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Eddi

Never look back

Gegangen im Juni 2016

Never look back
Eddi, 24 Jan. 2016
    • Eddi
      silver creek ranch
      Drei Reitponys?
      22. Februar 2015 - von Eddi
      Es war schon ein Weilchen her, als ich die Kaufverträge für die drei Reitponys unterschrieben hatte. Ehrlich gesagt hatte ich das Ganze inzwischen vergessen und war doch etwas geschockt, als dann plötzlich ein Trailer auf meinem Hof stand und mir die drei brachte. Der Fahrer war sichtlich amüsiert darüber, denn die Reise nach Wyoming dauerte immer ein Weilchen und ich schien nicht die einzige zu sein, die hie und da mal ein Pferd vergaß. Gemeinsam mit Ethan lud ich die drei aus, war aber sofort zufrieden mit meinem Kauf. Irgendwo und irgendwie würden die drei mir schon etwas bringen. „Lassen wir sie erst einmal auf die Weide“, meinte ich lächelnd, öffnete das Gatter und löste dann den Strick von meinen beiden, ehe Ethan auch sein Fohlen noch mit auf die Weide ließ. Neugierig musterte ich die drei, die nun über die Weide tobten. Nessaja fand ich ja absolut toll. Die Roanscheckin hatte es mir schon vor langer Zeit angetan. Never look back hatte ich zugegebenermaßen nur aus dem Grund gekauft, dass sie ein Buckskin war und warum ich Dead Memory geholt hatte, weiß ich echt nicht mehr. Er war ein Rotfalbe mit fantastischem Körperbau und war auch charakterlich ein Traum, ich würde mich nur mit seinem Namen anfreunden müssen… „Na dann machen wir uns mal die Boxen!“, meinte ich grinsend und schob Ethan in den Stall. Die erste Nacht würden die drei im warmen Stall verbringen dürfen, aber dafür mussten die Boxen auch erst einmal eingestreut werden und das würden wir jetzt tun.
    • Eddi
      silver creek ranch
      Fohlenspielstunde?
      04. März 2015 - von Eddi
      Gähnend streckte ich mich, ehe ich mich noch einmal in das warme Bett einkuschelte. Inzwischen war ich dankbar, dass ich Kats Rat angenommen und die neuen Möbel gekauft hatte. Es war so schön, mal wieder in einem ordentlichen Bett zu schlafen! Und meine Rückenschmerzen verschwanden auch allmählich!
      Müde blinzelnd schaute ich aus dem Fenster und war sofort hellwach! Alle vier Quadrate des Fensters strahlten in einem tiefen morgendlichen Blau und das konnte nur eins heißen: heute war perfektes Wetter! Lächelnd verließ ich das Bett und huschte ins Bad, um mich kurz zu waschen und dann in meine Stallsachen zu schlüpfen.
      Unten in der Küche war Kat schon unterwegs und freundete sich bereits mit der neuen Küchenzeile an: es gab Pancakes. Zufrieden nahm ich mir drei und futterte sie in Windeseile weg. Kat bekam ein Lob für ihre Kochkünste, aber den Rest mit dem Bett verschwieg ich, immerhin sollte sie ja keine Höhenflüge bekommen. Kurz schaute ich mich um und runzelte die Stirn: „Wo ist Ethan?“, fragte ich knapp und schaute Kat an, die nur die Schulter zuckte. Seufzend stand ich auf und meinte nur noch: „Er ist heute für die Hengste und Stuten verantwortlich“, ehe ich das Haus verließ und mir nicht mehr Kats Luftsprünge ansehen musste.
      Denn Kat wusste, was diese Aussage bedeutete, dass hieß, das die Jungpferde unter unserer Obhut standen und ich glaube es wurde auch langsam Zeit, jetzt zum Frühlingsbeginn, wieder ein wenig mehr mit ihnen zu arbeiten. Den Winter über hatte ich sie aus reinen Zeitmangel größtenteils in Ruhe gelassen und maximal die Grundkenntnisse des Fohlen ABCs durchgenommen, so dass sie sich aufhalftern, führen und putzen ließen. Nun sollten sie aber auch die Halle kennenlernen und der ein oder andere auch den Hänger.
      Meine ersten Kandidaten für heute waren Hollybrook’s Fairy Bluebird und Joyce. Die beiden dreijährigen (fast vier) Stuten gehörten nicht mehr wirklich zu den Fohlen, aber sie waren beide noch für ihr Alter sehr jung im Kopf und ich wollte sie keinesfalls überfordern, denn beide waren etwas ganz besonderes. Ich begann heute mit meinem blauen Vögelchen. Die kleine Stute stammte aus der damals bekannten Hollybrook Zucht und machte sich ausgezeichnet, ich liebte sie abgöttisch und würde nie vergessen, wie glücklich ich an dem Tag gewesen war, als ich sie ihrem ersten Besitzer endlich abkaufen konnte.
      Inzwischen hatte sie ein ordentliches Stockmaß, doch ihr fehlte es noch eindeutig an der Breite, ich war mir aber sicher, dass die schon bald kommen würde. Fairy war mit am weitesten von allen Fohlen und immer sehr motiviert bei der Sache. Auch heute kam sie auf mein Rufen sofort brav angetrottet, ließ sich aufhalftern und anschließend ohne Probleme putzen.
      Danach gingen wir gemeinsam in den Round-Pen, wo ich sie heute longieren wollte, denn langsam sollte es an den aktiven Muskelaufbau gehen. Doch erst einmal sollte Fairy lernen, wie sie sich selbst tragen konnte, denn das würde die Grundlage für alle späteren Ausbildungsschritte sein. Wir arbeiteten nur zwanzig Minuten, machten in der Zeit aber enorme Fortschritte, weshalb ich das Training dann auch zufrieden beendete.
      In der Zeit hatte Kat mir schon Joyce geputzt und stand mit ihr bereits vor dem Round Pen. Darum gebeten hatte ich sie nicht, aber ich glaube Kat konnte Gedanken lesen… Etwas verdutzt, aber dankend nahm ich ihr Joyce ab und gab ihr Fairy. Mit Joyce machte ich das gleiche Spiel, auch wenn die kräftige Dreijährige schon wesentlich geschulter war als ihre Vorgängerin. Joyce lernte atemberaubend schnell und so war sie nach der halben Stunde zwar verschwitzt, hatte aber definitiv die richtigen Muskeln benutzt.
      Ich führte die Scheckstute in aller Ruhe trocken, ehe sie wieder auf die Weide durfte. Dort holte ich mir Raunchy’s Limited und Kat durfte die kleine Tiny Girl betüddeln. Während wir die beiden Stut“fohlen“ putzten, erklärte ich Kat bereits, worauf sie bei unserem Spaziergang achten sollte, damit auch Tiny Girl ordentlichen Unterricht bekam. Spielerisch übten wir während des Spaziergangs die korrekte Führposition und die Stimmsignale und die beiden Stuten machten echt toll mit. Bisher lief der Tag wirklich super und das bei herrlichem Wetter!
      Quintesse of Xaras war in der Ausbildung schon verdammt weit. Inzwischen ließ sie sich mit Sattel und Zaum longieren und lief selbst da in einer wunderbaren Selbsthaltung, mehr hatten wir die letzten zwei Jahre auch nicht trainiert. Bisher hatte sie aber immer nur den leichten Trainingssattel auf dem Rücken gehabt, da mir die meisten Westernsättel für den Anfang einfach viel zu schwer waren! Auch kannte sie zwar das Gebiss und hatte es ohne negative Erfahrungen kennenlernen dürfen, aber ich wollte die Stute bevorzugt gebisslos reiten. Dementsprechend würde sie heute die neuen Ausrüstungsgegenstände kennenlernen dürfen. Als erstes sattelte ich sie mit einem richtigen Westernsattel, nur locker und auch nur für einige Runden, denn ich wollte sie keinesfalls überfordern. Dann nahm ich ihr das schwere Teil wieder ab und machte sie mit dem Sidepull vertraut. Quintesse reagierte schon jetzt darauf wesentlich feinfühliger, als auf das Gebiss und ich wusste, dass es eine gute Entscheidung war, sie gebisslos zuzureiten.
      Doch für heute sollte es das erst einmal gewesen sein und die Stute durfte zurück auf die Weide, um die neuen Erfahrungen zu verdauen. Nun waren meine beiden ältesten Warmbluthengstfohlen an der Reihe. Die beiden hatten in letzter Zeit viel Freizeit gehabt, aber so allmählich sollten sie dann doch erwachsen werden. Prazzy durfte heute zum ersten Mal den leichten Trainingssattel auf seinem Rücken spüren. Vorsichtig machte ich ihn damit bekannt: er durfte ihn beschnuppern, ablecken und sogar einmal reinbeißen. Als er sah, dass das Teil ungefährlich war, berührte ich ihn am ganzen Körper damit und ließ ihn dann vorsichtig auf seinen Rücken gleiten. Alles lief problemlos ab, aber als der Gurt fest war, musste Prazzy doch erst einmal den einen oder anderen Bocksprung hinlegen, ehe er den Sattel wirklich vollkommen akzeptierte. Bei Painted Blur lief alles noch problemloser ab, der Rappe war einfach ein wahrer Sonnenschein!
      Nun kam mein kleines „Sorgenkind“ an die Reihe: Destinys Horror. Also inzwischen hatte sich die Stute echt gemacht und seitdem sie 24 Stunden am Tag draußen stand, hatte ihre Schreckhaftigkeit wirklich stark abgenommen, aber neuen Dingen gegenüber war sie stets immer noch misstrauisch und unruhig. Seit einigen Wochen versuchte ich bereits, sie mit dem Sattel vertraut zu machen, doch wir kamen nur mäßig voran. Heute wollte ich es gemeinsam mit Kat versuchen. Die Einheit endete damit, dass Destiny den Sattel zumindest endlich einigermaßen akzeptierte und er auf ihren Rücken liegen bleiben durfte und das war für mich schon ein voller Erfolg!
      Als nächstes war Altyn an der Reihe, der Nachkomme meiner Tekken, welche inzwischen in den Ruhestand eingekehrt waren. Anfangs hatte er seinen Eltern alle Ehre gemacht, aber dann war er in die Flegelzeit gekommen und hatte uns so sehr genervt, dass ich kurz davor gewesen war, ihn die verkaufen. Aber das sah ich nicht ein, denn aufgeben gehörte nicht zu meinem Wortschatz. Tagtäglich hatte ich mit dem jungen Hengst trainiert und ihn nicht in Ruhe gelassen und inzwischen war der Vierjährige so weit, dass er fleißig mitarbeitete und wir im aktiven Muskelaufbau an der Longe standen. Heute gingen wir dafür in die Halle, wo wir auf größerer Fläche arbeiteten und ich ihn mehr fördern konnte. Alles klappte wunderbar und so entließ ich ihn zufrieden wieder auf die Weide.
      „Oar schau mal!“, quietschte Kat aufgeregt, als sie Schneeglöckchen auf der Weide entdeckte, oh ja, es wurde langsam Frühling und ich freute mich tierisch auf diese Zeit! Lächelnd sammelten wir Shawanée und Mon petit écrou ein. Die beiden hatten noch einiges an Zeit, ehe es für sie Ernst werden würde. Stattdessen übten wir heute mit den beiden die Grundlagen des Fohlen ABCs und nach genügend Input, durften sie auch wieder auf die Weide.
      Jetzt waren Fantasio und Ironic an der Reihe. Fantasio hatte sich inzwischen von dem letzten Jahr erholt, als gar nichts mit ihm gemacht worden war. Sein Fell war inzwischen wieder viel glänzender und kräftiger geworden und der Junghengst sah allgemein viel besser aus. Ironic hatte kürzlich eine Fohlenschau hinter sich und das Ganze ganz gut gemeistert, aber wir wussten auch, woran wir arbeiten mussten. Deshalb ging es mit den beiden heute in die Halle, wo wir das Führen mithilfe einer kleinen „Kür“ übten, es ging uns tatsächlich besser von der Hand als gedacht und zufrieden beendeten Kat und ich das Training mit den Hengsten.
      Nun waren zwei aufgeweckte Stuten an der Reihe, wobei ich dabei Kat lieber die kleine Mellow Billow übergab. Sie war zwar aufgeweckt, aber keineswegs so temperamentvoll wie Ruffians Daughter. Denn die Jährlingstute hatte wirklich Feuer unter dem Hintern. Mit den beiden Stuten übten wir immer noch die Grundlagen, damit der spätere Umgang wie von selbstverständlich von Statten gehen würde. Bis wir aber dort angelangt waren, würde es noch ein Weilchen dauern… Stillstehen mochten die beiden gar nicht und ordentlich neben einem herlaufen auch nicht, es war manchmal echt ein Kampf, aber man sah die Fortschritte und so gab ich nicht auf, sondern machte immer weiter.
      Mit Occani und Nessaja hatten wir wesentlich leichteres Spiel, beide Stutfohlen waren von Grund auf einfach Sonnenscheine und benahmen sich dementsprechend auch so. Auch Never look back und Dead Memories benahmen sich wunderbar, auch wenn es uns bei Memos vollem Namen immer schauderte. „Wer nennt ein Fohlen so?“, fragte Kat verständnislos und schmuste mit dem Rotfalben, mir war es auch unklar, aber was wollte man dagegen tun, er war nunmal so eingetragen… Als letztes betüddelten wir noch Cruel Twist of Fate. Der kleine Painthengst war erst seit einem knappen Monat bei uns und sollte uns beim Spielen erst einmal kennenlernen, Kat hatte ihn natürlich sofort ins Herz geschlossen!
      Nachdem alle Fohlen gepflegt waren, machten wir uns an die Arbeit, die Unterstände auszumisten und frisch einzustreuen und die beliebten Toilettenecken auf der Weide abzuäppeln. Danach füllten wir die Heunetze und – raufen neu auf und dann war der Tag auch schon beinahe wieder rum. Ich schaute noch bei den Stuten und Hengsten nach dem Rechten, aber Ethan hatte seine Arbeit vorbildlich erledigt, so dass auch die Großen versorgt waren. Müde kehrten wir also ins Haus zurück, wo wir alle erst einmal duschten, ehe Kat uns zu einem Filmabend mit Popcorn überredete und wir doch tatsächlich Spirit und Bärenbrüder schauten!
    • Eddi
      silver creek ranch
      Ein Neuankömmling
      22. Juni 2015 - von Eddi
      Gähnend watschelte ich Richtung Bad, so müde wie heute war ich schon lange nicht mehr, aber wenn der Tag versprach heiß zu werden, lohnte es sich eben doch, etwas eher aufzustehen, gerade wenn man einen Neuankömmling erwartete.
      Kat sprang wie immer quietschvergnügt in der Küche herum und reichte mir direkt eine Tasse Kaffee. „Danke“, murmelte ich und setzte mich an den Tisch, um mein Getränk zu schlürfen. „Wer kommt heute?“, fragte Kat neugierig und ich erzählte ihr von Long Island Icetea. Ein Reitponyfohlen, was bereits schon einmal in meinem Besitz gewesen war und es nun bald wieder sein sollte.
      „Nessaja wird sich freuen, ihre alte Freundin wiederzutreffen“, meinte ich grinsend. Dann ging es nach dem Frühstück auch direkt nach draußen – die Pferde wollten gefüttert werden. Danach säuberte ich die Offenställe der Jungpferde, ehe ich mir Nessaja holte, sie putzte und ein wenig beschäftigte, bis Icetea kommen würde.
      Als es dann so weit war, brachte ich die beiden Jungstuten gemeinsam auf eine der kleineren Weiden, damit sie sich „kennenlernen“ konnten. Tatsächlich erkannten sie sich recht schnell und tobten gemeinsam über die Weide. Ich ließ sie den Vormittag noch extra und kümmerte mich um die älteren Jungpferde, denn dort ging langsam die Ausbildung los.
      Hollybrook’s Fairy Bluebird und Joyce wurden inzwischen regelmäßig longiert und sollten demnächst an Sattel und Trense gewöhnt werden. „Bald zieht ihr beiden um“, meinte ich lachend, nachdem ich beide Stuten aufgehalftert und von der Weide geführt hatte. Ich putzte sie gründlich und gab Joyce dann an Ethan ab, der mit ihr ein wenig Bodenarbeit auf dem Platz machte, während ich Fee longierte.
      Die Foreststute machte sich wunderbar und würde das perfekte Gegenstück zu Zarin sein, ich freute mich schon darauf, sollte ich die beiden irgendwann doch mal endlich gekört bekommen. Auch von Joyce hörte ich nur Gute. Der interessante Mix aus Criollo und Tinker machte sich sehr gut, eine Kreuzung die man eindeutig ausbauen könnte.
      Nach den beiden kümmerte ich mich um die kleine Tiny Girl. Inzwischen war sie für ihre Rasse schon groß, aber trotzdem der Zwerg auf der Weide, selbst Occani übertrumpfte mein AMH inzwischen. Aber an Arbeitsmotivation war die kleine Scheckung wiederum nicht zu schlagen und so machte sie auch heute bei der Bodenarbeit wieder gut mit. Mein Ziel war ja, sie bald anzufahren, damit wir in Zukunft in diese Richtung gehen würden.
      Raunchy’s Limited trat ich heute an Kat ab. Die liebte die kleine Reitponystute, welche auch immer mehr nach ihrem Vater kam, mir ging es nicht anders. Quintesse of Xaras arbeitete ich selber noch einmal, aber dann mussten auch erstmal die restlichen Offenställe gemacht werden. In der Zeit kümmerte sich Ethan um Prazzy’s Goldbell und Painted Blur. Kat putzte noch Destiny Horror, ehe sie das Mittagessen machte.
