Occulta

Paluche, Criollo

Hengst | Schabrackentiger

Paluche, Criollo
Occulta, 6 Dez. 2015
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    • Occulta
      Alte Berichte:
      Occulta
      Erster Besuch bei Paluche

      Heute fuhr ich auf die Lone Wolf Ranch um mein neugeborenes Criollo-Fohlen Paluche zu besuchen. Ich freute mich schon gewaltig, denn man hatte mir am Telefon gesagt, dass er eine hübsche Tiegerschecke sei. Als ich auf dem Hof ankam, wurde ich zu Caresse's Box geführt, wo das kleine Fellbündel im Stroh lag. Er machte einen gesunden und fitten Eindruck. Ich betrat vorsichtig die Box und kniete mich zu ihm. Er schnupperte etwas an meiner Hand und begann schon wenige Minuten später an meine Finger in den kleinen Fohlenmund zu nehmen. Er hatte natürlich noch keine Zähne. Ich kraulte mit der anderen Hand seine Stirn und zerwuschelte ihm die feine, gekräuselte Mähne. Zum schluss gab ich Caresse noch eine Karotte, damit sie auch etwas von meinem Besuch hatte. Nach einer wundervollen halben Stunde bei dem Hengstchen verliess ich den Hof wieder und freute mich schon auf den Tag, an dem ich wiederkommen würde um den Kleinen nach Hause zu holen.
      24.01.2013

      Occulta
      Fohlenspieltag: lernen wie man sich bei Menschen verhält

      Gleich nachdem ich bei Bateau zu Besuch gewesen war, fuhr ich auch schon weiter, diesmal mit dem Anhänger. Ich wollte Bluebell und Sweets abholen gehen, denn die Besitzerin des Gestüts hatte leider beschlossen dieses aufzugeben. Ausserdem hatte ich mich auch gleich mit Sweetvelvetrose abgesprochen um Pal zu holen. Als ich auf dem Secret Creek Stud ankam war es Mittag. Die Pferde die noch hier waren, darunter auch Bluebell und Sweets, standen im Schatten der Bäume auf der Weide. Die Mütter der beiden waren schon abgeholt worden, weshalb sie dicht bei den anderen Stuten standen. Ich schnappte mir zwei Fohlenhalfter aus dem Auto und betrat die Weide. Blue erkannte mich sofort und lief auf mich zu, während Sweets noch etwas zögerte. Ich begrüsste Blue mit kraulen am Wiederrist, wie immer, und zog ihr das Halfter an. Dann wollte ich Sweets holen, doch die kleine Stute dachte nicht daran, sich wegbringen zu lassen. Ich musste sie zuerst in eine Ecke der Weide treiben und festhalten, um ihr das Halfter ebenfalls überzustreifen. Zum Glück war Blue ruhig mit dem Strick über den Rücken gelegt stehengeblieben. Ich führte die beiden zügig in den Anhänger, den sie anscheinend schon kannten. Dann warf ich einen letzten Blick auf das Gestüt, dessen Zukunft ungewiss war. Mit einem leisen Seufzen stieg ich ein und fuhr zur Lone Wolf Ranch um Pal zu holen.

      Wieder zurück im Stall rief ich ein paar Helfer zusammen, die mit mir gemeinsam die Fohlen zum Anbindeplatz im Innenhof des Hauptstalls brachten. Quinn schnappte sich Sunny, Kabi und Winter, Lisa nahm Campina, Silver und Smarty, Lewis holte Tiva, Mano und Jack und ich nahm gleich die drei neuen mit. Fehlten also noch Slaufa und Point, die wir wenige Minuten später auch noch holten. Wir banden alle 14 Fohlen an den dafür vorgesehenen Ringen an der Wand an und begannen sie zu schrubben. Die letzten Reste des Winterfells lösten sich und lagen bald in grösseren Haufen auf dem Boden. Lewis wischte sie sogleich zusammen. Nun prüften wir das Hufegeben. Es war eine Grundübung, die die Pfleger des Offenstalls jeden Tag vor dem hereinholen am Abend machten. Ich wollte sehen, welche der Jungpferde es schon gut beherrschten und welche noch mehr Übung brauchten. Wie erwartet gaben Silver, Smarty, Tiva und Campina die Hufe am besten, weil sie auch am ältesten waren. Winter und Kabi gaben sie auch ordentlich. Sunny zögerte noch immer etwas lange und Point wollte erst mit den Hinterbeinen auskeilen, anstatt sie zu heben. Schliesslich gab aber auch sie alle Hufe brav und ich kraulte der kleinen Stute stolz die Stirn. Mano und Blue waren ebenfalls schön brav und hoben alle vier Hufe wie Musterschüler. Slaufa und die restlichen waren noch etwas unsicher, was sie tun sollten, was durchaus verständlich war, weil sie ja noch nicht lange da waren. Wir machten noch etwas Führtraining mit den Fohlen. Dabei ging es besonders darum, dass sie immer schön auf Schulterhöhe blieben und einem nicht in den Arm kniffen, oder sonst irgendwie frech wurden. Auch, dass sie auf Kommando stoppten und aufmerksam darauf achteten, wenn wir abbogen wurde geübt. Zu guter Letzt übten wir das still stehen bleiben, wenn ihnen der Strick über den Rücken gelegt wurde. Um etwa halb zwei waren wir schliesslich fertig und konnten endlich essen gehen.
      01.05.2013

      Occulta
      Ankunft von Blue Lady und Spaziergang mit den Fohlen

      Heute hatten wir wiedermal Grosses vor: wir (also die Pfleger und ich) wollten mit den Fohlen Spazieren gehen. Es war noch Morgen und die Sonne war erst kürzlich aufgegangen, graue Nebelschwaden hingen über den Feldern rund um den Hof. Alles schlief noch rund um den Hof, nur ab und zu störte das Schnauben eines Pferdes oder das Zwitschern eines Vogels die Stille. Wir wollten die kühle Morgenluft nutzen, bevor es wieder glühende 34 Grad warm werden würde. Ausserdem erwartete Pineforest Stable wieder einen Neuankömmling: Blue Lady Liquor. Die kleine Stute war eine Vollschwester meines Bateau und stammte ursprünglich ebenfalls vom Gestüt von niolee und mkay. Stolze 10000 Dollar hatte sie gekostet, aber das war die grey-roan-sabino-Stute eindeutig wert. Wir wollten sie auf dem Spaziergang gleich an die anderen Fohlen gewöhnen. Kurze Zeit später kam mein Mann mit der Stute im Anhänger auf den Parkplatz gefahren. Er hatte sie direkt bei mari abgeholt, die ihren Hof bedauerlicherweise fast gänzlich auflösen wollte. Er lud die Hübsche aus und ich betrachtete sie neugierig. Sie hatte ein paar kleine schrammen an den Beinen und an der Flanke, was wohl vom wilden Spielen mit anderen Fohlen stammte. Aber sonst machte sie einen sehr gesunden und wachen Eindruck. Sie schien auch gar nicht scheu zu sein, denn sie beschnupperte sogleich meine Hand und zog an meinem Ärmel. Ich Führte sie zum Nebenstall, wo ich sie am Holzgeländer festband. Dann trommelte ich alle verfügbaren Pfleger zusammen und teilte ihnen die Fohlen zu. „Quinn, du nimmst Smarty und Kabuki. Jonas, du schnappst dir Pal und Jack. Ajith, ich nehme an du möchtest Tiva… Hmm, dann nimmst du am besten gleich noch die Neue. Lisa, du magst sicher Bluebell und Sweets, und Lewis nimmt Slaufa und Point.“ Lewis fluchte leise, denn Point war eher nicht sein Liebling. Niemand mochte Point besonders, ausser mir. Denn die kleine Stute hatte eindeutig Charakter, was sie aber leider auch bei jeder Gelegenheit zeigte. „Bleibt noch Sun. Denn Majandro und Bateau nehme ich. Aber wir haben anscheinend jemanden zu wenig… Ahh, Lily du kommst gerade recht. Du kannst noch Sun nehmen, wir gehen spazieren.“ Lily wurde kurz eingeweiht, dann machten sich alle auf den Weg zu den beiden Fohlenweiden. Ein paar der Fohlen röchelten uns zu, darunter auch Mano und Pal. Ich kraulte die beiden liebevoll, dann zog ich Mano das Halfter über und führte ihn zusammen mit Bateau aus der Weide. Mano versuchte mich etwas anzurempeln, aber ich wies ihn mit einem Klaps auf die Schulter zurecht. „So ist es braaav.“ Lobte ich, als er einige Meter gehorsam neben mir gelaufen war. Als alle ihre Fohlen geschnappt hatten, liefen wir in Richtung Pinienwald auf dem Schnitzelweg. Als wir an der Mini-Stuten Weide vorbeikamen, kamen die vier Stütchen mit viel Gewieher angerannt und wollten mit den Fohlen schnuppern. Aber wir liefen zügig weiter, denn ich wusste genau, dass die Minis nur wieder gelangweilt und auf der Suche nach Ärger waren. Aber das waren sie doch immer. Ich seufzte kaum hörbar, als mir einfiel, dass morgen wieder Mini-Tag sein würde. Es war zwar immer schön, mit den Minis zu arbeiten, aber sie waren auch ganz schön anstrengend.
      Wir liefen bis zum Waldrand schön auf dem Schnitzelweg, dann bogen wir auf den nur spärlich mit Unterholz bedeckten Waldboden ab. Wir wanderten ein wenig zwischen den Bäumen hindurch und genossen das Rauschen der Piniennadeln im Wind. Auch die Fohlen entspannten sich, und interessierten sich das erste Mal für Blue. Vor allen anderen natürlich die jungen Herren. Es wurde aufgeregt gequietscht und auch ein wenig mit den Hufen gescharrt, aber das unterbanden die Pfleger gleich wieder. Mano interessierte sich wenig für das Stütchen, er hielt lieber Ausschau nach gefährlichen Monstern, vor denen man flüchten musste. Der Spaziergang selbst verlief ruhig und unproblematisch, aber als wir wieder Zuhause die Stutfohlen alle gemeinsam auf die Weide entliessen, wurde Blue das Ganze dann doch zu viel und sie wieherte ängstlich, als alle sie beschnupperten. Sie rannten eine Weile umher und jagten die Kleine, und ich machte mich schon bereit um einzugreifen. Aber bevor ich dazu kam, hatten sie sich schon wieder beruhigt und grasten entspannt. Blue war zwar noch etwas abseits, aber nun schien die Rangordnung vorerst geklärt. Ich liess die Fohlen in Ruhe grasen und machte mich auf zum Hauptstall, wo ich schon zum Vollbluttraining erwartet wurde.
      05.08.2013

