Eddi

Outlaw Torn ♛

Paint Horse ♂ gekört

Outlaw Torn ♛
Eddi, 19 Feb. 2017
Veija, Friese und Snoopy gefällt das.
    • Eddi
      [​IMG]
      Ehemalige Berichte [1]
      Kein Schweinskoppvieh!

      In der letzten Zeit hatte sich viel getan. Ich hatte aus Angys Gestütsauflösung Bonsaj und Lady Äppel übernommen. Aus einer weiteren Gestütsauflösung kam Dakini wieder zu mir.
      Außerdem hatten Delilah und ich beschlossen, wieder eine Zucht zu gründen - wo ich doch eigentlich keine Pferde mehr wollte! Aber wer einmal den Pferdevirus hat...
      Wir kauften ein hübsches kleines Gestüt in der Eifel, und dort standen jetzt weitere Pferde, die ich für die Zucht gekauft hatte. Die beiden Welsh Cobs Knives And Pens und Legacy Of Gold, Shettystute Rebellious Dots und Tinkerstute Velours de passé.
      Und wegen der vielen Pferde hatte ich auch wieder Angestellte beschäftigt, Marcel und Daniel. Die beiden sollten sich um die Zuchtpferde und -Anwärter sowie die Ställe dort kümmern, da der Stall doch ein wenig entfernt war und ich nicht jeden Tag dort hinfahren können würde, während meine Privatpferde weiter auf meinem alten Grundstück im Offenstall leben sollten. Als einziges zukünftiges Zuchtpferd sollte Dakini bei mir bleiben, vor allem da er so zusammen mit Donnerschall aufwachsen konnte.

      Das Telefon klingelte und weckte mich. Ich stöhnte. Wer rief schon so früh an?
      Auch Coletto wurde durch das schrille Klingeln aufgeweckt. Als ich keine Anstalten machte, aufzustehen, tapste er los, nahm das Telefon ins Maul und sprang auf mein Bett. Ich lachte lauthals los - Coletto wusste ganz genau, dass er so an Schmuseeinheiten kommen würde!
      Ich drehte mich auf den Rücken und nahm den Anruf an, während Coletto mich fast zerquetschte, in dem er es sich auf meinem Bauch gemütlich machte. Ich grinste und kraulte seine Ohren. 'Hallo? Larissa?', tönte es aus dem Telefon. 'Ääh ja, hei Daniel! Du rufst an wegen der Aufgabenverteilung, oder?' Er bestätigte. 'Aaaaaalso gut', gähnte ich, 'Ich fänd's toll wenn du mal intensiv mit Legacy und Knives arbeitest, Knives über Hindernisse und Legacy vor der Kutsche. Und Marcel soll bitte ein wenig Freiheitsdressur mit Dots machen und kann sich dann noch auf Velours setzen und sie ein bisschen gymnastizieren. Putzen und so ist ja klar. Und morgen am Besten genauso.' - 'Okay, machen wir, viel Spaß noch mit deinen Pferden und beim Konzert heute Abend!'
      Auf einmal war ich hellwach. Stimmt ja, heute Abend war in unserem Kaff ein Konzert, und auch noch von meiner Lieblingsband! Und das Beste: Ich hatte Karten!
      Sanft schob ich Coletto von meinem Bauch, der mürrisch grummelte und vom Bett sprang. Ich dagegen war regelrecht hyperaktiv aufgesprungen - schließlich musste ich dringend die Pferde fertig machen, damit ich früh zum Konzert konnte! Die erste Reihe wartete schließlich nicht.
      Schnell fütterte ich Krümmel und Coletto, frühstückte, trank meinen schwarzen Tee und zog meine Stallklamotten an.
      Als ich fertig war, kraulte ich kurz Krümmel's Ohren und rief Coletto, damit er mit zu den Pferden kam.

      Bei den Pferden angekommen wurde ich auch gleich von Delite begrüßt und kraulte sie hinter den Ohren und kletterte über den Zaun, um zum Offenstall zu gehen und mir das Putzzeug zu holen.
      Wieder zurück guckten mich alle Pferde und Fohlen erwartungsvoll an. Jedoch hatte ich heute nicht so viel Zeit, weswegen ich mir nur Delite schnappen und zur Reitstunde wollte. Da ich bisher fast nur Englisch geritten bin, brauchten Delite und ich ein wenig Unterstützung - und bis jetzt waren alle begeistert von uns!
      Da ich keinen Hänger hatte, putze und sattelte ich Delite und wir ritten zu dem nicht allzu weit entfernten Reitstall. Coletto tapste brav neben uns her, blieb ab und zu mal zum Schnüffel stehen, kam aber immer wieder neben uns.

      Am Reitstall wurden wir bereits freundlich begrüßt, als würden Thomas, der Reitlehrer, und ich uns schon ewig kennen. Dabei hatten wir erst einmal telefoniert, das hier war meine erste Reitstunde. Das erste, was aus seinem Mund kam, war 'Sieht doch schon ganz gut aus! Delite geht schön entspannt und locker und dein Sitz ist gut, sodass es sie nicht stört. Aber lass uns mal auf den Reitplatz gehen, da steht auch mein Wallach.'
      Ich tat was er sagte. Am Reitplatz öffnete er mir die Tür und innen erwartete uns ein wunderschöner, Fuchsfarbener Quarter Horse-Wallach, der freundlich auf Thomas zulief. 'Wie ich das so sehe, wäre es vielleicht am besten, wenn wir anfangs mal die Pferde tauschen und du Flash nimmst. Wie ich das sehe, habt ihr euch beide angewöhnt, zu sehr am Zügel zu arbeiten und die ganze Zeit Kontakt zu haben, und ich denke es ist besser, wenn ich Delite ein wenig korrigiere, während du den Westernstil auf einem gut ausgebildeten Pferd lernen kannst.' Zustimmend nickte ich, stieg ab und machte mich mit Flash bekannt. Einfach auf ein Pferd zu springen - das habe ich noch nie getan. Als ich merkte, dass wir uns verstehen, sprang ich auf. Kurz danach saß auch Thomas auf Delite. 'Einen wunderschönen, gemütlichen Sattel hast du da', bemerkte ich. 'Danke gleichfalls' Er lachte. Stolz grinste ich, schließlich hatte ich Delite's Sattel ja selbst entworfen und gebaut.
      Sanft drückte ich meine Schenkel an Flash und er lief los. Sofort merkte ich, dass meine Zügel zu kurz waren, denn Flash schüttelte sich irritiert. Natürlich gab ich ihm dann mehr Zügel und arbeitete mehr mit Gewicht - ganz ohne Thomas Anweisungen.
      Aber auch Delite machte sich gut und suchte schon bald gar keine Anlehnung mehr. Fast Syncron klopften wir die Pferde. 'Tausch?', schlug Thomas vor, und ich grinste über beide Backen. Wir tauschten also die Pferde. Was ein schönes Gefühl, wieder auf meinem eigenen Pferd zu sitzen! Thomas freute sich zwar auch sichtlich, wieder sein Pferd unterm Po zu haben, bliebe aber in der Mitte stehen, während Delite und ich unsere Bahnen zogen. Immer wieder verbesserte er uns, und ich versuchte, seine Tipps so gut wie möglich umzusetzen. Mein Gefühl sagte mir 'Das ist der Reitunterricht, den du brauchst!'
      Leider war die Reitstunde auch bald vorbei. 'Du hast Talent', grinste mich Thomas an, 'ich sag's dir, in spätestens einem Jahr steht ein Quarter oder Paint auf deiner Weide.' Ich lachte. 'Neeee, kein son Schweinskopfpferd! Delite reicht mir wohl als Westerntier' Sanft klopfte ich auf Delites Hals. 'Aber wir müssen auch, ich hab noch was vor. Bis dann!' Auch er verabschiedete sich und wir ritten zurück zum Offenstall.

      Auf dem Weg schaute ich auf die Uhr. So spät schon! Ich pfiff nach Coletto, der gerade großen Gefallen an einem angepinkelten Grasbüschel fand und galoppierte Delite an.
      Schon bald hatten wir die Weide erreicht. Schnell sattelte und trenste ich Delite ab und putzte sie. Nicht gründlich, aber so, dass der grobe Schmutz weg war.
      Danach eilte ich nach Hause. Coletto und Krümel bekamen schnell ihr Futter und ich zog mich um. Ich konnte ja schlecht in Stallklamotten zum Konzert!
      Als ich dann das Haus verlies, guckte Coletto mir treudoof hinterher. Selten, dass er allein war, und sein Blick brach mir fast das Herz. Aber da musste er auch mal durch, das musste er auch lernen.

      Und tatsächlich bekam ich noch einen Platz mittig der 1. Reihe - die beste Sicht überhaupt!
      Es ging gleich los mit meinem Lieblingslied und ich vergaß - wie jeder andere dort auch - alles andere um mich herum. Lautstark sang ich mit, bis ich heiser war. Es war einmalig!
      Am Ende holte ich mir von jedem der Mitglieder ein Autogramm und ging dann erfüllt, aber müde nach Hause. Dort knallte ich mich auch sofort aufs Bett und schlief ein.

      Am nächsten Tag weckte mich mein Kater mit permanentem Geschnurre. Als ich ein Auge aufmachte, blieb das nicht unentdeckt: Coletto sprang sofort aufs Bett und schleckte mir durchs Gesicht. 'Coletto, Krümel, guten Morgen!' Liebevoll kraulte ich die beiden, als dann auch mein Wecker klingelte. Ich scheuchte die Tiere vom Bett, die nur widerwillig hinuntersprangen, und setzte mir Wasser für den Tee auf, während ich die Futternäpfe füllte und mich duschte und umzog.
      Nachdem ich gefrühstückt hatte, machten Coletto und ich uns wieder auf den Weg zu den Pferden.

      Angekommen übte ich mit Dakini und Donnerschall erstmal das Fohlen-ABC. Allerdings waren die beiden so gut, dass ich sie bald wieder in die Freiheit entließ und mich Delite annahm. Diese putzte und sattelte ich, um mich dann fahrlässig wie ich war auf ihren Rücken zu schwingen und einen kleinen Ausritt zu wagen.

      Wir folgten den Wegen so wie wir lustig waren. Eine Strecke hatten wir uns nicht überlegt. Und so führte es uns zu einem anderen Gut, auf dem ein paar Pferde standen. Alles sah ein wenig heruntergekommen aus, allerdings hatte der kleine Offenstall riesige Fenster und auch die Weideflächen waren riesig. Jedoch stand am Weidezaun ein Schild:
      'Alle Pferde zu verkaufen!'
      Etwas weiter links direkt vor dem Zaun fiel mein Blick auf eine dunkle Jeans, in der ein ziemlich knackiger Männerhintern steckte. Etwas weiter oben entdeckte ich einen Nietengürtel auch noch lange schwarze Haare und einen großen, schwarzen Hut im Westernstil - was meine guten Vorsätze, bloß nicht anzuhalten, um sich nicht in ein Pferd zu verlieben, entgültig über den Haufen warf.
      Sanft lenkte ich Delite direkt auf den Zaun zu. Der Mann schien uns nicht bemerkt zu haben, er guckte weiterhin auf die Weide. Zumindest gleich musste er uns bemerken, denn Coletto rannte direkt auf ihn zu. 'COLETTOO! BLEIB HIER!', rief ich, aber der Hund war nicht zu bremsen und schmiss sich an den Fremden ran. Schnell sprang ich ab und lief mit Pferd an der Hand zum Hund. 'Entschuldigung, das macht der sonst nie...', murmelte ich peinlich berührt und war dabei, die Leine einzuhaken. Der Mann lachte. 'Lassen sie nur, ist schon in Ordnung, ist ja ein Süßer.' Er sprach beinahe perfektes Deutsch, trotzdem konnte man einen amerikanischen Akzent raushören. Kurz wendete er seinen Blick von der Weide ab und musterte mich. 'Hey, Sie waren gestern auf dem Konzert!' Verwirrt sah ich ihm ins Gesicht und...oh Gott, es war Seth, der Leadgitarrist meiner Lieblingsband! 'Äh...jaa...', antwortete ich, plötzlich ganz kleinlaut. 'Dann können wir uns duzen, nehme ich an?' Ich nickte grinsend.
      Nun musterte er Delite und ließ sie seine Hand beschnüffeln. Obwohl Delite in Sachen Menschen wählerisch ist, schien sie ihn zu mögen und kuschelte sich an ihn. Nun musste ich trotz aller Geschocktheit grinsen. 'Sie mag eigentlich nicht jeden.' - 'Und ich kann eigentlich nicht gut mit Pferden.' Nun lachten wir beide.
      Plötzlich kam ein kleines, fast komplett weißes Fohlen auf uns zugetapst. Neugierig beschnüffelte es erst Coletto und Delite, dann Seth und mich. Auf den ersten Blick war ich fasziniert von diesem Fohlen. Diese blauen Augen, und die paar kleinen braunen Flecken! Es musste einen einfach in seinen Bann ziehen! Vorsichtig hielt ich meine Hand hin und das Fohlen schnüffelte. Seth merkte schnell, wie faziniert ich war. 'Der Kleine heißt Outlaw Torn und ist ein Paint Horse', lächelte er. Erstaunt guckte ich ihn an. 'Woher weißt du das?' - 'Weil ich auch fasziniert von dem kleinen bin und die Besitzer ein wenig ausgefragt habe. Allerdings kann ich kein bisschen reiten und ihn nach Kalifornien zu bringen...das muss nicht sein. Sonst hätte ich ihn wahrscheinlich schon gekauft. Hoffentlich kommt er in gute Hände' Ich nickte verständnisvoll, wusste ich doch genau, wie die großen Turnierreiter mit ihren Pferden umgehen - egal welcher Reitstil.
      Nun kamen auch die anderen Pferde nach vorne. Eine braune Warmblutstute, ein Schimmelwallach und ein geschecktes Pony. 'Hat er hier gar keine anderen Fohlen?' Seth schüttelte den Kopf. 'Armer kleiner Outlaw' Ich kraulte dem kleinen Hengst die Ohren, was er sichtlich genoss. Es drückte seinen Kopf an meinen Bauch und wollte nurnoch näher rücken und schmusen! Leider war der Zaun im Weg, und ich musste mit einer Hand Delite festhalten.
      'Hast du mehrere Pferde?', fragte mich Seth. Ich nickte. 'Ja, Delite steht zusammen mit meinem Welshmix, meiner Haflingerstute, meinem Trakehnerhengstfohlen und meinem Tinkerhengstfohlen auf der Weide.' - 'Hast du nicht noch Platz?'
      Jetzt war ich wirklich perplex. Wollte mir der Leadgitarrist meiner Lieblingsband gerade ein Pferd andrehen? Allerdings war er so süß....beide waren so süß...
      'Eigentlich wollte ich keine Pferde mehr....Fünf Private sind eigentlich schon mehr als ich stämmen kann, dazu kommen noch meine Zuchtpferde auf River Dales, für die ich aber zum Glück Pfleger habe...außerdem kann ich mir den Kleinen wahrscheinlich gar nicht leisten, der Unterhalt ist nicht das Problem, aber momentan geht alles Geld für Renovierungsarbeiten drauf, hier habe ich ja noch nimmals einen Reitplatz...'
      Nun kam eine blonde Frau dazu, anscheinend die Besitzerin der Pferde. 'Monsterflosse!' Sie kannte mich also. Ich lächelte. 'Hallo' Sofort redete sie los. 'Sie interessieren sich für Outlaw? Es würde mich soooo freuen weil...ich weiß dass er es bei ihnen gut hätte und gefördert würde, er hat eine klasse Abstammung und...' - 'Mooooment, eigentlich habe ich nicht vor, noch ein Pferd zu kaufen, auch wenn Outlaw wirklich klasse ist, ich kann es mir nicht leisten.' Sie schien enttäuscht. Da mischte sich Seth ein. 'Und wenn ich ihn bezahle? Dann wüsste ich wenigstens, dass er in guten Händen ist...und für mich sind das Peanuts' Perplex starrte ich ihn an. 'Sie können doch nicht...nein! Das kann ich unmöglich annehmen!' Ich wandte mich an die Besitzerin. 'Was soll er denn kosten?' Die überlegte kurz. 'Ich dachte an so 7.000 Joellen, tiefer kann ich nicht gehen...wegen der Abstammung...der ist von Nacota, Mama ist Saramont...' Ich überlegte. Dann schwang ich mich auf Delite's Rücken. 'Ich muss mal kurz den Kopf freikriegen, ich komme nachher wieder, okay?' - 'Wollen Sie nicht Outlaw als Handpferd mitnehmen?' Ich fand, das sei eine gute Idee und ließ mir den Führstrick mit dem Fohlen am Ende in die Hand geben.
      Entspannt trabten wir durch den Wald, und trotz einiger brenzlicher Situationen blieb Outlaw die ganze Zeit brav und erschreckte sich kein einziges Mal. 'Delite, was meinst du?' Die Stute wieherte. Ich deutete das als 'Kauf ihn!'. 'Aber wie machen wir das mit dem Geld?'
      Langsam trabten wir wieder zu dem Hof. Die Besitzerin und Seth erwarteten uns bereits. Vorsichtig begann ich, mich ein wenig über die Umstände zu erkundigen. 'Weswegen verkaufen sie denn alle Pferde?' Die Besitzerin seufzte. 'Naja komplett alle verkaufe ich nicht...ich hab noch eine Stute, die Sandy, mein absolutes Traumpferd...sie hat so Rückenprobleme und bräuchte einen teuren Maßsattel, das kann ich nicht bezahlen...Außerdem wächst mir der Unterhalt über den Kopf, ich suche schon verzweifelt nach einer neuen Unterstellmöglichkeit, da ich den Hof nicht halten kann...'
      Das brachte mich auf eine Idee. 'Darf ich Delite mal kurz absatteln und mit auf die Weide stellen, damit ich mir Sandy mal anschauen kann?' Verwundert sah sie mich an, nickte aber.
      So gingen wir zu der Stute. Ein wunderschöner Palomino-Araber. Ich machte mich mit der Stute bekannt und betrat die Box, um ihren Rücken abzutasten. 'Hmm...', machte ich, 'vielleicht kann ich Ihnen ein Angebot machen. Ist sie Western- oder Englischgeritten?' - 'Western' Erwartungsvoll guckte mich die Besitzerin an. 'Ich habe Reitsportsattler gelernt und mache auch heute noch die Sättel für meine Pferde selbst, vielleicht kann ich ihnen einen Maßsattel im Tausch gegen Outlaw anbieten? Vielleicht könnten sie Sandy auch mit in den Offenstall zu meinen Pferden stellen, wenn Ihr Hof verkauft ist. Umsonst, sie müssten nur die Kosten fürs Zufüttern zahlen und sich mit mir die Arbeit mit der Instandhaltung der Weide teilen...was meinen sie?'
      Ich hatte ein breites Grinsen auf ihr Gesicht gezaubert, und auch Seth freute sich sichtlich. 'Auf jeden Fall wäre das möglich! Kann ich euch wohl nach Hause begleiten, mit Sandy, damit wir sehen ob die sich verstehen?' Ich nickte, und sie holte Sandys Halfter. Währenddessen sattelte ich Delite und Seth versuchte sich darin, Outlaw einzufangen. Schließlich wollte ich ihn gleich mitnehmen!
      Irgendwann standen wir alle drei am Hofeingang. Da kam mir eine Idee. 'Seth, setz dich doch einfach mal auf Delite!' Er starrte mich mit großen Augen an, als wüsste er nicht, was ich meine. 'Links nebens Pferd stellen, linker Fuß in den Steigbügel und mit dem rechten Bein kräftig abdrücken und dass über den Rücken schwinken. Na los, so schwer ist das nicht! Und Delite ist ganz brav, ich führe sie auch.' Das schien ihn zwar nicht ganz überzeugt zu haben, aber er probierte es. Und schließlich saß er tatsächlich auf Delite, auch wenn er ein wenig unbeholfen aussah. 'Na siehste', grinste ich.
      So gingen wir dann los, bis zu meiner Weide. 'Der Reitplatz und die Reithalle werden wieder aufgebaut, das heißt, bald haben wir auch eine gescheite Möglichkeit zu trainieren. Bis jetzt sind da ja nur die Weiden und der Offenstall, der Rest ist ja abgebrannt' Die Ex-Besitzerin von Outlaw nickte. Ich drückte ihr den kleinen Hengst in die Hand und kümmerte mich erstmal um Delite. Seth sprang (etwas unbeholfen) ab, ich sattelte ab und schickte sie auf die Weide. Dann ließen wir die Pferde sich über den Zaun beschnüffeln. Tatsächlich schien alles gut zu gehen! Also entließen wir auch Outlaw und Sandy auf die Weide. Bei den drei Hengstfohlen war es Liebe auf den ersten Blick, sie fingen sofort an, rumzutoben. Bei den Großen gab es erst ein paar Rangeleien, aber nachdem die Rangordnung geklärt war, grasten sie friedlich nebeneinander. 'Das klappt ja', lächelte Seth. Die Frau guckte auf die Uhr. 'Mist, ich muss weg. Ich nehm Sandy erstmal wieder mit, noch hab ich meinen Hof ja....Outlaw kann ich hier lassen, und tauschen wir schnell Handynummern?' Ich stimmte beidem zu und wir speicherten uns unsere Nummern ein.

      Nun waren die Pferde, Coletto, Seth und ich alleine. Plötzlich wurden wir erschreckt. 'MONSTA, was hab ich dir gesagt mit Paint/Quarter? Und was hast du über 'Schweinskoppviecher' gesagt?' Thomas hatte einen regelrechten Lachflash und umarmte mich begrüßend. Ich war ein wenig perplex, lachte dann aber auch lauthals mit. 'Hey, ich bin Thomas. Und Sie sind?', wandte sich Thomas an Seth. 'Seth', antwortete dieser zurückhaltend. Prüfend musterte Seth Thomas und mich, was mir nicht entging. Ich lächelte leicht, woraufhin Seth anscheinend ein wenig zerknirscht war. Die peinliche Stille breitete sich jedoch nicht weiter aus, denn Thomas musste wieder gehen und verabschiedete sich.
      'Ist Thomas dein Freund?', fragte Seth direkt. Ich schüttelte den Kopf. 'Nein, seit gestern mein Reitlehrer.' Seth's Anspannung schien ein wenig zu weichen und er lächelte wieder. Ich schaute erschrocken fest, dass es Neun Uhr Abends wahr! 'Musst du nicht irgendwann zum Hotel, oder so?', sprach ich Seth darauf an. Er seufzte. 'Ja, eigentlich hast du Recht. Ich muss wohl gehen.' Ich war ein wenig traurig, traute mich aber nicht, nach seiner Handynummer zu fragen.
      Lächelnd nahm er seinen Hut vom Kopf und setzte ihn mir auf. 'Der fehlt dir noch zum Westernreiten, oder?', flüsterte er, lächelte mich noch ein Mal an und ging wortlos.
      Perplex starrte ich ihm nach, wurde jedoch recht bald von Coletto daran erinnert, dass wir auch nach Hause mussten. Schließlich war schon längst Zeit fürs Abendessen!