      Danach ging es auch direkt weiter. Ich gewöhnte Altyn allmählich an den Sattel, denn der Achal Tekkiner war auch allmählich für mehr als nur Bodenarbeit bereit. Shawnée hatte heute frei und wurde nur ein bisschen von Kat betüddelt, genauso wie Fantasio.
      Mon petit écrou hingegen wurde von Ethan beschäftigt und die beiden hatten auch sichtlich Spaß. Mit Outlaw Torn unternahm ich einen Spaziergang, ehe wir gemeinsam mit Ironic und Ruffian’s Daughter ein wenig Anti-Schrecktraining machten. Outlaw war total entspannt, Ironic erschrak sich ab und an, lernte aber schnell, aber bei Ruffian hatten wir echt noch allerhand zu tun.
      Mellow Billow ließ ich heute auf der Weide, sie hatte ich erst gestern longiert, da musste sie nicht schon wieder dran glauben. Nessaja hatte heute sowieso frei und wurde stattdessen gemeinsam mit Icetea wieder in die kleine Herde gebracht. Das Anfangstheater war groß und daran interessierte sich kaum noch jemand für den Neuankömmling. Alles lief nach Plan.
      Never look back und Dead Memories waren noch recht neu bei uns und so hatten sie immer noch etwas Schonfrist. Nicht anders verfuhr ich bei Paddington, der sowieso noch recht jung war und einfach das Fohlen-ABC lernen sollte.
      Als Abschluss gingen Kat und ich noch mit Caruso und Cruel Twist of Fate ein Ründchen spazieren und ließen die beiden auch im Wasser plantschen. Dann wurde es auch schon Zeit für die zweite Fütterung und das ein oder andere Pferd wollte auch noch geritten werden, ach hätte der Tag nur mehr Stunden.
    • Eddi
      silver creek ranch
      Der ganz normale Wahnsinn
      11. Juli 2015 - von Eddi
      Momentan standen auf der Ranch allerhand Umplanungen an, viele zu Gunsten der Pferde, aber manche auch nicht. So entschied ich mich, einen Teil meiner Vierbeiner abzugeben, ich brauchte wieder ein bisschen mehr Übersicht, so würde ich das Ganze einfach nicht mehr schaffen. Dementsprechend hatte ich direkt meine geliebte Freundin Elisa angerufen und gefragt, ob sie nicht zufällig Interesse an zwei wundervollen Reitponyfohlen hatte. Da sagte sie natürlich nicht nein und schon wusste ich zwei Jungpferde in guten Händen. Einige weitere sollten auch gehen, aber bis dahin musste der Alltag trotzdem weiterlaufen. Dementsprechend begann auch mein heutiger Tag wieder kurz nach um fünf.
      Gähnend stand ich auf, machte mich im Bad fertig, um mir dann unten in der Küche flott eine Tasse Cappuccino einzuwerfen, ehe es auch schon raus zu den Pferden ging. Alle mussten gefüttert werden, die Tränken mussten kontrolliert werden und die Unterstände gemistet. Erst wenn das alles geschafft war, konnte ich mich den Vierbeinern selbst widmen. Heute wollte ich mich da vor allem mit unseren Jungpferden beschäftigen. Für einige wurde es auch allmählich Zeit, dass sie aus den Kinderschuhen wuchsen und in die Fußstapfen ihrer Eltern traten, doch diesen Monat wollte ich ihnen noch Zeit lassen.
      Joyce war zum Beispiel bereits letztes Jahr eingeritten worden, hatte jetzt aber noch einmal eine lange Pause haben dürfen und war in dieser auch noch einmal ordentlich gewachsen. Heute wollte ich sie zumindest mit Sattel longieren, damit sie sich wieder daran gewöhnte. Für Hollybrook’s Fairy Bluebird würde es heute das allererste Mal sein, dass sie einen Sattel und eine gebisslose Zäumung trug. Dafür machte sie das aber wirklich traumhaft und wir konnten das Training mit einen super positiven Ergebnis beenden.
      Tiny Girl und Raunchy’s Limited waren eigentlich auch allmählich an der Reihe, also zumindest Limited. Tiny wollte ich eventuell bald einfahren lassen, sobald sie ihren letzten Wachstumsschub ein Weilchen hinter sich hatte. Sie würde sich sicherlich gut vor der Kutsche machen! Limited longierte ich heute ordentlich, denn die Reitponystute sollte allmählich Muskeln aufbauen, damit wir bald mit dem Einreiten beginnen konnten.
      Bei Quintesse of Xaras wagte ich heute den Schritt: Das erste Mal auf ihren Rücken. Ethan unterstützte mich dabei und führte Quinnie. Das lief besser als gedacht! Aber die Criollostute war eigentlich sowieso dafür bekannt, dass sie alles brav mitmachte. Was für ein Erfolg! Bei meinem Pajero-Nachkommen war ich da leider noch nicht so weit. Prazzy’s Goldbell war nicht so motiviert wie die anderen Jungpferde und deshalb hingen wir auch noch etwas hinterher. Momentan erarbeiteten wir uns das Longieren mit dem Sattel und das Kennenlernen des Gebisses.
      Da war er aber zumindest gleichauf mit seinem besten Kumpel Painted Blur, der sehr motiviert mitmachte, aber auch ein Weilchen brauchte. Die beiden Warmbluthengste würden sich schon noch machen und dann würden alle staunen! Destiny Horror hatte sich inzwischen auch gemacht. Aus dem ängstlichen Fohlen war inzwischen eine doch recht selbstbewusste Stute geworden, die motiviert mitmachte und bereits schon einmal einen Reiter auf ihrem Rücken gehabt hatte.
      Altyn war der letzte in der Gruppe der Großen. Er sah inzwischen immer mehr wie sein Papa aus und ich freute mich riesig darüber, denn während Alazar bereits seinen Ruhestand genoss, sollte Altyn allmählich in seine Fußstapfen treten und bisher machte er seinem Papa auch alle Ehre. Seine Halbschwester Nüsschen (Mon petit ecrou) hatte da noch wesentlich mehr Zeit und genoss ihre Fohlenzeit in der ich sie nur ab und an mit dem Fohlen-ABC nervte.
      Dafür ging ich Shawnée wesentlich mehr auf den Geist. Mein hübsches Welshfohlen war sehr selbstbewusst und testete nur zu gerne, dementsprechend hatte ich mit ihr alle Hände voll zu tun. Angenehme Abwechslung brachte dann immer Outlaw Torn, der Hübsche, welcher stets geduldig war und gerne mitarbeitete. Er würde dieses Jahr auch drei werden und so langsam wurde aus dem Fohlen ein junger Hengst.
      Fantasio, Ironic und Ruffian’s Daughter würden uns demnächst verlassen. Es fiel mir zwar schwer, aber für die ersten beiden hatte ich schon wundervolle Zuhause gefunden. Ironic würde zu seiner Züchterin zurückkehren und dort als stolzer Nachkomme seines Vaters leben. Fantasio würde wahrscheinlich auf eine Ranch in Kanada ziehen, da war ich bisher auch sehr gespannt. Für Ruffian suchte ich hingegen noch, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
      Bei Mellow Billow hatte ich ein Weilchen überlegt, ob ich sie wirklich behalten wollte, aber auch heute, als ich die junge Stute von der Weide holte, wusste ich, dass ich mich von ihr nicht trennen könnte. Mellow war lieb, hübsch und immer motiviert, so etwas gab man einfach nicht gerne ab. Genauso wie Occani, die vergötterte ich auch und vielleicht wäre sie ja das passende Gegenstück für Heartbreaker.
      Sollte ich wiederum Never look back irgendwann abgeben wollen, hatte ich schon eine Interessentin die gefühlt auf heißen Kohlen saß: Elisa. Sie vergötterte die Buckskin-Stute schon jetzt und würde ich ihr auch nur annähernd die Chance geben, sie wäre sofort dabei. Aber bisher hatte ich mich selber in die Stute verguckt und wollte sie gerne als Gegenstück für Feuervogel. Stattdessen plante ich aber, Dead Memories wieder abzugeben. Der Rotfalbe hatte sich in der Zeit auf der Ranch echt gemacht, aber irgendwann trennten sich unsere Wege eben wieder.
      Wen ich niemals abgeben würde, war Paddington. Auch heute war der kleine Hengst wieder zauberhaft und es machte immer tierischen Spaß mit ihm spazieren zu gehen, zu spielen oder einfach nur Quatsch zu machen – herrlich! Sein bester Kumpel war übrigens Cruel Twist of Fate, hätte ja nicht gedacht, dass die beiden sich mal so gut verstehen würden, aber siehe da! Und der dritte im Bunde? Richtig: PFS‘ Caruso. Das NF machte sich wirklich gut und wir übten momentan fleißig das Fohlen-ABC. So war auch der heutige Tag wieder vollgepackt bis zum Geht nicht mehr und ich war echt froh, als ich es endlich geschafft hatte und mich in mein Bett fallen lassen konnte.
    • Eddi
      silver creek ranch
      Allein auf dem Reitplatz
      01. August 2015 - von Eddi
      Stöhnend stieß ich mich mit den Händen von der Tischkante ab, so dass ich mit dem Stuhl nach hinten rollte bis zum Bücherregal, dann drehte ich mich um und stieß mich wieder zurück. Wer dachte, ich würde ernsthaft an irgendwas arbeiten, wenn ich im Büro saß, der hatte sich getäuscht. Meine Lieblingsbeschäftigung war tatsächlich mein Drehstuhl. Leider ließ der den Stapel auf meinem Schreibtisch auch nicht verschwinden. Schade eigentlich, ich hatte nämlich keinen Bock auf Rechnungen, Bestellungen, Anfragen und das Aktualisieren der Pferdeakten.
      An sich wäre es angenehmer gewesen, wenn ich alles übers Internet gemacht hätte, aber das Gefühl von Papier in den Händen war einfach schöner und wenn man in den Schubladen die Pferdenamen alphabetisiert vorfand, war das meines Erachtens noch schöner. Natürlich war auch alles im PC gespeichert, aber hey, ich fand, dass solche Akten was hatten und es gab eh genug Papiere, die man ausgedruckt vorliegen haben musste.
      Vor mir lag die Akte von Never look back. Kürzlich hatte ich mich darum gekümmert, dass ihre Abstammung offiziell anerkannt wurde. Nun besaß die hübsche kleine Stute einen vollen Stammbaum und war direkt in ihrem Wert gestiegen. Fünf Jahre war die kleine Maus schon, es würde nicht mehr lange dauern, bis sie endgültig in das Leben eines Reitponys eintreten würde. Aber ein paar Monate wollte ich ihr noch Zeit lassen, außerdem machte die Bodenarbeit unerwarteter Weise mit ihr sehr viel Spaß, also konnte ich ihr noch allerhand Unsinn beibringen, ehe sie uns wirklich verlassen würde.
      Wohin war klar, eine andere Möglichkeit hätte es für Never doch sowieso nicht gegeben und ich wäre wahrscheinlich bei einer anderen Erwägung nun schon einen Kopf kürzer. Das einzige was ich wollte war sowieso, dass es ihr gut ging und ich sie im Falle des Falles zurückbekam. Das alles war bei Elisa gesichert und ich war der Meinung einen besseren Ort als TSA konnte es nicht geben. Aber vorher stand Never noch bei mir und ehe ich mir weiter Geschichten darüber anhören musste, wie schlecht es ihr doch bei mir ging, klappte ich ihre Akte zu und machte mich zu dem leibhaftigen Pferd.
      Bevor die Abstammung anerkannt wurde, hatte Never auch gemessen werden müssen und deshalb wusste ich nun, dass meine Stute genau 145cm groß war. Ich war aber eindeutig der Meinung, dass sie wesentlich größer wirkte, obwohl das auch einfach nur an ihrem fetten Weidebauch liegen konnte. Den trainierten wir mit viel Longenarbeit momentan auch weg und die Arbeit trug Früchte. Ehe Never uns verlassen würde, würde sie fit wie ein Turnschuh sein und auch dementsprechend schick aussehen.
      Spontan hatte ich auch entschieden, dass sie bis dahin eingeritten sein sollte. Das hatte ich oft genug bei meinen eigenen Pferden gemacht und falls ich das ein oder andere nicht richtig hinbekam, konnte das Elisa dann mit Leichtigkeit selbst beheben. Aber bevor wir nun damit loslegen konnten, musste ich Never erst einmal sauber bekommen.
      Ihre Lieblingsbeschäftigung war es, sich in den Fluss zu legen. Mitten in den Schlamm und so sah sie dann auch aus. Sie triefte regelrecht, weshalb ich sie erst einmal genervt abspritzte. Bei unseren 30°C würde sie aber eh schnell genug wieder trocken sein und um das zu beschleunigen, machten wir nach der Säuberungsaktion einen schönen Spaziergang über die Ranch. Ein bisschen würde ich die einfache Ranch schon vermissen, aber ehrlich? Ich brauchte wieder Trainingsplätze!
      Nachdem Never trocken war (und das war auch der Grund, weshalb sie trocken werden musste), sattelte und trenste ich sie. Never war schon recht weit oder auch nicht, wenn man bedachte, dass sie fünf Jahre alt war. Sie kannte Longiergurte (als Vorgänger zum Sattel), den Kappzaum, den Sattel und war so schon gut vorbereitet.
      Wiederum kannte sie aber nur gebisslose Zäumungen und da ich erahnte, dass das Elisa vielleicht ein bisschen gegen den Strich gehen könnte, wurde Never heute auch noch mit dem einfach gebrochenen Gebiss bekannt gemacht. Probleme machte sie nicht, aber ich bezweifelte auch, dass ihr das alles wirklich neu war. Am Ende hatten wir es sogar schon zusammen geübt und ich hatte es einfach nur vergessen, das würde wohl gut zu mir passen.
      Wir machten einen kleinen Spaziergang mit der gesamten Ausrüstung, ehe wir uns auf den Reitplatz verzogen. Schon öfter hatte ich nun für ein paar Minuten auf der Stute gesessen, da mir aber ein longenkundiger Mitarbeiter fehlte, hatte ich sie bisher nie geritten, das testeten wir dann eben heute aus. Never war kein Pferd, was dabei unnötig Probleme machte. Sie lief los, als ich es wollte und hatte zumindest im Schritt kaum Probleme mit dem Gleichgewicht. Wir beließen es dann aber auch heute bei den fünf Minuten, denn das machte sie wirklich gut und dafür hatte sie sich eine Belohnung verdient.
      Es gab eine ordentliche Portion Müsli mit einer zermantschten Banane und zwei Äpfeln. Never veranstaltete eine unheimliche Sauerei in dem Eimer und als sie mir mit ihrem vollgesabberten Maul einen Schmatzer geben wollte, wich ich angeekelt zurück. Das war der Nachteil von Never, sie war schlichtweg eine kleine Sau.
    • Eddi
      silver creek ranch
      Elisa zu Besuch
      05. August 2015 - von Eddi
      Kat hatte ein köstliches Frühstück zubereitet, also wenn sie ein was konnte, dann kochen. Das hatte sie sich aber auch erst während des letzten Jahres auf der Ranch angewöhnt, weil hier nirgendwo in der Nähe auch nur irgendetwas in Richtung Essen war. Tatsächlich hatte das gute Essen heute aber einen besonderen Grund und der saß mir gegenüber am Tisch und maulte über einen Jetlag. „Elisa? Du kommst beinahe von nebenan, da kann man keinen Jetlag haben“, meinte ich nur knapp und Kat musste sich ein Grinsen verkneifen. Ethan war schon wieder nicht mehr auffindbar, der flüchtete bevorzugt, wenn mehr als ein weibliches Wesen im Haus unterwegs war, er war halt immer in der Unterzahl, der arme Kerl.
      Elisas Besuch war natürlich nicht nur mal so, sondern hatte durchaus einen Grund. Obwohl ich ausnahmsweise mal sie gebeten hatte, zu kommen. Ich glaube unsere Gründe für den Besuch gingen trotzdem in unterschiedliche Richtungen. Ich brauchte jemanden erfahrenen an meiner Seite, um Never look back endlich endgültig einreiten zu können, aber ich glaubte, dass Elisa sich darunter wesentlich mehr vorstellte. „Bis nach Kanada wirst du sie zumindest schlecht reiten können“, holte ich Elisa aus ihren Tagträumereien. Immerhin hatten wir es kurz nach neun und heute wollten wir direkt anfangen.
      Gemeinsam machten wir uns auf den Weg, um Never von der Weide zu holen. Als die Buckskinstute in Sicht kam, schnappte Elisa erst einmal willkürlich nach Luft, doch ich grinste nur. Never hatte sich mal wieder ein ausgiebiges Schlammbad im Fluss gegönnt und stand nun erst auf mein Rufen auf, dementsprechend sah sie auch aus: ab dem Bauch braun. „Ich bin ja dafür, du putzt“, meinte ich lachend, immerhin hatte Elisa sich vorhin regelrecht darum geprügelt.
      Schweigend sammelte sie die Stute ein, welche sie mit einem Brummeln in Empfang nahm. Gemeinsam wuschen wir sie dann erst einmal, ehe man überhaupt mit dem Putzen anfangen konnte. Danach war sie aber recht schnell fertig und da ich die Stute dann doch ein wenig besser kannte, durfte ich mich als erstes in den Sattel schwingen. Das währte aber nicht lange und Elisa fand schnell Gründe, weshalb wir nun dringend die Positionen wechseln müssten. Ich erahnte ja sowieso bereits, dass mir von der Stute nicht mehr sonderlich viel bleiben würde.
