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Eddi

Nesquik ♚ Rhapsody

Welsh B ♀ gekrönt

Nesquik ♚ Rhapsody
Eddi, 23 Juli 2017
    • Eddi
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      Ehemalige Berichte
      2013 - 2015
      01.07.2013 - Die Basse-Normandie
      Ich schluckte meine plötzlich aufkommende Traurigkeit und Angst herunter, als ich mit dem Jeep auf das Gestüt Hayes End fuhr. Ab heute würde dieses schöne Gelände nicht mehr mein eigen sein. Alles war schon längst ausgeräumt, das einzige was noch da war, waren die Pferde. Um es kurz zu machen: wir zogen um, nämlich nach Frankreich, in die Basse-Normandie. Dort würde meine Pferde und mich ein neues Leben auf einem neuen Gut mit einem neuen Team erwarten. Schon heute würde ein Großteil dieser neuen 'Familie' mit anwesend sein und mir helfen. Unserer Weg würde uns in das kleine Städtchen Arromanches-les-Bains führen, welches an der nördlich-französischen Küste lag. Die Fahrt würde lang werden und wir hatten bereits eine Übernachtung eingeplant und auch die Stops waren fest auf der Karte verankert. Meine kompletten Sachen und auch die des Stalles hatten schon längst ihren Weg nach Frankreich gefunden und warteten dort nun auf die Besitzer. Wir würden ein altes Gut beziehen, welches bereits 1643 erbaut worden war und dessen Geschichte sich sehr auf die Falkenjagd und die Zucht für dort gebrauchte Pferde bezog. Nun würden wir uns dort niederlassen, um uns ein neues Leben aufzubauen. Ich musste aus dem jetzigen Alltag heraus und wollte mich ab sofort vollkommen auf die Pferde konzentrieren. Es gab insgesamt acht Fahrer, welche sich heute auf den Weg machten. Für meine Vollblüter hatte ich Theodor Adorno, unser künftiger Rennpferdetrainer, gebeten, diese mit zu umsorgen, während Susan, eine unserer Jockeys, fuhr. Mit diesen begannen wir auch nun mit dem verladen. Ich hatte Quall angerufen und die Tierärztin gebeten, allen eine Beruhigungsspritze zu geben und auch von Jackie hatte ich mir beruhigende Kräuter geben lassen, welche wir unter das Futter in den Pausen mischen würden. Die Hänger waren riesige Luxuswagen, in welche jeweils sechs Pferde an der Zahl ihren Platz fanden. Ideal für die Vollblüter. Zu erst führten wir die beiden Fohlen Cassiopeia und Deadly Ambition hinein. Beide waren seelenruhig und begannen direkt an ihrem Heu zu knuspern. Dann kamen Golden Ebano, Empire State of the Mind und Muskat mit hinein. Außer Muskat muckte keiner von den Hengsten herum. Jedoch wollten wir unsere Stute Khiara El Assuad in einem speziellen Hänger fahren, da sie bereits trächtig war. So hatten wir einen kleineren Hänger mit nur drei Boxen geliehen, in welchen nun unsere drei trächtigen Stuten Khiara El Assuad, Napayné und Nesquik einstiegen. Alle drei hatten eine Beruhigungsspritze hinter sich und wurden von Tom, einem unserer Pfleger, gefahren. Mit hinzu setzte ich Carter, unseren Stallmeister, welche sich mit jeglichen Problemen, welche auftreten könnten, auskannte. Dieses Gespann fuhr bereits los. In den Vollbluthänger stellten wir noch den jungen Altyn mit hinein und schon konnte auch dieser sich auf den Weg machen. Als nächstes würden die restlichen Fohlen ihren Weg in einen Hänger finden. Dieser würde in der Obhut unserer Pflegerin Talulah sein. Gemeinsam bereiteten wir die sechs Jungpferde auf die Reise vor. Dann musste Fairy Bluebird als Erste hinein, kurz darauf folgten Joyce und Tiny Girl ohne Probleme. Die kleine Mississle begann jedoch, uns zu terrorisieren und bockte auf der Rampe herum, so dass wir vor sie noch Limited und Quintesse hineinführten, bis auch sie mit hineinging. Nun konnte der dritte Hänger das Gestüt verlassen und sich auf die Reise machen. Die nächsten Kandidaten waren unsere Zwerge, die kleinen Welsh Ponys. Zuerst verluden wir Weihnachtswichtel und Little Big Girl. Als Puffer zwischen Stuten und Hengsten schoben wir die kleine Little Chocolate Chip ein, ehe dann Heartbreaker, Admiral und Juego folgten. Alle gingen ohne Probleme auf den Hänger, so das dieser wenigstens direkt lostuckern konnte. Nun kamen mehr oder weniger unsere Sorgenkinder, die Sportpferde. Pajero machte direkt zu Anfang Probleme und weigerte sich in den riesigen Hänger zu gehen. Erst mit Hilfe seines Kumpels Alazar bewegte er sich in das dunkle Loch. Zu unserem Erstaunen ging Candle in the Wind ohne zu Zögern in den Hänger, dabei hatte er so schlechte Erfahrungen gemacht gehabt. Auch Ejadon und Dr. Insektor folgten mir brav in den Hänger. So konnte auch dieses Paket losfahren. Für die beiden Tekken-Stuten Sonja und Mokka hatten wir einen normalen Hänger geholt, so dass die beiden Geschwister zusammen fahren konnten. Als die größten Probleme vom Hof waren, kamen wir zu den zweitgrößten, die blütigen Ponys. Zarin und Romance bekamen direkt einen Hänger für sich, dieses Tamtam würde ich mir nicht antun, die beiden würden nur Stunk verbreiten wollen. In den großen Hänger kamen stattdessen BonnyBoy, Vertigo, Allelujah und Lucane. Wenigstens war es hier so aufgeteilt, dass sich immer zwei recht nahe standen, so dass auch hier Frieden herrschte. Die Stuten Smooth'n Angel und Morning Sun kamen in ihren eigenen Hänger zusammen mit Kürbis und Freeway, welche ich kürzlich zu mir zurückgeholt hatte. Nun waren auch diese Tiere weg. Der auffahrende Hänger war für Aristo, Thorondor, Varulv und Guaranà bestimmt und ich liebte diese vier Hengste so sehr dafür, dass sie das Vertrauen in mich zeigten und mir ohne zu Mucken einfach folgten. Die letzten auf der Liste waren noch unsere Westernpferde. Für dessen Transport hatte sich unsere Westerntrainerin Elizabeth bereit erklärt. Zuerst verluden wir Apache's Tomahawk und Rubina Ravenclaw, kurz darauf folgten Joyna und Campéon und als letzter stieg Hidalgo in den Hänger. Nun waren alle Pferde verstaut und wir fuhren alle los. Wir waren schon zwei Stunden unterwegs, als wir den ersten Stop einlegten und alle Pferde kontrollierten. In jedem Hänger herrschte Ruhe, so dass wir die nächsten vier Stunden durchfuhren, ehe wir wieder eine Pause einlegten. Am Abend waren wir kurz hinter der französischen Grenze und schlugen auf einem kleineren Gestüt unser Lager auf. Für die Pferde hatte man provisorische Paddocks gebaut, auf welche wir sie nun einteilten und dann selbst total k.o. ins Bett huschten.
      Am nächsten Morgen waren wir alle früh um sechs bereit zur Abfahrt. Noch diesen Tag und Abends würden wir dann auf dem Gestüt La Fauconnerie stehen. Die Fahrt zog sich elend lang und ich dachte schon, wir würden niemals ankommen, doch als es bereits dämmerte, näherten wir und Bayeux, der nächstgrößeren Stadt und eine Dreiviertelstunde später waren wir in Arromanches-les-Bains angekommen. Einige meiner Mitarbeiter hatte ich bereits in Frankreich gelassen, damit diese alles für die Ankunft hatten vorbereiten können. Zudem lebten schon einige Pferde auf dem Gestüt. Nun luden wir nacheinander aus und brachten die Tiere in ihre Ställe. Diese waren zwischen Stuten und Hengsten aufgeteilt, wobei unsere englischen Vollblüter einen speziellen Stall bezogen, welcher direkt neben der Ovalbahn lag. Dieser Stall war Adornos voller Stolz, außerdem hatte er bestanden, Quartier auf dem Dachboden des Stalles zu beziehen, um immer bei den Pferden zu sein. Wir arbeiteten noch spät bis in die Nacht. Dann schickte ich mein Team schon in unser großes gemeinsames Haus, während ich noch einmal einen Rundgang machte. Ich begann im Rennstall, wo Theodor schon auf mich wartete. „Khiara hat die Fahrt gut überstanden, es gibt keine Probleme.“ ich musterte lächelnd die Rennikone, wie sie friedlich mit ihrem runden Bauch im Stroh lag und an ihrem Heu knabberte. „Ebano und Muskat haben sich tierisch aufgeregt, aber inzwischen haben sie sich mit ihrer Lage abgefunden. Empire war von Anfang an lieb und auch Cassy und Deadly haben keine Probleme gemacht.“ Ich nickte Theodor zu und sagte ihm, dass es gleich Essen geben würde, ehe ich hinüber in den Stutenstall lief. Die bereits in Frankreich angekommenen Stuten waren die Criollostute Curly Sue, welche ich von Sweetvelvetrose übernommen und direkt mitgenommen hatte, dann aber auch Nightfly, eine Reitponystute, welche ich aus schlechten Verhältnissen übernommen hatte, drittere war Oricono Flow, eine wunderbare Hannoveranerstute und die vierte im Bund war mein ganzer Stolz: die Brumby-Stute Lonely. Ich hatte mich riesig gefreut, als ich sie endlich hatte holen können. Diese vier standen schon seit einer Woche in Frankreich und genossen die ausführliche Pflege meines Teams. Neu war aber auch das Fohlen Feuervogel, welchen ich einfach nur wunderbar fand. Auch die dazugekommen Stuten schienen sich wohl zu fühlen. Bei Nessi und Nay schien alles okay zu sein, so dass ich in den Hengststall rüber huschte. Dort schaute ich auch nach den Neuankömmlingen. Diggin in the Dirth und Absinth waren zwei vielversprechende Reitponyhengste und besonders froh war ich über den Welshhengst Auftakt, welchen ich nun in meinen Reihen begrüßen durfte. Aber auch Serafino, ein Trakehner, war neu und mein ganzer Stolz. Ebenso wie Call me a Twist, den ich ebenso wie Sue von Sweetvelvetrose übernommen hatte. Allen schien es gut zu gehen, sodass ich beruhigt ins Haus ging und mitaß.

      02.07.2013 - Stutenkrönung
      - Aus der Sicht von Eddi -
      „Kommen wir nun zu unserer nächsten Teilnehmern! Eddi mit Nesquik!“ hallte es über den riesigen Turnierplatz. Ich atmete tief ein und wieder aus, denn schon kurz nach dem Warmreiten waren wir nun also an der Reihe. Vor uns verließ soeben noch die Vorreiterin die Halle, als wir in den Trab übergingen und uns auf den Weg machten. So ritten wir in die Halle ein, geradewegs zu X. Mit einer leichten Parade brachte ich Nessi zum geschlossenen Stand und grüßte die Richter mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Um uns herum waren die Tribünen voller Menschen und ich spürte die leichte Anspannung meiner jungen Stute, welche sich unsicher umschaute. Um ihr mehr Vertrauen zu geben, ritt ich dominant im Trab los und bog auf die linke Hand ab. Wir ritten erst einmal eine ganze Bahn, damit sich Nessi an die neue Atmosphäre gewöhnen konnte und ich merkte, wie sie sich allmählich wieder entspannte. Danach gingen wir auf den Zirkel und galoppierten an. Eine Runde galoppierte Nessi schön gleichmäßig, bis wir wieder auf die ganze Bahn wechselten. Sie war wieder ganz sie selbst und galoppiert schwungvoll und überzeugend. Kurz vor der Ecke parierte ich Nessi erst zum Trab und dann zum Schritt durch, so dass ich während unserem Wechsel durch die Länge der Bahn die Zügel ein wenig nachgeben konnte. Nessi streckte sich wunderbar und trat kräftig unter, so dass ich sie leicht lobte. Wir hatten lange auf diese eine Prüfung hingearbeitet und hofften auf einen Sieg. Am Wechselpunkt angekommen stellte ich Nessi um und ging auf die rechte Hand. Auch hier mussten wir alle Gangarten aufweisen, so dass ich erst im Schritt eine einfache Schlangenlinie ritt, ehe wir erneut antrabten. Wie immer reagierte meine Stute äußerst feinfühlig auf jede noch so kleine Hilfe, welche ich ihr gab, so dass wir bei genau bei A angaloppieren konnten und die ganze Bahn ritten. Trotz der Verlockung hielt sich Nessi zurück und blieb in einem flotten und doch ruhigen Arbeitstempo. Nun hielten wir schon auf das erste Hindernis zu, welches zwei Helfer kürzlich aufgebaut hatten. Nessi sprang liebend gerne. Ich merkte wie sie leicht anzog und mit einem butterweichen Satz hatten wir das erste Hindernis erfolgreich bewältigt. Nachdem das geschafft war, ritt ich eine Kehrtvolte mit einem einfach Galoppwechsel. Erneut überwanden wir das Hindernis im Galopp und wieder zeigte Nessi eine einmalige Springmanier. Ich lobte sie kurz und parierte zum Trab durch. Wir gingen auf die ganze Bahn und ich verlängerte Nessis Schritte, bevor wir bei A auf die Mittellinie abbogen. Leicht nahm ich meine Stute wieder zurück, so dass wir eine Pferdelänge hinter X zum Stand durch parierten. Ein sanftes Zupfen am Zügel und eine deutliche Gewichtshilfe, schon ging Nessie fließend drei Schritte rückwärts und blieb geschlossen genau auf X stehen. Mit einem glücklichen Lächeln verabschiedete ich mich von den Richtern und im Schritt am langen Zügel verließen wir unter Applaus die Halle. Draußen warteten wir gespannt auf das Ergebnis.

      NeverTheLess - 04.07.2013 - Auftrag Edfriend
      Heute sollte ich mit zwei Stuten von Edfriend einen Ultraschall durchführen. Napayné und Nesquik erwarteten schon länger ihre Fohlen und nun, eine Woche vor dem geplanten Abfohlen, sollte man bestimmen, ob es Stute oder Hengst wird. Edfriend führte pünktlich am vereinbarten Termin die beiden Stuten in die Klinik und brachte sie sofort in den Raum mit dem Anbindepfosten, einem großen Regal mit Medizin und einem Schreibtisch mit vielen Schreibunterlagen und einem Computer. Ich band beide Stuten an und holte einen ungefähr 3 Zentimeter langen Stock, an dem ich den Schallkopf befestigt hatte. Diesen führte ich dann erst bei Nesquik ein und am Computer konnte man ein klares Bild von einem gesundem Hengstfohlen erkennen. Ich zeigte Edfriend den Kopf, die Beine und die Wirbelsäule, die man klar erkennen konnte. Das Hengstfohlen war in der perfekten Lage für die Geburt und ich schätzte, dass es nur noch 4 bis 5 Tage dauern würde, bis die ersten Wehen kamen. Ich wiederholte die ganze Prozedur auch noch mit Napayné, diesmal konnte man aber ein wunderschönes Stutfohlen erkennen, das noch etwas schief lag. Daher würde es noch etwas länger dauern, bis die Wehen kamen, da sich das Fohlen noch leicht drehen musste. Man konnte hier aber den schönen Kopf klar erkennen, wie es die Augen fest zu drückte und die Ohren flach angelegte. Ich lächelte bei diesem Anblick und lobte beide Stuten, nachdem ich den Stab wieder entfernt hatte. Edfriend war anscheinend vollkommen zufrieden mit den Ergebnissen und führte die beiden Stuten mit einem Lächeln auf dem Gesicht wieder zum Hänger, wo ich mich von ihr verabschiedete.

      12.07.2013 - Bewegung für die kugelrunden Mädels
      - Aus der Sicht von Eddi -
      Momentan standen zwei der Ponystuten unter besonderer Aufsicht und ich schaute täglich mindestens dreimal vorbei, um mich zu vergewissern, dass alles in Ordnung war. Napayné und Nesquik würden in Kürze jeweils ihr erstes Fohlen ans Licht der Welt bringen und ich war jetzt schon total aufgeregt. Gott sei Dank hatten wir hier in Frankreich schnell eine super Tierärztin gefunden, so dass ich keine Sorge haben brauchte, dass Quall sich verspäten könnte, wenn ich sie mitten in der Nacht anrufen würde. Meine junge Pflegerin Meg kümmert sich momentan fürsorglich um Nay, so dass mir Zeit für Nessy blieb. Die wunderschön gescheckte Welshsdame war erst seit Kurzen gekrönt wurden und ich freute mich schon riesig auf ihr Fohlen. Als ich am Zaun ihrer Weide stand, graste die friedlich mit den anderen Stuten im Schatten der Bäume. „Nessy!“ rief ich und pfiff einmal kurz. Sofort schossen sämtliche Pferdeköpfe in die Luft und blickten mir neugierig entgegen. Ich sprang über den Zaun und lief Nessy entgegen, die sich schon auf dem Weg zu mir machte. „Hallo meine Schöne.“ lächelte ich und kraulte ihre Stirn, während sie meinen mitgebrachten Apfel verspeiste. Ich halfterte sie auf und führte sie von der Weide zum Putzplatz. Dort begann ich sie gründlich zu massieren, kümmerte mich aber auch um ihr Aussehen. Ebenso fettete ich ihre Hufen ein und nutzte meine freie Zeit für einen Wellnesstag. Nachdem wir fertig waren, band ich Madame los und ging mit ihr ein wenig spazieren. Dabei tat ich es Meg gleich und ging in Richtung Küste. Das war das Schönste an Arromanches-les-Bains, das Meer! Ein Traum und die Pferde liebten es auch. Es dauerte nicht lange, bis uns die Meeresluft entgegen blies. Nessy blähte die Nüstern und schien tief einzuatmen. Ich wanderte mit ihr den Pfad zum Strand hinunter und lief mit ihr durch das flache Wasser. Nessy liebte das Wasser und spielte nur zu gern darin herum. Was sie aber auch toll fand, war das Wälzen im Sand, deshalb hatte ich einen langen Strick gewählt, sodass sie sich nun genüsslich niederlassen konnte, ohne dass sie mir den Strick aus der Hand riss. Als sie wieder stand schüttelte sie sich ausgiebig und prustete den Sand aus ihren Nüstern. Es war immer wieder herrlich anzusehen, wie trächtige Stuten ihre Bäucher umherwälzten. Wir gingen nochmal zum Wasser, ehe wir uns wieder auf den Heimweg machten. Ich wollte Nessy nicht zu lange strapazieren, denn sie brauchte neben der leichten Bewegung vor allem viel Ruhe. Wieder auf der Weide, wurde sie kurz von den anderen begrüßt, ehe sie sich alle wieder ihrer Tätigkeit des Grasens zuwanden. Auch Nay schien es gut zu gehen, so dass ich mich beruhigt anderen Dingen zuwenden konnte. Doch vorher wollte ich Nessys kugelrunden Bauch noch für das Album festhalten. „Nessy! Schau mal!“ rief ich fröhlich und drückte auf den Auslöser meines Handys. Glücklich mit dem Foto, machte ich mich auf den Weg. Ich wollte Theodor unbedingt nach den Fortschritten der Vollblüter fragen und ihm die frohe Kunde überbringen, dass wir bald einen Neuankömmling haben würden.

