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Möhrchen

Papermoon's Yakari | New Forest Pony | Hengst *gekört*

Papermoon's Yakari | New Forest Pony | Hengst *gekört*
Möhrchen, 12 Mai 2017
Snoopy gefällt das.
    • Möhrchen
      Alte Hufschmied- und Tierarztberichte:

      Tierarztbesuch 08.09.2014 - Prophylaxe, Chippen, Chiropraxis
      © Eddi
      Draußen wurde es bereits dunkel, als ich erneut in meinen Kombi stieg, um mich auf den Weg zum letzten Termin zu machen. Auf dem Gestüt Callisto war ein neuer Ponyhengst eingezogen und Lea hatte mich gebeten, ihren neuen Schützling ein wenig zu untersuchen.
      Schon nach einer halben Stunde war ich da und wurde auch schon herzlich in Empfang genommen. Lea führte mich direkt in den Stall, wo der Hengst schon angebunden am Putzplatz auf mich wartete.
      „Das ist Papermoon's Yakari“, stellte Pepe mir den New Forest Hengst vor, welcher mich neugierig betrachtete. Ich machte mich ein wenig mit ihm bekannt, ehe es auch schon ans Werk ging. Laut Lea hatte er die letzten vier Jahre seines Lebens auf der Weide verbracht, dementsprechend war er von meinen Untersuchungen auch nicht ganz so begeistert, aber er hielt still.
      Zuerst warf ich einen Blick in Ohren, Augen und Maul, um eventuelle Symptome zu entdecken. Dort war jedoch alles in Ordnung, so dass ich Yakari abhören konnte. Der Palomino war von dem Stethoskop jedoch gar nicht begeistert und zappelte permanent herum.
      Dennoch kam er auch nicht daran vorbei. Ich kontrollierte noch die Körpertemperatur, ehe ich ihn abtastete. Dabei war er sehr empfindlich in der Gegend der Gruppe.
      „Oh ja, da scheint er eine große Blockade zu haben“, erklärte ich Lea und begann die Muskulatur rund um diese Gegend vorsichtig zu massieren, damit sie sich erst einmal entspannen konnte. Als Yakari nicht mehr gar so verspannt war, konnte ich mich an die Problemzone wenden. Es war nur ein kleiner Handgriff, doch für Yakari war er wie ein kurzer Stich, weshalb der junge Hengst sich auch aufbäumte und austrat. Danach schien es ihm aber direkt besser zu gehen. Lea führte ihn mir im Schritt und Trab vor und auch wenn er noch nicht wieder ganz taktklar war, merkte man doch, dass es besser ging.
      „Das sollte sich die kommende Tage noch bessern. Das Gefühl ist auch für ihn neu.“ meinte ich lächelnd und machte mich daran, Yakari noch zu impfen und entwurmen. Als Abschluss wurde er gechippt. Das ging ganz schnell und schon konnte ich den Chip mit meinem Lesegerät registrieren und die Lebensnummer in den Pass des Hengstes eintragen. „So, alles geschafft“, meinte ich lächelnd, verabschiedete mich von Lea und fuhr müde nach Hause.

      • Hufschmiedbesuch 21.08.2015 - Kontrolle
      Es war circa 15 Uhr als ich auf der Nahanni Rivers Ranch ankam. Es wartete ein Haufen Arbeit auf mich, doch dies motivierte mich beinahe noch mehr, da man bei solchen Großaufträgen immer sehr viele Eindrücke und Erfahrungen mitnimmt.
      Noch völlig in Gedanken versunken stieg ich aus meinem Wagen, nahm mein Hufschmiedköfferchen heraus und hang mir meine Schürze um. Doch lang sollte diese innere Balance nicht andauern, da ich sofort mal kurzerhand in Pferdeäpfel stieg. ,,Oje wollen Sie sich das abwaschen?'',sagte dann auch schon eine Stimme hinter mir. Es war Gwendolyn Campbell, die Besitzerin dieses beeindruckenden Gestüts. Ich nahm das Angebot klarer Weise dankbar an.
      Nach diesem kleinen Mischgeschick konnte es dann allerdings an die Arbeit gehen. Das erste Pferd auf das wir trafen war Altair, ein hübscher Brauner. Ich ließ ihn sich ein wenig an mich gewöhnen, ehe ich dann erst mal seine alten Hufeisen herunter nahm. Dazu bog ich erst die Nägel in eine halbwegs gerade Position und knippste sie dann ganz ab, woraufhin sich das Eisen löste. Die Nägel zählte ich und schaute, dass ich sie alle mit mir nahm und dann entsorgte. Der süße Ponyhengst spielte total brav mit, weshalb auch die Hufkontrolle rasch fertig war. Prinzipiell waren keine Fehlstellungen vorhanden und mit den Eisen die Abnutzung natürlich kaum gegeben. Das Einzige was mir ins Auge gefallen war waren ein paar kleinere Risse im Horn, die durch Huföl wieder weg zu machen waren. Etwas Ausschneiden war ebenso nötig, was ich anschließend gleich tat. Dann ging ich gefolgt von Gwen und Altair zu meinem Auto, wo ich erst die passende Größe an Hufeisen aussuchte. Diese kamen dann in meinen In-Auto-Ofen und wurden als sie genug erhitzt waren auf Altairs Hufeisen aufgebrannt. Dieser spitzte zwar etwas seine Ohren in meine Richtung, zeigte sich sonst aber unbeeindruckt. ,,Feein.'',lobte Gwen dennoch liebevoll. Ich machte inzwischen die Eisen weiter fertig und nagelte sie auf Altairs Hufe auf. Anschließend pinselte ich seine Hufe noch mit Huföl ein. Zu guter letzt wollte ich noch sehen wie gut der Hengst auf seinen neuen Stolleneisen lief. Dazu ließ ich ihn mir in Schritt und Trab an der Hand vorführen und war sehr erfreut über das Ergebnis: Er lief nämlich richtig gut.
      Das nächste Pferd war Moon's Wishing Well. Der kleine Hengst spitzte sofort neugierig die Öhrchen als er mich mit seiner Besitzerin kommen sah. Neugierig kam er gleich zu uns und ließ sich streicheln. Da er gar so brav war holte Gwen ihn gleich aus der Box und ich begann gleich mit der Kontrolluntersuchung. Auch seine Hufe waren in einem wirklich guten Zustand und bedarfen keiner Korrektur. Da Wish, wie er liebevoll genannt wird, bereits beschlagen war musste ich die Eisen zuerst noch abmachen ehe ich ihn ausschneiden konnte. Dabei entfernte ich überschüssiges Horn von seiner Sohle und schnitt den Strahl mit meinem speziellen Hufmesser in Form. Dann raspelte ich noch die Fläche auf der das Eisen bald wieder säße gerade. Damit waren die Hufe Eisen-Fertig und wir gingen wieder hinaus zu meinem Auto, wo ich ihm seinen neuen Beschlag aufnagelte. Es waren wie auch bei Altair Aluminiumeisen mit Stollen. Nach dem Vortraben bekam er dann auch noch ein wenig Huföl aufgepinselt. ,,Feiner Bub.'',lobte ich ihn danach, da er wirklich komplett brav mitgearbeitet hatte. Er legte den Kopf schief und zog leicht seine Unterlippe hoch um wohl besonders süß auszusehen. Ich und Gwen mussten lachen. ,,Na gut.'',sagte ich und griff in meine Tasche, wo ich ein Leckerli für ihn heraus holte, welches er erfreut annahm.
      Nun ging es zu einem Furioso North-Starhengst. Nämlich zum hübschen Kedves, welcher ebenso neugierig wie Wish an uns herankam. Auch ihn holte seine Besitzerin gleich aus der Box. Er gab brav Fuß und hielt still, während ich mir einen ersten Eindruck verschaffte. Auch er musste ausgeschnitten werden, wobei er ebenso still hielt wie bei der Kontrolle, was mir meine Arbeit sehr erleichterte. Noch war er nicht beschlagen, doch das sollte sich heute ändern. Darum formte ich seine Hufe etwas, damit die Eisen leichter und geschmeidiger hielten. Dann gingen wir wieder zu meinem Auto nach draußen. Ich hatte einige Größen anzubieten, wobei ich insgesamt 3 ausprobierte. Trotzdem waren die Richtigen rasch gefunden und kamen gleich mal in den Ofen. Nun nahm ich sie heraus und brannte sie vorsichtig auf Kedves' Huf auf. Dabei spitzte er prompt die Ohren und beäugte mich etwas misstrauisch. Doch anscheinend sah er, dass ich ihm nichts tat und beruhigte sich schnell wieder. So war auch er bald fertig beschlagen, wurde mir an der Hand vorgeführt und bekam Huföl aufgepinselt. Danach bekam auch er eine Streicheleinheit für die gute Mitarbeit.
      ,,Und das hier ist Papermoon's Yakari.'',sagte Gwen und deutete auf die Box eines Palominoponys. Ich näherte mich ihm und sah ihn an. Er sah mich ebenfalls an; etwas skeptisch vielleicht aber dennoch neugierig. Nachdem er sich ebenso etwas an mich gewöhnt hatte kontrollierte ich seine Hufe auf Risse, Fehlstellungen oder Unebenheiten. Er ließ das ganze brav über sich ergehen. Mit seinen gerade mal 5 Jahren war er anscheinend in dieser Angelegenheit schon ein alter Hase. Seine Hufe allerdings waren nicht so alt und damit noch wirklich unverbraucht und in einem sehr schönen Zustand. Trotzdem schienen sie sich schneller abzunutzen als sie nachwuchsen, weshalb Hufeisen wichtig waren. Außerdem wollte Gwen wohl mit ihm auf ein paar Turnieren auf Rasen oder im Gelände teilnehmen, beziehungsweise überhaupt reiten, weshalb sie mich bat ihm Eisen mit Stollen zu geben. Dies bereitete ich nachdem ich ihn auch ein wenig ausgeschnitten hatte vor. Danach suchte ich auch seine passende Eisengröße heraus, brannte die Eisen auf, hämmerte sie etwas in Form und ließ sie im Wasserbad abkühlen. Nun kamen sie an Yakaris Hufe, wobei er wie zuvor gelassen blieb und nur hier und da ein Ohr in meine Richtung drehte. Als er fertig war ließ ich ihn mir vorführen. Er lief problemlos, weshalb er nachdem er auch etwas Huföl bekam wieder in seine Box durfte und an einem Büschel frischem Heu kauen konnte.
      Last but not Least: Ohnezahn, der natürlich nicht wirklich keine Zähne hatte. Dennoch fehlten ihm seine beiden Hakenzähne, wie mir Gwen anvertraut hatte. Ebenso hatte sie mir bereits im Vorhinein von seiner schlimmen Vergangenheit berichtet, weshalb ich besonders vorsichtig mit ihm umgehen wollte. Immerhin sollte er nicht auch noch mit dem Hufschmied Negatives verbinden. ,,Hallo Toothless.'',sagte ich vorsichtig zu ihm und hielt ihm meine Hand hin. Er beäugte mich daraufhin mit seinen riesengroßen Pferdeäugchen. Gwen stand neben mir und redete ihm etwas lieb zu, woraufhin er sich dann traute und auf uns zu kam. Wir beschlossen ihn gleich in seiner Box zu untersuchen, da er sich hier in vertrauter Umgebung eher fallen ließ, wie Gwen erklärte. Ganz geheuer war es ihm nicht. Dennoch gab er brav Bein und machte mit. Es war, wie gedacht, alles in bester Ordnung. Nur hier und da etwas unregelmäßiges Horn, welches ich gerne entfernte ehe sich Steine oder ähnliches in den hufen absetzen und nicht mehr leicht herauszukriegen waren. So wurde dies also bereinigt und der bildschöne Schimmel ausgeschnitten. Zu guter Letzt folgte wieder ein bisschen Huföl und ein Leckerli für die brave Pferdeseele, die trotz seiner schlimmen Vorgeschichte so gut stehen blieb und nicht tänzelte oder weg wollte. ,,Braav.'',lobte seine stolze Besitzerin noch mal.
      Dann verabschiedeten wir uns und ich gab Gwen noch drei Behälter mit Huföl mit, zum täglichen Gebrauch. Dann fuhr ich auch schon wieder.

      Tierartbesuch 22.11.2015 - Tierklinik Briar Cliff
      © Friese
      Mein Weg führte mich heute zu Gwen nach Kanada. Sie hatte mir vor kurzem meinen Hengst Hall of Fame trainiert und ich hatte mich bereit erklärt ihr dafür drei ihrer Pferde durchzuchecken, zu impfen und ihnen eine Wurmkur zu verabreichen. Das Wetter heute war typisch wie immer im Herbst, ein bisschen verregnet und neblig. Als ich am Hof angekommen war hatte es glücklicherweise aufgehört zu regnen, so dass wir die Pferde nicht im Regen vortraben mussten.
      Bei den Pferden handelte es sich um zwei junge Knabstrupper und einen bereits tierarzterfahrenen New Forest Hengst. Ich hatte mir schon überlegt mit wem ich anfangen würde und Gwen dies auch bereits gesagt, damit sie mir die Pferde schon in der richtigen Reihenfolge dann herrichten konnte.
      Am Hof angekommen holte ich meinen Koffer aus dem Wagen und suchte dann im Stall nach Gwen. Nachdem ich sie erst nicht entdeckte, rief ich laut in den Stall „ Hallo?“ Schließlich streckte jemand seinen Kopf aus der Box. Es war Gwen, welche mich anscheinend jetzt erst gehört hatte. Sie entschuldigte sich dafür, dass sie mich nicht gehört hatte und auch irgendwie die Zeit vergessen hatte. Sie kam zu mir auf die Stallgasse und schloss die Box hinter sich. Diese schien einem ihrer Berittpferde zu gehören, da kein festes Schild an der Box angebracht war. „ Yakari ist bereits geputzt und wir können eigentlich direkt anfangen“ sagte sie dann zu mir und ich nickte. Gemeinsam gingen wir auf die Box zu und sie erklärte mir kurz wie der Hengst so drauf war. Laut ihrer Beschreibung sollte, der Termin bei ihm zu mindestens keine Probleme machen. Der Hengst war ihrer Beschreibung nach sehr lieb und warmherzig, obwohl er erst spät Kontakt zu Menschen hatte. Sie holte ihn mir aus der Box und ich machte mich erstmal mit ihm bekannt.
      Danach hörte ich den Hengst ab. Sowohl sein Herz als auch seine Lunge waren frei und ich hörte keine Auffälligkeiten. Dann tastete ich den Hengst ab. Seine Beine waren nicht geschwollen und ich konnte auch keine Knoten oder weiteren Verletzungen unter der Haut verstellen. Auch überhaupt waren auf der Haut keine Wunden zu sehen. Dies teilte ich beides dann Gwen mit. Sie schien darüber, wie jeder Besitzer, sehr erfreut drüber.
      Nachdem ich ihr dies gesagt hatte, sah ich mir den Kopf des Palominos nochmal an. Dieser wies auch keine Kratzer oder Verletzungen an. Ich lobte ihn ein weiteres Mal und bat Gwen, dann den Hengst draußen auf dem Beton vorzutraben. Der Hengst ging taktklar und hatte auch auf dem harten Boden einen schönen Bewegungsablauf. Gemeinsam gingen wir wieder in den Stall. Gwen band ihren Hengst an und in der Zwischenzeit teilte ich ihr mit, dass er keine Verletzungen hatte und lahmfrei ging. „ Du kannst also getrost mit ihm an der nächsten Hengstkörung teilnehmen“ meinte ich dann noch zu ihr.
      Damit er überhaupt bei der Körung teilnehmen durfte, musste er jetzt noch geimpft werden. Dies sollte auch ganz schnell von statten gehen, da der Hengst ja wirklich sehr unkompliziert war. Ich zog die Spritzen auf und verabreichte ihm nach einander die Mittel. Nun war er wieder gegen alle nur impfbaren Erkrankungen geimpft. Ich erklärte Gwen vorsichthalber nochmal alles bezüglich der Impfungen und was sie zu beachten hatte.
      Der Hengst stand immer noch ruhig da und ich wusste, dass nun das schlimmste kam. Die Wurmkur. Egal wie lieb ein Pferd war, danach waren sie immer für kurze Zeit sauer. Ich lobte ihn also erst nochmal und holte dann die Wurmkur aus meiner Tasche. Vorsichtig verabreichte ich sie ihm und gab ihm gleich zur Wiedergutmachung ein Leckerlie. Der Hengst schnaubte genervt kurz ab, ließ sich dann aber gleich wieder bekuscheln.
      Gwen brachte ihn in seine Box und holte dann gleich eins der beiden Fohlen. Dieses stellte sie mir unter Sinfonie vorgestellt. Ein hübsches Knabstrupperstütchen. Sie würde heute zum ersten Mal einen Tierarzt kennenlernen und ich würde mich vorsichtig um die Stute kümmern. Als erstes begrüßte ich sie vorsichtig und lobte sie dann. Die Stute sah mir gespannt dabei zu wie ich mein Stethoskop wieder aus der Tasche holte. Ich hatte dies vor ab verstaut, damit die Stute nicht gleich so erschrocken war.
      Ich hörte sie ab und konnte hier nichts feststellen. Die Stute war sehr ruhig und auch ihr Herz hörte auch gut an. Sie schnaubte ruhig ab und ich teilte Gwen mit, dass bei ihrem Herz und ihrer Lunge alles in Ordnung war. Vorsichtig schaute ich mir die Stute an und konnte weder an ihrem Kopf noch am restlichen Körper Verletzungen oder Wunden feststellen. Ich lobte sie und sah mir dann ihre Beine genauer an. Diese tastete ich wie ihren restlichen Körper ab und konnte auch hier nichts feststellen, was nicht so sein sollte. Die Beine waren außerdem auch nicht warm oder geschwollen. Wir gingen nach draußen und Gwen trabte Sinfonie dann an der Hand vor. Die Stute ging genauso wie ihr Vorgänger klar und schnaubte dann ruhig ab. Wir gingen wieder rein und sie band die Scheckendame wieder an.
      Ich lobte sie ein weiteres Mal und ging dann wieder zu meinem Koffer. Dort zog ich die Spritzen auf, welche ich der Tigerscheckenstute nun verabreichen würde. Ich richtete mir gleich auch noch die Wurmkur für die Jungstute her und lobte sie dann kurz. Ich taste ihre Hals nochmal ab und fand dann eine gute Stellte in welche ich die Spritze vorsichtig drückte. Sinfonie warf ihren Kopf kurz hoch, doch beruhigte sich dann schnell wieder. Das erste Mal impfen und Wurmkur geben, war immer nicht so besonders toll. Des Weiteren würde sie sich, wenn es schlecht laufen würde immer dagegen wehren. Ich gab ihr eine große Möhre, damit sie es mit etwas positivem verbinden konnte.
      Nun war die Wurmkur der Stute an der Reihe. Ich seufzte kurz und drehte mich dann wieder zu der Stute. Vorsichtig öffnete ich Maul und verabreichte sie ihr dann. Danach gab es wieder ein Leckerlie, damit die Stute nicht ganz zu genervt und schockiert von ihrem ersten Tierarztbesuch war. Ich wandte mich wieder an Gwen und sagte, dass sie die Stute wieder in ihre Box bringen konnte. Sie tat dies und brachte mir dann gleich den zweiten Knabstrupper mit. Dieser war ein Junghengst namens Pinero.
      Ich begrüßte das Pferd und lobte ihn dann erstmal. „ Du hast echt richtige Prachtexemplare in deinem Stall stehen“ sagte ich dann zu Gwen und holte mein Stethoskop. Ich hörte den Hengst ab und lobte ihn danach nochmal. Seine Lunge war frei und sein Herz schlug regelmäßig in seiner Brust. Ich gab ihm ein Leckerlie und schaute mir dann seinen weiteren Körper gründlich an. Ich konnte bei ihm außer einer kleinen Schürfwunde an seiner rechten Schulter keine Verletzungen feststellen. Ich teilte dies Gwen mit und säuberte dann die die Wunde. Ich schmierte ihm ein bisschen Salbe noch auf diese und schaute mir dann seine Beine genauer an.
      Nachdem ich damit fertig war ließ ich sie ihn auch draußen vortraben. Der Hengst ging ruhig und klar. Ich lobte ihn nachdem die beiden wieder neben mir waren und gemeinsam gingen wir auf die Stallgasse.
      Dort lobte ich ihn nochmal und Gwen band ihn an. Ich strich über seinen Hals und suchte die Stelle an welcher ich ihn am besten impfen konnte. Ich fand diese auch und zog dann die Spritzen auf. Ich verabreichte sie ihm und klopfte dann seinen Hals. Ich gab ihm nochmal ein Leckerlie und ging dann wieder zu meinem Koffer. Dort holte ich die Wurmkur und verabreichte sie dem Hengst in einer schnell Handbewegung. Er bekam danach auch eine Möhre und Gwen brachte ihn in die Box. Wir unterhielten uns noch über die wichtigen Sachen der nächsten Tag und auch, dass Yakari wahrscheinlich gute Chancen auf der Körung hatte. Dort würden wir uns dann wahrscheinlich auch wieder sehen.
      An meinem Auto angekommen, lud ich meinen Koffer wieder ein und ich bedankte mich nochmal, dass sie mir meine Spotted Face eingeritten hatte und Hall of Fame trainiert hatte. Sie meinte darauf hin, dass sie dies gerne gemacht hatte und sie mir zu danken hätte, da ich mir so lange Zeit für sie genommen hatte. Wir verabschiedeten uns herzlich voneinander und machten aus, dass wir auf jeden Fall im Kontakt bleiben würden. Sie sagte mir, dass sie demnächst auch wieder in meiner Umgebung wäre und mich dann vielleicht besuchen kommen könnte. Mich würde dies auch sehr freuen, stimmte ich ihr zu und stieg dann in meinen Wagen.
      Ich fuhr schließlich heim und packte dort meine Sachen wieder aus. Ich räumte alles auf und ging noch zu meinen eigenen Pferden.

