Maleen

Nevio | ♂ | Murgese

Nevio | ♂ | Murgese
Maleen, 23 Sep. 2018
Bracelet, Muemmi, Zion und 3 anderen gefällt das.
    • Maleen
      Ein neuer Weg - Samstag, 20.April 2019
      POV: Jamie

      Als Nevio vor ungefähr 6 Monaten zu uns kam, war er mir nicht so ganz geheuer. Obwohl er weder sonderlich groß noch übermäßig dominant war, hatte er irgendetwas an sich, vor dem ich einen heiden Respekt hatte. So war es Nevio selbst, der in den letzten Monaten auf mich zu ging und nicht umgekehrt. Hier und da ein vorsichtiges Anstubsen und immer öfter kam er ganz von allein zur mir und blieb, er bot sich mir quasi gerade zu an. Das war seine Art mir zu sagen, dass er mit mir arbeiten wollte. Und das tat ich dann auch, denn eine Sache machte ihn für mich dann doch unglaublich interessant: bevor er zu uns kam, hatte man angefangen ihn akademisch auszubilden. Vom Boden aus fing ich an, lernte von und mit ihm die ersten Grundlagen und musste bald schon feststellen, dass er ein super toller Kerl war. Seitdem ist für mich klar welchen Weg ich mit Nevio gehen werde und ich bin gespannt was wir in Zukunft alles erreichen werden.
    • Elsaria
      Besuch in Italien
      Arec di Royal, Rosenkavalier,Nevio,Aphelion,Jejota,Lykke, BS´Jetaime, Funkenflug, Chatana, Liara
      Zeichen:7068​