      NeverTheLess - 12.07.2013 - Auftrag Edfriend
      Edfriend wurde langsam meine Stammkundin. Schon drei mal gab sie Aufträge in meiner Tierklinik und ich war sehr froh darüber, dass sie meine Arbeit anscheinend bevorzugte. Heute kamen zwei Fohlen bei ihr auf die Welt: Ich hatte einige Monate zuvor einen Ultraschall bei den beiden Stuten, Napayné und Nesquik, gemacht und heute sollten die beiden abfohlen. Bei Napayné hatten bereits die Wehen eingesetzt und obwohl es Nachts war, machte ich mich sofort auf den Weg. Im Stall hörte man schon das nervöse Tuscheln von verschiedenen Stimmen und als ich eintrat, wurde ich herzlichst von Edfriend begrüßt. Napayné lag auf dem weichen Einstreu in ihrer Box und ihr Atem bebte. Ich betrat die Box und strich ihr ein paar Mal über den Bauch. Sie beschnupperte meine Hand, ließ ihren Kopf jedoch wieder sofort fallen, als das Fohlen sich langsam seinen Weg aus der Gebärmutter bahnte. Soweit schien alles gut zu gehen, das Fohlen war in der perfekten Position, um geboren zu werden und auch Napayné ging es bestens. Ich trat zurück und gab der Stute kurz ihre Ruhe, und als der verklebte Kopf des Fohlens heraus lugte, konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. Ich entfernte die Gebärmutter vom Fohlen, sodass es seine ersten Atemzüge machen konnte, ließ Napayné aber die restliche Arbeit machen, da es schien, als würde sie keine Hilfe gebrauchen. Schnell war das Fohlen geboren und Napayné leckte es sorgfältig ab, um das Blut anzuregen und es trocken zu kriegen. Ich streichelte das dunkle Fohlen, welches mich mit seinen bernsteinfarbenen Augen ansah wie ein Hundewelpe. Edfriend saß neben Napayné und streichelte die Stute, die sich langsam erhob und ihr Fohlen anstupste, um es ebenfalls zum aufstehen zu animieren. Da das Fohlen anscheinend keine Probleme hatte, sich auf den dürren Beinen zu halten, begann ich sofort mit der Untersuchung des Fohlens. Ich tastete es vorsichtig ab, hörte sein Herzschlag und impfte es schließlich. Da es noch halb benommen war, zuckte sie nur kurz bei der Impfung zusammen, machte sonst aber keine Anstalten. Da Nesquik sich noch Zeit mit dem Abfohlen ließ, sagte ich Edfriend, sie solle anrufen, sobald die Wehen begannen. Ich strich Nesquik kurz über den kugelrunden Bauch, dann begab ich mich in Richtung Parkplatz, als Edfriend leise meinen Namen rief. Nesquiks Wehen hatten plötzlich angefangen. Lachend nahm ich meinen Koffer wieder aus dem Kofferraum, schloss das Auto ab und ging zurück zum Stall, diesmal in Nesquiks Box. Napayné, deren Box in der Nähe von der der Stute stand, wieherte der Fuchsschecken-Stute zu, ehe sie sich ihrem eigenen Fohlen widmete. Nesquiks Bauch bebte und ihr kompletter Körper pulsierte. Ich strich ihr kurz über den Hals und flüsterte ihr beruhigend zu. Langsam ließ sich die Stute ins Einstreu gleiten und legte ihre Ohren flach an den Nacken, als die Wehen wieder begannen. Es verging ungefähr eine halbe Stunde, bis Nesquik plötzlich wieherte und uns somit ein Zeichen gab, dass das Fohlen bald kommen würde. Ich beruhigte die Stute und als die Vorderbeine des Fohlens zu sehen waren, musste ich mit anpacken, da Nesquik kaum Kraft mehr hatte. Ich entfernte die Gebärmutter, dann zog ich an den Vorderbeinen, bis das Fohlen letztendlich neben seiner Mutter lag. Ich entfernte die Gebärmutter, dann ließ ich Nesquik aufstehen und das Fohlen ablecken. Edfriend grinste mich an, denn es war ein kleines Wunder, dass die beiden Fohlen in ein und derselben Nacht geboren waren, wie zwei Zwillinge, die sich kaum mehr unterscheiden könnten, denn das Fohlen von Nesquik war braun, das Fohlen von Napayné war ein Rappschimmel, so vermutete ich, wobei es auch ein normaler Rappe sein könnte; Das Fell des Fohlens war zu dunkel, um es jetzt in dieser Nacht deuten zu können. Ich wiederholte die Untersuchung und die Impfung auch bei Nesquiks Fohlen, dann ging ich aus dem Stall, dies mal aber zum letzten Mal für diese Nacht - es sei denn es gab Probleme mit den Fohlen, dann könnte Edfriend mich immer erreichen. Später erfuhr ich, das Napaynés Fohlen Nandalee heißen würde und Nesquiks Fohlen Applaus.

      13.07.2013 - Eine verschlafener Morgen
      - Aus der Sicht von Eddi -
      Gähnend stand ich auf und schleppte mich ins Bad. Die letzte Nacht war anstrengend gewesen, da Napayné und Nesquik beide ihre Fohlen zur Welt gebracht hatten. Deshalb hatte ich allen Beteiligten aus meinem Team angeboten, heute auszuschlafen, da wir erst gegen drei Uhr zu Bett gegangen waren. Meine Sorge ließ mich jedoch nicht ausschlafen, so dass ich um sieben schon wieder auf den Beinen war. Beide Stuten waren zum ersten Mal Mama geworden und somit konnte einiges passieren. Wahrscheinlich machte ich mir unnötig Sorgen und unser Stallmeister Carter war sowieso schon im Stall unterwegs und würde alles kontrollieren, dennoch wollte ich mein Gewissen beruhigen und mich selbst über das Wohl der vier Ponys vergewissern. Flott sprang ich in meine Stallsachen und lief hinaus auf den Hof. Kühle Luft schlug mir entgegen und ich schnappte mir noch schnell meine Fleece-Jacke, da es kälter war, als gedacht. Die beiden Stuten standen am Ende der Stallgasse in zwei größeren Boxen. Nay lag noch neben ihrem Fohlen Nandalee im Stroh und schlief, als ich angeschlichen kam. Auch Nessy's Fohlen Applaus hatte sich eingemümmelt und schien sogar zu schnarchen. Nessy selbst stand daneben und kaute genüsslich auf dem Heu herum, welches Carter den Stuten schon gebracht hatte. Ich begrüßte sie mit einigen flüsternden Worten und kraulte ihre Stirn, als sie mich begrüßte. Auch Nay blickte kurz auf, schien es aber nicht für nötig zu finden, aufzustehen. Ich musterte zufrieden die beiden Fohlen. Sie waren jeweils etwas ganz Besonderes geworden. Nay's Fohlen würde zu 99% später ausschimmeln, auch wenn ihr Fell jetzt noch pechschwarz war. Doch die Schimmelgeneration in Napayné's Pedigree setzte sich schon seit Jahrhunderten durch. Nesquik's Fohlen überraschte mich immer noch. Beide Elternteile verfügten über ein großes weiße Kopfabzeichen und auch einige andere Abzeichen, doch das kleine Hengstfohlen besaß lediglich einen Keilstern und eine kleine Schnippe. Dennoch erinnerte sein feiner Kopf und der neugierige Blick direkt an seine Mutter. Nandalee war mehr oder weniger leider total nach ihrer Mutter gekommen, was den Charakter betraf. Schon gestern war sie so dreist gewesen und hätte beinahe Quall, unsere Tierärztin, ins Bein gebissen. Ihre Erziehung würde ein hartes Stück Arbeit werden. Doch ich war froh, die beiden hier so putz“munter“ zu sehen und wandte mich wieder zum Gehen. Carter war gerade dabei die anderen Pferde auf die Weide zu bringen, so dass ich ihn helfen konnte. Auch er berichtete mir, dass die Nacht und den Morgen über bei den beiden Stuten alles in Ordnung gewesen war.

      06.08.2013 - Der erste Weidegang
      - Aus der Sicht von Eddi -
      „Guten Morgen Carter!“ grüßte ich unseren Stallmeister, als ich den Stall betrat. „Wahrlich ein guter Morgen, Frau Canary.“ lächelte er mich an und ich schüttelte nur lachend den Kopf. Wenn er mich ärgern wollte, dann nannte er mich beim Nachnamen, denn er wusste genau, wie wenig ich das mochte. „Eddi? Dürfen heute die Fohlen das erste Mal raus?“ fragte mich unsere jüngste Pflegerin Meg, die plötzlich neben mir auftauchte. „Genau das hatte ich gerade vor.“ grinste ich und reichte ihr das Halfter von Nesquik. Um die zickige Napayné wollte ich mich lieber selbst kümmern. Wir halfterten die beiden Stuten auf und führten sie aus den Boxen. Carter lief vor uns, um uns im Notfall helfen zu können, außerdem öffnete er uns die Türen. „Nani!“ knurrte ich, als sich Nays Fohlen schon wieder aus dem Staub machte. Sofort blieb die kleine Rappstute stehen und schaute mich vorwurfsvoll an. Sie war schon jetzt genauso wie ihre Mama, kam aber letzten Endes zurück. Nessi und ihr Sohn Applaus waren vollkommen anders, die Ruhe selbst und stets ein Vorbild. Ich war froh, als die vier endlich auf der für sie vorgesehenen Weide standen. Sie war eine unserer kleinsten und dennoch noch riesig. Besaß aber einige Obstbäume die wunderbaren Schatten spendeten und sie lag am nächsten am Stall. Zu dritt standen wir nun am Zaun und beobachteten die Stuten und ihre Fohlen. Nessi und Nay schienen froh zu sein, sich endlich wieder die Beine richtig vertreten zu dürfen. Wir hatten sie in den letzten Tagen zwar im Stall hin und her geführt, aber ich hatte die Fohlen noch ein wenig im kühlen Gebäude stehen lassen wollen, ehe sie in die Sommerhitze rausdurften. „Ich bin auch dafür, dass wir sie gegen Mittag wieder reinholen, wenn es heute wieder so extrem warm würde.“ sagte ich zu Carter und er nickte. Aber auch den Fohlen schien die neue Erfahrung Spaß zu machen. Nani galoppierte neben ihrer Mutter umher, während Applaus sich lieber umschaute, einem Schmetterling hinterjagte und sich mit dem Geheimnis des Grases auseinandersetzte. „Er ist so süß!“ quietschte Meg neben mir und letztendlich hatte sie auch vollkommen Recht. Aber auch Nani war einfach eine Schönheit und ihre Gänge waren jetzt schon fantastisch. Ich war froh, diese beiden Fohlen dieses Jahr gezogen zu haben. Sie würden äußerst vielversprechend werden, dass wusste ich jetzt schon. „Na dann, die anderen Pferde warten, also los!“ grinste ich, doch Meg wollte noch schnell ein Foto von den beiden Fohlen machen. „Sie sind viel zu toll.“ lächelte sie glücklich. Seitdem sie mit auf dem Gestüt Fauconnerie arbeitete, war sie richtig aufgegangen und hatte endlich auch ein Selbstbewusstsein entwickelt. „Keine Sorge, vielleicht wirst du irgendwann mal auf einem der beiden sitzen.“ lachte ich fröhlich.

      02.09.2013 - Kalter, ungemütlicher Tag
      Der Tag war diesig und verregnet, hinzukam ein kalter wehender Wind, weshalb ich entschieden hatte, die Stuten und ihre jungen Fohlen heute im Stall zu lassen. Ich wollte die beiden zwar nicht verhätscheln, aber hier oben an der Küste konnte man sich schnell eine Erkältung zuziehen. Gerade die beiden Zwerge mussten noch gut umsorgt werden. Stattdessen stattete ich heute beiden Stuten einen Besuch ab, halfterte sie auf und führte sie samt Fohlen in die Halle. Dort ließ ich die vier Chaoten rennen. Applaus und Nandalee schienen täglich 3cm zu wachsen, zumindest kam es mir so vor. Nesquik und Napayné gelangen auch allmählich wieder zu ihrer normalen Figur zurück, auch wenn ich mich noch zu gut an den kugelrunden Bauch erinnern konnte, den die beiden Stuten vor nicht allzu langer Zeit noch gehabt hatten. Nani war wie immer aufgeweckt und neugierig, während Applaus sich in aller Ruhe die Halle anschaute. Die beiden Stuten wälzten sich gleich zu Beginn ausgiebig, ehe sie sich im Galopp ihre Beine vertraten, dass schien beiden gut zu tun. Ich beobachtete die vier Schönheiten ein Weilchen, ehe Tom kam. Gemeinsam brachten wir sie zurück zum Stall und begann dort die Welshs gründlich zu putzen, damit sie wieder richtig schick aussahen. Dann bekamen allesamt eine Decke auf und wir machten noch einen kleinen Spaziergang durch den Wald. Dort war es wegen dem Blätterwerk über uns noch kühler, so dass wir als Heimweg dann doch bevorzugt an der Küste entlangliefen. Doch auch dort war es nicht angenehmer. Tom und ich schauten uns kurz an, ehe wir gemeinsam beschlossen so schnell wie möglich nach Hause zu kommen. Im Stall kamen die Stuten und Fohlen wieder in ihre beiden großen Boxen und bekamen ein wenig warmes Mash zu futtern. Ich schmuste noch jeweils ein Weilchen mit jedem, ehe ich mit an die tägliche Arbeit machte, welche auf mich im Büro wartete.
      27.10.2013 - Das erste Mal führen
      „Ihr wachst so schnell!“ lachte ich fröhlich, als ich Applaus und Nandalee besuchte. Noch teilten sie ihre Boxen mit ihren Mamas, weshalb die vier auch jeweils Doppelboxen hatten. Das würde über den Winter auch noch so bleiben, dennoch wurde es allmählich Zeit, dass die beiden sich an Halfter und Strick gewöhnten, denn bald stand schon der nächste Tierarztbesuch an und dafür sollten die Kleinen vorbereitet sein. Helfen wollte mir Judi, denn unsere Vielseitigkeitsreiterin hatte sich in die beiden Zwerge verliebt. „Kümmerst du dich um Nesquik und Applaus?“ fragte ich lachend und überreichte ihr das neue Halfter für den kleinen Hengst. Ich nahm mir dafür Nandalee vor, ihr Halfter war rot, während Applaus' gelb war. Als erstes halfterten wir die Stuten auf und dann bemühte ich mich Nani zu überzeugen, mich mit dem Halfter an sie heranzulassen. Während Applaus bereits fertig war, kämpfte ich immer noch mit dem kleinen Rappstütchen. Erst nach vielen Bestechungen schaffte ich es endlich, dass sie sich aufhalftern ließ. Als erstes sollte Judi mit Nessy und ihrem Sohn auf die Stallgasse, ich folgte dann mit meinen beiden. Wie erwartet war Applaus vollkommen unbeeindruckt von der ganzen Sache, es schien ihm sogar gut zu gefallen, dass er jetzt solche Aufmerksamkeit bekam. Nani hingegen zappelte die ganze Zeit und konnte den Kopf nicht still halten, sie wollte unbedingt das Halfter los werden. Ich seufzte, dass würde noch ein langer und harter Weg werden, sie war genauso wie ihre Mutter und daran würde sich auch so schnell nichts ändern. Deshalb war ich froh, als wir dann endlich die Weide erreichten. Als erstes nahm ich diesmal Nani da Halfter an und dann ihrer Mutter. Judi tat es mir gleich und als alle ihre Halfter los waren, trabten sie davon. Nani und Applaus begannen direkt miteinander zu spielen und jagten über die Weide. Auch Nay und Nessy trabten ein wenig nebeneinander her, ehe sie mit grasen begannen. Judi und ich brachten die Halfter weg, ehe wir uns um die Boxen kümmern, denn die Fohlen wühlten immer das gesamte Stroh um und hinterließen innerhalb nur einer Nacht eine unglaubliche Sauerei.

      02.11.2013 - Hufschmied Mongofisch
      Heute hatte ich wieder einen Termin bei Eddi. Es ging um ihre beiden Stuten Nesquik und Napayné, die beide jeweils ein Fohlen bei Fuß hatten. Ich verstaute mein Werkzeug im Kofferraum, setzte mich hinters Lenkrad und fuhr los. Auf der Fahrt schaltete ich immer wieder den Radiosender um, nichts gefiel mir heute, sodass ich schließlich den Aus-Knopf betätigte. Mir kam die Strecke elendig lang vor, doch dann hatte ich es geschafft. Ich parkte mein Auto und stieg aus: „Hallo Eddi!“ Sie wartete schon auf mich. Wir unterhielten uns kurz und sie erklärte mir, dass die Hufe der beiden Großen deutlich zu lang waren und die Fohlen ihren ersten Termin beim Hufschmied hatten, um alles einmal kennen zu lernen. Sie sollten weniger ernsthaft behandelt werden, mehr war es Eddi wichtig, dass die Fohlen den Hufschmied als etwas positives kennen lernen würden.
      Nachdem wir das geklärt hatten, gingen wir zusammen zur Weide und halfterten die beiden Mutterstuten auf. Die beiden Fohlen folgten ihren Müttern zum Anbindeplatz, kamen immer wieder neugierig in meine Nähe, trauten sich aber nie ganz heran. Ich nahm es den Kleinen aber auch nicht übel, ich war immerhin total fremd. Wir machten die Stuten fest und um mich mit den Fohlen etwas vertraut zu machen, kramte ich ein paar Leckerlis aus meiner Tasche. Die beiden wurden sofort aufmerksam und kamen neugierig näher, als ich ihnen die Hand mit den Leckerlis entgegen streckte. Applaus, das Fohlen von Nesquik traute sich als erster nahe genug ran, um sich eines der Leckerlis zu schnappen. Und nun traute sich auch Nandalee, sie wollte schließlich nicht, das ihr alle Leckerlis weggeschnappt wurden.
      Nachdem sich die beiden Fohlen einigermaßen an mich gewöhnt hatten, holte ich mein Werkzeug aus dem Auto und legte es mir zurecht. Die beiden Großen standen die ganze Zeit über brav und geduldig da und warteten auf ihre Hufbehandlung. Ich begann mit der Schimmelstute Napayné und hob ihren ersten Huf an. Eddi hatte nicht übertrieben: Es war allerhöchste Zeit, dass ich vorbei gekommen war. Die Hufe waren schon arg lang. Ich griff zum Hufmesser und schnitt damit ordentlich viel Horn ab. Nandalee tänzelte aufgeregt und neugierig zugleich um ihre Mutter. Sie blieb neben mir stehen, als ich dabei war, die Hufe von Napayné mit der Raspel wieder in eine schön Form zu bringen. Ich schaute zu ihr auf und streckte ihr die Raspel entgegen. Sie schnupperte kurz daran, hatte dann aber schon wieder aufmerksam beobachtet, wie ich ein weiteres Leckerli aus meiner Tasche zauberte. Ich steckte es ihr zu und fuhr mit dem Hinterhuf von Napayné fort.
      Als auch der letzte Huf wieder ordentlich in Form gebracht war, bekamen Napayné und ihr Stutfohlen jeweils noch ein Leckerli und ich widmete mich Nesquik mit ihrem Fohlen Applaus.
      Die Hufe der zweiten Mama waren nicht so lang wie die von Napayné, aber trotzdem mussten sie ein ganzen Stück kürzer. Zuerst jedoch wendete ich mich Applaus zu. Er betrachtete ausgiebig die Raspel, die ich ihm hinhielt. Aber wirklich was anfangen konnte er damit nicht. Also suchte ich auch für ihn ein Leckerli aus der Tasche und gab es ihm. Dann nahm ich mein Hufmesser und begann mit dem ersten Huf von Nesquik. Ich schnitt das überschüssige Horn ab und korrigierte anschließend mit der Raspel. Dabei wurde ich nicht nur von Applaus, sondern auch von Nandalee aufmerksam beobachtet. Jetzt konzentrierte ich mich aber erstmal nur auf meine Arbeit. Der zweite Huf war schnell gekürzt und korrigiert. Ich klopfte der braven Nesquik lobend auf die Kruppe und befasste mich dann mit den letzten beiden Hufen. Auch die waren schnell erledigt.
      Nun schenkte ich den Fohlen wieder meine Aufmerksamheit. Ich holte aus dem Auto ein paar Hufeisen und zeigte diese den Beiden. Interessiert beschnupperten sie die Eisen. Als ich leise zwei Eisen aufeinander schlug, wichen beide Fohlen zwar erst zurück, verstanden aber schnell, dass von den silbernen Dingern keine Gefahr ausging.
      Bevor ich mich wieder auf den Heimweg machte, bekamen alle vier Pferde von ein Leckerli von mir. Ich verabschiedete mich von Eddi und fuhr dann langsam vom Hof.
      © Mongofisch