      Tierarztbesuch 25.08.2016 - Klinik Caen
      „Ich glaube wir haben uns ein schlechtes Wetter für den Sammeltermin ausgesucht“, meinte ich grinsend, als ich aus dem Auto stieg und von Gwen in Empfang genommen wurde. Auch sie blickte stirnrunzelnd hinauf zu Himmel. „Es ist schrecklich“, kommentierte sie den strahlend blauen Himmel und den Sonnenschein. Spontan stiegen Ende August die Temperaturen doch noch einmal locker über 30 Grad und dabei erwarteten mich heute bei Gwen 17 Patienten!
      „Die sind alle brav, wir sollten also schnell sein“, beruhigte sie mich grinsend. Außerdem war es in ihrem Stall erstaunlich kühl, so dass es sich definitiv besser ertragen ließ als die letzte halbe Stunde im Auto. „Na dann legen wir mal los!“, meinte ich auffordernd und breitete mich am Putzplatz aus, so dass ich direkt alles griffbereit haben würde.
      Wir begannen mit den Stuten und so durfte ich Ceredwen kennenlernen. Ihre Abstammung erkannte ich sofort und auf meine Frage, ob sie von Cadoc abstamme, erhielt ich ein grinsendes Ja. Anscheinend schien Gwen den schicken Scheckhengst nicht wirklich zu kennen, sonst hätte sie gewusst, wen sie da gerade neben sich stehen hatte.
      Ich bat sie, mir die Stute erst einmal im Schritt und Trab vorzuführen. Danach warf ich fix einen Blick in Augen, Ohren und Maul, ehe ich die Stute einmal komplett abtastete. Zu guter Letzt hörte ich noch Herz und Lunge ab und kontrollierte die Körpertemperatur.
      Gwen hatte recht, zumindest Ceredwen benahm sich vorbildlich und hielt sehr gut still. Ich lobte sie ausgiebig und setzte dann die erste Impfung an. Die Stute benötigte einmal das Komplettpaket: Influenza, Herpes, Tetanus und Tollwut. Danach gab es auch direkt noch die Wurmkur und dann war sie fertig.
      Als nächstes war Ravi an der Reihe. Sie war mit ihren 18 Jahren das älteste Pferd in Gwens Stall, was man ihr aber keineswegs ansah und anmerkte. Dennoch hielt sie während der Untersuchung wunderbar still und zuckte nicht einmal bei den Impfungen zusammen. Auch die Wurmkur nahm sie fast von selbst.
      Das Gleiche konnte man auch von Tawny Bawny sagen, die direkt danach zu mir kam. Auch sie war wirklich umgänglich. Solche Patienten wünschte man sich doch als Tierarzt! Die kleine Nuriya war etwas anstrengender, allerdings kannte sie auch noch nicht wirklich Tierärzte, deshalb sah ich ihr das gerne nach und für ein halbwüchsiges Fohlen, meisterte sie den Besuch doch wirklich bestens.
      Bei Gwen ging es Zack auf Zack. Sie hatte alle Pferde vorher in den Stall geholt und so entstanden gar keine großen Pausen. Dementsprechend waren die Jungstuten Ginny My Love und Sinfonie auch sehr schnell gemacht. Ebenso behielt Gwen Recht, denn keine ihrer Stuten hatte bisher rumgemotzt.
      Auch bei Arriba, Minnie Maus und Minou brauchten wir nichts Schlimmes zu erwarten. Lediglich Nayala zickte etwas rum, was aber auch nur auffiel, weil der Rest von Gwens Stall so schrecklich umgänglich war. Bei anderen Ställen wäre Nayala wohl immer noch der liebste Kandidat gewesen.
      Da nun alle Stuten geimpft und entwurmt waren, gönnten wir uns eine kurze Pause. Sieben Pferde standen noch an, allesamt Hengste, weshalb ich mich doch schon einmal ein wenig wappnete, eventuell würde es jetzt nicht mehr so ruhig bleiben.
      Doch das Theater blieb aus. Kedves stand beinahe gelangweilt am Putzplatz, während ich ihn untersuchte. Altair war sowieso ein alter Hase und döste und auch Moon’s Wishing Well machte keine Probleme. Man hätte die drei beinahe als Wallache abgestempelt. „Deine Pferde sind ja schrecklich! Alle so lieb“, murmelte ich theatralisch und grinste Gwen an, die gerade mit Pinero zurückkam.
      Der Junghengst brachte wenigstens etwas Abwechslung rein, weil er die Impfungen doof fand. Aber selbst er war recht schnell fertig. Andvari machte auch kaum Probleme, war dafür höchst interessant: Ein Haflinger in dunkler Jacke. Sehr hübsch und auch verhältnismäßig groß, man erkannte ihn kaum als Haflinger.
      Papermoon’s Yakari machte auch keine Probleme, sondern ließ sich brav impfen und entwurmen. Und selbst Gwens damaliges Problempferd Ohnezahn stand vorbildlich am Putzplatz und ließ sich untersuchen. Auch die Impfungen und die Wurmkur hielt er tapfer aus und wurde dafür dann auch ausgiebig gelobt.
      „Das ging echt schneller als gedacht“, meinte ich lachend und räumte meine Sachen zusammen, nachdem alle Impfpässe wieder auf dem neusten Stand waren. Gwen bedankte sich ausgiebig bei mir, ehe ich mich bei der Hitze dann wieder auf den Weg nach Hause machte. Dort würde mich mein Pool erwarten und ein Eistee!
    • Möhrchen
      Alte Pflegeberichte:

      Pflegebericht 01.09.2014 - Ankunft von Papermoon's Yakari
      © Pepe

      "Der Transporter ist da, Lea!", rief Ben quer durch das Haus. Ich stürmte die Treppen hinunter und nahm den freundlich grüßenden Mann in Empfang. Er stieg aus einem blauen Transporter aus dem lautes Wiehern und Hufgetrappel zu hören war. "Ich bringe Ihnen den Rabauken hier, der hat während der Fahrt ganz schön Unruhe gestiftet.", sagte er und drückte mir den Strick in die Hand.
      Ich wusste welch große Aufgabe ich mir da aufhalste. Papermoon's Yakari, ein 4-jähriges New Forest Pony, stand viele Jahre nur auf einer Koppel, zu wenig Menschenkontakt und wurde mehr oder weniger sich selbst überlassen. Als ich den Kleinen das erste Mal gesehen hatte, musste ich ihn habe.
      Gemeinsam ließen wir die Ladeklappe des Transporters herunter und ich klinkte den Strick in Yakari's Halfter ein. Der Junghengst blickte mich argwönisch an und rannte rückwärts aus dem Transporter. "Schht mein Guter, alles gut.", raunte ich ihm zu und brachte ihn auf seinen neuen Paddock mit Boxenschanschluss. Kaum hatte ich ihn losgelassen da buckelte er los. Allerdings nicht lange, den anscheinend schien er ziemlich in Rücken und Becken blockiert zu sein, da er sehr verspannt lief. Ich wollte sowieso bald den Tierarzt für ihn holen, da wollte ich das ansprechen. Ich legte ihm noch eine handvoll Heu hin und klärte dann mit dem Fahrer die restlichen Einzelheiten.
      Yakari würde die nächsten Tage erstmal Ruhe von allem haben und sollte sich etwas eingewöhnen.

      Pflegebericht 17.09.2014 - Erste Annäherungen

      "Guten Morgen mein Großer!", begrüßte ich Yakari mit einem armvoll Heu. Die letzten zwei Wochen hatte ich ihn oft besucht und mich einfach neben ihn gesetzt, ihn beobachtet und ihn an meine Anwesenheit gewöhnt. Ich legte dem Junghengst das Heu in den Paddock und kniete mich neben den Zaun. Yakari begann zu fressen. Ich hielt meine Hand zu ihm und das erste Mal näherte er sich mir und schnupperte daran. Ich bewegte meine Hand, doch der Hengst zuckte und zog seine Schnaue zurück. "Alles gut, mein Hübscher, deine schlechte Zeit ist vorbei.", flüsterte ich ihm zu. Yakaris Ohren spielten und ich streckte meine Hand erneut hin. Wieder schnupperte der Hengst daran und ich bewegte sie wieder. Diesmal blieb seine Schnauze an meiner Hand und ich begann langsam und vorsichtig seine Schnute zu streicheln. Yakaris Ohren spielten aufmerksam, sein gesamter Körper war auf Flucht programmiert. Ich beließ es dabei und begann die anderen Pferde zu füttern.

      Am späten Nachmittag ging ich erneut zu meinem Neuzugang. Erstaunlicherweise erwartete mich Yakari bereits mit gespitzten Ohren. Diesmal blieb ich stehen und nahm nicht die unterrangige Knie-Position ein. Der Hengst ließ die Berührung dennoch zu. Ein Durchbruch! Ich begann seinen ganzen Kopf zu streicheln, ging zum Hals über und kraulte seinen Bauch. Yakari entspannte sich so langsam und schloss leicht die Augen. "Das gefällt dir, was? Lange sowas nicht mehr gehabt? Oder kennst du das vielleicht gar nicht..?"
      Ben kam um die Ecke und sah mich mit Yakari. Der Hengst verspannte sich sofort, als er den jungen Mann sah. Ben erkannte die Situation und blieb stehen. Ich lächelte ihm zu und verabschiedete mich von Yakari.
      "Hast du ihn da eben gestreichelt? Am Bauch?" Unglaubwürdig sag Ben mich an. Ich lächelte. "Ja, er lässt es zu, allerdings nur bei mir. Aber egal, das ist der erste Grundstein. Ich bin so stolz auf ihn!" Ben verstand mich und nahm mich in den Arm. Gemeinsam machten wir uns weiter an die Arbeit.

      Pflegebericht 02.10.2014 - Weitere Schritte [Erstes Mal Halfter]
      "Was wirst du heute mit ihm machen?", fragte mich Ben beim Frühtück. Ich war mir nicht ganz sicher musste ich zugeben. Die letzten Tage hatte ich wenig Zeit und davor saß ich nur ab und zu vor seiner Box. Ich überspielte meine Unsicherheit. "Er ist bereit, ich weiß, dass er das kann!", antwortete ich auf Ben's Frage. Etwas mulmig ging es nach dem Frühstück zu Yakari in den Stall.
      Der Junghengst spitzte die Ohren und brummelte, als wir die Stallgasse hinunter liefen. Das hatte sich wirklich gebessert. Das Pony war sehr zutraulich geworden, solange man ihn in der Box besuchte. Weitere Schritte hatten wir noch nicht erprobt. Ben holte ein Halfter aus der Sattelkammer und ich betrat die Box des Hengstes. Ich öffnete die Tür zum Paddoch, die ersten Halfterversuche wollte ich lieber nicht draußen auf dem Hof machen. Eine Runde durch den Paddock würde genügen. Ben reichte mir über die Tür das Halfter und ich ließ Yakari daran schnuppern. Geübt wie ich war zog ich ihm das böse Nylonstück über die Ohren und schloss es. Yakari war von meiner Schnelligkeit wohl etwas überrascht: Er machte sich etwas steif, blieb aber ruhig. "So ist's brav mein Guter!", murmelte ich und streichelte ihn. Und dann lief ich einfach los. Ich stellte mich darauf ein, dass Yakari rebellieren würde, doch er folgte mir und suchte meine Nähe. Dicht mit seiner Schnauze an meiner Schulter gingen wir zwei Runden durch den Paddock. Dann blieb ich stehen und schaute zu Ben. Dieser grinste mich an und zeigte das 'Daumen-hoch'-Zeichen. Ich nickte ihm zu und er öffnete die Boxentür. Die Ohren des Jungshengstes spielten nervös, doch er folgte mir hinaus auf den Hof. Dort liefen wir wieder zwei Runden und ich lobte ihn dafür. Zum Abschluss band ich ihn noch 5 min an. Da ich dabei blieb, war das für Yakari völlig in Ordnung. Damit war der Hengst für heute erlöst und durfte zum Toben zu den anderen.
      Wir waren einen entscheidenden Schritt weiter gekommen!

      ...

      Pflegebericht 01.11.2016 - Ausritt zu dritt
      „Hilfe! Ich brauche Hilfe!“, quietschte ich so gut es ging. Vorsichtig lugte Ciaran um die Ecke der Küche ins Wohnzimmer. „Gwen! Was zum-“ – „Ruhe! Hilf mir lieber“, jammerte ich und Ciaran musterte mich etwas überfordert, ehe er mich wieder auseinanderknotete. Erleichtert schnappte ich nach Luft und schaute, ob noch alle Gliedmaßen da waren wo sie hingehörten.
      „Was sollte das denn?“, fragte Ciaran vorwurfsvoll und ich wollte schon dazu ansetzen, dass er nicht meine Mutter sei, bis mir wieder einfiel, dass er mich gerade gerettet hatte. „Hala-asana. Yoga“, meinte ich streng und ehe Ciaran einen dummen Kommentar loslassen konnte, klingelte es an der Tür.
      „Das ist Jojo!“, freute ich mich, sprang auf und schob Ciaran beiseite. Er folgte mir kurz und nach einem knappen Hallo meinte er zu meiner Freundin noch ein „Pass auf meine Chefin auf, die ist heute mal wieder lebensmüde“. Das kommentierte Jojo nur mit einem Lachen und einem „Wann ist sie das nicht?“, ehe sie mich aus dem Haus zog.
      Peinlicherweise stand sie bereits mit einem gesattelten Vaffanculo vor meiner Haustür, während mein Reitpferd noch grasend auf der Weide stand. „Du weißt noch nicht mal wen du nehmen willst“, lachte Jojo und marschierte mir aufmerksam hinterher. „Doooch, das weiß ich schon genaaaauuuu“, zog ich die Zeit in die Länge und starrte auf die Weide.
      „Yakari wollte ich!“, meinte ich knapp, nachdem ich den Fuchs als ersten entdeckt hatte. So lief ich zielstrebig auf ihn zu und führte ihn von der Weide schnell zum Putzplatz. Bei meiner Wahl hätte ich lieber schauen sollen, welches Pferd nicht gar so dreckig war, denn Yakari sah echt schlimm aus. Und da er momentan auch noch ungeschoren war, trug er auch noch keine Decke.
      Aber Jojo half mir tatkräftig – indem sie mir die Bürsten reichte… und mich damit nervte, dass ich mich doch beeilen sollte. Ich erklärte ihr mehrmals, dass ich davon nicht schneller werden würde, bis Jojo meinte, dass wir noch Eli abholen müssten und Colin auch mit mir sprechen wolle.
      Ab da legte ich einen Zahn zu und saß zehn Minuten später im Sattel und so ritten wir Richtung Gut Sanssouci. Hauptgesprächsthema waren unsere Halloweenkostüme und Jojo regte sich immer noch darüber auf, dass Ciaran mir geholfen hatte. „Wieso bist du überhaupt noch drei Tage später als Grinsekatze rumgelaufen?“, fragte sie kopfschüttelnd und ich öffnete bereits den Mund für eine kluge Erwiderung, aber mir fiel keine ein.
      Bei Eli angekommen, trafen wir sie bereits fertig im Sattel sitzend auf Clouded Sky an. „So sollte das doch sein“, meinte Jojo und lobte Eli ausgiebig, während ich nur die Augen verdrehte. Dann fiel mir wieder was ein und ich fragte Eli wo Colin sei. „Colin? Der ist für vier Wochen im Urlaub, weißt du doch“, erklärte sie und ich starrte Jojo böse an.
      „JOJO!“, quietschte ich und Eli verstand die Welt nicht mehr, während Jojo ihrem Waffel antraben ließ und im Wald entschwand. „Hab ich was verpasst?“, fragte Eli, der traben noch gar nicht in den Sinn kam, immerhin musste sich Cloud nach seiner Solariumphase auch erst unter dem Sattel noch aufwärmen.
      „Nein, nein“, murmelte ich und schaute verkniffen in Jojos Richtung, man riskierte doch ungern eine unschöne rötliche Gesichtsfarbe. Besonders bei Eli. „Schöner Sattel“, lenkte ich stattdessen das Thema um und Eli sprang sofort auf den Zug auf und erzählte mir allerhand über Leder und Keder und Garn. Und eigentlich verstand ich nur Bahnhof.
      Das wurde auch nicht besser, als wir Jojo einholten und sie damit begann von Marvels und irgendeiner Post-Credit-Szene zu reden. Mein Gehirn überforderte das zusehends, weshalb ich nach einem lockeren Galopp fragte und alle motiviert zustimmten. Das würde noch ein Ausritt werden!