      Auch Krümmel hatte mich bereits erwartet, also füllte ich schnell die Näpfe und schmierte mir ein Nutellabrot. Während ich dieses aß, guckte ich mir Seth's Hut genauer an. Echtes, weiches, schwarzes Leder, schlicht, ohne großartige Verzierungen. Im Inneren des Hutes stand was. Sein Name und...seine Handynummer!


      Zuchtumstellung?

      'Hmm. Hmmmm.', machte ich und nahm einen Schluck Tee. Coletto und Krümel stapelten sich auf meinem Schoß, wie sie es gerne taten, und ich kraulte beide nacheinander hinter den Ohren. Währenddessen telefonierte ich mit Delilah, denn wir hatten festgestellt, dass unsere züchterischen Interessen mittlerweile doch ein wenig auseinander gingen. 'Und wenn du River Dales behälst, ich wieder Secret Creek aufmache und wir Partnerzuchten werden, uns also die Zuchtpferde teilen, von den Rassen die wir beide weiterhin haben, also hauptsächlich Shettys?', schlug sie vor. Nach kurzem Überlegen stimmte ich zu, das war wohl das beste. Wir verabschiedeten uns und legten auf.
      River Dales gehörte nun also nurnoch mir. Ich dachte über das Zuchtkonzept nach. Jetzt, da ich privat hauptsächlich Western ritt, waren Welsh Cobs, Tinker und Shettys irgendwie nicht mehr das richtige. Klar, man kann mit ihnen klasse Fahren, mit allen dreien, und besonders mit den Shettys hatte ich viel Spaß an der Bodenarbeit. Tinker machen sich auch unter dem Westernsattel gut. Aber Welsh Cobs mit der riesigen Knieaktion wohl eher weniger... Allerdings liebte ich sie genau deswegen, und sie sind einfach wunderhübsche Tiere. Aber viel mehr konnte ich darüber nicht nachdenken, denn mein Handy klingelte schon wieder. Diesmal war es Thomas, mein Reitlehrer. 'Hey Larissa, wie sieht's aus, heute Zeit für ne Reitstunde?' - 'Klar', lächelte ich, war in Gedanken aber noch bei der Zucht. 'Worüber grübelst du?', hakte Thomas nach. Ich erklärte ihm die Situation. Ich sah förmlich vor meinem inneren Auge, wie er verständnisvoll nickte. 'Und wenn du noch eine Rasse dazu nimmst, die fürs Westernreiten einfach super sind, Quarters zum Beispiel?' Ich überlegte. 'Eigentlich mag ich Quarters ja gar nicht so, ich steh so auf bunte Pfe....hey, vielleicht währen Paints ja was, da hätte ich ja schon einen kleinen Vererber im Stall...' - 'Eigentlich wollte ich dich eh fragen, ob wir die Reitstunde heute nicht sausen lassen wollen und zur Paintzucht, die nur ein paar Kilometer von unserem Reitstall entfernt ist, fahren wollen. Die sind pleite gegangen, haben wohl auch n bisschen Dreck am Stecken, und müssen jetzt alle Pferde abgeben...In dem Sinne gibt's da heute eine kleine Auktion, auch mit Pferden von anderen Höfen. Und ich seh dir an, dass du gerne ein gut ausgebildetes Westernpferd hättest, und solche gibt es da. Du hättest auf jeden Fall genug Talent dazu und es würd sich mit Sicherheit lohnen... Außerdem weiß ich doch mittlerweile, dass du total auf Roans stehst, und da gäb es eine Stute, die Kristy...Paint Horse, Bay Roan Tobiano, wunderhübsch und mit Potenzial, nur etwas schwierig, müsstest du dir angucken. Könnte vielleicht auch ein kleiner Startschuss für die Zucht sein, wir können uns danach ja auch mal vor den Computer hängen und gucken, ob wir noch mehr Paints finden, die dir gefallen könnten, was meinst du? Dein zweiter Offenstall ist doch mittlerweile fertig renoviert und Reithalle sowie Reitplatz doch auch fast und....' - 'MOMENT. Meinst du, ich kann Geld scheißen?' - 'Ich glaube an dein züchterisches und reiterliches Können und würde Anfangs vielleicht mit einsteigen, wenn du magst. Einzige Bedingung wäre, dass ich meinen Flash bei dir unterstellen dürfte, wenn er sich mit deinen Hengsten soweit versteht, und ich eventuell bei dir als Reitlehrer auch für andere Schüler arbeiten könnte... Mit der Paintzucht geht nämlich nicht nur die Zucht an sich pleite, sondern auch der Reitstall, und das ist dieser hier...ich muss hier raus.' Er seufzte tief und ich überlegte. 'Gut, ich komm dann rüber zu euch und wir fahren zu der Auktion. Wenn mir Kristy zusagt, werde ich sie kaufen, und wenn es noch weitere Paints gibt, die mir da gefallen, ließe sich darüber reden, eine Zucht aufzubauen und dich als Reitlehrer einzustellen. Abgemacht? Wann soll ich rüberkommen? Sind Hunde erlaubt?' - 'Meinetwegen kannst du dich auf den Weg machen und ja, du kannst Coletto mitnehmen.' - 'Gut, ich kümmer mich eben noch auf die Arbeitsverteilung auf River Dales und lad dann Coletto ins Auto. Hänger häng ich mal vorsichtshalber an... Ich guck auf dem Weg noch eben auf meiner Weide vorbei und dann komm ich rüber. Bis später!' - 'Bis später!'
      Ich tippte die Nummer von Daniel ins Display. 'Hey Monsta!', begrüßste er mich. 'Hey Daniel. Machen wir's kurz, haste Bock zu Fahren? Dann würd ich vorschlagen du arbeitest Legacy und Morning im Gespann, Marcel kann Knives und Siana zusammen anspannen. Dann könnt ihr euch aufteilen, Dots möchte gerne ein bisschen vom Boden aus gefördert werden und Sorrows soll n bisschen Dressur gearbeitet werden.' - 'Wird gemacht, Chefin.', lachte er ins Telefon, verabschiedete sich und legte auf.

      Ich holte die Leine von Coletto und hakte sie ins Halsband. Mein Blick fiel auf den Hut, den mir Seth geschenkt hatte...kurz betrachtete ich ihn, mit einem schlechten Gewissen, noch nimmals abends eine SMS geschrieben zu haben. Ich redete mir ein, dass ich jetzt eh keine Zeit hätte (was ja auch irgendwo die Wahrheit war) und ging zum Auto, den Hut in der Hand, sozusagen als Glücksbringer. Dort legte ich Coletto sein Geschirr um, schnallte ihn an und hängte den Hänger an. So fuhr ich erst zu meiner Weide, wo alles in bester Ordnung war und alle Pferde friedlich grasten, und danach zum Reitstall, um dort Thomas zu begrüßen. Der sprang auch sofort ins Auto und so fuhren wir zu der Paint Horse-Zucht.
      Da die Auktion erst in einigen Stunden anfing, blieb noch genug Zeit, die Pferde anzusehen. Dank Thomas und seiner Kontakte zu diesem Hof, konnte ich glücklicher Weise darauf vertrauen, dass alle Pferde gesund waren. Er konnte mir zu jedem Pferd einen kleinen Roman erzählen. Als er mir von jedem Pferd erzählt hatte, gingen durch den Stall.

      Mir fiel sofort eine Rappscheck-Stute ins Auge. Ich ließ sie an meiner Hand schnüffeln. Sie war etwas zurückhaltend, aber ganz sanft. 'Ob ich die mal probereiten darf?', hauchte ich, fasziniert von den blauen Augen der Stute. 'Ja klar', meinte eine Männerstimme und drückte mir eine Trense in die Hand. 'Geputzt ist sie ja für die Auktion, der Sattel ist unten rechts in der Sattelkammer.' Während Thomas den Sattel holte, schlüpfte ich in die Box und legte der Stute - die übrigens Mausi gerufen wird, aber eigentlich The Morticians Daughter hieß - die Trense an. Mir gefiel sie voll und ganz, selbst der Name war total nach meinem Geschmack.
      Als Thomas und ich sie aufgesattelt hatten, ließ sie sich ohne Probleme aus der Box auf den Reitplatz führen. Dieser war rappelvoll. In einer Ecke sah ich eine Roanscheckstute, die ihren Reiter nicht aufsteigen ließ, und schmunzelte. Bei Mausi hatte ich mit dem Aufsteigen keine Probleme und bereits nach ein paar Runden war ich regelrecht verliebt. Thomas nahm mir die rosarote Brille ab. 'Wolltest du nicht entweder was ganz gut ausgebildetes oder ein ganz junges mit viel Potenzial? Mausi ist jetzt sieben, also weder super ausgebildet noch ganz jung...' Ich überlegte. Aber ich war doch so verliebt... 'Gucken wir, was der Preis so sagt', meinte ich und sprang ab. Nun konnte ich mir das Schlamassel mit der Roanscheckstute in der Ecke nicht mehr ansehen. Der Reiter hatte es noch immer nicht geschafft, aufzusteigen. Mausi drückte ich Thomas in die Hand und ging zu den beiden. Auf meine Frage, ob er Hilfe bräuchte, erntete ich nur ein zickiges 'machen Sie es doch besser!'. Das ließ ich mir nicht zwei Mal sagen. Ich nahm die Stute aus seiner Hand und führte sie ein paar Runden. Soweit das ging, immer wieder versuchte sie, die Führung zu übernehmen, sei es durch Zwicken oder einfach überholen. Damit hatte ich allerdings gerechnet.
      Nach ein paar Runden stoppte ich sie und stieg geschickt schnell auf, ohne dass die Stute Zeit zum Nachdenken hatte. Ich lächelte süffisant und klopfte sie. Sanft gab ich ihr Schenkeldruck und sie gehorchte aufs Wort und setzte sich in Bewegung. Sie schnaubte zwar missmutig, aber sie tat, was ich von ihr wollte.
      Währenddessen kam Thomas zurück und lachte. 'Du hast Kristy entdeckt. Ich wusste dass du mit ihr klarkommst! Wie gesagt, sie ist nicht unbedingt einfach, hat aber unheimlich Potenzial. Sie bräuchte einfach den richtigen Reiter...und sie würde in dein Beuteschema passen, mit 5 Jahren ist sie noch relativ jung.' Ich nickte überlegend und brachte die Stute zum Traben.
      Nach ein paar Wendungen und Gangwechseln stellte auch ich fest, dass die Stute unheimliches Potenzial hatte und unterm Sattel nicht halb so biestig war, wie im Umgang. Langsam ritt ich zu Thomas, um seinen Rat zu hören. 'Was meinst du?' - 'Ich würde mich freuen, wenn du sie nimmst. Ich habe Angst, dass sie sonst durch zig Hände geht, weil sie eben nicht einfach ist, auch wenn sie unheimliches Potenzial hat... Und du kommst super mit ihr klar, das könnte was werden.' Ich nickte und überlegte mir, wie hoch ich höchstens für sie gehen würde, während ich sie zurück in die Box brachte.
      Ich wollte mich schon so langsam auf die Plätze bei der Auktion begeben, als Thomas mich zurückrief. 'Hey, wenn du eine Zucht aufbauen möchtest...suchst du nicht noch einen Stammhalter, so lange Outlaw noch zu jung ist? Ich hab hier ein ganz besonderes Exemplar von Paint Horse gefunden...'
      In der hintersten Box stand ein schwarzbrauner Hengst. Ich schmunzelte. 'Paint Horse? Ich hätte schon gern nen bunten als Stammhalter...' Thomas grinste. 'Er ist bunt.' Ungläubig beäugte ich Thomas. 'Wo?' - 'Hol ihn mal raus und reit ihn mal Probe, ich glaub er ist klasse, zumindest was Abstammung und so angeht.' Ich tat wie Thomas sagte und legte ihm die Trense an. Als wir die Box verließen, kamen ein vollkommen weißer Hintern und zwei vollkommen weiße Hinterbeine zum Vorschein. Ich grinste. 'Als wäre er in einen Topf Farbe gefallen - genial!' Nun freute ich mich ein wenig mehr aufs Probereiten und auch unter dem Sattel machte er sich 1A. Er war zwar noch nicht perfekt ausgebildet, wie ich es eigentlich wollte, aber dieses Potenzial...unglaublich! Auch für ihn dachte ich mir schon innerlich ein Höchstgebot aus, als wir ihn zurück brachten. Ich MUSSTE diesen Hengst haben!

      Die Auktion begann gleich mit Mausi. Sie hatte einige Interessenten und ich fürchtete schon, keinen Zuschlag zu bekommen. Doch ich irrte mich, ich war tatsächlich Höchstbietende! Mausi gehörte MIR!
      Ich war immernoch voller Endorphine, als Kristys Auktion begann. Thomas stupste mich an, damit ich endlich aufmerksam wurde. '1.000 Joellen? Höre ich 1.000 Joellen?' Stille. Niemand bot. 'Niemand? Wirklich niemand für diese wunderschöne Stute?' Promt biestete Kristy ihre Führperson an. 'Irgendwo kann ichs verstehen...ich muss verrückt sein', flüsterte ich zu Thomas und hob endlich meine Hand. '1.000 Joellen von der Dame dort hinten! 1.500? Höre ich 1.500?' Der Auktionator versuchte alles erdenkliche, um mehr herauszuschlagen, doch letztenendes war das Startgebot auch das Höchstgebot und Kristy war meine.
      Immernoch glücklich sah ich, wie der Hengst in die Halle geführt wurde. Die Gebote schallten nur so durch den Raum und es wurde immer mehr. Ich sah ihn innerlich schon in einem anderen Stall, denn mir ging das Geld aus. Doch Thomas schaltete sich ein. 'Was du nicht hast, lege ich drauf', meinte er und hob seine Hand.
      Schließlich wurde 'Unbroken Soul Of A Rebel' das teuerste Pferd des Abends. Trotzdem ging auch er an uns!

      Überglücklich gingen wir zum Auto und öffneten den Hänger. Zum Glück hatte ich gleich das Modell für 3 Pferde mitgenommen. Jetzt mussten sich die drei nurnoch verstehen.
      Wider Erwarten war das jedoch kein Problem und schon kurze Zeit später standen die drei Pferde friedlich nebeneinander. Kristy hatte regelrecht einen Narren an Mausi gefressen...
      Auch auf der Weide zu Hause hatten wir keine Probleme. Ich schnappte mir gleich Bonsaj und Lady, um einen kleinen Spaziergang zu wagen und ein wenig nachzudenken.
      Thomas kam mir auf Flash entgegen und riss mich aus meinen Gedanken (die sich übrigens fast ausschließlich um Seth drehten, obwohl ich mir wohl mehr Gedanken um die Zucht machen sollte). 'Wie sieht's jetzt eigentlich aus mit der Zucht?', lachte er. Ich grinste. 'Mit drei Pferden im Gepäch, die sich alle für die Zucht eignen würden, würde ich wohl sagen....beschlossene Sache. Du kannst hier bald als Reitlehrer anfangen.' Er lächelte, sprang von Flash ab und nahm mich in den Arm. 'Danke', hauchte er mir ins Ohr. 'Ich hab zu danken', lächelte ich und erinnerte ihn an Unbroken, der ohne Thomas jetzt nicht auf meiner Weide stehen würde. 'Ich setz mich heute Abend noch vor's Internet und suche geeignete Stuten und Wallache, für Zucht, aber vor Allem für Reitschule und nicht zuletzt für den Sport. Schließlich wollte ich doch eigentlich ein perfekt ausgebildetes Paint für den Sport, naja', grinste ich. Er lächelte immernoch, musste dann aber weiter und auch ich brachte die beiden Ponys wieder auf die Weide.
      Dort sah ich, wie sich Unbroken und Delite ausgiebig beknabberten und Mausi mit Kristy über die Weide fetzte. Ich lächelte über das Glück, das ich mit den Pferden hatte. Bis jetzt hatte sich jeder mit jedem Vertragen.

      Coletto und ich fuhren im Auto zurück nach Hause. Dort öffnete ich erst einmal eine Flasche Sekt und fütterte Hund und Katze. Danach schaltete ich den PC ein. Während dieser hochfuhr, nahm ich einen Schluck, drehte die Musik aus und spielte mit dem Hut in meiner Hand. Würde bestimmt klasse aussehen, wenn ich dazu einfach eine schicke Röhre tragen würde, Westernboots, einen schicken Pyramidennietengürtel, Lederjacke,... Am besten mit einem schwarzen Sattel mit Trense ebenfalls mit Pyramidennieten.... Mit diesen Gedanken im Kopf schnappte ich mir erstmal Bleistift und Papier und entwarf einen Sattel. Irgendwann würde ich einen solchen für eins meiner Pferde bauen!
      Ich hörte Krallen auf dem Laminat schlürfen und schon bald saß Coletto neben mir. Neugierig betrachtete er den Hut, kam näher, beschnüffelte ihn und stupste auf die Stelle mit Namen und Handynummer von Seth. Schon hatte ich wieder ein schlechtes Gewissen... Tröstend legte Coletto seinen Kopf auf mein Bein und sah mich mit einem Dackelblick an. Sanft kraulte ich ihm die Ohren und überlegte... Rufe ich ihn an? Jetzt noch? Schreib ich ihm ne SMS?
      Ich zog das Handy aus meiner Hosentasche. Speicherte die Nummer ins Adressbuch. Öffnete das Adressbuch. Starrte auf die Nummer. Schloss das Adressbuch. Öffnete es wieder. Starrte wieder auf die Nummer. Schloss es wieder...
      Wenn ich anrufen würde, was würde ich überhaupt zu ihm sagen? Hallo, hier ist son Fan, dem du deinen Hut geschenkt hast, wollen wir uns mal treffen? Sicher nicht. Coletto winselte und auch Krümel gesellte sich zu uns. Als ich das Handy weglegen wollte, biss er mir in den Finger. 'Krümel!', rief ich erschrocken, behielt das Handy aber in der Hand. Endlich drückte ich auf die Nummer. Es tutete. Allerdings nicht lange. 'Hello?' Mein Herz schlug bis zum Hals 'Hallo Seth...', krächzte ich. Sehr sexy. 'Monsterflosse?' ER KANNTE MICH NOCH! Ich nickte, stellte dann aber fest, dass er das nicht hören könnte, und brachte ein schüchternes 'ja...' hervor. 'Ich dachte schon du meldest dich nicht mehr, ich freu mich so! Sag mal hast du irgendwann mal Zeit oder so?' Seine Stimme überschlug sich beinahe, was mich dann doch ein wenig grinsen lies. Also nahm ich allen Mut zusammen und sagte 'ich hab gerade eine Flasche Sekt geköpft und wollte mich vor dem Computer nach Verkaufspferden umschauen, hat sich n bisschen getan was meine Pferdepläne angeht....Interessiert dich wahrscheinlich weniger, aber vielleicht hast du Lust, mir beim Vernichten der Flasche Sekt zu helfen?' Ich hörte förmlich, wie er breit lächelte, und meine Anspannung wich. Ein bisschen zumindest. 'Natürlich, wo wohnst du denn?', fragte er und ich verriet ihm, wo ich wohnte.
      Er machte sich also auf den Weg und ich zog mir noch schnell was feineres an. Dann schloss ich mein Handy an die Anlage an, ein bisschen Musik konnte ja nie schaden.