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      Stelli - 21.11.2013
      Nesquik - Komplettimpfung, kl. Blutbild, Entwurmen
      Nachdem wir bei Napayné und Nandalee fertig waren, machten wir bei Nesquik und ihrem Hengstfohlen Applaus weiter. Der kleine Hengst war schon etwas rebellischer als das Stutfohlen. Auch hier hieß es Impfen, Entwurmen, Chippen und ein kleines Blutbild machen. Nesquick war bei der Blutabnahme etwas hibbelig, wo ich besonders sorgsam mit ihr umging. Um der Stute unnötigen Stress zu ersparen, hatte ich den Ipfstoff direkt dabei, den Edfriend mir nacheinander reichte und ich die Nadel im Hals stecken ließ, um den Impfstoff direkt spritzen zu können. Nesquick war sichtilich froh, als ich die Nadel wieder aus ihrer Vene zog und sie ein Leckerlie als Belohnung bekam. Sie konnte sich nun von dem kleinen Schrecken erholen, denn das gleiche Programm war jetzt bei ihrem Sohn dran. Der kleine Hengst tippelte irritiert hin und her, als ich mit den Tupfern seinen Hals reinigte. Den Piekser dagegen merkte er kaum, sodass ich schell Blut abnehmen konnte und den Impfstoff injizieren konnte. Auch Applaus wurde geknuddelt, als die Nadel wieder draußen war. Nun musste ich die Wurmkuren geben, was Nesquik und Applaus ebenalls alles andere als toll fanden. Applaus schaffte es fast die Wurmkur wieder rauszuspucken, was Edfriend grade noch verhindern konnte. Jetzt kam wieder der unangenehmste Teil der behandlung dran, das Chippen. Wieder rasierte ein Stück des dunkelbraunen Fells weg und reinigte die Stelle, bevor ich den Chip einpflanzen konnte. Applaus zuckte etwas zusammen, blieb danach aber gebannt stehen. Edfriend tätschelte beruhigend seinen Hals während ich mit dem Erkennungsgerät die Position überprüfte. Wieder piepte es und somit waren die beiden Entlassen.
      "So, das wars auch schon! Die nächsten 2,3 Tage etwas langsam machen, wegen der Impfung. Wenn es Probleme gibt, meldest du dich. Ich ruf dich an wenn ich die Blutbilder bekomme.", sagte ich, verabschiedete mich von Edfriend und fuhr nach Hause.
      Zuhause machte ich mich ans Auswerten der Blutbilder. Erythrozyten und Leukozyten wie Hämoglobin sahen bei allen vier Pferden wunderbar aus. Der Mineralhaushalt sah auch unbedenklich aus. Ich benachrigte Edfriend und beendete somit meinen Auftrag.
      [2164 Zeichen (c) Stelli]

      22.12.2013 - Kurzer Besuch
      Es dämmerte bereits und unsere Lichterketten leuchteten schon erwartungsvoll. Ich war schon total kaputt, doch immer noch standen einige Besuche an. Der Tag zog sich heute einfach nur endlos in die Länge und ich war froh, wenn ich heute Abend geduscht auf meiner Couch sitzen würde, mit einer heißen Schokolade in der Hand und dann in Ruhe einen Film schauen könnte. Doch vorher musste ich noch zu Nesquik und Napayné. Meg hatte mir die beiden Stuten bereits reingeholt und vor der Box angebunden. Gemeinsam mit meiner Praktikantin putzte ich die beiden Welshs und ignorierte die aufgedrehten Fohlen, welche fröhlich um uns umhersprangen. Nandalee und Applaus wuchsen unglaublich schnell und dementsprechend aktiv waren sie auch. Gemeinsam mit ihrem Müttern standen sie ab früh um sieben auf der Weide und dennoch war ihnen das nicht genug. Doch auch sie mussten geputzt werden, wenn auch mit eindeutigem Widerwillen, welchen ich aber beflissentlich ignorierte. Erst als sie auch sauber waren, durften die Stuten mit Fohlen in die Boxen. Dann kümmerten Meg und ich uns noch um das Futter, damit sie gründlich versorgt waren. „Aber ansonsten ist bei ihnen alles okay?“ fragte ich Meg unter dessen Obhut die Mutterstuten mit Fohlen standen. Sie nickte und erzählte mir wie aktiv die beiden Kleinen waren, was sie Mamas aber nicht zu stören schien. Für Morgen plante ich einen kleinen Spaziergang mit den Zwergen, denn an das Halfter waren sie schon gewöhnt. Außerdem würden die Mütter bald wieder mit dem Training anfangen dürfen, aber erst im neuen Jahr. Ich machte mich allmählich auf dem Weg zum Haus, damit ich endlich unter meine heiße Dusche kam.

      22.04.2014 - Frühjahrsputz
      Punkt sechs klingelte mich mein Wecker aus dem Schlaf. Gähnend erhob ich mich aus dem Bett und schlafwandelte erst einmal ins Bad, um mir eine Ladung Wasser ins Gesicht zu schütten, damit ich erst einmal wach wurde. Heute war früher aufstehen angesagt, denn wir hatten Großes vor. Inzwischen war es April und das Wetter war nun immer zu 80% wirklich richtig schön, deshalb hatte ich entschieden, dass es so weit war: der Frühjahrsputz stand an. Nachdem ich mich in meine Stallklamotten geworfen hatte, lief ich hinunter in die Küche. Wiedermal war ich nicht die erste, stattdessen war Mia schon auf den Beinen und huschte wie ein aufgeschrecktes Eichhörnchen umher. Der Frühstückstisch war schon gedeckt, so dass ich mich einfach auf meinem Stammplatz niederließ. Auch die darauffolgenden Mitglieder des Gestüts schauten Mia verständnislos an und setzten sich verschlafen an den Tisch. Unsere Dressurreiterin war definitiv die einzige, die schon putzmunter war. Wir frühstückten gemeinsam und planten den heutigen Tag, wobei Mia immer ganz vorne mit dabei war. Sie nahm sich so viel vor, dass es sogar für sie knapp werden würde, dass alles zu schaffen. Als wir fertig waren und der Tisch abgedeckt, ging es in Richtung Stall. Wie jedes Jahr begann für die Pferde zu Ostern die Sommersaison und das hieß 24 Stunden Weide! Die Alteingesessenen hatten es schon im Gespür und waren ganz aufgeregt, als wir als große Mannschaft den Stall betraten. Die Herden hatte ich schon in den letzten Wochen eingeteilt und oft genug wechseln müssen, da die Pferde sehr wählerisch waren. Bei uns war es so, dass man eigentlich alle Hengste zusammenstecken konnte, denn die verstanden sich alle. Bei den Stuten sah das anders aus, denn da war Zickenterror an der Tagesordnung, deshalb hatte ich bei den Plänen besonders lang gebraucht. Am unkompliziertesten waren die Jährlinge und Jungpferde gewesen, wo schnell klar war, wer mit wem konnte und so wurden heute die großen Weiden eingeteilt und dann ging es auch schon an die Arbeit. Der Einfachheit halber brachten wir zuerst die Jüngsten raus, da deren Weiden am nächsten lagen. Außerdem wollten wir den Stuten mit Fohlen den Stress ersparen, also halfterte ich Napayné und Nandalee auf, während Meg sich Nesquik und Applaus holte. Gemeinsam brachten wir die beiden auf die große Weide direkt hinter dem Stall. Da auch Khiaras Fohlen Kaythara mit gleichaltrigen Artgenossen großwerden sollte, hatten wir die Vollblutstute und ihre Tochter in den letzten Wochen immer öfter probeweise zu den Welshs gestellt. Zu meiner Freude verstanden sich die Stuten und Fohlen einwandfrei, weshalb Khiara mit auf diese Weide durfte. Danach waren unsere Jungpferde an der Reihe, welche eine Weide bekamen, die zur Hälfte im Wald verschwand, denn ich war mir sicher, die Jungspunde würden zwischen den Bäumen ihren Spaß haben. Es war eine große Stutengruppe, bestehend aus Hollybrooks stolzer Nachkommin Fairy Bluebird, ihrer besten Freundin Joyce, der kleinen Tiny Girl und dann noch den beiden aufgeweckten Stuten Raunchy’s Limited und Fire of Quintesse. Die fünf waren schon halbe Ewigkeiten zusammen und verstanden sich ausnahmslos prima. Gemeinsam tollten sie ausgelassen über die Weide und ich freute mich sehr, sie so zu sehen. Die beiden Junghengste Prazzy’s Goldbell und Painted Blur standen immer noch in der Junghengstherde von Zaii und ich schaute wöchentlich bei meinen Lieblingen vorbei, ihnen ging es wunderbar! Somit waren Feuervogel und Altyn die einzigen Junghengste auf dem Gestüt und bekamen ihre eigene Weide. Nachdem die jungen Pferde fröhlich über die weiten Wiesen tollten, sollten nun auch die großen an die Reihe kommen. Ab sofort waren wir aufgeteilt und jeder kam stets mit zwei Pferden an der Hand aus dem Stall. „Lasst ihr bitte Pajero, Call me a Twist und Schneeleopard noch im Stall?“ meinte ich lächelnd, als ich soeben einige Pferde aufgehalftert hatte. Das rausbringen zog sich und dann war es plötzlich geschafft. Ich rief Mia und Meg zu mir und wir machten die drei verbliebenen Hengste fertig. Sie wurden kurz geputzt und bekamen dann allesamt nur eine Trense über. Danach schwangen wir uns auf die blanken Rücken, ich saß auf meinem geliebten Pajero, Mia nahm Twist und Meg ritt Leo. Ich wollte mit den beiden nun noch einmal alle Weiden abreiten und die Zäune, Versorgungsstände und Herden kontrollieren. Die ersten Weiden waren schnell gemacht und dann kamen wir an die riesigen Stutenweiden. Die Wiese von den Vollblütern war noch relativ klein im Vergleich zum Rest, dafür standen hier aber auch nur die beiden Tekken Mokka und Sonja, sowie die drei Rennpferde Cassiopeia, Destiny und Deadly Ambition. Zufrieden ritten wir weiter und kamen an die wohl kritischste Stutenweide. Um Weihnachtswichtel und Little Chocolate Chip machte ich mir keine Sorgen und auch Nightfly und Foxglove waren problemlos. Aber die drei Welshsstuten Animby, Alice und Herbsttraum legten es gerne auf Probleme an. Deswegen stand auch die Tinkerstute Freeway mit hier, denn wenn ihr die Zickereien zu weit gingen, zögerte sie nicht, sondern griff ein. Doch im Moment war alles friedlich, genauso wie auf der Nachbarsweide von den Westernstuten. Joyna und Chou grasten friedlich im Schatten, während Caribic Sue und Rubina Ravenclaw herumtobten. Apache’s Tomahawk kam sofort angetrabt als sie uns sah, denn sie schien es eindeutig auf Twist abgesehen zu haben, so dass wir flott weiterritten. Die Hengste hatte ich in drei riesige Herden aufteilen müssen. In der ersten waren unsere Welshzuchthengste Auftakt, BonnyBoy, Fürst der Finsternis und Single Malt vereint. Dabei standen auch Lucane, Vertigo, Pinocchio und Carachillo. Allesamt eine ruhige Truppe, weshalb wir Serafino, Ejadon und Dr. Insektor noch dazugesteckt hatten. Bei der nächsten Weide wurden wir freudig von Heartbreaker begrüßt, der seinen Freund Pajero schon sehnsüchtig vermisst hatte. Ich schwang mich von dessen Rücken, nahm ihm den Zaum ab und ließ auch ihn auf die Weide. Das war die Weide der Jungspunde und frechen Kerle, die sich aber allesamt wunderbar verstanden. Zum einen unsere Unzertrennlichen Zarin und Romance, dann Absinth und Dirth, wozu auch Allelujah. Yerai, Muskat und Mennesse brachten noch ein wenig Blut mit rein, so dass ich Breaker, Pajero und Alazar als Aufpasser mit dazugestellt hatte, nicht dass es die jungen Kerle doch einmal übertrieben. Bei der letzten Weide mussten dann auch Meg und Mia absteigen, denn Leo und Twist durften mit zur Thorondor, Aristo, Guarana, Pawaneeh, Magic Golden Dust, Hidalgo und Campeon auf die Weide und dann hatten wir es auch schon geschafft. Als endlich alle Pferde draußen waren, ging es an den Frühjahrsputz. Wie jeden Tag wurden die Boxen gemistet, aber diesmal nicht mehr eingestreut. Zudem wurden die ganzen Spinnenweben entfernt, die Fenster wurden geputzt und die Stallgasse gründlich gekehrt. Alles erstrahlte im neuen Glanz und die Sattelkammern wurden einmal komplett ausgeräumt, ehe wieder eingeräumt und aufgeräumt wurde. Die Sättel wurden öfters gefettet, doch das wurde heute auch direkt noch einmal gemacht. Ebenso wurden besonders dreckige Decken oder Bandagen gleich in den Wäschekorb geworfen. Zum Schluss war alles ordentlich eingeräumt und die Arbeit für heute geschafft und wie die Pferde, bekamen auch die Trainer heute frei. Die kommenden Wochen würden hart genug werden, denn dann hieß es Boxen und Ställe neu streichen, genauso wie die Zäune. Scharniere mussten neu geölt werden, das ein oder andere frisch lackiert werden oder gar ersetzt werden. Die Paddocks wurden abgebaut und der alte Sand entfernt, damit neuer Sand hingebracht werden konnte. Nach diesem kalten Winter sollte wieder alles auf Vordermann gebracht werden.

