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Muemmi

Occani - 4

Welsh Pony Typ A | Stute | Im Besitz seit: Mai 2016 | Pfleger: Willi Frerichs | Bitte keine Kommentare!

Occani - 4
Muemmi, 26 Nov. 2017
Occulta und Kathrin Pirett gefällt das.
    • Muemmi
      Alte Berichte

      Sammelbericht "Tierflüsterer" für alle Fohlen: All Pride, Occani, Kaltes Herz, Brooklyns Junior, Seerose, Tibular und Caddy Shake.

      Ich fuhr grade auf den Hof von IGof ein. Ein wunderschöner Ort mit vielen Gebäuden entfaltete sich vor mir. Der Rettungshof "Nasty Past". IGottaFeeling hatte mich vor einiger Zeit gebeten, nach all den Pferden zu sehen die hier unterbracht waren. Hier hatten sich einige angefunden die schlecht oder falsch behandelt wurden und somit das Vertrauen in den Menschen verloren hatten. ich sollte nun mal sehen was jedem einzelnen von ihm fehlte und wie man ihm helfen konnte. Zuerst machte ich mich auf nach IGottaFeeling zu suchen. bald schon hatte ich sie gefunden. Sie war im Fohlenstall und sah mir freudig entgegen. Sie erzählte mir ein wenig von dem was sie so tat und wir beschlossen gleich hier bei den Fohlen an zu fangen.
      Zuerst kam All Pride an die Reihe. Ein kleiner WelshB Hengst, der sich allein schon vor dem betreten der Box in die hinterste Ecke verkroch. Vorsichtig holte man ihn mir heraus und ich sah mir das Kerlchen mal an. Sein Zustand war nicht an zu kreiden. Er war super gepflegt. Ich wollte ihn grade am Halfter nehmen als der Hengst mit dem Kopf schlug und versuchte sich los zu reißen. Ich wartete bis er sich wieder beruhigt hatte. Vorsichtig nahm ich eine Hand an seinen Hals und fuhr langsam weiter nach oben zu seinem Ohr. Sofort verspannte er sich wieder und stieg um von meiner Hand weg zu kommen. Wieder wartete ich bis er soweit war und machte es nocheinmal. Diesmal wußte ich wo ich schauen mußte. Sanft massierte ich das Genick was sehr verspannt war. Nach und nach löste ich die Muskeln und Sehnen. Als ich fertig war, hatte All Pride seinen Kopf gesenkt und stand ganz ruhig und entspannt neben uns. Ich erzählte IGof was es sein könne das All Pride sich so benahm. Früher mußte er schon von Kindesbeinen ein zu enges Halfter getragen haben. Dies hatte seine Sehnen an den Ohren geschwächt wo das Halfter anlag und auch durch den ständigen Druck empfindlich gemacht. Das Halfter was er jetzt trug war ok. Besser wäre eines mit Lammfell oder andere Polsterungen für hinter die Ohren. Dann würde es sich auch später gelegt haben wenn er an die Trense gewöhnt wurde. Dort auch am besten einen weichen Kopfriemen benutzen.
      All Pride war soweit der einzige von den Sieben der wirklich Probleme hatte. Bei den anderen Fohlen Occani, Kaltes Herz, Brooklyns Junior, Seerose, Tibular und Caddy Shake, kamen hier und da Verspannungen vor die schnell behoben sein werden wenn man sich öfters mit einer Massage Zeit nimmt. Das Andere was durch die schlechte Erfahrung hervorgerufen war, bestand in Seelischer Natur und konnte nur mit viel Zuwendung und Geduld behoben werden. Dann würde auch aus dem scheusten Fohlen ein super Reitpferd werden.


      Ein Tag auf Nasty Past - Zeit für alle Pferde
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      Gähnend schwang ich mich aus meinem Bett. Es war 5 Uhr Morgens. Doch ich wollte pünktlich um sechs bei Igof vor der Tür stehen. Also flitzte ich ins Bad, wusch mich und zog mich an. Unten in der Küche frühstückte ich dann und versorgte meine Tiere, eh es in meinen Stall ging. Dort half ich noch bei der Morgenfütterung und dann gab ich all meine Pferde für einen Tag lang in die Obhut meiner besten Pflegerin Chrissi. “Pass gut auf sie auf!” sagte ich noch lächelnd und fuhr dann los. Durch zwei Staus war es fast ein wenig knapp, doch pünktlich um sechs klingelte ich an Igofs Haustür. Sie lud mich noch mal zum Kaffee ein und dann fuhren wir auf das Grundstück des Rettungshofes Nasty Past. Inzwischen waren dort nämlich so viele Pferde untergebracht, das man ein eigenes Gestüt benötigte. Und außerdem wollte Igof ihr Gestüt und Nasty Past auseinander halten. Das Gestüt war groß und bestand auch einen großen Stall, aus drei Stalltrakts, und einem kleineren Stall. Im großen Stall waren auf der linken Seite die Fohlen untergebracht, in der Mitte die normalen Pferde und im rechten Trakt die Zuchtpferde. Der kleine Stall diente als Quarantäne-Stall oder für schwache Pferde die Ruhe benötigten. Dort waren die Boxen nochmals größer, isolierter und alles noch ein Fünktchen sauberer. Über den Frühling, Sommer, Herbst standen fast alle Pferde auf den Weiden. Denn niemand wollte die über 40 Boxen ausmisten und wir waren momentan nur zu zweit. Igof und ich. Freiwillige Helfer gab es nicht. Ich machte Igof aber mal den Vorschlag und sicherlich würden wir auch eine angebrachte Belohnung finden. Natürlich standen die Fohlen und die schwachen, kranken oder alten Pferde dennoch nachts über in dem Stall. Doch dann war das Ausmisten auch nur halb so wild. Doch wir waren keine Tierquäler! Die Pferde auf den Weiden besaßen alle mindestens zwei große Unterstände, eine große Futterraufe und ein automatischen Wassertrog und auch Koliken wurden durch abtrennen des Grünen verhindert. Doch zuerst holten wir die Fohlen aus den Stall und ließen sie auf ihre Weide. Ich schnappte mir All Pride, Occani, Seerose und Tibular und Igof nahm die Großen, Kaltes Herz, Brooklyns Junior und Caddy Shake. Auf ihrer Weide bekamen sie frisches Heu in die Raufe und ich steckte etwa einen 2 Meter breiten Streifen grünes Gras nach. Zu den kranken Pferden gehörte zum Beispiel der Neuankömmling Honor Bright V. Er bekam Heu und Kraftfutter in seiner großen Box und wir öffneten noch die Paddocktür. Neben dem Stall gab es auch einen kleineren Offenstall mit Paddock. Dort standen Farralas und Minty Star. Die beiden waren schon am ausgeglichensten und man konnte sie reiten. Igof nahm den Araberhengst und ich Minty. Während die Pferde frühstückten, putzten und sattelten wir sie schon. Dann ging es los. Das Weideland von Nasty Past war groß, wir konnten uns wirklich nicht beklagen. Das Reiten diente dazu, um schneller bei den Weiden zu sein und um die Zäune zu kontrollieren. Sonst wären wir am Abend noch nicht fertig. “Morgen kommen auch noch weitere Pferde, viele von Ente gefundene Pferde. Wir müssen später noch eine neue Weide einzäunen.” Ich nickte nur, und dachte schon daran wie wir den provisorischen Unterstand bauen würden. Lange würden die Pferde nicht mehr Tag und Nacht auf den Weiden stehen können und ich hoffte sehr auf Unterstützung von vielen Helfern. Wir kamen zu der ersten Stutenweide. Dort standen Runya, Cual Manicara, Dancing Queen und Nightshine Butterfly. Die vier Stuten verstanden sich prima, wobei Queen und Butterfly die beiden Zicken waren. Runya war die kleine graue Isistute. Sie stand dösend unter einem der Bäume. Cual Manicara war eine hübsche Achal Tekkiner Stute und doch recht schüchtern. Sie mümmelte am Gras herum. Fee und ich schwangen uns von den Hengsten und brachten den vier Stuten ihr Frühstück. Das bestand aus einem riesigen Haufen Heu. Ich knuddelte auch mit Runya, die recht vertraut ankam und Manicara holte sich eine Möhre ab, aber die beiden Warmblüter blieben mir und Fee eher fern. Wir schwangen uns wieder auf Farralas und Minty Star und ritten den Zaun ab, alles in Ordnung. Also ging es zu nächsten Weide. Dort standen Tell the whole Story, Antalia, Mistery, Classic Chocolate und Hijo de la Lune. Als wir die die weide betraten, natürlich ohne die beiden Hengste, kam Story giftig auf uns zu. Die Kleine war doch ziemlich aggressiv. Fee schickte sie mit einem bösen Blick weg und wir brachten auch den Stuten ihr Heu. Ich besuchte meine geliebte Hijo und Fee schmuste mit ihrer Antalia, die kleine Fallastute. Ich schaute außerdem noch mal bei Mistery und Classic vorbei, die beiden Stute würde ich in den nächsten Tagen trainieren. In dem Zaun fanden wir eine gefährliche Stelle. Anscheinend Wildtiere die sich verlaufen hatten, ich seufzte und wir reparierten es schnell wieder. Fee hatte immer Nägel und Hammer dabei. Wir ritten weiter und kamen nun zu den Hengstweiden. Auf der ersten standen It’s My Destiny, Burggraf, Nawarin, Slush und Puzzle. Fünf Hengste, aber alle verstanden sich prima. Fee lief gleich zu ihrem Destiny. Sie liebte das Hackney schon sehr. Ich kraulte Slush und Puzzle. Die beiden waren auch einfach zu süß und natürlich kamen auch Nawarin und Burggraf nicht zu kurz. Wobei Burggraf mir nicht unbedingt geheuer war, er war ziemlich groß und schaute frech drein. Da blieb ich lieber bei Nawarin. Der Araber würde bestimmt bald zu Bekki gehen, sie würde sich super um ihn kümmern. Wir brachten auch den Hengsten eine Ladung frisches Heu. Das wurde bis jetzt noch draußen gelagert, solange es nicht regnete. Die Hengste stürzten sich wie wild darauf, aber es gab keine Streitereien. Fee konnte sich nur schwer von Destiny trennen und so versprach ich ihr einen abendlichen Ausritt, sie mit Destiny und ich mit Hijo. Wir schwangen uns wieder auf die beiden Hengste und ritten zur nächsten Weide. Auch der Zaun war in Ordnung und so kamen nun auch Malus Argentum, Jared, Lucero, Tiramisu und Smoky Dream ihr Frühstück. Die Fünf waren inzwischen am längsten auf Nasty Past und das sah man ihnen auch an. Unter dem Dreck vom Wälzen sah man weich glänzendes Fell, die Augen der Hengste schauten sich neugierig um und sie kamen alle ohne Angst zu uns gelaufen und ließen sich verwöhnen. Recht schnell ging es jedoch weiter, auch die restlichen Pferde wollten noch ihr Frühstück. Auf der nächsten Weide standen Geoffreys Brother, Leitz, Leo und Shiwoy. Das war eine ganz bunte Gruppe und alle auch so unterschiedlich vom Charakter her. Der eine hüpfte fröhlich herum, der andere stand dösend unter dem Baum und der andere wälzte sich genüsslich. Doch als es Futter gab kamen alle vier in Bewegung. Shiwoy und Leitz waren beide noch schüchtern, der Tinker und das bunte Pony jedoch waren recht munter und fröhlich. Wir knuddelten jeden ein bisschen und machten nun ein wenig hin, denn es ging auf um zehn zu. Auf der letzten Weide, die besetzt war, standen Snickers, Star Champion, Rashid und der kleine Calimero. Das Shettyhengstchen war das magerste Pferd auf Nasty Past und während Fee die Großen fütterte, holte ich Calimero extra zu mir und gab ihm einen großen Eimer Mach mit Mineralbricks, Möhrchen und Vitaminzusätzen. Ich hoffte sehr das sich sein Zustand bald bessern würde, besonders vor dem Winter. Die anderen Hengste fraßen ihr Heu und schienen nicht zu merken, dass jemand eine Extrawurst bekam, nachdem Calimero fertig waren, ritten wir mit Farralas und Minty Star zum Stall zurück und brachten die beiden in ihren Offenstall. Beide bekamen einen halben Eimer Müsli und Ruhe. Ich schickte Fee an den PC, wir brauchten eine Anzeige für freiwillige Helfer und wir mussten Chequi fragen, ob diese für Nasty Past einige schöne Schilder konstruieren könnte. Ich dagegen begann im rechten Stalltrakt zwei Boxen herzurichten. Wir erwarteten heute noch zwei Neuankömmlinge. Zwei schwere Warmblüter, zwar nicht misshandelt, aber extrem vernachlässigt. Ich seufzte und kehrte die beiden Boxen noch mal aus, desinfizierte Trog und Tränke, füllte das Heunetz und holte einen frischen Strohballen vom Heuboden herunter. Mit diesem streute ich beide Boxen frisch ein und richtete nun noch warmes Mash mit Walzhalfer und Möhrchen her. Das war ein kleines Willkommensgeschenk für die beiden Damen. Dazu öffnete ich die Paddocktüren, damit die Stuten sich bewegen konnten. Nachdem ich fertig war, kam auch Fee wieder und es ging auf 13 Uhr zu. Wir aßen ein wenig zu Mittag und dann kamen auch schon die beiden Stuten. Ente hatte sie für uns geholt und hergebracht. Sie hießen Come whatever May und Deep Silent Complete. Eine silberne Stute und ein Falbe. Von beidem war aber kaum was zu sehen. Schwere Warmblüter waren eigentlich kräftig, aber diese hier sahen eher aus wie Haut und Knochen. Ich nahm den Strick von May entgegen und Fee nahm Silent. Langsam führten wir die beiden Stuten in ihre Boxen, die nebeneinander lagen. Ente musterte die Stuten und seufzte ebenfalls. Dann verabschiedete sie sich und fuhr. Fee und ich holten uns Putzzeug und begannen wirklich 1 ½ Stunden die Stuten vorsichtig und in Ruhe zu putzen. Hufe geben funktionierte bei May nicht und Silent hob auch nur die Vorderbeine an. “Wer weiß was sie für Probleme haben.” sagte ich und holte zwei hübsche Abschwitzdecken. Die Stuten besaßen auch nicht einmal im Ansatz Winterfell, also war eine Decke verdammt wichtig. Dann ließen wir sie erst einmal in Ruhe in ihren Boxen. Stattdessen holten wir uns nun Mistgabeln und Schubkarren und begannen den ganzen Stall wieder auf Vordermann zu bringen. Damit waren wir dann halb vier fertig und ich fand wir hatten eine Belohnung verdient. Fee holte ihren Destiny und ich schnappte mir Hijo. Wir putzten beide Pferde gründlich und sattelten sie dann auf. Im Schritt ritten wir dann Richtung Wald und genossen die bunten Farben des Herbstes, die Sonne schien auch noch einmal und der Himmel war an einigen Stellen richtig blau. Ich lächelte zufrieden und ließ Hijo antraben, ohne Probleme folgte Destiny uns und Fee lachte fröhlich als der Hengst begann zu galoppieren. Auf dem weichen Waldboden hörte man ihn kaum. Ich grinste, gab Hijo mehr Zügel und ließ sie loslaufen. Sie hatte Destiny schnell eingeholt, doch der ließ sich nicht so leicht abschütteln. Ich grinste und genoss den schnellen Galopp, der auch mit jedem Sprung schwungvoller wurde. Auch Fee saß zufrieden, leicht wie eine Feder, im Sattel. Wir ritten eine Stunde lang im Schritt, Trab und Galopp über grüne Wiesen, durch bunte Wälder und durch braune Felder. Auf unserem Rückweg kamen wir noch mal an allen Weiden vorbei und steckten die Wiesen ein wenig weiter. Wir passten immer auf, dass die Pferde nicht zu viel Grünes fraßen, sonst kam es zu einer Kolik. Dann putzten wir Destiny und Hijo und da beide gründlich schwitzten, bekamen sie ihre Abschwitzdecke auf und durften in ihre Boxen. Ich verabschiedete mich von meiner Araberstute und fütterte mit Fee noch die Fohlen und die kranken Pferde im Stall. Dann schalteten wir das Licht aus und Fee lud mich noch zu Tee und Keksen vor ihrem Flachbildschirm ein, ich nahm die Einladung nur zu gern an.
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      Massenpflegebericht
      Alle Pferde des Rettungshofs "Nasty Past" - by Knutschkugel


      Mit einem Seufzen fuhr ich die Auffahrt entlang, bis ich schließlich den Parkplatz der riesigen Anlage erreichte. Puh, das war eine Fahrt. & dann auch noch so früh am Morgen. Ich stieg aus dem Wagen, schlug die Autotür hinter mir zu & machte mich auf den Weg zum Stall. Heute würde ich mich um alle Pferde des Hofes kümmern, & das war viel Arbeit.
      Nachdem ich die Weiden kontrolliert hatte, dass auch an den Zäunen & Unterständen alles paletti war, schlenderte ich zum Stallgebäude. Als ich dieses dann betrat, begrüßte mich das Schnauben & Stampfen der Pferde & Ponys. Einige streckten ihren Kopf aus der Boxentür. Ich begann mit meinem morgendlichen Kontrollgang, indem ich in jede Box schaute.
      Bei fast allen war alles in Ordnung, & die Stallburschen hatten ganze Arbeit geleistet & jede einzelne Box sorgfältig ausgemistet. Dann machte ich mich daran, alle Pferde rauszubringen.
      Als Erstes widmete ich mich den Fohlen, denn diese waren meist stürmischer & ungeduldiger als die älteren.
      Ich trat an die Box der Welsh-A-Stute Occani, & sie streckte mir schon brummelnd ihren Kopf entgegen. Schnell war sie nach draußen gebracht, denn die Koppel der Fohlen lag dem Stall am nächsten, wo sie prompt begann, sich ausgiebig zu wälzen. Jetzt folgten auch die Falabella-Fohlen, das Geschwisterpaar Seerose & Tibular. Die beiden Stuten trotteten neben mir her, & Seerose hob leise wiehernd den Kopf, als sie Occani am Zaun erblickte, die schon wieder von Kopf bis Fuß dreckig war. Gemeinsam galoppierten die drei Fohlen davon, kaum, dass ich die Stricke von den Halftern gelöst hatte. Jetzt fehlten nur noch drei Fohlen, Kaltes Herz, Brooklyns Junior & Caddy Shake. Herzchen & Junior konnte ich ohne Probleme zusammen rausbringen, die beiden verstanden sich gut & freuten sich immer, wenn sie zusammen kamen, auch wenn Herz manchmal etwas zurückhaltend war. Auch Caddy, das Tinkerhengstfohlen, trottete seltsam ruhig neben mir her, aber das konnte auch daran liegen, dass das schöne, fast schön schwüle Wetter ihn schläfrig machte.
      So, alle Fohlen waren draußen. Jetzt kümmerte ich mich um die Ponys. Ich holte den Shetty-Hengst Calimero aus seiner Box & band ihn davor an, um sein Wohlbefinden zu kontrollieren, da er mit erschreckend niedrigem Gewicht zu uns gekommen war. Bis auf seine unnachgiebige Dürrheit jedoch war alles in Ordnung, er hatte auch kein Fieber oder ähnliches. Ganz im Gegenteil, er schaute sich immer wieder neugierig nach mir um. Als ich auch seine Hufe kontrolliert hatte, durfte er ebenfalls auf die Weide, wohin ihm wenig später der Saddlebred-Hengst Jared & der Mix-Hengst Leo folgten. Letzterer war ziemlich scheu, aber in Jared's, welcher wunderbar verschmust war, Nähe wurde auch er ruhig & zutraulicher, weshalb die beiden immer zusammen geführt werden konnten. Der Tinker-Hengst Geoffreys Brother musste alleine rausgebracht werden, denn trotz seiner unglaublichen Sanftheit konnte er eine ungeheure Kraft entwickeln, auch wenn es nicht absichtlich war.
      Die Warmblutstute Deep Silent Complete hatte es geschafft, sich beim gestrigen Weidengang unglaublich dreckig zu machen, & war seither nicht mehr geputzt worden, daher sollte ich das wohl übernehmen. Die liebenswerte Stute stand ruhig mit angewinkeltem Huf da & ließ sich von oben bis unten verwöhnen, ehe auch sie auf die Weide durfte. Ihr folgten die Warmblutstute Come Whatever May mit der ungewöhnlichen Fellfarbe, die geradezu stürmisch reagierte, als sie auf die Weide gebracht wurde, & mich fast umgerissen hätte, & die Irish-Tinker-Stute Freeway, die sich ebenfalls freute, als sie ihre Freundin Deep Silent Complete entdeckte, denn solange Free keine Weidenpartner hatte, durfte sie mit den beiden anderen zusammen stehen.
      Auf die nächste Koppel kamen dann die selbstbewusste Westfalen-Stute Classic Chocolate, deren braunweiß geschecktes Fell im Sonnenlicht glänzte, die Hannoveraner-Stute Mistery, die Mix-Stute Nightshine Butterfly & dann auch die Holsteiner-Pinto-Stute Dancing Queen. Während Classic & Mistery sogleich weggetrabt waren, stand Butterfly am Koppelzaun & begrüßte Queen überschwänglich.
      Der dominante American-Saddebred-Hengst Rashid, der temperamentvolle Quarter-Horse-Hengst Shywoy, der springfreudige Holsteiner-Pinto-Hengst Snickers & der nervenstarke Holsteiner-Hengst Star Champion kamen ebenfalls gemeinsam auf eine Weide. Die vier verstanden sich wirklich gut, & zwischen ihnen gab es nie Probleme.
      Die momentan äußerst aggresive Mix-Stute Tell The Whole Story wurde zusammen mit der liebenswürdigen Runya geführt, denn die beiden Stuten waren mittlerweile gute Freundinnen geworden. Trotz der Bösartigkeit Story's verhielt diese sich in Runyas Gegenwart zurückhaltend, denn sie hatte von ihrer sonst so sanften Freundin starke Zurechtweisungen zu erwarten.
      Die beiden Araber-Hengste, Farralas & Tiramisu, wurden ebenfalls gemeinsam auf einen Paddock gestellt. Dazu kam der dritte Araber-Hengst des Hofes, Nawarin.
      Dann war nur noch die Arabter-Stute Hijo De La Lu übrig, welche ich zu Story & Runya brachte. Intelligent, wie sie war, hielt sich Hijo von Story fern & in Runyas Nähe auf. So hatte sie keine Schläge zu erwarten.
      Nun kehrte ich noch einmal zum jetzt völlig leeren Stall zurück, entfernte die wenigen, sich in einigen Boxen befindlichen Pferde-Äpfel, & lief zum Haupthaus. Die Pferde hatten heute Ruhe & durften den ganzen Tag auf den Koppeln verbringen. Heute Abend würden die Stallburschen dazu zuständig sein, sie wieder reinzuholen, & ich hatte den restlichen Tag Zeit für mich. Puh, geschafft!