      Schon bevor es klingelte, rannte Coletto wie von einem Schwarm Bienen verfolgt zur Tür. Etwas perplex stand ich dann schon an der Tür, bevor Seth die Chance hatte, überhaupt zu klingeln.
      Dieser wurde auch sofort von Coletto angewuselt. Lachend griff ich in sein Halsband und zog ihn ein wenig zurück, worauf hin mich Seth lächelnd mit einer Umarmung begrüßte.
      Wir gingen sofort ins Wohnzimmer und ich verteilte ein wenig Sekt. Kaum saßen wir, kam auch schon Krümel und schlich um unsere Beine. 'Ich hoffe du hast nichts gegen Katzen, Krümel ist ein wenig...anhänglich.', lächelte ich schüchtern. Seth lächelte zurück. 'Kein Problem. Was hast du denn jetzt geplant, was die Zucht angeht?' Ich erklärte ihm den kompletten Plan und er hörte gespannt zu. 'Also suchst du noch Shetlandponys und Paints, wenn ich das richtig verstanden habe?', hakte er am Schluss ab. 'Genau.' - 'Ja dann mal los!'
      So öffneten wir das Internet und begaben uns auf die Suche. Das erste Pferd, was uns ins Auge stieß, war eine prämierte Cremelloscheckstute und sofort griff ich nach dem Telefon, um den Besitzer zu kontaktieren. Dieser schien nett und erzählte mir von der angeblich besonders freundlichen, ruhigen Stute. Wir machten ein Termin für den nächsten Tag aus, damit ich mir die Stute ansehen konnte. Während wir telefonierten, hielt Seth Ausschau nach weiteren Pferden. Gerade als ich auflegte, hatte Seth eine weitere Stute gefunden. 'Die sieht besonders aus wie die talentiertesten Paints bei uns in Amerika!', berichtete er begeistert. Und auch ich war sehr angetan. Eine wunderschöne, knallig rotbraun-gescheckte, sehr bemuskelte, gut ausgeblidete Stute. Genau das was ich gesucht hatte! Wir scrollten etwas herunter, um die Beschreibung zu lesen. 'Sie heißt Splattersplatterbloodsplatter', schmunzelte Seth. 'Snow White's Poison Bite, wuhu!', lachte ich. 'Du kennst die?' - 'Klar, ich mag die total.' Seth lächelte 'Ich auch' Und so riefen wir auch ihren Besitzer an, um einen Termin zu vereinbaren.
      'Ich gucke mal kurz meine Mails nach, mittlerweile hat sich meine Suche ja ein wenig herumgesprochen, vielleicht meldet sich ja noch jemand mit Pferden für mich.' Und so war es tatsächlich. So wurde mir ein Graufalb-Shetlandfohlen angeboten, Winnie wollte ihre Jungstute Caramel Sensation abgeben - aber ausdrücklich nur in gute Hände, weswegen sie sich an mich wandte, und RoniChoni hatte einige Shettyzuchtpferde abzugeben. Alle boten mir an, einfach irgendwann vorbei zu kommen. Vielleicht ließe sich das ja morgen noch einrichten, nach den beiden Paintstuten, überlegte ich.
      'Lass uns mal ein bisschen weitergucken, du wirst ja sicher nicht alle angeguckten nehmen', schlug Seth vor. Also surften wir noch ein wenig herum.
      'Woa.', entfuhr es uns beiden, als wir, ziemlich am Ende der Kleinanzeigen angekommen, auf einen Hengst stoßen. Ein Silver Bay Sabino, Stichelhaare, Dapples, weiße Ohrspitzen. Ein wahrer Hingucker. 'Eigentlich hab ich genug Hengste...', überlegte ich, aber Seth klickte schon auf den Verkäufer, um sich den näher anzugucken. 'Vielleicht hat der Verkäufer ja noch ein paar ebenso nette Stuten, und das mit dem Hengst kannst du dir dann überlegen, wenn du ihn dir einfach mal anguckst.' Ich nickte und wir sahen durch die anderen Verkäufe durch. Dort befanden sich zwei als Quarter Pony eingetragene Mischlings-Ponystuten und tatsächlich eine schöne, Roanfarbene Paintstute, die wir uns näher ansahen und entschieden, auch bei diesem Verkäufer anzurufen und einen Termin zu machen.
      Damit wanden wir uns aber entgültig der noch relativ vollen Flasche Sekt zu und fuhren den PC runter. 'Mit wem willst du dir die Pferde eigentlich angucken?', fragte Seth. Ich brauchte da nicht lang überlegen. 'Ich denke mal mit Thomas, ich ruf ihn morgen früh dann gleich an, ob er Zeit hat... Der hat mehr Ahnung als ich, vor Allem was Paints angeht' Seth nickte. 'Kann ich vielleicht mitkommen?', fragte er etwas schüchtern. Ich lächelte. 'Klar, wenn du willst.' Er freute sich, ich mich auch, und wir beide nahmen einen Schluck Sekt.
      Und dann redeten wir. Redeten und redeten, über Tiere, Musik, Motorräder, Haare, einfach über alles. Stunden lang. So lang, dass er plötzlich auf die Uhr sah und feststellte, dass es schon Mitternacht war. Und so lang, dass wir gar nicht bemerkten, wie schnell alles draußen von einer dichten, weißen Schicht überdeckt wurde. So schlichen wir zum Fenster und sahen, mit dem letzten Glas Sekt in der Hand, in eine weite, weiße Landschaft, die von vielen weißen Flocken immer mehr bedeckt wurde. Es war eine wunder, wunderschöne Aussicht.
      Diese trübte sich jedoch bald, als wir auf den Parkplatz sahen, und feststellten, dass das Räumfahrzeug schon da war. Und alle Autos zugeschippt hatte. 'Den krieg ich ja nie da weg...', seufzte Seth. Tatsächlich traf es sein Auto am Schlimmsten. Während hinter meinem nur ein kleiner Berg war, versank das Heck seines Autos regelrecht in einem Schneeberg. Demotiviert ging er zum Stuhl und ließ sich auf diesen fallen. Offensichtlich machte er sich Gedanken, wie er denn bitteschön wieder zum Hotel kam. Ich atmete tief durch. 'Und was wenn du einfach hier bleibst? Ich find schon nen Platz und Decke und Kissen sollten sich auch auftreiben lassen...' Er sah mir in die Augen. 'Ehrlich? Hast du da kein Problem mit? Immerhin bin ich fast n Fremder...' Ich schüttelte mit dem Kopf. 'Passt schon. Du müsstest nur damit klar kommen, nicht allzu viel Schlaf zu bekommen, ich muss nämlich früh raus zu meinen Pferden.' Er lächelte. 'Kein Problem' Ich lächelte ihn ebenfalls kurz an und machte mich daran, Decken und Kissen zu suchen. 'Jetzt müsste man nurnoch ein Gästezimmer oder ein etwas breiteres Sofa haben', seufzte ich und starrte auf mein schmales Sofa, auf dem man unmöglich schlafen konnte. 'Geht schon', meinte er, und ich schüttelte nur mit dem Kopf. 'Ich kann dich da unmöglich schlafen lassen, da bekommt man Rückenschmerzen von, alles schon ausprobiert.' Er stand auf und kam einen Schritt näher. Nachdenklich starrte ich in Richtung meines Schlafzimmers, in dem ein großes Doppelbett stand. 'Und wenn...?', fragte er vorsichtig und folgte meinem Blick. 'Na gut', meinte ich und schleppte Kissen und Decken in mein Schlafzimmer. Er folgte mir.
      Schnell schnappte ich mir meinen Schlafanzug und ging ins Bad, um mich bettfertig zu machen. Wieder angekommen, stand er immernoch dort wie zuvor. 'Ich habe keinen Schlafanzug dabei...', murmelte er fast unverständlich. Ich grinste. 'Meinst du echt ich hätte ein Problem damit, wenn du nur in Unterwäsche schläfst?' Nun grinsten wir uns an. Kurz darauf machte ich es mir schon auf meiner Seite im Bett bequem, er entledigte sich unnötiger Kleidung und legte sich schnell auf die andere, konnte so jedoch nicht ganz meinen bewundernden Blicken entgehen. 'Was sagst du zu Tieren im Bett?', fragte ich vorsichtig. Er lächelte. 'Kein Problem, so lange mich keines rausschmeißt.' Als hätten sie das gehört, kamen Krümel und Coletto angetapst und sprangen mehr oder weniger elegant aufs Bett. Krümel auf die äußere Seite meines Kopfkissens und Coletto machte es sich zwischen Seth und mir bequem. 'Er scheint dich zu mögen', lächelte ich Seth an, und er streichelte dem Hund zärtlich über den Kopf. Dieser grunzte glücklich. Nachdem er seine abendlichen Streicheleinheiten abgeholt hatte, tapste er ans untere Bettende und kuschelte sich ein wenig unter meine Bettdecke. 'Sehr praktisch, wenn man kalte Füße hat', stellte Seth fest. 'Jep, deswegen hab ich ihm auch erlaubt im Bett zu schlafen', lachte ich. 'Gute Nacht' - 'Gute Nacht' So schaltete ich das Licht aus und kuschelte mich gemütlich in meine Decke. Seths und Colettos leisen Atemzügen lauschend schlief ich auch bald zufrieden ein.

      'Piep - Piep - Piep!'
      Das immer lauter werdende gepiepse meines Weckers weckte mich. Und das bleib nicht lange unbemerkt - Coletto kroch sofort hoch zu mir, natürlich unter der Decke, es könnte ja kalt werden. Mit einem Blick auf den noch schlafenden Seth schaltete ich den Wecker aus und begrüßte Coletto, indem ich ihn ausgiebig kraulte. Danach schlich ich mich aus dem Bett, ab in die Küche, das Futter für die Tiere vorbereiten. Ausnahmsweise folgten mir die beiden nicht - Krümel war noch am Schlafen und Coletto schien noch ein wenig bleiben zu wollen. Also stellte ich die vollen Näpfe einfach auf den Boden, zog mir Stallkleidung an und bereitete mit den wenigen Zutaten, die ich im Haus hatte, ein kleines Frühstück vor.
      Danach entschied ich, dass Seth so langsam auch aufstehen musste, und schlich wieder ins Schlafzimmer. 'Guten Morgen', flötete ich. Ein bereits hellwaches 'Guten Morgen' kam zurück und ich sah, wie sich Coletto auf Seths Bauch gemütlich gemacht hatte und gekrault wurde. Ich grinste. 'Frühstück wäre fertig, wenn du Hunger hast.' Seth lächelte. 'Danke, gern, ich zieh mir nur eben was an und komm dann rüber'
      Daraufhin ging ich zurück in die Küche und schnitt ein paar Scheiben Brot ab. Seth gesellte sich schon bald dazu und auch Coletto und Krümel machten sich nun eifrig über ihr Futter her. 'Kann ich dir vielleicht gleich helfen, mit deinen Pferden? Ich kann zwar nicht so gut mit Pferden umgehen aber du hast noch so viel vor heute da kannst du vielleicht ein bisschen Hilfe gebrauchen...' Ich lächelte. 'Klar, gerne'
      Und so setzten wir uns ins Auto und fuhren zusammen mit Coletto zu den Pferden. Der Schnee war mittlerweile wieder weggetaut, es herrschten 8°C und es schien herrlich die Sonne. Verrücktes Wetter.
      Am Zaun wurden wir auch gleich von Unbroken begrüßt. Kurz darauf folgten Mausi, Delite, Dakini, Outlaw, Whiskey und Bonsaj. Nur Kristy galoppierte unbeirrt über die Weide und buckelte ausgelassen. 'Selbst Schuld', murmelte ich und steckte allen Pferden eine Möhre zu. 'Okay, was kann ich tun?', fragte Seth. 'Du könntest schnell das Wasser hier vorne auffüllen, der Hahn ist am Offenstall. Ich hole währenddessen das Heu und...hm so viel war gar nicht zu tun, Arbeiten tu ich die Pferde heute Abend. Bonsaj und Lady haben eh eine Reitbeteiligung, die fünf neuen brauchen Ruhe und Delite schadet ein freier Tag auch nicht, nur die Fohlen brauchen ein bisschen Beschäftigung. Ich rufe mal eben Thomas an, ob er auch mitkommen kann' Seth nickte und ich wählte Thomas' Nummer, der auch ziemlich schnell am Apparat war. 'Hallo?', tönte es durch den Lautsprecher. 'Hi Thomas! Du ich hab mich mal ans Internet gesetzt und ein bisschen nach Pferden geguckt, kurz um, ich habe jetzt Termine bei sechs Leuten, um mir die Pferde anzuschauen. Du hast nicht zufällig Zeit und magst mir ein wenig helfen?' Er lachte. 'Das wird stressig, aber okay. Ich verbring gern Zeit mit dir.' - 'Seth kommt übrigens auch noch mit...' Thomas schien nicht sonderlich begeistert. 'Der Bandtyp da, der Gitarrist? Na wenns sein muss... Treffen wir uns an deiner Weide?' Ich stimmte zu und wir legten auf.
      Bald kam Thomas an - mit seinem großen Trailer - und wir fuhren los.

      Kurze Zeit später kamen wir bei Stute Nummer 1 an. Freundlich kam sie schon am Zaun auf uns zu und wir alle waren schon vom ersten Augenblick von der weißen Stute namens Goodbye Graceful begeistert, sodass nach dem Probereiten schon bald fest stand, dass wir sie mitnehmen würden. Wir wollten sie dann gleich abholen, wenn wir bei den anderen Pferden waren.
      Die zweite Stute, die gut ausgebildete Scheckstute, verschlug uns einfach nur die Sprache. Unheimlich bemuskelt, blutrot, schön und dieses Talent! Damit hatten wir heute schon die zweite Stute gekauft.
      Danach fuhren wir zu mKay, die uns auch sofort freundschaftlich begrüßte und uns die Shetlandponys zeigte, die sie abgeben wollte. Besonders Window, Nabila und Werina hatten es mir angetan und damit waren es heute schon fünf Pferde, die wir kauften. Zum Glück hatte ich viel gespart, um die Zucht aufbauen zu können.
      Das nächsten Pferde, die wir uns ansahen, waren wieder Shettys. Dieses Mal hatte es mir aber nur ein Fohlen namens 'Sweet Present' angetan. Auch für sie unterschrieben wir den Kaufvertrag.
      Bei Caramel Sensation war es keine Frage, ich kannte die Stute ja schon länger bei Winnie und fand sie einfach von Anfang an klasse. Auch sie hatte unheimliches Talent und war einfach wunderschön!
      Unsere letzte Anlaufstelle war der Besitzer des Silver Dapple-Hengstes und der Roanstute. Wir erfuhren, dass auch er seine vier Pferde privat hielt, jedoch in der Landwirtschaft auf Bio Umstieg und für diesen Umstieg viel Geld benötigte und sich die vier somit nicht mehr leisten konnte. Trauig streichelte er die schokobraune Ponystute, die an den Zaun gekommen war. 'Wow, wie ein Miniatur-Quarter', entfuhr es dem sichtlich beeindruckten Thomas. 'Ist ja auch ein Quarter Pony', lächelte der Besitzer traurig. Auch Seth und ich waren schon bald begeistert von der kleinen, wunderschönen Stute. Thomas nahm mich beiseite. 'Wie wäre es, wenn wir noch Quarter Ponys züchten?' - 'Hatte ich auch schon drüber nachgedacht...lass uns mal gucken was er für sie will und so und dann gucken wir weiter' Thomas nickte und wir gingen zurück zu Seth und dem Besitzer. Mittlerweile waren auch noch die drei anderen Pferde am Zaun. Ich ritt alle vier Probe und alle vier begeisterten mich. Noch dazu stellte sich herraus, dass Gisela die Tochter von der heute gekauften Goodbye Graceful ist und so entschied sich schon bald, dass wir alle As War Fades, Nevaeh, Gisela und Abigail übernehmen wollten.

      Nachdem wir alle Pferde abgeholt und mit den anderen bekannt gemacht hatten, setzten wir uns alle auf den Zaun und genossen den Anblick tobender Pferde vor einem wunderschönen Sonnenuntergang. Zum Glück hatten sich wieder alle vertragen. 'So, ich muss mich jetzt noch um den Verkauf meiner Welshis kümmern, auch wenns mir schwer fällt, und dann kann's so langsam los gehen mit River Dales', seufzte ich. 'Ich freu mich schon drauf, vor allem auf unsere Zusammenarbeit, auch wenn das mit dem Geld wohl ein wenig knapp wird, aber irgendwie schaffen wir das schon.' Auch ich freute mich bereits. 'Joa, die anderen Weiden und die Abfohlbox und ein Hauptgebäude müssen wohl erst einmal warten, wenn überhaupt', gab ich von mir. Da schaltete Seth sich ein. 'Vielleicht kann ich euch ein wenig behilflich sein? Wenn ich dafür Reitunterricht bekomme und n bisschen Einfluss habe. Meine Eltern haben mal erfolgreich Border Collies gezüchtet, da hab ich auch ein wenig Erfahrung, auch wenns was anderes ist als so ein Pferd, aber im Grunde...'
      Das würde Thomas und mir natürlich sehr helfen, und ich fand die Idee grunsätzlich gut, nur machte ich mir Sorgen um Thomas' Meinung. Doch nachdem ich ihn ansah, schien ihm die Idee doch zu gefallen, und so konnte ich beruhgt sagen: 'Meinetwegen gern!' Seth grinste breit. 'Dann seh ich auch meinen kleinen Outlaw öfter mal' Ich nickte.
      Thomas züchte eine Sektflasche und drei Plastikgläser. 'Darauf müssen wir anstoßen!'

      So ließen wir den Abend ausklingen und fuhren dann alle Richtung zu Hause. Bei mir angekommen schaute Seth ein wenig bedröppelt. 'Ich denke ich muss mich mal wieder bei meiner Band blicken lassen. Wir sehen uns ja hoffentlich...morgen oder so?' Traurig nickte ich. 'Bis morgen', verabschiedete ich mich. Seth sah mir einen Moment in die Augen und drückte mich dann zärtlich. 'Bis morgen', flüsterte er mir ins Ohr und ging.
    • Eddi
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      Ehemalige Berichte [2]
      Es geht voran

      'Uaaaaa!', gähnte ich. Der Wecker hatte gerade geklingelt und wollte mich auffordern, aufzustehen. Was er aber nie schaffte. Also schlug ich einmal fest auf seine Oberseite und er gab sich geschlagen. Die Ruhe hielt jedoch nicht lang, denn schon hörte ich Hundekrallen auf Laminat klackern. Coletto drückte sich einmal kräftig ab und landete direkt auf mir. Lachend kraulte ich ihm die Ohren und empfang auch gleich Krümel. Nach ein paar Schmuseminuten bequemte ich mich dann doch mal aus dem Bett, richtete das Essen für Hund und Katze an, duschte, zog meine Pferdeklamotten an und schlang mein Frühstück in mich hinein. Heute würde ein einigermaßen entspannter Tag werden - keine großen Ausflüge, nur Pferdepflege und ein wenig Reiten. Und natürlich den neuen Reitplatz einweihen. Dachte ich zumindest.
      Gemütlich schlug ich die Anzeigenseite der Zeitung auf und entdeckte drei Anzeigen von Freundinnen. Sweetvelvetrose wollte ihren Bestand ein wenig verkleinern, Sammy gab einen Quarter Pony Hengst ab und mKay verkaufte einen Shettyhengst und ein Reitpony. Das Reitpony lag nicht in meinem Interessenbereich, aber da ich mit einem Shettyhengst in der Zucht nicht weit kommen würde und Sweetvelvetrose einige Paint Horses besaß, beschloss ich, den beiden einen kleinen Besuch abzustatten.
      Noch dazu fielen mir Anzeigen über zwei Paint-Hengste und ein Quarter Pony auf. Ich beschloss, mir auch die beiden mal anzusehen. Vielleicht würde der Tag doch nicht so ruhig werden.

      Doch erstmal packte ich Coletto ins Auto und war schon bald bei den Pferden.
      Dort ließ ich ihn von der Leine, er blieb eh immer in meiner Nähe, und versorgte die Pferde mit frischem Trinkwasser und Heu. Schon bald kam Thomas um die Ecke und wir machten uns daran, die Pferde zu trainieren. Das Fohlen-ABC saß bei Dakini, Outlaw, Whiskey und Present schon, Bonsaj, Lady Äppel, Sorrows und Morning hatten Reitbeteiligungen und Delite, Grace, Sensation und Nevaeh hatten Ruhetag, also entschieden wir uns, mit Mausi und Kristy zu beginnen. Da Thomas mit Kristy seine lieben Probleme hatte, schnappte er sich Mausi.
      Es dauerte ein wenig bis ich Kristy eingefangen hatte und Thomas war schon längst mit Mausi fertig, deshalb kam ich ein wenig nach ihm auf den Reitplatz. Als ich mich aufs Pferd schwang, ritt Thomas direkt neben mich und wir wärmten die beiden Stuten auf. 'Ach Monster?' - 'Hm?' - 'Ich habe für heute ein paar kleine Westernreiter eingeladen....ich hoffe das war okay? Ich dachte, ich könnte vielleicht schonmal die Shettys leihen...' Ich lächelte. 'Klar darfst du das, so hatten wir das vereinbart. Für größere Westernreiter dürftest du dir auch gerne mal die Grace, Mausi, Nevaeh, Abigail und Gisela leihen, und bei besonders talentierten gerne auch die anderen' Er lächelte. 'Danke, ich schnapp mir dann die Gisela, wenn wir ausreiten wollen - dann bin ich nicht so ganz viel über den Kleinen' Er lachte herzlich.
      Wir trabten noch ein bisschen und begannen mit einfacheren Figuren. Beide Pferde waren noch relativ untrainiert für ihr Potenzial und so begannen wir, den beiden Rückwärtsrichten und Schenkelweichen beizubringen und korrigierten uns gegenseitig.
      Nach ein paar geglückten Versuchen beschlossen wir, dass das genug für heute war, brachten die beiden zum Putzplatz, entfernten Zaumzeug, putzten sie und entließen sie in die Freiheit.
      Dann schnappte ich mir Bloody und Thomas sich Rebel. Die beiden waren schon weiter, also war unser Training mit den beiden insgesamt rasanter, aber auch anstrengender.
      Nachdem wir die beiden trainiert hatten, schnappte ich mir As War Fades und Thomas widmete sich der Horde Kinder, die gerade auf den Hof spaziert kamen. Er zeigte ihnen kurz alles und ging dann zur Weide - mittlerweile hatte ich Ass schon wieder auf die Weide gebracht, begrüßte die Kinder ebenfalls und half, die Halfter auszuteilen. Beim Putzen und Satteln half ich noch dabei, die Kinder einzuweisen und zu beaufsichtigen. Es war wirklich schön zu sehen, wie liebevoll die Kinder mit den Ponys umgingen, und wie brav die Ponys waren.
      Den Reitunterricht musste Thomas dann aber alleine schmeißen. Wir waren noch kurz auf dem Platz, ich mit Abigail, aber dann musste ich gehen, um mir einige Verkaufspferde anzugucken und Thomas hatte sich bereits Gisela geschnappt, um mit den Kindern einen kleinen Ausritt zu wagen.