      Wolfszeit
      Tierarztbericht

      Heute fuhr Ich zu Occulta wo ich Tiva,River's Bateau,Bottle of Jack,Paluche,River's Slaufa,River's Blue Lady,Adventure Dream impfen und entwurmen sollte.Ich fuhr auf dem Hof vor wo ich mein Auto parkte.Occulta erwartete mich schon ich begrüßte sie und holte das Material was ich brauchen würde.Occulata führte mich erst zu Tiva der kleinen DRP Stute.Sie war ein hübsche kleines Fohlen ,ich begrüßte sie kurz.Ich bat Occulta sie anzubinden.Als Occulta sie angebunden hatte fing ich mit der Spritze an.Die kleine blieb ganz Ruhig stehen nun nahm ich die Wurmkur natürlich währte sich die kleine ein bisschen da sie das noch nicht kannte.Nun lobte Occulta sie und band sie los und führte mich zu River's Bateau sie war ebenfallst eine kleine DRP Stute.Auch sie begrüßte ich kurz bevor Occulta sie anband.Sie war etwas nervös und machte einen Schrit zurück als sie den Stich spürte.Occulta beruhigte sie ,dann nahm ich die Wurmkur auch sie wehrte sich leicht.Aber als sie fertig war lobte Occulta sie und band auch sie los.Nun gingen wir zu Bottle of Jack,er war ein kleiner Crillo Hengst.Occulta band auch ihn an und er stand bei der Spritze ganz still.Bei der Wurmkur wollte er das Maul nicht öffnen aber ich schafte es trotzdem ihm die Kur zu verabreichen.Occulta lobte ihn und band auch ihn los.Wir gingen jatz zu Paluche auch er war ein kleiner Crillcculta band ihn an er benahm sich bei der Spritze wie auch bei der Wurmkur sehr gut.Occulta band ihn los und lobte ihn anschließend gingen wir zu River's Slaufa er war ein kleiner Isländer.Occulta band ihn an er benahm sich bei der Spritze wie auch bei der Wurmkur sehr gut.Occulta band ihn los und lobte ihn anschließend gingen wir zu River's Blue Lady Liquor nochmal einer kleinen DRP Stute.Sie war ein hübsche kleine Stute, ich begrüßte sie kurz.Ich bat Occulta auch sie anzubinden.Als Occulta sie angebunden hatte fing ich mit der Spritze an.Die kleine blieb ganz Ruhig stehen nun nahm ich die Wurmkur. Natürlich währte auch sie sich die kleine ein bisschen .Nun lobte Occulta sie und band sie los.Nun stand nur noch Adventure Dream,ein klein Paint Horse Hengst,auf der Liste.Ich begrüßte ihn kurz bevor Occulta auch ihn anband.Er war etwas nervös und machte einen Schrit zurück als er den Stich spürte.Occulta beruhigte ihn, dann nahm ich die Wurmkur auch ihr wehrte er sich leicht.Aber als ich fertig war lobte Occulta ihn und band auch ihn los.Ich verabschidete mich von Occulta,packte meine Sachen und fuuhr zrück zu Klinik.
      ©Scalina
      14.08.2013

      Occulta
      Fohlenpflege

      "Optimale Pflege und Haltung der Fohlen ist äusserst wichtig." Dies waren die ersten Worte die die Veranstaltungsleiterin aussprach. Neben mir runzelte Jack konzntriert die Stirn. Wir standen gerade auf dem Parkplatz, denn heute fand ein Kurs zur aufzucht von Fohlen und Jungpferden auf Pineforest Stable statt. Wir waren vorher von den Veranstaltern gefragt worden, ob der Kurs hier auf dem Hof stattfinden könne, denn das Gestüt hatte zwei grosse Fohlenweiden mit vorbildlicher Fohlenhaltung. Es waren vor allem Züchter und Bauern aus der Umgebung gekommen, jedoch auch einige aus dem Norden. Nach einem kurzen Einführungstext liefen wir mit der Leiterin zu den Weiden. Die Leute interessierten sich für die Vollblüter, die ihre Köpfe aus den Fenstern des Hauptstalls streckten, doch die Leiterin lief strikt weiter und liess sich nicht beirren. Schliesslich waren heute die Kleinen dran. Wir kamen bei der Stutfohlenweide an und die Teilnehmer versammelten sich vor dem Zauntor. Ich und Jack lehnten uns an den weissen Holzzaun und hörten gespannt zu. Die Veranstalterin erklärte etwas über die Grösse der Weide und des Offenstalls, aber ich wurde rasch abgelenkt, da die Stutfohlen neugierig angetrottet kamen. Bluebell begann sofort mir die Haare zu verwuscheln und ich musste sie grinsend verscheuchen. Die Veranstalterin bemerkte nur, dass diese Fohlen offenbar schon viel Kontakt zum Menschen gehabt hatten, was auch sehr wichtig sei. Jack kraulte Tiva, zu der er eine art besondere Beziehung hatte, weil er oft mit ihr spielte. Die Stute genoss die Streicheleinheit sichtlich und schloss entspannt die Augen. Die anderen Fohlen begannen die fremden Leute zu beschnuppern und nach einer Weile auch zu beknabbern, was vielen zu aufdringlich war. Sie entfernten sich daher grummelnd etwas vom Zaun. Die Leiterin betonte, dass man auch aufpassen müsse, dass die Fohlen nicht zu frech würden. Ich flüsterte zu Jack: "Da hast du's, unsere Fohlen sind skrupellose Frechdachse.", und wir lachten beide los. Die anderen waren derweilen damit beschäftigt, das Weidetor aufzumachen und in richtung Offenstall, von der Jungstutenherde begleitet, über die Weide zu marschieren. Dort angelangt hielt die Leiterin einen Vortrag über die Offenstallhaltung und deren Vor- und Nachteile. Wir folgten den Leuten und versuchten, die Jungstuten von ihnen abzulenken, sodass sie ungestört zuhören konnten. Ich begann dazu Sweets zu kraulen, die ihrerseits Slaufa beknabberte und Slaufa wiederum kniff Lychee in die Kruppe. Jack kraulte Pointless am Hals, was die Zicke anscheinend mochte. Die Stuten genossen dien gegnseitigen Kontakt eine Weile, aber dann quitschte Lychee und hob drohend das Hinterbein weil Slaufa wohl etwas übertrieben hatte. Ich unterbrach die Prozedur als sich die Gruppe wieder auf den Weg aus der Weide und zu den Hengsten machte. Die schienen sich nicht so sehr für uns zu interessieren, jedenfalls blieben sie auf abstand und grasten, nach ein paar prüfenden Blicken in unsere Richtung, gelassen weiter. Von weitem konnte ich erkennen, dass Majandro etwas abseits graste. Ich fragte mich gerade, ob er wohl nicht so gut mit den anderen auskam, aber im nächsten Moment wanderte Bateau zu ihm hinüber und die beiden grasten Kopf an Kopf. Jack, Smarty, Adventure und Pal zupften das halb gefrorene Gras sorgfältig aus. Lächelnd wandte ich mich wieder der Leiterin zu, die gerade über die Junghengsthaltung und ihre Tücken sprach. Sie fragte mich, ob einige der Tierchen schon kastriert seien, ich verneinte. "Wir kastrieren unsere Hengste grundsätzlich nicht, da wir über eine genug grosse Gruppe verfügen, sodass sie untereinander ausreichend grossen Kontakt haben und freidlich sind. Wir haben ausserdem die Erfahrung gemacht, dass sie mit guter Erziehung auch gut in der Nähe der Stuten kontrollierbar sind. In der Tat benehmen sich die meisten unserer Hengste fast wie Wallache, nur eben mit einem bisschen mehr Pepp." Die Leiterin schien beeindruckt und bemerkte jedoch nochmals, dass man für eine solche Haltung, wie hier vorbildlich gezeigt, eine genügende Anzahl an Hengsten haben müsse, um einen ausreichenden Kontakt zu anderen Artgenossen ermöglichen zu können. Ausserdem müssen die Hengste gut sozialisiert und erzogen werden. Die Hengstweide betraten wir nicht, um die Junghengste nicht beim freidlichen Grasen zu stören. Damit war der Hauptteil des Kurses beendet. Nun durften die Gäste zur allgemeinen Auflockerung und Entspannung einen warmen Tee im Garten des Haupthauses geniessen. Jack und ich gingen währenddessen wieder unserer gewöhnlichen Arbeit nach.
      20.12.2013

      Friese
      Pflegebericht

      Heute machte ich mich auf den Weg in den Stall. Seit Wochen standen nun schon die Kartone in der Gegend rum und eigentlich wollten wir schon lange im neuen Stall sein, doch es kam immer wieder etwas dazwischen und wir konnten einfach nicht umziehen. Ich sah mich im Stall noch kurz um und ging dann in die Sattelkammer und streckte mich. Die Schränke waren schon soweit leer und alles verstaut. Ich ging auf eine der Putzboxen zu und holte sie dann. Als erstes lief ich zu Galawayn und holte den Hengst aus seiner Box. Dann band ich ihn an und begann ihn zu putzen. „Na Großer?“ fragte ich den Hengst. Er war nun schon ein paar Monate bei uns und hatte sich wirklich gut eingelebt. Nachdem ich ihn geputzt hatte brachte ich ihn auf die Weide und ging wieder in den Stall, wo ich Walking the Damon aus seiner Box holte. Sanft lobte ich den jungen Hengst und begann dann auch ihn zu putzen. Er war nicht besonders dreckig und so konnte ich ihn schnell auf seine Weide stellen. Ich sah nochmal kurz nach Gala, bevor ich in den Stall ging. Dort warteten die anderen Hengste geputzt zu werden und ich putzte Hall of Fame und General Jack. Dann brachte ich sie zusammen auf eine Weide, da die beiden Hengste sich sehr gut verstanden. Auch im neuen Stall sollten die beiden zusammen stehen. Als nächstes folgten meine drei Tinker King of Night, A Brave Heart’s Freedome und Time to go, Darling, welche ich auch schnell putzte und dann auf eine Weide stellte. Ich lobte sie alle drei und ging dann in den Stall um mich an Dashings Blade Fell zu machen. Sein Fell war auch nicht gerade dreckig und so stellte ich ihn nach kurzer Zeit zu Walking the Damon. Beide rannten wild über die Weide und kämpften ein bisschen. Nun folgte der kleinste der Gruppe, mein DRP Hengst. Ich putzte Heart of Ocean und brachte ihn zu seinem Weidenpartner Galawayn. Ich hatte leider nicht viel Zeit für die Pferde, da ich zuhause nun auch anfangen wollte die Kartons zu packen. Da wir schon lange ausziehen wollten, war das auch dringen nötig. Ich ging nochmal in den Stall und putzte dann die Fohlen Khaleb, Bottle of Jack und Paluche. Ich lobte sie sanft und brachte sie dann alle auf eine Weide. Als letztes putzte ich nun Rosenprinz und brachte ihn dann zu den anderen EVB Hengsten. Auch er mischte bei den beiden ein bisschen mit. Ich ging in den Stall und mistete dann die Boxen aus und streute sie neu ein. Ich streckte mich kurz und fegte den ganzen Stall kurz. Ich holte Galawayn wieder rein und putzte ihn nochmal, dann ging ich eine kleine Runde mit ihm spazieren. Gala machte sich echt gut und er folgte mir brav. Ich brachte ihn nach dem Spaziergang wieder in die Box und holte Heart of Ocean rein. Ich lobte ihn nochmal und ließ ihn dann auf dem Platz laufen. Er sprang ein bisschen rum und stieg. Ich rief ihn und der kleine kam zu mir. Ich lobte ihn nochmal und brachte ihn dann in seine Box. Als nächstes holte ich Hall of Fame rein. Ich putzte ihn nochmal und sattelte und trenste ihn dann. Seine Sachen waren eine der Wenigen die noch nicht eingepackt waren. Ich stieg auf seinen Rücken und ritt dann los. Ein entspannter Ausritt war jetzt genau passend. Ich lobte ihn nochmal und bog dann auf den Weg direkt neben den Weiden ein. Ich streckte mich kurz und trabte den Hengst an. Er streckte sich sanft und wolbte seinen Hals. Ich lobte ihn und bremste ihn dann ein bisschen. Ruhig trabte er weiter und ich galoppierte ihn kurz an. Ich drehte ihn um und ließ ihn dann Schritt gehen, damit er ein bisschen abkühlen konnte. Im Stall angekommen brachte ich ihn in seine Box und holte General Jack von der Weide. Ich putzte den Hengst nochmal und machte dann ein bisschen Bodenarbeit mit ihm. Der Hengst machte gut mit und ich brachte ihn wieder in seine Box. Ich schaute auf die Uhr. Wirklich viel Zeit blieb nicht mehr um mit den anderen Pferden zu arbeiten, also holte ich als erstes die Kaltblüter wieder rein und dann die Fohlen. Danach holte ich die Englischen Vollblüter rein und ließ sie noch ein bisschen auf dem Platz rennen. Ich putzte die drei nochmal und lobte sie dann. Nun gab ich ihnen zu fressen und verabschiedete mich dann von allen. Ich machte das Licht aus und begann dann meine Koffer zu packen. Daraufhin ging ich total erschöpft ins Bett und dachte über den Umzug nach.
      17 Juni 2014