      Normalität kehrt ein?
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      Inzwischen ließ sich Lulu zumindest schon von der Box zur Weide und wieder zurück bringen. Dennoch war sie misstrauischer denn je und das Halfter trug sie immer noch. Denn aufhalftern ließ sie sich nur mit viel Zureden und Leckerlies und dafür hatte man auf so einem großen Hof keine Zeit. Selbst Lauren war schon die Lust vergangen, sich mit der Stute abzukämpfen. Heute wollte ich wieder mit ihr arbeiten. Diesmal etwas spazieren gehen, damit sie lernte, ruhig neben einem Menschen herzulaufen. Noch war ich recht motiviert, aber das sollte sich bald legen. Lulu stand auf der Weide & graste. Aber mit mir kommen, niemals! Ich rannte ihr sicherlich eine halbe Stunde hinterher, eh ich sie mit einer List einfing. Total aus der Puste führte ich die störrische Stute von der Weide. Die war gar nicht davon begeistert. Seufzend band ich sie am Putzplatz an und versuchte wenigstens, sie etwas sauber zu bekommen. Sie blieb zwar still stehen, legte aber die Ohren an und schnaubte wütend. Während ich tapfer versuchte Lulu zu putzen, kam ein neues Fohlen an: Fantasio. Ich musste wirklich zweimal schauen. Das war ein Zuchtfohlen aus der ehemaligen Zucht von Sweet, Janina & mir! Ich half Chris mit beim Ausladen und wir brachten den Süßen Tigerschecken auf einen Paddock. Gemeinsam mit Chris beobachtete ich den jungen Hengst. Ich seufzte, er war gerade mal zwei, sah aber aus wie ein frisch geborenes Fohlen. "Sein Charakter ist ihm zum Verhängnis geworden." murmelte ich für mich. Chris schaute mich fragend an. Ich lächelte traurig. "Er ist genauso wie seine Mutter. Er würden niemals einem Menschen was zu leide tun, egal wie sehr er geprügelt und vernachlässigt wird." Ich verschwand schnell in der Futterkammer und bereitete ihm einen Obstsalat mit Honig vor. Dann gab ich den Eimer Chris. "Hier, freunde sich mit dem Kleinen mal an." grinste ich. Dann kümmerte ich mich wieder um Lulu. Lauren hatte sich mit Lady Girly zu uns an den Putzplatz gesellt. Die Stute war auch noch nicht sehr lange hier, genoss es aber jetzt schon. "Was hast du mit ihr vor?" fragte ich Lauren, wobei ich es schon wusste. Und mein Verdacht bestätigte sich:"Ich möchte sie an den Hänger gewöhnen." Ich nickte lächelnd. Ja, Lady hatte Angst vor dem Hänger, wir hatten sie von dem damaligen Hof nach Hause führen müssen. Das war wirklich kein Spaß gewesen. Denn wir waren eineinhalb Stunden gelaufen. Eigentlich war Lady ganz zutraulich, nur einige blutige Stellen erinnerten an ihre Vernachlässigung. Und ganz gesund sah ihr Gewicht auch noch nicht aus. Lulu verstand sich sofort mit der Stute, was mich ganz glücklich machte. Denn nicht nur Menschen waren Lulu ungeheuer, auch andere Pferde. Aber wie heißt es so schön? Geteiltes Leid ist halbes Leid. Heute waren wirklich alle auf dem Hof, das fiel mir später auf, als ich sah wie Kiki gerade mit Fade to Black aus dem Gelände kam. "Oh mein Gott hat die Tempo!" erzählte sie mir geschafft. Ich lachte, ja ich kannte die Rappstute nur zu gut. erst kürzlich hatte ich sie gekört bekommen. Das erste Nasty Past Pferd, was gekört wurden war. Ihr Fell glänzte in der schönen Morgensonne und Fade beschnupperte sogleich Lady. Das Fade natürlich quietschen musste, war klar. Nur das Lulu deswegen in die Höhe ging hätte niemand gedacht. Schnell versuchte ich die Quarterstute zu beruhigen und Kiki ritt zum Waschplatz, denn um die Beine von Fade herum sah man, dass es die letzten Tage geregnet hatte. Auch Fee machte sich heute richtig an die Arbeit. Zwei Hengste hatte sie schon bewegt. Sie hatte Nawarin mal wieder fein in der Dressur geritten und Armani Code longiert. Natürlich erfuhr ich auch davon sofort, als sie gerade mit dem Scheckhengst angeschlendert kam, um ihn auf die Weide zu bringen. "Und wie macht sich Armani Code?" fragte ich vorsichtig. "Typisch Rennpferd. Rennen, rennen, rennen. Nichts anderes im Kopf. Mindestens 10 Minuten um mich herumgebrettert, eh er dann mal zum Trab durch parierte." seufzte sie. Eigentlich konnte man es ihm aber auch nicht verdenken, wir waren froh, dass er immerhin wieder Menschen in seine Nähe ließ. "Ach Code..." murmelte ich und kraulte dem verschwitzten Hengst die Stirn. Fee wollte vorher noch mit ihm noch zum Waschplatz, aber da war gerade noch Kiki am Werkeln. "Und Nawa?" fragte ich nach. "Der lief heute wie ein Engel. Schön am Zügel gestellt und man merkt wie er Muskeln bekommen hat." lächelte sie fröhlich. Ich schweifte mit meinen Gedanken ab. Wir hatten den Schimmelhengst Bekki versprochen und dann hatte Arktiswolf sich gemeldet. Ich war ehrlich gesagt hin und hergerissen, jedoch hatte ich inzwischen eine Idee. Bekki bekamen Nawa und Arktiswolf 'vertrösteten' wir mit Hijo de la Lune. Eigentlich hatte ich die Stute zu mir nehmen wollen, aber da mein Stall von selbst anwuchs, hielt ich es doch besser, sie gleich in eine Vollblutzucht zu geben. So viel ich wusste, hatte Arktis sie auch schon abgeholt. Hoffentlich lebte sich die junge Stute gut ein, ich musste unbedingt mal nachfragen. Aber erstmal wollte ich noch wissen wie es Nawarin ging, denn er hatte sich anscheinend vor einer Woche leicht den Huf vertreten. "Man hat gar nichts mehr davon gemerkt, ich habe ihn auch vortraben lassen und nichts gesehen." Ich nickte zufrieden, dann war das also nicht so schlimm gewesen. Ich musste heute unbedingt noch Bekki & Arktis eine Mail schreiben. Gerade wurde der Waschplatz frei, als Kiki Fade auf die Weide brachte. "So, ich mach los." lächelte Fee und verschwand um sich um den ungeduldigen Code zu kümmern. Der blieb nämlich nicht so brav und geduldig stehen, wie Lulu. Nein, er hatte mit dem Huf gescharrt, den Kopf hochgeworfen und neben Fee wie ein Blödmann herumgetänzelt. Ich widmete mich jetzt aber auch wieder Lulu und machte sie entgültig fertig. Hufe auskratzen war besonders schwer, ich hatte wirklich zu tun. Als ich gerade fertig war, kamen Chris und Kiki zum Platz. Beide mit einem Fohlen in der Hand. Ich seufzte. naja warum nicht, ein Spaziergang zu dritt wäre auch nicht schlecht. Chris führte Moon River und Kiki hatte sich Brooklyns Junior geschnappt. Die beiden waren schon sauber und so gingen wir los. Ein kleiner Spaziergang, erst durch den Wald und zurück über den Feldweg. Hauptgespräche waren natürlich Pferde. Ich beobachtete das Verhalten der Fohlen. Brooklyn war schon total locker und aufgeschlossen, aber er war auch schon lange bei uns. Moon River war noch etwas unsicher, aber entspannt. Lulu war total aufgeregt und blähte die Nüstern. Gott sei Dank war ich nicht alleine gegangen! Das wäre mir zum Verhängnis geworden. Auf unserem Rückweg zum Hof trafen wir Lauren und Lady. Wir liefen nämlich am Reitplatz vorbei und dort arbeiteten die beiden. Lady ging zumindest schon in die Nähe des Hängers. Die Fohlen durften dann wieder auf die Weide und ich suchte Fee. Die fand ich dann auch im Büro. Dort schickte ich gleich die beiden Mails ab. Bei Arktis erkundigte ich mich nach Hijo's Wohlbefinden und Bekki fragte ich, wann sie Nawarin abholen wollte. "Fee? Gehen wir auf den Springplatz?" Da lächelte sie mich sofort an. Ich überlegte kurz. "Ich nehme Ostwind und du Deep?" Fee nickte begeistert und sprang auf. "Ich muss mich aber erst noch umziehen." seufzte sie. "Klar ich frag Lauren ob sie Deep fertig macht." Lächelte ich und verschwand nach draußen. Während ich Lauren auftrug Deep zu holen und zu putzen. Holte ich mir Ostwind von der Hengstweide. Der Hengst hatte schon schöne Muskeln bekommen und heute ging es mal richtig zur Sache. Lauren und ich putzten gründlich die beiden Pferde, als Kiki mit einer total verschwitzten Cual Maniaca zurückkam. Die Stute war schon ewig hier, aber total kompliziert. Kiki war total k.o. "Chris? Nehm Kiki mal bitte Maniaca ab. Sattel sie ab und spritz sie ab, dann kann sie auf die Weide." der Stallbursche nickte und Kiki sah mich dankbar an. Ich hielt ihr grinsend eine Wasserflasche hin. "So schlimm?" fragte ich mitfühlend. "Viel schlimmer. Geländeritt pur. Die rammelte über die Hindernisse, ich hatte zu tun oben zu bleiben und Kurven schneidet die, unglaublich. Parieren ging gar nicht. Die ist von hier bis wieder zurück galoppiert." seufzte sie und trank. Ich kämmte noch Ostwinds Mähne und dann kam schon Fee hereingeschneit. Sie wusste sofort mit wem Kiki gearbeitet hatte. "Eines unserer schwersten Pferde." lachte sie. "Aber du bist oben geblieben, das ist schon verdammt gut. Kannst du mit May und Freeway mal das Kutschentraining machen?" fragte Fee ud Kiki nickte. Freeway und Come Whatever May waren nämlich mitten in einer Fahrausbildung. Bzw. eigentlich nur Freeway. Es sollte ein hübsches Zweiergespann werden, momentan trainierten wir mit Gummireifen. Fee übernahm Deep und ich sattelte schnell meinen Hengst. "Darf ich mit Shiwoy ins Gelände???" fragte Lauren aufgeregt. Ich nickte lächelnd und auch Fee stimmte zu. Shiwoy war im Gelände inzwischen eine Lebensversicherung. Zumindest bei vorsichtigen Reitern. Lauren holte sich den Schecken, währenddessen ging es für Fee und mich auf den Springplatz. Erst wurden die zwei warm geritten und dann ging es über Trabstangen und Cavaletti. Fee ließ mir schließlich den Vortritt und ich sprang als erste den Parcours. Beide Pferde gaben ihr Bestes und wir kamen fehlerfrei durch. ich lächelte zufrieden und das machten wir noch dreimal. Danach schwitzten die beiden wie blöde. Kein Wunder, es war 13 uhr und verdammt warm. Schnell ritten wir zum Waschplatz, versorgten die beiden Pferde und brachten sie auf ihre Weiden. Kiki war mit dem Fahrtraining fertig und es gab erstmal Mittagessen, heute gab es einfach bestellte Pizza. Wir warteten noch auf Lauren, doch die ließ nicht lange auf sich warten. Dann war Pause angesagt. Ich überlegte mir, wie wir den Nachmittag zubrachten und hatte viele Ideen. Heute ließ Fee mich den Tag planen. Ich lächelte sie dankend an. "Also ..." begann ich lachend. "Kiki? Bewegst du heute noch Jared, Tiramisu, Story und Queen? Vielleicht kann dir Chris ja gleich helfen. Ich würde sagen Lauren, du 'ärgerst' die Fohlen und Hoppla. Die Fallstute kannst du longieren. Kaltes Herz kann auch etwas Bodenarbeit machen. Bei Tibular und Seerose wahrscheinlich auch. Occani, Calero, Shirley und Existenz reicht erstmal nur putzen. Sie sind noch nicht kräftig genug zum arbeiten. Geb denen heute gleich mal noch ne Extraportion am Putzplatz. Oder Chris du hilfst Lauren. Naja und dann kümmern Fee und ich mich um die restlichen Pferde. Das wären ..." ich schaute auf meine Liste. "... Key, Celly, Odin, Bintu Al-Bahri, Fiebertraum, Success Story xx, Leitz, Farralas und Geoffrey." Alle nickten und wir aßen zu Ende. Lauren verschwand gleich zur Fohlenweide. Chris folgte ihr. Die kleinen Pferde waren ihn immer noch lieber. Kiki machte sich auch sofort an die Arbeit. Ich beschloss mit Fee und Kiki einen Ausritt zu machen. Kiki holte Jared, Fee holte sich Geoffray und ich schnappe mir Leitz. Wir machten die drei Hengste fertig und dann ging es los. Als bunte Gruppe machten wir das Gelände unsicher. Heute ließen wir die Pferde mal rennen und auch in den naheliegenden See durften sie, die Beine mal abkühlen. Nach einer Stunde waren wir wieder da und jeder machte seine Arbeit. Kiki wollte Story auf dem Springplatz reiten. Fee wollte Fiebertraum im Round-Pen trainieren und ich schnappte mir Bintu um ihn ein wenig zu longieren. Oder zumindest, es zu versuchen. Der Hengst war noch scheu. Seufzend überredete ich ihn mit viel Leckerlies. Der Süße hatte eine gute Pflegerin: Eowin. Ich lächelte, eigentlich musste ich mich nicht großartig um ihn kümmern. Ich putzte ihn, versorgte seine langsam besser werdenden Wunden und ging dann mit ihm in die Halle. Ein wenig im Kreis um mich herum laufen konnte er. Ein wenig Trab war auch dabei, mehr aber nicht. Das reichte ja auch. Ich hörte schon nach einer Viertelstunde auf und beobachtete kurz Fee. Die hatte mit Fiebertraum echt zu tun, denn der rammelte wie ein blöder im Round-Pen herum. Der Join-Up würde dauern. Die Fuchsstute unter Kiki machte sich hingegen richtig gut. Ich brachte Bintu weg und holte Success Story. Ich wollte den Vollblüter nur mal wieder an Menschen und putzen gewöhnen. Das wurde komplizierter als gedacht. Eine Stunde brauchte ich, eh er sich die Hufe auskratzen ließ. Dann hatte ich aber auch keine Lust mehr und brachte ihn zurück. Kiki hatte sich hingegen schon Tiramisu geschnappt und longierte ihn richtig. Der Araber wurde immer feiner und bekam gute Muskeln. Auch Fee hatte scho das nächste Pferd: Farralas. Sie wollte den Araber heute im Gelände reiten. Ich wünschte ihr viel Glück und brachte dann Success weg. Ich nahm Kiki ein wenig Arbeit ab und machte mir Dancing Queen fertig. Ein wenig Dressurtraining würde schon nicht schaden. Falsch gedacht. Die Stute war zickiger denn je. Ich seufzte genervt und versuchte sie unter Kontrolle zu bekommen, doch das endete nur in Diskussionen. Irgendwann lief sie richtig fein und ich lobte sie ausgiebig. Dafür durfte sie dann wieder auf die Weide. Die letzten drei Pferde teilten wir noch auf. Sie waren noch ganz neu, also nur putzen und an den Menschen gewöhnen. Ich nahm Odin, Kiki nahm Celly und Fee schnappte sich Key. Wir putzten die drei scheuen Pferde vorsichtig und dann durften sie wieder auf die Weide. Danach ging es zum Reinholen. Die Pferde standen nachts im Stall, damit sie frühs und abends ihr Futter bekamen. Immerhin mussten wir sie aufpäppeln und das ging schlecht, wenn sie sich auf der Weide um das Futter schlugen. Also jeder in seine eigene Box und dann wurde gefüttert. 20 Uhr waren wir mit allem fertig, ich verabschiedete mich und fuhr heim. Der Rest aß Abendbrot.
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      Weidengang der anderen Klasse

      Es war ein Herrlicher Sommertag. Zudem es heute wirklich Sommerlich aussah. Der Himmel war Blau und die düsteren Wolken brachen den Weg frei für die Knallige Sonne die sofort unsere Haut aufwärmte. "Zum Glück haben wir nichts schwarzes an", grinste ich Eddi,Chris und Lauren zu. Chris und Lauren waren hier, da sie so manche Schwierigkeiten im Leben brachten. Aber hier auf Nasty Past nahmen sie alles Ernst und machten sich wirklich gut. "Na dann wollen wir mal die kleinen auf die Weide lassen", meinte Eddi die schnurgerade auf das Fohlenabteil zu lief. Im Entenmarsch reihten ich mich mit Lauren und Chris dahinter. "Guten Morgen, ihr süßen", grinste ich den kleinen zu während Chris sein Liebling Moon River begrüßte. Die beiden hatten jeweils 2 Lieblinge die wie ihre eigenen Pferde waren. Fröhlich lief ich mit Eddi zu den Boxen von Existenz, Shirley und Calero. Lauren hatte sich auf dem Weg auch abgeseilt, da sie natürlich Kaltes Herz liebkosen wollte. "Seit ihr bereit?", fragte ich meine Freunde die ihre Fohlen halfterten. Eddi nickte mir zu und so zogen wir samt Calero, Existenz, Shirley, Moon River und Kaltes Herz hinaus auf den Hof. "Wollen wir mal etwas spannenderes machen, als immer nur Hin führen?", fragte uns Lauren. "Was denn?", meinten wir interessiert. Es ist ja Langweilig immer das selbe zu machen. Lauren erzählte uns ihre Großartige Idee. Alle waren damit einverstanden, sogar die Ponys wackelten mit ihren Köpfen. Sanft schwang sich Lauren auf den Rücken des Jährlings. Herz war das schon gewöhnt so ein Fliegengewicht zu tragen. Auch Chris schwang sich auf sein Moon River, der nun auch schon fast 2 war. Wir beide konnten uns ja schlecht auf die Shettys Setzten, zumal sie einfach zu klein sind. Deswegen liesen wir sie frei laufen, nur Existenz, der kleien Anführer, lief neben Lauren auf Herz. Schnell rannten wir in den Stall um die restlichen Boxen zu öffnen. Tibular und Seerose, waren in Nullkommanichts aus dem Stall. Brooklyn verstand die Welt nicht und blieb in seiner offenen Box stehen. "Hallo du kleiner, du darfst auch raus", lachte ich ihm zu. Wie als würde er uns verstehen rannte er aus der Box, über die Stallgasse und hinaus auf den Hof. Zum krönendem Abschluss lies er noch einen schönen Buckler sehen. Eddi schnappte sich Fantasio und ich mir Lulu. "Wir müssen Lulu bald umstellen", meinte ich zu Eddi, die sich elegant auf den Rücken des Criollo Hengstes warf. "Stimmt, sie ist ja schon 3", gab Eddi zurück. Zusammen ritten wir in einem schönem Schritt auf den Hof wo Lauren und Chris auf uns warteten. "Na habt ihr Brooklyn zum stehen bekommen?", fragte Eddi die beiden lachend. "Mit Mühe und Not", gab Chris schnell zurück. Kaltes Herz und Moon River am Anfang, das konnte nicht gut gehen. Kaum waren wir auf dem Feldweg der auf die Koppel führte nahm Herz den Kkopf runter, aber nicht um zu Grasen, sondern zu Buckeln. Wie ein Wildgewordenes Rodeo Pferd hüpfte der Hengst über den Weg. Moon River überlegte nicht zweimal und düste ihm voller Kraft hinterher. Die 5 Schettys rannten jetzt nun auch wie wild über die Felder, da sich von Existenz der Panik Haken löste. Lulu und Fantasio vielen auch in den Jagdgalopp. "Leichter Sitz?", schrie ich rüber zu Eddi. Die mir lachend zu nickte. So kannte ich meine Fohlen ja gar nicht. Es dauerte nicht Lang bei unserem Tempo bis wir die Weide erreichten. Calimero, Shirley, Tibular, Seerose und Existenz standen schon unter der großen Eiche und grasten. "Hä?", frägte mich Lauren, die nicht verstehen konnte wie die 5 Zicken so schnell auf die Weide konnten. Eddi und Ich waren auch etwas fasziniert. "Na dann wollen wir sie mal in Ruhe lassen", meinte ich zu Chris, Lauren und Eddi. Ich nahm das Halfter von Lulu und hing es über den Hacken der sich am Zaun befand. Auch Eddi und die anderen lösten die Halfter und liesen ihre Pferde auf die Weide. Fantasio war der einzigste der noch Energie hatte und wie ein wilder zu den Shettys düste.

      Gespannt ins neue Jahr mit Nasty Past

      "Hey Fee heute ist Silvester", weckte mich Eddi sanft. Endlich war es so weit, Silvester, das fest wo ich Nasty Past schon die ganze Zeit drauf vorbereitet hatte. Doch als erstes die Arbeit und dann das Vergnügen. Ich schlürfte mit Eddi unsere Milch aus und huschten dann auf unser riesiges Gestüt. Wie Puderzucker lag der Schnee über unseren Stallgebäuden, auch die wiesen waren weiß. Unsre kleinsten durften heute ihren Tag im Offenstall verbringen. Der Stall war voller warem Stoh und Heu und draußen konnten sie in eine wunderschöne Schneelandschafft blicken. Auf dem Hinweg zu den Fohlen rätselten wir schon welches Fohlen drausen stehen würde und welches im schönen warmen Stall schläft. Am Schluss sind wir darauf gekommen dass Occani, Tibular, Seerose, Calero und Existenz sicherlich im warmen Stall schlafen. Von weitem erkannte man schon Brooklyn Junior und Moon River die verärgert Gras unter der dünnen Schneedecke suchten. Lulu dagegen flitzte wie eine wilde auf dem gefrorenem Boden herum, wahrscheinlich wollte sie einfach nicht kalt werden. Kaltes Herz und Fantasio kuchelten sich eng aneinander, wie zwei Vögel, und wärmten sich. Das Bild sah richtig idyllisch aus, bis auf die wilde Lulu die immernoch wie eine bekloppte auf der Koppel herumflitzte. "Guten Morgen", begrüßten ich und Eddi fast gleichzeitig die Jährlinge und Fohlen. Ich alte Frostbeule ging gleich in den warmen Stall und sah da nach, wie es den kleinen geht. Wirklich, sie waren zum anbeisen. Ganz eng aneinander gereiht lagen die kleinen Würmchen im dicken Stroh. Der erste der mich wahrnahm war Occani. Der kleine Hengst öffnete seine dunklen Knopfaugen und schnaubte mir freundlich entgegen. sein Nachbarin, Tibular bemerkte Occanis verhalten und öffnete schläfrig ihre kleinen glänzenden Äugchen. "Guten Morgen süße", begrüste ich sie. Spätestens ab diesem Zeitpunkt öffneten Calero, Existenz und Seerose auch ihre Augen. Ich fühlte mich richtig beobachtet als mich die fünf kleinen Mäusschen anstarrten. Langsam schlich ich mich zu Seerose und streichelte zärtlich ihren kleinen Kopf. Eddi war bei den etwas größeren auch schon fertig und kam zu mir in den Stall. "Holen wir jetzt das Futter und füllen das Wasser auf?", fragte sie mich. Ich nickte doch am liebsten würde ich mich mit zu den Fohlen kuscheln. Hastig marschierten wir im Stechschritt in die Futterkammer wo wir das passende Futter für die kleinen fanden. Eddi ging nochmal zu den Fohlen um sie zu füttern und die Tränke aufzufüllen, ich machte mich in der Zeit schonmal unterwegs in den Zuchtstall. Das Spezialfutter für Armani Code hatte ich gleich bei mir und gab es ihm, er freute sich und steckte sein zartes Maul in den Trog. "Bald gehst du zu deiner neuen Besitzerin", lächelte ich den Hengst an. Doch er dagegen war total mit dem essen konzentriert. Fade dagegen stand am Gatter und wartete bis sie beschmust wurde, doch das war Eddis Liebling, ich huschte schnell in eine Leerstehende Box wo wir den Schubkarren und die Mistschaufel aufbewahrten und mistete Armanis Box aus, ind er Zeit kam Eddi und kümmerte sich rührend um ihr Schützling. Es dauerte seine zeit bis der Zuchtstall schön aussah und ich beide Boxen ausgemistet hatte. Wir fegten nocheinmal durch die Stallgasse und liefen dann in den großen Stall wo all unsere Pferde und Ponys standen. Eddi war heute eingetragen für Jared, Tira, Dancing Queen, Tell, Success, Ostwind, Hoppla und Celly um diese zu Füttern und auszumisten ich hatte den Rest der mit Cual Manica, Geoffrey, Leitz, Freeway, May, Silence, Fiebertraum, Bintu, Lady, Key und Bubi bestückt war. Ich ahnte es schon das Eddi schneller fertig war wie ich. Kaum betrat ich Fiebertraums Box beendete Eddi ihr werk bei Celly und fing an mir mit Bubi und dem rest zu helfen. "Das ist richtig doof wenn Chris und Lauren nich da sin", quengelte ich. Es vergingen Stunden bis wir den Hof auf vordermann gebracht hatten. "Hey Fee, da kommt schon ein Auto", schrie mir Eddi zu die gerade das Banner über unserem Hofschild festband. Es war Flyka sie bot sich an und zu helfen. "Hey Flyka, du bist ja schon da", lachte ich ihr zu. "ja es ist doch schon 6 Uhr, ich sollte dich um 6e kommen, oder?", fragte sie uns. Ich sah Eddi ertappt an. Eddi sah mich erschrocken an. "WAS, schon 6 Uhr, Los wir müssen noch die Hindernisse aufstellen", befahl Eddi. Ich fegte den Hof in Windeseile und spurtete dann zu Flyka die mit mir die Hindernisse aufbauen sollte. Eddi richtete die Kuchenteke und den Glühweinstand her. "Wie viele Teilnehmer kommen denn heute?", fragte mich Flyka. "Nicht so viele, eigentlich nur ein Paar aus dem Joelle-Tal der Rest von kleinen Nebendörfern", erzählte ich ihr traurig. Gegen halb acht kamen die ersten Gäste und Reiter an. Luci und Stef kamen gegen 8 Uhr, also noch rechtzeitig um ihre Pferde fertig zu machen. Eddi machte ein ganz gutes Geschäfft beim Verkauf von Kinderpunsch und Glühwein, die Kuchenteke war aber auch gut besucht. Die Glocke klingelte und das erste Pärchen wurde zum Silvester springen aufgerufen. "Ein Ritt mit 8 Strafpunkten, geht besser", hörte ich Luci sagen. Ich wusste das die beiden es schaffen können, sie sind alle vier in einer Top Form. Doch jetzt lag es an ihnen, sie wurden zum Start aufgerufen. Gammon spielte sich mächtig auf neben der kleinen Lady doch Luci blieb locker Stef sah auch noch ziemlich entspannt aus. Die Klingen läutete, es ging los. In einem Affentempo Gallopierten die beiden Pferde auf einen kleinen Oxer zu, Luci musste Gammon ein wenig zurücknehmen das er nicht früher als Stef mit Lady sprang. Der erste Sprung verlief gut, das Timing passte auch, hoffentlich ziehen sie weiter so ihr Ding durch. Gespannt betrachtete ich das Spektakel. Sogar der Einlauf ins Ziel war Synchron und somit Gewannen die beiden Das diesjährige Silvester-Synchron springen. Stef und Luci beeilten sich um ihre Pferde in die Boxen zu bringen, sie wollten natürlich nicht das riesige Feuerwerk verpassen. Die Feuerwehr fuhr ein udn baute die knallbunten knaller auf. Um genau 24:00 ging ein Rosarotes Herz in die Luft, danach folgten die grüne und Blaue knaller die das Nasty Past zeichen formten. "Woow, das ist aber schön", hörte mann aus den hintersten Reihen jaulen. Ich musste zugeben, Eddi hatte das Feuerwerk wirklich sehr gut geplant.

      6302 Zeichen // © Igof
    • Muemmi
      Alte Berichte

      Im Besitz von Eddi

      Pflegebericht November 2014

      Mein gesamter Bestand basierte eigentlich auf Spontankäufen, ohne dass ich wirklich etwas suchte. Auch heute hatte ich wieder meine Finger im Spiel, als wir uns mit einem großen Hänger auf den Weg zum Gestüt Federsee machten. Diesmal wollte ich mir einen Warmbluthengst anschauen, einen Oldenburger. Er stand schon länger zum Verkauf und ich hatte lange gezögert, mich nun aber doch dafür entschieden, ihn mir zumindest anzuschauen. Maren begrüßte uns eine halbe Stunde später herzlich und zeigte uns direkt den großrahmigen Hengst. Ich musterte ihn eingiebig, schaute zu, wie er sich während des Umgangs machte, ehe er mir vorlongiert wurde. Dann wurde er gesattelt und Maren ritt ihn mir vor. Café au Lait – so hieß der Hübsche – verhielt sich in jeder Situation vorbildlich und auch unter dem Sattel war er einwandfrei. Nach Marens Vorstellung schwang auch ich mich nochmal in den Sattel und schnell stand fest, dieser Hengst würde bei uns einziehen. Den Kauf wickelten wir direkt ab und luden den Hübschen dann ein. Einen TÜV benötigten wir nicht mehr, sowohl Maren als auch ich waren Tierärzte und ein die Dokumente lagen alle aktuell vor. Es ging ohne große Pause weiter zu Salera, wo wir nur kurz stoppten. Der Kauf von den beiden Ponys hatte ich schon vor zwei Wochen getätigt, jetzt hieß es nur noch, die Ponys abzuholen. Wir verluden Sally und Occani in den Trailer und verabschiedeten uns dann direkt wieder. Geschwind machten wir uns auf den Heimweg. Dort durfte erst der Hengst seinen Paddock erkunden, ehe wir die beiden Stuten gemeinsam auf eine der kleineren Weiden ließen, damit sie sich die Beine vertreten durften. Die kommenden Tage würden sich die drei erst einmal in aller Ruhe eingewöhnen dürfen, ehe es dann an das Training gehen würde.