      Ein Besuch in Italien
      "Luna magst du mit kommen nach Italien?!" rief ich über den Hof luna war gerade beschäftigt den Hofeinfahrt vor dem Unkraut zu befreien. " Ja wieso?!" fragte sie mich verdutzt. " Ein Züchterfreund bat mich um Hilfe bei einigen seiner Pferde und das wäre für dich die optimale Lernprozedur als Lehrling, auch mit komplett fremden pferden und Rassen zu beschäftigen!"erklärte ich ihr. Wir beluden mein auto und machten uns auf den Weg. " von dort kommt Cielo her!" sagte ich ihr als wir gerade die Österreichische Grenze verließen. " Ah cool!" sagte Luna. Sie freute sich, sie war noch nie in einem anderen Land. In den Tagen wo wir mit den PFerden beschäftigt sind würden wir im Gästehaus des Gestütes wohnen dürfen. Da wir abends los fuhren würden wir frühst morgens ankommen. Die Fahrt war anstrengend wir machten einige Pausen aber wir kamen gut an. " Hallo Juna, danke das du mir hilfst!" wurde ich schon von Hunter begrüßt. " Nicht´s zu danken, ich hab meine Azubine mitgenommen, damit sie mir hilft und auch was neues sieht und lernt, hoffe es ist okay. Sie kommt sehr gut mit Cielo klar, die zwei sind ein herz und eine Seele!" erzählte ich. " Kein Problem, das ist schön das er sich so gut eingelebt hat!" sagte er. Er brachte uns ins Gästehäuschen und sagte das wir gerne zu frühstücken mittagessen und abendessen ins haus kommen können. Und das wir nicht an zeiten gebunden sind und so lange bleiben können wie es nötig ist. er wäre ja froh ne Hilfe gefunden zu haben, da er momentan einfach viel um die ohren hatte und diese 10 Pferde einfach zu kurz kämen. Wir richteten uns also häuslich ein, wir beschlossen mit den Pony´s am Vormittag anzufangen und am nachmittag mit den Stuten. Die Hengste werden wohl bis morgen warten müssen. Jedoch gönnten wir noch 2h schlaf bis wir dann zu Liara und chantana. Ich nahm die Fuchsstute Liara und band sie am Putzplatz an. Luna nahm Chantana. Wir putzten unsere Ponys sauber und sattelten sie auf. " Kennst du dich hier aus?!" fragte mich luna. " einwenig wieso?!" fragte ich. " Naja das sind ponys für richtige arbeit sind wir zu groß aber für einen ausritt würde es doch gehen!" meinte luna und grinste. " Keine Schlechte idee!" gab ich zu. Ich stieg auf meine Ponystute auf und wartete bis Luna bereit war. Ich hoffte chantana war brav, den luna war noch nicht lange im sattel, eigentlich erst als sie cielo kennenlernte und der ist brav manchmal bräver als ein wallach. Als Luna auf Chatana kam ritten wir im schritt über den hof und bogen dann richtung wald ab. Wir hatten heute vor es gemütlich zu beginnen. Italien war wirklich schön, ich war leider viel zu selten dort. Liara und chatana benahmen sich vorbildlich und luna kam wirklich gut zuerecht. Nach einer Stunde ausritt kamen wir auf den Hof zurück Wir versorgen die pferde und gingen zu den stuten. Wir holten Funkenflug und Je t´aime wir wollten die beiden longieren. Auch diese hübschen Stuten putzen wir zuerst sauber und legten das zubehör an das wir brauchten. Ich zeigte luna genau wie sie richtig longierte und sagte das sie Je t ´aime ruhig etwas mehr antreiben durfte. nach einer halben stunde brachten wir die 2 stuten in ihre Boxen und holen Jejota und Lykke. Luna war etwas zu stürmisch und riss die boxtür unbeachtet bei Lykke auf. Die stute erschrack und zeigte sofort ihr wesen. Ich riss Luna weg und zog die tür wieder zu ehe die stute nach luna schnappen konnte. " Luna, seitwann nähert man sich so den pferden?!" rügte ich sie " Du nimmst das fohlen Jejota, ich werde mich um lykke widmen!" sagte ich. Nachdem die Stute sich wieder beruhigt hatte holte ich sie aus ihrer Box und fing an die junge Stute an zu putzen. Nach dem ich sie geputzt hatte versuchte die Stute mich zu zwicken. Die kleine war ein echtes Biest, aber ich war wachsammer. dann longierte ich die stute. Sie zeigte ihren Temprament und pfefferte durch die luft. " hoho süße!" beruhigte ich sie, nach dem sie sich ausgebuckelt hatte arbeitete sie sehr gut mit. Nach 20 minuten beendete ich die longierstunde und brachte die stute zurück in die box. Luna war imer noch am Jejota betüdeln. " sie ist ja wirklich ein süße maus. Ich habe mir ihr das FohlenAbc gemacht und sie um den Hof geführt sie ist soo brav." Schwärmte Luna Wir hatten den vormittag gut gemeistert und gingen gemeinsam mittagessen. Hunter fragte uns wie es uns erginge. wir erählten ihm das am nachmittag die Hengste waren und wir auch mit ihnen ausreiten wollen, den die Natur in italien war einfach wunderschön.
      Frisch gestärkt gingen wir in den Hengstall. Rosenkavalier und Nevio kamen als nächstes. ich nahm den Schimmelhengst aus seiner Box und luna nevio ein Murgese Hengst. Wir striegelten unsere Hengst sauber. Mein Hannoveraner alberte etwas herum dann sattelten wir auf . " Traust du dich ins Gelände mit dem Hengst?" fragte ich meine Azubine. " Ich denke schon, nevio ist süß!" sagte luna verträumt. " Na Gut aber immer aufpassen!" ermante ich sie und stieg auf. Wir ritten im Schritt vom Hof herunter. Wir trabten an als es uns erlaubte. Die raumgreifenden Gänge vom Murgese hatten mich verblüfft. Hunter hatte echt schöne Schätze im Stall stehen, und das er uns so vertraute. Dann gallopierten wir ein stück. Luna hielt sich sehr gut auf dem Rücken des Blue Roan hengstes. Wir ritten an einem malerischen romantischen Dörfchen vorbei und kamen von oben wieder auf den Hof. Wir brachten unsere Hengste in die Boxe. " Willst du Apheliii...." " ahhhhhhhhhhhh ist der niedlich!" ich kam gar nicht meine Frage zu beendet so kreischte Luna mir ins Ohr. " Das Fohlen ist so niedlich!" japste sie. " Dann wirst du dich wohl um Arec kümmern!" lachte ich und schnappte mir ein Halfter um den Fuchshengst zu holen. Aphelion werde ich heute in der Halle etwas Dressur reiten. Ich putzte den Hengst sauber und Sattelte ihn auf. Dann führte ich ihn in die halle , dort stieg ich auf und ritt ihn warm. "Ich geh mit Arec spazieren!" rief luna in die halle. " Nur um den Hof!" sagte ich. Ich konnte nicht gebrauchen das Arec sich losriss und davonrannte, oder schlimmer Luna sich verläuft und nicht mehr zurück findet. Aphelion war nun genügend aufgewärmt. Nun trabte ich ihn an, im leichttrab ritten wir einige Runden, dann wechselte ich zwischen durch die seiten, verkürzte die Tritte und gab ihm die zügel nahm sie wieder auf, und machte einige Hufschlag figuren. Der Lusitanohengst bemühte sich wirklich sichtlich. Ich tätschelte ihm sanft den Hals. Ich brachte den Hengst nach dem Training in die box und verräumte das Sattelzeug. Da kam Arec schon angelaufen. Ich erschrack und fing den kleinen Ausreißer ein. Einen kurzen blick über das fohlen sah ich das es unverletzt war ich brachte ihn in die box und Suchte nach luna. Die mir bei den großen weiden entgegenlief, der strick hatte sich durch ihre hände gezogen diese nun mit Brandblasen und blut zierten. " Hast du keine Handschuhe getragen?!" schimpfte ich im ersten moment. Dann verarztete ich sie erstmal. Dann gingen wir abendessen und schlafen. Morgen haben wir einen freien Tag und am abend flogen wir zurück.​
    • Elsaria
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      Nevio, Aitana Zeichen:3208
      Hufschmiedbericht Nevio und Aitana Besitzer Jamie Lewis
      Heute verschlug es mich wieder nach Italien, ich war schon gestern abend losgefahren um in der früh dort zu sein. Jamie hatte noch 2 Kandidaten für mich zum hufe kürzen. " Nimm reichlich Leckerli für Nevio mit!" teilte sie noch in der mail mit. Nevio war wohl verfressen. gegen 10 uhr morgens kam ich an, ich hatte einige pausen gemacht die fahrt von Österreich bis nach italien dauerte ca 9h wenn man gut voran kam desshalb fuhr ich gerne nachts, da gibt es den regen verkehr nicht so. " guten Morgen!" grüßte ich Jamie die schon herumwusselte. " Morgen! Nevio und Aitana stehen in der Box, es sind namensschilder drann, ich habe heute leider wenig zeit!" gab sie mir die information. Kein Problem ich war ja schon ein großes Mädchen, dachte ich scherzhaft und richtete zuerst alles her was ich benötigen werde. Eigentlich nur meinen Koffer mit meiner zange feile und hufbock. Dann steckte ich noch ein paar leckerlies in meine hosentasche und begann mit nevio, immer mit dem etwas schwierigen kanditaten anfangen, das hatte ich mir geschworen. Der schwarze Murganhengst sah mich mit seinen pechschwarzen augen an. ich gab ihm ein leckerli und holte den hengst aus seiner Box. Neugierig und noch ein leckerli wollens, klebte er an meiner hosentasche und versuchte da irgendwie rann zu kommen. " Nevio lass das!" ermahnte ich ihn und schob seinen kopf sanft von mir. Am Putzplatz angekommen band ich ihn an, und begann mit dem rechten vorderhuf. Ich knippste das überschüssige horn weg und raspelte den huf rund. Noch war nevio brav. Als wolle er sich denken wenn ich still stehe bekomme ich jedesmal ein leckerli. Als ich den Huf abgesetzt hatte sah mich der Murgese hengst fragend an. Ich lachte und schob ihm ein leckerli unter. Dann war ich an der Hinterhand. Dort hielt der hengst brav still. Als ich ihm aber kein weiteres leckerli gab wurde er etwas ungeduldig. " He du wirst noch Fett und Jamie würde mich nie wieder rufen wenn du so fett wirst!" scherzte ich mit dem Hengsten. Ich war gerade an seinem 2ten Vorderhuf beschäftigt und da spürte ich die warmen aber sanften Pferdemaul der mein rücken kraulte. Ich wusste zwar das er nach den leckerlies suchte. Als ich mit dem Bein fertig war klopfte ich ihm am Hals. Und ging zum letzten bein. Dort war Nevio wirklich artig und hatte sich ein weiteres leckerli verdient. Ich brachte ihn wieder zurück in seine Box und suchte nun nach Aitana. Ich brauchte nicht lange zu suchen da fand ich schon die goldene Schönheit. Ich holte sie aus ihrer Box und wurde neidisch, diese schönheit hätte ich wohl auch gerne in meinem Stall gehabt. Jamie hatte echt geschmack. Die stute sah mich mit ihren Augen an. Ich streichelte sie verträumt. Dann begann ich am rechten vorderhuf. Auch Aitana hatte gute hufe die keine eisen benötigen würden. Die Lustianostute beobachtete mich neugierig. Ich lobte die stute als ich mit dem ersten bein fertig war. Dann ging ich zu ihrem hinterteil und machte dort weiter. 10 minuten später war die Stute komplett fertig. Ich brachte die Stute in ihre Box und fegte den platz sauber. Sammelte meine untensielien ein und verabschiedete mich und machte mich auf den rückweg.
    • Maleen
      Dressurtraining M-S - Samstag, 30.November 2019
      POV: Collin |by Zion | 6219 Zeichen
      Socken, Pullover, Thermounterwäsche - hab ich was vergessen? Erneut packte ich meine Tasche für eine Reise, doch diesmal nicht in Richtung Niederrhein, sondern nach Italien in die wunderschöne Toskana. “Du sag mal, in den Wetterbericht für Italien hast du schon geguckt oder?”, fragte Val selbstgefällig. - “Nein Wieso?” - “Ach nur so, bloß bei mindestens 20 Grad durchgehend brauchst du wohl kaum Thermounterwäsche.”, gab sie kichernd zurück. Mit einem Augenrollen signalisierte ich meine Belustigung. Valeria kniff mir in die Seite und küsste mich gefühlt tausend mal und so schnell wie meine Verärgerung gekommen war, so schnell verschwand sie auch wieder. Nach einem schnellen Blick auf die Uhr, stellte ich fest, dass meine Tendenz zur Verspätung wieder Anhang gefunden hatte. Da mir eine Autofahrt viel zu aufwendig und lang war, entschied ich mich dazu, von Berlin Schönefeld zu fliegen. “Ciao Süße, wir sehen uns.”, verabschiedete ich mich von Val und ging schnellen Schrittes zum Auto.

