Gwen

Ohnegleichen

New Forest Pony ♂

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Ohnegleichen
Gwen, 17 Aug. 2017
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    • Gwen
      Pflegebericht 28.08.2017 - Ankunft

      Selten war ich so aufgeregt wie heute. Während ich zu Hause geblieben war, um alles vorzubereiten, hatte sich Ciaran auf eine wichtige Mission gemacht und würde in spätestens zehn Minuten wieder da sein. Heute hatte ich eine neue Box hergerichtet und vorhin schon einmal Prismatic von der Weide geholt.
      Da ich wie immer viel zu pünktlich gewesen war, hatte ich den Junghengst gründlich geputzt und betüddelt und ein paar Führübungen auf dem Hof gemacht. Nun warteten wir beide am Putzplatz, Prismatic döste vor sich hin und ich war zum Zerreißen gespannt.
      Bis endlich der Jeep mit Hänger auf den Hof fuhr und ich kurz aufjauchzte und damit Prismatic aus seinem Mittagsschlaf riss. „Dein neuer Freund kommt!“, grinste ich und das Grinsen wurde immer breiter. Grund hierfür war, dass ich in ein paar Minuten den ersten Nachkommen von Ohnezahn begrüßen würde!
      Ich hätte nie gedacht, dass ich mich über so etwas so freuen könnte, aber das Fohlen seines Lieblingspferdes zu bekommen, war doch noch einmal auf einem ganz anderen Niveau angesiedelt. Nachdem Ohnezahn nun auch offiziell zur Zucht zugelassen worden war, war auch sein Sohn von wirklich guter Abstammung.
      Er hörte auf den Namen Ohnegleichen, welchem er in Nichts nachstand. Ciaran hatte bereits vor dem Stall geparkt und öffnete soeben die Laderampe, um dann den jungen Palomino vom Hänger zu führen. Ohnegleichen war tatsächlich besonders, denn trotz seines jungen Alters besaß er bereits Bend-or-spots, welche sich über seinen gesamten Körper verteilten.
      Auch sah man ihm nur zu deutlich die Mama an: Tawny. Ich hätte mir keine schönere Kreuzung vorstellen können, als unsere liebenswerte Tawny und mein großgeschätzter Ohnezahn. Nun hatte ich Ohnegleichen zuletzt zur Entwöhnung über die Sommermonate in eine Jungpferdeherde gesteckt, da er doch bezüglich seiner Mama sehr unruhig bei uns gewesen war.
      Gelohnt hatte es sich, denn er war nun genauso ruhig und gefasst wie Prismatic. Dieser stand nun mit gespitzten Ohren neben mir und starrte das neue Pferd an, bis sich ein klangvolles Wiehern von ihm über den gesamten Hof erhob und mir beinahe das Gehör zerstörte, weil er direkt neben mir stand.
      Ohnegleichen war da nicht so direkt und brummelte nur vorsichtig zurück.
      Ich band Prismatic los und wir ließen die Junghengste ein wenig näher zusammen und sich beschnuppern. Danach gingen wir eine kleine Runde um den Hof, ehe wir die beiden gemeinsam auf eine der kleineren Weiden hinter dem Stall ließen.
      Prismatic war in unserer jungen Herde der Chef, dementsprechend sollte er den Neuling auch als erstes kennenlernen und so dann in die Herde einbinden. Erstaunlicherweise verstanden sich die beiden nach kurzem Quietschen auch wirklich gut und trabten gemeinsam über die Weide.
      Für die Junghengstherde sah es auch verdammt gut aus, denn neben Prismatic und Ohnegleichen würde Anfang September noch das Zuchtfohlen aus England zu uns ziehen: PFS‘ Disparo de Fiasco. Und aus Norwegen erwartete uns noch Stolen Dance, der Trakehner, welchen ich erst diesen Monat besichtigt hatte.
      Die vier Junghengste waren alle etwa im gleichen Alter und würden sich hoffentlich wunderbar verstehen und voneinander lernen, ehe sie dann zu den richtigen Hengsten kommen würden. Doch vorerst reichte es mir, wenn sich die beiden New Forest Ponys verstehen würden.
      „Ich erahne, dass dahinter ein Plan steckt“, murmelte Ciaran und musterte mich kurz. „Wer ist für wen gedacht?“, fragte er neugierig und ich überlegte kurz, ob ich ihn noch auf die Folter spannen sollte. Ehe er dann aber mit dem nervigen Raten anfangen würde, gab ich klein bei. „Prismatic und Nuriya und Ohnegleichen und Arce“, meinte ich fröhlich und musterte weiterhin stolz meine Nachzuchten.
    • Gwen
      Pflegebericht 25.09.2017 - Der Herbst kommt

      Es war September. Draußen war es bewölkt und diesig, denn der Morgennebel senkte sich nun allmählich als Nieselregen auf den Boden herab. Und ich war müde. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal vor null Uhr ins Bett gegangen war und in Ruhe ausgeschlafen hatte. Momentan konnte ich mir diesen Luxus zumindest nicht leisten.
      Ciaran war aktuell nicht da. Er stellte für das Gestüt seines Vaters Sportpferde auf großen Auktionen in Europa vor. Ich hatte ihn regelrecht gedrängt, dieses großartige Angebot anzunehmen, aber ich hätte nicht gedacht, wie anstrengend es war, hier alles alleine zu managen.
      Natürlich kümmerte sich Ciaran auch darum, direkt uns bekannter zu machen und hielt nach Pferden Ausschau. Einige Anzeigen hatte er mir auch bereits geschickt, aber momentan wollte ich unseren Stall vorzugsweise so klein halten wie er war.
      Aus diesem Grund hatte uns auch kürzlich Ginny My Love verlassen. Die Stute war ein tolles Pferd und hatte mir unglaublich viel Spaß gemacht, aber sie war und blieb ein westerngezogenes Pferd und dementsprechend kam es so wie es kommen musste: Für einen guten Preis zog Ginny auf eine Westernranch.

      Der Herbst hatte uns endgültig eingeholt und die Bäume verloren allmählich ihre Blätter. Erschreckend wie schnell es immer ging und schon vermisste man den warmen Sommer. Der Fokus lag ab jetzt auf den Nachwuchspferden, welche im Winter immer in den Vordergrund rückten. Die Jungspunde durften noch ein wenig Fohlen sein, während unsere „Oldies“ ihre wohlverdiente Winterpause erhielten, was Turniere und Ähnliches betraf.
      Sinfonie würde den Winter über weiterhin an kleineren Turnieren teilnehmen. Der Stute fehlte es generell noch an Routine und nichts war dafür besser geeignet, als die kleinen Vereinsturniere, die im Winter stattfanden. Auch Pinero sollte bald Turnierluft schnuppern und sich langsam an die Atmosphäre gewöhnen dürfen.
      Back to Business würde hingegen weiterhin aktiv im Training stehen, denn für ihn stand in geraumer Zeit seine Körung an und dafür sollte der Reitponyhengst fit sein. Dementsprechend würde auch er im Winter Turniere gehen. Ähnliches galt auch für Snow White Cassedy, wobei deren Stutenprämierung bereits für Oktober geplant sein würde.