      Da es doch einige Pferde zum Anschauen waren, machte ich mich gleich mit dem großen Trailer auf den Weg. Ich plante schnell, in welcher Reihenfolge ich fahre, und fuhr dann los - natürlich auch mit Coletto auf dem Beifahrersitz.
      Mein erster Weg führte mich zu sweet. Da sie nicht zu sehen war, ging ich gleich zur Weide mit den Verkaufspferden. Mein Blick fiel auf einer Braunscheckstute mit langem Langhaar - Ice Coffee hieß sie, ich kannte die Stute bereits. Sweet kam um die Ecke und begrüßte mich. 'Du möchtest Ice Coffee verkaufen?', fragte ich und sie nickte. Kurz danach wusste ich so ziemlich alles, was es über Ice zu Wissen gab, und wir vereinbarten einen kurzen Proberitt mit Ausritt. Da Ice Coffee anscheinend nichts gegen Hunde hatte, ließ ich Coletto gleich nebenher laufen. Die Stute gefiel mir, auch wenn sie ab und zu scheute. Aber Colettos und meine selbstsichere Ausstrahlung beruhigte sie schnell wieder - was für mich hieß, dass sich daran arbeiten ließe. Auch war sie noch unbeholfen und nicht ganz ausbalanciert, allerdings kann mal von einer dreijährigen Stute auch keine Wunder erwarten. Da wir gut miteinander klar kamen, unterschrieb ich auch sofort den Kaufvertrag, als wir wieder zurück auf dem Hof waren. 'Ich wollte mir noch ein paar andere Pferde angucken - ich komme zurück, um sie abzuholen, okay?' - 'Klar', lächelte Sweet und ich sprang mit Coletto ins Auto und wir machten uns auf dem Weg zu der Quarter Pony-Stute.
      Auch diese ritt ich Probe und entschied, sie zu kaufen. Written In The Stars würde einge gute Ergänzung für Zucht und Reitschule sein.
      Danach ging es zu einem der Painthengste, Als ich auf den Hof fuhr, wurde gerade ein Graufalbscheck-Wallach über den Hof vorbei an einer offensichtlich rossigen Stute geführt, der mir auch sehr gefiel - jedoch hatte ich keinen Platz für einen Wallach, für den Reitunterricht hatte ich bereits genug Stuten und der restliche Platz war für weitere Zuchtpferde reserviert, also schlug ich ihn mir bereits aus dem Kopf. Als ich ausstieg - Coletto blieb dieses Mal im Auto, weil ich den Hof nicht kannte - wurde ich auch bereits von dem Mann mit dem Wallach am Halfter begrüßt. 'Hallo', lächelte er freundlich, 'ich bin Matthew Moore, Chef und Besitzer hier. Kann ich ihnen helfen?' Ich war froh, gleich den zu treffen, den ich suchte. 'Hallo, ich bin Monsterflosse. Ja, ich habe ihre Anzeige gesehen und wollte mir ihren Hengst angucken, 'Dissident Aggressor' heißt er glaube ich' Herr Moore lächelte breiter. 'Der steht direkt neben mir.' Mir fiel die Kinnlade runter. Hengst? So ruhig? Neben rossiger Stute? Nun lachte er. 'Ja, das denken viele, Hengstmanieren hat er wirklich nicht. Wenn sie wollen, können sie ihn gerne mal nehmen und zum Putzplatz bringen, der ist gleich dort drüben. Dann können Sie ihn mal putzen, satteln und Probereiten, meinetwegen können Sie auch ins Gelände mit ihm.' Dankbar erwiderte ich sein Lächeln und übernahm den prächtigen Hengst. Beim Putzen blieb er vollkommen ruhig und genoss, und auch beim Satteln stand er wie eine 1. Ich freute mich schon aufs Probereiten - und das überzeugte mich entgültig. Dieser Hengst was so ruhig und hatte so ein Potenzial - er war perfekt für die Zucht und als Sportpferd für mich! Ich erkundigte mich nach dem Kaufpreis, handelte ein wenig und unterschrieb letzten Endes den Kaufvertrag. 'Kümmern Sie sich bitte gut um ihn, er ist meine eigene Aufzucht', seufzte Herr Moore. 'Ich werde mein bestes geben und Sie werden mit Sicherheit von uns hören', beruhigte ich ihn und sprang ins Auto, um zu Sammy zu fahren.
      Dort lief es dann auch ähnlich. Auch Absolute Zero, so hieß der Quarter Pony-Hengst, hatte unheimliches Potenzial und ich unterschrieb den Kaufvertrag. So fuhr ich auch weiter zu mKay, um mir ihren Shettyhengst anzusehen - Down Under hieß er, war ein Braunschecke und würde sich damit farblich super zu den Paints und Quarter Ponys gesellen. Auch bei ihm unterschrieb ich schnell den Kaufvertrag und lud den kleinen Hengst auch sofort ein, schließlich war er das letzte Pferd, was ich mir angucken wollte.
      Ich fuhr die Route zurück und lud bei Sammy auch Zero ein. Bei Herrn Moore wollte ich Aggressor abholen. Doch als ich ankam, sah Herr Moore ziemlich fertig aus. 'Was ist passiert? Ist was mit Aggressor?' Er schüttelte den Kopf. 'Nein, nicht mit Aggressor...ich hatte nur einen kleinen Streit mit meiner Frau... Ich frage nur ungern, aber hätten sie nicht zufällig Interesse an einem zweiten Hengst? Peckinpah heißt er...ich möchte ihn eigentlich nicht behalten, aber wir können ihn uns nicht leisten...da er aus unserer Zucht stammt und zu nah mit den meisten Stuten verwandt ist, können wir ihn nicht zur Zucht nutzen und so zum Spaß...ich wünschte es ginge, ich hänge so sehr an ihm, aber es geht einfach nicht mehr..und bei ihnen hätte er es sicher gut..' Er sah zu Boden und ich überlegte. 'Eigentlich habe ich schon mehr als genug Zuchthengste...aber vielleicht zeigen sie ihn mir einfach mal, dann überleg ich es mir vielleicht noch anders.' Er lächtelte leicht und ging Richtung Stall - ich folgte ihm. Er holte schnell ein Halfter aus der Sattelkammer und ging dann zu einer Box, in der ein Cremello stand. Moment mal...er war gar kein Cremello! Ganz leicht sah man eine hübsche Overoscheckung, die auch seinen Kopf wie in Farbe getaucht aussehen ließ, in seinem sonst hell fliegenschimmelfarbenen Fell. Er erinnerte mich ein wenig an Vanillecreme mit Sahne.
      Als Herr Moore ihn raussah, durfte ich einen doch relativ schlank gebauten, aber dennoch gut bemuskelten, schönen Paint Horse-Hengst begutachten. 'Er hat einen hohen Vollblutanteil, deswegen ist er relativ leicht gebaut. Sieht man auch gut an seinem feinen Kopf', mit den Worten strich er dem Hengst traurig über die Nüstern. Kurz darauf übergab er mir den Strick.
      Beim Putzen blieb Peckinpah ruhig, er genoss es, besonders, als ich seine wunderschöne, reinweiße Mähne enthedderte. Der Sattel passte ihm nicht richtig, dennoch ließ er ihn sich ohne Widerstand auflegen.
      Auch unter dem Sattel war er sehr begabt und ruhig. Selbst als Coletto aus dem Trailer ausbrach, quer über den Reitplatz stürmte und vor mir aufs Pferd sprang (anscheinend hatte er Sehnsucht), zeigte er keine Anzeichen von Angst, was mich sehr beeindruckte. Für den Geländeritt war leider keine Zeit mehr, da ich ja bereits andere Pferde im Trailer hatte, aber meine Entscheidung war bereits gefällt - ich würde ihn kaufen. So unterschrieb ich auch schnell den Kaufvertrag und lud ihn ein. Danach ging es noch schnell bei Sweet vorbei, um Ice einzuladen.

      Zu Hause ließ ich alle Pferde aus und brachte sie auf die Weide - glücklicher Weise vertrugen auch sie sich auf Anhieb mit meiner mittlerweile verdammt großen Herde. Thomas kam gerade um die Ecke, um meinen Fang zu bewundern, als mein Telefon klingelte. Meine ehemalige Zuchtpartnerin, als Green Hills noch stand, Flair, war dran. Sie klang aufgeregt. 'Monster...züchtest du noch Vollblüter?' Ich blieb ruhig, um sie zu beruhigen. 'Was ist los?' - 'Es gab einen Brand bei mir und ich muss alle Pferde irgendwo unterbringen...ich möchte sie auch nicht mehr, so leid es mir tut, ich kann es nicht...' 'Oh Gott', hauchte ich. 'Kannst du sie vielleicht nehmen?' Ich überlegte kurz und sah mich um. Ich hatte noch eine freie Weide mit Offenstall, beides sollte eigentlich genug Platz für alle Pferde bieten - zumindest vorrübergehend. 'Thomas, hast du deinen Pferdeauflieger noch?' Er nickte. 'Wieso?' - 'In meinen Trailer passen nur 5 Pferde, das reicht nicht.' Er machte große Augen. 'Ich erklärs dir später. Flair? Ich bereite alles vor und komme dann gleich vorbei.' - 'Okay', meinte sie etwas ruhiger und verabschiedete sich. 'Thomas, Flair hatte einen Brand. Sie kann und möchte ihre Pferde nicht mehr halten und hat mich gebeten, sie zu mir zu nehmen. Lass uns eben auf der Weide neben dem See den Stall einstreuen und den Zaun kontrollieren und dann...könntest du mir mit deinem Auflieger helfen, alle rüber zu bringen?' Er nickte leicht schockiert und machte sich sofort auf den Weg zur Weide. Ich schnappte mir noch schnell so viele Ballen Stroh wie ich tragen könnte und folgte ihm.
      Wir streuten eilig den Stall ein, füllten Wasser in die Tröge und gingen den Zaun ab. Zum Glück war er unbeschädigt. 'Fahr schonmal vor, ich hole meinen Trailer und komme dann nach', schlug Thomas vor. Sofort ging ich zu meinem Trailer.
      Schon bald kam ich bei Flair an, die mich aufgebracht erwartete. Nach und nach luden wir die ersten fünf Pferde - die Stuten Ace Of Spades, Black Pearl, Pirate Island, Blue Rag und Pia Facette - in meinen Trailer. Kurz darauf kam Thomas mit seinem Auflieger, in den wir die Hegste luden - El Davino, Warrior, Tschiwabschischi, El Racino, Baceno, Bloody Autumn, Magic Attack, Lord Of The Rings, Riverside, Desperados und Shyguy waren nun sicher verstaut. Auch die Sättel, Trensen, Bandagen, Gamaschen, Halfter und Decken verteilten wir auf Trailer, Auflieger und Fahrerhaus, was ein wenig Packtalent erforderte, das weder Flair noch ich hatten, doch zum Glück hatten wir Thomas.
      Bevor wir losfuhren, ging ich noch einmal durch Trailer und Auflieger und kontrollierte die Pferde. Einige kannte ich noch aus der Zeit, in der Flair und ich zusammen züchteten, El Racino war sogar eins unserer gezüchteten Pferde. Ich wurde ein wenig wehmutig, hatte jedoch nicht großartig Zeit zur Wehmut, denn wir mussten dringend los - wir wollten nicht unbedingt bis spät in die Nacht Pferde ausladen.
      Als wir wieder bei mir ankamen, parkten wir mitten auf dem Weg und fingen an, die gestressten Pferde auszuladen. Wir hatten bei manchen Pferden unsere liebe Mühe und wurden neugierig von meiner bestehenden Herde beäugt, letztenendes standen aber alle Vollblüter und Holsteiner auf der Weide. Thomas und ich lehnten uns an den Zaun und beobachteten, wie die Pferde die neue Weide erkundeten. Sie war ein wenig zu klein für alle. 'Und was hast du jetzt mit denen vor?', fragte Thomas. Ich seufzte. 'Ein paar werde ich vielleicht behalten...aber alle kann ich nicht behalten. Ich denke mal, ich rufe morgen mal Edfriend an, ob sie nicht eventuell Interesse an ein paar Pferden hätte. Sammy vielleicht auch noch. Und dann...mal sehen.' El Davino kam vorsichtig angetapst. Ich strich ihm über seine hübsche Blesse. 'Ich glaube, dich werde ich behalten. Ein wenig hast du mir ja gefehlt, seitdem Green Hills nicht mehr existiert, Süßer. Aber ich weiß noch nicht, was ich mit deinen Freunden mache.' Er schnaubte.
      Thomas ging und ich blieb noch ein wenig, beobachtete die Pferde im Sonnenuntergang und machte mich schließlich zusammen mit Coletto auf den Weg nach Hause.
      Dort kritzelte und codete ich noch einige Ideen für die Website für die neue Zucht und fiel dann erschöpft ins Bett.

      Am nächsten Tag machte ich mich bereits früh auf den Weg zu den Pferden, selbst Coletto war noch nicht ganz wach. Thomas brauchte heute so ziemlich alle Pferde für seinen Reitunterricht, dieses Mal waren unter seinen Schülern auch ältere, fortgeschrittene Reiter, und auch um den Rest meiner Pferde würde er sich kümmern, sodass ich mich voll und ganz um den Verbleib der Vollblüter kümmern konnte.
      Über Nacht hatte ich bereits beschlossen, dass ich noch einen zweiten Hengst behalten konnte, mehr aber nicht.
      Als ich am Gatter stand, hatten sich die Voll- und Warmblüter schon deutlich beruhigt. Flair hatte mir per Mail ein paar Informationen über die Vollblüter geschickt und in Frage kamen Ghostbuster und Bloody Autumn. Vielleicht war dies nicht der richtige Zeitpunkt für einen Proberitt, aber etwas anderes blieb mir nicht übrig, also schnappte ich mir ein Halfter und holte zuerst den Schimmelhengst von der Weide, putzte und sattelte ihn.
      Auf dem Platz war ich als einziger Englischreiter unter vielen Westernreitern heute der Außenseiter. Ich war froh, dass ich die englische Reitweise nicht verlernt hatte. Ghostbuster war mit Sicherheit ein sehr lieber, talentierter Hengst, aber ich wollte auch Autumn noch ausprobieren. Also brachte ich Ghost zurück auf die Weide und brachte seinen Sattel zurück. In der provisorischen Sattelkammer betrachtete ich Autumns Sattel eine Weile. Ein sehr hochwertiger, schöner Dressursattel, besonders weiches Leder, atemberaubende Qualität. Ich griff jedoch zuerst zum Halfter neben ihm, um mir dieses mal den gestiefelten Dunkelfuchs zu holen.
      Bereits am Putzplatz erwies er sich als nervös und temperamentvoll, und das war er auch unterm Sattel. Aber ich fühlte mich sofort wohl. Seine Gänge waren atemberaubend, ich hatte Mühe, auszusitzen, ich spürte sein ganzes Temperament und seine ganze Stärke unter mir. Selbst die anwesenden Westernreiter, die gerade Unterricht nahmen, schenkten uns beeindruckte Blicke. Meine Entscheidung war gefallen.
      Ich putzte den Hengst noch schnell und brachte ihn zurück auf die Weide, wo er freudig von Davino begrüßt wurde, um schnell zwei Anrufe zu tätigen. 'Hallo?', schallte es durch den Hörer. 'Eddi? Ich bins, Monster...' Ich schilderte ihr mein Problem genauestens. 'Ich suche noch ein oder zwei Vollblüter für meine Herde...kann ich nachher mal vorbei kommen?' - 'Klar', willigte ich ein und verabschiedete mich.
      Nun rief ich bei Sammy an. Auch ihr schilderte ich mein Problem, woraufhin sie vorbeikommen wollte.
      Eddi und Sammy kamen ungefähr zur gleichen Zeit vorbei und sahen sich die Pferde an. Kurz besprachen wir, wer Interesse an wem hatte, und die beiden verschwanden auf den Platz, zum Probereiten. Am Schluss stand fest: Eddi würde Ace Of Spades und Lord Of The Rings nehmen und Sammy würde mir mit Pirate Island, Black Pearl, Warrior, El Racino, Ghostbuster und Tschiwabschischi ebenfalls einige abnehmen. Wir einigten uns darauf, dass die beiden die Pferde die nächsten Tage direkt abholten, damit sie nicht noch mehr Stress wegen des geringen Platzes und mangelnder Auslastung aufgrund meines Zeitmangels hatten.

      Auch an diesem Tag fiel ich erschöpft ins Bett und schlief sofort ein, sodass ich gar nicht merkte, dass ich schon bald einen Hund und eine Katze im Bett hatte...


      Pflegebericht
      Seufzend saß ich im Auto. Mir wurde alles zu viel, so schön diese Landschaft auch war, ich konnte sie einfach nicht mehr sehen. Es war ewig her, dass ich verreist war.
      An der Weide erwartete mich bereits Thomas, er hatte bereits einen Ausritt mit den seinen kleinsten Reitschülern auf Nevaeh, Gisela, Taciturn, Lady Gina, Rebellious Dots, Sternenblick und Avero gewagt und brachte gerade Goodbye Graceful auf die Weide. 'So spät heute?', neckte er mich. Ich nickte nur und wandte mich einer meiner Neuankömmlinge Ensnare The Sun zu. 'Wollen wir mal prüfem. pn Sunny und Lovely Summertime das Gelände hier gefällt? Wir könnten Outlaw Torn, Scream Aim Fire und Dakan El Assuad mitnehmen, dann lernen die drei auch gleich was kennen.' Mir gefiel sein Vorschlag und so schnappte ich mir Sunnys Halfter, putzte und sattelte sie, während Thomas das gleiche bei Summer tat, Danach legten wir Outlaw, Fire und Dakan die Halfter an, jedoch ohne Führstrick, sie würden wohl von sich aus folgen.
      Als wir uns in den Sattel schwangen, waren Sunny und Summer angesichts der neuen Umgebung noch etwas nervös, beruhigten sich aber schnell. Die beiden Stuten schienen sich prächtig zu verstehen und die Fohlen liefen uns brav hinterher, als wir unsere Runde durch den Wald und um den See drehten. Als wir wieder an der Weide ankamen, entließen wir die fünf wieder in die Freiheit. Ich schaute Thomas an. 'Plan für heute?', fragte ich. Er überlegte kurz. 'Ich habe bereits mit As War Fades und Aggressor gearbeitet, Samarti hat sich heute um Bloody Autumn gekümmert, er ist also auch schon gelaufen. Riverside und El Davino könnten einen Ruhetag gebrauchen, ebenso wie Peckinpah, er hat gestern gut mitgearbeitet. Blue Rag kränkelt ein wenig und Abigail hat einen schlechten Tag, sodass sie heute vielleicht auch besser auf der Weide bleibt. Bleiben also noch Kristy Killings, The Morticians Daughter und Ghost Of The Midwinter Fires. Du siehst heute nicht wirklich fit aus, also - ich kümmere mich um Mausi und Kristy und du arbeitest mit Ghosti und gönnst dir dann ein wenig Ruhe?' Sah man mir das so an? Ich willigte ein und schnappte mir das größte Halfter im Stall, um ein wenig mit Ghosti zu arbeiten. Der junge Hengt war noch komplett roh, er kannte zwar das Fohlen-ABC und folgte auch willig, die Arbeit auf dem Platz war ihm jedoch noch gänzlich fremd.
      Freundlich begrüßte mich der Hengst auf der Weide und ich legte ihm sein Halfter an, um ihn auf den Platz zu bringen. Dort hakte ich erst einmal den Führstrick aus und ließ ihn laufen, während ich eine Art Round Pen improvisierte. Ghosti schnupperte neugierig an der Longe, die ich mittlerweile als Untenrstützung zu uns geholt hatte. Ich hakte sie jedoch nicht in sein Halfter, sondern nutzte sie als Unterstützung, um ihn zum Laufen zu bewegen. Schnell hatte er verstanden was ich von ihm wollte, und lief unbeeindruckt im Schritt um mich herum. Ich baute ein wenig mehr Druck auf und rief 'Teeerab!' Ghosti war erst irritiert, fing dann aber an zu traben und senkte bald entspannd den Kopf. 'Braaav', lobte ich. Selbst den Richtungswechsel verstand er schnell - das sollte genug für heute sein. Ich hakte den Führstrick wieder in Ghostis Halfter und brachte ihn zurück auf die Weide.
      Dort begegnete ich Thomas mit Kristy. 'Sag mal Larissa, hast du schonmal an Urlaub gedacht? Irgendwo in ein anderes Land? Spanien vielleicht? Oder sogar Amerika, da kannst du gleich was über Paints erfahren?' Erstaunt sah ich ihn an. 'Sehe ich so fertig aus?' Er lachte ohne meine Frage zu beantworten. 'Geh nach Hause, gönn dir Zeit mit Coletto und Krümmel und informier dich mal ein bisschen, ich glaube, eine Reise täte dir mal gut, mal ein anderes Umfeld, weg von hier. Ich schmeiß das schon. Und wenn du wegfährst, kümmere ich mich schon um den Hof, die Pferde und gerne auch um Krümmel und Coletto. Ich hab ja jetzut notfalls auch Reitschüler, die ich versklaven kann.' Das brachte tatsächlich auch mich zum lachen. Ich verabschiedete mich und fuhr nach Hause.
      Nach einem ausgiebigen Waldspaziergang mit Coletto setzte ich mich vor meinen Computer. Coletto machte es sich neben mir, Krümel auf mir gemütlich. Ich startete meine Suche nach geeigneten Reisezielen, fand jedoch nur wenig Begeisterung für Spanien, Italien & Co. Amerika würde mich schon irgendwo interessieren - aber so ganz das Wahre war das auch nicht. Da kamen mir diese wunderschönen, goldglänzenden Pferde in den Kopf, die Achal Tekkiner, wie Edfriend einige besaß. Ihr Alazar war einfach wundervoll! Ich googlete ein wenig und fand einige Gestüte in Russland, Afghanistan und der Mongolei, bei denen mich ein Besuch reizen würde. Entscheiden wollte ich mich jedoch noch nicht. Da es mittlerweile spät geworden war, schaltete ich meinen Computer aus und legte mich ins Bett.


      Besuch bei Monsterflosse!

      Unbroken Soul of A Rebel, As War Fades, Dissident Aggressor, El Davino, Bloody Autumn, Riverside, Pekinpah, Sternenblick, Avero, Ghost of the Midwinter Fires

      Rebellious Dots, Outlaw Torn, The Morticians Daughter, Kristy Killings, Goodbye Graceful, Nevaeh, Gisela, Abigail, Blue Rag, Ensnare the Sun, Scream Aim Fire, Taciturn, Dakan el Assuad, Lovely Summertime, Lady Gina

      Leise vor mich hinsummend, fuhr ich auf Monsterflosse's Hof und stellte mein Auto ab. Ich hatte meiner Freundin versprochen, mich heute um ihre Pferde zu kümmern. Es war erst kurz nach sieben Uhr morgens. Da ich sehr viel vor mir hatte, hatte ich es für klüger gehalten, gleich morgens mit der Arbeit zu beginnen. Durch meine vielen Trainingseinheiten mit As War Fades kannte ich mich bereits gut auf dem Hof aus und steuerte zielstrebig auf den Hengststall zu. Dort wurde ich bereits mit ungeduldigem Scharren und hungrigem Wiehern begrüßt.
      "Ja, ja ist schon gut, bin ja schon dabei ihr Hübschen!", rief ich fröhlich und ging in die Futterkammer, wo ich anhand des Futterplans jedem Hengst sein Frühstück zusammen stellte.
      Dann stellte ich die Eimer übereinander in eine Schubkarre und lief die Stallgasse hinunter. Ich beschloss bei Monsters Neuzugang, dem Tinkerhengst Ghost of the Midwinter Fires anzufangen. Der wunderhübsche Schecke starrte mich auffordernd an und machte dann brav Platz, während ich sein Futter in die Krippe kippte. Während Ghost gierig zu fressen begann, wurden die anderen Hengste wieder unruhig. Ich blieb vor As War Fades' Box stehen und sah den Paint Horse Hengst tadelnd an. "Na na, was ist denn das für ein Benehmen, hm? Wenn die Jungspunde nicht warten können okay, aber du?"
      Dann lächelte ich, gab dem schönen Hengst sein Futter und strich ihm sanft den blonden Schopf aus der Stirn. Weiter ging es mit den beiden Shetland Ponies Avero und Sternenblick. Die Zwerge fielen regelrecht über ihr Futter her und beachteten mich nicht weiter. Auch Monster's Vollblut Hengste Bloody Autumn, Riverside und El Davino waren schnell versorgt. Letzterer war der Vater meines Rapphengstes El Racino und ich konnte es kaum glauben, wie ähnlich sich die beiden charakterlich waren.
      Zuletzt blieben nur noch Pekinpah, Dissident Aggressor und Unbroken Soul of A Rebel. Ich begann mit dem braun weiß gescheckten Paint Hengst Rebel und streichelte ihm sanft über die strahlend weiße Blesse. Der Grullo Tobiano Dissident Aggressor schmuste sogar ein wenig mit mir, bevor er sich würdevoll seinem Futter zuwandte und Pekinpah hatte es mir sowieso angetan. Der Porzellanschecke gehörte zu meinen Lieblingen unter Monster's Pferden und ich hoffte sehr, ihn eines Tages trainieren zu dürfen.
      Nachdem ich die Schubkarre wieder weggebracht hatte, ging ich hinüber in den Stutenstall, um auch den Damen des Hofes ihr Frühstück zuzubereiten.