      Und so war es dann auch. Ehrlich gesagt verbrachte Elisa fast jede freie Minute mit Never, es sei denn, Feuervogel kam in Sicht. Erst kürzlich hatte ich sie dabei erwischt, wie sie mit meinem Palomino ein paar Entführungstheorien besprach, ich glaube, die waren nicht für meine Ohren bestimmt gewesen. Aber ich erlaubte ihr, auch mit Feuervogel den einen oder anderen Ritt zu machen und schlecht war es ja nicht, immerhin sollte sich Never ja auch an andere Pferde und auch Hengste gewöhnen.
      „Er bleibt trotzdem hier“, meinte ich eisern, während Elisa mich mit Hundewelpenblick anstarrte. Genervt seufzte ich auf. „Nehm Never mit, bitte gern, aber Feuervogel bleibt!“
      Tja und so verbrachten wir eine sehr ereignisreiche Woche, in welcher vor allem meinen Reitponys wirklich viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
    • Eddi
      silver creek ranch
      Lange Tage
      27. August 2015 - von Eddi
      Grübelnd saß ich gemeinsam mit Kat und Ethan am Frühstückstisch. Ich wusste gar nicht so recht wie ich beginnen sollte, aber vielleicht fing ich einfach an, das wäre wohl das einfachste. „Leute? Ich muss euch was sagen“, meinte ich und zog die Stirn ein wenig kraus. Ethan und Kat sahen mich neugierig an, sie schienen mit nichts Besonderem zu rechnen, maximal mit einem neuen Pferd, aber sonst. „Es ist nicht das was ihr denkt“, sagte ich genervt und haute es dann einfach raus: „Ich ziehe weg. Die Ranch steht schon zum Verkauf.“
      Tja, da waren meine beiden Mitbewohner erst einmal baff, aber es ging nicht anders. Ich hatte die Pause in Wyoming wirklich genossen, aber es war langsam Schluss damit. Ich sehnte mich wieder nach einem richtigen Gestüt und nach Mitarbeitern und genau das wollte ich umsetzen. Kat und Ethan schwiegen, sie schienen nicht so recht zu wissen, was sie sagen sollten. Auch sie hatten diese Pause genutzt, um aus ihrem alten Stress heraus zu kommen, aber beide waren eher Stadtmenschen und nicht für das Land geschaffen und das hatten sie auch schon oft zugegeben.
      Wir frühstückten relativ schweigend zu Ende und dann machte ich mich auch schon auf den Weg nach draußen, die Pferde mussten immerhin versorgt werden. „Ich übernehme die Hengste!“, erklärte sich Ethan bereit und stand mit auf. Schweigend warf ich vier Heubündel auf die Schubkarre und machte mich auf den Weg in Richtung Stutenweide. Die Heunetze wurden alle frisch aufgefüllt und der Rest kam in die Raufen. Dann mistete ich die Unterstände und machte mich auf den Weg zu den Fohlen.
      Im Stall traf ich wieder auf Ethan, der nun auch fertig war. Gemeinsam brachten wir die neueren Pferde auf die kleineren Weiden und misteten deren Boxen aus. Neu waren Fandango und Scheherazade, welche immer noch getrennt von den anderen standen, das war mir doch lieber. Doch schon bald sollten dann auch sie umgesiedelt werden, aber ein wenig Zeit hatten wir ja noch. Da nun die grundlegende Arbeit fertig war, konnte ich mit dem Training beginnen. Dabei standen an vorderster Spitze unsere momentanen Körungskandidaten und davon hatten wir mehr als genug.
      Dementsprechend holte ich Classic Gold und CH’s Sun is Shining von der Weide. Zweitere packte ich erst einmal auf den Paddock und erstere wurde geputzt und zum Longieren fertig gemacht. Den Probedurchlauf für die Krönung hatten Classic Gold und ich schon hinter uns, nun wurde es langsam ernst und ich hoffte, dass das bald mal von Statten gehen würde. Hier in Wyoming hatten sie es nicht so mit regelmäßigen Krönungen, die waren manchmal Monate lang offen.
      Classic Gold longierte ich heute nur locker vorwärts-abwärts. Sie sollte fit bleiben, aber gestern waren wir auf einem Turnier gewesen, deshalb machten wir heute nur muskelkater-vorbeugendes Training. Sunny musste stattdessen mehr dran glauben. Die Araberstute sattelte ich mir und ging mit ihr für ein Stündchen auf den Reitplatz, um die kommenden Aufgaben durchzureiten und unsere Fehler noch auszubessern.
      Danach waren Ice Coffee und Cual Maniaca an der Reihe. Ich schnappte mir Kat für einen kleinen Ausritt und setzte die Anfängerin auf die brave Westernstute. Manni wäre nichts für sie gewesen, sie war viel zu zickig dafür. Der Ausritt verlief aber ganz entspannt, auch wenn Kat nur grummelnde Töne von sich gab. Wieder auf der Ranch traf ich auf Laurel, welche die Reitbeteiligung von Lila Wolken und Hákur war, dementsprechend waren die beiden Isländer heute versorgt.
      „Wenn du fertig bist, können wir auch noch einen Ausritt mit Milka Luflee und Hyreygur machen!“, bot ich ihr an und Laurel schien sich nach einem anstrengenden Schultag sichtlich auf diese Abwechslung zu freuen. In der Zwischenzeit bewegte ich Allelujah und Feuervogel, meine beiden hübschen Palominos. Mit beiden Junghengsten hatte ich genug zu tun und war danach eigentlich auch echt k.o., aber der Tag war noch nicht einmal zur Hälfte rum! Auf mich wartete nun noch ein Dressurtraining mit Dr. Insektor und ein Geländeritt mit Hollybrook’s Zarin. Ethan wollte uns auf Schneeleopard begleiten und das Training beobachten, außerdem wollte ich ungern alleine im Gelände springen, wenn doch einmal etwas passierte, hatte ich keine Hilfe vor Ort.
      Ethan versorgte danach beide Hengste, damit ich in der Zeit erst Animby und dann Absinth longieren konnte. So viele Pferde alleine zu bewegen machte definitiv keinen Spaß. Umso dankbarer war ich dann, als die ersten Pferdemädchen eintrafen. Ich hatte zwei feste Gruppen je fünf Mädchen erstellt, welche zweimal die Woche kamen und Reitunterricht bekamen. Sie hatten auch jeder ein eigenes Pflegepferd und so standen einige Minuten später fünf Stuten am Putzplatz und wurden vorbildlich versorgt.
      Dabei handelte es sich um Apache’s Tomahawk, Caribic Sue, Freeway, Walking in the Air und das Kürbisvieh. Die Mädchen liebten ihre Pferde und gingen immer sehr umsichtig mit ihnen um. Dementsprechend verlief auch die heutige Stunde wieder sehr entspannt und lehrreich. Am Ende standen alle Pferde wieder zufrieden auf den Weiden und die erste Gruppe zog ab. Aber die zweite stand schon in den Startlöchern.
      Da diese aber jünger war, holte ich die Pferde selbst von der Weide. Aus dem Grund fing ich mir Naimibia, Herbsttraum, Occani, Deep Silent Complete und Come Whatever May ein und nahm sie mit zum Putzplatz. Dort wurden sie direkt umzingelt und liebevoll versorgt. Für die zweite Gruppe stand heute ein Spazierritt an und deshalb nahm ich die kleine Little Chocolate Chip als Handpferd für mich mit, während ich mir Chou fertig gemacht hatte.
      Nach dem Ausritt ging es wie immer noch einmal zu den Shetlandponys und diese wurden dann mit Streicheleinheiten und Leckerlis umsorgt. Werina und Mondscheinsonate liebten das besonders, aber auch Window holte sich gerne das ein oder andere Leckerli ab. Hoppla stand mit bei dem kleinen Shetty und bekam dementsprechend auch Streicheleinheiten.
      Danach war auch die zweite Gruppe weg und nun war es bereits später Nachmittag. Ich gönnte mir eine Pause, bei welcher ich bei Khiara El Assuad und Quintesse of Xaras vorbeischaute. Die beiden standen grasend am Koppelzaun und ließen sich gerne ein wenig kraulen. Dann ging es für mich auch schon in den Endspurt. Sika, Cover the Sun, Morning Sun und Raunchy’s Limited wollten noch bewegt werden, außerdem musste ich auch noch bei Joyce vorbeischauen. Danach war ich für heute fertig, die Pferde bekamen noch ihr Abendheu und dann ging es unter die Dusche und zum Abendbrot.
      Am nächsten Tag saßen wir erneut schweigend am Frühstückstisch, bis Kat damit rausplatzte, dass sie eh wieder zurück nach New York kehren wollte und Ethan sich auch dafür entschieden hatte. „Das ist gut. Ich habe nämlich auch schon Interessenten für die Ranch“, meinte ich lächelnd und schaute in zwei entsetzte Gesichter, damit hatten sie anscheinend nicht gerechnet. Tja, so war das Leben.
      Der Tag begann wie jeder andere mit Füttern und Abmisten und dann ging es los mit dem Training. Heute widmete ich das vor allem den Hengsten und Fohlen. Zu allererst waren Leitz und Vertigo an der Reihe. Beide ließ ich freispringen. Danach ging es direkt im fliegenden Wechsel weiter, denn Sikari musste noch longiert werden und mit Rosewell arbeitete ich weiter am Fohlen ABC, das saß nämlich noch nicht so richtig. Piccolo’s Blaze, Niyo und Caillou hatten momentan frei, deshalb hatte ich genug Zeit, mich um unsere Nachzuchten zu kümmern. Korah schmuste ich nur, aber mit Panta Rhei und Amadahy ging es schon in Richtung Bodenarbeit.
      Danach war Talya an der Reihe, die junge Stute machte sich momentan wunderbar, allerdings war sie noch längst nicht an der Reihe. Erst einmal würde Amazed Marlin an einer Krönung teilnehmen und hoffentlich so in die Fußstapfen von They call her Fiorina und Donatella treten. Ebenso war Elliot erst kürzlich gekört wurden und nun der neuste Zuchthengst im Stall. Calimero II musste stattdessen erst einmal lernen, dass man während des Putzens still stand, da hatte er viel mit Frozen Bubble und Nabiri gemein, denn alle drei Fohlen waren die Unruhe in Person.
      Deshalb brauchte ich dann erst einmal eine Fohlenpause und holte mir Pajero und Heartbreaker für einen Ausritt. Heartbreaker ging als Handpferd mit und wir genossen den Ausritt wirklich, er war mal wieder richtig schön entspannt. „Ausritt mit den Westernpferden?“, fragte ich Kat und Ethan und natürlich sagten diese nicht nein. Also machten wir uns gemeinsam mit Dissident Aggressor, Call me a Twist und Morrigan auf den Weg. Die Weidezäune kontrollierten wir nebenbei auch direkt und schlichteten einen heftigen Streit zwischen Golden Ebano und Pawaneeh. Die beiden Vollbluthengste konnten sich noch nie wirklich leiden und zankten sich selbst über den Zaun hinweg an.
      Wieder da stattete ich kurz Aristo und Thorondor einen Besuch ab. Die beiden hatten heute frei, genauso wie Bandit und die drei schienen damit sichtlich glücklich zu sein. Im Gegensatz zu Hugo Boss, der nämlich mit mir in die Springstunde musste, genauso wie Carachillo und Varulv. Denn drei der gestrigen Reitmädels waren schon etwas fortgeschrittener und sprangen für ihr Leben gerne.
      Nach dieser Stunde wurden die Hengste abgesattelt und abgewaschen. Der Tag neigte sich bereits dem Ende zu, dabei musste ich noch Albertino longieren, mit Altyn ins Gelände und mit meinem geliebten He’s called Trüffel wollte ich noch ein wenig Bodenarbeit machen. Denn der junge Hengst stand seit neusten mit bei den großen und wurde allmählich zum Reitpony ausgebildet. Also theoretisch war er schon eingeritten, aber manchmal war er noch etwas schreckhaft und die Kommandos saßen noch nicht, aber genau das wollte ich heute ein wenig erarbeiten, damit dann das Training unter dem Sattel einfacher von der Hand gehen würde. So wie ich Trüffel kannte, würde er sowieso einwandfrei mitmachen und wir würden auch heute wieder große Fortschritte erzielen. Ich erahnte bereits, dass ich das kaum schaffen würde, aber ich gab mir Mühe und siehe da! Am Ende des Tages waren alle Pferde versorgt.
      Der nächste Morgen war von Stress geprägt, denn Kat hatte ein plötzliches Vorstellungsgespräch in New York erhalten und musste deshalb schon eher los. Ich war eigentlich gerade dabei, nach potenziellen Höfen zu schauen, als Ethan ins Haus gestürmt kam und mir wild gestikulierend erklärte, dass der Zaun der Jungpferde ein Leck zu haben schien und die Hälfte davon im Nirgendwo war. Toll.
      Also schnell anziehen und los auf die Suche. Vorher machte ich aber eine Bestandsaufnahme von den Verbliebenen und sperrte das doch beachtlich große Loch im Zaun ab. Da waren noch circa 8 Fohlen. Ich konnte Sibiria entdecken, Caruso, Paddington, Outlaw Torn, Dead Memories, Hollybrook’s Tiny Girl, Destiny Horror und Hollybrook’s Fairy Bluebird. Also fehlten eindeutig noch genug.
      Als erstes entdeckte ich mitten im Wald Prazzys Goldbell. Der wollte sich natürlich gar nicht einfangen lassen und kam nur zu mir, weil Shawnée wiehernd und im Eiltempo auf mich zugetrabt kam. Ethan hatte auch Glück und erwischte Dead Memories und Never look back. „Puh. Wäre der was passiert, wäre ich dran gewesen!“, meinte ich lachend und musste an Elisa denken.
      Es fehlten noch Mellow Billow und Mon petit écrou. Die beiden Stuten waren aber gar nicht so weit gekommen wie gedacht und ich hatte auch beim Einfangen Glück. Auf dem Heimweg mit beiden lief uns noch Cruel Twist of Fate über den Weg. Und wieder an der Weide entdeckte ich Ethan mit Unitato und Abendprinz. Nun fehlten ja nur noch…ach ne!
      Da hatte ich noch einmal Glück gehabt, denn Herbstmond lief noch bei ihrer Mama mit und Acariya hatte ich auch mit zu den Welshponys gepackt. Um Sacre Fleur brauchte ich mir momentan keine Gedanken machen, die verweilte noch bei ihrer Mama bei kira, wobei sie auch langsam abgesetzt werden müsste…
      Ein letztes Mal zählte ich durch um zu kontrollieren, ob wirklich jeder da war, dann konnte ich mich zufrieden der Tagesordnung widmen.
    • Eddi
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      Getränkemarkt
      29. August 2015
      „OH NEIN! SCHEISSE! EY MANN, DAS IST DOCH NICHT WAHR!“, hörte ich Jojo lautstark durchs gesamte Haus fluchen und rannte daraufhin erst einmal auf sie zu, um ihr gegen die Schulter zu boxen und meine Hand auf ihren Mund zu legen, damit sie jenen hielt.
      Nach zwei Minuten Stille fragte ich, ob sie sich beruhigt hätte und Jojo nickte als Antwort nur erschöpft. Innerhalb dieser zwei Minuten hatten sich Elena und Gwen ebenfalls zu uns gesellt und das Schauspiel mitangesehen. Gwen starrte Jojo nur an, Elena versuchte sich am Hochziehen ihrer rechten Augenbraue, auch, wenn das noch nicht so ganz klappte.
      „Was ist denn?“, wollte Gwen schließlich beschwichtigend wissen und fiel fast vom imaginären Stuhl, als Jojo sagte, dass jetzt nicht nur König der Löwen, sondern auch noch Arielle im Fernsehen lief! Und zwar die Serie!
      „Sag mal, Elisa, wieso hast du eigentlich nur einen Fernseher?“ Das sah Gwen nämlich dann als Grund, mich dafür schuldig zu machen, dass sie sich jetzt entscheiden müssten.
      Ich seufzte. „Gegenfrage: Wieso trefft ihr beide euch bei mir, um ohne mich einen Film zu gucken?“
      „Wir drei!“, korrigierte Elena und noch während sie diese Aussage in den Raum warf, hob sie stolz grinsend die Hand. „Wir sind zu dritt.“
      „Das macht es nicht besser. Entscheidet euch oder geht.“
      Jojo hatte sich schon wieder von unserer Konversation abgegrenzt und philosophierte nachdenklich vor sich hin. Dazu hatte sie – sehr klischeehaft – die sogenannte „Denkerpose“ eingenommen, rieb sich mit Daumen und Zeigefinger am Kinn und sah, völlig in Gedanken verloren, in die Luft. „Wieso ist Arielles Papa eigentlich Triton? Wieso nicht Neptun oder Poseidon … was ja nicht irgendwie mehr Sinn machen würde?“
      „Du stellst Fragen“, grummelte Gwen leise vor sich hin und schüttelte nur den Kopf.
      „Ich stelle die wichtigen Fragen. – Ok, ich gucke Daredevil.“
      „Hä?!“, ertönte es nun von Gwen, Eli und mir, doch so schnell das auch aus unseren Mündern gekommen war, so schnell gaben wir es auch wieder auf, das zu hinterfragen. Jojo hatte eine Entscheidung getroffen – und die war endgültig. Ob das mit unserem Einverständnis oder gegen unseren Willen geschah, interessierte die egoistische Löwin kein Stück.

