus, wo sich unsere Wege schließlich trennten.
      Die nächsten Tage waren für Miss Robertson sehr aufschlussreich. Sie wusste jetzt wo sie anpacken musste. Mein Erinnerung kam dennoch nicht zurück. Sie riet mir nicht in Panik zu geraten, das würde nach und nach kommen, wenn ich wieder nach Hause käme. Erstmal wurde ich in Reha geschickt, wo ich die nächsten vier Wochen verblieb. Erst danach kehrte ich nach Hause.

      „Oh mein Baby!“ meine Mutter schloss mich wie immer, wenn ich lange weg war oder etwas passiert war in ihren Arm. Dieses mal wehrte ich mich nicht dagegen. Zum einen weil sich das auf Krücken schwer gestaltete und zum anderen, weil doch ganz gut tat. „Miss Robertson hat gesagt sie möchte versuchen mindestens jeden zweiten Tag einmal herzukommen, damit du nicht in die Tagesklinik musst. Sie denkt das wäre hilfreicher für dich in deiner gewohnten Umgebung.“ Ich nickte und lächelte. „Ja, das hat sie mit mir abgesprochen. Alles okay.“ Mein Vater schleppte nach der Begrüßung meine Tasche ins Haus. „Willst du was essen?“ Das änderte sich wohl nie. Ich lachte. „Nein, danke. Ich geh in den Stall.“ Ich wollte sehen ob das meinem Kopf auf die Sprünge half. Zu meinem Entsetzen fand ich hier einige Pferde, die mir nichts sagten. „Haben wir Einstaller bekommen?“ Fragte ich Gine verwirrt, da sie gerade mit CHH' Lamperd auf der Stallgasse stand. Sie schüttelte besorgt den Kopf. „Aber erstmal 'Hi'. Schön dich wieder zu sehen.“ Den Striegel noch in der Hand kam sie auf mich zu und umarmte mich kurz. Sie wirkte furchtbar besorgt. „Alles okay?“ fragte ich schließlich, wer weiß was ich noch vergessen hatte. Ich wollte keinesfalls grob wirken, indem ich meine Mitarbeiter ignorierte. Sie schüttelte bedächtlich den Kopf, eine Träne rollte über ihre Wange. „Was ist denn passiert?“ ich lehnte die Krücken an die Boxentüre und öffnete die Arme um sie zu halten. Kaum hatte sich sie eingeschlossen fing sie an zu schlurchzen. „Hey...“ Behutsam strich ich über ihren Hinterkopf. Dann löste sie sich aus der Umarmung und sah mir mit feuchten Augen an. „Du erinnerst dich wirklich an Nichts?“ fragte sie. „Nun, 'Nichts' ist ein hartes Wort. Ich kenne Lamperd da hinten, ich kenne dich... Slap Happy und Samson sind mir auch ein Begriff und von Slap Happy's Fohlen weiß ich auch noch.“ - „Welches?“ - „Na den braunen Hengst.“ Verdutzt starrte sie mich an. „Moment, du erinnerst dich an Raving Hope Slayer, aber nicht an Bearing Spots und Accomplishment? Wie geht das, die beiden waren vor dem Hengst da.“ Was fragte sie mich das... „An wen erinnerst du dich noch?“ Sie zog mich ein Stück durch die Stallgasse. „Was ist mit dem hier?“ Ihr Blick fiel auf einen braun gescheckten Araber. „Keine Ahnung.“ - „Das ist Majd. Du hast ihn von Catalina bekommen. Genauso wie Eismärchen, Arcany und Pendragon. Arcany ist übrigens die Mutter von Accomplishment.“ - „Mhm...“ Ich hatte längst den Faden verloren. „Den nächsten kenn ich. Das ist PFS' Heart of Ocean.“ Zufrieden grinste ich, während Gine lachte. „Und ich hatte noch zwei Stuten dazu. Iceflower und Princess Sansa.“ Sie nickte anerkennend. „Die beiden sind übrigens bald bereit für ihre Zuchtzulassung, du kannst dir schon mal was überlegen für die jeweilige Kür.“ Sie warf das so nebensächlich rein. Das war doch großartig! Und es würde mich die nächsten Tage etwas ablenken von meinen eigentlichen Problemen. „RAY!“ Hätte mein kaputtes Bein mich schon richtig getragen, hätte ich mich aus Gine's Unterstützung gerissen und wäre zur Box meines zweiten Vollbluthengstes gelaufen. „Ah, den kennst du auch noch, eh?“ Sie grinste und rieb sich mit einer Hand über die noch immer etwas feuchten Augen. „Bear Totem's Denali ha-“ - „Denali kenn ich noch.“ - „Ja, sie ist die Mutter von Bearing Spots. Das zweite fohlen an das du dich nicht erinnerst.“ Wieder brummte ich. „Wo stehen die Stuten?“ - „Sie sind draußen. Komm.“ Gemeinsam schlenderten wir zu den Weiden, wo ich auch Missy und Moulan wieder erkannte, wenn auch nur nach reichlich Überlegungszeit. „Zwei sehr expressionistische Scheckungen.“ fiel mir auf. „Ja, die helle ist Bearing Spots und die Braune ist PFS' Savory Blossom. Sie sind Halbgeschwister.“ Das erklärte die Ähnlichkeit. „Hast du Hunger?“ fragte ich Gine schließlich. Als sie nickte gingen wir ins Haus, sammelten auf der Stallgasse meine Krücken ein und aßen etwas. Meine Mutter freute sich, dass ich mich doch entschlossen hatte noch etwas zu essen, obwohl ich voll war. Es hätte sie gekränkt, wenn ich ohne ihr Essen schlafen gegangen wäre. Die nächste Zeit würde es viel zu regeln geben. Erst am nächsten Morgen begriff ich wie hart es für mich war so viele für mich fremde Pferde im Stall stehen zu haben. Einige davon gehörten noch Catalina und mussten verkauft werden.

      17.893 Zeichen
    • sadasha
      06. September 2016
      Exhausting

      Bei vier Fohlen und zwei Neuzugängen, die eingewöhnt und in den Alltag integriert werden müssen bleibt nicht viel Zeit um über anderes nachzudenken. Die Therapie steckt aktuell auch fest. Ich mein, es geht mir gut... aber Erinnerungen kamen bisher nur wenige zurück. Mit den Pferden bin ich wieder vertraut wie eh und je. Meinem Bein geht es ebenfalls wieder gut. Meine Eltern halten wieder Ausschau nach Pferdetrainern und geben mir immer kurz vorher Bescheid, wenn einer kommt. Zuletzt kam spontan jemand um den Reitponyhengst PFS' Heart of Ocean im Fahren zu trainieren. Er macht es einem nicht leicht, aber er wurde so vorsichtig herangeführt, wie es eben möglich war. Seit gestern ist Ocean offiziell eine Leistungsklasse aufgestiegen. An Iceflower und Princess Sansa kommt er damit zwar nicht heran, aber Eismärchen würde bald ebenfalls auf das A Niveau gebracht werden und dann könnte man daraus ein Gespann bilden. Mal sehen ob das klappt. Noch liefen sich die beiden Tigerschecken nur äußerst selten über den Weg. Die gekrönten Reitponystuten jedenfalls hatte ich meiner Kollegin in Deutschland vermacht. Iceflower und Princess Sansa würden es bei Joicy gut haben.

