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Eddi

Never look back

Gegangen im Juni 2016

Never look back
Eddi, 24 Jan. 2016
    • Eddi
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      Vom Babyhai und dem Tentakelschatz
      30. November 2015
      „Long Island Iced Tea haut aber mega rein. Die Jungs kommen da bestimmt immer noch nicht drüber hinweg“, erzählte ich Jojo diesmal beim Skypen und sie zog (weil sie es so gut konnte) eine Augenbraue hoch.
      „Der haut nicht rein.“
      „Ja, doch.“
      „Also mich hat der nicht umgehauen.“
      „Reinhauen! Nicht umhauen.“
      „Bei mir hat der auch nicht reingehauen.“
      „Doch, schon. Also das war bei denen wohl krass.“
      Stille. Dann wechselte ich das Thema. „Aber der Person, die meinen Killercocktail so genannt hat, bin ich immer noch böse.“
      „Wieso? Das war ich.“
      „Ja, wegen des Fehlers im Namen.“
      „Weil es 'Iced Tea' heißt?“
      „Nein, weil es 'Long Island Ice Tea' heißt. Nicht 'Long Island Icetea'.“
      „Jetzt wirst du aber pingelig.“ Eine Diskussion mit Pro- und Kontra-Argumenten, warum ich denn pingelig wäre (oder eben nicht) entstand und so schweiften wir immer weiter vom Thema ab.

      Nachdem ich mich mit Jojo darauf geeinigt hatte, dass ich es ein bisschen war, aber die anderen auch, wurde es irgendwann Zeit, sich zu verabschieden. Natürlich platzten Gwen und Elena in dem Moment in den Raum und laberten Jojo voll, sodass ich dieser einen entschuldigenden Blick schenkte und die zwei gackernden Hühnchen aufscheuchte. „Wir müssen noch mit den Pferden raus, also beruhigt euch!“
      Schmollend ließen die beiden sich von mir aus dem Haus schmeißen und zum Stall schicken. Elena setzte ich auf Never look back, Gwen bekam Raunchy's Limited zugeteilt. Und ich? Ich schnappte mir Ocean Water und nahm Valentine's Vendetta als Handpferd mit, damit die junge Fuchsstute auch mal wieder etwas Bewegung bekam.
      Dank des Schnees drehten wir keine sonderlich große Runde – hatten uns aber trotzdem allesamt auf dem Kieker. Oder zumindest hatten Elena und Gwen mich auf dem Kieker, weil ich sie von Jojo getrennt hatte. Genau das war auch der Grund, weshalb ich ständig Schneebälle in den Rücken, ins Gesicht oder an so ziemlich jede andere Stelle meines Körpers bekam. Dass es mir irgendwann eiskalt den Rücken herunterlief, war dann wohl auch vollkommen nachvollziehbar.

      Als wir wieder auf dem Townsend Acres ankamen, war es schon fast wieder dunkel. Die Dämmerung setzte gerade ein (es war noch nicht mal fünf!) und so hatten wir es recht eilig damit, die Pferde wieder in den Stall zu bringen und uns selbst ins warme Haus zu schaffen. Vielleicht schlief Jojo noch nicht. Die Zeitverschiebung hatte ich noch immer nicht ganz drauf, aber in Deutschland sollte es wohl auch noch nicht Mitternacht sein.
      „Wie geht es eigentlich meinem Babyshark?“, wollte Elena wissen und stopfte sich eine weitere Handvoll Popcorn in den Mund, während sie den Film, der gerade auf dem Fernsehbildschirm abgespielt wurde, mit den Augen verfolgte. Jojo hatten wir tatsächlich auch an Bord – aber per Skype.
      „Der heißt Shakoor.“
      „Nein, Babyshark.“
      „Geh doch gucken.“
      „Später.“
      Kopfschüttelnd widmete ich mich wieder dem Geschehen auf dem TV.