      Pflegebericht März 2015

      Gähnend streckte ich mich, ehe ich mich noch einmal in das warme Bett einkuschelte. Inzwischen war ich dankbar, dass ich Kats Rat angenommen und die neuen Möbel gekauft hatte. Es war so schön, mal wieder in einem ordentlichen Bett zu schlafen! Und meine Rückenschmerzen verschwanden auch allmählich!
      Müde blinzelnd schaute ich aus dem Fenster und war sofort hellwach! Alle vier Quadrate des Fensters strahlten in einem tiefen morgendlichen Blau und das konnte nur eins heißen: heute war perfektes Wetter! Lächelnd verließ ich das Bett und huschte ins Bad, um mich kurz zu waschen und dann in meine Stallsachen zu schlüpfen.
      Unten in der Küche war Kat schon unterwegs und freundete sich bereits mit der neuen Küchenzeile an: es gab Pancakes. Zufrieden nahm ich mir drei und futterte sie in Windeseile weg. Kat bekam ein Lob für ihre Kochkünste, aber den Rest mit dem Bett verschwieg ich, immerhin sollte sie ja keine Höhenflüge bekommen. Kurz schaute ich mich um und runzelte die Stirn: „Wo ist Ethan?“, fragte ich knapp und schaute Kat an, die nur die Schulter zuckte. Seufzend stand ich auf und meinte nur noch: „Er ist heute für die Hengste und Stuten verantwortlich“, ehe ich das Haus verließ und mir nicht mehr Kats Luftsprünge ansehen musste.
      Denn Kat wusste, was diese Aussage bedeutete, dass hieß, das die Jungpferde unter unserer Obhut standen und ich glaube es wurde auch langsam Zeit, jetzt zum Frühlingsbeginn, wieder ein wenig mehr mit ihnen zu arbeiten. Den Winter über hatte ich sie aus reinen Zeitmangel größtenteils in Ruhe gelassen und maximal die Grundkenntnisse des Fohlen ABCs durchgenommen, so dass sie sich aufhalftern, führen und putzen ließen. Nun sollten sie aber auch die Halle kennenlernen und der ein oder andere auch den Hänger.
      Meine ersten Kandidaten für heute waren Hollybrook’s Fairy Bluebird und Joyce. Die beiden dreijährigen (fast vier) Stuten gehörten nicht mehr wirklich zu den Fohlen, aber sie waren beide noch für ihr Alter sehr jung im Kopf und ich wollte sie keinesfalls überfordern, denn beide waren etwas ganz besonderes. Ich begann heute mit meinem blauen Vögelchen. Die kleine Stute stammte aus der damals bekannten Hollybrook Zucht und machte sich ausgezeichnet, ich liebte sie abgöttisch und würde nie vergessen, wie glücklich ich an dem Tag gewesen war, als ich sie ihrem ersten Besitzer endlich abkaufen konnte.
      Inzwischen hatte sie ein ordentliches Stockmaß, doch ihr fehlte es noch eindeutig an der Breite, ich war mir aber sicher, dass die schon bald kommen würde. Fairy war mit am weitesten von allen Fohlen und immer sehr motiviert bei der Sache. Auch heute kam sie auf mein Rufen sofort brav angetrottet, ließ sich aufhalftern und anschließend ohne Probleme putzen.
      Danach gingen wir gemeinsam in den Round-Pen, wo ich sie heute longieren wollte, denn langsam sollte es an den aktiven Muskelaufbau gehen. Doch erst einmal sollte Fairy lernen, wie sie sich selbst tragen konnte, denn das würde die Grundlage für alle späteren Ausbildungsschritte sein. Wir arbeiteten nur zwanzig Minuten, machten in der Zeit aber enorme Fortschritte, weshalb ich das Training dann auch zufrieden beendete.
      In der Zeit hatte Kat mir schon Joyce geputzt und stand mit ihr bereits vor dem Round Pen. Darum gebeten hatte ich sie nicht, aber ich glaube Kat konnte Gedanken lesen… Etwas verdutzt, aber dankend nahm ich ihr Joyce ab und gab ihr Fairy. Mit Joyce machte ich das gleiche Spiel, auch wenn die kräftige Dreijährige schon wesentlich geschulter war als ihre Vorgängerin. Joyce lernte atemberaubend schnell und so war sie nach der halben Stunde zwar verschwitzt, hatte aber definitiv die richtigen Muskeln benutzt.
      Ich führte die Scheckstute in aller Ruhe trocken, ehe sie wieder auf die Weide durfte. Dort holte ich mir Raunchy’s Limited und Kat durfte die kleine Tiny Girl betüddeln. Während wir die beiden Stut“fohlen“ putzten, erklärte ich Kat bereits, worauf sie bei unserem Spaziergang achten sollte, damit auch Tiny Girl ordentlichen Unterricht bekam. Spielerisch übten wir während des Spaziergangs die korrekte Führposition und die Stimmsignale und die beiden Stuten machten echt toll mit. Bisher lief der Tag wirklich super und das bei herrlichem Wetter!
      Quintesse of Xaras war in der Ausbildung schon verdammt weit. Inzwischen ließ sie sich mit Sattel und Zaum longieren und lief selbst da in einer wunderbaren Selbsthaltung, mehr hatten wir die letzten zwei Jahre auch nicht trainiert. Bisher hatte sie aber immer nur den leichten Trainingssattel auf dem Rücken gehabt, da mir die meisten Westernsättel für den Anfang einfach viel zu schwer waren! Auch kannte sie zwar das Gebiss und hatte es ohne negative Erfahrungen kennenlernen dürfen, aber ich wollte die Stute bevorzugt gebisslos reiten. Dementsprechend würde sie heute die neuen Ausrüstungsgegenstände kennenlernen dürfen. Als erstes sattelte ich sie mit einem richtigen Westernsattel, nur locker und auch nur für einige Runden, denn ich wollte sie keinesfalls überfordern. Dann nahm ich ihr das schwere Teil wieder ab und machte sie mit dem Sidepull vertraut. Quintesse reagierte schon jetzt darauf wesentlich feinfühliger, als auf das Gebiss und ich wusste, dass es eine gute Entscheidung war, sie gebisslos zuzureiten.
      Doch für heute sollte es das erst einmal gewesen sein und die Stute durfte zurück auf die Weide, um die neuen Erfahrungen zu verdauen. Nun waren meine beiden ältesten Warmbluthengstfohlen an der Reihe. Die beiden hatten in letzter Zeit viel Freizeit gehabt, aber so allmählich sollten sie dann doch erwachsen werden. Prazzy durfte heute zum ersten Mal den leichten Trainingssattel auf seinem Rücken spüren. Vorsichtig machte ich ihn damit bekannt: er durfte ihn beschnuppern, ablecken und sogar einmal reinbeißen. Als er sah, dass das Teil ungefährlich war, berührte ich ihn am ganzen Körper damit und ließ ihn dann vorsichtig auf seinen Rücken gleiten. Alles lief problemlos ab, aber als der Gurt fest war, musste Prazzy doch erst einmal den einen oder anderen Bocksprung hinlegen, ehe er den Sattel wirklich vollkommen akzeptierte. Bei Painted Blur lief alles noch problemloser ab, der Rappe war einfach ein wahrer Sonnenschein!
      Nun kam mein kleines „Sorgenkind“ an die Reihe: Destinys Horror. Also inzwischen hatte sich die Stute echt gemacht und seitdem sie 24 Stunden am Tag draußen stand, hatte ihre Schreckhaftigkeit wirklich stark abgenommen, aber neuen Dingen gegenüber war sie stets immer noch misstrauisch und unruhig. Seit einigen Wochen versuchte ich bereits, sie mit dem Sattel vertraut zu machen, doch wir kamen nur mäßig voran. Heute wollte ich es gemeinsam mit Kat versuchen. Die Einheit endete damit, dass Destiny den Sattel zumindest endlich einigermaßen akzeptierte und er auf ihren Rücken liegen bleiben durfte und das war für mich schon ein voller Erfolg!
      Als nächstes war Altyn an der Reihe, der Nachkomme meiner Tekken, welche inzwischen in den Ruhestand eingekehrt waren. Anfangs hatte er seinen Eltern alle Ehre gemacht, aber dann war er in die Flegelzeit gekommen und hatte uns so sehr genervt, dass ich kurz davor gewesen war, ihn die verkaufen. Aber das sah ich nicht ein, denn aufgeben gehörte nicht zu meinem Wortschatz. Tagtäglich hatte ich mit dem jungen Hengst trainiert und ihn nicht in Ruhe gelassen und inzwischen war der Vierjährige so weit, dass er fleißig mitarbeitete und wir im aktiven Muskelaufbau an der Longe standen. Heute gingen wir dafür in die Halle, wo wir auf größerer Fläche arbeiteten und ich ihn mehr fördern konnte. Alles klappte wunderbar und so entließ ich ihn zufrieden wieder auf die Weide.
      „Oar schau mal!“, quietschte Kat aufgeregt, als sie Schneeglöckchen auf der Weide entdeckte, oh ja, es wurde langsam Frühling und ich freute mich tierisch auf diese Zeit! Lächelnd sammelten wir Shawanée und Mon petit écrou ein. Die beiden hatten noch einiges an Zeit, ehe es für sie Ernst werden würde. Stattdessen übten wir heute mit den beiden die Grundlagen des Fohlen ABCs und nach genügend Input, durften sie auch wieder auf die Weide.
      Jetzt waren Fantasio und Ironic an der Reihe. Fantasio hatte sich inzwischen von dem letzten Jahr erholt, als gar nichts mit ihm gemacht worden war. Sein Fell war inzwischen wieder viel glänzender und kräftiger geworden und der Junghengst sah allgemein viel besser aus. Ironic hatte kürzlich eine Fohlenschau hinter sich und das Ganze ganz gut gemeistert, aber wir wussten auch, woran wir arbeiten mussten. Deshalb ging es mit den beiden heute in die Halle, wo wir das Führen mithilfe einer kleinen „Kür“ übten, es ging uns tatsächlich besser von der Hand als gedacht und zufrieden beendeten Kat und ich das Training mit den Hengsten.
      Nun waren zwei aufgeweckte Stuten an der Reihe, wobei ich dabei Kat lieber die kleine Mellow Billow übergab. Sie war zwar aufgeweckt, aber keineswegs so temperamentvoll wie Ruffians Daughter. Denn die Jährlingstute hatte wirklich Feuer unter dem Hintern. Mit den beiden Stuten übten wir immer noch die Grundlagen, damit der spätere Umgang wie von selbstverständlich von Statten gehen würde. Bis wir aber dort angelangt waren, würde es noch ein Weilchen dauern… Stillstehen mochten die beiden gar nicht und ordentlich neben einem herlaufen auch nicht, es war manchmal echt ein Kampf, aber man sah die Fortschritte und so gab ich nicht auf, sondern machte immer weiter.
      Mit Occani und Nessaja hatten wir wesentlich leichteres Spiel, beide Stutfohlen waren von Grund auf einfach Sonnenscheine und benahmen sich dementsprechend auch so. Auch Never look back und Dead Memories benahmen sich wunderbar, auch wenn es uns bei Memos vollem Namen immer schauderte. „Wer nennt ein Fohlen so?“, fragte Kat verständnislos und schmuste mit dem Rotfalben, mir war es auch unklar, aber was wollte man dagegen tun, er war nunmal so eingetragen… Als letztes betüddelten wir noch Cruel Twist of Fate. Der kleine Painthengst war erst seit einem knappen Monat bei uns und sollte uns beim Spielen erst einmal kennenlernen, Kat hatte ihn natürlich sofort ins Herz geschlossen!
      Nachdem alle Fohlen gepflegt waren, machten wir uns an die Arbeit, die Unterstände auszumisten und frisch einzustreuen und die beliebten Toilettenecken auf der Weide abzuäppeln. Danach füllten wir die Heunetze und – raufen neu auf und dann war der Tag auch schon beinahe wieder rum. Ich schaute noch bei den Stuten und Hengsten nach dem Rechten, aber Ethan hatte seine Arbeit vorbildlich erledigt, so dass auch die Großen versorgt waren. Müde kehrten wir also ins Haus zurück, wo wir alle erst einmal duschten, ehe Kat uns zu einem Filmabend mit Popcorn überredete und wir doch tatsächlich Spirit und Bärenbrüder schauten!

      Pflegebericht - Juni 2015

      Gähnend watschelte ich Richtung Bad, so müde wie heute war ich schon lange nicht mehr, aber wenn der Tag versprach heiß zu werden, lohnte es sich eben doch, etwas eher aufzustehen, gerade wenn man einen Neuankömmling erwartete.
      Kat sprang wie immer quietschvergnügt in der Küche herum und reichte mir direkt eine Tasse Kaffee. „Danke“, murmelte ich und setzte mich an den Tisch, um mein Getränk zu schlürfen. „Wer kommt heute?“, fragte Kat neugierig und ich erzählte ihr von Long Island Icetea. Ein Reitponyfohlen, was bereits schon einmal in meinem Besitz gewesen war und es nun bald wieder sein sollte.
      „Nessaja wird sich freuen, ihre alte Freundin wiederzutreffen“, meinte ich grinsend. Dann ging es nach dem Frühstück auch direkt nach draußen – die Pferde wollten gefüttert werden. Danach säuberte ich die Offenställe der Jungpferde, ehe ich mir Nessaja holte, sie putzte und ein wenig beschäftigte, bis Icetea kommen würde.
      Als es dann so weit war, brachte ich die beiden Jungstuten gemeinsam auf eine der kleineren Weiden, damit sie sich „kennenlernen“ konnten. Tatsächlich erkannten sie sich recht schnell und tobten gemeinsam über die Weide. Ich ließ sie den Vormittag noch extra und kümmerte mich um die älteren Jungpferde, denn dort ging langsam die Ausbildung los.
      Hollybrook’s Fairy Bluebird und Joyce wurden inzwischen regelmäßig longiert und sollten demnächst an Sattel und Trense gewöhnt werden. „Bald zieht ihr beiden um“, meinte ich lachend, nachdem ich beide Stuten aufgehalftert und von der Weide geführt hatte. Ich putzte sie gründlich und gab Joyce dann an Ethan ab, der mit ihr ein wenig Bodenarbeit auf dem Platz machte, während ich Fee longierte.
      Die Foreststute machte sich wunderbar und würde das perfekte Gegenstück zu Zarin sein, ich freute mich schon darauf, sollte ich die beiden irgendwann doch mal endlich gekört bekommen. Auch von Joyce hörte ich nur Gute. Der interessante Mix aus Criollo und Tinker machte sich sehr gut, eine Kreuzung die man eindeutig ausbauen könnte.
      Nach den beiden kümmerte ich mich um die kleine Tiny Girl. Inzwischen war sie für ihre Rasse schon groß, aber trotzdem der Zwerg auf der Weide, selbst Occani übertrumpfte mein AMH inzwischen. Aber an Arbeitsmotivation war die kleine Scheckung wiederum nicht zu schlagen und so machte sie auch heute bei der Bodenarbeit wieder gut mit. Mein Ziel war ja, sie bald anzufahren, damit wir in Zukunft in diese Richtung gehen würden.
      Raunchy’s Limited trat ich heute an Kat ab. Die liebte die kleine Reitponystute, welche auch immer mehr nach ihrem Vater kam, mir ging es nicht anders. Quintesse of Xaras arbeitete ich selber noch einmal, aber dann mussten auch erstmal die restlichen Offenställe gemacht werden. In der Zeit kümmerte sich Ethan um Prazzy’s Goldbell und Painted Blur. Kat putzte noch Destiny Horror, ehe sie das Mittagessen machte.
      Danach ging es auch direkt weiter. Ich gewöhnte Altyn allmählich an den Sattel, denn der Achal Tekkiner war auch allmählich für mehr als nur Bodenarbeit bereit. Shawnée hatte heute frei und wurde nur ein bisschen von Kat betüddelt, genauso wie Fantasio.
      Mon petit écrou hingegen wurde von Ethan beschäftigt und die beiden hatten auch sichtlich Spaß. Mit Outlaw Torn unternahm ich einen Spaziergang, ehe wir gemeinsam mit Ironic und Ruffian’s Daughter ein wenig Anti-Schrecktraining machten. Outlaw war total entspannt, Ironic erschrak sich ab und an, lernte aber schnell, aber bei Ruffian hatten wir echt noch allerhand zu tun.
      Mellow Billow ließ ich heute auf der Weide, sie hatte ich erst gestern longiert, da musste sie nicht schon wieder dran glauben. Nessaja hatte heute sowieso frei und wurde stattdessen gemeinsam mit Icetea wieder in die kleine Herde gebracht. Das Anfangstheater war groß und daran interessierte sich kaum noch jemand für den Neuankömmling. Alles lief nach Plan.
      Never look back und Dead Memories waren noch recht neu bei uns und so hatten sie immer noch etwas Schonfrist. Nicht anders verfuhr ich bei Paddington, der sowieso noch recht jung war und einfach das Fohlen-ABC lernen sollte.
      Als Abschluss gingen Kat und ich noch mit Caruso und Cruel Twist of Fate ein Ründchen spazieren und ließen die beiden auch im Wasser plantschen. Dann wurde es auch schon Zeit für die zweite Fütterung und das ein oder andere Pferd wollte auch noch geritten werden, ach hätte der Tag nur mehr Stunden.

      Pflegebericht - Juli 2015

      Momentan standen auf der Ranch allerhand Umplanungen an, viele zu Gunsten der Pferde, aber manche auch nicht. So entschied ich mich, einen Teil meiner Vierbeiner abzugeben, ich brauchte wieder ein bisschen mehr Übersicht, so würde ich das Ganze einfach nicht mehr schaffen. Dementsprechend hatte ich direkt meine geliebte Freundin Elisa angerufen und gefragt, ob sie nicht zufällig Interesse an zwei wundervollen Reitponyfohlen hatte. Da sagte sie natürlich nicht nein und schon wusste ich zwei Jungpferde in guten Händen. Einige weitere sollten auch gehen, aber bis dahin musste der Alltag trotzdem weiterlaufen. Dementsprechend begann auch mein heutiger Tag wieder kurz nach um fünf.
      Gähnend stand ich auf, machte mich im Bad fertig, um mir dann unten in der Küche flott eine Tasse Cappuccino einzuwerfen, ehe es auch schon raus zu den Pferden ging. Alle mussten gefüttert werden, die Tränken mussten kontrolliert werden und die Unterstände gemistet. Erst wenn das alles geschafft war, konnte ich mich den Vierbeinern selbst widmen. Heute wollte ich mich da vor allem mit unseren Jungpferden beschäftigen. Für einige wurde es auch allmählich Zeit, dass sie aus den Kinderschuhen wuchsen und in die Fußstapfen ihrer Eltern traten, doch diesen Monat wollte ich ihnen noch Zeit lassen.
      Joyce war zum Beispiel bereits letztes Jahr eingeritten worden, hatte jetzt aber noch einmal eine lange Pause haben dürfen und war in dieser auch noch einmal ordentlich gewachsen. Heute wollte ich sie zumindest mit Sattel longieren, damit sie sich wieder daran gewöhnte. Für Hollybrook’s Fairy Bluebird würde es heute das allererste Mal sein, dass sie einen Sattel und eine gebisslose Zäumung trug. Dafür machte sie das aber wirklich traumhaft und wir konnten das Training mit einen super positiven Ergebnis beenden.
      Tiny Girl und Raunchy’s Limited waren eigentlich auch allmählich an der Reihe, also zumindest Limited. Tiny wollte ich eventuell bald einfahren lassen, sobald sie ihren letzten Wachstumsschub ein Weilchen hinter sich hatte. Sie würde sich sicherlich gut vor der Kutsche machen! Limited longierte ich heute ordentlich, denn die Reitponystute sollte allmählich Muskeln aufbauen, damit wir bald mit dem Einreiten beginnen konnten.
      Bei Quintesse of Xaras wagte ich heute den Schritt: Das erste Mal auf ihren Rücken. Ethan unterstützte mich dabei und führte Quinnie. Das lief besser als gedacht! Aber die Criollostute war eigentlich sowieso dafür bekannt, dass sie alles brav mitmachte. Was für ein Erfolg! Bei meinem Pajero-Nachkommen war ich da leider noch nicht so weit. Prazzy’s Goldbell war nicht so motiviert wie die anderen Jungpferde und deshalb hingen wir auch noch etwas hinterher. Momentan erarbeiteten wir uns das Longieren mit dem Sattel und das Kennenlernen des Gebisses.
      Da war er aber zumindest gleichauf mit seinem besten Kumpel Painted Blur, der sehr motiviert mitmachte, aber auch ein Weilchen brauchte. Die beiden Warmbluthengste würden sich schon noch machen und dann würden alle staunen! Destiny Horror hatte sich inzwischen auch gemacht. Aus dem ängstlichen Fohlen war inzwischen eine doch recht selbstbewusste Stute geworden, die motiviert mitmachte und bereits schon einmal einen Reiter auf ihrem Rücken gehabt hatte.
      Altyn war der letzte in der Gruppe der Großen. Er sah inzwischen immer mehr wie sein Papa aus und ich freute mich riesig darüber, denn während Alazar bereits seinen Ruhestand genoss, sollte Altyn allmählich in seine Fußstapfen treten und bisher machte er seinem Papa auch alle Ehre. Seine Halbschwester Nüsschen (Mon petit ecrou) hatte da noch wesentlich mehr Zeit und genoss ihre Fohlenzeit in der ich sie nur ab und an mit dem Fohlen-ABC nervte.
      Dafür ging ich Shawnée wesentlich mehr auf den Geist. Mein hübsches Welshfohlen war sehr selbstbewusst und testete nur zu gerne, dementsprechend hatte ich mit ihr alle Hände voll zu tun. Angenehme Abwechslung brachte dann immer Outlaw Torn, der Hübsche, welcher stets geduldig war und gerne mitarbeitete. Er würde dieses Jahr auch drei werden und so langsam wurde aus dem Fohlen ein junger Hengst.
      Fantasio, Ironic und Ruffian’s Daughter würden uns demnächst verlassen. Es fiel mir zwar schwer, aber für die ersten beiden hatte ich schon wundervolle Zuhause gefunden. Ironic würde zu seiner Züchterin zurückkehren und dort als stolzer Nachkomme seines Vaters leben. Fantasio würde wahrscheinlich auf eine Ranch in Kanada ziehen, da war ich bisher auch sehr gespannt. Für Ruffian suchte ich hingegen noch, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
      Bei Mellow Billow hatte ich ein Weilchen überlegt, ob ich sie wirklich behalten wollte, aber auch heute, als ich die junge Stute von der Weide holte, wusste ich, dass ich mich von ihr nicht trennen könnte. Mellow war lieb, hübsch und immer motiviert, so etwas gab man einfach nicht gerne ab. Genauso wie Occani, die vergötterte ich auch und vielleicht wäre sie ja das passende Gegenstück für Heartbreaker.
      Sollte ich wiederum Never look back irgendwann abgeben wollen, hatte ich schon eine Interessentin die gefühlt auf heißen Kohlen saß: Elisa. Sie vergötterte die Buckskin-Stute schon jetzt und würde ich ihr auch nur annähernd die Chance geben, sie wäre sofort dabei. Aber bisher hatte ich mich selber in die Stute verguckt und wollte sie gerne als Gegenstück für Feuervogel. Stattdessen plante ich aber, Dead Memories wieder abzugeben. Der Rotfalbe hatte sich in der Zeit auf der Ranch echt gemacht, aber irgendwann trennten sich unsere Wege eben wieder.
      Wen ich niemals abgeben würde, war Paddington. Auch heute war der kleine Hengst wieder zauberhaft und es machte immer tierischen Spaß mit ihm spazieren zu gehen, zu spielen oder einfach nur Quatsch zu machen – herrlich! Sein bester Kumpel war übrigens Cruel Twist of Fate, hätte ja nicht gedacht, dass die beiden sich mal so gut verstehen würden, aber siehe da! Und der dritte im Bunde? Richtig: PFS‘ Caruso. Das NF machte sich wirklich gut und wir übten momentan fleißig das Fohlen-ABC. So war auch der heutige Tag wieder vollgepackt bis zum Geht nicht mehr und ich war echt froh, als ich es endlich geschafft hatte und mich in mein Bett fallen lassen konnte.

      Pflegebericht - August 2015

      Grübelnd saß ich gemeinsam mit Kat und Ethan am Frühstückstisch. Ich wusste gar nicht so recht wie ich beginnen sollte, aber vielleicht fing ich einfach an, das wäre wohl das einfachste. „Leute? Ich muss euch was sagen“, meinte ich und zog die Stirn ein wenig kraus. Ethan und Kat sahen mich neugierig an, sie schienen mit nichts Besonderem zu rechnen, maximal mit einem neuen Pferd, aber sonst. „Es ist nicht das was ihr denkt“, sagte ich genervt und haute es dann einfach raus: „Ich ziehe weg. Die Ranch steht schon zum Verkauf.“
      Tja, da waren meine beiden Mitbewohner erst einmal baff, aber es ging nicht anders. Ich hatte die Pause in Wyoming wirklich genossen, aber es war langsam Schluss damit. Ich sehnte mich wieder nach einem richtigen Gestüt und nach Mitarbeitern und genau das wollte ich umsetzen. Kat und Ethan schwiegen, sie schienen nicht so recht zu wissen, was sie sagen sollten. Auch sie hatten diese Pause genutzt, um aus ihrem alten Stress heraus zu kommen, aber beide waren eher Stadtmenschen und nicht für das Land geschaffen und das hatten sie auch schon oft zugegeben.
      Wir frühstückten relativ schweigend zu Ende und dann machte ich mich auch schon auf den Weg nach draußen, die Pferde mussten immerhin versorgt werden. „Ich übernehme die Hengste!“, erklärte sich Ethan bereit und stand mit auf. Schweigend warf ich vier Heubündel auf die Schubkarre und machte mich auf den Weg in Richtung Stutenweide. Die Heunetze wurden alle frisch aufgefüllt und der Rest kam in die Raufen. Dann mistete ich die Unterstände und machte mich auf den Weg zu den Fohlen.
      Im Stall traf ich wieder auf Ethan, der nun auch fertig war. Gemeinsam brachten wir die neueren Pferde auf die kleineren Weiden und misteten deren Boxen aus. Neu waren Fandango und Scheherazade, welche immer noch getrennt von den anderen standen, das war mir doch lieber. Doch schon bald sollten dann auch sie umgesiedelt werden, aber ein wenig Zeit hatten wir ja noch. Da nun die grundlegende Arbeit fertig war, konnte ich mit dem Training beginnen. Dabei standen an vorderster Spitze unsere momentanen Körungskandidaten und davon hatten wir mehr als genug.
      Dementsprechend holte ich Classic Gold und CH’s Sun is Shining von der Weide. Zweitere packte ich erst einmal auf den Paddock und erstere wurde geputzt und zum Longieren fertig gemacht. Den Probedurchlauf für die Krönung hatten Classic Gold und ich schon hinter uns, nun wurde es langsam ernst und ich hoffte, dass das bald mal von Statten gehen würde. Hier in Wyoming hatten sie es nicht so mit regelmäßigen Krönungen, die waren manchmal Monate lang offen.
      Classic Gold longierte ich heute nur locker vorwärts-abwärts. Sie sollte fit bleiben, aber gestern waren wir auf einem Turnier gewesen, deshalb machten wir heute nur muskelkater-vorbeugendes Training. Sunny musste stattdessen mehr dran glauben. Die Araberstute sattelte ich mir und ging mit ihr für ein Stündchen auf den Reitplatz, um die kommenden Aufgaben durchzureiten und unsere Fehler noch auszubessern.
      Danach waren Ice Coffee und Cual Maniaca an der Reihe. Ich schnappte mir Kat für einen kleinen Ausritt und setzte die Anfängerin auf die brave Westernstute. Manni wäre nichts für sie gewesen, sie war viel zu zickig dafür. Der Ausritt verlief aber ganz entspannt, auch wenn Kat nur grummelnde Töne von sich gab. Wieder auf der Ranch traf ich auf Laurel, welche die Reitbeteiligung von Lila Wolken und Hákur war, dementsprechend waren die beiden Isländer heute versorgt.
      „Wenn du fertig bist, können wir auch noch einen Ausritt mit Milka Luflee und Hyreygur machen!“, bot ich ihr an und Laurel schien sich nach einem anstrengenden Schultag sichtlich auf diese Abwechslung zu freuen. In der Zwischenzeit bewegte ich Allelujah und Feuervogel, meine beiden hübschen Palominos. Mit beiden Junghengsten hatte ich genug zu tun und war danach eigentlich auch echt k.o., aber der Tag war noch nicht einmal zur Hälfte rum! Auf mich wartete nun noch ein Dressurtraining mit Dr. Insektor und ein Geländeritt mit Hollybrook’s Zarin. Ethan wollte uns auf Schneeleopard begleiten und das Training beobachten, außerdem wollte ich ungern alleine im Gelände springen, wenn doch einmal etwas passierte, hatte ich keine Hilfe vor Ort.
      Ethan versorgte danach beide Hengste, damit ich in der Zeit erst Animby und dann Absinth longieren konnte. So viele Pferde alleine zu bewegen machte definitiv keinen Spaß. Umso dankbarer war ich dann, als die ersten Pferdemädchen eintrafen. Ich hatte zwei feste Gruppen je fünf Mädchen erstellt, welche zweimal die Woche kamen und Reitunterricht bekamen. Sie hatten auch jeder ein eigenes Pflegepferd und so standen einige Minuten später fünf Stuten am Putzplatz und wurden vorbildlich versorgt.
      Dabei handelte es sich um Apache’s Tomahawk, Caribic Sue, Freeway, Walking in the Air und das Kürbisvieh. Die Mädchen liebten ihre Pferde und gingen immer sehr umsichtig mit ihnen um. Dementsprechend verlief auch die heutige Stunde wieder sehr entspannt und lehrreich. Am Ende standen alle Pferde wieder zufrieden auf den Weiden und die erste Gruppe zog ab. Aber die zweite stand schon in den Startlöchern.
      Da diese aber jünger war, holte ich die Pferde selbst von der Weide. Aus dem Grund fing ich mir Naimibia, Herbsttraum, Occani, Deep Silent Complete und Come Whatever May ein und nahm sie mit zum Putzplatz. Dort wurden sie direkt umzingelt und liebevoll versorgt. Für die zweite Gruppe stand heute ein Spazierritt an und deshalb nahm ich die kleine Little Chocolate Chip als Handpferd für mich mit, während ich mir Chou fertig gemacht hatte.
      Nach dem Ausritt ging es wie immer noch einmal zu den Shetlandponys und diese wurden dann mit Streicheleinheiten und Leckerlis umsorgt. Werina und Mondscheinsonate liebten das besonders, aber auch Window holte sich gerne das ein oder andere Leckerli ab. Hoppla stand mit bei dem kleinen Shetty und bekam dementsprechend auch Streicheleinheiten.
      Danach war auch die zweite Gruppe weg und nun war es bereits später Nachmittag. Ich gönnte mir eine Pause, bei welcher ich bei Khiara El Assuad und Quintesse of Xaras vorbeischaute. Die beiden standen grasend am Koppelzaun und ließen sich gerne ein wenig kraulen. Dann ging es für mich auch schon in den Endspurt. Sika, Cover the Sun, Morning Sun und Raunchy’s Limited wollten noch bewegt werden, außerdem musste ich auch noch bei Joyce vorbeischauen. Danach war ich für heute fertig, die Pferde bekamen noch ihr Abendheu und dann ging es unter die Dusche und zum Abendbrot.
      Am nächsten Tag saßen wir erneut schweigend am Frühstückstisch, bis Kat damit rausplatzte, dass sie eh wieder zurück nach New York kehren wollte und Ethan sich auch dafür entschieden hatte. „Das ist gut. Ich habe nämlich auch schon Interessenten für die Ranch“, meinte ich lächelnd und schaute in zwei entsetzte Gesichter, damit hatten sie anscheinend nicht gerechnet. Tja, so war das Leben.
      Der Tag begann wie jeder andere mit Füttern und Abmisten und dann ging es los mit dem Training. Heute widmete ich das vor allem den Hengsten und Fohlen. Zu allererst waren Leitz und Vertigo an der Reihe. Beide ließ ich freispringen. Danach ging es direkt im fliegenden Wechsel weiter, denn Sikari musste noch longiert werden und mit Rosewell arbeitete ich weiter am Fohlen ABC, das saß nämlich noch nicht so richtig. Piccolo’s Blaze, Niyo und Caillou hatten momentan frei, deshalb hatte ich genug Zeit, mich um unsere Nachzuchten zu kümmern. Korah schmuste ich nur, aber mit Panta Rhei und Amadahy ging es schon in Richtung Bodenarbeit.
      Danach war Talya an der Reihe, die junge Stute machte sich momentan wunderbar, allerdings war sie noch längst nicht an der Reihe. Erst einmal würde Amazed Marlin an einer Krönung teilnehmen und hoffentlich so in die Fußstapfen von They call her Fiorina und Donatella treten. Ebenso war Elliot erst kürzlich gekört wurden und nun der neuste Zuchthengst im Stall. Calimero II musste stattdessen erst einmal lernen, dass man während des Putzens still stand, da hatte er viel mit Frozen Bubble und Nabiri gemein, denn alle drei Fohlen waren die Unruhe in Person.
      Deshalb brauchte ich dann erst einmal eine Fohlenpause und holte mir Pajero und Heartbreaker für einen Ausritt. Heartbreaker ging als Handpferd mit und wir genossen den Ausritt wirklich, er war mal wieder richtig schön entspannt. „Ausritt mit den Westernpferden?“, fragte ich Kat und Ethan und natürlich sagten diese nicht nein. Also machten wir uns gemeinsam mit Dissident Aggressor, Call me a Twist und Morrigan auf den Weg. Die Weidezäune kontrollierten wir nebenbei auch direkt und schlichteten einen heftigen Streit zwischen Golden Ebano und Pawaneeh. Die beiden Vollbluthengste konnten sich noch nie wirklich leiden und zankten sich selbst über den Zaun hinweg an.
      Wieder da stattete ich kurz Aristo und Thorondor einen Besuch ab. Die beiden hatten heute frei, genauso wie Bandit und die drei schienen damit sichtlich glücklich zu sein. Im Gegensatz zu Hugo Boss, der nämlich mit mir in die Springstunde musste, genauso wie Carachillo und Varulv. Denn drei der gestrigen Reitmädels waren schon etwas fortgeschrittener und sprangen für ihr Leben gerne.
      Nach dieser Stunde wurden die Hengste abgesattelt und abgewaschen. Der Tag neigte sich bereits dem Ende zu, dabei musste ich noch Albertino longieren, mit Altyn ins Gelände und mit meinem geliebten He’s called Trüffel wollte ich noch ein wenig Bodenarbeit machen. Denn der junge Hengst stand seit neusten mit bei den großen und wurde allmählich zum Reitpony ausgebildet. Also theoretisch war er schon eingeritten, aber manchmal war er noch etwas schreckhaft und die Kommandos saßen noch nicht, aber genau das wollte ich heute ein wenig erarbeiten, damit dann das Training unter dem Sattel einfacher von der Hand gehen würde. So wie ich Trüffel kannte, würde er sowieso einwandfrei mitmachen und wir würden auch heute wieder große Fortschritte erzielen. Ich erahnte bereits, dass ich das kaum schaffen würde, aber ich gab mir Mühe und siehe da! Am Ende des Tages waren alle Pferde versorgt.