      Pflegebericht 31.12.2016 - Schneesturm
      Kurz nach Weihnachten meinte es das kanadische Wetter wirklich nicht gut mit uns. Seit gestern Abend wütete ein böser Schneesturm. Man hörte den Wald förmlich unter den Böen ächzen und es hatte auch einige Bäume schon umgefegt. Bereits gestern hatten wir die Pferde schon am Nachmittag in den Stall geholt, um ihnen dieses Wetter zu ersparen und so wie es aussah, würden sie heute auch den ganzen Tag im Stall bleiben müssen.
      Es tat mir ja ehrlich leid, aber bei solch einem Unwetter konnte ich sie nicht guten Gewissens hinauslassen. Wir besaßen keine Paddocks, aber selbst die hätte ich heute wohl auch geschlossen gelassen. Dafür hatten wir große offene Boxen und Ciaran und ich setzten uns dahinter, um jedes Pferd so gut wie möglich zu bewegen.
      Nach den alltäglichen Stallarbeiten schnappte ich mir Papermoon’s Yakari, um ihn zu putzen und zu satteln. Danach gingen wir in die Halle, wo ich etwas Dressurarbeit machte. Yakari war eher der Springer und deshalb kamen diese Übungen gerne mal zu kurz. Dann konnte man solch ein Wetter gut für einige Wiederholungen nutzen.
      Yakari machte motiviert mit, auch wenn er durch den Wind teils etwas abgelenkt war. Dennoch arbeitete ich ihn gut in allen drei Gangarten und wir machten einfache Lektionen. Danach durfte er noch unters Solarium, damit er gut trocknete und sich entspannte.
      In der Zeit baute Ciaran einen kleinen Springparcours auf, denn als nächstes holten wir und Moon’s Wishing Well und Kedves aus den Boxen. Auch die beiden putzten und sattelten wir, aber diesmal hielten die schicken Springsättel her.
      Zunächst wärmten wir beide alle Ruhe auf, ehe wir einige Trabstangen und Cavaletti hinzunahmen. Aus Gründen der Größe saß ich auf Moon und Ciaran ritt Kedves. Wir begannen bei kleineren Hindernissen um den einen Meter, ehe wir nach und nach höher machten.
      Den Hengsten machte es sichtlich Spaß, nach einer gewissen Höhe stieg ich mit Moon aber aus und ließ nur noch Ciaran springen, während ich Moon bereits abritt und dann schon einmal in den Stall ging. So war Moon mit dem Solarium bereits durch, ehe Kedves an der Reihe war.
      Und so konnte ich dann auch direkt den Parcours abbauen, während mein Ponyhengst bereits zufrieden heumampfend in seiner Box stand. Aber natürlich hilf mir Ciaran und so waren wir auch viel schneller fertig.

      Pflegebericht 31.01.2017 - Schneeausritt


      Ich seufzte leise und stellte die leere Tasse in die Spüle. Momentan blieb alles irgendwie immer liegen, denn ich hatte seit Neujahr viel für die Uni zu tun. Zwar war ein Fernstudium immer ganz nett, aber man musste dann doch einigen Dingen hinterherlaufen, besonders, wenn dank des kanadischen Winters irgendwie kaum jemand wirklich erreichbar war.
      Ich benötigte als abschließende Tätigkeit meines Studiums ein vierwöchiges Praktikum und das war hier gar nicht so leicht zu finden. Außerdem stand dann bald meine Bachelorarbeit an und die wollte angemeldet und vorbereitet werden. Ein Thema dafür zu finden, war unglaublich anstrengend!
      Aus dem Grunde kam ich momentan auch bei den Pferden kaum hinterher und war dankbar um Ciaran, der viel meiner Arbeiten übernahm. Heute schleifte er mich allerdings aus dem Arbeitszimmer und zwang mich zu einem Ausritt. Schon gestern hatte Elisa mich zu einem Ausritt verkracht, damit ich auch einmal an etwas Anderes dachte und an die frische Luft kam. Ciaran hatte wohl genau das Gleiche vor. Gut war es ja, denn man verrannte sich immer schnell. Besonders, wenn da ein Berg Bücher vor einem Stand, der gelesen werden wollte, denn im März standen meine letzten Prüfungen an.
      „Bin ich froh, wenn ich damit durch bin“, murmelte ich seufzend, während wir Richtung Stall liefen. Es hatte letzte Nacht noch einmal richtig geschneit, so dass der Neuschnee wieder schön unter den Schuhen knirschte. Ciaran hatte bereits die Pferde von den Weiden geholt, so dass Altair schon am Putzplatz für mich bereitstand.
      Ich begrüßte ihn herzlich, schleimte mich mit einer Banane ein und putzte meinen Braunen dann in aller Ruhe. Unglaublich, dass er nun schon seit vier Jahren in meinem Besitz war. In der Zeit hatten wir auch echt viel geschafft, aber überrascht war ich jedes Mal wieder über die doch schon lange Zeit. Auch Ciaran war nun schon fast ein halbes Jahr hier.
      Er putzte gerade Papermoon’s Yakari und ich runzelte die Stirn. Ciaran war für einen Kerl normalgroß, dennoch wirkten meine Ponys neben ihm einfach winzig. „Ich glaube wir müssen auf Warmblüter umsteigen“, meinte ich lachend. Tatsächlich hatten sich ja die Bewohner meines Stalles in den letzten Jahren dezent immer mehr vergrößert und wurden auch immer warmblütiger.
      Aber meine alteingesessenen Ponys würden dennoch bleiben. Altair sattelte ich nun und wie ich sah, war auch Ciaran fast so weit. Er hatte auch Pinero geputzt und nahm den Junghengst als Handpferd mit. Ich runzelte grinsend die Stirn, denn Pinero war schon ein gutes Stück größer als Yakari. „Der wird dieses Jahr schon vier“, meinte ich kopfschüttelnd. Schrecklich wie schnell die Zeit verging.
      Was hieß schrecklich, ich freute mich unglaublich darauf, Pinero und Sinfonie später unter dem Sattel zu haben, die waren ja total meine Favoriten und ich war gespannt, wie sie sich machen würden. Aber nun konzentrierte ich mich auf das Pferd unter mir und schwang mich in den Sattel. Gemeinsam mit den anderen ging es nun ins kanadische Winter Wonderland.
      Es war herrlich, denn alles war weiß und man konnte gefühlt ewig galoppieren! Zudem kam auch ein wenig die Sonne heraus, was das Ganze gleich noch viel besser machte. So bekam man wirklich gute Laune. Und ich vergaß für einen kurzen Moment meine Sorgen.
      Nachdem wir wieder am Stall waren, versorgten wir die Pferde und brachten sie dann eingedeckt wieder auf die Weiden. Danach gab es Essen und heute war Ciaran mit Kochen an der Reihe. Kartoffeln mit Senfeiern war nicht besonders kreativ, aber lecker – Ciaran war leider sowieso der begabtere Koch von uns beiden…

      Pflegebericht 28.02.2017 - Bilanz ziehen
      Total gejetlagt saß ich an unserem Küchentisch und starrte müde aus dem Fenster. Mein Studium neigte sich dem Ende zu, doch vorher hatte es noch ein Pflichtpraktikum von mir gefordert. Natürlich hatte ich es nicht eingesehen, den gesamten Monat wo anders zu verbringen und so war ich stattdessen immer für das Wochenende nach Hause gekommen.
      Ciaran hätte den Hof sicherlich auch problemlos ohne mich geschmissen, aber das hatte ich nicht einsehen wollen. Die Rechnung bekam ich jetzt. Gestern war mein letzter Arbeitstag gewesen und nun saß ich hier an einem Dienstagmorgen und wusste gar nicht mehr, wohin mit mir. Von einem Jetlag konnte man theoretisch nicht sprechen und trotzdem fühlte es sich so an.
      Jetlag kombiniert mit einem dreitägigen Saufgelage, so fühlte ich mich und trotz Aspirin und Kaffee (dabei trank ich nie Kaffee!), fühlte ich mich total fertig und wäre sicherlich auf der Stelle wieder ins Bett gekippt, wenn ich mir nicht fest vorgenommen hätte, heute noch etwas Sinnvolles zu meinen Pferden beizutragen.
      Ciaran und ich hatten viel zu besprechen, aber vorher mussten die Pferde gefüttert und dann auf die Weiden gebracht werden. Während Ciaran das Frühstück in den Boxen verteilte, begann ich bereits, den Teil unserer Pferde einzudecken, die wetterbedingt eine Decke benötigten. Ehe ich damit durch war, waren die ersten auch schon fertig.
      Morgens ging es bei uns immer Schlag auf Schlag, damit die Pferde möglichst den gesamten Tag auf den Weiden genießen konnten. Danach stand für uns das Ausmisten der Boxen an, ebenso mussten die Heunetze aufgefüllt und die Stallgasse gekehrt werden. Als wir danach fertig waren, war ich eindeutig bereit fürs Bett.
      Ciaran wollte mit Kedves heute ein wenig Dressurarbeit machen und danach noch Papermoon’s Yakari longieren. Ich verzog mich für die Zeit ins Arbeitszimmer, um schon einmal zu strukturieren, welche Pferde heute alle besprochen werden mussten, immerhin wurde es höchste Zeit, aus dem alten Jahr Bilanz zu ziehen und zu schauen, was für 2017 geplant war.
      Ciaran hatte beide Hengste bewegt und warf sich dann zufrieden in den Sessel gegenüber mir. Ich musterte ihn kurz abschätzend, immerhin warf er sich mit Stallsachen auf meinen teuren Sessel, aber ich hielt den Mund, so war das nun einmal auf einem Pferdehof. Stattdessen schlug ich Hefter Nummer eins auf.
      Ciaran entdeckte sofort den Namen und wie aus einem Mund sagten wir „Neelix“. Ich nickte nur kurz und ging die momentanen Aktivitäten unseres Lewitzerhengstes durch. Neelix war erst seit Ende November bei uns, aber zeigte unglaubliche Leistungen. Wir hatten ihn gefühlt bei allen Hallenturnieren im Winter starten lassen und immer brachte er eine Schleife mit nach Hause.
      Er war im Moment auch wirklich in Topform und so plante ich, ihn demnächst an einer Leistungsprüfung teilnehmen zu lassen. Die Qualitäten, um zur Zucht zugelassen zu werden, hatte er auf jeden Fall. Auch Ciaran stimmte mir zu und wir planten direkt den verstärkten Trainingsplan des Hengstes bis Mitte März, denn da fanden bereits die ersten Hengstkörungen statt.
      Nach unserem kleinen Wunderkind war Ginny My Love an der Reihe. Mit der Paintstute ließen wir es bisher ruhig angehen. Wir schätzten Ginny beide so ein, dass sie zwar sehr gerne gefiel und sich alle Mühe gab, aber genau deshalb auch nicht überfordert werden sollte. Hier und da schickten wir sie bereits auf kleinere Turniere zur Gewöhnung. Momentan startete sie da neben Dressurturnieren auch bei Hunter Under Saddle und Hunter Hack, da wir nicht planten, sie in beiden Reitdisziplinen auszubilden, so dass wir beim englischen Sattel blieben.
      Zu unserer Enttäuschung fand sie bei den Westerndisziplinen bisher mehr Zustimmung. Es war aber auch wirklich schwer, Ginny versammelt und dennoch durchlässig zu bekommen. Sie neigte immer schnell dazu, auseinanderzufallen und Elena hatte sich auch bereits über ihren langen Hals echauffiert und ich konnte es ihr nicht einmal verübeln.
      Aber noch war Ginny ja nicht lange unter dem Sattel und die richtige Turniersaison würde ja erst beginnen, ich war mir also sicher, dass wir aus der Scheckstute noch ein gutes Dressurpferd hinbekommen würden. Einig waren Ciaran und ich uns aber auf jeden Fall dabei, mit ihr viel Stangenarbeit zu machen und sie auch vermehrt an die Longe zu nehmen, um an ihren Gängen zu arbeiten.
      Ich grübelte kurz, wer als nächstes ganz oben auf der Liste stand, doch Ciaran übernahm direkt: „Pinero und Sinfonie“ und ich musste nicken. Beide Knabstrupper wurden dieses Jahr vier und wir planten, sie in diesem Frühjahr anzureiten und auf die nächste Saison vorzubereiten. Ich war sehr gespannt auf die beiden. Zwar waren sie sehr bunt, aber Elena hatte auf Sportlichkeit und Leistung gezüchtet, also müssten die beiden eigentlich ideal für unsere Vorhaben sein.
      Mein kleiner Liebling Nuriya wurde dieses Jahr erst zwei Jahre alt, hatte also noch alle Zeit der Welt. Momentan beschäftigte ich sie regelmäßig mit dem Fohlen-ABC und wollte demnächst mit regelmäßigen Spaziergängen und Schrecktraining anfangen. Das machten wir zwar regelmäßig, aber nun konnte es auch langsam mehr in Richtung Extreme Trail gehen.
      Außerdem wollte ich schon allmählich bei ihr mit der Bodenarbeit beginnen, zunächst nur die leichten Sachen, aber wenn sie drei werden würde, würde es schon mit dem Longieren und dem Vorbereiten auf das Einreiten weitergehen, so viel Zeit blieb uns also nicht.
      „Hast du eigentlich mal wieder was von Andvari gehört?“, fragte Ciaran neugierig und auch ich musste gerade an unseren ehemaligen Haflingerhengst denken. „Hm, ehrlich gesagt nein, ich schreib der guten Frau heute Abend mal noch eine Mail“, meinte ich fröhlich und kritzelte die Notiz auf meine kleine To Do Liste.
      Als nächstes war Ohnezahn an der Reihe. Obwohl er nun schon am längsten zum Stall gehörte, rückte er gerne in den Hintergrund. Lange hatte er seine Vergangenheit aufarbeiten müssen, aber wir waren auf einen sehr guten Weg. Den Winter über hatte ich mich nun vermehrt seinem Training gewidmet und auch Ciaran stempelte ihn nun so ab, dass er demnächst schon einige kleine Turniere mitgehen könnte.
      Somit waren alle aktuellen Pferde schon abgehakt. Der Rest war bereits für die Zucht zugelassen, aktiv in seinem Training drin und würde bald wieder Turniere laufen. Dieses Jahr wollte Ciaran vermehrt mit Fagy und Dead Memories Turniere gehen, er hatte ja an den beiden einen Narren gefressen.
      Ich hatte mir wiederum vorgenommen, die Halbgeschwister Minou und Moon’s Wishing Well in Richtung Distanz zu fördern und auch mich darin weiterzubilden. Das hatte ich bisher immer brav vor mich hergeschoben, aber 2017 schien mir dafür eigentlich ein ganz gutes Jahr zu sein. „Von Wish erwartet dieses Jahr auch eine Stute ein Fohlen“, klärte ich Ciaran auf, der zur Zeit des Decksprungs noch gar nicht hier gearbeitet hatte.
      Die Besitzerin von Argo, der trächtigen Stute, würde mich benachrichtigen, sobald das Fohlen das Licht der Welt erblickt hätte. Ich war ja sehr gespannt, immerhin würde es Wishs erstes Fohlen werden. Generell verlieh ich meine Pferde sehr ungern, weil ich mir nie sicher war, was aus den Nachkommen werden würde.
      So war Nayala bisher auch die einzige gekrönte Stute aus meinem Stall, die ein Fohlen verzeichnen konnte und Nuriya stand ja, wie bekannt, bei uns mit im gleichen Stall. Von Tawny Bawny und Ameya plante ich aber auch irgendwann mal ein Fohlen zu ziehen, die dann aber auch für den eigenen Stall bestimmt wären und nicht für außerhalb.
      Bei Minnie Maus war ich mir da noch etwas unsicher, da mir die Stute doch noch recht jung war und ich sie teilweise gerne einmal vergaß und sie so pro forma mitlief. Das Gleiche galt indirekt für Arriba, wobei ich auch einfach nichts mit einem zweiten Criollo anfangen konnte. Ich liebte Arriba, weil sie so ein Charakterpferd war und deshalb stand sie auch noch bei uns. Und außerdem war es auch mal schön, ein Pferd zu haben, auf das man alles und jeden setzen konnte.
      Deshalb hatte sich Ciaran für unseren jetzigen Ausritt auch Arriba ausgesucht, während ich mir meinen geliebten Altair schnappte, die beiden wollten nämlich auch noch bewegt werden und ein Ausritt bei dem schönen Wetter war sicherlich gut für meine Kopfschmerzen.

      Pflegebericht 31.03.2017 - Umgeben von Verrückten

      Es gab so manche Tage, da hatte man das Gefühl man kam eigentlich zu gar nichts. Zum Beispiel knurrte mein Magen schon seit einer Stunde, aber ich saß gerade auf Ohnezahn und musste mich ernsthaft auf Ciarans Kommandos konzentrieren. Der coachte mich von Dead Memories‘ Rücken aus und war dabei nicht gerade zurückhaltend.
      Wir waren auf der Geländestrecke von Townsend Acres unterwegs und ich hatte alle Hände voll zu tun. Eigentlich hatte ich meinem Schimmel damit ein bisschen Abwechslung gönnen wollen, aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass aus ihm im Gelände ein Vollblüter werden würde.
      Ohnezahn hatte unglaublich viel Spaß, aber er zeigte auch deutlich Feuer und ich war gerade sehr dankbar, dass er nur ein New Forest Pony war und kein Trakehner, so konnte ich ihn zum Glück immerhin noch halten.
      Ciaran hatte dahingehend kein Mitleid und fand es eher noch gut, dass Ohnezahn so einen Elan zeigte und ich den doch bitte nun auch sinnvoll nutzen sollte, während ich wiederum versuchte, meinem Pferd gerade nicht zu sehr im Zügel zu hängen. „Problempferd, ja ja“, murmelte ich nur mit zusammengebissenen Zähnen und drehte eine Volte bevor wir das nächste Hindernis ansteuerten.
      Ohnezahn hatte definitiv Potenzial, aber ich war sehr dankbar, als die Stunde vorbei war und ich mich aus dem Sattel gleiten lassen konnte. In Gedanken stand für mich bereits fest, dass Ciaran ihn ab sofort gerne im Gelände würde reiten dürfen, wenn er da so scharf drauf war. Er war ja auch locker zwei Köpfe größer als ich, da hätte Ohnezahn dann gar nicht mehr viel mitzureden.
      Geschwitzt hatte der Schimmel definitiv gut, aber da die Sonne schien, stellte ich ihn so zurück auf die Weide, wo er sich auch direkt erst einmal genüsslich wälzte. Ich hingegen hatte einen vollen Zeitplan, denn Nayala wollte nun auch noch bewegt werden.
      Dressur stand für meine Falbstute auf dem Plan und ich fragte mich langsam, ob ich heute auf einer Himmelfahrtsmission unterwegs war und mir mein eigenes Leben eigentlich gar nichts bedeutete. Nayala hatte in letzter Zeit vermehrt Pause gehabt, dementsprechend war sie auch nicht sehr davon angetan, ruhigen Schrittes unter mir zu laufen. Zumal ich mich nun auch noch für den Platz entschieden hatte.
      Es kam zu einigen Diskussionen und wir waren heute definitiv selten einer Meinung. Begründet aus der Tatsache, dass Nayala mich eh nicht verstand, bekam sie auch einige Schimpfworte ab, aber immerhin kamen wir irgendwann an den Punkt, als sie dann doch einmal nachgab, locker wurde und mich sitzen ließ.
      Dahingehend spulte ich dann noch ein paar Lektionen ab, lobte sie ausgiebig und entschied mich dann direkt dafür, lieber Schluss zu machen, wenn sie gerade nicht mehr auf Giraffe, Büffel oder Kamel bestand.
      Ich war schon mit den Nerven am Ende, als ich Nayala endlich wieder auf der Weide geparkt hatte und nur noch das Halfter zurück in den Stall bringen wollte. Dort drückte mir Ciaran jedoch den Führstrick von Sinfonie in die Hand und meinte, ein Spaziergang wäre für unsere beiden jungen Knabstrupper doch mehr als ideal bei dem schönen Wetter.
      Ein Spaziergang mit Pinero und Sinfonie… Der eine hatte, typisch Junghengst, nur Flausen im Kopf und wollte gerne seine angestaute Energie loswerden, während die andere der Meinung war, sie würde von dem Bösen in Form ihres Schattens verfolgt werden.
      Eine aus dem Gebüsch schießende Shiva verbesserte den Zustand dann definitiv nicht und ich war kurz davor, den Strick einfach loszulassen, um Sinfonie nicht mehr wie einen aus der Bahn geratenen Planeten um mich herum bugsieren zu müssen.
      Wir kamen am Stall an und ich atmete erleichtert aus. Als Ciaran mir noch einen Ausritt andrehen wollte, lehnte ich dankend ab, schnappte mir Ivy und marschierte mit Katze auf dem Arm ins Haus. Dort warf ich mich in eine Jogginghose und ein weites T-Shirt, machte mir einen Eistee und pflanzte mich draußen auf die Terrasse.
      Ich war mein eigener Chef und mein Chef sagte mir gerade, dass ich mir nach so einem anstrengenden Tag gerne eine gefühlte Ewigkeit Urlaub nehmen dürfte.