      Die Fohlen Raving Hope Slayer, Bearing Spots und PFS' Savory Blossom entwickelten sich gut. Herausragend waren sie alle auf ihre eigene Art. Bear Totem's Denali, Arcany und Slap Happy waren wieder vollwertig einsetzbar im Reitsport. Isaac und Gine hatten reichlich zu tun. Ich natürlich auch. Wobei sich meine Arbeit eher bei den Hengsten abspielte, so gerne ich auch mehr Zeit für Scheppi hätte, im Moment war es nicht drin sich ausführlich um meine erste Stute zu kümmern. Nun hatten wir auch noch Scarlet in Birth da, an der Isaac einen Narren gefressen hatte. Moulan war wieder so fit, dass sie auch recht gute Zeiten einlief auf der neuen Rennbahn. Chuckling Dancing Mess brachte gute Leistungen wie immer. Jeder mag Missy. Vielleicht würde sie bald den Besitzer wechseln.

      Mr. Raw Depression, CHH' Lamperd und Pendragon standen gut im Training, da sie für die Decksaison natürlich gut aussehen sollten. Besonders beschäftigte mich bei den Hengsten Majd, den ich vermehrt auf Turnieren vorstellte. Der Araber sammelte so fleißig Punkte, dass er wohl bald für die Hengstleistungsprüfung bereit war. Zu Come Back Cupcake und Samson gesellten sich nun auch zwei Jungpferde: Mephisto und Vikar. Die beiden Gypsy Cobs legten den Grundstein für eine neue Zuchtrasse auf dem Gestüt. Beide Junghengste waren sehr vielversprechend. In erster Linie durften sie aber Kind sein und wuchsen bei den Freizeitpferden auf, weil die Weide für Jungpferde noch im Aufbau war. Eigentlich fing gerade die Phase der Zucht an, in der die Pferde zu 90% zuchtfertig waren, die Ställe gut bestellt, das Personal glücklich und die Kunden ebenfalls. Eigentlich. Uneigentlich fing das Chaos jetzt erst so richtig an. An allen Ecken wurde gebaut. Die Youngsters sollten nicht nur eine eigene Weide, sondern auch einen großzügigen Offenstall bekommen. Nächstes Jahr kamen schon die nächsten Fohlen und dann würde es eng werden, sollten die Ein-, Zweijährigen keinen Platz machen können.

      Das alles heruntergerattert aufzuschreiben zeigt einmal mehr wie hektisch die Tage sind. Die Veränderung klopft von allen Seiten an und verlangt nach Einzug. So schnell konnte ich garnicht laufen um allen gerecht zu werden. Bei weitem nicht. Aber ich tat mein bestes. Heute Stand die Vorbereitung für neue Fohlen an. Sieben Fohlen sollten nächstes Jahr hier zur Welt kommen, wenn alles gut ging. Sieben. Alle außer eines von fremden Stuten, sodass ich zum Teil fremde Stuten auf dem Hof hatte und zum Teil sechs Monate, bis zum Absetzen, immer zwischen dem Hof auf dem die Stute stand und dem Bear Brook EC pendeln musste. Was für ein Spaß. Bei dem Gedanken lief es mir eiskalt den Rücken runter.

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      Haare raufend saß ich am Schreibtisch. Draußen war es bereits dunkel und man hörte nur hie und da ein Wiehern oder Schnauben der Pferde, die nachtaktiv waren. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es bereits 11pm war. Egal. Ein weiterer Schluck Kaffee würde mir wieder etwas Energie einhauchen. „Dein wievielter Kaffee ist das heute?“ Die sanfte Stimme Isaacs klang dumpf in meinen Ohren. Ganz so, als hätte ich es nur geträumt. Schließlich war ich alleine hier und alle anderen schliefen bereits tief und fest. Erst als er mir eine Hand in den Nacken legte schrak ich hoch. Das war definitiv eine bessere Methode um wieder wach zu werden, als abermals einen Schluck kalten Kaffees zu nehmen. Verwirrt drehte ich mich um und sah in ein fragendes, aber immer noch freundliches Gesicht. „Keine Ahnung.“ gab ich mit angeknackster Stimme zur Antwort. „Ich zähle nicht mehr mit.“ - „Du solltest schlafen, was machst du da?“ Neugierig wie er war beugte er sich über mich um zu sehen was ich gerade auf dem Bildschirm hatte. „Die Baufirma, hm?“ Die Stirn in tiefe Falten gelegt las er sich die Mail durch, die ich geöffnet hatte. Nickend klappte ich den Laptop zu. „Gibt es Probleme?“ fragte Isaac besorgt, dessen Hand noch immer auf meiner Schulter ruhte. Mit einer sehr langsamen Bewegung hob ich mich aus dem Stuhl und streckte mich in einem Zug. Ein paar der Rückenwirbel knackten vorwurfsvoll. „Hunter?“ Isaac sah mich noch immer fragend an. „Bitte?“ fragte ich, da ich schon wieder vergessen hatte was er wollte. „Schon gut.“ Jetzt grinste er wieder. „Sagmal willst du heute nicht nach Hause?“ Nun war es an mir ihn verwirrt anzusehen. Es war spät und er noch auf dem Hof. Sein Heimweg daurte rund eine Stunde. Das lohnt sich schon fast nicht mehr für ihn überhaupt loszufahren, falls er noch Schlaf haben wollte. Dann bemerkte ich dass er sowieso den Kopf schüttelte. Gut... war das geplant? „Findest du dein Zimmer oder soll ich dir eine Wegbeschreibung geben? Du siehst aus als würdest du nichtmal den Weg zur Tür finden.“ Belustigt deutete er auf die Tür hinter sich. Ich schnaubte verächtlich. „Danke ich komme zurecht.“ Kam ich nicht. Aber das würde ich niemals zugeben. „Gute Nacht, Isaac.“ beendete ich das merkwürdige Gespräch, klemmte mir den Laptop unter den Arm und schlenderte aus dem Wohnraum um ins Bett zu gehen. Die dumpfen Schritte von Isaac verrieten mir dass er auch schlafen ging. Allerdings führte ihn sein Weg in eines der Gästezimmer. Warum schlief er noch gleich hier, diese Nacht?