      Mir blieb am Telefon fast die Spucke weg, als Eddi mir auf einmal ankündigte, dass sich nicht nur ein Deutsches Reitpony auf dem Weg zu mir befand, sondern gleich drei. Auf meine Frage, welche beiden sie denn noch zu mir schicken wollte, kam als Antwort nur: „Memo und Limited.“
      Das war der ausschlaggebende Grund dafür, dass ich erst einmal kreischen musste, dann riss ich mich wieder zusammen und entschuldigte mich bei Eddi für diesen Ausraster – aber mit beiden Ponys hatte ich schon geliebäugelt und besonders die zwei hatten es mir wahnsinnig angetan.
      Auch, wenn ich Eddis Umschwung nicht so ganz nachvollziehen konnte, denn vor einer Weile hieß es noch, Raunchy's Limited und Dead Memories würden bei ihr bleiben, dennoch hatte wenigstens sie eingesehen, dass der beste Platz für Deutsche Reitponys nun einmal das Townsend Acres war. Fehlte nur noch die Einsicht, dass sowohl Feuervogel als auch Cresant Moon endlich mal zu mir umsiedeln würden! Letzteren müsste ich übrigens mal wieder genauer unter die Lupe nehmen. Auch, wenn ich Colin inzwischen einigermaßen vertraute, wenn es um meinen Cressi ging, so wollte ich doch sichergehen, dass es ihm gut ging. Nicht, dass ich das bezweifelte, aber Cressi brauchte nun mal seine Extraportion Liebe (von mir)! Außerdem hatte er nur das Beste vom Besten verdient und hier musste ich sicherstellen, dass er das, was ihm zustand, auch bekam. Punkt.