      Pflegebericht 07.04.2017 - Zwei neue Schönheiten

      Es war ein grauer und verregneter Morgen und dennoch wurde ich bereits fünf Minuten vor meinem Wecker wach und sprang motiviert aus dem Bett. Es folgte mein üblicher Gang ins Bad, ehe ich mir wahllos Hose und T-Shirt aus dem Schrank kramte und dann hinunter in die Küche hüpfte.
      Dort machte ich mir ein kleines Frühstück und füllte auch schon einmal Ivy’s Napf auf. Wie immer dachte die Katze gar nicht daran, schon das warme Bett zu verlassen, aber wenn sie dann mal aufstand, dann wollte sie auch ihr Futter haben und da ihr Napf sowieso weiter oben stand, kam auch nur sie dran.
      Dafür füllte ich auch direkt die Näpfe der Hunde. Shiva schlief immer mit bei Ciaran und da Clyde die Labradorhündin liebte, hatte er sich dazu gesellt. Großes Glück für mich, denn so musste ich mir mein Bett nur mit einer kleinen Katze teilen und nicht mit großen Hunden. Dementsprechend standen aber die Hunde auch erst mit Ciaran auf.

      Ich war in der Zwischenzeit schon im Stall unterwegs, denn heute erwartete ich zwei neue Schätze. Von beiden war ich absolut begeistert und sie waren auch der Grund, weshalb ich trotz des miesen Wetters fröhlich umhersprang.
      Zum einen würden wir die Jährlingshengst Prismatic wieder auf unserem Hof begrüßen dürfen. Wieder, weil er seine Wurzeln hier hatte. Er war ein Fohlen aus Minnie Maus und von Papermoon’s Yakari vom letzten Jahr. Nach seinem Absetzen hatte ich ihn für ein halbes Jahr auf eine Weide mit Gleichaltrigen geschickt, da wir zu dem Zeitpunkt keine passenden Weidegenossen für ihn gehabt hätten.
      Nun sollte er aber zurückkommen und ich freute mich schon riesig, denn er war ein wirklicher Prachtkerl. Neben Prismatic würde heute aber auch noch eine Stute einziehen. Auch ein New Forest Pony, auf welches ich aber eher durch Zufall gestoßen war. Sie hatte keine großartig bekannte Abstammung, besaß dafür aber bereits Turniererfolge, war charakterlich einwandfrei und auch einfach ein schönes Pferd.
      Snow White Cassedy hieß die Schimmelstute, welche jeden schnell um den Finger wickelte. Sie war momentan sechs Jahre alt und ich plante natürlich, sie nun direkt in die Turniersaison zu schicken und eventuell dieses Jahr noch zu prämieren.
      Mit ihren Vorbesitzern hatte ich bereits alles abgesprochen und so stand die Stute momentan auch gut im Training, an welches wir bei uns direkt weiter anknüpfen würden. Sicherlich würde sie dahingehend keine Probleme machen. Generell war ich mir sicher, dass sich unser kleines Schneewittchen schnell einleben würde.

      Als erstes traf Prismatic bei uns ein. Ich begrüßte den Fahrer nur knapp, denn ich wollte den Hengst direkt ausladen. Er war in real beinahe noch schöner als auf den Fotos. Also wenn man von seiner überbauten Gruppe und der generell fohlenhaften Unförmigkeit absah. Aber er hatte eine tolle Farbe und generell war Pria ein sehr charismatischer Hengst.
      Ich dankte dem Fahrer und führte dann Pria auf die kleinere Weide neben dem Stall. Dort gesellte sich auch Ciaran mit Regenschirm zu uns. Er musterte den Hengst ein wenig und nickte dann. „Der war auf jeden Fall ne gute Entscheidung“, meinte er. Ich widersprach ihm nicht, immerhin war ich total begeistert von dem Jährling.
      Länger anschmachten konnte ich ihn jedoch nicht, denn da fuhr schon der zweite Transporter auf den Hof. Jetzt würde noch Cassis kommen. Während ich alle Formalitäten mit dem Fahrer durchging, lud Ciaran die Stute direkt aus und führte sie ein wenig über den Hof.
      Für sie hatten wir ein kleines Stück der Stutenweide abgeteilt, da sowohl sie als auch unsere Herde bei Eingewöhnungen immer sehr problemlos waren. Als erstes waren natürlich alle aufgeregt und die ersten Kontakte über den Zaun hinweg waren unterlegt von Quietschen und Prusten, aber es kehrte schnell Ruhe ein.
      Cassis war eine wirklich tolle Stute, das konnte auch Ciaran nicht leugnen, wobei ihm meine New Forest Ponys immer zu klein waren, aber selbst schuld, wenn man so groß war. Mit meinen 1,63m passten die Ponys immer perfekt zu mir und für Ciaran hatten wir ja die Großpferde. Zwei neue Pferde mehr für mich!
    • Möhrchen
      Alte Trainingsberichte:

      Ausbildungsbericht 08.10.2014 - Einreiten
      © Snoopy
      Ein paar Tage zuvor hatte ich meinen ersten Auftrag gehabt und nun kam schon der nächste rein, aber diesmal ging es ums einreiten von einem mir bekannten Pony. Papermoon's Yakari war der Glückliche, ich hatte ihn vor langer Zeit an Lea verkauft. Und der Gute ist auch in seiner Heimat Kanada geblieben, was mir den Weg um einiges erleichtert. Da ich diesmal mit dem Auto fahren konnte. Auch bei diesem Trip war Delicius mein Partner, der schon fertig eingeladen war.ich verabschiedete mich von meinen Freund, der mir versprach mal vorbei zu kommen und machte mich auf den Weg zu Leas Gestüt im Norden Kanadas bzw. Mitte Kanada . Es dauerte knappe Acht Stunden, bis ich endlich eintraf und freundlich empfangen wurde. ,,Hallo Lea! Schön dich zu sehen!", grüßte ich die Dame und berichtete ihr von meiner Fahrt, ehe ich mich darum kümmerte den nervösen Delicius rauszuholen. Er brauchte etwas Bewegung, also zeigte mir Lea, die Weiden und ich stellte den Rabauken, samt Weidedecke rauf. Dann verbrachte ich noch etwas Zeit mit Lea, ging dann zu Bett und war gespannt auf die nächsten Tage.

      Früh war ich schon auf den Beinen und machte mich mit Lea auf den Weg zum Stall. Dort wartete auch schon der neugierige Yakari und erkannte mich wohl wieder. Lächelnd kraulte ich ihm seine Ohren und holte ihn dann mit Lea heraus. Wir putzten den Guten gründlich und ich legte ihm erstmals die Longe an und führte ihn zum Round-Pen Dort informierte ich mich bei Lea über seine jetzige Ausbildung und war zufrieden, das er so einiges schon gelernt hatte. ,,Gut, dann werden wir erstmal ein wenig Longenarbeit üben", sprach ich zu ihr und holte die Peitsche, ehe ich begann mit der Arbeit. Etwas mürrisch setzte sich der kleine Kerl in Bewegung, doch merkte sofort, das ich ihm nichts böses wollte und folgte gehorsam meinen Anweisungen. Also ließ ich ihn einige Runden in beliebigen Gangarten drehen und merkte schnell, dass er lernte und das war auch gut so. Denn wenn nicht, müsste ich ziemlich lange mit dem Kleinen arbeiten und das wollten wir ihm ersparen.Also schnalzte ich und er trabte an, gleichmäßig und im richtigen Takt bewegte er sich durch den Round-Pen und war nach einer Stunde völlig entspannt und ruhig, sodass ich den nächsten Schritt wagen konnte. ,,So jetzt legen wir ihm erst mal Gurt mit Decke an, sodass er sich schon mal an den leichten druck unterm Bauch gewöhnen kann!", erklärte ich Lea und holte die Ausrüstung vom Round-Pen Rand. Dann ging ich zu Yakari, der es neugierig aber auch skeptisch musterte. Entspannt ließ ich den Süßen alles in Ruhe beschnuppern und anschauen. ,,So mein Kleiner, dieses Pad werde ich dir jetzt vorsichtig auf den Rücken legen und mit diesem Gurt vorsichtig befestigen.", sprach ich zu dem Palomino Pony. Dieser beäugte jede meiner Bewegungen und blieb recht entspannt als ich das Pad auf seinen Rücken legte, als ich den kühlen Gurt über ihn legte zuckte er zusammen. ,,Alles in Ordnung! Das ist nur der Gurt und keine Angst, ich mach den jetzt fest, aber so das du natürlich noch atmen kannst!´´, sprach ich beruhigend und lächelnd zu dem kleinen Pony, ehe ich langsam begann den Gurt fest zu ziehen. Nervös zuckten Yakari's Ohren, doch er ließ es über sich ergehen und als der Gurt fest saß, sprach ich nochmal zu ihm: ,,Siehst du war doch gar nicht so schlimm!´´. Seine Körperhaltung war leicht angespannt, aber das war normal, also ging ich zurück zur Mitte und ließ den Palominohengst langsam loslaufen. Seine Bewegungen waren recht steif, also musste ich ihn etwas aufmuntern und auflockern: ,,Komm Yakari, du brauchst keine Angst haben, geh ganz normal, das ist viel bequemer.´´. Er zuckte mit dem Ohren und ließ die Anspannung langsam fallen. Er lernte schnell, das musste man ihm schon sagen, da hat Lea gute Vorarbeit geleistet, den so ein gut trainiertes Pferd hatte ich noch nie. ,,Ich muss schon sagen Lea, du hast saubere Arbeit mit ihm geleistet!´´, grinste ich und sie wurde leicht rot. Ich konzentrierte mich wieder auf Yakari und erhöhte sein Tempo mit einem kurzen Schnalzen und die Peitsche folgte ihm auf Schritt und Tritt. Sobald er in den Trab viel, merkte man wie die Anspannung verschwand und er im Galopp schon keine Anzeichen mehr, von Angst oder Scheue vor dem fremden Gegenstand zeigte. Das musste man schon sagen war ein erfolgreiches Training und Morgen würde ich ihm einen Sandsack auf dem Rücken legen und anschließend den Sattel. Also ließ ich Yakari noch ein paar entspannte Runden gehen, damit er trocken wurde und führte ihn dann mit Lea zum Putzplatz zurück. Dort machten wir den kleinen Kerl gemeinsam die Ausrüstung ab und legten diese zur Seite, ehe wir ihn etwas putzten und anschließend auf die weide brachten. ,,Er hat heute viel gelernt, morgen werde ich ihm einen Sandsack auf den Rücken legen und ihn wenn er dies gemeistert hat den Sattel rauf machen und falls er sich dann wirklich gut anstellt, auch noch Gewicht auf den Sattel, legen dass ich mich vielleicht am dritten Tag kurz rauf setzen kann und du ihn kurz longierst. Wenn er dann keine weiteren Probleme aufweist können wir mit der Trensengewöhnung machen. Also liegt es eigentlich nur an Yakari wie er sich anstellt.´´, erklärte ich Lea das morgige Vorgehen. Somit neigte sich der erste Trainingstag dem Ende zu und ich aß zu Abend. Es gab einen leckeren Schweinebraten, der mich gut sättigte und ich dann zufrieden ins Bett ging und einschlief.

      Der zweite Trainingstag brach an und ich kam frisch ausgeschlafen aus dem Bett und frühstückte eine Semmel mit Honig, ehe ich mich zum Stall begab, wo Papermoon's Yakari schon aufgeregt in seiner Box wartete. Heute würde Lea etwas später kommen, hatte sie mir gestern Abend noch ausgerichtet, denn sie hätte viel zu tun. Also war ich heute alleine mit dem New Forest Hengst, was mir nicht sonderlich viele Probleme machte. Somit holte ich Yakari aus seiner Box und putzte kurz über ihn drüber, den dreckig hatte er sich nicht auf der Weide gemacht. Nachdem der kleine Racker sauber war, führte ich ihn wieder zum Round-Pen, wo er die ihm gestern bekanntgemachte Ausrüstung ran bekam und ich erneut mit dem Longieren begann. Heute machte Yakari selbstbewusste Schritte und war kaum versteift, somit musste ich ihn nur etwas Warmmachen und ihm den Sandsack auf seinen Rücken legen. Brav verlangsamte er sein Tempo und blieb anschließend stehen, sodass ich ihm den Sandsack auf den Rücken legen konnte. ,,So Kleiner, jetzt wirst du mehr Gewicht auf deinem Rücken haben, also keine Angst.´´, sprach ich liebevoll zu dem Hengst und befestigte vorsichtig den Sandsack. Der Ponyhengst musterte mich neugierig und scharrte mit dem Huf. ,,Ja du darfst ja gleich loslaufen!´´, lachte ich, während ich wieder zur Mitte zurück kehrte und den Palominohengst langsam loslaufen ließ. Das Gewicht machte ihn etwas stutzig, doch er wusste, das es nichts schlimmes war und gewöhnte sich schnell an das Gewicht. Dieses Pony war wirklich bewundernswert, er lernt so schnell und fleißig, man konnte schon fast sagen, dass er ein Wunderpony ist. Mit einem Lächeln ging der Gedanke durch meinen Kopf und verschwand wieder, als ich mich auf Yakari konzentrierte und ihn Antraben ließ. Starken Schritt's bewegte sich der kleine Kerl fort und zeigte dementsprechend auch kein Problem im Galopp, sodass ich nach ein paar weiteren Runden beschloss, ihm zum ersten Mal den Sattel aufzusetzen. ,,Hooo Yakari Hooo....´´, rief ich ihm zu, während er zum Stand durchparierte und ich ihm den Gurt samt Sandsack und Pad abnahm, diese brachte ich zur Sattelkammer und holte seinen Sattel. Ein wirklich schöner, aus schwarzen Leder bearbeiteter Sattel. Zurück bei Yakari, ließ ich ihn daran schnuppern und legte den Sattel anschließend vorsichtig auf seinen Rücken und zog den Gurt vorsichtig an, bis er gründlich fest saß. Ohne zu zucken, ließ er es über sich ergehen und musterte dann den fremden Gegenstand auf seinen Rücken. Er verlor nach einer Weile das Interesse und beobachtete mich: ,,So Kleiner! Mal schauen was du zu dem Sattel sagst!´´, grinste ich und wies Yakari an: Vorwärts zu laufen. Brav bewegte er sich vorwärts und versteifte sich ab und zu bis er schließlich im Galopp den Sattel nicht mehr als Fremdkörper ansah, sondern als Teil seines Körpers. ,,Das sieht ja super aus!´´, sprach Lea, die gerade an Round-Pen stand. ,,Ja sag ich auch und gut das du gerade hier bist, er wäre nämlich bereit dazu, das ich mich mal rauf setzen!´´, sprach ich grinsend und Lea ließ es sich nicht zweimal sagen: ,,Warum kann ich mich eigentlich nicht rauf setzen?´´, fragte sie mich anschließend. ,,Das liegt daran, weil ich nicht weiß wie er reagiert und wenn du dich rauf setzt und irgendwas passiert, wäre das nicht so toll oder?´´, antwortete ich ihr. Mit einem Nicken antwortete Lea und ich ging zu Yakari, zog vorsichtig noch etwas den Sattel fest und machte den Steigbügel runter. Dann kam der bedeutendste Moment in Yakari's und Lea's Leben, den nun war ich kurz davor aufzusteigen. Doch bevor ich ganz aufstieg, ließ ich meinen Fuß in den Steigbügel sinken und verlagerte mein Gewicht auf diese Seite. Yakari's Ohren zuckten und er blickte zurück zu mir: ,,Keine Angst,den ich werde jetzt in den sattel steigen und auf dir sitzen.´´, flüsterte ich ihn liebevoll hinzu und schwang mich vorsichtig in den Sattel. Yakari's Kopf erhob sich und seine Ohren waren nach hinten gerichtet, während er mir lauschte und Lea ihn langsam loslaufen ließ. Schwungvoll bewegte sich der Ponyhengst und wirkte sofort entspannter als ich beim Reiten mein Gewicht verlagerte. Als es ans antraben ging, schnalzte ich während ich eine Hilfe gab und Yakari schneller wurde, dies war eine meiner Lernprogramme schnalzen während ich Hilfen gab. Als es in den Galopp ging, reagierte er schnell auf meine Hilfe, sowie Schnalzen und bewegte sich sehr federnd vorwärts. das waren gute Voraussetzungen und ich wartete bis Lea ihn zum Stand brachte: ,,Er hat heute wundervolles vollbracht! Und hat sich jetzt seinen wohlverdienten Feierabend mit Karotten verdient.´´, sprach ich lächelnd während ich abstieg und ihn zum Stall führte, wo wir ihm seine Ausrüstung abnahmen und in die Box brachten. Somit endete dieser Tag, viel zu Abends glücklich ins Bett und schlief schnell ein.

      Der dritte Tag brach an und wir hatten die letzen beiden Tage viel gelernt, sodass heute schon die Trensengewöhnung an der reihe war, obwohl ich das am vierten Tag mit dem Hilfentraining verbinden wollte. Doch es ging schneller als ich dachte und deshalb fing es heute mit der Trensengewöhnung an. Also ging ich zu Yakari's Box und holte den kleinen Racker aus der Box und band ihn draußen fest. Er hatte sich etwas versaut, also musste ich ihn erstmal gründlich putzen. Dies tat ich auch und war in Kürze fertig, sodass ich Sattel und Trense plus Pferd und Longe zum Round-Pen mitnahm. Dort legte ich dem kleinen Racker erstmal wieder den Sattel an und begann mit dem Longieren. Brav wie er gestern schon gewesen war, war er auch heute und als ich mit ihm alle Gangarten durch hatte, konnte ich mich an die Trensengewöhnung wagen. Also holte ich mir die Trense ein wenig Hafer und ging zu Papermoon's Yakari, der neugierig auf das neue Teil schaute und es vorsichtig beschnupperte. Dieser war ziemlich neugierig und schleckte es ab: ,,Haha das schmeckt doch gar nicht!´´, lachte ich und Yakari knabberte bereits daran. ,,Du zum Knabbern ist das nicht, das kommt an deinen Kopf und das hier in dein Maul. Aber keine Angst tut nicht weh und wenn doch melde dich einfach. Dazu wird es etwas kalt anfangs sein also nicht erschrecken.´´, sprach ich liebevoll zu dem kleinen Hengst, der mich aus treuen Augen anblickte und seinen Kopf vorsichtig vorstreckte. Dann legte ich ihm vorsichtig die Zügel über den Kopf, strich sie sanft an seinen Hals entlang und legte sie schließlich hinter dem Widerrist. Dann nahm ich mir Hafer und das Gebiss in die Linke Hand und zog vorsichtig mit der rechten Hand, den Rest der Trense an. Als das Gebiss in sein Maul wanderte, zuckte er kurz, doch schmeckte dann neugierig das Gebiss ab. Ich wiederum ließ die Trense hinter seinen Ohren 'einrasten', sodass es ohne Rutschen fest saß. Nun musste ich mir das lachen verkneifen, denn Yakari verzog ziemlich das Maul und sah aus als ob er Zitrone gegessen hat. ,,Ach du hast aber Grimassen drauf!´´,lachte ich und hörte Lea's Stimme, die ebenso belustigt war. Dann kam sie zu mir geschritten und ich zeigte ihr wie weit wir waren: ,,Joa Trense hat er jetzt zum ersten Mal drin, mal schauen ob er sie wieder nehmen würde, oder wie er sich damit schlägt.´´ Lea lächelte und blickte zu Yakari, der mittlerweile auf der Trense herum kaute. ,,Na dann lass uns ihn erstmal etwas rumführen, das kannst du ja gerne machen, den du hast ja am meisten sein Vertrauen. Dies ließ sich Lea nicht zweimal sagen und nahm ihn liebevoll an den Zügeln, ehe sie ein paar Schritte wagte. Yakari ging erst wiederwillig aber dann zielstrebig seiner Besitzerin hinter her. Somit musste ich nur noch den Kleinen an das Gebiss gewöhnen und herausfinden wie er darauf reagiert, ob man vorsichtiger sein muss oder etwas mehr mit dem Mund arbeiten muss. Gut das war eine Sache der Zeit und würde ich morgen alles ganz in Ruhe trainieren und ausprobieren, bei weiteren Trainingseinheiten, konnte ja dann Lea weiter machen. Also beschloss ich heute ihn etwas mit Trense zu longieren und morgen mit dem Training aller Hilfen anzufangen. Also half mir Lea Yakari, fertig zu machen und wir machten die Zügel an den Sattel ran und die Longe, sodass wir somit ein wenig mit voller Ausrüstung longieren konnten. Zum Glück ließ Yakari alles über sich ergehen und wir hatten wenige Probleme mit ihm, was mich sehr freute, doch vier Tage mussten trotzdem sein, denn er war noch immer etwas hibbelig und verspannt. Somit mussten wir heute dies alles etwas verbessern, damit Morgen nicht noch mehr Arbeit auf uns zukommen würde. Doch wie es bis jetzt aussieht, schlägt sich Papermoon's Yakari super und ging brav seine Runden, ab und zu versuchte er aus der etwas engeren Haltung rauszukommen, doch merkte schnell das das eher unangenehm ist anstatt was das es was hilft. Somit gab er nach und drehte gemütlich seine Runden bis ich beschloss für heute Schluss zu machen und ihn zum entspannen auf die Weide zu lassen. Doch davor musste erstmal seine Ausrüstung ab, also ging ich mit Lea aus den Round-Pen und wir brachten den Palominohengst zum Putzplatz, wo wir alles an Ausrüstung abmachten, verstauten und anschließend den New Forest Hengst auf die Weide ließen. Daraufhin gingen Lea und ich zum abendessen, denn die Nacht war schon Nahe und wir beide waren sehr hungrig, also verputzten wir zufrieden ein selbst gekochtes Mal von uns beiden. es machte wirklich Spaß mit Lea zu kochen, sie war total sympatisch und lustig drauf, solche Kunden hatte man immer gerne, gut sie zählt für mich schon als Freundin, als gute Freundin.