      Um Mitternacht waren wir alle mehr als fertig. Jojo war schon lange schlafen gegangen, wir drei hingegen lagen noch immer auf dem Sofa und kuschelten uns in die Decken. „Ich will nur noch schlafen“, nuschelte ich, doch Gwen hatte ganz andere Pläne.
      „Elena nimmt Rapsoul, ich Dark Memories und Elisa Cardillac!“
      „Wieso?“, fragten Elena und ich zeitgleich und betrachteten Gwen kritisch.
      „Mitternachtsausritt!“
      „Yaaaaay …“ Sonderlich begeistert sahen wir beide nicht aus, aber als Gwen uns so niedlich anstrahlte, konnten wir nicht anders, als Ja zu sagen.

      Zott Monte von Danone verfolgte uns mit seinem Blick skeptisch, als wir durch die Stallgasse schlürften. Auch Burnin' Unbridled Dreams und Capriciasso sahen nicht so aus, als wären sie von der Störung sonderlich angetan. Tenacious schlief einfach weiter, auch, als Gwen vor seiner Box stand und laut „Tentakelschatz!“ rief.
      Und die drei Vierbeiner, die mit uns ins Gelände sollten? Die starrten mehr als mürrisch Löcher in die Luft, aber sie waren anscheinend zu müde, um irgendwas zu realisieren.
      Und so schliefen wir fast zu sechst auf dem Ritt ein, aber hey, das war schon okay.
    • Eddi
      Gestüt Sapala
      Zwei alte Bekannte
      27. Januar 2016
      Es war selten, dass Elisa anrief und wenn, dann war es wichtig. War es sowieso immer, wenn man etwas von Elisa erhielt, aber Anrufe waren besonders dringend. Den Grund erfuhr ich schnell: Bestandsverkleinerung. Sie wollte ihr Gestüt mal wieder ein wenig in die Schranken weisen und deshalb würden zwei bekannte Gesichter zu uns zurückkehren: Never look back und Raunchy’s Limited.
      Meine Reitponys, weil sich doch inzwischen viele angesammelt hatten, hatten ein eigenes Abteil bekommen, so war die Planung und das Training wesentlich einfacher und gerade bei ihnen ging es aktiv um Training, Turniere und Zucht. Deshalb würden auch Never und Raunchy dorthin ziehen. Auch sie würden bekannte Gesichter wiedertreffen und ich war mir sicher, dass sie sich schnell wieder einleben würden.
      Kommen sollten sie übrigens heute. Elisa hatte sie schon losgeschickt, da wusste ich noch nicht einmal annähernd davon. Sie wusste wiederum genau, dass ich eh nicht nein gesagt hätte. Etwas Zeit hatte ich aber noch, weshalb ich mir den kleinen Paddington von der Weide holte und für einen kleinen Spaziergang fertig machte. Dabei kamen wir auch am großen Reitplatz vorbei, wo gerade Allelujah im Fahren trainiert wurde.
      Momentan schickte ich vor allem den Palominohengst und meine Scheckstute Morning Sun auf Turniere, weil die beiden schon bald (hoffentlich) an einer Körung teilnehmen sollten, um im Zuchtbuch aufgenommen zu werden. Bei Allelujah wurde das auch allmählich Zeit, sein bester Weidekumpel Absinth hatte dies schon letztes Jahr schaffen können.
      Apropos, bei dem geliebten Schecken wollte ich auch noch vorbeischauen, aber ich ahnte bereits, dass Elisa nachher noch genügend Zeit mit ihm verbringen würde, weshalb ich ihn erst einmal auf der Weide ließ, betüddelt werden würde er noch genug. Stattdessen widmete ich die letzten freien zwei Stunden Cola.
      Der Hengst war noch recht neu bei uns und weder richtig im Training noch richtig in der Pause. Er erholte sich noch von seiner damaligen schlechten Verfassung und wurde erst einmal nur locker geritten. Aus diesem Grund putzte und sattelte ich ihn und ging mit ihm in unsere große Halle. Dort traf ich auf eine unserer Bereiterinnen, welche gerade mit Sika arbeitete.
      Die Scheckstute fiel ja insgeheim bei mir immer etwas runter, weil ich sie schlichtweg oft vergaß, deshalb hatte ich sie in die Obhut eines anderen Reiters gegeben, so dass sie regelmäßig trainiert wurde. „Sollen wir gehen?“, fragte die Reiterin uns unsicher, doch ich schüttelte nur lächelnd den Kopf. „Wir machen eh nicht viel und Cola versteht sich mit Stuten!“, beruhigte ich sie und gurtete nach, ehe ich mich in den Sattel schwang.
      Tatsächlich machten wir nicht fiel, sondern lockerten vor allem Colas Muskeln und ritten größtenteils nur in Dehnungshaltung. Der Hengst musste sich an die regelmäßige Beschäftigung erst einmal wieder gewöhnen, sonst würde er mir wahrscheinlich einfach so umkippen. Deshalb beendeten wir das Training auch eher. Einerseits wegen Cola, andererseits wegen Elisa, die gefühlt urplötzlich an der Bande stand.