      Friese
      Pflegebericht Hengste:

      Heute machte ich mich auf den Weg zu meinen Hengsten. Auch sie sollten bald wieder umgeweidet werden. Hierzu fehlte mir jedoch im Moment einfach die Zeit. Ich seufzte kurz und holte dann als erstes Galawyn aus seiner Box. Ich lobte den hübschen Berber und brachte ihn dann auf die Weide. Zu ihm stellte ich Hall of Fame und General Jack, in welche ich viel Hoffnung für unsere Zucht steckte. Ich lobte die zwei und ging dann wieder in den Stall. Aus diesem holte ich king of Night und brachte ihn auf eine andere Weide. Zu ihm brachte ich die anderen zwei Tinkerhengste namens Time to go, Darling und A brave Hearts Freedom. Ich lobte dir drei und sie gingen in Ruhe fressen. Ich brachte die zwei Junghengste Paluche und Bottle of Jack auf die Weide. Zu ihnen brachte ich Heart of Ocean und ging dann wieder rein. Ich mistete die Boxen aus und streute sie dann wieder ein. Ich richte das Futter her und streckte mich. Ich ging wieder zur Weide und holte von dort Galawyn. Ich klopfte sanft seinen Hals und putzte ihn im Stall ausgiebig. Ich platzierte den Sattel und die Trense auf ihm. Dann führte ich ihn raus und ging mit ihm zum Platz. Dort stieg ich auf und ritt ein bisschen mit ihm. Danach holte ich General Jack und Hall of Fame von der Weide und putzte die beiden. Galawyn gab ich sein Kraftfutter und lobte ihn nochmal. Die beiden anderen Hengste ließ ich ein bisschen in der Halle laufen und brachte sie dann auch in ihre Boxen. Ich holte die anderen Hengste von der Weide und brachte auch sie wieder in die Box. Ich hab allen ihr Futter und ging dann heim.
      12 Jan. 2015

      Eddi
      Pflegebericht:

      "Hey Elena!", rief ich fröhlich über den ganzen Hof und folgte ihr direkt in den Stall. Elena hatte momentan allerhand zu tun und deshalb mich gebeten, heute mal Stallbursche zu spielen. Sie musste zu einer Familienfeier und hatte gerade niemand anderen, der sich um ihre Vierbeiner kümmern konnte, da sprang ich doch gerne ein. Die Morgenfütterung machten wir noch zusammen und währenddessen erklärte mir Elena fix, was ich wie und wann zu machen hatte. Elena verabschiedete sich dann auch schon, während ich begann, die Pferde auf die Weide zu schaffen, um danach die Boxen zu misten. Das dauerte gut bis kurz vor Mittag und dann gönnte ich mir auch erst einmal eine kleine Pause, ehe ich weitermachte. Ich wollte heute mit den Zwergen anfangen. Deshalb holte ich mir als erstes Batida de Coco und Baghira von der Weide, putzte die beiden Reitponys gründlich und ging dann ein Ründchen mit beiden spazieren. Zufrieden standen sie wieder auf der Weide, während ich Paluche holte und putzte. Ein wenig Betüddeln und der durfte zurück. Mit Bottle of Jack frischte ich ein wenig das Fohlen-ABC auf. Nach den vier Jungpferden gönnte ich mir einen entspannten Ausritt mit Pusteblume, die das sichtlich genauso genoss wie ich. So hatte ich den Tag schon fast geschafft, noch drei Pferde standen auf dem Plan. Zuerst longierte ich Fallen Godness, der hübsche Welshhengst machte fleißig mit und hatte sich danach seine kühle Dusche sichtlich verdient. Danach arbeitete ich mit General Jack noch ein wenig vom Boden aus, ehe ich die Hengste Gigolo und Fahd kurz putzte und dann wurde es auch schon Zeit für Abendroutine: Das hieß alle Pferde wieder in den Stall und füttern. Danach noch die Weiden und Tränken kontrollieren und die Abendportionen Heu verteilen und dann hatte ich es auch schon geschafft und konnte guten Gewissens nach Hause fahren.
      10 Juli 2015
    • Occulta
      Willkommen zurück, alter Freund

      Als ich am Morgen erwachte, sah ich als erstes Jonas‘ dunkle Locken. Sofort schlich sich ein Lächeln auf meine Lippen. Ich zog die Decke etwas höher, da öffnete er ebenfalls die Augen. Wir sahen uns lange an, ohne etwas zu sagen. Dann strich er mir eine Strähne hinters Ohr und streichelte meine Wange, woraufhin ich noch etwas näher rückte. Er legte seinen Arm unter meinen Kopf. Wir lagen noch eine ganze Weile da, bis plötzlich jemand an die Haustüre hämmerte und die Hunde augenblicklich zu bellen begannen. „Occu? It’s 6 o’clock, are you alright?“ Lisas Stimme war nicht zu überhören. Ich warf einen Blick auf den Wecker. Tatsächlich, ich hatte vergessen ihn zu stellen und nun war es bereits sechs Uhr. Ich rief ihr zu, dass ich gleich kommen würde und stand augenblicklich auf. Jonas richtete sich ebenfalls auf und drehte sich weg, damit ich mich umziehen konnte. Dann gingen wir gemeinsam nach unten, fütterten Sheela und Jacky, assen eine Schüssel Müsli und verliessen zügig das Haus. Die beiden Hündinnen durften frei herumlaufen, denn Sheela hatte sich soweit eingewöhnt, dass sie jetzt auch wie Jacky brav auf dem Hofgebiet blieb. Als ich draussen vor dem Nebenstall Bluebell reitfertig machte, führte Jonas Herkir zum Roundpen. Lisa lief nebenher und ich schnappte ein paar Fetzen des Gesprächs auf. „Und wo hast du heute Nacht geschlafen? Darren hat gesagt, du seist weg gewesen“ „Stimmt, ich war noch etwas länger draussen“, mehr verriet er nicht. Ich schmunzelte und wandte mich Bluebell’s Hufen zu, die es auszukratzen galt. Mit der Reitponystute wollte ich heute ins Gelände gehen. Sie war erst zweimal draussen gewesen, sonst hatten wir vor allem auf dem Platz und der Galoppbahn mit ihr gearbeitet. Ich ging bewusst alleine mit ihr raus, denn ich wollte, dass sie sich vollkommen auf mich verlassen musste. Jedenfalls konnte ich so verhindern, dass sie an anderen Pferden klebte. Eigentlich hätte ich heute auch noch mit Sweets rausgehen wollen, doch dafür reichte die Zeit nicht, also wollte ich sie heute nur longieren. Bluebell drehte sich neugierig um, als ich ihre Beine vorne routinemässig abtastete. Ich machte das immer mal wieder, um heisse Stellen oder Knötchen frühzeitig zu bemerken. Die Beine der Roanschecke fühlten sich normal an. Ich richtete mich auf und nahm liebevoll ihren Kopf, um sie auf dem Nasenrücken zu streicheln. Sie schloss beinahe die Augen und genoss die Berührung sichtlich. „Bist eben doch eine Geniesserin, stimmt’s?“, murmelte ich leise. Rosie kam aus Islah’s Box. „Hey boss, the crazy cow is served. I’ve tried to lunge her, but she always stops as soon as I take the whip away. It’s a hopeless case I guess.” Wir lachten herzhaft, denn wir wussten ja beide, dass Islah nicht gerade die Hellste war. Dafür eine sehr führsorgliche Mutter, das hatte sie bei ihrem letzten Fohlen bewiesen. Mir geisterte schon seit längerer Zeit der Gedanke durch den Kopf dass es Zeit wäre, sie wieder einmal decken zu lassen. Die Frage ist nur, Numair oder Anubis? Oder soll es ein Mix werden? Da war ich mir noch unschlüssig. Ich fand die Idee mit Numair aber am attraktivsten, denn das Fohlen würde so sicherlich eine interessante Farbe bekommen. “However, what do you do now?“, fragte ich die Pflegerin. Sie antwortete unschuldig “I thought I probably go back to the house and… have a nap?” “How about having a nice ride into the woods with Sweets? Or are you really so tired? I know that I should work with her, but several new horses come today, so I’m quite busy…” “I’d like that! I’m not tired at all, I just didn’t know what to do” Ich klopfte ihr dankbar auf die Schulter und half ihr kurz, Sweets zu putzen, sodass wir gleichzeitig starten konnten. Als wir fertig waren, ritten wir gemeinsam vom Hof weg. Der Plan war, dass wir uns nach der Brücke trennten und dann etwa eine halbe Stunde alleine unterwegs waren, ehe wir uns vor der Übergangsstelle zur Flussinsel wieder trafen. Gesagt, getan – die Trennung verlief besser als Gedacht. Bluebell wieherte zwar etwas, doch nach einer halben Parade meinerseits lief sie brav und zügig den Weg zum Wald hinauf. Sweets war noch ruhiger: sie drehte gerademal den Kopf um zu sehen, wo ihre Kollegin hin verschwand, dann konzentrierte sie sich wieder auf Rosie und die Strecke die vor ihr lag. Mit Bluebell liess ich’s mal richtig krachen. Wir galoppierten so viel wie noch nie, was ihr sichtlich Freude bereitete, denn sie wurde jedes Mal geladener und konnte es kaum erwarten, wieder loszupreschen. Mir war das gerade recht, sie sollte ruhig auf den Geschmack kommen und das Gelände mit Spass und Abenteuer verbinden. Sie zeigte sich furchtlos und vertraute mir sogar, als wir auf der Wiese hinter dem Wald einer riesigen Mähmaschine begegneten. Ich ritt insgesamt eine grosse Schlaufe und war durch Blue’s fleissigen Takt früher als geplant wieder beim Fluss. Ich nahm mir daher richtig Zeit dabei, sie ans Wasser zu gewöhnen. Jedes Mal, wenn sie einen Schritt in die richtige Richtung machte, lobte ich ausgiebig; wenn sie hingegen zurückwich, trieb ich sie kommentarlos wieder zurück an die vorherige Stelle. Bald setzte sie den ersten Huf ins erfrischende Nass, dann ging alles ganz schnell. Mit einem Satz standen wir im Fluss. Bluebell sog laut hörbar Luft ein und hatte die Ohren angespannt zu mir gedreht, entspannte sich aber schnell und senkte kurz darauf den Kopf zum Trinken. Gerade als Sweets ankam, begann sie, mit dem Vorderhuf zu plantschen. Ich flattierte sie lachend und winkte Rosie zu, dass sie auch reinkommen solle. Sweets war bereits letzte Woche einmal mit David im Wasser gewesen, daher musste die Scheckstute nur kurz überlegen, ehe sie ihre Füsse in den Fluss setzte. Blue wurde langsam ungeduldig und ich lenkte sie in eine kleine Volte, damit sie nicht wieder ans Ufer kletterte. Ich gab Rosie ein Handzeichen, daraufhin setzten wir uns in Bewegung über den Fluss. Wir mussten wie immer auch die Insel überqueren. Durch das ständige durchreiten hatte sich ein Trampelpfad durch die Büsche gebildet, der das Durchkommen erleichterte. Wir trabten auf der anderen Flussseite entspannt zurück zum Hof. Unterdessen erzählte mir Rosie, wie ihr Ausritt gelaufen war. Sweets war ihr einmal durchgebrannt, als ein grosser Schäferhund, der noch dazu unangeleint war, auf sie zu gerannt kam. Er hatte zwar nur spielen wollen, wie sich im Nachhinein rausstellte, doch Rosie gab zu, dass ihr auch etwas mulmig zumute gewesen sei und sie Sweets daher nicht wirklich böse sein konnte. Ich nickte zustimmend und erzählte ihr von meinem Abenteuer. Zurück vor dem Nebenstall versorgten wir die beiden Reitponys zurück in ihre Box, denn im Moment war es noch zu heiss für einen Weidegang. Ich sah auf die Uhr, deren kleiner Zeiger auf der Sieben stand. Jacky kam angeschossen und wuselte mir schwanzwedelnd um die Beine, von Sheela war keine Spur, aber weit konnte sie nicht sein.