      Hier bekamen als erstes die Shetlandpony Damen ihr Kraftfutter. Das waren die süße Rebellious Dots, Taciturn und Lady Gina. Die drei Zwerge machten sich genau wie ihre männlichen Freunde gierig über das Futter her, während die anderen Stuten lauthals protestierten. Als nächstes kümmerte ich mich um Monster's Quarter Ponies, Gisela, Nevaeh und Scream Aim Fire. Alle drei warteten brav ab, bis das Futter in ihren Krippen war und begannen erst zu fressen, als ich ihre Boxen wieder verlassen hatte. Danach war Kristy Killings an der Reihe. Die hübsche Stute hatte ich bereits im Western trainiert und sollte sie demnächst auch noch höher ausbilden. Nachdem nun auch die Fohlen Dakan El Assuad - ein Halbbruder meiner Ravenback - und der kleine Paint Hengst Outlaw Torn versorgt waren, kümmerte ich mich um die Englische Vollblut Stute Blue Rag und anschließend um ihre Boxennachbarin Lovely Summertime. Dann waren Ensnare the Sun und Abigail an der Reihe, bevor es zuletzt zu Goodbye Graceful und The Morticians Daughter ging. Nachdem ich auch hier Schubkarre und Eimer ausgewaschen hatte, war eine angenehme Ruhe eingekehrt, in der nur das beruhigende Kauen der Pferde zu hören war. Ich schnappte mir einen Besen und begann draußen den Hof zu fegen. Anschließend äppelte ich die weitläufigen Weiden ab.

      Nachdem auch das geschafft war, ging ich zurück in den Hengststall und stellte zufrieden fest, dass die schönen Tiere mittlerweile aufgegessen hatten. Also holte ich einen nach dem anderen aus seiner Box und stellte sie auf die Paddocks. Da ich nicht wusste, welche Hengste sich gut verstanden, ging ich lieber kein Risiko ein. Anschließend durften auch die Stuten nach draußen. Hier wählte ich eine der größten Koppeln und führte die Stuten immer zu zweit hinaus. Nachdem ich mich eine Weile lang vergewissert hatten, dass sie keinen Blödsinn anstellten, kehrte ich in den Stall zurück und machte mich daran, alle Boxen auszumisten.
      Zwischendurch gönnte ich mir immer wieder kleinere Pausen und als ich schließlich die letzte volle Schubkarre auf dem Misthaufen ausleerte, atmete ich erleichtert auf. Das war ganz schön anstrengend gewesen. Nun war es auch höchste Zeit, den Stall fertig zu richten, da ich die Pferde ja auch wieder hinein holen musste. Also schmiss ich in jede Box einen großen Haufen Heu, kontrollierte die Tränken und fegte anschließend die Stallgassen. Dann bewaffnete ich mich mit Putzzeug und begann die Stuten herein zu holen. Als ich alle bis auf Kristy Killings und Ensnare the Sun im Stall hatte, begann es bereits langsam zu dämmern. Ich gähnte, holte die beiden Stuten von der Koppel, putzte sie flott über und brachte sie dann in den Stall. Fehlten nur noch die zehn Hengste. Auch sie führte ich wieder einzeln zum Putzplatz, säuberte Hufe und Fell, verlas die Schweife und kämmte die Mähnen. Dann durften die Guten zu ihrem Abendessen in den erleuchteten Stall.

      Zum Abschluss kontrollierte ich noch einmal ob alle Boxen richtig verschlossen waren, löschte das Licht in den Ställen und machte mich auf den Heimweg. Demnächst würde ich wiederkommen, um das eine oder andere der Pferde ein wenig zu bewegen...
    • Eddi
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      Große Überraschung
      15. September 2014
      „Eddi? Eddiii! - Hey, da bist du ja!“, ertönte eine Stimme direkt neben mir. Verschlafen schreckte ich hoch und sah Kats Blondschopf vor mir. „Was ist denn los?“, fragte ich müde und verwirrt, während ich mich umschaute.
      Anscheinend war ich bei den Stuten am Stall eingeschlafen, aber gegen ein Mittagsschläfchen konnte man ja schließlich nichts sagen.
      „Dein Handy klingelt unentwegt und du Nuss lässt es auf der Veranda liegen!“, stöhnte Kat vorwurfsvoll. 'Typisch Stadtmenschen, ohne Handys konnten die auch keinen Schritt gehen.', dachte ich mir grinsend, stand auf und klopfte mir das Gras von der Hose.
      Gerade als Kat mir das Handy reichen wollte, begann es wieder zu klingeln. Stirnrunzelnd nahm ich es entgegen und sah auf dem Display als erstes die rote Anzeige '10 entgangene Anrufe'. „Ups.“, murmelte ich, es schien ja wichtig zu sein.
      „Ja, hallo?“, meldete ich mich wie immer mit der schlechten Angewohnheit, nicht meinen Namen zu sagen. „Eddi! Eeeendlich erreicht man dich mal! Schalt sofort deinen Laptop ein, ich habe dir einen wichtigen Link geschickt!“, erzählte Elisa und legte dann auch schon wieder auf.
      Ein „Aha.“, war das einzige was ich dazu sagen konnte. „Hat Ethan zufällig seinen Laptop mit?“, fragte ich vorsichtig Kat, denn ich hatte mein ganzes Zeug in Frankreich verschachert, ich hatte nichts davon mitnehmen wollen.
      Doch Kat führte mich direkt ins Haus, wo ich auch schon auf Ethan traf, der anscheinend schon wieder auf den Weg in die Stadt war. „Kann ich mir noch einmal für zwei Minuten deinen Laptop leihen?“, fragte ich ihn.
      „Ja, ausnahmsweise, aber beeile dich!“, meinte er knapp und packte ihn mir aus. Geschwind öffnete ich das Internet und fand bei meinen Emails auch schon den Link von Elisa. Bisher hatte ich mir noch keine Gedanken gemacht, um was es da gehen könnte, doch jetzt wuselten hunderte von Ideen durch meinen Kopf.
      Es war dann aber doch etwas ganz anderes!
      „Kleines Wort zu meinem Verschwinden.
      Ich wollte mich auch mal wieder melden..
      Tut mir leid, dass ich einfach so von der Bildfläche verschwunden bin. Mein Leben bindet mich momentan einfach voll ein, und das ist auch gut so. Wenn ich nicht gerade...“
      In aller Ruhe las ich den langen Text, den eine gute Freundin von uns geschrieben hatte. „Ach Larissa...“, seufzte ich und starrte eine zeitlang aus dem Fenster, ehe ich eine Antwort auf ihren Text schrieb.
      Larissa hatte einen neuen Weg gefunden und nun wollte sie ihr Gestüt erst einmal endgültig aufgeben. So konnte ich es nicht lassen, zwei Pferdenamen zu nennen, welche ich gerne auf der Ranch sehen würde.
      „Dissident Aggressor und Outlaw Torn.“, schrieb ich meine letzten Worte zu Ende und klappte dann den Laptop zu. „Danke.“, meinte ich zu Ethan und gab ihm seinen PC wieder.
      Den Rest des Tages verbrachte ich unruhig umherlaufend auf der Ranch, bis erneut mein Handy klingelte. 'Larissa.' stand auf dem Display und ich nahm sofort an.
      Wir unterhielten uns leider nicht gar so lange, denn Larissa wurde von Anrufen, Emails und Briefen überschüttet. Doch ich wusste, dass es ihr gut ging und nebenbei hatte ich gerade zwei neue Pferde erstanden.
      Mein größtes Glück war Elisa, denn dank ihr musste ich Ethan nicht schon wieder wegen seines Jeeps anhauen. Stattdessen erklärte sie sich bereit, mir Dissi und Outlaw vorbeizubringen, wenn sie ihren Painthengst bei Larissa holte und nach Kanada brachte.
      Sie hatte sowieso einige Tage bei mir verbringen wollen, von daher war es für sie kein sonderlich großer Umweg. So würden die beiden Kerle erst ein Weilchen auch Crown Hill stehen, ehe sie schlussendlich zu uns kommen würden und im Schlepptau hatten sie direkt die liebe Elisa!
    • Eddi
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      Auf großer Reise
      27. September 2014 - von Samarti
      » So langsam merk ich alles klappt, yeah
      Und jeden Tag geh ich die Straße entlang und denk
      Is' schon ok, die Sonne lacht viel mehr
      Und jede Nacht wird zum blassen Farbenmeer. «
      Mit dem Kopf hin und her wippend, summte ich leise die Melodie des Liedes mit und tippte dabei im Takt mit dem Fuß auf den Boden. Es war einige Zeit vergangen, seit ich das vertraute Gemurmel meiner Freunde gehört hatte, seit Joline mir vor Freude in den Arm gefallen war und vor allem, seit ich Matthew zuletzt gesehen hatte. Einige Wochen hatte ich mich nicht in Kanada blicken lassen und wenn ich ehrlich war, hatte mir die Auszeit gutgetan. Momentan befand ich mich nur auf dem Gestüt, weil ich Yuki hatte einfliegen lassen, die sich inzwischen schon prächtig eingelebt hatte. Der Stute merkte man kaum an, dass sie einen langen Flug hinter sich hatte und obwohl sie dennoch ein wenig ruhig war und nicht so euphorisch wie in der Manege, wusste ich, dass sich dies noch bessern würde. Lächelnd kraulte ich die Stirn des Reitponys, dessen aufmerksamer Blick schon lange nicht mehr auf mir lag. Dösend hatte sie das rechte Hinterbein angewinkelt, die Unterlippe entspannt und die großen Augen geschlossen. „Ach, Yuki“, meinte ich leise, „dir geht’s auch gut, hm?“
      Wie zur Bestätigung nickte das Pony mit dem Kopf und ein noch viel breiteres, strahlendes Lächeln umspielte meine Lippen. Sie war zwar erst knappe drei Tage auf dem Gestüt, doch schon jetzt verstand sie sich prima mit meinen anderen Stuten, besonders Star hatte sich von ihrer Aura anstecken lassen und immer, wenn die normalerweise so zappelige Braune in der Nähe des Schimmels war, war ihre Unruhe verflogen.
      Als hätte sie meine Gedanken lesen können, trottete Star nun mit gesenktem Kopf auf das Zauntor zu und stupste Yuki sanft an, ehe sie sich mir zuwandte und sich ebenfalls eine Streicheleinheit abholen wollte. Meine freie Hand legte ich auf ihre Stirn, kraulte sanft das weiße Fell ihres Gesichts und stand dort nun, hatte beide Hände auf der Stirn jeweils einem Ponys und war vollkommen überfordert.
      „Wie gern würde ich euch jetzt einfach mitnehmen und durch die kanadische Pampa reiten“, seufzte ich sehnsüchtig, „aber ich muss langsam los, mein Flug geht in ein paar Stunden.“
      Richtig, Flug – mich verschlug es ein weiteres Mal nach Deutschland ins schöne Ostwestfalen, denn vor nicht allzu langer Zeit hatte ich eine Nachricht erhalten, die mich irgendwie … verstörte?
      Es ging darum, dass Larissa sich erst einmal zurückziehen wollte, weshalb sie ihren Bestand auflöste. Sie hatte sich dazu entschlossen, da sie selbst gemerkt hatte, dass sie nicht mehr ihr ganzes Herzblut in ihr Gestüt steckte. Kurz, nachdem ich diese Mitteilung gelesen und ihr viel Glück gewünscht hatte, erinnerte ich mich an Unbroken Soul of a Rebel, einen Paint Horse-Hengst, den ich seit einiger Zeit im Auge behalten hatte. Unbroken war ein wahnsinnig schickes Pferd mit einer außergewöhnlichen Scheckung, die mir direkt in eben jene Augen gesprungen war. Seine Ausstrahlung war beneidenswert und auch, wenn er überhaupt nicht meine Rasse war – ich hatte kurzen Prozess gemacht, mich wegen ihm gemeldet und da Larissa mich gut genug kannte, um zu wissen, wie es meinen Pferden ging, hatte ich nur wenige Minuten später eine Zusage und ein weiteres Pferd, das den Weg nach Kanada antreten würde.
      Im Eifer des Gefechts hatte ich zuerst nicht daran gedacht, Eddi zu kontaktieren, doch als ich daran dachte, dass sie nun ihre eigene kleine Ranch besaß und Larissa die dazu passenden Pferde, hatte ich bei ihr Sturm geklingelt. Gehofft hatte ich nur, dass sie ihr Handy nicht irgendwo vergessen hatte, wie es üblich für sie war.
      Ganze elf Male hatte ich anrufen müssen, damit sie auch endlich den Anruf entgegengenommen und mit einem „Ja, hallo?“ das Gespräch begonnen hatte.
      „Eddi! Eeeendlich erreicht man dich mal! Schalt sofort deinen Laptop ein, ich habe dir einen wichtigen Link geschickt!“ Direkt hatte ich aufgelegt und nur kurze Zeit später eine Nachricht von ihr erhalten, in der sie mich gebeten hatte, ihr doch bei meinem Urlaub in Wyoming gleich noch Dissident Aggressor und Outlaw Torn, bei dem ich zuerst Outlast Torn gelesen hatte und an das Horrorspiel hatte denken müssen, mitzubringen. Bei mir hatte das Fohlen seinen Spitznamen bereits gefunden, ganz im Gegenteil zu Eddi. Die suchte noch verzweifelt nach einem, meinen Vorschlag hatte sie aber nicht annehmen wollen.
      Tja, selbst Schuld.

      Mit Matthew hatte ich noch immer keine Worte außer „Hallo“ und „Hey“ gewechselt, obwohl ich nun schon wieder im Flieger saß. Es ging mir gehörig auf die Nerven, wie wir uns schon wieder aus dem Weg gingen, doch nach den Erzählungen von Gwen und Joli, die ich mir stundenlang anhören durfte, war der Mann wohl in der Zeit, in der ich fort gewesen war, unerträglich und vor allem unausstehlich gewesen.
      „Wir sind da.“
      Total in meinen Gedanken versunken, hatte ich tatsächlich nicht bemerkt, dass der Flieger sicher auf deutschem Bogen gelandet war und dass die Passagiere bereits eifrig klatschten, weil wir unbeschadet angekommen waren. Seufzend wartete ich darauf, dass die Lichtzeichen ausgingen, die uns damit besagten, dass wir uns abschnallen und das Flugzeug verlassen durften.

      „Larissa!“ Stürmisch fiel ich meiner langjährigen Freunde in die Arme, die ich schon so ewig nicht mehr gesehen hatte – und das nicht zuletzt wegen des großen Abstands, der uns voneinander trennte; lagen unsere Gestüte doch fast Welten voneinander entfernt.
      „Lange nicht gesehen, Else“, grinste diese verschmitzt und drückte mich ebenfalls. Als ich einen unterdrückten Lacher seitens Julien hörte, drehte ich mich zu ihm und zog eine Augenbraue in die Höhe.
      „Else? Wirklich?“, brachte er mühsam hervor und ich grinste. „Geil dich ruhig daran auf, wenn du unbedingt musst.“
      „Also, wie geht’s dir? Kannst doch nicht einfach abhauen und eiskalt von der Bildfläche verschwinden, melde dich doch einfach mal! Ich hab mir total Sorgen gemacht“, machte ich ihr Vorwürfe und stieg dann ins Auto, setzte mich auf den Beifahrersitz. Julien wurde dazu verdammt, hinten zu sitzen.
      Die ganze Autofahrt über sprachen wir darüber, was bei uns momentan alles passierte, hatten wir uns doch so viel zu erzählen.

      „Er ist so ein toller Kerl“, schwärmte ich, „du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich dich dafür liebe, dass du ihn mir überlässt!“ Verträumt strich ich über das sanfte Fell des Halses von Unbroken, den ich so zum ersten Mal in Natura sah. Natürlich hatte ich Fotos von ihm gesehen, Berichte über ihn gelesen und hier und da war er auch einmal erwähnt worden, doch letzten Endes war es eigentlich ein totaler Blindfang, den ich da gemacht hatte. Dies war jedoch bereits alles entschuldigt, als ich ihm dann gegenüber stand und ihn mit eigenen Augen sehen durfte. Auch Julien war hellauf begeistert, nicht zuletzt, weil er ein weiteres Westernpferd war, mit welchem er sich beschäftigen konnte.
      „Finger weg, das ist meiner“, stellte ich allerdings direkt klar, als des Mannes Augen voller Vorfreude leuchteten, durch meine Aussage verloren sie ein wenig an Glanz.
      „Das ist doch jetzt nicht dein Ernst, oder?“
      „Natürlich nicht.“
      Und sofort glänzten seine Augen wieder auf.
      „Wie sieht es mit Eddis Neuzugängen aus? Geht’s beiden gut?“, erkundigte ich mich dann nach Dissi und Outlast, die ich ja ebenfalls mitnehmen sollte. Sie würden zunächst einmal einige Zeit bei mir auf dem Gestüt stehen und dann gemeinsam mit Julien und mir den Weg nach Wyoming antreten.
      „Sie freuen sich schon total auf ihr neues Zuhause“, scherzte Larissa und führte mich dann zur nächsten Box; die des Grullos mit dem wilden Langhaar.
      War mir vorher nie aufgefallen, dass der Hengst sogar einen zweifarbigen Schweif hatte, so sprang es mir nun umso eindringlicher ins Auge, beinahe mehr als der ausdrucksstarke Kopf des Pferdes.
      Auch Outlast, das zweijährige Jungpferd, das beinahe komplett weiß war und nur einige braune Flecken (die im Übrigen aussahen wie kleine Farbflecken, wie man sie vom Pinsel kannte, wenn die Farbe auf den Boden tropfte) aufweisen konnte, schien gesundheitlich auf dem besten Stand zu sein. Dennoch verkroch er sich zurückhaltend in einer Ecke der Box und betrachtete Julien und mich skeptisch, wagte dann aber doch einige Schritte nach vorn, als Larissa ihn zu uns rief. „Er ist ein wenig schüchtern, nicht persönlich nehmen“, lächelte sie ermunternd und ich nickte nur, wollte den Junghengst allerdings nicht verschrecken und hielt mich daher bedeckt, auch wenn ich gern seinen Fleck im Gesicht nachgezogen hätte.
      „Durch den VET-Check am Flughafen sollten sie alle drei ohne Probleme kommen, der Tierarzt war erst letztens da und hat sie nochmal alle kontrolliert.“
      „Dann steht dem neuen Heim ja nichts mehr im Wege.“
      Larissas Gesicht bekam einen trüben Ausdruck, doch sie riss sich wieder zusammen. „Passt mir bloß gut auf meine Lieblinge auf“, ermahnte sie uns spielerisch, „wann geht denn euer Flug?“
      „In zwei Stunden müssen wir wieder am Flughafen sein“, seufzte ich theatralisch, „also haben wir noch gut eine Stunde Zeit, um die Pferde vorzubereiten und den ganzen Kram.“

      Vorwurfsvoll wedelte ich mit dem Zeigefinger vor Larissas Gesicht hin und her. „Und vergiss ja nicht, dich zu melden! Einmal ist das in Ordnung, bei einem zweiten Mal müsste ich persönlich vorbeikommen und dir die Leviten lesen, also tauch nicht wieder einfach so unter, ohne mich vorzuwarnen!“
      Lachend nickte meine Freundin, stimmte mir somit zu und versprach mir, von sich hören zu lassen.
      „Indianerehrenwort?“
      „Pinkie Pie-Schwur!“
      Bei der Wortwahl musste ich laut lachen, verdrückte dann im nächsten Moment aber peinlich berührt die Tränen. Wieso musste ich bei Abschieden immer so sentimental werden?
      „Na dann … wir sehen uns.“ Eine letzte Umarmung, letzte Worte, ein letztes, aufmunterndes Lächeln, ein letztes Winken, dann verschwanden Julien und ich auch schon beim Check-In, in den Larissa uns leider nicht begleiten konnte.