      Pflegebericht - Dezember 2015

      Pünktlich sieben Uhr morgens trällerte mein Wecker „Shake up the happiness, wake up the happiness…“ und versetzte mich zurück in das Gefühl der letzten Tage. Vor kurzem waren wir umgezogen und hatten es Anfang Dezember dann endlich geschafft, dass alle Pferde auf das neue Gestüt zogen und nun stand mir ein Neubeginn vor. Nochmal von vorne, aber es fühlte sich richtig und gut an.
      Seit Tagen verbrachten nun ich und die Pfleger vor allem auch Zeit damit, alles weihnachtlich zu schmücken, denn am 23. Dezember würden wir unsere Weihnachtsfeier haben und bis da waren es nun nur noch knapp vierundzwanzig Stunden, in denen allerhand geschafft werden musste. Die Pferde hatten zwischenzeitlich ein wenig Pause gehabt, denn ich hatte mich erst einmal ordnen müssen.
      Da das Gestüt aber über genügend Weiden verfügte, verbrachten sie ihre freie Zeit eben dort. Da der Winter momentan auch gar kein Winter war, konnten sie auch ungestört über die fast schon zu grünen Wiesen toben und ich musste ein wenig aufpassen, dass sie mir nichts zerstörten, aber so lange es trocken blieb, war alles gut. Tatsächlich war es dieses Jahr wirklich kein Winter. Stattdessen hatten wir täglich um die 15 Grad und Sonnenschein, es war eher wie Frühling.
      Dementsprechend fiel es alle Beteiligten schwer, sich wirklich in ein Winterfeeling zu versetzen, aber es blieb uns ja nichts anderes übrig, wenn in zwei Tagen Weihnachten sein würde. An sich hatte ich an dem Tag meinem ganzen Personal frei geben wollen, aber sie wollten zumindest bis Mittag noch ihren Dienst verrichten und mich bei der großen Anzahl an Pferden unterstützen. Dafür dankte ich ihnen sehr und am morgigen Abend würde jeder noch eine kleine Überraschung von mir erhalten.
      Doch nun musste ich mich erst einmal aus dem Bett schälen und mich allmählich fertig machen, denn die Pferde warteten schon auf ihr Frühstück und dann wollten sie auch schon hinaus auf die Weide. Bisher hatte ich nicht viel Personal, weshalb ich selbst noch kräftig mit anpackte. Jeder hatte eine bestimmte Aufgabe verteilt bekommen, weshalb sie Pferde schon gefüttert waren, als ich angezogen und gefrühstückt in den Stall trat. Stattdessen ging es nun auf die Weide. Immer mit zwei Pferden verließ ich den Stall und brachte sie auf ihre bestimmte Weide. Um dem Personal einen Leitfaden zu geben, hing zum einen im Stall ein großer Plan und zum anderen stand sowohl an den Boxen als auch an den Weiden, wer wo hingehörte. So konnte ich mir sicher sein, dass alle Pferde dorthin kamen, wo hin sie sollten.
      Die Fohlen waren heute wieder besonders aufgeregt, für sie konnte es nie schnell genug nach draußen gehen. Besonders Hidden Flyer und Exciting Force waren immer sehr stürmisch. Die beiden Vollblutfohlen waren noch nicht sonderlich lange in meinem Besitz, weshalb ich sie bisher nur schwer einschätzen konnte, aber ich gab mir Mühe und so langsam kam ich dahinter. Zumindest rissen sie sich inzwischen nicht mehr samt Halfter und Strick los, sondern warteten, bis ich diese entfernt hatten.
      Heute sollte ein normaler Alltag anstehen, trotz der Tatsache, dass der 22. Dezember war, hatten wir noch genügend Anmeldungen für unsere heutigen Reitstunden. Eine würde ich halten, die andere würde auf das Konto einer mobilen Reitlehrerin gehen. Doch vorher wollte ich das sonnige Wetter für einen Ausritt nutzen. Leider fand sich spontan kein Mitreiter, weshalb ich entschied, mich selbst auf Deep Silent Complete zu schwingen und Come Whatever May als Handpferd zu nehmen.
      Die beiden Warmblutstuten kannten sich schon lange und kamen sehr gut miteinander aus, es würde also ein ruhiger und entspannter Ausritt werden, so etwas hatte mir gefehlt! Danach konnte ich dann guten Gewissens in den Tag starten. Tatsächlich waren wir auch nur eineinhalb Stunden unterwegs und nachdem beide Stuten gut versorgt wieder auf der Weide standen, erwarteten mich schon die Reitstunden.
      Die erste Reitstunde hatte etwas eher begonnen, da die Reitlehrerin heute Nachmittag noch woanders hin musste. In ihr liefen nur Herbsttraum und Hugo Boss. Beide unter sehr erfahrenen und talentierten Nachwuchsreitern, welche eine wirklich gute Figur auf den Ponys machten und den Unterricht der Reitlehrerin befürwortete ich auch sehr. Meine Reitstunde würde für fünf Reiter sein, es war ausnahmsweise Abteilungsreiten, was ich ungern machte, aber es konnte auch Spaß machen.
      Ich muss ehrlich sein, die Lewitzer setzte ich an liebsten in den Reitstunden ein. Immerhin züchtete ich sie als talentierte Sportponys für Kinder und Jugendliche. Dementsprechend besaßen sie auch einen ruhigen und rücksichtsvollen Charakter, waren aber denn wirklich talentiert. Das war auch der Grund, weshalb ich für meine Reitstunde Donatella, Elliot, They call her Fiorina, Talya und Carachillo ausgesucht hatte. Schnell waren die Pferde verteilt und die Reiter damit beschäftigt, sie vorzubereiten, denn das musste man bei uns noch alleine machen. Sie hatten dafür gut eine halbe Stunde, je nachdem ob sie eher oder später kamen. Pünktlich um zwölf startete dann meine Reitstunde. Ich ließ sie die Pferde erst einmal aufwärmen und gab den ein oder anderen schon ein paar Tipps. Wir wechselten immer zwischen Abteilungsreiten und freiem Reiten, bei zweiteren nahm ich sie mir auch gerne mal einzeln auf dem Zirkel vor. Es lief wirklich gut, auch wenn ich das Gefühl hatte, danach schon heiser zu sein, aber was tat man nicht für die Jugend!
      Auch das Versorgen der Pferde beobachtete ich aufmerksam und war erst zufrieden, als es sowohl den Pferden als auch der Ausrüstung wirklich gut ging. Einer meiner Reiter schien gerade im Stress zu sein, denn ich fing ihm auf den Hof ab, wo er im fliegenden Wechsel von einem Pferd aufs andere sprang. Gerade kam er mit Scheherazade vom Distanztraining zurück und war nun schon auf halben Weg, um mit Cual Maniaca die nächste Runde anzutreten. Deshalb nahm ich ihm ein wenig Arbeit ab und führte meine braune Araberstute trocken, ehe ich sie noch abbürstete und dann auf die Weide brachte. Scheherazade barg sehr viel Potenzial, doch bisher hatte es sich noch nicht wirklich entfaltet. Leider.
      Da der morgige Tag gefüllt sein würde mit dem Programm unseres Weihnachtsfestes, hatte ich spontan eine Longenstunde doch noch auf heute geschoben. Das Pferd dafür war Kürbis, sie war ideal für die kleine Sechsjährige, welche uns hoffentlich öfters besuchen würde. Gemeinsam machten wir das Pferd fertig. Das Mädchen war sehr wissbegierig und scheute sich auch nicht, direkt nachzufragen. Heute machten wir an der Longe nur leichte Übungen, um ihre Balance und Konzentration zu stärken. Abschließend durfte sie noch ein paar Runden traben, ehe ich sie noch eine Runde um den Hof führte und dann war auch schon Schluss. Ohne Protest ging das zwar auch nicht, aber kommende Woche würde sie ja schon wieder da sein.
      Das Reitschulgeschäft konnte ganz lukrativ sein und ohne würde ich kurz über lang nicht auskommen, wiederum war mir aber das Wohl meiner Pferde wichtig und so basierte mein Prinzip darauf, dass auf jede Reitstunde mindestens zwei Korrekturstunden kamen und ein Pferd nie wirklich öfters als ein bis zweimal in der Woche lief. So dringend nötig hatten wir das Geld dann auch wieder nicht.
      Für den heutigen Nachmittag stand aber noch allerhand an. Ich wollte zumindest auch ein wenig mit helfen und es gab das ein oder andere Pferd, was wirklich nur ich ritt. Das war aus Prinzip Pajero. Den Schecken hatte ich schon, seitdem er ein Fohlen war, weshalb wir eine enge Bindung zueinander hatten. Für heute hatte ich mal wieder ein wenig Geländetraining eingeplant, das liebte er ja abgöttisch und besonders talentiert war er auch.
      Nach Pajero wartete schon mein zweiter Liebling: Thorondor. Jahrelang war ich seine Reitbeteiligung gewesen, dann war er in meinen Besitz gewandert und nun stand der wunderschöne Rappe bei mir im Stall und ging meinem Personal auf den Keks, denn er hatte einen sehr speziellen Charakter. Doch die Freiarbeit machte mit ihm tierisch Spaß und jeder bewunderte den Ausdruck und die Motivation des Pferdes, während wir über den Reitplatz tobten, es war wie immer sehr erleichternd.
      Für den heutigen Tag stand noch ein Springtraining mit Classic Gold an und eine Kutschfahrt mit Little Chocolate Chip. Danach telefonierte ich noch mit Occulta, welche momentan Naimibia als Leihstute für ein Fohlen besaß, schon bald würde meine hübsche Stute zurückkehren, da Occulta gerade dabei war, das Fohlen abzusetzen. Es war ein Traum von Reitpony geworden und wurde schon jetzt (zurecht) bewundert.

      Am kommenden Tag stand die Weihnachtsfeier an. Da diese pünktlich 13 Uhr beginnen sollte hieß es, den restlichen Kram schon vorher fertig zu machen und das war allerhand. Zum einen ritt ich vorher noch Allelujah, denn der hatte sich inzwischen seinen Ruf bei meinen Reitern gemacht und wurde tunlichst gemieden, weshalb ich die einzige war, die ihn vor allem gerne ritt. Danach longierte ich noch meinen Zwerg Hoppla, damit der kleine Kerl über den Winter weg nicht zu kräftig wurde und als letztes ließ ich noch einmal allen Stress von mir abfallen, während ich mit Albertino eine gemütliche Runde ins Gelände ging.
      Und dann ging schon unser Programm los! Beginnen tat das Ganze mit einem Führzügelwettbewerb. Endlich hatten wir eine Beschäftigung für unsere Zwerge gefunden. Werina und Mondscheinsonate liefen auch öfters als Gespann vor der Kutsche, aber Window blieb da immer ein wenig alleine im Nichtstun. Führzügelwettbewerbe und das Training mit den Zwergen machte ihm hingegen riesigen Spaß und unsere kleine Flauschkugel nahm tatsächlich ein wenig ab!
      Occani und Heartbreaker brauchten ein wenig mehr Beschäftigung. Zwar waren beide super kinderlieb und sehr geduldig, aber man sah ihnen doch an, dass es ihnen wesentlich mehr Spaß machte, gefordert zu werden. Sei es nun in der Dressur, im Springen oder im Gelände. Die beiden Welshs waren einfach für alles zu haben.
      Aus diesem Grunde hatten wir angeboten, die ein oder anderen kleinen Reiterinnen darauf vorzubereiten und alle waren wie verrückt gewesen. Es gab natürlich Schleifchen zu gewinnen und für jeden einen Nikolausstiefel mit Leckereien, so dass niemand leer ausging. Das Publikum hatte auch sichtlich Spaß! Danach sollten die Großen zeigen, was sie konnten, denn nun kam eine Hengstquadrille!
      „Bei der Auswahl der Pferde für die Hengstquadrille hatte ich lange mit mir gehapert, denn diese Pferde repräsentierten das Gestüt und sollten auch potenzielle Züchter anlocken. Also hatte ich versucht, so viel wie möglich mit einzubringen: Pawaneeh als Vertreter unserer Vollblüter, Cover the Sun lief als Sportpferd mit, Aristo zeigte die barocke Seite des Gestüts und zu guter hatte ich mich noch für Dissident Aggressor entschieden.
      Ich hatte alles dabei haben wollen und es war mir gelungen! Ich selbst saß auf Dissident Aggressor und jedes Pferd zeigte eine besondere Lektion, so dass Dissi und ich einen Spin zeigten, Aristo die Piaffe, Cover the Sun eine Pirouette und Pawaneeh überzeugte mit seinen Seitengängen. Der Applaus sprach auf jeden Fall für sich!
      Da ich wusste, wie beliebt es bei kleinen Kindern war, boten wir eine Art Ponyreiten an. Es waren immer größere Spaziergänge in das umliegende Gelände, circa eine Viertelstunde, bei welcher die Kinder geführt wurden. Dafür hatte ich Milka Luflee, Hyreygur, Varulv und Cheveyo ausgewählt, allesamt waren Hingucker aber totenbrav und das war das Wichtigste.
      Die Weihnachtsfeier war toll und alle hatten viel Spaß. Gegen 18 Uhr verließen allmählich alle das Gestüt und mit meinen engsten Leuten machte ich noch einen nächtlichen Ausritt bei Vollmond. Gut, nächtlich war übertrieben, aber 19 Uhr war es eben schon stockduster. Wir waren zu viert unterwegs und ritten unsere ruhigen Westernstuten: Kisshimbye, Like Honey and Milk, Ice Coffee und Apache’s Tomahawk. Schöner konnte man es nicht haben. Der Abend endete mit einer Weihnachtsfeier mit einem reichen Büffet und einer Dankesrede samt Geschenken für alle. Dann rückte auch der 24. Schon näher und ich würde allerhand zu tun haben.

      Wirklich viel Zeit hatte ich nicht, ich wollte alles schaffen, aber auch pünktlich 18 Uhr zu Hause sein, das hieß, dass spätestens halb fünf alles geschafft sein musste. Aus diesem Grund stand ich heute wesentlich eher auf, um nach der Fütterung direkt Khiara El Assuad, Golden Ebano und CH’S Sun is Shining in die Führmaschine zu packen.
      Während die drei beschäftigt waren, longierte ich meinen Junghengst Altyn, welcher sich momentan mehr als gut machte und mit dem ich wirklich zufrieden war. Dann widmete ich meine Aufmerksamkeit meinem Neuzugang Cola, welcher immer noch ein wenig in sich gekehrt war, was ich versuchte, mit Bodenarbeit aufzulockern. Wir machten Fortschritte, allerdings eben nur kleine. Da ich heute noch meinen Pferden etwas Gutes tun wollte, ritt ich noch Feuervogel und Morning Sun. Ich wusste, dass die beiden Reitponys sonst vor Langeweile vergingen.
      Da ich noch ein wenig Hilfe von meinem Personal am Morgen hatte, waren auch Lila Wolken, Possy Pleasure Mainstream und Sika bereits bewegt. Für Autumn Leave in the Sky und Dr. Insektor hatte sich auch noch jemand gefunden und so hatte ich doch schon fast meine Liste geschafft. Es war bereits früher Nachmittag, als ich noch zu einem Ausritt mit Flintstone und Schneeleopard aufbrach.
      Danach machte ich alles für den Abend bereit, denn die Pferde bekamen jeweils eine Extraportion Möhren, weil Weihnachten war. Dann ging ich zu meiner Kontrollrunde in den Fohlenstall. Amadahy, Frozen Bubble, Korah, Nabiri, Panta Rhei und Roswell vertraten stolz meine Lewitzerzucht. Es waren allesamt herrliche Nachkommen, auf welche ich mehr als stolz sein konnte.
      Auch über meine Welshponys konnte ich mich nicht beklagen. Acariya wurde von Tag zu Tag schöner, Sacre Fleur langsam immer selbstbewusster und zu Herbstmond brauchte ich nichts sagen, die wurde eh von alles und jedem geliebt und das zurecht! Shawnée und Siberia waren ja damals mehr Zufall gewesen, dennoch wollte ich die beiden Welsh Ds nicht mehr missen und auch heute bekamen sie wieder ihre Portion Knuddeln.
      Vor den Boxen von CH’s Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird blieb ich etwas länger stehen. Beide waren nun langsam bereit für den nächsten Schritt in ihr Dasein als Reitpferd, nur ich zögerte noch ein wenig, ich wollte ihnen so viel Zeit wie möglich geben. Das Gleiche galt für Tiny Girl, doch mein AMH unterschätzte ich zu gerne und wenn ich das tat, zeigte sie es mir auch deutlich.
      Der Tag neigte sich dem Ende und halb fünf standen alle Pferde in frisch gemachten Boxen, mit ihrer Ladung Heu für die Nacht. So konnte ich guten Gewissens duschen und mich umziehen, um dann pünktlich auf den Familienfest zu erscheinen.

      Von meiner Familie konnte kaum einer nachvollziehen, dass ich meine Feiertage mit den Pferden verbrachte, statt mit der Familie, obwohl ich zu jeder Feier trotzdem pünktlich kam, dennoch standen die Vierbeiner an erster Stelle. Diesen Morgen arbeitete ich ein wenig mit den Junghengst Abendprinz und Cruel Twist of Fate. Danach war HGT’s Unitato an der Reihe und dann noch Outlaw Torn. Die Jungpferde brauchten allerhand Beschäftigung, doch ich kam momentan kaum hinterher.
      Deshalb hatte Prazzy’s Goldbell allerhand Flausen im Kopf, genauso wie Paddington und gemeinsam machten sie nur Unsinn! War ich da immer froh über Caruso, der sich nichts anmerken ließ und ein Engel war. Am Ende meines Fohlenrundgangs betüddelte ich noch ein wenig Mon petit écrou, ehe ich mich an die richtige Arbeit machte.
      Vertigo, Caillou und Piccolos Blaze mussten geritten werden. Calimero II sollte noch longiert werden und dann wollte ich zumindest noch mit Joyce oder Sika eine Runde ins Gelände, für die Jungstuten war diese Erfahrung mehr als wichtig. Die restlichen würde ich auf die kommenden Feiertage schieben müssen, denn heute Nachmittag stand bereits die nächste Familienbevölkerung statt.
      Während dieser plante ich aber nur die kommenden Tage. Am morgigen Tag sah ich mich früh mit Amazed Marlin ausreiten, ehe ich gemeinsam mit Hákur neue Lektionen in Angriff nahm. Dann würde ich HGT’s End of Day longieren und an seinen Rückenmuskeln arbeiten, ehe ich etwas bodenarbeitstechnisches mit Fandango machen wollte.
      Am 27. Dezember ging es dann gemeinsam mit drei Freundinnen ins Gelände. Ich selbst ritt Quintesse, während ich den Rest auf Caribic Sue, Freeway und Walking in the Air verfrachtet hatte und dann stand tatsächlich schon fast 2016 vor der Tür! Ich würde Zarin und Golden Ebano ihre homöopathischen Tropfen am 31. Geben müssen, damit sie nicht vollkommen explodierten, wenn dann überall das Feuerwerk losging.
      Zum Glück bestand mein Stall größtenteils aus Pferden, denen das egal war .Call me a Twist und Bandit war das schnuppe, die würde auch neben einem Feuerwerk herlaufen. Morrigan war da nicht viel anders, nur He’s called Trüffel konnte ich da nicht so gut einschätzen, aber das würde sich noch zeigen, nun musste ich erst einmal diese Familienfeier hinter mich bringen!

      Gestüt Sapala
      Frühjahrsputz
      02. April 2016

      Kurz nach Neujahr hatte unser Umzug stattgefunden, so dass wir nun seit fast vier Monaten in Holland lebten. Wie ich es bereits gewohnt war, zog sich alles unglaublich. Es hatte gut zwei Monate gedauert, bis alle Pferde umgezogen waren und ein festes Team hatte ich auch noch nicht, da war ich noch fleißig auf der Suche, aber trotzdem kehrte allmählich eine Routine ein. Und ich liebte unser Gestüt. Den Namen hatte ich so übernommen und so lebten wir nun auf Gestüt Sapala.
      Es lag zwischen Wäldern und Wiesen, ziemlich im Abseits und stellte eine herrliche Anlage da. Das wichtigste war zu Hauf vorhanden: Weiden. Zudem besaßen wir zwei Reitplätze und zwei Hallen plus weitere Trainingsmöglichkeiten wie eine Führanlage und zwei Longierzirkel. Und natürlich gigantische Stallungen, was für uns nun mehr als nötig war. Ganz nebenbei war ich ja in mein Wohnhaus verliebt, hier konnte man sich wohlfühlen!
      Den Pferden gefiel es auch, das spürte man deutlich und das Gelände war auch einfach mehr als idyllisch, denn außer unseren Heuwiesen gab es rundum kaum etwas anderes als Felder, Wiesen und Wälder. Ich war endlich in meinem Traumzuhause angekommen und wenn man sich etwas mehr Zeit nahm, war man mit einem halbstündigen Ritt auch direkt am Meer. Wir befanden uns im Friesland, genauer gesagt in Aurich und ziemlich nah an der Küste.
      Die frische Meeresluft tat allen gut und momentan arbeitete ich auch eine lange Liste an Bewerbungen ab, denn wir waren begehrter als gedacht. Nun war schon April 2016 und wie immer erfasste mich die Frühjahrsputz-Laune. Es gab schließlich immer etwas zu tun und es gab auch noch genug Kisten, die noch ungeöffnet irgendwo standen. Besonders in den Sattelkammern hatte ich bisher nur das Nötigste untergebracht, meine Pferde hatten zu viel Kram!
      Die waren momentan übrigens alle in ihrer Schonfrist. Der Umzug war auch für die kräftezehrend gewesen, aber glücklich waren wir alle. Außer ich in dem Moment, denn gerade klingelte mein Wecker – 5 Uhr in der Früh. Bisher sah es an Mitarbeitern noch mager aus, dementsprechend musste ich selber kräftig mit anpacken was Fütterung, Rausbringen und Misten betraf. Dazu kamen der Papierkram und die Vorstellungsgespräche und so bekam ich kaum noch die Gelegenheit zum Reiten.
      Angezogen, frisch gemacht und gefrühstückt tauchte ich im Stall auf und grüßte knapp die anderen Pfleger, die bereits angetanzt waren. Es war kurz nach sechs und draußen tatsächlich schon hell. Oh ich freute mich so auf den Sommer! Dann würden die Pferde auch 24 Stunden auf den Weiden stehen und wir hätten ein bisschen Arbeit weniger. Aber wirklich nur ein bisschen, denn im Sommer wollte ich alle wieder in Höchstform sehen – mich eingeschlossen.
      Füttern und Rausbringen fraß Zeit. Nachdem dann auch gemistet war, war es schon fast 10 Uhr und ich würde mich für das nächste Vorstellungsgespräch fertig machen müssen. Leider überzeugte mich der Herr um die 30 Jahre weder im Gespräch noch auf dem Pferd. Als Dressurtrainer hatte er sich beworben, weshalb ich ihm für den Proberitt Aristo ausgesucht hatte, einer unserer Dressurässer. Doch sein „Was, ein Barockpferd?“ hatte mich eigentlich direkt abgeschreckt und so hatte ich zwar ein freundliches „Ich melde mich noch einmal bei Ihnen“ herausgebracht, war aber erleichtert, als er weg war.
      Stattdessen ging der Stress direkt weiter, denn heute sollten einige neue Pferde kommen. Ich war dafür bekannt, regelmäßig aufzustocken und da meine liebe Freundin Julie aus privaten Gründen ihren Hof auflöste, kamen einige Pferde aus Schottland zu uns. Zum einen Van Deyk, ein toller Trakehnerhengst mit großem Potenzial, auf dessen Dasein ich mich schon jetzt freute. Des weiteren Ayumi, ein tolles Fohlen aus der Zucht von Siobhan, was mit einer tollen Abstammung daher kam. Dann noch Key, eine Vollblutstute, welche ich noch aus meiner Nasty Past Zeit kannte. Und als letztes was ganz witziges: Ridcully, ein American Miniature Horse. Er sollte das Gegenstück zu meiner Hollybrook’s Tiny Girl werden und dementsprechend war er sofort eingezogen.
      Heute tanzten die drei an, doch während ich noch gut eine Stunde Zeit hatte, schaute ich bei den ehemaligen Neuzugängen an. Die beiden Vollblutfohen Hidden Flyer und Exciting Force waren mir sehr schnell ans Herz gewachsen und entwickelten sich prächtig, ich hatte mich in beide wirklich verguckt. Da wir ja ein riesiges Gestüt hatten, kamen auch Anfang des Jahres zwei Reitponys zurück. Elisa hatte leider verkleinert und so kehrten Never look back und Raunchy’s Limited zurück. Hatte ich sie noch als zerzauste Jungpferde nach Townsend Acres gegeben, kamen sie nun als schicke Turnierponys zurück. Elisa verstand eindeutig etwas von ihrer Rasse und ihrem Geschäft.
      Dementsprechend hatte sie sich auch über Absinth’s erfolgreiche Körung gefreut und war sich sicher, dass Allelujah und Morning Sun genauso schnell ihre Punkte sammeln würden. Ich hatte da ja noch allerhand zu tun, denn sie waren nicht die einzigen Pferde, die in eine Körung geschickt werden sollten. Priorität hatte auch immer noch Feuervogel, den hätte mir Elisa sicherlich auch trotz Verkleinerung aus den Händen gerissen.
      Selbst bei unserem zerstruppelten Neuzugang Cola hatte sie bei ihrem Besuch (natürlich hatte sie ihre beiden Schätze eigens vorbei bringen müssen) neugierig begutachtet. Sie sah das Potenzial, was hinter dem vernachlässigten Pferd steckte. Wir beide kannten Cola schon sehr lange vom Sehen und Hören. Ich musste auch sagen, dass er sich wirklich ganz gut machte, genauso wie seine Leidensgenossin Autumn Leave in the Sky. Beide stammten aus schlechter Haltung und wurden bei uns nun wieder aufgebaut.
      Bei ihrem Besuch hatte Elisa natürlich meine Reitponys auf den Kopf gestellt. Paddington hatte sie unbedingt einen Besuch abstatten müssen und gestaunt, wie schnell der kleine Kerl wuchs. Mit Hugo Boss und Carachillo hatten wir einen entspannten Ausritt gemacht und ausgiebig geplappert, so wie es sich für zwei Frauen gehörte, ehe sie auch noch ihren Senf zu Naimibia und Sika gegeben hatte.
      Naimibia war schon gekört und bereits von ein paar Fohlen stolze Mutter, bei Sika sah ich das ja noch nicht so, doch Elisa ermunterte mich und sah die Rappscheckstute auch schon gekört. Während ich so schön in Gedanken schwelgte, kam der Transporter an und die neuen Pferde mussten versorgt und ausgeladen werden.
      Während Van Deyk erst einmal seine Box mit Paddock bezog, wollte ich Ridcully und das Stutfohlen direkt vergesellschaften. Auf einer kleineren Weide traf Ridcully auf Heartbreaker. Mein Welshhengst war der Chef unserer Zwergengruppe und wenn er Ridcully akzeptierte, würde das auch der Rest tun. Der Rest, das waren Window und Hoppla auch beide problemlos und so stand Ridcully eine halbe Stunde später bei unseren Zwergenhengsten und genoss das herrliche Wetter.
      Ayumi sollte heute nur auf CH’s Destiny Horror und Mon petit écrou treffen. Beides eher ruhigere und ältere Jungpferde und dementsprechend perfekt geeignet und siehe da, es klappte wirklich gut und auch das Fohlen war untergebracht. Um auch Van Deyk noch etwas Abwechslung zu bieten, ging ich mit dem Schecken eine kleine Runde über das Gestüt und kennte ihn etwas lernen.
      So wirklich zum Frühjahrsputz kam ich heute ja nicht, denn es standen noch zwei Schnupperstunden an. Ich hatte entschieden, im kleinen Rahmen gutes Reiten anzubieten und nutzte die Chance einer Ponyschule, um meine Zwerge unter einen Deckel zu bekommen. Da die Ponyhengste heute aber schon genug Aktion hatten, waren die Mädels an der Reihe.
      Tatsächlich hatte sich sogar jemand für Little Chocolate Chip gefunden. Ein kleines dreijähriges Mädchen schwärmte von Ponys und ihre Mutti schien selbst pferdevernarrt zu sein und so kamen sie heute mal zu Besuch. Auch Mondscheinsonate, Occani und Werina waren heute an der Reihe. Alle Kinder waren unter 10 Jahre und bekamen beim Putzen und Satteln die Unterstützung von mir und ihren Eltern (zumeist die Mütter).
      Als alle fertig waren, gingen wir auf den Reitplatz, wo wir erst ein kleines bisschen Theorie paukten und es dann endlich in den Sattel ging und wir die ersten kleinen Runden drehten und auch allerhand Übungen machten. Die Ponyschule war eine schöne Idee, aber ich brauchte auf jeden Fall Helfer. Zum Glück waren es heute nur Schnupperstunden, aber Kinder und Eltern waren mehr als begeistert und so war auch ich glücklich.
      Zweiteres war eine Reitstunde für Fortgeschrittene und unter 18-Jährige. Altersbeschränkungen waren mir an sich egal, aber für das Klima in der Stunde war so etwas doch immer sehr angenehm und die Erwachsenen waren auch immer lieber unter sich. Als Schulpferde hatten sich bereits damals unsere Lewitzer bewährt und auch heute wählte ich fünf von ihnen. Cheveyo, Donatella, They call her Fiorina, Piccolo’s Blaze und Elliot. Die Mädels waren begeistert von ihren Schecken und auch davon, dass man bei uns die Pferde selbst holte und fertig machte.
      Natürlich kontrollierte ich alles und gab Tipps, aber sie machten das wirklich gut. Auch im Viereck konnten sich die fünf Reiterinnen sehen lassen. Natürlich hatten sie ihre Fehler und Probleme, aber genau deshalb kamen sie ja zu uns. Anscheinend kamen diese Schnupperstunden mehr als gut an und während die Mädels quatschend abritten, baute ich meine Geschäftsidee aus, indem ich auch Reitstunden für reine Jungsgruppen und Senioren anbieten wollte. Alles Gruppen, die man so anlocken konnte.
      Mein Prinzip war lediglich, dass für das Pferd pro Reitstunde mind. zwei Korrekturstunden kamen, so dass einerseits sehr gute Schulpferde vorhanden waren, aber eben auch diese nicht überstrapaziert worden. Also würde sich das Pensum auch mehr als Gering halten. Nachdem alle Pferde versorgt waren, ging ich Lewitzerliste kurz durch:
      Vertigo wollte ich im Turniersport, so fiel er als Reitpferd für Schüler weg und bei Talya war ich mir auch nicht sicher, ob es das Richtige war. Genauso wie bei Elliot. Er hatte seine Sache heute gut gemacht, aber ich glaube, Caillou konnte ich mir da besser vorstellen. Und Amazed Marlin ließ ich bisher auch lieber außen vor, sie sollte sich auf ihre Krönung konzentrieren.
      Zum Glück hatten die Fohlen nicht solche Probleme. Sowohl Amadahy, Frozen Bubble, Nabiri und Rosewell als auch die beiden Hengstfohlen Panta Rhei und Calimero II tobten mit dem Rest zufrieden über die Weiden. Aber irgendwann würde auch für sie der Ernst des Pferdelebens kommen. Obwohl, sie hatte noch Zeit.
      Den Nachmittag verbrauchte ich im Büro und plante für die Fohlen. Das machte ich gerne und es war auch nötig, denn so erinnerte ich mich wieder daran, dass ich einige „Fohlen“ hatte, die schon längst nicht mehr so klein waren wie ich dachte, sondern schon mehr als bereit. Hollybrook’s Fairy Bluebird war eine tolle Ponystute geworden, nun bald sechs Jahre, hatte bisher aber noch keinen Reiter gesehen.
      Das Gleiche galt für Prazzy’s Goldbell, dabei wollte ich meinen geliebten Pajero-Sohn gerne langsam unter dem Sattel sehen, er würde seinem Vater alle Ehre machen! Apropos, einen Ausritt mit Pajero würde ich mir heute Abend noch gönnen müssen, zum Glück blieb es immer länger hell. Ach, ich war doch ganz froh, den Winter hinter mir zu haben, auch wenn der Sommer sicherlich wieder heiß werden würde.
      Bei Outlaw Torn war ich mir bezüglich der Ausbildung sehr unschlüssig. Er war bald vier und schon sehr weit, eben weil das bei Paint Horses so gehandhabt wurde, aber genau deshalb wollte ich ihm Zeit lassen und es war ja nicht so, als wäre das Reiten für ihn essentiell wichtig. Das sahen HGT’s Unitato und Cruel Twist of Fate nicht anders und so ließ ich meinen Westernpferden gerne mehr Zeit.
      Und dann gab es da noch meine Welshnachkommen. Alle behalten, nachdem die ältere Generation verkauft worden war. Herbstmond und Acariya waren bisher immer noch meine Favoriten, aber auch Sacre Fleur liebte ich, ebenso wie Shawnée und Sibiria, auch wenn ich nicht recht wusste, was ich mit zwei Welsh D Stuten anfangen sollte, aber irgendwas würde sich schon finden.
      Dann gab es da nur noch Abendprinz und Caruso. Zwei Fohlen sondergleichen, die ich beide sehr liebte. Geplant war in weiter Zukunft ein Fohlen aus Fairy von Zarin, welches als Gegenstück für Caruso dienen sollte, aber im Gegensatz zu Zarin war Fairy noch nicht gekört.
      Und dann hatte ich mich in die Araber verguckt, neben Abendprinz gab es bisher zwei Stuten: Scheherazade und CH’s Sun is Shining. Zwei wunderbare Tiere und eine sogar schön gekrönt. Aus der Zucht meiner besten Freundin Sammy würde mich auch noch ein wahrer Wüstenstürmer erwarten, aber bisher war er noch nicht so weit, ich freute mich aber schon auf ihn.
      Den heutigen Abend verbrachte ich zu meiner Freude dann doch noch auf den Pferd und erkundete mit Pajero die neuen Wege rund um das Gestüt und freute mich natürlich riesig, denn es war so toll! Irgendwann mussten wir einen großen Ritt ans Meer machen, aus unserer Frankreich-Zeit wusste ich, wie sehr Pajero das liebte.

      Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus und wieder war viel los, wie eigentlich jeden Tag auf dem Gestüt. Zur Abwechslung beschäftigte ich am Morgen aber erst einmal Thorondor mit viel Bodenarbeit, damit mein Berber nicht verrückt wurde, denn nur Weide war für ihn einfach gar nichts und so war er einer der wenigen, die mich mindestens fünfmal die Woche zu Gesicht bekamen.
      Ach und die Führanlage hatte ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Spätestens als sie Pawaneeh und Golden Ebano die nötige Bewegung verschaffte. Bei Classic Gold und Khiara El Assuad war die aber noch wichtiger. Die Vollblüter wären mir sonst explodiert. Wer witzigerweise auch richtig Gefallen daran fand, war Freeway, unsere Tinkerstute. Eigentlich ein Pferd, was ich nie in die Führanlage gepackt hätte, aber sie liebte es.
      Heute war mal wieder Bewegungstag, gestern hatte ich ja Pause gehabt. Am Morgen longierte ich Deep Silent Complete und Herbsttraum, ehe ich mit Come Whatever May auf den Springplatz ging. Flott weiter ging es mit einem Ausritt: Apaches Tomahawk als Reitpferd und Caribic Sue als Handpferd. Was die Bewegung betraf, kamen mir die Schnupperstunden recht. Heute war wieder eine und so waren Kürbis, Lila Wolken, Milka Luflee, Walking in the Air und Quintesse beschäftigt und ich auch.
      Danach hätte ich zu gerne eine Pause gehabt, raffte mich aber noch auf Like Honey and Milk zu longieren. Ihre Vorbesitzerin war immer sehr hinterher, dass es der Stute gut ging und so kam sie auch jetzt definitiv nicht zu kurz. Eine Pause stand an und die genoss ich auch wirklich, denn heute Abend hatte ich etwas Besonderes für meine treuen Pfleger geplant. Bisher dachten sie, sie würden zu einer Besprechung antanzen müssen, dementsprechend ahnten sie nichts.
      Doch als es dann so weit war, eröffnete ich ihnen einen Ausritt an den Strand und alle waren begeistert. Wir waren zu elft, also eine ziemlich große Mannschaft, die gute und ruhige Pferde benötigte. Guten Gewissens hatte ich mir direkt Schneeleopard rausgepickt und dann die beiden Westernstuten Ice Coffee und Kisshimbye. Flintstone und Joyce kamen auch zum Einsatz. Die Hälfte war abgedeckt. Für mich hatte ich Fandango rausgesucht, mein kleiner Sonderling im Stall und so fehlten nur noch fünf Pferde und wir waren vollständig. Call me a Twist und Dissident Aggressor waren sowas von mit dabei und dann nahm ich noch Bandit und Albertino mit. Als letztes hatte Varulv die Ehre und so ging es gefühlt auf einen Riesen-Ausritt, den alle Beteiligten sehr genossen, denn am Strand erwartete uns auch noch ein Lagerfeuer.

      Obwohl ich weder trank noch irgendwas desgleichen tat, fühlte ich mich am nächsten Morgen verkatert. Ein langer Ritt plus ein langer Abend waren nichts für jemanden, dessen Wecker fünf Uhr morgens klingelte und so kam ich auch fast zu spät zum Proberitt meiner eventuellen neuen Reitlehrerin. Diese hatte ich auf Altyn gesetzt, was etwas fies war, aber mir dann auch direkt zeigte, dass sie die richtige war, denn mein junger Hengst lief unter ihr wirklich traumhaft, nachdem sie zusammengefunden hatten.
      Halb dösend bespaßte ich nach diesem Erfolg Cover the Sun im Longierzirkel mit etwas Stangenarbeit. Die nutzte ich kurz darauf auch noch einmal mit Possy Pleasure Mainstream, um Rücken- und Bauchmuskeln zu aktivieren. Eigentlich war meine Liste heute mehr als lang, aber aus privaten Gründen bekamen Hákur und HGT’s End of Day frei, so dass ich nur mit Dr. Insektor ins Dressurtraining musste und danach eine Pause im Gelände mit Cual Maniaca einlegte.
      „Ich bewundere dich für dein Durchhaltevermögen!“, hörte ich dann am Telefon, als ich mit meiner Mutti bezüglich meines Geburtstags Ende April sprach, denn ich lud sie nach Holland ein. Und bisher waren sie nicht abgeneigt. Währenddessen ließ ich He’s called Trüffel und Hýreygur freispringen, aber trotz maximaler 50cm war zweiterer einfach nicht begabt.
      Mein Abend endete wieder mal auf dem Pferderücken, nämlich auf Morrigans, welcher mich entspannt gen Gestüt trug, nachdem wir einmal über die schöne Waldwiese gejagt waren und nun genüsslich entspannt in unseren Feierabend spazierten.
    • Muemmi
      Pflegebericht September 2016

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 06. September 2016 | 5129 Zeichen
      Seit dem letzten Bericht sind folgende Pferde auf der Gnadenweide bzw. haben das Gestüt Naundorf verlassen:

      Narnia, Darkwood´s Storm Dancing Feather, Small Joker likes Dun,
      Firewalker, Oline, Inka Dakaprio, Awolnation, Efeumond,
      Reebook, Coda, Admiral´s Valentin, Armani, Miami´s Blue Boy,
      Apfelblüte, Tringle, La Luna

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      Neubau für die Turnierpferde des Gestütes
      Fleming, Amber, Caja, Dante, Aquentino, Reykja, Checkpoint, Mon Amie, Thor, Taciturn

      Hauptstall der Zucht
      Aeastas Amor, Zingara, Ehrengold, Ravallo, Seana, Red Diamond II, Weyganda, Lacura, Polarfuchs, Rasputin, Trink auf´s Leben, Little Sweetness, Butch, Tainted Love Toffifee

      Westflügel der Naundorfer Welshzucht
      Occani, Seidenfell, Orchidee´s Nikita, Prima Teutonia, Zimtmond´s Haselnuss, Leona, Primadonna, Love me Lara, Miro, Landwein´s Erdbeerpflücker, Take a Bow, La Luna, Sweet Poison
      Neu hinzugekommen

      Die große Trauerweide in der Mitte des Hofplatzes färbte sich ganz langsam in ein herbstliches Braun und auch die anderen Bäume verloren schon langsam ihr sommersattes Grün. Auf dem Gestüt hatte sich über die letzten Monate viel getan, viele Pferde haben uns verlassen und einige sind auf die Gnadenweide für ihren Lebensabend gewechselt. Auch einige Fohlen hatten ihren Weg dorthin gefunden, denn ich würde bald mit meinen Turnierpferden abreisen und nach England ziehen. Das Naundorfer Gestüt mit den Welshponys würde mit den Gnadenweidenpferden weiterhin in Naundorf bestehen bleiben und unter Isabellas Leitung, einer jungen Züchterin, die ich über die letzten Marktverkäufe kennen gelernt und dann für mich eingestellt hatte, laufen. Ich wollte mich jetzt vorranging darum bemühen, mir meinen Lebenstraum zu erfüllen und hatte mit den erwirtschafteten Gewinnen ein kleineres Landhaus südwestlich von London gepachtet. Das alte Landhaus erinnerte mich an Jane Austens Longbourn und sollte mit einem schönen Garten und einigen Stallungen für Gäste und Urlauber eingerichtet werden. Der richtige Name fehlte mir noch für das Anwesen, aber es sollte der Ausgangspunkt für eine internationale Karriere werden. Vorrangig hatte ich dafür Dante, Fleming, Aquentino und Reykja im Visier, aber vor allem sollte Amber jetzt richtig durchstarten. Die mittlerweile 7-jährige Cremellostute war mein ganzer Stolz und ich hoffte, mit ihr in England den richten Start zu finden. Doch bis es soweit war, würde es noch eine Weile dauern, die Geschäfte liefen gut, aber es gab noch den ein oder anderen Papierkram und noch ein paar Verkäufe, die getätigt werden mussten. Auch die Ausbildung der Pferde durfte nicht vernachlässigt werden. All das schwirrte mir durch den Kopf, als ich nach dem kurzen Frühstück mit Idefix, der mittlerweile schon etwas in die Jahre gekommen war, in den Welshstall hinüber ging und fütterte. Occani war als Fohlen kurz auf meinem Hof gewesen, jetzt kam sie von der Käuferin zurück und stand schon einige Wochen bei den Welshpferden. Sie sollte mit ihrer guten Abstammung die Runde komplett machen. Mit ihr auf der Weide standen Seidenfell, Nikita, Teutonia, Zimtmond, Leona, Primadonna, Lara und Luna, bis letztere an ihre neue Besitzerin ging. Bei den Hengsten waren nur noch Miro, Bow, Poison und Landwein übrig. Alle Ponys waren in einem sehr guten Zustand und erfreuten sich bester Gesundheit. Die ungekörten Mädels bespaßten derzeit die letzten Ferienkinder mit ihren Familien und die Hengste deckten auf anderen Höfen private Stuten. So spielten die Welshis einen guten Teil des Hofgeldes ein, auch wenn die Zucht noch weiter brach lag. Als ich fertig war, lief ich hinüber zu meinen alten Zuchtpferden, die ebenfalls auf dem Gestüt bleiben sollten. Sie hatten sich hier ihren Stammkundenbaum aufgebaut und waren sehr beliebt, derzeit trug Seana ein Fohlen für Eddi. Ihre Bekanntheit wollte ich aber nicht mit ihnen selbst, sondern über meine Turnierpferde international machen, weswegen ich sie auch wegen der Kapazität in Deutschland ließ. Auch hier waren drei bekannte alte Hasen zurück gekommen. Aestas Amor und Ehrengold, zwei Rennpferde, die viel geleistet hatten und bei der alten Besitzerin leider nicht mehr die Liebe und Zuwendung erhielten, die sie verdienten. Finanziell sah es auf dem Hof wohl nicht mehr so gut aus, weswegen die beiden rechtzeitig zu mir kamen und nun wieder in vollem Glanze da standen. Ehrengold war ebenfalls ein beliebter Deckhengst geworden und sorgte nicht nur auf meinem Gestüt für süße, langbeinige Babys. Neben den beiden hatte auch die wunderschöne Friesenstute Zingara ihren Weg zurück zu mir gefunden, die ich vor Jahren sehr lange besessen hatte. Auch sie musste aufgepeppelt werden und hatte leider einige Verhaltensschäden mitgenommen. Sie traute außer mir noch keinem anderen wirklich, machte sich aber von Tag zu Tag besser. Da sie wohl nicht mehr geritten werden konnte, zog ich aus ihr recht schnell ein Fohlen, Thor von Thorontos, der mit auf die Reise nach England gehen sollte. Und dann waren da die üblichen Verdächtigen: Ravi, Seana, Säufer, Toffifee, der dicke Butch, Sweety, Polarfuchs, Rasputin, Lacura, Weyganda und Red Diamond. Alle waren ausnahmslos gesund und mampften ihren Hafer und ihr Müsli, während ich die Stallungen mistete und die Gasse kehrte. Als auch hier die Arbeit getan war, ging es für mich hinüber zu den Pferden, deren Papiere ich für die Abreise im nächsten Frühjahr herrichtete. Amber und Fleming sollten mir noch im Herbst folgen, insgesamt sollten mitgehen neben den bereits genannten auch noch die süße Taciturn, die ich so ins Herz geschlossen hatte, dass ich sie unbedingt auf dem englischen Hof haben wollte, sowie Checkpoint, Mon Amie und Caja. Checkpoint hatte die Tage etwas Probleme mit dem Heustaub und durfte deswegen den ganzen Tag auf die Koppel, die ich ihm extra anders abgesteckt hatte, ansonsten war auch hier soweit alles in bester Ordnung. Nach meiner Hofrunde musste ich allerdings wieder zurück ins Büro. Erst Abends, wenn alles erledigt war, wollte ich noch mit Amber Springen und Reki Dressur üben.
    • Muemmi
      Pflegebericht Januar 2017

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 22. Januar 2017 | 12971 Zeichen

      Neubau für die Turnierpferde des Gestütes
      Lillifee, Bifröst, Skadi, Medivh, Reykja, Aquentino, Possy Pleasure Mainstream, Webster, Davina, Oak´s Lake Mountain, Mon Amie, Amber, Caja, Checkpoint, Meilenstein, Thor, Taciturn, Heros

      Hauptstall der Zucht
      Starlight Express II, Zarin, Elanor, Augen auf! Ich komme, Fleming, Dante, Aestas Amor, Zingara, Ehrengold, Ravallo, Seana, Red Diamond II, Weyganda, Lacura, Polarfuchs, Rasputin, Trink auf´s Leben, Little Sweetness, Butch, Tainted Love Toffifee

      Westflügel der Naundorfer Welshzucht
      Occani, Seidenfell, Orchidee´s Nikita, Prima Teutonia, Zimtmond´s Haselnuss, Love me Lara, Miro, Landwein´s Erdbeerpflücker, Take a Bow, Sweet Poison
      (Pferde sind seit Herbst 2016 offiziell im Besitz von kira)

      Dave´s Bewerbung

      Der Himmel war dunkel und das Schneegestöber zuckerte die ganze Landschaft innerhalb von Minuten noch weiter ein, als eh schon. Wir hatten heute morgen erst geräumt, aber es lag jetzt schon am frühen Nachmittag 5cm frischer Schnee und das, obwohl die Naundorfgegend nicht wirklich für solches Wetter bekannt ist. Idefix war die letzten Wochen nicht mehr aus dem Haupthaus gekommen, der Kleine war mittlerweile alt geworden und folgte mir mit seinen 12 Jahren nicht mehr wirklich überall hin. Ich war ziemlich traurig, als mir die Tierärztin beim letzten Besuch riet, ihn zu schonen und nicht mehr unbeaufsichtigt über den Hof rennen zu lassen, da er mittlerweile immer schlechter sah und hörte. Und zusätzlich kamen jetzt die kalten Temperaturen, die seine Gesundheit stark forderten. So beschränkten sich unsere gemeinsamen Stunden immer mehr auf den Abend, in denen er sich zu mir ins Bett kuschelte und neben mir schlafen durfte. Ich wischte mir bei den Gedanken die feuchten Augen, räumte den Rest des Schnees auf die Seite und klopfte mir die Stiefel ab, bevor ich in die Stallungen ging. Es hatte sich in den letzten Wochen einiges getan, ich hatte ganz spontan die Leitung der Fahrturniere übernommen, obwohl ich davon am allerwenigsten Ahnung hatte. Das Sportzentrum richtete sie seit sieben Wochen unter der Leitung eines Freundes von Tom, meinem Bereiter in der hohen Dressur, aus. Aber der hatte mir nach der Auswertung bekannt gegeben, dass er das schon ab nächster Woche nicht mehr machen würde. Noch ein Punkt, der mich in die Mangel nahm. Sofort schrieb ich die Stelle offiziell aus, denn auch Mia, Susan und Leo waren in anderen Disziplinen ausgebildet. „Naja, dann können wir auch offiziell Fahren ausbilden!“ „Falls jemand die Vollzeitstelle so schnell antritt!“ meinte ich zu Leo, der ganz begeistert vom Fahren war. Wir hatten auch darüber gesprochen, ihn neben der Military auch dort ausbilden zu lassen. Ich war wirklich stolz auf meine beiden Azubis, die sich hier schon wie zu Hause fühlten und wirklich verlässlich waren. Ich konnte allen alles anvertrauen und war wirklich glücklich, dass sich Naundorf so entwickelt hatte. Die Pläne, nach England zu gehen, hatten sich immer mehr auf Eis gelegt, obwohl die Welsh-Pferde schon verkauft waren. Kira hatte sie schon vor Wochen auf dem Papier erworben, dennoch standen sie bis zum Frühjahr noch hier auf dem SPZ. Ich ging deswegen so oft ich noch konnte hinüber und streichelte der hübschen Scheckenstute Nikita, der hellen Seidenfell und der munteren Teutonia über die süßen Köpfe. Ich wurde ihnen einfach nicht mehr gerecht und hatte mich entschieden, die Zucht im Ganzen abzugeben. Das umfasste damit auch Haselnuss, Occani, Lara, Miro, Erdbeere, Bow und den talentierten Poison. Lediglich Lillifee, ein Stutfohlen aus der Lara würde bei mir bleiben. Sie stand derzeit mit Taciturn und Bifröst in einer Box. Letzterer war erst vor kurzem unerwartet zurück auf meinen Hof gekommen. Ich fütterte die Stuten, mistete den abgetrennten Offenstall und füllte die Heuraufen. Den Hengsten gab ich ebenfalls mehr Heu zu fressen, damit sie es warm hatten und streute frisch ein. Gerade als ich mit dem Kehren fertig war, klingelte mein Handy. Auf der anderen Seite der Leitung eine tiefe Männerstimme, zwar jung aber erfahren und sehr sympathisch. Ich konnte gar nicht sagen, wie froh ich war, als es um die ausgeschriebene Stelle ging. Er hatte sie von einem Bekannten Tom´s erfahren, der ebenfalls seine ehemaligen Arbeitskollegen über unsere Situation unterrichtet hatte. Er würde noch heute nach Naundorf für ein Gespräch kommen, sofern das so zeitig möglich wäre. Ich sagte sofort zu und machte ein Treffen für den späten Nachmittag aus. Immer noch ziemlich platt steckte ich das Handy wieder ein, lief weiter zu Taciturns Box und gab auch ihr und den beiden Babys zu fressen. Bifröst war langsam etwas aufmüpfig, ich musste ihn also bald trennen oder legen lassen. „Das entscheide ich beim nächsten Mal!“ flüsterte ich und strich ihm über die kurze Mähne. Ich bürstete Taciturns dicke Mähne, flocht sie im Zopf zusammen und kratzte ihr die Hufe aus. Sie hatte ebenfalls wöchentlich Starts bei den Fahrturnieren und bezauberte mich immer wieder aufs Neue, weswegen ich ihr genauso viel Aufmerksamkeit zukommen ließ, wie meinen Sportlern. Sie war auch eine der Einzigen, die mit mir kuschelte und immer wenn ich mich nicht gut fühlte, kam ich zu ihr und den beiden Zwergen. Sie würde immer die gute Seele von Naundorf bleiben. Nach einer halben Stunde strich ich ihr nochmal durch den Schopf, verließ die Box und lief hinüber ins Haupthaus. „Mia! Rate mal, wer uns heute Nachmittag besuchen kommt!“ rief ich meiner Vertreterin und besten Freundin zu. Sie konnte es auch nicht glauben, stieß Tom sofort darauf an, der vom Dressurtraining mit Reykja und Webster kam und war genauso glücklich wie ich. „Na, hoffentlich passt der dann auch hier rein!“ meinte Willi, der ebenfalls ins Haupthaus gekommen war und sich gerade den Schnee abklopfte. Mit Leo und Susan aßen wir dann zusammen zu Mittag, ich knuddelte ein wenig mit Idefix, bevor ich mich als Letzte fertig machte für den Kontrollgang. Susan, meine zweite Azubi jetzt im zweiten Lehrjahr, begleitete mich auf die Koppeln. Alle Hengste waren heute draußen, da es durch den Schneefall nicht so kalt war wie sonst. Fleming und Dante, meine zwei jüngsten Körsieger lieferten sich am Zaun ein Wettrennen, als sie uns kommen sahen und scheuchten den Rest der Gruppe mit Amor, Ehrengold, Red Diamond, Socke, Flemings Vater Ravallo, Rasputin, Weyganda, Checkpoint, Polarfuchs, Säufer, Butch und Zarin auf. Zarin war der Einzige, der nur hochsah, kurz mittrabte und sich dann zurück zum Heu verzog. „Den holen wir nach unserer Kontrolle rein, ich möchte ihn langsam an die Koppel und die Anstrengung gewöhnen. Ich bin mir da noch nicht so sicher.“ Susan nickte und stieg mit mir durch den Zaun. Der Berberfuchs war deutlich schlanker, als ich ihn von meinem Verkauf viele Jahre zuvor in Erinnerung hatte. Er war seit zwei Wochen auf meinem Hof und machte sich gut, aber war wie Starlight Express, der ebenfalls vor vielen Jahren vom Gestüt Ammersee aus verkauft wurde, ein Pflegefall geworden. Verwahrlost und hungernd hatte ich die beiden aufgenommen und aufgepeppelt. Der anfängliche Eindruck war aber schlimmer als befürchtet, auch der seelische Schaden schien sich jetzt schon langsam abzubauen. Der Shettyhengst war für die große Gruppe zu klein, weswegen er einen großen eigenen Paddock besaß und bei Thor, meinem Friesenfohlen stand. Susan und ich liefen die Sportlerweide ab, kontrollierten die Zäune, die Leitungen und die Wassertröge. Brav folgte der Berber Susan, als diese ihn mit Möhren und Äpfeln zu sich brachte und ihm den Führstrick anlegte. „Ich werde mich um die Fohlen kümmern, wenn ich eh schon rüber gehe!“ meinte sie und ich nickte. Gemeint war neben Thor auch die hübsche Meilenstein, die jetzt schon Susans Liebling war. Ich ließ sie diese so oft es ging mitversorgen und sie dankte es mir, indem sie auch ihre anderen Pflichten ernst nahm. Willi fuhr den Misthaufen gerade zusammen, als ich um den Trakt lief und mich zu den Stuten aufmachte. Skadi war im Schnee schwer zu erkennen und löste sich erst kurz vor ihrem Stop bei mir aus ihrem Umfeld. „Nana, was bist du heute schnell unterwegs!“ Ich klopfte ihr den Hals und drückte Zingaras Nase auf die Seite, die wie Yin und Yang immer an Skadi hing. „Meine zwei schönen Friesen...“ murmelte ich, Zingara immer noch suchend nach Leckerchen ihre Nüstern an meinen Taschen. „Jetzt lass das doch mal!“ lachte ich und ging ohne zu Zögern durch das Grüppchen, zu dem sich Mainstream, Seana und Davina gesellt hatten. Mon Amie, Lake, Amber, Caja, Sweety und Augen auf standen paarweise oder vereinzelt über die Weide verteilt und suchten unter der Decke aus Schnee und Eis etwas Gras. Reykja war wohl wie Webster von Tom im Stall gelassen worden, nachdem er mit ihnen trainiert hatte. Da fiel mir Elanor ein, eine weitere Scheckenstute, die Seana sehr ähnlich sah. Ich blickte mich nach ihr um und sah sie dann doch neben Amber stehen. Auf die hatte ich es abgesehen und holte mir Halfter und Strick, nachdem auch auf der Stutenweide alles in Ordnung war. Etwas zögerlich folgte sie mir in den Stall, unentschieden, ob sie lieber bei ihren Freundinnen auf der Weide in der Kälte bleiben wollte oder ob sie mit mir im Warmen arbeiten wollte. Durch das Hufgeklapper rief ich den letzten Vierbeiner auf meinem Hof auf den Plan. Tainted Love Toffifee, mein einziger gekrönter Quarterhengst auf dem SPZ stand in seiner Box und wartete auf seine neue Besitzerin. Auch er würde uns noch heute verlassen, weswegen ich ihn geputzt und hergerichtet in seiner Box gelassen hatte. Er sah neugierig über die Türe und beobachtete mich dabei, wie ich Amber von Schnee und Dreck befreite und sie anschließend sattelte und trenste. Ich wollte mit ihr regelmäßig trainieren und forderte sie immer wieder in der größeren Halle, die wir über die Wintermonate fürs Springtraining eingerichtet hatten. Nach ungefähr einer Stunde ritt ich sie ab und sah auf die Uhr. Das Treffen! Ich war knapp dran, führte Amber zurück in die Stallungen und kam an unserer Hoflichtung vorbei. Zwischen den Ästen der Hecken sah ich ein fremdes Auto parken, ein schwarzer, älterer Geländewagen. Ich hatte noch 10 Minuten, sattelte Amber ab und warf ihr die Abschwitzdecke über. Gerade als ich den Sattel in die Kammer gebracht hatte und zurück kam, stand ein Mann bei ihr, streichelte ihr den Hals und sah sie sich genau an. Ich hielt inne, betrachtete die Szene kurz und trat dann auf die beiden zu. „Kann ich Ihnen helfen?“ Lächelnd trat ich neben ihn, legte den Kopf schief – und erstarrte. Er lächelte ebenfalls, als er mich mit seinen hellen blauen Augen ansah und mir die Hand hinstreckte. „Sie müssen Frau Goeke sein, mein Name ist Lange, wir haben vorhin telefoniert.“ Seine Stimme passte so gar nicht zu ihm, er machte auf mich einen gemischten Eindruck – wahnsinnig jung und wahnsinnig erfahren zugleich und das, obwohl er ungefähr 10 Jahre älter war als ich. Nun wieder bei Sinnen, ergriff ich seine Hand. „Ja, bin ich, aber nenn mich Luisa. Wir duzen uns hier alle auf dem Hof.“ meinte ich. „Dave.“ er lächelte immer noch. „Hübsche Stute. Deine?“ „Ja, ich bilde hier die Springer aus. Tom ist für Dressur zuständig und bildet die Azubis Susan und Leo aus, die im Springen gehen, Leo vertieft in Military. Mia macht derzeit schwerpunktmäßig Distanz, hat aber auch die Zulassung in Dressur, was eher ihr Steckenpferd ist. Leider fehlt uns jetzt jemand fürs Fahren.“ Ich lächle wieder. „Und da komme ich ins Spiel?“ fragt er und lächelt zurück. „Richtig. Wenn du mich Amber noch schnell weg bringen lässt, dann zeige ich dir den Hof und du kannst mir mal ein wenig erzählen, was du bis jetzt so gemacht hast.“ Er nickt und ich führte meine Warmblutstute den Gang hinunter, bevor wir eine kurze Runde über das SPZ drehen und dann ins Haupthaus einkehren. Mia ist ebenso erstaunt und wirft mir eine eindeutige Geste zu, als sie Dave begrüßt und dann zum Stalldienst der Hengste hinüber geht. Wir betreten die Küche, in deren Ecke sich Idefix eingerollt hat. Er knurrt kurz, als er den Mann sieht. „Alles gut Idefix, braver Hund.“ meine ich, kraule ihn kurz hinter den Ohren und biete Dave etwas zu trinken an. „Unser Hofhund. Ist allerdings schon sehr alt, begleitet mich seit er ein Welpe war. Er sieht nur nicht mehr so gut, weswegen er jetzt die Küche hütet.“ Dave nickt nur stumm, nimmt die heiße Tasse Kaffee dankend an und berichtet mir, dass er seit längerem eine feste Stelle als Trainer sucht. „Hauptsächlich bin ich ebenfalls im Military unterwegs, ich würde als einzige Prämisse meine Hengste Medivh und Heros mitbringen wollen. Allerdings war mein Vater viel im Fahrsport tätig, weswegen meine Ausbildung dort fast besser ist.“ „Wegen den Pferden wäre das kein Problem, das SPZ hat genug Platz und auch Möglichkeiten, falls du sie weiter ausbilden möchtest. Es wäre nur recht schnell die Organisation der Fahrturniere zu stemmen.“ Er freute sich sichtlich, anscheinend hatte er bis jetzt Probleme mit diesem Wunsch. Ich sprach mit ihm die Details durch und bot ihm eine Probezeit von zwei Wochen an, die Dave glücklicherweise sofort annahm. Sollte sich die Zusammenarbeit danach als gut herausstellen, würde der Vertrag dauerhaft gültig. Ich gab ihm die Papiere mit, vereinbarte den ersten Arbeitstag für übermorgen und verabschiedete mich von ihm. Als sein Auto den Hof verließ, kam Mia zurück, stupste mich an und lachte. „Luisa, wenn du den nicht nimmst...“ „Hab ich schon, hat die Papiere mitgenommen!“ unterbrach ich sie und zwinkerte. „Endlich mal ein heißer Typ auf dem Hof!“ „Das hab ich gehört!“ Willi warf uns einen gespielt bösen Blick vom Traktor zu, von dem er gerade abstieg und das Hallentor schloß. Mia und ich lachten laut, nahmen Willi in den Arm und gingen zusammen ins Haupthaus zurück.
    • Muemmi
      Pflegebericht Juli 2017