      29.07.2014 - Umbau
      Als ich heute Morgen aufstand, schien bereits die Sonne leicht durch meine Gardinen. Lächelnd schlug ich die Decke auf und sprang aus dem Bett. Mein Kater war auch direkt wach und folgte mir schnurrend mit ins Bad. Während ich duschte und mich fertig machte, putzte er sich gründlich. Eine halbe Stunde später waren wir fertig und liefen hinunter in die große Küche. Heute waren wir ausnahmsweise mal die ersten. Also gab es für meinen Kater sein Futter und ich schob die Brötchen in den Backofen. Danach machte ich die Kaffeemaschine fertig und machte den Wasserkocher für den Cappuccino an. Nun kochte ich noch die Eier und während alles so verlief wie es geplant war, deckte ich den Frühstückstisch. Pünktlich um acht kam mein gesamtes Team zusammen und wir frühstückten gemeinsam. Mia hatte die Post hineingeholt und verteilte die Briefe an die jeweiligen Empfänger. Ich hatte eine Postkarte meiner guten Freundin Lea erhalten, welche gerade ihren Urlaub an der Ostsee genoss. Lächelnd las ich ihre Worte, wenn sie nur wüsste was momentan hier los wäre. „Wir müssen heute die Jungpferde noch umweiden, sonst können die Bauarbeiten nicht beginnen.“ meinte Tom und ich nickte ihm zu. „Ja das machen wir heute.“ erklärte ich und hatte in Gedanken schon den heutigen Tagesablauf geplant. „Tamzin, Mia? Ihr fahrt heute aufs Turnier, richtig?“ hakte ich noch einmal nach, eigentlich wollte ich nur schauen, dass jeder wusste, was los war. „Ja, genau. Ich nehme Taktlos und Muskat mit.“ meinte Mia. „Talulah wollte wegen der Versorgung mitkommen, ansonsten habe ich eben Alazar und Vertigo dabei.“ fügte Tamzin hinzu. Ich nickte den beiden zu und gähnte leicht. Genüsslich biss ich in mein Brötchen und trank einen Schluck Cappuccino. „Wie geht es den Fohlen?“ fragte ich in die Runde und bekam direkt eine Antwort. „Nüsschen geht es wunderbar und Rosewell ist zwar noch schüchtern, aber ihr geht es bestens.“ erklärte Meg mir. Sie liebte Fohlen und war nur zu gerne bei den jungen Pferden unterwegs. Wir frühstückten zu Ende und dann machten wir uns auch schon an die Arbeit, denn die kommenden Wochen würde auf dem Gestüt viel los sein. Momentan bauten wir nämlich um, so dass es gar nicht so leicht war, für alle Pferde eine neue Weide zu finden, ohne den Bauarbeiten im Weg zu stehen. Aus diesem Grunde mussten die Jungpferde jetzt auch weichen. Also begannen wir unseren Tag mit Weide bauen. Es mussten insgesamt zwei Weiden her, damit wir Hengste und Stuten trennen konnten. Eine Stunde verbrachten wir damit und dann waren die großen Weiden am Rande des Waldes fertig. Nun hieß es die Jungpferde holen. Mit Halftern bewaffnet machten sich Tom, Meg und ich auf den Weg. Ich schnappte mir Prazzy's Goldbell, Feuervogel und Painted Blur, Tom fing sich Altyn und He's called Trüffel und Meg nahm schon die zwei Stuten Hollybrook's Fairy Bluebird und Joyce mit. Der Weg zu den neuen Weiden war weit und das nutzten die Hengste zu gern zum toben aus. Ich war froh, als wir dann endlich die erste Ladung drüben hatten. Nun liefen wir noch einmal um noch Hollybrook's Tiny Girl, Raunchy's Limited, Quintesse of Xaras, Rosewell und Shawneé zu holen. Danach waren wir sogar schon fertig. Während Meg und Tom die alten Weiden abbauten, lief ich zu unserem Stallgebäude. Momentan waren dort alle Mutterstuten mit Fohlen aufgestallt, allerdings wollte ich auch diesen Auslauf gönnen. Als erste halfterte ich Khiara El Assuad auf und brachte sie gemeinsam mit ihrem kleinen Stutfohlen Khaytara El Assuad auf die Weide vor dem Stall. Danach holte ich noch Napayné und Nesquik, unsere Welshstuten. Nandalee und Applaus waren voller Tatendrang und hüpften aufgeregt nebenher und freuten sich riesig auf Khaytara. Fröhlich jagten die kleinen Fohlen über die Weide, während die Stuten friedlich nebeneinander grasten. Nun holte ich noch Mokka mit ihrem frisch geborenen Fohlen Mon petit écrou aus dem Stall und ließ sie heute auf eine der kleineren Weide, denn noch wollte ich die beiden lieber alleine lassen, nur Mokkas beste Freundin Sonja durfte bisher mit zu ihr und dem Fohlen, weshalb ich die drei gerne zusammen stellte. Nachdem auch diese Pferde versorgt waren, nun konnte ich mich nicht länger drücken, denn die Bauarbeiter rückten an und direkt kam der Chef zu mir. Gemeinsam brüteten wir über den Plänen und diskutierten über die Aufteilungen. Ich wollte meinen Pferden ein anderes Leben gönnen und baute deshalb das gesamte Gestüt um. Es sollen zwei neue Paddocktrails und drei Aktivställe gebaut werden. Hinzu kommen sollten fünf Mini-Offenställe, in welchen immer nur 2-3 Pferde leben würden und zu guter Letzt noch einige Doppelboxen mit großen Paddocks für Gästepferde oder auch für unsere Pferde, wenn etwas großes anstand. Mein Team unterstützte mich dabei tatkräftig und schon bald würden die Umbauten fertig sein. Ich musste nur noch die neuen Herden einteilen und dann würden die Pferde auch schon bald auf ihre neuen Weiden ziehen dürfen. Aber heute waren wir davon noch weit entfernt. Lächelnd schlenderte ich über das Gestüt und verabschiedete Mia und Tamzin, sie würden erst heute Abend wieder zurückkommen. Ich entschied mich stattdessen, zu unseren Zwergen zu schauen. Also schnappte ich mir in der Futterkammer sechs Möhren und wanderte zu den Weiden, wo Werina, Mondscheinsonate, Weihnachtswichtel und Little Chocolate Chip standen. Als ich sie rief, kamen sie sofort angesaust und holten sich ihr Leckerchen ab. Danach schaute ich bei den Jungs Heartbreaker und Window vorbei und auch sie bekamen noch eine Möhre. „Guten Appetit, meine Lieben.“ meinte ich lächelnd und ging dann, denn im Stall stand die Teambesprächung an, wer nun was machen würde. Judi wollte heute mit Carachillo und danach mit Capriciasso zur Geländestrecke und die beiden trainieren. Danach würde dann eine Springstunde für ihre jungen Nachwuchsreiter anstehen. „Wen willst du heute mitnehmen?“ fragte ich, um zu wissen, wer dann noch bewegt werden müsste. „Ich wollte gerne Lucane, Nightfly, Pinocchio, Naimibia und Diggin' in the Dirth nehmen.“ erklärte Judi mir und ich nickte. „Alles klar.“ meinte ich lächelnd und verschwand. „Tom? Reitest du heute Absinth und Serafino?“ trug ich ihn auf und suchte dann Meg. „Komm, wir machen einen Ausritt mit Zarin und Death Pop Romance.“ meinte ich lächelnd, damit die junge Auszubildende eine kleine Pause bekam. Heute war sehr angenehmes Wetter und so konnten wir viel traben und galoppieren, was den beiden Hengsten sehr gut tat. Danach bat ich sie noch, sich auf Foxglove zu schwingen. Ich wollte stattdessen Allelujah beschäftigen, für ihn stand heute Longieren an mit viel Stangenarbeit, denn einfach war er immer noch nicht, aber es wurde langsam besser. Als ich mit dem Palomino fertig war, holte ich meinen Liebling Pajero von der Weide, um mit ihm unsere Geländestrecke als lockeren Spaß zu reiten. Wie immer war er super drauf und es war ein toller Ritt. Danach war noch Dr. Insektor an der Reihe. Unser Hengst hatte sehr gute Fortschritte gemacht und vielleicht würde er bald an Turnieren teilnehmen können. Für Ejadon gab es heute frei, denn er hatte die letzten zwei Tage mit Turnieren verbracht. Guaranà ging mit Monty heute eine kleine Runde ins Gelände, um ihn fit zu halten. Mennesse nahm er als Handpferd mit, damit der direkt auch bewegt wurde. Die spanischen Schönheiten Thorondor, Yerai und Aristo hatten heute auch frei, also bewegte ich nur noch Freeway. Danach war erst einmal das Mittagessen an der Reihe. Heute gab es Hefeklöße mit Vanillesoße und Kirschkompott. So kamen wir alle wieder zusammen und konnten eine kleine Pause machen, ehe es mit der Arbeit weitergehen würde. Am Nachmittag war noch genug zu tun und da drei Leute heute fehlten, mussten wir anderen uns besonders ins Zeug legen. Mein erster Gang nach dem Mittagessen war zu Carter, denn ich wollte mich über das Training der Vollblüter informieren. „Wenn es öfter mal ein paar Rennen geben würde, dann könnten Cassiopeia und Deadly Ambition auch einmal zeigen, was in ihnen steckt, aber momentan sieht es dort ja ziemlich mager besetzt aus. Pawaneeh lasse ich jetzt nebenbei aktiv auch in Dressur und Springen trainieren, das braucht er, so kann Susan ihn auch im Rennen besser kontrollieren. Magic Golden Dust macht sich gut im Training und ist topfit. Und Destiny Horror, na ja, ich denke die Dressur wäre eher was für die Hübsche.“ erzählte er mir und ich saugte alles in mir auf. Auch bei unseren Westernpferden tat ich momentan nicht gar so viel, das überließ ich lieber Monte und Elizabeth. Stattdessen schaute ich in die Halle, wo Monte gerade Unterricht gab. Vier junge Menschen hatte er unter seine Fittiche genommen. Heute wurden dadurch Rubina's Ravenclaw, Joyna, Apache's Tomahawk und Caribic Sue trainiert. Wie ich hörte waren Monte und Elizabeth schon mit Schneeleopard und Campéon unterwegs. Call me a Twist hatte momentan frei, denn er verbrachte gerade seine Zeit viel lieber mit potenziellen Stuten auf der Weide. Seitdem er gekört war, hatten wir nämlich äußerst viele Deckanfragen bekommen. Hidalgo wurde gerade von Elizabeth geritten. Die Stuten Chou und Ice Coffee hatten heute frei. Zuletzt standen meine Lieblinge an, die Ponys aus den Wales. Meine kleine Welsh Zucht war inzwischen schon gigantisch und ich freute mich jedes Mal, bei ihnen vorbeizuschauen. Die beiden Hengste Auftakt und Bonny Boy befanden sich inmitten der Turniersaison. Animby, unsere jüngste Stute, wurde hingegen auf ihre Krönung vorbereitet, denn sie sollte auch bald mit in die Zucht einsteigen dürfen. Fürst der Finsternis und Alice von Landwein hatten momentan eine Pause und liefen vermehrt in den Reitstunden der Fortgeschrittenen mit und gingen mit ihren Reitern auch die ein oder anderen Turniere. Die hübsche Herbsttraum hatte sich inzwischen wunderbar eingelebt und ich war ernsthaft am überlegen, mir aus ihr ein Fohlen zu ziehen. Zuletzt war da noch Single Malt, welcher bisher noch Schonfrist hatte. Der Tag ging schneller vorbei als gedacht und abends saßen wir alle beisammen am Tisch zum Abendbrot. Mia und Tamzin waren sehr erfolgreich auf den Turnieren unterwegs gewesen und auch bei den anderen hatte es heute super geklappt. Zufrieden konnten wir so mit dem Tag abschließen.

      15.09.2014 - Wir ziehen um!
      Gestüt Hayes End, Wyoming
      Es gab eine Sache, welche ich mir schon seit Jahren aufbaute und welche ich auch trotz aller Ereignisse nicht verlieren wollte: meine kleine Welshzucht.
      Es hatte lange gedauert, bis ich die Zuchtpferde zusammen hatte, welche nun in meinen Ställen lebten und genau von diesen Pferden würde ich mich auch nie trennen können.
      Problem war nur, dass ich sie nicht mit auf meine Ranch im Nirgendwo nehmen wollte, denn dort bekamen sie nicht die Beschäftigung, welche sie brauchten. Außerdem wollten wir ja auch bekannt werden und dafür musste trainiert werden.
      Lange hatte ich mir also darüber Gedanken gemacht, bis ich im Diner einen Aushang sah: „Verkaufe kleinen Hof nahe der Berge.“ - sofort hatte ich eine Telefonnummer abgerissen und mich erkundigt.
      Der kleine Hof lag in Moran und war perfekt für eine kleine Zucht! Ich schaute ihn mir schon am nächsten Tag an und war verliebt. Er war zwar klein, hatte aber alles, was die Ponys brauchen würden. „Er ist perfekt! - Ich nehme ihn!“, meinte ich und unterschrieb kurz darauf den Kaufvertrag.
      Durch den Verkauf des großen Gestüts konnte ich mir gut meine kleine Ranch und diesen Hof leisten, so dass also keine Finanzprobleme kommen würden – Rücklagen hatte ich genug. Also konnte das neue Abenteuer in Wyoming losgehen!
      Heute war es so weit: Wir hatten den Hof ein wenig renoviert und alles schon eingerichtet, nun fehlten nur noch die Pferde – und genau die kamen heute endlich hier an.
      Der Hof bot genug Platz für Stuten, Hengste und natürlich die Fohlen. Auch wenn wir uns am Anfang von etwas anderes ausdenken mussten, um alles sicher finanzieren zu können, aber da würde uns auch schon etwas einfallen.
      Als erstes kamen die Hengste in einem großen Trailer auf den Hof gefahren. Ich hoffte sehr, dass die vier Kerle die Reise hierher gut überstanden hatten.
      Beim Ausladen bekam ich Hilfe von dem Fahrer, welcher sich dank seines Berufes auch ganz gut mit Pferden auskannte. Ihm überreichte ich auch direkt Auftakts Strick. Der älteste und ruhigste Hengst durfte als erstes aussteigen.
      Danach folgte Fürst der Finsternis – den dunklen Hengst übernahm lieber ich, denn er war von seinem Umzug gar nicht so begeistert.
      „Die Hengste kommen in den Offenstall!“, rief ich dem Fahrer zu, welcher ein wenig hilflos auf dem Hof stand. Ich deutete nach rechts auf das umzäunte Gelände und er nickte mir zu.
      Auftakt nahm sein neues Zuhause gelassen hin und schien sich von Anfang an wohl zu fühlen. Während sein Führer ohne Probleme davon kam, schleifte Fürst mich über den halben Platz und ich war froh, als ich den Strick lösen konnte und er abdüste.
      „Der Rappe ist aber ziemlich temperamentvoll.“, meinte der Fahrer und beobachtete die Hengste kurz. Ich vermied es, besserwisserisch zu sein und ihn über Fürstchens eigentliche Farbe aufzuklären, sondern reichte ihm nur schon den Strick von BonnyBoy – von dem richtigen Rappen.
      Dieser folgte brav bis zum Offenstall, während ich schon ein schrilles Wiehern aus dem Hänger hörte. Single Malt hatte nun das dringende Bedürfnis, auch aus dem Trailer hinauszukommen.
      Dementsprechend aufgeregt tänzelte er auch neben mir her und ich war sehr dankbar, als alle vier Hengste unbeschadet auf der Weide standen.
      „Danke für Ihre Hilfe.“, meinte ich lächelnd zu dem Fahrer und verabschiedete ihn. Danach beobachtete ich noch die vier Zuchthengste, welche ihr neues Heim erkundeten.
      Ihnen stand ein großer Offenstall zur Verfügung. In welchem sie die Winterzeit verbringen würden. Für den Sommer war geplant, dass sie sich auf den Bergwiesen vergnügen durften – etwas besseres und gesünderes gab es für Pferde nicht.
      Die Stuten würden hingegen in auf den Weiden im Tal bleiben, vor allem wenn sie Fohlen hatten, aber auch dort konnte man sich sichtlich wohlfühlen.
      Während ich meinen Gedanken nachhing, fiel mir auf, dass die Boxen für die Stuten dringend noch vorbereitet werden mussten! Also eilte ich in den Stall und machte fünf Boxen fertig – sie wurden frisch mit Späne und darüber Stroh eingestreut, ich kontrollierte die Tränken und füllte die Heunetz auf.
      Im Jungpferdestall mussten auch noch drei Boxen fertig gemacht werden. Denn die Fohlen vom letzten Jahr waren inzwischen abgesetzt worden.
      Kurz darauf hörte ich auch schon den nächsten Trailer auf den Hof fahren und schon eilte ich hinaus. Zu meiner Erleichterung kamen als erstes die drei Jungpferde und die auszuladen war kein Problem.
      Der jungen Fahrerin drückte ich die schwarze Nandalee in die Hand, während ich die beiden Junghengste Trüffel und Applaus nahm und voran ging. Jedes Jungpferd bekam seine eigene Box in dem kleinen Stall.
      Anscheinend schienen sie sich auch direkt wohlzufühlen. Ich unterschrieb noch die Papiere der Fahrerin und dann kam auch schon die nächste und letzte Ladung.
      Erst einmal mussten die beiden Trailer ziemlich rangieren, ehe die junge Frau den Hof wieder verlassen konnte und der neue Trailer Platz fand. Dabei zerfuhren sie ziemlich meine Einfahrt. „Hoffentlich bleibe ich dort mit dem Auto nicht stecken.“, meinte ich seufzend und begrüßte dann auch schon den letzten Fahrer.
      Die Stuten waren viel entspannter als die Hengste und schienen kein Problem mit der Fahrt gehabt zu haben. „Wir bringen sie in den Stall da vorne.“, erklärte ich dem Fahrer und erklärte ihm gleich, wer wo stand.
      Nachdem er es verstanden hatte, reichte ich ihm die Stricke von Nesquik und Napayné. Ich nahm direkt Animby, Herbsttraum und Alice mit einem Mal. Das schöne an den drei Halbschwestern war, dass sie kein Problem miteinander hatten und sich stets vertrugen.
      Nun standen alle Pferde in ihren Boxen, ich verabschiedete den letzten Fahrer und ließ erst einmal ein wenig Ruhe einkehren. Nun stand noch viel mehr an, denn ich brauchte eine Managerin für das Gestüt und bevorzugt zwei Bereiter, welche sich um die Wettbewerbe der Pferde kümmern würden.
      Für heute beließ ich es aber dabei, erst einmal alle Papiere der Pferde im Büro in Ordner zu packen und nach Alphabet in einem Schrank zu sortieren. Diesen schloss ich danach gründlich ab, ehe ich meine Abendrunde machte.
      Zuerst brachte ich den Hengsten noch eine Ladung frisches Heu und jeder bekam einen Futtersack um, damit sie in Ruhe ihr Müsli fressen konnten, ohne dass die schnelleren Fresser zu Dieben wurden.
      Dann machte ich noch schnell die Runde durch den Stall. Auch die Stuten bekamen frisches Heu und ihr Müsli, ebenso wie die Jungpferde. „Morgen dürft ihr dann auf die Weiden.“, meinte ich lächelnd und schloss die Ställe ab.
      Bei den Hengste kontrollierte ich noch einmal den Zaun, befreite die Hengste wieder von ihren Futtersäcken und sagte auch ihnen gute Nacht.
      Heute und Morgen würde ich hier schlafen, um alles überwachen zu können, auch wenn ich mir sicher war, dass wir keine Probleme haben würden. Um die Ranch kümmerten sich derweil die Karamakov-Geschwister – obwohl ich froh war, dass die Pferde sich auf der Ranch auf ihren riesigen Weiden größtenteils selbst versorgen konnten.
      Müde schlürfte ich in das nett eingerichtete Schlafzimmer des Hauses und fiel gähnend ins Bett.