      Der vierte Trainingstag brach an und heute war das Finale, heute wird der kleine Hengst endlich geritten werden können, gut das hoffe ich zumindestens. Denn wenn nicht müsste ich um einen tag verlängern und das wollten wir alle vermeiden. Also ging ich zusammen mit Lea nach dem Frühstück zum Stall und wir holten den Palominohengst Yakari aus seiner Box, dieser hatte wohl heute wieder viel Motivation getankt, den das viel Lea auf: ,,Gut so, heute müssen wir alles geben!´´, waren meine Worte, während wir dem Ponyhengst die Ausrüstung anlegten und zum Reitplatz gingen. Beim Auftrensen zeigte er keine Probleme an, anfangs wollte er es nicht öffnen doch nach vielen guten Zusprechen machte er es doch auf und die Trense saß fest. Zufrieden führte ich nun den Ponyhengst zum Reitplatz und wollte gerade aufstiegen, doch bevor ich dazu kam, kam der versprochenen Besuch von meinen Freund und er grüßte Lea erstmal höflich, ehe er mir grüßte und ebenfalls beschloss zuzuschauen. Dann stieg ich erstmal vorsichtig in den Sattel und nahm die Zügel auf, woraufhin Yakari kurz den Kopf hoch nahm und die Ohren spitzte, er wusste nun, das ich auf ihm saß und seinen Kopf 'in meinen Händen' hatte. Dann drückte ich vorsichtig in seine Flanke und steuerte mit dem Gewicht Hilfe hinzu und somit setzte der Palomino etwas schwerfällig einen Schritt vor den anderen. ,, Super! Und keine Angst, das ich dir zu schwer wäre, den das bin ich nicht, also achte nicht groß darauf. Denn es sitzt nur jemand auf deinen Rücken, der vom Gewicht her passt´´, flüsterte ich ihm liebevoll zu, während ich seinen Hals vorsichtig tätschelte. Dann übte ich weiter mit leichten Gewichtshilfen und Zügelhilfen, sodass Yakari langsam aber sicher den dreh raus bekam und merkte, das ich auf seinen Rücken keine Last bin, sonder ein Teil seines Körpers. Als er den Schritt soweit so gut raus hatte, übte ich an ein paar Zügelhilfen, wo ich nur mit den Zügeln die Richtung anwies. Kurz wanderte sein Kopf woanders hin doch, nach einen kleinen Zügelhilfe, wanderte sein Kopf zurück zu Ausgangsposition. Auch hier hatte er nach kurzer Zeit den Dreh raus, also wagten wir uns ans antraben. Ich drückte sanft in seine Flanke mit meinen Fersen und gab nebenbei die Gewichtshilfe zum Trab, wo Yakari beim ersten Anlauf nicht wirklich verstand und ich nach einer weiteren Schrittrunden es erneut versuchte. Diesmal klappte es mäßig, aber wie man ja wusste bzw. immer hörte, sind alle guten Dinge drei! Also wagten wir den dritten Anlauf und diesmal klappte es ohne Probleme und wir trabten eine Runde um den Platz, Yakari wurde etwas langsamer, daher musste ich ihn etwas mehr antreiben und er machte es, trotz einem kurzen kleinen Bocker. Doch den nahm ich ihm nicht übel, das war verständlich, denn es fing ja nun an mit seiner 'Reitkarriere' als Reitpony. Also drehten wir noch einige Runden während ich ihm alle wichtigen Hilfen beibrachte die nötig waren und diese lernte er schnell und fleißig, sodass wir uns nun an den Galopp wagen konnten und wir vorerst das angaloppieren üben mussten, den dies machte ihn noch etwas stutzig. Nachdem ich ihm immer ausgiebige Gewichtshilfen und Schenkelhilfen gab lernte er es anzugaloppieren, wenn man die Hilfe dafür gab. Und somit übte ich mit ihm das versammeln und das geregelte galoppieren, sowie Paraden, damit er den Kopf in die Gerade brachte und somit wunderschöne Gänge präsentierte. Als ich jede Gangart nochmal durchgeübt hatte, stieg ich ab und überließ Lea die Zügel: ,,So jetzt bist du dran! Dein erster richtiger Ritt mit deinem Pony!´´, lächelte ich und Lea konnte es kaum glauben als sie zum ersten mal auf dem Rücken von Yakari saß. Auch ich freute mich, den es war immer ein schöner Augenblick zu sehen wie Besitzer und Pferd zum ersten mal so richtig harmonieren. Während Yakari geduldig wartete und seine Augen glänzten, begrüßte ich erstmal meinen Freund, ehe ich wieder zu Lea sah die nun schon die ersten Schritte wagte und überglücklich auf dem New Forest Hengst saß. Vorsichtig wagte sich sich voran und fegte schlussendlich im Galopp über den Platz. Ihre Freude war ganz meinerseits und sie verbrachte noch eine ganze Weile gemeinsam mit ihrem jetzt eingerittenen Pony. Schließlich stieg sie ab und erzählte glücklich, wie sie sich fühlte und wie glücklich sie nun war. ,,Das freut mich sehr das du so glücklich bist und man muss es dir schon lassen du hast ein tolles erzogenes Pony und wenn du so weiter machst, wirst du bald das perfekte Reitpferd haben!´´, sprach ich lächelnd ehe sie glücklich antwortete: ,,Er ist perfekt und das schon seit Anfang an.´´. Mit einem Lächeln verließen wir nun den Platz und nahmen von Yakari die Ausrüstung ab, ehe er zu Delicius auf die Weide kam und die beiden gemeinsam spielten. Der restliche Tag verging nun ganz entspannend, mit einem wohlverdienten Abendessen und viel Spaß.

      Nun stand die Abreise an, irgendwie fehlten mir die Beiden jetzt schon, denn der Ausritt gestern war wunderschön und würde mir für immer und ewig im Herzen bleiben. Dazu würden Deli und ich, Lea und Yakari bestimmt wieder besuchen um die Fortschritte anzusehen die sie Beide gemeinsam meistern würden. Doch erstmal war der abschied an der Reihe, der mir einerseits schwer viel aber auch wiederum Erleichterung brachte. Denn eine schwierige Woche wurde perfekt gemeistert, sodass Delicius und ich uns auf unsere Abreise wiederum freuten. Also verabschiedeten wir uns von Lea und fuhren Richtung Kanaskins Country.

      Trainingsbericht 28.02.2015 - Dressur E-A
      © Ravenna
      Mit müden Gliedern griff ich nach dem Handy, aus dessen Lautsprechern stetig mein Weckton dudelte. Ohne Brille sah ich kaum etwas, doch gelang es mir den Wecker abzustellen, doch ich ließ meinen Kopf mit einem Seufzen zurück auf das Kissen sinken.Der Abend zusammen mit Cayden war wunderbar gewesen, wir waren seit dem neuen Jahr noch nicht außerhalb unserer Insel gewesen. Die letzten Aufträge waren entweder zu uns gekommen, oder aber Hansi hatte fahren wollen. Ich stand auf wobei ich mich mit den Armen von der Matratze abstützte wie bei Liegestützen. Ich überbog leicht meinen Rücken, bis ich es knacken hörte. „Ih, das du das immer direkt neben mir machen musst!“ murrte Cayden aus seiner Decke heraus, sah mich anklagend an. „`tschuldige, ich bin morgens immer so steif im Rücken“ als mein Ehemann to be zu grinsen begann, rollte ich mit den Augen. „Jaja...lach du nur!“ murrte ich hingegen, hievte die Beine aus dem Bett. Ich zwang mich anschließend in meine Reitsachen, zog einen dicken Pulli über und verschwand im Bad um mir das dumpfe Gefühl von den Zähnen zu putzten.
      Nun eine gute Stunde später rollte mein Auto auf den Parkplatz. Hier schien nun mittlerweile die Sonne hier traf sie ohne Hemmung auf meine Haut, wärmte sie angenehm. Im höheren Norden gab es ständigen Nebel, hier weiter im Süden war dies nicht der Fall. Ebenso sonnig wurde ich von Pepe begrüßt, diese führte mich zum ersten Kennenlernen auch gleich zu Yakari, dem goldenen New Forrest Pony. Im Look eines Haflingers ging der freundliche Hengst einher. Mit Pepe betrat ich den Paddock, sie lockte ihn zu sich – um mich ein wenig beliebt zu machen hielt ich ihm eine Mährenscheibe entgegen. Aufgrund der Vergangenheit auf den „einsamen“ Weiden, bevor er eingeritten wurde war er vorsichtig, jedoch nicht von Grund auf Misstrauisch. Mit seinen weichen Lippen nahm er mir die Möhre von der flachen Hand, ließ sich zwischen den Ohren kraulen und auch ohne Probleme das Halfter anlegen.Der noch relativ junge Hengst hatte eine solide Grundausbildung genossen, wurde von seiner Besitzerin ab und an auf Turnieren vorgestellt und sogar einige Erfolge vorzuweisen. Durch seine Lernwilligkeit, und seinen guten Arbeitswillen versprach das Training recht gut zu werden „Es gibt einige Dinge für ihn zu lernen, aber wenn er genauso ist wie du ihn mir beschrieben hast – werden wir keine Probleme haben!“ Pepe gesellte sich beim Putzen zu mir, heute machte ich ein wenig Bodenarbeit mit ihm..dabei stellte er sich sittlich an, arbeitete fein mit – so hatten wir uns schon mal aneinander gewöhnt.
      Am nächsten Tag, da schwang ich mich in den Sattel – endlich wieder ein Dressursattel!In den vergangenen Tagen hatte ich mir entweder die Finger und den Arsch auf der Kutsche abgefroren um mit Corry und Soul zu üben oder Argo trainiert, die ja nun eher Western geritten wurde. Sein Schritt kennzeichnete sich durch lange Schritte, aber auf der ersten Runde auf der Bahn versuchte er gleich zum Tor des Platzes zu laufen – energisch behielt ich ihn auf dem Hufschlag, nach dem zweiten Mal gab er es auf mich testen zu wollen. „Na siehst du, wir werden uns doch noch anfreunden. Für den Stufenwechsel benötigten wir einige wenige Sachen, die der junge Hengst bereits ansatzweise konnte wie Beispielsweise die verschiedenen Hufschlagfiguren sowie die Tempowechsel in den einzelnen Gangarten. Die Schwierigkeiten könnten beim einfachen Galoppwechsel anfangen und eventuell dem Rückwärtsrichten. Doch hier bei meinem ersten Ritt kam es mir eher darauf an, den Hengst unter dem Sattel ein wenig zu sichten. Es lief genauso wie ich es mir gedacht hatte, verschiedene Tempowechsel, Ansätze zum Rückwärtsrichten. Sein Trab war unheimlich bequem, doch fehlte es dem Hengst noch ein wenig an dem nötigen Schwung und der Balance, aber das würde sich mit der Zeit geben.
      Dann folgte sein richtiges Training in Folge der nächsten Tage wechselten Pepe und ich uns mit dem Training ab – schließlich sollte auch die Besitzerin wissen wie sie dies mit ihm erarbeiten konnte – wobei sie ja selbst einmal Trainerin gewesen war, oder doch noch ist? Bei der nächsten Gelegenheit konnte ich sie ja mal fragen! Da Yakari bereits den Außengalopp kannte, war das Training für den Galoppwechsel nicht sonderlich schwierig. Auf der diagonalen wechselte ich in den Galopp – bremste ab für den Schritt um ihn zu stellen und gleich darauf wieder an zu galoppieren. Ich zählte insgesamt 6 Schritte…drei zu viel, doch diese Übung hatte er schon sehr gut hinbekommen. Dafür das wir erst seit drei Tagen im Training waren machte er seine Sache mehr als gut, dennoch konnte ich beobachten das er unter Pepe deutlich besser lief als unter mir, die beiden bildeten wirklich ein super Team!
      Am letzten Tag begleitete mich Cayden auf den Hof, zusammen mit meinem alten Auto, der öfter auf Classical Harmony stand da Siobhan eine befestigte Straße hatte im Gegensatz zu Caed Crevan. Noch hatte ich es nicht über mich gebracht den kleinen Peugeot, den ich von meinen Eltern damals bekommen hatte zu verkaufen – obwohl wir mittlerweile einen großen Transporter hatten, der sich mehr für die Schotterstraßen eignete. Wir ratterten also mit Albert auf die Einfahrt, putzten gemeinsam den Hengst und verzogen uns dann in die Halle, heute hatte leichter Nieselregen eingesetzt. Dort spulte ich mit Yakari noch einmal alle Übungen ab, Pepe kam im Laufe des Probetrainings hinzu, unterhielt sich leise mit Cayden. Nach einer guten Stunde hielt ich vor den beiden an, klopfte dem Pseudohaflinger auf den Hals und grinste zu Pepe herüber. „Na so wie es aussieht – einer A Dressur steht wohl nichts im Wege zu stehen. Toller Hengst!“ lobte ich Pepe und ihre Vorarbeit. „In einem Monat, genauer wenn unser Distanzturnier auf dem Hof durch ist, sehen wir uns nochmal für das Military, richtig?“ Pepe nickte eifrig.

      Trainingsbericht 24.03.2015 - Military E-A
      © Ravenna
      Es hatte zwar eine Weile gedauert bis alles organisiert worden war wegen Yakari´s Ankunft hier auf Caed Crevan, aber jetzt rollte der Transporter mit Lea am Steuer auch schon auf den Hof. Gemeinsam mit ihrem Ehemann war sie aus dem nicht ganz so fernen England hierher gekommen, damit ich Yakari ihn unsere Militarystrecke zeigen konnte. Im Springen hatte das Kerlchen schon einiges an Erfahrung sammeln können, Heu als Hindernis würde ihn vor eine neue Herausforderung stellen. „Hey, seit ihr gut angekommen?“ zur Begrüßung umarmten wir einander freundlich, in letzter Zeit war mir Lea und auch ihr Freund Ben wirklich ans Herz gewachsen. Auch Cayden mochte den Mann, sodass sie sich beide unaufgefordert um den Hengst auf dem Hänger kümmerten. Ich nutzte die Gelegenheit um Lea auch einmal „meinen“ Hof zu zeigen...noch war er das ja nicht ganz. „Ja, wunderbare Fahrt, aber je höher wir in den Norden sind, desto nebliger wird’s! Ist das immer so?“ stellte mir Lea die Frage...ich musste Lachen...oh ja der Nebel. „Oh ja...selbst im Sommer hängt er hier und da über dem Land. Die Winter sind höher im Norden oftmals so windig , da *fließen * die Wasserfälle nach oben statt unten. Da gab´s interessante Nachrichten hier, wirklich!“ dabei führte ich sie zu unserem „historischen“ Stall. „Die Gasse haben wir letztens erst erneuern lassen, aber das Gebäude ist noch aus Anno 1849...oder so, zumindest ziemlich alt. Allerdings haben wir hier eine Musikanlage an gebastelt, die uns immer mit Musik versorgt.“ Es folgten die Reithalle, mit den beiden Wohnungen darüber und auch die Paddocks unserer Pferde, besonders eines schien es ihr angetan. „Der Schecke da drüben...also der mit den blauen Augen. Ist das Blettur?“ fragte sie mich. Ich nickte „Ja, nachdem ich ihn abgegeben habe und er nach Australien geschippert wurde ging es ihm eine Weile gut. Nachkommen hat er sogar auch Recht viele, aber irgendwann landete er bei einem Tierschutz. Ich will nicht sagen ihm erging es dort schlecht, aber ihn und seinen Vater Black Lemontree dort zu sehen, naja gefiel mir nicht. Jetzt sind beide wieder seit letztem Jahr in meinem Besitz, sie werden regelmäßig geritten um wieder Muskeln aufzubauen. Trotz allem bin ich nicht ganz glücklich...sie bekommen hier nicht die korrekte Förderung die sie verdient hätten. Allerdings hadere ich auch sehr damit sie überhaupt wieder zu verkaufen, aber hier „versauern“ wäre dämlich...alle drei Hengste sind tolle Deckhengste und Freizeitpartner.“ Ich seufzte, streichelte Uprsing über die Nüster der zum Tor gelaufen war, neben ihm stand Braum. „Ich versteh dich, ist immer schwer seine Lieblinge gehen zu lassen.“ Cayden und Ben kamen nebeneinander her laufend auf uns beide zu, „Wir müssen dann auch wieder los, was Lea?“ fragte Ben seine Freundin, nahm ihre Hand in die Seine. „Leider, wann sollen wir vorbei kommen?“ Ich winkte ab „Lass nur, wir bringen ihn wieder zu euch, entweder Hansi oder Aiden...mal sehen wie wir neben dem Distanzrennen dazu kommen.
      Da fuhr Lea also davon, während ich dem Hengst für heute Abend und den nächsten Tag ruhe gönnte, stand das Training mit den vieren vom Distanztraining dran. Am Abend gab es für Pferd und Reiter erst eine kleine Aufwärmung und dann ging es raus in die Natur – joggen, den in der Distanz war es wichtig, dass sowohl Pferd als auch Reiter fit waren. Die Teilnehmer waren in ihrer fast letzten Woche hier, also war ihre Kondition um einiges gestiegen.

