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Canyon

Nocciola

Shetlandpony ○ Braunschecke ○ Stute ○ 15 Jahre ○ 90cm ○ 0/20

Nocciola
Canyon, 6 Jan. 2021
    • Canyon
      Ankunftsbericht
      01.02.2017 | © Möhrchen

      Als ich mit dem Hänger wieder auf den Hof fuhr, musste ich ein paar mal tief ein und aus atmen, um mich selbst zu beruhigen. Ich hatte einen wunderschönen Spanierhengst auf dem Hänger, mein neues Pferd Fenicio. Und damit nicht genug: heute würden auch noch drei neue Stuten auf der Stardust Ranch ankommen. Ich konnte es kaum glauben, wie schnell das alles ging, gerade noch hatte Haru als erstes Pferd seinen Offenstall bezogen, und so langsam wurde es jetzt schon richtig voll auf dem Hof.
      Fenicio stand ganz ruhig und ich war froh, als ich endlich auf den Parkplatz fuhr und ihn nach der langen Fahrt endlich befreien konnte. Ich ließ die Klappe hinunter und löste die Stange. Vorsichtig kam Fenicio rückwärts aus dem Hänger und schaute sich mit geblähten Nüstern um. Aus beiden Richtungen kam sofort Gewieher, Namica lief aufgeregt am Zaun auf und ab. „Ihr bekommt nachher neue Freund“, sagte ich grinsend zu ihr und führte Fenicio über den Hof in Richtung der Hengstoffenställe. Ich hatte mich dafür entschieden, ihn im zweiten Offenstall einzustellen und nicht zu den beiden anderen Hengsten. Callimero konnte manchmal etwas frech sein und dafür reichte der Platz in der Liegehalle für ein so großes Pferd wie Fenicio nicht aus. Aber er konnte die anderen ja jederzeit über den Zaun sehen und beschnuppern und sicherlich würde er auch bald noch einen Kumpel bekommen. Ich hatte bereits alles vorbereitet, die Tränke in Betrieb genommen und ihm genügend frisches Heu in die Raufe gelegt. Auf dem Paddock löste ich den Strick und Fenicio blieb erstmal bei mir stehen. Es war erstaunlich, wie entspannt er trotz der unbekannten Umgebung war.
      Ich machte mich an die Arbeit, holte mir eine Schubkarre und fing an, den Paddock von Haru und Callimero zu säubern. Während die Schubkarre sich füllte, machten meine drei Hengste über den Zaun Bekanntschaft miteinander. Haru spielte sich ein bisschen auf und ließ den wilden Hengst raushängen, aber im Großen und Ganzen lief alles sehr friedlich ab.
      Als ich fertig war, holte ich noch eine große Portion Heu für die Raufe und hängte ein zusätzliches Heunetz ans Tor.
      Anschließend machte ich mich auf den Weg über den Hof zum Paddock Trail. Namica stand dösend in der Sonne und Royal fraß an der Heuraufe. Das Abäppeln des Paddock Trails nahm immer ziemlich viel Zeit in Anspruch, aber zum Glück hatten die beiden Stuten ihre Lieblingsstellen, sodass ich nicht den ganzen Trail abgehen musste. Ich mistete die Liegehallen aus, fegte das alte Heu um die Heuraufen zusammen und füllte Raufen und Netze mit neuem Heu. Mit Blick auf die neuen Pferde hängte ich noch einige Heunetz extra auf, vielleicht konnte ich so ein bisschen Stress verhindern.
      Schon bald hörte ich einen Transporter auf den Hof fahren. Rinnaja war so nett, mir meine drei neuen Pferde auf den Hof zu bringen, denn mein Hänger war nur für zwei Pferde ausgelegt, sodass ich zweimal hätte fahren müssen. So hatte sie sich von einer Freundin einen großen Transporter geliehen und brachte die Pferde auf meinen Hof. Ich lief auf sie zu und begrüßte sie. Zusammen ließen wir die Rampe hinunter und luden die Pferde aus. Als erstes schnappte ich mir Nocciolas Strick. Die kleine Shettystute blies sich ordentlich auf und tänzelte wie ein wilder Hengst neben mir her. Zum Glück war sie so klein, dass ich sie trotzdem einigermaßen locker halten konnte. Rinnaja lud die junge Vollblutstute Happy Fantasy ab, die ebenfalls ziemlich aufgeregt war. Sie war wirklich ein Eyecatcher mit ihrem hellen Punkten und ich hatte mich beim Anschauen auf den ersten Blick in sie verliebt. Wir banden die beiden Stuten kurz an und holten die dritte Stute aus dem Transporter, Baileys. Sie war eine ganz besondere Herausforderung und ich war mir noch nicht sicher, ob ich die Entscheidung zu ihrem Kauf nicht noch bereuen würde... Sie kannte fast nichts und hielt nicht das Geringste von Menschen.
      Damit ich sie überhaupt jemals wieder eingefangen kriegen würde, hatte ich mich dazu entschieden, die beiden Shettys erstmal im kleinen Offenstall am Stutenstall unterzubringen. Im großen Paddock Trail wären die Kleinen wahrscheinlich auf und davon...
      Wir näherten uns der kleinen gescheckten Stute und ernteten sofort vernichtende Blicke. Nocciola war schon nicht ganz einfach, aber Baileys war nochmal eine ganz andere Nummer. Als ich den Strick lösen wollte, schnappte sie nach mir und verfehlte nur knapp meinen Arm. Wiederwillig folgte sie mir die Rampe hinunter und versuchte immer wieder, sich loszureißen. Führen war für sie anscheinend ein Fremdwort. Rinnaja folgte mir mit Nocciola und so erreichten wir schließlich den kleinen Offenstall. Wir ließen die beiden Stuten hinauf, die sofort anfingen, sich zu kabbeln. Aber sie kannten sich bereits und so konnten wir uns gleich wieder auf den Weg zu Happy Fantasy machen, die immer noch am Anbinder stand. Namica und Royal drängelten sich schon ganz gespannt am Zaun. Rinnaja verscheuchte sie kurz vom Tor und ich führte Happy schnell hinauf und löste den Strick. Sofort preschte sie los, die anderen beiden hinterher. Es ganz Gequietsche und Bocksprünge, aber das war ganz normal. Happy war eine temperamentvolle junge Stute und musste erstmal in der neuen Herde ihre Grenzen austesten.
      Rinnaja musste wieder los und so half ich ihr beim säubern des Hängers und verabschiedete mich dann dankend von ihr. Sie überreichte mich noch die Papiere der Stuten und die Kopien der Kaufverträge, dann rollte sie vom Hof.
      Ich blieb noch eine Weile bei den Stuten am Zaun stehen und beobachtete sie. Sie schienen sich noch nicht ganz grün zu sein, immer wieder legte eine die Ohren an und verscheuchte eine andere. Aber sie verletzten sich nicht ernsthaft, es waren nur Drohgebärden.
      Also machte ich mich mit einem Halfter bewaffnet auf den Weg zum Hengstoffenstall und holte Haru. Ich band ihn am Anbinder an, holte seine Putztasche und bürstete sein dickes Winterfell. Dann holte ich den Longiergurt und meine Doppellonge aus der Sattelkammer und legte in Haru auf. Ich zog ihm einen Kappzaum an und machte mich mit ihm auf den Weg zum Reitplatz. Vom Rand holte ich einige Stangen und verteilte sie auf dem Reitplatz, während Haru mir an der durchhängenden Longe entspannt folgte....
      ... es wurde eine sehr gute Longeneinheit, Haru ging sehr fleißig und motiviert vorwärts, ließ nach einiger Zeit den Hals fallen und schnaubte entspannt ab. Ich machte viele Handwechsel, ließ ihn viel über die Stangen traben und ließ ihn sich richtig auspowern. Er wollte arbeiten, das merkte man richtig, und ich hoffte wirklich, dass ich nach dem ganzen Stress und den vielen neuen Pferden bald endlich mehr Zeit haben würde, um meine Pferde richtig zu arbeiten.
      Nach einer halben Stunde wurde er sichtlich müde und wesentlich langsamer. Ich parierte ihn durch zum Schritt und ließ ihn noch einige lockere Runden im Schritt gehen. Dann führte ich ihn zurück zum Anbinder, tauschte den Longiergurt gegen seine Abschwitzdecke und brachte ihn zurück zu seinem Kumpel auf den Paddock.
      Nun ging ich zurück zu den Stuten, die sich sichtlich beruhigt hatten. Ich beobachtete sie noch eine Weile, aber es sah schon ziemlich ruhig aus. Happy durfte zwar noch nicht in die Liegehalle, aber es war nicht zu kalt draußen und in den kleinen Unterstand kam sie hin und wieder hinein. Genug Heustellen hatte ich ja zum Glück geschaffen, sodass sie sich nicht um das Heu kloppen mussten.
      Todmüde, aber glücklich fiel an diesem Abend ins Bett. Langsam wurde mein Hof echt richtig voll und ich freute mich sehr auf die Arbeit mit meinen Pferden, wenn endlich etwas Ruhe auf dem Hof einkehrte. Dann könnte ich auch bald wieder richtig Reiten und meine tollen Pferde auf Turnieren vorstellen.
    • Canyon
      Zirzensik Schule
      01.02.2017 | © FrauHolle