      „Wie soll ich diese ganzen Flüge in der kurzen Zeit nur überleben?“, stöhnte Julien genervt, als er sich in den Sitz rechts neben mir im Flugzeug sinken ließ.
    • Eddi
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      Spaziergang
      4. März 2015
      „Die Sonne scheint!“, quietschte Kat aufgeregt, als ich die Küche halbverschlafen betrat. Ich murmelte nur ein „Schön“ vor mich hin und goss mir erst einmal eine Tasse Kaffee ein. Wie konnte dieser Mensch nur um diese Uhrzeit schon so wach und motiviert sein? Kats gute Laune machte es einem immer sehr schwer, selber auch nur annähernd wach zu werden. Wenigstens war ich damit nicht alleine, denn Ethan schaute genauso genervt, als er zum Frühstück erschien.
      Es dauerte nicht lange und Kat brach das Schweigen während wir alle aßen. „Können wir heute was mit den Fohlen machen?“, bettelte sie direkt los und Ethan und ich konnten nur die Augen verdrehen. Kat kannte sich weder mit Pferden aus, noch mochte sie die riesigen Zossen sonderlich, aber Fohlen, ja mit Fohlen konnte man Kat überall hinlocken! Wenn man nicht aufpasste, würde sie uns irgendwann jedes einzelne zu einem verwöhnten Balg erziehen!
      Aber schließlich waren wir gut erzogen und so nahmen wir Kats Vorschlag an. Bei dem schönen Wetter würde ein kleiner Spaziergang nicht schaden und so konnten wir direkt einen Teil der Zäune als Kontrolle abgehen, denn die mussten dringend mal wieder unter die Lupe genommen werden. So zogen wir uns nach dem Frühstück als warm an und liefen, jeder bewaffnet mit einem Halfter, zur Weide der Fohlen.
      Schnell stand fest, wer wen nehmen würde, denn Kat steuerte schon ganz klar auf den kleinen süßen Paddington zu, während Ethan bereits von Panta Rhei belagert wurde. Keine Ahnung was das Lewitzerfohlen an ihm fand, aber sobald Ethan auch nur in der Nähe war, klebte Panta wie eine Klette an ihm. Ich schaute mich seufzend um, um zu entscheiden, wen ich denn nehmen würde. Aber auch mir wurde das abgenommen, als Outlaw Torn angetrottet kam, um sich einige Streicheleinheiten abzuholen.
      Zu sechst machten wir uns auf den Weg zum Putzplatz, wo die verdreckten Vierbeiner erst einmal gründlich geputzt wurden. Die drei Hengstfohlen hatten gute Manieren und schnell das Fohlen ABC gelernt und so war es immer ganz angenehm, mit ihnen zu arbeiten. Als dann alle fertig waren, machten wir uns auf unseren Spaziergang. Den Fohlen schien die Abwechslung zu gefallen, genauso wie uns Zweibeinern.
      Wir waren tatsächlich ziemlich lange unterwegs und der Spaziergang brachte auch mir einiges. Ich hatte mir eine kleine Karte mitgenommen, die unsere Ranch zeigte und zeichnete nun brav überall rote Kreuze hin, wo nachher Ethan am Zaun Hand anlegen durfte, denn es gab einige Stellen, die dringend repariert werden mussten.
    • Eddi
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      Ein Neuankömmling
      22. Juni 2015
      Gähnend watschelte ich Richtung Bad, so müde wie heute war ich schon lange nicht mehr, aber wenn der Tag versprach heiß zu werden, lohnte es sich eben doch, etwas eher aufzustehen, gerade wenn man einen Neuankömmling erwartete.
      Kat sprang wie immer quietschvergnügt in der Küche herum und reichte mir direkt eine Tasse Kaffee. „Danke“, murmelte ich und setzte mich an den Tisch, um mein Getränk zu schlürfen. „Wer kommt heute?“, fragte Kat neugierig und ich erzählte ihr von Long Island Icetea. Ein Reitponyfohlen, was bereits schon einmal in meinem Besitz gewesen war und es nun bald wieder sein sollte.
      „Nessaja wird sich freuen, ihre alte Freundin wiederzutreffen“, meinte ich grinsend. Dann ging es nach dem Frühstück auch direkt nach draußen – die Pferde wollten gefüttert werden. Danach säuberte ich die Offenställe der Jungpferde, ehe ich mir Nessaja holte, sie putzte und ein wenig beschäftigte, bis Icetea kommen würde.
      Als es dann so weit war, brachte ich die beiden Jungstuten gemeinsam auf eine der kleineren Weiden, damit sie sich „kennenlernen“ konnten. Tatsächlich erkannten sie sich recht schnell und tobten gemeinsam über die Weide. Ich ließ sie den Vormittag noch extra und kümmerte mich um die älteren Jungpferde, denn dort ging langsam die Ausbildung los.
      Hollybrook’s Fairy Bluebird und Joyce wurden inzwischen regelmäßig longiert und sollten demnächst an Sattel und Trense gewöhnt werden. „Bald zieht ihr beiden um“, meinte ich lachend, nachdem ich beide Stuten aufgehalftert und von der Weide geführt hatte. Ich putzte sie gründlich und gab Joyce dann an Ethan ab, der mit ihr ein wenig Bodenarbeit auf dem Platz machte, während ich Fee longierte.
      Die Foreststute machte sich wunderbar und würde das perfekte Gegenstück zu Zarin sein, ich freute mich schon darauf, sollte ich die beiden irgendwann doch mal endlich gekört bekommen. Auch von Joyce hörte ich nur Gute. Der interessante Mix aus Criollo und Tinker machte sich sehr gut, eine Kreuzung die man eindeutig ausbauen könnte.
      Nach den beiden kümmerte ich mich um die kleine Tiny Girl. Inzwischen war sie für ihre Rasse schon groß, aber trotzdem der Zwerg auf der Weide, selbst Occani übertrumpfte mein AMH inzwischen. Aber an Arbeitsmotivation war die kleine Scheckung wiederum nicht zu schlagen und so machte sie auch heute bei der Bodenarbeit wieder gut mit. Mein Ziel war ja, sie bald anzufahren, damit wir in Zukunft in diese Richtung gehen würden.
      Raunchy’s Limited trat ich heute an Kat ab. Die liebte die kleine Reitponystute, welche auch immer mehr nach ihrem Vater kam, mir ging es nicht anders. Quintesse of Xaras arbeitete ich selber noch einmal, aber dann mussten auch erstmal die restlichen Offenställe gemacht werden. In der Zeit kümmerte sich Ethan um Prazzy’s Goldbell und Painted Blur. Kat putzte noch Destiny Horror, ehe sie das Mittagessen machte.
      Danach ging es auch direkt weiter. Ich gewöhnte Altyn allmählich an den Sattel, denn der Achal Tekkiner war auch allmählich für mehr als nur Bodenarbeit bereit. Shawnée hatte heute frei und wurde nur ein bisschen von Kat betüddelt, genauso wie Fantasio.
      Mon petit écrou hingegen wurde von Ethan beschäftigt und die beiden hatten auch sichtlich Spaß. Mit Outlaw Torn unternahm ich einen Spaziergang, ehe wir gemeinsam mit Ironic und Ruffian’s Daughter ein wenig Anti-Schrecktraining machten. Outlaw war total entspannt, Ironic erschrak sich ab und an, lernte aber schnell, aber bei Ruffian hatten wir echt noch allerhand zu tun.
      Mellow Billow ließ ich heute auf der Weide, sie hatte ich erst gestern longiert, da musste sie nicht schon wieder dran glauben. Nessaja hatte heute sowieso frei und wurde stattdessen gemeinsam mit Icetea wieder in die kleine Herde gebracht. Das Anfangstheater war groß und daran interessierte sich kaum noch jemand für den Neuankömmling. Alles lief nach Plan.
      Never look back und Dead Memories waren noch recht neu bei uns und so hatten sie immer noch etwas Schonfrist. Nicht anders verfuhr ich bei Paddington, der sowieso noch recht jung war und einfach das Fohlen-ABC lernen sollte.
      Als Abschluss gingen Kat und ich noch mit Caruso und Cruel Twist of Fate ein Ründchen spazieren und ließen die beiden auch im Wasser plantschen. Dann wurde es auch schon Zeit für die zweite Fütterung und das ein oder andere Pferd wollte auch noch geritten werden, ach hätte der Tag nur mehr Stunden.
    • Eddi
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      Der ganz normale Wahnsinn
      11. Juli 2015
      Momentan standen auf der Ranch allerhand Umplanungen an, viele zu Gunsten der Pferde, aber manche auch nicht. So entschied ich mich, einen Teil meiner Vierbeiner abzugeben, ich brauchte wieder ein bisschen mehr Übersicht, so würde ich das Ganze einfach nicht mehr schaffen. Dementsprechend hatte ich direkt meine geliebte Freundin Elisa angerufen und gefragt, ob sie nicht zufällig Interesse an zwei wundervollen Reitponyfohlen hatte. Da sagte sie natürlich nicht nein und schon wusste ich zwei Jungpferde in guten Händen. Einige weitere sollten auch gehen, aber bis dahin musste der Alltag trotzdem weiterlaufen. Dementsprechend begann auch mein heutiger Tag wieder kurz nach um fünf.
      Gähnend stand ich auf, machte mich im Bad fertig, um mir dann unten in der Küche flott eine Tasse Cappuccino einzuwerfen, ehe es auch schon raus zu den Pferden ging. Alle mussten gefüttert werden, die Tränken mussten kontrolliert werden und die Unterstände gemistet. Erst wenn das alles geschafft war, konnte ich mich den Vierbeinern selbst widmen. Heute wollte ich mich da vor allem mit unseren Jungpferden beschäftigen. Für einige wurde es auch allmählich Zeit, dass sie aus den Kinderschuhen wuchsen und in die Fußstapfen ihrer Eltern traten, doch diesen Monat wollte ich ihnen noch Zeit lassen.
      Joyce war zum Beispiel bereits letztes Jahr eingeritten worden, hatte jetzt aber noch einmal eine lange Pause haben dürfen und war in dieser auch noch einmal ordentlich gewachsen. Heute wollte ich sie zumindest mit Sattel longieren, damit sie sich wieder daran gewöhnte. Für Hollybrook’s Fairy Bluebird würde es heute das allererste Mal sein, dass sie einen Sattel und eine gebisslose Zäumung trug. Dafür machte sie das aber wirklich traumhaft und wir konnten das Training mit einen super positiven Ergebnis beenden.
      Tiny Girl und Raunchy’s Limited waren eigentlich auch allmählich an der Reihe, also zumindest Limited. Tiny wollte ich eventuell bald einfahren lassen, sobald sie ihren letzten Wachstumsschub ein Weilchen hinter sich hatte. Sie würde sich sicherlich gut vor der Kutsche machen! Limited longierte ich heute ordentlich, denn die Reitponystute sollte allmählich Muskeln aufbauen, damit wir bald mit dem Einreiten beginnen konnten.
      Bei Quintesse of Xaras wagte ich heute den Schritt: Das erste Mal auf ihren Rücken. Ethan unterstützte mich dabei und führte Quinnie. Das lief besser als gedacht! Aber die Criollostute war eigentlich sowieso dafür bekannt, dass sie alles brav mitmachte. Was für ein Erfolg! Bei meinem Pajero-Nachkommen war ich da leider noch nicht so weit. Prazzy’s Goldbell war nicht so motiviert wie die anderen Jungpferde und deshalb hingen wir auch noch etwas hinterher. Momentan erarbeiteten wir uns das Longieren mit dem Sattel und das Kennenlernen des Gebisses.
      Da war er aber zumindest gleichauf mit seinem besten Kumpel Painted Blur, der sehr motiviert mitmachte, aber auch ein Weilchen brauchte. Die beiden Warmbluthengste würden sich schon noch machen und dann würden alle staunen! Destiny Horror hatte sich inzwischen auch gemacht. Aus dem ängstlichen Fohlen war inzwischen eine doch recht selbstbewusste Stute geworden, die motiviert mitmachte und bereits schon einmal einen Reiter auf ihrem Rücken gehabt hatte.
      Altyn war der letzte in der Gruppe der Großen. Er sah inzwischen immer mehr wie sein Papa aus und ich freute mich riesig darüber, denn während Alazar bereits seinen Ruhestand genoss, sollte Altyn allmählich in seine Fußstapfen treten und bisher machte er seinem Papa auch alle Ehre. Seine Halbschwester Nüsschen (Mon petit ecrou) hatte da noch wesentlich mehr Zeit und genoss ihre Fohlenzeit in der ich sie nur ab und an mit dem Fohlen-ABC nervte.
      Dafür ging ich Shawnée wesentlich mehr auf den Geist. Mein hübsches Welshfohlen war sehr selbstbewusst und testete nur zu gerne, dementsprechend hatte ich mit ihr alle Hände voll zu tun. Angenehme Abwechslung brachte dann immer Outlaw Torn, der Hübsche, welcher stets geduldig war und gerne mitarbeitete. Er würde dieses Jahr auch drei werden und so langsam wurde aus dem Fohlen ein junger Hengst.
      Fantasio, Ironic und Ruffian’s Daughter würden uns demnächst verlassen. Es fiel mir zwar schwer, aber für die ersten beiden hatte ich schon wundervolle Zuhause gefunden. Ironic würde zu seiner Züchterin zurückkehren und dort als stolzer Nachkomme seines Vaters leben. Fantasio würde wahrscheinlich auf eine Ranch in Kanada ziehen, da war ich bisher auch sehr gespannt. Für Ruffian suchte ich hingegen noch, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
      Bei Mellow Billow hatte ich ein Weilchen überlegt, ob ich sie wirklich behalten wollte, aber auch heute, als ich die junge Stute von der Weide holte, wusste ich, dass ich mich von ihr nicht trennen könnte. Mellow war lieb, hübsch und immer motiviert, so etwas gab man einfach nicht gerne ab. Genauso wie Occani, die vergötterte ich auch und vielleicht wäre sie ja das passende Gegenstück für Heartbreaker.
      Sollte ich wiederum Never look back irgendwann abgeben wollen, hatte ich schon eine Interessentin die gefühlt auf heißen Kohlen saß: Elisa. Sie vergötterte die Buckskin-Stute schon jetzt und würde ich ihr auch nur annähernd die Chance geben, sie wäre sofort dabei. Aber bisher hatte ich mich selber in die Stute verguckt und wollte sie gerne als Gegenstück für Feuervogel. Stattdessen plante ich aber, Dead Memories wieder abzugeben. Der Rotfalbe hatte sich in der Zeit auf der Ranch echt gemacht, aber irgendwann trennten sich unsere Wege eben wieder.
      Wen ich niemals abgeben würde, war Paddington. Auch heute war der kleine Hengst wieder zauberhaft und es machte immer tierischen Spaß mit ihm spazieren zu gehen, zu spielen oder einfach nur Quatsch zu machen – herrlich! Sein bester Kumpel war übrigens Cruel Twist of Fate, hätte ja nicht gedacht, dass die beiden sich mal so gut verstehen würden, aber siehe da! Und der dritte im Bunde? Richtig: PFS‘ Caruso. Das NF machte sich wirklich gut und wir übten momentan fleißig das Fohlen-ABC. So war auch der heutige Tag wieder vollgepackt bis zum Geht nicht mehr und ich war echt froh, als ich es endlich geschafft hatte und mich in mein Bett fallen lassen konnte.
    • Eddi
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      Alles hat ein Ende
      27. August 2015
      Grübelnd saß ich gemeinsam mit Kat und Ethan am Frühstückstisch. Ich wusste gar nicht so recht wie ich beginnen sollte, aber vielleicht fing ich einfach an, das wäre wohl das einfachste. „Leute? Ich muss euch was sagen“, meinte ich und zog die Stirn ein wenig kraus. Ethan und Kat sahen mich neugierig an, sie schienen mit nichts Besonderem zu rechnen, maximal mit einem neuen Pferd, aber sonst. „Es ist nicht das was ihr denkt“, sagte ich genervt und haute es dann einfach raus: „Ich ziehe weg. Die Ranch steht schon zum Verkauf.“
      Tja, da waren meine beiden Mitbewohner erst einmal baff, aber es ging nicht anders. Ich hatte die Pause in Wyoming wirklich genossen, aber es war langsam Schluss damit. Ich sehnte mich wieder nach einem richtigen Gestüt und nach Mitarbeitern und genau das wollte ich umsetzen. Kat und Ethan schwiegen, sie schienen nicht so recht zu wissen, was sie sagen sollten. Auch sie hatten diese Pause genutzt, um aus ihrem alten Stress heraus zu kommen, aber beide waren eher Stadtmenschen und nicht für das Land geschaffen und das hatten sie auch schon oft zugegeben.
      Wir frühstückten relativ schweigend zu Ende und dann machte ich mich auch schon auf den Weg nach draußen, die Pferde mussten immerhin versorgt werden. „Ich übernehme die Hengste!“, erklärte sich Ethan bereit und stand mit auf. Schweigend warf ich vier Heubündel auf die Schubkarre und machte mich auf den Weg in Richtung Stutenweide. Die Heunetze wurden alle frisch aufgefüllt und der Rest kam in die Raufen. Dann mistete ich die Unterstände und machte mich auf den Weg zu den Fohlen.
      Im Stall traf ich wieder auf Ethan, der nun auch fertig war. Gemeinsam brachten wir die neueren Pferde auf die kleineren Weiden und misteten deren Boxen aus. Neu waren Fandango und Scheherazade, welche immer noch getrennt von den anderen standen, das war mir doch lieber. Doch schon bald sollten dann auch sie umgesiedelt werden, aber ein wenig Zeit hatten wir ja noch. Da nun die grundlegende Arbeit fertig war, konnte ich mit dem Training beginnen. Dabei standen an vorderster Spitze unsere momentanen Körungskandidaten und davon hatten wir mehr als genug.
      Dementsprechend holte ich Classic Gold und CH’s Sun is Shining von der Weide. Zweitere packte ich erst einmal auf den Paddock und erstere wurde geputzt und zum Longieren fertig gemacht. Den Probedurchlauf für die Krönung hatten Classic Gold und ich schon hinter uns, nun wurde es langsam ernst und ich hoffte, dass das bald mal von Statten gehen würde. Hier in Wyoming hatten sie es nicht so mit regelmäßigen Krönungen, die waren manchmal Monate lang offen.
      Classic Gold longierte ich heute nur locker vorwärts-abwärts. Sie sollte fit bleiben, aber gestern waren wir auf einem Turnier gewesen, deshalb machten wir heute nur muskelkater-vorbeugendes Training. Sunny musste stattdessen mehr dran glauben. Die Araberstute sattelte ich mir und ging mit ihr für ein Stündchen auf den Reitplatz, um die kommenden Aufgaben durchzureiten und unsere Fehler noch auszubessern.
      Danach waren Ice Coffee und Cual Maniaca an der Reihe. Ich schnappte mir Kat für einen kleinen Ausritt und setzte die Anfängerin auf die brave Westernstute. Manni wäre nichts für sie gewesen, sie war viel zu zickig dafür. Der Ausritt verlief aber ganz entspannt, auch wenn Kat nur grummelnde Töne von sich gab. Wieder auf der Ranch traf ich auf Laurel, welche die Reitbeteiligung von Lila Wolken und Hákur war, dementsprechend waren die beiden Isländer heute versorgt.
      „Wenn du fertig bist, können wir auch noch einen Ausritt mit Milka Luflee und Hyreygur machen!“, bot ich ihr an und Laurel schien sich nach einem anstrengenden Schultag sichtlich auf diese Abwechslung zu freuen. In der Zwischenzeit bewegte ich Allelujah und Feuervogel, meine beiden hübschen Palominos. Mit beiden Junghengsten hatte ich genug zu tun und war danach eigentlich auch echt k.o., aber der Tag war noch nicht einmal zur Hälfte rum! Auf mich wartete nun noch ein Dressurtraining mit Dr. Insektor und ein Geländeritt mit Hollybrook’s Zarin. Ethan wollte uns auf Schneeleopard begleiten und das Training beobachten, außerdem wollte ich ungern alleine im Gelände springen, wenn doch einmal etwas passierte, hatte ich keine Hilfe vor Ort.
      Ethan versorgte danach beide Hengste, damit ich in der Zeit erst Animby und dann Absinth longieren konnte. So viele Pferde alleine zu bewegen machte definitiv keinen Spaß. Umso dankbarer war ich dann, als die ersten Pferdemädchen eintrafen. Ich hatte zwei feste Gruppen je fünf Mädchen erstellt, welche zweimal die Woche kamen und Reitunterricht bekamen. Sie hatten auch jeder ein eigenes Pflegepferd und so standen einige Minuten später fünf Stuten am Putzplatz und wurden vorbildlich versorgt.
      Dabei handelte es sich um Apache’s Tomahawk, Caribic Sue, Freeway, Walking in the Air und das Kürbisvieh. Die Mädchen liebten ihre Pferde und gingen immer sehr umsichtig mit ihnen um. Dementsprechend verlief auch die heutige Stunde wieder sehr entspannt und lehrreich. Am Ende standen alle Pferde wieder zufrieden auf den Weiden und die erste Gruppe zog ab. Aber die zweite stand schon in den Startlöchern.
      Da diese aber jünger war, holte ich die Pferde selbst von der Weide. Aus dem Grund fing ich mir Naimibia, Herbsttraum, Occani, Deep Silent Complete und Come Whatever May ein und nahm sie mit zum Putzplatz. Dort wurden sie direkt umzingelt und liebevoll versorgt. Für die zweite Gruppe stand heute ein Spazierritt an und deshalb nahm ich die kleine Little Chocolate Chip als Handpferd für mich mit, während ich mir Chou fertig gemacht hatte.
      Nach dem Ausritt ging es wie immer noch einmal zu den Shetlandponys und diese wurden dann mit Streicheleinheiten und Leckerlis umsorgt. Werina und Mondscheinsonate liebten das besonders, aber auch Window holte sich gerne das ein oder andere Leckerli ab. Hoppla stand mit bei dem kleinen Shetty und bekam dementsprechend auch Streicheleinheiten.
      Danach war auch die zweite Gruppe weg und nun war es bereits später Nachmittag. Ich gönnte mir eine Pause, bei welcher ich bei Khiara El Assuad und Quintesse of Xaras vorbeischaute. Die beiden standen grasend am Koppelzaun und ließen sich gerne ein wenig kraulen. Dann ging es für mich auch schon in den Endspurt. Sika, Cover the Sun, Morning Sun und Raunchy’s Limited wollten noch bewegt werden, außerdem musste ich auch noch bei Joyce vorbeischauen. Danach war ich für heute fertig, die Pferde bekamen noch ihr Abendheu und dann ging es unter die Dusche und zum Abendbrot.
      Am nächsten Tag saßen wir erneut schweigend am Frühstückstisch, bis Kat damit rausplatzte, dass sie eh wieder zurück nach New York kehren wollte und Ethan sich auch dafür entschieden hatte. „Das ist gut. Ich habe nämlich auch schon Interessenten für die Ranch“, meinte ich lächelnd und schaute in zwei entsetzte Gesichter, damit hatten sie anscheinend nicht gerechnet. Tja, so war das Leben.
      Der Tag begann wie jeder andere mit Füttern und Abmisten und dann ging es los mit dem Training. Heute widmete ich das vor allem den Hengsten und Fohlen. Zu allererst waren Leitz und Vertigo an der Reihe. Beide ließ ich freispringen. Danach ging es direkt im fliegenden Wechsel weiter, denn Sikari musste noch longiert werden und mit Rosewell arbeitete ich weiter am Fohlen ABC, das saß nämlich noch nicht so richtig. Piccolo’s Blaze, Niyo und Caillou hatten momentan frei, deshalb hatte ich genug Zeit, mich um unsere Nachzuchten zu kümmern. Korah schmuste ich nur, aber mit Panta Rhei und Amadahy ging es schon in Richtung Bodenarbeit.
      Danach war Talya an der Reihe, die junge Stute machte sich momentan wunderbar, allerdings war sie noch längst nicht an der Reihe. Erst einmal würde Amazed Marlin an einer Krönung teilnehmen und hoffentlich so in die Fußstapfen von They call her Fiorina und Donatella treten. Ebenso war Elliot erst kürzlich gekört wurden und nun der neuste Zuchthengst im Stall. Calimero II musste stattdessen erst einmal lernen, dass man während des Putzens still stand, da hatte er viel mit Frozen Bubble und Nabiri gemein, denn alle drei Fohlen waren die Unruhe in Person.
      Deshalb brauchte ich dann erst einmal eine Fohlenpause und holte mir Pajero und Heartbreaker für einen Ausritt. Heartbreaker ging als Handpferd mit und wir genossen den Ausritt wirklich, er war mal wieder richtig schön entspannt. „Ausritt mit den Westernpferden?“, fragte ich Kat und Ethan und natürlich sagten diese nicht nein. Also machten wir uns gemeinsam mit Dissident Aggressor, Call me a Twist und Morrigan auf den Weg. Die Weidezäune kontrollierten wir nebenbei auch direkt und schlichteten einen heftigen Streit zwischen Golden Ebano und Pawaneeh. Die beiden Vollbluthengste konnten sich noch nie wirklich leiden und zankten sich selbst über den Zaun hinweg an.
      Wieder da stattete ich kurz Aristo und Thorondor einen Besuch ab. Die beiden hatten heute frei, genauso wie Bandit und die drei schienen damit sichtlich glücklich zu sein. Im Gegensatz zu Hugo Boss, der nämlich mit mir in die Springstunde musste, genauso wie Carachillo und Varulv. Denn drei der gestrigen Reitmädels waren schon etwas fortgeschrittener und sprangen für ihr Leben gerne.
      Nach dieser Stunde wurden die Hengste abgesattelt und abgewaschen. Der Tag neigte sich bereits dem Ende zu, dabei musste ich noch Albertino longieren, mit Altyn ins Gelände und mit meinem geliebten He’s called Trüffel wollte ich noch ein wenig Bodenarbeit machen. Denn der junge Hengst stand seit neusten mit bei den großen und wurde allmählich zum Reitpony ausgebildet. Also theoretisch war er schon eingeritten, aber manchmal war er noch etwas schreckhaft und die Kommandos saßen noch nicht, aber genau das wollte ich heute ein wenig erarbeiten, damit dann das Training unter dem Sattel einfacher von der Hand gehen würde. So wie ich Trüffel kannte, würde er sowieso einwandfrei mitmachen und wir würden auch heute wieder große Fortschritte erzielen. Ich erahnte bereits, dass ich das kaum schaffen würde, aber ich gab mir Mühe und siehe da! Am Ende des Tages waren alle Pferde versorgt.
      Der nächste Morgen war von Stress geprägt, denn Kat hatte ein plötzliches Vorstellungsgespräch in New York erhalten und musste deshalb schon eher los. Ich war eigentlich gerade dabei, nach potenziellen Höfen zu schauen, als Ethan ins Haus gestürmt kam und mir wild gestikulierend erklärte, dass der Zaun der Jungpferde ein Leck zu haben schien und die Hälfte davon im Nirgendwo war. Toll.
      Also schnell anziehen und los auf die Suche. Vorher machte ich aber eine Bestandsaufnahme von den Verbliebenen und sperrte das doch beachtlich große Loch im Zaun ab. Da waren noch circa 8 Fohlen. Ich konnte Sibiria entdecken, Caruso, Paddington, Outlaw Torn, Dead Memories, Hollybrook’s Tiny Girl, Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird. Also fehlten eindeutig noch genug.
      Als erstes entdeckte ich mitten im Wald Prazzys Goldbell. Der wollte sich natürlich gar nicht einfangen lassen und kam nur zu mir, weil Shawnée wiehernd und im Eiltempo auf mich zugetrabt kam. Ethan hatte auch Glück und erwischte Dead Memories und Never look back. „Puh. Wäre der was passiert, wäre ich dran gewesen!“, meinte ich lachend und musste an Elisa denken.
      Es fehlten noch Mellow Billow und Mon petit écrou. Die beiden Stuten waren aber gar nicht so weit gekommen wie gedacht und ich hatte auch beim Einfangen Glück. Auf dem Heimweg mit beiden lief uns noch Cruel Twist of Fate über den Weg. Und wieder an der Weide entdeckte ich Ethan mit Unitato und Abendprinz. Nun fehlten ja nur noch…ach ne!
      Da hatte ich noch einmal Glück gehabt, denn Herbstmond lief noch bei ihrer Mama mit und Acariya hatte ich auch mit zu den Welshponys gepackt. Um Sacre Fleur brauchte ich mir momentan keine Gedanken machen, die verweilte noch bei ihrer Mama bei kira, wobei sie auch langsam abgesetzt werden müsste…
      Ein letztes Mal zählte ich durch um zu kontrollieren, ob wirklich jeder da war, dann konnte ich mich zufrieden der Tagesordnung widmen.
    • Eddi
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      Weihnachten
      30. Dezember 2015
      Pünktlich sieben Uhr morgens trällerte mein Wecker „Shake up the happiness, wake up the happiness…“ und versetzte mich zurück in das Gefühl der letzten Tage. Vor kurzem waren wir umgezogen und hatten es Anfang Dezember dann endlich geschafft, dass alle Pferde auf das neue Gestüt zogen und nun stand mir ein Neubeginn vor. Nochmal von vorne, aber es fühlte sich richtig und gut an.
      Seit Tagen verbrachten nun ich und die Pfleger vor allem auch Zeit damit, alles weihnachtlich zu schmücken, denn am 23. Dezember würden wir unsere Weihnachtsfeier haben und bis da waren es nun nur noch knapp vierundzwanzig Stunden, in denen allerhand geschafft werden musste. Die Pferde hatten zwischenzeitlich ein wenig Pause gehabt, denn ich hatte mich erst einmal ordnen müssen.
      Da das Gestüt aber über genügend Weiden verfügte, verbrachten sie ihre freie Zeit eben dort. Da der Winter momentan auch gar kein Winter war, konnten sie auch ungestört über die fast schon zu grünen Wiesen toben und ich musste ein wenig aufpassen, dass sie mir nichts zerstörten, aber so lange es trocken blieb, war alles gut. Tatsächlich war es dieses Jahr wirklich kein Winter. Stattdessen hatten wir täglich um die 15 Grad und Sonnenschein, es war eher wie Frühling.
      Dementsprechend fiel es alle Beteiligten schwer, sich wirklich in ein Winterfeeling zu versetzen, aber es blieb uns ja nichts anderes übrig, wenn in zwei Tagen Weihnachten sein würde. An sich hatte ich an dem Tag meinem ganzen Personal frei geben wollen, aber sie wollten zumindest bis Mittag noch ihren Dienst verrichten und mich bei der großen Anzahl an Pferden unterstützen. Dafür dankte ich ihnen sehr und am morgigen Abend würde jeder noch eine kleine Überraschung von mir erhalten.
      Doch nun musste ich mich erst einmal aus dem Bett schälen und mich allmählich fertig machen, denn die Pferde warteten schon auf ihr Frühstück und dann wollten sie auch schon hinaus auf die Weide. Bisher hatte ich nicht viel Personal, weshalb ich selbst noch kräftig mit anpackte. Jeder hatte eine bestimmte Aufgabe verteilt bekommen, weshalb sie Pferde schon gefüttert waren, als ich angezogen und gefrühstückt in den Stall trat. Stattdessen ging es nun auf die Weide. Immer mit zwei Pferden verließ ich den Stall und brachte sie auf ihre bestimmte Weide. Um dem Personal einen Leitfaden zu geben, hing zum einen im Stall ein großer Plan und zum anderen stand sowohl an den Boxen als auch an den Weiden, wer wo hingehörte. So konnte ich mir sicher sein, dass alle Pferde dorthin kamen, wo hin sie sollten.
      Die Fohlen waren heute wieder besonders aufgeregt, für sie konnte es nie schnell genug nach draußen gehen. Besonders Hidden Flyer und Exciting Force waren immer sehr stürmisch. Die beiden Vollblutfohlen waren noch nicht sonderlich lange in meinem Besitz, weshalb ich sie bisher nur schwer einschätzen konnte, aber ich gab mir Mühe und so langsam kam ich dahinter. Zumindest rissen sie sich inzwischen nicht mehr samt Halfter und Strick los, sondern warteten, bis ich diese entfernt hatten.
      Heute sollte ein normaler Alltag anstehen, trotz der Tatsache, dass der 22. Dezember war, hatten wir noch genügend Anmeldungen für unsere heutigen Reitstunden. Eine würde ich halten, die andere würde auf das Konto einer mobilen Reitlehrerin gehen. Doch vorher wollte ich das sonnige Wetter für einen Ausritt nutzen. Leider fand sich spontan kein Mitreiter, weshalb ich entschied, mich selbst auf Deep Silent Complete zu schwingen und Come Whatever May als Handpferd zu nehmen.
      Die beiden Warmblutstuten kannten sich schon lange und kamen sehr gut miteinander aus, es würde also ein ruhiger und entspannter Ausritt werden, so etwas hatte mir gefehlt! Danach konnte ich dann guten Gewissens in den Tag starten. Tatsächlich waren wir auch nur eineinhalb Stunden unterwegs und nachdem beide Stuten gut versorgt wieder auf der Weide standen, erwarteten mich schon die Reitstunden.
      Die erste Reitstunde hatte etwas eher begonnen, da die Reitlehrerin heute Nachmittag noch woanders hin musste. In ihr liefen nur Herbsttraum und Hugo Boss. Beide unter sehr erfahrenen und talentierten Nachwuchsreitern, welche eine wirklich gute Figur auf den Ponys machten und den Unterricht der Reitlehrerin befürwortete ich auch sehr. Meine Reitstunde würde für fünf Reiter sein, es war ausnahmsweise Abteilungsreiten, was ich ungern machte, aber es konnte auch Spaß machen.
      Ich muss ehrlich sein, die Lewitzer setzte ich an liebsten in den Reitstunden ein. Immerhin züchtete ich sie als talentierte Sportponys für Kinder und Jugendliche. Dementsprechend besaßen sie auch einen ruhigen und rücksichtsvollen Charakter, waren aber denn wirklich talentiert. Das war auch der Grund, weshalb ich für meine Reitstunde Donatella, Elliot, They call her Fiorina, Talya und Carachillo ausgesucht hatte. Schnell waren die Pferde verteilt und die Reiter damit beschäftigt, sie vorzubereiten, denn das musste man bei uns noch alleine machen. Sie hatten dafür gut eine halbe Stunde, je nachdem ob sie eher oder später kamen. Pünktlich um zwölf startete dann meine Reitstunde. Ich ließ sie die Pferde erst einmal aufwärmen und gab den ein oder anderen schon ein paar Tipps. Wir wechselten immer zwischen Abteilungsreiten und freiem Reiten, bei zweiteren nahm ich sie mir auch gerne mal einzeln auf dem Zirkel vor. Es lief wirklich gut, auch wenn ich das Gefühl hatte, danach schon heiser zu sein, aber was tat man nicht für die Jugend!
      Auch das Versorgen der Pferde beobachtete ich aufmerksam und war erst zufrieden, als es sowohl den Pferden als auch der Ausrüstung wirklich gut ging. Einer meiner Reiter schien gerade im Stress zu sein, denn ich fing ihm auf den Hof ab, wo er im fliegenden Wechsel von einem Pferd aufs andere sprang. Gerade kam er mit Scheherazade vom Distanztraining zurück und war nun schon auf halben Weg, um mit Cual Maniaca die nächste Runde anzutreten. Deshalb nahm ich ihm ein wenig Arbeit ab und führte meine braune Araberstute trocken, ehe ich sie noch abbürstete und dann auf die Weide brachte. Scheherazade barg sehr viel Potenzial, doch bisher hatte es sich noch nicht wirklich entfaltet. Leider.
      Da der morgige Tag gefüllt sein würde mit dem Programm unseres Weihnachtsfestes, hatte ich spontan eine Longenstunde doch noch auf heute geschoben. Das Pferd dafür war Kürbis, sie war ideal für die kleine Sechsjährige, welche uns hoffentlich öfters besuchen würde. Gemeinsam machten wir das Pferd fertig. Das Mädchen war sehr wissbegierig und scheute sich auch nicht, direkt nachzufragen. Heute machten wir an der Longe nur leichte Übungen, um ihre Balance und Konzentration zu stärken. Abschließend durfte sie noch ein paar Runden traben, ehe ich sie noch eine Runde um den Hof führte und dann war auch schon Schluss. Ohne Protest ging das zwar auch nicht, aber kommende Woche würde sie ja schon wieder da sein.
      Das Reitschulgeschäft konnte ganz lukrativ sein und ohne würde ich kurz über lang nicht auskommen, wiederum war mir aber das Wohl meiner Pferde wichtig und so basierte mein Prinzip darauf, dass auf jede Reitstunde mindestens zwei Korrekturstunden kamen und ein Pferd nie wirklich öfters als ein bis zweimal in der Woche lief. So dringend nötig hatten wir das Geld dann auch wieder nicht.
      Für den heutigen Nachmittag stand aber noch allerhand an. Ich wollte zumindest auch ein wenig mit helfen und es gab das ein oder andere Pferd, was wirklich nur ich ritt. Das war aus Prinzip Pajero. Den Schecken hatte ich schon, seitdem er ein Fohlen war, weshalb wir eine enge Bindung zueinander hatten. Für heute hatte ich mal wieder ein wenig Geländetraining eingeplant, das liebte er ja abgöttisch und besonders talentiert war er auch.
      Nach Pajero wartete schon mein zweiter Liebling: Thorondor. Jahrelang war ich seine Reitbeteiligung gewesen, dann war er in meinen Besitz gewandert und nun stand der wunderschöne Rappe bei mir im Stall und ging meinem Personal auf den Keks, denn er hatte einen sehr speziellen Charakter. Doch die Freiarbeit machte mit ihm tierisch Spaß und jeder bewunderte den Ausdruck und die Motivation des Pferdes, während wir über den Reitplatz tobten, es war wie immer sehr erleichternd.
      Für den heutigen Tag stand noch ein Springtraining mit Classic Gold an und eine Kutschfahrt mit Little Chocolate Chip. Danach telefonierte ich noch mit Occulta, welche momentan Naimibia als Leihstute für ein Fohlen besaß, schon bald würde meine hübsche Stute zurückkehren, da Occulta gerade dabei war, das Fohlen abzusetzen. Es war ein Traum von Reitpony geworden und wurde schon jetzt (zurecht) bewundert.