      Bis um acht Uhr gab ich Rita mit Calico eine Reitstunde. Die beiden machten grosse Fortschritte, hatten aber in letzter Zeit wieder etwas mehr Meinungsverschiedenheiten. Heute lief der Criollo Hengst ganz schlecht. Er machte keinen Schritt freiwillig und bockte sogar, als Rita angaloppieren wollte. Ich runzelte nachdenklich die Stirn und lief zu den beiden hin, da Rita mit hängendem Kopf angehalten hatte. „Rita – tell me. What is it?“ Sie begann zu schluchzen und erzählte mir, dass ihre Eltern sich nun definitiv trennen wollten. Zu allem Überfluss hatte sie das Gefühl, schuld daran zu sein, wegen dem ganzen Theater mit Calico. Ich tröstete sie so gut ich konnte, denn das war nicht gerade eine meiner Stärken. Trotzdem fasste sie sich wieder und ich erklärte ihr, dass es im Leben eben manchmal nicht ganz wie geplant laufe, dies aber keineswegs den Untergang der Welt bedeutete. Dann rollten auch schon neue Tränen ihr Gesicht runter. Sie erklärte mir schluchzend, dass sie jetzt sogar das Reiten wieder verlernt habe und wirklich zu gar nichts zu gebrauchen sei, dass sie sich über ihre Unfähigkeit schäme und am liebsten ganz aufhören würde. “Look – there’s nothing to be ashamed of. It’s no wonder that Cali doesn’t want to work with you if you’re so much distracted. But you had reason to be. However, now it is time to focus on your little friend here again and forget all these problems. He feels your distress and refuses to work, because he is worried.” Sie sah mich mit grossen Augen an. “Do you really think that he knows how I feel?” “Sure, he knows better than yourself. That’s one wonderful thing about horses.” Sie rieb sich die Augen und lehnte sich nach vorne, um Calico zu streicheln und ihm etwas ins Ohr zu flüstern. Dann richtete sie sich auf und sagte entschlossen: „Okay then, Rita is back.“ Ich war froh, das alte feurige Leuchten in ihren noch immer etwas geröteten, braunen Augen wiederzuentdecken. Allerdings schlug ich vor, das Reiten für heute sein zu lassen und stattdessen mit Calico schwimmen zu gehen. Ich half ihr beim Absatteln und schickte sie dann mit Badesachen, Knotenhalfter und Strick bewaffnet zum Fluss; das würde ihr guttun. Zufrieden klatschte ich in die Hände, als die beiden hinter den Tannen verschwanden.

      Nun wandte ich mich dem ersten Neuankömmling zu. Es handelte sich um eine wunderschöne, nachtschwarze Furiosostute namens Parányi. Als sie aus dem Anhänger stieg, entdeckte ich das Brandzeichen des Gestüt Sanssouci. Ich blieb anfangs etwas auf Abstand und hielt sie am langen Seil, denn so hübsch die Stute auch war: sie war berüchtigt dafür, sehr selbstständig Entscheidungen zu treffen. Und ich wollte lieber nicht im Weg dieser grauen Hufe stehen. Als sie dastand und mit giraffenartigem Hals ihre Umgebung abcheckte, trat ich zu ihr hin und streichelte beruhigend ihren Hals. Sie gab mir zum Dank eine Kopfnuss, als sie sich wieder umdrehte. „Stillstehen müssen wir noch üben, was?“ schmunzelte ich. Überhaupt war die Stute ja noch gar nicht eingeritten und würde erstmal gründlich aufgebaut werden, doch ich war überzeugt, dass sie Potential hatte. Als ich sie um die Ecke des Hauptstalls führte, rannte ein Schildpattfarbener Kater vor uns über den Weg. „Kafka! You’ll get tramped if you’re not cautious!“ Kopfschüttelnd erinnerte ich mich an die vier kleinen Kätzchen, die Lisa gefunden und aufgepäppelt hatte. Die vier waren nun ein Jahr alt und hatten nur Flausen im Kopf. Zum Glück bekam ich sie selten zu Gesicht, denn meistens waren sie irgendwo versteckt am Jagen. Ausserdem waren sie scheu Fremden gegenüber, also waren sie jeweils spurlos verschwunden, sobald die öffentlichen Reitstunden stattfanden. Na gut, okay, eigentlich mag ich die Fellknäuel. Besonders die kleine Shiwa. Ich brachte Parányi zur grossen Stutenweide, denn sie würde fürs Erste im Offenstall leben. So hatte sie immer genügend Bewegung und war bestimmt angenehmer im Training. Doch bevor ich sie ganz zu den anderen liess, musste sie auf dem Abgegrenzten Teil der Hauptweide ausharren und mit den anderen Bekanntschaft machen.

      Sehr gut, nun ab zu Ljóski. Im Nordstall begegnete ich Jonas. Erwarte nicht zu viel, er wird bestimmt wieder so tun, als sei nichts gewesen, sagte ich mir unverblümt. Doch er überraschte mich. Auf meinen herausfordernden Blick antwortete er mit einem Lächeln, dann kam er auf mich zu und umarmte mich spielerisch. „Herkir ist versorgt, Boss, ich habe heute etwas länger mit ihm gemacht. Hab ihn nämlich noch geduscht. Du hättest den Dreck sehen sollen, der aus dem ganzen Fell kam.“ „Loki hätte es auch mal wieder nötig“, meinte ich mit einem Seitenblick in dessen Box. Dann lehnte ich meinen Kopf an seine Schulter und schloss die Augen für einen Moment. Es kam mir vor wie eine kleine Ewigkeit. Doch schliesslich löste ich mich wieder von ihm und nahm Lokis Halfter von der Boxentür. Der kleine Isländer liess sich wie immer gut aufhalftern und nach draussen führen. Bevor ich durch die Tür verschwunden war, fragte Jonas, ob ich Hilfe bräuchte. Ich antwortete zögernd, um einen guten Grund liefern zu können. „Ahhh, ja, ich könnte ein wenig Schrecktraining mit ihm machen. Du könntest mir helfen, die Posten vorzubereiten.“ Er nickte und folgte mir. Loki liess ich in der Halle (es war uns beiden draussen auf dem Platz zu heiss gewesen) frei laufen, während wir einen bunten Ball, eine Rettungsdecke, einen Regenschirm, ein paar Kegel und einen Flattervorhang holten. Zuerst führte ich ihn zum Ball. Er schnüffelte vorsichtig daran, dann stiess er ihn sogar etwas weg. Sofort lobte ich ihn. Dann rollte ich den Ball auf ihn zu, woraufhin er etwas zurückwich. „Okay, neue Strategie: wir rollen den Ball vor ihm weg, sodass er denkt, dass der Ball Angst vor ihm hat. Jonas nickte und stand auf die andere Seite, dann führten wir den Plan aus. Tatsächlich wurde Loki schon nach wenigen Minuten mutiger und ging wirklich zum Ball hin. Ich scherzte zwischendrin: „Das ist aber ein echter Angsthasenball!“ Als nächstes war der Regenschirm dran. Zuerst öffnete ich ihn in einiger Entfernung, dann kam ich immer näher, während ich ihn auf und zu klappte. Hin und wieder gab Jonas dem Hengst ein Karottenstückchen. Der Schirm schien kein Thema für Loki zu sein, denn am Ende konnte ich ihn sogar direkt neben seinem Kopf öffnen. Weiter ging’s zur Rettungsdecke, die schön silbern glänzte. Er musste darüber laufen. Dies war schon etwas schwieriger für den Schecken, denn er konnte das funkelnde Zeug vor seinen Füssen irgendwie nicht einordnen. Als er nur noch rundherum zirkelte und gar nicht erst in die Nähe wollte, beschloss ich, ihn nur noch ein paar Mal in die Nähe kommen zu lassen, danach liess ich es gut sein. „Beim nächsten Mal wird auch das klappen“, erklärte ich Jonas überzeugt. Am Ende waren noch die Kegel dran. Dort machten wir nur etwas Slalom, als Führtraining und zum Ausklingen lassen. Loki musste auch rückwärts hindurch. Er schmiss zwar den letzten Kegel um, aber ich war längst zufrieden und führte ihn nun zum Waschplatz. Jonas und ich hatten eine halbe Schaumschlacht während dem einseifen von Loki. Jedenfalls war es sehr spassig. Ljóski hingegen fand das ganze Trara wohl nicht ganz so amüsant, er zappelte nämlich nach spätestens 10 Minuten immer wieder ungeduldig herum. Ich konnte es ihm nicht verkennen und liess ihn dafür zum Trocknen noch etwas neben dem Nordstall grasen. Jonas hatte verschwinden müssen, um nach Sorrow und Dancer zu sehen.

      Gegen Abend kamen endlich die letzten drei neuen an, oder besser gesagt die drei neuen alten. Denn alle waren schon mal auf meinem Hof gewesen. Caillean war der erste. Der kleine Miniature Horse Hengst war eines unserer Zuchtfohlen; ein Sohn von Alu. Ich musste ihn zurückholen, da sich seine Besitzerin nicht mehr um ihn gekümmert hatte. Zum Glück hatte mich ein alter Freund bei der örtlichen Polizei darauf aufmerksam gemacht, sodass wir den kleinen von seiner verdreckten Weide holen konnten. Er war ziemlich dünn und sein Fell struppig. Es tat mir richtig leid, ihn so zu sehen. Zum Glück schien er sonst nicht gesundheitlich angeschlagen. Ich holte ihn mit dem Transporter ab und stellte ihn zuhause als erstes unter eine gründliche Dusche. Er wurde von Kopf bis Fuss einshamponiert, bis er wieder blitzblank war. Dann erst durfte Caillean zu seinem Vater. Ich blieb jedoch während der ersten halben Stunde dabei und liess danach Lisa weiter beobachten, ob sich die Hengste vertrugen. Feather akzeptierte den Neuankömmling jedenfalls rasch, Caresse brauchte aber wiedermal etwas länger.