      Am nächsten Morgen wurde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen, als meine Mutter ins Zimmer platzte. „Deine Therapeutin ist da!“ Stöhnend zog ich mir das Kissen über den Kopf. „Wie spät?“ fragte ich, bekam jedoch keine Antwort mehr. Nach ein paar Sekunden Halbschlaf richtete ich mich auf und sah aus dem Fenster. Regen... Großartig. Kein Wunder, dass ich nicht wach werde. „Es ist 9am, Hunter.“ Das war nicht meine Mutter. Hektisch sprang ich auf, wandte mich um und riss dabei mein Smartphone vom Nachttisch. Kerry Robertson lachte und sprach sanft weiter. „Guten Morgen!“ Perplex starrte ich sie an. Mittlerweile hatte sie sich an den Rand meines Bettes gesetzt. Was zur Hölle?! „Setz dich, wir müssen reden.“ - „Darf ich mich vielleicht erstmal fertig machen und einen Kaffee holen?“ fragte ich ein wenig schroffer als gewollt. Sie wandte sich um und sah mich herrisch an. „Nein. Setzen!“ Stumm platzierte ich mich neben ihr und starrte auf den Boden vor uns. „So... Man sagte mir du schläfst kaum und arbeitest dich stattdessen lieber kaputt?“ Finster sah ich auf. „Ist das etwas Neues?“ In ihrem Blick erkannte ich, dass sie mir am liebsten irgendwas über den Kopf gezogen hätte für diesen Spruch... einen schweren Atlas oder einen Ziegelstein vielleicht? „Hunter, ich hab die Macht dich in eine Anstalt zu versetzen. Verscherz es dir nicht mit mir.“ Mit vollster Genugtuung sah sie wie ich mich etwas aufrappelte und sie aufmerksam ansah. „Gut so.“ - „Mach dich fertig, wir sehen uns im Stall.“ Ohne eine Antwort abzuwarten stand sie auf und verschwand. Was war das denn für eine Aktion? Was ist los mit den Menschen?

      Eine kalte Dusche und ein Kaffee weckten die letzten müden Glieder in mir und gut eine halbe Stunde nach Kerrys Auftauchen stand ich auf der Stallgasse. Die Pferde waren schon gefüttert und im hinteren Teil des Stalls stand Kerry zusammen mit Gine. Die beiden hatten Pendragon und Ocean geputzt und gesattelt. Die Hengste vertrugen sich und standen mehr oder weniger ruhig da, während Majd in seiner Box am Rad drehte. Neugierig trat ich an die beiden Frauen heran. „Hey Hunni, ich mach heute die Jungpferde, Isaac ist mit den Stuten beschäftigt und dein Vater hat Lamperd schon zur Rennbahn gebracht und longiert gerade Ray ab.“ erklärte sie mir in einer unmenschlichen Geschwindigkeit. „Und warum stehen die beiden hier gesattelt rum?“ fragte ich als ich alles verarbeitet hatte. „Weil wir jetzt einen Ausritt machen.“ antwortete Kerry. Ich lachte kurz, bis ich erkannte dass sie das ernst meinte. „Ich dachte du reitest nicht?“ fragte ich verwirrt. Sie lächelte und stieg auf Pendragon. „Einen gemütlichen Ausritt kriege ich gerade so noch hin. Los, Aufsitzen!“ Seufzend stieg ich in den Sattel. Gine hatte sogar die Steigbügel schon auf meine Länge eingestellt. „Wohin solls gehen?“ fragte ich während wir auf den Innenhof ritten. Kerry zuckte mit den Schultern. „Irgendwo hin wo es schön und ruhig ist.“ - Wald... dachte ich. Aber auf freiem Feld würde ich mich wohler fühlen, also ritt ich über die große Einfahrt vom Hof und überquerte mit Kerry die Straße. Rechts lag nun ein Rapsfeld und links eine Wiese, die erst gegen Jahresende bestellt werden würde. Es regnete übrigens noch immer, aber so schwach, dass sich das Wasser nur schleichend durch die drei Lagen Stoff grub. Einige Minuten ritten wir schweigend hinterinander her. Irgendwann trabte Kerry Pendragon an und holte auf um mit mir sprechen zu können. „Kann man irgendwo Rast machen?“ fragte sie nur. Misstrauisch sah ich sie an. „Der See ist etwa zehn Minuten entfernt.“ Zufrieden grinste sie mich an. Bis zum See sagte niemand ein Wort. Erst als wir ankamen und Kerry abstieg ergriff ich das Wort. „Was hast du vor?“ mir war mulmig. Beim See war ich schon sehr lange nicht mehr, irgendwas hielt mich fern von hier. Das hatte sich nicht geändert. Alles in mir schrie danach wieder zu gehen. „Ich möchte nur mit dir reden, komm schon.“ aufmunternd sah sie mich an. „Steig schon ab.“ Während sie Pendragon abstellte, stieg ich ab. Ocean stellte ich gleich neben den Braunen. „Komm her und setz dich.“ Kann die auch was anderes sagen? Wortlos setzte ich mich neben sie und starrte mit ihr auf die glitzernde Wasseroberfläche des Sees. „Schön oder?“ fragte sie immer noch glücklich. „Wieso bist du so angespannt? Was erwartest du?“ Sie hatte meinen Blick bemerkt und sich nun etwas mehr an mich gewandt. „Keine Ahnung.“ murmelte ich ohne aufzusehen. „Kannst du schwimmen?“ Mit dieser Frage hatte sie etwas in mir zerbrochen. Ich konnte nichtmal sagen was es war. Was ich wusste war, dass mir jetzt tausende Gedanken durch den Kopf schossen. Alle drehten sich um den See und um die Erinnerung an einen Tag... Erst als Kerry mich erneut ansprach konnte ich klarer denken. „Komm ins Wasser. Das wird dir gut tun.“ Ungläubig sah ich sie an. Sie war mitsamt Kleider einfach in den See gegangen und ein bisschen rausgeschwommen. Das nannte sie Therapie? „Was für eine Methode ist das?“ fragte ich immer noch abgeneigt. Was auch immer sie versuchte, es klappte nicht. „Konfrontationstherapie, Hunter. Komm her, dann erkläre ich es dir.“ sagte sie ruhig und damit so leise, dass ich es fast nicht verstand. Ein hilfesuchender Blick zu den Pferden verriet mir, dass es wohl kaum einen Weg gab der mich am eiskalten Nass vorbeiführte. Langsam tastete ich mich ans Wasser heran bis ich mich schließlich ans Ufer setze. „So jetzt bin ich nass, reicht das?“ - „Nein.“ Ich seufzte schwer und schwamm zu ihr. Wieder schossen Erinnerungen an mir vorbei. Sie waren sehr wage, aber ich wusste jetzt dass ich mit Catalina hier war. Das war damals unser erstes 'Date'. „Können wir wieder an Land? Das Wasser ist eiskalt.“ - „Man gewöhnt sich aber daran.“ warf Kerry ein und grinste mich an. „Willst du dann reden?“ Ich nickte stumm und schwamm zurück. Angestrengt versuchte ich meine Gedanken zu sortieren bis Kerry ebenfalls an Land kam und sich mir gegenüber setzte. „Also?“ fragte sie und suchte meinen Blick. Ich nahm einen tiefen Atemzug bevor ich anfing ihr von dem Tag mit Catalina zu erzählen. Je mehr ich darüber sprach, desto mehr Details fielen mir ein. Am Ende des Tages hatte ich ein klares Bild meiner toten Freundin im Kopf. Sie hatte lange dunkle Haare, dunkler als Kerry und länger. Sie hatte dunkle, fast schon schwarze Augen. Wenn sie sauer war konnten sie sehr bedrohlich wirken. Sie war ein ganzes Stück kleiner als Kerry. Halt. Was mache ich da? Ich kann doch meine tote Freundin nicht mit meiner Therapeutin vergleichen! Erschrocken und verwirrt über diese Gedanken wich ich Kerrys Blicken aus. „Das war gut, Hunter.“ klang die viel zu ruhige Stimme in meinem Ohr. Catalina war da anders... Aber da durfte ich nicht dran denken.