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 05. Juli 2017 | 15215 Zeichen

      Neubau für die Anwärter des Gestütes
      Aquentino, Skadi, Your Red Pleassure Mainstream, Solsikke, Valentine´s Candy Fireflies, Al Aasiyah ox, Caja, Checkpoint, Medivh, Oak´s Lake Mountain, Occani, Reykja, Webster, Taciturn

      Fohlenweide auf der Lichtung
      Aufgepasst, hier kommt Arcada!, Scamander, Painted Minimalistic Art, Elfenlied, Lillifee, Capona, CM´s Meilenstein, Symphonie de la Bryére, Thor, Picutre of a Ghost

      Hauptstall der Zucht
      Fleming, Amber, EBS Mon Amie, Heros, Zarin, Dante

      Westflügel der Naundorfer Welshzucht
      Seidenfell, Orchidee´s Nikita, Prima Teutonia, Zimtmond´s Haselnuss, Love me Lara, Miro, Landwein´s Erdbeerpflücker, Take a Bow, Sweet Poison
      Pferde befinden sich seit Oktober 2016 im Besitz von kira

      Mach´s gut Kleiner

      Die letzten Gewitterwolken fingen an sich zu verziehen und die ersten Sonnenstrahlen blinzelten durch die Kronen der mittlerweile dicht bewachsenen Laubbäume. Die Wiesen schmatzen vor sich hin, während das Wasser im Boden versank, der sandige Schlamm klebte an Sockes Hufen, während ich ihn im Westernsattel den Weg an der Weide entlang ritt. Langsam, einen Schritt nach dem anderen setzte er einen Huf vor den nächsten. Die Luft war klar und kühl im Verhältnis zur schwülen Hitze, die die letzten Tage geherrscht hatte. Ich ließ die Zügel lang, wir hatten es nicht eilig. Die letzten Wochen und Tage waren ein einziges Auf und Ab gewesen. Allein darüber nachzudenken…
      Susan hatte den Ausbildungsplatz gewechselt und letztendlich mir die Schuld gegeben, dass sich ihre Situation so entwickelt hatte. Trotz der angespannten Lage ließ ich Tom unter der Hand einige Kontakte abfragen und der Wechsel ging geschäftlich gesehen für beide Seiten ohne weitere Blessuren aus. Sie würde ihre Prüfung zum selben Termin abschließen und nahe Leipzig, auf dem Hof, an den Tom sie vermittelt hatte, später weiter festangestellt arbeiten. Dave konnte mit der ganzen Situation, für die er sich irgendwie die Schuld gab, nicht umgehen und zog sich ebenfalls in Arbeit zurück. Mitte Mai reiste er für drei Wochen nach England und Schottland, was uns alle doch sehr überraschte. Als sich die Sache mit Susan merklich zuspitze, kam er zeitgleich in Kontakt mit einem führenden Kutschen-Hersteller und Züchter. Da die Verbindung nach England vor allem für unsere Sportpferdezucht sehr interessant sein könnte, willigten wir alle ein und ließen ihn fliegen. Die Verabschiedung zwischen ihm und mir war überraschend eisig. Von den Vertrautheiten seit seiner Einstellung mir gegenüber war nichts mehr übrig. Tom bemerkte es, blieb aber stumm.
      Und kaum war Dave weg, ging es auf dem Hof komplett drunter und drüber. Ohne seine Unterstützung war es für Leo und mich extrem schwer, die Fahrturniere ohne Probleme zu organisieren. Aber mit ein paar Blessuren schafften wir die Planung irgendwie, woran Leo auch weiter wuchs. Ich war stolz auf meinen Azubi, der jetzt so viele Aufgaben übernahm und das so kurz vor seiner Abschlussprüfung. Er muss gemerkt haben, wie sehr es mir zusetzte, dass ich als Betrieb einen Azubi verloren hatte, in den ich so viel Hoffnung gesetzt hatte. Ich ärgerte mich sogar eine ganze Zeit lang so dermaßen, dass ich verlauten ließ, erstmal keine Auszubildenen mehr aufzunehmen. Aber genau dann bewies sich Leo. Ich stellte ihn dann Nachmittags so gut es ging frei, damit er mit Webster für die Dressur und Springen üben konnte. Tom korrigierte ihn dabei, ich sah beim Springen immer wieder mal drüber, aber da dann nur noch Mia, Willi und ich für den Rest der anfallenden Arbeiten auf dem Hof waren, kam wirklich alles zu kurz. Da demnächst die Welshis vollständig vom Hof ziehen sollten und die Stallungen für Einsteller frei werden würden, richteten wir den Offenstall auf der alten Koppel her und stellten dort die Stuten unter, die Hengste kamen in einer Teilabtrennung zu den Zuchtpferden. Heros und Fleming machten sich Anfangs einen heiden Spaß daraus, die kleinen Ausgaben durch die Gegend zu scheuchen. Take a Bow, Miro, Landwein und Poison trabten den ganzen Nachmittag am Zaun entlang und buckelten vor sich hin, aber zum Abend hin waren die Jungs so erschöpft von der schwülen Hitze, die diese Tage in die Ebene drückte, dass sie am nächsten Tag müde vor sich hin dösten. Auch die Großen kamen tagsüber kaum auf die Koppel, erst Abends, als es deutlich milder war, standen sie am hinteren Ende des Geländes und grasten die zugesteckten Weideflächen ab. Als die Welshis aus dem Nebenstall ausgezogen waren, fingen wir an, die Sattelkammer dort auszumisten. Alle Schabracken, Sattel und Trensen, Putzkästen und sonstiges Zubehör, das an die neue Welshzüchterin gehen würde, putzten wir und lagerten wir im Haupthaus sorgfältig für den Umzug ein. Lediglich je drei Decken, Schabracken und gebrauchte Bandagensets für Taciturn, sowie das komplette Equipment für Occani zog in den Hauptstall um. Die Scheckstute würde als Gesellschafterin für Lillifee und die Fohlen doch vorerst auf dem Hof bleiben, aber auch im Ponyreitsport gefördert werden. Da sie auch noch sehr jung war, klappte die Eingliederung recht gut, sie behauptete sich aber als ehemaliges Herdenmitglied einer erfahrenen Pferdeherde aber gleich und mauserte sich recht fix an eine der höheren Ränge. Lediglich die resolute Meilenstein blieb davon unberührt und ließ sich nichts gefallen. Sie würde als fast Dreijährige bald unter den Sattel kommen und eingeritten werden. Ich hatte lange mit Tom und Mia geredet und unsere Zahlen überflogen. Wir standen durch die Pacht, Verkäufe und Trainingseinnahmen so gut da, dass wir uns mit zwei weiteren Mitarbeitern vergrößern könnten. Mia kümmerte sich diesmal um die Ausschreibung der Stellen, die Wohnungen wurden neu gestrichen und bezugsfertig gemacht, die im Haupthaus noch über waren. So ging der Mai um und es wurde Juni. In dieser Zeit arbeiteten wir uns alle schier zu Tode, ich war vier Tage auswärts und trainierte auf Abajo´s Hof ihre Pferde und übernahm dort ein Fohlen namens Picture of a Ghost. Allgemein vergrößerte sich nach der Auflösung der alten Zucht des Ammerseegestüts von damals die Zahl der Fohlen auf Naundorf deutlich. Der Decksprung von Mon Amie war geglückt, das Spektakel um Painted Blur war nach wie vor ein Highlight, das so schnell nicht vergessen werden würde. Ihr kugelrunder Bauch wurde immer dicker, bis sie in den letzten Maitagen einem kleinen Hengst das Leben schenkte. Er hatte von der Farbigkeit so gar nichts von seinem berühmten Uropa und auch Mon Amie behielt ihre Farbigkeitsvererbung für sich. Painted Minimalistic Art kam so vollkommen nach seinem Papa, war Schwarzbraun und hatte nur ganz wenige Abzeichen, was ihm seinen Namen verlieh. Und auch Mitte Juni kam ein lang ersehntes Wunschfohlen auf den Hof. Ein Hengst, auf den ich mich, neben Painted, ebenfalls besonders freute. Schwarzgold war sein Vater, ein Elitehengst, der auf Naundorf eine Zeit als Jungpferd verbracht hatte, bevor er an eine sehr alte Freundin von mir ging. Durch einen Verkauf eines Rasputin-Ravallo Fohlens, hatte ich eine Leihmutterschaft einer Co Pilot Tochter bekommen und Schwarzgold als Vater ergattern können. So bereicherte ab Mitte Juni Scamander unsere Babyherde und war mit seinem halben Jahr unglaublich niedlich anzusehen. Ich packte ihn mit Lillifee, Symphonie und Arcada auf eine Weide, die drei Mädels waren sehr lieb zu ihm und ließen seinen Trennungsschmerz von seiner Mama schnell vergessen. Mit der Zeit, wenn er kräftiger werden würde, würde ich die vier wieder zurück in die Gruppe der anderen Fohlen integrieren, die neben diesen aus Meilenstein, Capona, Thor und Elfenlied bestand. Painted blieb mit Mon Amie natürlich für die nächsten Monate erst einmal separat.
      Ich lächelte, als ich so an die Kleinen dachte, die mir meinen eigenen Kummer eine kurze Zeit lang nahmen und trieb Aquentino, der bei allen den Namen Socke trug und auch nie mehr anders gerufen wurde, in einen leichten Galopp. Freudig setzte er die Hufe voreinander und griff locker aus, schnaubte ab und spitzte die Ohren. Er hatte sichtlich Spaß und auch ich ließ einen Moment los. Nicht nur das Chaos und der Arbeitsstress auf dem Hof waren derzeit eine große, emotionale Belastung. Idefix hatte sich seit dem Winter erst noch sichtlich erholen können, allerdings wurde bei einigen Kontrollterminen, weil er mir sehr schlapp erschien, ein Tumor entdeckt, der zu unser aller Schreck nicht mehr operierbar war. Ich heulte mir an dem Abend schier die Augen aus dem Kopf, Mia war in dieser Zeit eine wahre Freundin und tröstete mich wie keine es hätte sonst können. Sie wusste, wie viel mir Idefix bedeutete und dass er der letzte, verbliebene Partner aus einer sehr alten Zeit war. Tom kümmerte sich ebenfalls liebevoll um mich und auch Leo und Willi erwiesen sich als echte Familie. Da Idefix nur oft müde war und sonst keine Schmerzen litt, bekam er vorerst Medikamente und würde noch eine ganze Weile unter uns bleiben, was den Schmerz, ihn zu verlieren, zwar nicht milderte, aber ertragbar machte. Ich verbrachte so viel Zeit wie möglich mit ihm, spielte mit ihm, streichelte ihn, hielt ihn im Arm. Er durfte auch ab diesem Tag auch in meinem Bett schlafen und wurde vom Rest auch sehr verwöhnt. Er schien seine Situation durchaus zu genießen und war recht glücklich – und so war ich es irgendwie auch.
      Ich parierte Socke durch und trabte am äußersten Rand unserer Weiden entlang. Der Dänenhengst streckte sich und verlangsamte immer mehr, bis ich ihn zum Schritt parierte und die Zügel wieder lang ließ. Nach einer guten Stunde war ich wieder auf dem Hof, sattelte den Hengst ab, striegelte Aquentino und führte ihn in seine Box. „Alles gut draußen?“ fragte Willi und ich nickte. Er schob die Mistkarre durch die Gasse und fing an bei Mainstream die Box zu säubern. Ich fing gegenüber an und kümmerte mich um Ambers Box. Mia gesellte sich dazu, Abendessen würde heute Tom machen, Leo war drüben bei den Welshis und kümmerte sich um die Stuten Seidenfell, Teutonia, Nikita, Lara und Haselnuss. „Ich würde nach dem Stalldienst gern noch eine Runde mit Aasiyah drehen.“ meinte sie und schwang in deren Box die Gabel. „Ich würd dich gern begleiten, wenn du nichts dagegen hast.“ tönte eine Stimme vom Gang her und wir drehten alle drei die Köpfe. Dave. Er stand einfach mitten im Stall, grinste und hielt sich für unwiderstehlich. Er hatte sich eigentlich erst für morgen Vormittag angekündigt. Der Satz, der mir durch den Kopf schoß war schneller draußen, als ich schauen konnte. Wegen ihm hatten wir die letzten Wochen so zu kämpfen, wegen ihm war alles drunter und drüber gegangen. „Nein, du übernimmst ihre Schicht. Du bist abgelöst Mia, sei so lieb und schau nach Leo, nimm ihn und Lake Mountain mit. Das hat er sich verdient.“ Dabei betonte ich ´übernimmt´ und sah dabei nur Dave an. Der war erstmal perplex, nahm dann aber die Mistgabel von Mia, die mittlerweile genauso verärgert war auf Dave und von dannen zog. Willi erklärte, dass er sich um die Hengste Medivh, Dante und Checkpoint kümmern würde. „Ich sehe später nach ihnen, danke Willi.“ meinte Dave jetzt kleinlaut, drehte sich von mir weg und mistete Cajas Box. Ich wechselte gegenüber zu der von Skadi und fragte dann in einem versucht weicheren Ton, während Dave direkt neben mir eine Gabel nach der anderen in die Karre warf, warum er heute schon hier sei und nicht, wie geplant, erst morgen. Er erzählte etwas von verbuchtem Flug und gewissen, privaten Geschehnissen in England. „Du scheinst dich ja nicht wirklich zu freuen.“ schloss er trocken, hielt inne und stütze sich auf die Gabel. „Wir sind in Arbeit abgesoffen, Dave.“ antwortete ich, sah ihn an und war jetzt wirklich verärgert. Was dachte er sich? Dass er sich nur 2x bei Tom meldet in den ganzen drei Wochen und dann einfach hier aufschlägt und alles völlig in Ordnung ist? Ich atmete durch und warf die letzte Gabel aus Skadis Box in die Karre. „Wir werden zur weiteren Unterstützung zwei weitere Angestellte einsetzen, Leo bekommt wegen seiner guten Leistungen eine Festanstellung und die Wohnung von Susan.“ Bei letzterem drehte ich mich um und sah ihn an. Er wirkte verletzt und merkte erst jetzt, wie sauer ich eigentlich war. „Wir sind in Arbeit abgesoffen, Dave.“Ich knallte ihm den Satz ohne große Emotion. Damit ging ich aus der Box, drehte die Karre und wollte los zum Misthaufen. „Das mit den Pferden hat geklappt.“ meinte er jetzt eisig. Natürlich. Er mauerte, zog sich zurück und war beleidigt. Ich hielt inne. „Wann sollen sie kommen?“ fragte ich jetzt, wieder die nüchterne Geschäftsfrau und Chefin, die ich eigentlich war. „Am Wochenende. Ich werde alles fertig machen, ich habe eben mit Tom gesprochen. Auch, was das Jubiläumsturnier angeht.“ Wenigstens darum musste ich mir keine Gedanken mehr machen. Eigentlich war Dave ganz in Ordnung und ein wahnsinnig guter Mitarbeiter. Wenn er denn kein Chaos gestiftet hätte, bei Susan – und mir. „Weiß er, dass du mitisst?“ fragte ich und rang mit doch ein leichtes Lächeln ab, streiten hasste ich wie die Pest und er würde dann viel eher wieder auf mich zukommen. Aber ich hatte mich geirrt. „Nein, ich werde heute auswärts essen. Ich bin morgen zum Frühdienst wieder da.“ Mir fror das Lächeln regelrecht ein, ich war aber recht schnell wieder Herr meiner Sinne und quittierte das nur mit einem „Ok, ist gut.“ Ich wollte die Karre gerade wieder anschieben, da meinte er, dass er von Tom auch das mit Idefix erfahren hatte. „Es tut mir ehrlich Leid, Luisa.“ „Lass gut sein. Ich will nicht drüber reden.“ So ließ ich ihn stehen.
      Es war still am Abendtisch, keiner sprach oder scherzte herum, wie es trotz dem ganzen Stress die letzten Tage der Fall war. Ruhig sprachen Tom und Mia mit uns anderen die Einstellung der neuen Leute ab und wir entschieden, dass wir alle zusammen die Leute sichtigen würden, damit sie auch auf den Hof passen würden. „Noch ein paar Frauen wären nett. Mia und Luisa seh ich ja kaum...“ witzelte Willi und lockerte damit dann doch die Stimmung. „Zarin geht’s übrigens wieder richtig gut, man sieht kaum mehr was, dass er mal kurz vorm Schlachter war.“ meinte er dann zu mir und ich nickte. Wenigstens dieses Sorgenkind hatte jetzt endlich die Kurve bekommen. „Wer weiß Willi, vielleicht geht er als Deckhengst doch noch auf Reisen. Aber jetzt peppeln wir ihn auch reiterlich erstmal wieder auf.“ „Wenn du magst, würde ich damit morgen gerne anfangen.“ Tom kam in letzter Zeit viel zu kurz, konnte kaum in den Sattel steigen und seiner Leidenschaft, der Dressur, nachgehen. „Ich glaube, das wäre das allerbeste, du hast ihn stärker unter Kontrolle. Und dann nimmst du dir den Rest des Tages frei, kümmer dich mal wieder um Reykja. Ich mag das morgen mit dem Büro. Brauch mal ne Pause.“ Er lächelte dankbar, er machte gerne Bürozeug, aber war auch gern draußen. Dann sprachen wir auch für die anderen die morgige Tagesplanung durch.
      Zwei Tage später wachte ich mit den ersten Sonnenstrahlen auf. Es war noch dämmrig, ich konnte gerade die Umrisse meines Zimmers erkennen. Heute sollten die beiden Pferde Solsikke und Candy Fireflies ankommen. Erstere, eine Knabstrupperstute, war mir unbekannt, Fireflies allerdings hatte ich vor Jahren schon mal als Fohlen auf einer Schau gesehen und ich war wirklich überrascht, als ich seinen Namen auf den Papieren entdeckte. Ich drehte mich nun vorsichtig um, damit ich Idefix nicht versehentlich weckte. Es wurde langsam immer heller und meine Befürchtung wurde mit jedem Lichtstrahl mehr Realität. Er hatte sich mit dem Rücken zu mir an mich gekuschelt, sein Kopf lag auf den Vorderpfoten, er hatte sich eingerollt und die Augen geschlossen. Ich streichelte ihm das weiche Fell, sein Körper war noch warm, aber viel kühler, als ich ihn über all die Jahre kannte. Auch hob und senkte sich sein Brustkorb nicht mehr, er schnarchte nicht mehr leise vor sich hin und schien doch so zufrieden wie ewig lange nicht mehr. „Mach´s gut mein Kleiner.“ flüsterte ich, drückte mein Gesicht in sein Fell und fing leise an zu weinen.
    • Muemmi
      Pflegebericht Januar 2018

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 04. Januar 2017 | 15647 Zeichen


      Neubau für die Anwärter des Gestüts
      Uranium Fever | Occani | tc Annakiya | Orchidee´s Nikita | Take a Bow | Chocolate Chip Cookie | CM´s Meilenstein | Valentine´s Candy Fireflies | Al Aasiyah ox | Aquentino | Caja | Checkpoint | Reykja | Solsikke | Taciturn | Webster

      Hauptstall der Zucht

      Cadoc´s Rohdiamant | Amber | EBS Mon Amie | Heros | Medivh | Dante | Fleming | Zarin

      Fohlenweide auf der Lichtung

      SPN Harvey | Thor | Scamander | Painted Minimalistic Art | Elfenlied | Lillifee | Capona | Aufgepasst, hier kommt Arcada | Symphonie de la Bryére

      Gnadenweide
      Efeumond | Oline

      "Hallo Cleo"


      „Du hast was?“ Dave starrte erst mich an und dann auf die Papiere, die ich ihm unter die Nase hielt. „Viel Spaß mit ihr.“ „Luisa, ich…“ „Gern geschehen!“ Ich lachte und ließ ihn gar nicht mehr zu Wort kommen. Unser Verhältnis zueinander hatte sich nach seiner Rückkehr zwar etwas abgekühlt, weil Dave zu mir wieder etwas auf Distanz ging. Aber es war deutlich besser als vor dem Unfall, wir hatten uns seitdem kein einziges Mal mehr gestritten. Ich stand im Büro und ging nachdenklich ein paar Briefe durch, während Dave in der Tür stand und auf die Papiere in seiner Hand starrte. Er lehnte sich mit seiner gesunden Schulter leicht an den Türrahmen und runzelte die Stirn. Von meinem Platz aus sah ich ihm heimlich dabei zu und konnte den Blick kaum abwenden. Was er da studierte war der Kaufvertrag und die Eintragungen, sowie Tierarztbescheinigungen von Uranium Fever. Die Stute war meiner Meinung nach eine unserer besten Errungenschaften in diesem Jahr, die auch ein stolzes Sümmchen gekostet hatte. Aber da sich Dave langsam vom aktiven Reitsport zurückziehen wollte und mehr und mehr Interesse an einer Sportzuchtlinie entwickelte, hatte ich zugeschlagen. Ich wollte ihn unterstützen, wo ich nur konnte. Nach dem Unfall, als er zurück auf den Hof kam, hatte sich eine ganze Weile eine leichte Depression bei Dave eingestellt. Er kämpfte verbittert in der Physiotherapie, hielt sich an die Ratschläge, übte fleißig und brachte sich in das Hofleben ein, wo er nur konnte. Doch obwohl er Tom und mir so viel Arbeit abnahm, irgendwann war auch die erschöpft, während wir anderen mit dem Training der Pferde, dem Misten und den restlichen Arbeiten auf dem Hof schier absoffen. Dave fühlte sich also nach drei Wochen zurück auf Naundorf nutzlos. Er ließ sich dann die ersten Oktoberwochen hängen. Seine Arbeit erledigte er natürlich immer noch und auch zur Physiotherapie ging er regelmäßig, doch jeder von uns sah ihm an, dass es ihm nicht gut ging. Seine Haare wurden immer länger und er ließ sich immer öfter einen Drei-Tage-Bart wachsen. Von mir ließ er sich in dieser Zeit nur bedingt helfen, so richtig ließ er mich nicht an sich heran. Bis Tom die brillante Idee hatte, eine eigene Zuchtlinie aufzubauen.

      Dave und ich saßen an einem Novemberabend zusammen im Büro, während ich das Hoftagebuch für den Tag ausfüllte, als Tom zu uns ins Zimmer kam. Er hatte das Auktionsheft dabei und warf es Dave zu. Dann eröffnete er uns seine Idee, wir saßen bis spät in die Nacht zusammen und unterhielten uns. Ich war glücklich zu sehen, dass diese neue Veränderung Dave wieder ein Leuchten in die Augen zauberte. Er blieb an dem Abend zwar sehr rational und blätterte scheinbar uninteressiert das Heft durch, aber schon am nächsten Tag zeigte er mir eine Stute und fragte, was ich von ihr halten würde. „Die hat keine belegte Abstammung, ist wohl eine gefundene Stute. Aber scheint in Topform zu sein. Als Basis wäre sie vom Exterieur ja genau das, was du und Tom suchen würdet. Aber sie hat damit auch einen sauberen Startpreis“ Er diskutierte noch eine Weile mit mir das für und wider, als er sich dann aufrappelte und an die Büroarbeit machen wollte. Im Flur blieb er am Spiegel stehen und sah sich einen Moment erschrocken an. „Wie seh ich denn aus?“ Ich konnte es mir nicht verkneifen und musste lachen. „Ich fahr später zum Friseur.“ Damit war er aus dem Haupthaus. Ich zog das Heft an mich heran, wählte die Nummer und hatte den Besitzer an der Leitung. Ich sollte an dem Tag das Höchstgebot abgeben und die Stute zwei Tage später unser Eigen nennen.

      Und nicht nur Uranium Fever zog mit zu uns auf den Hof. Anfang Dezember erhielten wir einen Anruf, nachdem ausgerechnet Cadoc´s Rohdiamant aus einer nachlässigen Haltung gerettet wurde. Also fuhren Willi und Tom am selben Tag zu dem einen Hof, an dem Dave und ich Fever holten. Allgemein hatten wir jetzt viele neue Pferde auf Naundorf. Kurz bevor Dave mit Medivh im Sommer gestürzt war, hatte er Chocolate Chip Cookie zu uns geholt. Das Sportpony mit seiner hübschen Färbung wurde jetzt von Leo übernommen und ausgebildet, der mit Candy Fireflies weiterhin unfassbar viele Schleifen und Erfolge sammelte. Die Beiden waren zu einem unglaublich guten Team geworden. Zum Einkreuzen von Vollblut wollten wir uns neben Aasiyah noch eine zweite Vollblutstute holen. Wir hatten jetzt nur noch Interesse an Stuten, da wir mit unseren Hengsten Fleming, Dante, Checkpoint, Aquentino, Webster und Heros genügend Starter hatten, um unseren Plan in die Wirklichkeit umzusetzen. Auch unsere Newcomer wie Painted und Scamander würden auf dem Hof bleiben. Wir überlegten auch, Efeumond zurück auf den Zuchtplan zu holen, um einen Engländer mit einfließen zu lassen. Jedenfalls freuten wir uns, als wir eine zweite Chance erhielten und Anfang Dezember auch Annakiya nach Naundorf holten. Die hübsche Scheckstute war ein wahrer Traum und zeigte sich mit ihrem liebevollen Wesen und ihrem ansprechenden Exterieur von ihrer besten Seite. Mia war ganz hingerissen, die sich um unsere Araber und Vollblüter kümmerte. Tom bildete weiter Reykja und Webster aus, die diese Saison so ihre Probleme mit Erfolgen hatten. Wir konnten uns das nur mit einer sehr starken Konkurrenz in der Dressur erklären, die uns aber nicht daran hinderte, stehts weiter zu machen und weiter auszubilden. Denn die Bestätigung in unseren Leistungen erhielten wir durch die Rückmeldung unserer Kunden und durch den Durchbruch im Springreitsport. Dort hatten wir uns 2017 einen Namen gemacht. Vor den Boxen hingen teilweise so viele Schleifen, dass wir kaum mehr zählen konnten. Vor allem an der von Medivh. Der Hengst hatte in den letzten Tagen seiner Genesung Anzeichen fürs Weben gezeigt. Auch er war wohl vor einer Depression nicht gefeit. Da Dave noch immer in Behandlung war und noch bis ins Frühjahr „Reitverbot“ hatte, übernahm ich Medivhs Beritt. Ich hatte mit einer Freundin lange Telefonate geführt, deren Friesenhengst vor vielen Jahren wegen einer Krankheit erblindet war. Mir ihrer Hilfe drang ich recht schnell zu Medivh durch. Erst vom Boden, dann aus dem Sattel gab ich ihm nach und nach sein Selbstwertgefühl und seinen Mut zurück. Er vertraute darauf, dass er mit seinen Sinnen die einseitige Blindheit ausgleichen konnte und ihm nichts geschah. Er war dennoch etwas schreckhafter seitdem und brauchte viel Liebe und Aufmerksamkeit. Ab dem Moment, als er seit dem Unfall das erste Mal wieder unter dem Sattel ging, stellten sich die Anzeichen des Webens sofort ein. Dave fiel ein Stein vom Herzen.