      Und der Rest wurde über den Winter über fit gehalten und würde dann im Frühjahr wieder aktiv in den Turniersport starten. Unsere Jüngsten hatten auch viel frei im Winter, denn wir hatten mit den Großen genug zu tun.
      Außerdem würde sich dort erst einmal genug Aufregung auftun, wenn Ende des Monats die zwei neuen Hengstfohlen einziehen würden. Ich hoffte einfach, dass Ohnegleichen und Prismatic die beiden Neuankömmlinge freundlich aufnehmen würden. Aber eigentlich machte ich mir dahingehend keine Sorgen.
      Nuriya und Hollybrook’s Arce würden den Winter über noch zu zweit stehen und dann gegen Frühjahr in die große Stutenherde wechseln. Das würde auch noch interessant werden. Um Arce machte ich mir da keine Sorgen, sie war sehr problemlos. Aber Nuriya kam ab und an schon sehr nach ihrer Mutter und das schrie dann doch förmlich nach Zickenkrieg und Machtspielchen.

      Momentan verfolgte ich einen strengen Tagesablauf, um alle Pferde unter den Hut zu bekommen. Das war tatsächlich nicht so einfach, wenn man alleine war. Immerhin gestaltete es sich schon schwer, wenn man zu zweit war. Aber man tat ja schließlich sein Bestes.
      Ein bisschen mehr Freizeit gab es deshalb vor allem für Altair, Tawny Bawny und Ameya. Das waren so die drei Kandidaten, welche auch mal zwei Tage Pause am Stück vertrugen. Am wichtigsten war immer die Bewegung von Shenandoah und Ceredwen. Da kam bei beiden definitiv der Blutanteil durch, bei der einen mehr, bei der anderen weniger.
      Neelix behielt ich auch immer im Blick. Der Lewitzer war ein toller Hengst, aber er musste gearbeitet und beschäftigt werden, sonst kam der sture Ponykopf durch und das war definitiv kein Spaß. Aber immerhin war es immer wieder eine Freude, den Schecken zu reiten. Er blieb dahingehend definitiv eines meiner Lieblingspferde.
      Gleiches galt für Ohnezahn, der ja sowieso eine leichte Sonderstellung einnahm und auch wenn wir ab und an mal nur spazieren gingen oder nur Bodenarbeit machten, beschäftigte ich ihn immer seine sechs Tage die Woche. Bei ihm fand ich das besonders wichtig.

      Schwer tat ich mich hingegen mit den Furiosos. Seitdem es Ciaran gab, übernahm er beinahe immer Kedves und Fagy, weil er eher der Typ für Großpferde war und man gewöhnte sich diese Routine dann wirklich an. Dementsprechend war es für mich eine große Abwechslung, die beiden wieder mal zu reiten und zu arbeiten.
      Aber ich konnte mich nicht beschweren, denn Ciarans Arbeit war wirklich gut und beide Pferde waren in Topform. Das Gleiche galt für Dead Memories, der wiederum eher meiner Obhut unterlag, denn ich liebte den Reitponyhengst noch wie am ersten Tag.
      Memo legte auch jedes Mal aufs Neue eine unglaubliche Ruhe und Zuverlässigkeit an den Tag, so dass es nie einen Moment gab, wo ich keine Lust auf den Rotfalben gehabt hätte. Dank sei solchen Pferden, denn umso leichter fiel einem dann die Arbeit mit Kandidaten wie Nayala.
      Eigentlich hatte ich gehofft, dass ihr Temperament irgendwann mit der Zeit nachlassen würde. Pustekuchen. Für ein New Forest Pony total untypisch strotzte Nayala immer noch vor Stolz und Zickigkeit. Und so langsam gab ich es auf, zu hoffen, dass sie das irgendwann ablegen würde.
      Deshalb war die Arbeit mit Nayala immer ein bisschen wie Roulette. Man wusste nie mit welcher Stimmung Nayala nun ankommen würde und wie das Training verlief. Aber gut, so etwas konnte man auch als positive Eigenschaft ansehen.
      So lange das Wetter noch hielt, würde ich die Stute auf jeden Fall noch viel im Gelände auspowern und beschäftigen, denn erfahrungsgemäß machte sie dort am liebsten mit. Heute hatte ich auf jeden Fall noch alle Hände voll zu tun. Aber nachdem nun alle Pferde auf den Weiden standen und die Boxen gemacht waren, ging ich erstmal wieder ins Haus und gönnte mir mein Frühstück und eine heiße Tasse Cappuccino. Auch in so einer schweren Zeit wurde ich nicht zum Kaffeetrinker und den Geruch von Ciarans Kaffeemaschine vermisste ich auch als einziges gar nicht.
    • Gwen
      Pflegebericht 31.10.2017 - Langer Tag

