Gwen

Ohnezahn

New Forest Pony ♂

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Ohnezahn
Gwen, 23 Dez. 2018
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    • Gwen
      Pflegebericht 27.11.2012 - Wie alles begann...

      “Ich bin eigensinnig, stur und nachtragend, wenn mir etwas zu viel wird, spreche ich einfach nicht mehr, da ich keinen Sinn darin sehe, jemanden anzuschreien. Aber ich bin auch eine gute und ehrliche Freundin, fast immer super gelaunt und doch recht selbstbewusst. Tja, das bin ich, Gwendolyn Campbell. Und genau vor vier Wochen traf ein Blitzschlag mein Leben. Ich musste Deutschland, meine Freundinnen und mein ehemaliges Leben verlassen. Und das alles nur, weil meine Eltern eiskalt über meinen Kopf hinweg entschieden haben. Wo bin ich jetzt? Mitten in Kanada, Manitoba, ich mag das Land, aber ich mochte auch mein anderes Leben! Und warum sind wir hier? ‘Ein Tapetenwechsel.’ so nennt es zumindest meine Mutter und selbst meine kleine Schwester Katherina freut sich riesig. Meinem Vater ist es relativ egal, ob er seinen Urlaub in Deutschland oder in Kanada verbringt. Er ist Manager und geschäftlich eigentlich das ganze Jahr unterwegs. Meine Mutter hat letztes Jahr komplett mit ihrer Arbeit als Grafikgestalterin aufgehört und möchte nun Bilder malen. Nun sitze ich hier auf meinem neuen Bett, in meinem neuen Zimmer, und schaue aus dem Fenster auf unser neues Zuhause. Vor mir erstrecken sich saftig grüne Wiesen, einige im altmodischeren Stil gehaltene Gebäude und wenn man ein wenig genauer schaut, sieht man hinter dem Wald den Riding Mountain Nationalpark und den Deep Lake (sehr kreativer Name). Ja, wir sind auf eine Ranch gezogen, mit Stallgebäude, Weiden, Reitplatz und sogar einer Halle. Ich reite, seitdem ich laufen kann und könnte auch niemals damit aufhören, dennoch bin ich nicht glücklich. Ich würde lieber wieder zurück, aber das ist die Vergangenheit und wir leben leider in der Gegenwart."

      “Gwen! Es gibt Essen!” brüllt meine Schwester von der Treppe aus, ich habe mir nämlich das Zimmer auf dem Dachboden ausgesucht, und ich ziehe mir schnell den Kopfhörer aus dem Ohr. “Ja, ich komme…”, flott klappe ich das Buch zu und schalte den MP3-Player aus. Als ich unten ankomme, ist alles schon fertig, es gibt Lachsfilet in Dilsoße. “Gwen, wir wollen uns heute einen hübschen Hengst ansehen, magst du mitkommen?” fragt meine Mutter mich lächelnd und schaut mich erwartungsvoll an. Mir sollte schnell eine Ausrede einfallen, denn auf eine was-weiß-ich-wie-lange-Fahrt habe ich zumindest keine Lust. “Aber Mum, morgen ist der erste Schultag, ich würde lieber mein Zeug noch fertig machen…” Die Antwort ist nur ein leises Seufzen, also beeile ich mich mit dem Essen, um schnell wieder in mein Zimmer zu kommen. Wisst ihr was das gute an meiner Schule ist? Ich muss nur halbjährlich dort hin. Im Winter gibt es nur Heimunterricht, weil bei dem Schnee hier niemand zur Schule kommt. Nach einer halben Stunde fahren meine Mutter und Kathy los. Also hab ich endlich meine Ruhe. Die nächsten stunden verbringe ich also mit meinen geliebten Büchern und Erinnerungen an die vergangene Zeit, bis ich eine SMS erhalte. “Kannst du eine Box herrichten, wir bekommen ein neues Familienmitglied!” schreibt mir meine Mutter. Ich stöhne, nicht auch das noch. Mühselig schwing ich mich auf und runter in den Stall. Fünf beinahe riesige Boxen beinhaltet das Gebäude, dazu eine Waschbox, eine breite Stallgasse, eine Futter- und eine Sattelkammer. Alles sieht aus wie neu und besitzt dennoch noch den Charme des Alten. Auf meine Frage, welche Box es denn sein soll, kommt ein ganz vorne links. Also rauf auf den Boden, zwei Strohbündel runtergeschmissen und einmal Heu und schon geht die Arbeit los. Stroh verteilen, mühevoll Heu in das Netz stopfen und kontrollieren, ob alles in der Box okay ist. Ich überlegte kurz, nach drei Stunden Fahrt würde das arme Tier sicherlich Hunger haben, also machte ich mich auf den Weg zur Futterkammer. Es würde Mash mit Möhrchen und Mineralbricks geben. Es dauerte eine Weile, aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Dank dem heißen Wasser würde es relativ lange warm bleiben, aber dennoch machte ich über den Eimer lieber einen Deckel. Ich brauchte nicht gar zu lange warten, bis ich einen Motor hörte. Aber zwei Autos? Was war das denn für Pferd, wenn die Besitzer es persönlich brachten. Ich hielt mich am Rande, während sie den jungen Hengst ausluden. Ein New Forest Pony und ein Schimmel mit schwarzem Gesicht. Er war recht hübsch, aber total aufgedreht. Er schien sehr zu schwitzen und stresste tierisch herum. Die Vorbesitzer waren froh, als er dann in der Box stand. Es wurde noch alles besprochen und dann fuhren sie wieder. Meine Mutter machte mich mit Ohnezahn bekannt und erklärte mir seine schlechte Vergangenheit. Leicht hatte er es nicht gehabt, ich vertröstete ihn mit dem warmen Mash, was er mit anfänglichen Misstrauen dann auch genüsslich zu sich nahm. “Morgen kaufen wir seine ganze Ausrüstung, Gwen, bitte komm mit.” Ich nickte seufzend. “Und dann beginne ich mit ihm zu arbeiten!” freute sich Kathy riesig. Ob das gut gehen würde? Kathy war zwar schon vierzehn Jahre und kannte sich mit Pferden super aus, aber Toothless (ich hatte ihn jetzt so getauft) würde sicherlich nicht problemlos werden. Mal schauen wie sich das entwickeln würde…
    • Gwen
      Pflegebericht 28.12.2012 - Buon Natale