      Meine Schwester hatte sich vor kurzem eine sehr zickige, kleine Shettystute gekauft. Nocciola war echt ein harter Fall. Ich nahm die Herausforderung, ihr ein paar Manieren beizubringen, jedoch gerne an und fuhr mit guter Laune in den Stall meiner Schwester. Wir halfen uns immer gegenseitig auf dem Hof: Während sie sich um die Gesundheit meiner Pferde kümmerte, kam ich regelmäßig zu ihr auf den Hof und brachte ihren Pferden reichlich Tricks bei.
      Die kleine Shettystute war ziemlich frech und hatte noch keinerlei Erfahrung in der Bodenarbeit. Schon das Holen aus dem Offenstall war eine große Herausforderung für mich und meine Schwester: Zu zweit und nur mit einem Futtereimer in der Hand schafften wir es schließlich nach fast 15 Minuten die kleine Stute einzufangen. "Na mit der werde ich auf jeden Fall meinen Spaß haben", dachte ich laut. Trotzdem ging ich positiv an die Sache ran.
      Auch das Putzen gestaltete sich äußerst schwierig. Als wir Nocciola endlich am Putzplatz hatten und sie am Anbindehaken festgemacht hatten, tänzelte sie von links nach rechts, beim Hufe Auskratzen biss sie mir in den Hintern und auch das Gesicht wollte sie sich nicht richtig sauber machen lassen. Ich beschloss, bei Nocciola ganz ohne Leckerlies zu arbeiten, denn das würde die Shettystute nur noch frecher machen.
      Ich führte sie auf den Platz und während Möhrchen ein anderes Pferd vom Paddock holte, um mit diesem zu arbeiten, fing ich mit der Bodenarbeit an. Ich wusste, dass wir heute nicht weit kommen werden, also fing ich ganz am Anfang an. Nocciola war ein echter Anfänger. Ich wusste nicht so ganz, ob sie das richtige Benehmen nie gelernt hatte, sie einfach keine Lust auf die Arbeit mit dem Menschen hatte oder ob sie einfach nur schlecht erzogen war. Ganz egal was der Hintergrund für ihm Benehmen war: Wir mussten ganz von vorne anfangen.
      Ich versuchte, Nocciola neben mir her zu führen. Sie war sehr dominant und ich zeigte von Anfang an, wer der Chef von uns beiden war. Jedes Mal, wenn Nocciola nach mir schnappte, sich auf die andere Seite schmuggelte, stehen blieb oder sonstigen Unfug machte, reagierte ich sofort.
      Ich versuchte, die Stute von ihren Dummheiten abzulenken, indem ich sie beschäftigte. In der Ecke vom Platz fand ich einen großen Ball, den ich kurzerhand auf den Platz rollte. Interessiert schnupperte Nocciola am Ball und als ich ihn von uns wegschoss, lief ich im Schritt mit ihr hinter dem Ball her. Immer und immer wieder schoss ich den Ball weg. Nocciola gefiel es, dass der Ball vor ihr "weglief" und entwickelte Spaß an unserem Spielchen. Nach und nach versuchte ich, dass die Shettystute den Ball selber wegschoss. Etwas zurückhaltend kickte sie den Ball mit ihrem Kopf weg und ich lobte sie kräftig dafür. Wir gingen dem Ball hinterher und nachdem Nocciola das Prinzip des Ballspielens verstanden hatte, wollte sie gar nicht mehr aufhören.
      Nach knappen 10 Minuten stoppte ich das Spiel, denn ich wollte nicht, dass das Ballspielen für Nocciola langweilig wird.
      Am Putzplatz traf ich meine Schwester und nachdem ich Nocciola zurück zu ihrer Herde gebracht hatte, erzählte ich von unserem ersten Training: "Mein Taktik ist, das Training mit Nocciola so spannend wie möglich zu gestalten. Ich glaube, die Arbeit mit dem Menschen ist ihr einfach zu langweilig. Beschäftigt man sie, zum Beispiel mit Ballspielen, sind ihre anderen Dummheiten plötzlich wie weggeblasen". "Gute Idee, ich bin gespannt, wie es mit ihr weiter geht", grinste mich meine Schwester an.