      Der Tag startete grau und diesig, so dass es mir wirklich schwerfiel, mich aus dem warmen Bett zu bewegen und mich auf den Weg ins kalte Bad zu machen. Seufzend machte ich mich dort fertig und schlüpfte danach in meine Stallsachen. Umso glücklicher war ich, als ich unten in der Küche ankam und sah, dass Ciaran bereits das Frühstück machte.
      Ich fütterte in der Zwischenzeit unsere Katze Ivy und die beiden Hunde Shiva und Clyde. Der junge Dalmatinerrüde war mittlerweile gut in die Höhe geschossen und machte Shiva langsam größentechnisch Konkurrenz. Nur im Gegensatz zu der schwarzen Labradorhündin war er immer noch ein halbes Hemd.
      Der Morgen startete schweigend, denn sowohl Ciaran als auch ich waren eher Morgenmuffel und ganz und gar nicht gesprächig. Aber es funktionierte auch ohne Worte ganz gut und gemeinsam machten wir uns dann auf den Weg in den Stall. Die Hunde und Katze warteten auch schon darauf, dass es rausging, wobei sich Ivy an der Haustür kurzerhand dagegen entschied, als ihr der kalte Herbstwind entgegen geweht kam.
      Während die Hunde ihre täglichen Rituale durchführten, verschwanden wir im Stall und fütterten die Pferde, ehe diese nacheinander auf die Weide durften und wir uns um das Misten der Boxen kümmerten. So wurde man auf jeden Fall munter und warm wurde einem auch.
      So waren wir dann bestens vorbereitet, um erneut zu den Weiden zu laufen und die Pferde zu holen, mit denen wir heute arbeiten wollten. Ciaran war etwas fixer als ich. Er sammelte sich Dead Memories und Back To Business ein und lief wieder hoch zum Stall.
      Ich wollte vorher noch kurz bei den Jungpferden vorbeischauen. Gerade jetzt in der Herbstzeit betüddelten wir diese noch einmal regelmäßiger, ehe der Fokus im Winter dann vermehrt auf den Großen lag.
      Die Gruppe hatte wirklich gut zueinander gefunden und stand zufrieden grasend auf der Weide. Die ersten Spielereien waren vorhin schon von Statten gegangen, als wir sie rausgeschafft hatten. Jetzt probierte es Prismatic gerade noch einmal bei PFS‘ Disparo de Fiasco, der aber gerade nicht so viel Lust zu haben schien.
      Also verzog sich Pria recht schnell wieder und versuchte es bei Ohnegleichen. Der ging sofort darauf ein und ein paar Sekunden später fegten meine Ponyfohlen einmal quer über die Weide, stiegen und kappelten sich. Es war immer herrlich, ihnen dabei zuzuschauen.
      Und auch wenn man hätte meinen können, dass es bei den Mädels anders aussehen würde, machten Hollybrook’s Arce und Nuriya genauso viel Quatsch. Die beiden standen ihres Alters wegen allerdings schon mit in der großen Gruppe der Stuten, aber ich wollte dort jetzt sowieso hin, also konnte ich meine beiden Jungstuten auch noch kurz begrüßen.
      Nuriya würde nun bald drei Jahre alt werden und das sah man ihr langsam auch an. Das Gleiche galt für Arce, wobei ich hoffte, dass die Stute nicht gar so schnell ausschimmeln würde, da durfte sie sich ruhig noch etwas Zeit lassen.
      Die beiden standen gerade nebeneinander, schauten aber neugierig in meine Richtung, als ich in ihre Richtung gestiefelt kam. Eigentlich wollte ich jetzt aber Snow White Cassedy und Ameya einsammeln. Ich halfterte die beiden Stuten auf und machte mich mit ihnen zurück auf den Weg in den Stall.
      Dort war Ciaran schon dabei, seine beiden Hengste zu putzen. Dead Memories stand am Putzplatz, während Back to Business bereits geputzt war und gerade ein wenig unter dem Solarium entspannen durfte.
      Aus dem Grund ging ich vorzugsweise an den anderen Putzplatz, nahm aber Ciaran etwas Arbeit ab, indem ich ihn Memo die Stalldecke überwarf und den Hengst noch einmal in die Box packte, denn zuerst würde Ness an der Reihe sein, welcher nun auch schon gesattelt wurde.
      Aktuell stand der Reitponyhengst sehr viel im Training, denn im kommenden Monat wollten wir ihn auf einer Hengstkörung vorstellen und dementsprechend sollte er sich von seiner besten Seite präsentieren.
      Ich putzte auch fix beide Stuten und packte dann Ameya in die Box, bevor ich Cassis sattelte. Auch die Schimmelstute hatte nächsten Monat ihren großen Tag, aber wir waren sehr optimistisch, dass sie ohne großartige Probleme bestehen würde. Nichtsdestotrotz musste auch sie in Topform sein.
      So ging ich mit ihr erst einmal eine kleine Runde um den Hof, um sie bei den herbstlichen Temperaturen gut aufzuwärmen. Dann gingen wir auf den Platz, wo ich sie noch in allen Gangarten warmritt und dann einige Lektionen auf L-Niveau abfragte. Vor allem arbeiteten wir momentan aber an den Grundlagen, denn die waren es, die auf der Prämierung gesehen wollen würden.
      Das hieß Takt, Losgelassenheit und Anlehnung. Cassis machte ihre Sache heute einwandfrei und nachdem ich sie abgeritten hatte, brachte ich sie zurück in den Stall, wo ich sie unters Solarium packte.
      Ich war eher fertig als Ciaran, der noch eine kleine Runde mit dem Hengst ins Gelände ging. Deshalb konnte ich direkt Ameya fertigmachen und Ciaran würde sich dann um Cassis kümmern. Ameya wollte ich heute nur longieren, baute dafür aber auch Stangen und Gassen auf, denn Kopfarbeit war ja bekanntlich auch sehr wichtig.
      Die Stute machte auch wirklich fleißig mit, auch wenn man sie am Anfang etwas sehr motivieren musste. Wir arbeiteten viel an der Geraderichtung, damit sie auf dem Zirkel nicht mehr auf die innere Schulter fiel. Das wurde auch zunehmend besser, ebenso ihre Selbsthaltung. Der Kopf schliff weder irgendwo auf dem Boden, noch war sie eine Giraffe.
      Umso effektiver waren dann die zwanzig Minuten Arbeit, aus welchen Ameya auch sichtlich verschwitzt herausging und sich erstmal noch ausgiebig in der Halle wälzen durfte, eh ich sie als nächste unters Solarium packte und so in der Halle Platz machte für Ciaran.
      Nachdem die Stute wieder auf der Weide stand, holte ich Kedves und Ceredwen und band beide am Putzplatz an. Nacheinander putzte ich sie und sattelte sie dann auch, so dass ich pünktlich fertig war, als auch Ciaran wiederkam.
      Wir wollten gemeinsam eine Runde ins Gelände gehen. Das Wetter hatte sich zwar nicht unbedingt gebessert, aber zumindest regnete es auch nicht mehr. Von daher konnten wir uns nicht beklagen. Clyde und Shiva begleiteten uns und so würden die Hunde auch schon ihre große Runde für heute wett haben.
      Es war auch ein sehr netter Ausritt, eher auf Entspannung und frische Luft ausgelegt, als auf Arbeit. Das brauchten die Pferde auch mal, besonders die beiden unter uns, die sehr oft auf Turnieren unterwegs waren. Dementsprechend zufrieden waren sie dann auch, als wir wieder am Stall ankamen.
      Wir versorgten beide Pferde und brachten sie zurück auf die Weiden, ehe es direkt weiterging. Zu zweit mit so vielen Pferden war doch ein ganzes Stück Arbeit und manchmal fragte ich mich, ob ein weiterer Bereiter nicht doch ganz schlau wäre.
      Ich kümmerte mich heute noch um unsere beiden jungen Knabstrupper Sinfonie und Pinero. Mit ersterer machte ich nur etwas entspannte Bodenarbeit, um ihr Abwechslung und Kopfarbeit zu geben. Mit der Bodenarbeit konnte man gut die Aufmerksamkeit und Konzentration schulen und gerade bei Sinfonie war das sehr wichtig.
      So fühlte sich die Stute nicht mehr so schnell bei allem überfordert und wurde generell im gesamten Umgang entspannter und ruhiger. Außerdem machte es ihr nebenher auch sichtlich Spaß. Pinero longierte ich heute hingegen und arbeitete wieder viel an Takt und Losgelassenheit.
      Das wurde bei dem jungen Hengst auch immer besser und ich war sehr zufrieden. Noch lief er eher weniger unter dem Sattel, meist nur ein- bis zweimal die Woche. Aber er zeigte sich sehr souverän. Da er kürzlich noch einmal einen starken Wachstumsschub gehabt hatte, ließen wir ihm etwas mehr Zeit, so dass sich sein Körper an die neuen Gegebenheiten gewöhnen konnte.
      Ciaran hatte es sich in der Zwischenzeit leicht gemacht, sich Tawny Bawny und Nayala geschnappt und war eine Runde spazieren gegangen. Aus dem Grund holte ich mir Altair von der Weide, putzte kurz drüber, trenste ihn und schwang mich dann ohne Sattel auf seinen Rücken, um Ciaran entgegen zu reiten.
      Er war tatsächlich eine riesige Runde gegangen und es dauerte gut eine Viertelstunde bis wir die drei einholten. Das war dann gepaart mit riesigem Begrüßungswiehern und die Hunde hatte ich natürlich auch dabei, war ja nicht so, als dass wir uns nicht den gesamten Tag sahen, da musste erst einmal so ein Theater gemacht werden.
      Gemeinsam machten wir uns dann wieder auf den Heimweg, so dass auch Altair für heute etwas lockere Bewegung bekommen hatte. Wir versorgten die drei letzten Pferde noch und danach war es auch schon geschafft. Während Ciaran sich in die Küche begab, um etwas Essbares zu zaubern, machte ich im Stall bereits alles für den Abend fertig, so dass die Pferde dann nur noch in die Boxen müssten und sonst alles schon erledigt war.
      So hatten wir heute den Tag doch schnell rumbekommen und sogar noch etwas freie Zeit behalten.
    • Gwen
      Pflegebericht 30.11.2017 - Welcome back!