      Am kommenden Tag stand die Weihnachtsfeier an. Da diese pünktlich 13 Uhr beginnen sollte hieß es, den restlichen Kram schon vorher fertig zu machen und das war allerhand. Zum einen ritt ich vorher noch Allelujah, denn der hatte sich inzwischen seinen Ruf bei meinen Reitern gemacht und wurde tunlichst gemieden, weshalb ich die einzige war, die ihn vor allem gerne ritt. Danach longierte ich noch meinen Zwerg Hoppla, damit der kleine Kerl über den Winter weg nicht zu kräftig wurde und als letztes ließ ich noch einmal allen Stress von mir abfallen, während ich mit Albertino eine gemütliche Runde ins Gelände ging.
      Und dann ging schon unser Programm los! Beginnen tat das Ganze mit einem Führzügelwettbewerb. Endlich hatten wir eine Beschäftigung für unsere Zwerge gefunden. Werina und Mondscheinsonate liefen auch öfters als Gespann vor der Kutsche, aber Window blieb da immer ein wenig alleine im Nichtstun. Führzügelwettbewerbe und das Training mit den Zwergen machte ihm hingegen riesigen Spaß und unsere kleine Flauschkugel nahm tatsächlich ein wenig ab!
      Occani und Heartbreaker brauchten ein wenig mehr Beschäftigung. Zwar waren beide super kinderlieb und sehr geduldig, aber man sah ihnen doch an, dass es ihnen wesentlich mehr Spaß machte, gefordert zu werden. Sei es nun in der Dressur, im Springen oder im Gelände. Die beiden Welshs waren einfach für alles zu haben.
      Aus diesem Grunde hatten wir angeboten, die ein oder anderen kleinen Reiterinnen darauf vorzubereiten und alle waren wie verrückt gewesen. Es gab natürlich Schleifchen zu gewinnen und für jeden einen Nikolausstiefel mit Leckereien, so dass niemand leer ausging. Das Publikum hatte auch sichtlich Spaß! Danach sollten die Großen zeigen, was sie konnten, denn nun kam eine Hengstquadrille!
      „Bei der Auswahl der Pferde für die Hengstquadrille hatte ich lange mit mir gehapert, denn diese Pferde repräsentierten das Gestüt und sollten auch potenzielle Züchter anlocken. Also hatte ich versucht, so viel wie möglich mit einzubringen: Pawaneeh als Vertreter unserer Vollblüter, Cover the Sun lief als Sportpferd mit, Aristo zeigte die barocke Seite des Gestüts und zu guter hatte ich mich noch für Dissident Aggressor entschieden.
      Ich hatte alles dabei haben wollen und es war mir gelungen! Ich selbst saß auf Dissident Aggressor und jedes Pferd zeigte eine besondere Lektion, so dass Dissi und ich einen Spin zeigten, Aristo die Piaffe, Cover the Sun eine Pirouette und Pawaneeh überzeugte mit seinen Seitengängen. Der Applaus sprach auf jeden Fall für sich!
      Da ich wusste, wie beliebt es bei kleinen Kindern war, boten wir eine Art Ponyreiten an. Es waren immer größere Spaziergänge in das umliegende Gelände, circa eine Viertelstunde, bei welcher die Kinder geführt wurden. Dafür hatte ich Milka Luflee, Hyreygur, Varulv und Cheveyo ausgewählt, allesamt waren Hingucker aber totenbrav und das war das Wichtigste.
      Die Weihnachtsfeier war toll und alle hatten viel Spaß. Gegen 18 Uhr verließen allmählich alle das Gestüt und mit meinen engsten Leuten machte ich noch einen nächtlichen Ausritt bei Vollmond. Gut, nächtlich war übertrieben, aber 19 Uhr war es eben schon stockduster. Wir waren zu viert unterwegs und ritten unsere ruhigen Westernstuten: Kisshimbye, Like Honey and Milk, Ice Coffee und Apache’s Tomahawk. Schöner konnte man es nicht haben. Der Abend endete mit einer Weihnachtsfeier mit einem reichen Büffet und einer Dankesrede samt Geschenken für alle. Dann rückte auch der 24. Schon näher und ich würde allerhand zu tun haben.

      Wirklich viel Zeit hatte ich nicht, ich wollte alles schaffen, aber auch pünktlich 18 Uhr zu Hause sein, das hieß, dass spätestens halb fünf alles geschafft sein musste. Aus diesem Grund stand ich heute wesentlich eher auf, um nach der Fütterung direkt Khiara El Assuad, Golden Ebano und CH’S Sun is Shining in die Führmaschine zu packen.
      Während die drei beschäftigt waren, longierte ich meinen Junghengst Altyn, welcher sich momentan mehr als gut machte und mit dem ich wirklich zufrieden war. Dann widmete ich meine Aufmerksamkeit meinem Neuzugang Cola, welcher immer noch ein wenig in sich gekehrt war, was ich versuchte, mit Bodenarbeit aufzulockern. Wir machten Fortschritte, allerdings eben nur kleine. Da ich heute noch meinen Pferden etwas Gutes tun wollte, ritt ich noch Feuervogel und Morning Sun. Ich wusste, dass die beiden Reitponys sonst vor Langeweile vergingen.
      Da ich noch ein wenig Hilfe von meinem Personal am Morgen hatte, waren auch Lila Wolken, Possy Pleasure Mainstream und Sika bereits bewegt. Für Autumn Leave in the Sky und Dr. Insektor hatte sich auch noch jemand gefunden und so hatte ich doch schon fast meine Liste geschafft. Es war bereits früher Nachmittag, als ich noch zu einem Ausritt mit Flintstone und Schneeleopard aufbrach.
      Danach machte ich alles für den Abend bereit, denn die Pferde bekamen jeweils eine Extraportion Möhren, weil Weihnachten war. Dann ging ich zu meiner Kontrollrunde in den Fohlenstall. Amadahy, Frozen Bubble, Korah, Nabiri, Panta Rhei und Roswell vertraten stolz meine Lewitzerzucht. Es waren allesamt herrliche Nachkommen, auf welche ich mehr als stolz sein konnte.
      Auch über meine Welshponys konnte ich mich nicht beklagen. Acariya wurde von Tag zu Tag schöner, Sacre Fleur langsam immer selbstbewusster und zu Herbstmond brauchte ich nichts sagen, die wurde eh von alles und jedem geliebt und das zurecht! Shawnée und Siberia waren ja damals mehr Zufall gewesen, dennoch wollte ich die beiden Welsh Ds nicht mehr missen und auch heute bekamen sie wieder ihre Portion Knuddeln.
      Vor den Boxen von CH’s Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird blieb ich etwas länger stehen. Beide waren nun langsam bereit für den nächsten Schritt in ihr Dasein als Reitpferd, nur ich zögerte noch ein wenig, ich wollte ihnen so viel Zeit wie möglich geben. Das Gleiche galt für Tiny Girl, doch mein AMH unterschätzte ich zu gerne und wenn ich das tat, zeigte sie es mir auch deutlich.
      Der Tag neigte sich dem Ende und halb fünf standen alle Pferde in frisch gemachten Boxen, mit ihrer Ladung Heu für die Nacht. So konnte ich guten Gewissens duschen und mich umziehen, um dann pünktlich auf den Familienfest zu erscheinen.