      Nachdem ich wieder über 10 Minuten gebraucht hatte, um Nocciola einzufangen, starteten wir das Training. Um meinen Plan umzusetzen und Nocciola mehr zu beschäftigen, hatte ich mir einiges überlegt: Ich hatte zwei große Luftballons aufgeblasen und mit in den Stall genommen, einen alten Regenschirm eingepackt, sowie Luftschlangen und einen großen Müllsack dabei.
      Das Putzen verlief ungefähr so wie beim letzten Mal, doch das war eine andere Baustelle. Zuerst wollte ich mich daran machen, dass Nocciola wieder Spaß an der Arbeit hatte.
      Auf dem Platz angekommen zeigte ich ihr sofort die erste Sache. Den Regenschirm fand Nocciola äußerst interessant und schnupperte neugierig an ihm. Vorsichtig spannte ich ihn auf und die Stute sprang ängstlich zur Seite. Schnell hatte sie sich beruhigt und knabberte am Schirm. Nachdem sie den Regenschirm nicht mehr allzu interessant fand, nahm ich einen Luftballon in die Hand und zeigte ihn Nocciola. Ich warf ihn in die Luft und ließ ihn zu Boden sinken. Nocciola beobachtete den Ballon, ging auf ihn zu uns stupste ihn mit der Nase an. Ich lobte sie mit meiner Stimme und Nocciola fing an, mit dem Ballon zu spielen. Plötzlich gab es einen lauten Knall: Nocciola hatte in den Ballon gebissen, welcher natürlich sofort zerplatzte. Ich gab ihr den zweiten Ballon, den sie mit ihrem Huf versuchte zu zerstören. Ich war begeistert, wie sie sich eigenständig so lange mit verschiedenen Dingen beschäftigen konnte. Dass ich neben ihr stand und ihr liebevoll den Hals kraulte, störte sie in dem Moment gar nicht, denn sie war viel zu beschäftigt.
      Auch meine Schwester war begeistert und stand mit einem Lächeln auf dem Gesicht am Zaun. "Nocciola geht ja richtig auf", rief sie mir zu. Mit den Luftschlangen konnte die Stute eher weniger anfangen und nachdem sie diese genüsslich verspeisen wollte, tauschte ich die Luftschlangen gegen den Müllsack. Beherzt trat Nocciola auf den Müllsack und ließ all ihre Wut an ihm aus. Das Rascheln des Sacks gefiel ihr und sie hatte Spaß daran, wie er sich ihr Benehmen gefallen ließ.
      Der zweite Tag war wirklich erfolgreich und ich hoffte sehr, meinen Versuch, ihr das Training wieder anschaulicher zu machen, würde funktionieren.