      Altair - Ameya - Ceredwen - Dead Memories - Fagy - Hollybrook’s Arce - Kedves - Nayala - Neelix - Nuriya - Ohnegleichen - Ohnezahn - PFS‘ Disparo de Fiasco - Pinero - Prismatic - Shenandoah - Sinfonie - Snow White Cassedy - Stolen Dance - Tawny Bawny

      Es war ein kalter, bewölkter Novembermorgen. Ich saß in meine Decke gekuschelt auf dem Sofa und trank meinen heißen Tee. Etwas belustigt beobachtete ich das Schauspiel, welches sich draußen im Garten abspielte. Ivy versuchte so leise wie möglich durch den Schnee zu stapfen, um sich an einen Spatzen anzuschleichen. Aber wie zu erwarten misslang ihr Versuch und der kleine Vogel entwischte ihr.
      Der Frust stand meiner grauen Katze sichtlich ins Gesicht geschrieben und sie schlich in Richtung Terrassentür zurück. Seit einigen Tagen schneite es bei uns und inzwischen war alles mit einer weißen Puderschicht bedeckt. Ivy wusste noch nicht so recht, ob sie die neue Wetterlage gut oder schlecht finden sollte.
      Ciaran war wie jeden Morgen um diese Uhrzeit seine Runde laufen und hatte heute auch die beiden Hunde mitgenommen. Dementsprechend konnte ich es mir noch ein wenig mit Ivy auf dem Sofa vor dem Kamin gemütlich machen, bevor der Tag endgültig beginnen würde.
      Momentan fühlte ich mich noch recht gerädert, denn die letzten Wochen hatte ich in Winnipeg bei meiner Familie verbracht. Leider nicht aus Spaß, sondern aus Zwecken des reinen Lernens, denn mein Studium hatte sich der finalen Phase zugeneigt und die Abschlussprüfung hatte angestanden.
      Seit gestern war der Spuk offiziell vorbei und ich hielt nun mein endgültiges Zeugnis in Händen. Gefeiert hatten das meine Familie und Freunde mehr als ich, denn nach den Wochen reinen Paukens und dem beinahe Nervenzusammenbruch vor den großen Prüfungen war ich einfach nur noch ein Wrack gewesen.
      Seit gestern war ich wieder hier und kam so langsam in meinen gewohnten Rhythmus zurück. Ich war mehr als froh, endlich wieder zu Hause sein zu dürfen und dementsprechend genoss ich das. Auch wenn ich Ciaran wirklich dankbar gewesen war, dass er sich in der Zeit komplett um den Hof gekümmert hatte.
      Dank ihm war ich nun offiziell eine Tierheilpraktikerin mit Schwerpunkt auf Pferden. In Verbindung mit meiner Arbeit als Trainerin erschien mir damals dieses Studium die beste Wahl und so erging es mir heute noch. Ich hoffte, dadurch insbesondere den sogenannten Problempferden auch auf anderem Wege helfen zu können.

      Dick eingepackt verließ ich das Haus und machte mich auf den Weg hinüber zu den Stallungen. Es schneite immer noch leise vor sich hin und obwohl es kalt war, freute ich mich über das Knirschen unter meinen Füßen und die Schneeflocken, die sich auf meiner Kleidung sammelten.
      Als ich die Stalltür öffnete, schlug mir der geliebte Geruch von Pferden und Heu entgegen. Ich begrüßte alle mit einem herzlichen und doch ruhigen „Guten Morgen!“ und bekam von hier und da sogar Resonanz. Der eine brummelte mir entgegen, der andere erhob sich vielleicht auch erst aus seinem Strohbett.
      Mein erster Weg führte mich direkt in die Futterkammer, wo ich fünf Futterschüsseln nebeneinander stapelte und begann, das jeweilige Frühstück zusammenzumischen. Dann landeten diese Schüsseln übereinander in der Schubkarre und die nächsten folgten. Für knapp zwanzig Pferde war es so immer ganz gut machbar und irgendwann kannte man den Essensplan seiner Pferde besser als den eigenen.
      Nacheinander bekamen alle Pferde ihr Frühstück und nach ein paar Minuten hörte man es überall sichtlich zufrieden futtern. Ich räumte alles wieder auf und warf schon einmal die ersten Heu- und Strohbündel vom Dachboden in den Stallgang, wo ich sie ordentlich aufstapelte.
      Danach waren auch schon die ersten Pferde fertig, welche ich aufhalfterte und immer zu zweit, manchmal auch zu dritt, zu den Weiden führte. Dort machte ich sowohl Strick als auch Halfter ab und entließ die Vierbeiner nach draußen. Der ein oder andere trug auch eine Winterdecke, denn wir hatten dieses Jahr wieder teilweise die Pferde geschoren.
      Außerdem waren nicht alle Pferde die eisigen Temperaturen Kanadas gewöhnt, so dass man stets mit Bedacht schauen musste, wer eventuell fror und so die Unterstützung einer Decke benötigte. Nachdem alle Pferde draußen auf den Weiden standen, kam auch Ciaran in den Stall. Ich hatte bereits einige Heunetze gefüllt und half ihm, diese auf den Weiden zu verteilen. Auch im Winter standen unsere Pferde den gesamten Tag über auf der Weide, aber sie mussten zugefüttert werden. Und damit uns das Heu nicht nachts gefror und kaputtging, gab es für die Weide Halterungen, an welche man jeweils vier Heunetze befestigen konnte.
      So hatten wir eine gut kontrollierbare und schnell abnehmbare Menge an Heu, die wir je nach Bedarf auffüllen konnten. Ciaran machte noch die letzten Weiden fertig, während ich bereits mit dem Misten der Boxen begann. Da wir jeden Tag misteten und die Pferde nur die Nacht in den Boxen verbrachten, waren wir immer recht schnell fertig.
      Abschließend wurden die Boxen frisch eingestreut und ich füllte die Heunetze für die Nacht auf. Außerdem kontrollierte ich alle Tränken auf ihre Funktion und machte mich dann daran, schon einmal die Futterschüsseln für heute Abend vorzubereiten. Umso schneller ging es dann abends.
      Nachdem die Stallgasse gekehrt war und alles fertig war, brauchte ich doch erst einmal eine Pause und verzog mich zurück ins Wohnhaus. Bei den Temperaturen fror man dann doch schneller ein als sonst, besonders, wenn man dieses Klima drei Wochen lang nicht mehr gehabt hatte. Also wurde es Zeit, das wieder zu ändern.
    • Gwen
      Pflegebericht 25.12.2017 - Feiertage