      In Italien
      Ich war noch etwas benommen von den Schlaftabletten und war froh, dass mich Hunter Lacey, ich kannte ihn schon recht lang und auch Fiona hatte damals seine Bekanntschaft gemacht, vom Flughafen abholte und wir gemeinsam zum Hof fuhren. “So, was erwartet mich Hunter?”, fragte ich ihn neugierig. “Also ich bin nicht sein Reiter, Jamie ist für ihn zuständig, aber es handelt sich um Nevio, einen Blue Roan Murgesen Hensgt. Was dich besonders freuen wird ist, dass er akademisch ausgebildet ist.”, erklärte er. Tatsächlich freute ich mich, dass Nevio klassisch ausgebildet wird, da ich des Öfteren auf Kunden stoße, die die herkömmliche Weise bevorzugen.

      Am Stall angekommen, war ich gefesselt von der schönen Umgebung und der angenehm warmen Sonne. Mit der freundlichen Begrüßung von Jamie wurde ich aus meinen Tagträumen gerissen und befasste mich wieder mit meiner eigentlichen Aufgabe. Hunter hatte sich von der Gruppe verabschiedet und widmete sich nun wieder seinen Pferden. Gemeinsam mit Jamie gingen wir zum Stall und sie zeigte mir den wunderschönen Hengst, der uns mit neugierigen und leicht misstrauischen Augen anschaute. “Er ist ein wunderbarer und händelbarer Hengst, allerdings ist er nicht sonderlich begeistert von neuen Menschen, soll heißen er ist unentspannt und nicht allzu arbeitswillig. Deshalb würde ich vorschlagen, dass wir beide erstmal eine Runde mit ihm spazieren gehen.”, erklärte sie. Ich nickte zustimmend und sah zu, wie Jamie ihren Hengst fertig machte.

      Etwa zehn Minuten später schlenderten wir zusammen mit dem Hengst über das wunderschöne Anwesen mit Ausblick auf die Weite und Wärme der Toskana. Wie immer verfiel ich ins Tagträumen und bemerkte erst gar nicht, wie Jamie mir den Strick in die Hand drückte. Nevio schien es genauso wenig bemerkt zu haben, wie ich, denn er nach wie vor entspannt und ließ sich auf mich ein.

      Anschließend machte Jamie mir den Hengst zum Reiten fertig und ließ mich anschließend mit ihm allein. Sie versicherte mir noch, dass sie später in der Halle dazustoßen würde. “Na dann Großer.”, sagte ich und stieg mit Hilfe einer Holztreppe auf. Sanft tätschelte ich seinen Hals und drückte leicht meine Waden zusammen. Nevio setzte sofort zum Schritt an und wirkte noch angespannt. Wie üblich setzte ich mir mindestens zehn Minuten als Minimum für die Erwärmungen. Generell musste ich mich erstmal auf die gewohnte Hilfengebung einstellen und Nevio sich auf mich einlassen. Nach belanglosen Schrittrunden mit simplen Tempiwechseln, setzte zu den ersten Seitengängen an. Die fortgeschrittene Ausbildung des Hengstes war deutlich zu erkennen, da er bereits die Lektionen ausführte, während ich sie dachte. Zudem war er äußerst sensibel, was ich aber als angenehm empfand. Durch die Spiegel in der Reithalle konnte ich sowohl meine Hilfen korrigieren, als auch Nevios Fehltritte ausbessern, indem ich beispielsweise seine Schulter mit der Gerte touchierte.

      Gerade als wir mit der Trabarbeit und der Erarbeitung neuer Lektionen anfangen wollten, betrat Jamie die Halle und schaute uns zu. Mit einem Schnalzen und beidseitigem Zusammendrücken der Waden sprang Nevio sofort in den Trab. Sein Gangwerk war unglaublich, denn er besaß ordentlich Schwung gepaart mit einer schönen Knieaktion, die das Aussitzen sehr angenehm machte. Die Bereitschaft zu Versammlung war deutlich an den Wechseln zwischen Arbeitstrab, Mitteltrab, starker Trab und versammelter Trab zu erkennen. “Ich glaub’ mit ihm brauchst du nicht allzu viel trainieren. Er ist sehr intelligent und bietet selbst neue Lektionen fast von selbst an.”, lobte ich Nevio. Jamie nickte lächelnd und schien sichtlich stolz über ihren Hengst zu sein. Mit Trab-Schritt Übergängen und Gerteneinsatz an der Gruppe, versuchte ich ihn die ersten Schritte einer Piaffe treten zu lassen und wie zu erwarten gab der Hengst sein bestes und machte die Anfänge einer Passage, für das weitere verlangsamen zur Piaffe fehlte ihm noch etwas die Übung. “Sehr gut, Nevio!”, lobte ich den Hengst freudig. Nach einer kurzen Verschnaufpause gab ich ihm die Galopphilfe und übte hier erneut die Wechsel von versammeltem Galopp und Arbeitsgalopp. Der Ausdruck und die Power des Hengstes faszinierte mich nach wie vor. “Jamie, ich kann ihn nicht oft genug loben, trotz eines neuen Reiters macht er sich wahnsinnig gut und zeigt extrem viel Potential!”, verkündigte ich freudig. Jamie lachte auf und amüsierte sich über meine Begeisterung. Durch Zirkelwechsel brachte ich Nevio das Umspringen von Rechts- nach Linksgalopp zumindest ansatzweise bei und legte den Grundstein für Serienwechsel. Nach gut einer dreiviertel Stunde beendete ich die Trainingseinheit und lief zum Cool-Down noch ein paar Runden mit ihm durch die Halle. Nevios akademische Ausbildung war allein schon an der Versammlungsfreudigkeit und Lockerheit zu erkennen, denn er wurde nie in irgendwelche krankhaften Haltungen gezwungen und es wurde ihm alles Schritt für Schritt beigebracht.