      „Hatten wir das Thema nicht schon einmal?“, stöhnte ich genervt auf, als Eli mich fragte, wie viele Getränke ich denn inzwischen hätte. Denn Limited hatte ihren Spitznamen gleich weg: Limo alias Limonade.
      Die fünfjährige Stute war mit Never look back und Dead Memories heute auf meinem Gestüt eingetroffen und schon hatten sich natürlich alle im Halbkreis um die drei versammelt, um sie auch zu begutachten. Gwens Augen verwandelten sich in Herzchen, als sie Memo sah; der schicke Hengst mit dem wilden Langhaar hatte es ihr dann direkt ziemlich angetan, aber bei wem schaffte er das auch nicht?
      Never look back hingegen wurde direkt von Elena am Strick gepackt. Diesmal war sie es, die ein Reitpony (?) von mir klauen (???) wollte (?????). Als Begründung lieferte sie ein „Die passt bestimmt toll zu Poppy!“ ab und wollte dann schon um die Ecke verschwinden, aber bevor sie das schaffte, hatte ich ihr den Strick schon wieder entrissen (anders wollte sie ihn nicht hergeben) und die Stute in ihre neue Box verfrachtet, in der sie sich direkt über das Heu hermachte.
      Memo und Limo kamen ebenfalls noch in ihren Boxen, damit sie sich eine Weile ausruhen und sich erst einmal eingewöhnen konnten, ehe wir sie mit den anderen Pferden bekanntmachen würden.