      Wir beide froren wie bekloppt. Wir konnten von Glück reden, dass es aufgehört hat zu regnen und wir wenigstens ein bisschen in der Sonne trocknen konnten bevor wir wieder zum Stall ritten. Ocean und Pendragon freuten sich als wir wieder aufbrachen. Zwei Stunden gesattelt am See zu stehen war sicherlich keine angenehme Beschäftigung für die Hengste. Den Rückweg über sagte wieder niemand ein Wort. Erst als wir die Pferde abgesattelt und in die Boxen gebracht hatten nahm Kerry wieder das Gespräch auf. „Ich glaube, Hunter... Dass die Therapie bald beendet werden kann.“ sagte sie mit einem Gesichtsausdruck der sich nicht entscheiden konnte ob er glücklich oder traurig war. Was war das für ein seltsames Lächeln? „Glaubst du...“ gab ich brummend zurück, während ich Pendragons Halfter an seine Box hängte. Sie nickte stumm. Ungewöhnlich. Wieso sprach sie nicht, hat es ihr die Sprache verschlagen? Als ich mich umdrehte wich sie meinem Blick aus. „Was ist los?“ fragte ich stirnrunzelnd. „Nichts.“ der Unterton der ihrer Stimme mitschwang verhieß nichts Gutes. Ich machte mir nichts daraus und zuckte mit den Schultern. „Nun, hast du Hunger? Ich kann was kochen.“ Wenn man das so nennen konnte. Ich war ein grausamer Koch. Meine Mutter hatte heute keine Zeit dafür und wir waren eher von unserem Ausflug zurück als ich erwartet hatte. Noch immer schwirrten mir die Bilder von Catalina durch den Kopf, aber es ging mir ganz gut damit. Vermutlich würde ich erst heute Abend Gelegenheit bekommen das alles zu sortieren um schlussendlich daran zu verrecken. Seis drum. Kerry lehnte ein Essen ab und fuhr stattdessen wieder ab. Die Therapietage waren immer merkwürdig, aber so schlimm wie heute war noch keiner. Irgendwas stimmte nicht.

      Am nächsten Morgen stand ich freiwillig schon um 4am auf. Ich konnte so oder so nicht schlafen, wenn ich alle halbe Stunde auf die Uhr sah. Wie erwartet hatten mir die Gedanken den Schlaf geraubt. Mit Catalina hatte ich nun abgeschlossen. Mir ist einiges wieder klar geworden und es war eine riesige Last die mir da von den Schultern fiel. Dadurch dass Catalina nun auch schon eine Weile tot war und ich sie so lange verdrängt hatte konnte ich nichtmal traurig sein, dass das was war jetzt nicht mehr ist. Es war wie ein Buch, dass ich nun zuklappen konnte. Viel mehr Kopfzerbrechen bereitete mir Kerry, die sich so seltsam verhalten hatte, dass ich sie am liebsten angerufen hätte. Vermutlich hätte das aber den falschen Eindruck gemacht. Sie war nur meine Therapeutin, keine Freundin. Die Distanz hatte sie bisher immer gewahrt und ich würde sie nicht durchbrechen. Dankbar war ich ihr trotzdem. Der Alltag ließ sich nun trotz der Schlafstörungen einigermaßen gut meistern und laugte mich nicht mehr allzu sehr aus.

      15.822 Zeichen | sadasha
    • sadasha
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      25. Januar 2017 | 7428 Zeichen von sadasha
      Pflege für Samson, Come Back Cupcake, Emrys, Majd, Pendragon, PFS' Heart of Ocean, Arcany, Eismärchen

      Gine | „Hunter!“ Es war absolut unnötig, aber trotzdem musste ich ihn umarmen, wie er da aus dem Wagen stieg und seine neuen Klamotten nach gerade mal vier Tagen aussahen als seien sie hundert Jahre alt. „War es schön?“ fragte ich grinsend, als ich ihn losließ. Er sah erholt aus, war es doch eine gute Entscheidung ihn mal weg zu schicken. Er murmelte irgendwas vor sich hin, während er zum Kofferraum schlenderte und seinen Kram auspackte. Ich nickte zustimmend und wandte mich stattdessen an Kerry, die ebenfalls wieder da war. „Er hat sich gut geschlagen.“ meinte sie schmunzelnd und sah Hunter hierher, der voll bepackt zum Haus schlenderte. „Ja sicher?“ fragte ich ein wenig beunruhigt. „Er ist zwar immer ruhig, aber gerade ist ja schon fast ignorant!“ - „Ach lass ihn...“ Kerry lachte und nahm die übrigen zwei Taschen aus dem Wagen, ließ den Kofferraum zufallen und nahm mich mit ins Haus. „Wir haben ein paar Sachen mitgebracht.“ erzählte sie mir auf dem Weg. „Mach dir keinen Kopf um Hunter, er hatte in den letzten Tagen etwas mehr Aufmerksamkeit als ihm lieb war.“ Kerry schubste mich zur Seite und rüttelte mich damit aus meinen Gedanken. „Ja, ok.“ meinte ich nur und ging durch zur Küche um etwas zu Trinken zu holen, bevor ich ebenfalls in den Wohnraum kam, wo Kerry und Hunter schon ihren Krempel auspackten. Hunter lächelte, na immerhin! „Ich hab hier Kaffee und Wasser hingestellt. Ich schau jetzt eben nach unseren Ponys.“ Es war eine ganz seltsame Stimmung und statt doof daneben zu stehen ging ich lieber. Die Ponys würden es mir danken. Auf der Weide draußen standen Samson, Come Back Cupcake, Emrys, Arcany und Eismärchen. Die fünf waren mittlerweile eine harmonische Gruppe. Mit einem Pfiff lockte ich Samson und damit auch den Rest des Vereins zu mir. „Na mein Süßer.“ grüßte ich den Tinker und kraulte ihn unter der dichten Mähne. „Dann komm mal mit.“ Am Koppelzugang hingen Halfter und Stricke, sodass ich Samson sofort mitnehmen konnte. Etwas Bodenarbeit würde ihm und mir gut tun.