      “Gwen! Steh mal auf, wir haben etwas für dich!” Ich drehte mich auf die andere Seite und zog mir die Decke über den Kopf. Es war vier Tage nach Weihnachten und ich hatte so gar keine Lust aufzustehen, wozu auch. Wir hatten Ferien und das wahrscheinlich bis Anfang des Frühjahres, weil wir komplett eingeschneit waren, es sei denn man besaß einen Monster-Truck. Mühsam erhob ich mich nach dem fünften Ruf meiner Mutter und zog mich an. “Was gibt’s denn?” seufzte ich, als ich in die Küche kam und meine Familie am Tisch sitzen saß. Sofort sprangen Kathy und Mum auf, nur um mich raus in die Kälte und dann in den Stall zu ziehen. Ich begrüßte kurz Toothless, welcher mir freundlich zu brummelte und sich für meine Schwester anscheinend nicht zu interessieren schien. Ich stöhnte, als ich ihren Blick sah. Toothless war eigentlich ihr Pony, doch der Hengst beachtete sie kaum, vor allem nicht, wenn ich in der Nähe war. Doch das Schimmelpony war heute nicht alleine, in der Box nebenan stand noch ein Forest. “Nein. Ich habe gesagt ich möchte kein eigenes Pferd und dabei bleibe ich auch.” knurrte ich finster und drehte mich zum Gehen um, doch meine Mutter hielt mich am Arm fest. “Nun schau ihn dir doch wenigstens an, er heißt Brown and White Chocolate und ist ein wirklich lieber Kerl.” Ja genau, Toothless war ein Problempferd und hatte eine mehr als finstere Vergangenheit, zu ihm hatte meine Mutter das selbe gesagt. Ich schaute trotzdem kurz in die Box. Brownie war nicht viel größer als Toothless, aber um einiges sportlicher. Er schien schon erfolgreich an Turnieren teilgenommen und eine gründliche Ausbildung genossen zu haben. “Was soll ich mit ihm?” fragte ich ironisch. “Na reiten, du dumme Nuss.” antwortete mir Kathy und bekam einen bösen Blick zurück. “Nein.” sagte ich und verließ den Stall. “Bitte Gwen, versuche es doch wenigstens!” lief meine Mutter mir hinterher. Ich knurrte vor mich hin, ich wollte nicht schon wieder streiten, sondern lieber alleine in meinem Zimmer sitzen, doch sie ließ mich nicht in Ruhe. “Wie wärs, wenn du ihn Kathy gibst, dann kann sie ihn reiten! Toothless wird ihr eh nie Vertrauen.” das war zwar gemein, aber es war ehrlich und ich wusste, wie ich die beiden damit verletzen würde und tada, Kathy hatte es auch gehört. Ich verschwand so schnell es ging in meinem Zimmer und verschloss die Tür. Stundenlang saß ich auf meinem Bett und schrieb oder machte Hausaufgaben, was anderes blieb mir ja nicht übrig. Vom Fenster aus konnte ich Toothless und Brownie auf der Weide beobachten. Es war schon knuffig zu sehen, wie Toothless Angst vor dem Schnee hatte, sich einerseits wälzen wollte, dann aber wiederum Angst davor hatte. Brownie schnoberte hingegen todesmutig hindurch und Schnee schien sein Element zu sein. “Kathy und ich gehen einkaufen, wir sind bald zurück.” ertönte es von der anderen Seite der Tür. Ich bejahte und wendete mich dann wieder meinem Buch zu. Endlich hatte ich das Haus für mich alleine und würde nicht genervt werden.
      Als ich irgendwann hinunter in die Küche ging, der Hunger leitete mich, fiel mir auf, dass es draußen inzwischen dunkel war und meine Mutter und Schwester immer noch unterwegs waren. Erst da kam ich auf die Idee mal wieder auf mein Handy zu schauen. ‘3 entgangene Anrufe, 2 neue Nachrichten’. “Ach herrje.” seufzte ich und schaute schnell nach. Die beiden steckten in einer Schneeböe fest und würden erst morgen wiederkommen, da sie nicht eher aus der Stadt kamen, ich sollte mich doch bitte um die Pferde kümmern. Na toll, voller Elan zog ich mich warm an und stapfte dann durch den Schnee in den Stall. Dort machte ich kurz die Boxen frisch, also altes Stroh und Pferdeäpfel raus, frisches Stroh rein und die Heunetze auffüllen. Dann bereitete ich für beide Pferde warmes Mash mit Mineralbricks und Möhrchen vor, denn sie waren mehr als zu lang auf der Weide gewesen. Dann schnappte ich mir die zwei Halfter und lief zur Weide. “Brownie, Toothless!” Zu meiner Verwunderung kamen sofort beide Hengste an, dabei hatte ich gar nichts mit ihnen am Hut. Ich halfterte beide flott auf und brachte sie in den Stall. Als sie in den frischen Boxen standen, schloss ich die Stalltüren und befreite beide von dem restlichen Schnee und legte ihnen Abschwitzdecken über, welche meine Schwester kürzlich in der Stadt gekauft hatte. Ich kontrollierte noch mal ob alles okay war und verließ dann den Stall. Im Haus kochte ich mir als erstes einen heißen Tee, um selbst wieder aufzutauen, als das Telefon klingelte. Es war meine Mutter, welche sich schon riesige Sorgen machte. Doch ich konnte sie beruhigen und sie war sehr verwundert, dass beide Hengste sofort zu mir gekommen waren. Mich interessierte das eher weniger. Ich sollte die beiden morgen noch füttern und gegen Mittag würden Mum und Kathy wieder da sein. Ich machte es mir stattdessen auf dem Sofa mit Tee und Keksen gemütlich.
    • Gwen
      Pflegebericht 27.02.2013 - Verschrecktes Reh