      Am Abend war so schönes Wetter, dass die vier coolen Reiterinnen und Elena sich noch auf einen kurzen Ausritt begeben würden. Damit Elena nicht mehr ganz so bockig war, weil sie Never nicht hatte mitnehmen und zu Poppysmic stellen können, setzte ich sie auf Levi. Das sorgte dann direkt dafür, dass sie selig lächelnd und stumm schweigend wieder glücklich war. Nicht nur ich vergötterte den Reitponyhengst, manchmal sollte es schon vorkommen, dass auch Elena ihre Liebe zu den sportlichen Ponys entdeckte.
      Joline saß mal wieder auf Hall of Fame CU – die beiden verstanden sich blendend und obwohl die klassische, englische Reitweise nicht so ganz Jolines Spezialgebiet war, passte sie sich Fame doch nur zu gern an und hatte sogar einige Reitstunden bei Matthew, Gwen und mir genommen, um sich eben jener Reitweise etwas anzunähern.
      Cardillac tänzelte unter mir mal wieder edel herum und ließ es sich nicht entgehen, unbedingt im Mittelpunkt zu stehen. Mein kleiner König, dem die Krone auf dem Kopf noch immer fehlte (diese Paketzustellungsfirmen waren ja so unzuverlässig!), schnaubte empört, als Elena Levi hinter den Ohren kraulte und gab erst Ruhe, als ich es ihr gleichtat – natürlich bei ihm, nicht bei Levi. Männer.
      Jojo saß auf Yuki, Gwen hatte ich einfach mit Halfter vor Très Jolies Box geschoben und ihr gesagt, sie solle die Palominostute auf einen Ausritt vorbereiten. Kein Wunder, dass Cardillac bei solch schöner weiblicher Gesellschaft mal wieder den Macho raushängen lassen musste.

      „Elisa fehlt noch Wodka“, meinte Jojo schließlich und unterbrach somit die minutenlange Stille, die uns zuvor umgeben hatte. Bis auf das dumpfe Geräusch der zwanzig Pferdehufe, die im Takt auf dem Boden aufkamen und leise Atemzüge hatte man bis gerade eben nichts hören können.
      „Wie jetzt?“ Verwirrt schaute Elena zu Jojo rüber und zog die Augenbraue hoch (hey, sie schaffte es sogar tatsächlich einigermaßen!).
      „Na ja. Sie hat ja jetzt 'ne Limonade und ihr fehlt noch ein Pferd namens Wodka. Ey, ich kannte sogar mal eins, das so hieß!“
      Auch, dass keiner mehr ein Wort dazu sagte, sondern wir alle nur unsere Augen verdrehten, brachte Jojo nicht dazu, den Mund zu halten. Stattdessen plapperte sie munter drauf los und erzählte und nonstop von den Abenteuern, die ihr der Wodka schon beschert hatte. Bei denen war ich mir manchmal gar nicht so sicher, ob es nicht besser gewesen wäre, hätte sie uns die nicht erzählt.
    • Eddi
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      Literarisch
      21. September 2015
      Joline und Jojo strahlten übers ganze Gesicht, als sie von ihrem „Ausritt“ (der aus einer zehnminütigen Runde um die Weide der Stuten bestand …) zurückkehrten. Jojo saß auf Raunchy's Limited, was für mich völlig unerwartet gewesen war. Als ich gefragt hatte, wen sie denn auf den Ausritt hätten mitnehmen wollen, kam von Jojo ein urplötzliches „ICH REITE LIMO! ICH NEHME DIE LIMO!“ und schon war die Sache gegessen. Oder getrunken.
      Oder einfach geregelt.
      Joline hingegen saß mal wieder auf Hall of Fame CU. Die beiden waren beinahe unzertrennlich geworden, und es würde mich auch nicht wundern, wenn ich Joline nur bei dem Palomino finden würde. Dennoch vernachlässigte sie die anderen Pferde nicht und auch, wenn sie ihre Lieblinge unter den Vierbeinern hatte, so ließ sie sich das doch kaum anmerken – außer, man wusste, um wen es sich da handelte, dann war alles ziemlich offensichtlich.
      Aus der anderen Ecke kam dann plötzlich Eli mit Nanu Nana, wieso auch immer sie sich mit der bunten Stute beschäftigte, wenn die Fohlen gleich um die Ecke waren. Aber gut, stören tat es mich nicht sonderlich, so hatte die ihre tägliche Beschäftigung immerhin erhalten und war für den Tag abgehakt. Auf meine Frage, warum sie sich gerade für die Stute entschieden hatte, die momentan mit Namida noch am schwierigsten zu handhaben war, zuckte sie nur mit den Schultern und erklärte mir, dass sie mit Nana doch wohl ganz gut klargekommen wäre. Tja, wenn sie das sagte.
      Nanu Nana war nämlich vor gut zwei Monaten erst aus schlechter Haltung gerettet worden und durfte sich nun langsam, aber sicher auf dem Townsend Acres erholen. Irgendwann würde sie vielleicht sogar hier in den Ruhestand gehen, aber je nachdem, wie gut sie wieder rehabilitieren würde, würde das wahrscheinlich auch erst in einigen Jahren der Fall sein. Es war immer wieder erschreckend, wie viel manche Lebewesen dann in so wenig Zeit erleben mussten – Nanu Nana war nämlich auch erst sieben Jahre alt.
      Never Look Back brummelte mir vom Weidetor aus zu und betrachtete mich eingehend. Sie war mit ihren knapp fünf Jahren zwar schon verhältnismäßig alt, aber in der Ausbildung noch nicht sonderlich weit fortgeschritten und so verbrachte sie viel (sehr viel!) Zeit auf der Weide oder in der Reithalle an der Longe, bevor wir mit dem Training wirklich einstiegen.