      Als nächstes wurden auch noch Paluche und Bottle of Jack zurückgebracht. Paluche hatte ich damals direkt von seiner Züchterin gekauft, seinen Bruder Jack hatte ich später übernommen. Ich hatte sie damals allerdings nach etwas mehr als einem Jahr verkaufen müssen, aus Platzgründen. Nun waren die beiden wieder hier, weil die ehemalige Besitzerin keine Zeit mehr hatte und mir extra angerufen hatte, ob ich sie nicht wieder nehmen wolle. Ich hatte nicht nein sagen können, denn Pal hatte mir wirklich gefehlt und nun hatten wir ja wieder freie Boxen, dank des neuen Nordstalls. Ich freute mich riesig, als die beiden stattlichen Dreijährigen aus dem Transporter geführt wurden. Besonders Pal war zu einer echten Schönheit herangewachsen und Jack lockte mit einer aussergewöhnlichen Scheckung. Die beiden Rabauken kamen mit den anderen Junghengsten auf die Weide. Als ich das Zauntor öffnete, fiel mir ein, dass nur noch Winter die zwei kannte, alle jetzigen Junghengste waren damals noch nicht hier gewesen. Etwas traurig wurde ich schon, als ich mich an Sunny, Smarty, Kabuki und Majandro erinnerte. Besonders bei Kabuki, denn der Reitponyhengst war noch als Fohlen an einer Vergiftung gestorben. Die anderen lebten in einem neuen Zuhause und waren bestimmt schon eingeritten. Jedenfalls wurden Pal und Jack neugierig in Empfang genommen. Es gab auch kurz ein paar Rangeleien, doch vorerst ordneten sich die beiden gut sozialisierten Criollos unter und wurden in Ruhe gelassen. Sie grasten zwar etwas abseits, aber das würde sich bestimmt bald ändern. Auch Parányi durfte nun übrigens zu den anderen, sie hatte ja den ganzen Tag über Zeit gehabt, sich mit ihnen durch den Zaun hindurch anzufreunden.

      Als es dunkel war, überkam mich die ganze Müdigkeit der letzten Woche und ich musste gähnen. Ich schloss kurz die Augen, da mich das Licht von Ajith’s Taschenlampe blendete. Jemand umschlang mich von hinten und murmelte mir ins Ohr „Schlaf nicht ein, sonst muss ich dich noch ins Haus tragen.“ „Vielleicht sollte ich echt langsam rein gehen, ehe ich noch umkippe. Unterwegs einnicke, musst du mich retten kommen, versprochen Jonas?“ „Promised Boss“, murmelte er lächelnd, und begleitete mich zur Tür. Auch Jacky und Sheela kamen auf mein Pfeifen hin angesaust. Ich sagte ihm gute Nacht und schlich ohne Licht nach oben in mein Zimmer, etwas enttäuscht, dass er nicht wieder mitgekommen war. Aber ich war wiedermal zu stolz gewesen um ihn zu fragen. Jedenfalls schlief ich in dieser Nacht besonders tief und träumte von gepunkteten Pferden, schwarzen Schäfchen und Regenschirmen.
      6 Aug. 2015
    • Occulta
      Coming Home

      Es war Sonntagabend und ich sass gerade vor dem Computer, um meine E-Mails und sonstige Neuigkeiten zu checken. Ein Mailtitel zog mich ganz besonders in seinen Bann. Dort stand „Some Pics for you“, der Absender war Jonas. Er hatte mir ja versprochen, Bilder von seinen Ferien zu schicken. Doch gerade, als ich die Mail öffnen wollte, klingelte das Telefon. Seufzend stand ich auf und ging ran. Es war Marcus, ein befreundeter Trainer und Züchter aus Liverpool. Wir hatten vor einer Woche bereits geschäftlich miteinander telefoniert, das war auch diesmal so. Das Thema waren zwei der fünf neuen Vollblüter, die er vor kurzem entdeckt und prompt ersteigert hatte. Er hatte mir die vielversprechenden Jungpferde nach der Auktion zu einem fairen Preis angeboten, da er selber von Anfang an nur drei der fünf hatte behalten wollen. „They arrived yesterday and appear healthy and fit. So, which two do you want?“ Ich hatte mir die fünf mehrmals angesehen und ihre Stammbäume studiert, um meine Favoriten rauszupicken. „I think I’ll take Buck’s Lemon and Caligari“ „Ohhhh no, not so fast. Lemon is mine, I’m not quite such a fool. This one will undoubtedly be a champion one day” Ich rollte die Augen, musste aber trotzdem über seine Sturheit lachen. Der Hengst hatte es ihm wohl echt angetan. „Okay, fine, I’ll take Cool Cat instead“ „Sure, that one will be just as well” Na klar, deshalb scheust du dich auch nicht, ihn loszuwerden. Naja, ich denke dass er tatsächlich Potential haben könnte, auch wenn er so… gewöhnlich ist, dachte ich im Stillen. Marcus wollte sie mir morgen gleich vorbeibringen, da er sowieso noch in Richtung Birmingham kommen wollte, warum auch immer. Endlich konnte ich auflegen und mich wieder dem Computer widmen. Ich öffnete die Mail, las den kurzen Einleitungstext (Hatte eine schöne Reise, bla bla) und scrollte dann die Bilder durch. Ein paar hübsche Landschaftsfotos waren dabei, aber richtig interessant wurde es für mich, als die Bilder der Gips Reminder Ranch kamen. Zu meiner Enttäuschung waren keine von Flint dabei, doch Jonas hatte auch gleich den Grund dazugeschrieben, nämlich dass er mittlerweile an Eddi verkauft worden war. Na dort hat er es bestimmt sehr gut, dachte ich grinsend, denn ich wusste ja, wie sehr Eddis Lieblinge verwöhnt wurden. Mir stockte der Atem, als ich Shadow auf den Bildern erkannte. Die Lackschwarze Stute war sogar noch wunderschöner als ich sie in Erinnerung hatte. Was würde ich dafür geben, sie wiederzubekommen… Ich schrieb Jonas zurück, wie schön die Stute geworden war und wie sehr ich sie vermisste. Vielleicht konnte er ja mit Verena verhandeln? Ich glaubte zwar nicht, dass sie sie hergeben würde, aber träumen durfte man ja. Ich rieb mir die Augen und bemerkte erst jetzt, wie spät es schon wieder war. Zeit endlich ins Bett zu klettern.

      Am Morgen liess ich den PC gleich wieder an, vielleicht hatte Jonas bereits wieder geschrieben. Schliesslich war er dank der Zeitverschiebung erst später ins Bett gegangen. Tatsächlich war eine Antwort im Posteingang. „Ich habe Verena auf Shadow angesprochen und sie meinte, sie liesse mit sich verhandeln“, las ich murmelnd vom Bildschirm, ehe ich die Worte begriff und aufjubelte. Rasch tippte ich alles in die Mail, was Jonas wissen musste, denn ich verliess mich diesmal auf seine Verhandlungskünste. Als ich schliesslich zur Haustür raus lief, die Jacke halb im Gehen anziehend, konnte ich es noch immer kaum fassen. Sie kommt tatsächlich zurück! Mit federnden Schritten begab ich mich zum Hauptstall.

      Am frühen Nachmittag kümmerte ich mich um die Fohlentruppe. Die Jungspunde brauchten wiedermal eine Lektion in Sachen Erziehung, schliesslich wollten sie einmal Grosses erreichen. Kaythara, Ciela und Dublin waren zusammen mit Alysheba die ältesten der Fohlen. Sie waren beinahe zwei Jahre alt und würden schon bald mit dem Ernst des Lebens konfrontiert. Doch auch jetzt schon mussten sie gewisse Abläufe lernen, mit denen man nicht früh genug anfangen konnte. Zum einen gehörte das Putzen dazu. Die drei ältesten Jungstuten kannten das schon längst und blieben brav stehen, als Jason, Linda und ich mit den Bürsten ankamen. Linda hatte sich inzwischen gut eingelebt und kannte langsam aber sicher die einzelnen Persönlichkeiten ihrer Pfleglinge. Sie wusste zum Beispiel, dass Kaythara nicht gerne an der Stirn angefasst wurde, und dass Riven allgemein etwas spezielle Behandlung verlangte. Jason versuchte trotzdem die ganze Zeit, ihr dazwischenzureden und zu helfen. Ich liess die gelegentlichen Zankereien aber die Sorge der beiden sein und hielt mich da raus, solange die Arbeit sauber ausgeführt wurde. Gerade passierte es wieder. „You should be careful with her hindlegs, she kicks sometimes“, bemerkte Jason, als Linda Dublins hintere Hufe auskratzen wollte. Die Pflegerin biss sich auf die Unterlippe und verkniff sich so einen gereizten Kommentar, schliesslich wusste sie genau, dass sie mit der zappeligen Stute vorsichtig umgehen musste. Ich beobachtete das Ganze beiläufig, während ich Cielas Kruppe bürstete. Mit Penny, Riven und Primo war das Prozedere des Putzens nicht ganz so einfach: Die Jährlinge verstanden nicht wirklich, warum sie stillhalten mussten und konnten zudem aus Sicherheitsgründen noch nicht angebunden werden, was es nicht gerade leichter machte. Bei den Hengsten hingegen wurden wir positiv überrascht. Life und Simba hielten trotz ihres jungen Alters artig still und genossen die Rückenmassage durch den Striegel sichtlich. Auch an empfindlichen Stellen wie dem Bauch konnte ich beide problemlos bürsten. Anders war es bei Merino, der auffällig zuckte, als ich ihn bei der Schulter striegelte. Ich runzelte die Stirn und tastete ihn vorsichtig ab. Tatsächlich reagierte er empfindlich beim Schulter-Hals Übergang und legte die Ohren platt. Vermutlich hat er sich bloss beim Spielen etwas gezerrt, beschloss ich nachdenklich. Jason war der selben Meinung, also wollten wir vorerst noch auf den Tierarzt verzichten und abwarten. Ausserdem würde dieser so oder so in drei Tagen zur wöchentlichen Routineuntersuchung auf den Hof kommen. Alysheba war brav wie ein Lamm, nur ab und zu versuchte er meinen Arm zu beknabbern. „Wie dein Vater, als er noch klein war!“, rief ich lachend und stiess ihn sanft aber bestimmt weg. Ich verglich Aly oft mit seiner Halbschwester Ciela, denn die beiden waren sehr unterschiedlich. Ciela hatte wohl allgemein mehr von ihrem Vater geerbt, nicht nur was die Fellfarbe anging. Aber dennoch war die Ähnlichkeit zwischen Winter und Alysheba nicht zu verkennen, besonders der athletische Körperbau mit den langen Beinen hatte sich durchgesetzt. Ich konnte es kaum erwarten, den Sprössling auf der Bahn zu sehen. Auch um Paluche und Jack kümmerte ich mich ausgiebig. Die beiden waren etwas abseits der Vollblütergruppe, die ihnen offenbar zu aufgedreht war. Obwohl besonders Jack auch sehr temperamentvoll war, konnten beide nicht mit dem raumgreifenden Galopp mithalten, den die anderen Hengste zur Genüge vorführten. Dafür klebten sie umso mehr aneinander.