      “Gwen! Steh auf! … Wir brauchen deine Hilfe!” Mehr bekam ich von dem Gequassel meiner Mutter nicht mit, welche auf meiner Treppe stand und krampfhaft versucht, mich mit ihrer Stimme aus dem Schlaf zu holen. Ich drehte mich auf die andere Seite, um sie anschauen zu können und wollte erst einmal wissen, was denn los war. Denn zu meiner Verteidigung: Es war ein kalter, grauer Wintersonntag und mein Wecker zeigte mit 7.30 Uhr an, definitiv eine untypische Zeit. Doch dann konnte ich dem gehasteten Vortrag meiner Mutti die beiden Wörter Ohnezahn und Kathy entnehmen und das sagte eigentlich schon alles. Ich sprang aus dem Bett und zog mir rasch meine Sachen an. Zusammen mit meiner Mutter eilte ich hinaus zu unserer Hausweide, wo ich meine Schwester total in sich gesackt und weinend am Zaun sitzen sah. “Er ist einfach…einfach…weggerannt. Ich wollte das nicht…Gwen, wirklich nicht!” schluchzte sie. Auch wenn es gemein war, ignorierte ich ihr Gestammel. Stattdessen schaute ich mich um. Der kalten Nacht verdankten wir einen kräftige neue Schneeschicht und die Hufspuren waren eineindeutig zu sehen, als kämpfte ich mich zum Stall durch und schob mich durch die Tür. “Ravi, ich brauche deine Hilfe.” murmelte ich, während ich die an der einen belebten Box vorbei lief, um eine Trense zu holen. Danach schleimte ich mich mit einer Karotte bei unserer Stute ein und trenste sie geschwind auf, eh ich sie aus dem Stall führte. Mit ihren 1.49m Stockmaß machte sie es mir jedoch nicht leicht, ohne Hilfe auf ihren Rücken zu gelangen. Gott sei Dank besaß die Stute eine Engelsgeduld und mit viel Gewürge schaffte auch ich es auf den blanken Rücken. Im übrigen war es von mir nicht beabsichtigt, ohne Sattel zu reiten, nicht dass ihr denkt ich will wie eine Pferdeflüsterin wirken. Im Gegenteil, ich hätte tausend mal lieber einen Sattel gehabt, aber der war noch bei unserem Sattler in Bearbeitung beziehungsweise wir hatten noch nicht einmal einen wirklich gekauft. Und der übernommene passte ihr gar nicht mehr, dafür war sie schlichtweg zu dick geworden. “Ich finde ihn.” startete ich einen halbherzigen Versuch, Kathy zu trösten. Dann trieb ich Ravi an und wir bahnten uns einen Weg durch den kniehohen Schnee, immer den Spuren entlang.
      “Wer weiß wo Toothless schon steckt…” seufzte ich und tätschelte Ravi den Hals. Oh nein! Erst jetzt fiel mir noch meine Dummheit auf, ich hatte weder Leckerlies noch irgendeine Art von Halfter dabei. Selbst wenn ich Toothless also finden würde, wie sollte ich ihn dann zurück zum Stall bringen? Während wie also durch den eiskalten Wald dümpelten, regte ich mich künstlich über meinen Idiotismus auf. Allerdings fragte ich mich auch, wie Toothless abhauen konnte. Meine Schwester und meine Mutti brachten ihn zwar äußerst ungern auf die Weide, aber bisher, war er noch nie abgehauen oder hatte auch nur annähernd Anstalten dazu gemacht. Der Verkauf von Brownie schien ihn doch getroffen zu haben. Wir, also Kathy und Mum, hatten entschieden, den Hengst wieder zu verkaufen und stattdessen Ravi zu holen. Wohl wahr, Brownie war einfach zu viel Turnierpony gewesen, als dass er unsere doch robuste Haltung ausgehalten hätte. Immerhin war er geschoren zu uns gekommen und selbst mit Decke kann ich mich an keinen Tag erinnern, wo er nicht hustete. Nun musste Toothless aber alleine auf der Weide stehen und das schien dem Guten wahrlich nicht zu gefallen. Denn bisher war er noch ein Hengst, da der Tierarzt es bei den Wetterbedingungen einfach nicht zu uns schaffte. Sonst hätte er schon längst mit Ravi zusammenstehen können, aber wahrscheinlich hätte ihm das auch nicht gereicht, denn seinen Freund hätte sie nicht so schnell ersetzen können. Nach Ewigkeiten des Wanderns gelangten wir auf eine Waldlichtung. “Oh je…” stöhnte ich. Toothless schien auf der Lichtung hin und her gehetzt zu sein, denn die Spuren gingen kreuz und quer. Doch Ravi spitzte schon die Ohren und blickte nach rechts, sie schien etwas erspäht zu haben. Tatsächlich schlich ein kleiner Ponyhengst aus seinem Versteck heraus auf uns zu. Ich musste mir wahrlich ein Lachen verkneifen. Toothless’ Haar war voller Tannenzweige und dreckig sah er auch noch aus, wie ein richtiges Wildschwein. “Toothless? Kommst du mit nach Hause?” Eigentlich dämlich, aber was anderes viel mir nicht ein, denn ich hatte nichts womit ich ihn hätte holen können. Allmählich wanderte der kleine Schimmel auf uns zu, beschnupperte zunächst Ravi, danach mich. “Ist dir auch so kalt wie mir?” seufzte ich und streckte ihm meine Hand entgegen. Diese zog ich jedoch recht schnell zurück und wendete Ravi, um unseren Heimweg anzutreten. “Kommst du?” fragte ich, als wir uns schon etwas weiter entfernt hatten, Toothless und blickte ihn an. Dann drehte ich mich wieder um und musste lächeln, als ich es traben hörte und ein brummelndes Pony neben mir auftauchte und sich an Ravis Seite genehmigte.
      Der Heimweg dauerte Stunden und als wir endlich den Hof sahen, waren wir alle komplett durchgefroren. Wie selbstverständlich ritt ich mit Ravi auf die Weide und da Toothless uns schon ewig hinterher trottete, fiel ihm auch das nicht auf. Dann sprang ich von dem Rücken der Stute, schloss schnell das Gatter und schnappte mir das Halfter, was immer noch am Boden vor dem Tor lag. Ohne Probleme ließ sich Toothless aufhalftern und so konnte ich beide Pferde in den Stall bringen. Zu allererst wurden beide in ihre Boxen verfrachtet und eingedeckt. Dann mischte ich warmes Mash mit Obst und Mineralien an, um die beiden auch innerlich aufzuwärmen. Nachdem beide genüsslich mampften, verschwand ich erstmal kurz ins Reiterstübchen und zündete den Holzofen, welcher den ganzen Stall erwärmte neu an und legte einiges an Holz nach. Dann begann ich noch Toothless gründlich zu putzen, damit er wieder nach Pony aussah und auch Ravi gönnte ich eine Massage, denn laut unserer Stalluhr war es jetzt schon 13.00 Uhr. Nachdem beide Pferde versorgt waren, gab es noch eine kleine Heuration und dann schloss ich die Stalltür gut hinter mir ab und huschte ins Haus. Dort huschte ich sogleich unser Bad und ließ angenehm heißes Wasser in die Wanne. Denn auch ich war wie ein Steinklotz, kein Wunder nach fünf Stunden auf dem Pferderücken in dieser Kälte.
    • Gwen
      Pflegebericht 01.05.2013 - Carpe Diem