      „Absinth, ich hab dich vermisst!“, quietschte sie begeistert, als ich Cola auf die Weide zurückbrachte und sie den Schecken entdeckte. Der hob sofort den Kopf und wirkte einerseits erfreut, andererseits sehr geschockt. Natürlich wollte Elisa wissen, wie es ihren ehemaligen Schützlingen ging, so blieben auch Allelujah und Morning Sun von dem Gequieke nicht verschont.
      Raunchy und Never bezogen direkt ihre Boxen, um sich in aller Ruhe ausruhen zu können, immerhin waren sie ziemlich lange unterwegs gewesen. Elisa besichtigte derweil neugierig das neue Gestüt und schien recht zufrieden. Da sie auch noch mehr Zeit hatte als gedacht, wollten wir einen gemeinsamen Ausritt machen. Natürlich nur auf Reitponys!
      Wie erwartet nahm Elisa natürlich Feuervogel direkt in Beschlag und würde ihn für den Rest des Tages auch nicht mehr hergeben. Trotz Bestandsverkleinerung war sie immer noch angetan von ihm. Ich wählte das passende Gegenstück Carachillo und nahm Hugo Boss gleich als Handpferd mit. So wären die beiden direkt für heute bewegt.
      Der Ausritt verlief ruhig und wir tauschten uns über alle Neuigkeiten aus, ehe wir wieder auf dem Gestüt ankamen. Die Pferde waren schnell versorgt und Elisa musste zum Flughafen spurten, um den heutigen Flug noch zu schaffen, bei dem Stress konnte sie ihr Gestüt natürlich nicht lange alleine lassen! Die armen Reitponys würden sonst vom Fleische fallen.
      Ich schaute noch einmal kurz bei unseren Neuankömmlingen vorbei, ehe es für mich heute noch zu einer Springstunde ging. Diese absolvierte ich jedoch nicht alleine. Während ich Naimibia ritt, ritt eine junge Frau noch Autumn Leave in the Sky, so dass die beiden Stuten als auch wir Reiter mal wieder springtechnisch gefördert wurden.
      Der Reitlehrer war von weiter Weg angereist und brachte interessante neue Ansätze mit sich, so dass ich nach der Stunde direkt nach Stift und Papier griff, um schnell alles aufzukritzeln, ehe ich mein Reitpferd versorgte. Dann neigte sich der Tag auch schon dem Ende, weshalb wir langsam auf die Fütterung und das Reinholen der Pferde umschalteten.
    • Eddi
      Gestüt Sapala
      Frühjahrsputz
      02. April 2016
      Kurz nach Neujahr hatte unser Umzug stattgefunden, so dass wir nun seit fast vier Monaten in Holland lebten. Wie ich es bereits gewohnt war, zog sich alles unglaublich. Es hatte gut zwei Monate gedauert, bis alle Pferde umgezogen waren und ein festes Team hatte ich auch noch nicht, da war ich noch fleißig auf der Suche, aber trotzdem kehrte allmählich eine Routine ein. Und ich liebte unser Gestüt. Den Namen hatte ich so übernommen und so lebten wir nun auf Gestüt Sapala.
      Es lag zwischen Wäldern und Wiesen, ziemlich im Abseits und stellte eine herrliche Anlage da. Das wichtigste war zu Hauf vorhanden: Weiden. Zudem besaßen wir zwei Reitplätze und zwei Hallen plus weitere Trainingsmöglichkeiten wie eine Führanlage und zwei Longierzirkel. Und natürlich gigantische Stallungen, was für uns nun mehr als nötig war. Ganz nebenbei war ich ja in mein Wohnhaus verliebt, hier konnte man sich wohlfühlen!
      Den Pferden gefiel es auch, das spürte man deutlich und das Gelände war auch einfach mehr als idyllisch, denn außer unseren Heuwiesen gab es rundum kaum etwas anderes als Felder, Wiesen und Wälder. Ich war endlich in meinem Traumzuhause angekommen und wenn man sich etwas mehr Zeit nahm, war man mit einem halbstündigen Ritt auch direkt am Meer. Wir befanden uns im Friesland, genauer gesagt in Aurich und ziemlich nah an der Küste.
      Die frische Meeresluft tat allen gut und momentan arbeitete ich auch eine lange Liste an Bewerbungen ab, denn wir waren begehrter als gedacht. Nun war schon April 2016 und wie immer erfasste mich die Frühjahrsputz-Laune. Es gab schließlich immer etwas zu tun und es gab auch noch genug Kisten, die noch ungeöffnet irgendwo standen. Besonders in den Sattelkammern hatte ich bisher nur das Nötigste untergebracht, meine Pferde hatten zu viel Kram!