      Auf dem Weg zum Stall unterhielt ich mich mit Jamie über das weitere Training und machte diesmal selbst den Hengst fertig für die Weide. “Aus dem wird was Großes!”, unterbreitete ich ihr mit einem breiten Grinsen.
    • Cooper
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      Nevio | Prophylaxe
      Nachdem ich Liav und Flúx Schnee gezeigt hatte ging ich an diesem Mittag ins Büro uns sah das ich schon seit längerem zwei Aufträge auf der Auftragsliste hatte. „Ohje. Die sind irgendwie untergegangen“ sagte ich zu mir selbst und fasste mir etwas gestresst an dem Kopf. „Wie dämlich“. Ich rief sofort die beiden Auftraggeber an, diese waren beide sehr zuvorkommend und versicherten mir das die Verzögerung kein Problem darstellte. Die erste Auftraggeberin hieß Jamie Lewis. Diese war sesshaft in Italien, genauer in der Provinz Livorno. Zwar war ich kein Freund von Kälte, aber ein sehr großer Freund von Weihnachten und dazu gehörte eben Schnee und die Kälte. Ein bisschen wehmütig über das verlassen dieser Atmosphäre für einige Tage, buchte ich natürlich den Flug nach Italien und informierte Herrn Lewis über mein kommen in der nächsten Woche.

      Der Ablauf von Aufträgen war schon so automatisiert, dass dieser kaum noch große Zeit in Anspruch nahm. Leider machten die jeweiligen Fluggesellschaften und die europäischen Gesetzte mir das Reisen mit speziellem Gepäcke immer etwas schwierig, aber nicht unmöglich. Nach einem kleinen Zwischenfall mit dem Zoll in Italien kam ich im Hotel an und informierte Frau Lewis das ich angekommen war und wir machten einen Termin aus. Ich hatte zwei Tage Erholung die ich auch vollsten auskostete bevor der ganze Weihnachtsstress anfing.

      Die Tage gingen schnell um und es war schon Zeit auf das Gelände von Frau Lewis zu fahren. Im Leihwagen hörte ich ein weihnachtliches Hörbuch, was aber nicht wirklich wirkte und ich wechselte zu einem Motivationshörbuch. Jamie Lewis Empfang mich sehr herzlich und zeigte mir zunächst ihr Gelände. Wir tauschten uns bei einem sehr netten Gespräch aus und tranken einen Kaffee. „Also, es handelt sich wie ich schon erwähnt habe um Nevio. Es ist ein Murgese von zweitausendvierzehn. Grundsätzlich ist er sehr nett und bleibt auch nett, egal was passiert. Dennoch tritt er Fremden relativ schüchtern gegenüber und wirkt eher misstrauisch“. Aufmerksam hörte ich ihr zu während er mich zu dem Blue Roan führte. Ich lächelte nachdem sie aufhörte zu reden. „Ist er das“ frage ich und bekam ein „Ja“ als Antwort. Ich öffnete daraufhin vorsichtig und möglichst ruhig die Boxentür des Hengstes und lies ihn zu mir kommen. Neugierig starrte er mich an und bewegte sich aber keinen Zentimeter. Mit Jamies Hilfe kam der Hengst dann doch und ich konnte mich ihm angemessen vorstellen. Misstrauisch nahm er mir das Apfelstück aus der Hand und nach einiger Zeit konnte ich ihn auch an den Nüstern streicheln. Diese Gelegenheit nutze ich für eine visuelle Inspektion, wobei ich keine Auffälligkeiten fand. Nun ging es ans Eingemachte. Jamie hielt den Hengst am Halfter fest und beruhigt ihn. Das abtasten des Körpers und das Kontrollieren der Hufe, Augen, Nüstern und Ohren war somit kein Problem. Auch die Vitalzeichen konnte ich gut erfassen und schrieb auf den kleinen Block „Keine Auffälligkeiten“. Auch das kommunizierte ich Jamie. Die Wurmkur ging nicht so einfach von statten, das Nevio anscheinend nicht der Fan des Geschmackes ist. Wir tricksten so viel es ging bis die angemessene Dosis für den Schutz geschluckt war. Nach der Prozedur nahmen Jamie und ich uns eine Auszeit und gaben dem Hengst gleichzeitig eine. Nach einer guten halben Stunde kamen wir zurück. „Ich will dir wirklich nichts Böses, es tut mir sehr leid“ sagte ich Nevio und zog die Grundimmunisierungen auf. Erstaunlicherweise gingen die Immunisierungen aber leichter von statten wie die Wurmkur. Zufrieden lobte ich den Hengst, der bei meiner Bewegung nun aber zurückwich. „Hass mich doch nicht. Komm schon“ sagte ich in einer leichten Stimme und hielt ihm ein Apfelstück hin welches er dankend nahm. „Geht doch“. Ich streichelte seine Nüstern und trat dann aus der Box aus. Ich räumte das Caos auf und aktualisierte den Impfpass des Hengstes. Zuletzt bedankte sich Jamie bei mir und half mir bei dem zurücktragen der Koffer in den Leihwagen. Wir verabschiedeten uns und für mich ging es dann in einigen Stunden wieder zurück ins verschneite Kanada.