      Ich gähnte genüsslich und blickte zufrieden aus dem Fenster. Es war erst um acht und doch schien schon die Sonne in mein Zimmer. Der Frühling zauberte mir schon jetzt ein Lächeln ins Gesicht. Es war einfach herrlich zu sehen, wie alles wieder zu leben begann. Die letzten Wochen der Kälte und des Schnees hatten sich endlos gezogen und hier in Kanada jede Bewegung lahmgelegt. Nicht mal mehr die Pferde hatten auf die Weide gewollt, sondern waren lieber im warmen Stall geblieben. Nun war seit einer Woche der Schnee verschwunden und die Temperaturen stiegen sogar fast über 10°C! Da musste man glatt aufpassen, nicht gleich mit schwitzen anzufangen. Der Frühling weckte in allen wieder den Tatendrang, so dass ich sogar motiviert war, in der Schule mein Bestes zu geben. Heute hatte ich frei, warum hatte ich nicht ganz verstanden, wahrscheinlich einer dieser beweglichen Ferientage, den sie Gott sei Dank auf diesen wundervollen Tag gelegt hatten! In den letzten Wochen hatte sich bei uns viel getan, denn damit wir wieder ein ausgeglichenes Verhältnis haben würden, wollten wir uns noch zwei Pferde anschaffen, eine Stute und einen Hengst. Eher gesagt, die Stute war schon da. Auf einem Turnier waren wir auf Magical Touch, eine wundervolle Irish Tinker Stute, gestoßen und hatten uns sofort verliebt. Außerdem passte sie hervorragend zu Ravi, welche nun eine Weidepartnerin besaß. Auch für Toothless hatten wir uns mächtig ins Zeug gelegt, bis ich aus Zufall auf die Seite einer New Forest Zucht gestoßen war und mich in Altair verliebt hatte. Ich muss zugeben, inzwischen begann ich mich mit meinem Schicksal abzufinden, nachdem wir nun schon über einem halben Jahr in Kanada waren und da die Pferde meine einzigen Verbündeten in manchen Sachen zu sein schienen, pflegte ich inzwischen ein inniges Verhältnis zu ihnen. Unten in der Küche erwartete mich schon ein frisch gedeckter Frühstückstisch und meine Familie. Gemeinsam mit meiner Mutter und meiner Schwester frühstückte ich in aller Ruhe. „Kathie, kommst du?“ rief ich eine halbe Stunde später ungeduldig vom Flur aus, wo ich schon fertig angezogen stand. Erst wollte sie unbedingt mithelfen, die Pferde auf die Weide zu bringen und nun? Trödelte sie herum. Als sie dann auch endlich fertig war, liefen wir flott in den Stall, ich warf Kathie die Halfter von Magic und Ravi zu, während ich mir selbst das von Toothless schnappte. Trotz der positiven Entwicklungen in den vergangenen Monaten, war Toothless immer noch sehr scheu und misstraute dem Menschen mehr als alles andere. Ich musste aber auch ehrlich zugeben, dass ich mich nicht großartig mit ihm beschäftigt hatte, dazu hatte uns beiden in den kalten Monaten einfach die Motivation gefehlt. Dennoch ließ er sich problemlos aufhalftern, denn er wusste genau, dass ich ihn nur auf seine Weide bringen würde. Die beiden Stuten vergnügten sich schon in der Morgensonne und auch Toothless konnte es kaum erwarten, auf seine Weide zu gelangen. Danach marschierte ich zurück in den Stall, um gemeinsam mit meiner Schwester auszumisten. Eine Stunde lang wirtschafteten wir im Stall, um alles wieder auf Vordermann zu bringen. „Wie wäre es mit einem gemütlichen Ausritt als Belohnung? Wir sollten unseren freien Tag nutzen.“ grinste ich meine Schwester an. „Aber ich mag Magic reiten!“ quietschte sie freudig und holte die Stute von der Weide, ehe ich etwas antworten konnte. Lächelnd holte ich mir Ravi von der Weide. Ich mochte die kräftige Mixstute und ritt gerne mit ihr aus. Meine Schwester stand da jedoch mehr auf die Tinkerstute mit ihrer langen Mähne. Wenn Magic nicht mehr in die Kaltblutrichtung gegangen wäre, wäre sie bei mir schon längst als Barbiepferd verschrien gewesen. Wir putzten beide Stuten gründlich, ehe wir uns ans Satteln machen. Die beiden Tiere warfen schon jetzt Unmengen von Winterfell ab, wie würde das nur werden, wenn es noch wärmer werden würde? Innerlich stöhnte ich schon auf, wenn ich an diese Arbeit dachte. Als wir fertig waren, schwangen wir uns in die Sättel und ritten gemütlich los, so konnte man seine schulfreien Tage wahrlich genießen! „Heute bestehe ich aber auf eine Revanche!“ jauchzte Kathie. „Und diesmal werden Magic und ich gewinnen!“ grinste sie. Ich schüttelte nur lachend den Kopf, vielleicht war Ravi schon älter als Magic und doch war die Stute in Wettrennen einfach unschlagbar.
    • Gwen
      Pflegebericht 12.06.2013 - Ein neuer Freund?