      „Elisa.“
      „Mein Name?“
      „Du weißt, was du getan hast.“
      „Ich war zu deiner kleinen Schwester netter als erlaubt.“ Mit einem Zwinkern und gehobenen Augenbrauen sah ich zu Jojo.
      „Ich hab dich mal wieder mit der Toilettenfrau vertauscht“, stieg sie dann ein und nach einem Moment des Schweigens fuhr ich fort: „Ich glaub, ich schlaf heut Nacht wohl besser auf der Couch.“
      Welch Ironie, dass Elena in diesem Moment eintrat und erst einmal einen Moment brauchte, bis sie sich gefasst hatte. Dann starrte sie mich fragend an, rannte in mein Schlafzimmer, lief wieder zu uns zurück und kam schließlich schwer atmend vor uns stehen. Kaum zu glauben, dass ihr von so einer kurzen Strecke schon die Puste ausging.
      „Wie jetzt?“, hinterfragte sie dann unsere Zitate. Dann schien sie auch endlich zu verstehen, was Jojo und ich hier von uns gaben.
      „Oh … Ich hab mich gerade wirklich gefragt, warum Elisa nicht im Bett schlafen will … Dachte schon, Fay und Pebbles hätten sie rausgeschmissen.“
      Jojo und ich schüttelten nur langsam (und erstaunlich synchron) unsere Köpfe, verzogen unsere Lippen zu schmalen Strichen und wunderten uns innerlich wohl beide in diesem Moment nicht darüber, dass Elena tatsächlich blond war.