      Am zweiten Tag machte ich mir den kleinen „Hafi“ mit einer kleinen Bestechung wieder zum Freund, lange ließ ich mir Zeit ihn zu putzten und sattelte ihn dann. Sein Sattel hatte mir beim letzten Mal schon gefallen, von einem schicken Dunkelbraun mit passender Trense und dunkelgrünem Zubehör. Im jetzigen Fall war es zwar ein VS spezialisiert auf das Springen, aber immerhin. Begleitet wurde ich von Kathi auf unserer Stute Yoomee, Hansi und Cayden waren auf einem Übungsritt mit den anderen. Ich wollte Yakari mit einem erfahrenem Pferd zusammen an die meist ungewöhnlichen Hindernisse gewöhnen. Wir schwangen uns also auf die Rücken, genossen die scheinende Sonne und besprachen die Krönungsvorbereitungen für Argo. Angekommen an der Strecke stiegen wir zunächst von den Pferden, führten sie an den Hindernissen entlang, doch Yakari schien ziemlich unbeeindruckt von kleinem Wassergraben, den Baumstämmen , die Heuquadrate wollte er sogar lieber futtern. „Na wenn der so gechillt ist, wollen wir Sprünge wagen?“ fragte Kathi gerade heraus. Ich zuckte mit den Schultern „Dann aber lieber die kleineren da hinten, die sind am ehesten noch Cavaletti ähnlich.“ meinte ich, schwang mich in den Sattel. Im Schritt und im Trab gingen wir über die verteilten Trabstangen, kleinere Kreuze um die Pferde ein wenig warm zu machen, bevor wir die anderen nahmen. Schlussendlich ging Yoomee voran über die kleinen Hindernisse, die knapp 80 cm haben mussten und aus knorrigen Ästen und kleinen Bonsaibüschen bestanden. Beim ersten wirkte Yakari noch etwas unsicher, also presste ich ihm fordernder die Waden an den Baum, mit der Stimme munterte ich ihn auf „Los Spring!“ murmelte ich, schmupp hoben wir ab, landeten und liefen zum nächsten Hindernis. Hier bestand das Grundgerüst aus übereinander gelegten Heuquadraten, dieses Mal wackelte er nur etwas unsicher mit den Ohren, schien sich jedoch auf mich zu verlassen, außerdem zog die Stute die vor seiner Nase einher rannte und sicher über die „lächerlichen“ Hindernisse ging. Bereits am sechsen und siebten, sprang er über die kleineren Hindernisse wie ein alter Hase – schien ihm wohl im Blut zu liegen. Da der Hengst jedoch nach und nach immer heißer wurde, begann eher auf die Sprünge zu zurasen unterbrachen wir unser Training an den Sprüngen. Mit ein wenig Dressurarbeit auf der Wiese, brachte ich ihn wieder ein wenig zur Ruhe. Zusammen mit Kathi kehrte ich zum Hof zurück. Ein erster guter Trainingstag lag hinter uns.

      In den nächsten Tagen machten wir immer wieder einige kleinere und größere Ausflüge zur Sprungstrecke, manchmal sogar bereits allein. An den Sprüngen galt es weniger zu arbeiten – springen konnte er ja immerhin, nur wurde er nach einigen Hindernissen extrem heiß, manchmal etwas unkonzentriert. In solchen Situation pflegte er manchmal dazu auf die Hindernisse zu zu brettern, also legten wir auch Trainingseinheiten in der Halle und dem Platz ein. An einem Tag begleitete mich Hansi, der mir einen Interessanten Denkanstoß gab. „Der scheint das rasen nur auf der Strecke zu machen...nicht auf dem Platz. Ob er das auch im reinen Gelände macht?“ das stimmte mich nachdenklich, was mich dazu veranlasste Lea am Abend anzurufen. „Hey, Yakari macht sich wirklich gut im Training, die Hindernisse interessieren ihn kaum. Allerdings rennt er sich immer wieder ziemlich warm, es ist schwer in dann noch kontrolliert über die Sprünge zu befördern. Da warf sich mir die Frage auf, ob er das auch im Gelände macht?“ „So ziemlich...er rennt einem zwar nicht unter dem Arsch weg, aber hitzig ist er schon, besonders in der Gruppe. Wir sind allerdings schon dabei ihm das abzugewöhnen“ erzählte mir Lea. „Dann werd ich das hier gleich mal weiter machen, dann bekommst du noch ein anderes Pferd wieder.“ Lea lachte leise „Bitte nicht! Meinen leicht Irren Yakari hab ich eigentlich ganz gern!“ Auch ich musste ein wenig schmunzeln „Nein, nein er wird schon der alte bleiben.“
      „Ich wollte eh fragen wie es aussieht, schreckst du generell davor zurück Uprising und die anderen zu verkaufen? Also ich...ich hab mit Ben geredet, wir würden uns für Blettur interessieren.“ Kurz schluckte ich, einen Moment sprachlos und dann wusste ich: Ja...“Hmpf...so richtig hab ich das noch nicht überlegt, aber wenn ich mir einen guten Besitzer vorstellen kann, dann euch – ich sehe es ja an Yakari...auch Yael und Soul, sind wundervolle Pferde, die ich in meinem Besitz weiß. Wenn ihr euch das wirklich so vorstellt, dann bringe ich ihn mit sobald ich mit Yakari´s Training durch bin.“ Am anderen Ende war es kurz ruhig, dann „Danke! Wirklich...wow...ich freue mich das du ihn mir anvertraust!“ Wir klärten noch ein paar der Formalitäten, anschließend legte ich auf.
      In den darauf folgenden Tagen verzog ich mich mit Yakari in den Round Pen, lehrte ihn die Bedeutung des Wortes „Stopp“ - er sollte von mir lernen zu halten sobald dieses Signal erklang. Die Grundsätze kannte er, wie stehen bleiben und verweilen, aber es dauerte eine Weile ehe er selbst aus dem Galopp zum stehen kam. Während ich die Vormittage im Zirkel verbrachte, ging ich an den Nachmittagen mit ihm spazieren, setzte mich auch auf seinen blanken Rücken um zu reiten. So prüfte ich das vorher gelernte. Nachdem dies alles allein klappte, ritt ich die Übungsritte mit um ihn auch dort unter stimmlicher Kontrolle zu haben – Intelligent und willig wie er war begriff er schnell und wurde von mir stets positiv bestärkt.Erst nach einer Woche gingen wir wieder an den Sprung – wurde der Hengst zu schnell ließen ich ihn stoppen und verweilen, was ihn alsbald frustrierte. Ich gab nichts als die Kommandos zum stoppen und stehen, saß das ganze aus und ließ ihn dann laufen als sei nichts gewesen. Innerhalb der nächsten zwei Tage merkte er – wenn er zu sehr raste, musste er stehen, also unterließ er dieses Verhalten bald. Nun konnte ich mich auf höhere Sprünge konzentrieren, ihm den Wassergraben näher bringen, da er nicht mehr aufgestachelt durch rasen wollte. Zwei Wochen nach seiner Ankunft bestiegen er und mein geliebter Blettur den Hänger. „Macht´s gut ihr beiden.“ sanft küsste ich jedem die weichen Nüstern und sah hinterher wie der Hänger den Hof verließ – meine Gäste waren noch da, um sie musste ich mich nun auch kümmern.


      Pflegebericht 02.06.2016 - Stangenarbeitskurs
      Aus privaten Gründen hatte ich den Kurs bezüglich der Stangenarbeit leider zwei Wochen verschieben müssen und so rutschte er nun in den Juni. Zu meinem Glück hatte das aber meine Teilnehmer nicht gestört, da ich sie auch früh genug informiert hatte und so jeder umplanen konnte. Heute war es dann aber endlich so weit: Die Boxen und Gästezimmer waren bezugsbereit und für ein Gastpferd hatten wir einen kleineren Offenstall hergerichtet.
      Nun war es inzwischen nach 15 Uhr und so langsam würden wohl alle nacheinander eintrudeln. Als erstes durfte ich Verena begrüßen, welche auch einen weiteren Gast mitgebracht hatte: Octavia. „Herzlich Willkommen auf Townsend Acres!“, meinte ich grinsend, denn die beiden waren schon so etwas wie Dauergäste. Ich begrüßte beide kurz und half dann beim Ausladen der mitgebrachten Paintstute. My sweet little Secret hieß sie und war an sich ein Engel auf vier Hufen, hatte aber so ihre Problemchen.
      „Was wäre auch ein Kurs ohne Problempferd“, lachte und ich und führte die drei zu der Gastbox, wo Sweet sich wie zu Hause fühlen konnte. Als das Pferd angekommen war, waren auch die Zweibeiner dran. Für Verena und Octavia hatte ich ein Zwei-Mann-Zimmer vorbereitet, welches ich ihnen nun zeigte. „17 Uhr ist Besprechung und 18 Uhr gibt es Abendessen, bis dahin könnt ihr erst einmal ankommen!“, verabschiedete ich mich und eilte schon wieder hinunter, denn Cooper schien anzukommen.
      Auch sie nahm ich herzlich in Empfang und half ihr bei ihrem Prachtstück an Berberhengst namens Aldaire. Cooper hatte immer den kürzesten Weg, wobei Verena es auch gut getroffen hatte. Beide lebten auch in Kanada und das war nichts im Vergleich zu der guten Kira, die aus Deutschland anreisen würde.
      Ich begleitete Cooper gerade samt Pferd in den Stall, als dann auch tatsächlich Kira schon auf den Hof fuhr, deshalb tippte ich Elisa an und bat sie, Gast Nummer vier in Empfang zu nehmen. „Zanaro hat die Box ganz vorne und Kira hat Gästezimmer acht“, meinte ich knapp und zeigte dann Cooper die Box ihres Hengstes. Alle Pferde hatten einen großen Paddock an der Box und konnten auch morgen theoretisch den gesamten Tag auf die Weiden. Für heute sollten sie aber ruhig erst einmal ankommen und sich ausruhen dürfen, ehe noch mehr Aufregung anstand.
      Als letztes traf ein ganz neues Gesicht in der Reiterszene ein: Svejn Álfarsson. Er hatte sich keine Mühe machen müssen, sich mit allen bekannt zu machen, denn durch den Tod der Alistairs, hatte sich alles wie ein Lauffeuer verbreitet. „Herzlich Willkommen auf Townsend Acres!“, begrüßte ich ihn herzlich und zeigte ihm den Offenstall für seinen Riesen Thjalfe. Also an sich war das Pferd nicht zwingend riesig, aber er war schlichtweg sehr robust und breit.
      Nachdem der Hengst sein neues Heim betrachtet hatte, zeigte ich Svejn sein Gästezimmer. Dabei trafen wir auch auf Verena und Octavia, die nach ihrem Pferd schauen wollten und siehe da, unsere Gäste kannten sich sogar schon! „Na ja, also theoretisch sind wir zusammengereist, aber es gab da jemanden, der vergessen hatte zu tanken“, meinte Verena grinsend und klärte mich auf, dass Svejn samt seinen Pferden sogar auf der Gips Reminder Ranch stand.
      „So klein ist die Welt“, meinte ich lachend und ließ dann alle erst einmal in Ruhe, es würde gar nicht mehr lange bis zur Besprechung dauern und bis dahin wollte ich noch den Saal vorbereiten. Die Mappen mussten noch ausgeteilt werden und jeder bekam wie immer ein kleines Präsent und natürlich Wasser. Pünktlich um 17 Uhr trafen alle ein und nahmen Platz.
      Die Neugierde gewann schnell die Überhand und alle blätterten begeistert durch die Mappen, welche gefüllt waren mit Trainingsvorschlägen und vor allem vielen Zeichnungen zur Stangenarbeit. Ich hörte öfters ein „Oh!“ oder ein „Ah!“, bis ich dann doch um Aufmerksamkeit bat, denn ich hatte auch extra eine kleine Präsentation vorbereitet.
      „Also den Inhalt werdet ihr euch noch früh genug anschauen dürfen und reiten dürft ihr das auch alles mal, aber vorerst eine kurze Erklärung…“ und schon legte ich mit meinem Vortrag los. Der ging jedoch nur eine Viertelstunde und klärte meine Teilnehmer darüber auf, was das Ziel des Kurses war und womit sie rechnen konnten. Ich versprach auch Verena, dass ich versuchen würde, möglichst gut auf ihre Stute einzugehen, dieser Kurs jedoch an die Arbeit vom Sattel aus angeglichen war.
      Dennoch sah ich da generell kein Problem, wir würden das mit Sweet schon hinbekommen. Auch der Rest wirkte sehr motiviert und war gespannt auf Morgen. Für heute hieß es dann aber erst einmal Abendessen und Ruhe für alle, sie würden sicherlich mit der Mappe beschäftigt sein. Ich hingegen studierte noch einmal die Anmeldungen, um im Voraus schon etwas über die Pferde zu erfahren.

      Der nächste Tag ging entspannt mit dem Frühstück los und um 10 Uhr fand die erste Trainingseinheit statt. Diese würden wir zusammen machen, denn ich wollte meine Reiterpaare erst einmal kennenlernen, ehe es dann heute Nachmittag an die Einzelarbeit gehen würde. Für die erste Stunde hatte ich mir auch eine ganz spezielle Idee ausgedacht: Das Nikolaushaus.
      Von mir stammte dieser Aufbau nicht, aber er war ideal als Einleitung in die Stangenarbeit. So baute ich also das Haus vom Nikolaus zweimal in der Halle auf, während die Kursteilnehmer ihre Pferde sattelten. Pünktlich um zehn standen alle vier Gäste plus Elisa auf Tenacious in der Halle. Letztere sollte als mein lebendes Beispiel dienen. Wir hatten schon vor einer Woche alles geübt und so würde es den Teilnehmern leichter fallen, meinen Erklärungen zu folgen.
      Zuerst stellte ich das Nikolaushaus vor, welches aus insgesamt sechs Stangen bestand. Einem Quadrat, das Haus, und den zwei restlichen Stangen als Dach, welches oben eine kleine Öffnung besaß, aus welcher durch drei Pylonen der „Rauch“ aufstieg. Meine Teilnehmer schienen sehr angetan von der Idee zu sein.
      Ich hatte das Haus zweimal aufgebaut, da wir zum einen genügend Platz bei Elisa in der Halle dafür hatten und so auch die Teilnehmer besser arbeiten konnten. Dafür spannte ich indirekt Elisa ein, welche mit Cooper und Svejn eine Gruppe bildete, während ich mir zuerst einmal Verena und Kira vornahm. Octavia schaute dem ganzen Spektakel von der Bande zu, sie würde ich später eventuell in der einzelnen Stunde einbauen, je nachdem wie Sweet sich machte.
      Zu Beginn bestand unsere Arbeit daraus, dass das Haus von allen Seiten einfach einmal im Schritt durchritten wurde. Nichts großartig kompliziertes, aber die Pferde sollten es kennenlernen. Zanaro machte das auch wirklich wunderbar mit, obwohl er erst seit kurzem unter dem Sattel war. Aus diesem Grund stellte er auch schnell für Sweet das Leitpferd dar, denn er ging vor und sie sollte direkt hinterher. Maximal zwei Stangen hintereinander klappten auch bei ihr ganz gut.
      Ich bat meine Gruppe, dass sie noch einmal alle Seiten durchgingen, so dass Sweet Vertrauen in die Stangen gewann, während ich kurz zur anderen Gruppe lief. Dort zeigten sich die Teilnehmer auch sehr aufmerksam. Coopers Berberhengst schien sichtlich Spaß an den Stangen zu haben, auch wenn er teilweise seine Beine noch etwas übertrieben anhob, aber lieber so, als dass er sie schleifen ließ. Das tat nämlich Thjalfe und haute gerne mal eine Stange um.
      „Erhöhe das Tempo, treib ihn also mehr vorwärts und wirklich auf die Stange zu und über sie drüber“, erklärte ich und motivierte Thjalfe noch durch meine Stimme. Sobald der Hengst ein wenig fleißiger wurde, bekam er auch seine Beine über die Stange. Bisher sah das auch noch sehr gut aus, Svejn warnte mich nur, dass der Hengst sehr grobmotorisch sei. „Deshalb seid ihr ja hier, wir machen das schon“, beruhigte ich ihn lachend und sprach mich kurz mit Elisa ab.
      Denn nun kamen die richtigen Übungen. Wir begannen einfach mit dem Einreiten ins Quadrat über die Türschwelle (die unterste Stange) und dann über die Dachrinne hinaus durch die Pylonen. Zanaro machte es vor und Sweet nach, theoretisch. Die beiden Stangen waren kein Problem, aber von den Pylonen war die Paintstute nicht sonderlich angetan und sprang lieber zur Seite. Also schickte ich sie wieder zusammen mit Zanaro durch. Das Ganze zweimal, bis ich sie alleine durchschickte.
      Ich merkte aber, wie Sweets Konzentration allmählich nachließ. „Gehst du mit ihr mal auf den hinteren freien Zirkel? Einfach ein bisschen Schritt-Trab-Übergänge und ein paar Volten und Handwechsel einbauen, damit sie wieder wach wird“, bat ich Verena und sie nickte nur bestätigend. Sweet mussten wir eine Pause von den Stangen gönnen, so viel Konzentration besaß das junge Pferd noch nicht.
      Zanaro konnte sich stattdessen nun an den beiden Volten durch die Hausecken beweisen. Das erste Mal klappte gar nicht, er war zu motiviert und raste im Schritt förmlich durch die Stangen. Beim zweiten Mal war er aber direkt klüger und konzentrierte sich auf Kiras Hilfen. Die engen Wendungen verhinderten außerdem, dass er zu schnell wurde und so konnte Kira die Aufgabe auch schon schnell im Trab durchreiten.
      Elisa erklärte es den anderen beiden ähnlich, machte es mit Tenacious vor und der Rest machte es nach. Aldaire zeigte sich bisher von seiner besten Seite, doch auch Cooper bat ich, ihm die Abwechslung zu geben, ab und an auf den Zirkel zu gehen und ihn zu beschäftigen, sonst wurde dem doch sehr klugen Hengst schnell langweilig.
      Wie zu erwarten fielen Thjalfe die engen Wendungen schwer, weshalb Svejn erst einmal eine große Volte reiten sollte, in der er einfach zwei Stangen mitnahm und dem Hengst so viel Platz zum Ausbalancieren gab, wie er benötigte. Dann verkleinerten wir den Kreis immer mehr, bis auch die vorgesehene Volte klappte. Svejn hatte lediglich allerhand zu tun, denn er musste seinen Hengst aufmerksam an den Hilfen halten und durfte keinen Moment unaufmerksam werden.
      Ich kehrte zurück zu den anderen beiden und arbeitete mit Sweet. Tendenziell sollte sie auch über Stangen geritten werden, der Vorteil des Kurses war jedoch, dass ich auch vom Boden aus mit ihr arbeiten konnte, während Verena im Sattel saß. Wir beschäftigten Sweet intensiv und ließen ihr gar keine Gelegenheit, sich auf etwas Anderes zu konzentrieren als die Stangen.
      Ich lief vorne weg und Verena ritt mir nah hinterher. Sweet konzentrierte sich auf mich und folgte mir. Dennoch blieben wir bei ihr bei den einfachen Aufgaben, welche maximal zwei Stangen beinhalteten und so entließ ich Verena auch schon etwas eher. „Das hat sie schon super gemacht und wir arbeiten dann in der Einzelstunde weiter“, meinte ich lächelnd.
      Für den Rest war noch eine Viertelstunde Trab- und Galopparbeit eingeplant, die würde Sweet gnadenlos überfordern und da sie bisher ihre Aufgabe so gut gemacht hatte, hatte sie eine Pause verdient. Ich bildete hingegen eine Abteilung, was lachend zur Kenntnis genommen wurde. Bei allen Reitern war es ewig her, dass sie in einer Abteilung geritten waren.
      Den Anfang machte Elisa mit Tenacious. An zweite Stelle packte ich direkt Thjalfe, damit der Kaltblüter eine Motivation hatte, weiter hinten würde er irgendwann nur noch langsamer werden. Dann folgte Zanaro und das Katzenauge am Ende bildete Aldaire. Da Zanaro noch so frisch eingeritten war, wollte ich ihn nicht komplett hinten laufen lassen.
      Als Abteilung ging es nun im Trab los, ich sagte an, was geritten wurde und Elisa führte es aus und der Rest musste hinterher. Ich hatte noch einige Trabstangen in der Halle aufgebaut, so dass die Pferde durchaus beschäftigt waren mit normalen Trabstangen und dem Nikolaushaus. Auch den Slalom ließen wir im Trab nicht aus.
      Dann wechselten wir in den Galopp, testweise ließ ich die Abteilung erst einmal eine Zirkelrunde galoppieren, um zu schauen, ob das Tempo von allen passte. Der Vorteil einer Abteilung war, dass sich alle noch viel mehr auf Tempo und Abstand konzentrierten, als wenn sie alleine unterwegs wären. Auch so ging es noch einmal über die Stangen.
      Als Abschluss gab es eine kleine Runde, die jeder einzeln durchreiten musste und was bisher die Abteilung an Problemen verschleiert hatte, zeigte sich nun. Da Thjalfe kein Pferd mehr vor ihm hatte, musste Svejn ihn deutlich mehr motivieren. Es war nicht so, als besäße der Große keinen Vorwärtsdrang, faul war er definitiv nicht, aber er brauchte ein Ziel, denn sonst hatte er schlichtweg keine Lust.
      Durch die Routine bekam er seine vier Hufen aber ganz gut über die Stangen. Hier und da machte es noch „Klong!“ aber für die erste Einheit konnte er sich doch sehen lassen, Wunder bewirken konnten wir schließlich auch nicht. Bei Zanaro und Kira reichte allein der Hinweis, dass Kira den Weg vor Augen haben musste. Sobald einer von beiden einen Plan hatte, machte der Hengst einwandfrei mit.
      „Wenn er dir zu schnell wird, bau einfach eine Volte ein, wir haben alle Zeit der Welt!“, erklärte ich lächelnd, denn vor manchen Stangen zog Zanaro mächtig an. Wenn Kira dann aber abbog, schwächte die Motivation ein Stück weit ab. Und so kamen auch sie gut durch den Parcours. Nun nur Cooper mit Aldaire.
      „Ha, das sind also unsere Vorzeigeschüler“, meinte ich lachend, als Cooper den Parcours fehlerfrei durchritt. „Wenn man weiß, was man alles mit Stangen machen kann, ist das total genial“, grinste Cooper mit an und lobte ihren Braunen. Für den Vormittag beendete ich nun diese Einheit und schickte alle in ihre verdiente Pause. Um 12 Uhr würde es sowieso Mittagessen geben und danach gingen ab 13 Uhr schon die einzelnen Einheiten los. Ich hatte für jedes Paar circa eine halbe Stunde eingeplant, eh noch einmal eine gemeinsame Stunde folgen würde.