      Während ich noch halb verschlafen am Frühstückstisch saß und meine Cornflakes in mich hinein futterte, war Mama schon wieder hoch aktiv und arbeitete eine ihrer neusten und auch recht verrückten Ideen aus. Ihr Vorhaben: „Wir bieten Reittouren durch den Riding Mountain Nationalpark an!“. Ihre Begründung: „Irgendwie müssen wir ja auch unser Geld verdienen.“. Ich nahm es resigniert auf und akzeptierte es einfach, ändern würde ich es sowieso nicht können, wobei ihr Argument mit dem Geld schwachsinnig war, da wir nun wirklich nicht vor dem Ruin standen. „Könnten wir uns vielleicht erst einmal um das Hier und jetzt kümmern?“ fragte ich seufzend. „Toothless kann nicht ewig ohne einen Gefährten bleiben.“ sprach ich das momentan sehr beliebte Problemchen an. Wir hatten Chocolate verkauft, doch nun stand unser kleiner Schimmel momentan alleine auf seiner Weide, da wir ihn logischerweise nicht mit zu den Stuten lassen konnten und da die Kastration für meine Mutter nicht in Frage kam, war die einzige Lösung, dass wir einen weiteren Hengst kauften. Natürlich hatten sich meine Mutter und meine Schwester sich schon darum gekümmert, doch diesmal hatte ich mitgewirkt. Unser Neuankömmling würde Altair heißen. Seine Attribute waren jung und sportlich und einfach ein Traum von Pony. Mit ein wenig Training würden wir so schnell ein geniales Turnierpony haben, denn ich wusste, wie gerne Kathy sich auf Turniere freuen würde. „Jaja, Altair kommt heute Nachmittag. Sagt mal, müsst ihr nicht langsam los?“ fragend blickte uns unsere Mutter an und als ich auf die Uhr schaute, traf mich der Schlag. Noch fünf Minuten, dann würde der Bus ohne uns fahren! Ich sprang auf, packte mein Zeug zusammen und lief los, Kathy tat es mir gleich. Mit bescheidener Knappheit kamen wir gerade bei der Bushalte an, als der Bus um die Ecke bog.
      „Wieder da!“ rief ich und lief hoch in mein Zimmer, um mich meines Schulzeugs zu entledigen und flott in die Stallklamotten zu schlüpfen. Draußen begann ich direkt mit den Ausmisten unserer Boxen. Es dauerte nicht lange, bis ich meine Mutti antraf. „Kannst du gleich die Box für Tair fertig machen?“ fragte sie mich und ich nickte. Nach einer halben Stunde war alles vorbereitet und ich bereitete unserem Neuankömmling einen Obstsalat mit Schwarzkümmel und Leinöl zur Begrüßung vor. Tatsächlich kam eine Stunde später ein großer Pferdehänger auf unsere Ranch gefahren und ich staunte nicht schlecht, als ich den Luxus der Pferdebesitzer erkannte. Altair schien also aus einem recht reichen Hause zu kommen, allerdings wunderte mich das bei seinem Aussehen und Talent auch nicht wirklich. Er wurde von zwei Pflegern ausgeladen und ich zeigte ihnen den Weg zur Box. Sie lobten uns für den herrlich hellen und großen Stall und die einladenden Weiden. Ich verkniff mir den Kommentar, dass auch wir dort ziemlich viel Geld reingesteckt hatten. Meine Mutter verzog sich mit dem Vorbesitzer in ihr Büro und machte den Papierkram fertig. Als alles erledigt war, fuhren die Vorbesitzer wieder. Ich hatte währenddessen Altair bereits mit seinem Willkommensgeschenk versorgt und beobachtete sein Verhalten. Er schien doch sehr entspannt zu sein und wirkte äußerst zufrieden. „Mal sehen wie du nachher auf deinen neuen Boxennachbarn reagierst.“ murmelte ich. Tatsächlich war es schon bald Zeit, die Pferde wieder reinzuholen. Mama und Kathy kümmerten sich um Ravi und Magic, während ich mir Toothless schnappte. Dem jungen Hengst fiel sofort der neue Nachbar auf und nachdem er seine erste Scheu überwunden hatte, wurde er doch neugierig und begann sich mit Tair bekannt zu machen. Beide schienen voneinander nicht sehr abgeneigt zu sein, so dass ich mich beruhigt an die Abendfütterung machte. Außer einem kurzen Quietscher von Seiten Toothless' blieb es den restlichen Abend über vollständig friedlich. Beim Abendessen plante ich den morgigen Tag, denn wir wollten Tair auf die Nachbarweide von Toothless stellen, um sie bald vollständig miteinander zu vergesellschaften. Ich hoffte nur, dass Toothless nicht zu große Probleme machen würde.
    • Gwen
      Tierarztbesuch 30.06.2013 - Tierklinik Dawning of a new Day
      © Quall

      Gwen gab mir einige Tage nachdem ich ihre drei neuen Kaltblüter untersucht hatte noch einen Auftrag. Ich sollte Ohnezahn, Altair, Ravi und Magical Touch komplett impfen und entwurmen. Die Wurmkur war schnell eingepackt und ich waschte die Spritzen, ehe ich sie mit dem Impfstoff füllte. Dann packte ich alles in mein Auto und fuhr los. Ihr Hof war nicht sehr weit von der Klinik entfernt, also war ich sehr schnell da. Sie hatte die vier Pferde schon angebunden und wartete auf mich. Ich begrüßte sie kurz und packte dann alles aus. Als erstes kam Ohnezahn dran, weißes New Forest Pony. Er war recht scheu und zog immer wieder sein Kopf weg, als ich ihn streichelte, da er die Spritze in meiner anderen Hand bemerkte. Gwen kam zu uns und beruhigte ihn und er wurde sofort still. Ich nutzte den Moment und führte die Spritze in seine Haut am Hals ein, bis der komplette Impfstoff in ihm war. Ich lobte ihn und ging dann zu Altair, ein brauner New Forest Hengst. Hier verlief die Impfung ohne Probleme, sodass ich mich direkt meinem nächsten Patienten widmen konnte, Ravi, ein Norwegermix. Ich holte die Spritze für sie und erst ging sie einige Schritte zurück, als ich sie jedoch streichelte, wurde sie ruhiger und ließ sich impfen. Magical Touch, eine Irish Tinker Stute, war sehr ruhig und ließ alles über sich ergehen, ohne irgendwelche Probleme zu machen. Ich lobte die Stute und ging dann zurück zu meinem Auto, wo ich vier Portionen Heu mit der Wurmkur fertig stellte. Ich gab erst Ohnezahn eine Hand voll Heu, dann Altair, dann Ravi und dann Magical Touch. Alle Pferde nahmen die Wurmkur, die in dem Heu vermischt war, ohne Probleme an. Somit war ich auch hier fertig und konnte meine Sachen einpacken.
    • Gwen
      Pflegebericht 20.07.2013 - Ein Querdenker