      3437 Zeichen | ohne Leerzeichen | by Cooper
    • Maleen
      Weihnachtsbesuch - 24. Dezember 2019
      POV: Malte Tordenværson | by Canyon
      Kurz vor Weihnachten fand ich mich am Bahnhof von Livorno wieder. 10:30 Uhr und 15 Grad zeigte mir die Bahnhofsuhr mit eingebautem Thermometer an, eine gewöhnliche Temperatur für jemanden wie mich, der aus Kalifornien kam. Die letzten Tage hatte ich als Abgesandter für das Horse Makeover in Deutschland verbracht. Nach mehr als zwei Monaten, die das Projekt lief, hatte ich diese kleine Weltreise auf mich genommen, um die Kandidaten und die mittlerweile wirklich beeindruckenden Fortschritte mit ihren Trainingspferden zu begutachten.
      Hunter und Jamie, bei denen ich zwei Tage verbringen würde, waren zwar kein direkter Teil des weltweiten Projektes, hatten sich aber sehr für die Erhaltung und Weiterführung eingesetzt. Ihr Pferdeladen musste für jeden Reiter ein wahres Paradies sein.
      Ich stand am Bahnsteig Nummer 3. Zugleise in alle Richtungen und dann auch noch Italienisch. Meine Heimatsprache war norwegisch und mit Nicolaus hatte ich etwas französisch gelernt, aber italienisch war dann doch nochmal eine andere Nummer. Auf der Fahrt von Österreich aus, wo ich Juna Preske und ihre Stute Beastly Domina besucht hatte, hatte ich durch YouTube und kostenlose Sprach-Lern-Apps etwas versucht in die Sprache einzusteigen und zumindest die Grundlagen der Aussprache zu verstehen. Und tatsächlich, Italienisch war einfacher als französisch. Einfach immer alles aussprechen, wie es dasteht, war mein Fazit.
      „Huhu!“ Eine hellblonde Frau kam auf mich zu. Keine Frage, das war Jamie Lewis. Von der begabten Reiterin hatte ich schon viele Bilder gesehen und auch wenn sie jetzt keine weiße Hose und einen dunklen Frack trug, war sie gut wiederzuerkennen. „Du musst Malte sein, stimmt’s? Der Freund von Nicolaus du Martin, richtig?“
      Ich nickte und schüttelte ihre Hand. „Genau. Malte Tordenværson. Dankeschön, dass ich hier das Wochenende verbringen darf.“
      „Ach kein Problem“, sagte Jamie. „Dein Flug geht am Montag von Pisa aus?“
      „Ja, ich will ja Weihnachten Zuhause sein“, sagte ich. „Montag früh rufe ich mir ein Taxi und bin wieder weg.“
      „Ach Blödsinn!“ Jamie grinste mich freundschaftlich an. „Wir fahren dich schon zum Flughafen.“
      „Aber“, wollte ich widersprechen, aber Jamie unterbrach mich.
      „Keine Widerrede!“ Sie nahm meinen Koffer. „Jetzt los, lass uns erstmal nach Hause fahren, alles weitere können wir dann besprechen.“
      Das Gestüt Royal Peerage lag nicht weit entfernt von der wunderschönen Stadt am Meer, trotzdem war ich froh, dass Jamie mich abgeholt hatte. Mit Taxi oder gar mit Leihauto hätte ich den Weg wahrscheinlich nie gefunden. Ich hatte schon viel von Hunter Laceys Gestüt gehört, aber als die Sonne über den Wipfeln der Pinien erschien und die Straße vor uns hell erleuchtete, war es um mich geschehen. Aus dieser Pracht aus Natur und Sonnenschein erschienen vor uns die ersten Gebäude des Gestüts, umrahmt von den weitläufigen Weiden.
      „Unglaublich“, entfuhr es mir. „Das sieht wirklich wahnsinnig schön aus.“
      „Du hast einen guten Tag erwischt“, sagte Jamie und lenkte den Wagen auf den Parkplatz. „An tristen Tagen ist es weniger eindrucksvoll. Aber danke.“
      Sie stellte den Motor ab und wir stiegen aus. Da in Deutschland die Temperaturen deutlich kälter gewesen waren, war mein Koffer mit Pullovern und dicken Jacken bis oben hin voll, die würde ich hier definitiv nicht brauchen.
      „Ich zeige dir erstmal dein Zimmer, dann kannst du dich einrichten. Fühl dich frei, dich jeder Zeit überall umzuschauen. Tagsüber werden wir alle noch viel um die Ohren haben, heute Abend halb sieben essen wir aber zusammen Abendbrot, da können wir gerne alles andere wichtige besprechen. Und natürlich auch über das Unwichtige reden!“ Fügte sie noch hinzu. Ich lächelte sie dankbar an und sie schien es zu verstehen.
      Diesmal war ich zum Glück schneller und nahm meinen Koffer selber in die Hand, kaum hatte sich die Klappe des Autos geöffnet. Ich konnte es wohl schlecht zulassen, dass sie mir wieder mein Gepäck abnahm.
      Jamie zeigte mir mein Gästezimmer, sogar mit eigenem kleinen Bad samt Dusche. „Perfekt!“, sagte ich. „Soviel hatte ich gar nicht erwartet.“
      „Für unsere Gäste nur das Beste“, sagte sie ernst und verbeugte sich überschwänglich. Als sie meinem Blick begegnete, musste auch sie grinsen. „Ich lass dich erstmal alleine. Ich werde jetzt voraussichtlich im Stall zu finden sein. Du kommst zurecht?“
      Ich nickte. „Danke, Jamie.“ Sie lächelte mir freundlich zu, dann schloss sie die Tür.
      Nach der anstrengenden Zugfahrt hätte ich mich vielleicht ausruhen können, aber meine Beine wollten keine Ruhe finden. Draußen schien die Sonne und um diese Jahreszeit würde sie nicht mehr lange scheinen.
      Ein Stall und Pferde waren also schnell gefunden. Es musste wohl die Hengstabteilung sein, in die ich geraten war. Bekannte Persönlichkeiten wie Ameno, der schwarze Neapolitaner, und Rosenkavalier di Royal Peerage starrten mich über die Boxentüren hinweg an. Beeindruckende Pferde, von denen man definitiv schon einmal was gehört haben musste. Aber auch King Arthur, Attila und Aphelion sagten mir etwas.
      „Du musst Malte sein.“ Hinter mir stand plötzlich ein großgebauter, muskulöser Mann. Wenn das mal nicht der gut aussehende Hunter war. „Es ist mir eine Freude, einen weit gereisten Trainer aus Kalifornien, auf unserem kleinen Gestüt begrüßen zu dürfen.“
      „Dann bist du wohl mein Gastgeber“, sagte ich. „Auch ich fühle mich geehrt, euer Gast sein zu dürfen.“
      „Ich hoffe, Jamie hat dir bereits alles gezeigt und vor allem ausdrücklich erwähnt, dass du überall auf dem Gestüt jeder Zeit willkommen bist?“
      „Natürlich“, sagte ich. „Jamie war in allen Dingen überaus — zuvorkommend.“
      „Darf ich dich ein Stück über das Gestüt begleiten?“, fragte Hunter.
      „Sehr gerne.“
      Hunter führte mich weiter die Stallgasse entlang, stellte mir hin und wieder ein paar der Pferde vor oder berichtete mir von Ziele oder Wettkämpfen, die Royal Peerage gerade hatte. Es war immer wieder interessant, verschiedene Gestütsphilosophien kennenzulernen und wie jeder den Alltag mit Pferd auf seine Art meisterte.
      Als wir den Stall verließen, war die Sonne draußen bereits hinter einer dicken Wolkenfront verschwunden und wahrscheinlich würde ich sie heute nicht noch einmal sehen. Es war bereits früher Nachmittag, bald würde bereits die Dämmerung einsetzen. Hunter erzählte mit gerade von den letzten geglückten Stutkrönungen, als er vor der Reithalle stehen blieb. Ich war noch so ins Gespräch mit ihm vertieft, dass ich erst merklich später das schwarze Pferd wahrnahm, was von einer jungen Frau geritten wurde, die mir sehr bekannt vorkam.
      „Das ist Nera. Jamie will sie morgen auf einer Krönung vorstellen. Sie steht gerade kurz vor einer S-Dressur und Jamie hat die Hoffnung, morgen zumindest etwas auf S-Level zeigen zu können.“
      „Und ich wette, dass beide das schaffen“, sagte ich anerkennend. „Sehr harmonisch. Das Miteinander, sowie die Bewegungen.“
      „Das freut mich, dass du als anerkannter Trainer das sagst. Aber ja, ich bin auch sehr zufrieden mit dem Fortschritt der beiden.“ Hunter lehnte sich auf das Tor und blickte Jamie einige Zeit zu, wie sie einige Male an einer Piaffe arbeitet, dann eine kurze Entlastungspause im Galopp einlegte, sofort aber wieder einen fliegenden Galoppwechsel beim Durchqueren der ganzen Bahn einbaute.
      „Die Traversalschiebung ist ja gerade mal mehr als gelungen“, lobte ich, gerade als Jamie Nera schon wieder versammelte, um noch einmal die Piaffe durchzugehen. Die ersten Schritten klappten bereits ohne Unterbrechung, jedoch verlor Nera nach den Anfängen etwas die Koordination und kam aus dem Gleichgewicht. Aber Jamie blieb ruhig, arbeitete wieder kurz an etwas anderem und kam zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurück.