      Zu meinem Erstaunen brauchte ich am nächsten Tag nur etwas mehr als fünf Minuten, dann stand ich mit Nocciola auf dem Platz. Das Putzen ließ ich heute weg, denn das war für sie einfach zu langweilig und ich hatte noch keine Idee, ihr das Putzen zu erleichtern. Ich glaubte, dass Nocciola auf keinen Fall bösartig ist, sondern ihr das Training bei ihrem Vorbesitzer einfach nur zu langweilig und eintönig war. Sie will gefordert werden und passt ihr etwas nicht, wird sie schnell sehr dominant und zickig.
      Auch wenn ihr das Spielen mit den verschiedenen Gegenständen sehr viel Spaß gemacht hatte, mussten wir uns heute aufs eigentliche Training konzentrieren.
      Die Basics klappten mit Nocciola eher nicht so gut und selbst das einfache Führen im Schritt war schon ein kleines Problem. Trotzdem beschloss ich, mit dem ersten Trick anzufangen. Ich erhoffte mir, Nocciola würde Gefallen an der Zirzensik finden und so auch mehr Spaß an den Basics der Bodenarbeit haben. Ich hatte mir lange überlegt, welche Übung für Nocciola geeignet wäre und hatte keine perfekte Lektion gefunden. Erst einmal brauchte ich eine Übung, die ich ihr ohne Leckerlies beibringen kann, denn ich wollte bei ihr gerne ohne Leckerlies arbeiten und bei Übungen wie "Nein sagen" könnte Nocciola schnell zickig werden. Es gab nicht mehr viele Möglichkeiten, also entschied
      ich mich für "Dreh dich".
      Ich ging auf ihre Hinterhand zu und legte meine Hand auf ihre Flanke. Zickig legte die Stute ihre Ohren an und wich zur Seite. Ich ignorierte ihre genervte Reaktion und versuchte es noch einmal, diesmal nahm ich allerdings die Gerte. Nocciola wich genervt zur Seite und ich kraulte ihr den Hals. Schritt für Schritt ging ich immer weiter von der Hinterhand weg in Richtung Kopf, bis ich fast vor ihr stand. Immer wieder schickte ich sie mit der Hinterhand von mir weg. Nocciola mochte diese Übung gar nicht und schnappte nach mir. Ich schob ihren Kopf weg, ignorierte ihr schlechtes Verhalten allerdings, denn ich wollte ich dafür keine Aufmerksamkeit schenken. Immer und immer wieder schickte ich sie mit der Hinterhand in die eine Richtung und ging dabei immer weiter auf die andere Seite. Mein Ziel war es, dass sie sich mit der Hinterhand zu mir drehte.
      Schließlich stand ich auf der rechten Seite vom Pony, tippte sie mit der Gerte an ihre linke Flanke und Nocciola wich mit der Hinterhand nach rechts. Ich war begeistert, wie schnell die Stute lernte und obwohl sie die ganze Zeit die Ohren anlegte und eher unbegeistert von unserem Training war, lernte sie in Rekordzeit. Ich tat so, als wenn sie ein total braves Pferd wär und ignorierte ihr schlechtes Verhalten.
      Ich schickte sie mit der Hinterhand auf mich zu, blieb stehen und ließ die Gerte so lange auf ihrer Flanke, bis sie sich einmal rum gedreht hatte und wieder vor mir stand. Begeistert kraulte ich ihr den Hals und nachdem ich sie noch zwei Mal drehen ließ, machte ich Feierabend.

      Wie ein Musterschüler hatte Nocciola "Dreh dich" gelernt und ich war total begeistert. Heute wollte ich sie etwas bewegen und ließ sie auf dem Longierzirkel frei laufen. Ich nahm mir eine Peitsche mit und trieb sie von der Mitte aus vorwärts. Etwas unmotiviert trabte sie los. Ich rannte auf sie zu, sprang herum und versuchte Nocciola zum Rennen zu animieren. Zögerlich lief sie etwas schneller. Plötzlich ließ sie sich von mir anstecken, schoss los, schmiss ihre Beine in die Luft und lief buckelnd im Kreis. Ich freute mich und zeigte ihr, dass sie sich ordentlich auspowern sollte. Auch ausreichend Bewegung gehört zu dem vielseitigen Alltag eines Shettys und Nocciola zeigte mir, wie viel Spaß sie am Laufen hatte.
      Ich hockte mich hin und wartete, bis die Shettydame zu mir nach innen kam. Etwas unsicher lief sie auf mich zu uns blieb mit genügend Sicherheitsabstand vor mir stehen. Ohne den Strick ans Halfter zu machen, wiederholte ich die Übung von gestern. Stolz zeiget Nocciola ihren ersten Trick und sie sah das erste Mal so aus, als wurde sie nicht zum Training gezwungen.

      Die nächsten beiden Tage war Nocciola einfach nur ein Vorzeige fähiges Pferd. Das Drehen beherrschte sie inzwischen wunderbar. An beiden Tagen ließ ich sie im Longierzirkel laufen. Zusammen tobten wir über den Platz und hatten dabei beide richtig Spaß. Auch das Führen an der Hand klappte immer besser und das Zwicken und Kannebern wurde langsam weniger. Ich probierte viele Sachen mit ihr aus, um sie zu beschäftigen und ihr zu zeigen, wie viele tolle Sachen sie mit mir erleben konnte.
      Am Donnerstag machten wir einen Spaziergang über den ganzen Hof. Wir besuchten die andren Pferde und Nocciola machte viele Zaun-Bekanntschaften, wir kletterten über den Misthaufen, kippten Schubkarren um und beobachteten die Fische im Teich in Möhrchens Garten.
      Nocciola wurde jeden Tag mutiger und wenn sie vor etwas Angst hatte, zeigte ich ihr meist, dass sie keine Angst haben muss. Wir waren zu einem richtigen kleinen Team geworden und auch die Zeit zum Einfangen wurde immer weniger. Ich hatte mich schon ein kleines bisschen in die Shettydame verliebt, auch wenn wir noch einige kleine (und große) Probleme hatten.
      An unserem sechsten gemeinsamen Tag brachen wir zu einem kleinen Spaziergang auf. Wir gingen ein paar Feldwege entlang und kamen schließlich in einen kleinen Wald, wo wir uns ordentlich austobten: Wir trabten durch den Wald, liefen bergauf und bergab, sprangen über kleine Äste und Baumstämme und nutzten abgesägte Baumstämme als Podest. Nocciola war plötzlich ein ganz anderes Pferd. Wie ein junger Hengst hüpfte sie durch den Wald, machte Bocksprünge und blieb dabei immer brav neben mir. Auch wenn sie teilweise noch etwas zickig war und ich aufpassen musste, nicht von ihr umgerannt zu werden, zeigte sie das erste Mal richtige Lebensfreude. Wir schlenderten zurück zum Hof und Nocciola schnaubte zufrieden.