      Heute war ich schon früh unterwegs, bereits vor dem Frühstück hatte ich schon die Pferde auf ihre Weiden gebracht und saß nun mit meiner Mutti und Kathy am Frühstückstisch. Wir planten gerade die Vorbereitungen für unsere baldigen Turniere. Es würde das erste Mal sein, dass wir mit den Pferden einen Wettkampf bestreiten würden. Die drei „Glücklichen“ waren Tair, Ravi und Magic. Wir hatten uns zu einem Dressurturnier angemeldet, bei welchem ich unseren jungen Wallach reiten würde und meine Schwester, für welche es ihr erstes Turnier im Leben war, die gutmütige Ravi nehmen würde. Zweiteres Turnier wollten wir in der Disziplin der Distanz bestreiten. Wieder würde ich mit Tair antreten, während Kathy mit Magic ihr Glück versuchte. Als ich mit dem Frühstück durch war und mein Kopf schon vor lauter Neuigkeiten pochte, verabschiedete ich mich in den Stall. Dort schnappte ich mir das Halfter von Toothless und marschierte zur Weide. Wie immer hatte ich Leckerlies in meiner Tasche und das wusste der freche Kerl auch sofort, weshalb er mir wie ein Sonnenschein entgegentrabte. Gemeinsam gingen wir zum Putzplatz, wo ich begann, in aller Ruhe mit Toothless die Prozedur durchzugehen. Er mochte es ja gar nicht still zu stehen, aber auch das sollte gelernt sein. Es klappte auch immer besser, vor allem, weil ich die letzten Male fast nur das Putzen mit ihm geübt. Heute wollte ich endlich zur Bodenarbeit übergehen und ich hoffte, dass ich inzwischen genug Vertrauen zu Toothless aufgebaut hatte. Immer noch war er der scheue Hengst und jeder, der ihn nicht kannte, würde ihm stets den Charakterzug unberechenbar anhängen. In letzter Zeit war er auch immer mal wieder abgehauen, was uns so manche Scherereien eingebracht hatte. Aber diese Flegelphase zeigte lediglich, dass er endlich wieder zu einem Pferd wurde. Als ich mit Putzen fertig war, holte ich das Knotenhalfter und mein neues Rope, mein altes hatte mir irgendein wildes Tierchen durchgeknabbert, als ich es des Nachts aus Versehen mal am Putzplatz vergessen hatte. Toothless spitzte die Ohren und schnupperte neugierig an den fremden Sachen. Als er alles für in Ordnung abgetan hatte, machte ich ihn fertig und ging mit ihm in die Halle. Ich wollte erst einmal nur die einfachsten Dinge üben. So ließ ich ihn ordnungsgemäß neben mir her laufen und nutzte viel Sprache. Wir begangen mit dem Wechsel vom Halt zu Schritt und wieder zurück, irgendwann nahmen wir den Trab dazu und wechselten immer beliebig zwischen den drei Gangarten hin und her. Dies sollte Toothless' Gehorsam schulen und ihn auf das Longieren vorbereiten. Außerdem lernte er so, sich auf mich zu konzentrieren, sowohl auf Körpersprache, als auch auf meine Worte. Am Anfang war es schwer, er lief einfach weiter, oder wenn er loslaufen sollte, drehte er sich eiskalt um. Ein warnendes „Nein.“ zeigte ihm jedoch schnell, was richtig war und was nicht und da er sehr bestechlich war, tat er schnell lieber die Dinge, die er machen sollte. Ich fand es auch immer knuffig wie er mit gebogenen Hals um mich herummarschierte, wenn er versuchte zu Betteln. Ich hörte relativ früh wieder auf, denn ich wollte Toothless das Arbeiten nicht mit Überlastung vermiesen. Stattdessen lobte ich ihn ausgiebig und er durfte sich gründlich wälzen. Dann machte ich den Hübschen wieder auf die Weide und begann, die Sattelkammer aufzuräumen. Im Gegensatz zum Rest der Familie, hielt ich immer alles äußerst ordentlich und wischte einmal pro Woche den Staub weg, denn ich würde als Pferd auch kein dreckiges Zeug tragen wollen. Außerdem hatten wir seit einer Woche Sommerferien und es war einfach herrlich zu Hause sein zu können und sich hier vollkommen auf den Stall konzentrieren zu können.
    • Gwen
      Pflegebericht 23.08.2013 - Gemeinsam unterwegs