      Den Beginn machten am Nachmittag Verena mit Sweet. Da die Stute doch noch ein Ticken komplizierter war als gedacht und eine feste Hand brauchte, blieb Octavia auf dem Boden. Ich zeigte ihr jedoch, wie sie die Stute vom Boden aus unterstützen konnte. In der Einzelstunde begannen wir mit einer Gasse aus zwei Stangen.
      Sweet sollte vorwärts und rückwärts durch. Bei dem Rückwärts unterstützte ich Verena vom Boden aus, damit die Stute wirklich gerade blieb. Wir fingen auch ganz klein an, wenn Sweet nur schon andeutete, dass sie verstand was wir wollten, gab Verena komplett nach und lobte. So hatten wir bald ein Pferd, was nur schon auf die kleinste Gewichtsverlagerung nach hinten und das leichte Annehmen der Zügel einen Schritt nach hinten machte und dass trotz der Stangen.
      Dann sollte Sweet seitlich über eine Stange gehen. Verena zeigte mir anfänglich noch den Vogel, aber die Übung war sehr einfach für Pferde. Durch die Stange unter ihrem Bauch hatte, Sweet eine gute Orientierung und erledigte die Aufgabe mit Bravour. Also baute ich eine Aufgabe aus sieben Stangen auf. Zwei Gassen und in der Mitte drei Trabstangen.
      Hier hieß es nicht nur über die Stangen reiten, sondern diese mit richtigen Bahnfiguren zu verbinden. Es ging mal durch die Gassen und mal über die Stangen. Da Sweet bei den Gassen nicht direkt mit den Stangen konfrontiert wurde, aber trotzdem mit ihnen arbeitete, verlor sie dort schon schnell die Angst und auch die simplen Stangen waren nach einigen routinierten Durchgängen ein Problem mehr, weder im Schritt, noch im Trab.
      Durch den Aufbau gab es auch die Möglichkeit, über zwei Stangen zu traben, dann einige Schritte Pause zu haben, ehe noch einmal zwei kamen. Das forderte Sweets Nachdenken und gab ihr dennoch eine Pause zwischen den Stangen. „Also mehr als zwei bis drei Stangen hintereinander würde ich bei ihr bisher vermeiden bis das nicht einwandfrei klappt. Ansonsten braucht sie auch einfach die Routine und jemanden, der ihr klar sagt wo es langgeht und dass das alles kein Problem ist“, meinte ich lachend.
      Ich möchte nicht behaupten, dass ich Sweet von ihrer Stangenphobie befreit hatte, natürlich war sie regelmäßig zur Seite gehüpft oder an eine Stange gekommen, aber es hatte auch Durchgänge gegeben, da hatte es schlichtweg geklappt und an den Erfolgen musste auch Verena festhalten, denn das waren die wichtigsten, den Rest konnte man hinten runterfallen lassen.
      Da sowohl Pferd als auch Reiter sichtlich mit den Nerven am Ende waren, entließ ich sie. Wir hatten auch etwas überzogen, so dass Kira bereits mit Zanaro aufgewärmt war und wir direkt loslegen konnte. Für jedes Paar hatte ich eine andere Stangenkombination für die halbe Stunde gewählt, jeweils auf Leistungsniveau und Pferd zugeschnitten. In den Mappen fand jedoch jeder alle Übungen.
      Da Zanaro sehr talentiert war, hatte ich ihm eine etwas schwierigere Aufgabe herausgesucht, welche ihn jedoch im Tempo bremste. Kira wirkte erst einmal etwas geschockt, als sie die insgesamt elf Stangen sah, welche ich in eine höchst interessante Form gepackt hatte. „Man kann da ideal eine Acht durchreiten, beziehungsweise generell viele Wendungen, so dass Zanaro gar nicht auf Unsinn kommt“, meinte ich begeistert. Jedoch durfte kira alle Aufgaben erst einmal im Schritt und Trab einzeln durchreiten, ehe wir uns an kompliziertere Abläufe machen.
      Damit sie mit besser folgen konnte, lief ich immer die Runde vor und erklärte ihr auch direkt, worauf sie wo achten musste. Dann erarbeiteten wir uns den kompletten Ablauf einzeln. Erst einmal über die drei Stangen, durch die Gasse und über die letzte Stange. Als nächstes nahmen wir die darauffolgende Wendung und die drei Trabstangen hinzu.
      Das wiederholten wir circa zwei- bis dreimal und dann folgte wieder eine Wendung, um erneut über eine Stange und durch die Gasse zu reiten. Es wiederholte sich theoretisch nur der Anfang. Kira hörte nur auf mich und dachte nicht sonderlich viel nach. Umso überraschter war sie, als sie den Ablauf fehlerfrei durchritt, obwohl sie am Anfang nur mit dem Kopf geschüttelt hatte.
      „Wow! Und Zanaro war so locker an der Hand!“, meinte sie glücklich und ich musste grinsen. Ja, der Hengst wurde dadurch einmal komplett aktiviert, sowohl die Hinterhand als auch die Vorderhand. Automatisch kam der Rücken hoch und er schwang einmal durch den gesamten Körper, so dass er auch vorne schön an den Zügel herantrat.
      Die ganze Aufgabe durchritten wir auch noch einmal im Trab, ehe ich Kira noch einige Tipps für die Stangenarbeit im Galopp gab und die beiden dann entließ. Dass was eindeutig genügen Input für heute gewesen. Ich verabschiedete die beiden und ließ Svejn mit Thjalfe in die Halle. „Jetzt bin ich gespannt“, meinte er neugierig, doch ich musste ihn vertrösten, denn erst einmal sollte er warmreiten, während ich die Stangen umlegte.
      Bei Thjalfe kamen vier Cavalettis zum Einsatz, diese sollten den Hengst motivieren, aufmerksamer über die Stangen zu gehen. Außerdem ließen sich seine Aufgaben gut in Zirkel und Volten einbauen, so dass wir seinen Bewegungsablauf schulten. Drei Kombinationen bestanden nur jeweils aus zwei Stangen, aber in der Mitte fanden sich noch einmal drei normale Trabstangen, welche Thjalfe auch einmal eine Pause gönnen sollten.
      Zu Beginn sollte Svejn alle Stangen einmal locker durchreiten, ohne großartige Wendungen. Einmal im Schritt und einmal im Trab. Dann gab ich ihm bestimmte Abläufe vor und kombinierte die Stangen immer mehr. Das Schöne an Stangenarbeit war, dass bei so etwas Mensch und Pferd automatisch aufmerksamer wurden und mitmachten. Deshalb hatte Stangenarbeit auch so eine schöne Wirkung im Training.
      Sehr vieles wurde dem Reiter abgenommen. Pferde wurden fleißiger, streckten sich mehr und man musste nicht auf alles achten, denn Takt und Losgelassenheit kamen ganz alleine durch die Stangen. Ich bat Svejn auch, seinem Hengst ruhig mal längere Zügel zu lassen. Der Reiter kannte sein Pferd und dessen Stolpern, aber Thjalfe musste die Abstände auch einmal alleine einschätzen können, der Einfluss des Reiters, wenn auch nur als Hilfe gedacht, verwirrte das Pferd einfach nur.
      Dennoch ließ es mit den beiden wirklich gut und am Ende konnte sich das Paar wirklich sehen lassen. Das meinten auch unsere neugierigen Zuschauer Verena und Octavia, die diese Stunde beobachtet hatten. Lächelnd entließ ich Svejn, der zwar total fertig war, aber doch glücklich über den Erfolg.
      Nun war nur noch Cooper an der Reihe. Diesmal hatte ich aber auch noch meine eingeplanten zehn Minuten zum Umbauen, ehe sie eintreffen würde, also machte ich mich direkt ans Werk. Da sowohl Cooper als auch Aldaire Vorzeigeschüler waren, hatten die beiden in ihrer Einzelstunde allerhand zu tun, die Kombination würde nicht einfach werden.
      Auch bei ihr kamen mehrere Cavaletti zum Einsatz, welche aber auch schon der Galopparbeit dienen sollten. Auch wir begannen bei ihr mit mehreren Trabstangen, welche durch Volten oder Achten miteinander kombiniert wurden. Am aufwendigsten würde der doppelte In-Out sein und Cooper zweifelte auch anfangs, ob sie das wirklich packen würden, aber Aldaire enttäuschte sie nicht.
      Fleißig ging er erst im Trab über die Stangen und auch im Galopp konnte sich das Paar sehen lassen. Aldaire verfügte über ein sehr gutes Grundtempo und hatte auch seinen Wohlfühltakt schnell gefunden. Auch Cooper kam sehr gut mit ihrem Pferd klar und so wusste ich gar nicht so recht, was ich den beiden beibringen konnte, außer eben neue Möglichkeiten mit den Stangen.
      Da sie diese Aufgabe so schnell erfolgreich gelöst hatten, durften sie auch noch einmal die Aufgabe durchreiten, welche ich für Kiras Zanaro geplant hatte und auch da machten sie eine gute Figur, auch wenn sie erst einmal nachdachten mussten, wie der Ablauf direkt noch einmal war.
      Cooper schien die Stangenarbeit aber sichtlich Spaß zu machen und zufrieden ritt sie ihren Hengst dann ab, während ich die Halle wieder aufräumte. „17 Uhr ist dann noch einmal eine Stunde für alle!“, meinte ich lächelnd und Cooper versprach mir, es noch einmal allen zu sagen. Theoretisch hatte ja jeder einen Ablaufplan, aber so manches geriet dann wegen wichtigerer Dinge doch mal in Vergessenheit.

      Wir trafen uns alle 17 Uhr wieder in der Halle. Auch Elisa war von der Partie und diesmal saß auch ich auf dem Pferd. Grund hierfür war die kleine Überraschung für meine Teilnehmer. Zu sechst würden wir eine kleine Choreo reiten, welche natürlich mit Stangen und Cavalettis gespickt waren. Da auch Verena mit Sweet von der Partie war, hatte ich es recht simpel gelassen, so dass auch Sweet im Trab und Galopp mitkommen konnte.
      Wie es bei Quadrillenritten üblich war, würden wir uns auch aufsplitten und damit jeder wusste, was er zu tun hatte, führte ich eine Dreier-Gruppe an und Elisa eine. Wir beide kannte den Ablauf und damit es etwas peppiger wurde, hatte ich Octavia die wertvolle Aufgabe der Musik übergeben. Gespielt geritten wir ein, stellten uns alle einmal auf und dann reihten wir uns im Trab ein. An der kurzen Seite splitteten wir uns auf und dann ritten wir unterschiedliche Zirkel, Volten und Achten. Manchmal kamen wir wieder zusammen zu einer großen Abteilung oder unsere Wege kreuzten sich. Es machte allen sichtlich Spaß und da wir nach circa 10 Minuten durch waren, lud ich jeden noch zu einem kleinen Ausritt um das Gestüt ein.
      Entspannt ließ ich Yakari den langen Zügel, während er unsere Gästegruppe anführte, Elisa hatte sich wieder von uns getrennt, denn sie hatte noch zur Genüge mit den Vorbereitungen bezüglich Jolympia zu tun. „Apropos! Also wer Lust hat, kann gerne dieses Jahr wieder zur Jolympia teilnehmen!“, weihte ich meine Teilnehmer direkt ein und der ein oder andere schien richtig begeistert von der Idee zu sein.
      Der Ausritt endete damit, dass alle Pferde wieder in die Boxen durften und zum Abschied gegrillt wurde, so wie wir es gerne bei den Kursen machten. Dabei kamen alle noch einmal ins Gespräch und der Kurs endete so wie er sollte: Locker und fröhlich.

      Am kommenden Morgen war die Aufregung groß, zumindest nach dem entspannten Frühstück und der kleinen Feedbackrunde zwischen mir und meinen Teilnehmern. Denn danach ging es für alle nach Hause. Mit der Unterstützung unseres Teams bekam aber jeder sein Pferd verladen und konnte sich auf die Heimreise machen.
      Ich verabschiedete jeden persönlich und bedankte mich noch einmal ganz herzlich für den Besuch, es war eine schöne Gruppe gewesen, ich konnte mich wirklich nicht beschweren. Gegen Mittag waren dann aber auch alle entschwunden und ich atmete erleichtert aus. Kurstage waren toll, aber anstrengend und nun mussten trotzdem noch die Gästezimmer und Gästeboxen wieder auf Vordermann gebracht werden, aber zum Glück hatte ich ja eine tolle helfende Hand an meiner Seite: Matthew (weil Elisa keine Lust hatte).

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    • Möhrchen
      Pflegebericht | Lady Felize, Lamiro, Lumikello, Devils Trap, Yakari & Callimero
      Ankunftsbericht | Fallen Godness


      Aufgeregt zog ich früh am Morgen die Vorhänge zurück. Was für ein Glück: die Sonne schien es und es war keine einzige Wolke am Himmel. Vergnügt sprang ich die Treppe hinunter und machte mir einen Tee und ein Toast. Mein Freund war schon auf der Arbeit. In Windeseile aß ich mein Frühstück auf, schnappte mir die Tasche, die ich bereits am Vortag gepackt hatte und rannte aus dem Haus. Ich traf mich heute seit langem endlich mal wieder mit meiner Schwester und damit nicht genug: wir hatten endlich mal wieder einen Strandausritt geplant.

      Ich wirbelte über den Hof und verteilte in allen Ställen Heu. Die Stallpferde stellte ich auf die Weide, dann holte ich die beiden Kandidaten für den heutigen Ausflug: Yakari und Callimero. Beide waren noch nie am Meer gewesen und ich war sehr gespannt, wie sie reagieren würden. Ich stattete meinen Transporter mit Heunetzen aus und legte den beiden Hengsten ihre Transportgamaschen an. Ein drittes Paar landete im Kofferraum, denn ich wollte am Abend mit drei Pferden nach Hause kommen. Fallen Godness, der Welsh Hengst meiner Schwester, den ich bereits längere Zeit kannte, sollte heute zu mir ziehen.

      Wenig später waren wir unterwegs und rollten Richtung Küstenranch. Ich drehte die Musik auf und sang laut mit, meine Pferde konnte ich auf dem kleinen Bildschirm beobachten. Nach etwas weniger als zwei Stunden rollten wir auf den Parkplatz der Küstenranch. Kaum hatte ich meine Tür geöffnet, fiel meine Schwester mir auch schon um den Hals. „Endlich bist du mal wieder hier!“, seufzte sie. „Ich war auch zwischendurch mal hier, aber du ja nicht“, antwortete ich grinsend. Sie war in den letzten Wochen einige Male unterwegs gewesen und ich hatte mich ein bisschen mit um ihre Pferde gekümmert. Schwatzend luden wir meine beiden Hengste aus und sie bezogen ihre Boxen im Stall. Dort wartete schon eine weitere Portion Heu auf die beiden. Während sie sich noch ein bisschen ausruhten, zogen wir uns auf die Terrasse zurück und quatschten bei einer Tasse Tee über die letzten Wochen.

      Gegen elf Uhr holten wir unsere Pferde. Meine Schwester nahm heute Lady Felize mit an den Strand, die das Meer bereits kannte. So konnte sie für meine beiden Jungs als gutes Beispiel voran gehen. Als Handpferd durfte auch Lumikello mit. Wir putzten unsere Ponys, kratzen ihnen die Hufe aus und ich kramte mein Sattelzeug aus dem Transporter. Für Callimero reichten sein Lederhalfter und ein langer Strick, Yakari zog ich sein Sidepull an und legte ihm seinen Sattel auf. Dann schanppte ich mir meinen Helm und stieg schon mal auf. Meine Schwester war schließlich auch fertig und schwang sich auf Lady Felize. „Na dann mal los...“

      Das Wetter war immer noch herrlich, als wir vom Hof und durch die Dünen ritten. Es war nicht zu warm und es wehte ein leichter Wind, aber es war herrlich sonnig. Yakari lief flott aber vollkommen entspannt hinter Lady Felize her, obwohl er die Umgebung und auch die anderen Pferde nicht kannte. Callimero wäre lieber neben Lumikello gelaufen und hatte es ein bisschen eilig. Aber er war gut zu halten und beruhigte sich auch schnell wieder. Als schließlich endlich das Meer zwischen den Dünen zum Vorschein kam, spritzte Yakari die Ohren und schaute sich neugierig um. Lady Felize kannte den Weg bereits und stapfte weiter durch den Sand. Artig folgte Yakari ihr weiter bis hinunter zum Wasser. Meine Schwester ritt sofort ins Wasser hinein und ihre beiden Pferde folgten, als wäre es das normalste der Welt. Gut, für sie war es das ja auch...

      Ich ritt bis kurz vor das Wasser und ließ die Ponys gucken. Yakari steckte interessiert die Nase ins Wasser und zog sie erschrocken wieder zurück, als eine kleine Welle kam. Callimero wich erstmal ein ganzes Stück zurück, was aber zum Glück kein Problem war, da ich extra einen langen Strick genommen hatte. Yakari ließ sich nicht lange bitten und stapfte hinter Lady Felize her bis ins Wasser. Im flachen Wasser ritten wir im Schritt am Strand entlang, Calli folgte uns mit einigem Abstand au´m Strand. Er war ruhig, aber wollte sich noch nicht so ganz ins Wasser trauen. Ein Stückchen weiter machten wir nochmal Halt und ritten etwas tiefer ins Wasser. Nun folgte uns auch Calli, zwar etwas zögerlich, aber doch neugierig. Letztendlich standen die Großen bis zum Sprunggelenk und die Kleinen bis kurz unter dem Bauch im Wasser. Calli hatte mittlerweile Gefallen am Wasser gefunden und planschte mit Lumi um die Wette. Die beiden Kleinen hatten mächtig Spaß und spritzen so sehr herum, dass unsere Hosen wenig später nass waren.