      Am nächsten Tag wollten wir das Problem mit dem Putzen lösen. Ich hatte eine Idee: Wenn ich Nocciola am Putzplatz beschäftige und ihr damit den Putzplatz als etwas Positives und Spaßiges vermitteln.
      Gesagt getan: Ich nahm mir eine große Schüssel mit Müsli, einen Luftballon, eine Plane und Flatterband mit zum Putzplatz. Ich fing an Nocciola zu putzen, während sie interessiert mit dem Flatterband rumspielte. Das Müsli kam bei Hufe Auskratzen zum Einsatz. Mein Plan ging nicht ganz auf, denn Nocciola war trotzdem alles andere als ruhig und entspannt. Trotzdem hatte ich ihr gezeigt, dass der Putzplatz auch was nettes sein kann, dass man dort viele Sachen entdecken kann und dass es dort etwas zu essen gibt.
      Ich erzählte meiner Schwester ganz genau, wie uns was ich mit Nocciola gemacht hatte. Zusammen saßen wir auf dem Sofa in ihrem Wohnzimmer und ich erzählte, wie sie weiter mit der Stute üben konnte. Die nächsten Tage musste ich mich erstmal wieder um meinen Hof und meine Pferde kümmern, aber ich würde auf jeden Fall wieder kommen und weiter mit Nocciola üben. Bis dahin hoffte ich auf viele Berichte von meiner Schwester, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Nocciola weitergeht.

      Ich hoffte sehr, dass Nocciola irgendwann wieder Spaß an der Arbeit mit Menschen haben wird und ich den Anfang gemacht hatte. Auch wenn wir in der Woche nicht wirklich produktiv waren, gab es deutliche Unterschiede zwischen dem ersten und dem letzten Tag. Sogar ihren ersten Trick hatte sie gelernt.
    • Canyon
      „Das Team der Stardust Ranch wächst“ – Pflegebericht für alle Pferde
      07.04.2017 | © Möhrchen

      Viel zu früh wälzte ich mich schon im Bett umher. Da ich eh nicht mehr schlafen konnte, machte ich mich schon um kurz vor 6 auf den Weg nach draußen. Ich schnappte mir eine Schubkarre und machte mich daran, den Paddock Trail abzuäppeln. Heute war ein großer Tag für die Stardust Ranch und es war in den letzten Tagen alles so schnell gegangen, dass ich es selbst noch nicht richtig glauben konnte. Vor einigen Wochen hatte meine Freundin Zoey mich angerufen, die ich noch aus dem Studium kannte und danach leider ein wenig aus den Augen verloren hatte. Sie kam aus England und war damals zum Studieren nach Deutschland gekommen. Seit unserem Abschluss lebte sie wieder in England. Wir hatten die folgenden Tage viel geschrieben und telefoniert und ich hatte ihr natürlich viel von der Stardust Ranch erzählt. Irgendwann hatten wir angefangen, einen Plan zu spinnen, denn sowohl Zoey als auch ihre große Schwester Carina träumten schon lange davon, sich den Traum vom eigenen Stall zu erfüllen.
      Lange Rede, kurzer Sinn, nur wenige Wochen später war es beschlossen: Zoey würde samt ihrer Schwester und deren kleiner Tochter Emma auf die Stardust Ranch ziehen. Das Haus war sowieso viel zu groß für mich alleine und ich hatte es satt, den Großteil der Zeit alleine auf dem Hof zu leben und zu arbeiten. Ich freute mich sehr darauf, mir meinen Hof, die Pferde und auch die Arbeit mit zwei weiteren Mädels zu teilen.
      Vor zwei Wochen waren die beiden für 4 Tage zu Besuch gewesen. Emma konnte noch nicht dabei sein und blieb bei ihrem Vater, aber die Schwestern waren total begeistert. Wir ritten zusammen aus und ich zeigte ihnen den Hof, es war, als hätten wir uns schon immer gekannt. Und noch etwas hatte mich sehr gefreut: Fenicio, mit dem ich auch nach Monaten noch immer nicht richtig warm geworden war, hatte in Carina wohl endlich seinen Menschen gefunden. Ich hatte ihn ihr für einen Ausritt gegeben und die beiden hatten sich auf Anhieb perfekt verstanden. Er konnte also auf der Stardust Ranch bleiben und Carina würde ihn übernehmen. Das schien die perfekte Lösung für alle zu sein.