      Hunter und ich blickten den beiden noch eine Weile zu. Hin und wieder gab es dabei aber auch Kommentare von Hunter und ich war erstaunt, wie gut die beiden harmonierten und sich von Kritik von der anderen Seite nicht demotivieren ließen.
      Irgendwann, Jamie ließ Nera gerade am langen Zügel austraben, richtete Hunter sich auf und streckte seine Glieder von der langen Haltung in der Geneigten.
      „Ich muss jetzt unseren anderen Murgesen fertig machen, bevor es Dunkel wird“, sagte er. „Komm doch einfach in zehn Minuten zum Reitplatz, ich würde mich über deine Gesellschaft freuen!“
      Ich nickte freundlich und Hunter entfernte sich. Einen Moment beobachtete ich noch Jamie, wartete darauf, dass sie kurz zu mir herüberblickte. Als sie es tat, hielt ich erst zwei Daumen in die Luft und winkte ihr dann zum Abschied zu. Auch sie hob kurz die Hand.
      Ich schlenderte noch etwas über das Gestüt, blieb einige Minuten an de Weiden hängen, wo ich erst eine Ponybande und dann die Jungpferde beobachtete, bevor ich mich zum Reitplatz durchfragte.
      Mittlerweile war es kurz vor drei, die Dämmerung würde bald beginnen, und der Platz mit dem gelblichen Sand war schon etwas in schwaches Rot getaucht. Irgendwer hatte einige Hindernisse aufgebaut. Hütchen und ein Tor mit Flatterbänden, eine einfache Holzbrücke in der Mitte und weiter hinten am Zaun lag eine Plane.
      Hunter war nicht zu übersehen. Mit einem einfachen, schmalen Einspanner lenkte er ein überhaupt nicht normales Pferd über den Platz. Es war ein Hengst, das sah ich von Weiten, mit langer Mähne und Stichelhaar auf dunklem Grund. Der Ramskopf und die wachen Augen waren unverkennbar die eines Murgesen und die eines wunderschönen noch dazu.
      Ich setzte mich an den Rand auf eine Bank und beobachtete Hunter bei der Arbeit. Es war noch ein einfacher Parcours und Murgesen waren durchaus auch für die Arbeit vor der Kutsche gemacht. Hunter lenkte ihn geschickt im Schritt um die Hütchen herum, dann über die Plane und durch das Tor hindurch auf die Brücke zu. Dann trabte er an, trabte eine Volte und ging dann in den Zirkel über. Aus diesem wechselte er und fuhr geschickt um die Hindernisse herum, bevor er vor mir zum Stehen kam.
      „Malte“, sagte er. „Schön, dass du gekommen bist. Ich fahre mit Nevio den Parcours nochmal ab und dann lade ich dich zu einer kleinen Kutschfahrt ein. Ich würde dir gerne noch etwas das umliegende Gelände zeigen.“
      Nevio schnaubte und drehte seinen Kopf so weit es ging in meine Richtung. „Sehr gerne“, sagte ich. Ich streichelte dem Hengst über den ausdrucksstarken Kopf und konnte so seine Augen nochmal aus der Nähe betrachten. Sie hatten wirklich eine außergewöhnliche Tiefe.
      Hunter nahm die Zügel noch einmal auf und ich beobachtete ihn dabei, wie er die Hindernisse noch einmal im Schritt passierte, bevor er antrabte und das ganze auch etwas schneller mit Nevio übte. Die Brücke nahm er recht unsauber und es war ein Wunder, dass eines der Wagenräder nicht vom Rand hinabfuhr. Aber Hunter blieb ruhig und fuhr mit Nevio nochmal im Schritt über die Brücke. Beim zweiten Versuch im Trab klappte es ohne Probleme.
      „Dabei belassen wir es heute“, sagte Hunter und blieb wieder vor uns stehen. Ich klopfte Nevio lobend den Hals. „Machst du uns bitte das Tor auf?“
      Ich öffnete das Tor des Reitplatzes und ließ Hunter und sein Gespann passieren. Dann schloss ich das Tor wieder und stieg hinter Hunter auf die Kutsche.
      „Uns gehört das Gestüt erst seit 2013, also mittlerweile gute sechs Jahre, fast sieben, wenn ich mich nicht verrechnet habe“, erklärte mir Hunter. Er lenkte Nevio durch die Reitanlage hindurch auf ein kleines Wäldchen zu, welches sich dahinter befand. „Unsere Vorbesitzer haben schon immer Pferde gehalten, den Hof aber 2007 noch um die moderne Reitanlage erweitert, die heutzutage auch noch in großen Teilen existiert. Ich hoffe, ich erzähle dir nichts, was dich langweilt?“
      „Um Gottes Willen“, sagte ich und lachte. „Bitte mach weiter, ich kann gar nicht genug davon bekommen.“
      Hunter ließ sich das nicht zweimal sagen. Während wir einen Waldweg entlang fuhren, erklärte er mir, wie sie damals das Gestüt gefunden und warum sie sich ausgerechnet dafür entschieden hatten. Ich kannte das Gefühl nur zu gut, wenn man genau wusste, dass dieses Land und dieses Haus das richtige waren.
      Irgendwann fuhren wir aus dem Waldstückchen wieder heraus und einen Feldweg entlang. „Wenn wir dem Weg folgen, würden wir bald in Livorno rauskommen. Vielleicht findest du nochmal die Zeit, dir die Stadt anzuschauen. Livorno ist durchaus sehenswert und ein Blick aufs Meer schadet nie.“
      Hunter fuhr jedoch nicht nach Livorno, sondern bog irgendwann wieder in Richtung des Gestüts ab und wenige Minuten spöter passierten wir den Parkplatz und die älteren Gebäude von Royal Peerage, in denen auch ich beherbergt wurde.
      Gemeinsam mit Hunter spannten wir den mittlerweile leicht schwitzenden Nevio ab und brachten ihn zurück in den Stall, wo er eine Decke und etwas Kraftfutter bekam. Auch die restlichen Pferde wurden gerade versorgt und ich ließ es mir nicht nehmen etwas mit zu helfen. Wir schonen Heu die Stallgasse entlang, füllten Futtereimer aus und kehrten am Ende noch einmal durch.
      Auch der restliche Abend verlief unkompliziert und schnell. Es gab eine einfache Suppe für die Stallgemeinschaft, danach saßen wir allerdings noch lange beisammen, bis die Kerzen abgebrannt und die Chipstüten leer waren.
      Der Sonntag begann klar und ohne Regen. Der Himmel zeigte sein schönstes Blau und die blätterlose Landschaft sah zumindest etwas weniger trist aus.
      Jamie und Hunter würden heute mit den beiden Pferden zu einer Stutbuch- und Hengstbuchprüfung fahren, um die beiden Murgesen als prämierte Pferde zur Zucht einsetzen zu können. Und natürlich hatte man mich gefragt, ob ich mitkommen wollte.
      Die Prüfung fand in der Nähe von Florenz statt, was anderthalb Stunden Fahrt bedeutete. Hunter fuhr jedoch sehr vorsichtig und geduldig und umfuhr lieber Schlaglöcher, als den Pferdeanhänger unnötig zum Schwanken zu bringen.
      Es war ein kleines Gestüt, wahrscheinlich eher für den Handel bekannt, als für Turnier oder Zucht, jedoch mit einer hübschen Reithalle und einer kleinen Tribüne dazu. Es würden heute nicht mehr als zwanzig Pferde vorgestellt werden, hatte mir Hunter während der Fahrt erklärt. Nun parkten wir den Wagen samt Anhänger auf dem für uns vorgegebenen Parkplatz und als ich mich umschaute und nichts als Pferdeanhänger sah, kam mir die Veranstaltung heute weit aus größer vor.
      „Die Prüfungen sind auch offen für alle Rassen“, sagte Jamie und ließ die Klappe des Pferdeanhängers runter. „Praktisch, wenn man zwei Pferde vorstellen möchte, die durchaus als selten betrachten sollte.“
      Als die Pferde angebunden waren, erklärte mir Hunter während des Putzens, was der Plan für den heutigen Auftritt war. Im Endeffekt würde es nicht lange dauern. Beide wollten einige Dressurlektionen bis S zeigen, aber auch ein Augenmerk darauf legen, was die Pferde besonders konnten. Nevio mit seiner Farbe und seinem ruhigen Charakter war ein erstaunlich zurückhaltender Hengst, in welchem trotzdem viel Potenzial schlummerte. Nera hingegen war rassetypisch Rappe, allerdings immer konzentriert bei allem dabei.
      Da Hengste zu erst an der Reihe waren, war Hunter der erste, der Nevio sattelte und ihn auf einem Stückchen Wiese etwas warmritt, bevor es zurück zur Reithalle ging. Ich begleitete ihn, wünschte ihm noch Glück und suchte mir dann einen guten Platz auf der Tribüne aus.