      Die Weihnachtsfeiertage gemeinsam mit der Familie zu verbringen gehörte mit zu den schönsten Dingen an Weihnachten. Nichtsdestotrotz gab es da noch den Stall und die Pferde. Da Ciaran bis Neujahr zu Hause blieb, war ich so lange alleine mit unseren Pferden. Stören tat mich das aber nicht. In dieser Zeit minimierte ich einfach die Trainingspläne und fokussierte mich auf das Wichtige.
      Hilfe im Stall bekam ich trotzdem, denn als ich mich heute Morgen warm einpackte, stand bereits Kathy an der Tür und wartete auf mich. Ich musste ein wenig schmunzeln, denn damals hatte sie sich nie um die Stallarbeit gerissen und war immer froh gewesen, dass wir das unter uns dreien aufgeteilt hatten und sie nur zwei Tage die Woche hatte machen müssen.
      Heute wirkte sie so, als wäre sie sogar ganz glücklich darüber, endlich mal wieder anpacken zu dürfen. Wir fütterten gemeinsam die Pferde und brachten sie dann nacheinander hinaus. Danach misteten wir die Boxen und richteten schon einmal das Futter und das Heu für heute Abend her. "Irgendwie habe ich das vermisst", meinte Kathy lachend, während sie das letzte Heunetz auffüllte und ich schon die Stallgasse kehrte.
      "Oh und besonders deine Neuen gefallen mir! Stolen Dance und Ohnegleichen. Ich kann nicht fassen, dass Ohnezahn einen Sohn bekommen hat!", meinte sie fröhlich. Wir brachten noch neue Heunetze hinaus auf die Weiden und verweilt ein wenig bei der Weide der Junghengste. Dort standen neben ihren beiden Lieblingen noch PFS' Disparo de Fiasco und Prismatic.
      Die Junghengste erwarteten uns schon und stürzten sich dann direkt auf das neue Heu. Bei den beiden Jungstuten Nuriya und Hollybrook's Arce ging das wesentlich gesitteter zu. Nächstes Jahr wollte ich die beiden dann in die große Stutenherde integrieren. Aber das würde noch etwas Zeit haben. Nun stand erst einmal unser jährlicher Familien-Weihnachtsausritt an!
    • Gwen
      Pflegebericht 26.01.2018 - Schrecktraining

      Es war ein kalter und recht düsterer Wintermorgen. Leichte Nebelschwaden zogen über die verschneiten Wiesen und die Sonne wollte sich noch nicht so recht blicken lassen. Selbst als die Stallarbeit erledigt und alle Pferde versorgt waren, wirkte der Tag noch so dunkel wie in den frühen Stunden. Seufzend lehnte ich an der Stalltür und blickte gen Himmel. Solche Tage motivierten nicht unbedingt.
      Dabei stand heute mal wieder Zeit für die Fohlen auf den Plan. Zwei feste Tage in der Woche planten wir für unsere Jüngsten ein. Den Rest der Woche hatten sie Ruhe und durften Fohlen sein. Wie sich das Training an dem Tag jedoch gestaltete, war immer sehr flexibel. Meistens arbeiteten Ciaran und ich aber zusammen und so waren wir immer recht schnell mit den kleinen Vierbeinern durch.
      Heute begannen wir mit Nuriya und Hollybrook's Arce. Die beiden Stutfohlen waren schon etwas älter und beherrschten bereits relativ gut die Grundlagen des Fohlen ABCs. Hier und da wurden die Benimmregeln gerne mal ignoriert, aber im Großen und Ganzen waren beide sehr vorbildliche Schülerinnen. Wir holten die beiden Hübschen von der Weide und banden sie am Putzplatz an.
      Ciaran putzte Arce, während ich Nuriya machte. Die beiden hatten ganz schön viel Winterplüsch und wirkten so direkt noch viel größer. Nachdem beide geputzt waren, gingen wir eine Runde spazieren. Die Strecke fiel heute nicht so lang aus wie sonst, denn bei diesem diesigen Wetter wollten wir nicht zu lange unterwegs sein. Die beiden Stutfohlen benahmen sich aber einwandfrei und bekamen als Belohnung danach im Stall noch Möhren als Leckerlis, ehe es wieder auf die Weide ging.
      Als nächstes waren PFS' Disparo de Fiasco und Stolen Dance an der Reihe. Die beiden Hengstfohlen stammten aus guten Zuchten und waren noch nicht lange bei uns. Beide stammten erst vom letzten Jahr und dementsprechend steckten wir bei ihnen noch in der grundlegenden Erziehung. Gemeinsam gingen wir mit beiden in die Halle, wo wir in aller Ruhe die einfachen Dinge des Umgangs übten. Die beiden Fohlen sollten lernen, sich überall berühren zu lassen, die Hufe zu geben und sich ohne Probleme das Halfter auf- und abmachen zu lassen.
      Als wir das alles durchgegangen waren, hingen wir noch einfache Führübungen dran. Einfach nur das neben dem Menschen her laufen im Schritt und auch anhalten, wenn wir es taten. Das reichte für unsere Jüngsten dann aber auch schon. Es gab ein Leckerli für jeden und dann durften sie zurück auf die Weide. Ciaran brachte die beiden alleine weg und holte dann auch selber Ohnegleichen und Prismatic.
      Ich baute in der Zwischenzeit ein paar Spielereien in der Halle auf: Slalom, Tonnen, eine Plane und unseren Gymnastikball kramte ich auch hervor. Für unsere älteren Hengstfohlen hieß es heute nämlich Schrecktraining. Die beiden Jungs waren relativ selbstbewusst und neugierig, was sicherlich auch ihrem Alter geschuldet war. Also hieß es Abwechslung.
      Gemeinsam lernten wir zu Beginn alles erst einmal kennen und sie durften in Ruhe schauen und schnuppern. Dann ging es durch den Slalom oder um die Tonnen und so konnte man direkt das richtige Führen noch etwas einbauen und üben. Besonders spannend war immer die Plane, das darüber laufen oder auch, dass man die Plane über die Fohlen legen konnte.
      Nach anfänglicher Skepsis funktionierte das sowohl bei Ohnegleichen als auch bei Prismatic. Danach spielten wir noch mit dem Gymnastikball, worauf beide sichtlich Lust hatten. Nach einer abschließenden und gelungenen Übung lobten wir beide ausgiebig und ließen sie noch ein wenig frei durch die Halle laufen. Pria warf sich direkt hin und wälzte sich erst einmal ausgiebig, während Ohnegleichen noch einmal die Plane begutachtete.
      Danach sammelten wir beide auf Zuruf wieder ein und brachten sie zurück auf die Weide zu den anderen Hengstfohlen. Dafür, dass der Morgen so düster begonnen hatte, hatte das Training mit unseren Jüngsten dann doch echt Spaß gemacht. Es war immer schön den Pferden beim Wachsen zuzuschauen und sie direkt selbst formen zu können. Gerade die Forests waren wichtig für unsere Zucht und ich war schon gespannt auf die nächste Generation, auch wenn das wohl noch etwas warten würde.
    • Gwen
      Pflegebericht 28.02.2018 - Eisiger Sturm