      08.02.2015 - Normaler Alltag
      Gestüt Hayes End, Wyoming
      Seufzend goss ich mir noch eine Tasse Kaffee ein. Es war kurz nach sieben und ich war leider so gar nicht motiviert, raus zu den Pferden in den Schnee zu stapfen. Nach der dritten Tasse Kaffee raffte ich mich dann aber doch an, packte mich warm in Jacke, Schal, Mütze und Handschuhe ein und öffnete die Haustür. Ein kalter Wind blies mir entgegen und das obwohl der Himmel klar war und wahrscheinlich schon bald die Sonne aufgehen würde. Müde stapfte ich in Richtung Stutenstall, während ich meine Mütze tiefer ins Gesicht zog. In Wyoming war man ziemlich schnell alleine, wenn man niemanden hatte, der mit bei einem wohnte. Gerade im Winter und im tiefsten Schnee verirrte sich eher weniger jemand hierher.
      Ich öffnete die Tür des Stalls und schlüpfte hinein, um sie dann schnell wieder hinter mir zu schließen. Im Stall war es noch stockduster, so dass ich den Lichtschalter erst suchen musste, ehe ich ihn benutzen konnte. Die Stuten schienen auch noch größtenteils zu schlafen, denn viele lagen noch in das warme Stroh gekuschelt in ihren Boxen. Nur Alice war schon auf den Beinen und brummelte mir leise entgegen. Lächelnd begrüßte ich sie mit einigen Streicheleinheiten und setzte dann den Weg zur Futterkammer fort. Dort stellte ich mir die fünf Futtereimer auf und füllte sie je nach dem Futterplan der jeweiligen Stute.
      Das Geräusch von Müsli was ich in die Eimer schüttete, schien auch die anderen Stuten zu wecken, denn als ich die Futterkammer verließ, starrten mich fünf neugierige Ponyköpfe an. Lächelnd verteilte ich das Futter in den jeweiligen Boxen und räumte dann die Eimer wieder weg. Während die Stuten als frühstückten, wollte ich bei den Jungpferden nach dem Rechten schauen. Nandalee und Applaus waren jetzt seit längerem abgesetzt und da sie den schon älteren Trüffel an der Seite hatten, schienen sie den Aufenthalt in dem kleinen Nebenstall ohne die Mamas gut zu verkraften. Natürlich wollten auch die drei ihr Frühstück haben und so versorgte ich auch meine Zwerge.
      Während die Pferde in den Stallungen fraßen, schnappte ich mir die Schubkarre und lud vier Heubündel darauf, um diese hinaus zum Offenstall der Hengste zu fahren. Allmählich wurde es auch heller und so sahen mich die Hengste schon von weiten. Innerhalb von Sekunden hatten sie sich alle am Gatter versammelt. „Zurück!“, mahnte ich streng und sofort machten alle vier Hengste Platz und ließen mich durch. Während ich das Heu verteilte, durfte auch noch nicht gefressen werden, denn ich wollte nicht umgerannt werden. Die Hengste hielten sich an meine Regeln und warteten geduldig ab, bis ich das Futter in den großen Raufen verteilt hatte, dann machte ich ihnen mit einer einladenden Geste Platz und sofort stürmten sie zum Heu. Nur Auftakt, mein ältester, hatte es nicht so eilig, sondern holte sich erst einmal in aller Ruhe einige Streicheleinheiten ab.
      Danach ging es zurück zu den Stuten, die inzwischen mit fressen fertig waren. Nacheinander halfterte ich sie auf und legte die Führstricke über ihre Hälse. Dann holte ich als erstes Napayné aus ihrer Box und nach und nach die anderen. Vorbildlich liefen die fünf Stuten nebeneinander neben mir her zu ihrer großen Weide, nahe des Waldes. Kurz wurden die Hengste aufmerksam, wandten sich dann aber doch lieber wieder ihrem Frühstück zu. Die Stuten warteten vorbildlich, bis ich allen das Halfter abgenommen hatte und dann schossen sie auch schon quer durch den Schnee. Nun hieß es auch noch bei ihnen die Heuraufen füllen. Danach hielt ich gleich bei der kleineren Weide der Jährlinge an und füllte auch dort schon die Raufen. Dann konnte ich auch schon meine drei Kleinen aus dem Stall holen und zur Weide bringen.
      Leider besaßen die Raufbolde nicht annähernd solch eine Manier wie die Stuten und gerade Nandalee hatte es mit den beiden Kerlen nicht leicht. „Noch ein Jahr und du darfst mit zu den Großen.“, meinte ich lachend zu ihr und löste das Halfter. Gemeinsam jagten die drei über die Weide, wobei Nani schnell ruhiger wurde und den Weg zur Heuraufe suchte. Die beiden Jungs kämpften noch spielerlisch miteinander und genossen sichtlich den kalten Februarmorgen. Zu meinem Glück kam auch die Sonne raus, so dass auch ich langsam wieder auftaute, zum Glück, denn nun war die Stallarbeit an der Reihe! Ich begann mit den acht Boxen in den Ställen, ehe ich auch noch den Offenstall der Hengste abmistete und den Unterstand frisch einstreute. Dann war das wichtigste erledigt und ich konnte erst einmal eine Pause einlegen.
      Wieder aufgewärmt und gestärkt schlüpfte ich in meine dicken Reitsachen und verließ wieder das Haus. Heute war BonnyBoy mein erstes Opfer. Momentan war der Rappe immer etwas zu kurz gekommen und deshalb wollte ich ihm heute besonders viel Zeit widmen. Gemeinsam wanderten wir über den Hof zum Stall, wo ich Bonny anband und gründlich putzte. Danach sattelte ich ihn und ging dann gemeinsam mit ihm zur Halle. Erst einmal wärmten wir uns mit einigen Runden zu Fuß auf, ehe ich mich in den Sattel schwang und leichte Übungen im Schritt ritt. Später nahm ich den Trab und auch den Galopp dazu, machte aber nicht zu viel, da Bonny mit seinem dicken Winterfell nicht arg schwitzen sollte. Danach brauchte er dann trotzdem die Abschwitzdecke, welche ich ihm zum trocken reiten direkt überwarf. Da er nach einer halben Stunde immer noch nicht ganz trocken war, kam er mit Decke zurück auf den Paddock, die würde ich ihm dann später abnehmen.
      Nun schnappte ich mir erst einmal Single Malt. Bei dem Perlino hatte ich relativ viel zu putzen, denn er hatte sich, trotz Schnee!, mal wieder mit Mistflecken eingesaut. „Ach Maltie!“, seufzte ich, als er nach einer halben Stunde immer noch aussah wie ein Ferkel. Ich gab es schnell auf und sattelte ihn dann stattdessen, warf ihm noch die Abschwitzdecke über und marschierte los. Auch für Maltie stand heute etwas Hallenarbeit auf dem Plan, nur dass ich mit ihm vor allem auch mit Trabstangen und Cavaletti arbeitete. Der helle Hengst sollte demnächst wieder auf Turniere geschickt werden und sollte deswegen fit sein. Nach der anstrengenden Stunde ritt ich ihn ordentlich trocken und stellte ihn dann noch für eine halbe Stunde in den Stall, wo er sich aufwärmen konnte und sein Mash futtern durfte.
      Nachdem Maltie wieder auf der Weide stand und ich Bonny die Decke abgenommen hatte, holte ich noch Fürst der Finsternis vom Paddock. Der dunkle Hengst hatte heute frei und sollte nur ein kleines Wellnessprogramm genießen. Ich putzte Fürsti ausgiebig, warf ihm dann seine Back on Track Decke über und machte mit ihm einen kleinen Spaziergang durch unseren nahegelegenen Wald. Damit ihm nicht langweilig wurde, machten wir zwischendurch auch mal die eine oder andere Übung aus der Bodenarbeit. Auch Auftakt bekam heute nur ein ausgiebig Putzprogramm und wurde von mir dann noch zwanzig Minuten locker longiert. Er war in letzter Zeit viel unterwegs gewesen und hatte sich deshalb auch eine Pause verdient.
      Nach den Hengsten waren noch die Stuten dran. Da ich aber sicherlich nicht alle schaffen würden, hatten Alice und Napayné heute frei. Mit den beiden hatte ich sowieso erst gestern ziemlich ausgiebig gearbeitet, wahrscheinlich hatten sie also eh keine Lust. Stattdessen holte ich mir Nesquik und Sally von der Weide, putzte die beiden gründlich und sattelte dann Sally auf. Nesquik bekam stattdessen ihr Knotenhalfter um, denn sie würde als Handpferd mitkommen. Wir machten einen schönen winterlichen Ausritt (wobei ich vom Schnee langsam echt genug hatte…) und als wir wieder da waren, bekamen die beiden Stuten auch eine ordentliche Portion warmes Mash als Belohnung, während ich meinen Tee trank.
      Nachdem die beiden Stuten noch mit Decken wieder auf der Weide standen, schnappte ich mir zu guter letzt die junge Herbsttraum. Die Stute musste noch öfter und aktiver beschäftigt werden. Das hieß nicht zwingend harte Arbeit, sondern eher Arbeit für ihr Köpfchen. Deshalb putzte ich sie ordentlich und legte ihr dann ihr Knotenhalfter um. Gemeinsam betraten wir die Halle, wo ich mit ihr erst einmal wieder die Grundlagen des Führens durchging, ehe wir einfach Horsemanshipaufgaben bewältigten. Herbsttraum war ein totaler Fan davon und ihr machte das einfach unglaublich Spaß. Dementsprechend beendeten wir das Training dann nur aus dem Grund, dass ich vollkommen durchgefroren war.
      Außerdem hatte ich noch allerhand zu tun, während Herbsttraum wieder auf der Weide stand, brachte ich die drei Teenies schon wieder in den Stall und fütterte sie und machte auch schon das Abendbrot für die Stuten fertig, die bald wieder in den Stall kommen würden, denn es dämmerte bereits und wurde schon arg kälter. Doch erst bekamen die Hengste alle noch ihr Müsli. Vorbildlich fraß jeder aus seiner eigenen Schüssel und klaute niemanden etwas. So geregelt lief es nur bei meinen vier Jungs hab. Dann gab es noch die ordentliche Portion Heu für die Nacht und die Kerle waren schon einmal versorgt. Die Stuten marschierten dann auch noch brav hinter mir her in den Stall, wo ja schließlich schon ihr Futter auf sie wartete und dann konnte ich mich guten Gewissens mit einer heißen Schokolade vor den Fernseher setzen.

      Pflegebericht - Juli 2015
      Das kleine Gestüt Hayes End lag einfach traumhaft. Fernab von allen anderen Unsinn und die Welshs fühlten sich dort auch sichtlich wohl, genauso wie ich. Inzwischen standen die Vierbeiner ganztäglich auf den Weiden, auch nachts. Das hieß für mich weniger Arbeit, denn weder Stall noch Offenstall mussten abgemistet werden und auch das Füttern fiel weg. Stattdessen musste ich nur jede Woche den Wasserkanister neu auffüllen und täglich Wasser und Heu auf der Weide kontrollieren.
      Damit begann auch heute wieder mein Tag und ich begann unten bei den Stuten im Wäldchen. Nandalee war inzwischen zwei Jahre alt und durfte nun mit zu den Stuten, während die beiden Hengste Applaus und He’s called Trüffel bei den Hengsten verweilten. Dementsprechend gab es momentan gar keine Zwerge mehr bei uns, aber das würde sich bald ändern. Herbsttraum sollte demnächst abfohlen und sogar bei Sally war es fast schon so weit. Dementsprechend sahen die beiden Stuten aber auch aus: kugelrund.
      Lächelnd begrüßte ich meine sechs Stuten alle nacheinander. Sally und Herbsttraum hatten jetzt schon seit einigen Wochen komplett frei, wenn dann putzte ich sie nur noch und selbst die Spaziergänge ließ ich immer öfter weg. Aber mit dem Rest hatte ich ja trotzdem genug zu tun. Heute wollte ich Alice von Landwein und Nesquik reiten, Napayné wollte ich longieren und mit Nandalee begann ich allmählich mit der Erweiterung des Fohlen-ABCs.
      Doch vorher musste ich hoch zu den Hengsten und dafür machte ich mir Nesquik fertig. Die Scheckstute war schnell geputzt und gesattelt und sie wusste ziemlich genau, wo wir hin wollten. Brav und geduldig trottete sie den Berg hoch, hinauf zu den Hengstweiden. Wir brauchten eine halbe Stunde, dann konnte ich Nesquik in den kleinen Paddock stellen, den ich extra gebaut hatte, damit die Stute etwas entfernt von den Hengsten blieb.
      Den Rest lief ich und schon kam ich auf der riesigen Weide an. Erste Kontrolle galt den beiden Wasserstellen. Eine musste nachgefüllt werden, ansonsten war alles in Ordnung. Die Heunetze im Unterstand waren nicht angerührt, aber kein Wunder bei dem tollen Berggras, was die Hengste hier hatten.
      Die hatten mich inzwischen auch bemerkt und innerhalb von Minuten scharrten sie sich um mich. Ich begrüßte alle einzeln und halfterte dann BonnyBoy und Auftakt auf. Die beiden würde ich mit runter nehmen, um sie zu reiten, der Rest hatte heute frei. Mit Applaus hatte ich in letzter Zeit oft das Fohlen-ABC trainiert und jetzt hatte er sich erst einmal eine Auszeit verdient. Trüffel würde sowieso bald regelmäßig an der Reihe sein, denn schon bald begann für ihn das Leben als Reitpony.
      Single Malt und Fürst der Finsternis hatten heute frei, sie waren erst gestern an der Reihe gewesen. Also packte ich mir die beiden anderen und machte mich auf den Rückweg zu Nesquik. Die war wie immer: hengstabweisend und zu lachen hatten die Kerle auch nichts. So kam ich auch sicher wieder unten auf dem Gestüt an.
      Die Hengste packte ich in den Offenstall und Nesquik versorgte ich erst einmal. Danach ritt ich Alice auf dem Platz und die braune Stute machte heute wirklich toll mit. Mir war es sichtlich schwer gefallen, wen meiner beiden Braunen ich dieses Jahr hatte decken lassen wollen: Alice oder Sally. Doch dann hatte ich mich für zweitere entschieden, weil Sally bisher noch kein einziges Fohlen gehabt hatte. Bisher bereute ich diese Entscheidung auch nicht.
      Alice stand wieder versorgt und zufrieden auf der Weide und ich holte BonnyBoy aus dem Offenstall, putzte ihn gründlich und ritt ihn dann. Der Rappe hatte ganz schön zugenommen, obwohl ich ihn jeden zweiten Tag ritt. Manchmal fragte ich mich wie gut die Sommerweiden wirklich für die Vierbeiner waren.
      Auftakt war schlank und rank wie immer und machte seine Aufgabe sündhaft gut, motiviert arbeitete er mit und nach einer Stunde waren wir zwar beide fertig mit der Welt, aber glücklich. Für Auftakt und Bonny ging es nun wieder hoch in die Berge. Ich ritt hochwärts Auftakt und runterwärts lief ich, war auf jeden Fall angenehmer als der Aufstieg.
      Nun stand nur noch Nandalee auf meinem Plan. Die kleine Stute hatte sich ganz schön viel von ihrer Mama abgeschaut, was die Zickigkeit betraf. Deshalb musste ich auch so regelmäßig mit ihr arbeiten. Auch heute übten wir wieder das Putzen und Führen. Allmählich sah man auch, dass Nandalee ausschimmelte. Ich war auf jeden Fall schon gespannt, wie sie später aussehen würde. Für heute durfte sie dann aber erst einmal zurück auf die Weide und hatte es geschafft.
    • Eddi
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      Ehemalige Berichte
      2015 - 2017
      So viele Helfer
      Croccantino, Butterblume, Verdine, Roi du Soleil, Lillifee, Star, Vanity, Angel´s Kiss, Nesquik, Sally, Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Antigone, Knives and Pens, Siana, Drachenlady, White Dance, Juwel der Stille, De Luxe

      Es war schon Winter, aber zu meiner Freude erinnerte das Wetter einen noch eher an laue Herbsttage. Somit wehte mir auch kein eisiger, schneidender Wind entgegen, als ich aus dem großzügig gebauten Einfamilienhaus trat. Seit kurzem hatten wir zwei Wohnungen in unserem Haus abgetrennt, aus vorher mehr oder weniger genutzen Räumen. Weniger, musste ich eingestehen. Und Lars hatte schon Pläne für weitere Wohnungen. Nicht das er neuerdings sich als Vermieter versuchte, nein, wir hatten nun Angestellte. Wie merkwürdig das klingt. Ich hatte mich immer alleine um meine Pferde, meinen Hof gekümmert. Aber nun war ich doch glücklich über Lars rationale Denkweise, denn inzwischen war die Größe des Hofes und Menge der Tiere nur noch schwer alleine zu bewältigen. Und somit hatten sich jetzt Peter, alteingesessener Pferdewirt, und Alexandra, welche bisher im Beritt und Reitunterricht tätig gewesen war, aber sich hier auch um die Pflege kümmern würde, dort einquartiert. Bisher verstand ich mich mit beiden recht gut, aber was konnte man schon nach so kurzer Zeit sagen.

      Alex kam grade aus der Tür hinter mir, „Ausnahmsweise kein Regen.“ Nickend stimmte ich ihr zu, denn es war zwar immer noch recht mild, aber wir hatten einige Tage des Dauerregens erlebt. „Ich hoffe der Boden ist nicht mehr so schlammig, ich wollte heute mit Blümchen eine Trainingseinheit im Gelände absolvieren.“, auf diese Idee war ich gekommen nachdem Cata mal wieder da gewesen war. Denn momentan schien Butterblume wohl eine Blockade, mental gesehen, zu haben. Denn trotz Talent und Können hatte sie nun beim Springen Schwierigkeiten. Im Gelände, kleine Hindernisse und Motivation durch andere Pferde(ich hatte Lars dazu verdonnert mir Gesellschaft zu leisten und eine Freundin würde auch mitkommen), hoffte ich würde sie den Spaß bei der Sache wieder finden und über ihren Schatten springen und letzteres wohl auch wortwörtlich. Alex nickte verstehend. „Du bewegst am besten heute erstmal die Zuchtstuten.“, teilte ich ihr mit. Wiederum nickte sie und verschwand Richtung der Besagten.

      Zu den Zuchtstuten zählten alle meine prämierten Stuten, welche zumeist gerade tragend waren und somit nur für einige Zeit aufs Paddock gelassen werden mussten oder für einige Runden in die Führmaschiene kamen. Zum Glück konnte man die Paddocks wieder nutzen. Schweigsames Mädchen, dachte ich noch kopfschüttelnd und machte mich Richtung Nebenstall auf, denn erst würde ich mich heute noch um meinen liebsten Croccantino kümmern. Auf dem Weg zu dessen Box kam ich an Peter vorbei, welcher eifrig, aber dennoch irgendwie gemütlich, dabei war die Boxen zu misten. „Morgen, Frau Esenbeck!“, grüßte er mich. „Morgen Peter, schon so weit?“ „Ja man muss doch anpacken!“ Lächelnd reichte ich ihm den Stroballen, welcher vor der Box lag. Er hat trotz der frühen Stunde schon gute Arbeit geleistet. „Machst du gleich mal Pause und teilst die Morgenrationen aus?“, fragte ich ihn. „Ist schon in Arbeit!“, kam die Antwort, die von der Tonlage nicht hätte passender für so einen alten, bodenstämmigen Mann hätte sein können.

      Mit dem gesattelten Croccantino machte ich mich Richtung Halle auf. Die Reitplätze sahen noch zu unfreundlich aus, auch wenn die Sonne sich gerade durch die Wolkendecke gekämpft hatte. Wenn es so bliebe würde der Ausritt heute schön werden. Croc war derzeit in allen wichtigen Sparten auf L Stand und hatte beste Aussichten ein top Sport- und Zuchtpferd zu werden. Die Körung hatte er zu meiner großen Freude erfolgreich absolviert und würde nun im nächsten Frühjahr mit 5 Jahren bei den Großen anfangen mit zu mischen. Eine lockere Stunde hatte ich angesetzt und so ließ ich ihn nach einer Aufwärmphase ruhig antraben. Mittlerweile war er recht routiniert unter dem Sattel und wundervoll feinfühlig. Nach einigen einfachen Übergängen war der Gute auch munter bei der Sache dabei . Wir nahmen Galopp – Schritt Übergänge hinzu und nachdem er diese talentiert meisterte wagte ich mich auch an den Halt aus dem Galopp. Zu meiner Freude schaffte er es nach ein paar Anläufen. Zwar schien er mir etwas nervös, dass ich etwas von ihm forderte, was er noch nicht kannte, und der Halt war noch ein wenig ruckelig. Dennoch machte er seine Sache super und schien aufmerksam dabei zu sein. Seine Ohren schlackerten etwas hin und her aufmerksam was als nächstes folgen würde. Fröhlich klopfte ich ihm den Hals. Im weiteren Verlauf fragte ich nur bekannte Lektionen ab. Etwas Außengalopp, Kehrtwendungen und das Vergrößern und Verkleinern des Viereckes. An der Bande lag die Abschwitzdecke bereit, welche ich nach dem Training mit Schwung über den Pferderücken schmiss.

      Als Croc wieder in seiner Box stand, nun auch verspätet sein Müsli mampfend und ich aus der Box trat kam eine grinsende Gestalt die Stallgasse entlang auf mich zu. Mit lauter Stimme trällerte sie mir fröhlich entgegen: „Da versteckst du dich also! Wie geht’s dir? Hier findet man ja niemanden ohne GPS-Gerät und Lageplan!“ Ebenfalls grinsend trat ich ihr entgegen:“Louisa! Schön dich zu sehen! Gut, ich hab viel zu tun, aber das macht mich ja alles nur glücklich. Hast du Lars schon begrüßt?“ Besagter kam in diesem Moment um die Ecke, lächelte und beantwortete meine Frage: „Noch nicht, aber das holen wir schon nach! Na kleine Schwester? Gut hergefunden?“ Er umarmte Louisa herzlich, welche darauf im Anschluss mir in die Arme fiel. Als sie von mir abließ schaute mich meine Freundin und jündere Schwester meines festen Freundes an: „Wie ich dich kenne hast du schon was geplant oder?“ „Wir gehen ausreiten, das schöne Wetter muss man doch nutzen!“ „Dann geh ich mich mal grade umziehen, okay?“ „Mach das! Mich hat sie auch noch zum Ausritt abkommandiert.“, Lars klopfte seiner Schwester auf die Schulter. „Als ob du was dagegen hättest!“, meinte diese keck und verschwand richtung Stalltür. „Ich steh nicht so auf Kaffeklatsch !“, rief Lars Louisa noch hinter her. Danach verschwand auch er um Roi du Soleil fertig zu machen. Ich selber wandte mich Butterblume zu, als ich mit dieser ferig war, ging ich nach Louisa schauen, welche bei Verdine zugange war. „Diese hier ist aber neu, oder?“ „Ja, ich dachte mir sie passt zu dir! Lieb ist sie … und sie springt nicht gerne!“, kicherte ich wofür ich eine rausgestreckte Zunge erntete. „Aber gut, dass ich nicht springen muss.“, meinte Louisa sanft lächelnd. Als ich mir sicher war das Louisa problemlos mit Verdine klar kam, die Stute schien meine Freundin zu mögen, wurde diese doch sachte angestupst, ging ich auf die Suche nach Alex.