      In all dem Trubel, brachte Amber still und leise etwas früher als erwartet ihr erstes Fohlen zur Welt. Es war das schönste Zeichen für uns alle, dass es jetzt wieder bergauf ging. Leo hatte den dunklen Hengst, den wir später mit unserem Kürzel SPN Harvey nennen sollten, entdeckt. Er kam in die Küche gelaufen, hechelte und grinste übers ganze Gesicht. „Amber hat gefohlt, es steht grad!“ Dave und ich sahen uns erschrocken an, dann sprangen wir alle auf und liefen hinüber. Willi kam auf dem Weg dorthin auf uns zu. „Wasn hier für ne Hektik?“

      „Oh ist der niedlich!“ flüsterte Mia, die rechts neben mir stand. Links von mir Dave, der lächelnd die halbe Portion in der Box betrachtete. Amber schleckte ihn immer noch sauber, während Tom vorsichtig auf Amber zuging und sie kurz durchcheckte. „Wir sollten später noch einen Tierarzt holen lassen. Aber es sieht alles gut aus.“ „Auch im Abfohlen ist sie ein Naturtalent. Hast du schon nen Namen Dave?“ fragte Leo. Zusammen liefen wir zurück zum Frühstücken, bevor sich Dave um den Tierarzt für Amber und Harvey kümmerte und der Rest von uns den Stalldienst verrichtete. Dabei hatte ich mich an dem Morgen endlich mal wieder für die Fohlen eingetragen. Ich bekam von den Kleinen viel zu wenig mit und sie wuchsen auch viel zu schnell. Scamander hatte schon seine erste Fohlenschauschleife an der Box hängen, Thor war mittlerweile auch zu einem Riesen geworden, Symphonie und Arcada waren mittlerweile auch keine Babys mehr. Die hübschen Stuten würden ebenfalls auf dem Hof bleiben und bald in ihre Grundausbildung starten. Ebenso wie Lillifee, Elfenlied und Capona. Ihr streichelte alle gefühlt stundenlang, putzte ihr Fell, mistete ihre großen Gemeinschaftsboxen und ging die Weiden ab. Es hatte die Tage immer mal wieder geschneit, aber wirklich lange liegen geblieben ist davon nichts. Wir hatten diesen Winter noch nicht wirklich Probleme mit eingefrorenen Wasserleitungen oder Eisschollen auf den Weiden zu tun.

      Als ich bei den Fohlen fertig war, holte ich mir Meilenstein. Die schwarze Stute machte gute Fortschritte bei ihrer Ausbildung. Ich longierte sie am frühen Nachmittag, als Dave wieder aus dem Haupthaus kam. Er hatte einen ziemlich geknickten Gesichtsausdruck. Ich gab Meilenstein ein kurzes Kommando, auf dem sie zu mir herkam, dann liefen wir gemeinsam zum Zaun, an dem Dave jetzt stand und lehnte. „Was ist los?“ „Die Stute, von der ich dir erzählt habe, erinnerst du dich?“ „Ja. Wieso?“ „Sie wurde am selben Tag verkauft. Ich hätte nicht warten sollen.“ „Ach Dave, dann hat es nicht sein sollen.“ Ich war froh, dass er mich in dem Moment nicht ansah, weil ich mich sonst verraten hätte. Willi, Tom und Mia wussten Bescheid, Leo weihten wir noch nicht ein, weil er sich gerne mal verplapperte. Wir sollten sie am nächsten Tag abholen und ich ihm die Papiere in die Hand drücken. „Danke Luisa.“ Dave kam plötzlich auf mich zu und umarmte mich. Als er mich losließ, sahen wir uns kurz in die Augen. Es war eine spontane Umarmung, die so gar nicht zu Dave passte. Er war zwar immer gern auf „Kuschelkurs“, wie es Mia gern nannte, aber eine Umarmung hatte er sich mir gegenüber noch nie getraut. Ich löste das Ganze, indem ich lachte und ihn fragte, was er sich zum Mittagessen überlegt hätte. Er grinste, aber er war dankbar für die Vorlage.

      Mitte Dezember hatten wir endlich wieder Luft für einen gemeinsamen Ausritt. Normalerweise machten wir das immer an einem Sonntagvormittag nach dem Stalldienst im Monat, aber wir hatten einfach zu viel zu tun. Leo ritt auf seiner Solsikke, die sich immer besser mit ihm machte. Tom hatte sich Zarin genommen, Mia auf Mon Amie und ich auf Fleming. Die beiden Hengste waren trotz ihres Deckeinsatzes sehr umgänglich und ließen sich gut führen. Fleming war unter mir sowieso ein kleines Schäfchen. Dave lag in der Woche nach Leo flach. Willi ritt sowieso nicht mit und da er auf dem Hof blieb, hustete Dave so lange, dass wir Spaß haben sollten, bis wir alle aufbrachen. Er fehlte trotzdem, obwohl ihn Leo nacheiferte. „Bis zur Tanne!“ rief er, da stob Tom mit Zarin schon an ihm vorbei. Ich hatte lange nicht mehr über so einen verdutzten Blick gelacht. Als wir zurückkamen, trabte Take a Box einmal quer über den Hof. Dann Willi direkt hinterher. Tom schnitt ihm mit Zarin gleich den Weg ab und packte sich den Hengst. Wir anderen mussten nochmal herzlich lachen. Er hatte sich gerade um Taciturn und den wilden Ausreißer gekümmert. „Wie geht’s Dave?“ „Der hat sich vorhin hingelegt.“ meinte Willi, schnaufte schwer und kam dann mit uns zurück zum Stall, Take im Schlepptau.

      Und natürlich feierten wir dann auch Weihnachten. Wir machten ein richtig fettes Raclette, jeder hatte eine Kleinigkeit für jeden und wir stießen zusammen an. Tom und Mia zogen sich im Laufe des Abends dann irgendwann zurück, Willi hatte zu unser aller Überraschung eine geheimnisvolle Verabredung und Leo fuhr hinüber zu seinen Eltern. Dave und ich blieben dann natürlich als Einzige in der Küche zurück. Es war das erste Weihnachten ohne Idefix, der mir in den letzten Tagen so unglaublich fehlte. „Sollen wir nochmal eine Runde über den Hof gehen?“ fragte er und so liefen wir nebeneinander über den dunklen Weg der Weide zu den Fohlenställen. Wir sahen auch noch einmal nach Harvey. Doch die Lücke schloss sich einfach nicht. „Luisa…“ Mir kullerte eine Träne über die Wange, die ich sofort wegwischte. Jetzt kam er gewollt auf mich zu und nahm mich fest in den Arm. „Danke.“ murmelte ich. Gemeinsam gingen wir zurück zum Hof.

      „Luisa!“ Es war Silvester und ich saß gerade im Büro, als Leos Ruf vom Hof schallte. „Ist was passiert?“ rief ich aus dem Fenster. „Schau mal!“ Im selben Moment fuhr Dave in einer kleinen Kutsche um die Ecke. Über die letzten zwei Nächte hat es richtig ordentlich geschneit. Er hatte Occani und Nikita angespannt. „Komm raus aus dem Büro, wir machen ne Spritztour!“ Tom kam im selben Moment hinter mir rein. „Raus mit dir.“ Er lächelte. „Also keine Wahl?“ „Nö“ Ich zog mir meine warme Jacke und die Lammfellstiefel an. Dave grinste übers ganze Gesicht, als ich mich zu ihm setzte und mit der Zunge schnalzte. Die Kleinen hatten ziemlichen Spaß dran, uns hinter sich her zu ziehen und sahen auch echt knuffig aus. „Wo hast du bitte die Welsh-Kutsche her? Sowas hatten wir zu Hochzeiten der Zucht nicht.“ „Ach, hab da ein wenig telefoniert.“ feixte er. „Gehört der dir jetzt?“ „Ja, kann man so sagen. Müssen wir leider öfter fahren jetzt.“ „Was für eine Schande.“ Wir sahen uns an und lachten.

      Mitten auf der Lichtung hinter halb der Rennbahn hielten wir kurz an. „Magst du ne Tasse Tee?“ Dave drehte sich um und deckte die Ablage ab. Darunter kam ein kleiner Korb mit einer Thermoskanne und einer Schachtel meiner Lieblingskekse zum Vorschein. „Oh, was für ein Luxus! Jetzt mal ehrlich, was hast du ausgefressen.“ Ich lachte, weil er mich verdutzt ansah. „Du kennst mich langsam etwas zu gut, befürchte ich.“ „Kann sein ja.“ Ich grinste immer noch. „Naja, ich dachte, ich räche mich mal für die Aktion mit Uranium Fever.“ „Rächen, ja?“ „Ja, das war echt gemein!“ „Stell dir vor, du hättest es viel eher erfahren und wärst viel länger geknickt gewesen, war ja nur ein Tag.“ „Trotzdem, ihr wusstet alle Bescheid!“ „Na dann… Jetzt bin ich gespannt.“ Da tauchte hinter uns plötzlich ein schwarzer Geländewagen auf und hielt mit einigen Metern Abstand. Eine Frau stieg aus, die ich von irgendwoher kannte, aber mir fiel nicht sofort ein, woher. „Warte hier.“ Er drückte mir die Zügel in die Hand und lief auf die Frau zu. In mir machte sich ein komisches Gefühl breit. Die Frau lief hinter den Wagen und holte etwas aus dem Wagen. Sie drückte das Packet in Decken gewickelt in Daves Arme, schloss die Klappe und verabschiedete sich wieder. Langsam ging Dave auf mich zu und erst nur noch einige Meter von mir entfernt begriff ich, was er da trug. Ein hübscher, hellbrauner Hundekopf sah aus der Decke heraus und da legte mir Dave die Jack Russel Hündin schon in den Schoß. Die sah erst Dave an, dann mich und versuchte mir das Gesicht abzuschlecken. „Ihh, lass das doch, du Süße! Hi! Wer bist du denn?“ Ich sah Dave verwirrt an, der sich jetzt wieder neben mich gesetzt hatte. „Ihr Name ist Cleo. Eigentlich müsste sie einen mit „I“ tragen, wie ihre Mama… Ida.“ „Verarsch mich.“ „Nein, ist so.“ Ida war im letzten Wurf von Idefix Welpen die einzige Tochter. Sie hatte ihrem Papa sehr ähnlich gesehen. Nach seinem Tod musste ich immer wieder an sie denken und hatte es sehr bereut, keinen seiner ganzen Welpen für mich behalten zu haben. Jetzt erkannte ich auch im Nachhinein die Frau, sie hatte Ida damals gekauft. „Oh Dave…“ Ich streichelte Cleos Fell und wischte mir die Freudentränen aus den Augen. Die Kleine war herzzerreißend niedlich. „Dankeschön.“ flüsterte ich und sah ihn an. „Damit du 2018 wieder mehr lächelst. Ich hab gemerkt, wie sehr dir Idefix fehlte an Weihnachten. Cleo ist kein Ersatz, das weiß ich, aber…“ Weiter kam er nicht. Ich hatte mich zu ihm rüber gelehnt und ihn auf die Backe geküsst. „Danke, wirklich.“ Er wurde rot, sah mich direkt an – und küsste mich dann richtig.
    • Muemmi
      Pflegebericht Juli 2018

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 02. Juli 2018 | 12894 Zeichen


      Hengstweide
      Take a Bow | Valentine´s Candy Fireflies | Aquentino | Checkpoint | Webster | Heros | Medivh | Dante | Fleming | Zarin

      Stutenweide
      Amber | EBS Mon Amie | Uranium Fever | Occani | tc Annakiya | Orchidee´s Nikita | CM´s Meilenstein | Al Aasiyah ox | Caja | Reykja | Solsikke | Taciturn | Chocolate Chip Cookie | Oline | Forever Yours | Cara Mia

      Fohlenweide
      SPN Harvey | Thor | Scamander | Painted Minimalistic Art | Elfenlied | Lillifee | Capona | Aufgepasst, hier kommt Arcada | Symphonie de la Bryére | Efeumond


      "Morgendliche Stoppelfelder"

      Vermutlich hörte man schon von Weitem das Donnern der Hufe auf dem trockenen Feldboden. Es war in den frühen Morgenstunden, als wir unsere Pferde fertig machten und direkt nach dem ersten Füttern in den Wald aufbrachen. Morgens war es noch kühl, was man vom Rest des Tages nicht behaupten konnte. Leo hatte einen richtigen Sonnenbrand beim Heumachen davongetragen und auch Dave und ich waren deutlich dunkler geworden die letzten Wochen. Dafür war er jetzt fast schon hellblond und machte damit Mia ziemlich Konkurrenz.
      Wir hatten uns die letzten Monate ganz schön abgerackert. Der Hof wurde ja teilweise immer noch umgebaut und saniert, Dave und ich sind in meine Wohnung zusammen gezogen und Leo hatte die größere Zwei-Zimmer Wohnung von ihm übernommen. Dort war also auch einiges neu gemacht worden, Wände wurden gestrichen, Koppelzäune erneuert, Wege neu gezogen und der Eingangsbereich des SPN neu bepflanzt. Überall gab es neue Baustellen. Und dann natürlich die verdammte Heuernte. Wir hatten immer noch niemanden neu einstellen können und waren wirklich unterbesetzt. Aber irgendwie hatten wir es auch dieses Mal wieder geschafft. Im Zuge dessen haben wir aber nach langem Überlegen die Betreuung der Fahrturniere abgegeben. Dave war etwas weh zumute, denn es war ja auch seine absolute Leidenschaft neben dem Militaryreiten. Letzteres traute er sich auch nach fast einem Jahr nach dem Unfall nicht wieder so wie früher. Doch er ging in den neuen Aufgaben total auf. Und auch die Beziehung zu mir gab ihm den Halt, den er gebraucht hatte. Er war endlich in einem Zuhause angekommen.
      Tom hatte erst mich und dann Dave lachend umarmt, als wir im Januar von unserem Schlittenausflug zurückkamen. Er hatte als Einziger natürlich vorher von Cleo gewusst, Dave hatte ihn um Rat gefragt und Tom für ihn den Kontakt mit der Züchterin hergestellt. Und dass wir uns gegenseitig heimlich lieben war durch unsere offenen Zankereien sowieso kein Geheimnis mehr. Leo klopfte ihm anerkennend auf die Schulter und zwinkerte mir ganz frech zu, was auf dem Hof plötzlich zu einer Schneeballschlacht führte. Die letzten Anspannungen, die noch aus dem Horror im Sommer 2017 übrig waren, waren auf einmal wie weggeblasen. Ich war seit diesem Tag so sorglos wie schon lange nicht mehr.
      Und so hatten wir die Kraft, alles anzupacken, was wir uns für dieses Jahr bis hierhin vorgenommen hatten. Wir zogen alle so gut an einem Strang, dass wir sogar mit unserem Trainingsprogramm allein schwarze Zahlen schrieben und auch unser Zuchtprogramm als zweites Standbein weiter ausbauen konnten. Wir strukturierten unsere Organisation der Pferdepflege um und fingen langsam damit an, die Fohlen aus den letzten Jahrgängen auszubilden. Scamander und Painted Minimalistic Art sollten später als Springpferde Karriere machen bzw. dort ihre Hauptspezialisierung besitzen. Deswegen wurden diese beiden speziell mir zugewiesen. Außer leichter Bodenarbeit und einigen Tricks, sowie den allerersten Standartdingen wie Halftern, Putzen, Hufe geben und auf den Hänger gehen wurde aber noch nichts gemacht. Ich merkte bei beiden schnell, dass sie sehr spritzig und eifrig waren, manchmal aber natürlich auch noch etwas ungehalten. Es würde viel Arbeit werden, aber wir hatten hier zwei tolle Fohlen mit gutem Stammbaum. Tom, Mia und Dave hatten ebenfalls jeweils zwei Fohlen in die Ausbildung übernommen. Tom würde sich um Symphonie de la Bryére und Capona kümmern. Die hübschen Mädels würden dann natürlich weiter im Dressursport gehen. Und dafür war Tom unser erster Mann. Dave durfte sich natürlich um sein Amberfohlen Harvey kümmern. Was wir mit ihm machen würden, wussten wir eigentlich noch nicht genau. Er war noch so klein und verspielt, dass dafür noch genügend Zeit blieb. Bis dahin hatte Dave auch die Chance, sich weiter zu erholen, denn ich hoffte doch, dass er in Daves Spezialgebiet des Military oder je nach Körperbau in die Distanz gehen könnte. Da Harvey noch so klein war und erst nur das Halftern lernte, bekam Dave zusätzlich Thor an die Hand. Der war mittlerweile zu einem stattlichen Jugendlichen herangewachsen und machte ordentlich Eindruck, auch wenn er noch sehr schlaksig war für einen Friesenmix. Doch sein Wesen war des eines liebevollen, friedlichen Kuschelbärs. Er hatte schon auch seine fünf Minuten, doch er schien anscheinend zu merken, dass Dave aus Reflex seine Schulter noch immer wegdrehte oder nicht ganz belastete, obwohl der Physiotherapeut die Behandlung schon vor drei Monaten erfolgreich abgeschlossen hatte. Jetzt war Thor eben sein neuer Therapeut. Der schwarze Hengst mit den blauen Augen lernte schnell und verdiente sich damit eine Karotte oder Apfelschnitze nach der anderen und forderte seinen Ausbilder so, dass der irgendwann gar nicht mehr an die Auswirkungen des Unfalls dachte. Eines Abends kam er pfeifend in unsere Wohnung, drückte mir grinsend einen Kuss auf die Stirn und zog sich ohne jede Mühe das T-Shirt über den Kopf, um dann weiter pfeifend unter der Dusche zu verschwinden. Ich kann nicht sagen, was mich in dem Moment mehr umhaute – der Anblick an sich oder die Tatsache, dass es jetzt alles gut war.
      Und weil alles gut war, alles so wunderbar lief und es uns so gut ging wie noch nie auf dem SPZ Naundorf, jagten wir jetzt mit einem Affenzahn über das frisch abgemähte Weizenfeld am nördlichen Waldrand. Dave saß auf Heros, der ein absolutes Verlasspferd im Gelände war, dicht gefolgt von Leo auf seinem Fireflies, der noch dieses Jahr zur Körung gemeldet werden würde. Mia hatte sich ihren Checkpoint ausgesucht, da wir ohne große Reibereien nur mit Hengsten reiten wollten. Tom nahm sich Webster, dem etwas Geländeerfahrung nicht schaden konnte. Der Erfolgshengst unseres Zentrums in Sachen Dressur hatte schon einige Schleifen gesammelt und würde wohl auch bald in unser Zuchtprogramm überwechseln. Mia und Tom galoppierten auch über das Feld, allerdings nicht so schnell wie wir anderen drei. Ich klopfte Dante den immer heller werdenden Hals, als wir am unteren Rand des Feldes ankamen. Im Trab ritten wir weiter, bis Tom und Mia aufgeschlossen hatten.
      Die beiden waren natürlich auch noch ein wahnsinnig glückliches Paar und wir saßen oft abends noch nach dem gemeinsamen Abendessen zusammen draußen auf der Veranda. Dort trugen wir wichtige Daten und Ereignisse des Tages zusammen, besprachen bevorstehende Termine und alberten nach getaner Arbeit miteinander herum. Während der Heuernte waren wir aber oft auch so platt, dass es nur dabei blieb, ab und an eine Flasche Rotwein miteinander zu trinken und dem Hof zuzuhören, wie es nach dem Tag langsam ruhiger wurde. Denn Mia hat mit Tom und mir die meisten Pferde zu betreuen. Neben den beiden Fohlen Efeumond und Arcada, waren in ihrer Obhut neben Checkpoint bei den Hengsten vier Stuten: Annakiya, Mon Amie, Al Aasiyah und Caja. Mit Mon Amie arbeitete sie derzeit nicht wirklich, außer einige Dehnarbeiten. Sie war wieder tragend von Dante. Daher lag ihre Aufgabe hauptsächlich auf die Ausbildung der Distanz. Annakiya und Aasiyah vertrugen sich so gut, dass sie abwechselnd auf einer der beiden ritt und die andere angebunden mitführte. So drehte sie um den Hof ihre Runden, wenn sie alleine unterwegs war, alternativ kam ich mit Aquentino mit. Dieser, sowie meine Hengste Fleming und Dante, die Stuten Cara Mia und Amber und die beiden Fohlen Scamander und Painted waren meiner Betreuung zugefallen. Daher hatten wir nach dem Stalldienst am Vormittag bis zum Mittagessen, bei dem wir uns alle abwechselten, immer genug zu tun. Wir hatten uns auch die freien Tage, die jedes Pferd hatte, auch so eingeteilt, dass Mia und ich dann gegebenenfalls anfallende Arbeiten im Haupthaus oder ähnliches zusammen machen können oder unsere Trainigseinheiten eben aufeinander abgestimmt waren. Tom und Dave fanden das gut und holten Willi und Leo mit ins Boot. Willi kümmerte sich um die Kurzen auf dem Hof und hatte daher bei den Fohlen die kleine Lillifee, den charmanten aber manchmal etwas eigensinnigen Take a Bow und die drei Süßen Nikita, Occani und Taciturn übernommen. Letztere war neben Lillifee als Welshfohlen die Kleinste auf dem Hof und unsere Herzensdame. Neben Cleo, die gerne mit ihr auf der Weide spielte, war sie sozusagen unser „Maskottchen“. Unsere Besucher liebten sie und regelmäßig wurde sie mit Leckerchen und Streicheleinheiten überhäuft. Mittlerweile war sie ja auch schon 17 Jahre und wurde zu allen anderen Pferden auf dem Hof wenn nur spazieren geführt. Auf die Gnadenweide wollten wir sie aber noch nicht stellen, da der Ausbau für die Kleineren noch nicht fertig war und wir sie doch gerne im Stutenstall sahen, wie sie neugierig den süßen Kopf gerade so über die Tür streckte.
      Hier standen natürlich auch noch die Stuten, die Tom und Leo betreuten. Neben seiner Solsikke, die neben Fireflies Leos absolute Turnierpferdchen geworden waren, kümmerte sich Leo auch noch um die hübsche Lewitzerstute Chocolate Chip Cookie, sowie um die Dänin Oline. Er hatte an diesen ebenfalls einen besonderen Narren gefressen und arbeitete regelmäßig und fleißig mit ihnen. Cookie war etwas spritziger als Oline, aber genau das hatte meiner Meinung nach nur Vorteile für Leo. Er sollte mit verschiedenen Charakteren arbeiten und sich nicht zu sehr auf eine Verhaltensart spezialisieren. Neben den erwachsenen Stuten hatte er deshalb auch Elfenlied als Fohlen bekommen. Wir unterstützen ihn dabei natürlich, bis jetzt macht er seine Sache wirklich sehr sehr gut. Neben den bereits genannten betreut Tom mit insgesamt sieben Pferden zusätzlich im Stutenstall Forever Yours, Meilenstein und seine Reykja. Erstere haben wir lange nicht so gefordert, da wir sie ja aus schlechter Haltung übernommen haben. Sie soll höchstens noch zwei Fohlen tragen, bevor wir sie wohl doch auf die Gnadenweide entlassen. Dagegen machen Meilenstein und Reykja von Tag zu Tag weiter Fortschritte. Meilenstein wird mittlerweile geritten, Anfangs saßen hauptsächlich Mia, Leo und ich auf ihr, da wir vom Gewicht her etwas leichter sind als Tom. Doch mit dem richtigen Training konnte sich Meilenstein bald so gut ausbalancieren, dass sich Tom mittlerweile von unten in den Sattel ziehen kann und sie sauber unter ihm austritt. Reykja ist parallel dazu mit Webster unser Dressurass geworden. Ich liebe es, Tom und ihr in der Halle zuzusehen. Er hat dafür einfach das richtige Gespür und gibt uns allen immer noch Korrekturunterricht oder reitet unsere anderen Pferde zur Kontrolle regelmäßig auf dem Platz. Der Rest von uns will immer nur über Hindernisse oder ins Gelände, worauf ja unser Zentrum hauptsächlich ausgelegt ist, aber die Dressur ist eben die Basis und darauf achtet Tom zum Glück.
      So hat er auch Dave unterstützt, der mit der Arbeit mit Thor und Zarin langsam auch wieder vermehrt Zugang zu Medivh bekam. Bei beiden waren die körperlichen Wunden verhältnismäßig schnell verheilt, aber was blieb ist, dass die beiden jetzt nicht mehr genau wussten, auf was sie ausweichen sollen. Military würde vermutlich nie wieder gehen, obwohl Medivh im Gelände ein erstaunlich gelassenes Verhalten zeigt. Auch vor den Hindernissen hat er an sich keine Angst, aber verweigert doch deutlich häufiger bei den ersten kleinen Versuchen auf dem Sandplatz, wenn er es durch Drehen des Kopfes nicht ganz sieht. Wir haben angefangen uns durch die Turnierwelt zu fragen und auch zwei Fälle gefunden, in denen einseitig blinde Pferde wieder springen. Ein Versuch mit dem Abdecken des blinden Auges durch eine Maske zeigte erste Erfolge. Vielleicht brauchte er einfach die Bestätigung, dass er das jetzt ganz sicher einseitig blind machen wird und deshalb auf seinen Reiter vertrauen muss. Oder aber es ist die Angst, sich erneut zu verletzen. Wir können es uns nicht erklären, aber mit zunehmendem Training fasste Medivh mehr und mehr Vertrauen. Viel über Stimmtraining, Toms Erfahrungsschatz und gute Bodenarbeit hörte Medivh nach einigen Wochen wieder auf zu Weben. Wir entließen ihn auf Anraten von den Besitzern der anderen blinden Pferde voll und ganz in den Herdenverband der Hengste. Anfangs rumpelte er noch ein bis zweimal an andere an, aber irgendwann bemerkte man nichts mehr. Dennoch überlegten wir uns, ihn eher in die Distanz und ins Fahren zu bringen. Dort hatte er mittlerweile auch Erfolge eingeheimst und ging dort genauso auf. Ein weiterer Grund, warum der pfeifende Dave nicht wieder verschwand hinter jemandem, der keine Perspektive mehr für sich sah. Und mit Harvey, sowie der flinken Uranium Fever hatte er zwei weitere Pferde, mit denen er nach meiner Einschätzung das Military eben nicht verlieren würde. Ich denke, das weiß Dave für sich auch und fand mit dem Unfall seinen Frieden.
      So ritten wir also nebeneinander her, alle fünf außer Willi und Cleo, die wie immer den Hof hüteten- ausgelassen, zufrieden, den Sommer genießend. Die warmen Sonnenstrahlen im Gesicht und die dampfenden Pferde unter uns.
    • Muemmi
      Pflegebericht Dezember 2018

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 02. Dezember 2018 | 9910 Zeichen


      Hengstweide
      Valentine´s Candy Fireflies | Aquentino | Webster | Checkpoint | Take a Bow | Joschi | Medivh | Heros | Dante | Zarin | Fleming

      Stutenweide
      Caja | Reykja | CM´s Meilenstein | Uranium Fever | Chocolate Chip Cookie | Solsikke | Occani | Cara Mia | Orchidee´s Nikita | Al Aasiyah ox | tc Annakiya | Taciturn | Tassila | Oline | Forever Yours | EBS Mon Amie | Ambie

      Fohlenweide
      Efeumond | Thor | Lillifee | Painted Minimalistic Art | Symphonie de la Bryére | Aufgepasst, hier kommt Arcada! | Elfenlied | Capona | Scamander | SPN Harvey


      "Glück pur"

      „Luisa! Wir müssen los!“ Daves Stimme schallte durch den Flur und das Treppenhaus hinauf in unsere Wohnung. Er stand unten in der Eingangstüre und blickte zu mir hinauf, als ich eben diese Treppe hinunterstolperte. „Sorry, bin schon fertig.“ Er grinste, während ich in meine Jacke schlüpfte und die Stiefel anzog.