      Der letzte Tag des Februars begrüßte uns schon morgens mit einer Eiseskälte, die jedem durch die Glieder fuhr. Fast alle Pferde hatten wir heute Morgen eingedeckt, auch wenn ihnen sonst das Winterfell genügte. Es war zudem den ganzen Tag über bedeckt und es schneite ab und an auch.
      Doch gegen 15 Uhr zog es sich stark zu und ein mächtiger Wind kam auf. Ciaran und ich saßen gerade im Büro und waren eigentlich mit der Planung der kommenden Turniersaison beschäftigt, als wir den starken Wind um das Haus pfeifen hörten.
      Sowohl die beiden Hunde, als auch Katze Ivy, hatten sich heute gar nicht großartig aus dem Haus gewagt und so sprangen wir jetzt auch schnell auf, um unsere Schützlinge in den Stall zu holen. Bei so vielen Pferden dauerte das meistens doch ein Weilchen und dementsprechend war nun Eile geboten.
      Ciaran kümmerte sich zuerst um die Stuten, während ich unsere Jüngsten in den Stall holte. Dort begann ich bei den beiden Hengstfohlen Ohnegleichen und Prismatic. Unsere beiden Nachwuchsponys machten sich wirklich schon gut und waren hinsichtlich des Führens sehr unproblematisch. Auch Stolen Dance und PFS' Disparo de Fiasco hatten eine gute Fohlenschule genossen und kamen mit rein.
      Eventuell lag es auch an dem Futter, was in den Boxen auf die Pferde wartete, aber man redete sich als Besitzer ja gerne was ein. Hollybrook's Arce musste ich in der Box dann erst einmal abdecken. Die junge Stute begann schnell zu frieren und so hatte auch sie heute ihre Weidedecke aufbekommen.
      Die Jüngsten standen dementsprechend bereits alle im Stall, so dass ich mich um die Pferde kümmerte, die Ciaran hineinbrachte, während sich draußen das Wetter immer mehr verschlechterte. Ich deckte die Pferde entweder ab oder um, je nachdem wie der Gemütszustand der Vierbeiner war.
      In der Box brauchten sie eigentlich keine Decken, aber da die Temperaturen gerade in den Keller schossen, ging ich lieber auf Nummer sicher. Kurz vor dem Frühling brauchte mir kein Pferd krank werden. Bei den Hengsten Neelix und Kedves sah es aber gut aus. Die beiden waren auch nicht geschoren und konnten so ihren dicken Winterpelz nutzen.
      Sinfonie hingegen wechselte ich die Weidedecke gegen eine dünnere Stalldecke. Sie stand eh relativ weit vorne im Stall und war doch etwas mäkelig, wenn es um Luftzug ging. Bei Ensnare the Sun legte ich auch lieber noch eine Stalldecke auf, denn die Stute war noch nicht gar so lange in Kanada und hatte uns vor allem erst im Winter beehrt, so dass sie keine Chance auf ein dickes Winterfell bekommen hatte.
      Back To Business und Dead Memories waren hingegen hartgesottene Reitponys und konnten ohne Decke stehen. Die beiden widmeten sich bereits zufrieden ihrem Heu. Generell ging das schlechte Wetter den Pferden eher am Allerwertesten vorbei. Inzwischen hatte sich draußen hingegen ein ziemlicher Schneesturm zusammengetan, so dass Ciaran und ich alles noch einmal überprüften und sicher verschlossen, ehe auch wir uns ins Warme verzogen.
    • Gwen
      Pflegebericht 31.03.2018 - Turnierplanungen