      Hunter | Gine hatte wohl etwas in den falschen Hals bekommen. Es war jedenfalls nicht meine Absicht sie wegzuekeln. Doch verstimmen konnte sie mich damit nicht. Zusammen mit Kerry packte ich die Kleinigkeiten aus, die sich über die Woche angesammelt hatten. Als wir die Taschen geleert hatten sortierten wir wer was mitnimmt. Irgendwann spürte ich, dass Kerry mich musterte. „Alles ok?“ fragte ich hielt kurz an um sie anzusehen. Sie schmunzelte. „Ja, mach ruhig weiter.“ Sie unterstützte ihre Aussage mit einer Geste. „Du könntest mir helfen.“ schlug ich vor, da mir nicht wohl dabei war, so beäugt zu werden. Doch Kerry lachte nur. „Du machst das prima!“ Ich hörte wie sie sich an den Tisch lehnte, der knarzend etwas nachgab. „Huch!“ Sie erschrak und auch ich wandte mich sofort rasenden Herzens um. „Wir haben Stühle, Kerry!“ -“Jaa...“ sie lachte leise. „tut mir leid, Hunter...“ Als sie sich nun tatsächlich auf einen Stuhl setzte schmunzelte ich. „Jetzt hilf mir, verdammt noch mal.“ - „Was denn nun?“ - „Komm jetzt hier hin!“ befahl ich und sie horchte. Gut eine halbe Stunde brauchten wir um die Sachen zu ordnen. Als alles wieder in Taschen verstaut war bemerkte ich, dass wir ja noch immer die Sachen vom Lager anhatten. „Ich zieh mich eben um, soll ich dich dann heim fahren?“ fragte ich und schnappte mir meine Taschen um sie in einem hoch zu bringen. Kerry nickte und setzte sich wieder auf ihren Stuhl. Ich duschte schnell und zog mir normale Kleidung an, bevor ich zurück zu Kerry kam die an ihre Medaillon herumspielte. „Das leiert aus, wenn du es ständig auf und zu klappst.“ merkte ich an und riss sie damit fast vom Stuhl. „Verdammt, schleich dich nicht so an!“ fauchte sie und stand auf. „Ich möchte mich auch umziehen, dann kann ich noch ein bisschen auf dem Hof aushelfen?“ Einen Moment lang überlegt ich was ich ihr an Aufgaben zuteilen konnte, stimmte dann aber ein. „Ich geh schon mal raus und hole Pendragon und PFS' Heart of Ocean auf die Stallgasse, die kennst du ja schon.“
      Draußen prüfte ich kurz die Weide. Die kleine Gruppe war vollzählig. Bei den Hengstpaddocks fehlte nun
      Majd. Ein Blick in die Halle verriet mir, dass Gine den Araber hier arbeitete. „Sieht gut aus!“ motivierte ich sie kurzerhand. Als Gine auf mich zutrabte blieb ich stehen. „Hunter, Samson ist schon bewegt. Majd hab ich erst seit ein paar Minuten in Arbeit.“ erklärte sie mir. „Danke.“ antwortete ich lächelnd und wandte mich ab. Gerade als ich die Reitponyhengste auf der Gasse angebunden hatte kam Kerry schon dazu. „So, was kann ich tun?“ fragte sie höchst motiviert. „Putzen.“ antwortete ich knapp und drückte ihr den Striegel in die Hand, mit dem ich eigentlich gerade anfangen wollte Pendragon zu putzen. „Okay?“ Kerry sah mich verdutzt an. „Ist das dein Ernst?“ fragte sie und ließ die Schultern hängen wie ein begossener Pudel. „Ja, soll ich es dir erklären?“ Sie schüttelte den Kopf und fing murrend an den Braunen zu striegeln. Ich holte mir währenddessen einen neuen Striegel und putzte Ocean. „Hast du keine Angestellten für sowas?“ - „Ich mach das gerne selbst. Kannst du die Hufe auskratzen?“ fragte ich und hielt ihr einen Auskratzer vor die Nase. „Weißt du wann ich das zuletzt gemacht hab?“ fragte sie verblüfft. Ich schüttelte den Kopf. „Nein, weiß ich nicht. Nimm. Du schaffst das.“ grinsend wartete ich bis sie den ersten Huf in die Hand nahm. Pendragon war sehr gnädig mit ihr und gab ihr den Huf ohne zu meckern. „Kannst du auch satteln und auftrensen?“ fragte ich im vorbeigehen, als ich mit Ocean fertig war und den Sattelkram holen wollte. Kerry schnaubte herablassend. „Du forderst es heraus, nicht wahr?“ fragte sie genervt. Grinsend antwortete ich. „Wieso nicht? Das ist ja nicht schwer.“ Am Ende war ich es der die beiden Hengste fertig machte. „Aufsteigen schaffst du aber alleine oder?“ gespielt genervt sah ich sie an. Als Kerry mir gegen die Brust stieß ging ich einen Schritt zurück. Mit viel zu viel Schwung stieg sie auf. Beinahe wäre sie gleich zur anderen Seite wieder abgestiegen, doch sie konnte sich noch halten. Ich verkniff mir ein Lachen und stieg stattdessen auf Ocean auf. „Wir reiten nur eine kleine Runde im Wald. Einige Wege sind vereist und das wäre zu gefährlich für die Pferde.“ Sie nickte und ritt an.

      Gine | Enttäuscht sah ich Kerry und Hunter hinterher, als ich die Halle verließ. „Ja, genau... Danke, Hunter! Danke, dass du mir Bescheid gegeben hast, dass du ausreitest. - Arsch...“ rief ich ihnen hinterher, bekam jedoch keine Reaktion. Vermutlich waren sie doch schon zu weit weg. Meine Laune sank mit jeder Minute, die Hunter wieder da war. Fluchend sattelte ich Majd ab und brachte ihn in mit Abschwitzdecke seine Box. Als Isaac auf den Hof kam fiel mir ein Stein vom Herzen. „Schnapp dir Arcany, ich nehm Eismärchen. Ich muss reden.“ überfiel ich ihn und nutzte den Ritt in der Halle dazu mich bei ihm darüber auszulassen was für ein Idiot Hunter doch ist und wie unpassend Kerry ist. Isaac kam nicht dazu etwas zu sagen und warf immer mal ein „Verstehe“ oder ein „Mhmmm“ ein. Erst als ich längere Zeit aufhörte zu reden sagte er einen Satz, der den Vogel für mich abschoss. „Aber, Gine... Wolltest du nicht, dass er mit Kerry da hin geht?“ Das Gespräch war damit für mich beendet, wie auch das Training mit Eismärchen.
    • sadasha
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      13. April 2017 | 12.988 Zeichen von sadasha