      Ich grinse vor mich hin, während ich den Paddock Trail abäppelte. Es klang einfach alles zu perfekt. Liara stieß mich von hinten an und ich drehte mich um, um der rotbraunen Stute die Stirn zu kraulen. Aber sie wollte gar nicht gekrault werden, stattdessen schnappte sie sich meinen Äppelboy am Griff und schleuderte ihn durch die Gegend. Ich musste lachen und nahm ihn ihr wieder weg. „Hey, du kleine Hexe.“, lachte ich „Gib den wieder her!“.
      Langsam arbeitete ich mich weiter vor, leerte die Schubkarre auf dem Misthaufen aus, füllte alle Heuraufen auf und kontrollierte Zäune und Tränken. Dann öffnete ich eins der Tore zu einem Weidestück, denn die Stuten durften seit wenigen Tagen endlich wieder stundenweise auf die Weide. Samira und Happy Fantasy stürmten sofort los und rannten buckelnd über die Wiese. Namica, Royal Disturbance, Donatella und Nökkvadís folgten in etwas ruhigerem Tempo, machten sich aber auch sofort über das frische Gras her.
      Als alles erledigt war, fuhr ich mit der Karre rüber zum Stall und säuberte den Offenstall von Nocciola und Baileys. Die beiden waren mal wieder dabei, sich zu streiten und ich hörte nur ein lautes quietschen hinter mir. Baileys machte sich mit angelegten Ohren aus dem Staub, während Nocciola sich mir langsam näherte. Aus der zickigen Stute war langsam ein aufmerksames Pony geworden, das sogar ab und zu meine Nähe suchte. Ich zerzauste ihren Schopf und sie ließ es brav geschehen. Bei Baileys brauchte ich das gar nicht erst zu versuchen, die ließ sich freiwillig kaum berühren...
      Als der kleine Offenstall fertig war, ging ich erst einmal ins Haus zum Frühstücken. Als ich gerade dabei war, meine Küche aufzuräumen, klingelte mein Handy. „Zoey“, rief ich ins Telefon. „Wir sind jetzt in Deutschland angekommen“, sagte sie und ich konnte ihre Aufregung quasi durchs Telefon hören. Im Hintergrund hörte ich Emma plappern. „Wir brauchen noch etwa zwei bis zweieinhalb Stunden, dann sind wir da“. „Sehr gut, ich freue mich total!“ „Wir uns auch, wir können es kaum erwarten. Und die Kleine hört gar nicht mehr auf, von Ponys zu quatschen“, Zoey lachte. „Dann noch eine gute Fahrt, fahrt vorsichtig!“
      Ich vertrieb mir den Rest der Zeit damit, noch einmal durch die Wohnung im ersten Stock zu gehen, in die die beiden einziehen sollten. Aber eigentlich hatte ich sie bereits komplett eingerichtet und zigmal kontrolliert, sodass ich mich darauf beschränkte, die Vorhänge glatt zu streichen und die Fenster ein Stückchen zu öffnen.
      Ich ging also wieder raus, schnappte mir Haru und ging mit ihm auf den Reitplatz. Ich verteilte ein paar Stangen auf dem Platz und ließ ihn nur mit Halfter ein paar Runden an der Longe joggen. Im Trab und auch im Galopp dirigierte ich ihn in verschiedenen Reihenfolgen über die Stangen und er war sehr motiviert bei der Sache. Ein paar Mal schummelte er sich an den Stangen vorbei, aber die meiste Zeit folgte er brav meinen Anweisungen. Am Schluss der Einheit übte ich noch einmal die Bergziege, die er vor wenigen Tagen mit meiner Schwester geübt hatte. Er hatte sie noch nicht verlernt, es war zwar noch nicht perfekt, aber es sah schon ganz gut aus.
      Als ich Haru wieder zurück auf seinen Paddock gebracht hatte, entschied ich mich spontan, noch eine kurze Runde mit Calli zu drehen. Nur mit Halfter schwang ich mich auf seinen Rücken und drehte eine entspannte Runde um die Galoppbahn. Eigentlich war ich ein bisschen zu groß für ihn, aber für ab und zu mal war es gerade noch okay. Wir legten sogar einen kurzen Galopp ein, bevor ich gemütlich zurück zum Offenstall ritt und ihn wieder auf den Paddock stellte. Ich blieb noch eine Weile am Zaun stehen und beobachtete meine Hengste. Haru hatte sich in die Sonne gestellt und döste mit aufgestelltem Huf. Callimero wälzte sich erstmal genüsslich und schlenderte dann zurück zur Heuraufe. Gegenüber kraulten sich Fenicio und Elliot gegenseitig am Widerrist. Auch Elliot hatte sich auf Anhieb mit Carina verstanden und wir hatten gemeinsam beschlossen, dass er ein Schulpferd für Carinas Reitschule werden sollte. Obwohl er ein Hengst war, war er sehr anständig und ein echtes Verlasspferd, ich war mir sicher, dass er in der neuen Aufgabe aufgehen würde.
      Während ich noch meinen Gedanken nachhing, hörte ich es auf der Straße laut hupen. Haru schreckte aus seinem Mittagsschlaf hoch und spitze gespannt die Ohren. Ich machte auf dem Absatz kehrt und rannte zum Parkplatz. Dort angekommen hatte Carina bereits ihr knallrotes Auto abgestellt und Zoey war bereits vom Beifahrersitz gesprungen. Eigentlich hatte ich mich noch umziehen wollen, aber das war mir jetzt auch egal. Ich fiel erst Zoey, dann Carina um den Hals: „Willkommen zu Hause!“. Carina öffnete die Autotür und ließ Emma hinaus. Endlich konnte ich auch das kleinste Mitglied unserer neuen Mädels-WG kennen lernen. Mit großen Kulleraugen schaute Emma sich auf dem Hof um. „Hallo kleine Maus“, sagte ich zu ihr und sie strahlte mich an. Für sie war es anscheinend das Größte, jetzt mit so vielen Pferden und Ponys zusammen zu leben.
      Zuerst machten wir einen Rundgang über den Hof und zeigten Emma die Pferde. Carina wollte als erstes zu Fenicio und der Schimmelhengst wieherte sogar, als er sie sah. Mir ging das Herz auf, als sie ihm um den Hals fiel und er sich sichtlich freute. So gerne hatte ich ihm genau das geben wollen, aber irgendwie passte es einfach nicht zwischen uns. Umso besser, dass er jetzt seinen Menschen gefunden hatte, ohne sein Zuhause verlassen zu müssen.
      Wir führten Emma über den ganzen Hof. Sie war natürlich besonders begeistert von Nocciola und Baileys, wobei gerade die beiden die letzten waren, die ich auf ein Kind loslassen würde. Aber auch Donatella fand sie toll, und bei ihr konnte ich mir sehr gut vorstellen, dass sie Emma problemlos auf sich reiten lassen würde. Aber nicht mehr heute, wir hatten ja jetzt ganz viel Zeit.
      Wir räumten alle Koffer und Taschen aus dem Auto und leerten auch den Anhänger. Als wir alle Sachen in die Wohnung geräumt hatten, trafen wir uns in meiner Küche und kochten zusammen. Bei Auflauf und Sekt (und Limonade für die Kleine) ließen wir den Abend ausklingen und stießen auf unsere neue WG an. Carina brachte Emma ins Bett und setzte sich dann wieder zu uns. Wir quatschten noch bis tief in die Nacht, bevor sich die Schwestern verabschiedeten und ins Bett gingen. Ich freute mich schon sehr auf den nächsten Tag und konnte es kaum erwarten. Es war ein sehr gutes Gefühl, endlich nicht mehr alleine im Haus zu schlafen.
    • Canyon
      Der Umzug – Pflegebericht für alle Pferde
      12.05.2017 | © Möhrchen