      „Gwen? Ich würde heute gerne etwas mit Apollo unternehmen, kannst du mir helfen?“ fragte mich meine kleine Schwester ganz lieb, als wir allesamt am Frühstückstisch saßen. Ich musste erst einmal meinen Toastbrot-Bissen hinunterschlucken, ehe ich antworten konnte. „Ich wollte heute mal mit Ohnezahn ein Ründchen in den Nationalpark, du kannst gerne mitkommen.“ lächelte ich fröhlich und war froh, eine Begleitung zu haben. Alleine unterwegs zu sein war zwar auch einmal schön, aber ich kannte mich selbst im Nationalpark noch nicht so richtig aus und falls man sich doch mal verlief, war es zu zweit zumindest wesentlich einfacher, wieder den Heimweg zu finden. Wir aßen noch schnell auf und schwangen uns dann in unseren Stallsachen. Kathy holte ihren Fuchshengst von seiner Weide, während ich auf die Nebenkoppel ging, um meinen kleinen Toothless zu holen. Wie immer hatte ich eins seiner Lieblingsleckerlies mit, so dass er direkt ankam, weil er wusste, dass es was gab. Auch Altair gab ich eines, nachdem ich meinen Schimmel aufgehalftert hatte. Vorne am Zaun trafen Kathy und ich uns wieder. Bisher ließen wir Apollo noch auf seiner Einzelweide stehen, da ihm das eindeutig besser zu gefallen schien und die beiden Forestponys generell noch nicht so überzeugt von seiner Anwesenheit waren. Zu viert marschierten wir zum Putzplatz und begannen, unsere beiden Hengste herauszuputzen. Ohnezahn war wie immer ziemlich eingedreckt, was er auch seiner Fellfarbe verdankte. Ich hatte ein Weilchen zu kämpfen, ehe er wieder schneeweiß war. Da auch Kathy ein Weilchen brauchte, umsorgte ich Ohnezahn noch ein wenig und wusch seinen Schweif gründlich. Ebenso flechtete ich seinen Mähnenzopf wieder neu ein. Als dann auch Kathy mit Apollo fertig war, machten wir uns auf den Weg. Der Riding Mountain Nationalpark lag direkt neben unserer Ranch und als wir das letzte Mal mit den Tinkern dort gewesen waren, hatte ich mir vorgenommen, Toothless auch einmal diese geniale Landschaft zu zeigen. Wir wanderten über die grünen Wiesen, bis wir an einem schönen See ankamen, dort ließen wir die beiden Hengste ein wenig grasen, während Kathy und ich Elche auf der anderen Uferseite beobachteten. Wir blieben noch ein Weilchen an diesem schönen Ort, ehe wir uns allmählich auf den Heimweg machten. Der Nationalpark machte seinem Namen alle Ehre und ich war jedes Mal wieder aufs neue fasziniert, was hier alles für Tiere lebten. Als wir als Heimweg den Wald wählten, waren wir umlagert von neugierigen Eichhörnchen. Ohnezahn fand das nicht so toll, während Apollo äußerst neugierig war und die Eichhörnchen am liebsten angeknabbert hätte. Wieder auf unserer Ranch brachte ich beiden Hengsten noch einen Apfel als Belohnung, weil sie so lieb gewesen waren, ehe sie auf ihre Weide durften. Auch Kathy schien zufrieden zu sein. „Solche simplen Dinge fördern das Vertrauen zwischen euch beiden.“ sagte ich lächelnd und reichte ihr eine Mistgabel. „Und das fördert seine Gesundheit.“ grinste ich frech, schnappte mir selbst eine Mistgabel und so machten wir uns an die Stallarbeit. Nichts war uns und den Pferden wichtiger als ein sauberer Stall.
    • Gwen
      Hufschmiedbesuch 08.09.0213 - Hufschmiede Cavallo Volante
      © Jackie

      Als es gerade zum Morgen dämmerte, erhielt ich einen Anruf. "Cavallo Volante hier, wie kann ich Ihnen helfen?". Ich vernahm eine bekannte Stimme, richtig es war Gwen! Ich sollte gegen 11 Uhr vorbeikommen, darum räumte ich schon einmal Werkzeug und Eisen in meinen Wagen und mein Angestellter und Freund Ty half mir dabei. Meine Privatschmiede war nicht gerade klein - weshalb wir einige Angebote und Behandlungen anboten. Nur selten nahm ich mobile Aufträge an, doch heute war einer der Fälle - denn 4 Pferde zu transportieren war äußerst umständlich. Außerdem hat Gwen berichtet, das Ohnezahn nicht gerade einfach vom Umgang her sei. Gegen 11 Uhr parkte ich meine Mobile Schmiede auf Gwens Hof. Gwen kam schon auf mich zu, begrüßte mich und augenblicklich nahm ich schon ihr erstes Pferd entgegen. Es war Ravi, eine wirklich schicke Stute. Nachdem ich sie auf- und abführen gelassen hatte (glücklicherweise konnte ich kein Lahmen feststellen), schnappte mir meinen Hufbock, der mich beim Halten der Hufe unterstützte. Zuerst schnitt ich mit meinem Hufrinnmesser den Huf zurecht, knipste mit der Beschneidezange überflüssiges Horn am Huf ab und raspelte zum Schluss den Huf glatt. Ehe wir fertig waren, pinselte ich noch Ravis Hufe mit einem wohlriechenden Eukalyptus- und Lorbeerenöl ein. Dieses wollte ich Gwen außerdem zum Schluss noch geben. Als nächstes war Magical Touch an der Reihe. Sie war eine größere Irish Tinkerstute. Gwen führte sie mir über den Huf damit ich mir ihren Gang ansehen konnte. Lahmen tat sie nicht. Also ging ich wie auch bei Ravi, mit ihr vor. Ich schnitt den Huf zurecht und raspelte ihn glatt. Das Ganze war ziemlich anstrengend, aber es war immerhin mein Beruf. Nachdem Magical wieder auf allen Vieren stand, pinselte ich auch ihre Hufe mit wohltuenden Huföl ein. Als ich schließlich fertig war, bat ich Gwen, mir Altair über den Hof zu führen. Er war ein äußerst schickes Springpferd. "Ich würde ihm vorne mit Sprungeisen beschlagen. Diese sind nicht so schwer, aber auch nicht zu weich, so dass diese nicht schnell abnutzen. Außerdem gebe ich dir noch Stollen dazu, diese sollte man allerdings nach jeder Anwendung wieder abnehmen, da es sonst zu Verletzungen kommen könnte." Gwen nickte aufmerksam. Ty hatte, währenddessen ich mich mit Gwen unterhalten hatte, schon den Hufbock genommen und die Hufe zurechtgeschnitten. Sie waren noch nicht all zu lang, weshalb es nicht so viel zu machen gab. Ich übernahm dann die Aufgabe sie zu beschlagen. Dies ging (so vernahm ich es) relativ schnell. Nachdem auch Altair's Hufe mit dem Huföl eingepinselt wurden waren, sollte ich mich um Ohnezahn kümmern. Gwen sagte bereits das er noch nie beim Hufschmied war und ziemlich... eigensinnig sein konnte. Glücklicherweise hatte ich schon Erfahrung mit solchen Pferden. Ohnezahns Hufe waren schon etwas lang gewachsen, doch diese kürzte ich in wenigen Minuten. Ty hielt mir währenddessen Ohnezahn fest, so das er mich nicht stören konnte. Er genoss meine Anwesenheit zwar nicht so sehr wie die anderen Pferde, aber dass musste er einfach über sich ergehen lassen. "Lass das." ermahnte ihn Ty. Ich raspelte schließlich die Hufe glatt, doch das Geräusch machte Ohnezahn etwas nervös und er versuchte mir seinen Huf zu entziehen. "Ty wende bitte die T-Touch Massage an, damit er sich entspannt." Auf der Heartlandfarm verwendeten wir solche Mittel, um Pferde zu beruhigen. Ty massierte seinen Hals in kleinen kreisförmigen Bewegungen. Da das prima half, hatte ich bei den restlichen Hufen keine Probleme. Zum Schluss gab es noch ein gut riechendes Huföl und fertig waren Gwens Pferde. Ich reichte ihr die Kunststoffflasche Huföl, verabschiedete mich und fuhr vom Hof. "Was ein Tag." dachte ich im Geheimen.
    • Gwen
      Pflegebericht 22.09.2013 - Mamas Geburtstag