      „Lillifee, Star, Vanity, Angel´s Kiss, Nesquik, Sally, Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Antigone, Knives and Pens und Siana?“,zählte ich alle auf, man konnte ja nicht wissen ob schon alle Pferde im Petto hatte. „Ja, alle bewegt und wieder glücklich und sauber in der Box!“, meinte sie lächelnd. Ich musste auch grinsen: “Sehr schön! Ich bin jetzt mit Lars und seiner Schwester auf Butterblümchen, Verdine und Roi im Gelände. Du kannst ja noch Drachenlady zusammen mit De Luxe aufs Paddock bringen und White Dance und Juwel der Stille reiten, was du mit den beiden genau machst kannst du dir aussuchen!“ „Mir fällt schon was ein!“

      Das Gelände schien wie gedacht eine positive Wirkung auf Blümchen zu haben. Motiviert lief sie an der Spitze auch wenn Roi immer wieder versuchte sich vor zu drängeln. Darauf hin beschlossen wir ihn ans Ende zu verbannen. Lars war ganz froh nach hinten etwas Platz zu haben, denn der Hengst schien es heute echt hinter den Ohren zu haben und machte Lars das leben schwer. Währenddessen genossen Louisa und ich vor ihm den Ausritt und Verdine und Butterblümchen schienen sich zusammen stark gegenüber dem hinter ihnen randalierendem Hengst zu fühlen. Mit Verdine hatte ich das Richtige Pferd für Louisa ausgesucht, die Stute war brav zu bewegen, wenn auch etwas ängstlich, doch damit konnte meine Freundin umgehen. Als wir eine Strecke erreichten, welche von einigen kleineren Hindernissen gesäumt wurde gingen wir in den Galopp. Die ersten Sprünge ließen wir noch aus, doch dann merkte ich wie Blümchen unter mir zappelig wurde und den an ihr vorbei ziehenden Hürden nachschielte. Louisa und Lars würden nicht Springen, dazu war Roi zu aufgekratzt heute. Louisa und Verdine waren sich einstimmig sicher, dass der Ausritt ohne Sprünge spaßiger sei. Somit lenkte ich vor dem nächsten Baumstamm alleine ab und ging auf die Nebenspur des Waldweges. Gekonnt zog Blümchen an, taxierte und übersprang sorgenfrei das kleine Hinderniss. Neben uns galoppierten die zwei anderen Paare. Vorne ruhig Verdine, hinten zwei etwas muffelige Männer.

      Als wir wieder am Hof ankamen war Roi doch endlich mal zu ruhe gekommen und Lars konnte grade verschnaufen. Aber dieses Glück währte nicht lange, schon fing der Hengst wieder an zu blödeln. Etwas missmutig saß Lars ab und verschwand, sich im gehen eine Gerte und Longe greifend Richtung Halle. „Da wird jetzt aber einer Ärger bekommen.“ „Das ist der Doofe selber Schuld, soll er doch Lars nicht so ärgern!“, meinte ich schmunzelnd. „Aber lustig wars auch irgendwie“, gedankenverloren streichelte Louisa Verdine, welche das sichtlich genoss. Als ich absaß betrachtete ich Butterblümchen, welche endlich wieder eine Freude an den Tag gelegt hatte beim Springen, wie früher. Vielleicht ist sie noch nicht reif für Tuniere? Louisa verschwand ebenso wie ich in einen der Stalltrakte und das Pfderd abzusattel und zu putzen. Später würden wir uns noch alle im Haus wieder sehen, wo sie für die Dauer ihres Aufenthaltes ein Gästezimmer mit Bad bezogen hatte. Ich freute mich jedes Mal wieder wenn eine meiner Freundinnen für einige Zeit zu Besuch kam.
      (c) kira | 30. Dezember 2015


      Reitunterricht
      Lillifee, Star, Vanity, Angel´s Kiss, Nesquik, Sally, Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Antigone, Knives and Pens, Siana, Drachenlady, White Dance, Juwel der Stille, De Luxe, Butterblume, Croccantino, Fairy Tale, Baroness of the Guard

      Der Sommer ließ dieses Jahr auf sich warten, auch wenn man hier auf dem Gestüt in mancher Hinsicht darüber eher froh war. Nicht nass geschwitzt nach dem Reiten, keine nervigen Horden von Fliegen und Bremsen – dafür ab mieses Wetter und Massen an Mücken. „Mist!“, missmutig schlug ich auf eine dieser Plagen, welche sich gemütlich auf meinem Ar niedergelassen hatte um mich dann zu stechen. „Schon wieder?“ Lars und ich waren zusammen zu einem morgendlichen Ausritt mit Croccantino und Butterblume aufgebrochen. Lars hielt sich wacker auf dem hochmotivierten Hengst, während ich eher die größeren Schwierigkeiten hatte. Zwar hatte sich Butterblumes Verhalten im Gelände schon deutlich verbessert in den letzten Wochen, dennoch war sie immer noch gefährlich. Aus diesem Grund trug auch ich, ein völliger Reitwesten-Hasser, eine dieser steifen Dinger. Noch war es ruhig unter mir und mit energischen Hilfen ließ sich die Stute ruhig halten.

      Als wir zum Stall zurück kamen war ich einerseits froh drum, andererseits hätte ich noch Stunden zusammen mit meinem Freund und den Pferden durch den Wald dümpeln können. Nun gut ich war völlig zerstochen trotz Insektenspray und Butterblume nach einer erwarteten Panikattacke nass geschwitzt, aber ich war oben geblieben und sie hatte sich wieder beruhigt. Wie sensibel nur ein Pferd sein kann. Der Absturz einer Trainerin hatte sie sehr mitgenommen, weshalb das Gelände immer noch schwer war bei Blümchen. Croc sah im Gegensatz dazu aus als hätte er nichts gemacht. „Ich bring Croc noch auf das Paddock!“, rief mir Lars zu schon auf dem Weg dahin. Als ich Richtung Anbindeplatz ging sah ich auch Peter schon geschäftig die Boxen misten, während mir Marion entgegenkam. Links und rechts die Welsh Stuten Lillifee, Star und Vanity, während dessen Fohlen hinterher sprangen. Die Gruppe bewegte sich gemütlich durch die Stallgasse hinaus Richtung Weiden. Butterblue und ich konnten unseren Weg fortsetzen. Hier im Stall war sie wie immer das liebste und süßeste Stütchen überhaupt, auch etwas schreckhaft, aber nicht so panisch wie im Gelände. Nachdem ich Blümchen abgesattelt und Abgeduscht hatte stellt ich die Stute unter das Solarium zu trocknen. Auch ihre Muskulatur konnte das zum entspannen gebrauchen.

      Währenddessen machte ich mich auf den Weg White Dance zu holen. Ich hatte recht gehabt, denn die Stute sah mal wieder eher braun als cremellofarben aus. So hatte ich nun genügend Zeit dies wieder zu korrigieren, denn meine Reitkinder würden erst in einer Stunde fertig auf den Ponys sitzen. Die Stunde würde ich von White Dance aus halten, was aber kein Problem darstellte, da die drei Mädels mit 12, 13 und 10 Jahren schon gute Reiterinnen waren. Heute war Dressur angesagt.

      Butterblümchen stand völlig entspannt da als ich mit White Dance eintraf, etwas verschlafen blinzelte sie mir entgegen, entschied aber dann das alles okay sei und döste weiter. Bevor ich mich ans säubern der Welsh Stute machte, checkte ich nochmal die Tafel für die Reitschüler. Marie auf Drachenlady, Vera auf Juwel der Stille und Annalena auf De Luxe – das sollte hinhauen. Auch wenn die 12 Jährige Vera lieber Drachenlady ritt, so war doch sinnvoller das die 10 Jährige und Körperlich kleinste der drei Mädchen auch das kleinste Pony ritt. Und Vera würde es auch mal gut tun ein Pferd zu reiten was sie etwas mehr fordern würde als Drachenlady es tat.

      Während ich die schmutz Flecken von White Dance schrubbte, sah ich durch das Fenster abwechselnd Marion und Alex, welche wohl beschlossen hatte Marion zu helfen, die Zuchtstuten samt Fohlen vorbei führen. Alle nicht tragenden Stuten ohne Fohlen kamen erst in die Führmaschine und danach dann mit den anderen Zuchtstuten auf die Weide. Erst kamen Angel´s Kiss, Nesquik, Sally und Alice von Landwein vorbei. Danach folgten die beiden Pflegerinnen mit Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu und Antigone, deren freches Palomino Sabino Stutfohlen seinen ganz eigenen Weg zu laufen schien, denn 2 Minuten nachdem die Stuten schon vorbei waren düste es noch quietschend im Hof herum. Mit den letzten Stuten Siana und Knives and Pens ließ sich aber auch dieser kleine Wirbelwind mit einfangen und wurde dann weniger erfreut von beiden Seiten am Halfter hinterher gezogen.

      Schließlich war White Dance auch fertig und während diese unter dem Solarium trocknete, brachte ich Butterblume in ihre Box. Danach ging ich noch kurz bei meinen Reitmädchen vorbei schauen, ob auch alle ihr Pony samt Zubehör gefunden hatten. „Wie läuft’s bei euch? Alles gut?“, rief ich ihnen zu. „Hallo!“ „Ja!“ „Supi!“ Kam es mir entgegen, die Mädels waren fleißig die Pferde am fertig machen. Marie kam mir entgegen mit Sattelzeug, „Ist das hier richtig für Drachenlady?“. „Ja“, lächelte ich sie an und schon hüpfte sie zu dem Fuchspony zurück. „Ich seh euch in 20 Minuten in der Halle! Und die Pferde aufgewärmt!“, sagte ich in die Runde und ging zurück zu meiner Stute, die inzwischen trocken war.

      White Dance kam in die Führmaschine, während ich ihr Sattelzeug raussuchte, dann hatte ich es wen sie fertig aufgewärmt war schneller. In Reitkleidung lief ich sowieso schon den ganzen Tag herum. Währenddessen lief ich mit einem Heuballen zu einem der etwas abseits der Stallgebäude gelegenen Paddocks mit großem Laufstall. Draußen standen grade meine kleine Zuchtbereicherung Fairy Tale, ein buntes Welsh B Stutfohlen aus diesem Jahr, und Baroness of the Guard aus 2014. Nessi war ein Fellpony und entwickelte sich immer mehr zu eine echten Pferd. Ich schmiss den Heuballen in die überdachte Raufe und schon wurde es auch im Laufstall unruhig. Ich hatte keine Zeit mehr die Fohlen und Jungpferde zu beobachten die nun hinaus kamen, denn ich wollte als Reitlehrerin nicht zu meiner eigenen Stunde zu spät kommen.

      Die Mädels saßen vorbildlich schon auf ihren Ponys, welche auch schon eingelaufen aussahen. So schwang ich mich auch direkt auf meine Stute ehe ich begann. Erst wurde Leichtgetrabt, die Mädels sollten möglichst viele Schritt-Trab Übergänge und anders herum einbauen. „Nicht in den Ecken Vera! So kann das nur unschön werden!“ „Annalena geh mal auf den Zirkel im Schritt, wenn die Luxi dir so weg rennt kann das nicht vernünftig werden! Kommt erst mal zur Ruhe!“ White Dance Ohren schwangen neugierig hin und her, das hatte sie so auch noch nicht erlebt. Dennoch arbeitete sie willig mit. Danach befassten wir uns mit dem Aussitzen, gingen Schlangenlinie und übten den Halt auf X. Marie hatte noch etwas Schwierigkeiten, hüpfte sie doch im Ponytrab noch recht unruhig auf ihrem kleinen Pferd. „Marie wenn du nicht mehr kannst darfst du zwischendurch auch leichttraben.“ Ein Nicken kam mir entgegen. Zum Ende hin durften alle nacheinander noch Galoppiren auf beiden Händen was bis auf die üblichen Fehler klappt, alle Ponys galoppierten brav und keiner ging durch. Nach dem Abreiten mussten die Mädchen ihre Ponys wieder versorgen, aber das wussten und konnten sie auch. Ich versorgte ebenso meine Stute ehe ich nochmal nach meinen Reitkindern schaute. Für mich war es eine neue Erfahrung zu unterrichten, aber es gefiel mir bisher gut. Die Idee hatte Lars gehabt, sowohl um noch etwas Geld einzubringen, die Ponys zu bewegen und Werbung für unser Gestüt zu machen, denn wir verkauften ja schließlich zum Teil zukünftige Kinderponys.
      (c) kira | 30. Juni 2016


      30.12.2016 - Pflegebericht - kira

      Etwas außer Atem öffnete ich das Tor der Koppel. Ich hatte es leider mal wieder eilig und so war ich zur Stutenweide in Gesellschaft von Jascha gejoggt. Die Halfter der Stuten hingen a Zaun und so schnappte ich mir flott die von Lillifee, Star, Vanity und Draculas Wife. Nach einigem Gebrassel hatte ich auch schließlich alle vier Stuten auf der schlammigen Weide erwischt. Da die Zuchtstuten eh keine Eisen trugen hatte diese auch wenig Probleme sich auf dem aufgeweichten Boden zu bewegen, ich im Gegensatz rutschte nur so vor mich hin. Nachdem ich das Gatter endlich wieder verschlossen hatte ging es im Vergleich zum Hinweg recht gemütlich zurück. Denn auch wenn die Stuten gerne auf der Weide waren, so gab es doch im Stall ihr abendliches Futter. Einzig die kleine Zicke Lillifee drängelte, doch gegen das noch nicht mal 1,30 große Pony konnte ich mich doch recht locker behaupten. Jascha hatte ich inzwischen aus dem Blick verloren, aber er würde schon wieder auftauchen. Kurz vor dem Stall kam mir Alex entgegen:“ Angel´s Kiss, Nesquik, Sally, Alice von Landwein, Happy Steffi und Nosferatu hab ich schon reingebracht. Soll ich die Cobs auch noch holen?“ Unsere eigentliche Pflegerin der Zuchtstuten war momentan krank so lief auf dem Hof alles etwas drunter und drüber, aber da alle mitanpackten ließ essich doch bewerkstelligen. „Ja, das wäre gut!“ Auf der Weide warteten noch Knives and Pens und Siana, ich selber hatte keine Zeit die beiden rein zu holen. Die neue Welsh Cob Stute Argenté Noir war noch nicht in die ganze Zuchtstutenherde integriert, sodass sie heute im Stall geblieben war, abgesehen von etwas Freilaufen in der Halle. Sie war erst vor Kurzen zusammen mit einem Cob Hengst aus England bei mir eingetroffen, wo sie vorher auf dem Pineforrest-Gestüt gelebt hatte. Als sie mir angeboten wurde war ich ziemlich begeistert gewesen, da sie nicht nur optisch sondern auch mit ihren Leistungen überzeugen konnte, auch wenn sie etwas eigenwillig sein konnte.

      Nachdem die Pony Stuten glücklich ihr Futter mümmelten schaute ich noch einmal nach Antigone. Die Fellpony Stute war schon mittags rein gestellt worden, nachdem sie ausgerutscht war und daraufhin leicht lahmte. Doch nachdem ich sie kurz in der Halle laufen lief konnte ich sie beruhigter wieder in die Box bringen. Ein Tierarzt schien nicht notwendig. Zwar hatte sie ein paar Schrammen an der Hinterhand, aber es zeigte sich keine Schwellung und das Lahmen war auch schon deutlich zurück gegangen. Die Schrammen wurden einfach aus der Stallapotheke behandelt und die Stute weiterhin genau beobachtet um wenn nötig doch sofort einen Tierarzt hinzu zu ziehen.

      Zuletzt hatte ich noch zwei Pferde zu longieren. Dunkel war es schon lange, so war ich Glücklich mit Croccantino in die hell ausgeleuchtete Halle zu können. Der Hengst war im ersten Moment etwas irritiert, denn trotz seines jungen Alters stand äußerst selten Longieren auf dem Trainingsplan. Dennoch wusste er noch genau was von ihm verlangt wurde. Nachdem er kurz seine schlimmen 5 Minuten gehabt hatte lief er brav und gleichmäßig im Zirkel. Zu einer Trainingseinheit unter dem Sattel fehlte die Zeit. Nach etwa 20minuten ging es auch wieder zum Stall, wo der Hengst wieder in seine Box kam. Die Abschwitzdecke durfte er erst noch anbehalten. Diese würde ich später gegen seine normale Stalldecke tauschen.

      Das zweite Pferd, welches ich longierte war Drachenlady. Sie gehörte zu meinen langjährigsten Pferden und war für ihr Alter von 11 Jahren erst in verhältnismäßig tiefen Klassen unterwegs. Doch das wollten wir langsam ändern und sie vielleicht doch einmal als eine unserer Zuchtstuten begrüßen können. So war sie inzwischen regelmäßig im Training und auch öfter mal an der Longe. Das Longieren mit der Kleinen Stute verlief wie gehabt problemlos, war sie doch ein Seelchen von Pony, weshalb ich sie auch gerne in Reitstunden einsetzte.

      Als ich zum Haus schlurfte wartete Jascha schon vor der Tür: „Naa, wo hast du dich denn rumgetrieben?“ Der mittlerweile nicht mehr wirklich kleine Hund wedelte begeistert aufgrund der Aufmerksamkeit mit dem Schwanz. Sobald die Tür einen Spalt offen war flitzte er in sein Körbchen und ich musste jetzt auch endlich ins Bett, da ich am nächsten Tag sonst nicht frühgenug aus diesem raus kam.
      (c) kira | 30. Dezember 2016


      13.06.2017 - Kostümparty für die einen, Arbeit für die anderen - Canyon

      "Das ist doch albern."
      "Nein, das ist niedlich."
      "Haha." Sie lachte trocken und bedachte ihn mit einem ungläubigen Blick. "Und ich bin der Weihnachtsmann."
      "Da bist du aber nicht sehr glaubwürdig!" Diesmal blickte er gespielt abschätzig vom Pferd aus auf seine Freundin herab, streckte ihr dann jedoch als Zeichen eines Scherzes die Zunge raus.
      "Ich bin ohne Kostüm genauso glaubwürdig wie du es mit Kostüm bist, das habe ich versucht dir damit verständlich zu machen!" Sie versuchte sich aus dieser Lage wieder zu befreien, da ihr jedoch nichts passendes einfiel, verschränkte sie die Arme und schaute absichtlich in eine andere Richtung.
      "Bekomme ich nun trotz des oberniedlichen Hasenkostüms eine Aufmunterung? Immerhin bin ich hier, um die Ehre unseres Gestüts zu verteidigen!"
      "In einem Hasenkostüm!?" Entsetzt blickte sie ihn wieder an. "Du ziehst unsere Ehre in den Dreck!"
      "Weißt du was mir gerade einfällt? Ich weiß noch was "Ehre" auf Russisch heißt!"
      Diesmal musste sie lachen und als sie sich auf die Zehenspitzen stellte, um ihm einen Kuss auf die Lippen zu drücken, lächelte sie liebevoll. "Ich gebe es zu, es ist wirklich niedlich!"
      "Sagte ich doch!" Seine Brust schwoll an und er grinste schon wieder.
      "Jaja...", nuschelte sie. "Wir sehen uns nachher, holst du mich ab?"
      "Immer doch, Liebling, immer doch!"