      Wir ritten wieder weiter aus dem Wasser hinaus und an den Strand. Dort angekommen, trabten wir an und Lady Felize gab ordentlich Gas. Yakari bemühte sich, hinter ihr her zu kommen, aber da Calli auch noch mit kommen sollte, entstand ein ziemlich großer Abstand. Meine Schwester hielt Lady ein bisschen zurück und so konnten wir wieder aufschließen, bevor wir zusammen angaloppierten. Calli buckelte wild los und auch Lumi machte ein paar Freudensprünge. Die beiden Großen blieben aber ruhig und so galoppierten wir ziemlich flott, aber gesittet, dahin. Es war einfach ein wahnsinniges Gefühl, am Strand entlang zu galoppieren.

      Fast eine Stunde trabten und galoppierten wir, fetzten durch kleine Prile und gingen in einer kleinen Pause auch nochmal etwas weiter ins Wasser. Langsam merkte ich, dass meine Jungs müde wurden und wir ritten langsam zurück in Richtung Dünen. Ich klopfte Yakari den nassen Hals, ob es nun Wasser oder Schweiß war, konnte ich nicht mehr so genau identifizieren. Auch Calli war komplett nass, da er sich zwischendurch im Wasser sogar einmal kurz hingelegt hatte. Lumi ließ erschöpft den Kopf hängen und trottete neben Lady her, die noch ziemlich fit zu sein schien. Am langen Zügel ritten wir nebeneinander her und quatschten über Gott und die Welt, bis wir schließlich wieder auf der Küstenranch ankamen.

      Wir sattelten unsere Pferde ab und spülten sie am Waschplatz einmal komplett ab. Als alle Ponys wieder ihre ursprüngliche Farbe hatten, stellte ich Yakari und Calli in eine der Paddockboxen und meine Schwester brachte ihre beiden zurück in ihre Offenställe. Die Mittagspause verbrachten wir mit Kuchen und Keksen auf der Terrasse und legten eine Weile die Füße hoch.

      Der Nachmittag begann mit Stallarbeit: gemeinsam äppelten wir die Offenställe ab, füllten Heu und Wasser auf und fegten den Hof. Dann holten wir Lamiro und Devils Trap aus ihren Ställen. Ich durfte Lamiro reiten, während meine Schwester mit dem kleinen Scheckfohlen ein bisschen Bodenarbeit machen wollte. Ich schwang mich mit Halfter und ohne Sattel auf Lamiro, der einen super breiten und bequemen Rücken hatte. Während meine Schwester Devil die Hindernisse auf dem Trailplatz zeigte, ritt ich mit Lamiro einige Runden zum warm werden, ließ ihn auch etwas traben und galoppieren. Dann machten auch wir uns an die Hindernisse. Lamiro absolvierte alles sehr artig und souverän, und es machte wirklich Spaß, sich auf seinem Rücken über die Hindernisse tragen zu lassen. Es war mittlerweile ganz schön warm geworden, deshalb machten wir nicht allzu lange. Lamiro bekam noch eine kalte Dusche für die Beine und durfte sich dann auf dem Paddock wälzen.

      Für mich wurde es langsam Zeit, mich auf den Heimweg zu machen. Ich zog Yakari und Calli ihre Gamaschen an und stellte sie wieder auf den Transporter. Dann ging ich zu meiner Schwester, die bereits Fallen Godness abfahrbereit machte und sich verabschiedete. Es fiel ihr nicht leicht, aber sie wusste ja, dass sie ihn jederzeit besuchen konnte und er es bei mir gut hatte. Sie verlud ihn auf den Transporter und gemeinsam klappten wir die Klappe hoch. Dann umarmten wir uns zum Abschied und schmiedeten bereits Pläne für unser nächstes Treffen. „Es war wirklich ein wundervoller Tag“, seufzte ich. „Auf jeden Fall Wiederholungsbedarf!“, stimmt meine Schwester zu. Und schon war der tolle Tag wieder vorbei und ich rollte vom Hof...

      Zu Hause angekommen lud ich die drei Hengste aus. Fallen kam erst einmal in eine Paddockbox, um sich im neuen zu Hause einzugewöhnen. Ich versorgte alle Pferde mit Heu, holte die anderen wieder von der Weide. Es war inzwischen stockdunkel geworden und ich beeilte mich, endlich ins Bett zu kommen.
    • Möhrchen
      Kurzer Pflegebericht für alle meine Pferde – Der erste Schnee!
      |©Möhrchen, 08.12.2017

      Es war eine unheimlich stressige Zeit gewesen und ich hatte mich bei der Stallarbeit wochenlang auf das nötigste beschränkt. Ich hatte mich fast rund um die Uhr um meine Mutter gekümmert, die am anderen Ende von Deutschland mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus lag. Meine Pferde waren wirklich eine ganze Weile lang zu kurz gekommen. Langsam wurde es besser, trotz allem hatte ich auch heute wieder nicht viel Zeit. Jetzt ging es auch schon auf Weihnachten zu, wo es in der Familie auch nicht unbedingt entspannter werden würde.
      Meine Pferde hatten also vorerst Winterpause und ich hoffte, im Januar wieder voll durchstarten zu können.

      Als ich die Vorhänge zurück schlug, traute ich meinen Augen kaum. Die ganze Zeit hatten wir keine einzige Flocke Schnee abbekommen und jetzt war draußen dichtes Schneegestöber und die Erde war schon leicht gezuckert. Ich schlüpfte also in meine dicken Thermostiefel und setzte meine Mütze auf. Dann machte ich mich auf den Weg in den Stall, das Frühstück musste heute mal warten.

      Ich fing mit der Stallarbeit auf dem Stutentrail an. Die Mädels waren heute ordentlich aufgedreht, Curly, Anni, Snooky und Viona fegten gerade in einem Affenzahn den Trail entlang. Lillifee stand dagegen entspannt an der Heuraufe und schaute sich das Spektakel aus der Ferne an. Liara und Narla standen im Unterstand und kraulten sich gegenseitig den Widerrist. Ich ging zum Koppeltor und öffnete die größte Koppel. So konnten sie sich zumindest noch ein bisschen austoben. Sobald sie sahen, dass das Tor offen war, stürmten die vier Wildfänge auf die Wiese und setzten ihr Spiel dort fort. Auch Liara und Narla spitzten die Ohren und schossen dann hinter ihnen her. Nur die Kleinste der Bande, Lillifee, spazierte im Schritt hinter den anderen her. Ich musste grinsen, als ich meine Mädels so über die Weide fegen sah. Da ging einem doch trotz all dem Stress das Herz auf.

      Ich beeilte mich mit der Stallarbeit, äpplte den Paddock ab, kontrollierte Tränken und füllte Heu und Stroh auf. Dann machte ich mich mit der voll beladenen Schubkarre auf zu den Hengsten.

      Auf dem Trail der Hengste ging es etwas gemächlicher zu, nur Corry und Fallen hatten sich von den Stuten anstecken lassen und tänzelten unruhig am Zaun entlang. Caillou, Calimero und Armani standen einträchtig an der großen Heuraufe und zupften die letzten Halme aus dem Netz. Haru, Yakari und Damon hatten sich in die Liegehalle zurückgezogen und hielten ein Nickerchen. Haru hielt Wache, während die anderen beiden es sich im Stroh bequem gemacht hatten. Auch für sie öffnete ich die Weide, doch die drei Schlafmützen im Unterstand ließen sich davon gar nicht stören. Die Kleinen machten sich dagegen begeistert auf den Weg auf die Koppel und drehten auch ein paar flotte Runden im Schnee. Calli schmiss sich sofort auf die verschneite Wiese und rollte sich genüsslich von einer Seite auf die andere.

      Ich sammelte auch hier alles ab, mistete geschickt und die schlafenden Ponys herum aus und füllte alle Heuraufen wieder auf. Zum Glück hatte ich beheizte Selbsttränken und musste kein Wasser schleppen. Zum Ausruhen setzte ich mich noch kurz zu den Großen ins Stroh und genoss ein bisschen die winterliche Stille. Damon und Yakari ließen sich davon gar nicht stören, was mich sehr freute.

      Im Stutenstall warteten alle sehnsüchtig darauf, dass sie auf die Koppel durften. Nach und nach brachte ich die Stuten auf die große Winterkoppel, die inzwischen schon mehr weiß als grün war. Royal und Namica machten den Anfang, dann folgten Donatella und Brött und zu guter Letzt Nökkvadís und Raya. Heute schienen echt alle Pferde ordentlich Pfeffer im Hintern zu haben, denn während die ersten vier bisher noch entspannt gegrast hatten, schossen sie jetzt mit Ankunft der letzten beiden wie die verrückten los und buckelten wild über die Koppel. Ich blieb einen Moment am Zaun stehen und schaute ihnen zu, bis schließlich wieder Ruhe einkehrte. Dann machte ich mich an das Misten der Boxen und Füllen der Heunetze.

      Nun fehlten nur noch die kleinsten im Offenstalltrakt. Sie blieben bei dem Wetter auf dem Paddock. Anscheinend fanden sie den Schnee sehr interessant, schließlich hatten sie so etwas noch nie gesehen. Thalima schob begeistert ihre Nase durch den dünnen Schnee und freute sich über die kleinen Häufchen, die sie zusammen schob. Pantoffelchen steckte ihren Kopf durch das Gatter und schaute fasziniert in die weiße Landschaft hinaus. Nayomi und Bina kämpften gerade ein bisschen und versuchten quietschend, sich anzusteigen. Nayomi verlor dabei fast das Gleichgewicht und wäre beinahe auf den Rücken gefallen. Nur Umpalumpa und Lakota hatten nichts für den Schnee übrig und standen gelangweilt im Unterstand herum. Für die war das weiße Zeug ja schließlich nichts Neues.

      Ich striegelte alle Fohlen kurz ein bisschen. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir dann aber, dass ich mich langsam beeilen musste. In Windeseile äppelte ich die Paddocks ab und verteilte frisches Heu und Stroh. Dann eilte ich zurück ins Haus, um mir trockene Klamotten anzuziehen.
    • Möhrchen
      Kurzer Pflegebericht für alle Pferde – der Frühling ist da!
      |©Möhrchen, 18.04.2018

      Endlich war es so weit: es war warm, richtig warm, und die Sonne strahlte vom strahlend blauen Himmel. Endlich Frühling! Während vor ein paar Wochen noch Schnee lag, waren jetzt schon an die 25 Grad und ich hatte richtig gute Laune, als ich vom Frühstückstisch aufstand und meinen Teller in der Geschirrspüler räumte.

      Gestern hatte ich mich mit meinen beiden besten Freundinnen zu einem Hoftag verabredet und ich freute mich auf einen fröhlichen und produktiven Stalltag. Noch bevor die beiden ankamen, machte ich mich an die Stallarbeit. Zuerst mistete ich die beiden Paddocktrails ab und füllte die Heuraufen. Dann ließ ich die Boxenpferde auf die Koppel und machte mich daran, die Boxen zu misten. Während ich noch am Misten war, kamen Sina und Kathi laut schnatternd in die Stallgasse gelaufen. Wir begrüßten uns herzlich, da wir uns eine ganze Weile nicht mehr gesehen hatten. Dann schnappten sie sich kurzerhand eine Mistgabel und halfen mir beim Misten.

      Zu dritt waren wir schnell mit der Stallarbeit durch. Da das Wetter uns einfach nach draußen lockte, entschieden wir uns, zuerst einen Ausritt in den Wald zu machen. Ich sattelte also Liara, Sina nahm Narla und Kathi Curly Lure. Als Handpferde nahmen wir Viona, Lillifee und Snooky mit, sodass wir mit einer richtig großen Truppe von Hof ritten. Es war wirklich ein tolles Ausritt, wir trabten viel und nutzten auch meine Lieblings-Galoppstrecke gründlich aus. Die Pferde waren artig und entspannt und hatten richtig Spaß. Zufrieden ritten wir zurück auf den Hof, spritzten den verschwitzten Pferden die Beine ab und stellten sie zurück auf den Trail.

      Anschließend nahm ich Anni mit zum Putzplatz, schrubbte ihr gründlich das lose Winterfell ab und schnitt ihre Mähne nach. Ansonsten hatte sie heute frei und durfte weiter auf dem Paddock die Sonne genießen.

      Auch mit den Wallachen entschieden wir uns zu einem Ausritt. Ich sattelte Haru und nahm Callimero als Handpferd, Sina zog mit Yakari und Caillou los und Kathi schnappte sich Armani und Corry. Die Jungs waren etwas flotter drauf als die Mädels und genossen einen sehr ausgedehnten Galopp im Gelände. Yakari und Caillou bekamen sich auf dem Ausritt etwas in die Wolle, sodass ich den Rückweg mit zwei Handpferden meisterte. Aus diesem Grund ritten wir auch gemütlich plaudernd im Schritt zurück und es klappte besser als gedacht.
      Zurück am Hof bekamen auch die Jungs ein Fußbad und durften dann für ein paar Stunden auf die große Wiese.

      Währenddessen machten wir Mädels noch ein kleines Beautyprogramm mit Fallen Godness, Damon, Umpalumpa und Raya. Dann bauten wir auf dem Platz ein paar kleinere Sprünge auf führten Nökkvadís, Brött, Donatella, Namica und Royal Disturbance warm. Die Stuten waren entspannt und drehten brav mit uns ihre Runden. Nach 10 Minuten ließen wir sie vom Strick und ließen sie erstmal ein paar Minuten toben. Dann verteilten wir uns auf dem Platz und dirigierten sie nach außen über die Sprünge. Anfangs hatten sie mächtig Spaß und das Ganze glich eher einem Wettrennen als einem Freispringen. Aber nach ein paar Runden beruhigten sie sich etwas und sprangen gesittet ein kleines Kreuz nach dem anderen. Namica buckelte übermütig und schnaubte danach zufrieden ab. Nach 20 Minuten waren alle Ponys müde und wurden immer langsamer. Wir ließen sie noch eine Weile auf dem Platz, damit sie ihr verschwitztes Fell genüsslich im Sand wälzen konnten, was sie auch begeistert annahmen. Dann stellten wir sie zurück auf die Wiese.

      Zum Schluss waren noch die Fohlen an der Reihe. Wir setzten uns einfach zu ihnen auf den Paddock und ließen uns belagern. Sofort kamen sie an und beschnupperten uns neugierig, ließen sich kraulen und Bina legte sich nach einer Weile sogar neben uns in den Sand. Lakota verlor nach einiger Zeit das Interesse, während Tahlima und Nayomi sich stundenlang kraulen ließen. Pantoffelchen stand etwas abseits und beobachtete das Geschehen. So ließen wir den Abend gemütlich ausklingen und quatschten über Gott und die Welt, während die Fohlen um uns herum langsam müde vom Spielen wurden.
    • Eddi
      Verschoben am 09.11.2018
      Grund:
      6 Monate lang keine Pflege.
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    Möhrchen
    Datum:
    12 Mai 2017
    Klicks:
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    Kommentare:
    7
  • Papermoon's Yakari

    Unterbringung: Südstall
    Haltungsform: Paddockbox/ Weide
    Privat-/Schulpferd: Privatpferd


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Abstammung

    Von: unbekannt
    Aus der: unbekannt


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    Exterieur

    Hengst
    Pony
    *2010
    Rasse: New Forest Pony
    Stockmaß: 145 cm
    Farbe: Palomino


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Interieur & Beschreibung

    Charaktereigenschaften:
    Ausgeglichen ●●● Unausgeglichen
    Aufmerksam ●●●● Unaufmerksam
    Intelligent●●● Unintelligent
    Sozial ●●● Unsozial
    Begabt ●●●● Unbegabt
    Ruhig ●●● Nervös
    Loyal ●●●● Untreu
    Gutmütig ●●●● Boshaft
    Nervenstark ●●● Scheu
    Temperamentvoll ●●● Faul

    Yakari, der als Fohlen bis ins junge Alter kaum Kontakt zu Menschen hatte, ist ein freundlich gesonnener Hengst. Zwar ist er manchmal etwas skeptisch, doch seine angeborene Neugierde, seine Intelligenz und der damit verbundene Arbeitswille machen ihn zu einem tollen Partner. Im Umgang mit Menschen hat er in den letzten Jahren viel dazu gelernt, ruhig steht er da während sein Fell geputzt wird. Auf dem Platz zeigt er sich willig, muss jedoch auch manchmal in seiner Arbeit gebremst werden, da er sonst zum Überhitzen neigt – sich zu sehr hinein steigert. Yakari braucht Beschäftigung, damit er nicht auf dusselige Gedanken kommt. Von der Bodenarbeit, über Langzügel, kleine und größere Sprünge - von allem scheint der Hengst begeistert. Er ist überaus treu gegenüber seinem Reiter, wenn dieser erst einmal sein Vertrauen erlangt hat. Auf Turnieren macht sich seine treue, ruhige Art auf jeden Fall bezahlt.



    Besitzer: Möhrchen
    Vorbesitzer: Gwen
    Züchter: -
    VKR/Ersteller: Snoopy
    Reitbeteiligung: /
    im Besitz seit: 11.05.2017
    Zu verkaufen: Nein
    Kaufpreis: /


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    Qualifizierungen & Erfolge

    Dressur E A L M S S* S** S***
    Western E A L M S S* S** S***
    Springen E A L M S S* S** S***
    Military E A L M S S* S** S***
    Galopprennen E A L M S S* S** S***
    Distanz E A L M S S* S** S***
    Fahren E A L M S S* S** S***
    Gangreiten E A L M S S* S** S***
    Aufstieg durch: Turniersieg | Training


    Erfolge

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    ~ 1. Platz 72. Synchronspringen ~
    ~ 1. Platz 73. Synchronspringen ~
    ~ 1. Platz 88. Synchronspringen ~
    ~ 3. Platz 216. Distanzturnier ~
    ~ 2. Platz 316. Springturnier ~
    ~ 3. Platz 92. Synchronspringen ~
    ~ 3. Platz 95. Synchronspringen ~
    ~ 1. Platz 97. Synchronspringen ~
    ~ 3. Platz 333. Dressurturnier ~
    ~ 2. Platz 100. Synchronspringen ~
    ~ 3. Platz 101. Synchronspringen ~
    ~ 1. Platz 230. Militaryturnier ~



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    Ausbildung & Zuchtdaten

    Eingeritten
    Eingefahren
    Halfter und Decke vertraut
    Verladefromm
    Longiert
    Schmiedefromm
    Geländesicher


    Bodenarbeit/ Zirkuslektionen

    Spanischer Gruß
    Spanischer Schritt
    Flehmen
    "Ja" sagen
    "Nein" sagen
    Küsschen geben
    Beine überkreuzen
    Bergziege
    Schaukelpferd
    Plié
    Kompliment
    Knien
    Liegen
    Flachliegen
    Sitzen
    Steigen
    Podest
    Slalom
    Teppich ausrollen
    Drehen



    Zur Zucht zugelassen: Ja
    Eingetragene Zucht: x

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    [HK 477] Hengste mit mind. 3 Turnierschleifen

    Nachkommen
    Prismatic (aus der Minnie Maus)



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    Gesundheitszustand

    Letzter Tierarztbesuch: August 2016
    gechippt [] zuletzt kontrolliert []

    Gesamteindruck: sehr gut
    Aktue Krankheit/en: x
    Chronische Krankheit/en: x
    Erbkrankheit/en: x

    Letzter Hufschmiedbesuch: August 2015
    Ausgeschnitten/Korrigiert: x
    Hufbeschaffenheit: sehr gut
    Hufkrankheit/en: x

    Beschlag vorne: x
    Beschlag hinten: x

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