      Die waren momentan übrigens alle in ihrer Schonfrist. Der Umzug war auch für die kräftezehrend gewesen, aber glücklich waren wir alle. Außer ich in dem Moment, denn gerade klingelte mein Wecker – 5 Uhr in der Früh. Bisher sah es an Mitarbeitern noch mager aus, dementsprechend musste ich selber kräftig mit anpacken was Fütterung, Rausbringen und Misten betraf. Dazu kamen der Papierkram und die Vorstellungsgespräche und so bekam ich kaum noch die Gelegenheit zum Reiten.
      Angezogen, frisch gemacht und gefrühstückt tauchte ich im Stall auf und grüßte knapp die anderen Pfleger, die bereits angetanzt waren. Es war kurz nach sechs und draußen tatsächlich schon hell. Oh ich freute mich so auf den Sommer! Dann würden die Pferde auch 24 Stunden auf den Weiden stehen und wir hätten ein bisschen Arbeit weniger. Aber wirklich nur ein bisschen, denn im Sommer wollte ich alle wieder in Höchstform sehen – mich eingeschlossen.
      Füttern und Rausbringen fraß Zeit. Nachdem dann auch gemistet war, war es schon fast 10 Uhr und ich würde mich für das nächste Vorstellungsgespräch fertig machen müssen. Leider überzeugte mich der Herr um die 30 Jahre weder im Gespräch noch auf dem Pferd. Als Dressurtrainer hatte er sich beworben, weshalb ich ihm für den Proberitt Aristo ausgesucht hatte, einer unserer Dressurässer. Doch sein „Was, ein Barockpferd?“ hatte mich eigentlich direkt abgeschreckt und so hatte ich zwar ein freundliches „Ich melde mich noch einmal bei Ihnen“ herausgebracht, war aber erleichtert, als er weg war.
      Stattdessen ging der Stress direkt weiter, denn heute sollten einige neue Pferde kommen. Ich war dafür bekannt, regelmäßig aufzustocken und da meine liebe Freundin Julie aus privaten Gründen ihren Hof auflöste, kamen einige Pferde aus Schottland zu uns. Zum einen Van Deyk, ein toller Trakehnerhengst mit großem Potenzial, auf dessen Dasein ich mich schon jetzt freute. Des weiteren Ayumi, ein tolles Fohlen aus der Zucht von Siobhan, was mit einer tollen Abstammung daher kam. Dann noch Key, eine Vollblutstute, welche ich noch aus meiner Nasty Past Zeit kannte. Und als letztes was ganz witziges: Ridcully, ein American Miniature Horse. Er sollte das Gegenstück zu meiner Hollybrook’s Tiny Girl werden und dementsprechend war er sofort eingezogen.
      Heute tanzten die drei an, doch während ich noch gut eine Stunde Zeit hatte, schaute ich bei den ehemaligen Neuzugängen an. Die beiden Vollblutfohen Hidden Flyer und Exciting Force waren mir sehr schnell ans Herz gewachsen und entwickelten sich prächtig, ich hatte mich in beide wirklich verguckt. Da wir ja ein riesiges Gestüt hatten, kamen auch Anfang des Jahres zwei Reitponys zurück. Elisa hatte leider verkleinert und so kehrten Never look back und Raunchy’s Limited zurück. Hatte ich sie noch als zerzauste Jungpferde nach Townsend Acres gegeben, kamen sie nun als schicke Turnierponys zurück. Elisa verstand eindeutig etwas von ihrer Rasse und ihrem Geschäft.
      Dementsprechend hatte sie sich auch über Absinth’s erfolgreiche Körung gefreut und war sich sicher, dass Allelujah und Morning Sun genauso schnell ihre Punkte sammeln würden. Ich hatte da ja noch allerhand zu tun, denn sie waren nicht die einzigen Pferde, die in eine Körung geschickt werden sollten. Priorität hatte auch immer noch Feuervogel, den hätte mir Elisa sicherlich auch trotz Verkleinerung aus den Händen gerissen.
      Selbst bei unserem zerstruppelten Neuzugang Cola hatte sie bei ihrem Besuch (natürlich hatte sie ihre beiden Schätze eigens vorbei bringen müssen) neugierig begutachtet. Sie sah das Potenzial, was hinter dem vernachlässigten Pferd steckte. Wir beide kannten Cola schon sehr lange vom Sehen und Hören. Ich musste auch sagen, dass er sich wirklich ganz gut machte, genauso wie seine Leidensgenossin Autumn Leave in the Sky. Beide stammten aus schlechter Haltung und wurden bei uns nun wieder aufgebaut.