      Gegen Abend kamen One Cool Cat und Cabinet of Caligari endlich an. Sie bezogen gleich ihre neuen Boxen im Hauptstall, die bereits nach frischem Heu dufteten. Cool Cat überzeugte mich mit seinem Auftreten noch immer nicht so ganz, wehmütig dachte ich an Lemon. Aber irgendwie wird er sich schon beweisen, beschwichtigte ich mich selbst. Von Caligari hingegen war ich begeistert. Ich hatte (wie an meinem bunten Stall unschwer zu erkennen war) ein Flair für auffällige Pferde, und das war sie allemal. Bewundernd musterte ich sie bei jedem Schritt in Richtung Box. Schliesslich streichelte ich ihr liebevoll ein letztes Mal die weisse Stirn, ehe ich mich zum Nebenstall begab um dort weiterzuhelfen.
      6 Sep. 2015
    • Occulta
      „Ein gestreiftes Pony!“

      Ein wildes Poltern weckte mich, noch bevor es der Wecker tat. Einen Moment war ich erschrocken, aber dann wurde mir die Ursache dieses Lärms klar, denn im selben Moment vernahm ich die Stimme eines kleinen Mädchens von der Küche her. „Neeeeein Sheela, aus!“ Ich streckte mich und ging die Treppe runter, um zu sehen, was los war. Da stand sie, meine kleine Nichte, und versuchte, der schwarzen Labradorhündin einen Socken aus dem Maul zu ziehen. Als sie mich sah, liess Sheela prompt los und kam schwanzwedelnd angebraust. Lily sah mich schuldbewusst an. „Morgen Occu, ich wollte dich nicht wecken, aber Sheela hat meine Socke geklaut, als ich auspacken wollte…“ „Und warum um Himmels Willen muss das um fünf Uhr morgens geschehen?“, fragte ich amüsiert augenrollend. Ich konnte der kleinen nicht böse sein, zumal ich in wenigen Minuten eh aufgestanden wäre. „Ich bin aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen… Ich bin halt schon genauso gut im früh aufstehen wie du!“ Im nächsten Augenblick ertönte ein lautes Piepen aus meinem Zimmer. „Der Wecker – ich bin gleich zurück“, rief ich genervt, während ich bereits die Treppe hoch rannte.
      Ich war es nicht gewohnt, etwas Spezielles zum Frühstück zu machen; normalerweise kam ich mit einem Müsli völlig aus. Aber für Lily machte ich eine Ausnahme und briet ein Spiegelei. Sie meinte jedoch im Nachhinein, dass sie in Zukunft auch mit einer Scheibe Brot nicht verhungere, was mich insgeheim ziemlich erleichterte. Sie versuchte mich nachzuahmen und holte ebenfalls ihr Reitzeug aus dem Koffer, als ich in meine Reithose schlüpfte. Ich grinste über diesen Enthusiasmus und vergass dabei sogar, dass ich eigentlich noch hundemüde war. Apropos Hunde – Sheela und Zira hatten sich nun gegenseitig als Spielpartner entdeckt und tobten wie befürchtet durch die Küche. Bevor sie noch etwas runterschmeissen konnten, liess ich sie zusammen mit Jacky raus. Sheela hatte anscheinend sogar vergessen, dass ihre Pfote schmerzte. Zuerst wollte ich Lily alles zeigen, denn sie war ja erst gestern spät abends angekommen. Ich führte sie zum Hauptstall, wo ich ihr gleich die anwesenden Pfleger vorstellte. Natürlich fand sie Ajith mit seinen lustigen Sprüchen auf Anhieb am Sympathischsten - wer schon nicht. Dann durfte sie mich über die Rennpferde ausfragen. Ich versuchte mir vorzustellen, wie sie sich fühlte, während sie die Champions hautnah erleben konnte. Was für mich alltäglich war, musste in den Augen eines kleinen Pferdebegeisterten Mädchens fantastisch sein. Und das Beste war, dass sie nun einen ganzen Monat Zeit hatte, jeden von ihnen kennenzulernen. Sie war das erste Mal hier, da Rachel immer Angst gehabt hatte, dass sie unter die Hufe der grossen Vierbeiner kommen könnte. So hatte sie sich mit den fetten Shettys, die in ihrer Nachbarschaft lebten, zufriedengeben müssen. Doch dafür hatte sie auf denen schon viel gelernt, besonders an Durchsetzungsvermögen hatte sie gewonnen. Und trotz ihrer Begeisterung für die grossen Vollblüter, war sie hin und weg, als sie die Minis auf der Weide entdeckte. „Oh wow, die sind ja noch kleiner als Paulchen! Und soooo süss!“ Ich sparte mir die Mühe zu fragen, wer Paulchen war und schmunzelte, als Tic-Tac an ihrem Reissverschluss zog. Ich musste Lily fast weiterschleifen, doch spätestens zu den Fohlen rannte sie wieder voraus. „Oi, nicht zu stürmisch!“, rief ich lachend hinterher. Die Hengstfohlen fanden das kleine Mädchen unglaublich spannend. Sie beschnupperten sie durch den massiven Holzzaun, streckten ihr die warmen Schnauzen ins Gesicht und knabberten an ihren Haaren. Gerade als ich dazu kam, wurde Alysheba zu frech und wollte der kleinen in den Arm kneifen. Aber sie war ohnehin schneller als ich und bestrafte den braunen Jungspund schimpfend mit einem Klaps auf die Nase, woraufhin er zurückzuckte. Wir gingen weiter zur Stutenweide und ich stellte ihr Feline und Gianna vor, die sie beide in nächster Zeit vor allem reiten würde. Aber auch im Nebenstall wartete eine interessante Bekanntschaft; meine weisse New Forest Stute. White Dream zog von Anfang an die Aufmerksamkeit des Mädchens auf sich, obwohl sie fast zuhinterst stand. „Occu, wie heisst das hübsche Pony dahinten??“ Ich schmunzelte und öffnete die Boxentür einen Spalt weit, als wir davor standen. Lily betrachtete sie ganz bewundernd und schwärmte immer wieder, wie toll ihre blauen Augen seien. Doch als sie fragte, ob sie Dream auch Mal reiten dürfe, (sie sei ja „eh nicht so gross“), blieb ich skeptisch und meinte vorsichtig „Vielleicht in ein paar Wochen, aber die ist vermutlich trotz ihrer geringen Grösse eine Nummer zu viel für dich.“ „Aber Tante Occu, warum denn??“ „Weil sie halt ab und zu ziemlich Gas gibt und ganz schön kräftig ist.“ „Ich hab keine Angst vor kräftigen Ponys! Paulchen hat auch seinen eigenen Kopf.“ „Ja, aber Dream ist wirklich auf den Sport getrimmt, besonders aufs Springen… Wir werden sehen.“ Sie schien nicht zufriedengestellt, folgte mir aber trotzdem, nachdem sie nochmals Dreams Nüstern gestreichelt hatte.
      Als letztes sahen wir uns den Nordstall an. Darin roch es nebst dem Stroh auch immer noch nach frischem Holz und ein klein wenig nach Farbe. Lächelnd streichelte ich Paluche, der seit neustem auch seine Box im Nordstall bezogen hatte. Er war immerhin schon über dreijährig und sollte langsam eingeritten werden. Ich freute mich schon darauf, das erste Mal auf dem Rücken des kräftigen Junghengstes zu sitzen. Im Moment sah er noch wie ein richtiger Wildfang aus, aber ich wollte ihm morgen die praktische, für Criollos typische kurze stehmähne verpassen und ihn richtig herausputzen. Im Nordstall gefiel der kleinen Lily besonders Dancer mit seiner langen, gewellten Mähne. „Du hast wohl ein Flair für weisse Pferde, was?“, stellte ich lächelnd fest. „Jap, die sind einfach am schönsten. Sie sehen fast aus wie Einhörner!“ „Da hab ich’s ja gut getroffen mit den beiden Criollo Damen die du reiten wirst.“ „Ich kann es kaum erwarten!“, meinte sie aufgeregt. „Na gut, aber zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wir helfen den Pflegern kurz beim Füttern, dann kriegst du deine erste Reitstunde von mir.“ Sie hüpfte begeistert zum Hauptstall, wo die meisten Pfleger bereits die Kessel in den Schubkarren mit Kraftfutter füllten. Jedes Pferd bekam einen Mix aus verschiedenen Getreidesorten und Pellets, dazu ein wenig Mineralfutter und Kräuter. Auf den Boxenschildern standen jeweils die Mischverhältnisse, was Ajith dem kleinen Mädchen nun erklärte. Dann ging alles ruck zuck. Jeder Pfleger schnappte sich einen Massbecher und füllte ihn den Angaben entsprechend. Wie durch fleissige Bienen wurde so eine Box nach der anderen besucht. Lily konnte gut mithalten, auch wenn sie manchmal noch Mühe mit dem Einfüllen hatte. Bei Caligari verschüttete sie das Mass, weil die Stute sie ungeduldig schubste. „Selber schuld, jetzt musst du eben vom Boden fressen!“, rief sie daraufhin aufgebracht. Quinn und ich sahen uns grinsend an. Wir gingen nach dem Hauptstall natürlich auch zu den Offenställen, dem Neben- und dem Nordstall. Lily wollte den Minis auch eine Portion bringen, aber ich erklärte ihr, dass die kleinen Pferdchen ja nicht geritten wurden und ihre Ration durch Heu abgedeckt wurde. Daraufhin schickte ich sie mit einer Schubkarre zum Heulager, während wir die Grosspferde fertig versorgten.
      Ich hielt mein Versprechen und begleitete Lily zur Stutenweide, um Gianna abzuholen. Die Cremellostute senkte brav den Kopf, damit Lily das Halfter über ihre Ohren streifen konnte. Dann führte sie sie zum Nebenstall. „Hey sag mal… Meinst du du kannst schon frei reiten?“, fragte ich sie. „Was denkst du denn? Klar kann ich! Ich geh mit Paulchen immer alleine raus!“, war die empörte Antwort. Während Lily schon die Putzkisten holte, ging ich also zu Islah’s Box, da ich natürlich lieber selber auch ritt, anstatt einfach nur Reitlehrerin zu spielen. Wir putzten die beiden Pferde gründlich. Das kleine Mädchen machte ihre Sache gut, sie hatte es scheinbar schon oft mit schlammverkrusteten Ponys zu tun gehabt. Wenn sie an eine Stelle nicht heran kam, stellte sie sich einfach auf die Putzbox. Beim Satteln musste ich ihr aber helfen, denn der Westernsattel war etwas zu schwer für sie. Auch das Zaumzeug legte ich Gianna selber an, danach war es wieder an Lily, die Stute zur Halle zu führen. Es hatte angefangen zu tropfen, daher wollten wir lieber vorsorglich in die trockene Halle gehen. Tatsächlich bewies sie Geschick im Lenken der Stute, die ja trotz allem deutlich grösser als ein Shetty war. Ich gab ihr nach dem Eingewöhnen eine halbe Stunde lang intensiven Unterricht, indem ich ihren Sitz korrigierte und sie einfache, aber präzise Figuren reiten liess. Bei der Schlangenlinie hatte sie etwas Mühe, aber das war auch nicht einfach mit den vielen Kurven. Sie ritt zwar mit Ginis Westernsattel, aber trotzdem gab ich ihr Englischen Unterricht, denn Western kannte sie noch nicht. Die Stute war sich nur diesen Sattel gewöhnt und am Sattelhorn konnte sich Lily im Notfall festhalten, deshalb fand ich diese Variante praktisch. Gini spielte brav mit, wie ich es von der Stute kannte. Dadurch, dass sie im Westernstil so fein ausgebildet war, brauchte Lily nur die Zügel etwas zur Seite zu bewegen, um sie trotz ihrer kurzen Beine zu steuern. Unterdessen Machte ich mit Islah die meisten Figuren vor und zeigte, wie es am Ende aussehen sollte. Zum Glück war das Arabische Vollblut heute gut drauf, sodass ich nicht mit Bocksprüngen oder ähnlichem zu kämpfen hatte.
      Nach der Stunde war das Mädchen immer noch voller Energie und wollte unbedingt mitkommen, als ich mit dem Anhänger Devil in Prada abholen wollte. Die kleine Stute war Dod’s erste Tochter gewesen und nun ein kräftiger Jährling. Ihre Besitzerin hatte sie uns zurückverkauft, nachdem sie eine Stallumstellung vorgenommen hatte, worüber ich keineswegs wütend war. Ich freute mich, das Fohlen zurück auf Pineforest Stable begrüssen zu dürfen, denn sie war schliesslich etwas ganz besonderes. Wir holten sie beim Flughafen ab und Lily half mir beim Verladen, natürlich achtete ich darauf, dass sie nicht in Gefahr geriet. Rachel hätte es mir nie verziehen, wenn ihre Tochter unter die Hufe eines meiner Pferde gekommen wäre. Prada ging ohne zu zögern in den Anhänger, es schien fast, als wüsste sie, dass diese Reise sie nach Hause führte. Lily war übrigens auch von diesem Pferdchen ganz begeistert – schliesslich hatte es blaue Augen, war weiss-grau gescheckt und noch dazu „soooo süss!“ Zuhause brachte ich Prada zu den anderen Stutfohlen, von denen sie natürlich erstmal ausgiebig beschnuppert wurde. Sie war direkt verkauft worden als sie entwöhnt war, also hatte sie nie wirklich mit den anderen Jährlingen Kontakt gehabt. Wir beobachteten die Gruppe eine Weile, um sicherzugehen, dass sie nicht zu grob mit der Neuen umgingen. Ich nutzte die Gelegenheit, um Lily ein wenig über das Pferdeverhalten zu erzählen. „Da, jetzt zeigt Primo mit den Ohren, dass Prada nicht zu nahe kommen soll. Wenn sie die Nase so rümpfen, bedeutet das entweder, dass es ihnen nicht gut geht, oder dass sie etwas nicht mögen; du musst immer gleichzeitig auf die Augen und die Ohren achten. Auch Schweifschlagen deutet auf Unwohlsein.“ „Aber die da drübenist nicht krank, oder?“ „Nein, Penny ist heute bloss etwas mürrisch und mag Prada wohl noch nicht sonderlich“, erklärte ich. Lily beobachtete die Fohlen mit grossen Augen und versuchte eifrig, weitere Verhaltensmuster zu erkennen. Ich war stolz, dass sie sich so brennend dafür interessierte, denn das war die Basis für die Zusammenarbeit mit den Vierbeinern.