      „Du bist komplett dehydriert. Trink mal was!“ Kerry war aus dem Nichts aufgetaucht und streckte mir eine Flasche Wasser entgegen. Doch ich hatte jetzt keine Zeit, Emrys war drauf und dran sich mit Niffler anzulegen und im schlimmsten Fall würde das blutig enden. „Später.“ Gab ich Kerry zurück und ließ sie stehen um die Koppel zu betreten, die wir eigens für die Junghengste abgesteckt hatten. Das Shetlandpony hatte hier nichts verloren. Mit großen Schritten ging ich auf den Rappen zu, der noch ausreichend Abstand zu Emrys hatte, der Niffler aus der Ferne angiftete. Gerade als ich Niffler an der Mähne packen wollte sprach Kerry mich erneut an und war näher als ich dachte, weshalb ich erst mal zusammenzuckte und mich dann umdrehte. „Kann ich helfen?“ fragte sie und deutete zu Niffler, der wohl noch nicht sicher war ob er sich mit Emrys anlegen wollte oder nicht. Immerhin war das junge Reitpony schon so groß gewachsen, dass es mehr Masse hatte als das Shetty, flinker war es sicher auch. „Geh runter von der Koppel.“ befahl ich Kerry, die sofort Richtung Zaun verschwand. Im Gegensatz zu Gine, wusste sie, wann ich etwas ernst meinte und vertraute auf mein Wort im Umgang mit Pferden. Gerade hatte ich mich noch versichert, dass Kerry außerhalb des Zaunes stand fing hinter mir das Gequietsche schon an. Ich machte abermals ein paar Schritte in Richtung der Hengste. Als sie mich sahen bewegten sie sich immer noch zankend von mir weg. Irgendwie schaffte ich es dann doch Niffler von der Koppel zu jagen. Draußen wartete schon Gine um ihn abzufangen und in seine Box zu bringen. Schwer atmend stemmte ich die Hände auf die Knie und verschnaufte kurz, bevor ich die Koppel ebenfalls verließ. „Jetzt aber!“ Schon wieder hielt mir Kerry die Wasserflasche fürs Gesicht, diesmal nahm ich sie dankend entgegen und nahm einen großen Schluck daraus. „Siehst gleich viel besser aus.“ feixte sie. „Hunter? Ich hab eine Frage an dich.“ Sie sah mich mit so großen Augen an, dass ich vom Schlimmsten ausging. Was konnte sie wollen? Mehr Gehalt? Ein fertiges Therapiepferd, damit sie endlich Stunden geben konnte? „Gehen wir rein?“ fragte sie. „Eigentlich hab ich dafür keine Zeit.“ beteuerte ich und das war nicht mal gelogen. In den letzten Tagen hatte ich zusammen mit Isaac und meinem Vater die Geländestrecke wieder betriebsfertig gemacht und die Pferde brannten darauf endlich wieder einheizen zu können. Isaac war im Moment auch schon draußen mit seiner Come Back Cupcake und eigentlich wollte ich längst mit Slap Happy gefolgt sein. Kerry schien zu sehen, dass meine Gedanken gerade ganz woanders kreisten und nahm mich einfach am Arm und schliff mich Richtung Haus. „Aber mach es bitte kurz.“ drängelte ich. Drinnen angekommen schnappte sich Kerry zwei Tassen und füllte sie mit Kaffee, der schon seit zwei Stunden in der Kanne stand. Er reichte gerade so für ihr Vorhaben. „Wir trinken die jetzt und währenddessen erzähle ich dir meine Frage. Danach kannst du gehen.“ Kerry hatte immer irgendwelche Taktiken auf Lager, die einem kaum Spielraum ließen sich der Situation zu entziehen. Vermutlich weil sie Psychologie studiert hatte? Jedenfalls nahm ich die Tasse entgegen und lehnte mich damit gegen die Küchentheke. „Also, du weißt ja dass ich im Moment mit Mephisto arbeite. Er ist super!“ fing sie an und ich lauschte stumm. „Und ich bin auch absolut zufrieden mit ihm und möchte kein weiteres Pferd.“ Jetzt machte sie mich stutzig, doch ich sagte noch nichts. „Aber ich… hab einen Kurs gesehen. Bei dem nicht nur Mephisto etwas lernen könnte, sondern auch ich.“ Erleichtert lächelte ich. „Und dafür mussten wir rein gehen?“ fragte ich grinsend, doch sie blieb ernst. „Mein Problem ist nur, dass der Kurs in Schottland ist und ich hab keinen Hängerführerschein und ohne Mephisto macht der Kurs keinen Sinn. Außerdem dauert der Kurs einen Monat. Solange würde ich hier fehlen.“ Das war allerdings eine Problematik die ich auf die Schnelle nicht bedacht hatte. „Wo in Schottland?“ – „Dinnet bei Ballater.“ Das hatte ich noch nie gehört, musste ein kleines Dorf sein. „Es ist nicht ganz im Norden, aber schon ein Stück zu fahren.“ – „Ich überleg mir was.“ Mehr wusste ich im Moment nicht dazu zu sagen. Ich musste mich erst mal informieren ob der Kurs den Aufwand wert wäre und wie man dort hin kommen könnte ohne dass einer der Trainer den Hof verlassen muss.

      Kerry nahm einen letzten Schluck von ihrem kalten Kaffee, an dem ich nicht einmal genippt hatte. Dann bedankte sie sich für das Gespräch, schrieb mir alle wichtigen Eckdaten zum Kurs auf einen Zettel und ging raus um weiter mit Mephisto zu arbeiten.
      Den Tag über verschwendete ich keinen weiteren Gedanken an Kerrys Kursidee, sondern arbeitete ausgiebig mit Emrys. Immerhin war der Jährling bald zwei Jahre alt und irgendwie kam er doch immer etwas zu kurz. Er ließ sich nur ungerne aufhalftern und auch beim Hufe geben zeigte er sich stur. Wenigstens ließ er sich problemlos überall anfassen, putzen und hin führen. Als ich mit dem Reitponyhengst durch war schnappte ich mir Moulan. Die Rappstute freute sich ausgiebig bewegt zu werden und war heiß auf die Rennbahn. Wir hatten so lange an der Ovalbahn gebaut und endlich war sie fertig. Zumindest die Bahn. Das Rasenstück im Herzen der Rennbahn war noch weitestgehend unbebaut. Hier sollte dann bis nächstes Jahr noch ein Fahrparcours entstehen, auf dem wir unsere Reitponys und Niffler ordentlich auspowern können. Vielleicht würde mein Vater dann auch wieder mehr Sport machen. In den Sattel wollte er nicht mehr, was ich sehr schade fand.
      Moulan lief heute großartig. Sie holte noch einmal alles aus sich heraus undvielleicht würden wir sie bei der nächsten Saison nach ihrer Trächtigkeit nochmal starten lassen. Erst mal jedoch würde sie in Mutterpause gehen. Ikarus stand als Vater für ihr erstes Fohlen schon fest, wir mussten nur auf ihre Rosse warten. „Brrrt!“ Moulan parierte zum Schritt und kam mit wachen Augen auf mich zu. Ihre Nüstern waren noch immer gebläht und ihr Atem pumpte. Ich machte den Strick fest und führte sie quer über den Hof, damit sie sich runter kühlen konnte. Als sie nicht mehr pumpte legte ich ihr eine Abschwitzdecke auf und brachte sie auf die Koppel.
      Am Abend setzte ich mich an den Rechner. Links von mir Kerrys Zettel mit den Daten zu ihrem Kurs. Bis der Rechner hochgefahren war hatte ich meinen Kaffee schon halb leer. Doch dann endlich konnte ich mit meiner Recherche anfangen. Es stellte sich heraus, dass der Kurs tatsächlich recht renommiert war und Kerry dort eine ordentliche Ausbildung erfahren würde. Auch mit meinen Eltern sprach ich über diese Idee und über Möglichkeiten, Kerry den Wunsch zu erfüllen. „Du musst so oder so noch jemanden fest einstellen. Die Lösung mit Tom ist nur vorübergehend. Du weißt, dass er bald wieder weg muss und dann stehst du wieder vor stressigen Zeiten.“ Da hatte meine Mutter recht. Mein Vater nickte abwesend, was mir jedoch reichte.