      Bei ihrem Besuch hatte Elisa natürlich meine Reitponys auf den Kopf gestellt. Paddington hatte sie unbedingt einen Besuch abstatten müssen und gestaunt, wie schnell der kleine Kerl wuchs. Mit Hugo Boss und Carachillo hatten wir einen entspannten Ausritt gemacht und ausgiebig geplappert, so wie es sich für zwei Frauen gehörte, ehe sie auch noch ihren Senf zu Naimibia und Sika gegeben hatte.
      Naimibia war schon gekört und bereits von ein paar Fohlen stolze Mutter, bei Sika sah ich das ja noch nicht so, doch Elisa ermunterte mich und sah die Rappscheckstute auch schon gekört. Während ich so schön in Gedanken schwelgte, kam der Transporter an und die neuen Pferde mussten versorgt und ausgeladen werden.
      Während Van Deyk erst einmal seine Box mit Paddock bezog, wollte ich Ridcully und das Stutfohlen direkt vergesellschaften. Auf einer kleineren Weide traf Ridcully auf Heartbreaker. Mein Welshhengst war der Chef unserer Zwergengruppe und wenn er Ridcully akzeptierte, würde das auch der Rest tun. Der Rest, das waren Window und Hoppla auch beide problemlos und so stand Ridcully eine halbe Stunde später bei unseren Zwergenhengsten und genoss das herrliche Wetter.
      Ayumi sollte heute nur auf CH’s Destiny Horror und Mon petit écrou treffen. Beides eher ruhigere und ältere Jungpferde und dementsprechend perfekt geeignet und siehe da, es klappte wirklich gut und auch das Fohlen war untergebracht. Um auch Van Deyk noch etwas Abwechslung zu bieten, ging ich mit dem Schecken eine kleine Runde über das Gestüt und kennte ihn etwas lernen.
      So wirklich zum Frühjahrsputz kam ich heute ja nicht, denn es standen noch zwei Schnupperstunden an. Ich hatte entschieden, im kleinen Rahmen gutes Reiten anzubieten und nutzte die Chance einer Ponyschule, um meine Zwerge unter einen Deckel zu bekommen. Da die Ponyhengste heute aber schon genug Aktion hatten, waren die Mädels an der Reihe.
      Tatsächlich hatte sich sogar jemand für Little Chocolate Chip gefunden. Ein kleines dreijähriges Mädchen schwärmte von Ponys und ihre Mutti schien selbst pferdevernarrt zu sein und so kamen sie heute mal zu Besuch. Auch Mondscheinsonate, Occani und Werina waren heute an der Reihe. Alle Kinder waren unter 10 Jahre und bekamen beim Putzen und Satteln die Unterstützung von mir und ihren Eltern (zumeist die Mütter).
      Als alle fertig waren, gingen wir auf den Reitplatz, wo wir erst ein kleines bisschen Theorie paukten und es dann endlich in den Sattel ging und wir die ersten kleinen Runden drehten und auch allerhand Übungen machten. Die Ponyschule war eine schöne Idee, aber ich brauchte auf jeden Fall Helfer. Zum Glück waren es heute nur Schnupperstunden, aber Kinder und Eltern waren mehr als begeistert und so war auch ich glücklich.
      Zweiteres war eine Reitstunde für Fortgeschrittene und unter 18-Jährige. Altersbeschränkungen waren mir an sich egal, aber für das Klima in der Stunde war so etwas doch immer sehr angenehm und die Erwachsenen waren auch immer lieber unter sich. Als Schulpferde hatten sich bereits damals unsere Lewitzer bewährt und auch heute wählte ich fünf von ihnen. Cheveyo, Donatella, They call her Fiorina, Piccolo’s Blaze und Elliot. Die Mädels waren begeistert von ihren Schecken und auch davon, dass man bei uns die Pferde selbst holte und fertig machte.
      Natürlich kontrollierte ich alles und gab Tipps, aber sie machten das wirklich gut. Auch im Viereck konnten sich die fünf Reiterinnen sehen lassen. Natürlich hatten sie ihre Fehler und Probleme, aber genau deshalb kamen sie ja zu uns. Anscheinend kamen diese Schnupperstunden mehr als gut an und während die Mädels quatschend abritten, baute ich meine Geschäftsidee aus, indem ich auch Reitstunden für reine Jungsgruppen und Senioren anbieten wollte. Alles Gruppen, die man so anlocken konnte.