      Die Kostümparty auf dem Gestüt Milky Way war eine der bekanntesten weit und breit. Viele Besucher kamen mit und ohne Pferd, doch waren sie stets verkleidet, wie es die Regeln besagten. Die einzige, welche heute nicht in eine, lächerlichen oder gruseligen Kostüm steckte, war-
      "Charlotte von Eylenstein." Freundlich streckte sie ihre Hand aus und ergriff die des Mannes. "Peter", meinte dieser nur. Charly tat es gut, nach so langer Zeit wieder ihre Muttersprache sprechen zu können. Fast hatte sie das Gefühl, sie verlernt zu haben. Es lähmte ihr die Zunge und die Wörter, welche sie so viele Jahre lang Tag für Tag gebraucht hatte, schienen hinter all den anderen Dingen in ihrem Kopf verschwunden zu sein. Deswegen nickte sie nur kurz und lächelte zögerlich.
      "Hat dir Kira bereits eine Einführung gegeben?"
      "Nur ganz kurz." Meinte sie. "Das Nötigste eben."
      Peter brummte. "Ok, dann komm mit."
      Der morgendliche Schein der Sonne kroch erst langsam über die Spitzen der hügeligen Landschaft und ließ das Gestüt trotzt des warmen Sommers noch kühl und leer erscheinen. Einige Autos besiedelten schon den Parkplatz und bis zum Nachmittag würden es noch einige mehr werden. Kira hatte sich wie immer jede Menge Mühe für ihre reichlichen Gäste gegeben, Nico freute sich jetzt auf die Mahlzeiten - er mochte deutsches Essen.
      Peter verlor nicht viele weitere Worte, sondern teilte Charly einige Pferde im Hengststall zu, drückte ihr einen Futterplan in die Hand und sie versuchte ihr bestes, das ihr fremde Fütterungsprinzip in die Tat umzusetzen.
      "Ponys, Ponys, Ponys-" murmelte sie und fuhr mit dem Finger die Liste herab. Es waren einige Tiere zu füttern und die Zeit drängte. Die meisten Pferden mussten auf den Weiden sein, bevor der Ansturm an Gästen auf das Gestüt drängte.
      Sie begann, wie man meisten begann. Ganz vorne am Anfang. Obwohl sie unter zeitlicher Anspannung stand, nahm sie sich für jedes Pferd kurz Zeit. Admiral war also der erste, bei welchem sie die Tränke kontrollierte und Heu nachfüllte. Danach folgten viele weitere Ponys: Coco's Landzauber, Armani, Golden Pirate, A Le Hop, All Pride, Auftakt, BonnyBoy, Single Malt, Fürst der Finsternis, Dracula, Daydreaming Sorrow, Legacy of Gold, Look At My Hair und Frisco. Sie war reichlich überrascht, dass der größte Teil der kleinen Pferde erfolgreich gekört war.
      Die Hengste würden heute jedoch drinnen bleiben. Zu viele fremde Pferde waren unterwegs, sodass Charly nach getaner Arbeit bei den Hengsten zu den Stuten ging. Hier lernte sie Alexandra kennen. Diese war ein paar Jahre jünger als sie, aber Charly mochte ihr nettes Lächeln und die beiden Frauen verstanden sich, ohne viel von einander zu wissen. Was Pferde und ein kleines Lächeln bewirken konnten, dachte Charly und griff das Halfter an der ersten Box. Alexandra und Peter hatten bereits die Stuten gefüttert, sodass diese nun auf die Weiden sollten. "Imma zwe auf einma'", hatte Peter gesagt, während Charly nur verständnislos geschaut und Alexandra gelacht hatte. Peter hatte erst nicht gewusst, was er getan hatte, lachte dann jedoch auch, als er es verstand.
      Lilifee und Star hießen die ersten beiden Stuten. Charly mochte einfallslose Namen nicht, verzieh es den beiden jedoch durch ihr hübsches Aussehen sehr schnell. Peter griff sich Vanity und Angel's Kiss, während Alexandra Nesquik und Sally nahm. Die Ponys kannten den Weg schon fast selbst und weit war er auch nicht, sodass nach kurzer Zeit auch Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Argenté Noir, Knives and Pens, Siana und Antigone auf der Weide waren. Peter klopfte sich zufrieden die Händen an der Hose ab. "Jut, dann geht jetzt ener zu den Trainingspferden und die anderen beiden zum Nebenstall. Alex machst du dat? Ich nehme Charly mit, schicke sie dir jedoch, sobald wir fertig sind." Die beiden Frauen nickten zustimmend und machten sich auf den Weg zu den jeweiligen Pferden.
      Die sieben Trainingspferde standen nicht weit abseits. Auch sie mussten gefüttert und anschließend auf die Weide gebracht werden. Wieder gab es für sie einen Futterplan, während Peter das von ihr vorbereitete Futter zu den Pferden brachte.
      "Das ist für Viona und das ist für Nandalee", sagte sie und deutete auf zwei Eimer. "Als nächstes kommen dann Drachenlady und-", sie stockte, "-Wie konntest du nur?" Zweifelnd blickte sie zu Peter auf. "Heißt der wirklich so?" Peter nickte und griff stumm zu den Eimern, während Charly sich kurz lachend schüttelte. Gerade habe ich mich noch über die Namen beschwert, dachte sie, aber jetzt-.
      Zum Schluss kamen nur noch I like it, Club can't handel me und Roi du Soleil und auch diese kamen, nachdem sie genüsslich aufgefressen hatten auf die Weide.
      "Geh' du jetz ma zu Alexandra, ich mache die Boxen hier alleine." Charly nickte und machte sich auf den Weg zum Nebenstall, welche gerade einen unglaublich niedlichen Miniatur Hengst namens Umpalumpa den Schweif kämmte.
      "Ah sehr gut! Dich könnte ich jetzt gut gebrauchen! Du musst mir mal mit Croccantino und ZM's Zanaro helfen, ich würde die beiden gerne in die Führanlage bringen." Sie drückte Charly den jungen Vollblut Hengst Zanaro in die Hände, während sie selbst Croc nahm. "Nachher kommen auch noch Butterblume und Lady Moon, aber die will ich nicht zur gleichen Zeit-" Sie brach ab, denn aus einer der benachbarten Boxen drang ein lautes klagendes Wiehern. "Das ist Stromer's Painting Gold, die mag es nicht, wenn man sie alleine lässt. Vielleicht nehme ich sie nachher mit in die Führanlage." Sie verließ den Stall und Charly folgte ihr. "Aber erst nach dem Mittagessen, logischerweise." Fügte sie noch hinzu.

      Der Nachmittag war erstaunlich Pferdeleer. Nur hin und wieder wurden ein paar Pferde in die Führanlage gebracht und nach kurzer Zeit wieder abgeholt. Ansonsten machte Charly genau die Arbeit, welche sie von Zuhause gewöhnt war. Boxen sauber machen und Weiden abäppeln.
      "Ach wie viel angenehmer wäre das Leben, wenn es auch Pferdetoiletten mit Spülung gäbe." Meinte sie am späten Abend zu ihrem Freund. Ihre Arbeitskleidung hatte reichlich gelitten und ihre Haare waren von Staub und Dreck überzogen. Nico derweilen saß immer noch im blauen Hasenkostüm auf einer der Partybänke und hielt eine Flasche Bier in der Hand. Als Charly diese erblickte, seufzte sie. "Sage nicht, dass ich nun auch noch Autofahren muss!"
      "Keine Angst Schatz, ich habe erfolgreich unsere Ehre verteidigt und eines der beliebten Gästezimmer ergattert!" Seine Brust schwoll vor Stolz.
      "Hoffentlich hast du auch etwas Werbung für unser Gestüt gemacht, das war schließlich deine Aufgabe."
      "Natürlich! Was denkst du denn von mir?" Empört richtete er sich auf. "Dass ich ein Taugenichts bin oder was?"
      Charly hustete. "Ach nö nö, quatsch!" Sie hustete wieder.
      "Glaube mir, die werden uns in Scharen besuchen kommen! Wenn ich eines bin, dann überzeugend und weißt du was? Ich habe noch einen Meilenstein heute erreicht!" Zweifelnd blickte Charly auf. "Lass dich überraschen Hase, lass dich überraschen."
      (c) Canyon | 13. Juni 2017
    • Eddi
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      Ankunft der Welshs
      28. Juli 2017
      Die letzten Tage hatte ich viel zu planen gehabt. Über ein paar Umwege hatte ich erfahren, dass Kira ihre Zucht stark verkleinerte und mich sofort gemeldet, meine damaligen Vierbeiner wieder zurück zu mir zu holen. Dabei handelte es sich um sechs Welsh Ponys, welche ich damals an die Zucht gegeben hatte und eines meiner damaligen Zuchtfohlen. Und heute sollten die sieben Pferde bei uns ankommen.
      Tami und ich waren schon fleißig dabei, die Boxen herzurichten, denn die ersten Nächte wollte ich die Neulinge gerne im Box haben, ehe sie dann in aller Ruhe in die großen Herden eingegliedert werden würden und danach den kompletten Sommer auf den Weiden sein dürften. Zu zweit hatten wir die Boxen schnell vorbereitet und kümmerten uns derweil noch um die einzelnen Weiden. Da sich die Pferde untereinander kannten, bekamen die vier Stuten die Weide direkt am Stall, während die vier Hengste auf die Weide hinter den Springplatz konnten.
      Es dauerte nicht gar so lange und wir hörten die Transporter auf den Hof fahren. Alexa und Tassilo waren auch bereits da und so warteten wir auf unsere Neuankömmlinge. Der Fahrer war relativ in Eile, so dass er mich nur knapp begrüßte und mir dann die Papiere zum unterschreiben hinlegte. Ich nickte, setzte meine Unterschrift darunter und dann kümmerten wir uns um das Ausladen der Pferde.
      Zuerst waren die Hengste an der Reihe und da wir zu viert waren, ging das problemlos auf. Tami nahm Auftakt an sich, während Alexa als nächstes BonnyBoy auslud. Tassilo nahm dann Single Malt und ich holte als letzten Fürst der Finsternis aus dem Transporter. Kurz durften sich die Hengste den Hof anschauen, ehe wir sie direkt auf ihre neue Weide brachten, wo sie sich die Beine vertreten konnten.
      Wir befreiten sie von Transportgamaschen und Decken, ehe sie auch schon entschwinden durften und wir uns den Stuten widmeten. Auch hier ging es wunderbar auf: Tami nahm Nesquik, Alexa schnappte sich Sally und so holte Tassilo Alice von Landwein aus dem Hänger, während ich Nandalee aus dem Transporter führte. Der Fahrer verabschiedete sich direkt, sobald die Pferde draußen waren und entschwand.
      So konnten wir aber immerhin in aller Ruhe die Stuten auf ihre neue Weide bringen. Bei den Damen ging es auch wesentlich ruhiger zu und sie schauten sich erst einmal ihre neue Umgebung an. "Wow, Nandalee hat sich gemacht!", meinte Tami staunend. Alle kannten sie noch als das kleine schwarze Fohlen von früher, aber inzwischen war sie komplett ausgeschimmelt und sah wirklich mehr als toll aus.
      Ich war selber sehr stolz, auch wenn bei ihrem Anblick ein bisschen die Traurigkeit mitschwang, dass ihre Mutter, Napayné, nicht mehr bei uns stand. Bei meiner Verkleinerung damals, hatte ich sie an meine beste Freundin Sammy gegeben. Dort ging es der Stute auch hervorragend, aber nichtsdestotrotz vermisste ich sie gerade jetzt mehr als gedacht. Aber immerhin stand Nandalee ihrer Mutter in nichts nach, die beiden waren tolle Pferde und Nani hatte wirklich das Beste geerbt.
      Die Neulinge durften nun erst einmal ankommen, ehe wir am Nachmittag mit den beiden Gruppen jeweils einen kleinen Spaziergang über den Hof machen würden, auch um zu sehen, ob alles in Ordnung waren. Und dann würden sie die Nacht in Ruhe im Stall verbringen. Ich überlegte auch, ob ich sie in den kleineren Gruppen ließ und gar nicht erst großartig eingliederte. Genug Weiden für den Sommer hatten wir eigentlich. Aber darüber könnte ich noch in Ruhe entscheiden.
    • Eddi
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      Herbst
      07. Oktober 2017
      „Ich war eigentlich ganz glücklich mit dem Sommer“, seufzte Tassilo, während er Maelis und Acariya aufhalfterte. Ich grinste nur in seine Richtung. Es war Oktober und der nass-kalte Herbst hatte uns erreicht. Dementsprechend standen die Pferde nicht mehr 24/7 auf den Weiden, sondern wurden morgens zwischen 8 bis 9 Uhr auf die Weiden gebracht und zwischen 17-18 Uhr wieder reingeholt.
      Das war natürlich für uns wesentlich mehr Arbeit, zumal nun wieder Boxen gemistet wurden, aber gerade für die Jungspunde war es so wesentlich besser. Aktuell hatte wir auch einigen Aufruhr in der kleinen Herde, denn Feuerdrache war kürzlich abgesetzt worden und machte doch recht viel Theater.
      Zum Glück hatte Cover the Moon noch ein paar Monate Zeit, so dass er noch gemeinsam mit Mama Sarabi über die Wiesen streifte und den Herbst genoss. Ich war mir aber bald sicher, dass er nicht so viele Probleme machen würde, wie sein baldiger Weidegenosse.
      Feuerdrache legte sich momentan sehr gerne mit Applaus und Paddington an, bekam aber von beiden älteren Junghengsten dann einige zurück. Ich hoffte einfach, dass sich das noch beruhigen würde. Wenigstens die Mädels waren problemlos. Korah, Herbstmond und Lady Fox ließen sich sogar zu dritt führen und schon waren alle Jungpferde draußen.
      Alexa und Tami hatten sich derweil um die Hengste gekümmert, so dass wir nun nur noch die Stuten rausbrachten. Während sich meine Mitarbeiter dann schon an die Arbeit machten, schaute ich nochmal kurz bei den Weiden vorbei.
      Zufrieden grasend standen am Zaun Alice von Landwein und Amadahy. Etwas weiter weg konnte ich die schneeweiße Nandalee sehen, die sich gerne mit zu Nesquik und Sally stellte. Manchmal irritierte es mich, dass die junge Stute, so die Nähe der älteren suchte, aber ich akzeptierte es.
      Raunchy’s Limited stand etwas abseits und wirkte auch etwas abwesend. Feuerdrache war ihr erstes Fohlen gewesen, dementsprechend nahm auch sie die Entwöhnung etwas mit. Unsere neue Stute Possy Pleasure Mainstream nutzte das aber direkt, um nicht gar so alleine stehen zu müssen.
      Bei den Hengsten sah es da hingegen heute wesentlich entspannter aus. Altyn, Dissident Aggressor, Nochnoi Dozor und Pajero standen zusammen in einem Pulk und grasten friedlich. Calimero II versuchte sich gerade wieder mit BonnyBoy oder Auftakt zu streiten, aber die beiden älteren ignorierten den Junghengst einfach. Erst mit HGT’s Unitato fand er jemanden, der mit ihm spielte.
      Ich zählte auch die Welshs nach, weit hinten standen noch Single Malt und Fürst der Finsternis. He’s called Trüffel stromerte irgendwo bei Dr. Insektor und Outlaw Torn mit herum. Die Welshs waren noch gar nicht so lange da, aber fühlten sich anscheinend sichtlich wohl, so sollte es doch sein.
      So konnte ich mich nun auch zufrieden der Stallarbeit widmen.
    • Eddi
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      Weihnachten!
      24. Dezember 2017
      Wieder war ein Jahr vorüber und Weihnachten stand vor der Tür. Da sowohl Alex, als auch Tami und ich total weihnachtsbegeistert waren, war das gesamte Gestüt rundum geschmückt. Zu unserer Freude hatten wir aktuell auch Schnee, so dass alles weiß und verschneit war. Heute war der 24. Dezember und wir hatten unseren alltäglichen Betrieb auf das Minimum runtergeschraubt, denn natürlich wollte ich meinem Team auch freie Tage gönnen. Aber wie es bei Pferdemenschen so war, tauchten sie trotzdem alle morgens im Stall auf und halfen bei den täglichen Arbeiten.
      Das bedeutete, alle Pferde wurden gefüttert, dann ging es raus auf die Weiden und die Boxen wurden gemistet. Abschließend wurde schon Futter und Heu für den Abend vorbereitet, ehe wir gemeinsam noch unseren weihnachtlichen Rundgang über die Weiden gingen und den Pferden Möhren vorbeibrachten, die wir auf den Weiden verteilten.
      Gerade im Schnee war es immer relativ amüsant, den Pferden bei der Suche zuzuschauen. Wir begannen bei den Jungpferden und dort hatte besonders Tassilo seinen Spaß. Paddington hatte schnell verstanden, dass Tassilo die Möhren etwas weiter warf und war schon ein Stück weiter getrabt, bevor die nächste Möhre durch die Luft flog. Unsere jüngsten, Cover the Moon und Feuerdrache, hielten sich da lieber etwas bedeckt und erschlichen sich durch Süßheit bei Tami ihre Möhren.
      Bei Alex sammelten sich auch bereits einige Jungpferde. Darunter auch unser noch recht frischer Neuzugang Merida, die sich aber schon bestens eingelebt hatte und sichtlich zufrieden mit ihrer Herde zu sein schien. Besonders gerne spielte sie mit Maelis und Acariya. Ich wurde gerade von Lady Fox angestupst, die Korah und Herbstmond zur Seite schob, um nun auch an ihre Möhren zu kommen. Die beiden Welshs Acariya und Applaus hielten sich etwas zurück und warteten einfach geduldig, bis Tassilo ihnen die Möhren vorbeibrachte.
      Bei den Hengsten war aktuell wesentlich mehr los. Calimero II und BonnyBoy jagten sich gerade gemeinsam über die Weide und stießen dabei beinahe mit Call me a Twist und Aristo zusammen, die eigentlich gerade im Schnee nach Gras stöberten und die jungen Hengste direkt zurechtwiesen. Den restlichen Teil ließ das bisher kalt, bis wir dazu kamen. Sofort hoben Pajero, Thorondor und Dr. Insektor den Kopf als sie mein Pfeifen hörten und kamen angetrabt. Man merkte, wer schon lange hier lebte.
      Cover the Sun, Altyn und Fiebertraum ließen sich direkt anstecken und kamen mit angerauscht. Durch die trabende Gruppe wurden auch die anderen aufmerksam und warum auch immer preschten Feuervogel und Outlaw Torn nebeneinander los und buckelten erst einmal wild über die verschneite Weide. Das waren eindeutig die Wintergefühle und die ergriffen auch HGT's Unitato und die beiden Shettys What does the Fox say und Erutan Wishes. Die waren ja sowieso für jeden Quatsch zu haben.
      Bis dann die Hengste bemerkten, dass es bei uns Möhren gab und schon standen sie in einem großen Kreis um uns herum und warteten ungeduldig auf das weihnachtliche Geschenk. Das war eigentlich vor allem dafür da, um bei allen Pferden nach den Rechten zu sehen. Aber anscheinend waren alle bei bester Gesundheit. Für die Möhren rissen sich dann sogar Auftakt und Dissident Aggressor von den Heunetzen los und kamen herübergeschlendert. Fürst der Finsternis und He's called Trüffel schlossen sich an. Die beiden hatten bisher relativ weit hinten gestanden und das Theater hier vorne geflissentlich ignoriert.
      Fehlte nur noch Single Malt, aber der kam nach einem Rufen auch sofort an und schon waren alle Hengste beisammen. Sie waren alle fit und dementsprechend konnten wir uns dann schon bald verabschiedeten und nun ging es nur noch zu den Stuten. Dort wurden wir schon von Walking in the Air, Sally und Teasie erwartet. Die ruhigeren Damen hielten sich gerne am Eingang auf, um auch ja alles mitzubekommen.
      Auch hier reichte ein Rufen und schon kamen Sarabi, Raunchy's Limited und Polka Dot um die Ecke gesaust. Und da sich die Gruppe in Bewegung setzte, kamen auch nach und nach die anderen. Erst Possy Pleasure Mainstream und Shattered Glass, dann aber auch noch Nesquik und Nandalee. Für den Rest mussten wir uns auf den hinteren Teil der Weide bewegen. Lila Wolken und Like Honey and Milk fanden das Heunetz zu nett, als dass sie sich bewegt hätten. Außerdem stromerte hier hinten auch noch Batida de Coco herum und Alice von Landwein und Amadahy spielten gerade miteinander, während Razita sich genüsslich wälzte.
      Auch sie war wie Merida noch relativ neu bei uns, hatte sich aber wirklich problemlos eingliedern lassen.
      Allen Pferden ging es bestens und so schickte ich mit etwas Nachdruck mein Team dann nach Hause zu ihren Familien. Vorher gab es für jeden von ihnen noch ein kleines Geschenk von mir, ehe ich sie dann endgültig verabschiedete und ihnen frohe Weihnachten und schöne Feiertage wünschte. Die hatten sie sich definitiv verdient und die Pferde konnten auch mal ein paar Tage entspannen.
    • Eddi
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      Sommerweiden
      07. Juni 2018
      Hengste: Altyn, Aristo, Auftakt, BonnyBoy, Calimero II, Call me a Twist, Cover the Sun, Dissident Aggressor, Dr. Insektor, Erutan Wishes, Feuervogel, Fiebertraum, Fürst der Finsternis, He's called Trüffel, HGT's Unitato, Namour, Nochnoi Dozor, Outlaw Torn, Pajero, Single Malt, Thorondor, Varulv, Vertigo, What does the Fox say
      Stuten: Alice von Landwein, Amadahy, Batida de Coco, Das Kürbisvieh, Herbsttraum, Like Honey and Milk, Lila Wolken, Naimibia, Nandalee, Nesquik, Polka Dot, Possy Pleasure Mainstream, Raunchy's Limited, Razita, Sally, Sarabi, Shattered Glass, Teasie, Walking in the Air
      Fohlen: Acariya, Applaus, Cover the Moon, Feuerdrache, Herbstmond, Korah, Lady Fox, Maelis, Merida, Paddington