      „Nun sehen Sie Hunter Lacey mit Hengst Nevio vom Gestüt Royal Peerage“, stellte die Stimme aus dem Lautsprecher den nächsten Reiter vor. Und kaum waren die Tore geöffnet und die ersten Zeilen des Liedes erklangen, da betrat auch schon Hunter im Trab die Halle. Er bog auf die Mittellinie auf und begrüßte die Richter, nachdem Nevio aus dem Trab heraus in der Hallenmitte angehalten hatte. Dann ging es gleich im Trab weiter. Ein Mittelzirkel schloss sich an und sofort ging es auf der rechten Hand in den Galopp. Das erstaunlichste war durchaus der fliegende Galoppwechsel durch den Zirkel. Hunter hatte echt ein Händchen für diesen ansonsten so gemütlich wirkenden Hengst übrig. Hunter öffnete den Zirkel wieder und parierte auf der ganzen Bahn in den Mittelschritt durch. Dann folgte ein „aus der Ecke kehrt“ und Hunter zeigte anhand von Schlangenlinien durch die ganze Bahn den ausdrucksvollen Schritt und vor allem die makellose und entspannte Haltung des Hengstes. Dann trabte er wieder an, ging auf den Zirkel, wechselte aus dem Zirkel und auf der ganzen Bahn dann nochmal durch die Bahn. Zum Schluss nochmal der Galopp und tatsächlich die Traversalverschiebung, vor der ich immer Hochachtung hatte. Dann hielt er bei X aus dem Galopp an, verbeugte sich erneut vor den Richtern und verließ dann, unter leisem Applaus, mit Nevio die Halle.
      Ich überlegte einen Moment, ob ich ihm folgen sollte, entschied mich aber dafür, dass er seinen Erfolg lieber in Ruhe mit Jamie genießen sollte. Ich würde währenddessen noch ein paar weitere Pferde und deren Auftritt genießen dürfen.
      Ich lehnte mich zurück und freute mich auf die weiteren Auftritte. Es folgten einige Hengste, groß und klein, kräftig und eher leicht gebaut, bis die ersten Stuten die Halle betraten. Als Nummer fünf wurde dann nach einiger Zeit auch endlich Jamie aufgerufen. „Als nächstes folgt Jamie Lewis mit der Stute Nera vom Gestüt Royal Peerage“, sagte der Sprecher über meinem Kopf wieder.
      Ich hatte Jamie und Nera bereits gestern im Training bewundern dürfen, aber ich stellte schnell fest, dass das jetzt noch einmal eine Stufe härter war. Ich sah Jamies Anspannung und die Erwartung, dass jeder Schritt sitzen musste. Ich sah sie vor dem Tor stehen. Die Lippen aufeinander gepresst und die Augen von dem Helm im Schatten liegend. Wieder wurden die Tore geöffnet und Jamie ließ Nera im Schritt antreten. Aber kaum war Nera in Bewegung, gab ihre Reiterin das Zeichen zum Galopp und versammelt galoppierten sie bis vor die Richter. Vielleicht war es ein Tippelschritt von Nera zu viel, aber es fiel kaum auf, dann stand sie ruhig und gerade bei X, sodass Jamie die Richter begrüßen konnte.
      Es war erstaunlich, wie gelassen Jamie dann in die Lektionen der S-Dressur ging, auch wenn sie oft nochmal auf das bereits Gekonnte von der M-Dressur zurückgriff. Es war eben kein glatter Abschnitt, in den man das Können eines Pferdes einteilen konnte, sogar oft ein Übergang, der sich über Monate hinweg zog.
      Anstatt im Galopp wieder anzutreten, trabte Jamie an und lenkte Nera auf die rechte Hand. Nach einer halben Bahn begann sie mit der Traversalverschiebung, jedoch nur aus dem Trab, dafür saß diese perfekt. Danach parierte sie durch und zeigte eine halbe Pirouette im versammelten Schritt, dann ein angaloppieren, diesmal auf der linken Hand, dann der Zirkel, ein Wechsel aus dem Zirkel und ein gut eingeführter, beabsichtigter Außengalopp auf dem Zirkel.
      Als Höhepunkt folgte kurz darauf eine Piaffe. Ich hatte bereits gesehen, wie hartnäckig Jamie daran gearbeitet hatte und das Ergebnis war jetzt nicht zu übersehen. Nera war konzentriert und aufmerksam, setzte ihre Füße auf, wie sie es gelernt hatte, und es kam eine wunderschöne Piaffe als Ergebnis heraus. Nach dieser galoppierte Jamie bis zur nächsten kurzen Seite, wechselte dann in den Trab und zeigte zum Abschluss noch die Schlangenlinien entlang der Mittellinie mit drei Bögen, bevor sie zurück zu X ritt und, diesmal waren ihre Lippen nicht mehr aufeinandergepresst, erleichtert die Richter verabschiedete und mit Nera im Trab am langen Zügel die Halle verließ.
      Diesmal folgte ich ihr hinaus und kam gerade rechtzeitig, um ihr Nera abzunehmen. Sie schwang sich aus dem Sattel, klopfte der Rappstute freudestrahlend den Hals und fiel dann Hunter in die Arme, der gerade von der anderen Seite der Halle auf sie zukam.
      „Du hast auch zugeschaut?“, fragte Jamie ihn.
      Er nickte. „Natürlich! Das konnte ich mir nicht entgegen lassen.“
      „Wirklich großartige Leistung von euch beiden“, sagte ich. „Es war mir eine Ehre, mal als Zuschauer mitgenommen zu werden.“
      Gemeinsam führten wir Nera zurück zum Anhänger, wo bereits Nevio stand und entspannt an einem Sack Heu knabberte. Er blickte nur kurz auf, als wir Nera in seiner Nähe anbanden und im Rekordtempo absattelten, eine Decke überwarfen und auch ihr das belohnende Heu vor die Nase setzten.
      „Müssen wir jetzt noch auf die Auswertung warten?“, fragte ich und reichte Hunter den Sattel von Nera, damit er ihn in der Sattelkammer des Anhängers verstauen konnte.
      „Die bekommen wir zum Glück zugesendet“, sagte Hunter. „Wir können also sofort nach Hause.“
      Das ließen wir uns alle nicht zweimal sagen. Nachdem alles im Auto und im Anhänger verstaut war, wurden die beiden Pferden eingeladen, was erstaunlich unkompliziert war, dann stiegen wir ein.
      Es war schon wieder später Nachmittag, als wir zurück auf die Straße Richtung Empoli und dann nach Pontedera bogen. Die Sonne war bereits untergegangen und hatte uns von ihrem ehemaligen Glanz nur noch einige Lichtstrahlen übrig gelassen. Somit neigte sich auch meine Zeit mit Hunter und Jamie dem Ende entgegen. Morgen früh würde es für mich nach Los Angeles gehen und von aus weiter in Richtung Modoc National Forest. Dort würden meine Freund und meine eigenen Pferde auf meine Heimkehr warten. Ich war nun wirklich lang genug unterwegs gewesen.
      Zurück am Stall half ich Jamie und Hunter beim Ausladen. Mittlerweile wusste ich, wo die Sattel untergebracht waren und in welche Boxen die beiden Pferde gehörten, ohne stundenlang durch den Stall irren zu müssen. Zwei Tage hatten also gereicht, damit ich mich hier heimisch fühlte.
      Auch bei der abendlichen Fütterungsrunde war ich wieder mit dabei, verteilte diesmal nach Plan Kraftfutter und Heu, während Hunter nochmal die Boxen reinigte. Erst jetzt fiel mir auf, dass heute der vierte Advent gewesen war. Im Stall Radio lief gerade „Driving Home For Christmas“ und ich wurde etwas sehnsüchtig auf Zuhause.
      Der Abend verlief entspannt und ruhig. Ich genoss die letzten Stunden mit Hunter, verschwand aber recht zeitig in meinem Gästezimmer. Hunter versprach mir, dass wir uns morgen früh vor meiner Abfahrt nochmal sehen würden, bevor Jamie mich nach Pisa zum Flughafen bringen würde. Sie hatte sich wirklich nicht davon abbringen lassen. Immerhin war ein Taxi in Italien vom Preis her nicht mit dem in Kalifornien zu vergleichen.
      „Als mein Weihnachtsgeschenk“, hatte sie gemeint und das hatte ich ihr nicht abschlagen können.
      Auf Royal Peerage hatte man sich so liebevoll um mich gekümmert, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt hatte. Leider war die Zeit viel zu schnell vergangen. Wie gerne hätte ich den Reitladen nochmal näher begutachtet oder noch mehr der Pferde kennengelernt. Aber vor alle, hatte ich die Zeit und die Gespräche mit Hunter und Jamie genossen und ich hoffte inständig, dass wir uns irgendwann im Leben noch einmal begegnen würden.
      Doch jetzt würde ich erstmal zu Weihnachten nach Hause fahren.
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  • Album:
    RP - Hengste
    Hochgeladen von:
    Maleen
    Datum:
    23 Sep. 2018
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    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Rufname:
    Nevio