      Der nächste Tag war voll von Büroarbeit. Für die Pferde hatte ich keine Zeit. Es galt den Kursaufenthalt zu planen. Wieder suchte ich stundenlang nach einem potentiellen neuen Arbeiter für den Hof und wieder war einfach nicht der oder die Richtige dabei. „Essen ist fertig. Kommst du?“ Ich wank ab. Essen war das letzte woran ich jetzt dachte. War es schon so spät? Ein flüchtiger Blick auf die Uhr verriet mir, dass es bereits um Mittag war. Die Tür fiel wieder ins Schloss und so arbeitete ich weiter. Kerrys Kurs war nun in trockenen Tüchern. Tom würde noch so lange bleiben, aber sobald Kerry wieder da ist, würde er verschwinden und dann hätten wir wieder ein Problem. Kerry war kein Ersatz für einen Pferdetrainer, so toll dieser Kurs auch sein mochte. Er bildete sie als Therapeutin weiter, nicht als Pferdeausbilderin.
      Gerade schrieb ich einige Eckdaten auf, die ich mir für den morgigen Tag noch merken wollte, da ging hinter mir die Türe auf. „Du isst jetzt was!“ hörte ich den Befehlston von Kerry. Ich lachte leise und drehte mich in meinem Schreibtischstuhl um. „Danke.“ gab ich zurück und stellte den Teller ab. Da Kerry noch da war ging ich davon aus, dass sie noch etwas wollte. „Hast du dir die Sachen angesehen?“ wollte sie wissen. Ich nickte und sah kurz rüber zu meinem Zettel, den ich eigentlich gerade schrieb. „Und?“ – „Sieht gut aus.“ meinte ich knapp und drehte mich wieder um und fing an meinen Schreibtisch aufzuräumen. Für heute war genug Arbeit im Büro getan. „Nichts weiter?“ Kerry ließ nicht locker und versuchte einen Blick darauf zu erhaschen, was ich heute aufgearbeitet hatte. Als ich alles halbwegs sortiert und den Rechner heruntergefahren hatte stand ich auf. „Du machst den Kurs.“ meinte ich beiläufig. Vollkommen unerwartet sprang Kerry auf mich zu und umarmte mich unbeholfen. „DANKE!“ – Ein wohliges Brummen musste als Antwort genügen. Vorsichtig löste ich mich aus ihrer Umklammerung. „Ich geb dir morgen alle genauen Daten.“ Den einen Tag wollte ich mir noch Zeit lassen um alles auf Richtigkeit zu überprüfen. „Okay. Was machst du jetzt? Gehen wir ausreiten? Hast du Zeit?“ Wow, drei Fragen auf einmal. Prüfend sah ich sie an. „Können wir machen.“ Die Reitponyhengste würden sich freuen, dachte ich mir. Zumindest zwei von ihnen.
      „Seit wann ist der denn hier?“ Wir waren schon eine gute halbe Stunde unterwegs, als Kerry endlich den zweiten Gang bei Pendragon entdeckte und aufholte. „Zuckerwatte ist schon seit einer Woche hier.“ gab ich zurück und sah sie kurz an. „Nimm die Zügel kürzer und gib ihm mehr Druck, der schläft ja gleich wieder ein.“ korrigierte ich sie knapp. Sie tat wie geheißen und war jetzt neben uns. „Der ist schön, eignet der sich nicht als Therapiepferd?“ sie grinste. Die Frage war nicht ernst gemeint, aber den Gedanken konnte ich nachvollziehen. Zu Mephisto würde Zuckerwatte äußerlich wunderbar passen. Aber sie hatte Vikar. Der Tinker eignete sich charakterlich besser als Zuckerwatte und obwohl er viel dunkler war als Mephisto, würde auch er eine gute Ergänzung sein. Kerry folgte diesem Gedanken anscheinend. „Vikar ist auch super.“ sagte sie schnell und trieb Pendragon noch ein wenig mehr, weil sie wohl vorne laufen wollte. Zuckerwatte ließ sich bei einem Rennen nicht zweimal bitten. Ich bezweifelte jedoch, dass Kerry sich so gut im Sattel halten konnte, dass sie schon einem Renngalopp im Gelände Stand halten würde. Also zügelte ich Zucker und beobachtete, das Kerry da veranstaltete. „Na komm!“ rief sie lachend und galoppierte Pendragon tatsächlich an. Keine fünf holprige Halb-Galoppsprünge später parierte sie ihn wieder durch und hielt ihn an. „Okay, Galopp ist nichts für mich.“ meinte sie immer noch lachend. „Wieso sieht das bei euch immer so einfach aus?“ Ich lachte. „Übung?“ ich zog den Kopf zwischen die Schultern.
      Es war ein sehr angenehmer Ritt und auch die Hengste hatten sich von ihrer guten Seite gezeigt. Bei Zuckerwatte weiß man ja nie so recht.
      Zu Hause half mir Kerry wie immer beim Absatteln, doch es dämmerte schon und ich wusste, dass sie noch eine gute Strecke zu fahren hatte, bis sie zu Hause ist. „Du kannst ruhig gehen. Das schaffe ich alleine.“ sagte ich ruhig und zog den Sattel von Pendragons Rücken. Sie sah mich mit großen Augen an. „Ich helfe dir immer dabei!“ sagte sie schon fast patzig und schnappte sich die Trense von dem braunen Pony um mir in die Kammer zu folgen. Ich wollte nur nett sein, dachte ich mir und schwieg. Auf dem Rückweg zu den Ponys lief Kerry vor und klaute mir den Sattel von Zuckerwatte. Sie fiel dabei fast hintenüber, so viel Wucht hatte sie aufgewandt. Ich lachte und nah mir stattdessen die Trense über die Schulter und band Zuckerwatte los um ihn im Einen in seine Box zu bringen. „Du mogelst!“ beschwerte sich Kerry, die wohl in der Sattelkammer gewartet hatte. Mittlerweile hatte ich beide Hengste in ihre Box gebracht und hatte nun neben der Trense auch die zwei Putzkästen gepackt. Schmunzelnd sah ich sie an und ging an ihr vorbei in die Sattelkammer. Kerry fegte in der Zwischenzeit die Stallgasse. „Das ist unnötig.“ meinte ich lachend. Doch Kerry war das egal, sie wollte mir wohl irgendwas beweisen. Gerade drehte ich mich um, um zu gehen, da sprach sie mich nochmal ganz anders an. „Hunter?“ ihr Tonfall ließ es mir eiskalt über den Rücken laufen und so drehte ich mich gar nicht wirklich zu ihr um. „Hmm?“ – „Können wir mal zusammen was Essen gehen oder so?“ Nun drehte ich mich doch um und bereute es sofort. Sie sah mich mit diesem Blick an, wie ihn nur Frauen zu nutzen wussten. Ich seufzte, sah kurz auf die Uhr an der Stallwand und dann wieder zu Kerry. „Nicht heute!“ sagte sie hastig. „Du kannst dir ja... einen Tag aussuchen.“ Ich nickte. „Gute Nacht. Fahr vorsichtig.“ gab ich zurück und ließ sie stehen. Sie wollte ausgehen. Das musste ich erst mal verarbeiten. Vermutlich wollte sie sich damit dafür bedanken, dass sie den Kurs machen konnte auf meine Kosten. Sie sah wohl den Eigennutzen nicht, den ich damit verband. Müde fiel ich ins Bett und dachte nicht weiter darüber nach.
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  • Album:
    Gnadenweide | Pferdehimmel
    Hochgeladen von:
    sadasha
    Datum:
    12 Jan. 2016
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  • Abstammung
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    Von unbekannt
    Aus der unbekannt