      Der Sommer hatte uns mittlerweile vollständig erreicht. Nach einer längeren Anweidezeit dieses Jahr, waren nun seit kurzem die Sommerweiden eröffnet. Den Mai über hatten uns noch allerhand Unwetter und Stürme geplagt, doch mit denen schien endlich Schluss zu sein. In aller Ruhe hatten mein Team und ich die Sommerweiden vorbereitet und vorgestern die jeweiligen Herden auf die großen Stücke gelassen. Die ersten Tage hatten sie auch alle heil überstanden. Für uns hatte das bedeutet, die Ställe komplett zu misten und auch einmal ordentlich durchzuspülen. Nun fiel für uns viel Arbeit weg. Das Futter bekamen die Pferde nach der täglichen Arbeit und Heu stand ihnen trotz der Weiden permanent zur Verfügung. Jeden Morgen kontrollierte ich auf dem Pferderücken alle Zäune, ehe ich den Pferden auch einen Besuch abstattete und schaute, ob alles in Ordnung war.
    • Eddi
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      Erster Schnee
      21. November 2018
      Ich war noch nie wirklich ein Frühaufsteher gewesen und doch klingelte jeden Morgen spätestens sechs Uhr - meistens eher - mein Wecker. So auch heute. Seufzend stand ich auf, um ihn auszuschalten und mich dann auf den Weg ins Bad zu machen. Ich beeilte mich ein wenig, denn ich war etwas spät dran. Heute war ich mit dem morgendlichen Stalldienst an der Reihe, zusammen mit Alexa, wenn ich mich recht erinnerte. Also machte ich mir in der Küche noch fix einen Tee in meinen Thermobecher und lief dann hinaus in den Stall. Ein Lächeln stahl sich auf mein Gesicht, denn das Gestüt war bedeckt von einer feinen dünnen Schneeschicht. Die Nacht über hatte es also zum ersten Mal geschneit.
      Wie erwartet traf ich im Stall auch auf eine dick eingepackte Alexa, die sich bereits daran machte, Jungpferde und Hengste zu füttern. Ich übernahm hingegen die Stuten und nachdem alle zufrieden fraßen, machte ich den morgendlichen Kontrollgang und wechselte hier und da schon einmal die Decken. Wir hatten einige geschorene Pferde und gerade bei den jetzt kalten Temperaturen (teilweise hatten wir bereits tagsüber Minusgrade) waren die Decken einfach von Nöten. Besonders, wenn die Pferde von früh bis abends draußen standen und ein kalter Wind begleitete uns hier oben im Norden im Winter immer. Dementsprechend hatte selbst ich mich ganz schnell an eine Mütze gewöhnt, obwohl ich sonst nur sehr ungern Mützen getragen hatte.
      Morgens ging es ruckzuck. Die Pferde brauchten nicht lange fürs Frühstück und schon ging es im Zweier-Takt hinaus auf die Weiden. Aufgrund des dankbaren trocknen und sonnigen Herbstes hatten wir noch unsere Sommerweiden ein Stück weit länger nutzen und so die Winterweiden schonen können. Ab heute standen die Pferde aber offiziell wieder in den kleineren Gruppen auf den Winterweiden. Für Standardverhältnisse waren diesen Weiden immer noch gigantisch, aber dennoch nichts im Vergleich zu den Sommerweiden - die brauchten aber nun auch einmal ihre Pausen und konnten sich so über den Winter zur Genüge erholen.
      Im Stall gelassen hatte ich direkt Sarabi und Walking In The Air. Die beiden hatten heute Morgen Springtraining mit Tassilo und Alexa. Ich hingegen wollte Teasie ein wenig an die Longe nehmen und arbeiten. Doch vorher musste ich noch einmal kurz ins Büro, denn Possy Pleasure Mainstream und Razita sollten kommendes Wochenende auf eine Prämierung und ich musste noch die Anmeldungen durchgehen. Aus dem Grund hatten sie heute auch ihren freien Tag, denn momentan standen sie bald mehr im Training als der Rest unseres Stalles.
      Danach wandte ich mich aber auch schon meiner geliebten Araberstute zu. Teasie war ein wahres Goldstück und ich war sehr dankbar, sie in meinem Stall stehen zu haben. Mittlerweile bestand mein Stall sowieso nur aus Pferden, die für immer ihren Platz hier hätten. Lange Zeit hatten wir wesentlich mehr Vierbeiner gehabt, viele auch auf Durchreise - meist zum Training, ehe sie dann wieder verkauft wurden. Und dann gab es eben auch die Pferde, bei denen es nie hundertprozentig Klick gemacht hatte. Umso schöner das Gefühl, wenn man sich endlich auf jeden Vierbeiner konzentrieren und mit jedem auf einer tollen Ebene arbeiten konnte.
      Aufgrund ihrer Rasse schob Teasie nur sehr wenig Winterfell und war dementsprechend aber auch schon früh eingedeckt worden. Deshalb war ihr aber auch das Scheren erspart geblieben. Heute arbeiteten wir mal wieder am Kappzaum, eine Kombination aus Longieren und Handarbeit. Sie machte wirklich einwandfrei mit und ich konnte mich nicht beklagen. Inzwischen bewies sie eine wunderbare Selbsthaltung, war fleißig und stets kraftvoll bei der Arbeit. Auch das Springtraining lief gut und inzwischen war auch Tami am Stall angekommen.
      Sie folgte mir mit zur Weide, wo wir zunächst Teasie wegbrachten und dann Like Honey and Milk, Shattered Glass, Amadahy und Lila Wolken holten. Ein Ausritt zu viert stand an. Diese Zeit fand ich immer schön, denn es war absolut Quality Time mit dem Team und den Pferden. Ich ritt Amadahy, eine unserer jüngsten Stuten. Dementsprechend tat es ihr mehr als gut, mal wieder in einem Verband aus älteren und erfahrenen Stuten mitzulaufen. Sie war auch sehr entspannt und machte keinerlei Probleme. Hatte sie eigentlich auch noch nie. Stattdessen stand sie gut im Training und für 2019 war eventuell ihre Prämierung zur Zuchtstute geplant. Den Spaß hatten die anderen drei bereits hinter sich.
      Wieder am Stall angekommen und die Pferde bereits versorgt, verteilte sich das Team komplett und jeder ging seinen Aufgaben nach. Es war kurz vor Mittag und ich wollte gerne noch Raunchy's Limited reiten. Es stand mal wieder Dressur auf dem Plan und Gesellschaft bekamen wir von Tami mit Nandalee, die ein wenig Stangenarbeit machten. Bei einer Halle von 60x40m war das aber kein Problem. Soweit ich wusste, longierte Alexa gerade Naimibia und wollte danach noch Herbsttraum und Alice von Landwein bewegen. Tassilo hingegen hatte heute noch Das Kürbisvieh und Batida de Coco zu bewegen.
      Aufgrund seiner Größe war er nicht so der Fan von unseren kleineren Vierbeinern, verständlich, gehörte aber dennoch dazu. Aber ich hatte auch kein Problem, die Zwerge zu übernehmen und da Polka Dot heute frei hatte (aufgrund ihrer kürzlichen Reise nach Kanada), war nur noch My Hope Nymeria an der Reihe. Die hübsche, kleine Shettystute war noch vollkommen neu in unserem Stall. Durch Zufall hatte ich sie entdeckt und sie stammte von zwei unserer ehemaligen, bereits in Rente gegangenen, Zuchtpferde: Window und Mondscheinsonate. Im Gegensatz zu ihren ausgefallenen Eltern war sie eher schlicht geblieben, überzeugte aber durch einen wunderbaren Körperbau und Charakter. Sie war ein tolles Pferd und deshalb hatte ich keinen Moment gezögert sie zu kaufen.
      Heute machten wir ein wenig Langzügelarbeit, denn ich wollte sie bei Zeiten einfahren lassen und ein wenig Vorbereitung war sicherlich nicht verkehrt. Danach durfte sie auch direkt wieder auf die Weide. Da wir mittlerweile genug Zwerge hatten, standen die drei Damen Polka Dot, Coco und Nymeria zusammen auf einer kleineren Weide und so mussten wir auch nicht alle Zäune des Gestüts dreifach für Shettys sichern.
      Tami hatte in der Zwischenzeit ein wenig Bodenarbeit mit Sally gemacht und danach noch Nesquik longiert. Inzwischen war es 13 Uhr und Zeit für eine Mittagspause, aber wir waren bisher auch wirklich gut vorangekommen und siehe da, die Sonne beehrte uns auch und nahm leider auch den wenigen Schnee mit sich.

    • Eddi
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      Sommerarbeit
      19. Juni 2019
      Dieses Jahr begann der Sommer angenehm. Zwar waren die Temperaturen bereits hoch, dennoch regnete es in regelmäßigen Abständen und die Natur erstrahlte in einem vollen Grün. Die erste Heuernte hatten wir auch bereits drin und es war wirklich gutes Heu. Auch den Pferden ging es gut und aktuell befanden wir uns noch nicht annähernd im Sommerloch. Die Turniere liefen super, das Training lief einwandfrei und die Pferde waren alle fit. Polka Dot und My Hope Nymeria liefen regelmäßig vor der Kutsche, ebenso wie Batida de Coco. Ich wechselte die drei regelmäßig ab, so dass jede mal mit jeder lief und bisher machten die drei sich wirklich gut.
      Sarabi, Possy Pleasure Mainstream, Razita und Walking In The Air gingen regelmäßig Turniere. Letztere weniger als die jüngeren Stuten, aber dennoch nahm Wita unsere Praktikanten und Reitschüler wirklich gut mit und brachte ihnen unglaublich viel bei. Teasie unterstand aktuell vor allem mir. Momentan arbeitete ich viel mit der Araberstute und heute hatten wir schon einen herrlichen Strandritt hinter uns. Das war bei dem Wetter sowieso unsere Lieblingsbeschäftigung mit allen Pferden. Es war einfach traumhaft. Erst zu Pfingsten hatten wir einen riesigen Ritt organisiert und es war einfach genial gewesen. Da sich alle Pferde hier auch kannten, war es eine sehr harmonische Gruppe gewesen. Mit Like Honey and Milk und Shattered Glass war es sowieso entspannt, aber auch unsere Jungstuten wie Raunchy's Limited oder Nandalee hatten gut mitgezogen.
      Naimibia trainierten wir aktuell viel für die Turniere. Gemeinsam mit Amadahy sollte sie diesen Sommer noch das ein oder andere Turnier starten. Das Kürbisvieh und Lila Wolken waren aktuell von so etwas befreit. Ähnlich wie Herbsttraum und Alice von Landwein. Wir konnten turniertechnisch eben nicht alle Pferde abdecken, dennoch wurden alle mindestens vier bis fünfmal die Woche bewegt und das galt auch für Sally und Nesquik, auch wenn meine Welshstuten gerne den gesamten Sommer auf der Weide verbracht hätten.
    • Eddi
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      Neujahr
      03. Januar 2020
      Mississle, Teasie, Sarabi, Possy Pleasure Mainstream, Razita, Walking In The Air, Like Honey and Milk, Shattered Glass, Raunchy's Limited, Naimibia, Das Kürbisvieh, Amadahy, Lila Wolken, Herbsttraum, Alice von Landwein, Nandalee, Nesquik, Sally, Batida de Coco, Polka Dot, My Hope Nymeria
      Panta Rhei, Phex, Leitz, Exciting Force, Altyn, Fiebertraum, Nochnoi Dozor, Catani, Cover the Sun, Pajero, Dr. Insektor, Aristo, Thorondor, Call me a Twist, Dissident Aggressor, HGT's Unitato, Outlaw Torn, Feuervogel, Varulv, Calimero II, Vertigo, Auftakt, BonnyBoy, Fürst der Finsternis, He's called Trüffel, Single Malt, Erutan Wishes, What does the Fox say
      Graceful Eclipse, Merida, Maelis, Lady Fox, Korah, Nabiri, Acariya, Herbstmond, Cover the Moon, Paddington, Feuerdrache, Applaus


      Das neue Jahr war angebrochen und mit ihm auch ein neues Jahrzehnt. 2020 hatten wir erreicht und ich war stolz auf das, was das Gestüt Sapala darstellte. Wir hatten ein funktionierendes, tolles Team, welches sich mit ganzem Herzblut um die Pferde kümmerte und die konnten sich auch wirklich nicht beklagen.
      Das vergangene Jahr hatten wir ruhig und entspannt enden lassen. Wie immer schickte ich meine Mitarbeiter über die Feiertage zu ihren Familien in ihren wohlverdienten Urlaub. Zu den Tagen schafften wir es auch mit wenigen, den Stall in Stand zu halten und die Pferde hatten zum Großteil frei.
      Natürlich waren wir alle Pferdemenschen und die ließen es sich nicht nehmen, auch ihre freie Zeit im Stall zu verbringen. Es war immerhin unsere Leidenschaft. So hatten wir zum 23.12. einen großen gemeinsamen Weihnachtsritt mit gemeinsamen Mittagessen gemacht und am 01.01. hatten wir uns alle zum Neujahrsritt versammelt.
      Mein Team hatte die vergangenen Tage damit verbracht, ihre kleinen Reitschülergrüppchen auch an so etwas wie einem Neujahrsritt teilhaben zu lassen. Natürlich ging das nicht alles an einem Tag, aber so waren die ersten Tage des neuen Jahres direkt gut gefüllt gewesen.
      Ende Januar würde unser jährliches Neujahrsturnier anstehen und die jungen Reiter trainierten jetzt schon fleißig und waren sehr ehrgeizig. Auch für meine Mitarbeiter gab es eine eigene Abteilung, auch sie sollten sich messen dürfen und ihren Spaß haben.
      Ich war schon voll in den Vorbereitungen hierfür, bereitete die Schleifen und Gewinne vor und plante das Event und schrieb Listen. Draußen war es heute diesig und nass, so dass ich gerne mal den Tag zum Großteil im Büro verbracht. Den Morgen über hatte ich bereits auf mehreren Pferden gesessen, denn nun ging das Antrainieren wieder los, wenn wir dann im März in die diesjährige Turniersaison starten wollten.
      Die ersten Tage des Jahres würde ich noch viel für Organisatorisches gebrauchen, aber dann sollte alles wieder seinen gewohnten Gang gehen.
    • Eddi
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      Sommergewitter
      14. Juni 2020
      Mississle, Teasie, Sarabi, Possy Pleasure Mainstream, Razita, Walking In The Air, Like Honey and Milk, Shattered Glass, Raunchy's Limited, Naimibia, Das Kürbisvieh, Amadahy, Lila Wolken, Herbsttraum, Alice von Landwein, Nandalee, Nesquik, Sally, Batida de Coco, Polka Dot, My Hope Nymeria
      Panta Rhei, Phex, Leitz, Exciting Force, Altyn, Fiebertraum, Nochnoi Dozor, Catani, Cover the Sun, Pajero, Dr. Insektor, Aristo, Thorondor, Call me a Twist, Dissident Aggressor, HGT's Unitato, Outlaw Torn, Feuervogel, Varulv, Calimero II, Vertigo, Auftakt, BonnyBoy, Fürst der Finsternis, He's called Trüffel, Single Malt, Erutan Wishes, What does the Fox say
      Graceful Eclipse, Merida, Maelis, Lady Fox, Korah, Nabiri, Acariya, Herbstmond, Cover the Moon, Paddington, Feuerdrache, Applaus


      Das Gewitter überraschte uns unwillkürlich. Die vergangenen drei Tage hatten wir schönstes Wetter gehabt und die Temperaturen waren bis zu den 30 Grad hochgeklettert, und dann brach es herein. Ein richtiges Sommergewitter und zwar eins von der fiesen Sorte. Und hier oben an der Küste erwischte es uns mehr, als es lieb war. Innerhalb einer Stunde schlug das komplette Wetter um. Im Himmel brauten sich die dunklen Wolken zusammen und man hörte bereits den ersten Donner, während die Blitze bisher kaum sichtbar war.
      Ich war gerade mit Leitz ausreiten und wir machten uns, so schnell es ging, auf dem Heimweg. Während Leitz leicht flockig vorwärts trabte, rief ich bereits zu Hause an, damit dort alles sturmsicher gemacht wurde. Außerdem mussten die Pferde in den Stall. Natürlich hatten wir alle Herden inzwischen auf den großen Sommerweiden. Aber die meisten davon waren nicht unbedingt für solche Gewitter geeignet und ich wusste meine wertvollen Tiere lieber in Sicherheit.
      Als ich mit Leitz am Stall ankam, sprang ich aus dem Sattel und drückte den schönen Palomino einen meiner Stallburschen in die Hand. Eigentlich war das nicht meine Art, aber ich schnappte mir vier Stricke und eilte zu den Jungpferden, um dort zu helfen. Gerade die Jungspunde hatten nicht so viel mit Menschen zu tun und würden es nur bedingt einsehen, jetzt unbedingt mitkommen zu müssen. Doch sie benahmen sich alle einwandfrei und eine halbe Stunde später standen alle im Stall.
      In der Zwischenzeit hatte es bereits begonnen zu nieseln. Inzwischen schüttete es aus Eimern. Ich rannte mit Batida und Polka Dot an meiner Seite noch schnell in den Stall und schon waren alle Pferde drin. Die beiden Ponys packte ich in ihre Box, wo sie sich direkt zufrieden aufs Futter stürzten. Alle Pferde standen drin, während der Regen auf das Dach einprasselte. Auch mein Team fand sich komplett im Stall ein, manche noch trocken, manche ganz schön durchnässt - doch alle gut gelaunt.
      Gemeinsam verzogen wir uns in unser Reiterstübchen wo ich Tee aufsetzte und Alexa Sandwiches verteilte. So verbrachten wir gemeinsam den Abend, ehe ich alle früher als sonst nach Hause schickte, denn es regnete und stürmte immer noch und ich wollte gerne, dass alle heil zu Hause ankamen. Vermutlich würde es die ganze Nacht über weiter so gewittern.
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  • Album:
    Habt Spaß <3
    Hochgeladen von:
    Eddi
    Datum:
    23 Juli 2017
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    Mime Type:
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    Height:
    400px
     

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  • Name: Nesquik
    geboren: 2007

    __________________

    Von: Laslo
    Aus der: Nikita

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    Rasse: Welsh B
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Fuchs Tobiano
    Stockmaß: 132 cm

    Beschreibung:

    Nesquik ist ein kleines Springtalent und ein geeignetes Kinderpony. Ihre Geduld und Gelassenheit sind Gold wert, besondersbei der Arbeit mit Reitschülern. Trotzdem ist diese Stute sehr sensibel und schnell zu verschrecken.

    Ersteller: Delicious
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: erloschen

    Dressur A -- Springen A

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    2. Platz 184. Springturnier
    2. Platz 179. Dressurturnier

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    Gekört: ja, [SK 404] Bunte Welshs

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    Nachkommen:

    Hollywood Undead (2008)
    Applaus (2013)