      Wie ein aufgescheuchtes Huhn lief ich durch meine Wohnung. Ich war einfach so aufgeregt, dass ich nicht wusste, wohin mit mir. In der letzten Zeit hatte sich so einiges geändert in meinem Leben und heute war es endlich so weit: ich würde die Stardust Ranch verlassen.
      Mein Freund und ich hatten genug von unserer Fernbeziehung und hatten schon lange gesponnen, endlich zusammen zu ziehen. Er wollte allerdings auf keinen Fall seinen Job aufgeben und ich wollte nicht mehr ohne eigenen Hof leben. Schon fast 1,5 Jahre waren wir ziemlich unzufrieden mit der Situation, denn seine Besuche am Wochenende waren einfach viel zu kurz und ich konnte meinen Hof nur selten verlassen.
      Vor 3 Wochen hatte er ganz aufgeregt bei mir angerufen und erzählt, dass nur wenige Kilometer von seiner Wohnung entfernt ein Gestüt zum Verkauf stand... Zuerst war es nur eine Idee, aber spätestens, als wir dort waren, um es uns anzuschauen, war es um mich geschehen. Er kündigte seine Wohnung, ich regelte alles auf der Ranch und fing an zu planen.
      ~
      Und nun war es so weit: Zwischen riesigen Kartonstapeln, Sätteln und Möbeln stand ich mitten auf dem Hof. Vor Aufregung knabberte ich an meinen Fingernägeln. Die Organisation des Transports war ziemlich kompliziert gewesen und ich hoffte einfach nur, dass alles wie geplant klappen würde. Wir hatten uns für heute einen großen Transporter mit Platz für 10 Pferde gemietet. Mein Freund wollte mit seinem 6er-Trasporter kommen und einige Pferde holen und ich hatte bereits meinen Hänger vorbereitet. So hoffte ich, dass wir alle 18 Pferde heil auf den neuen Hof kriegen würden.
      ~
      Wenige Stunden später war der Kartonstapel auf dem Hof verschwunden, denn ein Möbelwagen hatte meine Möbel und sonstigen Sachen bereits abgeholt. Nun waren die Pferde an der Reihe und ich machte mich daran, die ersten Pferde für den großen Transporter vorzubereiten. Mein Freund musste noch arbeiten und würde daher erst in einigen Stunden da sein.
      Ich holte nacheinander Liara, Samira, Namica, Happy Fantasy, Narla, Donatella, Nökkvadís und Royal vom Trail und band die 8 Stuten am Putzplatz an. Ich bürstete sie alle kurz über, eine Decke brauchten sie nicht, da es ein ziemlich milder Tag war. Ich holte meine große Kiste mit Transportgamaschen aus der Sattelkammer und suchte für jedes Pferd sie richtige Größe heraus. Ich hatte in den letzten Wochen so einige Paare kaufen müssen, denn auf einen Transport von allen Pferden gleichzeitig war ich nicht vorbereitet.
      Als ich für jeden ein paar gefunden hatte, machte ich mich ans anziehen. „Soll ich dir helfen?“, fragte Zoey, die gerade aus dem Haus kam. Ihre Schwester und sie würden auf der Stardust Ranch bleiben, was mich sehr glücklich machte. Denn mein Herz hing doch an diesem Hof und mir fiel es schwer, ihn zu verlassen. Während wir die ersten Pferde anzogen, fuhr der Transporter auf den Hof.
      Der Fahrer war sehr nett und ich führte Royal zuerst auf den Hänger. Ich band sie ganz hinten an und schloss die erste Klappe. Während Zoey nach und nach den Pferden die Gamaschen anlegte, führte ich eins nach dem anderen die Rampe hinauf. Happy Fantasy stürmte in ihrer üblichen Art wie eine Verrückte die Rampe hinauf. Die anderen Stuten waren artig, nur bei Liara und Samira brauchte es ein bisschen Überredungskunst. Aber sie waren ja auch noch jung und hatten noch keinen großen Transporter gesehen.
      Nach kurzer Zeit waren alle Pferde auf dem Transporter und knabberten an ihren Heunetzen. Der Fahrer verabschiedete sich und wir vereinbarten, dass er die Pferde auf dem neuen Hof so lange im Hänger ließ, bis mein Freund und ich auch angekommen waren. Dann rollte der LKW vom Hof und ich konnte nur noch die Daumen drücken, dass alles gut gehen würde.
      Als mein Freund endlich ankam, luden wir noch meine restlichen Sachen in mein Auto, stellten Nicciola, Baileys, Callimero, Caillou und Elliot in den 6er- Transporter und ich verlud Haru und Fenicio in meinen Hänger. Nun waren alle Pferde verpackt, das Sattelzeug verstaut und alle meine Sachen im Auto. Unglaublich, wie viele Sachen ich eigentlich hatte, sowas fiel mir meistens erst bei einem Umzug auf.
      ~
      Und dann war es soweit: ich fiel zuerst Zoey, dann Carina und auch Emma um den Hals. Unsere gemeinsame Zeit auf der Stardust Ranch war viel zu kurz gewesen, aber ich freute mich so sehr auf den Neuanfang mit meinem Freund, dass mir der Abschied nicht so furchtbar schwer fiel. Und es ging ja auch nicht allzu weit weg, ich würde die drei auf jeden Fall besuchen. Ich gab meinem Freund einen Kuss zum Abschied und er fuhr mit dem Transporter vom Hof. Mit Tränen in den Augen stieg ich schließlich ins Auto und startete den Motor: Auf in ein neues Leben!
      ~
      Fenicio und Haru standen super ruhig auf den Hänger und die Fahrt verging wie im Flug. Schon 3 Stunden später tauchte endlich unsere neue Heimat am Horizont auf. Einen Namen hatte mein neuer Hof noch nicht, aber der würde mir sicherlich bald einfallen. Auf jeden Fall war er wesentlich größer als die Stardust Ranch und lag nur 30 Reitminuten von der Nordsee und wenige Kilometer von der dänischen Grenze entfernt.
      Als ich auf den Parkplatz fuhr, kribbelte es im ganzen Körper. Der große LKW stand bereits auf dem großzügigen Hof. Da ich schon im Voraus geplant hatte, welches Pferd in welche Box einziehen sollte und wer sich mit wem verstand, wusste ich genau, wer wohin sollte. Ich bestand darauf, jedes Pferd selbst aus dem Hänger zu holen. Als erstes zog Liara zusammen mit Samira, Namica und Royal in den größeren der beiden Paddocktrails ein. Ich kontrollierte allen Pferden die Beine auf Verletzungen und nahm ihnen die Gamaschen ab. Liara und Samira lieferten sich erstmal ein Wettrennen auf der neuen Trailstrecke, während Royal und Namica es ein bisschen ruhiger angehen ließen und sich erstmal alles in Ruhe anschauten. Ich hatte allerdings nicht viel Zeit, ihnen zu zusehen, denn ich wollte die anderen Pferde so schnell wie möglich aus den Hängern befreien.
      Haru und Fenicio bezogen zwei Paddockboxen mit riesigem eigenen Auslauf im südlichen Stall. Sie liefen aufgeregt schnaubend alles ab und Haru sprang auf dem großen Auslauf buckelnd in die Luft.
      Als nächstes bezogen Nocciola und Baileys einen kleinen Offenstall am Nordstall, der extra den kleinsten vorbehalten war. Zum Glück waren sie so klein und hatten daher etwas weniger Kraft, denn die beiden wehrten sich wie immer gegen alles, was ich von ihnen wollte. Nocciola hatte sich in der Hinsicht schon etwas gebessert, aber Baileys war nach wie vor eine Katastrophe im Umgang. Mit ihr musste ich unbedingt mehr üben, sobald ich jetzt nach dem Umzugsstress mehr Zeit hatte.
      Donatella, Narla, Nökkvadís und Happy Fantasy bezogen jeweils eine große Paddockbox im Nordstall. Ab morgen sollten sie tagsüber zusammen auf der Weide stehen und nachts die Ruhe in ihren Paddockboxen genießen. Bei ihnen ging der Umzug relativ ruhig von statten, keiner der vier Damen regte sich übermäßig auf. Nökkvadís hatte allerdings eine kleine blutige Schramme am Bein, die ich sofort mit etwas Salbe behandelte.
      Als letztes zogen die drei Ponyhengste Callimero, Caillou und Elliot in ihre Männer-WG im Offenstalltrakt ein. Sie benahmen sich, als hätten sie nie wo anders gestanden und schienen auch die Fahrt bestens überstanden zu haben.
      Als alle Pferde ausgeladen waren, verabschiedeten wir den Fahrer, der sich nun wieder auf den Rückweg machen konnte. Unsere eigenen Fahrzeuge übernahm mein Freund, er säuberte sie und parkte sie auf dem Parkplatz. Währenddessen hatte ich noch viel zu tun: ich verteilte Heu an alle Pferde und schaute bei allen noch einmal vorbei.
      ~
      Erst spät am Abend hatte ich Zeit, meinen eignen Kram notdürftig auszupacken. Zum Glück hatte mein Freund schon im Vorfeld die meisten Möbel aufgebaut. Gegen Mitternacht machte ich noch eine letzte Runde durch alle Ställe, dann fiel ich todmüde ins Bett. Unsere erste Nacht auf UNSEREM eigenen Hof...!
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  • Album:
    Gnadenweide
    Hochgeladen von:
    Canyon
    Datum:
    6 Jan. 2021
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    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Nocciola