      Vor dem Mittagessen schufteten wir nochmal im Stall und halfen beim Misten. Dann genossen wir unsere wohlverdienten Ravioli. Jedenfalls Lily tat das, denn gerade als ich mich endlich gesetzt hatte und die Gabel zum Mund führen wollte, klingelte das Telefon. Augenrollend stopfte ich die paar Ravioli in den Mund und stand auf um es zu holen. Am anderen Ende stellte sich eine Frau als Sekretärin eines in der Nähe liegenden Zoos vor. Na toll, was will die denn?, dachte ich verwundert. ‚Wollen‘ tat sie nichts, im Gegenteil, etwas loszuwerden hatte sie im Sinn. „Wir haben vor einer Weile ein paar neue Zebras aus einer Zucht übernommen, doch nun müssen die Gehege saniert werden und danach wird es wohl nur noch Platz für eine kleine Herde geben. Drei Zebras wurden bereits an andere Zoos vermittelt, doch das vierte konnten wir bisher nirgends unterbringen. Da es aufgrund seiner Herkunft sehr zahm ist, haben wir unsere Suche auf Privatpersonen erweitert. Eine Arbeitskollegin meinte, man solle doch mal bei ihnen nachfragen, da sie eine Weile als Pflegerin in einem Zoo angestellt waren und ihr Gestüt in der Nähe liegt. Ich weiss, das muss überraschend für sie kommen, aber hätten sie zufällig Interesse?“ Ich schwieg erstmal nachdenklich. Ein Zebra? Es ist war, ich hatte auch schon mit den Biestern zu tun, aber könnte ich so etwas überhaupt hier halten? Nein, das kann nicht gut gehen. „Hallo, sind sie noch dran?“, ertönte die erwartungsvolle Stimme aus dem Telefon. „Nun ja, ich muss leider ablehnen; ich denke nicht, dass Pineforest Stable für die Unterbringung eines Zebras geeignet wäre…“ „Das ist sehr schade, sollten sie ihre Meinung ändern, dann kontaktieren sie mich doch bitte.“ Lily sah mich enttäuscht an, daraus schloss ich, dass sie mitgehört hatte. „Ein Zebra?? Warum denn nicht?“ „Weil… Es dann einsam währe.“ „Aber du hast doch noch Dante, der würde sich bestimmt über Gesellschaft freuen!“ „Dann müsste ich ihn aber Kastrieren lassen. Das fände ich schade.“ Lily schwieg betreten, denn sie merkte, dass ich nicht gewillt war meine Meinung zu ändern. Wir assen still fertig und gingen daraufhin gemeinsam Feline holen. Diesmal nahm ich Jacky und Sheela mit, denn wir wollten ins Gelände gehen. Zira musste hingegen zuhause bleiben, sie war dazu noch zu jung. Unterwegs flitzte uns ein Fellball vor den Füssen durch. „Kafka! Irgendwann brech ich mir wegen dir noch den Hals!“ Rief ich dem Kater hinterher, der bereits um die Ecke verschwunden war. „Du hast eine Katze?? Das wusste ich gar nicht!“ ich sah verlegen weg und murmelte „Ja, sogar vier. Und gewisse Pfleger hier haben nen Vogel, aber das ist ne andere Geschichte…“, indem ich an Lisa dachte. „Vier?! Warum hab ich die noch nicht gesehen?“ „Sie sind überall auf dem Hof verteilt, du wirst sie wohl kaum zu Gesicht bekommen. Sie lassen sich nur blicken wenn es Futter gibt. Frag Lisa, die kümmert sich darum.“ Sie wirkte begeistert, ich hingegen kräuselte die Lippen. Wenigstens sind die Biester alle kastriert. Dante sah mir von seinem kleinen Paddock her entgegen. Ich musterte ihn nachdenklich. Nein, das wäre schade. Vielleicht hat er irgendwann ein paar schön gefleckte Eselbabys
      Wir sattelten Feline und Piro, dann machten wir uns auf den Weg in Richtung Fluss. Ich wollte mit Lily nicht gleich am ersten Tag auf die Galoppwiese, denn dort waren die Pferde immer extra fit und ich war nicht sicher, ob das kleine Mädchen dafür schon reif war. Wir ritten anschliessend nach Norden zum Wald, wo wir auch etwas trabten. Da Lily das erste Mal auf Feline sass, verzichteten wir auf einen Galopp. Schön war der Ausflug trotzdem und beide, Mädchen und Pferd, genossen die herbstliche Natur.
      Zuhause wurden wir von Lewis, Oliver und Lisa begrüsst, die mit Dante am Strick dastanden und grimmig schauten. „Boss, we have to talk“ war alles, was ich vorläufig zu hören bekam. Ich band Piro beim Nebenstall an und hob erwartungsvoll die Augenbrauen. Lisa meldete sich zu Wort. „Das war jetzt schon das dritte Mal, dass er ausgebüxt ist. Er war schon wieder bei den Stuten drüben! Das kann so nicht weitergehen, ausser du willst riskieren, eine Herde von Maultier aufziehen zu müssen.“ „Dann müssen wir eben das Zauntor verstärken“, antwortete ich gereizt. „Wäre es nicht einfacher, ihn kastrieren zu lassen?“ „Das hab ich mir ja auch schon überlegt, aber das ist so endgültig…“ „Denk auch an ihn Occu: Er hätte es viel besser, wenn er nicht mehr ständig den Weibern nachsteigen muss. Man könnte ihn mit den Minis zusammen halten“, meinte Lisa. Oder mit einem Zebra, ging mir durch den Kopf, und ich dachte an Lily, die von dieser Idee begeistert sein würde. Ich seufzte und nickte zustimmend. „Na gut, ich rufe morgen den Tierarzt.“ Zufrieden gingen die Pfleger wieder ihrer Arbeit nach. Ich gesellte mich zu Lily, Feline und Piro zurück, um die beiden Pferde zu versorgen. Danach schlug ich Lily vor, zu den Minis zu gehen und diese zu bürsten, während ich mit Loki raus ging.

      Am Abend rief ich der Sekretärin des Zoos nochmal an und vereinbarte ein Treffen, bei dem ich mir das Zebratier ansehen wollte, bevor ich endgültig entschied. Lily war begeistert, als sie davon hörte. „Dann kann ich meinen Freundinnen erzählen, dass ich ein gestreiftes Pony geritten hab!“ „Halt halt, nicht so schnell, ich glaube kaum, dass man sie reiten kann. Schliesslich ist sie kein braves Kinderpony, sondern ein Zebra!“ „Ja, aber du kannst sie sicher einreiten, und dann darf ich doch bestimmt mal eine Runde auf ihr drehen, nur im Schritt“, bettelte sie. „Eigentlich hatte ich bloss vor, sie mit Dante auf ne Weide zu stellen, nicht sie als Zirkuspony auszubilden“, murmelte ich augenrollend. „Wir werden sehen“; mit diesen Worten brachte ich die kleine ins Bett und deckte sie zu.
    • Occulta
      Geschäftiger Dienstag - Teil 2