      Von meiner Familie konnte kaum einer nachvollziehen, dass ich meine Feiertage mit den Pferden verbrachte, statt mit der Familie, obwohl ich zu jeder Feier trotzdem pünktlich kam, dennoch standen die Vierbeiner an erster Stelle. Diesen Morgen arbeitete ich ein wenig mit den Junghengst Abendprinz und Cruel Twist of Fate. Danach war HGT’s Unitato an der Reihe und dann noch Outlaw Torn. Die Jungpferde brauchten allerhand Beschäftigung, doch ich kam momentan kaum hinterher.
      Deshalb hatte Prazzy’s Goldbell allerhand Flausen im Kopf, genauso wie Paddington und gemeinsam machten sie nur Unsinn! War ich da immer froh über Caruso, der sich nichts anmerken ließ und ein Engel war. Am Ende meines Fohlenrundgangs betüddelte ich noch ein wenig Mon petit écrou, ehe ich mich an die richtige Arbeit machte.
      Vertigo, Caillou und Piccolos Blaze mussten geritten werden. Calimero II sollte noch longiert werden und dann wollte ich zumindest noch mit Joyce oder Sika eine Runde ins Gelände, für die Jungstuten war diese Erfahrung mehr als wichtig. Die restlichen würde ich auf die kommenden Feiertage schieben müssen, denn heute Nachmittag stand bereits die nächste Familienbevölkerung statt.
      Während dieser plante ich aber nur die kommenden Tage. Am morgigen Tag sah ich mich früh mit Amazed Marlin ausreiten, ehe ich gemeinsam mit Hákur neue Lektionen in Angriff nahm. Dann würde ich HGT’s End of Day longieren und an seinen Rückenmuskeln arbeiten, ehe ich etwas bodenarbeitstechnisches mit Fandango machen wollte.
      Am 27. Dezember ging es dann gemeinsam mit drei Freundinnen ins Gelände. Ich selbst ritt Quintesse, während ich den Rest auf Caribic Sue, Freeway und Walking in the Air verfrachtet hatte und dann stand tatsächlich schon fast 2016 vor der Tür! Ich würde Zarin und Golden Ebano ihre homöopathischen Tropfen am 31. Geben müssen, damit sie nicht vollkommen explodierten, wenn dann überall das Feuerwerk losging.
      Zum Glück bestand mein Stall größtenteils aus Pferden, denen das egal war .Call me a Twist und Bandit war das schnuppe, die würde auch neben einem Feuerwerk herlaufen. Morrigan war da nicht viel anders, nur He’s called Trüffel konnte ich da nicht so gut einschätzen, aber das würde sich noch zeigen, nun musste ich erst einmal diese Familienfeier hinter mich bringen!
    • Eddi
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      Frühjahrsputz
      02. April 2016
      Kurz nach Neujahr hatte unser Umzug stattgefunden, so dass wir nun seit fast vier Monaten in Holland lebten. Wie ich es bereits gewohnt war, zog sich alles unglaublich. Es hatte gut zwei Monate gedauert, bis alle Pferde umgezogen waren und ein festes Team hatte ich auch noch nicht, da war ich noch fleißig auf der Suche, aber trotzdem kehrte allmählich eine Routine ein. Und ich liebte unser Gestüt. Den Namen hatte ich so übernommen und so lebten wir nun auf Gestüt Sapala.
      Es lag zwischen Wäldern und Wiesen, ziemlich im Abseits und stellte eine herrliche Anlage da. Das wichtigste war zu Hauf vorhanden: Weiden. Zudem besaßen wir zwei Reitplätze und zwei Hallen plus weitere Trainingsmöglichkeiten wie eine Führanlage und zwei Longierzirkel. Und natürlich gigantische Stallungen, was für uns nun mehr als nötig war. Ganz nebenbei war ich ja in mein Wohnhaus verliebt, hier konnte man sich wohlfühlen!
      Den Pferden gefiel es auch, das spürte man deutlich und das Gelände war auch einfach mehr als idyllisch, denn außer unseren Heuwiesen gab es rundum kaum etwas anderes als Felder, Wiesen und Wälder. Ich war endlich in meinem Traumzuhause angekommen und wenn man sich etwas mehr Zeit nahm, war man mit einem halbstündigen Ritt auch direkt am Meer. Wir befanden uns im Friesland, genauer gesagt in Aurich und ziemlich nah an der Küste.
      Die frische Meeresluft tat allen gut und momentan arbeitete ich auch eine lange Liste an Bewerbungen ab, denn wir waren begehrter als gedacht. Nun war schon April 2016 und wie immer erfasste mich die Frühjahrsputz-Laune. Es gab schließlich immer etwas zu tun und es gab auch noch genug Kisten, die noch ungeöffnet irgendwo standen. Besonders in den Sattelkammern hatte ich bisher nur das Nötigste untergebracht, meine Pferde hatten zu viel Kram!
      Die waren momentan übrigens alle in ihrer Schonfrist. Der Umzug war auch für die kräftezehrend gewesen, aber glücklich waren wir alle. Außer ich in dem Moment, denn gerade klingelte mein Wecker – 5 Uhr in der Früh. Bisher sah es an Mitarbeitern noch mager aus, dementsprechend musste ich selber kräftig mit anpacken was Fütterung, Rausbringen und Misten betraf. Dazu kamen der Papierkram und die Vorstellungsgespräche und so bekam ich kaum noch die Gelegenheit zum Reiten.
      Angezogen, frisch gemacht und gefrühstückt tauchte ich im Stall auf und grüßte knapp die anderen Pfleger, die bereits angetanzt waren. Es war kurz nach sechs und draußen tatsächlich schon hell. Oh ich freute mich so auf den Sommer! Dann würden die Pferde auch 24 Stunden auf den Weiden stehen und wir hätten ein bisschen Arbeit weniger. Aber wirklich nur ein bisschen, denn im Sommer wollte ich alle wieder in Höchstform sehen – mich eingeschlossen.
      Füttern und Rausbringen fraß Zeit. Nachdem dann auch gemistet war, war es schon fast 10 Uhr und ich würde mich für das nächste Vorstellungsgespräch fertig machen müssen. Leider überzeugte mich der Herr um die 30 Jahre weder im Gespräch noch auf dem Pferd. Als Dressurtrainer hatte er sich beworben, weshalb ich ihm für den Proberitt Aristo ausgesucht hatte, einer unserer Dressurässer. Doch sein „Was, ein Barockpferd?“ hatte mich eigentlich direkt abgeschreckt und so hatte ich zwar ein freundliches „Ich melde mich noch einmal bei Ihnen“ herausgebracht, war aber erleichtert, als er weg war.
      Stattdessen ging der Stress direkt weiter, denn heute sollten einige neue Pferde kommen. Ich war dafür bekannt, regelmäßig aufzustocken und da meine liebe Freundin Julie aus privaten Gründen ihren Hof auflöste, kamen einige Pferde aus Schottland zu uns. Zum einen Van Deyk, ein toller Trakehnerhengst mit großem Potenzial, auf dessen Dasein ich mich schon jetzt freute. Des weiteren Ayumi, ein tolles Fohlen aus der Zucht von Siobhan, was mit einer tollen Abstammung daher kam. Dann noch Key, eine Vollblutstute, welche ich noch aus meiner Nasty Past Zeit kannte. Und als letztes was ganz witziges: Ridcully, ein American Miniature Horse. Er sollte das Gegenstück zu meiner Hollybrook’s Tiny Girl werden und dementsprechend war er sofort eingezogen.
      Heute tanzten die drei an, doch während ich noch gut eine Stunde Zeit hatte, schaute ich bei den ehemaligen Neuzugängen an. Die beiden Vollblutfohen Hidden Flyer und Exciting Force waren mir sehr schnell ans Herz gewachsen und entwickelten sich prächtig, ich hatte mich in beide wirklich verguckt. Da wir ja ein riesiges Gestüt hatten, kamen auch Anfang des Jahres zwei Reitponys zurück. Elisa hatte leider verkleinert und so kehrten Never look back und Raunchy’s Limited zurück. Hatte ich sie noch als zerzauste Jungpferde nach Townsend Acres gegeben, kamen sie nun als schicke Turnierponys zurück. Elisa verstand eindeutig etwas von ihrer Rasse und ihrem Geschäft.
      Dementsprechend hatte sie sich auch über Absinth’s erfolgreiche Körung gefreut und war sich sicher, dass Allelujah und Morning Sun genauso schnell ihre Punkte sammeln würden. Ich hatte da ja noch allerhand zu tun, denn sie waren nicht die einzigen Pferde, die in eine Körung geschickt werden sollten. Priorität hatte auch immer noch Feuervogel, den hätte mir Elisa sicherlich auch trotz Verkleinerung aus den Händen gerissen.
      Selbst bei unserem zerstruppelten Neuzugang Cola hatte sie bei ihrem Besuch (natürlich hatte sie ihre beiden Schätze eigens vorbei bringen müssen) neugierig begutachtet. Sie sah das Potenzial, was hinter dem vernachlässigten Pferd steckte. Wir beide kannten Cola schon sehr lange vom Sehen und Hören. Ich musste auch sagen, dass er sich wirklich ganz gut machte, genauso wie seine Leidensgenossin Autumn Leave in the Sky. Beide stammten aus schlechter Haltung und wurden bei uns nun wieder aufgebaut.
      Bei ihrem Besuch hatte Elisa natürlich meine Reitponys auf den Kopf gestellt. Paddington hatte sie unbedingt einen Besuch abstatten müssen und gestaunt, wie schnell der kleine Kerl wuchs. Mit Hugo Boss und Carachillo hatten wir einen entspannten Ausritt gemacht und ausgiebig geplappert, so wie es sich für zwei Frauen gehörte, ehe sie auch noch ihren Senf zu Naimibia und Sika gegeben hatte.
      Naimibia war schon gekört und bereits von ein paar Fohlen stolze Mutter, bei Sika sah ich das ja noch nicht so, doch Elisa ermunterte mich und sah die Rappscheckstute auch schon gekört. Während ich so schön in Gedanken schwelgte, kam der Transporter an und die neuen Pferde mussten versorgt und ausgeladen werden.
      Während Van Deyk erst einmal seine Box mit Paddock bezog, wollte ich Ridcully und das Stutfohlen direkt vergesellschaften. Auf einer kleineren Weide traf Ridcully auf Heartbreaker. Mein Welshhengst war der Chef unserer Zwergengruppe und wenn er Ridcully akzeptierte, würde das auch der Rest tun. Der Rest, das waren Window und Hoppla auch beide problemlos und so stand Ridcully eine halbe Stunde später bei unseren Zwergenhengsten und genoss das herrliche Wetter.
      Ayumi sollte heute nur auf CH’s Destiny Horror und Mon petit écrou treffen. Beides eher ruhigere und ältere Jungpferde und dementsprechend perfekt geeignet und siehe da, es klappte wirklich gut und auch das Fohlen war untergebracht. Um auch Van Deyk noch etwas Abwechslung zu bieten, ging ich mit dem Schecken eine kleine Runde über das Gestüt und kennte ihn etwas lernen.
      So wirklich zum Frühjahrsputz kam ich heute ja nicht, denn es standen noch zwei Schnupperstunden an. Ich hatte entschieden, im kleinen Rahmen gutes Reiten anzubieten und nutzte die Chance einer Ponyschule, um meine Zwerge unter einen Deckel zu bekommen. Da die Ponyhengste heute aber schon genug Aktion hatten, waren die Mädels an der Reihe.
      Tatsächlich hatte sich sogar jemand für Little Chocolate Chip gefunden. Ein kleines dreijähriges Mädchen schwärmte von Ponys und ihre Mutti schien selbst pferdevernarrt zu sein und so kamen sie heute mal zu Besuch. Auch Mondscheinsonate, Occani und Werina waren heute an der Reihe. Alle Kinder waren unter 10 Jahre und bekamen beim Putzen und Satteln die Unterstützung von mir und ihren Eltern (zumeist die Mütter).
      Als alle fertig waren, gingen wir auf den Reitplatz, wo wir erst ein kleines bisschen Theorie paukten und es dann endlich in den Sattel ging und wir die ersten kleinen Runden drehten und auch allerhand Übungen machten. Die Ponyschule war eine schöne Idee, aber ich brauchte auf jeden Fall Helfer. Zum Glück waren es heute nur Schnupperstunden, aber Kinder und Eltern waren mehr als begeistert und so war auch ich glücklich.
      Zweiteres war eine Reitstunde für Fortgeschrittene und unter 18-Jährige. Altersbeschränkungen waren mir an sich egal, aber für das Klima in der Stunde war so etwas doch immer sehr angenehm und die Erwachsenen waren auch immer lieber unter sich. Als Schulpferde hatten sich bereits damals unsere Lewitzer bewährt und auch heute wählte ich fünf von ihnen. Cheveyo, Donatella, They call her Fiorina, Piccolo’s Blaze und Elliot. Die Mädels waren begeistert von ihren Schecken und auch davon, dass man bei uns die Pferde selbst holte und fertig machte.
      Natürlich kontrollierte ich alles und gab Tipps, aber sie machten das wirklich gut. Auch im Viereck konnten sich die fünf Reiterinnen sehen lassen. Natürlich hatten sie ihre Fehler und Probleme, aber genau deshalb kamen sie ja zu uns. Anscheinend kamen diese Schnupperstunden mehr als gut an und während die Mädels quatschend abritten, baute ich meine Geschäftsidee aus, indem ich auch Reitstunden für reine Jungsgruppen und Senioren anbieten wollte. Alles Gruppen, die man so anlocken konnte.
      Mein Prinzip war lediglich, dass für das Pferd pro Reitstunde mind. zwei Korrekturstunden kamen, so dass einerseits sehr gute Schulpferde vorhanden waren, aber eben auch diese nicht überstrapaziert worden. Also würde sich das Pensum auch mehr als Gering halten. Nachdem alle Pferde versorgt waren, ging ich Lewitzerliste kurz durch:
      Vertigo wollte ich im Turniersport, so fiel er als Reitpferd für Schüler weg und bei Talya war ich mir auch nicht sicher, ob es das Richtige war. Genauso wie bei Elliot. Er hatte seine Sache heute gut gemacht, aber ich glaube, Caillou konnte ich mir da besser vorstellen. Und Amazed Marlin ließ ich bisher auch lieber außen vor, sie sollte sich auf ihre Krönung konzentrieren.
      Zum Glück hatten die Fohlen nicht solche Probleme. Sowohl Amadahy, Frozen Bubble, Nabiri und Rosewell als auch die beiden Hengstfohlen Panta Rhei und Calimero II tobten mit dem Rest zufrieden über die Weiden. Aber irgendwann würde auch für sie der Ernst des Pferdelebens kommen. Obwohl, sie hatte noch Zeit.
      Den Nachmittag verbrauchte ich im Büro und plante für die Fohlen. Das machte ich gerne und es war auch nötig, denn so erinnerte ich mich wieder daran, dass ich einige „Fohlen“ hatte, die schon längst nicht mehr so klein waren wie ich dachte, sondern schon mehr als bereit. Hollybrook’s Fairy Bluebird war eine tolle Ponystute geworden, nun bald sechs Jahre, hatte bisher aber noch keinen Reiter gesehen.
      Das Gleiche galt für Prazzy’s Goldbell, dabei wollte ich meinen geliebten Pajero-Sohn gerne langsam unter dem Sattel sehen, er würde seinem Vater alle Ehre machen! Apropos, einen Ausritt mit Pajero würde ich mir heute Abend noch gönnen müssen, zum Glück blieb es immer länger hell. Ach, ich war doch ganz froh, den Winter hinter mir zu haben, auch wenn der Sommer sicherlich wieder heiß werden würde.
      Bei Outlaw Torn war ich mir bezüglich der Ausbildung sehr unschlüssig. Er war bald vier und schon sehr weit, eben weil das bei Paint Horses so gehandhabt wurde, aber genau deshalb wollte ich ihm Zeit lassen und es war ja nicht so, als wäre das Reiten für ihn essentiell wichtig. Das sahen HGT’s Unitato und Cruel Twist of Fate nicht anders und so ließ ich meinen Westernpferden gerne mehr Zeit.
      Und dann gab es da noch meine Welshnachkommen. Alle behalten, nachdem die ältere Generation verkauft worden war. Herbstmond und Acariya waren bisher immer noch meine Favoriten, aber auch Sacre Fleur liebte ich, ebenso wie Shawnée und Sibiria, auch wenn ich nicht recht wusste, was ich mit zwei Welsh D Stuten anfangen sollte, aber irgendwas würde sich schon finden.
      Dann gab es da nur noch Abendprinz und Caruso. Zwei Fohlen sondergleichen, die ich beide sehr liebte. Geplant war in weiter Zukunft ein Fohlen aus Fairy von Zarin, welches als Gegenstück für Caruso dienen sollte, aber im Gegensatz zu Zarin war Fairy noch nicht gekört.
      Und dann hatte ich mich in die Araber verguckt, neben Abendprinz gab es bisher zwei Stuten: Scheherazade und CH’s Sun is Shining. Zwei wunderbare Tiere und eine sogar schön gekrönt. Aus der Zucht meiner besten Freundin Sammy würde mich auch noch ein wahrer Wüstenstürmer erwarten, aber bisher war er noch nicht so weit, ich freute mich aber schon auf ihn.
      Den heutigen Abend verbrachte ich zu meiner Freude dann doch noch auf den Pferd und erkundete mit Pajero die neuen Wege rund um das Gestüt und freute mich natürlich riesig, denn es war so toll! Irgendwann mussten wir einen großen Ritt ans Meer machen, aus unserer Frankreich-Zeit wusste ich, wie sehr Pajero das liebte.

      Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus und wieder war viel los, wie eigentlich jeden Tag auf dem Gestüt. Zur Abwechslung beschäftigte ich am Morgen aber erst einmal Thorondor mit viel Bodenarbeit, damit mein Berber nicht verrückt wurde, denn nur Weide war für ihn einfach gar nichts und so war er einer der wenigen, die mich mindestens fünfmal die Woche zu Gesicht bekamen.
      Ach und die Führanlage hatte ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Spätestens als sie Pawaneeh und Golden Ebano die nötige Bewegung verschaffte. Bei Classic Gold und Khiara El Assuad war die aber noch wichtiger. Die Vollblüter wären mir sonst explodiert. Wer witzigerweise auch richtig Gefallen daran fand, war Freeway, unsere Tinkerstute. Eigentlich ein Pferd, was ich nie in die Führanlage gepackt hätte, aber sie liebte es.
      Heute war mal wieder Bewegungstag, gestern hatte ich ja Pause gehabt. Am Morgen longierte ich Deep Silent Complete und Herbsttraum, ehe ich mit Come Whatever May auf den Springplatz ging. Flott weiter ging es mit einem Ausritt: Apaches Tomahawk als Reitpferd und Caribic Sue als Handpferd. Was die Bewegung betraf, kamen mir die Schnupperstunden recht. Heute war wieder eine und so waren Kürbis, Lila Wolken, Milka Luflee, Walking in the Air und Quintesse beschäftigt und ich auch.
      Danach hätte ich zu gerne eine Pause gehabt, raffte mich aber noch auf Like Honey and Milk zu longieren. Ihre Vorbesitzerin war immer sehr hinterher, dass es der Stute gut ging und so kam sie auch jetzt definitiv nicht zu kurz. Eine Pause stand an und die genoss ich auch wirklich, denn heute Abend hatte ich etwas Besonderes für meine treuen Pfleger geplant. Bisher dachten sie, sie würden zu einer Besprechung antanzen müssen, dementsprechend ahnten sie nichts.
      Doch als es dann so weit war, eröffnete ich ihnen einen Ausritt an den Strand und alle waren begeistert. Wir waren zu elft, also eine ziemlich große Mannschaft, die gute und ruhige Pferde benötigte. Guten Gewissens hatte ich mir direkt Schneeleopard rausgepickt und dann die beiden Westernstuten Ice Coffee und Kisshimbye. Flintstone und Joyce kamen auch zum Einsatz. Die Hälfte war abgedeckt. Für mich hatte ich Fandango rausgesucht, mein kleiner Sonderling im Stall und so fehlten nur noch fünf Pferde und wir waren vollständig. Call me a Twist und Dissident Aggressor waren sowas von mit dabei und dann nahm ich noch Bandit und Albertino mit. Als letztes hatte Varulv die Ehre und so ging es gefühlt auf einen Riesen-Ausritt, den alle Beteiligten sehr genossen, denn am Strand erwartete uns auch noch ein Lagerfeuer.

      Obwohl ich weder trank noch irgendwas desgleichen tat, fühlte ich mich am nächsten Morgen verkatert. Ein langer Ritt plus ein langer Abend waren nichts für jemanden, dessen Wecker fünf Uhr morgens klingelte und so kam ich auch fast zu spät zum Proberitt meiner eventuellen neuen Reitlehrerin. Diese hatte ich auf Altyn gesetzt, was etwas fies war, aber mir dann auch direkt zeigte, dass sie die richtige war, denn mein junger Hengst lief unter ihr wirklich traumhaft, nachdem sie zusammengefunden hatten.
      Halb dösend bespaßte ich nach diesem Erfolg Cover the Sun im Longierzirkel mit etwas Stangenarbeit. Die nutzte ich kurz darauf auch noch einmal mit Possy Pleasure Mainstream, um Rücken- und Bauchmuskeln zu aktivieren. Eigentlich war meine Liste heute mehr als lang, aber aus privaten Gründen bekamen Hákur und HGT’s End of Day frei, so dass ich nur mit Dr. Insektor ins Dressurtraining musste und danach eine Pause im Gelände mit Cual Maniaca einlegte.
      „Ich bewundere dich für dein Durchhaltevermögen!“, hörte ich dann am Telefon, als ich mit meiner Mutti bezüglich meines Geburtstags Ende April sprach, denn ich lud sie nach Holland ein. Und bisher waren sie nicht abgeneigt. Währenddessen ließ ich He’s called Trüffel und Hýreygur freispringen, aber trotz maximaler 50cm war zweiterer einfach nicht begabt.
      Mein Abend endete wieder mal auf dem Pferderücken, nämlich auf Morrigans, welcher mich entspannt gen Gestüt trug, nachdem wir einmal über die schöne Waldwiese gejagt waren und nun genüsslich entspannt in unseren Feierabend spazierten.
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  • Album:
    Hengststall
    Hochgeladen von:
    Eddi
    Datum:
    19 Feb. 2017
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    Height:
    400px
     

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  • Name: Outlaw Torn
    Geboren: 2012
    __________________

    Von: Nacota

    Aus der: Saramont
    __________________

    Rasse: Paint Horse
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Bay Tobiano
    Ee/AA/Ff/+ToTo/+nO
    Stockmaß: wird ca. 160cm

    Beschreibung:
    Der junge Outlaw Torn - benannt nach einem Lied von Metallica - ist ein wahrer Blickfang. Sowohl seine Farbe als auch sein Körperbau ziehen alle Blicke auf sich - und das schon als Fohlen!
    Doch das weiß er nicht so wirklich: er ist schüchtern. Nicht ängstlich, aber er braucht in den meisten Fällen Warmlaufzeit, bis er vertraut - das gilt sowohl für Meschen als auch für Artgenossen und andere Tiere. Zumindest in den meisten Fällen, es gab auch schon die ein- oder andere Ausnahme.
    Wenn er einmal vertraut, ist er das schmusigste, treuste und anhänglichste Fohlen dass man sich vorstellen kann. Trotz seines jungen Alters hört er auf jeden Wink und freut sich, wenn seine Lieblingsmenschen ihm beibringen, dass Hufe geben etwas ganz normales, ungefährliches ist und man mit Plastikplanen wunderbar spielen kann.
    Da er sehr menschenbezogen ist, erschreckt ihn auch nichts - solange der Mensch nicht sichtbar verunsichert ist. Auf einer guten Vertrauensbasis wird er unter dem Sattel sicher einmal ein klasse Gelände-Verlasspferd.Seine Abstammung lässt vermuten, dass er viel Talent für's Westernreiten in sich trägt, insbesondere das Reining könnte ihm später einmal liegen. Dank seiner Schrecklosigkeit wird er sicher auch beim Trail erfolgreich sein können. Durch seine Wendigkeit und seine Geschwindigkeit kann er aber sicher in beinahe allen Westerndisziplinen punkten.
    Auch Distanzritte könnten ihm Spaß bereiten. Er ist bereits jetzt sehr ausdauernd, doch sollte man nicht erwarten, dass er mit extra für diese Disziplin gezüchteten Vollblütern mithalten kann. Trotzdem besitzt er gute Anlagen, auch höhrere Klassen mitzulaufen.Alles in einem ist er ein Traumfohlen, dem durch seine vielseitigen Talente, seinem wunderbaren Charakter und nicht zuletzt seiner Abstammung auch eine Zukunft als erfolgreicher Zuchthengst bevorstehen könnte. Im Moment wird noch nimmals erwartet, dass er jemals Hengstmanieren entwickeln wird - zumindest hatte diese kaum ein Hengst in seinem Stammbaum. Das wird sich jedoch erst später zeigen.

    Ersteller: Monsterflosse
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: Monsterflosse

    Western A
    Distanz A

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    2. Platz 381. Westernturnier

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    1. Platz 285. Distanzturnier
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    Gekört: ja, [BFS 195] Warmblüter + [FS 229] Roans und Fohlen mit Punkten
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    Nachkommen:
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    Offizieller Hintergrund