    Exterieur
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    Hengst
    8 Jahre
    Rasse: Deutsches Reitpony
    Stockmaß/Endmaß: 147cm
    Gewicht: 344kg
    Fellfarbe: Brauner
    Geno: EE Aa

    Interieur + Beschreibung
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    Verhalten in der Box: Unruhig
    Verhalten auf der Weide: Neutral


    Charaktereigenschaften:
    Ausgeglichen,
    Gutmütig, Nervenstark, Temperamentvoll, Sozial, Verschmust, Ehrgeizig


    Pendragon ist der Liebling der Kinder. Er ist sehr verschmust, muss immer betüddelt und gestreichelt werden. Allerdings kann es ihm auch mal zu viel werden; dann stellt er sich, sofern es ihm möglich ist, in eine Ecke oder abseits der anderen, um sich auszuruhen von der Aufmerksamkeit. Sobald er aber auf dem Platz ist oder ausreiten kann, zeigt er sein Potenzial als Turnierpony, vor allem in Dressur und Springen.
    Der junge Hengst ist zwar in der Rangordnung eher im unteren Drittel zu finden, aber er versteht sich mit den anderen Hengsten doch recht gut.


    Unterbringung: Hauptstall
    Einstreu: Stroh
    Futtersorte: Heu, Saftfutter, Kraftfutter
    Fütterungszeiten: morgens, mittags, abends


    Besitzer: sadasha
    VKR/Ersteller: Floooh



    Qualifizierungen + Erfolge
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    ● Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Qualifikation durch TB's

    Dressur E A L M S
    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S


    Springen E A L M S
    Show Jumping: E A* A** L M* M** S* S** S*** S****

    Military E A L M S
    Eventing (British Eventing, national): BE80(T) BE90 BE100 BE100Plus Novice Intermediate Advanced Intermediate Advanced

    Distanz E
    Distanzritte: EL EVG1

    Fahren E A L M S
    Dressurprüfung: CAI-A1 CAI-A2 CAI-A4
    Ausdauerprüfung: CAI-M-A1 CAI-M-A2 CAI-M-A4
    Hindernisfahren: CAI-C-A1 CAI-C-A2 CAI-CA4


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Offiziell
    313. Dressurturnier | 235. Fahrturnier | 309. Springturnier | 236. Fahrturnier | 85. Synchronspringen
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    316. Dressurturnier | 216. Distanzturnier | 89. Synchronspringen | 318. Springturnier | 91. Synchronspringen
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    Inoffiziell

    3. Platz - Dressurprüfung Kl. E
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    Ausbildung + Zuchtdaten
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    Trainingsplan
    Fohlen ABC ✓ | Eingeritten ✓ | Eingefahren ✓

    1 = Sehr gelassen, 6 = schlechtes / unsicheres Verhalten
    ● Angeboren
    Antrainiert Prüfung Abgeschlossen


    Fremde Umgebungen: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Platz/Halle: 6 5 4 3 2 1
    Hufschmied: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Tierarzt: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Wasser: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Gelände: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Straßen: 6 5 4 3 2 1 ✪

    Stangenarbeit: 3 2 1
    Longenarbeit: 3 2 1 ✪
    Verladefromm:
    3 2 1 ✪

    Schrecktraining: 3 2 1

    Bodenarbeit
    Treiben + Bremsen ✓ | Rückwärtsrichten ✓ | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Halten ✓
    Abstand halten ✓ | Wenden + Handwechsel ✓ | Abruf ✓

    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Kompliment x | Knien x | Liegen x | Sitzen x | Stehen x
    Rückwärtsrichten x | Spanischer Schritt x | Spanischer Trab x
    Passage x | Piaffe x | Seitengänge x | Traversalen x | Fliegender Wechsel x | Pirouette x
    Steigen (undefiniert) x | Levade x | Pesade x | Ballotade x | Croupade x
    Kapriole x | Courbette x | Lancade x


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Pferdepass

    Schleife

    HK 477 - Hengste mit mindestens 3 Turnierschleifen
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    Zur Zucht zugelassen: ja
    Eingetragene Zucht: Bear Brook EC
    Züchter/Herkunft: x


    Nachkommen
    Emrys
    Rumkugel


    Gesundheitszustand
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt
    Chipnummer: x
    zuletzt kontrolliert [06. März 2016]

    Letzte Zahnpflege (jedes Jahr)

    Wurmkur (jedes Jahr)
    Tollwut Impfung (jedes Jahr)
    Tetanus Impfung (alle 2 Jahre)
    Influenza Impfung
    (alle 6 Monate) überfällig
    EHV-1 + EHV-4
    (alle 6 Monate) überfällig


    Gesamteindruck: gut
    Aktue Krankheit/en: x
    Chronische Krankheit/en: x
    Erbkrankheit/en: x


    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt
    Ausgeschnitten/Korrigiert: x
    Hufbeschaffenheit: sehr gut
    Hufkrankheit/en: x

    Beschlag vorne: -
    Beschlag hinten: -


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    PNG | Puzzel PNG | Offizieller Hintergrund