      Mein Prinzip war lediglich, dass für das Pferd pro Reitstunde mind. zwei Korrekturstunden kamen, so dass einerseits sehr gute Schulpferde vorhanden waren, aber eben auch diese nicht überstrapaziert worden. Also würde sich das Pensum auch mehr als Gering halten. Nachdem alle Pferde versorgt waren, ging ich Lewitzerliste kurz durch:
      Vertigo wollte ich im Turniersport, so fiel er als Reitpferd für Schüler weg und bei Talya war ich mir auch nicht sicher, ob es das Richtige war. Genauso wie bei Elliot. Er hatte seine Sache heute gut gemacht, aber ich glaube, Caillou konnte ich mir da besser vorstellen. Und Amazed Marlin ließ ich bisher auch lieber außen vor, sie sollte sich auf ihre Krönung konzentrieren.
      Zum Glück hatten die Fohlen nicht solche Probleme. Sowohl Amadahy, Frozen Bubble, Nabiri und Rosewell als auch die beiden Hengstfohlen Panta Rhei und Calimero II tobten mit dem Rest zufrieden über die Weiden. Aber irgendwann würde auch für sie der Ernst des Pferdelebens kommen. Obwohl, sie hatte noch Zeit.
      Den Nachmittag verbrauchte ich im Büro und plante für die Fohlen. Das machte ich gerne und es war auch nötig, denn so erinnerte ich mich wieder daran, dass ich einige „Fohlen“ hatte, die schon längst nicht mehr so klein waren wie ich dachte, sondern schon mehr als bereit. Hollybrook’s Fairy Bluebird war eine tolle Ponystute geworden, nun bald sechs Jahre, hatte bisher aber noch keinen Reiter gesehen.
      Das Gleiche galt für Prazzy’s Goldbell, dabei wollte ich meinen geliebten Pajero-Sohn gerne langsam unter dem Sattel sehen, er würde seinem Vater alle Ehre machen! Apropos, einen Ausritt mit Pajero würde ich mir heute Abend noch gönnen müssen, zum Glück blieb es immer länger hell. Ach, ich war doch ganz froh, den Winter hinter mir zu haben, auch wenn der Sommer sicherlich wieder heiß werden würde.
      Bei Outlaw Torn war ich mir bezüglich der Ausbildung sehr unschlüssig. Er war bald vier und schon sehr weit, eben weil das bei Paint Horses so gehandhabt wurde, aber genau deshalb wollte ich ihm Zeit lassen und es war ja nicht so, als wäre das Reiten für ihn essentiell wichtig. Das sahen HGT’s Unitato und Cruel Twist of Fate nicht anders und so ließ ich meinen Westernpferden gerne mehr Zeit.
      Und dann gab es da noch meine Welshnachkommen. Alle behalten, nachdem die ältere Generation verkauft worden war. Herbstmond und Acariya waren bisher immer noch meine Favoriten, aber auch Sacre Fleur liebte ich, ebenso wie Shawnée und Sibiria, auch wenn ich nicht recht wusste, was ich mit zwei Welsh D Stuten anfangen sollte, aber irgendwas würde sich schon finden.
      Dann gab es da nur noch Abendprinz und Caruso. Zwei Fohlen sondergleichen, die ich beide sehr liebte. Geplant war in weiter Zukunft ein Fohlen aus Fairy von Zarin, welches als Gegenstück für Caruso dienen sollte, aber im Gegensatz zu Zarin war Fairy noch nicht gekört.
      Und dann hatte ich mich in die Araber verguckt, neben Abendprinz gab es bisher zwei Stuten: Scheherazade und CH’s Sun is Shining. Zwei wunderbare Tiere und eine sogar schön gekrönt. Aus der Zucht meiner besten Freundin Sammy würde mich auch noch ein wahrer Wüstenstürmer erwarten, aber bisher war er noch nicht so weit, ich freute mich aber schon auf ihn.
      Den heutigen Abend verbrachte ich zu meiner Freude dann doch noch auf den Pferd und erkundete mit Pajero die neuen Wege rund um das Gestüt und freute mich natürlich riesig, denn es war so toll! Irgendwann mussten wir einen großen Ritt ans Meer machen, aus unserer Frankreich-Zeit wusste ich, wie sehr Pajero das liebte.

      Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus und wieder war viel los, wie eigentlich jeden Tag auf dem Gestüt. Zur Abwechslung beschäftigte ich am Morgen aber erst einmal Thorondor mit viel Bodenarbeit, damit mein Berber nicht verrückt wurde, denn nur Weide war für ihn einfach gar nichts und so war er einer der wenigen, die mich mindestens fünfmal die Woche zu Gesicht bekamen.
      Ach und die Führanlage hatte ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Spätestens als sie Pawaneeh und Golden Ebano die nötige Bewegung verschaffte. Bei Classic Gold und Khiara El Assuad war die aber noch wichtiger. Die Vollblüter wären mir sonst explodiert. Wer witzigerweise auch richtig Gefallen daran fand, war Freeway, unsere Tinkerstute. Eigentlich ein Pferd, was ich nie in die Führanlage gepackt hätte, aber sie liebte es.
      Heute war mal wieder Bewegungstag, gestern hatte ich ja Pause gehabt. Am Morgen longierte ich Deep Silent Complete und Herbsttraum, ehe ich mit Come Whatever May auf den Springplatz ging. Flott weiter ging es mit einem Ausritt: Apaches Tomahawk als Reitpferd und Caribic Sue als Handpferd. Was die Bewegung betraf, kamen mir die Schnupperstunden recht. Heute war wieder eine und so waren Kürbis, Lila Wolken, Milka Luflee, Walking in the Air und Quintesse beschäftigt und ich auch.
      Danach hätte ich zu gerne eine Pause gehabt, raffte mich aber noch auf Like Honey and Milk zu longieren. Ihre Vorbesitzerin war immer sehr hinterher, dass es der Stute gut ging und so kam sie auch jetzt definitiv nicht zu kurz. Eine Pause stand an und die genoss ich auch wirklich, denn heute Abend hatte ich etwas Besonderes für meine treuen Pfleger geplant. Bisher dachten sie, sie würden zu einer Besprechung antanzen müssen, dementsprechend ahnten sie nichts.
      Doch als es dann so weit war, eröffnete ich ihnen einen Ausritt an den Strand und alle waren begeistert. Wir waren zu elft, also eine ziemlich große Mannschaft, die gute und ruhige Pferde benötigte. Guten Gewissens hatte ich mir direkt Schneeleopard rausgepickt und dann die beiden Westernstuten Ice Coffee und Kisshimbye. Flintstone und Joyce kamen auch zum Einsatz. Die Hälfte war abgedeckt. Für mich hatte ich Fandango rausgesucht, mein kleiner Sonderling im Stall und so fehlten nur noch fünf Pferde und wir waren vollständig. Call me a Twist und Dissident Aggressor waren sowas von mit dabei und dann nahm ich noch Bandit und Albertino mit. Als letztes hatte Varulv die Ehre und so ging es gefühlt auf einen Riesen-Ausritt, den alle Beteiligten sehr genossen, denn am Strand erwartete uns auch noch ein Lagerfeuer.