    Dam: Unbekannt | S. Unbekannt D. Unbekannt
    Sire: Unbekannt | S. Unbekannt D. Unbekannt


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    Geburtstag:
    23.September 2014
    Geschlecht:
    Hengst
    Rasse:
    Murgese
    Farbe:
    Blue Roan
    Abzeichen:
    //
    Stockmaß:
    1.60m


    Charakter:
    Nevio ist manchmal ein bisschen zurückhaltend, aber ansonsten ein sehr netter Hengst, vor allem wenn er den Zweibeiner, der vor ihm steht, schon ein wenig besser kennt. Wer sich die Zeit nimmt um Nevio kennenzulernen, wird schon bald ein treues Pferd an seiner Seite haben.
    Als Hufschmied hat man bei ihm leichtes Spiel, sofern man immer ein Leckerli dabei hat.
    Wenn Nevio langeweile hat, leckt er gern an Wänden oder Pfeilern, an denen er angebunden ist.
    Unter dem Sattel ist Nevio ein kleiner Künstler.

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    Genetik:
    EE aa nRn
    Zuchterlaubnis:

    //
    Fohlen:
    //

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    Besitzer:
    Maleen
    Pfleger:
    //
    Maler(VKR):
    Maleen

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    Reitstil:
    Englisch, Akademisch


    Dressur: S/S
    Springreiten: L/L
    Geländespringen: L/L
    Fahren: A/L

    Rennen(Galopp): -/-
    Distanzreiten: A/A
    Western: -/-

    Fett > besonderes Talent // kursiv > dafür geeignet // durchgestrichen > keine Begabung/wird nicht trainiert

    Turnierschleifen:

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    429.Fahrturnier 557.Springturnier 557.Dressurturnier
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    559.Springturnier 560.Dressurtunier 410.Distanztunier
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    411.Distanzturnier 405.Militaryturnier 413.Distanzturnier

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    563.Dressurtunier 414.Distanzturnier 406.Militaryturnier

    Sonstiges:

    //

    Stecki © Maleen 2013