      Der Sommer war so schnell vorbei gegangen, dass ich mich jetzt gefühlt unvorbereitet im Dezember mit nasskaltem Wetter wiederfand. Wir hatten einen superschönen Herbst gehabt, mit vielen bunten Blättern und sonnigen Ausreittagen. Dave und ich hatten uns nach der stressigen Zeit der Heuernten und der Tuniersaison, die außer für Dave und Willi für uns alle noch im vollen Gang war, Zeit für uns genommen. Medivh hatte sich mittlerweile vollständig erholt und wir uns alle an den etwas seltsamen Anblick seines linken, blinden Auges gewöhnt. Er ging jetzt vermehrt in der Dressur und Dave hatte Heros mehr in die Ausbildung des Springens genommen. Aber wir hatten gemeinsam beschlossen, dass er diese Saison noch nicht wieder im Turniersport mitmischen würde. Dave ging jetzt dafür eher in der Aufgabe auf, mich und den Hof bei allem zu unterstützen. Ich war richtig beeindruckt von seinen Ausbilderfähigkeiten, die er bei den Kutschpferden, den Springern und den Militärygängern zeigte. Die Sportpferde unseres Zentrums blühten regelrecht auf und unsere Kunden lobten Dave zufrieden für seine Arbeit. Allgemein bemerkte ich, dass ihm das Leben hier auf Naundorf richtig guttat. Es gab im Frühsommer ein kurzes, unschönes Aufeinandertreffen mit seinem Vater auf einem der Trabrennen, die wir uns in Zusammenhang mit Uranium Fever ansahen. Er hatte sie zur Probe mal vor einen Sulky gespannt und war auf der Sandbahn oben im Wald eine kurze Runde gefahren. Auch an ihr hatte Dave ganze Arbeit geleistet und wir wollten sie daher in der Saison 2019 in ein paar Fahrturnieren laufen lassen. Die hatten wir bereits vor einigen Monaten schon als Organisatoren aufgegeben und erst da gemerkt, wie sehr uns das eigentlich belastet hatte, auch wenn es eine Leidenschaft für uns alle war. Kaum war das vorbei, kam mit der Tatsache, dass Dave jetzt mit mir, Eine der Teilhaber Naundorfs zusammen war, Stunk von Seiten seiner Verwandschaft. Daves Dad war schon immer schwierig gewesen und hatte sich schon früh einen guten Ruf im Fahrsport gemacht. Er war aber auch für sein Cholerisch-Sein bekannt und konnte es sich mit dem zunehmenden Erfolg Naundorfs, das ihm mitunter den ein oder anderen Kunden abgeworben hatte, nicht verkneifen auf Dave zu zielen. Dieser ließ sich das nach außen hin nicht anmerken, aber mir gegenüber gab er zu, dass es ihn immer noch schwer traf, wenn sein Vater ihn als „Nichtsnutz“ und „Schnorrer“ hinstellte. Da konnte auch seine wundervolle Mutter, mit der ich mittlerweile gut befreundet war und regelmäßig Kontakt hatte, nichts ändern. Es führte sogar zu noch mehr Ärgernis, da wir sie natürlich auf Naundorf immer willkommen geheißen hatten – seinen Vater allerdings auf Daves Wunsch nicht. Ich mischte mich da nicht ein, da das Daves Sache war. Ich konnte ihn nur unterstützen und für ihn da sein. Um uns also zusätzlich eine Auszeit zu gönnen, waren Dave und ich eine Woche nach London und zu Freunden, die Sportpferde in Großbritannien züchteten gefahren. Es war einfach nur wunderschön dort und wir haben diese eine Woche in vollen Zügen genossen. Ich hatte schon immer eine Schwäche für das satte Grün der Weiden und die alten Gemäuer der Herrenhäuser gehabt. Doch nichts würde mir je so viel bedeuten, wie unser Naunhofer Gestüt, bei dem ich mich mittlerweile so viel mehr zu Hause fühlte, als ich es damals im alten jemals getan hatte. Und das galt eben auch für Dave.

      So stürzten wir uns mit neuer Energie wieder in die Arbeit und in die Ausbildung unserer Jungpferde. Thor war mittlerweile so groß, dass man ihn langsam unter den Sattel nehmen konnte. Der Gute wurde im Januar jetzt 3 Jahre alt und würde demnächst auf die große Hengstweide wechseln. Auch Efeumond hatte seine Ausbildung hinter sich und kam jetzt zum Beritt in Mias Hände. Der spritzige Hengst sollte aufgrund seines höheren Alters nicht mehr in anderweitigen Rennen, als denen im Amateursport laufen und uns als guter Springer und Vererber in der Zucht dienen. Auch Painted nahmen wir in der Fohlenausbildung weiter in Beschlag, er war mittlerweile ein Jahr von seiner Mutter abgesetzt und ordentlich gewachsen. Wir würden ihm aber noch mindestens ein Jahr geben, bevor wir mehr mit ihm trainieren würden, als über das Absolvieren einer Fohlenschau hinausgehen würde. Auch die Stutfohlen Symphonie de la Bryére, Arcada, Capona und Lillifee durften noch ganz Fohlen sein. Sie standen alle zusammen auf einer Weide und hatten bei dem matschigen Wetter bis zum ordentlichen Bodenfrost erstmal nur Ausgang auf den großen Sandpaddock. Auch Scamander und Harvey waren noch etwas zu jung und tollten um mich herum, als ich zum Misten kam. Elfenlied allerdings war ähnlich wie Thor langsam groß genug, um auf die Stutenweide zu wechseln und in eine reiterliche Ausbildung über zu gehen. Den Sattel nahm sie schon gut an und lief auch unter ihm an der Longe recht gut. Nur mit einem reiterlichen Gewicht hatte sie noch Schwierigkeiten, was wir regelmäßig mit Sandsäcken und kurzen Ritten an Muskulatur aufbauten.

      Aber nicht nur unsere Fohlen veränderten sich, indem sie immer größer wurden. Auch unser Team hatte sich vor kurzem geändert. Lange hatten wir gesucht und wussten nicht, wie wir die nächste Saison überwinden sollten, ohne jetzt langsam jemanden einzustellen. Und gerade Leo hatte dann die Lösung. Nach dem Unfall auf Medivh kamen einige Artikel dazu heraus und die Erblindung eines Sportpferdes war wieder mehr im Gespräch in der Reiterwelt der Region. Da Leo damals direkt mitten im Geschehen war, hatte eine junge Reiterin, die schon länger für ihn geschwärmt hatte, die Möglichkeit, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Denn sie hatte sich bisher nicht getraut, ihn anzusprechen. Sie meinte später, dass Dave immer mit Leo rumhing und das deshalb unmöglich für sie war. Leo war nach dem Unfall selbstverständlich länger nicht im Turniersport aktiv gewesen und Sophie, die ebenfalls als junge Reiterin viele Erfolge gefeiert hatte, hatte seinen Namen in einem der Artikel gesehen. Über Facebook hatte sie ihn dann angeschrieben und die beiden sich getroffen. Dass sie ihn über die Berichte gefunden hatte, erzählte sie natürlich erst sehr viel später, aber da waren die beiden schon einige Wochen zusammen. Wir auf dem Hof bekamen das offiziell erst im Sommer mit. Da brachte Leo Sophie das erste Mal mit. Die junge Reiterin war mit ihrem Deutschen Reitpony Tassila uns voher schon etwas bekannt, aber je öfter sie hier war, desto mehr gehörte sie mit zum Hof. Sie war eine hübsche, schlanke Frau mit schwarzen Haaren und seltenen grünen Augen, die für ihre gerade mal 19 Jahre einen sehr erwachsenen und reifen Eindruck machte. Sie hatte ihr Abitur abgeschlossen und war ein paar Monate im Ausland gewesen, bevor sie sich entschied, ihr Hobby doch zum Beruf zu machen. Nur der richtige Betrieb fehlte noch. Und da waren wir als Betrieb richtig dankbar. Dave und ich erklärten ihr aber, was damals mit Susan, die sich mit Dave überworfen hatte passiert war. Und dass wir sie gerne auf dem Hof mit ihren beiden Ponys Tassila und Joschi willkommen heißen würden, sofern es keine Streitigkeiten geben würde. Doch als wir alle sahen, wie die beiden zusammen arbeiteten und sich Sophie machte, verschwanden unsere Zweifel. So zog Sophie erstmal in ihr eigenes Zimmer im Haupthaus. Denn mittlerweile lebten auch Mia und Tom zusammen. Die beiden waren fast noch glücklicher als Dave und ich und nach allem, was uns auf Naundorf passiert war, konnten wir das Glück zwar kaum fassen, aber vollends genießen.

      So steuerten wir also mit dem ersten Advent auf die Weihnachtszeit zu, während langsam eine gemütliche Routine auf Naundorf einkehrte. Wir hatten genügend Zeit unsere Pferde zu trainieren und auch die von Kunden zu betreuen, den Hof an einigen Stellen zu sanieren und endlich die gesamten Zäune auf Vordermann zu bringen. So kamen bei Tom, Webster, Reykja, Forever Yours und Meilenstein ordentlich voran und zeigten in der Dressur erstaunliche Fortschritte. Auch Tom lebte jetzt nach dem ganzen Stress auf und hatte richtig Spaß an der Arbeit. Auch Mia konnte ordentlich trainieren und sich um ihre Schützlinge Checkpoint, Annakiya, Mon Amie, Aasiyah und Caja kümmern. Sophie half Leo mit Oline, die wir ihr bei der Einstellung fest zuteilten. Sie sollte mit einem Großpferd arbeiten, da sich Willi um Joschi kümmern würde. Der Beistellshetty hatte jetzt mit Occani, Taciturn, Nikita und Take a Bow neue Weidengenossen und verstand sich vor allem mit Bow sehr gut. Leo hatte also mehr Zeit, sich auf seine Solsikke und auf Cookie zu konzentrieren. Die beiden Damen hatten sich auf dem Hof wirklich gut gemacht und so langsam konnte es auch bei ihnen in die Turniere gehen. Candy allerdings hatte sich wirklich super gemacht und einige Schleifen eingeheimst. Er würde demnächst mit Aquentino zur Körung eingeschrieben werden. Auch meine Pferde machten sich gut. Ich hatte endlich wieder genügend Zeit, um mit Fleming und Dante richtig lange Ausritte zu machen und eine Parcour abzureiten. Auch Cara Mia und Amber kamen wieder zum Zuge, vor allem Amber hatte nach Harvey wieder ihre alte Form und sprang besser denn je. Dave sah immer mal wieder neidisch rüber, als er gerade mit Zarin trainierte.

      Und wie gesagt, konnten wir uns endlich wieder auf andere konzentrieren. Um unsere Zuchtpläne weiter zu verfolgen, hatte Dave einen Großverkauf entdeckt und auch zum Trainieren und Pflegen der Pferde dort brachen wir heute auf. Dave grinste immer noch, als er vorne ums Auto herumlief und einstieg, während ich mich auf dem Beifahrersitz niederließ. „Bis später!“ rief uns Tom zu und winkte zum Abschluss.
    • Muemmi
      Pflegebericht Mai 2019

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 28. Mai 2019 | 5095 Zeichen


      Hengstweide

      Valentine´s Candy Fireflies | Aquentino | Webster | Checkpoint | Take a Bow | Joschi | Medivh | Heros | Dante | Zarin | Fleming | Joschi

      Stutenweide
      Caja | Reykja | CM´s Meilenstein | Uranium Fever | Chocolate Chip Cookie | Solsikke | Occani | Cara Mia | Orchidee´s Nikita | Al Aasiyah ox | tc Annakiya | Taciturn | Tassila | Oline | Forever Yours | EBS Mon Amie | Amber | Windrose | Paminta | Skittles

      Fohlenweide
      Efeumond | Thor | Lillifee | Painted Minimalistic Art | Symphonie de la Bryére | Aufgepasst, hier kommt Arcada! | Elfenlied | Capona | Scamander | SPN Harvey | Rabano | HGT´s Royal´s Daydream

      „Regentage und anderes Alltägliches"

      „Es regnet wieder!“ Willi schüttelte sich die gröbsten Regentropfen aus den Haaren und grinste Dave und mich im Hausflur an. „Kaffee steht in der Maschine, ist grade fertig geworden.“ meinte Dave zu ihm. Willi verschwand in der kleinen Küche, in der Mia noch saß. Tom war recht früh zu einem Dressurkurs aufgebrochen, Mia war mit ihm aufgestanden und hatte bereits die Fohlenstallungen ausgemistet. Neben unseren Großen Thor, Efeumond, Painted Minimalistic Art, Lillifee, sowie den Halbstarken Scamander und Harvey, standen immer noch unsere Eigenzuchten Symphonie de la Bryére, Arcada, Elfenlied und Capona bei uns. Auch Royal´s Daydream hatte sich gut eingelebt, eine Enkelin meines Hannoveraners Red Diamond II, der nicht unweit auf der Gnadenweide friedlich sein Leben genoß. Und erst vor ein paar Tagen kam Rabano zu uns zurück, ebenfalls ein Nachkomme unserer Gnadenweidenpferde – Ravallo und Zingara. Wir hatten vor, Rabano neben Thor auf dem Hof zu behalten, um die beiden später als Kutsch- und Dressurpferde als Besonderheiten zu führen. Vor allem Rabano war mit seiner Farbe ein wahrer Hingucker.

      Willi, Mia, Dave und ich frühstückten zusammen und brachen dann auf, um den Rest der Pferde zu versorgen. Willi und Mia gingen hinüber zu den Stuten, Dave und ich zu den Hengsten. Auch unser Stutenstall hatte in den letzten Wochen nochmal Zuwachs bekommen. Das lag auch an der hübschen Sophie, die wir im März eingestellt hatten. Sie hatte Leo öfters auf Turnieren getroffen und eines Tages hatte er sie mit auf den Hof gebracht. Sie hatte ihre Ausbildung nicht unweit von Naundorf vor einem Jahr abgeschlossen und war mit 22 Jahren in Leos Alter. Uns gefiel sofort ihre liebe und geschickte Art, mit Pferden umzugehen und als sie mehr und mehr ihre Freizeit auf Naundorf verbrachte, baten wir ihr an, ganz zu uns zu wechseln. Somit brachte sie mit Skittles und Joschi zwei neue Vierbeiner zu uns. Unser Haupthaus war jetzt nach fast 5 Jahren seit dem Kauf des Gestüts fertig renoviert und sie hatte dort ihre eigenen zwei Zimmer bekommen. Leo und sie verstanden sich fast besser als Dave und ich, ihre Verliebtheit steckte uns richtig an. Obwohl das gar nicht nötig war.

      Dave und ich waren immer noch wahnsinnig glücklich miteinander. Zusammen leiteten wir mit Tom und Mia Naundorf so erfolgreich, dass wir mit dem Training mittlerweile langsam anfingen, über Brandenburg hinaus bekannt zu werden. Ich war vor kurzem mit Heros, Dante und Fleming nach München und Stuttgart gefahren, hatte unsere besten Zuchthengste dort präsentiert und Werbung für Naundorf gemacht. Mittlerweile hatten die drei zusammen um die 250 Fohlen. Medivh und Zarin waren ebenfalls in der Region überaus beliebt, wir wollten sie aber aufgrund ihrer Verfassungen nicht gar so weiten Reisen aussetzen. Dave führte gerade Webster, Fireflies, Aquentino und Checkpoint hinaus, während ich mit den ersten Boxen anfing. Zusammen brauchten wir für den Hengststall mit Säubern, Füttern und Einstreuen eine knappe Stunde. Dave brachte die restlichen Hengste auf die Weide, Take a Bow und Joschi auf eine eigen abgesteckte. Die beiden verstanden sich prächtig und waren wirklich toll anzusehen. Sophie war total hin und weg von Take a Bow, der von seinen Vorbesitzern eine ganze Reihe von Tricks zeigen konnte. Zusammen übte sie jetzt in ihrer Freizeit mit ihm und Joschi, was uns alle mehr zur Bodenarbeit brachte. Tom ließ sich davon sogar so inspirieren, dass seine ruhige und sanfte Reykja es irgendwann auf Kommando sehr beeindruckend schaffte zu steigen und sich zu verbeugen. Auch ich dehnte Aquentino und Amber mehr, achtete mehr auf die Ausbildung der Fohlen.

      Als Dave und ich fertig waren, gingen wir hinüber in den Stutenstall. Dort standen natürlich mittlerweile mehr Pferde als im Hengststall. Meilenstein war mittlerweile voll ausgewachsen, Uranium Fever hatte sich gut eingelebt, Solsikke und Chocolate Chip Cookie tobten mit Skittles und Cara Mia schon auf der Stutenweide. Occani, Nikita und die alte Taciturn standen wie Bow und Joschi auf einem eigenen abgetrennten Teil der Weide, während Mia und Willi, Tassila, Oline, Paminta, Annakiya, Aasiyah, Mon Amie, Ronja und Forever Yours brachten. Die beiden hatten die Weiden vorher abgesteckt und kontrolliert, die Tröge draußen geputzt und die Fohlen nach draußen gelassen. Zusammen brauchten wir jetzt nur noch eine halbe Stunde, bis alles Boxen gemistet und die Stallgasse gekehrt waren.

      „Mit wem willst du ausreiten?“ Dave grinste mich am Nachmittag an, als wir mit den ersten Trainingspferden fertig waren. Er wollte gerade Uranium Fever holen, als ich ihm Windrose nannte. Die hübsche Braune hatte mitunter mein Herz erobert, seit sie seit Ende letzten Jahres ebenfalls zu unserer Stutenherde gehörte. Sie war als sehr sehr junge Stute mal in meinem Besitz, kam aber auch glücklicherweise irgendwie wieder zurück in unsere Hände. Als reinrassige Trakehnerin würde sie unsere Zucht gut unterstützen, wenn sie vollends im Training angekommen war. Pfeifend schlenderte Dave davon und ich ging in die Sattelkammer, um grinsend das Reitzeug zu holen.
    • Muemmi
      Pflegebericht November 2019

      Großer Pflegebericht für alle Pferde des Gestütes Naundorf
      © Muemmi | 13. November 2019 | 4817 Zeichen

      Hengstweide

      Valentine´s Candy Fireflies | Aquentino | Webster | Checkpoint | Take a Bow | Medivh | Heros | Dante | Zarin | Fleming | Joschi

      Stutenweide
      Caja | Reykja | CM´s Meilenstein | Uranium Fever | Chocolate Chip Cookie | Solsikke | Occani | Cara Mia | Orchidee´s Nikita | Al Aasiyah ox | tc Annakiya | Taciturn | Tassila | Oline | Forever Yours | EBS Mon Amie | Amber | Windrose | Paminta | Skittles

      Fohlenweide
      Efeumond | Thor | Lillifee | Painted Minimalistic Art | Symphonie de la Bryére | Aufgepasst, hier kommt Arcada! | Elfenlied | Capona | Scamander | SPN Harvey | Rabano | HGT´s Royal´s Daydream


      Ohne Auf und Ab


      Das Leben auf dem Gestüt Naundorf war ein ruhiges, fast schon langweiliges geworden, wenn wir nicht so glücklich damit wären. Ein Tag folgte dem nächsten und wir hatten immer noch gut zu tun. Seit mehreren Monaten schrieben wir jetzt schon schwarze Zahlen, konnten die letzten größeren Renovierungsarbeiten am Hof abschließen und uns kleineren Baustellen widmen. Im Sommer gönnten wir uns alle eine längere Auszeit – Mia und Tom fuhren gemeinsam in den Urlaub, Leo verbrachte seine Zeit bei seiner Freundin Sophie und auch Dave und ich fuhren als Paar in die bayerischen Alpen. Natürlich blieben die Trainingsbegleitungen im gesamten August damit liegen, das Treiben auf dem Hof ging abwechselnd natürlich weiter. Unseren Pferden ging es gut und wir hatten auch in diesem Jahr einige Erfolge einholen können. Da wir uns aber vermehrt auf das Training anderer konzentriert hatten und auch die Aus- und Weiterbildungen von Leo, Sophie und Tom als Ausbilder selbst im Fokus standen, war das kein Vergleich zur vorherigen Saison.

      Auch kamen unsere Kleinsten langsam in den Genuss, dass wir sie unter den Sattel nehmen konnten. Thor war fast ausgewachsen und ging nun regelmäßig unter Toms Anleitung im Dressurviereck. Auch Efeumond, den ich nicht auf die Rennbahnen schicken wollte, weil ich diesem Sport nicht mehr zugeneigt war, bekam eine Ausbildung und war aufgrund seines hitzigen Temperamentes eine Aufgabe für sich. Die kleine Lillilfee hingegen verzauberte uns alle, wie sie im Einspänner vor uns her lief und so unkompliziert ihre Aufgaben meisterte. Sie war glücklich, in dem was wir von ihr wollten und das freute uns umso mehr. Mir kam es vor als wäre es erst eine Woche her, als La Luna sie auf die Welt gebracht hatte. Und doch war schon so unglaublich viel passiert seither. Sie war eines der ersten Fohlen, dass hier auf Naundorf geboren worden war, zu einer Zeit, in der ich mir niemals unseren Erfolg erträumt hätte und so vieles noch so unsicher schien. Erwachsen wurden jetzt auch Rabano und Royals Daydream, die Mia und ich unter den Sattel nahmen. Wir hatten beschlossen, erstmal keine Fohlen mehr zu ziehen, bei all der Arbeit, die wir mit den Kleinen hatten. Fohlen bleiben durften aber erstmal weiterhin Painted Minimalistic Art, Symphonie de la Bryére, Arcada, Elfenlied, Capona, Scamander und der kleine Harvey. Sie waren natürlich auch ordentlich in die Höhe geschossen, aber noch deutlich zu jung, um sie einzureiten.

      In den anderen Ställen hatte sich seit dem Frühjahr nichts mehr getan. Bei den Hengsten standen immer noch dieselben Verdächtigen. Mein hübsches Söckchen, alias Aquentino streckte mir die Nüstern entgegen, als ich zum Putzen in den Hengststall ging. Links von ihm Dante, rechts von ihm Fleming. Mein Herz machte jedes Mal einen riesen Satz, wenn ich meine Buben so zusammen sah. Ich hoffte, dass sich das auch für eine lange Zeit nie ändern möge. Ein ähnliches Gefühl hatte ich, wenn ich Dave mit Medivh und Heros zusammen sah. Von dem damaligen Unfall war nichts mehr zu spüren, ihre Vertrautheit und ihre gemeinsame Arbeit war wieder zu altem Standard zurückgekehrt. Und nichts machte mich in solchen Momenten glücklicher, als diese schlimmen Zeiten hinter mir zu wissen. Auch Joschi und Take a Bow waren noch Teil des „Suicide Squads“ und mischten immer noch gut den Laden auf. Sie teilten sich immer noch eine gemeinsame große Box und waren mittlerweile beste Freunde geworden. Dass ich zwei kleine Hengste zusammenstecken konnte, wunderte mich manchmal immer noch, aber niemals kam es bei den beiden zum Streit. Sie ließen es sich aber nicht nehmen, die Großen über die Weide zu scheuchen. Meine anfänglichen Bedenken, Joschi wäre zu klein, lösten sich ebenso schnell auf, wie sie gekommen waren. Webster stellte sich schon total genervt in die weitest entfernte Ecke der Weide, gefolgt von Checkpoint, Zarin und Fireflies. Währenddessen fetzten Dante, Fleming, Heros und der kleine Joschi um die Wette.

      Da war es dann fast egal, dass die Stutenweide nicht weit war und dann wurde auch nicht mehr geguckt. Cara Mia, Caja, Reykja, Amber, Mon Amie, Meilenstein, Uranium Fever, Windrose und Oline standen auf dem ersten abgesteckten Weidestreifen zusammen. Solsikke, Paminta, Skittles, Tassila, Cookie, Annakiya, Aasiyah, Forever Yours und Ronja auf dem zweiten, Occani, Nikita, Taciturn auf dem dritten, etwas Kleineren. Die Mädels waren wirklich hübsch anzusehen und wir ritten mit ihnen so oft es ging aus. Dafür hatten wir diesen Sommer mehr Zeit, als noch im Jahr zuvor. Skittles und Sophie waren fast so unzertrennlich wie Amber und ich, Leo und Solsikke, Dave und Uranium Fever, Tom und Reykja. Gemeinsam flogen wir über die Weiden, zwischen den Wäldern hindurch, über Bäche und Flüsse – hinein in eine gemeinsame, ruhige und glückliche Zukunft.
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  • Album:
    Sportzentrum Naundorf - Gnadenweide
    Hochgeladen von:
    Muemmi
    Datum:
    26 Nov. 2017
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  • Abstammung

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    Von Chino

    Von unbekannt Aus der unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt | Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der Ochrasy
    Von unbekannt Aus der unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt | Von unbekannt Aus der unbekannt

    Exterieur

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    Stute

    28.03.2009
    Rasse: Welsh Pony Typ A

    Stockmaß: 120cm
    Gewicht: 250kg
    Fellfarbe: Fuchsschecke
    Geno: xx


    Interieur / Beschreibung

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    Verhalten in der Box: Neutral

    Verhalten auf der Weide: Unruhig

    Vorgeschichte


    Trotz ihrer kleinen Größe hat es Occani faustdick hinter den Ohren.
    Im Umgang mit ihren Artgenossen zeigt sie sich sehr dominant und geht auch gerne den größeren Pferden auf den Geist.
    Auch im Umgang mit ihr muss man konsequent bleiben, sonst kommt der kleine Dickkopf durch und das Ponymädchen macht, was es will.
    Sind die Fronten jedoch geklärt und gefestigt, ist Occani eine sensible Stute mit wirklich schönen Gangarten, die motiviert mitarbeitet und sich von ihrer besten Seite zeigt.
    Man muss nur wissen, wie man mit ihr umzugehen hat.
    Ihre Schwäche sind dafür Kinder. Wenn man die Stute mit den kleinen wuselnden Zweibeinern sieht,
    erkennt man sie beinahe nicht lieber, denn Occani ist ein wahres Kinderpony.

    Weide: Stutenweide
    Unterbringung: Stall/Weide
    Einstreu: Sägespähne
    Futtersorte: Heu und Kraftfutter
    Fütterungszeiten: morgens

    Besitzer: Muemmi
    VKR/Ersteller: Muemmi

    Qualifizierungen & Erfolge

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    Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential

    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Qualifikation durch TB's

    Dressur E A L M S S*


    Western E A L M


    Springen E A L M S S*


    Distanz E A L M

    Fahren E A L M S S* S** S***

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    Offiziell

    366. Fahrturnier | 374. Fahrturnier
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    Inoffiziell
    -

    Ausbildung und Zuchtdaten

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    Trainingsplan

    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren ✔

    Fohlenausbildung (bis 2 Jahre)
    Anfassen ✔ | Putzen ✔ | Aufhalftern ✔
    Führen ✔ | Hufe geben ✔

    Jungpferdeausbildung (ab 2 Jahre)
    Gebiss annehmen ✔ | Sattel aufgelegen ✔ | Reitergewicht ✔
    Schrecktraining ✔ | Verladen ✔ | Longieren ✔

    Springpferdeausbildung (ab 3 Jahre)
    Einreiten ✔ | Hindernisgewöhnung ✔ | Stangenarbeit ✔ | Gelassenheitstraining ✔

    Dressurpferdeausbildung (ab 3 Jahre)
    Einreiten ✔ | Stangenarbeit ✔ | Gelassenheitstraining ✔

    Kutschpferdeausbildung (ab 3 Jahre)
    Einreiten ✔ | Einfahren ✔ | Stangenarbeit ✔ | Gelassenheitstraining ✔

    1 = Sehr gelassen, 6 = schlechtes / unsicheres Verhalten
    ● Angeboren Antrainiert Prüfung Abgeschlossen

    Fremde Umgebungen: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Platz/Halle: 6 5 4 3 2 1
    Hufschmied: 6 5 4 3 2 1
    Tierarzt: 6 5 4 3 2 1
    Wasser: 6 5 4 3 2 1
    Gelände: 6 5 4 3 2 1
    Straßen: 6 5 4 3 2 1

    Stangenarbeit: 3 2 1 ✪
    Longenarbeit: 3 2 1 ✪
    Verladefromm: 3 2 1 ✪
    Schrecktraining: 3 2 1

    Bodenarbeit
    Treiben & Bremsen ✔ | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Anhalten (Kommando) ✔
    Abstand zum Pferd ✔ | Wenden & Handwechsel ✔ | Auf Komando kommen ✔

    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Rückwärts-weichen ✔ | Liegen ✔ | Sitzen ✔ | Stehen ✔
    Spanischer Schritt ✔ | Steigen ✔ | Kompliment ✔

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    Pferdepass


    Schleife
    SK

    Gencode: unbekannt
    Zur Zucht zugelassen: nein
    Eingetragene Zucht: x
    Züchter/Herkunft: x
    Trächtig [] Nächste Rosse (alle 30 Tage): x

    Nachkommen
    0/5
    -

    Gesundheitszustand
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt


    Letzte Zahnpflege (jedes Jahr) überfällig
    Wurmkur (jedes Jahr) überfällig
    Tollwut Impfung (jedes Jahr) überfällig
    Tetanus Impfung (alle 2 Jahre) überfällig
    Influenza Impfung (alle 6 Monate) überfällig
    EHV-1 + EHV-4 (alle 6 Monate) überfällig

    Gesamteindruck:
    Aktue Krankheit/en:
    Chronische Krankheit/en:
    Erbkrankheit/en:

    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt

    Ausgeschnitten/Korrigiert:
    Hufbeschaffenheit:
    Hufkrankheit/en:

    Beschlag vorne: -
    Beschlag hinten: -

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    PNG | Puzzel PNG

    Fohlenversion