      Obwohl ich weder trank noch irgendwas desgleichen tat, fühlte ich mich am nächsten Morgen verkatert. Ein langer Ritt plus ein langer Abend waren nichts für jemanden, dessen Wecker fünf Uhr morgens klingelte und so kam ich auch fast zu spät zum Proberitt meiner eventuellen neuen Reitlehrerin. Diese hatte ich auf Altyn gesetzt, was etwas fies war, aber mir dann auch direkt zeigte, dass sie die richtige war, denn mein junger Hengst lief unter ihr wirklich traumhaft, nachdem sie zusammengefunden hatten.
      Halb dösend bespaßte ich nach diesem Erfolg Cover the Sun im Longierzirkel mit etwas Stangenarbeit. Die nutzte ich kurz darauf auch noch einmal mit Possy Pleasure Mainstream, um Rücken- und Bauchmuskeln zu aktivieren. Eigentlich war meine Liste heute mehr als lang, aber aus privaten Gründen bekamen Hákur und HGT’s End of Day frei, so dass ich nur mit Dr. Insektor ins Dressurtraining musste und danach eine Pause im Gelände mit Cual Maniaca einlegte.
      „Ich bewundere dich für dein Durchhaltevermögen!“, hörte ich dann am Telefon, als ich mit meiner Mutti bezüglich meines Geburtstags Ende April sprach, denn ich lud sie nach Holland ein. Und bisher waren sie nicht abgeneigt. Währenddessen ließ ich He’s called Trüffel und Hýreygur freispringen, aber trotz maximaler 50cm war zweiterer einfach nicht begabt.
      Mein Abend endete wieder mal auf dem Pferderücken, nämlich auf Morrigans, welcher mich entspannt gen Gestüt trug, nachdem wir einmal über die schöne Waldwiese gejagt waren und nun genüsslich entspannt in unseren Feierabend spazierten.
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  • Album:
    Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Eddi
    Datum:
    24 Jan. 2016
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  • Name: Never look back
    Geboren: 2010

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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Buckskin
    Stockmaß: 145cm

    Beschreibung:
    Never look back hat es faustdick hinter den Ohren. Gerne macht die Stute das, was ihr gerade in den Kopf kommt. Dabei kann man ihr aber eigentlich nie böse sein, besonders wenn sie dann ihren Dackelblick aufsetzt, nachdem sie mal wieder etwas angestellt hat.
    Neben ihrem sehr selbstbewussten Charakter verfügt die Stute aber auch über eine große Intelligenz und Körperbeherrschung. Schon jetzt ist sie ein Ass in der Bodenarbeit und versteht sehr schnell, was man von ihr möchte. Auch jetzt zeigt sie schon schöne Gangarten und wird später sicherlich auch ein tolles Turnierpony.

    Ersteller: sweetvelvetrose
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: Samarti

    Springen E -- Dressur E -- Military A


    225. Militaryturnier
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    Gekört: nein

    Nachkommen:

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