      ***

      <prettyflyforawhiteguy>: ich bin super literarisch
      <prettyflyforawhiteguy>: aber ich kann gar nicht literarisch sein
      <prettyflyforawhiteguy>: bin nicht arisch
      <prettyflyforawhiteguy>: [​IMG]
      <aardvark>: bist arischer als ich [​IMG]
      <prettyflyforawhiteguy>: bin weder blond noch hab ich blaue augen
      <aardvark>: oh
      <aardvark>: ok aber ich hab braune augen
      <prettyflyforawhiteguy>: ich hab grüne
      <aardvark>: SORRY
      <prettyflyforawhiteguy>: mit braun
      <prettyflyforawhiteguy>: und blau
      <prettyflyforawhiteguy>: und
      <aardvark>: hab mich grade mit dem papst verwechselt
      <prettyflyforawhiteguy>: …
      <elektrischelena>: ich bin blond und blauäugig, was könnt ihr eigentlich
      <elektrischelena>: [​IMG]
    • Eddi
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      Tierarztbesuch
      11. November 2015
      Naiv wie ich war, hatte ich Elisa zugesagt, mir ein paar Tage frei zu nehmen und sie auf Townsend Acres zu besuchen. Als Tierarzt. Ein Tierarztbesuch also. Ich hatte mich außerdem bereit erklärt, gleich alle Vierbeiner durchzunehmen, die es brauchten – großer Fehler! Rückgängig konnte ich es aber nicht mehr machen und nachdem ich gestern relativ spät angekommen und dann direkt ins Bett gefallen war, warf mich Elisa heute schon kurz nach sieben aus den Federn. Wenigstens mit der guten Begründung, dass ich sonst das Beste vom Frühstück verpasste.
      Nachdem ich mich gestärkt hatte, wurde ich auch direkt hinaus in den Stall geschleppt. Elisa koordinierte kurz ihr Team (eigentlich wusste jeder, was er zu tun hatte, aber sie machte es trotzdem, aus Prinzip) und erstellte dann mit mir den Plan, für welches Pferd was anstand. Da ich relativ weit weg von zu Hause war, hatte ich mich dementsprechend auch mit allen nötigen Dingen versorgt, auch wenn ich bei Elisas Pferden sowieso nur Impfungen und Wurmkuren benötigen würde.
      „Ach! Am besten fangen wir mit Jojos an, sonst vergesse ich die noch!“ – „Jojos?!“ – „Ja, sie ist momentan leider nicht da, deshalb hat sie Newt und Q von Zoe heute Morgen bringen lassen. Brauchen beide einen Grundcheck und Quixo hat irgendwas im Rücken.“
      Im Rücken… Das klang beinahe so, als wäre der Hengst ein Rentner, der einen Hexenschuss bekommen hatte, während er in die Badewanne gestiegen war. Bei dem Vortraben auf dem Hof stellte sich auch schnell heraus, dass es in der Nähe der Lende war, eine besonders beliebte Stelle für Ausrenkungen. Elisa hielt den Hengst ordnungsgemäß fest, während ich vorsichtig die Wirbelsäule hinab fuhr. An der besagten Stelle zuckte Quixo stark zusammen und legte die Ohren an. Elisa wollte schon zur Seite springen, bis ich sie daran erinnerte, dass sie ihn festhalten musste.
      Mit kreisenden Bewegungen näherte ich mich der empfindlichen Stelle, denn die Muskeln rund um den Wirbel mussten erst einmal gelockert werden und sich entspannen, vorher würde ich gar nichts machen können. Quixo war davon gar nicht angetan, hielt aber einigermaßen still. Nach einer Weile kam ich an besagter Stelle an und tat mein Bestes, um den Urzustand seines Wirbels wieder herzustellen.
      Außerdem führte ich kurz darauf einige Dehnübungen für sein Hinterbein aus, welche der Verspannung entgegen wirken sollten und der Einrenkung helfen sollten. Diese schrieb ich Jojo beziehungsweise Zoe auch noch auf, damit sie diese täglich machen konnte. Ansonsten hieß es für Quixo erst einmal Boxenruhe, maximal Schrittspaziergänge und Paddock waren erlaubt, nicht dass er sich den Wirbel gleich wieder durch wilde Tobereien heraushauen würde.
      Dennoch rettete ihn das nicht vor seinen Impfungen. Stattdessen erhielt der Hengst nun noch vier Spritzen und war so kurz darauf gegen Influenza, Tetanus, Herpes und Tollwut geimpft. Abschließend gab es noch die Wurmkur und schon konnte er mich verlassen. Sichtlich unzufrieden folgte er Elisa zurück in seine Gastbox. Dort würde er jetzt noch so lange warten müssen, bis auch Newt fertig war.
      Newt war ein schicker Lewitzerhengst, der den Tierarzt bereits kannte und selten Probleme machte, dementsprechend würden wir auch schnell fertig sein. Doch zuerst musste Elisa mir auch den Hengst vorführen, erst im Schritt und dann im Trab. Danach warf ich einen Blick in Augen und Maul. Dabei kontrollierte ich erst den Pupillenreflex, ehe ich auch noch die Zahnstellung überprüfte.
      Als nächstes war das Abhören an der Reihe, ich kontrollierte die Werte von Herz und Lunge und hörte auch noch kurz die Darmgegend ab. Nun tastete ich nur noch die Wirbelsäule und die Beine entlang und kontrollierte die Körpertemperatur. Bei Newt war alles im grünen Bereich, dementsprechend bekam auch er seine vier Impfungen und die Wurmkur und schon war er offiziell bereit für seine Körung.
      Die wurde auch direkt bei Quixo nochmal Gespräch, denn Zoe kam pünktlich zum Abholen der Hengste, als ich mit Newt fertig war. „Keine Sorge, in einer Woche sollte das Ganze schon viel besser aussehen. In drei Tagen darf Quixo dann auch wieder auf die Weide und leicht bewegt werden. Die Kür schafft er mit links“, beruhigte ich Jojos Freundin, ehe sie TSA auch schon verließ.
      „So. Nun zu meinen“, meinte Elisa zufrieden und ich kreuzte kurz beide Finger und hoffte inständig darauf, dass wir schnell fertig sein würden. Elisa hatte einen festen Plan, mit wem wir begannen und wer danach an der Reihe war und natürlich hatte ich die besten Absichten, diesen Plan auch einzuhalten.
      Aus diesem Grund begannen wir mit Namida – potenzielle Zuchtanwärterin und für Elisa schon so gut wie gekrönt. „Die packt das locker“, meinte sie zufrieden, während sie mir die dunkle Stute im Schritt und Trab vorführte. Danach kontrollierte ich die allgemeinen Dinge, ehe ich Namida abhörte und abtastete. Auch wenn sie den Tierarzt nicht mochte, hielt sie still und konnte kurz darauf als kerngesund aus der Untersuchung gehen. Nur die Impfungen und die Wurmkur musste sie noch ertragen. Vier Spritzen waren nicht ohne für eine zickige Namida, aber wir schafften es.
      Als nächstes war Adona an der Reihe und ich war sehr gespannt darauf, dieses berühmt berüchtigte Pferd kennenzulernen. Elisa schwärmte zu gerne von der inzwischen schon 27-jährigen Stute, welche sich auch als wahrer Engel entpuppte. Für ihr Alter war sie auch noch mehr als fit, so dass ich sie guten Gewissens impfen und entwurmen konnte.
      Danach gab ich Elisa nur noch ein paar altersgerechte Tipps in Bezug auf Bewegung und Fütterung der Stute, ehe ich ihr versprach, dass die Stute sicherlich noch gut weitere zehn Jahre an ihrer Seite bleiben könnte. Das war tatsächlich gut möglich, wenn auch selten, aber Adona erfüllte alle nötigen Aspekte dafür.
      Nun kamen wir zu der wesentlich jüngeren Never look back. Die hübsche Stute kannte mich noch und ich musste grinsen, als ich sie wiedersah. Schweif und Mähne waren ordentlich geschnitten und Never sichtlich herausgeputzt, außerdem nahm Elisa sie allmählich ins Training und das machte sich bei der Stute deutlich bemerkbar. „Feuervogel könnte es auch so gut haben!“, raunte Elisa mir zwinkernd zu.
      Ich rollte genervt die Augen und schickte Elisa zum Vorführen, ehe ich auch Never genau unter die Lupe nahm. Alles war in bester Ordnung, zufrieden füllte ich fix das Formular aus, ehe ich die Impfungen aufzog und nacheinander verabreichte. Never hielt vorbildlich still und bekam dafür auch ausreichend Lob von ihrer Besitzerin.
      Die nächste Patientin kannte ich auch und ich war überrascht, Raunchy’s Limited wiederzusehen. Irgendwie erinnerte sie mich jedes Mal an ihren Vater, aber irgendwie auch nicht. Limo war eben doch ein anderes Pferd und nicht haargenau Raunchy. Während Elisa mich damit aufzog, schaute ich in Limos Augen und ins Maul, hörte und tastete sie ab und desinfizierte dann die zu impfende Stelle am Hals. Nacheinander setzte ich die Impfungen und klopfte dann leicht die besagte Stelle ab, ehe es für Limo auch noch die Wurmkur gab.
      Die hübsche Fuchsstute hatte es also schnell hinter sich gebracht und durfte gehen. Während Elisa die Stute wegbrachte, stand Matthew schon mit dem nächsten Kandidaten am Putzplatz. Elisa begann zu kombinieren, damit es schneller vorwärts ging. Interessant!
      Ihr Konzept funktionierte aber tatsächlich und als sie wiederkam, hatte Matthew mir Filly bereits vorgeführt und ich hörte die Stute ab. „Apropos Filly… Joyce würde fantastisch zu ihr…“ – „Nein.“ – „Aber…“ – „Nein. Elisa. Nein.“
      Damit war das Gespräch beendet. Ich beeilte mich mit den Impfungen und der Wurmkur, damit ich Elisa wieder wegschicken konnte. Die verließ den Putzplatz samt Filly mit einem leicht bockenden Ausdruck. „Wie kannst du es nur wagen, Elisa Cranfield Pferde vorzuenthalten!“, meinte Matthew tadelnd, während er mit Azrael im Schlepptau die Stallgasse entlanggeschlendert kam. „Tja, ich kann es mir leisten!“
      Azrael war ein Vorzeigehengst. Seine Gänge waren fantastisch und taktrein, seine Augen klar und aufmerksam und seine Zähne eindeutig weißer als die anderer Pferde. „Hey, ist das der neue Cardillac?“, meinte ich neckend, doch Matthew schüttelte nur den Kopf. „Den neuen Cardillac wirst du heute noch kennenlernen, aber der hört auf Ted“, warnte er mich nur vor. Oh je.
      Das „neue Cardillac“ bezog sich mehr auf das Verhalten von Elisa als auf das Verhalten des Pferdes. Denn Ted – eigentlich Intoxicated – lernte ich kennen, nachdem Azrael geimpft und entwurmt war. Ted war der Inbegriff eines perfekten Deutschen Reitponys, ich spürte Cardillacs neidische Aura bis hierher und der Hengst stand irgendwo draußen auf der Weide.
      Und da Ted so ein Inbegriff von Perfektion war, war auch Elisa hin und weg. Eine gefühlte halbe Stunde lang durfte ich mir anhören, wie viele Schleifen ihr Prachtkerl schon mit nach Hause gebracht hatte und das, obwohl er erst einen Monat auf TSA war! „Tja, Aussehen ist alles“, murmelte ich nur und kontrollierte Teds Pupillenreflex. Danach warf ich einen Blick in sein Maul, ehe ich ihn abhörte und abtastete.
      Auch gesundheitlich war Ted der Inbegriff von Perfektion (ich wiederhole mich), denn seine Werte lagen allesamt im Idealbereich. Dementsprechend konnte ich ihn guten Gewissens impfen und entwurmen. Die vier Impfungen hielt er auch locker flockig aus und dann ging es für ihn auch zurück auf die Weide. Begleitet wurde er dabei von einer immer noch schmachtenden Elisa. „Das ist eindeutig ein neues Level an DRP-Sucht“, mutmaßte ich.
      Das hörte leider auch nicht wirklich auf, denn Kandidat Nummer zwei der „DRP-Sucht“ näherte sich bereits: Tenacious, kurz T. Auch er war so ein Schmacht-Kandidat, wobei er da eher mit seinem dunklem Gesicht und der Süßheit punktete. Nebenbei war er vollkommen unproblematisch im Umgang, so dass wir die Tierarztuntersuchung schnell hinter uns gebracht hatten. Es gab noch vier Impfungen und die Wurmkur zum Schlucken, ehe mich Prachtkerl Nummer zwei wieder verlassen durfte.
      Danach traf ich erneut auf ein bekanntes Gesicht, wie viele DRPs hatte ich eigentlich an Elisa abgetreten?! Dead Memories war ein prachtvoller junger Hengst geworden und konnte sich wirklich sehen lassen. Das kam natürlich alles nur von Elisas bestens auf DRPs abgestimmter Haltung! Den Tierarzt mochte der Hengst trotzdem noch nicht. Dementsprechend war es mit Memo wesentlich anstrengender als mit seinen Vorgängern.
      Schaffen taten wir es dennoch relativ schnell und schon war der Rotfalbe geimpft und entwurmt und bereit, ein nächstes halbes Jahr ohne Tierarzt auszukommen. Das galt eine Viertelstunde später auch für Sacramento, der kommende Körungsanwärter in Elisas Stall. Seine Anmeldung war sogar schon eingegangen, der Porzellanschecke wartete also nur noch darauf, sich in feinster Manier zu präsentieren.
      Dafür brauchte er jedoch erst einmal frische Impfungen und eine kürzlich gemachte Wurmkur und beides erhielt er von mir. Genauso wie das Gesundheitszertifikat für seine Körung, was ich Elisa direkt ausfüllte, da es bei Sacramento mehr als nur eilte. Ich wünschte dem Hengst alles Gute, ehe er mich verließ.
      Oh. Und dann traf mich der Schlag: Vor mir stand ein Araber. Ein ARABER. Gut, er war ein Zuchtfohlen des Gestüt Sanssouci, aber das änderte nichts an der Tatsache, dass er ein Araber war. Oder war das jetzt zu rassistisch? „Voll hetero, Eddi!“, wies Elisa mich zurecht und hielt mir einen Vortrag über Gleichberechtigung und Weltoffenheit von Townsend Acres. Klaro.
      Der Hengst hörte im Übrigen auf den Namen Shakoor und wurde witzigerweise sogar Western geritten. Woran ich das sah? Gar nicht, Matthew drückte es mir direkt aufs Auge. Shakoor war drei Jahre und ein schicker Rabicano, der nebenbei kerngesund war. Leider hatte Elisas geliebter Babyhai ein kleines Wehwehchen im Maul, denn er hatte sich ein Stück Zahn abgebrochen, also musste ich mit der Feile dran. Für das kleine Sensibelchen der absolute Hass.
      Überstanden hat er es aber trotzdem, auch wenn Elisa beinahe den Tränen nahe war, so sehr hatte sie mitgelitten. Geimpft und entwurmt war der Araber (ARABER) am Ende auch und durfte mich beleidigt wieder verlassen. Ich wollte schon das Zeug fürs nächste Pferd bereitlegen, bis Elisa mich kurz umarmte und feierlich erklärte, dass wir für heute fertig waren.
      „Und Morgen machen wir die Jungpferde!“
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  • Album:
    Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Eddi
    Datum:
    24 Jan. 2016
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    EXIF Data

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    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Name: Never look back
    Geboren: 2010

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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Buckskin
    Stockmaß: 145cm

    Beschreibung:
    Never look back hat es faustdick hinter den Ohren. Gerne macht die Stute das, was ihr gerade in den Kopf kommt. Dabei kann man ihr aber eigentlich nie böse sein, besonders wenn sie dann ihren Dackelblick aufsetzt, nachdem sie mal wieder etwas angestellt hat.
    Neben ihrem sehr selbstbewussten Charakter verfügt die Stute aber auch über eine große Intelligenz und Körperbeherrschung. Schon jetzt ist sie ein Ass in der Bodenarbeit und versteht sehr schnell, was man von ihr möchte. Auch jetzt zeigt sie schon schöne Gangarten und wird später sicherlich auch ein tolles Turnierpony.

    Ersteller: sweetvelvetrose
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: Samarti

    Springen E -- Dressur E -- Military A


    225. Militaryturnier
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    Gekört: nein

    Nachkommen:

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