      „Wo hast du eigentlich den Kuchen versteckt?“ fragte Kathy mich neugierig, während sie den Tisch deckte und die schön verpackten Geschenken in einer interessanten Art und Weise aufeinander stapelte. „Ach ja! Warte, ich hole ihn.“ lachte ich und verschwand in den Keller, um unseren gestern gebackenen Kuchen zu holen. Es war Mamas Lieblingskuchen, nämlich eine schwedische Apfeltorte. Auch den stellten wir mit auf den Tisch und begannen dann noch, den Raum zu dekorieren. Wie ihr euch inzwischen sicherlich denken könnt, bereiteten wir alles für die kleine Geburtstagsfeier unserer Mutter vor. Die war – unser Glück! - gerade damit beschäftigt, in die Stadt zum Postamt zu fahren und dort die ganzen Geburtstagsgeschenke, welche aus Deutschland per Post gekommen waren, abzuholen, weil sie mal wieder nicht den Weg auf unsere Ranch gefunden hatten. Als wir mit dem Raum fertig waren, erzählte ich Kathy noch von meiner anderen Idee und so liefen wir in den Stall und ich zeigte Kathy eine Kiste, in der allerlei Zeug drin lag. Einerseits schicke Schleifen, aber auch ein Party-Hütchen und kurze Bandagen. Dann holten wir Ohnezahn von der Weide und begannen den Schimmel gründlich zu putzen. Nachdem er glänzte wie frisch aus dem Ei gepellt aussah, schmückten wir ihn mit den Schleifen und den Hütchen. Ohnezahn war das erste Pony auf unserer Ranch gewesen und deswegen gebührte ihm auch die Ehre, Mama in Empfang zu nehmen. Tatsächlich hatten wir Glück mit der Zeit, denn gerade als wir den Stall verließen, fuhr Mama die Auffahrt hoch. Als sie ausstieg wollte sie ihren Augen nicht trauen, denn Ohnezahns Aufzug war in der Tat äußerst amüsant. Wir waren auch froh, dass der Kleine alles brav mitmachte. Gemeinsam sangen Kathy und ich ein leicht schiefes, dafür aber lautstarkes „Happy Birthday to you!“ und brachten unsere Mutti zum lachen. Nachdem Ohnezahn dann wieder ohne seinen Clownsaufzug auf der Weide stand, machten wir uns über die Torte und die Geschenke her. Es waren einige Fresspakete mit typisch deutschen Marken dabei, was natürlich uns alle drei freute, auch wenn wir uns inzwischen in Kanada eingelebt hatten und wirklich gerne hier waren, dachten wir immer noch zu gerne an Deutschland zurück. Als Mama und Kathy dann diskutierten, welchen der neuen Filme wir schauen wollten, ging ich nochmal raus zu meinem kleinen Ohnezahn. Zufrieden stand er grasend mit Altair auf seine Weide, brummelte mir aber entgegen, als ich ihn besuchte. Ich gab ihm den mitgebrachten Apfel, welchen er glückselig verspeiste, auch wenn Altair ein wenig beleidigt aus der Wäsche blickte. Auch für ein paar Streicheleinheiten war sich Ohnezahn heute nicht zu fein und ich bedankte mich noch einmal ausgiebig für seinen tollen Einsatz heute. Langsam wurde aus meinem kleinen scheuen Pony doch ein mutiger Hengst und ich war schon gespannt, was der kommende Winter uns bringen würde.
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  • Album:
    Sportponys
    Hochgeladen von:
    Gwen
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    23 Dez. 2018
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  • Rufname: Ohnezahn
    Geburtsjahr: 2008

    Von: Ostinato
    Aus der: Sarabi

    Rasse: New Forest Pony
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Schimmel
    Stockmaß: 1.46m

    Beschreibung:
    Ohnezahns Weg sollte bei einem Abdecker enden, nachdem der junge Hengst für unberechenbar deklariert wurde. Knapp konnte er diesem Schicksal entrinnen, machte es seinen neuen Besitzern aber dennoch nicht leicht. Durch eine schnelle und grobe Ausbildung hatte Ohnezahn sich zu einem scheuen, teils aggressivem, Hengst entwickelt, der ein großes Misstrauen gegenüber Fremden hegte und kaum jemanden an sich heran ließ.
    Es dauert lange, bis Ohnezahn einen Menschen in seiner Nähe voll und ganz akzeptiert, aber wenn das geschehen ist, kommt sein wahrer Charakter zum Vorschein. Denn Ohnezahn ist eigentlich ein herzensguter Hengst, welcher wahrscheinlich nicht einmal einer Fliege etwas zu Leide tun könnte.
    Besonders viel Spaß bereitet ihm die Boden- und Freiarbeit, wo er regelrecht aufblüht. Aber auch unter dem Sattel kann sich der Schimmel sehen lassen. Ohnezahn liebt es, wenn man sich mit ihm beschäftigt, braucht gleichzeitig aber einen gewissen Freiraum und Pausen. Wenn man nicht aufpasst, kann man den Hengst schnell überfordern und dann macht er direkt wieder zu. Lässt man ihm aber die Chance, dass er mitreden darf, ist er ein tolles Pferd, was mit einem sicherlich durch dick und dünn geht.


    Ersteller: Maleen
    Besitzer: Gwen
    Vorkaufsrecht: Maleen


    Dressur L - Springen S*** - Military A - Fahren A

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