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    Stute | 12-12-2005 | 90cm
    Shetlandpony
    Braunschecke

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    Von

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    Aus der

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    Nocciola ist ein Anführer und leitet gerne ihre Herde. Oft sieht man die kleine Shetty Stute auch in Rangkämpfen, da sie doch ziemlich dominant sein kann. Auch beim Hufschmied zeigt sie sich sehr unkooperativ und zeigt ihren Hass gegenüber Hufpflegern sehr deutlich. Außerdem schubbert sie sich sehr häufig an Zäunen oder Boxenwänden aus Langeweile, sodass man auf ihren Schweif aufpassen muss, damit man nicht bald ein Shetty mit kahlem Schweif hat. Aber auch diese dominante Stute hat eine Angst, nämlich die vor Kühen. Da kann man froh sein, wenn man keine in der Nähe hat, sonst ist die kleine nicht mehr zu halten. Aber auch sie ist in der Herde mit rangniedrigeren Pferden gut aufgehoben, da sie dort ihren Platz sicher hat und rennt vorm Menschen auf der Weide weg, es sei denn, man kommt mit Futter oder Leckerlies.

    ● ○ ● ○

    Besitzer: Canyon
    VKR/Ersteller: Canyon und BellaS
    im Besitz seit: 31-01-2017
    Kaufpreis: 50 Joellen

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    ● Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential

    Gang E A L M S


    Western E A L M S

    Distanz E A L M S

    Dressur E A L M S

    Springen E A L M S

    Military E
    A L M S

    Fahren E A L M S

    Galopp E A L M S


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    Fohlen ABC | Eingeritten | Eingefahren ✔

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    Thema

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