      Obwohl sich Kanada gefühlt noch im tiefsten Winter befand, saßen Ciaran und ich beisammen und nutzten die letzte Kälte für die Planung der kommenden Turniersaison. 2018 stand wieder sehr viel Neues auf dem Plan und spätestens im April sollte es dann endlich wieder losgehen. Und nebenher durfte auch gerne der Frühling endlich mal bei uns einkehren.
      Doch nun widmete ich mich dem Plan, der vor uns lag und noch ziemlich leer aussah. Unsere Standard-Sportpferde würden wie jedes Jahr regulär auf festen und vor allem größeren Events vertreten sein. Es war immer gut, sich dort als Trainer und Züchter zu zeigen. Außerdem wurden so die Pferde bekannt und das schadete auch nie.
      Doch von größerem Interesse waren unsere Turnierneulinge. So beispielsweise Sinfonie, oder Ensnare the Sun, aber auch Pinero und Smoke Cream. Die beiden letzteren würden aufgrund ihrer Ausbildung noch auf Sparflamme laufen. Sie durften erst einmal in aller Ruhe die Abläufe kennenlernen, ehe es ernst werden würde.
      Für unsere Paintstute hingegen visierte ich bereits eine eventuelle Prämierung an, doch vorher würde sie gute Resultate bei den Turnieren bringen müssen. Außerdem liefen wie immer die beiden deutschen Reitponys Back To Business und Dead Memories auf den Turnieren mit. Und damit es auch was für Ciaran gab, standen Kedves und Fagy wie immer auf dem Plan.
      Er liebte die Furiosos und war ganz vernarrt in sie. Aber auch Ceredwen war stets auf Turnieren an seiner Seite. Ich widmete meine freien Wochenenden da ja lieber den Sportponys wie Neelix oder Altair. Das war mehr meine Welt, aber das war ja auch gut so. So glichen wir uns perfekt aus.
      Für die Jüngsten stand dieses Jahr nichts auf dem Plan. Ganz eventuell und wenn es wirklich gut passen sollte, könnte man die Kleinsten auf Fohlenschauen vorstellen, doch zugegebenermaßen hielt ich davon nicht besonders viel und den Stress war das Ganze dann auch nicht wert.
      Also widmeten wir uns nach der Planung lieber noch den eventuellen Sommerweiden für die Jungspunde. Aktuell empfand ich alle eigentlich noch als zu jung und so richtig aufgetan hatte sich in der näheren Umgebung auch noch keine Möglichkeit. Außerdem war unser Kindergarten groß genug, dass wir selbst die Spielgefährten bereitstellen konnten. Das war kein Problem und für den Notfall hatte man auch gute Nachbarn.
      So waren Ciaran und ich letztendlich doch schneller mit den Planungen fertig als gedacht. Und ich freute mich schon auf die wärmeren und grüneren Tage! Man jammerte ja doch gerne über die Wärme, aber ewig Winter und Schnee war dann auch nicht so schön. Und im Gegensatz zu Deutschland hatte man hier in Kanada einen herrlichen Sommer, bei welchem es selten zu warm wurde. Und wenn doch, dann kühlte es über Nacht zumindest gut wieder ab.
      Auf unserem Plan stand nun nur noch die Besprechung der kommenden WHT Events an. Für April war der Osterwanderritt geplant, bei welchem Ciaran und ich eine kleine Gruppe an Reitern durch die kanadische Wildnis begleiten würden. Im Mai wäre dann ein Jungpferdetreffen an der Reihe. Ich war sehr gespannt auf die Resonanz der beiden Events, hatte aber bisher meine Zweifel, dass die Teilnehmerzahlen besonders groß sein würden.
      Aktuell war das Interesse für solche Veranstaltungen doch eher gering. Aber eventuell wurde ich ja dieses Jahr doch noch überrascht. Zumindest hielt die regelmäßige Teilnahme für einige bekannte Gesichter zu Ende des Jahres eine Überraschung bereit, denn Ciaran und ich hatten entschieden, dass Treue schließlich belohnt werden müsse.
    • Gwen
      Pflegebericht 27.05.2018 - Alltägliche Arbeit

      Mein Morgen begann mit Dressurarbeit auf dem Platz. Während Ciaran Kedves aufwärmte, waren Neelix und ich bereits weiter und ich nahm bereits die Zügel allmählich auf. Aktuell machte sich der Lewitzerhengst wirklich einwandfrei. Er war topfit, sowohl in der Dressur, als auch im Springen. Auch im Gelände zeigte er sich von seiner besten Seite und natürlich wollten wir dieses hohe Leistungsniveau auch erhalten.
      Auch Kedves konnte sich sehen lassen. Gerade ritt Ciaran ihn im fleißigen Vorwärts-Abwärts im Galopp und der Hengst zeigte seine runde Galoppade. Die gymnastizierende Dressurarbeit gehörte bei uns zu jedem Pferd, egal ob reines Dressur-, Spring- oder Vielseitigkeitspferd. Und sie machten es alle gerne. Nachdem die beiden Hengste dann abgeritten und abgespritzt waren, ging es zurück auf die Weiden.
      Als nächstes stand ein Ausritt auf dem Plan. Ich ritt Fagy, während Ciaran sich auf Shenandoah schwang. Während Shanti sowieso immer die Ruhe in Person war, hatte Fagy immer eher den Ruf des unsicheren Kükens gehabt. Inzwischen war die Stute aber deutlich erwachsener geworden und zeigte sich als wahres Verlasspferd. Sie hatte eben nur etwas länger gebraucht als andere.
      Während des Ausritts kam unser aktueller Gesprächsstoff wieder auf. Schon seit längerem überlegten Ciaran und ich, einen Praktikanten einzustellen. Eventuell sogar einen Auszubildenden. Natürlich lockte uns der Gedanke, jemanden mehr im Team zu haben. Zwar waren die Pferde zu zweit immer gut schaffbar, aber eine dritte Person war immer wünschenswert.
      Außerdem könnten wir so auch unsere Werte und Ansichten in die Welt hinaustragen und jungen Menschen die Chance geben, ihre Träume zu erfüllen. Aktuell waren wir uns nur noch unsicher, wie wir das Ganze aufziehen wollten. Wir überlegten, vorerst einen Praktikanten einzustellen, um zu schauen, wie wir damit zurecht kommen würden, ehe wir uns auf so etwas Festes wie einen Auszubildenden einließen.
      Im Idealfall kam uns in den Sinn, immer einen Auszubildenden und einen Praktikanten zu haben. Zu viert war der Stall mehr als gut zu machen und man könnte jedem freie Tage einräumen, außerdem hätte man so trotzdem immer noch jemand Erfahrenen für den Praktikanten, ohne, dass wir immer zur Stelle sein müssten. "Lass uns heute Abend einfach mal zur Probe eine Stellenanzeige schreiben und dann schauen wir weiter", meinte Ciaran und ich stimmte ihm zu.
      In der Zwischenzeit waren wir wieder am Hof angekommen. Während Ciaran sich um die Pferde kümmerte, arbeitete ich heute mal wieder mit Ohnegleichen und danach mit Stolen Dance. Auch wenn unsere Fohlen viel Freiraum bekamen, stand trotzdem ab und an Schule auf dem Plan. Wir wiederholten regelmäßig das Fohlen ABC, um die Jungspunde fit zu halten. Ansonsten hatten sie natürlich frei und durften ihre Kindheit genießen.
      Durch die Regelmäßigkeit saß aber auch alles an Ort und Stelle und die beiden machten heute super mit. Seitdem es so warm war, übten wir auch hin und wieder das Abspritzen. Heute waren nur die Beine an der Reihe. Ohnegleichen ließ sich davon nicht schocken, sondern genoss die Dusche sichtlich und spielte danach noch mit dem Schlauch. Stolen Dance hingegen war nicht gar so begeistert von meiner Idee, aber mit viel gutem Zureden und Geduld ließ auch er sich die Beine abduschen und durfte danach zur Belohnung direkt wieder auf die Weide.
      In der Zwischenzeit hatte Ciaran noch Back To Business longiert, der dieses Wochenende wieder auf Turnieren unterwegs gewesen war und heute lockeres Training auf dem Plan stehen gehabt hatte, ehe er morgen seinen freien Tag bekam. "Genau für sowas wären Praktikanten ideal", meinte Ciaran grinsend und ich lachte. Denn wir beide sehnten uns aktuell nur noch nach einer erfrischenden Dusche und einem kalten Eistee auf der Terrasse.
    • Gwen
      Pflegebericht 29.06.2018 - Eine langjährige Freundin