      Eigentlich hatte ich für diesen Monat und damit für den heutigen Nachmittag nur noch Rebel, Echo und Paluche auf dem Plan. Aber ich wollte in der übrigen Zeit die Miniature Horses für ein paar kommende Frühjahrsshows vorbereiten. Dazu gehörte auch, sie zu scheren und gründlich zu waschen. Ich wollte das ganze bei Tageslicht abschliessen, auch deshalb, weil sie so besser trocknen konnten. Also schlenderte ich gegen ein Uhr gemütlich zu den Offenställen. Zuerst waren die Hengste dran. Lewis, der ja einer der Pfleger für die Offenställe war (auch wenn er genauso oft in den anderen Gebäuden des Hofs herumstreunte) half mir bei meinem Unterfangen. Wir fingen Lenny und Arco ein, was gar nicht mal so leicht war, und nahmen auch gleich den Jungspund Caillean mit, damit er nicht ganz alleine warten musste. Zunächst banden wir sie im Innenhof des Hauptstalls an, um sie von ihrem wolligen Winterpelz zu befreien. Arctic Blue war schon Anfangs Winter einmal für eine Show geschoren worden, daher hatte er nicht so viel Pelz wie Caillean und Caresse. Ich mochte es, die kleinen Pferdchen zu scheren – man war so schnell fertig! Zwei oder drei Striche mit dem Akku Scherer und das halbe Pferd war nackig; naja, wenigstens ging’s wirklich zügig voran. Da wir mit dem grauen Hengst schon als Fohlen geübt hatten, liess er die ganze Prozedur geduldig über sich ergehen und hielt auch still, als ich die empfindlichen Ohren bearbeitete. Caillean sah interessiert dabei zu, wie Caresse ebenfalls seinen rötlichen Pelz verlor. Ob er wohl weiss, dass der Hengst sein Vater ist? Ich lächelte amüsiert über den Gedanken und entfernte das letzte überstehende Fellbüschelchen von Arcos Bauch. Nun war er einheitlich mit hellsilbernen Stoppeln überzogen. Die Dapples sah man trotzdem noch ein wenig. Ich trimmte mit der Schere ein wenig den Übergang zu Mähne und Schweif, sodass alles perfekt war. Lewis tat dasselbe mit Lenny. Dann nahmen wir uns gemeinsam Caillean vor. Lewis kraulte das Hengstfohlen, während ich mich mit dem Scherer vorsichtig voran arbeitete. Er trampelte zwar ein wenig herum, aber ich konnte trotzdem alles einigermassen showtauglich präparieren. Wir waren zufrieden mit dem Resultat, also ging’s nun ans waschen. Wir schamponierten das ganze Stoppelfell mit einer Wurzelbürste bewaffnet. Auch das Langhaar und die Schweife wurden eingeschäumt. Beim Shampoo handelte es sich um ein speziell hautverträgliches, das auf Enzymbasis wirkte und so den Schmutz zuverlässig entfernte. Als wir fertig waren, trockneten wir die drei gründlich mit Frottiertüchern vor und packten sie dann in Abschwitzdecken ein, damit sie sich nicht erkälteten. Dann brachten wir die Hengste zurück auf die Weide.
      Als nächstes waren die Stuten dran. Wir konnten sie diesmal in zweiergruppen hochbringen, was das Unterfangen vereinfachte, weil wir nicht noch auf ein drittes Tier achten mussten. Zuerst holten wir Papillon, die kleine Allegra und Mami Daki, dann Lady und Chip, Tigrotto und Alufolie, anschliessend Queeny und Kiwi. Zuletzt waren dann noch Tiki und Rose dran. Miss Allegra wurde natürlich nicht geschoren, dafür war das erst ein paar Wochen alte Fohlen noch viel zu jung. Aber sie konnte gleich zusehen, wie brav ihre Mutter stillhielt und sich an das Geräusch gewöhnen. Daki war schon wieder gut in Form, man sah ihr die Trächtigkeit kaum mehr an. Demnächst wollte ich mit den beiden an ein paar Fohlenschauen teilnehmen, wobei ich mir grosse Hoffnungen machte. Allegra hatte die elegante Bauweise ihres Vaters (er hatte als Fohlen fast genau gleich ausgesehen wie sie) und den neugierigen, frechen Charakter ihrer Mutter. Ausserdem hatte sie eine sehr ansprechende, dunkelsilberne Farbe, die am Bauch in ganz helles Fell überging und den Richtern bestimmt gefallen würde. Um Ladys feuerrotes Fell trauerte ich wohl am meisten, denn die Stoppeln waren nun matt und gräulich. Aber schon in wenigen Tagen würden sie wieder oranger sein, das wusste ich aus Erfahrung. Tiki wollte kaum stillhalten, sodass Lewis sie förmlich in den Arm nehmen musste. Als wir sie zurückbrachten, flitzte sie im Galopp buckelnd in die hinterste Ecke des Offenstalls, kam aber kurz darauf wieder angetrabt, weil ihre Belohnungskarotte lockte.
      Gegen fünf Uhr waren wir mit allen Minis durch, sodass ich mich endlich Rebel widmen konnte. Der Paint Hengst hatte gerade gestern eine Körung bestanden, auf die wir lange hingearbeitet hatten. Entsprechend stolz war ich. Nun stand den ersten Paintfohlen von Pineforest Stable nichts mehr im Weg. Aber das würde noch etwas warten müssen. Ich holte den Hengst aus seiner Box im Nordstall und begann ihn zu putzen. Dazu hörte ich wiedermal Radio. Jonas putzte weiter hinten gerade Skyrim zusammen mit Lily. Die beiden schienen viel Spass miteinander zu haben; das freute mich sehr. Als Lily zu mir kam, um zu fragen, ob sie anstelle von Jonas Skyrim reiten dürfe (dieser habe sein Okay gegeben) nickte ich. Rachel wäre zwar skeptisch gewesen, aber ich hatte in den letzten Wochen gesehen, wie viele Fortschritte Lily gemacht hatte, also hatte ich keine Bedenken, dass sie mit dem umgänglichen Pony klarkommen würde. Als einzige Bedingung nannte ich jedoch, dass Jonas stattdessen mit Majandro mitreiten müsse und ein Auge auf sie haben solle. Ich informierte Lisa später auf dem Weg zur Galoppbahn, dass Mano schon bewegt wurde. Mir Rebel machte ich Trot-Übungen auf dem Galoppweg. Dabei ging es vor allem um die Temporegulierung, die mit feinsten Hilfen möglich sein sollte. So wechselte ich immer wieder von zügigem Arbeitstrab zum langsamen Jog. Dasselbe galt für den Galopp. Rebel durfte selbst bei den langsamen Gangarten nicht auf die Vorhand kippen und musste sich jederzeit im Gleichgewicht befinden. Überprüfen konnte ich seine Haltung mit Galopppirouetten, für die er sehr gesetzt laufen musste. Es lief wiedermal nicht alles ganz so gut, wie ich es gerne gehabt hätte. Zweimal versuchte der Hengst nach vorne zu schiessen und sein eigenes Tempo durchzusetzen, und die Pirouetten klappten auch erst gegen Ende der Trainingseinheit wirklich gut, obwohl er sie eigentlich schon beherrschte. Ich lobte Rebel trotzdem mit einem Apfel, als ich ihn versorgte.
      Als nächstes ging ich zu Echo, mit der ich kürzlich ein neues Projekt angefangen hatte: hunter under saddle. Ich wollte nicht an HUS-Wettbewerben mit ihr teilnehmen, aber ich fand es eine nette Disziplin für sie, da sie ja sowieso ein Mischmasch aus Western und Englisch war. Ich zog auch nicht alle Inhalte des HUS konsequent durch, sondern brachte ihr einfach die Grundlagen bei. Zum Beispiel versammelte ich sie eher auf die englische Art in aufgerichteter Manier, anstatt sie mit waagrechtem Hals voranzuschicken. Den ruhigen, konstanten Gang und die Leichtigkeit der HUS Pferde wollte ich ihr aber sehr wohl antrainieren. Mit dem konstanten Gang klappte es noch nicht so ganz. Ich konnte zwar schöne Übergänge mit der jungen Stute reiten, aber sie hatte noch Mühe mit dem Takt und der Konzentration. Kaum sah sie etwas Ungewöhnliches jenseits der kniehohen Hecke, die das Dressurviereck umgab, verlangsamte sie, oder blieb gar plötzlich stehen. Wenigstens lief sie mit ihrem breiten Kavalleriezaum entspannt und losgelassen. Ich beendete das Training nach einer Dreiviertelstunde und sah geschockt auf die Uhr. „Schon fast acht!“, rief ich aus und führte Echo zügig zur Stutenweide zurück. Ich musste unbedingt noch mit Paluche raus ins Gelände, das hatte ich dem Hengst versprochen. Er hatte vergangene Woche kein einziges Mal raus gedurft, weil es entweder zu stark gestürmt hatte oder er mir zu wild gewesen war. Ich wollte nicht riskieren, dass ich mit dem frisch eingerittenen Pferd kämpfen musste, also passte ich das Training seiner Stimmungslage an. Er kannte noch nicht viel unter dem Sattel, aber die drei Gangarten klappten ganz gut. Als ich den langen Feldweg zum Dorf entlangritt merkte ich deutlich, wie sehr er noch schwankte. Wir ritten eher eine Schlangenlinie, weil er sich an der Gegend fast die Augen ausstarrte. Ich schmunzelte, weil ich ihn nur zu gut verstand. Für einen Jungspund gab es hier draussen ganz schön viel zu entdecken, und ich war froh, dass er eher neugierig und nicht ängstlich reagierte. Nur vor einem Fahrrad erschreckte er sich, weil er es nicht gesehen hatte und der Fahrer plötzlich klingelte um uns, eigentlich nett gemeint, zu warnen. Dies äusserte sich zum Glück nur in einem Vorwärtssprung und einem lauten grunzen. Ich kraulte den Hengst, als er sich wieder beruhigt hatte und setzte meinen Ritt wie zuvor fort. Als ich wieder unter den Tannen hindurch auf das Hofgelände ritt, sah ich Lisa und Thomas mit Shadow und Noir auf dem Viereck. Neugierig, was bei ihnen heute auf dem Programm stand, versorgte ich Paluche rasch und stellte mich dann zum Eingang, um den beiden zuzusehen. Lisa übte den Spin mit Shadow. Sie hatte letztens berichtet, dass die Stute immer noch ab und zu ein durcheinander mit den Beinen bekam und aufgrund dessen nicht ganz taktrein drehte. Ich sah kurz darauf, was sie meinte: Shadow stolperte beim Drehen ab und zu über ihre eigenen Vorderbeine, fing sich aber jeweils geschickt auf, sodass man fast nichts davon bemerkte. Trotzdem musste auch dieser Fehler noch ausgebügelt werden. Und das funktionierte nur durch Training, bei dem die Stute ihre Füsse besser zu kontrollieren lernte. Wie erwartet klappte es auch am Ende dieser Trainingseinheit noch nicht, aber die beiden waren auf gutem Wege. Ich wollte Lisas Ansatz auch nächsten Monat weiterverfolgen, falls ich die Stute dann wieder selbst übernahm. Aber genau hatte ich für den kommenden Monat noch nicht vorausgeplant, der jetzige hatte schliesslich auch erst begonnen. Noir und Thomas übten Seitengänge – jap, in dieser Reihenfolge. Noir glotzte nämlich so ziemlich jede der vier Gebüsch Ecken an und überkreuzte jeweils Bilderbuchmässig, während Thomas erfolglos versuchte, sie geradezurichten. Ich schlug ihm vor, kleine Volten mit konsequenter Innenstellung zu reiten. Ausserdem sollte er Noir mit vielen Seitenwechseln und Übergängen beschäftigen, sodass sie die Ecken vergass. Ich wusste aus eigener Erfahrung, dass das klappte. Die Stute kam mir manchmal vor wie ein Goldfisch, aber das hatte auch seine Vorteile. Immerhin war ziemlich treudoof, wenn alles stimmte und das machte sie zu einem angenehmen Rietpferd. Ich mochte die etwas pummelige Stute, die auch immer gut genährt war, wenn sie nicht gerade ein Fohlen erwartete. Ab nächsten Monat wurde sie nicht mehr geritten, bis das Fohlen da war.
    • Occulta
      Zwei Rabauken

      Ich sass mitten beim Mittagessen in Mitten von Pflegern, die hungrig über ihr Steak herfielen. Nur Rosie sah angewiedert von ihrer carnivoren Umgebung und stur auf ihren Salatteller. "Dag mal Occu, wo hast du eigentlich Paluche gelassen?", meldete sich Jonas plötzlich. "Der ist bei Bottle of Jack, auf dem Bauernhof an dem wir letztens vorbeigeritten sind. Der Wallach der nebst Jack auch noch auf dem Hof war ist letzte Woche gestorben, der war 27. Nun hat der Bauer Pal als Kumpel für Jack dazugeholt." "Achso... Schade, aber wenigstens seh ich ihn auf der Weide noch."
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  • Album:
    Pensionspferde (Gnadenweide)
    Hochgeladen von:
    Occulta
    Datum:
    6 Dez. 2015
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    Mime Type:
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    600px
    Height:
    400px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • ~Flosse~

    Offizieller HG

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    Vom: Slush

    Vom: Thraw

    Aus der: Frosting

    Aus der: Caresse


    Von: Cyclon

    Aus: Célest



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    Rufname: Pal (englisch für 'Kumpel')

    Geburtstag: 24.01.
    Alter: 4 Jahre
    Stockmaß: wird ca. 1.50 m
    Rasse: Criollo
    Geschlecht: Wallach
    Fellfarbe: black blanket appaloosa

    (EE,aa,Lplp,PATN-1PATN-1)
    Abzeichen: typische Appaloosa Abzeichen
    Gesundheit: Sehr gut


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    Verschmust, frech, stur, verlässlich, robust


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    Seine besondere Fellzeichnung macht Paluche zu einem echten Hingucker an Dressur und Springturnieren. Er wird vermutlich später einmal vielseitig reitbar sein, aber besonders in Distanz oder Geländeprüfungen hervorstechen. Paluche hat in erster Linie die Frechheit und Sturheit seines Vaters geerbt. Er lässt keine Möglichkeit aus, seinen Reiter zu testen. Wenn er jedoch konsequent geführt wird, ist er ein verlässliches und talentiertes Reitpferd. Er hat ausserdem ein wenig von der Verschmustheit seiner Mutter Caresse. Besonders beim Putzen verlangt er immer wieder seine Streicheleinheiten. Zudem liebt er es, am Wiederrist mit dem Gummistriegel massiert zu werden.

    Paluche stammt aus der Zucht Lone Wolf Ranch.



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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Sweetvelvetrose
    VKR: Sweetvelvetrose
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: nein
    Nachkommen: -


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    Galopprennen Klasse: -
    Western Klasse: -
    Spring Klasse: -
    Military Klasse: -
    Dressur Klasse: -
    Distanz Klasse: -

    Eignung: Trail, Western Pleasure, Distanz, Freizeit
    Eingeritten: Nein


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    Pal's Spind