      „Amber!“, quietschte ich fröhlich und fiel meiner Freundin die Arme. Hätte ich sie nicht so fest gedrückt, wäre sie wohl rücklinks über ihren Koffer nach hinten umgekippt. Es war lange her, dass ich meine alte Schulfreundin gesehen hatte, umso mehr freute ich mich, dass sie für zwei Tage auf der Ranch zu Besuch war, ehe es für sie weiter zu ihren Eltern gehen würde.
      Nach unserem Schulabschluss war sie weit weg an eine anerkannte Ballettschule gezogen. Inzwischen hatte sie ihre Ausbildung als Jahrgangsbeste abgeschlossen und eine Anstellung beim Staatsballett bekommen. So richtig fassen konnte ich das immer noch nicht und dagegen sah mein simples Studium richtig lahm aus.
      „Ach Gwen, es ist so schön mal wieder hier zu sein! Aber es hat sich ja doch einiges verändert“, neugierig musterte sie die Ranch. Auf dem Weg in ihr Gästezimmer tauschten wir erste Neuigkeiten aus und während Amber sich etwas frisch machte, machte ich für uns Eistee und Obst bereit, so dass wir uns direkt danach auf die Terrasse legen und plappern konnten.
      „Ich war schon immer neidisch auf dieses Haus und diesen See!“, meinte Amber lachend und deutete neidisch auf den See direkt vor der Terrasse. Dank guter Pflege eignete er sich wunderbar als Badesee und war somit viel besser als jeder Pool. Wie ich hörte, ging es Amber aber auch nicht schlecht.
      Wir redeten über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft und kamen gar nicht zum Ende – bis Ciaran uns einfach unterbrach. „Ich störe ja die tiefgründigen Frauengespräche ungern, aber 26 Pferde alleine sind dann doch etwas anstrengend. Hallo übrigens“, meinte er knapp und lehnte sich mit verschränkten Armen an den Rahmen der Terrassentür.
      „Ja schon gut, ich kümmere mich dann um die Jungpferde und füttere!“, meinte ich knapp und mit einer halbherzigen Handbewegung war das Thema für mich beendet. Ciaran verschwand seufzend und begann anscheinend schon einmal, die ersten Pferde in den Stall zu bringen. Irritiert schaute ich auf die Uhr und war entsetzt, als ich sah, dass es bereits nach 20 Uhr war.
      „Wir sollten tatsächlich los!“, meinte ich etwas gestresst und half Amber auf die Beine. Sie kam nur zu gerne mit zu den Fohlen, denn sie liebte Pferde. Aber aufgrund ihrer anderen Leidenschaft hatte sie schon früh mit der Reiterei abgeschlossen. Für jemanden, dessen Körper sein ein und alles war, war dieser Sport zu risikoreich.
      „Sag mal, wer war denn dieser scharfe Kerl, der auf deinem Hof rumläuft?“, meinte Amber grinsend und boxte mich in die Seite. Etwas irritiert blickte ich sie an und es dauerte einige Momente, bis ich verstand, dass sie Ciaran meinte. Und noch länger, bis ich bemerkte, dass sie Ciaran noch nie kennengelernt hatte.
      „Oh sorry! Das ist Ciaran. Er ist seit 2016 mit dabei und unser hauseigener Trainer und fast Mitbesitzer“, meinte ich knapp und bemerkte den Blick von Amber mehr. „Was? Und mehr nicht? Du wohnst seit zwei Jahren mit ihm zusammen und er ist nur Trainer?“, sprach sie vorwurfsvoll und ich blickte sie entsetzt an. „Ciaran und ich? Oh Amber, ich bitte dich, du kennst mich!“, meinte ich lachend und reichte ihr drei Stricke.
      „Ja eben drum, ich kenne dich!“, genervt verdrehte ich die Augen und pfiff einmal, um die Fohlen auf uns aufmerksam zu machen. Mit dieser Geste war das Gespräch für mich beendet und ich widmete mich den Pferden. Ich hörte Amber ein letztes Mal seufzen, ehe sie die mitgebrachten Möhren an die gierigen Mäuler verteilte.
      „Oh Gott, ich weiß gar nicht, wen ich am süßesten finden soll! Ich mag ja den hier – oh und das hier!“, meinte sie begeisterte und zeigte erst auf Ohnegleichen und dann auf Prismatic. Ich musste ja etwas lachen, dass die beiden Junghengste sogar meine Freundin, die kaum was mit Pferden am Hut hatte, als erstes um den Finger wickelten.
      Da die Fohlen problemlos waren, ließ ich Amber die beiden Stuten Nuriya und Hollybrook’s Arce führen, während ich die vier Hengstfohlen nahm. Zum Palomino und Braunen kamen also noch Stolen Dance und PFS‘ Disparo de Fiasco hinzu.
      Die Fohlen kannten den Weg und trotteten brav neben uns her. Im Stall wies ich Amber zu den richtigen Boxen und entließ dann auch die Hengstfohlen in ihre Boxen. Danach machten wir uns auf den Weg in die Futterkammer, wo Ciaran bereits mit den gesamten Schüsseln der Stuten und Hengste fertig war und sie auf eine Schubkarre lud, um sie zu verteilen.
      Aufgrund der Hitze packten wir das Futter nicht mehr schon nach der Stallarbeit in die Tröge, sondern machten es extra abends fertig. So hatten wir zwar etwas mehr Arbeit, aber sonst freute sich allerlei Getier über das Futter.
      Gemeinsam mit Amber kümmerte ich mich um die sechs Schüsseln der Fohlen und dann fütterten wir auch sie noch. Kurz darauf war der gesamte Stall versorgt und fertig. „Ich vermisse die helle Tinkerstute“, meinte Amber und schaute sich im Stall um. Ich wusste sofort wen sie meinte und kurz versetzte es mir einen Stich im Herzen.
      Auch ich vermisste unsere vergangenen Pferde des Öfteren. Magic war Ambers Lieblingspferd gewesen, dank der Stute hatte ich meine Freundin auch häufig doch zu einem Ausritt überreden können. „Hm, vielleicht kann ich dich auch ohne sie zu einem Ausritt morgen überreden? Ich habe da dennoch einige super liebe Kandidaten!“, meinte ich fröhlich und obwohl Amber noch schwankte, war ich mir sicher, dass wir morgen ausreiten würden.
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  • Album:
    Nachwuchs
    Hochgeladen von:
    Gwen
    Datum:
    17 Aug. 2017
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    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Rufname: Ohnegleichen
    Geburtsjahr:

    Von: Ohnezahn
    Aus der: Tawny Bawny

    Rasse: New Forest Pony
    Geschlecht: Hengst
    Fellfarbe: Palomino
    Stockmaß: im Wachstum

    Beschreibung:
    folgt

    Ersteller: Occulta
    Besitzer: Gwen
    Vorkaufsrecht: Occulta


    [Ohnegleichen ist noch nicht eingeritten]